Episode 24: Rosamunde Pilcher: Wie verhext, Tatort: Murot – Wer bin ich?

In Folge 24 befinden wir uns wirklich in einer kompletten „Fish out of Water“-Episode. Weder Florian noch Johannes sind große Liebhaber der deutschen Fernsehunterhaltung, egal ob es sich um eine von Kritikern und Fans geschätzte Krimireihe wie den Tatort handelt oder um eine Romantikserie für ein sehr spezifisches Publikum wie Rosamunde Pilcher. Trotzdem wollen wir versuchen uns beiden Phänomenen unvoreingenommen und sachlich zu nähern. Zumindest mit „Murot – Wer bin ich?“ haben wir auch einen eher experimentellen Vertreter der deutschen TV-Landschaft vor uns, spielt dieser doch mit Metaebenen und Selbstreferenzialität und könnte so durchaus auch Anschauungsmaterial für einen Hochschulkurs in postmoderner Kulturwissenschaft sein. Wie verhext dagegen ist ein traditioneller Pilcher-Film mit viel Herz Schmerz an der Südwestküste Englands.

Passend zu den beiden Werken reden wir über unsere liebsten deutschen Filme und unsere liebsten deutschen TV-Produktionen, sowohl was Fiction als auch Non-Fiction betrifft. Wir listen einige Meisterwerke des selbstreferenziellen Kinos auf und kommen auch auf den Öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die GEZ zu sprechen.

Rosamunde Pilcher: Wie verhext [Käthe Niemeyer]

(DE 2021)

Mein ursprünglicher Impuls war es diese Einführung mit folgendem Satz zu starten: Ihr Name ist [ˈɹɒzəmənd ˈpɪltʃə]! Mit Ausrufezeichen, um der Germanisierung der 2019 verstorbenen britischen Autorin entschieden entgegen zu treten. Jetzt habe ich mich aber doch für etwas anderes entschieden; und zwar die Frage: Ist ihr Name [ˈɹɒzəmənd ˈpɪltʃə]? Denn auch wenn Pilcher weltweit mit ihren romantischen Liebesromanen und Kurzgeschichten unfassbar viel Geld verdient hat, wird sie der Nachwelt doch vor allem durch ihre deutsche Rezeption in Erinnerung bleiben. Und in dieser ist der eingedeutschte Name Rosamunde Pilcher nunmal berühmt geworden für zahllose für das ZDF produzierte Verfilmungen ihrer Beststeller. Über 100 Filme kennt die entsprechende Reihe und löste einen gewaltigen teutonischen Touristenboom nach Cornwall und Devon im Südwesten Englands, für den selbst die dort beheimateten Briten sehr dankbar sind.

Wie verhext aus dem Jahr 2021 ist eine derartige deutsche TV-Verfilmung der Kurzgeschichte “Tea with a witch” … und viel mehr muss dazu auch eigentlich nicht gesagt werden. Oder viel mehr sollte ich vielleicht dazu nicht sagen. Denn seien wir mal ehrlich: Ich bin nicht im geringsten Zielpublikum dieser Art von TV-Schnulze. Natürlich wäre es bequem, sich über den Kitsch, den Pathos, die simple Geschichte, die generische Bildsprache ezetrera pepe lustig zu machen. Vielleicht zu bequem. Also fasse ich mich hier kurz und gebe erst einmal zu Protokoll, dass ich den TV-Film Kostümbildnerin, die wegen einer astrologischen Vorhersage zurück in ihr Heimatdorf reist, um dort den ihr prophezeiten Traummann zu gewinnen, wirklich schlecht fand. Dass er so ganz und gar nicht meinen Geschmack getroffen hat, weder narrativ, noch dramaturgisch, noch ästhetisch. Aber wie gesagt, ich bin nicht die Zielgruppe. Und auch wenn ich mit Sicherheit gleich nicht drumherum kommen werde, über das ein oder andere Detail dieses Neunzigminüters zu schmunzeln, zu lästern oder zu lachen (und darauf freue ich mich auch ein wenig) ist es vielleicht spannender, bevor wir in gehässige Kritik abrutschen, zu schauen, was die Faszination von Rosamunde Pilcher ausmacht, warum sie so gut im deutschen TV-Markt funktioniert und was dies über die Sehgewohnheiten des (deutschen) TV-Publikums aussagt.

Oder was denkst du Johannes?

Tatort – Murot: Wer bin ich? [Bastian Günther]

(DE 2015)

Der Tatort. Speerspitze des deutschen Fernsehens und mit mehr als 1100 Filmen und mit teils über 10 Millionen Zuschauern bei der Erstausstrahlung, eine der beliebtesten oder gar DIE beliebteste Fernseh-Reihe in Deutschland überhaupt.

Dabei gibt es gar kein richtiges durchgezogenes Konzept. Es gibt im Idealfall einen Kriminal-Fall und einen oder mehrere Ermittler die ihn lösen. Das könnte auch die SOKO und den Polizeiruf umschreiben. Warum ist der TATORT der mit dem guten Ruf? Und wie oft wird er ihm gerecht? Zeit wenigstens mal eine Stichprobe zu nehmen. Wir haben uns willkürlich den Tatort mit dem Titel „Wer bin ich?“ ausgesucht, in dem Ullrich Tukur, der Schauspieler des Kommissar Murot, der normalerweise im Film die Morde aufklärt, selbst des Mordes verdächtigt wird. Wir steigen zwar in den eigentlichen Film ein, aber gleich wieder aus. Der Regisseur ruft “CUT” und wir verfolgen Ulli, wie er vom Mord erfährt, wie die Dreharbeiten zum Tatort unterbrochen werden, wie er verdächtigt wird, wie er versucht sich zu verteidigen und verzweifelt versucht sich zu erinnern, was verdammt nochmal letzte Nacht passiert ist.

Ein Film der für deutsche Verhältnisse sehr waghalsig auf Metaebenen hochseilaktös balanciert. Die Frage ist: Tritt er daneben? Was meinst du Plor?

Transkript

Um den Zugang für Menschen mit Behinderungen zu erleichtern und um eine Volltextsuche nach Themen zu ermöglichen, haben wir beschlossen unsere Gespräche auch als Transkription zur Verfügung zu stellen.

Allerdings muss man dazu sagen, dass die heutigen Techniken automatisiert Transkriptionen herzustellen, doch immer wieder an ihre Grenzen stoßen und streckenweise unlesbare Texte hervorbringen. Eine händische Korrektur der Texte, ist ein Aufwand, der die Möglichkeiten dieses Podcasts bei weitem übersteigt. Trotz dieser Nachteile, überwiegen für uns die Vorteile einer (wenn auch fehlerhaften) Verschriftlichung.

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00:00:00:09 – 00:00:04:09
Sprecher 1
Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast?
00:00:04:17 – 00:00:05:19
Sprecher 2
Nein, eigentlich nicht.
00:00:05:19 – 00:00:10:16
Sprecher 1
Aber ich will einen Podcast machen. Zusammen. Dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden kann.
00:00:11:02 – 00:00:14:01
Sprecher 2
Wie wäre es mit Film? Du liebst Filme. Ich liebe Filme. Ist doch eine gute Idee.
00:00:14:07 – 00:00:16:13
Sprecher 1
Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme.
00:00:16:16 – 00:00:22:13
Sprecher 2
Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeig dir Filme, die ich geil finde, und sechs Filme, die du findest.
00:00:22:13 – 00:00:26:19
Sprecher 1
Das heißt so Musicals aus den Fünfzigern von mir.
00:00:26:19 – 00:00:30:03
Sprecher 2
Für dich. Genau. Und koreanische Filme.
00:00:30:08 – 00:00:33:11
Sprecher 1
Mit russischen Untertiteln. Von mir für dich.
00:00:34:02 – 00:00:34:14
Sprecher 2
Okay.
00:00:35:01 – 00:00:37:02
Sprecher 1
Aber du weißt, dass das für Menge Streit sorgen kann.
00:00:37:23 – 00:00:39:12
Sprecher 2
Definitiv. Das ist lustig.
00:00:42:07 – 00:00:54:06
Sprecher 1
Uh, uh, Ja. Hallo. Hallo. Willkommen zum. Muss man sehen. Podcast.
00:00:54:14 – 00:01:01:22
Sprecher 2
Wo wir dem jeweils anderen einen Film aufs Auge drücken, den wir toll finden und hoffen, dass er den Horizont des anderen erweitern.
00:01:01:22 – 00:01:15:07
Sprecher 1
Aber diesmal ist es eine etwas andere Episode. Zwar eine Fischart of Water Episode für uns beide. Wir haben nämlich zwei Sachen rausgesucht Deutsche TV Produktionen, in denen wir uns eigentlich nicht so zu Hause fühlen.
00:01:15:13 – 00:01:19:06
Sprecher 2
Haben wir überhaupt deutsche Produktionen in unseren Listen bis jetzt gehabt?
00:01:19:07 – 00:01:25:23
Sprecher 1
Kann sein, dass wir mal einen deutschen Film dabei hatten. Mir würde aber spontan keiner einfallen. Ich weiß, aus meinen Bestenlisten tauchen regelmäßig deutsche Sachen auf.
00:01:26:00 – 00:01:41:13
Sprecher 2
Ja, aber. Aber so richtig besprochen haben wir, haben wir, das weiß ich jetzt gerade nicht. Aber wir haben uns gedacht Meine Güte, wenn wir die ganze Zeit über Filme reden und und das deutsche Fernsehen und das deutsche Kino wird ja oft Na ja, Bashing ist.
00:01:42:15 – 00:01:42:19
Sprecher 1
Jetzt.
00:01:42:19 – 00:01:54:05
Sprecher 2
Wahrscheinlich das Wort der Wahl. Es wird viel darüber gemosert und geredet. Und dann haben wir gesagt Eigentlich müssen wir uns, wenn wir uns schon, na ja, im Podcast schimpfen, dann müssen wir eigentlich über deutsche Filme drehen.
00:01:54:16 – 00:02:15:13
Sprecher 1
Als ursprüngliche Anlass war ja tatsächlich, dass ich in den letzten Episoden irgendwann angefangen habe, Witze zu machen über Johannes Film Geschmack und dann immer mal wieder Rosamunde Pilcher erwähnt habe, ohne diese Frau zu kennen, ohne ihr Werk zu kennen und ohne ihre Verfilmung zu kennen, aber das einfach synonym benutzt habe für schnulzig Kitsch. Und dann war das letzte Mal war der Bogen offensichtlich überspannt.
00:02:15:13 – 00:02:20:16
Sprecher 1
Dann haben wir gesagt So, bevor wir jetzt weiter darüber lästern, müssen wir auch mal schauen, worüber wir überhaupt reden.
00:02:20:17 – 00:02:21:07
Sprecher 2
Ja, genau.
00:02:21:12 – 00:02:25:06
Sprecher 1
Wir haben beide diese Woche unseren ersten Rosamunde Pilcher Film geschaut.
00:02:25:06 – 00:02:31:11
Sprecher 2
Meine Güte, ja, so sollten wir vielleicht auch einfach mit dem Rosamunde Pilcher Film anfangen, damit wir es hinter uns haben.
00:02:31:11 – 00:02:47:04
Sprecher 1
Fangen wir an, wir reden über Rosamunde Pilcher und danach geht es weiter mit dem Tatort, was auch für uns der Vorteil ist. Auch wenn Tatort mittlerweile von vielen Zuschauern aus unserer Altersgruppe, aus unserer Social Bubble rezipiert wird. Wir sind beide keine Tatort Fans.
00:02:47:13 – 00:03:14:07
Sprecher 2
Keine großen. Also ich vielleicht habe ich meine Meinung über die Woche jetzt geändert. Aber aber darüber reden wir dann nachher. Ich habe natürlich den einen oder anderen Tatort schon gesehen, allein aus beruflichen Gründen, weil ich als Schauspieler nun mal muss ich mich mit der deutschen Fernsehlandschaft ein bisschen wenigstens auskennen sollen, was wichtig ist, was andere Kollegen anders sehen, die dann wirklich nur Amerikanisches gucken.
00:03:14:07 – 00:03:32:16
Sprecher 2
Und ich weiß nie, Ich muss als deutscher Schauspieler durchaus wissen, womit ich es zu tun habe. Und ich habe auch genug Drehbücher auf dem Tisch liegen von Soko und Polizeiruf und diesen ganzen anderen Krimis, die es so gibt in Deutschland, die ich dann bedienen muss und auch gerne will. Also es ist.
00:03:32:16 – 00:03:38:04
Sprecher 1
Wahrscheinlich deutsches TV, mehr als Lektüre denn als tatsächlich. Es ist tatsächlich.
00:03:38:10 – 00:04:00:22
Sprecher 2
So, es ist wirklich so Ich lese Drehbücher, Deutsche deutscher Produktionen und ich, ich bin auch schon das eine oder andere Mal in die Verlegenheit gekommen zu sagen Möchte ich nicht machen. Ach krass, Ja, okay. Was? Was? Als deutscher Schauspieler so Wald und Wiesen Schauspieler wie ich bin, der kann kein berühmter, sondern einer, der einfach ab und zu mal zu tun hat.
00:04:02:07 – 00:04:07:11
Sprecher 2
Das tut dann ganz schön weh, weil so viel man nimmt ja eigentlich, was man kriegen kann. Ja, ich.
00:04:07:11 – 00:04:16:01
Sprecher 1
Wollte gerade sagen, als deutscher Schauspieler muss man, glaube ich, ziemlich merkbefreit sein, was Angebote betrifft. Aus der Soap und Telenovela Becker etc..
00:04:16:12 – 00:04:25:06
Sprecher 2
Ja, und ich bin auch kein Snob, was das betrifft, weil da gibt es für alles Publikum und b ist es ein großer Unterschied, etwas zu spielen oder etwas zu rezipieren.
00:04:25:06 – 00:04:26:05
Sprecher 1
Und definitiv.
00:04:26:06 – 00:04:30:15
Sprecher 2
Riesenunterschied. Also ja, aber darüber reden wir genau.
00:04:30:16 – 00:04:45:15
Sprecher 1
Genau noch mal! Und um ganz kurz das Intro abzuschließen In der ersten Episode hatten wir einen deutschen Film 100 Jahre Adolf Hitler, acht von Christoph Schlingensief und Johannes hat ihn gehasst. Und das war bis jetzt unser einziger deutscher Film nach über 20 Episoden.
00:04:45:15 – 00:04:58:16
Sprecher 2
Ja, und ich schäme mich ein bisschen dafür, weil eigentlich ist das sehr einseitig. Wir haben sehr amerikanisch lastige, obwohl wir auch in Korea koreanische Filme, dänische Filmen.
00:04:59:11 – 00:05:04:02
Sprecher 1
Skandinavische, skandinavische Film, mehrere skandinavische Firmen. Wir hatten zwei Schweden dabei, bis jetzt ja.
00:05:05:07 – 00:05:14:01
Sprecher 2
Und insofern um, um der Heimat ein bisschen und auch der Diversität ein bisschen Vorschub zu leisten.
00:05:14:01 – 00:05:21:15
Sprecher 1
Oh mein Gott, das ist so Kartoffel zu sagen, dass man der Diversität Vorschub leistet, indem man was Deutsches bespricht.
00:05:21:15 – 00:05:22:02
Sprecher 2
Oh, mir.
00:05:23:18 – 00:05:30:01
Sprecher 1
Am besten lassen wir einfach nähere Angaben und steigen gleich ein. Ja, Rosamunde Pilcher in Rosa.
00:05:30:09 – 00:05:38:03
Sprecher 2
Ich wünsche euch viel Spaß! Bitte guckt euch diesen Film erst mal an! Es gibt ihn in der Mediathek und zwar bis 2022, wenn ich das richtig sehe.
00:05:38:03 – 00:05:52:10
Sprecher 1
Ja, es gibt ihn auf jeden Fall noch eine Zeit lang wie verhext. Aber ich habe auch das Gefühl, tatsächlich reicht es, wenn man einen von diesen Filmen gesehen hat, um ungefähr zu wissen, worüber geredet wird. Es gibt, nun ja, Gemeinsamkeiten. Inhaltlich zwischen den einzelnen Filmen.
00:05:52:13 – 00:05:54:01
Sprecher 2
Ja, okay.
00:05:54:12 – 00:05:54:19
Sprecher 1
Legen wir.
00:05:54:19 – 00:05:58:16
Sprecher 2
Los. Dann gibt es noch einmal eine Einführung.
00:05:58:21 – 00:06:35:07
Sprecher 1
Also mein ursprünglicher Impuls war es, diese Einführung mit folgendem Satz zu starten Ihr Name ist Rosamunde Pilcher mit Ausrufezeichen Rosamunde Pilcher, um der Germanisierung der 2019 gestorbenen britischen Autoren entschieden entgegenzutreten. Und jetzt habe ich mich doch für etwas anderes entschieden. Und zwar die Frage Ist Ihr Name Rosamunde Pilcher? Denn auch wenn Sie weltweit mit ihren romantischen Liebesromanen und Kurzgeschichten unfassbar viel Geld verdient hat, wird sie der Nachwelt doch vor allem durch ihre deutsche Rezeption in Erinnerung bleiben.
00:06:35:20 – 00:07:07:11
Sprecher 1
Und dieser ist der eingedeutschte Name Rosamunde Pilcher, nun mal berühmt geworden für zahllose, für das ZDF produzierte Verfilmungen ihrer Bestseller. Über 100 Filme kennt die entsprechende Reihe und löste einen gewaltigen teutonischen Touristen Boom nach Cornwall und Devon im Südwesten Englands aus, für den selbst die dort beheimateten Briten sehr dankbar sind. Wie verhext aus dem Jahre 2021 ist eine derartige deutsche TV Verfilmung der Kurzgeschichte Atwood, die ich übrigens nicht gefunden habe.
00:07:07:11 – 00:07:38:22
Sprecher 1
Ich habe sehr lange danach gesucht, weil ich wissen wollte, wie der Originaltext ist. Und wenn man bei Google oder auch bei Bing Tibor Movies eingibt, kommt man nur zum ZDF Presse Material. Das Ding existiert eigentlich nur in den Redaktionsstuben des ZDF, wahrscheinlich in irgendeiner Zeitschrift. Damals veröffentlicht und verloren gegangen. Ich habe, ich habe. Ich habe sogar tatsächlich. In der Verzweiflung habe ich noch mal in der Bibliothek recherchiert, noch mal digital im Verbund Berliner Brandenburger Bibliotheken, und da habe ich es auch nicht gefunden.
00:07:40:07 – 00:08:23:01
Sprecher 1
Objekt Ja, genau, Es ist eine Verfilmung der Kurzgeschichte Weg und viel mehr muss dazu auch eigentlich nicht gesagt werden. Oder vielmehr sollte ich vielleicht dazu nicht sagen. Denn seien wir mal ehrlich, ich bin nicht im geringsten Zielpublikum dieser Art von TV. Nutze. Natürlich wäre es jetzt bequem, sich über den Kitsch, den Pathos, die simple Geschichte, die generische Bildsprache etc pp lustig zu machen, vielleicht zu bequem, also fasse ich mich hier kurz und gebe erst einmal zu Protokoll, dass ich den TV Film um eine Kostümbildnerin, die wegen einer astrologischen Vorhersage zurück in ihr Heimatdorf reist, um den dort um den ihr prophezeiten Traummann für sich zu gewinnen, wirklich schlecht fand, dass er so ganz und gar
00:08:23:01 – 00:08:57:09
Sprecher 1
nicht meinen Geschmack getroffen hat. Weder narrativ noch dramaturgisch noch ästhetisch. Aber wie gesagt, ich bin nicht die Zielgruppe. Und auch wenn ich mit Sicherheit nicht drum herum kommen werde, über das eine oder andere Detail dieses 90 Minütiges zu schmunzeln, zu lästern oder laut zu lachen und darauf freue ich mich auch ein wenig. Ist es vielleicht spannender, bevor wir in gehässige Kritik abrutschen, zu schauen, was die Faszination von Rosamunde Pilcher oder Rosamunde Pilcher ausmacht, warum sie so gut im deutschen TV Markt funktioniert und was dies über die Sehgewohnheiten des deutschen TV Publikums aussagt.
00:08:57:21 – 00:08:59:07
Sprecher 1
Oder was denkst du, Johannes?
00:08:59:20 – 00:09:31:09
Sprecher 2
Ich hatte genau den gleichen Gedanken, dass man dass man nicht erst nicht sofort in Bashing aus ist, sondern dass man sich wirklich mal überlegt, die Leistung, die dahinter steckt und dass man bedient ja nun wirklich etwas, was anscheinend ein tiefes Bedürfnis im zuschauer deutschen Zuschauer vorzuherrschen scheint, das zu bedienen und zu. Und das in einer, ich möchte fast sagen in einer Perfektion zu bringen.
00:09:31:23 – 00:09:32:24
Sprecher 2
Das ist schon spannend.
00:09:33:03 – 00:09:39:10
Sprecher 1
Können wir ganz kurz zum Protokoll gehen? Du hast den Film, Du hast dieser TV Verfilmung wahrscheinlich auch nicht viel abgewinnen können.
00:09:39:19 – 00:10:00:10
Sprecher 2
Nein, nein, nein, nein. Also ich gebe zu Protokoll, ich kann mit diesem Film nicht viel anfangen. Aber ich gebe auch zu Protokoll, ich bin Schauspieler in diesem System und habe wahnsinnig viel erkannt aus meiner Arbeit und habe allein dadurch schon ein bisschen heimatliche Gefühle bekommen.
00:10:00:11 – 00:10:29:07
Sprecher 1
Ach ja, das ist das, was ich tatsächlich faszinierend. Ich finde es tatsächlich faszinierend. Diese Dinger laufen ja offensichtlich total gut, und zwar spezifisch in Deutschland. Also natürlich die Autorin Rosamunde Pilcher war auch in England und war auch international sehr erfolgreich, aber tatsächlich auch erst so richtig bekannt geworden ist sie erst in den 80er und 1987 war ihr großer kommerzieller Durchbruch als Romanautorin.
00:10:29:11 – 00:10:30:20
Sprecher 2
Als ich schon 60 war oder so was.
00:10:30:23 – 00:10:48:23
Sprecher 1
Ja, genau. Also. Und das war die Familiensaga The Shell. Chelsea kassiert vorher natürlich vor allem für Zeitschriften geschrieben, für Magazine, Kurzgeschichten. Wirklich so kurzes Soaps, dann halt in irgendwelchen Frauenzeitschriften veröffentlicht wurden und auch primär unter Pseudonym.
00:10:49:10 – 00:10:49:18
Sprecher 2
Ja.
00:10:50:14 – 00:11:10:03
Sprecher 1
Seit den 40er Jahren bis 1965 größtenteils unter dem Pseudonym Jane Frazer. Und nach eigenen Angaben hat sie das alles am Küchentisch sitzend geschrieben, weil sie, weil es in ihrem Haus keinen Platz für einen eigenen Schreibtisch gab. Und die Kinder haben sie auch nach eigenen Angaben niemals schreiben sehen.
00:11:10:09 – 00:11:36:10
Sprecher 2
Ja, weil sie das immer rausgehalten hat. Ich habe ein Zitat von ihr Darf ich das kurz einmal vorlesen? Selbstverständlich. Ihre Ihre eigene Ansicht Ihrer Dinge, die sie schreibt, ist ja. In meinen Büchern ist ein gewisser Eskapismus drin, eine Flucht vor der Wirklichkeit. Aber es ist ja auch nicht so, dass unser Leben oder unser Job immer angenehm sind. Besonders Frauen führen oft ein Schattendasein mit Kindererziehung und all dem.
00:11:36:19 – 00:11:46:02
Sprecher 2
Da ist es doch manchmal schön an die Hand genommen und in eine andere Welt oder anderes Leben geführt zu werden. Das Leben anderer Menschen ist immer faszinierend.
00:11:46:24 – 00:12:15:15
Sprecher 1
Ja, das ist ein schönes Zitat und es sagt sehr viel aus über ihre, über ihre Kunst und natürlich auch darüber, wie sie rezipiert wird. Weil damit sind wir beim Zielpublikum auch dieser TV Produktion. Zielpublikum ist ganz eindeutig die deutsche Hausfrau. Karen hat mich, als ich das gesagt habe gefragt warum Hausfrau? Aber ich glaube ganz eindeutig, Frauen, die wirklich primär zu Hause sind, wahrscheinlich sogar tatsächlich nicht mal Frauen, die Teilzeit arbeiten, sondern wirklich die klassische traditionelle deutsche Hausfrau.
00:12:16:05 – 00:12:41:12
Sprecher 1
Und diese Filme eröffnen Sehnsucht, Träume, und zwar in einem sehr klaren Rahmen. Es gibt ja auch diese, also in die in diesem speziellen Film ist es jetzt das große Revival oder das große Release. Am Ende ist, wenn der Mann sagt okay, jetzt ist es für mich Zeit, mal zurückzustecken, weil unsere Protagonistin geht nach England, nach London, geht nach London, zieht aus ihrem Heimatdorf weg, weil sie Kostümbildnerin werden muss.
00:12:41:19 – 00:13:03:24
Sprecher 1
Und natürlich ist klar sie muss wegziehen, weil sie kann nicht da bleiben. Da kann sie ihre Träume nicht erfüllen. Und sie muss etwas aufgeben. Und es steht gar nicht zur Disposition, dass ihr Freund, den sie verlässt, dafür, dass der mitkommen könnte. Das ist klar. Er bleibt da und sie hat entweder die Wahl sie zieht alleine los, um ihrem beruflichen Traum nachzueifern, oder sie muss dort bleiben.
00:13:04:08 – 00:13:11:01
Sprecher 1
Und die große Pointe am Schluss ist und das ist tatsächlich das ist, das ist die Form von Feminismus, die Rosamunde.
00:13:11:19 – 00:13:12:11
Sprecher 2
Pilcher.
00:13:14:06 – 00:13:31:02
Sprecher 1
Trägt. Am Schluss ist es einfach so, dass der Mann dann sagt Nein, ich kann ja auch zurückstecken, und ich kann jetzt mit dir nach London ziehen. Und ich kann jetzt mit. Ich kann dir helfen, deinem Traum zu folgen, weil er ist tatsächlich auch einfach nur Handwerker in diesem Meer, in diesem kleinen, beschaulichen Dorf.
00:13:31:10 – 00:13:53:11
Sprecher 2
Ja, der Film endet dort, wo andere eigentlich anfangen. Also wo ich finde, dass Filme anfangen müssten, weiß, was ich meine. Also sie macht eine Entwicklung durch, wo ich denke ja, das ist auch Grundvoraussetzung, dass wir jetzt irgendwie wir sind ja nicht mehr in den Fünfzigern, wir sind nicht schön. Ach ja, wir sollten doch langsam mal den großen Bogen geschafft haben, dass wir.
00:13:53:14 – 00:13:59:11
Sprecher 2
Dass wir neue Probleme angehen können und nicht noch die letzten 50 Jahre aufarbeiten. Oder 70 Jahre.
00:13:59:19 – 00:14:22:19
Sprecher 1
Roman Pilcher ist ja mit ihrem Mann, den sie geheiratet hat. Sie ist eigentlich geborene Scott und sie ist in Cornwall geboren, also in dem doch in der Region, in der ihre Geschichten größtenteils spielen, wie auch die sie hier im Südwesten Englands, und sie ist. Mit ihrem Mann Graham Pilcher, der ein Textilunternehmen war, war sie nach Schottland gezogen, weil er wegen Weil er Schotte war und wegen seinem Beruf in Schottland.
00:14:23:13 – 00:14:32:00
Sprecher 1
Und das ist ganz spannend, weil diese Geschichten also auch diese Geschichte vermittelt. Ja, genau diese Sehnsucht. Zum einen die ländliche Sehnsucht zurück in die Heimat.
00:14:32:00 – 00:14:32:09
Sprecher 2
Ja.
00:14:33:05 – 00:14:48:09
Sprecher 1
Was war sie eigentlich, so ein klassisches Showbiz. Das findet man auch ganz viele in amerikanischen Liebesfilm. Und nicht nur da oder auch in deutschen. Die deutschen Liebesgeschichten findet man überall. Diese Sehnsucht zurück nach der Heimat. Man kommt zurück in das Dorf, in dem man groß geworden ist. Und dann stellt man fest Hey, ist es doch schöner, als ich es in Erinnerung habe.
00:14:48:09 – 00:15:07:04
Sprecher 1
Es ist gar nicht so klein beengt, sondern es ist Heimat. Es ist, es fühlt sich wohlig warm an und die und diese Sehnsucht hat sie in ihren Büchern umgesetzt. Sie war dann in Schottland mit ihrem Mann. Sie hat zwar auch Bücher und Geschichten geschrieben über Schottland, wo sie auch die schottische Landschaft ausufernd eskapistisch beschrieben hat, aber es hat sie eben doch immer nach Cornell zurück zurückgezogen.
00:15:07:05 – 00:15:08:17
Sprecher 1
Man merkt irgendwie, dass sie so.
00:15:09:04 – 00:15:09:12
Sprecher 2
Na ja.
00:15:09:15 – 00:15:22:03
Sprecher 1
Ihre Sehnsucht da in die Bücher gepackt hat, wo die Frauen zurück nach Hause kommen und wusste, dass es diese wunderschöne Landschaft gibt, wo sich alle kennen und alle in diesem netten Dorfleben und glücklich sind.
00:15:23:14 – 00:15:23:21
Sprecher 2
Hm.
00:15:24:03 – 00:15:42:08
Sprecher 1
Ja, es ist ein bisschen traurig auch, finde ich. Also wenn man das weiß, dass sie mit ihrem Mann nach Schottland gezogen ist und dieses diesen Landstrich, den sie offensichtlich so sehr liebt, verlassen hat, dann bekommen ihre Geschichten so eine sehr melancholische Note, weil sie ständig darüber schreibt, wie schön es da ist und wie toll und gemütlich und wie super die Menschen da sind.
00:15:43:01 – 00:15:51:16
Sprecher 1
Und sie lebt halt in Schottland wegen ihres Mannes, weil es einfach so war. Und sie ist halt auch aus einer Zeit, wie gesagt, geboren 1924.
00:15:51:18 – 00:15:52:03
Sprecher 2
Ja.
00:15:52:08 – 00:16:02:05
Sprecher 1
Normal war, da gab es, da war nicht die Frage am na ja, lass uns mal überlegen, wo wir wohnen, sondern da war es klar. Die Frau zieht mit dem Mann mit, wo auch immer es ihn hin verschlägt.
00:16:03:10 – 00:16:34:02
Sprecher 2
Und na ja, also das eine ist, was sie schreibt und was sie aus welcher Erfahrungswelt, aus welchem Erfahrungshorizont sie schreibt. Das andere ist, was heute noch im ZDF umgesetzt wird, was so ist. Man könnte ja auch Dinge nehmen, weil also diese Kurzgeschichte hat nicht diesen ganzen Film hergegeben, eigentlich, ja dann, dann kommt da Sachen dazu, da wird das und das und das und Dialoge und die alle irgendwie nicht da waren.
00:16:34:19 – 00:16:42:12
Sprecher 2
Und dann kann man Interpretationsspielraum ausnutzen und modernisieren. Aber nein, man.
00:16:42:12 – 00:17:04:14
Sprecher 1
Könnte das Genre dekonstruiert, ruinieren, man könnte es unterlaufen, man könnte so viel damit machen, so viel damit spielen. Und dieser Film wie verhext, Um jetzt in den Film einzusteigen. Also ich weiß nicht, wie es sagen soll, das war so generisch und so auch. Also auf mich hat es wirklich und das tut mir wirklich leid für die Macherinnen, die wahrscheinlich auch da ein bisschen Herzblut reingesteckt haben.
00:17:04:14 – 00:17:23:16
Sprecher 1
Das hat für mich so lieblos gewirkt, was was Bildsprache betrifft, was Kameraeinstellungen betrifft, das was Farb räume betrifft, das war so, also auch wenn, gerade wenn ich sehe, der Film will die Romantik dieser Landschaft vermitteln, der will ja, es gibt viele Kamerafahrten über das Meer und über die Küste und über eigentlich schöne Natur.
00:17:23:21 – 00:17:24:14
Sprecher 2
Ja, und dann.
00:17:24:14 – 00:17:46:20
Sprecher 1
Ist das in so einer langweiligen Bildsprache, die überhaupt nichts vermittelt, die mich überhaupt nicht kriegt, wo man wirklich spielen könnte, wo man interessante machen könnte, Sachen machen kann, weil die Landschaft ist schön und der Ort ist auch schön. Wo Sie das gedreht haben, der übrigens wirklich. Also Cornwall wird ja nicht von Tausenden von Deutschen besucht, weil die alle wissen wollen, weil die, die all diese Orte sehen wollen, in die Geschichten stehen, spielen.
00:17:47:10 – 00:17:53:14
Sprecher 1
Es ist ein es ist ein schöner Ort. Man kann da Sehnsucht rein inszenieren und es macht es überhaupt nicht.
00:17:54:01 – 00:18:25:04
Sprecher 2
Ja, das Problem ist, du darfst, wenn du massentauglich massenkompatibel sein willst, als ZDF, also im Auge des Produzenten, dann darfst du nicht zu sehr von einem Mittelmaß abweichen, weil du sonst rechts oder links Leute verlierst und und die meisten in diesem, also die das Gucken, sind halt ein bisschen älter und nicht mehr so flexibel. Und wenn du denen dann ein abgefahrenes Farbkonzept vorwirfst, es schwierig.
00:18:25:11 – 00:18:44:16
Sprecher 1
Ich meine nicht mal experimentell. Es geht nicht darum, dass das das psychedelische Farben getaucht werden soll, sondern einfach ein bisschen eine eigenständige Bildsprache. Das wirkt halt tatsächlich so, wenn du dich mit deiner Kamera, ohne dir Gedanken zu machen, da auf einen Hügel stellst und ein paar Schwenks machst. Dann hast du diese Bilder. Also es ist. Es ist einfach.
00:18:44:19 – 00:18:57:05
Sprecher 2
Natürlich sind natürlich tolle große Kameras und gute Kameras und so da haben sind genau echt. Aber die Farben sind halt ja generisch ist das richtige Wort. Es ist halt alles sehr.
00:18:58:11 – 00:19:19:05
Sprecher 1
Eigentlich eine eigenständige Bildsprache, irgendwas eigenständiges, wo ich das Gefühl habe, hier werden nicht einfach nur Aufnahmen gemacht. Das ist halt auch es wirkt wie ein Touristen Werbevideo. Es wirkt, das ist es. Die Farben und die Bilder. Es ist wie ein Werbevideo und Werbevideos haben das ja auch so diese, wenn sie nicht mal selbst Werbevideos sind manchmal mutiger, was das betrifft.
00:19:19:17 – 00:19:39:02
Sprecher 1
Es ist wirklich, man könnte das zusammenschneiden. Das sind Schockbilder, das ist genau dasselbe. Das sind, das sind Schockbilder, die können man. Solche Bilder findet man auf jeder Plattform, die die Stock Videos verkauft. Wenn man sagt Hey, ich brauch ein paar Videos von einer schönen Landschaft, die ich noch dazwischen schneiden kann. Am Stock für die für die Zuhörerin erklären, die es nicht kennen.
00:19:39:23 – 00:20:26:00
Sprecher 2
Es doch Videos und Fotos und es gibt auch alles mögliche an ist doch das englische Wort sagt es schon, es ist auf Vorrat. Man, man produziert als Kameramann meinetwegen Videos von lachenden Menschen, von Menschen, die arbeiten, von einer einsamen Straße. Alles, was man irgendwie verwenden kann, was generisch genug ist, dass man, dass man alle möglichen Themen reininterpretieren kann, sodass ein Mensch der Werbung machen will, für Versicherungen sagen kann Oh, ich brauche einen lachenden Menschen, Guck ich doch mal, was es für Videos gibt mit lachenden Menschen und das Video darf nicht zu zugeschnitten sein auf irgendwas, sondern es muss auf alles mögliche passen.
00:20:26:17 – 00:20:31:02
Sprecher 2
Und deswegen sind es doch Fotos oder Videos. Einfach, dass die Krätze.
00:20:32:01 – 00:20:40:14
Sprecher 1
Wird. Wenn ihr mal sehen wollt, was Stock Material ist, müsst ihr euch den Song bzw den entsprechenden Videoclip von Jan Böhmermann angucken. Menschenleben tanzen Welt.
00:20:40:14 – 00:20:41:15
Sprecher 2
Oh, der ist großartig.
00:20:41:15 – 00:21:10:14
Sprecher 1
Da hat er nämlich stock Texte für den Text genommen und hat Schimpansen diese Texte auswählen lassen und hat daraus einen Song komponiert. Und zwar so, als es als Parodie auf auf diesen deutschen Pop, der halt auch so generisch ist und hat dann einfach Textschnipsel genommen von verschiedenen deutschen Pop Künstlern. Aber auch aus Werbespots, aus Tweets von Sami Slimani, Texte von von Max Giesinger und so, weil das einfach durcheinander.
00:21:10:20 – 00:21:27:13
Sprecher 1
Wie gesagt, die Schimpansen haben das per Zufallsprinzip ausgewählt, da draußen Popsongs gemacht und hat dazu dann natürlich auch ein Video gedreht. Und in diesem Video gibt es auch dieses Dog Material und das dann sieht man eigentlich schon, was damit gemeint ist. Einfach generische Bilder. Und es ist klar, es sind Bilder, die erzeugt wurden, um die gemacht wurden, um Emotionen zu erzeugen.
00:21:27:13 – 00:21:34:21
Sprecher 1
Und die werden dann von irgendwelchen Werbefilmen Lizenzen, die halt schnell für ihre entsprechende Werbung was brauchen. Genau, was gut aussieht.
00:21:35:07 – 00:21:40:02
Sprecher 2
Dieses Lied lange rauf und runter gehört, das ist so ein Ohrwurm, das ist so ein Ohrwurm.
00:21:40:02 – 00:21:45:21
Sprecher 1
Das ist schlimm, der hat es. Jan Böhmermann hat es wirklich drauf, selbst in Parodien gute Ohrwürmer zu machen.
00:21:46:02 – 00:22:08:07
Sprecher 2
Wahnsinn! Ja, genau. Also Stopp Material. Es ist schon genau das richtige Wort. Das stimmt. Wenn ich mir die Bilder vorstelle, die in dem Film einfach so über Cornwall geflogen sind, da das Dorf einmal abgefilmt. Aber. Aber weißt du, du guckst nicht so viel deutsches Fernsehen. Aber ich, ich. Ich sehe das ja ab und zu. Das wird ganz, ganz viel gemacht.
00:22:08:17 – 00:22:32:09
Sprecher 2
Deutsches Fernsehen lebt von diesen Stock Photo Film artigen Aufnahmen. Dann hast du hier eine Kamerafahrt über das Dorf, damit du noch mal sagst okay, wir sind jetzt auf dem Marktplatz und dann hast du da irgendwie so ein ganz generisches Bild vom Marktplatz. Oder eben, wenn du ein Intro hast für die Soko Leipzig oder so, dann hast du einmal so einen Zusammenschnitt von verschiedenen Perspektiven auf Leipzig.
00:22:32:13 – 00:22:51:17
Sprecher 2
So, und wenn du etablieren willst, der Kommissar ist jetzt vom Büro in in die arme Gegend, wo die ganzen Hochhäuser stehen. Dann hast du einen Stock Video von Hochhäusern, damit du verstehst okay, wir sind jetzt dort.
00:22:51:19 – 00:22:52:01
Sprecher 1
Ja.
00:22:52:08 – 00:22:54:15
Sprecher 2
Das ist halt so funktioniert deutsches Fernsehen.
00:22:55:03 – 00:23:32:13
Sprecher 1
Und das ist so durchschaubar. Also vielleicht gleich zum Zweiten Punkt zu kommen Ich fand die Geschichte nicht nur durchschaubar, sondern auch extrem vorhersehbar. Und zwar wirklich alles. Sowohl den Hauptplot als auch den vermeintlichen So Plot. Es war, es fehlte jede Form der Überraschung. Das einzige was ich überraschend fand, ist, das dann nachher rauskommt. Und das war keine gute Überraschung, sondern einfach plump, dass das das war klar, dass dieser Robert Heywood, den sie dann kennenlernt, dass der irgendwie Dreck am Stecken hat und dass das ein Arsch ist.
00:23:32:13 – 00:23:57:00
Sprecher 1
Das wurde auch schon von Anfang an so arrogant inszeniert. Und das einzige Überraschende ist, dass er dann ausgerechnet eine Affäre mit ihrem Exfreund hat, was aber auch so drauf gedrückt war. Es war klar, er hat eine andere Frau und es ist klar, wenn er sagt, sie ist die Liebe seines Lebens, dass das Bullshit ist, aber dass er dann, dass sie dann diese beiden Geschichten auch noch so verbindet, das war das einzige, was ein bisschen überraschend war, was uns das war so klar, wenn sie von der toten Schauspielerin reden.
00:23:57:12 – 00:24:13:08
Sprecher 1
Und dann sitzt diese Frau, diese mysteriöse Frau mit einer Sonnenbrille im Kino und guckt immer den Film dieser Schauspielerin, die vermeintlich tot ist, Noch bevor man erfährt, dass sie die Schwester von dieser Frau ist, ist schon klar, dass sie Schwester von dieser Frau sein soll. Dass es diese Frau ist?
00:24:13:13 – 00:24:23:13
Sprecher 2
Ja, also es ist natürlich auch. Es ist ja nicht Unvermögen von Drehbuchautoren, sondern es ist Absicht. Ja.
00:24:23:20 – 00:24:24:19
Sprecher 1
Ja, das glaube ich auch.
00:24:24:19 – 00:24:49:03
Sprecher 2
Das ist ja genau das, was gemacht werden soll. Das hat mehrere Hintergründe, dass das eine ist, was mir immer am Set gesagt wird Oma Erna will, wenn sie beim Bügeln sind oder halb zuguckt, am Ende trotzdem wissen, was eigentlich passiert ist. Und sie will mitkommen und dann möchte sie möglichst auch ein paar Sachen vorher ahnen können, damit sie nicht zu überrascht ist und sich fragt Wie sind die jetzt dahin gekommen?
00:24:49:20 – 00:24:59:20
Sprecher 2
Weil sie einfach nicht beim Bügeln nicht mitkommt. Oder weil sie mal irgendwie an die Tür gegangen ist, um mit der Nachbarin ein Schwätzchen zu halten. Und dann kommt sie zurück und kommt ganz leicht wieder in den Film hinein.
00:25:00:22 – 00:25:15:03
Sprecher 1
Ich glaube, wir müssen ganz kurz was zur Geschichte sagen, weil ich gehe davon aus, dass viele von unseren Zuhörerinnen das nicht geguckt haben. Und um das auch ein bisschen zu revidieren, was Johannes vorhin gesagt hat Man muss es nicht unbedingt sehen. Ich glaube, ich werde keine Empfehlung dafür aussprechen.
00:25:15:10 – 00:25:17:04
Sprecher 2
Guckt diesen Rosamunde Pilcher.
00:25:18:03 – 00:25:34:13
Sprecher 1
Guckt euch mal irgendwann Rosamunde Pilcher Film an oder Rosamunde Pilcher um, um einfach zu wissen, worüber geredet wird. Weil es wird sich so viel darüber lustig gemacht. Ich glaube, es ist. Es ist wirklich borniert und versnobt, sich über was lustig zu machen, ohne es zu kennen. Und davon nehme ich mich definitiv nicht aus. Ich meine, ich mache das auch.
00:25:34:13 – 00:26:06:21
Sprecher 1
Ich habe es gemacht in den letzten Episoden und ich bin froh, dass ich es jetzt machen kann, weil ich weiß, worüber ich rede. Genau. Jetzt darf ich also. Im Zentrum steht Grace, das ist unsere Protagonistin, die mit ihrer Jugendliebe Sebastian zusammen ist. Und die leben eben gemeinsam in diesem Dorf in Cornwall. Und der Vater von Grace betreibt ein kleines Kino, in das Grace auch immer wieder gerne geht, weil da immer dieselben alten Schinken laufen, mit einer gewissen Tamara Larson, die da die Hauptrolle spielt.
00:26:06:21 – 00:26:22:23
Sprecher 1
Der Vater bewundert sie, die Tochter bewundert sie und die einzige andere Frau, die in diesem Dorf ins Kino geht, Olivia Marlow, die, wie wir später herausfinden, die Schwester der verschwundenen Schauspielerin bewundert sie auch. Oder will die Filme gucken.
00:26:22:23 – 00:26:27:09
Sprecher 2
Aber ist es nicht wunderschön, mit welcher Idylle das alles vorgestellt wird? Ganz am Anfang?
00:26:27:21 – 00:26:39:23
Sprecher 1
Nein. Weißt du, was mich am Anfang total rausgebracht hat, war das wirklich schlimm? Fand er dieses auf Englisch drücken, dass diese deutschen Schauspieler, die sich Dead nennen.
00:26:40:10 – 00:26:40:14
Sprecher 2
Und.
00:26:40:14 – 00:27:06:07
Sprecher 1
Die alle englischen Namen haben? Und dann hast du die Ruby, die dann auch noch so ein bisschen so leicht süddeutschen Akzent Akzent hat. Und man merkt so zum einen durch die Sprache, so diese Stadt, und so versuchen sie, diese englische Atmosphäre zu erzeugen und dann dadurch, dass sie ganz plump so kleine Spots einbauen. Dann gibt es ein Frühstück und natürlich haben wir hier ein richtig klassisches englisches Frühstück mit Bohnen und Würstchen.
00:27:06:14 – 00:27:15:24
Sprecher 1
Und es ist so klar dieses Bild von dem Teller, auf dem das satte, deftige englische Frühstück ist, ist nur dazu da, um die Zuschauer zu erinnern. Hey, übrigens, wir befinden uns in England.
00:27:16:21 – 00:27:23:03
Sprecher 2
Ja, und auch um die Sehnsucht zu stillen. Das ist alles so wie du vorhin gesagt hast. Was den Touristen Film.
00:27:23:04 – 00:27:26:22
Sprecher 1
Welcher Mensch, der klar bei Verstand ist, hat Sehnsucht nach einem englischen Frühstück?
00:27:27:06 – 00:27:29:09
Sprecher 2
Ja, okay. Ich auch nicht.
00:27:29:12 – 00:27:32:14
Sprecher 1
Okay, nichts gegen euch, aber euer Frühstück sagt ja.
00:27:32:14 – 00:27:33:21
Sprecher 2
Vor allem als Vegetarier. Ja.
00:27:34:06 – 00:27:35:01
Sprecher 1
Porridge. Mag ich.
00:27:35:17 – 00:27:46:15
Sprecher 2
Ja, okay. Ja, aber ich Ja. Irgendwann zu viel gegessen. Na ja, willkommen bei unserem Podcast über englische Essgewohnheiten.
00:27:47:13 – 00:27:49:07
Sprecher 1
Ich mache tatsächlich kein englisches Essen.
00:27:49:19 – 00:27:55:12
Sprecher 2
England ist als einziges Land auf der Welt fast ausschließlich auf der berühmt, dass ich schlechtes Essen habe.
00:27:56:04 – 00:28:10:00
Sprecher 1
Also ja, aber irgendwas Gutes überlege ich gerade so Meine Erinnerungen an englisches Essen dursten und mir fällt nichts wirklich Gutes. Das Beste ist wahrscheinlich Fish and Chips, aber einfach auch nur, weil das so was ist, wenn man nicht viel falsch machen kann.
00:28:11:17 – 00:28:16:15
Sprecher 2
Also mir fällt im Fallen Süßigkeiten ein. Es gibt tolle Süßigkeiten. Ja.
00:28:16:23 – 00:28:17:07
Sprecher 1
Okay.
00:28:19:01 – 00:28:25:07
Sprecher 2
Das war schon okay. Zurück zum Eigentlichen.
00:28:25:17 – 00:28:44:18
Sprecher 1
Genau. Grace möchte Kostümbildnerin werden. Ja, und dafür muss sie. Das darf natürlich verlassen. Und parallel dazu erfährt sie von einer von der Wahrsagerin des Dorfes namens Ruby, dass sie ihren Traummann treffen wird. Und Ruby flüstert ihr auch den Namen des Mannes ins Ohr.
00:28:44:19 – 00:28:46:19
Sprecher 2
Übrigens, die rothaarige Ruby.
00:28:47:02 – 00:28:53:13
Sprecher 1
Ja hasst, was für einen Akzent hat sie Hat. Der Akzent hat mich so rausgebracht, weil es so deutsch klingt.
00:28:53:17 – 00:28:54:04
Sprecher 2
Keine Ahnung.
00:28:55:02 – 00:29:02:06
Sprecher 1
Und sie flüstert ihr den Namen Dr.. Sie sagt Glaube ich nicht, Doktor. Aber sie flüsse den Namen Robert Hayworth ins Ohr.
00:29:03:09 – 00:29:23:10
Sprecher 2
Beziehungsweise wir hören es nicht. Und dann, später brüllt sie den Namen raus, Als sie mit ihm darüber spricht. Die Motivation habe ich nicht ganz verstanden, warum sie jetzt zu ihrem Freund geht, um ihm zu sagen, dass sie. Dass sie das, was er ihr gesagt hat, dass sie einen anderen Mann kriegen wird.
00:29:25:03 – 00:29:42:06
Sprecher 1
Aber es ist auch schon klar, dass diese beiden haben so eine gewisse Chemie zusammen. Also an einem Grace und ihr Freund Sebastian, dass man merkt, die Story soll natürlich darauf hinauslaufen, dass sie sich am Schluss kriegen. Das ist es gibt dann diese dramatische Szene, wo sie ihn verlässt und er wütend in Zeitlupe.
00:29:42:13 – 00:29:44:05
Sprecher 2
Diese Zeitlupe das Alte.
00:29:44:19 – 00:29:50:01
Sprecher 1
Sagt Das war diese Dramatik, die drauf gedrückt ist. Er zerschlägt, dann erschlägt Holz vom Tisch.
00:29:50:01 – 00:29:51:14
Sprecher 2
Oder was seinem Stuhl, den er gerade.
00:29:51:14 – 00:29:56:20
Sprecher 1
Gebaut hat. Und das wird dann mit kurzem Zeitlupe draus gemacht. Und dramatische Musik.
00:29:58:09 – 00:30:01:02
Sprecher 2
Oh ja, ja, genau das.
00:30:01:08 – 00:30:01:15
Sprecher 1
Ja.
00:30:03:00 – 00:30:32:22
Sprecher 2
Übrigens nur um um noch mal ein kleines Schritt zurück zu gehen Die Regisseurin Oh, Kate Niemeyer, vielleicht ein Wort so zu Regisseuren Deutschen Fernsehens. Man, man betreibt als Regisseur, wenn man solche, wenn man im deutschen Fernsehen arbeitet, oft, wenn man nicht gerade ambitioniert versucht, Kinofilme und ZDF Historienschinken und so zu machen, dann hat man im Grunde nur die Chance, Hopping zu betreiben.
00:30:32:22 – 00:31:10:20
Sprecher 2
Und zwar eben so, so Serien hopping wie Ich gehe dieses Jahr einmal zur Soko, einmal zum Bergdoktor, einmal zu so zur Soko Wismar und zum weiß ich nicht zum Staatsanwalt und dann habe ich im Grunde viermal im Jahr den gleichen Film in verschiedenen Formaten mit unterschiedlichen Ausstellern. Und die musst du alle irgendwie und und dann hast du irgendwann ein Rezept, was du einfach nutzt und was du arbeitest und Kette nie ist bestimmt so eine tolle am Set.
00:31:10:20 – 00:31:27:09
Sprecher 2
Eine tolle Regisseurin. Ich kenn sie nicht, keine Ahnung. Ich lese mal vor, was sie so macht. Das sind genau diese Sachen. Der Staatsanwalt Blutiger Anfänger letzte Spur Berlin, Team Alpin, Dr. Klein Großstadtrevier, Soko Stuttgart.
00:31:27:18 – 00:31:31:11
Sprecher 1
Lena Lorenz fast nur Serien und ein paar TV Filme.
00:31:32:14 – 00:32:03:09
Sprecher 2
Genau solche Sachen. Die Pallas, eine Schwarzwald Familie, solche Sachen. Und dann hast du irgendwann du hast ein Rezept, Du weißt, okay, ich gehe von A nach B durch diese Folge durch und muss bestimmte Sachen abarbeiten und habe dann so eine so Boxes, die ich einfach abhaken. Ja und so funktioniert das und so, so kann das fast auch nur funktionieren, weil du eine ganz bestimmte, sehr limitierte Drehtage Anzahl hast für so was und dann alles funktionieren muss.
00:32:03:18 – 00:32:05:00
Sprecher 1
Das merkt man auch an den Schauspielern.
00:32:05:16 – 00:32:07:07
Sprecher 2
Das ist ganz genau das gleiche Problem.
00:32:07:11 – 00:32:12:11
Sprecher 1
Ja, gab es. Gab es eine Schauspieler Leistung, die du überdurchschnittlich fandst.
00:32:12:11 – 00:32:16:23
Sprecher 2
In diesem Film? Ja, Nee, will ich nicht sagen.
00:32:16:23 – 00:32:25:15
Sprecher 1
Ich fand tatsächlich am ehesten, Da habe ich dann noch einmal den Namen gegoogelt, weil der mir am ehesten positiv aufgefallen ist, dass es dieser Helmut Kohl, der den Vater von.
00:32:25:23 – 00:32:27:04
Sprecher 2
Ja, stimmt ja, er hat.
00:32:27:08 – 00:32:39:06
Sprecher 1
Einen, bei dem hatte ich das Gefühl, dass der ein bisschen mehr macht und vielleicht auch oder zumindest, dass er vielleicht ein bisschen mehr kann. Aber das ist auch offensichtlich ein Urgestein in diesem Film. Der hat schon sehr viele von diesen Filmen gemacht.
00:32:39:06 – 00:32:41:15
Sprecher 2
Genau. Ich glaube, mit dem habe ich sogar irgendwo schon mal gedreht.
00:32:41:24 – 00:32:49:02
Sprecher 1
Und bei dem hatte ich das Gefühl, da blitzt so ein bisschen Talent hervor, was irgendwie ein bisschen auch ein gegängelt ist in dieser Rolle.
00:32:49:04 – 00:32:49:11
Sprecher 2
Ja.
00:32:50:10 – 00:33:10:05
Sprecher 1
Ohne konkret zu sagen, woran ich das festmachen würde. Da hatte ich einfach das Gefühl, hatte ein bisschen mehr Ausstrahlung, ein bisschen mehr Präsenz als die anderen. Aber sonst waren es halt tatsächlich eher einfach Durchschnittliche. Nicht mal schlecht, sondern einfach so nichtssagend und so runter rattert. Ich war tatsächlich. Ich halt. Ich habe, ich habe mehr, Ich habe eigentlich mehr Qualität erwartet.
00:33:10:12 – 00:33:14:17
Sprecher 1
Ich hatte gedacht, das ist alles ein bisschen qualitativ hochwertiger wirkt tatsächlich auch.
00:33:14:17 – 00:33:15:02
Sprecher 2
Ja, ich habe.
00:33:15:16 – 00:33:28:02
Sprecher 1
Weil wir haben letzte Woche haben wir drüber geredet, da meinte ich erwarte eigentlich was sehr Solides und was gut gemacht ist, wo auch viel Geld investiert ist. Aber die Schauspieler waren dann halt doch eher so Niveau, also wie die Bilder.
00:33:28:09 – 00:33:32:22
Sprecher 2
Also super Niveau würde ich ein bisschen, ich weiß nicht wie viel zu gesehen.
00:33:33:08 – 00:33:34:03
Sprecher 1
Ich kenne mich nicht gut aus.
00:33:34:05 – 00:34:02:13
Sprecher 2
Und deswegen ist auf Niveau ein gefährliches dünnes Eis, weil die Schauspieler. Also wenn wir auf die Schauspieler gehen, dann müssen wir aber auch richtig über die Schauspielerin, weil ich natürlich immer gerne auch die Schauspieler verteidigen möchte. Wenn du dir diesen Film anschaust, hast du keinen Moment, finde ich, wo du einem Schauspieler einen Satz nicht glaubst. Wenn ein Satz sagt, glaube ich ihm zumindest.
00:34:03:13 – 00:34:30:08
Sprecher 2
Nun ist das das unterste Niveau, was man erwartet vom Schauspieler. Wenn du dir Soaps anschaust, dann hast du ganz oft das Problem, dass du dir einen Satz anhörst und denkst, du meinst nichts davon. Ich glaube dir kein Wort. Was soll das denn? Weißt du, was ich meine? So künstliche Wutanfälle, so blödsinnige Sachen. Du hast manchmal eben auch Dialog Zeilen, wo du nicht weiß das Schauspieler, Wie soll ich das dann bitte sagen?
00:34:30:18 – 00:34:49:04
Sprecher 2
So was wie. Ganz am Anfang, wenn Sebastian sie die die Zeitlupe steht kurz bevor sie geht zur Tür raus und er muss den Satz sagen Steht halt so im Drehbuch und das den Satz sagen Geh doch allein, geh Grace, geh! Wie willst du diesen Satz sagen?
00:34:49:16 – 00:34:49:22
Sprecher 1
Ja.
00:34:50:15 – 00:35:13:02
Sprecher 2
Und es gibt diese Sätze ganz, ganz oft in diesem Film. Und dann tun mir die Schauspieler wahnsinnig leid. Ja, und allen Schauspielern in diesem Film ist zugute zu halten, dass sie. Dass sie immer eine Möglichkeit gefunden haben, das nicht gänzlich peinlich zu machen. Und das ist, das ist schon eine Leistung, das musst du als Schauspieler wirklich was können.
00:35:13:13 – 00:35:32:15
Sprecher 2
Und ich glaube, dass alle diese Schauspieler was können, wenn man ihnen die Zeit gibt, wenn man ihnen mit ihnen was erarbeiten kann und wenn man ihnen nicht alle paar Minuten sagt Nein, das können wir nicht machen, das ist zu, zu, zu anspruchsvoll, dann kommt der Zuschauer nicht mehr mit, oder oder. Nee, das geht nicht. Haben nicht genug Zeit.
00:35:32:15 – 00:36:10:09
Sprecher 2
Die Kamera müsste sich ja dann von A nach B bewegen und da müssen wir die Schienen aufbauen und das geht auch nicht, solche Sachen. Dann kannst du ganz bestimmte Sachen einfach schon mal nicht mehr machen, wie wie Du hast was, was ganz, was ganz schlimm ist in diesen Dingen. Du machst als Schauspieler eigentlich nichts als rumzustehen. Du stehst voreinander, wirste den Text zu und im Leben würdest du normalerweise abwaschen oder irgendwie noch von A nach B gehen oder so und Aber das geht alles nicht, weil die Zeit nicht dafür da ist, das inszenatorisch mit der Kamera zu proben und zu machen.
00:36:11:01 – 00:36:16:00
Sprecher 2
Das heißt, die müssen alle voneinander stehen. Wie Pik sieben stehen die da und wissen nicht was sie machen.
00:36:16:02 – 00:36:17:09
Sprecher 1
Das Papp Aufsteller gesagt.
00:36:17:09 – 00:36:41:19
Sprecher 2
Sind papp auf ganz genau das und und und müssen sich ihren ihre Zeilen zuwerfen. Und was willst du denn als Schauspieler machen dann? Du bist da völlig kastriert. Ja, und das erlebe ich als Schauspieler ganz viel. Und dadurch, dass ich das jetzt schon seit 20 Jahren mache Fuck, habe ich 20 Jahre gesagt Oh mein Gott, verlernt man darüber nachzudenken?
00:36:41:19 – 00:36:43:14
Sprecher 2
Was könnte ich denn eigentlich machen?
00:36:43:22 – 00:36:44:03
Sprecher 1
Ja.
00:36:45:00 – 00:37:07:19
Sprecher 2
Das heißt, ich steh dann auch schon gar nicht mehr am Set und sage Du, ich habe mir folgendes überlegt Ich könnte eigentlich währenddessen, weil in zwei Szenen kommt das ja, dass ich dann XY an den Kopf werfe, das und das könnte ich ja in der Gegend rumlaufen und eigentlich geistesabwesend mit dem reden. Das funktioniert aber dann nicht, weil der Regisseur sagt Nee, das geht nicht, Wir haben hier Restriktionen sowieso und sowieso.
00:37:07:19 – 00:37:36:15
Sprecher 2
Über so was kann ich nicht mehr nachdenken als Schauspieler, weil ich jetzt schon weiß, das wird überhaupt nichts, das geht nicht. Ja, und? Und dann kommen wir dann später beim Tatort kommen wir dann wieder drauf zu sprechen, weil, weil da gibt es dann den großen Unterschied, den das deutsche Fernsehen eben ausmacht. ZEIT Der Tatort, Es gibt Tatorte, die haben noch 22 Drehtage für einen Tatort, es waren mal 25, dann wurde es immer weniger.
00:37:36:15 – 00:37:45:24
Sprecher 2
Und es gibt aber auch Folgen von Soko oder so, die haben nur sechs Drehtage, die sind dann nur halb so lang. Aber wir sagen so Soko.
00:37:45:24 – 00:37:47:01
Sprecher 1
Ist 45 Minuten.
00:37:47:14 – 00:38:01:01
Sprecher 2
45 Minuten hat das anderthalb Stunden? Ja, Wenn du eine doppelte Soko hättest, hättest du zwölf Drehtage. Oder vielleicht 13, 14. Fehlen immer noch sechs Drehtage. Oder sieben oder acht? Du hast die Zeit nicht.
00:38:01:14 – 00:38:02:13
Sprecher 1
Es ist furchtbar.
00:38:02:23 – 00:38:03:19
Sprecher 2
Ja, richtig.
00:38:06:15 – 00:38:28:13
Sprecher 1
Ja. Okay. Der Vergleich war tatsächlich schwierig, weil ich mich mit sowas gar nicht auskenne. Aber was du gesagt hast, diesen Moment, dass man den Schauspielern nicht immer alles abkauft, den hatte ich schon bei diesem Ding ein paarmal. Also auch gerade was du jetzt sagst, dass sie so wie Papp Aufsteller rumstehen, dass sie auch so ein bisschen ungelenk wirken, dass sie so ein bisschen hilflos wirken, weil sie nicht wissen, wo die Szene hinlaufen soll.
00:38:28:13 – 00:38:46:09
Sprecher 1
Weil die Szene auch nicht wirklich irgendwohin läuft. Weil es keiner, weil es keine Dynamik gibt und dann einfach. Es gab sehr viele Momente, so diese kurz Silence, wo du das Gefühl hast, ja, dann lassen sie die Kamera noch ein bisschen laufen, um Atmosphäre aufzusaugen. Aber da ist nur eine Atmosphäre, da ist.
00:38:46:09 – 00:38:47:10
Sprecher 2
Nichts, hier.
00:38:47:16 – 00:39:06:21
Sprecher 1
Und da ist auch keiner halt. Auch da ist halt auch keine Chemie. Und ich glaub dir sofort, man kann diesen Schauspielern, dass zum Beispiel der Richter die, die krass spielt, so, die kann bestimmt was. Die hat auch am Theater gespielt, die hat einen an der Schaubühne in Berlin gespielt, die kann bestimmt was. Aber davon spürt man natürlich da gar nichts.
00:39:06:21 – 00:39:31:08
Sprecher 1
Und die steht da halt immer so steif rum und versucht irgendwie so was wie Romantik aufkommen zu lassen. Sie will irgendwie, dass wir ihr glauben, dass sie wirklich jetzt glaubt, den Mann ihrer Träume gefunden zu haben und es wirkt teilweise wirklich peinlich. Also was auch ganz natürlich ganz stark Schuld des Drehbuchs ist. Es ist so absurd, wie sie dann auf diesen Dr. Robert H wird, wie sie ihn zum Ersten Mal kennenlernt.
00:39:31:08 – 00:39:57:23
Sprecher 1
Sie sitzt mit ihrem Produzenten im Restaurant und verschluckt sich. Und er macht den berühmten heimlich Griff und rettet ihr das Leben. Dadurch und sagt dann noch schnell seinen Namen. Und sie ist perplex. Und diese Szene ist so schrecklich, wirklich so schrecklich, dass ich mich gewunden habe, während sie gelaufen ist, weil mir das so unangenehm war für alle Beteiligten mehr sowohl für die Schauspielerinnen als auch für die Regisseurin als auch für die Kamera machen.
00:39:57:23 – 00:40:30:09
Sprecher 1
Das war wirklich ein unangenehmes Erlebnis. Und ich habe, ich habe mehr erwartet, ich habe mehr Professionalität erwartet, dass 90 minütige, 90 minütiger Streifen das ist ein Fernsehfilm. Ich hätte gedacht, dass man spürt, dass da mehr Zeit investiert wurde, dass dann ein bisschen mehr darauf geachtet wurde, was ein hochwertiges Produkt zu machen und meinetwegen Product Product für das Publikum ist, aber trotzdem ein bisschen hochwertiger und ich habe erwartet, dass ich es kitschig finde und dass ich es albern finde und alles geschenkt.
00:40:30:23 – 00:40:38:14
Sprecher 1
Aber ich habe erwartet, dass darin zumindest eine gewisse nicht Professionalität Professionalität hat. Das ist das falsche Wort. Ein bisschen mehr Liebe hat.
00:40:39:09 – 00:40:39:21
Sprecher 2
Ja.
00:40:39:21 – 00:40:42:03
Sprecher 1
Das ist in mir Hinwendung zu zum Material.
00:40:42:16 – 00:41:03:15
Sprecher 2
Das ist halt das Ding. Wenn du schon Rosamunde Pilcher machst, dann möchte ich aber auch, dass man und das, das spüre ich ganz oft am Set, was ich ganz traurig finde, dass man sich dann nicht in das Material rein lehnt, sondern sich eher währenddessen noch darüber lustig macht, was man da gerade tut. Und das finde ich eben so traurig, wenn ich schon so was mache.
00:41:03:21 – 00:41:34:17
Sprecher 2
Und das muss ich als Schauspieler auch tun, muss ich mich. Ich muss die Figuren ernst nehmen. Als Schauspieler und als Regisseur muss ich die Geschichte ernst nehmen. Und wenn ich es nicht tue, dann kommt was bei raus. Also vielleicht ist es auch gemein der Regisseurin gegenüber, die vielleicht ganz viele Restriktionen hatte, die sie beachten musste. Aber aber auch dadurch Du kommst einfach nicht dazu, das Material ernst zu nehmen, wenn du, wenn du nicht ausschöpfen kannst, was drin ist.
00:41:34:24 – 00:41:35:07
Sprecher 1
Ja.
00:41:35:19 – 00:41:38:01
Sprecher 2
Und es ist schon nicht viel drin, aber nicht mal das haben sie ausgeschöpft.
00:41:38:01 – 00:42:03:21
Sprecher 1
Das ist, glaube ich, natürlich auch das Ding. Es ist jetzt nicht so, dass hier einer großen Geschichte großer Belletristik Unrecht getan wurde. Ich habe von Rosamunde Pilcher, von Rosamunde Pilcher nichts gelesen, aber alles, was ich jetzt drüber gelesen habe. Es sind wohl diese Umsetzungen sehr nah am Original. Sie beschreibt eskapistische Landschaften, sie hat sehr generische Geschichten und ich habe mir vorgenommen, ich will mal eine von ihren Kurzgeschichten lesen.
00:42:03:21 – 00:42:23:13
Sprecher 1
Also ich habe keine Lust, das in Roman Länge zu lesen, aber ich will mal eine von ihren Kurzgeschichten lesen, um zu sehen, ob da ein bisschen mehr drin steckt. Ja, ich glaube aber eher nicht. Also offensichtlich ist auch Ihr Konzept, sehr generisch zu sein, sehr wenig überraschend und klassische romantische Geschichten mit Sehnsucht Träumen zu erzählen.
00:42:25:24 – 00:42:27:16
Sprecher 2
Wollen wir der Geschichte mal weiter voranschreiten?
00:42:27:17 – 00:43:07:18
Sprecher 1
Ja, genau diesen Robert Heywood kennen. Und dann erfährt sie, dass der ausgerechnet in ihrem Heimatort ist, den sie vor ein paar Jahren verlassen hat, weil er da eine Patientin behandelt. Und dann fährt sie ihm natürlich hinterher, weil es ist der Mann ihrer und kommt nach langer, langer Zeit wieder in der Heimat an, trifft ihren Exfreund, bei dem sie dann auch unterkommt, kriegt mit, dass ihr Vater offensichtlich finanzielle Probleme hat und gleichzeitig eine krankhafte Obsession mit Tamara lassen entwickelt, ihr ganzes Zeug sammelt und sie und dieser Robert Heywood behandelt Olivia Marlow, also die geheimnisvolle Dame aus dem Kino, die Schwester von Tamara.
00:43:08:15 – 00:43:16:24
Sprecher 2
Es wird übrigens zwar darauf eingegangen, dass es irgendwie krankhaft ist, dass er so viel sammelt, aber nicht auf der psychologischen Ebene.
00:43:16:24 – 00:43:17:19
Sprecher 1
Nein, überhaupt nicht.
00:43:17:22 – 00:43:28:23
Sprecher 2
Es ist nicht irgendwie wert, dass er so krankhaft wirklich an dieser Frau hängt. Und diese Frau so, also wenn sie noch leben würde, wenn er wüsste, dass er noch lebt, würde er sie so dermaßen stalken die ganze.
00:43:28:23 – 00:43:30:01
Sprecher 1
Zeit und würde.
00:43:30:12 – 00:43:34:05
Sprecher 2
Innerhalb von kürzester Zeit im Gefängnis sitzen, weil diese Art und Weise.
00:43:34:13 – 00:43:55:10
Sprecher 1
Er ist einfach ein Nostalgiker, ein Romantiker, ja auch eigentlich nur Romantiker. Auch das ist eigentlich eine Idee. Ganz putzig, dass Sie diese Romantik des klassischen Kinos versprühen. Ja, aber wenn das wirklich klassische Filmrollen, die dann kaputt gehen und dann unter der Projektor geht kaputt, irgendwas funktioniert nicht. In der Theorie ist das ja eigentlich was ganz Nettes, das Set up.
00:43:56:16 – 00:43:57:06
Sprecher 2
Aber sie sind.
00:43:57:06 – 00:43:58:06
Sprecher 1
Möglichkeiten.
00:43:58:06 – 00:44:31:03
Sprecher 2
Zu nutzen. Sie behaupten ja, es kommt überhaupt nicht dieses Flair und diese Idee des Kinos auf, weil die Dialoge so hölzern darüber sind und er die ganze mit Er ist nicht 70, aber er trotzdem sagte in einem Dialog Ich weiß nicht mehr genau, was er sagt, aber er redet darüber, über die Modernisierung, als ob das so gerade erst passiert wäre und als ob das was völlig Neues wäre und er sich überlegt, wie, wie er jetzt damit umgehen soll, dass plötzlich keine Projektoren mehr was, was Moment, Moment ist und und und.
00:44:31:03 – 00:44:42:23
Sprecher 2
Alle gucken ja nur noch auf ihren Tablets und so und er redet darüber, als wäre er irgendwie gerade nicht. Als ob er die letzten 20 Jahre auf dem Mond gewesen wäre und jetzt zurückkommt und völlig überrascht ist.
00:44:43:03 – 00:45:10:11
Sprecher 1
Das ist ja unsere Protagonistin, die jung sein soll, die irgendwie Mitte Ende 20 sein soll. Eigentlich. Wie er wirkt, als ob sie 40 oder 50 wäre von ihrem Gesellschaftsbild. Da muss der Vater, der 60 ist, 50, wahrscheinlich eher Mitte 50, Mitte 50. Er muss dann halt auch eher so wirken, als wäre er 120 von seinem Gesellschaftsbild. Früher, als wir noch nicht diese, diese merkwürdigen Geräte hatten, da sind wir noch rausgegangen und haben mit Stücken gespielt.
00:45:10:14 – 00:45:12:09
Sprecher 1
Wir hatten nichts anderes als Stöcke.
00:45:13:04 – 00:45:33:12
Sprecher 2
Aber warum haben sie nicht einfach? Es ist so einfach. Du brauchst nur den Dialog ein kleines bisschen umarbeiten und schon schon ist er einfach nur der Liebhaber, der zwar den die Digitalisierung und so weiter kennt und mitmacht, der aber sich irgendwann mal bewusst entschieden hat Wir machen hier mal ein Kino, was wirklich auf dem alten Projektor läuft und so und.
00:45:33:12 – 00:45:54:00
Sprecher 1
Zack wäre der Film schon eine ganze Nummer besser, weil man von der Theorie kann man mit diesem so Plot irgendwas könnte man mit diesem Plot wahrscheinlich irgendwas anfangen. Ja, der so Plot um den Vater, der dieser Tamara Larsson hinterherhinkt und um diese geheimnisvolle Olivia Marlow, die behandelt wird von dem Arzt. Und dann kommen die zusammen und es entwickelt sich so ein bisschen Romanze.
00:45:54:00 – 00:46:19:17
Sprecher 1
Und dann kommt das große Revival. Olivia Marlow ist ein Vampir und das war übrigens eine wirklich gute Idee gewesen. Das wäre also wirklich dann fantastisch, Ich hätte da für mich gewonnen. Aber nein, sie ist einfach Tamara, die sich zurückgezogen hat. Damit hätte man was machen können mit diesem Plot, der aber ja ist. Nein, Sie machen halt nichts.
00:46:21:00 – 00:46:26:05
Sprecher 2
Können wir mal darauf eingehen, dass der Film, den Sie da gucken, dass er so wahnsinnig schlecht ist?
00:46:27:06 – 00:46:29:15
Sprecher 1
Wir sehen ja nicht viel davon, außer dieser kitschige Schluss.
00:46:30:03 – 00:46:51:06
Sprecher 2
Und die ist so wahnsinnig schlecht. Und Sie haben sie natürlich auch so gedreht, dass sie schlecht ist. Also es ist ihnen schon auch klar. Und jetzt gibt es zwei Gründe Entweder haben Sie das gemacht, weil Sie gewusst haben, sie kriegen keinen Guten hin. Also, dass man sagt, ich kriege es sowieso nicht hin, dass die Dialoge so gut sind, dass der Zuschauer mir abkauft, dass es ein wirklich guter Film ist.
00:46:51:15 – 00:47:06:20
Sprecher 2
Also mache ich ihn absichtlich schlecht und rette mich dann. Zweite Variante in eine Persiflage. Aber das Problem ist, dass der Film damit zu zu ernst umgeht. Deswegen funktioniert das nicht als Persiflage.
00:47:06:22 – 00:47:27:03
Sprecher 1
Ich glaube auch nicht, dass das als Persiflage gedacht ist. Meine Theorie ist ja, Sie reden von diesem Film als eine olle Schnulze und Aber Ihr Film, Der Film, den wir gucken wie verhext selbst, ist auch eine olle Schnulze. Und wenn Sie das einfach so nebeneinander halten würden und den quasi auf diesem Niveau drehen zeigen würden, würden Sie, hätten sie plötzlich so eine Metaebene.
00:47:27:06 – 00:47:45:19
Sprecher 1
Wir kommen später zu den Ebenen. Mit dem Tatort hätten sie plötzlich so eine Metaebene, wo klar ist, dass dieses Setup, in dem wir uns befinden, das nichts ist. Genauso wie dieser Film, den Sie gucken. Deswegen mussten Sie alles drüber machen. Deswegen müssen Sie sagen In unserer Welt, die unsere Welt ist eine Schnulze, also muss eine Schnulze in unserer Welt ne Schnulze Schnulze sein.
00:47:45:23 – 00:48:08:07
Sprecher 1
Und deswegen haben sie alles kitschiger gemacht, alles alberner, alles noch, noch simplifiziert. Und das ist halt der Film, den Sie da im Kino gucken. Die so diese eine Szene, wo sie am Zug ist und am Zug ist und am Bahnhof und großes, Romantisches verabschieden. Das musste drüber sein, weil sonst hätten sie sich eingestanden, dass sie auch eine Schnulze sind.
00:48:09:09 – 00:48:28:05
Sprecher 2
Aber warum geht man damit nicht offensiv um? Ist doch in Ordnung. Ich meine, du kannst doch deinem Publikum auch zutrauen, dass sie dass sie also jeder wer das guckt, weiß, dass also selbst selbst die 80-jährige Oma weiß, dass sie weiß, dass sie eine liebes Schnulze sieht. Und ich glaube auch, dass sie ein bisschen Ironie verträgt.
00:48:28:15 – 00:48:31:03
Sprecher 1
Ja, aber das Ding hat keine Ironie.
00:48:31:10 – 00:48:32:08
Sprecher 2
Nein, überhaupt nicht.
00:48:32:16 – 00:48:52:17
Sprecher 1
Das, das und das ist wirklich schade. Es gibt und ich glaube auch, dass es bestimmt auch dem Publikum geschuldet. Ich glaube, niemand, der das macht, guckt das ironisch, weil dafür gibt es zu wenig her. Dafür ist es nicht trashig genug. Genau, zum Beispiel so was wie keine Ahnung, Fackeln im Sturm oder ein Bollywood Musical. Das kann man ironisch gucken.
00:48:52:21 – 00:48:53:02
Sprecher 2
Ja.
00:48:54:07 – 00:49:02:22
Sprecher 1
Dieses Teil, dieses diesen Film kann man nicht ironisch gucken, weil er dafür einfach zu zu sehr Holzschnitt ist.
00:49:03:18 – 00:49:16:14
Sprecher 2
Der versucht zu sehr wirklich ernsthaft was zu erzählen, was zu erreichen, also den Zuschauer zu erreichen und irgendwie mit ihm fehlt einfach der Humor.
00:49:16:19 – 00:49:34:16
Sprecher 1
Ja, komplett und auch so ein bisschen. Ja, es müssen nicht mal Humor sein, einfach so ein bisschen Selbstbewusstsein, ein bisschen sich selbst gewahr sein, was man ist. Der Film weiß nicht, was er ist, so also wirkt er zumindest.
00:49:36:08 – 00:50:05:02
Sprecher 2
Also ich war ja vor vielen, vielen Jahren mal bei GZSZ und wir haben für elf Drehtage und wir haben wirklich ganz oft dagestanden und haben gesagt Wir wissen, wir wissen, dass das nicht mehr wird als als das, was wir gerade machen. Also es wäre dafür ist zu wenig Zeit für die Dialoge. Und so weiter. Und ich fand es damals schon eine lässige Haltung.
00:50:06:02 – 00:50:07:08
Sprecher 1
Man.
00:50:07:08 – 00:50:16:23
Sprecher 2
Aber wie ich vorhin schon gesagt habe, wenn man, wenn man nicht wenigstens das ernst nimmt, was man macht, auf einem gewissen Niveau ernst nimmt, dann kommt halt auch nichts bei raus.
00:50:19:08 – 00:50:42:18
Sprecher 1
Das Faszinierende ist ja, dass es offensichtlich reicht. Es reicht für 100 Filme, die extrem viele Zuschauerinnen haben, die extrem gut ankommen, beim Zielpublikum, in der Presse regelmäßig verrissen werden, mit Spott überzogen, aber die ihr Publikum kriegen. Also warum sollten sie mehr machen? Es gibt es. Wollen Sie Grimme Preis gewinnen? Sie wissen genau, dass Sie den nicht kriegen.
00:50:42:21 – 00:50:43:13
Sprecher 2
Nee, das klar.
00:50:43:23 – 00:50:49:10
Sprecher 1
Also, was sollen sie machen? Dann machen Sie halt Publikums Befriedigung.
00:50:50:02 – 00:51:02:07
Sprecher 2
Ja, genau. Aber Befriedigung ist genau das Wort, dass ich glaube, das ist ein Wort, was ganz oft der Produktion in den Mund genommen wird, dass wir sagen Nein, wir müssen ein Publikum befriedigen.
00:51:02:11 – 00:51:28:08
Sprecher 1
Die Frage ist halt, wie zynisch das ist, also wie zynisch ist so eine Produktion? Du sagst man bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten haben wir das immer lässig gesehen, haben das aber lustig gemacht. Das ist, dass wir keine große Kunst hier machen, eigentlich. Also die große Frage Alle an diesem Projekt Beteiligten lieben, die ihr Publikum verachten, die ihr Publikum ist ihnen ja Publikum egal.
00:51:28:11 – 00:51:50:00
Sprecher 2
Das ist eine ganz große Mischung. Wir haben am Set irgendwie ein paar 100 Leute im Laufe der Zeit, und da hat jeder eine andere Haltung zu. Und ich glaube, dass die wesentlichen Punkte sind die Regie und die Schauspieler, ob die eine Haltung dazu haben und die Produktion natürlich, weil die Entscheidungen trifft.
00:51:50:00 – 00:52:22:11
Sprecher 1
Mehr weil, um noch mal kurz zu dem Begriff Publikums Befriedigung zurückzukommen, um mal eine Lanze für den öffentlich rechtlichen Rundfunk zu brechen. So was wie das hier würde bei Netflix nicht stattfinden und würde auch bei Disney plus nicht stattfinden. Nicht in der Form und man kann ja viel drüber lästern, dass der öffentlich rechtliche Rundfunk Fernsehen ist mit seinem Musikantenstadl und mit seinem mit seinen Pilcher Verfilmungen oder mit seinem Theater, Stadl oder sonstwas.
00:52:22:23 – 00:52:40:15
Sprecher 1
Aber diese Leute hätten kein Programm, wenn es den öffentlich rechtlichen Rundfunk nicht gäbe. Also und auch unsere Senioren und auch unsere 65-jährigen Hausfrauen haben ja auch irgendwie ein Recht auf mediale Unterhaltung. Und das sind keine Zielgruppen, die von Netflix etc. mitgedacht werden.
00:52:41:22 – 00:52:48:02
Sprecher 2
Und ist das so? Gibt es auf Netflix nicht Sachen, wo das Zielpublikum eher älter ist? Ist das wirklich so?
00:52:48:13 – 00:53:09:11
Sprecher 1
Ich wüsste jetzt spontan nichts. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber ich habe das Gefühl, wenn dieses Publikum seine Bedürfnisse befriedigt sehen will, dann führt kein Weg an den öffentlich rechtlichen vorbei. Und zwar so krass, dass selbst schon die Privaten, die ja mittlerweile auch einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben, dass selbst die Privaten von Anfang an das nicht in der Form befriedigt haben.
00:53:09:11 – 00:53:39:00
Sprecher 1
Die haben auch ihr Fernsehen für spezielle Zielgruppen. Aber gerade die Leute, die so das Heimat Programm lieben, diesen Eskapismus, diesen sehr, sehr spezifisch deutschen Eskapismus, die Musikantenstadl gucken oder halt Volksmusik Sendungen ganz allgemein und so, wenn es den öffentlich rechtlichen Rundfunk nicht gäbe, hätten die kein Programm. Und ja, natürlich können wir so leicht drüber lästern über das Zeug.
00:53:39:03 – 00:53:49:22
Sprecher 1
Aber wir sind halt auch nicht das Zielpublikum. Und vielleicht ist es auch ganz gut, dass die das die irgendwie einen Ort haben, dass sie so eine Art Safe Space haben, wo sie das gucken können, was sie, was sie sehen wollen.
00:53:49:22 – 00:53:54:21
Sprecher 2
Dann sind sie weg von der Straße. Auch.
00:53:54:21 – 00:54:01:16
Sprecher 1
Hey, ich habe es fast geschafft, mit sehr viel Pathos. Und dann hast du so was raus. Nein, ich meine es wirklich ernst, weil.
00:54:02:22 – 00:54:27:03
Sprecher 2
Ja, du hast vollkommen recht. Natürlich hast du recht. Natürlich möchte ich eher die Lanze brechen für den öffentlich rechtlichen Rundfunk, dass sie Bildung Bildungsauftrag haben. Der, der mal mehr oder weniger ernst genommen wird, aber durchaus da ist und durchaus in Gelder in verschiedene Richtungen gehen. Aber, aber natürlich, ja, es muss auch sowas geben, ist schon richtig.
00:54:27:15 – 00:55:00:18
Sprecher 1
Und Deutschland ist nun mal auch ein sehr altes Land. Das darf man nicht vergessen. Es gibt, es gibt sehr viele Menschen hier, die sehr alt sind und die wahrscheinlich auch ein bisschen noch überfordert sind von den Möglichkeiten von Streaming Services. Na ja, einfach ein anderes Konsumverhalten haben. Ich denke zum Beispiel an die Eltern von meiner Freundin. Da haben sie jetzt einen neuen Fernseher gekauft und haben dann die hatten vorher irgendwie Satellit, wahrscheinlich analog, was dann nicht mehr geht.
00:55:01:17 – 00:55:20:19
Sprecher 1
Und die sind jetzt ganz stolz, dass sie jetzt nur noch fernsehen, übers Internet gucken und das halt in Smart TV mit Funktionen den Smart TV hat. Und dann gucken sie mal die ARD, die Mediathek und die ZDF Mediathek. Das ist deren Fernsehen. Übers Internet gucken, die gucken die klassischen Sender, aber sie gucken kein lineares Fernsehen mehr. Aber sie gucken trotzdem dieses Programm.
00:55:21:00 – 00:55:21:05
Sprecher 2
Okay.
00:55:21:10 – 00:55:39:08
Sprecher 1
Und es ist gut, dass es das für die gibt. Auch weil die haben halt keinen Bock auf die amerikanischen Serien, die auf Netflix laufen. Die haben kein Bock auf Genrekino. Und die haben halt eine gewisse nostalgische Haltung zu ihrem Medienkonsum. Und ich finde es gut, dass es das, dass es dafür auch noch einen Raum gibt.
00:55:39:17 – 00:55:50:13
Sprecher 2
Ja, ist definitiv wichtig und gut. Und die ZDF und die ARD mit der kann ich nur empfehlen. Ehrlich gesagt, es gibt wahnsinnig viele gute Initiativen. Also wir beschränken uns ja hier nicht auf Rosamunde Pilcher und Co.
00:55:50:23 – 00:55:52:02
Sprecher 1
Da kommen wir zu unseren Top Listen.
00:55:52:11 – 00:55:53:16
Sprecher 2
Oh ja.
00:55:53:16 – 00:55:54:14
Sprecher 1
Das ist ein guter Punkt.
00:55:54:14 – 00:55:55:13
Sprecher 2
Nicht schlecht.
00:55:55:14 – 00:55:56:15
Sprecher 1
Johannes Jingle.
00:55:56:19 – 00:56:11:15
Sprecher 2
Jingle Unsere Liste D, D, D, D, d, d Wir haben Topliste.
00:56:11:15 – 00:56:26:17
Sprecher 1
Haben zwei Top Listen, zwei Themen und zwar einmal. Ich dachte zuerst deutsche Filme und dann dachte ich Ach, aber eigentlich brauchen wir auch die deutschen TV Produktionen, weil es ist halt nicht die Vorproduktion. Ganz kurz noch mal nennt man das was ist das nennt man TV Film. Das ist so die Bezeichnung, weil es ist 90 minütige Kinofilm länger.
00:56:26:24 – 00:56:29:01
Sprecher 2
Das ist eine eine Reihe, eine Reihe.
00:56:29:04 – 00:56:39:06
Sprecher 1
Ja, es ist kein also, es ist ein abgeschlossener Film. Es ist aber alles sträubt sich in mir, dieses Ding Film zu nennen.
00:56:39:06 – 00:56:43:16
Sprecher 2
Ja, es ist, aber es ist. Tut mir leid. Die Definition von Film. Es ist ein Film.
00:56:43:23 – 00:56:58:20
Sprecher 1
Ein Film würde ich auch sagen. Das TV kann man da vorschieben, um das so ein bisschen abwertend zu zu sagen, aber auf jeden Fall ja. Deswegen zwei Listen, Top, drei deutsche Filme und Top drei deutsche TV Produktionen. Wir fangen mit den TV Produktionen an, weil wir gerade so viel über geredet haben. Ja, gerne.
00:56:58:20 – 00:57:15:21
Sprecher 2
Gerne, gerne, ist mir aber schwerer gefallen. Sehr viel schwerer gefallen als die deutschen Filme allgemein, weil ich eben auch und ich entschuldige mich bei allen in meiner Branche. Ich gucke sehr wenig deutsches Fernsehen, weniger als ich eigentlich sollte in meinem Beruf.
00:57:16:13 – 00:57:29:16
Sprecher 1
Ich befürchte, ich hätte mich konkreter fassen müssen. Ich habe nämlich die Liste zusammengestellt und dann festgestellt, dass ich nur noch Fiktion da drin stehen habe auf den Top Rängen. Und ich gehe davon aus, du hast Fiktion gesucht oder hast du auch. Hast du irgendwas Fiktionales mit drin? Ich habe.
00:57:29:16 – 00:57:33:12
Sprecher 2
Auch. Nein, nein, in den deutschen.
00:57:34:02 – 00:57:34:22
Sprecher 1
TV Produktionen.
00:57:35:01 – 00:57:36:19
Sprecher 2
Produktionen habe ich nicht, sondern Fiktion.
00:57:36:20 – 00:57:47:10
Sprecher 1
Okay, ich habe nämlich tatsächlich. Ich habe. Ich habe Fiktion einfach nicht genug gefunden. Und ja, ich habe ein paar Sachen aufgeschrieben, aber dann war irgendwie so nach und nach und das ist das war mir dann so, dass eine Topliste.
00:57:47:10 – 00:58:12:16
Sprecher 2
So eine kurze Unterscheidung für den Zuhörer, wer sich da nicht auskennt, Fiction und Non fiction, wie der Name schon sagt. Das eine ist fiktionalisiert. Das Fernsehen im Sinne von ich denke mir die Geschichte aus kann auf wahren Begebenheiten beruhen, muss aber nicht. Aber hat eben wirklich ein dramaturgisch durchgeknalltes Ding was, was ich, was man was sich ausgedacht hat und Non fiction.
00:58:12:16 – 00:58:30:00
Sprecher 2
Da läuft alles drunter, was Dokumentationen sind und auch alles, was vielleicht ein bisschen fiktionalisiert ist. Aber der Schwerpunkt liegt in der Realität, in der wahren, in der in der Spiegelung wahrer Begebenheiten.
00:58:30:03 – 00:58:47:06
Sprecher 1
Willst du einfach mal deine Top drei? Weil ich habe das Gefühl bei meinen Anrufen Menschen, wo ich dann die die Fiction Sachen reingepackt habe. Es sind deine top Plätze von dir mit drin als du einfach mal deine Top drei sagen was fiktionales ist und dann sage ich meine Top drei was non fiktionales ist, dann haben wir, da haben wir noch mehr Truppen, noch mehr Top Listen.
00:58:48:02 – 00:59:02:13
Sprecher 1
Ihr kriegt heute alles, ihr kriegt noch Fiktion, ihr kriegt Fiktion, ihr kriegt Filme und TV, ihr kriegt einmal das komplette Angebot und wer danach immer noch denkt, dass in Deutschland nix los ist, der sollte seinen Fernseher aus dem Fenster werfen.
00:59:03:22 – 00:59:16:08
Sprecher 2
Johannes Ich stelle ein kleines Ich könnte meinen Fernseher raus, schmeiße okay. Ich habe TV Produktion Serien vor allem.
00:59:16:12 – 00:59:22:20
Sprecher 1
Okay, perfekt. Ja, genau das ist, was ich auch habe. Bei allem, was ich bei meinen Fiction Sachen hätte.
00:59:23:19 – 00:59:52:23
Sprecher 2
Also ich habe wie immer keine keine Ziffern vergeben und überlegt. Entscheide jetzt spontan, was ich in die packe und was in anderen Menschen wird oder Menschen wird. Auf jeden Fall da. Ich finde, da ist eine gute Serie geworden. Ist natürlich keine wirkliche TV Produktion, weil es auf Netflix läuft, aber es hätte auch gut und gerne eine TV Produktion sein können.
00:59:54:01 – 01:00:20:22
Sprecher 2
Deswegen also aus zwei Gründen nicht in der Liste. Das eine ist eben weil es Netflix ist und das andere ist weil die dafür leider die Inszenierung der Schauspieler nicht gut genug ist. Ich finde den Überbau an sich, das Ansinnen sehr gut. Die, die die Stil, der Stil. Und so weiter. Gefällt mir und die die Idee der Geschichte. Aber die Schauspieler und so ein paar Inszenierung Sachen greifen leider ein bisschen daneben.
01:00:21:04 – 01:00:45:15
Sprecher 1
Ich bin dann rein gekommen. Mir war, ich habe die ersten zwei, drei Folgen gesehen und mir war es zu sehr Stranger Things Klon. Und dann hatte ich auch ein ähnliches Problem wie du mit der Schauspiel Führung. Und tatsächlich habe ich, als ich das damals geguckt habe, war mein Urteil auch das ist mir zu deutsch, ich kann es nicht gucken, was wirklich heiß ist und Rat ist, vor allem angesichts unserer Topliste, die wir gerade machen.
01:00:45:21 – 01:00:54:20
Sprecher 1
Aber das war mein Urteil. Und es gehört zu den Serien, die wahrscheinlich jeder hat. So ein riesiger Serien Stapel von abgebrochenen Serien. Bei mir ist Dark einer davon.
01:00:55:09 – 01:01:19:22
Sprecher 2
Okay, dann liebe Menschen, Ku’damm 56 war eine tatsächliche Serie, gab auch Fortsetzungen. Vielleicht wird auch sogar wieder gedreht an der nächsten Fortsetzung. Einfach tolle Serie, geht um eine Tanzschule in den Fünfzigern und da werden halt alle möglichen Themen der 50er mit verarbeitet, Frauenrolle usw.
01:01:20:10 – 01:01:27:03
Sprecher 1
Nie geschaut. Kenne ich vom Namen, ist mir bekannt, vor allem die dann in späteren gibt es dann so Ku’damm 80 oder so was, war das.
01:01:27:03 – 01:01:31:16
Sprecher 2
So oder so was in der Richtung. Aber das eine ist Deutschland 83, wo es dann Deutschland 86 war und.
01:01:31:16 – 01:01:32:18
Sprecher 1
Vielleicht ist das gerade.
01:01:32:18 – 01:01:49:04
Sprecher 2
Auch was anderes, was ich nicht gesehen habe, weswegen es nicht in der Liste landet. Dann hätten wir noch einen anderen Menschen. Stromberg kommt nicht in die Liste, weil ich das jetzt willkürlich festgelegt habe.
01:01:49:17 – 01:01:54:09
Sprecher 1
Das war tatsächlich bei mir bei. Also wenn ich eine Liste mit Fiktion gemacht hätte, wäre Stromberg wahrscheinlich sehr weit oben gelandet.
01:01:56:10 – 01:01:59:17
Sprecher 1
Und allein deswegen habe ich schon nicht gemacht, weil ich habe es Gefühl, ich habe Stromberg schon ein, zwei Mal.
01:01:59:24 – 01:02:00:09
Sprecher 2
Erwähnt.
01:02:01:02 – 01:02:05:10
Sprecher 1
Und es tolle, eine tolle Serie, immer noch eine tolle Serie, Auf jeden Fall sehenswert.
01:02:05:21 – 01:02:23:20
Sprecher 2
Besser als das Original. Und wir hätten noch, weil wir heute den Tatort machen. Wo habe ich denn jetzt nicht mit aufgeschrieben und auch nicht den Tatort im Schmerz geboren, über den wir schon gesprochen haben. Ganz kurz mal, der auch ganz tolles ist, aber den habe ich jetzt auch aus der Liste einmal rausgenommen. Bleibt also.
01:02:23:20 – 01:02:24:15
Sprecher 1
Auf Platz drei.
01:02:24:15 – 01:02:28:14
Sprecher 2
Für mich Neues aus. Bütten war da ja, ja.
01:02:29:23 – 01:02:31:05
Sprecher 1
Ich habe davon noch nie gehört.
01:02:31:20 – 01:02:47:10
Sprecher 2
Erleuchte mich da ist eine typisch norddeutsche Serie, die sich gut zusammenfassen lässt mit einer folgenden Szene Der neue im Dorf, der weiß nicht, wie lang der schon da ist, aber es ist immer noch der Neue im Dorf. Wahrscheinlich seit.
01:02:47:10 – 01:02:47:21
Sprecher 1
Zehn Jahren.
01:02:48:02 – 01:03:14:22
Sprecher 2
Er steht da, die anderen beiden Hauptfiguren. Dass das der der Serie stehen nebeneinander, weiter entfernt. Der eine sagt Ich gehe jetzt mal rüber, stellt sich daneben. Er sagt Moin und der andere sagt nur Moin, Moin oder so was oder drei, vier Worte und geht dann wieder zurück und sagt Ja, ist ganz nett, aber quasselt zu viel.
01:03:14:22 – 01:03:20:16
Sprecher 1
Okay, das ist sehr norddeutsch. Seit 1994 im NDR.
01:03:21:06 – 01:03:50:05
Sprecher 2
Okay, ja, hat einen ganz eigenen, ganz wundervollen, liebevollen Humor. Ein Blick auf den Norddeutschen, den ich einfach liebe. Und ich habe diese. Diese Serie hat mir nochmal deutlich gemacht, dass ich eigentlich ein echt großes Herz für Norddeutschland habe. Für die norddeutschen Leute und wie sie da einfach sehr wortkarg, aber mit sehr herzlichem Humor. Also das ist wundervoll.
01:03:50:10 – 01:03:54:22
Sprecher 1
94 Folgen, 15 Staffeln. Wahnsinn! Ja, höre ich gerade zum Ersten Mal.
01:03:55:03 – 01:04:14:07
Sprecher 2
Das ist die Serie, wo Jan Feddersen so berühmt geworden ist, glaube ich. Und Jan Fedder ja im Großstadtrevier gelandet ist und in dem Großstadtrevier das Urgestein wurde und dann gestorben ist. Vor zwei Jahren ein Jahr zwei Jahre, was sehr traurig war.
01:04:14:19 – 01:04:24:17
Sprecher 1
Weil wir vor kurzem die Bollywood Folge hatten, kenne ich mich jetzt im indischen Film besser aus als im deutschen Fernsehen. Johannes Schmeißen wir gerade Namen und Begriffe entgegen, die ich nicht im geringsten kenne.
01:04:24:21 – 01:04:26:05
Sprecher 2
Jan Fedder Komm.
01:04:26:16 – 01:04:32:11
Sprecher 1
Ja, wenn ich. Wenn ich Ihnen. Wenn ich jetzt auf Wikipedia das Foto sehe, dann denke ich Ja, das Gesicht kenne ich.
01:04:32:17 – 01:04:58:15
Sprecher 2
Also es ist wirklich eine sehr, sehr lohnenswerte Serie, weil weil einfach ganz liebevoll mit Menschen und Geschichten umgegangen wird und die einfach sehr witzig und sehr liebevoll dargestellt werden. Es sind halt Dorfleute und die sind halt so ein bisschen behäbig und so ein bisschen. Es gibt eine Folge, wo es eine, wo eine Frau in einem Wohnwagen plötzlich am Rande des Dorfes steht und alle mutmaßen das jetzt ist das eine Prostituierte?
01:04:59:02 – 01:05:08:01
Sprecher 2
Was machen wir jetzt? Wie gehen wir denn jetzt um? Und da gehe ich nicht hin. Und dann und dann einfach nur diesen Umstand einmal.
01:05:08:07 – 01:05:10:12
Sprecher 1
Und und und. Am Ende stellt sich raus.
01:05:10:13 – 01:05:19:12
Sprecher 2
Oder das ist einfach nur das Thema der Episode. Da steht jemand mit einem Wohnwagen am Ende des Dorfes, eine Frau. Oh, und dann stellt sich raus, dass sie, dass sie eine Ermittlerin ist und das, was.
01:05:21:09 – 01:05:23:05
Sprecher 1
Sie sich als Drama für eine.
01:05:23:05 – 01:05:49:14
Sprecher 2
Verliebt sich halten. Sie ist ist. Das ist wirklich süß. Okay, dann hätte ich auf Platz zwei. Wenn ich jetzt einfach weitergehen hätte ich auf Platz zwei. Babylon Berlin, Tom Tykwer, Tom Tykwer und oder. Nee, nee, nee, nee, nicht Tom. Moment, Moment, nein, sondern hatte damit zu tun. Verdammt, jetzt weiß es nicht mehr.
01:05:51:13 – 01:05:52:04
Sprecher 1
Doch. Tom Tykwer.
01:05:52:14 – 01:05:53:23
Sprecher 2
Genau. Tom Tykwer und.
01:05:53:23 – 01:06:00:21
Sprecher 1
Produzent oder Idee von ihm zumindest. Er hat hier aktiv involviert.
01:06:00:21 – 01:06:02:22
Sprecher 2
Aber auch mit anderen Leuten zusammen. Da waren noch zwei.
01:06:02:22 – 01:06:06:03
Sprecher 1
Regisseure Achim von Borries Ja, Hendrik, handle.
01:06:06:18 – 01:06:34:23
Sprecher 2
Genau, denn es gibt Leute in meinem Umfeld, die den nicht so geil finden, weil die irgendwie, weil sie es nicht so original finden, weil sie die Zwanzigerjahre anders dargestellt sehen wollen. Aber ich finde es dramaturgisch und erzählerisch und so wirklich richtig, richtig toll. Ganz weit oben top notch in in der Produktion wies aussieht, wie es gespielt ist. Die Schauspieler sind großartig, es ist alles toll.
01:06:35:10 – 01:06:49:00
Sprecher 1
Liegt bei mir auch am Serien Stapel am direkt über Dark. Zwei drei Folgen gesehen. Vielleicht auch vier oder fünf und für das hat mich einfach nicht gekratzt.
01:06:49:12 – 01:06:54:15
Sprecher 2
Schade. Ja. Ja, klar.
01:06:55:09 – 01:06:56:02
Sprecher 1
Tut mir leid.
01:06:56:17 – 01:06:57:03
Sprecher 2
Okay.
01:06:58:08 – 01:07:17:01
Sprecher 1
Aber Qualitäten habe ich drin gesehen und auch wirklich hochwertig produziert. Und tolle Bilder und so, aber einfach. Und ich bin eigentlich auch Fan von den Goldenen Zwanzigern. Ich glaube, das Problem war einfach die Kriminalgeschichte. Und die war ja, ich bin kein Krimi Fan und es war mir dann doch zu viel Kriminalgeschichte.
01:07:17:08 – 01:07:24:06
Sprecher 2
Ja, das ist es natürlich. Ja. Ja. Okay. Okay. Platz eins, Der Tatortreiniger.
01:07:24:12 – 01:07:28:23
Sprecher 1
Ja, das wäre mein ohne Menschen. Ich habe mir schon gedacht, das wollte ich nicht nennen. Tolle Serie.
01:07:29:00 – 01:08:08:08
Sprecher 2
Absolut. Also, weswegen die beiden jetzt da auf unterschiedlichen Plätzen gelandet sind. Eigentlich. Eigentlich müsste sich Babylon Berlin mit dem Tatortreiniger einen Platz teilen. Also Platz eins, weil einfach zwei völlig unterschiedliche Produktionen sind und man das eigentlich nicht vergleichen kann. Der Tatortreiniger auf seine Art und Weise, seine doch relativ deutsche Art und Weise. Während Babylon Berlin versucht, so ein bisschen mehr amerikanisch oder englisch zu sein In der Erzählweise ist der Tatortreiniger einfach nur dieser Typ, der immer wieder in neue Situationen gerät und und sie trauen sich so viel.
01:08:08:08 – 01:08:23:04
Sprecher 2
Und ich bin ein großer Fan von Mizzi Meyers, die das geschrieben hat unter dem Pseudonym Missy, womit sie sich, was sie gerade ihren richtigen Namen, nicht so eine tolle Drehbuchautoren, der Hammer und inszeniert, glaube ich, von Arne Felton.
01:08:23:05 – 01:08:24:10
Sprecher 1
Ja, vom Stromberg.
01:08:24:10 – 01:08:32:09
Sprecher 2
Der den Stromberg auch gemacht hat. Genau. Und eben von Bjarne Mädel gespielt. Und wir haben ein Mädel, Mädels, es tut so gut.
01:08:32:22 – 01:08:40:11
Sprecher 1
Weil bei Netflix ploppt gerade ständig ein Film von ihm auf und ein ganz, ganz neuer Film, wo er Regie geführt hat und die Hauptrolle übernimmt. Sörensen hat Angst.
01:08:40:11 – 01:08:41:22
Sprecher 2
Habe ich noch nicht gesehen. Muss ich noch gucken.
01:08:42:00 – 01:09:04:16
Sprecher 1
Habe ich mir auf die Watchlist gesetzt, weil ich ja so auch Deutsch Und dann habe ich halt den Thriller geguckt, den man bei Netflix mal sieht, wenn man so drüber scrollt. Und im Moment ist das Bjarne Mädel krass wieder komplett anders aus. Ich schaffte es zurück und so ein Depp wie den wilden Ernie zu spielen. Dann so ein so eine coole Socke wie den Tatortreiniger und jetzt spielt er einen abgefuckten Polizisten mit Angststörung.
01:09:05:05 – 01:09:08:02
Sprecher 1
Also, Bjarne Mädel ist großartig.
01:09:08:04 – 01:09:16:14
Sprecher 2
Wahnsinn! Ja, ich bin ganz begeistert von. Von Bjarne Mädel. Ich. Ich erwarte noch sehr viel. Nur kein Druck. Bjarne. Aber ich erwarte sehr viel von dir.
01:09:17:04 – 01:09:19:11
Sprecher 1
Ja, das ist ja mal, der ist doch schon Mitte 40, oder so, oder?
01:09:19:14 – 01:09:23:14
Sprecher 2
Ja, aber komm, Wenn ich jetzt an unseren.
01:09:23:24 – 01:09:24:06
Sprecher 1
Christoph.
01:09:24:06 – 01:09:32:12
Sprecher 2
Waltz Christoph Waltz denke, der ist ja auch 16, ist hochgekommen und Mädel hat ja schon lange im deutschen Fernsehen zu tun. Aber so hochgekocht eben.
01:09:33:03 – 01:09:50:01
Sprecher 1
Bei Bjarne Mädel ist ja krass, wenn man ihn als erstes in Stromberg gesehen hat. Da bin ich zum Ersten Mal mit ihm in Kontakt gekommen. Dann denkt man, dieser Typ ist reserviert Auf die läppischen Comedy Rollen, weil er hat auch so ein lustiges, knuffige Gesicht. Das sieht so aus, ob das einfach sein Ding wäre. Und dann spielt er plötzlich wirklich so düstere wollen so abgefuckte Rollen auch so starke Rollen.
01:09:50:09 – 01:09:55:22
Sprecher 1
Und er kann das. Und er kann das so und so und unglaublich starker Schauspieler. Ja.
01:09:56:11 – 01:10:22:20
Sprecher 2
Und bei dem das ist, der gehört zu den Schauspielern. Es wird ja oft gesagt, es gibt nichts Besseres als einen dummen Schauspieler. Ich würde sagen, so 60, 70 % der Schauspieler in Deutschland haben das irgendwann gesagt bekommen und ruhen sich darauf aus und sind jetzt tatsächlich irgendwie einfach dumme Schauspieler, weil sie einfach Du kriegst eine Szene hingeklatscht und der Regisseur sagt Das ist eine Emotion, das machen andere was von A nach B kommen.
01:10:22:20 – 01:10:57:07
Sprecher 2
So macht das gut. Die Schauspieler sind anstrengender, weil die fragen dich Wo komme ich her, wo will ich hin? Was ist der Sinn des Lebens und was so? Und Regisseure arbeiten oft gerne mit dummen Schauspielern. Und Bjarne Mädel, gehört zu den Schauspielern. Die, die so intelligent mit ihren Figuren umgehen und so intelligent eine Szene auseinandernehmen. Eigentlich ist Bjarne Mädel als Schauspieler Regisseur, weiß, was ich meine, also dass das, was der Regisseur eigentlich leistet.
01:10:57:12 – 01:11:03:08
Sprecher 1
Er interpretiert die Rollen, er macht irgendwie, er macht, er macht mehr draus, als es eigentlich im Drehbuch vorgegeben ist.
01:11:03:11 – 01:11:14:20
Sprecher 2
Genau. Und, und und hat ganz viel Hintergrund. Und das muss eigentlich jeder Schauspieler machen. Aber er macht es einfach besonders gut, weil er auch, weil einfach so viel durchscheint, dass er wirklich ein Intelligenter ist.
01:11:15:14 – 01:11:32:15
Sprecher 1
Ich würde zumindest mal meine Fiktion was oder was meine andere Menschen was Fiktion betrifft nennen, weil es ist nichts dabei, wo ich sagen wir da raus kann ich eine Topliste basteln. Ich hatte halt auch Stromberg, ein Tatortreiniger. Dadurch haben wir schon viel geredet. Ja und war sicher, dass du den auch in deiner Top eins hast, weil es ist wirklich eine tolle Serie.
01:11:33:16 – 01:12:03:11
Sprecher 1
Dann habe ich Familie Heinz Becker, was aber einfach nostalgische Gründe hat. Es kommen die aber das ist nicht kein Topless Maria, das ist einfach eine süße und wirklich auch gelungene Gesellschaftssatire auf den deutschen Spießbürger. Aber durch diesen Heinz Becker, durch diesen saarländischen Spießbürger. Ich habe Hals über Kopf genannt, weil ich das als Kind echt zum Schreien fand. Das ist so eine Serie, in der immer wechselnde Kinder verschwinden oder weglaufen von zu Hause und dann über skurrile persönlich Personen stolpern, die immer gleich besetzt sind.
01:12:03:11 – 01:12:30:23
Sprecher 1
Das war einfach so ein etwas irre konfuses, skurrile. Und dann, zumindest was so High Value betrifft, hätte ich noch vier Blogs im Angebot. Da fand ich aber auch nur die erste Staffel gut und auch nicht bedingungslos, sondern da gab es viele Sachen, die mich auch gestört haben. Aber das ja relativ neu. Das war für mich so, zumindest so ein Moment, wo ich gedacht habe Oh!
01:12:31:07 – 01:12:55:00
Sprecher 1
Im deutschen Fernsehen ist doch was möglich, was sehr, sehr hohe Qualität hat, was die Produktion betrifft und definitiv, was für die Serie spricht. Die besten Schauspieler, die ich bisher im deutschen Fernsehen gesehen habe, also vor allem Kida Gordo, Ramadan, Ramadan, der den Ali spielt, den den Gangster Gangster Chef. Und ich habe einfach so ein Soft Spot für Frederick Lau.
01:12:55:03 – 01:12:56:11
Sprecher 1
Ich mache es immer, wenn ich den sehe.
01:12:56:11 – 01:13:06:11
Sprecher 2
Okay, verstehe. Ja, der ist eigentlich. Das stimmt. Soft Spot ist aber auch das richtige Wort, weil ich immer nicht ganz sicher bin, ob ich ihn. Aber man macht ihn irgendwie.
01:13:06:17 – 01:13:12:12
Sprecher 1
Er spielt immer so diese Strassen Typen. Es ist so ein bisschen festgelegt auf eine Rolle, aber die spielt ja auch immer wirklich gut.
01:13:12:12 – 01:13:13:05
Sprecher 2
Das stimmt ja.
01:13:14:21 – 01:13:32:19
Sprecher 1
Das wäre auch tatsächlich jetzt, um zu den Filmen zu springen. Dann tauche ich kurz ein bisschen um, damit ich das alles gleich als trennen kann. Top drei deutsche Filme also auf Platz drei habe ich Victoria von 2015, wo Frederick Lau ja auch mitspielt.
01:13:33:00 – 01:13:47:01
Sprecher 2
Ja, den habe ich nicht gesehen. Immer noch nicht. Ich habe ihn so lange schon auf der Liste. Damals, als er rauskam, haben zu viele Leute gesagt, das ist zu bemüht mit der Kameraeinstellungen, mit der einzigen Einstellung.
01:13:47:01 – 01:14:05:23
Sprecher 1
Man könnte Kamerafahrt. Ja, man könnte es als Gimmick Film abtun. Das ist aber nicht nur ein Film. Natürlich. Natürlich gewinnt er seine Faszination daraus, dass er einfach mal zwei Stunden wirklich nur eine Kamera und zwar ohne Tricks. Es wird zwei Stunden. Sie haben es dreimal gedreht, glaube ich. Und das dritte Mal haben Sie gesagt haben was? Ja, und es ist aber nicht nur das.
01:14:05:23 – 01:14:34:02
Sprecher 1
Es ist tatsächlich ein wilder Ritt durchs Berliner Nachtleben, auch mit vielen ruhigen Momenten und super inszeniert. Fantastische Schauspieler von Lea Costa und Frederick Lau in der Hauptrolle und wirklich, wirklich sehenswert. Mischung aus Drama, Tragikomödie Berlin und Thriller. Wirklich, wirklich guter Film. Okay, mein Platz zwei.
01:14:35:04 – 01:14:40:07
Sprecher 2
Warum bist du jetzt eigentlich bei Du bist Produktion und bist bei Filmproduktion?
01:14:40:16 – 01:14:44:24
Sprecher 1
Ja, ich bin. Ich bin. Ich bin in da. Wir sind bei TV Produktion.
01:14:44:24 – 01:14:46:21
Sprecher 2
Eigentlich sind wir bei TV Action.
01:14:47:04 – 01:15:12:09
Sprecher 1
Dann lass den dritten hier kurz sehen als kleinen Teaser auf, die auf die Filme und ich komme zu meinen TV Produktionen, die alle Non Fiction sind und ich habe ein paar andere Menschen. Ja, und zwar als erstes 1000 Meisterwerke, was stolze 13 Jahre auf dem WDR lief. Eine Sendung, in der zehn Minuten lang ein Bild, ein Gemälde oder eine Fotografie präsentiert wird und dann über dieses Bild gesprochen wird.
01:15:12:09 – 01:15:30:01
Sprecher 1
Und man sieht einfach nur die Details von dem Bild und es wird dann erzählt. Und da in der unteren Ecke sehen wir bei Hieronymus Bosch den Teufel und da sehen wir ein paar leidende Leute. Da oben sehen wir das und das und man findet ein paar Sachen davon bei YouTube. Ich hatte die auch alle mal irgendwann in meiner Film Piraterie Zeit auf Festplatte liegen.
01:15:30:10 – 01:15:40:12
Sprecher 1
Es sind ganz tolle Sendungen. Sie haben tatsächlich es sollte zuerst mal 100 Meisterwerke heißen und dann haben sie 1000 Meisterwerke draus gemacht und sind einmal quer durch die Kunstgeschichte Geile und Bilder, die kommentiert werden.
01:15:40:12 – 01:15:44:13
Sprecher 2
Also im Grunde im Podcast mit mitgelieferten Anschauungsmaterial.
01:15:44:19 – 01:15:55:08
Sprecher 1
Aber natürlich dynamisch. Die zeigen nicht zehn Minuten lang das Bild, sondern sie zoomen rein. Und das macht ja auch bei ganz vielen Gemälden Sinn, wirklich auf die Details zu gehen und zu sagen Da seht ihr das und das sieht ja, dass.
01:15:55:20 – 01:16:02:15
Sprecher 2
Ich glaube, ich habe zwei Folgen davon gesehen, fällt mir gerade auf. Stimmt ja, ein toller Kunstwert. Okay.
01:16:03:07 – 01:16:34:08
Sprecher 1
Dann als anonyme Menschen habe ich noch 19 Stories Primetime und zehn von der DTP wollte ich nicht in die Topliste packen, weil ich damit beruflich sehr stark verfremdet bin. Aber Alexander Kluge hat ganz tolle Kultur Formate gemacht und es ist allein schon wegen deren irren Geschichte, dass die nachts im Nachtprogramm von RTL und Sat1 liefen, wo Leute eigentlich Sexfilme gucken wollten und dann plötzlich über Helge Schneider gestolpert sind, der verkleidet ist als Römer und irgendwas erzählt von Hinrichtungen und warum so und so gekreuzigt werden muss.
01:16:35:03 – 01:17:00:09
Sprecher 1
Absolut sehenswert und bunte Mischung aus sind Rollenspielen zwischen Helge Schneider oder Peter und Alexander Kluge, einige Gespräche mit Prominenten und dann aber auch ganz viele wissenschaftliche Sendungen, wo über Entstehung von Schwarzen Löchern diskutiert wird oder über über diverse Tierarten, über Kulturgeschichte. Alles drin, bunt gemischt, Wahnsinn und total erschlagend.
01:17:00:09 – 01:17:06:18
Sprecher 2
Alexander Kluge ist derjenige, der eigentlich mehr redet. Aus dem Off.
01:17:06:18 – 01:17:10:02
Sprecher 1
Das ist doch interessant. Das finden wir doch auch in der griechischen Mythologie wieder.
01:17:11:07 – 01:17:26:10
Sprecher 2
Und dann was zum großen Vortrag aus aus Holt, während er eigentlich der Kamera ist und nur zu hören ist und derjenige, der vor der Kamera ist, die ganze Zeit ja und dann versucht reinzukommen, wieder rein zu grätschen. Ja, aber ich komme nicht mehr zu Wort. Alexander Kluge redet.
01:17:26:19 – 01:17:44:06
Sprecher 1
Und es ist so toll, weil es also, was für mich so bezeichnend ist, es gibt ein Gespräch mit einem Wasser Sommelier. Er hat jemanden, der im Hotel arbeitet und der Wasser Sommelier ist und den Leuten eben das Wasser präsentiert und empfiehlt, welches Wasser sie zum Essen bringen sollen und der total leidenschaftlich davon berichtet, dass dieses Wasser sauer schmeckt.
01:17:44:06 – 01:18:14:09
Sprecher 1
Das schmeckt salzig und dann holt Kluge aus und sagt Und das Wasser von Vichy, das war doch die französische Besetzung damals, als also als die Deutschen Frankreich besetzt haben. Und wie würden Sie sagen, schmeckt dieses Wasser? Und dann sagt er natürlich irgendwas. Wieso? Es schmeckt salzig, ein bisschen sehr interessant und versucht da diesen Kontext herzustellen mit der Geschichte der deutschen Besatzung Frankreichs und mit diesem Vichy Regime, dass das quasi unter deutschen Gnaden dirigiert hat und auch autoritär autokratisch war.
01:18:14:19 – 01:18:37:20
Sprecher 1
Und alles ist so eine schöne Mischung und das haben wir ganz oft bei ihm, Weil Alexander Kluge ist natürlich ein Kulturmensch und rechts Mensch und das sind die Themen, wo er sich auskennt. Das heißt, wenn er mit einer Mikrobiologin spricht über Bakterien, dann muss er irgendwie versuchen, das reinzubringen, was er kennt. Und dann fängt er halt an, irgendwie von Virus XY zu Goethe zu kommen.
01:18:38:06 – 01:18:43:16
Sprecher 1
Und ihm gelingt das auch immer. Und das macht diese Sendung so fantastisch. Etwas spröde.
01:18:43:23 – 01:18:45:10
Sprecher 2
Ja, für jeden Geschmack.
01:18:45:11 – 01:19:17:01
Sprecher 1
Ja, aber auf jeden Fall. Es wird DCP, TV, da gibt es ganz viele Sendungen. Wir haben ein großes Archiv und ich bin unter anderem daran beteiligt, dass dieses Archiv nach und nach veröffentlicht wird. Deswegen habe ich es nur als Anzahl Menschen, weil Disclaimer Ich ich arbeite mit der letzten zusammen und ja, ja, mein Platz drei auch Kultur, Fernsehen, Deutsch französische Koproduktion Karambolage auf Arte Ach geil, ganz tolle Sendung.
01:19:17:01 – 01:19:38:22
Sprecher 1
Stimmt, wo deutsche und französische Macken erzählt werden, damit die Deutschen ein besser Frankreich verstehen und die Franzosen ein bisschen besser Deutschland verstehen. Und es wird über Sprache geredet, über Kultur, über Essgewohnheiten, über Alltag. Immer Mit einem Augenzwinkern, immer mit einem bisschen ironischen Ton, ganz liebevoll. Tolles Programm zur Völkerverständigung. Ich liebe es.
01:19:39:06 – 01:20:04:17
Sprecher 2
Es gibt so eine Folge, wo dabei war Matthieu ist unser. Wir haben einmal einen Film mit Matthieu gemacht. Eve war das ja, über den wir auch schon mal gesprochen haben hier. Und Mathieu war es Franzose und hat immer schon außer Schauspieler zu sein, das Bedürfnis gehabt, selber eben zu produzieren oder Sachen als Kameramann und als Redakteur irgendwie auch zu machen.
01:20:05:06 – 01:20:15:12
Sprecher 2
Und irgendwann habe ich Mathieu bei Karambolage entdeckt und eine Folge Ich weiß nicht, ob er das mehr macht. Ich muss ihn mal fragen. Ja, toll. Ich eine ganz, ganz tolle Sendung.
01:20:15:21 – 01:20:16:09
Sprecher 1
Fantastisch.
01:20:16:09 – 01:20:16:13
Sprecher 2
Ja.
01:20:16:24 – 01:20:34:11
Sprecher 1
Was? Ich weiß gar nicht. Das läuft immer noch. Seit 2004. Seit 16 Jahren. Geil. Und ich habe mit Sicherheit nicht alle Episoden gesehen. Es sind auch kurze Episoden. Guckt einfach mal rein, guckt euch die aktuellen Episoden bei Arte an oder schaut, ob wir auf YouTube ein bisschen Archivmaterial Es ist ja immer so schwierig, von den öffentlich rechtlich produzierten Sachen online zu finden, was echt eine Schande ist.
01:20:34:23 – 01:20:37:11
Sprecher 1
Aber Karambolage ist einfach einfach total toll.
01:20:37:17 – 01:20:47:17
Sprecher 2
Die ganze Arte Mediathek lohnt sich definitiv. Also das ist wirklich toll. Drei Sat und Arte, die beiden Mediatheken. Da kann man wirklich viel tolles, kulturell Wertvolles finden.
01:20:47:22 – 01:21:03:05
Sprecher 1
Definitiv Platz Nummer zwei, auch nicht mehr so jung, fast zehn Jahre alt aus dem Jahr 2012. Roche und Böhmermann. Ja, die beste Talkshow, die hier im deutschen Fernsehen gelaufen ist. Aber wirklich so viele ihre Ideen.
01:21:03:09 – 01:21:04:01
Sprecher 2
Wahnsinn!
01:21:04:01 – 01:21:29:24
Sprecher 1
So ein tolles Spiel mit dem Format, Die ständige Brüche mit dem Format, so ein paar kleine Skandale, weil sie während der Sendung geraucht haben. Ja, absolut, Absolut sehenswert. Ja, Wie sie mit ihren Gästen umspringen, wie sie miteinander umspringen, wie die Sendung mit ihnen umspringt. Zum Beispiel, dass sie während Böhmermann Herrn Roach eine Frage stellt, sich mit einem Gast unterhält, wird plötzlich das komplett ausgeblendet.
01:21:29:24 – 01:21:44:22
Sprecher 1
Und wir hören den inneren Monolog von Böhmermann, der sich darüber ärgert, was in der Sendung stattfindet. Und kurz darauf wird das Ganze wiederholt, wenn Böhmermann mit dem Gast redet, dass wir den inneren Monolog von Roz hören, die dann so denkt Ach, unser Böhmermann quatscht zu viel, was soll das eigentlich? Komplett abgefahren.
01:21:45:18 – 01:21:56:11
Sprecher 2
Toll! Ganz, ganz tolle, super Sendung. Ich habe mich sehr. Ich war sehr traurig, als die aufgehört hat und wir wissen bis heute nicht, was das war, weil Rosch und Böhmermann beide gesagt haben Lass uns darüber nicht reden.
01:21:56:24 – 01:22:09:24
Sprecher 1
Es waren auch das Publikum. Also wenn ich es richtig verstanden habe, die hatten schon auch so ein bisschen Beef dann. Aber es hing damit zusammen, dass die Produzenten von ihnen sich verstritten haben. Und Böhmermann hat sich auf die Seite von dem einen Produzenten geschlagen, Roach auf die Seite von dem anderen Produzenten.
01:22:10:01 – 01:22:10:12
Sprecher 2
Okay.
01:22:10:23 – 01:22:21:07
Sprecher 1
Und dann? Dann gab es, glaube ich, wirklich einen Rechtsstreit. Wem gehört die Sendung? Deswegen hat es auch so lange gedauert, bis Böhmermann das Ganze mit Olli Dittrich noch mal aufgefangen hat.
01:22:21:07 – 01:22:22:10
Sprecher 2
Dietrich Nein, mit, mit.
01:22:22:10 – 01:22:31:11
Sprecher 1
Mit Olli Schulz, Olli Schulz. Dittrich Ich hatte tatsächlich bei einen Menschen noch Samstagnacht, weil ich das als Kind total gerne habe.
01:22:32:04 – 01:22:32:21
Sprecher 2
Das war so cool.
01:22:32:21 – 01:22:37:04
Sprecher 1
Und Dittsche war natürlich auch ein tolles Format. Dittsche war ein tolles Fiction Format, was man hatte. Hier reinbringen kann.
01:22:37:11 – 01:22:41:13
Sprecher 2
Es immer noch existiert, aber ich habe es schon gesehen. Oh, toll, dazu gibt es noch.
01:22:41:24 – 01:23:04:03
Sprecher 1
Habe ich lange nicht mehr gesehen, aber Dittsche ist auf jeden Fall auch sehenswert. Soll helfen. Jetzt müssen wir ganz viel rausschneiden, weil ich will jetzt mein Wissen hervorkramen und am freiem Improvisieren bin. Also Olli Dittrich hat das gemacht Blind Date mit Anke Engelke zusammen. Ganz tolles Format, waren ein paar Folgen. Ich weiß gar nicht wie viele. Ich finde es gleich immerhin sechs Episoden, wo sie beide Rollen kriegen.
01:23:04:17 – 01:23:15:03
Sprecher 1
Ja, und sie erfahren, was über ihre Rollen wie die vom Charakter sind. Und dann treffen sie sich und dann improvisieren sie. Und dann wird daraus ein Fernsehfilm, der halt so lange dauert, wie man muss.
01:23:15:09 – 01:23:16:07
Sprecher 2
Geil, Mann Ja.
01:23:16:16 – 01:23:33:06
Sprecher 1
Es gibt kein Drehbuch. Es gibt nur Ihre. Was? Was? Sie halt vorher über Ihre Rollen wissen. Sie machen so eine Mischung aus Rollenspielen und Improvisation aber nicht rein. Comedy hatte natürlich klar mit Anke Engelke und Olli Dittrich. Muss das diesen Comedy Aspekt haben. Aber nicht nur. Es gab zum Beispiel eins im Fahrstuhl, das war dann am Schluss einfach eine schöne Liebesgeschichte.
01:23:33:18 – 01:23:38:20
Sprecher 1
Und wo Sie in dieser Improvisation dann festgestellt haben okay, unsere beiden Figuren verlieben sich ineinander, am Schluss küssen sie sich.
01:23:39:03 – 01:23:44:20
Sprecher 2
Oh, es gibt eine legendäre WHO, wo er Taxifahrer ist und in der Gegend rum fährt.
01:23:44:21 – 01:23:46:17
Sprecher 1
Das war das zweite von 2002.
01:23:47:14 – 01:23:53:00
Sprecher 2
Also man sieht deutsches Fernsehen hat schon auch seine lichten Momente. Es gibt eine tolle Sache. Auf jeden.
01:23:53:00 – 01:23:54:15
Sprecher 1
Fall. Man muss ein bisschen kramen.
01:23:54:15 – 01:24:10:20
Sprecher 2
Offensichtlich ja. Aber es gibt wirklich tolle Sachen. Und mir ist es bei den Produktion TV Products bei den beiden allgemeinen Produktionen aufgefallen, dass es ein kleines bisschen an ein Highlight in einem bestimmten Zeitraum gibt. Aber Darüber können wir gleich noch mal machen. War damals zu.
01:24:10:20 – 01:24:15:17
Sprecher 1
Ende mein Platz eins Christoph Schlingensief Oh, 3000.
01:24:15:18 – 01:24:16:03
Sprecher 2
Okay.
01:24:16:21 – 01:24:25:07
Sprecher 1
Hatte nur acht Episoden. Christoph Schlingensief fährt Berliner Ubahn und lädt sich Gäste ein und dreht dann komplett am Rad.
01:24:25:17 – 01:24:26:22
Sprecher 2
Also im Grunde wie seine Talkshow.
01:24:27:03 – 01:24:30:15
Sprecher 1
Ja, wie seine Talkshow. Genau wie seine Talk Talk Show Steroiden. Ein bisschen.
01:24:30:18 – 01:24:32:10
Sprecher 2
Ja. Du hast das auch auf Steroiden.
01:24:32:19 – 01:24:51:02
Sprecher 1
Weil er dann die Leute aus der Ubahn zum Beispiel. Er schmeißt dann seine Gäste aus der Ubahn raus und bleiben am Bahnhof. Steht und so und er wechselt schnell die Bahn und die Kameraleute versuchen ihn einzufangen und ihm hinterher, weil sie nicht genau wissen, was er gerade vorhat und wie sie es halt so für einen von der Volksbühne inspirierten, von Castorf inspirierten Künstler gehört.
01:24:51:14 – 01:25:14:09
Sprecher 1
Da kommt halt auch mal ein Liter Blut zum Einsatz, der umgeworfen wird. Oder es gibt wirklich Talk zehn, bei denen man nicht genau weiß, was ist gestellt, was, was ist echt daran? Und es ist einfach ein irres Spiel mit dem Medium. Lief auf MTV, wo sonst? Und es war mein erster Kontakt mit Christoph Schlingensief im Jahr 2008, als ich noch als ich.
01:25:14:09 – 01:25:23:07
Sprecher 1
Als ich 17 Jahre alt war, habe ich zum Ersten Mal Christoph Schlingensief in Kontakt gekommen und zwei und 3000, und es war nur so What the fuck? Was ist das? Keine Ahnung, aber ich find’s geil.
01:25:23:09 – 01:25:33:06
Sprecher 2
Ja, okay. Ich kann mir dich sehr gut. Geil. Kenne ich eigentlich Fotos von dir mit 17? Oh.
01:25:33:14 – 01:25:37:18
Sprecher 1
Damals hatte ich so eine Art Iro, blond gefärbt und an der Seite abrasiert.
01:25:37:18 – 01:25:39:00
Sprecher 2
Oh, mein Gott. Nicht mal.
01:25:39:00 – 01:25:41:07
Sprecher 1
Fotos mitbringen. Ganz offiziell kann es nicht sein.
01:25:41:08 – 01:25:46:11
Sprecher 2
Ja, bitte bring Fotos zum Podcast mit.
01:25:48:00 – 01:25:48:09
Sprecher 1
Okay.
01:25:49:12 – 01:26:15:23
Sprecher 2
Okay. Dann hätten wir die, die die Produktionen, die Filmproduktionen in Deutschland, weil es ja durchaus ein Unterschied, ob man fürs Fernsehen oder fürs Kino produziert, sowohl in der Anzahl der Drehtage. Oft wird im Kino sehr viel mehr an Drehtagen veranschlagt und das Budget wird auch anders zusammengesucht. Also die Sender müssen es nicht wuppen, sondern es wird viel von mehreren Fördertöpfen zusammengeworfen.
01:26:16:21 – 01:26:19:21
Sprecher 2
Dadurch hast du eine Chance, mehr zu machen.
01:26:20:08 – 01:26:21:10
Sprecher 1
Wie Til Schweiger zum Beispiel.
01:26:21:11 – 01:26:23:24
Sprecher 2
Mittlerweile zum Beispiel. Ja.
01:26:24:09 – 01:26:26:14
Sprecher 1
Deswegen habe ich auch noch meine Top drei Til Schweiger Filme.
01:26:26:19 – 01:26:31:19
Sprecher 2
Ja, ja, bei mir auch. Also es gibt ja in Deutschland kaum was anderes, Besseres als Til Schweiger.
01:26:33:05 – 01:26:36:02
Sprecher 1
Man kann tatsächlich mal die ganze.
01:26:36:02 – 01:26:37:21
Sprecher 2
Zeit auf Toilette gehen, mich übergeben.
01:26:39:12 – 01:26:48:19
Sprecher 1
Ich wollte gerade sagen, es ist tatsächlich so, dass meine Abneigung gegenüber Til Schweiger so weit geht, dass ich fast Inglourious Basterds nicht geguckt hätte, als ich gelesen habe, dass der da mitspielt.
01:26:49:00 – 01:26:54:00
Sprecher 2
Ich auch wirklich. Ich saß davor und habe gedacht Scheiße, das kann ich nicht machen.
01:26:54:02 – 01:26:58:14
Sprecher 1
Ja, es ist wirklich krass. Ich habe wirklich, ich habe ein ungutes Gefühl bei diesem Mann.
01:26:59:23 – 01:27:13:23
Sprecher 2
Wirklich. Und der ist auch, der ist halt wirklich Stulle. Das muss man mal! Tut mir leid, ganz, ganz dolle leid. Und es gibt ganz viele Leute, die gesagt haben, sie haben mit ihm gedreht und sie fanden sie ganz toll. Aber dieser Mann ist einfach Stulle.
01:27:14:13 – 01:27:30:09
Sprecher 1
Ich finde auch wenn man ihn in Talksendungen sieht und so, das ist immer so ein Fremdschämen Moment und was er redet und wie er redet. Und jetzt hat er seine ganzen Bälger überall rum geworfen. Und ja, in allen deutschen Film ist na gut.
01:27:32:00 – 01:27:42:14
Sprecher 2
Dann bist du jetzt. Aber wenn du schon angefangen hast mit einem Platz drei, der zur Erinnerung, was war dann Platz drei der Victoria Victoria? Sehr gut. Dann hast du andere Menschen.
01:27:43:04 – 01:28:12:22
Sprecher 1
Ganz viele. Ich habe alles, was ich, worüber wir immer mal wieder reden, als auch über Menschen gemacht. Natürlich, wenn ich den Top drei der besten deutschen Filme zusammenstellen würde, wären das deutsche Stummfilme und die der neue deutsche Film der 70er, also Caligari und das Thema Amok und Angst essen Seele auf und Akira, der Zorn Gottes usw Deswegen hab ich die alle mal ausgeklammert und habe versucht etwas aktuellere Filme zu finden und als genau und da habt ihr alle ausgeklammert und das würde ich gerne noch einmal als andere Menschen nennen.
01:28:13:01 – 01:28:17:08
Sprecher 1
Auch eigentlich. Es gehört ja auf Platz eins, weil das eine der besten ist, die je gedreht wurden.
01:28:17:23 – 01:28:19:05
Sprecher 2
Ja, ich weiß nicht mal aus meiner Liste aus.
01:28:19:17 – 01:28:29:12
Sprecher 1
Na ja, so leicht ist schon wieder dieses pragmatische Denken.
01:28:29:12 – 01:28:30:18
Sprecher 2
Ich darf das nicht mehr anfangen.
01:28:31:13 – 01:28:34:03
Sprecher 1
Wann ist ein Platz frei? Oder andere Menschen?
01:28:34:19 – 01:28:41:23
Sprecher 2
Andere Menschen? Wir müssen. Wir müssen sehr ausführlich darüber reden. Aber Lasst uns das gleich nachher machen. Wir machen erst mal einfach die Filme.
01:28:42:09 – 01:28:42:18
Sprecher 1
Okay?
01:28:43:23 – 01:29:02:06
Sprecher 2
Und zwar hätte ich gerne. Ich mache jetzt wieder ich klammer. Tatsächlich. Ich habe genau die gleiche Gedanken gehabt wie du. Metropolis wird ausgeklammert. Ganz andere Zeit. Zeiten, in der der der Deutschen im Film noch so groß war wie nie wieder danach.
01:29:02:19 – 01:29:06:00
Sprecher 1
Damals war das deutsche Kino die Speerspitze der Kinolandschaft.
01:29:06:00 – 01:29:37:16
Sprecher 2
Überhaupt auf der ganzen Welt. Ja, also das muss man schon sagen. Und es ist es so traurig, dass uns gewisse politische Umstürze da haben wir, wie in vielen Bereichen hat uns das sehr weit zurückgeworfen. Aber wir haben, wir haben trotzdem tolle Sachen geschafft und auf Platz drei würde ich gerne Pappa ante portas rausschmeißen. Und Pina von Wim Wenders über Pina.
01:29:37:16 – 01:29:40:23
Sprecher 1
Bausch, den ich noch nicht gesehen habe.
01:29:40:23 – 01:30:04:05
Sprecher 2
Wenn der stellvertretend für Wim Wenders und für mich mal war, Wim Wenders ein ganz toller Regisseur ist auf einem ganz bestimmten Gebiet. Aber die Art und Weise kann Wim Wenders mögen oder nicht mögen. Aber wenn man den Markt, dann hat man viel Spaß mit ihm und visuell viel Spaß. Gerade bei Pina jetzt sehr viel visuell Spaß, vor allem, weil es eben um Tanz geht.
01:30:04:05 – 01:30:33:20
Sprecher 2
Pina Bausch ist eine eine Tänzerin gewesen, leider. Die ist gestorben. Vor was ich nicht sechs Jahren, ich kann es nicht genau sagen. Zehn Jahre schon. Oh Gott, ich weiß es nicht genau. Auf jeden Fall vermisst die Tanzszene Pina Bausch sehr, weil sie eine unglaublich gute Choreografin und Art und Tänzerin war, die einen riesigen Verdienst dem deutschen und dem weltweiten Tanz hinterlassen hat.
01:30:34:05 – 01:30:55:17
Sprecher 2
Unglaublich. Und ich finde es so toll, dass sie sich das in das Wim Wenders Ich Wenders dessen angenommen hat und versucht hat, das filmisch aufzuarbeiten, was, was Pina Bausch der Welt hinterlässt. Und das ist ganz großartig geworden. Schön. Ja, genau, das wäre jetzt mein einziger Non Fiction Beitrag.
01:30:57:06 – 01:30:59:09
Sprecher 1
Also, das ist ein Dokumentarfilm.
01:30:59:17 – 01:31:01:10
Sprecher 2
Es ist eine Art Dokumentarfilm. Ich dachte.
01:31:01:10 – 01:31:01:13
Sprecher 1
Dass.
01:31:02:02 – 01:31:07:08
Sprecher 2
Es ist. Ja, es wird ganz viel getanzt. Und so weiter. Aber es ist kein. Kein typischer personalisierter Film.
01:31:09:01 – 01:31:13:17
Sprecher 1
Interessant. Ich habe auch keinen Dokumentarfilm drin. Und du hast auch keinen Dokumentarfilm drin.
01:31:13:23 – 01:31:14:04
Sprecher 2
Nee.
01:31:14:11 – 01:31:46:00
Sprecher 1
An dann muss ich im Hinterkopf behalten, über den ich gerne reden würde. Zwei Also gibt es die wirklich gute deutsche Dokumentarfilme? Ja, eigentlich schade, da ich keinen davon die Liste gepackt habe. Mein Platz zwei. Ich musste in diese Liste einen Heimatfilm aufnehmen, weil das das Das deutsche Filmgenre ist einfach der Heimatfilm. Es gibt einen ganz tollen Film aus dem Jahr 2006, der dieses die Lausbuben Thematik und diese bayerische Heimat Romantik modernisiert hat.
01:31:46:11 – 01:32:15:07
Sprecher 1
Wer früher stirbt ist länger tot. Von Markus Rosenmüller habe ich nicht gesehen. Ein kommt ein wirklich urig bayerischer Film. Ich muss mir Untertitel an machen, wenn ich den gucke, weil ich nicht so viel verstehe, weil die halt wirklich einfach mal bayerisch tiefstes Bayerisch reden. Eine ganz, ganz, ganz tolle Komödie über ein kleines Kind, das eigentlich liebe Sachen machen will und ständig Ärger verursacht und dann irgendwann Angst hat, in der Hölle zu landen.
01:32:15:07 – 01:32:37:22
Sprecher 1
Deswegen auch ganz schreckliche Albträume hat von der Hölle. Wundervolle Mischung aus, Fantasie und Realität. Und dieser Junge, der versucht dann halt dieses Schicksal der Hölle zu entgehen, indem er gute Dinge tut. Aber er ist halt jemand, der Chaos stiftet und die guten Dinge, die er tut, sind halt meistens nicht so wirklich gut oder sorgen für sehr viel Ärger.
01:32:38:16 – 01:32:50:21
Sprecher 1
Ganz liebevoller der ganz toll, dieser diese bayerische Volkstümlichkeit mit Rock’n’Roll und mit Kindergeschichte, mit Märchen und Fantasie mixt. Super, fantastischer Film.
01:32:51:06 – 01:33:09:07
Sprecher 2
Toll. Cool. Okay, mein Platz zwei wäre dann Ödipus wäre auch aus Ödipus. Ödipus von Ödipus.
01:33:09:07 – 01:33:10:04
Sprecher 1
Ich Ja.
01:33:10:07 – 01:33:28:15
Sprecher 2
Äh, ja. Also, also, äh, Loriot immer. Loriot funktioniert immer großartig. Ganz, ganz toll. Ich würde Oh Boy auf meinen Platz zwei packen. Oh Boy sagte gar nichts.
01:33:28:15 – 01:33:29:08
Sprecher 1
Ich glaube nicht.
01:33:29:13 – 01:34:00:19
Sprecher 2
An einen Schwarz Weiß Film über Berlin, über über Figuren in Berlin, Menschen, die versuchen, dazuzugehören oder nicht dazu zu gehören. Und ich kann ihnen nicht genau sagen, was eigentlich dieser Film erzählt. Aber wenn ich Disney Debütfilm sogar vermute ich habe seinen Namen vergessen, verdammt, lohnt sich lohnenswert. Ich war ganz überrascht. Das war nämlich der Moment. Und deswegen kommt er überhaupt in die Liste, weil.
01:34:01:12 – 01:34:02:07
Sprecher 2
Genau zwei.
01:34:02:07 – 01:34:02:24
Sprecher 1
1012.
01:34:03:09 – 01:34:21:15
Sprecher 2
Ich bin ganz, ganz viele tolle Filme, die in dieser Liste landen könnten. Aber diesen nehme ich, weil das mir das erste Mal seit ganz vielen Jahren wieder gesagt hat Ach, es gibt deutsche Filme, die cool sind. Das war mein Revival für deutsche Filme quasi noch mal, und deswegen habe ich den jetzt in die Liste gepackt.
01:34:21:15 – 01:34:46:11
Sprecher 1
Denn tatsächlich, ich habe jetzt einmal kurz den Regisseur angeklickt, ich kenne Nachfolge Film von dem Regisseur Lara mit Corinna Harfouch ist auch ein ganz toller Film, war so eine Tragikomödie mit so einem leicht bitter zynischen Ton, relativ langsam und ruhig erzählt und mit Corinna Harfouch, die ganz großartig die Mutter eines Pianisten spielt, die so ein bisschen ihre Lebensentscheidungen bereut und von ihrem Sohn entfremdet ist.
01:34:46:11 – 01:34:49:11
Sprecher 1
Der Sohn wird gespielt von Tom Schilling, der den auch.
01:34:49:24 – 01:35:04:13
Sprecher 2
Gespielt hat, auch. Ja, und der mir auch Tom Schilling noch mal wieder weiß, Tom Schilling vorher ein bisschen seltsam fand. Und jetzt in diesem Film, fand ich einfach gut. Und ich glaube, er ist einfach erwachsen geworden. Und fand den ganz toll.
01:35:04:13 – 01:35:06:13
Sprecher 1
Ich Mag. Tom Schilling Ich finde das ein guter Schauspieler.
01:35:06:21 – 01:35:08:10
Sprecher 2
Ja, ist auf jeden Fall ein guter Schauspieler.
01:35:08:18 – 01:35:37:11
Sprecher 1
Also er spielt natürlich nicht nur in guten Sachen mit, aber ich finde, der hat als mit seiner Ausstrahlung am. Ja, okay. Interessant wir uns dann auf jeden Fall auf die Liste. Lara ist nicht meiner Liste, aber Lara ist ein toller deutscher Film. Den habe ich selber von oder vor zwei Jahren veröffentlicht. Mein Platz eins ist, Dann bin ich doch ein bisschen konservativ geworden und bin zu Andreas Dresen gesprungen und habe halt auf freier Strecke genommen aus dem Jahr 2011.
01:35:37:11 – 01:36:07:08
Sprecher 1
Nah am Drama Tragikomödie, eher realistisches Drama von Andreas Dresen über einen Mann, der einen Gehirntumor hat und ganz klar weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Und wenn man Dresen nicht Mag, wird man diesen Film wahrscheinlich auch nicht mögen, weil er ein sehr nüchternen Bildern ruhig erzählt, einfach darstellt, wie die Familie war. Sie heirateten, hat zwei Kinder, wie die den Alltag gestalten mit seiner Krankheit und wie er sich langsam verändert, wie er langsam dem Tod entgegen entgegengeht.
01:36:07:24 – 01:36:29:06
Sprecher 1
Ein unglaublich sensibler und melancholischer Film, der sehr traurig ist, weil er eben so nüchtern erzählt, aber auch immer wieder lustige Momente findet. Kein böser Humor, kein bitterer Humor, sondern einfach so live. Skurriler Humor, der zum Alltag gehört und der halt einfach dabei ist, auch wenn man stirbt. Wunderschöner Film.
01:36:29:15 – 01:36:42:07
Sprecher 2
Ich habe Andreas Dresen immer als als heimlichen Dokumentar filmer im Kopf. Ist er auch. Eigentlich ist er Dokumentarfilmer, oder? Ja, auch seine ganzen fiktionalen Projekte sind eigentlich Dokumentarfilme.
01:36:42:15 – 01:37:00:12
Sprecher 1
Er hat ein unglaublich gutes Gespür dafür, diese kleinen Alltäglichkeiten in seine Filme einzubauen. Und dadurch wirken die realistisch, dass Menschen halt mal stolpern, aber es keine großen Konsequenzen, dass Menschen im Alltag alberne Dinge machen und es keine großen Konsequenzen hat, weil das einfach dazugehört.
01:37:00:13 – 01:37:28:10
Sprecher 2
Ja, toll. Ich. Mag Andreas Dresen also ich mache ihn auch als Menschen. Ich habe in Vorlesungen mehrere mit ihm erlebt und für den ganz spannenden Menschen Ja, Andreas Dresen, lohnt sich mein Platz eins. Ich habe auch Die Blechtrommel und so nicht Blaue Engel und und Cloud Atlas passt auch nicht wirklich dazu, weil weil es auch eigentlich als deutsche Produktion Nee, aber es ist eine amerikanische.
01:37:29:07 – 01:37:51:14
Sprecher 2
Eigentlich so vom Gefühl her und so, so Sachen habe ich also weggelassen. Sonnenallee nicht? Hast du den Eindruck? In der Recherche habe ich nämlich rausgefunden, dass mich vor allem die Filme ansprechen angesprochen haben die Deutschen, die Ende der 90er, Anfang 2000 gelaufen sind. Gibt es da so eine Hochzeit von deutschen Kinoproduktionen?
01:37:51:18 – 01:37:52:24
Sprecher 1
Kannst du ein paar Beispiele nennen?
01:37:52:24 – 01:38:25:02
Sprecher 2
Genau. Das sind nämlich alles solche Sachen wie Jenseits der Stille nach Heaven’s Door Comedian Harmonists. Lola rennt war damals Sonnenallee, Buena Vista, Social Club, Ami und Jaguar. Vergiss Amerika. Crazy Das Wunder von Bern. Schulze The Blues Goodbye Lenin! Fetten Jahre sind vorbei. Das sind diese Filme, die in diesem Zeitraum entstanden sind. Die haben alle einen bestimmten Typ. So irgendwie er Irgendwie ist das so eine bestimmte Zeit, in der bestimmte Filme rausgekommen sind.
01:38:25:23 – 01:38:45:18
Sprecher 2
Und dann sind das eben solche Regisseure wie Hans Christian Schmidt und Wim Wenders und Hans Weingartner und eben Tom Tom Tykwer und Caroline Link, die wirklich tolle Sachen gemacht haben in der Zeit und ich höre von Hans Weingartner nur noch über Facebook, was aber so ganz selten was über seine Projekte.
01:38:47:09 – 01:39:08:04
Sprecher 1
An die deutsche Filmgeschichte grundsätzlich ist ein totales Auf und Ab. Und Ende der 90er kommen wir ja aus einer sehr düsteren Zeit der deutschen Filmgeschichte und ich weiß, dass der immer so hochgehalten wird, weil der auch wirklich wichtig war für die Entwicklung des deutschen Films. Aber ich mache partiell Bernd Eichinger verantwortlich.
01:39:08:12 – 01:39:09:18
Sprecher 2
Oh, okay.
01:39:09:18 – 01:39:38:07
Sprecher 1
Weil der Anfang der 90er sehr viele von diesen Komödien produziert hat, die so was ausgelöst haben. Wir haben, wir, haben wir haben. In den Neunzigern haben wir zum einen diese Schweiger Komödien, also so was wie Männer, Pension, der bewegte Mann, dann die ein bisschen trashige Richtung Manta, Manta und so, und es war so eine Zeit, in der Bernd Eichinger hat viel von dem Zeug produziert, zum Beispiel auch das super Weib.
01:39:38:13 – 01:39:42:19
Sprecher 1
Nun voll normal und Ballermann Sex mit Gerhard, okay.
01:39:42:19 – 01:39:43:00
Sprecher 2
Ja.
01:39:44:18 – 01:40:02:18
Sprecher 1
Und vielleicht war das dann so Ende der 90er, Anfang 2000. Also ein bisschen Aufbäumen, so eine Art junger deutscher Film für mich. Für mich ist die Zeit nicht so eine große Aufbruchs. ZEIT Also ich sehe, was du meinst. Ich glaube auch, ich finde auch viele von denen, die jetzt gut, bei anderen denke ich. Aber vielleicht ist es auch ein bisschen Nostalgie.
01:40:02:19 – 01:40:11:15
Sprecher 1
Also zum Beispiel so was wie Sonnenallee habe ich eher so als nette deutsche Komödie in Erinnerung, die ja oder auch so gut bei Lenin ja, das war so die Zeit der Wie heißt er?
01:40:12:18 – 01:40:13:10
Sprecher 2
Daniel Brühl.
01:40:13:10 – 01:40:36:00
Sprecher 1
Der Daniel Brühl Filme. Daniel Brühl und Moritz Bleibtreu waren irgendwie so damals schauspielern, die hatten oft was Junges verkörpert. Dann gab es ja auch das Experiment, der wirklich sich an das Genre Kino angelehnt hat. Und wirklich, ja, so ein Versuch war, so ein deutscher deutschen Genrefilm zu machen. Aber wenn ich daran zurückdenke, kommen mir diese Filme doch alle noch mal so ein bisschen bieder vor im Vergleich zu dem, was in den letzten zehn Jahren im Kino passiert ist.
01:40:36:03 – 01:40:49:23
Sprecher 1
Ich habe das Gefühl, wir kommen jetzt gerade so ein bisschen in eine Hochzeit, in der die Deutschen sich wieder trauen, Genrefilme zu machen. Und es geht ganz oft schief. Aber es entstehen so Filme wie Der Nachtmahr.
01:40:50:24 – 01:40:51:18
Sprecher 2
Oder.
01:40:52:04 – 01:41:03:14
Sprecher 1
Schneeflöckchen, der Ich weiß nicht, ob du den gesehen hast, der so ein Versuch war, ein deutscher Tarantino zu machen. Ja, ein guter Film, aber Mut zum Experiment und Mut dazu, so ein bisschen was anderes zu machen und zu versuchen, mal so aus der Reihe zu tanzen.
01:41:04:06 – 01:41:32:21
Sprecher 2
Ich habe das Gefühl, dass das ein kleines bisschen im Sande verlaufen ist. Jetzt diese Sachen wie Nachtmahr. Und so weiter. Es gab ja jetzt auch dieses Ich weiß nicht, ob der Begriff Mumble Chor was sagt. Das sind so von von seinen Namen gerade nicht die, die auch ein bisschen zu tun gehabt. Die machen jedenfalls so Impro Filme. So, wir haben eine Idee Gruppe, einen Film lassen, sondern es Schauspieler aufeinandertreffen.
01:41:32:21 – 01:41:59:19
Sprecher 2
Wir klären vorher, in welche Richtung die Szene gehen könnte, dann sehen wir das Ganze. Ich bin kein großer Fan von improvisierten Filmen, aber das ist etwas, was sich in den letzten Jahren so entwickelt hatte und was eine große Hochzeit bekommen hatte, die ganz viel unterstützt wurde Max Ophüls Festival und so viele Preise in der Richtung aus der Richtung bekommen hat und so, aber.
01:42:00:18 – 01:42:13:22
Sprecher 2
Aber irgendwie hat sich das alles ein bisschen verlaufen. Ich hätte vielleicht gerne noch mehr davon gesehen, auch wenn ich kein großer Fan davon bin, aber ich finde diese Idee vielleicht nicht so schlecht.
01:42:14:04 – 01:42:41:06
Sprecher 1
Ja, das ist vielleicht noch mal noch mal was anderes. Also dass auch so zwei, die nebeneinander existieren, weil ich denke, vor allem wenn ich an gute deutsche Filme der letzten Jahre denke, denke ich halt wirklich an so Filme, die in den klassischen Genres beheimatet sind Thriller, Horror, Fantasy, Science Fiction. Also zum Beispiel eben so was wie Schneeflöckchen, was irgendwie so ein bisschen Tarantino ist oder so was wie Victoria, was irgendwie ein Thriller ist oder so was wie Rammbock, was so ein deutscher Zombiefilm ist.
01:42:42:07 – 01:42:53:10
Sprecher 1
Und wie gesagt, das sind nicht alles hundertProzent gelungene Filme, aber ich habe es Gefühl, da könnte was entstehen und die Deutschen können sich ein bisschen mehr trauen. Vielleicht. Dark fällt wahrscheinlich auch so in die Ecke.
01:42:53:14 – 01:42:54:00
Sprecher 2
Stimmt, die.
01:42:54:09 – 01:43:22:24
Sprecher 1
Deutschen trauen sich, Filme zu, die eher von den Amerikanern besetzt sind, aber drücken dem Ganzen noch mal so eine deutsche Note drauf. Und man bekommt es ja auch offensichtlich eher was amerikanisches. Also zumindest wenn ich jetzt hier gerade gucke, was so klassische Filme sind, okay, dann wird mir werden mir halt vor allem die die Filme von von Richard Linklater vorgeschlagen, zum Beispiel vor Sunrise oder dieser Talk Film.
01:43:23:08 – 01:43:37:17
Sprecher 2
Ach so, na ja, ich. Ich kenne den Begriff jetzt nur, weil da eben in der Berliner Filmemacher Bubble rum schwirrte, als es darum ging, was was da in diesen Filmen passiert.
01:43:37:17 – 01:43:56:19
Sprecher 1
Ich habe, glaube ich, keinen von diesen Berliner im Film gesehen. Ich sehe das also, dass Wikipedia da auch am Schluss ein Abschnitt von Neue neue Bewegung in Berlin so Anfang der 2010 Jahre genau mit eigenem Manifest ein sehr gutes Manifest ist. Super Name ist.
01:43:59:01 – 01:43:59:08
Sprecher 2
Ja.
01:44:00:15 – 01:44:01:04
Sprecher 1
Interessant.
01:44:02:14 – 01:44:19:20
Sprecher 2
Also ist eine spannende Bewegung, aber nicht unbedingt meins. Aber ich finde es sehr spannend und sehr schön, dass es gemacht wird und dass es da Bestrebungen gibt, da einen frischen Wind reinzubringen. Und deswegen ist mein Platz eins auch jetzt tatsächlich was sehr, sehr neues. Und zwar System Springer.
01:44:20:05 – 01:44:25:05
Sprecher 1
Ja, den hatte ich bei meinen anderen Menschen. Ich bin froh, dass ich nicht genannt habe. Fantastischer Film.
01:44:25:11 – 01:44:56:07
Sprecher 2
Ganz fantastischer Film und ich bin ganz, ganz. Also ich bin so glücklich darüber, dass dieser Film entstehen durfte und dass das Ende aller Zwänge das irgendwie so großartig macht und dass das irgendwie das hat mir auch noch mal, wie zum Beispiel Oh Boy noch mal gezeigt, dass es, dass es geht und, in welche Richtung wir uns entwickeln könnten im deutschen Film und das ist irgendwie wirklich eine neue Chance gibt, die der einfach oft erstickt wird.
01:44:56:07 – 01:45:07:11
Sprecher 2
Aber wenn wir eine Chance geben und wenn uns die Produktion eine Chance gibt und wenn wir, wenn wir das Fördersystem in Deutschland vielleicht mal in den Griff kriegen, dann könnten wir, könnten wir wirklich was auf die Beine stellen.
01:45:07:11 – 01:45:43:11
Sprecher 1
Auch als deutscher Film, der nicht zu amerikanisch sein will? Ja, wo man merkt, das ist ein deutscher Film, er hat eine deutsche Thematik, er bewegt sich im deutschen Milieu. Ja, ich bin halt, wenn ich die Besten an meinen liebsten deutschen Filme denken kann, bin ich halt wirklich sehr konservativ und sage Es gab so zwei Hochzeiten, das waren zum einen die 20er, was schon gesagt haben, wo die Deutschen einfach die Speerspitze waren und dann zum Zweiten die 60er, die späten 60er und die frühen 70er, wo der neue deutsche Film einfach noch mal für so eine Bewegung gesorgt hat, wo viel experimentiert wurde, wo viele große Regisseure ihre Anfänge genommen haben.
01:45:43:11 – 01:45:47:04
Sprecher 1
Du hast Wenders erwähnt, wenn wenn das bei dir auf Platz zwei.
01:45:48:03 – 01:45:48:09
Sprecher 2
Platz.
01:45:48:09 – 01:46:16:02
Sprecher 1
Drei über Platz drei kam. Und damals hat auch Wim Wenders angefangen. Damals hat Fassbinder angefangen, Alexander hat damals angefangen, diese ganzen damals jungen Regisseure, die gesagt haben, es ist so miefig im deutschen Film, wir müssen hier was Neues probieren, wir wollen experimentieren, wir wollen harte Geschichten erzählen, wir wollen realistische Geschichten erzählen, wir wollen experimentelle Geschichten erzählen. Das sind für mich so die beiden Hochphasen des deutschen Films 20er, 70er und dazwischen viele Dürreperiode.
01:46:16:02 – 01:46:49:21
Sprecher 1
So Nazizeit lassen wir einfach mal komplett außen vor. Aber dann auch so die 50er, wo einfach dieses Bedürfnis nach Eskapismus befriedigt wurde, wo es halt diesen Kitsch gab an Sissi und so und solche Heimatfilme. Ja, und die 80er, wo mir jetzt gar nichts einfällt und die 90er halt mit diesen ganzen Eichinger Produktionen, glaub Eichinger hat in den 80er und 90er in der Filmwelt sehr stark seinen Stempel aufgedrückt und er hat sehr viele Mainstream Produktionen gemacht, die so überhaupt nicht in meinem Geschmack liegen.
01:46:50:15 – 01:46:57:12
Sprecher 1
Er hat auch gute Filme produziert, aber diese ganzen 90er Jahre Komödien. Ja.
01:46:59:06 – 01:47:17:20
Sprecher 2
Wir haben Heinz Rühmann überhaupt nicht erwähnt in Feuerzangenbowle und so, das ist ja auch damals zumindest eine Speerspitze gewesen, die, die überlebt hat. Also Heinz Rühmann ist ja lange, lange, lange noch sehr beliebt gewesen. Ich weiß nicht, wie die neue Generationen Filme machen, mit dem, wie mit ihm umgeht.
01:47:17:20 – 01:47:31:17
Sprecher 1
Aber mein Heinz Rühmann, dessen hält sich sehr in Grenzen. Also die Feuerzangenbowle habe ich entfernt in Erinnerung. Ja, und Heinz Rühmann war also was, was mein Vater geguckt hat, Das Alte Leute Fernsehen?
01:47:31:17 – 01:47:37:08
Sprecher 2
Ja. Okay. Wollen wir unsere Liste beenden?
01:47:37:17 – 01:47:41:18
Sprecher 1
Wir beenden die Listen. Ich glaube, wir sind auch mit Rosenmontag Pilcher durch, oder? Ich glaube.
01:47:41:18 – 01:47:50:19
Sprecher 2
Wir sind mit Rosamunde Pilcher einigermaßen durch. Hassel Zusammenfassung. Hast du noch?
01:47:52:02 – 01:47:55:07
Sprecher 1
Das Modernste an diesem Film ist das Abschluss Lied.
01:47:56:09 – 01:47:57:18
Sprecher 2
Was das Abschluss Lied.
01:47:57:18 – 01:48:33:18
Sprecher 1
Was ich wenn ich weiß, was Natürlich, am Schluss wird alles gut. Das heißt, Tamara lassen offenbart sich, dass sie Tamara lassen. Es kommen mit dem Vater zusammen. Das Kino wird gerettet, das verschuldet war, in dem Tamara lassen bei ihrer eigenen Ausstellungen groß auftritt und Sebastian und und und. Grace kommen natürlich auch zusammen, nachdem sich herausgestellt hat, dass Robert Redford ein Arsch ist, der eine Affäre hat mit der ausgerechnet mit der Verlobten von Sebastian so zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, weil wir mussten ja zwei potenzielle Laffen los loswerden und am Schluss küssen sich Sebastian und Grace.
01:48:34:02 – 01:48:43:04
Sprecher 1
Und das modernste an diesem Film ist das Lied, was dann läuft. Zwar ist das WhatsApp von vorne Pflanze. He, he, he, he, he, he, he, he, he.
01:48:43:12 – 01:48:49:07
Sprecher 2
He, he, he, he, he, he, warte! Okay.
01:48:49:17 – 01:48:57:06
Sprecher 1
Ein Song aus dem Jahr 1991. Ein 28 Jahre alter Song.
01:48:58:05 – 01:49:07:00
Sprecher 2
War das gemeint? Also meine. Meine Zusammenfassung. Wer brachial, pseudo philosophischer und pseudo psychologischer Schund.
01:49:08:15 – 01:49:11:08
Sprecher 1
Ja, es ist einfach.
01:49:11:09 – 01:49:13:09
Sprecher 2
Es tut mir sehr leid, aber es ist so.
01:49:13:09 – 01:49:32:15
Sprecher 1
Es war schlecht. Es war wirklich schlecht. Ich konnte. Ich konnte diesem Film nichts Gutes abgewinnen. Und das Schlimmste ist, dass er hat auch nicht viel Material zum Lästern und Lachen geliefert. Man ja, man kann ihn nicht ironisch hauen. Wir hatten schon sehr viel Spaß bei Filmen, die wir beide nicht gut fanden oder wo einer den einer gut fand, der andere nicht so gut.
01:49:32:15 – 01:49:50:16
Sprecher 1
Wir hatten schon sehr viel Spaß beim gemeinsamen Lästern über so was wie Commando mit Schwarzenegger oder über so was wie. Wir haben ja auch über den Bollywood Film gelästert oder so, aber dieser Film gibt das nicht her. Man kann ihn nicht ironisch schauen. Man das macht halt wirklich keinen Spaß, weil er dafür auch zu blass und farblos ist.
01:49:50:24 – 01:50:12:19
Sprecher 1
Er ist er taugt nicht. Trash. Ja und ja, das ist Ich kann es nur noch mal wiederholen, was ich im Intro gesagt habe Ich bin nicht das Zielpublikum. Ich glaube, es gibt ja offensichtlich ein Publikum dafür und deswegen hat so was seine Berechtigung. Und es ist natürlich immer ein bisschen lame, dann darüber zu lästern, weil wir halt einfach einfach nicht da drinstecken.
01:50:12:19 – 01:50:16:08
Sprecher 1
Also deswegen kann ich nicht viel mehr sagen, außer dass ich es wirklich schlecht fand.
01:50:17:03 – 01:50:50:19
Sprecher 2
Ja, ja, leider typisch deutsche Unter Druck Produktionen, die sich innerhalb ihres Rahmens bewegt und und nicht aus so gar nicht ausbricht und und Drehbuchautoren wahrscheinlich auch schon schon Restriktionen haben und am Ende jeder, der bei so was mitmacht, wahrscheinlich einen ganz engen Rahmen bedienen muss, der einfach traurig macht.
01:50:50:19 – 01:51:14:01
Sprecher 1
Das Krasseste ist ja tatsächlich ich bin an diesen Film gegangen mit der Erwartung, was nicht sonderlich Gutes zu sehen. Aber ich habe was Besseres erwartet, dass das, was ich gesehen habe, das ist das härteste eigentlich ich habe. Ich bin davon ausgegangen, dass ich Kittsee und dass ich übertriebenen Pathos sehe. Ich habe gehofft, dass es ein bisschen eigenständiger ist, ein bisschen irgendwie ein bisschen Stoff hat, in welche Richtung auch immer.
01:51:14:04 – 01:51:19:01
Sprecher 1
Dass es irgendwie Spaß macht, dass oder dass es zumindest ein paar spaßige Stellen gibt.
01:51:19:01 – 01:51:39:01
Sprecher 2
Aber na ja, Story ist vorhersehbar. Es gibt kein, kein Herausstechen von schauspielerischen Leistungen. Die Musik bedient ganz wunderbar dieses Herzschmerz Ding. Es gibt keine echten Probleme zu bearbeiten. Alles ist irgendwie na ja.
01:51:39:10 – 01:51:54:22
Sprecher 1
Und dann auch so komisch. Und dann und dann wirklich auch dazwischen immer so Sachen. Du hast schon gesagt, die wirklich, wirklich schlecht und billig wirken. Zum Beispiel diese Szene, wenn sie zum Ersten Mal auf Robert Have trifft. Die war ganz schlecht gedacht. Der Produzent, mit dem sie sich unterhält.
01:51:55:18 – 01:52:07:11
Sprecher 2
Das ist sie haben ja auch englische Schauspieler. Ja, also sie bedienten sich in Deutschland und in England, Aber bei den Schauspielern wird eben der englische Schauspieler, der tritt auf Englisch, und er wird dann einfach gedacht.
01:52:07:11 – 01:52:08:01
Sprecher 1
Aber so.
01:52:08:01 – 01:52:15:22
Sprecher 2
Schlecht, Ja, es ist so und die Frau übrigens auch, die Freundin von die neue Freunde von Sebastian, die dann ja hat, das.
01:52:15:22 – 01:52:16:14
Sprecher 1
Auch er.
01:52:17:13 – 01:52:21:02
Sprecher 2
Die fand. Ich weiß, die Schauspielerin glaube ich noch nicht bei den besseren.
01:52:21:21 – 01:52:38:22
Sprecher 1
Sie war ja nicht viel zu sehen und das kommt halt dazu. Es war halt wirklich durchschnittlich langweilig, generisch. Und dann gab es immer mal wieder so ein Moment, wo es in den Schund abgerutscht ist, weil es einfach billig produziert war oder nicht billig, aber so überhastet, Ja.
01:52:40:03 – 01:52:42:07
Sprecher 2
Ja, traurig. Traurig.
01:52:43:20 – 01:52:46:13
Sprecher 1
Ja und und und.
01:52:46:14 – 01:53:00:10
Sprecher 2
Trotzdem würde ich jederzeit, wenn mich ein Produzent fragt Willst du mitspielen? Wahrscheinlich gerade bei Pilcher. Ich glaube, ich würde ja sagen, als Schauspieler, weil es genau die andere Seite ist. Mitspielen macht.
01:53:00:10 – 01:53:08:19
Sprecher 1
Spaß. Das kann das, glaube ich dir. Und vor allem den Trip nach nach Cornwall und ähnlichen Küsten ist ja auch irgendwie ganz nett.
01:53:08:22 – 01:53:27:03
Sprecher 2
Ja, also da bin ich wirklich nicht irgendwie. Diese dieser Snobismus, den ich am Anfang erwähnt habe, den Mag ich wirklich gar nicht, weil, weil das ist, wie wir auch zwischendurch festgestellt haben, es muss auch solches Fernsehen geben für Leute, die genau das gerne wollen.
01:53:28:09 – 01:53:46:24
Sprecher 1
Und zum Thema Snobismus noch einen Satz Es ist absolut okay, weiter Rosamunde Pilcher zu sagen, obwohl sie eigentlich Rosamunde Pilcher heißt und Rosamunde Pilcher synonym ist für diese Art von Fernsehfilm. Ja, und diese Rosamunde Pilcher Filme sind durch und durch deutsche Filme.
01:53:47:10 – 01:53:48:22
Sprecher 2
Ja, das stimmt.
01:53:49:02 – 01:53:57:15
Sprecher 1
Und deswegen ist es absolut okay so, zumindest wenn es um diese Filme geht. Zu sagen, das sind Rosamunde Pilcher Filme. In diesem Sinne.
01:53:57:15 – 01:54:21:23
Sprecher 2
Und in diesem Sinne werden wir uns jetzt nach einer Pause auf der anderen Seite des Spektrums auf also jetzt nicht von der Qualität, das müssen wir noch feststellen. Aber so, von wo man sagt, das sind so die Speerspitzen deutschen Fernsehens auf der einen Seite Rosamunde Pilcher, auf der anderen Seite der Tatort ist gleich sehr gespannt. Bis gleich. Uh.
01:54:22:22 – 01:54:37:03
Sprecher 1
Uh, ich habe. Ich habe sogar noch. Ich habe Struktur aufgeschrieben, als ich mein ich sehe, was wir alles verpasst haben, worüber wir noch reden können.
01:54:37:03 – 01:54:53:00
Sprecher 2
Ja, es gab irgendwie nicht so viel. Wir haben Ja, also es gibt einfach viel über das deutsche Fernsehen zu sagen. Und Rosamunde Pilcher selbst gibt halt so wenig her, dass man das man gar nicht so sehr. Also ich habe es nicht vermisst, über die Story zu reden. Ja.
01:54:54:03 – 01:55:24:13
Sprecher 1
Ich habe. Ich habe tatsächlich mich eigentlich schon, aber ja, die Idee ist ganz nett von der Szene. Die Gestaltung, wenn der, der der Vater von Grace der Tamara Larsen anhimmelt, kriegt raus, dass Olivia Marlow. Tamara lassen es und erzählt ihr das dann und dann kommt sie nicht zum Kino. Und dann sitzt er da und dann gibt es da eine, diese blendend, wo er eine Kameraeinstellung, während er auf sie wartet, und dann wird überblendet, dass er auf der Bank sitzt, dass er auf der Straße sitzt, dass er an der Seite steht.
01:55:25:05 – 01:55:26:17
Sprecher 1
Da habe ich geschrieben nett.
01:55:26:23 – 01:55:27:05
Sprecher 2
Und.
01:55:28:10 – 01:55:29:02
Sprecher 1
Nette Idee.
01:55:29:07 – 01:55:40:14
Sprecher 2
Ja, nein, aber sonst gibt es ja einfach. Also ich meine, man kann über die Story irgendwie reden, aber eigentlich gibt es einfach zu wenig Fleisch. Ich finde schade.
01:55:40:14 – 01:56:01:09
Sprecher 1
Ich finde bei der Story tatsächlich nur Sachen, die man jemanden dann noch mal lästern könnte. Zum Beispiel wenn sie diesem Robert endlich heißt, Wenn sie diesem Robert gesteht, dass sie das von ihrer Wahrsagerin gehört hat, dass er der Mann ihrer Träume ist und dass sie ihm das. Dass sie deswegen zu ihm gegangen ist und sagt okay, dann ist wohl Schicksal.
01:56:01:10 – 01:56:05:23
Sprecher 1
Na gut, dann wir. Also Ja.
01:56:06:21 – 01:56:14:08
Sprecher 2
Ja. Also es gibt schon ein paar solche Situationen und ich habe auch welche aufgeschrieben, aber irgendwie was nicht.
01:56:14:10 – 01:56:33:04
Sprecher 1
Wenn sie in diesem wenn sie dann. Wenn sie dann diese Museums Eröffnung haben und Tamara kommt natürlich ein bisschen zu spät und dann meldet sich ein Lokalreporter und sagt Was gibt es hier denn zu sehen? Oder haben sie uns mit Fake News hierher gelockt? Und ich kann mein Augenrollen nicht. Ich kann es nicht in Worte fassen, wie sehr ich gerade mit den Augen rolle.
01:56:34:14 – 01:56:43:20
Sprecher 2
Ja, es tut am Ende zu sehr weh. Das ist es vielleicht. Ich glaube, ich will nicht so richtig drüber lästern, weil’s zu weh tut.
01:56:45:12 – 01:56:53:22
Sprecher 1
Ja, ich habe auch nach wie vor das Gefühl, es ist so merkwürdig, darüber zu lästern, weil wir einfach in einer anderen Bubble leben als das Publikum.
01:56:54:02 – 01:57:08:22
Sprecher 2
Ja und? Und Nichts gegen das Publikum. Also wenn also meine Oma guckt so was nicht, aber wenn ich eine Oma hätte, die so was gucken würde, ich hätte sie ja trotzdem leben. Also ich meine, es ist ja nicht das, es ist ja nur einfach.
01:57:09:15 – 01:57:30:10
Sprecher 1
Nein, es ist eher so, es gibt. Man kann sich ja auch umgekehrt vorstellen. Ich meine, ich habe das Gefühl, wenn wenn ich darüber lästere, bin ich so wie der Typ, der überhaupt keinen Kontakt mit Kunst hat und dann an modernen Kunstwerk vorbeigeht, das irgendwie abstrakt ist und sagt Mein 3-jähriger kriegt das besser hin. So fühle ich mich dann wie jemand, der halt, der das nicht versteht, der nicht in dieser Welt ist und deswegen drüber lästert.
01:57:30:10 – 01:57:31:05
Sprecher 2
Er Genau.
01:57:31:06 – 01:57:34:04
Sprecher 1
Es ist genau dasselbe.
01:57:34:04 – 01:57:35:04
Sprecher 2
Jetzt fühle ich mich schlecht.
01:57:37:04 – 01:57:37:21
Sprecher 1
Muss, dann ist.
01:57:38:21 – 01:57:50:09
Sprecher 2
Es okay. So, jetzt aber wollen wir dann mal rübergehen in den anderen Teil, ich will nicht sagen besseren Teil, aber den anderen Teil, dass es.
01:57:50:16 – 01:57:54:00
Sprecher 1
Anderes Zielpublikum teilweise, da gibt es bestimmt auch Zielpublikum es Überschneidung.
01:57:54:06 – 01:57:54:14
Sprecher 2
Ja.
01:57:54:24 – 01:57:59:13
Sprecher 1
Deutsches Fernsehen ebenfalls.
01:57:59:13 – 01:58:00:24
Sprecher 2
Kämpft mit dem Stuhl. Was ist los?
01:58:01:02 – 01:58:05:07
Sprecher 1
Das Polster hat sich verzogen. Es ist so wie deutsch.
01:58:05:07 – 01:58:06:05
Sprecher 2
Kann nur sein.
01:58:06:07 – 01:58:20:18
Sprecher 1
Ich Habe zwei Stunden lang voll gemütlich gesessen und jetzt ist nichts mehr gemütlich hier. Und jetzt, wo wir über den Tatort reden, über die Deutsche, über die Speerspitze des deutschen Fernsehens, über das Großereignis, jeden zweiten, dritten, jeden zweiten Sonntag.
01:58:21:00 – 01:58:23:15
Sprecher 2
35 neue Tatorte im Jahr.
01:58:23:20 – 01:58:27:15
Sprecher 1
Ja, das heißt fast jeden Sonntag mehr als jeden zweiten Sonntag.
01:58:27:16 – 01:58:28:05
Sprecher 2
Na ja.
01:58:28:20 – 01:58:50:03
Sprecher 1
Und mittlerweile auch total in der Hipster Kultur angekommen. Eigentlich schon vor zehn Jahren in dieser Kultur angekommen. Geh durch Berlin, du bist jede zweite Straße. Findest du eine Kneipe den Tatort Abend macht. Ja und aber natürlich auch ein Urgestein des deutschen Fernsehens und Johannes am besten für uns einen diesen speziellen Tatort, über den wir reden, nämlich über einen Mord.
01:58:50:04 – 01:58:59:16
Sprecher 1
Murot Tatort, der sehr gut angekommen ist bei Kritik und Publikum. Zumindest bei Kritik.
01:58:59:16 – 01:59:31:03
Sprecher 2
Der Tatort Speerspitze des deutschen Fernsehens, um es noch mal zu sagen. Und mit mehr als 1100 Filmen und teils über 10 Millionen Zuschauern bei der Erstausstrahlung eine der beliebtesten oder gar die beliebteste Fernsehreihe in Deutschland überhaupt. Dabei es gar kein so richtig durchgezogenen Konzept. Im Idealfall gibt es einen Kriminalfall und einen oder mehrere Ermittler, die ihn lösen. Das könnte auch die Soko oder den Polizeiruf umschreiben.
01:59:31:17 – 01:59:56:00
Sprecher 2
Warum ist der Tatort der mit dem guten Ruf und wie oft wird er ihm gerecht? Seit wenigstens mal eine Stichprobe zu nehmen. Wir haben uns willkürlich den Tatort mit dem Titel Wer bin ich? Rausgesucht, in dem Ulrich Tukur, der Schauspieler des Kommissar, der normalerweise im Film die Morde aufklärt, selbst des Mordes verdächtigt wird. Wir steigen also in den eigentlichen Film ein, aber gleich wieder aus.
01:59:56:13 – 02:00:23:13
Sprecher 2
Der Regisseur ruft Kat, und wir verfolgen Uli, wie er vom Mord erfährt, wie die Dreharbeiten zum Tatort unterbrochen werden, wie er verdächtigt wird, wie er versucht, sich zu verteidigen. Und verzweifelt versucht zu erinnern, was verdammt noch mal letzte Nacht passiert ist. Während der Dreharbeiten zum eigentlichen Tatort, den wir gucken wollten. Ein Film, der für deutsche Verhältnisse sehr waghalsig auf Metaebenen, Hochseil, Akteure balanciert.
02:00:24:00 – 02:00:29:06
Sprecher 2
Die Frage ist Tritt er daneben? Was meinst du?
02:00:30:11 – 02:00:50:15
Sprecher 1
Nein, er tritt nicht daneben. Und selbst wenn er daneben treten würde, wäre es nicht so schlimm, weil er sich viel zu viele Sicherheitsnetze spannt und weil das Seil, dem er balanciert, viel zu dick und. Ja, also ich fand ihn nicht schlecht, aber ja, das ist. Wow. Offensichtlich ist das das experimentell. Was?
02:00:50:15 – 02:00:51:19
Sprecher 2
So was? Deutschland ist.
02:00:51:19 – 02:01:06:14
Sprecher 1
Was das deutsche Fernsehen für ein größeres Publikum, wozu in der Lage ist. Und es ist kein. Es ist kein waghalsiger Hoch Seiltanz, sondern es ist ein netter Taschenspielertrick mit ein, zwei netten Metaebenen aber nicht weit genug geht und viel zu brav.
02:01:06:23 – 02:01:18:17
Sprecher 2
Fürs fürs Fernsehen, fürs deutsche Fernsehen ist das einer, wo man ganz sicher sein kann, dass ganz viele Leute drunter kommentieren. Boah, so eine Scheiße Könnte man wieder ein ordentlichen Tatort machen. Was das dann?
02:01:19:08 – 02:01:32:11
Sprecher 1
Ganz viele. Es ist offensichtlich hat dieser Tatort die Gemüter gespalten, für große Kontroversen gesorgt. Wie auch so manch anderer Tatort. Wenn das richtig verstanden habe, ist Murot ein bisschen das Tatort Experimentierfeld, Wo Sie sich am meisten trauen?
02:01:32:15 – 02:01:33:02
Sprecher 2
Genau.
02:01:33:03 – 02:01:55:11
Sprecher 1
Und im Schmerz geboren. Fand ich wirklich stark. Ja, weil er wirklich toll gespielt hat. Mit Theater, mit Tarantino, mit Western. Und der hier sollte noch mal einen draufsetzen, wenn’s nach den Produzenten anscheinend zumindest wenn ich lese, was so die Leute, die daran beteiligt waren, dazu gesagt haben. Okay. Und ich finde, das hat er nicht gemacht. Ich finde, er hat eine gute Idee, hat netten Taschenspielertrick.
02:01:56:09 – 02:02:27:20
Sprecher 1
Er ging mir nicht weit genug. Ja, so, ja, er war dann halt eine Satire aufs Filmgeschäft. Aber ich habe viel mehr Metaebenen und viel mehr Selbstreferenzialität erwartet. Und letzten Endes fällt diese Selbstreferenz zusammen auf den Anfang und auf den Schluss. Und ansonsten ist es halt ein Film Plan Meter Film, der auf bei bei der Film Entstehung spielt und in dem auch ein paar Schauspieler von Tatort Kommissare auftreten dürfen und in dem so ein paar Tricks vom Tatort parodiert werden.
02:02:27:20 – 02:02:32:23
Sprecher 1
Was auch wirklich lustig ist, was ich noch viel lustiger gefunden hätte, wenn ich die Personen gekannt hätte. Aber ich fand es auch so lustig.
02:02:34:05 – 02:03:03:19
Sprecher 2
Der Ulrich Tukur wurde ja damals gefragt, ob er einen Tatort machen würde, ob ein Kommissar spielen würde und sein Kommentar war wirklich von Anfang an zu sagen Ich aber also wenn ich das machen soll, wenn ich das wirklich mache, dann möchte ich, dass wir nicht dieses typische Zeug machen und. Und das war wohl der Anbeginn dessen, dass das alle anderen Tatorte, ihre normalen Väter und und alle gesagt haben.
02:03:03:19 – 02:03:20:13
Sprecher 2
So und den Experimentier Kram, den müssen wir aber dorthin schieben, sozusagen den, den experimentiert hier Tatort aus Wiesbaden und der Rest ist so, wie man eben genau auf der anderen Seite sagt, der Lustige jedenfalls mit Josef.
02:03:20:13 – 02:03:22:24
Sprecher 1
Liefers, Jan Josef Liefers, der lustig und ich glaube, das ist Münster.
02:03:23:03 – 02:03:41:06
Sprecher 2
Und das ist okay. Genau. Und das ist so weiß. Und dann hast du so Felder, dann weißt okay, Ballauf und schenk mir das und Münster macht das, Wiesbaden macht das, und dann hast du irgendwie so eine Zuordnung, was auch eine typisch deutsche Sache ist, oder dass du sagst okay, ich will aber jetzt auch wissen, worauf ich mich einlasse.
02:03:41:06 – 02:03:43:22
Sprecher 2
Ich will jetzt wissen, dass der immer experimentell ist.
02:03:44:22 – 02:04:02:19
Sprecher 1
Aber experimentell ist. Ja, wirklich. Also ja ich sehe, dass das Experimentelles für, aber eben wirklich für diese deutschen TV Verhältnisse. Ja, weil was wir präsentiert bekommen ist ein ironischer Krimi Komödie oder Krimi Satire, die auch eine Satire ist, die sich mit mit Tatort Entstehung auseinandersetzt.
02:04:03:02 – 02:04:05:04
Sprecher 2
Aber selber doch auch ein Tatort bleibt.
02:04:05:04 – 02:04:14:15
Sprecher 1
Aber selbst ein Tatort bleibt. Wobei es ist nicht so, dass sie als Tatort folgt doch meistens stark den Ermittlern. Die Ermittler stehen im Fokus, auch ihre persönlichen Probleme und ihre Sorgen.
02:04:15:18 – 02:04:20:09
Sprecher 2
Nee, nicht immer. Das ist kein Das ist. Ich würde nicht sagen, das ist ein das ist ein durchgehendes Konzept.
02:04:20:09 – 02:04:28:14
Sprecher 1
Ist okay, weil ich dachte, beim Tatort wäre es jetzt so, weil es gibt ja Tatort in Städten und jede Stadt hat seine Ermittler.
02:04:28:14 – 02:04:30:00
Sprecher 2
Duo Meistens ja.
02:04:30:12 – 02:04:37:11
Sprecher 1
Und ich dachte, es dreht sich. Es ist dann doch alles so, deren Perspektive klassisch, deren Ermittlungsarbeit, die im Fokus steht.
02:04:37:19 – 02:04:47:18
Sprecher 2
Ja, also natürlich könnte man wahrscheinlich so 70 % darauf reduzieren, aber ich glaube nicht, dass das ein grundsätzliches Konzept sein muss.
02:04:48:14 – 02:04:48:24
Sprecher 1
Okay.
02:04:50:10 – 02:05:18:14
Sprecher 2
Also ich habe jetzt, ich habe natürlich jetzt die anderen Formate im Kopf wie Soko. Und so weiter, die oft davon abweichen, die dann wirklich die die Tat an sich den Vordergrund stellen. Und dann sind die Ermittler eigentlich mehr so Stichwortgeber, die dann einfach abfragen müssen Wo waren sie dann und was haben sie das gemacht? Aber Das eigentlich der eigentliche Fall dann so zur Milieustudie wird.
02:05:18:20 – 02:05:19:03
Sprecher 1
Okay.
02:05:19:17 – 02:05:26:20
Sprecher 2
Und das ist beim Tatort eben auch Milieustudie, ist oft ein Wort, was in umher wird, wenn es um Besprechungen für Tatort ist.
02:05:28:02 – 02:05:35:03
Sprecher 1
Ich habe ich habe echt zu wenig Tatorte gesehen. Ich weiß, dass ich in den Achtzigern mal einen Schimanski gesehen habe, weil der damals einfach der große war. Das war Götz Georg.
02:05:35:07 – 02:05:36:00
Sprecher 2
Ja, genau.
02:05:36:10 – 02:05:41:22
Sprecher 1
Und die sind im Schmerz geboren, habe ich geguckt. Aber auch nur, weil er total abgefeiert wurde von allen.
02:05:42:03 – 02:05:42:07
Sprecher 2
Ja.
02:05:42:15 – 02:06:04:03
Sprecher 1
Und dann habe ich davor fünf Jahre vorher mal einen Tatort geguckt, der von allen abgefeiert wurde, den ich aber doof fand, der einfach nur so einer und wirklich einfach ein lahmer Thriller war. Meiner Meinung nach und ja, keine Ahnung, ich kann die Tatorte, die ich gesehen habe, wahrscheinlich an einer Hand abzählen. Und der einzige, den ich wirklich stark fand, war eben im Schmerz geboren aus dieser.
02:06:04:03 – 02:06:15:23
Sprecher 2
Dieser bleibt natürlich sehr deutsch, was ich aber in diesem Fall für eine Stärke halte. Eine Stärke in der Form zum Beispiel Stromberg ja auch sehr deutsch ist.
02:06:15:24 – 02:06:17:04
Sprecher 1
Ja, absolut.
02:06:17:10 – 02:06:46:21
Sprecher 2
Und das, was Stromberg an Stärke hat, nicht in der Inszenierung hat, dass der Tatort. Aber ich finde dieses Deutsche, dieser diese Kantinen sind zum Beispiel das ist das Deutsche, was ich gerne auch sehen möchte, was ich irgendwie cool finde, was, was dem, egal wie sehr wir versuchen, amerikanisch zu denken, was der Deutsche sich behalten sollte, als Nicht in jedem Film, aber zumindest als Stärke, die man immer mal wieder auch rausholen kann.
02:06:46:21 – 02:06:57:23
Sprecher 1
So dieser ironische Blick auf die menschliche Interaktion mit allen ihren Schwächen und vor allem auch mit ihrer Unvollkommenheit, wenn Sie da sitzen und an ihrem Schnitzel kauen.
02:06:58:05 – 02:06:58:20
Sprecher 2
Genau, während.
02:06:58:20 – 02:07:03:02
Sprecher 1
Sie sich unterhalten und dann auch mit vollem Mund reden und mit der Gabel aufeinander zeigen, um irgendwas zu sagen.
02:07:03:02 – 02:07:14:22
Sprecher 2
Solche Sachen. Ja und Und so, so ironisch. Biedere Bilder, ja, so was finde ich irgendwie spannend, weil weil das den Deutschen einfach mal charakterisiert. Noch mal mit.
02:07:15:05 – 02:07:34:14
Sprecher 1
Ich fand die Schauspieler übrigens durchgängig gut. Ja, liegt vielleicht auch daran, dass ich da kurz davor Rosamunde Pilcher gesehen habe. Und dann war das schon fast so ein Kulturschock, plötzlich gute Schauspieler zu sehen. Aber ich möchte noch mal noch mal hervorheben, dass also alles Schauspieler, die ich gar nicht, die ich nicht wirklich viel kenne, in vielen Fällen auch gar nicht gesehen habe.
02:07:34:14 – 02:07:54:00
Sprecher 1
Aber ich fand ja, waren alle witzig von Wolfram Koch, der sich als Kommissar parodiert, der versucht zu lernen, wie man eine Waffe hält, Fand ich super witzig, auch wenn ich den Kommissar nicht kenne und auch wenn ich den Tatort mit ihm nicht kenne. Ich fand einen, der eigentlich der einzige, den ich wirklich kannte. Ja, Martin Wuttke, der ein total fantastischer Schauspieler ist.
02:07:54:00 – 02:07:57:17
Sprecher 1
Ich Mag Martin Wuttke wirklich, und der das hier auch ganz großartig macht.
02:07:57:17 – 02:07:58:07
Sprecher 2
Macht der gute.
02:07:58:11 – 02:08:05:23
Sprecher 1
Martin Wuttke und Wolfram Koch spielen sich selbst. Die sind beide Tatort Kommissare. Ich kenne Martin Wuttke nicht als Tatort Kommissar, sondern als deutscher Schauspieler, der alles macht.
02:08:07:08 – 02:08:08:10
Sprecher 2
Okay.
02:08:08:10 – 02:08:37:14
Sprecher 1
Und Martin Wuttke ist aber ein guter Schauspieler, ein richtig guter Schauspieler. Ja, ja, und der spielt halt sich selbst. Martin Wuttke als abgefuckten Typen der Pleite ist, weil er, weil er keinen hat, weil er keinen Tatort mehr dreht. Und Wolfram Koch spielt sich auch selbst als jemanden, der gerade den Frankfurter Tatort, also als Wolfram Koch, der Frankfurter Tatort vorbereitet und der eigentlich meistens durchs Bild stolpert und sich fragt, wie er die Waffe richtig halten kann, was cool aussieht, ob er sie schräg halten soll, ob er sie mit beiden Händen halten soll.
02:08:37:18 – 02:08:39:21
Sprecher 1
Er will einfach cool aussehen und realistisch.
02:08:40:11 – 02:08:54:13
Sprecher 2
Und weißt du, das ist eine Frage, die tatsächlich immer wieder auftaucht, wenn ich am Drehort bin und, Wenn ich meine Waffe behandeln muss oder so was, dann gibt es immer jemanden am Set. Der, der sich damit auskennt, der so was wie der Waffenmeister.
02:08:55:00 – 02:08:57:00
Sprecher 1
So und wirklich als Berater eingestellt.
02:08:57:00 – 02:09:15:08
Sprecher 2
Der wirklich als Berater eingestellt und und der wird dann halt gefragt wie ist denn das gerade, wie wird denn die Waffe jetzt gerade getragen? Weil das ändert sich ja auch über die Jahrzehnte. Die Polizei hat immer mal wieder eine neue Erkenntnis und sagt okay, wir müssen das jetzt aber doch auch ein bisschen mehr, was nicht? Früher wurde sie unten gehalten, inzwischen wird sie an der Brust gehalten.
02:09:15:13 – 02:09:31:08
Sprecher 2
Zwischendurch Weiß ich nicht genau, aber solche Sachen. Und es wird alles vermittelt. Und das ist eine wichtige Frage und ganz, ganz viele Schauspieler. Und das ist ganz toll parodiert. Ganz viele Schauspieler sagen es mir, egal wie das eigentlich gemacht wird. Ich will, dass es cool aussieht.
02:09:32:02 – 02:09:34:20
Sprecher 1
Ich dachte auch, dass das also das kann ich auch total nachvollziehen.
02:09:34:20 – 02:09:36:21
Sprecher 2
Und realistisch super.
02:09:37:09 – 02:09:47:07
Sprecher 1
Also das ist sogar was, was ich nachvollziehen kann. Wenn ich Schauspieler werde, würde ich auch cool aussehen wollen, wenn ich mal eine Waffe halten darf, wie man richtig eine Waffe hält. Als Polizist. Wahrscheinlich sieht das ziemlich uncool.
02:09:47:07 – 02:10:04:11
Sprecher 2
Aus, Sieht total dämlich uncool aus. Aber man muss dazu sagen, dass die Amerikaner, die in Deutschland drehen, von denen ich das mitbekommen habe, die halten sich sehr gut daran, an das, was tatsächlich gemacht wird. Und bei denen sieht das wiederum einigermaßen cool aus.
02:10:05:11 – 02:10:07:06
Sprecher 1
Man Ist Deutsche können Waffen nicht cool halten.
02:10:07:06 – 02:10:19:24
Sprecher 2
Ich weiß es nicht ganz genau. Ich glaube, es liegt an der Inszenierung des Restes. Also wenn du, wenn du nicht so ein Wert, so so einen Fokus darauf legst wie die Waffe gehalten wird, sondern der Rest drumrum cool ist, dann bleibt das Weiten auch cool.
02:10:20:20 – 02:10:23:13
Sprecher 1
Tatsächlich hat dieser Tatort sehr viel Cooles.
02:10:23:24 – 02:10:25:05
Sprecher 2
Muss man schon sagen.
02:10:25:05 – 02:10:46:15
Sprecher 1
Tukur So, gleich in der ersten Szene, wenn er jetzt so verkatert aufwacht und zum Set geht und ein bisschen müde ist und sich da mit der Leiche unterhält, das ist eine coole Bildsprache. Er hat eine coole Ästhetik. Ja, und nicht forciert amerikanisch, sondern einfach tatsächlich. Es gibt einen natürlichen Coolness Faktor. Ja, auch die Figuren, die rumlaufen. Ja, definitiv.
02:10:46:17 – 02:10:47:18
Sprecher 1
Das sind Wir sind gut gelungen.
02:10:47:22 – 02:11:10:02
Sprecher 2
Ja, finde ich auch. Und eben was du sagst, ist ja natürliche Coolness Faktor, der nicht drauf gedrückt ist, sondern der sich einfach dadurch ergibt. Wenn wir jetzt gerade von Rosamunde Pilcher kommen, dass man das Genre und die Figuren ernst nimmt und die Szene ernst nimmt. Ja, und das finde ich ganz toll, ganz wichtig. Natürlich komm ich. Ich habe auch Rosamunde Pilcher vorhergesehen.
02:11:10:11 – 02:11:48:18
Sprecher 2
Natürlich kommen wir jetzt auf der Wir sind dankbar über das Seil, was uns zugeworfen wird vom Tatort, sodass wir aus diesem Pilcher Loch rauskommen. Aber äh, deswegen kann ich ganz schlecht beurteilen, ob das wirklich so gut ist, wie ich das in dem Moment erlebe. Aber ich finde, Ulrich Tukur hat eine unglaublich geile Qualität. Der nimmt sich ernst, nimmt die Rolle ernst und hat ein wirkliches Interesse daran, in der Szene genau das zu geben, was sie braucht und und rauszufinden.
02:11:48:18 – 02:12:07:14
Sprecher 2
Wo sind denn die Momente in der Szene? Was, was muss ich denn eigentlich erzählen? Und ich war so geflasht von der Szene der ersten. Die beiden Kommissare, die dann die echten Kommissare, die da kommen, sind natürlich auch ein bisschen so Typen und da die auch nicht realistisch sind, typische.
02:12:07:14 – 02:12:10:14
Sprecher 1
Tatort Kommissare, würde ich sagen, was ich von Tatort kenne.
02:12:11:09 – 02:12:38:24
Sprecher 2
Aber aber das geile ist das Verhör, was mit Tukur stattfindet. Tukur konnte vorher in den Tatorten ganz oft sich angucken, wie Gast Schauspieler gekommen sind und sich haben verhören lassen. Und ich hab das Gefühl, dass er sich jahrelang gedacht hat Nein, das muss man anders machen. Und jetzt die Gelegenheit hat, er selbst als verhört zu verhören, da zu sitzen und spielt das unglaublich gut und geil.
02:12:38:24 – 02:13:05:20
Sprecher 2
Die Entwicklung von was, Was, was hier, Wie jetzt? Moment, jetzt werde ich verdächtigt. Was ist jetzt los? Wo sind wir denn hier gelandet? Hallo? Und dann wirklich, wirklich, ganz, ganz natürlich an den Punkt kommt, wo er dann auch mal laut wird und ganz natürlich wieder zurück geht. Und alles, alles aus einer Palette. Wie so ein Maler aus Palette spielt, die irgendwie sich ganz natürlich ergibt.
02:13:06:17 – 02:13:09:02
Sprecher 2
Was? Ich vermisse ich ganz oft bei solchen Sachen.
02:13:09:07 – 02:13:36:10
Sprecher 1
Ja, was ich. Was natürlich auch daran liegt, dass das vom Drehbuch wirklich schön geschrieben ist, dass wir die Perspektive von Tukur haben, aber nicht erfahr, nicht alles von ihm erfahren, was in ihm vorgeht. Das heißt, wir sehen irgendwie, wie er offensichtlich ratlos ist. Wir glauben ihm auch diese Ratlosigkeit. Ja, aber es gibt immer Momente, wo deutlich wird, dass dieser Tukur Tukur, ich muss auch sagen, offensichtlich mehr weiß als als wir geahnt haben.
02:13:36:10 – 02:13:54:05
Sprecher 1
Zum Beispiel in der Szene, in der er das Geld, aus dem das Geld dem Toten aus seinem Hotel rausnimmt, sehr zielsicher aus dem Aus, aus dem Luftschacht und dann vergräbt. Und wir wissen nicht genau, was er macht und gehen davon aus Oh, hat er doch Dreck am Stecken, weil es wird seine Perspektive gezeigt, also die Perspektive eines Unschuldigen.
02:13:54:15 – 02:14:15:09
Sprecher 1
Aber wir als Publikum kriegen immer wieder erzählt okay, er weiß vielleicht doch ein bisschen mehr als wir wissen. Und er ist nie ganz entlastet, obwohl wir seine Perspektive wahrnehmen und seine Ratlosigkeit und auch seinen irren Durst durch die und und durch das Hotel. Und das erzeugt eine schöne paranoide Atmosphäre, die ja nie wirklich gut gefallen hat.
02:14:15:15 – 02:14:15:21
Sprecher 2
Ja.
02:14:16:18 – 02:14:30:03
Sprecher 1
Und was dann natürlich auch typisch Tatort ist, dass dann anfängt langsam So jeder könnte verdächtig sein. Es gibt diesen Jens Hochstetter, der der Redakteur offensichtlich eine Anspielung auf den tatsächlichen Redakteur Joachim steht.
02:14:31:13 – 02:14:41:16
Sprecher 2
Der ja auch für diesen Tatort zuständig ist. Also genau, er hat sich selbst sozusagen einmal musste diese Pille schlucken, sich selbst dabei zuzusehen, in einer Variante seiner Person.
02:14:41:21 – 02:15:01:02
Sprecher 1
Ich glaube ja sehr viel Spaß daran, auch zu schreiben und dann Der ist verdächtig. Dann wird Martin Wuttke irgendwann zum ganz großen Hauptverdächtigen, weil er Geldsorgen hat und Tukur halt ständig gefragt wird, wo das Geld ist. Und natürlich ist Tukur die ganze Zeit verdächtig.
02:15:01:08 – 02:15:02:05
Sprecher 2
Ja, und.
02:15:02:05 – 02:15:13:02
Sprecher 1
Es ist schon am Anfang so angelegt. Wir merken es, ist sie es. Es gibt hier irgendwie eine Metaebene. Und wir werden irgendwie noch ein Spiel mit Murot und Tukur erleben im Laufe der Handlung. Das ist jetzt nicht sonderlich überraschend, dass das kommt.
02:15:13:16 – 02:15:18:15
Sprecher 2
Ich war an der Stelle dann schon überrascht, weil weil der Film das zu lange hat versickern lassen, ja.
02:15:19:03 – 02:15:19:13
Sprecher 1
Dass ich auch.
02:15:19:16 – 02:15:27:05
Sprecher 2
Dann nicht mehr dran gedacht habe. Und dann bin ich halt draufgekommen, natürlich. Natürlich muss da jetzt Murot kommen und und Tukur aufhören.
02:15:27:05 – 02:15:47:22
Sprecher 1
Ja, ich hätte mir gewünscht, dass sie das schon ein bisschen früher machen. Auch ich fand die Szene schön, wenn er am Anfang im Hotel wachwerden dann diesen Mantel hat. Und wie gesagt, kenne Murot nicht, aber es war so klar. Okay, das ist offensichtlich der Murot Mantel und wie er den fragend anschaut und okay, da ist offensichtlich irgendwie so ein Persönlichkeitsspaltung das Ding am Laufen tragen, das sind die in die psychologische Richtung tragen sie es in die mysteriöse Richtung.
02:15:47:22 – 02:16:03:13
Sprecher 1
Erst mal egal, das ist nett, das ist cool. Aber dann haben sie es tatsächlich nichts mehr draus gemacht bis zum Ende. Es kommt dieser Murot wird am Anfang kurz angeschnitten. Wir sehen auch diese Emotionen, die sie drehen und dann findet Moro erst mal nicht mehr statt. Und es ist halt wirklich ein und das ist das, was ich meine.
02:16:03:15 – 02:16:23:24
Sprecher 1
Das ist ein bisschen brav, weil es gibt dann keine Metaebenen, Verwirrung. Wir wissen immer genau, wann wir im Film sind. Ja, das stimmt und wann wir in der Realität sind. Und auch wenn diese Filmszenen, die sie einfließen, sehr lustig sind. Zum Beispiel. Ganz toll, diese Szene mit mit Wolfram Koch und Martin Wuttke, wo sie Martin Wuttke spielt, eine Gastrolle im Frankfurter.
02:16:23:24 – 02:16:42:17
Sprecher 1
Deswegen ist er eigentlich da. Das ist okay. Und dann haben wir diese Szene, wo er ins Auto steigt und Wolfram Koch ihm die Waffe an den Kopf hält und improvisiert. Und sie finden uns alle kacke. Aber er will improvisieren, weil er will eine coole Rolle haben. Und dann macht er auch noch seinen Schabernack mit Wuttke, in dem er das Auto zumacht und Wuttke sich drüber aufregt.
02:16:42:17 – 02:16:43:02
Sprecher 1
Ist super.
02:16:43:02 – 02:17:11:15
Sprecher 2
Szene und das sind ganz realistische Sachen. Es ist so geil das wirklich ist passiert am Set, und es sind immer die Leute, die irgendwie versuchen, alle aus einer Machtposition, die sie plötzlich haben, die sie vorher nicht hatten, den entspannten Spaßmacher zu spielen, der einfach was daneben ist. Aber es gibt es, es gibt diese Kollegen und und das Geile ist, diese Szene in dem Auto kommt ja irgendwo her.
02:17:12:00 – 02:17:31:02
Sprecher 2
Die haben ja vorher genau das gemacht, was immer am Set passiert. Du hast das Buch, das sitzt mit deinen Kollegen zusammen und fängst an zu lästern. Das war total schlecht geschrieben. Wie kommt denn der von Anna, wenn sie die Szene hat? Überhaupt keine Motivation. Dieser Typ. Soll ich das machen? Guck dir mal diesen lahmen Dialog an, denen in sechs Wochen war alles anders.
02:17:31:12 – 02:17:52:03
Sprecher 2
Es ist großartig, Ja, ganz toll geschrieben und und und. Deswegen auch so wahnsinnig schön hergeleitet, dass er dann im Auto sitzt und ihm irgendwelche Scheiße erzählt, während er die Waffe an die Hand, an die Schläfe hält und und und. Man denkt völlig drüber. Der hat sich wieder gedacht, er könnte irgendwie alles umschreiben. Ja, weil er der bessere Drehbuchautor ist.
02:17:54:02 – 02:18:18:08
Sprecher 1
Ich hätte mir bei der Szene zum Beispiel so lustig Sie waren so unterhaltsam. Sie hätte ich mir zum Beispiel gewünscht, dass Sie es so inszenieren, dass man am Anfang nicht weiß, dass es ein Film ist und vielleicht auch noch mal eine Szene reinbringen, wo man denkt, es wären Film. Und dann stellt man fest, dass es doch Realität ja, so diese klassischen Chancen, die man eigentlich beim Film hat, dass man sich als Zuschauer unsicher fühlt und diese Unsicherheit hat Der Film hatte der Film leider überhaupt nicht, obwohl er sie am Anfang aufgebaut hat.
02:18:18:08 – 02:18:35:00
Sprecher 1
Ich find’s toll, wenn man in der ersten Szene ist. Tukur Dann als Murot am Tatort. Und zwar ist es so inszeniert, dass wir dass wir es wirklich wie wie ein Tatort Film sehen, weil es ist mit Schnitten auch. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass wir am Set sind. Aber dann gibt es diesen Moment so und Schnitt und wir erfahren, wir sind am Set.
02:18:35:00 – 02:18:35:08
Sprecher 2
Ja.
02:18:35:15 – 02:18:59:09
Sprecher 1
Und das ist toll, diese Verwirrung mit dem Zuschauer spielen. Du weißt jetzt nicht, ist es Film, ist es Realität. Und das ist die einzige Szene, bei der er das macht. Bis auf am Schluss dann. Was ich übrigens ganz toll fand, aber da kommen wir später dazu. Und ja, und es gibt auch nichts in diesem Film, so auf diese Chancen damit zu spielen und er macht es aber einfach nicht, sondern die Handlung ist dann wirklich Tuco wird des Mordes verdächtigt.
02:18:59:09 – 02:19:21:24
Sprecher 1
Wir haben die beiden Polizisten, die ihn verhören. Ja, Er hat offensichtlich das Geld von dem toten. Er kriegt auch irgendwie mit. Er war mit dem Toten in der Nacht unterwegs, kann sich aber nicht erinnern und beschließt dann zusammen mit Wolfram Koch, der wirklich toll ist, wie er sich selbst spielt, auch dem Ganzen hinterher zu recherchieren. Er und und wird selbst versucht, selbst ein bisschen den Kommissar zu spielen.
02:19:21:24 – 02:19:31:03
Sprecher 1
Nehmen die tatsächlich dann sich sogar als Polizisten verkleiden, um an die Bänder zu kommen und in Erfahrung zu bringen Was ist in dieser Nacht geschehen? Wer will mir einen Mord anhängen und warum?
02:19:31:05 – 02:19:51:11
Sprecher 2
Na ja, ganz toll. Es gab übrigens die Sorge, dann doch bei dem einen oder anderen Schauspieler, dass das die Leute glauben könnten, dass sie wirklich so sind, weil Wolfram Koch ist. Koch ist natürlich überhaupt nicht so wie wer sich selbst spielt. Das sind alle nur eine Version seiner selbst, die eigentlich wiederum eine Rolle ist. Das funktioniert natürlich nicht, sie selbst zu spielen, Aber es ist.
02:19:51:11 – 02:20:00:00
Sprecher 1
Toll, wenn so was sehe, gewinnt diese Person einfach nur Sympathiepunkte. Weil man muss sehr viel Selbstironie haben, um eine überzeichnete Version von sich selbst zu spielen.
02:20:00:11 – 02:20:03:06
Sprecher 2
Und das auch Martin Wuttke sehr groß in meiner Ansehen gestiegen.
02:20:03:20 – 02:20:08:07
Sprecher 1
Ja, niemand, der da mitgespielt hat, darf sich zu ernst nehmen.
02:20:08:08 – 02:20:33:12
Sprecher 2
Ja, absolut. Und Und dann möchte ich auch gerne noch diese ganzen Produktions interna, die sind da. Ich weiß nicht, wie viel man von dem Dialog versteht, aber die haben danach erst mal dieses Gespräch im Büro, bevor die Polizisten kommen und die anderen dann abhauen. Was machen wir denn jetzt? Dreharbeiten abbrechen? Wir können jetzt so nicht weiter drehen. Können wir vielleicht hier im Redaktionsgebäude?
02:20:33:12 – 02:20:38:19
Sprecher 2
Der Regisseur sagt Ach, lass uns hier in Berlin in der Redaktion arbeiten oder wo die da sind, in.
02:20:38:19 – 02:20:39:06
Sprecher 1
Der Kantine.
02:20:39:06 – 02:20:57:07
Sprecher 2
Und in der Kantine drehen. Und wir machen, denen schaufelt du dir das Zeug rein und der kommt und die Schaufel und Schaufel und diese ganzen Ideen. Und nein, wir machen jetzt erst mal nach. Sprecher Man weiß überhaupt nicht, was Sprecher sind, wenn man nicht im Film zu tun hat. Nachträge sind, wenn, wenn der Ton etwas Bestimmtes nicht richtig erwischt hat.
02:20:57:24 – 02:21:20:09
Sprecher 2
Wenn ich zum Beispiel zu weit weg bin von der Kamera und der Ton eigentlich gar nicht, der wäre im Bild, wenn er mich ordentlich aufnehmen wollen würde. Also hat man mich zwar verkabelt, ich habe einen Funk Mikro unter der Kleidung, aber da ist die Qualität nicht. Das hat gerasselt, weil die Kleidung drauf war und so, also muss man das nochmal nachsprechen, was dann nicht richtig aufgenommen wurde.
02:21:20:10 – 02:21:40:05
Sprecher 2
Also geht man, wie wenn man wenn man jemanden synchronisieren würde, geht man ins Studio, sprich diesen Satz noch mal nach, der unsauber war und und natürlich, es ist völlig natürlich. Ja, na klar macht man danach Sprecher. Ja, absolut. Und das ist das ganze Gespräch ist total realistisch. Es ist alles auch großartig. Es ist ein bisschen überspitzt und so, aber es ist.
02:21:41:01 – 02:21:42:17
Sprecher 2
Es stimmt alles, es stimmt alles und.
02:21:42:17 – 02:21:52:05
Sprecher 1
Ich bin so froh drum. Auch diese Eitelkeit, die Tukur dann spielt, dass er Angst hat, dass er ersetzt werden könnte. Ja, und natürlich sieht er sie. Sie planen doch nicht zu ersetzen. Sie wollen den anderen Kommissar? Natürlich nicht.
02:21:52:13 – 02:21:55:04
Sprecher 2
Der wird paranoid. Mehr und mehr. Das ist großartig.
02:21:55:09 – 02:21:59:22
Sprecher 1
Und was ja auch irgendwie Sinn macht, wenn Sie wissen, dass Ihr Hauptdarsteller des Mordes verdächtigt.
02:21:59:22 – 02:22:00:02
Sprecher 2
Dass Sie.
02:22:00:02 – 02:22:03:11
Sprecher 1
Drüber nachdenken. Wir müssen diesen Tatort irgendwie hinkriegen. Was machen wir denn jetzt.
02:22:03:19 – 02:22:27:04
Sprecher 2
Ihm und sagt Du warst es ja nicht, oder? Oder? Und selbst wenn du es war, Sie haben ganz tolle Anwälte. Und die sagt Hallo Hessen Auftritt Ja, von den neuen Kommissaren, wo die beiden da sitzen und und und er wieder mit seiner Waffe anfängt. Wie stellt man diese Waffe und und sie dann irgendwie am Ende, noch bevor sie da rausgeht aus der Situation.
02:22:27:04 – 02:22:32:11
Sprecher 2
Peng, peng, peng sagt böse Persiflage auf diese Morgen.
02:22:32:23 – 02:22:33:16
Sprecher 1
Morgenmagazin.
02:22:33:16 – 02:22:40:24
Sprecher 2
Morgenmagazin, wo dann irgendwelche Schauspieler dann noch da sitzen auf dem Sofa und dann irgendwelche dämlichen Fragen und Womo.
02:22:41:14 – 02:22:41:18
Sprecher 1
Sind.
02:22:41:20 – 02:22:45:16
Sprecher 2
Promotor. Oh, jetzt ist geil.
02:22:46:06 – 02:23:07:19
Sprecher 1
Das haben sie auch wirklich gut gemacht, dass sie diesen. Dass sie nicht sich nicht auf diesen einen beschränkt haben, sondern dass sie dann den Frankfurter Tatort und dann haben die Essener Konkurrenz, dass sie Martin Wuttke drin haben, der den Leipziger Kommissar gespielt hat und dass sie offensichtlich immer mal wieder diese diese kleinen Verbalattacken gegen andere Tatorts machen. Zum Beispiel ganz klassisch, wenn Sie sagen nicht mit Humor, weil wir sind nicht wie Börner.
02:23:08:02 – 02:23:10:19
Sprecher 2
Ja, genau, wir sind ja nicht in Dingens, wir.
02:23:10:19 – 02:23:13:07
Sprecher 1
Können keinen Humor reinbringen. Es ist nicht in Münster.
02:23:13:13 – 02:23:46:17
Sprecher 2
Wir sind nicht in Münster, sagen Sie, glaube ich, ganz toll. Und auch, dass das dieser Streit, den der angedeutet zwischen Murot, zwischen Tukur und dem Produktions Assistenten oder wer das ist, der gestorben ist, das sie, dass es darum ging, dass er morgens nicht in den Wohnwagen die Heizung angemacht hat, ist auch etwas, was ich sehr gut kenne. Ja, aber als Zuschauer denkt man dann oh, was für ein Arsch, dass der deswegen ein Fass aufmacht, ein bisschen verstehen kann aber.
02:23:47:01 – 02:24:05:02
Sprecher 1
Auch ganz toll seine Assistentin Magda Waechter, die von Barbara Philipp gespielt wird. Barbara flüchtet sich natürlich auch selbst und ist voll genervt von Tukur, weil offensichtlich sie nicht so eine große Schauspielerin wie er und sie sagt Ey, ich muss jetzt hier weg, ich muss auch andere Projekte machen. Ich habe hier, ich muss mein Leben finanzieren und verdienst vielleicht genug, aber ich nicht.
02:24:05:02 – 02:24:06:01
Sprecher 1
Und wie sie.
02:24:06:01 – 02:24:16:21
Sprecher 2
Mit der Agentin, also mit dem Agenten, telefoniert und sagt, der spielt alles rauf und runter, ich könnte doch auch mal hier. Und dann so eine Art Film, und sie wird immer kleiner mit den Ansprüchen, weil es immer offensichtlich.
02:24:16:21 – 02:24:17:09
Sprecher 1
Genug.
02:24:17:11 – 02:24:41:13
Sprecher 2
Ist, es alles nicht möglich ist. Ganz toll. Ich würde. Ich will so schöne Situationen ganz gut beobachtet, wie wie das alles läuft. Das Schöne ist, die Idee kam ja ursprünglich bei so einem Besäufnis von Uli, von von Ulrich Tukur und, einem was ich nicht in der Produktion mit einer Produktion oder mit einem Regisseur. Ich bin mir nicht ganz sicher, Da saßen die zusammen und haben wirklich einfach einen Besäufnis.
02:24:41:13 – 02:25:01:24
Sprecher 2
Diese Idee einmal gehabt und aufgeschrieben und dann gepickt und und sind auch nicht sofort auf offene Ohren gestoßen, sondern mussten da schon ein bisschen Überzeugungsarbeit leisten. Aber es geil, dass die einfach, dass du als Schauspieler mit einem Regisseur zusammensitzen, kannst du sagen, wir gucken, wir machen war ja, ja.
02:25:02:19 – 02:25:20:10
Sprecher 1
Das wirkt auch tatsächlich so, also so, wie sie sich gegenseitig persiflieren und wie sie miteinander reden und wie sie auch offensichtlich die Leute drangekriegt haben, sich selbst zu spielen. Es scheint schon eine kleinere oder größere Familie zu sein. Also ich kann es mir auch gut vorstellen, wenn die mehrere mehrere Wiesbaden Tatort im Jahr machen. Das wird wahrscheinlich immer ungefähr dasselbe Team sein.
02:25:20:13 – 02:25:21:05
Sprecher 2
Ja, ja, ja.
02:25:21:09 – 02:25:36:12
Sprecher 1
Und dann kennen die sich auch und offensichtlich jetzt auch nicht groß in Frage gestellt, dass das Tukur mit dem Regieassistenten unterwegs war. Dann also offensichtlich keine Berührungsängste. Und das, fand ich, wirkte insgesamt sehr sympathisch. Hat wirklich eine große Familie.
02:25:36:15 – 02:25:37:02
Sprecher 2
Genau, die.
02:25:37:02 – 02:25:58:13
Sprecher 1
Hier Spaß hat, indem sie sich gegenseitig veralbert. Und jeder kriegt so ein bisschen sein Fett weg. Und das war ja irgendwie ein sehr, eine sehr sympathische Inszenierung. Dieses Ganze, dieser riesige satirische Block, ja es wirklich witzig ist, Schwäche dann halt immer so ein bisschen, wenn es zur eigentlichen Kriminal Handlung kommt.
02:25:58:19 – 02:25:59:13
Sprecher 2
Ja, das stimmt.
02:25:59:13 – 02:26:29:07
Sprecher 1
Mit diesen Typen in den Schweinemast und in entführen ist das passiert ja auch tatsächlich viel und die wollen das Geld haben. Er versteckt das Geld und er forscht dann halt hinterher. Was ist passiert und ist dann mit mit Koch zusammen unterwegs und sie kriegen halt raus, dass in dem Casino waren, dass sie von den Kameras beobachtet wurden, dass Christoph, der gestorben ist, an dem Abend sehr viel Geld gewonnen hat und dass offensichtlich, dass es offensichtlich irgendwie eine Bande gibt in diesem Casino.
02:26:29:15 – 02:26:54:12
Sprecher 1
Die Leute beobachten und die sich Leute herausgreifen, die was gewonnen haben, um den, um die, um das Geld zu erleichtern und das, dass es irgendwie so dahin läuft, dann einfach die Kriminal Handlung. Und dann gibt es auch eine Erpressung von von diesen Typen anscheinend in den zu zur Geldübergabe nimmt nimmt nimmt Tukur dann noch dieser Koch und Wuttke mit.
02:26:54:13 – 02:27:10:17
Sprecher 1
Das ist auch eigentlich ein schönes Trio. Das ist schon witzig, immer wenn die miteinander interagieren. Es ist witzig und dann geht es aber auch wieder weiter mit der Krimihandlung, und man denkt da vielleicht auch ohne Krimi gegangen oder mit ein paar mehr Metaebenen, weil der Krimi Plot ist ja dünner.
02:27:10:18 – 02:27:20:02
Sprecher 2
Und der löst sich auch am Ende so ganz seltsam auf und man kann es keine echte kaufen. Also es ist kein befriedigender Krimi in der Form.
02:27:20:02 – 02:27:40:06
Sprecher 1
Nee, überhaupt nicht sagen. Das macht auch irgendwie verständlich, warum die am Ende, warum die Fans vom Tatort so drauf reagiert haben. Weil die haben wahrscheinlich mehr Krimi erwartet, mehr Thriller. Ich hätte das tatsächlich gelöst, indem ich den Krimi ersetzt hätte durch mehr Mysteriöses und durch mehr Meta Reflexion.
02:27:40:06 – 02:27:40:24
Sprecher 2
Ja, vielleicht.
02:27:41:08 – 02:28:06:21
Sprecher 1
Das hätte meiner Meinung nach diesem Plot gutgetan, weil das hätte hätte besser zu dem Satirischen ergänzt, weil eine Geschichte um um eine Bande im Casino ist und Leute ausraubt, die im Casino gewonnen haben. Es ist so ein bisschen lahm, und es klingt nach so einer typischen deutschen Krimihandlung, die am Reißbrett entstanden ist. Ja, hätten sie einfach komplett rauslassen können und viel mehr stattdessen, Dann hätten sie auch ein bisschen mehr Zeit gehabt, hätten müssen, mehr mit dem Medium spielen können.
02:28:06:24 – 02:28:07:07
Sprecher 1
Ja.
02:28:07:23 – 02:28:25:08
Sprecher 2
Und wenn wir schon bei Kritik sind es, ist ein Suicide fest. Es sind eigentlich fast ausschließlich Männer, die wichtige Rollen spielen. Ja, es ist Barbara kommt fast gar nicht zum Tragen. Die Schauspielerin, die Kollegin von von ihr und es sie ist.
02:28:25:12 – 02:28:47:16
Sprecher 1
Aber sie ist auch offensichtlich bei Murot selbst. Sie auch nur eine Assistentin. Ja, hat was, was ich auch komisch fand, weil ich dachte, eigentlich wäre dieses klassische Tatort Duo Ermittler und Ermittlerin, was man ja oft findet, wäre so dass die auf einer Ebene sind. Aber das scheint ja ganz krass zu sein, dass sie ganz klar die Untergebene von von Moro ist und dass sie wirklich einfach nur Bürojob macht.
02:28:47:16 – 02:28:52:09
Sprecher 1
Eigentlich ja so die Moneypenny, so ein bisschen ja.
02:28:53:04 – 02:29:13:17
Sprecher 2
Ja, nee, es ist oft und Tatort, Bahnhof und Schenk und diese Duos. Aber. Aber in dem Falle glaube ich, auch wenn ich es richtig sehe, ist Moro so der der Einzelgänger, der aber auch dadurch, dass es einfach ein experimenteller Tatort ist, jedes Mal, das anders gelagert ist, sowieso.
02:29:14:02 – 02:29:17:22
Sprecher 1
Von Walulis gibt es ein sehr schönes Video. Der typische Tatort.
02:29:17:24 – 02:29:18:16
Sprecher 2
Hat bestimmt.
02:29:18:16 – 02:29:30:13
Sprecher 1
Fünf oder fünf Minuten oder so, auf jeden Fall sehenswert. Findet ihr bestimmt bei YouTube. Guckt euch das an, Ja, das es da erzähle ich mein Wissen. Was Tatort betrifft, so Ein bisschen Milieustudie, ja, so ein bisschen persönliches Drama.
02:29:30:21 – 02:29:31:07
Sprecher 2
Ja.
02:29:32:07 – 02:29:39:13
Sprecher 1
So ein bisschen ein erst Verdächtiger, der das am Schluss dann doch war, nachdem er komplett entlastet wurde. Ganz am Anfang. Ja.
02:29:40:06 – 02:29:40:14
Sprecher 2
Ja.
02:29:41:02 – 02:29:44:19
Sprecher 1
Sollen wir zur Metaebene kommen? Zum Ende, oder Ich glaube, wir können sagen.
02:29:45:02 – 02:29:57:02
Sprecher 2
Wollen wir im Moment, bevor zum Ende kommen, unser Top drei machen, damit wir so ein bisschen weiter ebenen. Genau richtig. Das ist so ein so ein retardierende Moment.
02:29:58:08 – 02:30:25:14
Sprecher 1
Also um jetzt hier eine Metaebene aufzubauen Wir müssen, wir bringen unsere Top3 immer ganz spontan rein, normalerweise aber irgendwie mittendrin schreit dann jemand im Moment jetzt. Manchmal klappt es überhaupt nicht. Manchmal müssen wir die dann am Schluss noch dran klatschen. Diesmal hat es geklappt. Es sind bei Metaebenen und Jingle unsere Liste sehr schön.
02:30:25:14 – 02:30:28:09
Sprecher 2
Heißt wir haben eine Top3 Meta Filme. Ja.
02:30:28:16 – 02:30:42:22
Sprecher 1
Ja, Filme über Filme, Filme in Filmen. Ich bin sehr gespannt, was das, was du beizutragen ist. So ein tolles Thema. Es gibt viel zu wenig Meta Filme meiner Meinung nach. Ich liebe es immer, wenn die vierte Wand gebrochen wird, wenn Filme auf sich selbst referieren.
02:30:42:23 – 02:30:48:09
Sprecher 2
Ja und es ist ein bisschen bisschen schwierig gewesen dadurch. Auch weil es gar nicht so viele Filme gibt. Es gibt.
02:30:48:09 – 02:30:53:11
Sprecher 1
Zu wenige. Ja, warum? Traurig, Traurig? Ich weiß es nicht.
02:30:54:07 – 02:31:13:22
Sprecher 2
Vielleicht Haben dann auch. Ich glaube, in jeder Produktion während der Produktion gibt es mindestens fünf Ideen, die von irgendwelchen Leuten jongliert werden, die Meta Filme sind, aber die werden nicht umgesetzt. Und ich glaube, es liegt daran, dass das die Filmbranche zu viel Angst hat, zu selbstreferenziell zu werden.
02:31:13:22 – 02:31:33:21
Sprecher 1
Irgendwann hier vielleicht ja und es ist ja, es ist auch immer so ein bisschen dann Angst sich sehr gut verstehen kann. Manchmal wird so Künstlern Künstlerinnen nachgesagt. Wenn sie keine Ideen mehr haben, schreiben sie darüber, dass sie keine Ideen mehr haben. Ja, und das ist, das ist natürlich auch immer eine Gefahr, die besteht, wenn man selbstreferenziellen Film macht.
02:31:33:21 – 02:31:35:24
Sprecher 1
Das ist tatsächlich so ein Künstler Gewisses.
02:31:36:18 – 02:31:42:00
Sprecher 2
Ja, genau. Und der Schauspieler muss jetzt auch noch sich selbst spielen, damit er genug Aufmerksamkeit bekommt.
02:31:43:01 – 02:31:44:04
Sprecher 1
Hast du auch eine Überlebenschance?
02:31:44:17 – 02:31:54:00
Sprecher 2
Ich habe das. Fangen wir mal an, ich muss. Das muss erst mal meine Reihenfolge festlegen, um dann zu wissen, was überhaupt beim Menschen bleibt.
02:31:54:03 – 02:32:14:12
Sprecher 1
Ich habe zwei Menschen. Zum einen, den habe zu den anderen Menschen gepackt, weil ich schon sehr oft oder weil ich zumindest in Vergangenheit schon mal erwähnt habe. Ja, hier im Podcast Inland Empire von David Lynch. Na ja, dem das wirklich gut gelingt, dem Zuschauer den Boden unter den Füßen wegzuziehen, in dem nie ganz klar ist, was wir jetzt sehen.
02:32:14:12 – 02:32:43:13
Sprecher 1
Ist es gerade gefilmt oder? Ist das echt? Was kulminiert in einer unfassbar bewegenden Sterbeszene unserer Protagonistin, die wirklich lange dauert und dann endet mit einem Cut und die Protagonistin tritt aus ihrer Rolle raus, ist aber immer noch von der Rolle vereinnahmt. Ein großartiger surrealer Film, der aber mit dem Element nicht ironisch spielt, sondern das benutzt für einen wirklichen Albtraum.
02:32:43:24 – 02:33:05:12
Sprecher 1
Eine eine Frau verliert sich in ihrer Filmrolle und das wird radikal umgesetzt, indem sie selbst nicht mehr weiß, was Film und was Realität ist. Und wir als Zuschauer auch nicht mehr. Und meine Nummer vier bzw meine zweite andere Menschen auch nur andere Menschen, weil er nicht so doll spielt mit diesem meta filmischen, sondern weil er einfach nur eine tolle Liebeserklärung.
02:33:05:12 – 02:33:27:09
Sprecher 1
Filmemachen ist Die amerikanische Nacht von Truffaut aus dem Jahr 1971. Ein Film über das Filmemachen, der einfach einer großen Filmproduktion folgt und wirklich schön ist und auch witzig ist und auch ironisch ist, indem er all die Macken am Set darstellt, aber der nicht wirklich so eine krasse Metaebene aufmacht, sondern einfach das Filmgeschäft beleuchtet.
02:33:27:20 – 02:33:40:05
Sprecher 2
Okay, ich habe als andere Menschen, denen wir schon behandelt haben, der einfach einmal ganz am Ende total ausrastet, was das betrifft.
02:33:40:05 – 02:33:41:03
Sprecher 1
Was für ein Finale.
02:33:41:07 – 02:33:56:14
Sprecher 2
Man hat es immer drauf, irgendwelche Kommentare zum Film, den er gerade macht, zu bringen. Aber, aber in diesem Fall, es raste da voll aus und geht da durch die durch die Sets, in denen gerade ganz andere Filme gedreht werden. Und solche Sachen.
02:33:57:18 – 02:34:02:04
Sprecher 1
Reißen die Kulissen ein und prügeln sich dann durch Hollywood. Was für ein Ende! Super.
02:34:02:11 – 02:34:23:18
Sprecher 2
Und sie gehen ins Kino, um sich anzugucken, den sie gerade gedreht haben, um zu sehen, wie er dann endet? Ja, außerdem hätten wir da Wahnsinn. Porno Time in Hollywood. Ja, was? Im Grunde ein Kommentar auf eine eigentlich nie existente Version eines Hollywood ist. Aus den Fünfzigern. Ja.
02:34:24:02 – 02:34:25:21
Sprecher 1
Also, tolles Spiel mit dem Filmgeschäft.
02:34:25:24 – 02:34:26:18
Sprecher 2
Ja, ja, ja.
02:34:27:03 – 02:34:32:17
Sprecher 1
Vor allem die Szene, in der Brad Pitt sich mit Licht.
02:34:32:17 – 02:34:39:23
Sprecher 2
Oh, was für eine krasse Szene. Okay, ähm, Platz drei. Willst du anfangen?
02:34:40:09 – 02:34:44:03
Sprecher 1
Ja, mit Platz drei ist am Adaptation aus dem Jahr 2002.
02:34:44:12 – 02:34:45:13
Sprecher 2
Da habe ich auf Platz zwei.
02:34:45:16 – 02:34:47:09
Sprecher 1
Ja, toller Film.
02:34:47:14 – 02:34:49:00
Sprecher 2
Bitte erzähl ein bisschen was darüber.
02:34:49:17 – 02:35:13:23
Sprecher 1
Also, Kaufman, Charlie Kaufman soll. Und das. Das ist Realität. Das ist die Entstehung des Films. Soll ein Drehbuch schreiben, und zwar eine Verfilmung des Buches der Orchideen, die was? So eine Art Thriller Drama über Leute, die mit Orchideen Obsessionen haben, zu tun hat. Und er weiß nicht, wie er das schreiben soll. Also, jetzt kommt das Künstler Gewächshaus. Ja, ja, genau.
02:35:13:23 – 02:35:35:19
Sprecher 1
Also schreibt er sich selbst in die Geschichte rein. Was wir als Zuschauer sehen, ist dieser Film, der daraus entstanden ist, wo Charlie Kaufman, gespielt von Nicolas Cage, zusammen mit seinem Zwillingsbruder hat, der nicht existiert, nicht existiert, Drehbücher schreibt und dann dieses Drehbuch schreibt, wo er sich selbst in den Film reinschreibt und dann aber auch einem Komplott der Autoren dieses Films auf die Schliche kommt.
02:35:36:14 – 02:35:42:14
Sprecher 1
Und A was ein super witziger. Er meint Fuck.
02:35:42:24 – 02:35:50:08
Sprecher 2
Du weißt nicht, wer was, wie, wo wir? Ja, was ist jetzt? Das stimmt jetzt. Und das stimmt nicht. Gegen wen und warum?
02:35:50:17 – 02:35:54:24
Sprecher 1
Tolle Story mit Realität und Fiktion. Dann Platz drei.
02:35:55:04 – 02:35:58:18
Sprecher 2
Okay. Mein Platz drei wäre Space Balls.
02:35:59:00 – 02:35:59:24
Sprecher 1
Ah ja.
02:36:00:00 – 02:36:24:23
Sprecher 2
Auch Mel Brooks. Natürlich Macht das ja immer in allen Filmen. Und ich, ich das. Ich habe es Facebook sein gemacht. Ich sah das besprochen haben und zum weil es Baseball der erste Film ist, wo ich das so richtig geil erlebt habe als Kind. Ich habe diesen Film gesehen und es gibt Szene, wo sie vor den Fernsehern stehen und aus der Videokassette irgendwie rauslesen wollen, wie das jetzt weitergeht im Film, in dem Film, in dem Sie gerade sind.
02:36:26:00 – 02:36:27:19
Sprecher 2
Wann jetzt? Jetzt? Jetzt?
02:36:27:19 – 02:36:35:16
Sprecher 1
Wir sind jetzt. Jetzt. Und es ist wirklich für so eine alberne Parodie ist es ein extrem intelligenter Mindfuck, der das tut. Toll.
02:36:35:22 – 02:36:38:04
Sprecher 2
Ich finds in den Videos.
02:36:38:12 – 02:36:40:14
Sprecher 1
Wir sehen den Film, bevor er fertiggestellt wurde.
02:36:42:11 – 02:36:49:02
Sprecher 2
Ganz ganz toll und später ja auch. Es gibt auch verschiedene andere Szenen, wo einfach auf den Film referiert wird der gerade den man gerade.
02:36:49:02 – 02:36:52:08
Sprecher 1
Sehen Sie, wenn Sie mit dem Lichtschwert kämpfen und er zufällig den Tonmann genau.
02:36:52:08 – 02:36:57:03
Sprecher 2
Solche Sachen. Ja, Space.
02:36:57:06 – 02:37:27:21
Sprecher 1
Bloß mein Platz ist ziemlich unbekannt und sind ja auch keine guten Kritiken gekriegt habe, als er rauskam und der sehr schräg ist und sehr experimentell. The Last Movie von Dennis Hopper aus dem Jahr 1971. Ich glaube, die Kritik war damals, dass das Ding einfach nur ein selbstverliebter Experimentalfilm ist, in dem Dennis Hopper, der damals gerade durch Easy Rider so zur Bekanntheit gekommen ist, einfach mal so ordentlich künstlerisch masturbieren will.
02:37:28:04 – 02:37:57:18
Sprecher 1
Okay, es geht darum, dass in Peru ein Western gedreht wird, in einem abgelegenen Dorf und im Zentrum steht der Stuntman dieses Films und okay, also es passiert viel. Er lernt eine Frau kennen und er hat irgendwie keinen Bock mehr, Filme zu drehen. Und er weiß nicht genau, wo er hin will und zieht dann mit dieser Frau einfach raus.
02:37:57:23 – 02:38:19:14
Sprecher 1
Aber das ist alles nicht so wichtig. Was ganz toll ist an diesem Film, ist, dass gezeigt wird sind in diesem abgelegenen Dorf und die Leute in diesem Dorf verstehen das Konzept Film nicht so richtig und denken, dass, was sie sehen, diese Schießereien von den Cowboys und die Gewalt wäre echt. Und dann fangen sie an ihren eigenen Film zu starten, weil sie das was, was, was Hollywood ihnen da vormacht, imitieren wollen.
02:38:19:23 – 02:38:49:03
Sprecher 1
Und dann bauen sie sich eine Kamera einfach nur so Holz zusammen und fangen an, einen Film zu inszenieren, in dem sie sich gegenseitig umbringen, weil sie, weil sie halt Film machen. Sie machen halt das, was sie vorher haben, wo die aufeinander geschossen haben, wo die sich gegenseitig umgebracht haben, okay, und das machen sie dann in echt und sie versuchen irgendwie dann, dann versucht dieser, dieser das dann, wenn der da im Mittelpunkt ist, versucht irgendwie zu überzeugen, dass das falsch ist, was sie da machen, dass dieser Film so nicht funktioniert und er wird dann dabei irgendwie reingezogen.
02:38:49:03 – 02:39:11:01
Sprecher 1
Dann gibt es noch einen kleinen Plot und es endet dann damit, dass nicht mehr so ganz klar ist, ob sie, ob sie das immer noch, ob sie, ob das immer noch echte Gewalt ist oder ob sie da mitspielen. Und dieser Stuntman wird dann in den Film hineingezogen, wird quasi gezwungen, da mitzumachen, obwohl, obwohl, obwohl das kein richtiger Film ist, sondern echte Gewalt stattfindet.
02:39:11:01 – 02:39:40:09
Sprecher 1
Und es ist ein ziemlicher Mindfuck. Okay, es ist ein sehr spröder Junge, aber super interessant. Auch weil er einfach so ein ein Film, so ein ästhetisches Gefühl, von dem Hollywood von damals, von diesem New Hollywood repräsentiert, dass man wirklich mal alles ausprobieren kann. Das ist kein perfekter Film, der ist, der ist holprig, der ist ein bisschen trächtig, der ist ein bisschen drüber und drunter und irgendwie aber ein wirklich, wirklich, wirklich spannendes Film Experiment.
02:39:40:09 – 02:40:05:00
Sprecher 2
Ich glaube, ich habe den gesehen. Ja, ich erinnere mich gerade, und zwar gar nicht so lange her hier im Filmkunst, wo ich, wo ich dann gesessen habe, auch wieder mit meiner Begleitung alleine. Und wir dachten Hä? Was? Was passiert da gerade, wenn nicht ganz sicher wussten, ob wir am Ende dann die gute Entscheidung war, da reinzugehen oder ob das eher eine schlechte Entscheidung war.
02:40:05:04 – 02:40:17:23
Sprecher 1
Es ist wirklich, es ist wirklich kein Es ist nicht nicht einfach nur ein guter Experimentalfilm. Es ist es wirklich holprig. Er ist wirklich merkwürdig. Er er trifft manchmal den falschen Ton. Er hat halt so die 70er Jahre.
02:40:18:09 – 02:40:25:10
Sprecher 2
Und auch Männer sind sehr drüber. Und die Frauen und das Frauenbild es nicht gut. Genau Sachen.
02:40:25:23 – 02:40:45:02
Sprecher 1
Aber er ist ein wirklich interessantes, spannendes Experiment, wie Film wirkt und wie Film verstanden wird und stellt sowohl die Film Schaffung als auch die Film Rezeption immer so ein bisschen in Frage und ich finde ihn total faszinierend. Er lebt krass. Irgendwie ein krasser Film. Einfach. Ja.
02:40:46:11 – 02:41:04:03
Sprecher 2
Ich muss jetzt an Foucaults Don denken, der ja auch ein bisschen meta ist. Definitiv ja und der ja auch so, so dieses, dieses Filmemachen und dann falsch verstanden und dann in eine Figur verloren und so, das ist schon so ein bisschen in die Richtung geht das?
02:41:04:03 – 02:41:10:04
Sprecher 1
Ja, es geht in die Richtung, es hat auch eine ist. Es trägt auch eine ähnliche Verzweiflung auf so eine ähnliche Art die Verzweiflung mit sich, genau.
02:41:11:13 – 02:41:18:18
Sprecher 2
Den du ja nicht so geil fand. Aber wir haben darüber gesprochen, wenn ihr eine Episode euch anhört. Don Quijote de la Mancha.
02:41:19:14 – 02:41:24:15
Sprecher 1
Daumen hoch für Don Quijote von Terry Gilliam. Wir reden darüber in einer sehr alten Episode.
02:41:24:19 – 02:41:27:24
Sprecher 2
Ja, und ich war nicht so begeistert, aber ich von den ganz cool.
02:41:29:04 – 02:41:36:03
Sprecher 1
Werden ihn beide vorher nicht gesehen. Und ich habe ihn vorgeschlagen, lustigerweise, weil ich ihn auf meinem auf meinem To See Stapel hatte und unbedingt sehen wollte.
02:41:37:14 – 02:41:41:15
Sprecher 2
Am Platz, weil vielleicht war das.
02:41:41:22 – 02:41:45:18
Sprecher 1
Mein Platz zwei, dann dein Platzverweis Adaptation Du kannst gerne noch mal was dazu sagen.
02:41:45:21 – 02:41:53:08
Sprecher 2
Ich kann nicht viel dazu sagen. Wir haben eigentlich Du hast jetzt viel dazu gesagt, Das ist glaube ich fast, das tut mir sehr leid. Soll ich noch welchen machen?
02:41:53:08 – 02:42:00:13
Sprecher 1
Aber das reicht vollkommen. Und ihr tut mir leid, dass ich den Platz zwei weggenommen habe. Ich glaube, den Platz eins nehme ich dir nicht weg.
02:42:00:19 – 02:42:01:12
Sprecher 2
Jetzt bin ich gespannt.
02:42:01:20 – 02:42:39:20
Sprecher 1
Mein Platz eins ist ganz klar. Wahrscheinlich einer der ersten Filme, die ich überhaupt gesehen habe. The Player von Robert Oldman. Einer sagt mir gar nichts. Tatsächlich total. Ah, zumindest was Genre betrifft. Ähnlich wie dieser Tatort. Eine Mischung aus Thriller und Satire. Ein ziemlich, na ja, so halb erfolgreich. Becher Filmproduzent wird erpresst und bekommt Drohbriefe von jemanden, dessen Drehbuch er offensichtlich abgelehnt hat und der ihm jetzt droht, ihn zu töten.
02:42:40:15 – 02:43:19:08
Sprecher 1
Und er forscht danach und hat den vermeintlich Verdächtigen gefunden und trifft sich mit dem. Und im Streit bringt er ihn um und dann wird gegen ihn ermittelt und er versucht das halt zu verschleiern. Das ist so die Thriller Handlung und gleichzeitig kriegt er mit, dass er den falschen umgebracht hat, weil der Typ, der ihn umgebracht hat, immer noch lebt und ihm weiter diese Postkarten bedroht wird das die Thriller Handlung Und daneben läuft eine ganz großartige Satire auf das Filmgeschäft und Robert Oldman, ja, wirklich so ein Veteran des New Hollywood war, der in den Siebzigern ganz viele großartige Filme gemacht hat.
02:43:20:20 – 02:43:45:16
Sprecher 1
Hatte so ein Moment, wo er sehr lange sehr frustriert war vom, Filmgeschäft und auch nicht wirklich viele Filme produziert hat, sondern Regie geführt hat, sondern eher so im Fernsehen tätig war. Und er hat sich dann auch ständig abfällig über über Hollywood und über die ganzen Machenschaften und so hinter den Kulissen und das ist so ein bisschen seine Rache daran, ein wirklich makaberer, lustiger, düsterer über über, über das Filmbusiness.
02:43:46:02 – 02:44:17:08
Sprecher 1
Und er hat es geschafft, so viele Leute dazu zu kriegen, damit zu machen. Das Ding ist voll mit Cameo Auftritten von Schauspielern, die sich selbst spielen. Wow. Also Harry Belafonte. Moment Cher James Coburn, John Cusack, Peter Krass, Jeff Goldblum, Elliott Gould, Julius und Jack Lemmon, Andy McDowell, Malcolm McDowell, Nick Nolte, Burt Reynolds, Bruce Willis, Julia Roberts.
02:44:17:09 – 02:44:18:17
Sprecher 2
Okay, den muss ich sehen.
02:44:18:17 – 02:44:26:13
Sprecher 1
Susan Patrick Swayze, Rob Steiger, Robert Wagner. Und ich habe jetzt nur gerade die gelesen, die mir als erstes am bekanntesten vorkam.
02:44:26:19 – 02:44:29:05
Sprecher 2
Es ist ein Patrick Swayze in Siebzigern.
02:44:30:04 – 02:44:52:21
Sprecher 1
90er, 90er, So Robert Altman hat in den Siebzigern experimentelle Filme gedreht, New Hollywood Film und hatte dann auch irgendwann den Ruf, verbrennen zu sein, weil er. Weil er gesagt hat Ich drehe euch jetzt ein total tollen klassischen Thriller. Und dann hat er einen Film gedreht, in den der coole Detektiven total, total null ist, der nur durch die Gegend stolpert.
02:44:53:21 – 02:45:00:12
Sprecher 1
Und so hat Robert Altman immer seine Filme gedreht, hat gesagt Ich drehe euch jetzt einen tollen Psychothriller. Und dann hat er einen Film gemacht, den kein Mensch verstanden hat.
02:45:00:12 – 02:45:01:11
Sprecher 2
Also Spike Jones.
02:45:02:05 – 02:45:24:12
Sprecher 1
Ja, so ein bisschen genau. Und der hatte dann auch nicht so viel Erfolg beim Publikum. Wahrscheinlich war er deswegen auch sauer auf Hollywood. The Player ist einer von seinen späteren Filmen 1992 und es ist der ist so witzig. Und natürlich wird die Metaebene dann auch noch mal weitergetrieben, weil tatsächlich will ich da jetzt nicht spoilern. Es gibt, es gibt eine ganz tolle Szene.
02:45:24:16 – 02:45:44:07
Sprecher 1
Sie diskutieren die ganze Zeit über ein Drama. Sie wollen ein Drama inszenieren, das gegen die Todesstrafe ist, wo es darum, dass eine Frau als Unschuldige auf dem nicht auf dem elektrischen Stuhl in der Gaskammer landet. Und dann reden Sie die ganze Zeit drüber, dass sie das bloß nicht Hollywood sein soll. Bloß zu kitschig, bloß nicht zu dramatisch. Und es wird ständig drüber geredet und sind immer wieder ideenreich.
02:45:44:07 – 02:46:01:17
Sprecher 1
Auch sagen sie Nein, nein, nein, wir wollen keine Stars. Und so weiter. Und dann, ganz am Schluss, sieht man, wie die, wie der fertige Film aussieht. Und dann ist es ein Mann mit Bruce Willis und Julia Roberts. Und Bruce Willis rettet in letzter Sekunde Julia Roberts aus dieser Gaskammer und trägt sie, während sie so halb benommen sagt Wo warst du?
02:46:01:17 – 02:46:14:09
Sprecher 1
Und Bruce Willis haut den coolen Rheinländer raus. Ich habe im Stau gesteckt, Baby. Das ist dann das Ergebnis. Und der Film steckt voll von diesen Momenten, wo sich so supertoll über das Filmgeschäft lustig gemacht wird. Geil! Großartiger Film. Unbedingt sind.
02:46:14:18 – 02:46:15:19
Sprecher 2
Wir Players.
02:46:16:05 – 02:46:18:17
Sprecher 1
The Player oder Singular?
02:46:19:00 – 02:46:19:11
Sprecher 2
Okay.
02:46:20:15 – 02:46:28:13
Sprecher 1
Mit Tim Robbins und Whoopi Goldberg als Detektive, die gegen Tim Robbins ermittelt.
02:46:28:13 – 02:46:32:06
Sprecher 2
Meinen Platz eins Being John Malkovich.
02:46:32:09 – 02:46:32:21
Sprecher 1
Oh ja.
02:46:34:15 – 02:46:52:08
Sprecher 2
Sicher. Das hatte ich. Neulich hatten wir darüber schon mal geredet und da habe ich mich daran erinnert und habe dann noch mal so ein bisschen recherchiert und mich noch mal erinnert, wie krass dieser Film eigentlich ist. Das, was er da ist, diese krasse Szene, wo er wirklich in diesem Restaurant oder was das ist, alle Figuren.
02:46:52:08 – 02:46:54:12
Sprecher 1
Spielt Malkovich, Malkovich, Markovic.
02:46:57:00 – 02:46:59:16
Sprecher 2
So krass krass, Mann und Wahnsinn.
02:47:00:03 – 02:47:03:03
Sprecher 1
Und Spike Jones und Charlie Kaufman zum Zweiten.
02:47:03:12 – 02:47:16:01
Sprecher 2
Ja, stimmt genau. Wahnsinn Ein schönes, eine schöne Kombi. Die beiden anscheinend. Aber Charlie Kaufman sage mal so krass Wahnsinn, was der für Sachen gemacht hat.
02:47:16:01 – 02:47:50:04
Sprecher 1
Der hat krasse Sachen gemacht. Und ich? Ich. Mag ihn auch als Regisseur, als Regisseur wurde ja teilweise so ein bisschen weniger gut wahrgenommen, weil die Leute gesagt haben, dass er als Regisseur zu sehr am Rad dreht und zu wenig Humor hat. Und man denkt doch in New York und Animal Lisa und der letzte war ein Thinking of Things und waren alles sehr, sehr depressiv, hat Spike Jones für den Humor gesorgt in seinen Charlie Kaufmanns Film okay, also als er nur Drehbuchautor war und als er jetzt, wenn er jetzt Regie macht, sind seine Filme halt nicht mehr lustig, aber immer noch unglaublich gut und sehenswert.
02:47:50:04 – 02:47:50:15
Sprecher 1
Okay.
02:47:51:07 – 02:47:56:01
Sprecher 2
Krass. Okay, Ja, das waren unsere Top drei.
02:47:56:08 – 02:47:57:03
Sprecher 1
Meta Filme.
02:47:57:05 – 02:48:04:04
Sprecher 2
Meta Filme und wir springen wieder zurück in den Tatort, der also was ich.
02:48:04:05 – 02:48:08:04
Sprecher 1
Eigentlich gerade bei digitalen Aufnahmen ein Spul Geräusch von einer Kassette simuliert.
02:48:08:05 – 02:48:11:23
Sprecher 2
Äh, du hast damit angefangen. Das Verlassen?
02:48:12:07 – 02:48:14:11
Sprecher 1
Ja, wir sind alt.
02:48:15:03 – 02:48:25:11
Sprecher 2
Aber wir haben nicht über Frederico Federico Fellini geredet. Der acht 1/2 gedreht hat.
02:48:25:12 – 02:48:25:18
Sprecher 1
Ja.
02:48:26:02 – 02:48:34:15
Sprecher 2
Da wurde es ja quasi. Also achteinhalb. Werden jetzt fast alle Filme so genannt. Die Ja, dieses. Dieses Ding machen.
02:48:34:18 – 02:48:38:20
Sprecher 1
Ich habe das bei der Recherche auch gelesen. Ich habe das nie das Wort achteinhalb Film gehört vorher, ich.
02:48:38:20 – 02:48:39:08
Sprecher 2
Auch nicht.
02:48:39:09 – 02:48:41:17
Sprecher 1
Bei Wikipedia. Vielleicht hat das auch ein Troll eingetragen.
02:48:42:05 – 02:48:43:10
Sprecher 2
Was ich nicht keine Ahnung.
02:48:43:10 – 02:48:50:07
Sprecher 1
Ich nenne die Filme Meta Filme oder selbstreferentielle Filme. Ich habe noch nie acht 1/2 Film dazu gesagt. Ich finde das auch komisch.
02:48:51:08 – 02:48:53:20
Sprecher 2
Keine Ahnung, aber es kann ja sein, ich muss diesen Film Wahnsinn.
02:48:54:03 – 02:49:09:18
Sprecher 1
Dass sie nicht gesehen haben, nicht gesehen, oder? Es ist lange her, dass ich den gesehen habe. Ich habe ihn nicht aufgenommen, weil es auch schon länger her ist, dass ich ihn gesehen habe. Aber auch tatsächlich, weil ich nicht der größte Fellini Fan bin, also achteinhalb. Es ist ein spannender Film und es ist auch ein schöner und witziger Film.
02:49:09:18 – 02:49:13:11
Sprecher 1
Aber ja, ja, ich bin nicht der größte Fellini Fan.
02:49:13:12 – 02:49:16:14
Sprecher 2
Okay, na gut.
02:49:17:07 – 02:49:36:18
Sprecher 1
Fellini hat immer so einen. Also Fellini ist schon so ein dekadenter Snob, Bei dem hat man immer das Gefühl, dass in seinen Filmen seine sind. Irgendwie so wirklich Männerfantasien, wo man das Gefühl hat, er träumt sich eigentlich so ein Szenario, wo er in einem Bett liegt und links eine Frau, die ihn mit Trauben füttert, rechts eine Frau, die ihm die Füße massiert.
02:49:37:12 – 02:49:43:23
Sprecher 1
So, so, so vibes sprühen Fellinis Filme für mich immer aus. Danke. Es ist ein bisschen ungerecht. Ich weiß.
02:49:44:06 – 02:50:22:24
Sprecher 2
Okay. Okay. Nun gut. Gehen wir also zurück in den Krimi. In den Tatort, der bis jetzt wirklich cool ist, irgendwie diese Metaebene einfach durchzieht, wie du gesagt hast, ein bisschen zu wenig damit spielt. Und jetzt kommen wir. Die Ermittlungen, die Tukur selber angestellt hat, sind relativ weit fortgeschritten. Irgendwie ist das Casino wohl schuld. Hat da irgendwie so ein paar linke Gestalten drin, die Ja genau.
02:50:23:05 – 02:50:34:04
Sprecher 2
Und dann kommt er in schlechtem Zustand hin in der im Verhörraum an, weil sie ihn erwischt haben, wie er selbst irgendwo.
02:50:34:12 – 02:50:40:19
Sprecher 1
Schmiere steht und guckt, wer denn wer den Casino Angestellten beschattet hat. Während dieser Casino Angestellte auch von dem Kommissar beschattet wurde.
02:50:41:19 – 02:51:02:07
Sprecher 2
Was zu sehen ist, vor allem, weil der Kommissar im Auto sitzt und erst mal guckt Hä? Haben Sie dann noch jemanden anders hingeschickt und wirklich mit denen erst mal? Und erst mal finde ich eine super Idee. Toll, realistisch und sehr komödiantisch. Irgendwie super. Und dann nimmt er ihn mit und dann sitzt er halt da und wartet.
02:51:02:16 – 02:51:03:09
Sprecher 1
Auf den Vorgesetzten.
02:51:03:10 – 02:51:20:06
Sprecher 2
Auf den Vorgesetzten, der dann kommen soll und ihn verhören soll. Und der wer kommt. Natürlich kommt Murot, seine Figur, die er spielt, im Tatort und ich finde das Gespräch ganz toll. Es ist ein super Gespräch.
02:51:20:06 – 02:51:30:03
Sprecher 1
Moro berichtet von den Freuden und Leiden einer Film, einer Filmfigur. Er bedankt sich sehr dafür, dass sie den, dass sie den Tumor, den er offensichtlich hatte, rausgeschrieben haben.
02:51:30:20 – 02:52:00:24
Sprecher 2
Also eine Referenz auf vergangene Tatorte folgen. Mehrere Referenzen, also nicht nur den Tumor, sondern auch noch was anderes mit dem und so Wir, aber vor allem das Drama, dass eine Figur immer nur dann lebt, wenn der Regisseur Action ruft und nicht mehr, sobald er ruft. Ja, und dass eine Filmfigur doch eigentlich viel mehr verdient hätte und viel mehr im Leben stehen dürfte müsste.
02:52:01:05 – 02:52:17:05
Sprecher 1
Das ist dann auch so ein bisschen die Konklusion. Also Murot ist tatsächlich der Schuldige an dem Tod. Es war tatsächlich nur ein Unfall. Er war einfach mit diesem Typen mit dem Christoph im Auto unterwegs und er ist gefahren er war betrunken, er hat den Unfall verursacht und hat ihn dann auf den Fahrersitz gesetzt, weil das war der Ursprung der Ermittlungen.
02:52:17:05 – 02:52:37:00
Sprecher 1
Der tote Christoph saß auf dem Fahrersitz, der Airbag war losgegangen, also er einen Schlag auf den Kopf gekriegt haben, aber es kommt dann, er war auf dem Beifahrersitz und hat also einfach beim Unfall was abgekriegt, hat ihn auf den Fahrersitz gesetzt, dann abgehauen und er will jetzt auch mal leben. Ich möchte auch mal leben, ich möchte mal real sein, sagt er zu Tukur.
02:52:37:02 – 02:52:41:05
Sprecher 2
Ja, was sagt er genau? Ich ich habe das, ich.
02:52:41:05 – 02:53:02:13
Sprecher 1
Bin hier gar nichts. Ich bin auch nur so eine Idee. Aber ich möchte auch mal leben, mal real sein, sondern einfach nur das Zitat aufgeschrieben hast. Genau Und das ist natürlich der Moment, in dem der Film ins Surreale kippt. Weil es wird ja auch nicht erzählt, dass Tukur hier eine Geistesstörung hat oder so, sondern es ist einfach, dass es Murot, die Figur hat sich verselbstständigt und ist jetzt in der Realität.
02:53:02:22 – 02:53:20:12
Sprecher 1
Und er bedankt sich für Tukur, weil ja tatsächlich diesen kriminellen Casino Leuten hinterher spioniert hat, die in der Tat das gemacht haben, das vorhatten, Geld zu klauen von. Also er hat den Fall gelöst für Murot, was eigentlich auch ganz praktisch war für ihn. Und er zieht dann von dannen, ist frei.
02:53:20:22 – 02:53:42:14
Sprecher 2
Und das Schöne ist, Martin kommt, hält die Tür auf und und spricht mit beiden Varianten von von Uli und mit mit Murot Holt Moro ab, damit sie zusammen abhauen können. Ja, genau. Was vielleicht sagen würde, dass Martin nicht mehr Martin ist, sondern eine Version von Martin. Also auch eine Rolle?
02:53:43:02 – 02:53:43:18
Sprecher 1
Ja, die.
02:53:43:18 – 02:53:44:12
Sprecher 2
Die andere Rolle.
02:53:44:12 – 02:54:04:14
Sprecher 1
Abholt. Ja, der andere Kommissar. Es ist tatsächlich, weil. Weil so offen bleibt. Es bleibt tatsächlich ein Fragezeichen hängen. Es wird nicht gelöst. Es gibt nicht diesen klassischen Fight Club Effekt. Ja, du hast dich mir eingebildet bla blubb, sondern es ist wirklich einfach. Ist es. Diese Metaebene wird aufgemacht und zum Publikum wird gesagt, was ich wirklich schön finde.
02:54:04:14 – 02:54:06:24
Sprecher 2
So take das ja schön.
02:54:07:17 – 02:54:33:03
Sprecher 1
Das hat mir auch wirklich gefallen. Ich hätte, ich hätte mir gewünscht, dass es vorher schon ein bisschen mehr andeuten, ein bisschen mehr in die Richtung ziehen der Aber in der Szene ist das wirklich super gemacht. Noch stärker finde ich dann tatsächlich die Schlussszene auch großartig, wenn Tukur dann ganz allein am Set ist und dann was ganz viele Zuschauer man kann es ihnen nicht verübeln, wahrscheinlich gar nicht mitkriegen werden, dass am Schluss die Kamera wegreißt und das Mikro kurz ins Bild hängt und.
02:54:33:03 – 02:54:34:01
Sprecher 2
Jemand ruft Cut!
02:54:34:09 – 02:54:55:01
Sprecher 1
Genau. Es wird eine letzte Metaebene noch mal aufgemacht. Dieser Tukur hat sich auch in einem Tatort befunden, in einem Film. Und wir werden einfach und das ist wirklich ein wundervolles Meta Spiel. Also den Schluss liebe ich in diesen Schluss. Toll, wenn er da steht und wenn sie wirklich diesen klassischen Szenen Abbruch machen. Kamera zieht weg, Wir sehen noch kurz das Mikro ins Bild hängen.
02:54:55:02 – 02:54:56:17
Sprecher 1
Der Schnitt Ende. Super.
02:54:57:01 – 02:54:59:05
Sprecher 2
Ganz ganz toll. Ich habe mich sehr gefreut, aber.
02:54:59:12 – 02:55:12:00
Sprecher 1
Ich war auch froh, dass sie das noch draufgepackt haben, weil das irgendwie noch so das das hat es irgendwie auch noch mal gebraucht. Ja und umso mehr habe ich gedacht Schade, dass Sie es vorher nicht mehr angedeutet haben, mehr damit gespielt haben, weil am Schluss spielen Sie ganz toll damit.
02:55:12:05 – 02:55:52:03
Sprecher 2
Ja, ich glaube das ist eine neue Redaktions Problematik. Ich glaube nämlich, dass viele diesen Gedanken hatten. Also jetzt meine Unterstellung, dass es diesen Gedanken durchaus gab, das früher und mehr einzubauen, dass aber der typische Satz vom Redakteur kommt. Oder vielleicht tue ich dem Redakteur jetzt unrecht, aber vielleicht andere Instanzen, die dann sagen Das können wir, das ist sowieso schon schwierig, das können wir dem Zuschauer nicht zumuten, weil der Tatort wirklich ein bestimmtes Publikum hat und und wir haben es letzte Mal gesagt, dass der Tatort irgendwie so, dass das Publikum ist 70, Aber es stimmt nicht ganz.
02:55:52:03 – 02:56:10:01
Sprecher 2
Ich habe noch mal nachrecherchiert Es gibt keine echten Zahlen dafür, wie die Altersstruktur vom Tatort ist. Aber der Altersdurchschnitt von ZDF und ARD 62 ist krass. Das ist der Durchschnitt, da sind die Jungen schon dabei.
02:56:10:05 – 02:56:11:11
Sprecher 1
Ja, das ist wirklich krass.
02:56:12:13 – 02:56:36:10
Sprecher 2
Ja und? Und ja, ich kann verstehen, dass dann Fernsehmacher sagt nicht zu abgefahren, bitte, Das ist schon schwierig. Es ist schon schwer zu verdauen. Aber dann haben wir diese eine Szene am Ende, die ist wert. Aber bis dahin konnte der Zuschauer folgen. Und dann ist es vielleicht am Ende ein bisschen schwierig. Aber das gebe ich euch aber bitte nicht den ganzen Film.
02:56:36:10 – 02:56:39:06
Sprecher 2
Das ist meine Vorstellung davon, wie so ein Produktions Gespräch abläuft.
02:56:39:10 – 02:56:56:15
Sprecher 1
Kann ich mir auch gut vorstellen. Ich kann mir auch vorstellen, dass es wirklich Kämpfe gab und wahrscheinlich gab es viele Diskussionen über verschiedene Szenen und über verschiedene Sachen, wo gesagt wurde Können wir das machen? Vielleicht ist der Schere da auch einiges zum Opfer gefallen, was wirklich toll gewesen wäre, dass wir noch mal auf eine neue Ebene gehoben hätte.
02:56:56:18 – 02:57:05:12
Sprecher 1
Ja, aber um zu deiner Seiltanz Analogie zurückzukommen vom Anfang ja, es war halt doch ein ziemlich dickes Seiler.
02:57:05:19 – 02:57:23:00
Sprecher 2
Tatort und es stimmt schon recht sicher, aber für deutsche Verhältnisse ist es halt kein keine, es ist kein kein Gang durch Versailles, wo alles für alles gesorgt ist, sondern es ist schon so ein bisschen Für deutsche Verhältnisse ist es eine Planke.
02:57:23:07 – 02:57:29:04
Sprecher 1
Wir sind ja jetzt von der Tatort Analogie zur Schloss Analogie zu viel zu viele Symbole, da komm ich nicht mehr mit.
02:57:30:10 – 02:57:53:10
Sprecher 2
Ja, deswegen ist der Film auch nicht zu sehr gespickt mit solchen Sachen. Wenn du da schon nicht mehr mitkommst, wie soll da noch mal? Ja, aber ich finde es ganz toll, dass sie es gemacht haben und ich finde es ganz toll, dass es die Tukur Sachen gibt. Und es scheint ja noch mehr in die Richtung zu gehen und ich will tatsächlich alle sehen.
02:57:53:16 – 02:58:06:05
Sprecher 2
Also ich will mir die einfach anschauen. Ich habe das Gefühl, es lohnt sich und wenn man auf Amazon Prime ist und dort noch ein zusätzlichen zusätzliches Paket für Arte nicht für Autos, sondern für ARD.
02:58:06:12 – 02:58:07:07
Sprecher 1
HD plus oder so.
02:58:07:18 – 02:58:12:22
Sprecher 2
Genau dazu bucht, kann man ganz viele Murot Tatorte sehen.
02:58:13:11 – 02:58:32:12
Sprecher 1
Ja, was ich übrigens echt problematisch finde, dass ich glaube das letzte Mal schon angedeutet habe, ich finde es immer voll schwierig, wenn. Also ich kann total gut verstehen, wenn wenn die öffentlich rechtlichen sagen Hey, wir müssen, wir können nicht nur von den Gebühren leben, wir brauchen irgendwie noch andere Einnahmequellen. Wir machen Werbung, wir machen auch Koproduktionen mit Sky oder so!
02:58:32:17 – 02:58:54:03
Sprecher 1
Ja, Werbung finde ich total okay. Ich finde es aber echt problematisch, wenn so eine Zweitverwertung stattfindet, für die zusätzlich noch mal Gebühren anfallen. Und zwar in dem Rahmen, also zum Beispiel du kannst den Film so habe ich ihn jetzt geguckt, Du kannst ihn bei Amazon kaufen. Ja und da kostet er 3 €. Hast du das Abo gemacht?
02:58:54:03 – 02:58:54:22
Sprecher 2
Ich habe das Abo gemacht.
02:58:54:23 – 02:59:14:14
Sprecher 1
Ja, okay. Und Ich habe es aber auch so ein bisschen gemacht, weil ich Gefühl habe, wenn es schon so einen öffentlich rechtlichen Rundfunk gibt in Deutschland, der wirklich viel positive Seiten hat. Ich bin auch wenn ich kein kein großer TV Konsument bin, auch kein großer ÖR Konsument, finde ich. Der öffentliche Rundfunk hat sehr viel Gutes und ihm wird oft Unrecht getan in der Kritik.
02:59:14:19 – 02:59:28:23
Sprecher 1
Ja und er ist ja in den letzten gerade so von rechts wieder ganz stark in die Kritik geraten. Ich bin gerne und oft dabei, den öffentlich rechtlichen Rundfunk zu verteidigen, aber ich finde, wenn es um die Zweitverwertung geht, könnte vieles besser laufen.
02:59:29:16 – 03:00:01:20
Sprecher 2
Die Sache ist schon die du hast, wenn du Tatort hast, wahnsinnig viele Rechte zu vertreten. Musiker Du willst auch mit bestimmten Verträgen, bestimmten Regisseuren für eine Zweitverwertung noch mal Geld geben. Und so weiter. Das heißt, du hast Ausgaben mit jeder neuen Verwertung, die müssen gedeckt werden. Ja, deswegen ist es, finde ich, schon verständlich, dass sie dafür noch mal irgendwie Geld nehmen müssen, damit sie es ausstrahlen können.
03:00:02:23 – 03:00:12:15
Sprecher 2
Sie müssen in die Hand Geld in die Hand nehmen, denn geht. Aber warum dann bei Amazon Prime für noch mal das mit so einem.
03:00:12:15 – 03:00:21:01
Sprecher 1
Abo von Jeder weiß, dass Amazon 30 40 % wahrscheinlich kassieren wird? Ja, die das, das das will mir nicht so ganz in den Kopf, weil.
03:00:22:10 – 03:00:29:17
Sprecher 2
Also ich meine, warum? Sie haben ja auch den Tatortreiniger bei Netflix untergebracht. Warum geht das nicht mit den Mitteln?
03:00:29:18 – 03:00:34:22
Sprecher 1
Aber okay, also jetzt Netflix natürlich auch wenn manche sagen, das ist zu einfach. Aber Netflix ist natürlich auch ein monatlicher Abo Preis.
03:00:35:05 – 03:00:41:05
Sprecher 2
Ja, ist richtig, aber dass das, also Amazon Prime ohne zusätzliche Gebühren würde ich auch okay finden.
03:00:41:20 – 03:00:48:18
Sprecher 1
Ich ich glaube, die sollten also um jetzt mal den öffentlichen Rundfunk zu reformieren.
03:00:48:24 – 03:00:51:00
Sprecher 2
Okay, reformieren wir den öffentlichen Rundfunk.
03:00:52:14 – 03:01:10:23
Sprecher 1
Was ich gut fände, wäre, wenn Sie das unabhängig machen von den großen amerikanischen Konzernen, wo alles ganz reinfällt. Bei Netflix kann man sogar noch ne Netflix kann man auch nicht mehr drüber diskutieren, wo ganz klar ist, dass Geld sie machen das selbst und sie refinanzieren das. Sie bauen sich eine Plattform auf, meinetwegen mit monatlichen Abo. Das nennt man ÖRR plus.
03:01:11:09 – 03:01:31:09
Sprecher 1
Und da gibt es dann das Archiv und zwar wirklich alles. Das heißt, ich will auch die Möglichkeit haben, Sendungen aus den Sechzigern zu sehen, obskure Shows, die sie in ihren Archiven haben, einfach ein vernünftiges Digital Archiv zu haben. Und diese Abo Gebühren werden natürlich zum einen gegen den Service geworfen und ich wette mit dir, dass es refinanziert. Das funktioniert, weil die treten.
03:01:31:09 – 03:01:59:13
Sprecher 1
An Amazon treten sie echt viel ab, wenn sie da ein Abo drin haben. Wenn sie dann am Kanal haben und damit wird das refinanziert und dann könnte man tatsächlich überlegen die gesamte Rundfunk kostenverteilung. Das wäre so mein meine Traumvorstellung als eine Art Genossenschaft zu betrachten. Das heißt, die Zuschauer, die bezahlen ja, sind Teil dieser Genossenschaft. Und am Ende, wenn es tatsächlich Gewinn gibt, dann werden die auch ausbezahlt.
03:01:59:13 – 03:02:05:01
Sprecher 1
Das heißt, du bezahlst brav deine Was? Was bezahlst du? Rundfunkgebühren im Moment im Monat 8,8 €?
03:02:05:01 – 03:02:06:13
Sprecher 2
Ja, irgendwas, was du bezahlst.
03:02:06:13 – 03:02:35:03
Sprecher 1
Brav 100 € im Jahr. Und dann, am Ende des Jahres, wird einmal geguckt, was gab es für Ausgaben, was gab es für Einnahmen, was haben wir zusätzlich eingenommen? Und dann wird ausgeschüttet und es muss ja nicht eine Null Rechnung sein. Öffentlich Rundfunk kostet Geld, Ja, aber einfach, dass Zuschauer das Gefühl haben, Teil davon zu sein. Weil ich bin überhaupt kein Fan von dieser, von diesem Palavern gegen Zwangsgebühren und gegen den öffentlich rechtlichen Rundfunk, der uns zwingt, so viel Geld zu bezahlen.
03:02:35:03 – 03:02:55:23
Sprecher 1
Und wir kriegen nichts davon. Ich glaube, dem könnte man entgegentreten, indem man einfach sagt, es ist wirklich ein öffentlich rechtlicher Rundfunk und wenn da mehr Geld rausspringt, dann profitiert er davon. Ja, 100 € einbezahlt, er kriegt 70 zurück Ende des Jahres. Vielleicht liegt ja sogar 100. Vielleicht sogar 120 in einer idealen Welt, in der genug durch Werbeeinnahmen und Zweitverwertung über plus und so eingenommen wurde.
03:02:56:07 – 03:03:11:06
Sprecher 1
Weil dann würde sich das auch so anfühlen, wie der Geist des öffentlich rechtlichen Rundfunks eigentlich sein sollte, dass er im Besitz der Zivilgesellschaft ist und nicht und nicht so was Obskures im Hintergrund reguliert wird von Parteien oder von Parteipolitikern. Und so weiter.
03:03:11:13 – 03:03:13:22
Sprecher 2
Ja, was ist denn tatsächlich ein echtes Problem?
03:03:13:22 – 03:03:18:19
Sprecher 1
Was, was ein totales Problem ist? Die Partei Durchsetzung in den Rundfunkräten ist problematisch.
03:03:21:20 – 03:03:31:19
Sprecher 1
Aber also um noch mal den öffentlich rechtlichen Rundfunk zu verteidigen Ich finde, es sind gute Sachen entstanden in den letzten Jahren, auch zum Beispiel was auf YouTube gemacht wird. Diese ganze Funk Geschichte.
03:03:31:19 – 03:03:33:17
Sprecher 2
Die ganze Vorgeschichte ist großartig.
03:03:33:17 – 03:03:56:02
Sprecher 1
Und auch, dass da junge Leute reingezogen und das machen die wirklich gut. Und ja natürlich. Also öffentlich rechtlicher Rundfunk hat schlechte Seiten, hat positive Seiten. Ich finde es total gut, dass es bei uns so was gibt. Und wenn ich auf andere Länder gucke, finde ich, ist das auch wirklich ein Vorteil, weil es ist ein Stück Unabhängigkeit in der Medienlandschaft und ich glaube, die ist auch.
03:03:56:16 – 03:04:03:08
Sprecher 2
Der wird halt nicht gut genug genutzt, weil wir sind fast besser finanziert als die BBC, die für bessere Produktionen nicht stimmt.
03:04:03:18 – 03:04:04:05
Sprecher 1
Das stimmt.
03:04:04:05 – 03:04:05:06
Sprecher 2
Das ist schon echt krass.
03:04:05:07 – 03:04:13:14
Sprecher 1
Ja, es ist auch so, zum Beispiel, dass so viel Geld für Fußball es fällt ja gerade so ein bisschen raus, aber dass das für so was so viel Geld investiert wurde.
03:04:13:24 – 03:04:14:10
Sprecher 2
Ja, ich.
03:04:14:10 – 03:04:40:16
Sprecher 1
Glaube, das ist vielleicht nicht unbedingt das Programm, was in den öffentlichen rechtlichen Rundfunk hört. Zumindest nicht zu diesem Preis. Mal Was könnte man mit dem Geld machen, das da rausgeschmissen wurde? Für diverse internationale Wettbewerbe? Ja, das sollte vielleicht nicht. Das sollte vielleicht auf der Prioritätenliste eher ein bisschen weiter unten stehen. Ich find es total richtig, dass sowas auch dass so was gemacht wird wie Rosamunde Pilcher Verfilmungen, so was wie Tatort.
03:04:40:16 – 03:04:57:12
Sprecher 1
Ich find es richtig, dass so was gemacht wird wie Musikantenstadl und so, weil das dafür gibt es halt auch ein Publikum und das wär wirklich aufgeschmissen. Ich find es total gut, dass in Jugend Formate investiert wird. Ganz viel wie Funk eben. Ich finde es gut, dass es so was gibt wie die Tagesschau, die einfach mal eine Instanz ist, was Nachrichten betrifft.
03:04:58:00 – 03:05:22:16
Sprecher 1
Das wär echt ein großer Verlust, wenn die wegfallen würde. Wer ganz viele journalistische Programme im öffentlich rechtlichen Rundfunk sind wirklich gut und werden auch ihrem ihre Verantwortung der Unabhängigkeit wirklich gerecht, setzen sich auch sehr kritisch auseinander mit mit der Politik, mit mitregierenden Parteien usw, wo man merkt, dass es wirklich ein Bemühen gibt, überparteilich zu sein und unabhängig zu berichten.
03:05:22:16 – 03:05:44:11
Sprecher 1
Aber es wird halt auch viel Geld verschwendet. Also es auch. Man müssen natürlich gucken, was auch was für Renten bezahlt werden und was für Gelder bezahlt werden, ohne eine Neiddebatte draus zu machen. Aber Trotzdem einmal schauen, okay, müssen wirklich so viel Gelder an den Vorstand ausgeschüttet werden? Könnte man das nicht besser organisieren? Mehr Muss es so viele Sub Abteilung geben, dass sind ja auch Monstren die öffentlich rechtlich.
03:05:44:11 – 03:06:03:15
Sprecher 2
Ja so viel Geld. Ich habe mal eine erschreckende Zahl gehört, die ich leider nicht mehr wieder hoch kriege, aber eine Prozentzahl, eine schwindelerregende von Prozentzahl geht nicht in die Kunst oder die Herstellung des Films, sondern in den Verwaltungsapparat und das ist wirklich bitter.
03:06:03:19 – 03:06:21:00
Sprecher 1
Ja, und natürlich braucht es den Verwaltungsapparat, aber vielleicht nicht in dieser Größe, vielleicht auch nicht in dieser Ausformung. Und dann gäbe es auch, glaube ich, wenn wenn sie das schaffen würden, gäbe es auch, glaube ich, noch mal eine neue Wahrnehmung vom öffentlich rechtlichen Rundfunk. Und dann wäre den Kritikern halt auch so ein bisschen der Wind aus den Segeln genommen.
03:06:21:16 – 03:06:36:23
Sprecher 1
Und unabhängig davon finde ich es als Zuschauer halt ganz toll, ein Archiv zu haben von 70 Jahre deutscher Fernsehgeschichte. Ja, geil wäre das dann total. Und das der Nachrichtensendung aus den Fünfzigern angucken. Und irgendwelche Reportagen und Filme.
03:06:37:01 – 03:07:09:20
Sprecher 2
Ja, ja, das wär toll. Ich finde dieses Genossenschaften Modell, was du ansprichst gar nicht so schlecht. Dann hat man eine eigene Jahreshauptversammlung, wird wenn alle gefragt Was wollt ihr denn sehen? Wird geguckt. Okay, so und so viel Prozent wollen den Musikantenstadl. Dementsprechend wird dann Prozentual eben verteilt, was wir sehen wollen. Ja, das toll. Und ich fühle mich auch wohler als Angestellter, als Schauspieler einer Gesellschaft, die führt, für die ich das dann tatsächlich mache und nicht für die Redakteure.
03:07:10:12 – 03:07:25:20
Sprecher 1
Ja, also ja, es ist vielleicht ein bisschen utopisch, aber ich glaube, ich glaube, der öffentlich rechtliche Rundfunk ist total reformbedürftig und gleichzeitig total erhaltenswert. Das ist doch mein Fazit dazu.
03:07:25:20 – 03:07:30:19
Sprecher 2
Cool. Ja dann dafür lasst uns streiten oder so!
03:07:31:22 – 03:07:43:20
Sprecher 1
So voll das sexy Thema. Wir kämpfen für ein öffentlich rechtlichen Rundfunk. Auf die Straße, auf die Barrikaden! Lasst uns die Rundfunk Häuser besetzen.
03:07:43:20 – 03:07:47:09
Sprecher 2
Wir können es.
03:07:47:22 – 03:07:52:17
Sprecher 1
Ich habe auch kurz überlegt, ob ich schreiben soll. Wollt ihr den totalen Rundfunk?
03:07:52:22 – 03:08:05:01
Sprecher 2
Oh, äh, okay. Wir haben eine ganz, ganz wundervolle Debatte über das deutsche Fernsehen hinter uns. Ja. Sind wir schlauer?
03:08:05:12 – 03:08:09:03
Sprecher 1
Ja, ein bisschen. Ich weiß nicht. Gute Frage.
03:08:10:20 – 03:08:14:21
Sprecher 2
Ich fühle mich ein bisschen Berechtigter, über das deutsche Fernsehen zu reden.
03:08:15:06 – 03:08:43:20
Sprecher 1
Ja, definitiv. Ich habe wieder festgestellt, dass ich, als ich bei TV Produktion mal geguckt habe, was so aktuell ist, habe ich festgestellt, dass tatsächlich mein Link zum deutschen Fernsehen, egal ob öffentlich rechtlich oder privat, extrem dünn ist, weil einfach weil ich einfach kein öffentlich, weil ich kein Fernsehen gucke und auch wenig wenig Zeug gucke, was im Fernsehen ist, passiert immer mal wieder, dass ich drüber stolpere.
03:08:43:20 – 03:09:06:19
Sprecher 1
Über Sachen, die vor ein paar Tagen auf einem Sender liefen, weil ich bin halt tatsächlich YouTube Konsument und ARD und ZDF, Tagesschau und diverse andere Formate gehören halt irgendwie auch zu meinen Abos. Das heißt, manchmal ploppt in meinem YouTube Algorithmus auf diese. 45 Minuten Reportage über den Nahostkonflikt solltest du dir angucken und dann gucke ich das auch manchmal.
03:09:07:18 – 03:09:14:20
Sprecher 1
Aber genau das, das ist mein einziger Link zum Fernsehen. Und zwar wirklich Non Fiktion Fiction Formate. Überhaupt nicht.
03:09:16:02 – 03:09:51:22
Sprecher 2
Dabei gibt es tatsächlich ein paar schöne Sachen, wir schon festgestellt haben. Und ja, ich würde gerne gerne einmal sagen Leute, schaut tatsächlich mehr deutsches Fernsehen. Aber eben nicht linear, wie das so ist, sondern einfach Sucht euch die Sachen raus und macht euch die Mühe, das wirklich mal zu recherchieren, was es was es tolles gibt, weil ARD und ZDF tatsächlich gute Produktionen auch angeschoben haben, wie zum Beispiel Charity und Ku’damm 56 was ich vorhin sagte oder Deutschland 83 und diese ganzen Sachen.
03:09:51:22 – 03:09:55:00
Sprecher 2
Also so was kann man sich schon mal anschauen.
03:09:55:14 – 03:10:09:03
Sprecher 1
In der Zeit, als wir als junge Leute medial sozialisiert wurden. Wir sind total subversiver Akt gewesen zu sagen Leute, schaut mehr Fernsehen, weil alle Fernsehen geguckt haben. Und heute wirkt es fast altbacken, das zu sagen.
03:10:09:04 – 03:10:09:20
Sprecher 2
Ja genau.
03:10:09:22 – 03:10:25:11
Sprecher 1
Hängt weniger im Internet rum, guckt mehr Klotz. Wir haben damals kein Modem gebraucht und keinen Router. Wir haben einfach eine Fernbedienung genommen und haben haben es angemacht. Wir haben noch quadratische Augen gekriegt. Glorreiche Zeiten, die lange vorbei sind.
03:10:26:02 – 03:10:46:23
Sprecher 2
Wir haben kein Modem gebraucht. Nicht ganz. Das Modem war bloß zu laut, um was zu gucken. Die, äh. Wer war denn der Täter? Wer war denn der Täter? Ich kann ihn nicht verstehen.
03:10:46:23 – 03:11:08:02
Sprecher 1
Aber es ist tatsächlich so, dass TV hatte ja in den Achtzigern und Neunzigern wirklich auch so was, was die Familie zusammengebracht hat. Da saß man zusammen, samstags abends und hat Wetten, dass geguckt. Und das ist so ein bisschen was, was verloren gegangen ist. Dadurch, dass es nicht mehr dieses große Ereignis gibt, was man dann auch wirklich gucken muss, um am Montag drüber reden zu können.
03:11:08:02 – 03:11:09:03
Sprecher 2
Wetten, dass?
03:11:09:03 – 03:11:09:20
Sprecher 1
Wetten, dass?
03:11:10:05 – 03:11:11:06
Sprecher 2
Oh, ich habe kurz.
03:11:11:06 – 03:11:19:02
Sprecher 1
Drüber nachgedacht, ob ich es als andere Menschen zu den TV Produktionen zähle, weil es wirklich Generationen geprägt hat. Wirklich ein großes, ambitioniertes Show Format war.
03:11:19:05 – 03:11:47:21
Sprecher 2
Ja, das stimmt. Okay, lass uns nach drei Stunden dann doch diesen diese Folge des Podcast einmal beenden. Wenn ihr wissen wollt, was als nächstes drankommt. Wir werden gleich noch mal drüber reden, denn kriegt ja noch mal die Ukulele um die Ohren gehauen und dann ja, sehen wir uns nächste Woche wieder. Vielen Dank für diese für diesen Horizont erweiternden.
03:11:48:09 – 03:11:48:22
Sprecher 2
Diese Woche.
03:11:49:07 – 03:11:56:05
Sprecher 1
Cut! Ja. Oh Mann. Danke, Johannes, aber das war echt anstrengend.
03:11:57:09 – 03:11:58:23
Sprecher 2
Was? Es heute zu essen in der Kantine.
03:11:59:09 – 03:12:04:15
Sprecher 1
Was nicht? Sag mal, wir müssen da, glaube ich, noch hier. Hast du das schon umstellt?
03:12:04:22 – 03:12:09:00
Sprecher 2
Nein, ich weiß nicht. Ist das schon immer so? Blinkt. Muss das da blinken?
03:12:09:16 – 03:12:11:16
Sprecher 1
Ich glaube? Ja.
03:12:12:09 – 03:12:15:07
Sprecher 2
Oh nein. Was auch? Was? Auf was aus? Was auch.
03:12:21:13 – 03:12:24:21
Sprecher 1
Kurz seitens.
03:12:24:21 – 03:12:27:15
Sprecher 2
Habe ich irgendeine geile Idee? Nein, ich. Ich, ich.
03:12:29:00 – 03:12:48:07
Sprecher 1
Ich. Ich dachte ja, eigentlich, als ich gesagt habe, ich glaube hier, dass das der Moment ist, auf das ausgeht. Aber jetzt. Das einzige, wie wir das jetzt noch retten können, ist, indem wir mich mitten im Satz abschneiden. Und das war jetzt im Moment, wo du abschneiden musst, dann es und das, dass du nicht mehr dran waren. Es sei denn, du schneidest mich jetzt raus.
03:12:48:07 – 03:12:50:07
Sprecher 1
Aber das musst du noch mal überlegen, wenn du das machen willst.
03:12:50:20 – 03:13:05:24
Sprecher 2
Aber ich erzähl dir gleich, dass du wir müssen. Aber wir müssen doch noch was. Wir müssen doch.
03:13:05:24 – 03:13:09:21
Sprecher 1
Noch. Ja, ganz wichtig. Stimmt. Aufgaben Für nächste Woche ist es aus.
03:13:10:03 – 03:13:12:21
Sprecher 2
Ich? Ja. Ich habe gar keine Zeit, was zu gucken. Ich habe so viel zu tun.
03:13:13:16 – 03:13:21:02
Sprecher 1
Dann nehmen wir, was Kurzes. Gibt es. Gibt es ein filmisches Pendant zu diesem Musikstück? Das ist das noch 34, glaube ich.
03:13:21:19 – 03:13:22:19
Sprecher 2
34.
03:13:22:24 – 03:13:25:03
Sprecher 1
Von John Cage kennst du nicht?
03:13:25:06 – 03:13:25:15
Sprecher 2
Nein.
03:13:25:15 – 03:13:33:06
Sprecher 1
Es gibt einen Song von John Cage, der heißt 34 und der besteht aus vier Minuten und 33 Stille. 30 Sekunden.
03:13:33:06 – 03:13:34:16
Sprecher 2
Stille. Gott. Okay.
03:13:34:17 – 03:13:35:22
Sprecher 1
Großes Meisterwerk.
03:13:35:23 – 03:13:36:15
Sprecher 2
Ja, Ja.
03:13:36:22 – 03:14:00:15
Sprecher 1
Klassiker der postmodernen, experimentellen Musik. Und es gibt eine ganz tolle Aufführung auf YouTube. Ich glaube, die muss ich jetzt noch nicht hoch halten, die wirklich super ist, weil mit Dirigent und mit Orchester. Der Dirigent stimmt an und dann ist letzte Nacht und dann wischt sich der Dirigent zwischendurch den Schweiß ab, was auch mit Gelächter quittiert wird. Und dann?
03:14:00:15 – 03:14:09:22
Sprecher 1
Es hat mehrere, wie sagt man bei Komposition mehrere am. Tja, jetzt fehlt mir das klassische Musikverständnis. Es gibt.
03:14:09:22 – 03:14:11:09
Sprecher 2
Auch Plot. Ich bin enttäuscht.
03:14:11:09 – 03:14:30:19
Sprecher 1
Weil eine Komposition setzt sich zusammen aus verschiedenen Partituren. Du musst mir helfen. Du hast viel mehr Ahnung von Musik als ich selbst. Setze ja vielleicht Sätze, auf jeden Fall nach einem Satz sagen jetzt einfach mal Ja, es ist natürlich auch eine kurze Pause und dann das Publikum mit. Das Publikum wusste dann wie sie, wie sie es halt gehört für so eine Aufführung.
03:14:31:19 – 03:14:52:22
Sprecher 1
Dann ist ganz klar jetzt Pause, dann wird gehustet und dann geht es weiter. Ist es cool? Großartiges Stück aus dem Jahre 1952. Okay, drei Sätze waren Cage Avantgarde, experimentelle Musik. Wo gibt es dazu ein filmisches Porno? Ein Film, der nicht stattfindet? Dann können wir das nämlich nehmen. Im Nichts.
03:14:53:07 – 03:14:58:20
Sprecher 2
Und wenn ich mal Ferien mache, könnten wir eine Episode rausbringen, die nicht stattfindet.
03:14:59:16 – 03:15:06:01
Sprecher 1
Andy Warhol könnte so was gedreht haben. Der ja wirklich irre Filme gemacht wie Slip zum Beispiel, wo er stundenlang seinen Freund beim Schlafen filmen.
03:15:06:21 – 03:15:15:12
Sprecher 2
Ich wollte mal Cat Content machen, ich wollte sich die letzte weißt du noch? Ich hatte dich mal versucht überreden, Houdini, mein Kater, einfach nur beim Schlafen zu filmen.
03:15:15:12 – 03:15:16:02
Sprecher 1
Ja, und.
03:15:16:02 – 03:15:22:01
Sprecher 2
Zwar zwei Stunden. Und das reißerisch mit Cat Content zu veröffentlichen. Und das passiert nichts.
03:15:22:12 – 03:15:37:15
Sprecher 1
Ich finde ja nach wie vor die Idee gut, die wir hatten mal für so nihilistischen YouTube Kanal, wo wir dann auch so was machen wie ein Video. Wie schneidet man richtig eine Mango? Da 1000 Videos oder ein Video, in dem nichts passiert, dem nur die Vorbereitung gezeigt werden, so aus Vogelperspektive. Das kann man wirklich ausreizen.
03:15:37:21 – 03:15:42:03
Sprecher 2
Aber nein, die ganze Vorbereitung legst das richtig hin. Das ganze wird sich gelegt.
03:15:42:03 – 03:15:50:18
Sprecher 1
Okay, weil diese ganzen diese ganzen Anleitungen Videos nämlich meistens um Zeit zu schinden darauf aufgebaut, weil so ein am TO hatte Mango. Das ist jetzt nicht sehr abendfüllend.
03:15:50:18 – 03:15:51:05
Sprecher 2
Nein.
03:15:51:15 – 03:15:56:12
Sprecher 1
Aber diese Videos sind trotzdem zehn Minuten, was alles noch mal gezeigt werden muss.
03:15:56:18 – 03:15:58:13
Sprecher 2
Und dann in Zeitlupe oder was?
03:15:58:14 – 03:16:03:15
Sprecher 1
Nee, es ist einfach Sie lassen sich extrem viel Zeit, bis sie zu diesem Schneide Prozess kommt.
03:16:03:16 – 03:16:09:04
Sprecher 2
Und kein Hasso wird zu mir. So ein Video für nächste Woche. Okay.
03:16:09:12 – 03:16:11:05
Sprecher 1
Ich will jetzt endlich mal ein Horrorfilm aufgeben.
03:16:11:14 – 03:16:12:21
Sprecher 2
Einen Horrorfilm aufgeben.
03:16:12:21 – 03:16:17:10
Sprecher 1
Und zwar ja. Es ist merkwürdig. Ich bin wirklich Horrorfilme. Ich liebe Horrorfilme.
03:16:17:16 – 03:16:19:21
Sprecher 2
Du weißt, dass es nicht so ganz mein Genre ist.
03:16:19:22 – 03:16:29:19
Sprecher 1
Ich weiß, aber ich habe auch einen besonderen Horrorfilm für dich, der satirische Elemente hat und Elemente und der auch eher zum Genre des Post Horror gezählt wird.
03:16:30:08 – 03:16:38:10
Sprecher 2
Fragen wahrscheinlich eher Post Horror. Ich habe einen Artikel von dir mal vorlesen dürfen zum Post Horror und fand ich dann spannend.
03:16:38:10 – 03:16:59:08
Sprecher 1
Dann wiederum ja faszinierend, was in den letzten Jahren von Regisseuren und Regisseuren mit dem Genre gemacht wurde und zwar wirklich das, das als Tableau diente, um gesellschaftskritisch zu sein, um satirisch zu sein oder auch einfach um großes Drama zu erzählen. Also meine zum Beispiel der Leuchtturm. Ja, das mochtest du. Das war auch ein Ja.
03:16:59:13 – 03:17:01:21
Sprecher 2
Auch wenn er wirklich abgefahren war, muss ich mal sagen.
03:17:02:15 – 03:17:12:16
Sprecher 1
So abgefahren ist der Film, den ich für dich habe, nicht. Der Ist relativ geerdet, auch nicht zu brutal. Aber es ist ein Horrorfilm und er hat satirische Momente. Es ist alles von John Peel.
03:17:13:20 – 03:17:14:22
Sprecher 2
Zeigt mir gar.
03:17:14:22 – 03:17:29:16
Sprecher 1
Nichts. John Peel ist vor allem durch Get Out vor ein paar Jahren sehr durch die Presse gereicht worden. Als Erneuerer des politischen Horrors. Und ich fand das der Nachfolger Film. Den fand ich aber noch mal ein Stück stärker. Ich bin sehr gespannt, was du dazu zu sagen hast.
03:17:29:19 – 03:17:41:18
Sprecher 2
Ich auch. Okay, dann gucke ich mir halt einen Horrorfilm an. Ich werde mir Houdini Krallen in den Arm nehmen und sagen Du musst mich jetzt beschützen, den ganzen Film über.
03:17:41:22 – 03:17:45:07
Sprecher 1
Jetzt musst du dich aber auch revanchieren, indem du mir Old Hollywood vorsetzt.
03:17:47:09 – 03:17:47:15
Sprecher 1
Denke.
03:17:48:05 – 03:18:00:07
Sprecher 2
Es ist tatsächlich good old Hollywood. Das Fleur, du Gedankenleser. So, Ich hatte überlegt, dir wirklich die ganz alte Ära noch mal vorzusetzen.
03:18:00:07 – 03:18:02:24
Sprecher 1
Aber jetzt kommt der Twist.
03:18:03:19 – 03:18:13:18
Sprecher 2
Also, Sie haben 2011, Sie haben einen Schwarz Weiß Stummfilm gemacht, erinnerst du dich? Der Artist?
03:18:13:20 – 03:18:16:04
Sprecher 1
Ja, den habe ich auf meiner Liste schon ewig genannt.
03:18:16:05 – 03:18:29:08
Sprecher 2
Und? Und der war so, ist so abgefeiert worden. Und ich habe ihn gesehen im Kino. Und ich fand ganz toll und ich würde ihn wahnsinnig gerne noch mal gucken, um zu gucken, ob da wirklich so toll war oder ob ich mich nur daran erinnere, weil ich eben Stummfilme so toll war.
03:18:29:09 – 03:18:46:20
Sprecher 1
Ich bin total gespannt, weil den habe ich schon lange auf der Liste und auch tatsächlich aus einfach aus den Gründen. Also ich denke, okay, das ist so eine Wissenslücke, weil der Film wurde abgefeiert, hat Oscars gekriegt, soweit ich mich erinnere und dann muss ich einfach noch, muss ich einfach sehen. Und ja, das ist sehr gut und das ist so ein typischer Johannes Film.
03:18:46:22 – 03:18:59:07
Sprecher 2
Ja, das ist totaler Johannes. Bin ich drauf? Okay, cool. Dann sehen wir nächste Woche Spaß beim Gucken. Danke. Und euch auch viel Spaß beim Gucken. Und wir sind in einer Woche oder hören uns in einer Woche wieder. Kommt. Gute Woche.
03:18:59:07 – 03:19:01:09
Sprecher 1
Bis dann und hört euch Cage an!
03:19:02:07 – 03:19:02:14
Sprecher 2
Vier und.
03:19:02:21 – 03:19:03:16
Sprecher 1
3043.
03:19:03:16 – 03:19:04:02
Sprecher 2
Und 30.
03:19:05:00 – 03:19:06:15
Sprecher 1
Auch noch. Bis dahin ist.
03:19:07:16 – 03:19:07:23
Sprecher 2
Ich.