Episode 28: Orlando, The Holy Mountain
Es ist immer ein Erlebnis, wenn Johannes mit einem von Florian vorgeschlagenen Film überhaupt nichts anfangen kann. Bei Alejandro Jodorowskys surrealem Psychedelicfest The Holy Mountain aus dem Jahr 1973 ist das ganz besonders der Fall. Und so diskutieren wir munter über Sinn und Unsinn dieses verworrenen Kunstfilmklassikers, darüber, ob bizarre, abwegige Filme unterhaltsam sein können und wer Johannes die verlorene Lebenszeit zurückgibt. Bei Johannes‘ Vorschlag sind wir uns dagegen ziemlich einig: Sally Potters Literaturverfilmung Orlando aus dem Jahr 1993 ist nicht nur ein faszinierender Ritt durch die Epochen sondern auch heute, fast 100 Jahre nach der literarischen Vorlage und fast 30 Jahre nach ihrer Verfilmung brandaktuell.
Es geht also zu wie immer: Wir lachen miteinander, diskutieren, streiten und versöhnen uns. Und Tee gibt es natürlich auch. Auch zwei Toplisten haben sich im Gespräch verirrt: Wir sammeln die besten Reisefilme und erfreuen uns an den spannendsten übernatürlichen Begebenheiten im Kino.
Orlando [Sally Potter]
(Großbritannien 1993)
Wir schreiben das Jahr 1603. An ihrem Sterbebett schenkt Queen Elizabeth I dem jungen Orlando Land und Schloss, mit den Worten „Do not fade. Do not wither. Do not grow old.“
Worte die der Film sehr ernst nimmt. Tilda Swinton darf sich als Orlando durch die Jahrhunderte bis in die Gegenwart spielen und beide Geschlechterrollen erfahrbar machen.
Eine echte Story heraus zu schälen würde dem, nach einer Vorlage des gleichnamigen Buches von Virginia Woolf entstandenen Film, vielleicht mehr schaden als helfen, deshalb sei nur gesagt: wir erleben einfach die Welt durch Orlandos Augen und durch sein/ihr wechselndes Geschlecht. Unaufgeregt aber nicht emotionslos.
Ein Film der heute wieder aktueller denn je ist, Plor, ODER??!!
The Holy Mountain [Alejandro Jodorowsky]
(Mexiko 1973)
Alejandro Jordowsky gehört zu den großen Ikonen des surrealistischen Kinos. In den frühen 1970er Jahren, als das von Louis Bunuel und den europäischen Arthaus-Filmen dominierte Genre eigentlich schon seinen Höhepunkt hinter sich hatte und nur noch ein filmhistorisches Phänomen war, schuf Jodorowsky cineastische Werke, die eng mit dem Geist Bunuels, Dalis und Eschers verknüpft waren und dem künstlerischen Genre neues Leben einhauchten. Der berühmteste davon ist Holy Mountain aus dem Jahr 1973.
Wie es sich für ein surrealistisches Werk gehört, gibt es zwar eine Handlung, diese besitzt jedoch weder Kohärenz noch durchgängige Logik. Im Mittelpunkt steht mal der Dieb, der auf einer Suche ist. Wonach wird sich dem Publikum wohl nie ganz erschließen. Dann steht im Mittelpunkt der Alchemist, der sehr genau weiß, wonach er sucht: Dem titelgebenden heiligen Berg. Warum dessen Geheimnis so wichtig ist, warum der Alchemist unbedingt dort hin will, das wird sich dem Publikum wohl nie ganz erschließen. Und im Mittelpunkt stehen die Gefährten der beiden, einer nach dem anderen vorgestellt in einem großen satirischen Kaleidoskop. Warum wir so viel über deren Leben und Wirken erfahren… auch das wird sich dem Publikum wohl nie so ganz erschließen. Und eine Rolle für den Fortlauf der Handlung scheint es auch nicht zu spielen.
Aber Holy Mountain ist auch kein Film, der eine stringente Geschichte erzählen will. Und – wichtig für sein surreales Moment – kein Film, der entschlüsselt werden will. Er ist ein emotionales und vor allem ein visuelles Erlebnis, fern von Logik und Realität: Vögel schlüpfen aus den Wunden erschossener Menschen, aus Scheiße wird im wahrsten Sinne des Wortes Gold gemacht, libidöse Maschinen wollen zum Orgasmus gebracht werden und am Ende löst sich alles in selbstreferenziellem Wohlgefallen auf.
Holy Mountain ist ein Spektakel der Bilder und Ideen: Kryptisch, verschlungen, sexuell aufreizend, gewalttätig, provokant, satirisch, bunt, elegisch, esoterisch und transzendental. Mal scheint er einer reinen LSD-Fantasie entsprungen, mal kommt er als gesellschaftskritisches Parabel daher, mal wirkt er wie das Werbevideo eines New Age Gurus.
Am Ende ist man vor allem ermattet. Vielleicht aber auch glücklich, einem derart speziellen cineastischen Ereignis beigewohnt zu haben. Warst du es, Johannes?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 28: Orlando, The Holy Mountain Publishing Date: 2021-07-14T23:36:12+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/07/14/episode-28-orlando-the-holy-mountain/
Johannes Franke: Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest. Das heißt so Musicals aus den 50ern? Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme? Äh, definitiv. Das wird lustig. Und übermüdeten Episode. Es ist Freitag statt Dienstag, weil Plor, warum auch immer, er will in den Urlaub. Okay, nein, aber das hängt doch alles zusammen. Hör mal, Plor. Du willst in den Urlaub und deswegen machen wir das nächste Mal so eine Remote-Episode. Und, ähm, wir machen jetzt den Freitag und zwar 10 Uhr morgens. Warum zu älter, Plor? Ja, ähm, was euch nicht abhalten soll, uns zu schreiben und uns Publikumswünsche zu geben. Aber wir sind doch ganz froh, mal wieder dem anderen was aufs Auge drücken zu können. Ja, ja. Flors schämisches Grinsen ist einfach nicht zu übertreffen, was du mir gegeben hast. Oh mein Gott, diese Mal. War das nicht El Topo? Ist das nicht so der? Ja, und ich fand es ganz geil, dass wir irgendwie wieder unverabredet mehr oder weniger so im gleichen Feld uns bewegen. Also ein bisschen broader gefasst, aber es ist schon, irgendwie sind wir da. Ich habe für dich Orlando aus den Jahren 92, 93. 93. Von Sally Potter. 92, tut mir leid. Ja. Jodorowsky. Das ist sehr schade. Oh, Flor, was hast du mir da angetan? Es ist so ein Scheißfilm. Entschuldigung, aber das ist wirklich... Oh Gott. Also, ganz oft komme ich an den Punkt, wo ich sage, er will mir irgendwie Kritik unterjubeln, aber er will sie mir auch nicht unterjubeln. Er will Kritik äußern, aber nicht, dass sie ankommt. Er will nicht dort an das Publikum ran, wo die Kritik eigentlich hingehört. Dafür ist der Film zu sperrig. Also, die Leute, die diese Kritik sehen sollten, werden diese Kritik niemals sehen. Also, das Problem hat Kunst sowieso immer, dass du niemals die Leute erreichst, die du erreichen müsstest, um die Kritik zu... Aber der Film gibt sich gar keine Mühe, Leute zu erreichen, die es vielleicht sehen sollten, an die die Kritik gerichtet ist. Das Wort Ritual ist sowieso sowas. Irgendwie hat der, das ist ein einziger Ritualfilm, der hat nur, also reiht ein Ritual nach dem anderen aneinander und will irgendwie, will das kritisieren, aber auch nicht. Er steht total drauf zu ritualisieren, aber wiederum will er das nicht. Ich weiß nicht, er hat so eine seltsame Mischung aus Kritik und Vergnügen daran. Darf ich dir kurz einen Fun-Fact, nicht sehr fun, vor Drehbeginn verbrachte Rodorowski eine Woche ohne Schlaf unter Anweisung eines Zen-Meisters und einen Monat in der Gemeinschaft mit den Schauspielern. Also, mehr muss man über den Film nicht wissen. Aber er hat so viele Symbole. Er hat so viel und man sieht immer wieder auch im Hintergrund und dort und dort und dort noch irgendeine Anspielung auf irgendwas. Wenn er kein symbolistischer Film sein will, dann muss er das rauslassen. Das ist ein gutes Bild. Es ist allerdings nicht neu, muss man mal sagen. Das ist mir schon ein paar Mal der einen oder anderen Art und Weise begegnet. Also es ist okay, kann man zitieren, kann man benutzen. Ja, also das ist jetzt nicht das, was mich irgendwie dolle stört. Aber da gibt es viele ganz andere Sachen, die mich stören. Vor allem, dass er sein Budget nicht ausgeschöpft hat. Er hat ja anscheinend, haben sie viel mehr Budget angegeben am Anfang und er hat nur so die Hälfte gebraucht. Und ich denke, ja, hättest du dir da oder dort vielleicht auch noch ein bisschen Geld gönnen können, wenn man sich das so anschaut. Ja, vor allem hat der Surrealismus, glaube ich, eher das Bedürfnis, Bilder zu erzählen, während Schlingensief in 100 Jahre Adolf Hitler mehr das Chaos erzählt. Erlebnis. Da mal anknüpfend. Bist du, magst du den Film wirklich oder ist das einfach nur ein Beeindrucktsein von dieser Art und Weise? Ich weiß nicht. Ich glaube, da kommt mir ein bisschen ins Gehege, dass ich ganz schnell abgeschreckt bin von Bildern, die prätentiös sind, von Leuten, die irgendwie sagen, ich weiß nicht, ich kann nur Maya zitieren, dass die Bilder schreien, ah, guck mich an, guck mich an, ich bedeute was. Es ist so, oh Mann. Dann haben die anderen Diebe auch noch so einen Planeten, der zu ihm gehört und, oh Gott, Leute. Für mich hat es so einen Anstrich von, weiß nicht, so ein Jugendlicher, der sagt, ich will jetzt aber alles anders, will ich kommen und dann gebe ich dir noch das und mache ich noch das und mache ich noch das. Und irgendwie so einen rebellischen, der aber irgendwie nicht so, weiß ich nicht, der mich nicht mehr erreicht. Ja, aber das ist jetzt gemein. Das finde ich auch, da hast du vollkommen recht. Natürlich brauchen wir Jugendliche voranprescht, die auch nicht unbedingt jetzt alles zerdenkt und so und so und einfach macht und dann eben auch mal daneben greift oder auch nicht. Aber das ist nicht das, was, da gibt es gute Beispiele für, aber das gehört halt nicht zu den guten Beispielen dafür. Und Jodorowsky ist ja jetzt auch nicht, wie alt war denn der, als er das gemacht hat? Ich meine, der war jetzt auch schon ein bisschen älter gewesen. Er war älter, als wir jetzt sind. Siehste, und ein 44-Jähriger, der sich benimmt wie ein 16-Jähriger. Weiß ich nicht, will ich nicht. Echt jetzt? Nein. Die hatten doch irgendeine Verbindung zu Hamburg. Die hatten doch in Hamburg im Studio aufgenommen. Was war denn das für ein Album? Ich weiß nicht genau. Am Anfang auf jeden Fall. Und ich finde das von Anfang bis Ende genial. Aber weißt du, was es sein könnte, was mich wirklich, was den Todesstoß für mich gibt, ist tatsächlich das, was du sagst, es sind zu viele Ideen. Ich glaube, mir ist es wichtiger, dass ein Film so konkret zwei, drei Ideen nimmt und die genauer untersucht, statt dass er für jede Idee so zwei Minuten, hier guck mal, hier ist noch ein Bild und hier ist noch ein Bild und dann irgendwie daraus nichts macht, sondern irgendwie einfach nur so ein Bosch erschafft, wobei ich Hieronymus Bosch wieder großartig finde, aber... Bosch ist auch Jugendlicher leichtsinn, diese überladenden Bilder. Ja, aber so ein, weiß ich nicht, das ist so ein Wimmelbild und ich, wenn er mich einfach nur überfordern will, ja gut, okay, hat er geschafft, aber eigentlich will das ja irgendwo hin, also ich will irgendwo hin, als Zuschauer will ich irgendwo hin und das ist es halt. Ich gucke mir einen Film an, warum gucke ich mir einen Film an? Ja, ich schaue mir einen Film an, damit ich irgendwo hinkomme, damit ich mir den Film angucke und danach Gedanken habe, die mich weiterbringen im Leben und ich habe bei diesem Film keinen einzigen Gedanken, der mich länger als eine Minute beschäftigen kann, weil das nächste kommt und mich wegreißt und ich denke am Ende, ja gut, jetzt hat er da noch irgendwie dann die Prozession und dann noch das und das und da gab es ein, zwei Bilder tatsächlich, also es stimmt nicht ganz, weil es gibt wirklich ein, zwei Momente, wo ich da sitze und denke, cool, das hat er, da hat er ein schönes Bild geschafft, wie zum Beispiel eben das Tarot-Zimmer zum Beispiel oder diese Topshop, ne, dieses schöne, das sind schon ein paar schöne Bilder, aber im Allgemeinen würde ich sagen, weiß ich nicht, hat er den Zuschauer natürlich erklärtermaßen vollkommen außen vor gelassen und sich gedacht, ich mache jetzt einfach, hau jetzt einfach alles rein und das macht mir halt als Zuschauer kein, kaum vor Genügen. Das ist es nämlich, weil du auch vorhin gesagt hast, es gibt ein paar, äh, surreale Kurzfilme, die irgendwie noch da werden, aber eben nicht so viele Langfilme und ich denke dann, ja, zu Recht. Es gibt dann halt einen Kurzfilm, in dem ein paar Ideen angerissen werden, was ich dann auch weiter verarbeiten kann, wo ich dann davorstehen kann und sagen kann, ah ja, okay, in zehn Minuten habe ich jetzt das, das und das und das, das kann ich im Kopf nochmal sortieren und kann vielleicht auch zur Zusammenhänge herstellen, ähm, egal ob der Filmemacher die Zusammenhänge wollte oder nicht, ähm, aber das gibt er mir ja auch, das Werkzeug gibt ja einen Surrealist sowieso dem Zuschauer in die Hand zu sagen, stell Zusammenhänge her, wo sonst keine sind, wenn du willst oder lass es, wenn du willst, mach damit, was du möchtest, ähm, was ich einen lässigen Ansatz finde, ja, ist cool, aber, und deswegen funktionieren zum Beispiel die Nallie-Gemälde ja super, weil ich, ich, ich kann in meinem Timing, dass mir der Film allerdings vorgibt und das Gemälde nicht, kann ich mir das anschauen und Zusammenhänge herstellen, wo ich, wie ich möchte. Jedes Bild, was irgendwie schön ist und was spannend ist und was ein Spannungsfeld aufbaut, zwischen links unten und rechts oben, ist ein Bild, was mich voranbringt. Was mir einen Gedanken anstößt oder ein Gefühl und mich damit auf einen anderen ... Im Mittelteil. Wenn du noch im vorderen Teil warst, dann lass uns doch mal ganz kurz noch ... Es gibt so ein paar verstörende Sachen, wo er dann wirklich auf Realismus setzt, wie die Fliege, liegen auf dem Gesicht von Jesus und das Haareschneiden tut mir natürlich weh, weil das wirklich echt ist und ... Ja, okay, kann man machen. Und die ganzen nackten Kinder, die da rumrennen? Ja. Alter, nee. Was? Aber diese Kinder, die nackten Kinder, die rumrennen, sind ja nicht so sexualisiert. Eine Kinderprostituierte? Genau, das wollte ich gerade sagen. Das ist halt dann wirklich, die rennen da alle mit so durchsichtigem Oberteil rum. Es wird explizit auf Brüste, Brüste, Brüste gefilmt und dann gibt es da dieses Kind. Das sind ganz schreckliche Zusammenhänge. Ja. Das finde ich irgendwie nicht schön. Also es ist schon wirklich, er hat da irgendwelche Minuten lang nur auf die Frauen, auf den Oberkörper, auf die Brüste gefilmt und das in Fokus, also wirklich lange. Das Kind war voll in der Szene. Also der Zusammenhang ist einfach ganz deutlich gewesen und du hast es nicht getrennt oder sowas. Aber das ist halt das Problem des Surrealismus, wenn du nur anreißt. Dann hast du nicht die Chance als Filmemacher, das groß zu erklären, groß zu sagen, das möchte ich damit irgendwie, dass es gibt eine Stoßrichtung oder sowas, sondern du zeigst halt einfach ein Bild und den Zuschauern muss sich den Gedanken selber machen, was ich ja auch richtig finde. Aber du hast ja auch eine gewisse Verantwortung. Wobei auch ein paar nackte Männer dabei sind, aber das später. Aber der Film, Mann, oh boy, ist der Film sexualisiert und voll von Sex und da und überall. Und ich denke dann immer wieder, er wollte doch neue Themen aufmachen. Ich will doch jetzt den Planeten, was weiß ich, will er mir jetzt zeigen und dann den Planeten sowieso. Aber überall geht es um Sex. Ich dachte, er will mir verschiedene Welten zeigen. Ja. Ja, Geschichte ist ja auch kein geradliniger Zeitstrahl, wie man das so gerne sieht, sondern es passieren halt mehrere Sachen parallel, zwei Schritte vor, einer zurück und so. Und natürlich ist dieser Film dann in diesem Spannungsfeld irgendwie. Das möchte ich dir gerne geben. Das stimmt schon. Aber ich glaube, ich bin einfach sehr stark auf der Seite der weniger verzeihenden Zuschauer, die sich dann denken, naja, ist zwar ein Film aus seiner Zeit, aber ich will dem nicht kritiklos gegenüberstehen. Naja, gut. Jedenfalls ist mir das ein bisschen zu viel in diesem Film. Also A, zu viel Sex und B, zu viel der Falsche. Also der für mich einfach sexualisierte Blick. Und irgendwie, weiß ich nicht, wir können ja mal weitergehen in die nächste, du wolltest den zweiten Teil, den Mittelteil. Er hätte auch, finde ich nämlich auch, er hätte ja eigentlich fast den ganzen Film dialogfrei gestalten können, theoretisch. Also alles, was gesagt wird, ist eigentlich off. Ja, eigentlich brauchst du es nicht wirklich. Umgang mit Tod und großartig. Also das finde ich auch tatsächlich, da war ich, das war für mich eines der Highlights des Films, was ich wirklich gut fand, wo ich wirklich aufgeschrieben habe, okay, das ist mal ein geiles Bild und das ist gut ausgearbeitet. Da hast du nicht einfach nur so, wie wurde was hingeworfen oder im Hintergrund geht jemand durchs Bild und soll dir noch irgendwie diese Botschaft mitgeben, sondern der Blick geht darauf, du hast es ausgearbeitet und du hast eine Botschaft drin. Das finde ich super, das ist wirklich toll gelungen, das ist ein toller Moment. Ja, okay, okay. Also tatsächlich in diesem Teil gibt es hin und wieder, ich glaube die ersten drei oder so fand ich noch sehr spannend, später weiß ich nicht mehr ganz genau, aber ich glaube die ersten drei fand ich ganz gut, gerade das mit dem Sarg und das eben mit den Waffen, genau mit den Waffen für den Frieden. Ja, okay, auch gut. Ist das, also ich versuche immer einen Sinn zu finden und deswegen habe ich halt davor gesessen und habe gedacht, ist das jetzt so eine Kritik an das Sex auf eine gewisse Art und Weise immer funktionieren muss, weil es ja was ist, was irgendwie, ich weiß nicht, das ist so ein Problem, dass wir irgendwie, dass ich mehr und mehr für wirklich problematisch halte, dass Leute sich hinsetzen und sagen, ja okay, das ist Sex, der muss so und so funktionieren und da gibt es keine Abweichung, gerade durch unsere Porno-Industrie ist es ja so, dass wir vorgelegt bekommen, wie das zu sein hat. Und wenn es mal nicht funktioniert, ist das ein Problem. So, und ist das, geht das da in die Richtung, siehst du das oder siehst du das nicht? Also gut, vielleicht freut er sich, wenn ich es sehe und sagt, er hätte aber überhaupt nicht dran gedacht. Toll. Ja, ist auch gut. Du hast recht. Da komm ich, also das stimmt, jetzt kommen wir und arbeiten wir uns langsam an die Highlights ran, die ich tatsächlich ganz gut fand. Die letzten 40 Minuten sind wieder scheiße, aber im Mittelteil gibt es tatsächlich ein paar Stellen. Ich hatte neulich irgendwas gelesen über linke Politiker von vor, also die 60er, 70er, die jetzt in der AfD gelandet sind. Der andere berühmte Grüne? Fällt mir gerade auch nicht ein, aber ich weiß, glaube ich, wen du meinst. Und mich interessiert der Psychologie dahinter. Wie kommt man von linksaußen zu rechtsaußen und wo man sieht, okay, links und rechtsaußen ist manchmal, je nach Psychologie dahinter, gar nicht so weit voneinander entfernt. Das glaube ich nicht. Ich hasse diese Hufeisentheorie. Ne, diese Hufeisentheorie will ich nicht. Die finde ich furchtbar. Aber ich meine, je nach Psychologie dahinter, bist du entweder, landest du als Mensch entweder dort oder dort, wenn du einfach nur was Bestimmtes suchst, wenn dein Grundbedürfnis im Leben ist, gegen etwas zu sein zum Beispiel und dann wird etwas salonfähig und du bist nicht in der Führungsriege, dann suchst du dir einen anderen Machtpunkt, wo du dagegen sein kannst. Ja gut, klar. Und ihren Nationalismus. Also das ist halt schon wirklich ein wichtiger Punkt. Und ich glaube, da kreuzen sich halt die Wege dann bei Rechts und Links. Ja, das ist ein trauriges Thema, weil ich halt mich sehr links verstehe. Aber dann sieht, was da mit drin steckt in dem Thema und das nicht ganz leicht ist. Ja, das meine ich mit, man will dagegen sein einfach, weißt du. Also dieses, ich will halt einfach ein kontroverses Thema bearbeiten und auf Konfrontation und so. Ja. Dann muss sie einmal in ihrem Lebenslauf irgendwelchen Blödsinn machen und schon sind sie alle wieder bei der CDU. Was ist denn los? Das hat ja nichts mit der Überzeugung zu tun. Das finde ich total krass. Ja, für mich ist es halt irgendwie wieder eine Wiederholung. Es gab es vorher schon mal irgendwie so, also in dem Film auch irgendwie am ersten Teil gab es auch schon mal irgendwie so Leute, die in der Gegend rumschießen und ihre Bürger erschießen. Ich weiß nicht mehr genau. Ich fand es schön, weil es so ein Fake-Kampf war. Ja. Ja, das hat mich noch nicht so abgeholt. Aber die anderen Sachen davor waren besser. Was für heutige Verhältnisse auch wieder so ein bisschen billig ist. Aber ich glaube, damals war es noch ein bisschen. Also heute ist das in Japan oder China, je nachdem, wo du bist, ja, ziemlich Schuhkarton-Wohnungen. Total krass. Das ist ja realistisch. Also, pff. Ich liebe diesen Vlog. Also, wenn du das so erzählst, wenn wir jetzt darüber reden, dann könnte man sich vorstellen, dass es ein guter Mittelteil ist. Aber die Art und Weise, wie es erzählt wird, ist halt einfach irgendwie komplett an mir vorbei als Zuschauer. Also, ich habe Momente, wo ich aufschreibe, ja, das ist eine geile Idee. Aber ich schreibe dann die Idee auf. Und ich schreibe nicht auf, geil erzählt oder so. Sondern ich schreibe auf, die Idee fand ich ganz nett. Das ist halt irgendwie ein bisschen schade. Ja, es ist total. Es wird an mir vorbei erzählt, so ein bisschen. Ja, gab es vielleicht zwei oder dreimal bei mir, dass ich wirklich gedacht habe, ja, cool und gelacht habe. Aber eigentlich, naja, vielleicht hat mich auch einfach der erste Teil schon so missgestimmt, dass ich irgendwie nicht mehr so reinkam. Und der zweite Teil war mir dann irgendwie schon vergelt. Naja. Liste. Die Top-3-Reisefilme. Als du mir das genannt hast, hab ich gedacht, hä, Moment, Reisefilm, ist das ein Reisefilm? Ja, irgendwie ist es schon ein Reisefilm. Aber vor allem ist es der dritte Teil. Der dritte Teil ist quasi der Reisefilm. Der ganze andere Rest ist die Vorbereitung. Also wohler als bei unserer anderen Kategorie. Und ich würde gerne den Obvious-Film als Honorable Mention verwursten, obwohl der gut in die Top-3 konnte. Herr der Ringe? Herr der Ringe. Okay. Und leider ist halt der Hobbit gar nicht gut geworden. Das finde ich so schade, weil den Hobbit fand ich als Buch besser als Herr der Ringe, muss ich sagen. Uh. Okay, okay, okay. Gut. Ich mache schon mal hier meinen... Nein, Herr der Ringe ist wirklich gut geworden. Das ist ein guter Film. Aber mir fehlen natürlich die schönsten Sachen aus dem Buch, was ich sehr traue. Ich war sehr, sehr traurig. 300-seitigen Schlachtenbeschreibungen. Ja, das stimmt. Die 300-seitigen Schlachtenbeschreibungen sind tatsächlich schwierig. Ich glaube, beim zweiten und vielleicht schon beim zweiten Mal lesen habe ich sie übersprungen. Achso, nee, das fehlt mir nicht. Mir fehlte eine Figur im Wald auch relativ am Anfang. Warum fällt mir der Name nicht ein? Schade. Ja, alles ein bisschen länger her. Auf jeden Fall, Honorable Mention, ganz toller Reisefilm. Finde ich super. Ja. Ja, und die Special Effects sind halt auch wirklich krass, ne? Mit den Größenunterschieden und so, was sie da alles gemacht haben. Man guckt sich das immer wieder an, diese Behind-the-Scenes-Sachen und ist immer noch beeindruckt. Sehr schön. Wirklich toll. Wer muss eigentlich anfangen mit seinem Platz 3? Ich hab noch Honorable Mentions. Achso, ja, erzähl mal. Ich hätte als Nummer 3, aber nur auf Nummer 3, weil ich mich nicht mehr genug erinnere, La Strada von 1954. Von... War das Fellini? War das Fellini? Oh, wenn ich das noch genau wüsste. Ja, das ist Fellini. Und so lange her. Oh, das ist so lange her, ja. Hier geht es um den Zampano, der da irgendwie in der Gegend rumreist, Zirkus oder einfach Vorstellungen spielt, dort, dort, dort, dort und in der Gegend rumreist. Und viel mehr weiß ich gar nicht mehr über diesen Film, aber ich weiß, dass ich wahnsinnig beeindruckt war. Okay, cool. Mein Platz zwei, das sind zwei, Teil zwischen zwei deutschen Filmen. Und zwar, das eine wäre Ich und Kaminski mit Daniel Brühl, der auf der Suche ist und versucht, aus einem alten Maler etwas rauszuholen, irgendwie was er verwerten kann. Er will, ich glaube, ein Buch schreiben oder so. Kaminski ist inzwischen blind, glaube ich, kann ihn gar nicht mehr richtig sehen und kann ihn auch nicht richtig sehen. Ich kann es dir nicht mehr ganz genau auseinandernehmen, was passiert ist, aber ich fand, da hat mir Daniel Brühl das erste Mal, nachdem Goodbye Lenin und so weiter abgefrühstückt war und dieser ganze andere Kram, der ist nämlich noch nicht so alt, ich und Kaminski, vielleicht vier Jahre, fünf Jahre, einen richtig erwachsenen, richtig guten Schauspieler Daniel Brühl gesehen habe. Der so ein bisschen hinterfotzig, so ein bisschen hinterlistig sich dieses Malers aneignet, also seine Werke für sich einfach, sich unter den Nagel reißt, mehr oder weniger, was diese Person betrifft, des Malers. Okay, cool. Ganz cool. Nie gehört. Wirklich toll. Und das andere wäre Bandits. Lange, lange, lange her. Es ist ein Musical, oder? Es ist mehr oder weniger, ja, ja, Musical, obwohl Musical vielleicht fast zu viel gesagt ist, aber es stimmt, die Musik spielt halt eine große Rolle. Es sind halt Frauen, die aus dem Gefängnis ausbrechen und dann auf der Flucht Musik spielen. Bankräuberinnen und Rockstars. Ja, genau, und die dann irgendwie in einem großen Finale auf einem Hochhaus noch ein Konzert spielen, bevor sie dann wieder gecashed werden oder sterben oder weiß ich nicht mehr ganz genau, wer da überlebt oder wer da entkommt oder nicht entkommt. Also ziemlich cool. Ich fand den super. Ich habe den sehr geliebt, den Film. Okay. Ein Reisefilm einfach wegen der Flucht, die sie da irgendwie hinlegen. Schön. Mein Platz 1, Little Miss Sunshine. Und das ist so großartig. Das kleine Mädchen der Familie, die unbedingt da irgendwie zu diesem Schönheitswettbewerb will. Und die überhaupt nicht reinpasst in dieses typische Schönheits-Mädchen-Dingens-Zeugs. Und was sie da hinlegt an Tanz, was ihr gezeigt wird. Und das ist so geil, weil da so Welten aufeinander clashen von Leuten, die irgendwie mehr oder weniger wissen, dass sie da nicht reinpasst, aber sie irgendwie trotzdem unterstützen wollen und dann irgendwie sich auf die Reise machen und alles daran setzen, dass sie da hin kann. Und dann macht ihr das halt einfach. Und das ist so liebevoll erzählt. Das ist ganz toll und sehr, sehr witzig. Und am Ende sind sie irgendwie unsere Familie gegen den Rest der Welt, so ein bisschen vom Gefühl her. Er ist das, oder? Er oder Großvater? Oder sind das alle, die dann irgendwie da hin... Gibt der Großvater unterwegs nicht? Ach du Scheiße, war das... Ich weiß es nicht mehr. Ah, der Film war auf jeden Fall super. Auf jeden Fall nochmal gucken irgendwann. Ja. Dann haben wir schon mal La Strada und Little Miss Sunshine müssen wir irgendwie nochmal... Ja, stimmt. Ja, so gehört zu den Filmen, wo ich denke, okay, dafür hast du den Podcast mit mir, damit du mir solche schönen Filme aufdrückst. Okay, von einem anstrengenden Film zurück zu dem ursprünglich anstrengenden Film. Moment, bevor wir zum Ende kommen. Nach dem Mittelteil habe ich mir aufgeschrieben, weil der ja von der Qualität her doch ein anderes Sachen hat als der Rest. Das heißt, das hat alles im surrealistischen Umfeld Terry Gilliam immer besser gemacht, finde ich. Gerade in Brasil, wo auch diese seltsamen futuristischen Aufbauten und dieses, weißt du, was ich meine? Der Mittelteil spielt ja schon so ein bisschen da mit, mit dieser Ästhetik auch. Also ich kann mir vorstellen, aber Terry Gilliam hat es halt um Welten besser gemacht, finde ich. Ja. Ja, aber vielleicht kann man das, auch wenn man es ein bisschen zerpflückt, Terry Gilliam hat ja wirklich sehr viele surreale Momente einfach im Film. Vielleicht würde man nicht sein gesamtes Werk dann in Surrealismus stecken. Kommt aber auch auf den Film drauf an, muss man sagen. Aber bei Brasil zum Beispiel, der hat ja so viele sehr surreale Momente. Definitiv. Was diesem Film auch vielleicht gut getan hätte. Keine Ahnung. Weiß ich nicht. Also ich kann halt mit David Lynch dann doch mehr anfangen als damit. Aber das ist doch bescheuert. Also ich will ja damit sagen, bevor du jetzt hier Brot verteilst, sage ich dir, sie werden sich um das Brot kloppen. Also gib ihnen lieber gar kein Brot. Was ist das für eine Botschaft? Dieser Zusammenschnitt dieser ganzen Rituale und der ganzen, oh fuck man, das will ich nicht, nein, oh, so ein Scheiß. Ja, ich weiß nicht. Und dann rennen die da mit Tiger rum und dann gucken wir Kühen beim Sex zu. Ja, und das ist so dieses, ich hatte dann zwischendurch das Gefühl, das ist so dieses typische maskuline I have to go on a quest. Und weißt du, was ich meine? So dieses, ich muss auf die Reise gehen und durch Martyrium und so, um als gestellter und weiser Mann irgendwie irgendwo rauszukommen. Nein, sie machen sich nicht auf eine Reise mit diesem Ergebnis. Nein, aber es ist so dieses, ich weiß nicht, so dieses, ganz komisches, überholtes Bild, finde ich, was da irgendwie drin ist. Okay, habe ich nicht so gesehen. Ja, aber ich finde diese Touristenfalle da eigentlich einen ganz netten Einfall am Fuße des Berges. Stimmt, stimmt. Ganz toll. Ja, und dann hängt die eine da an diesem, das ist das, was du meintest, wo sie ihr sagen, sie soll sich einfach selbst zufrieden. Sie sagt, ich kann nicht mehr klettern und dann wird ihr zugerufen, du hast nur Angst vor Success. Voll, voll. Was ist das denn? Was ist das denn? Was? Und dann macht sie das und dann, oh nee. Und dann kommt dieser ganze Zusammenschnitt mit den ganzen komischen Sachen, die ich alle irgendwie, wo ich denke, okay, nein. Ja, aber es war nur ein Schaf. Was ist das für eine Botschaft? Hallo, er hat ein Schaf umgebracht. Und dieses Freude und diese Gelächter, was ist das für eine Szene? Ich finde es so geil, ich bin so drüber und so bekloppt und so, hä? Und macht so richtig, versucht das so inszeniert zu inszenieren. Und das ist so lächerlich eigentlich. Das muss man schon sagen. Genau das habe ich aufgeschrieben. Ich habe am Ende aufgeschrieben, was für ein Scheißfilm. Viel zu viel Ego und viel zu wenig echtes Bedürfnis, dass die Kritik dort ankommt, wo sie hin muss. Also, in seinen eigenen Worten, er hat ja auch selbst irgendwie darüber geredet und hat ja mehr sich auf die Kunst des Films bezogen, als auf die Kritik des Films. Und irgendwie finde ich es aber völlig daneben. Das ist kein politischer Film, das ist kein gesellschaftskritischer Film. Das ist purer Eskapismus. Ja, aber dann hätte er die ganzen Kritik auch weglassen können. Nein, die macht Spaß. Wenn er mir Kritik um die Ohren haut, muss er damit rechnen, dass ich sie ernst nehme. Also vorher Kiffen, den Film gucken. Er wollte ja nicht verstanden werden, der Film. Hat er nicht auch gesagt, er wollte einen Film machen, wo er mal Geld verliert, statt zu machen? Er hätte, hätte er ausgeben können. Er hat nur die Hälfte davon ausgegeben. Ich finde, der Film fasst sich ganz gut zusammen, nur in dem Blick von Alejandro, wie er da sitzt und einfach alle einmal anlacht als Alchemist, wo sie ihm sozusagen die Kapuze von der, und er lacht alle an, alle sollen mitlachen und er lacht. Und er hat so ein spitzbübiges Ausdruck auf dem Gesicht, wo man denkt, ja gut, dem kann man aber auch nicht böse sein, weil der hat so viel Naivität da drin steckt und so viel Lust, einfach irgendwelchen Scheiß zu machen. Okay. Also es ist nicht so, dass ich ihm das nicht gönne. Er soll meinetwegen ganz viel Geld bekommen, um irgendwie einfach Zeug zu machen. Ich finde, jeder soll sich da irgendwie ausleben in seinem Zeug. Es ist halt bloß nicht meins. Nur wenig. Also es gibt ein paar Sachen, wo ich, aber ich glaube, das sind die Sachen, die dann wieder verkopft funktionieren. Ich glaube, ich bin einfach zu verkopft in diesem Film. Ja, wahrscheinlich. Nun gut, aber danke, Flor, dass du mir diesem Film übergeholfen hast. Du hast den Grund für diesen Podcast einmal ausgeschöpft. Vielen Dank dafür. Und dann lass uns jetzt mal in die Pause gehen und uns in den zweiten Film stürzen. Welcher da ist? Orlando. Auch irgendwie ist mit surrealen Momenten, aber auf eine ganz andere Art und Weise. Ja. Bis nach der Pause. Bis gleich. Ciao. So, willkommen zum zweiten Teil, Plur. Willkommen zurück. Ich gieße mir noch ein bisschen Tee ein. Willst du auch noch Tee? Sehr gerne, ja. Und dann geht es weiter mit Orlando. Du hattest den Film schon mal gesehen, ne? Ein Blog. Also, ne? Das Blog, wenn der geneigte Zuhörer noch keine Ahnung davon hat, muss man sehen.de. Das ist Plus-Blog über Film. Da gibt es ein Füllhorn an Informationen, an Meinungen, an Überlegungen und Listen. Es ist auch angeblich ein Period-Drama, aber es ist schwer einzusortieren. Na gut, wenn du schon so drum bittest, Plur. Wir schreiben das Jahr 1603. An ihrem Sterbebett schenkt Queen Elizabeth I. dem jungen Orlando Land und Schloss mit den Worten Do not fade, do not wither, do not grow old. Worte, die der Film sehr ernst nimmt. Tilda Swinton darf sich als Orlando durch die Jahrhunderte bis in die Gegenwart spielen und beide Geschlechterrollen erfahrbar machen. Eine echte Story herauszuschälen würde dem nach einer Vorlage des gleichnamigen Buches von Virginia Woolf entstandenen Film vielleicht mehr Schaden als helfen. Deshalb sei nur gesagt, wir erleben einfach die Welt durch Orlandos Augen und durch sein Schrägstrich ihr wechselndes Geschlecht. Unaufgeregt, aber nicht emotionslos. Ein Film, der heute wieder aktueller ist denn je. Oder Plur? Ich finde es wahnsinnig beeindruckend und ich war total geflasht davon, dass das so, wow, okay. Und ich muss das Buch noch lesen. Ich habe es eben einfach auch für du nicht geschafft. Aber ich glaube, das muss einfach mal sein. Ja, und Dramatik. Ja, und fast ein, man will ja gar nicht naiv sagen, weil an sich ist der Blick nicht naiv. Er ist bloß einfach so erzählt, dass man es nicht problematisiert. Also natürlich gibt es Probleme, die damit einhergehen. Wie zum Beispiel, dass sie als Frau Land und Besitz verliert. Aber der Switch des Geschlechts, der ist einfach so, ja, en passant, einfach so, der passiert. Und dann ist das jetzt so. Und es wird nicht weiter darüber diskutiert oder so. Sondern das ist halt, ja, gut, okay. Ja, du entwickelst halt dadurch, dass es so ruhig ist alles und nicht so überdramatisiert, entwickelst du ein Gefühl von einem Gemälde, was vor dir liegt. Was zum Beispiel jetzt unser Vorgängerfilm nicht schafft, meiner Meinung nach. Wirklich super Kammerarbeit. Das ist super. Ich finde den Switch so ganz toll erzählt, weil du am Anfang natürlich... Du siehst es durch Orlandos männliche Augen. Ja. Du hast so ein paar Spitzen, weil Orlando ja sowieso schon so ein bisschen hadert mit diesem Männlichkeitsbild und diesem Umgang mit Männlichkeit und Weiblichkeit. Aber deutlich wird es erst, nachdem Orlando das Geschlecht gewechselt hat und man wirklich im Grunde die gleichen Gespräche führt, bloß eben durch ihre Augen gesehen. Und man plötzlich merkt, oh scheiße. Ja, so toll. Die Regisseurin Sally Potter hat sich vorher schon lange, ich glaube, die haben vier Jahre daran gebastelt mit Tilda Swinton. Tilda Swinton und Sally Potter haben zusammengesessen und haben vorher noch so ein Fotoshooting gemacht, um so ein bisschen den Charakter, die Figur so ein bisschen zu ergreifen. Und da ist der Blick in die Kamera entstanden. Da haben sie, ne, als sie die Bilder ausgewertet haben und dann, da gibt es immer mal so einen Blick in die Kamera und dann stellten sie fest, okay, das ist, das ist toll, den brauche ich, den brauche ich auch, um Sachen aus dem Buch aufzugreifen. Dieser Kontakt zum Publikum, den auch das Buch irgendwie anscheinend hat, das zu replizieren. Und ich finde, oft sind so Brüche mit der vierten Wand ein kleines bisschen aggressiv. Mhm. Irgendwie. Und ich finde es ganz, ganz toll. Und was sie alles transportiert mit nur einem Blick in die Kamera und so einem Satz vielleicht noch. Ja. Wundervoll. Ich muss an die Serie Fleabag denken. Fleabag ist ja auch so. Das hast du wieder nicht gesehen. Nein, nein, nein. Obwohl ich dir das immer wieder sage, dass du das gucken musst. Fleabag ist halt auch so eine, wo Phoebe Waller-Bridge, die das geschrieben hat und auch die Hauptfigur spielt, immer wieder mit dem Zuschauer redet. Auch auf so eine verschwörerische Leichtkomma auf meine Seite. Ja, verschwörerisch ist ganz gut. Das trifft es ziemlich gut. Ja. Oh, ich liebe das. Ja. Ja, die ist super, ne? Das ist eine ganz tolle Schauspielerin, die das spielt. Die hat so einen Blick drauf. Ja. Die hat so eine Hintersinnigkeit in ihrem Blick, wie sie auf Sachen reagiert und wie sie immer so eine leichte ironische Distanz zu allem hat und trotzdem drin ist. Tilda Swinton ist einfach unglaublich toll. Wirklich großartig. Und es ist jedes Mal, wenn ich sie sehe und auch in so unterschiedlichen Rollen. Only Love Was Left Alive. Ja, ich dachte. Da hat sie, der ist sie unglaublich gut. Und was hatten wir vor kurzem, ähm, ähm, Dylan? Das ist nicht Tilda Swinton. Nein! Du hast wieder diesen Fehler. Stimmt. Na, sie wurde, ähm, ich weiß nicht, wie viel sie vorher gemacht hat. Ich hab gerade die Irre Vita nicht im Kopf, vielleicht kannst du das nochmal gucken. Ähm, aber sie wurde aus dem Theater geholt von Sally. Was hat sie da gespielt? Und Taylor Swinton hat doch bei, bei, ähm, wie heißt der hier? Dr. Strange. Dr. Strange. Magia oder so was? Ja, genau, die das, die auch mehr oder weniger, äh, unsterblich und dann am Ende doch irgendwie in den ewigen Jagdgründen eingehend. Ja, dann hat sie das auch in Avengers gespielt. Und wenn wir aber bei Schauspielern sind, dann müssen wir auch noch Quentin Crisp erwähnen. Der, schrägstrich, die, eigentlich die, sich immer vorgetan hat, äh, schon früh durch sehr exzentrische Aktionen und Sachen, hat, äh. Doch. Ah. Aber das erst, hat sie erst festgestellt, kurz bevor, bevor sie gestorben ist. Ah, okay. Und das sagte sozusagen am Ende, äh, das Einzige, was sie, ähm, bereut in ihrem Leben ist, dass es damals diese Möglichkeit der, der Operation in der Form nicht gab, auch nicht, nicht billig zu haben war und auch nicht irgendwie, einfach nicht verfügbar für sie. Ja. Und dass sie dann gesagt hat, heutzutage würde ich mich als Transfrau bezeichnen. gefunden. Ah, interessant. Aber es gibt, es gibt auch bei Wikipedia, wird das kurz erwähnt unten, ist aber, ich verstehe es nicht ganz, warum das nicht angepasst wird, aber vielleicht hat es damit zu tun, dass sie dann doch als Mann gestorben ist auch irgendwie. Und, ähm, ja, es ist aber auch, wird es zu wenig Zeit gewesen, um mich da nochmal genauer reinzuarbeiten, äh, wo, wo vielleicht das nochmal festgelegt da irgendwo auftaucht. Weil es ist halt, in Interviews hat das, hat sie es irgendwann mal in den Ende der 70er, glaube ich, angedeutet, aber nicht explizit. Und dann irgendwann gab es diesen einen, diese eine Aussage von, ich wäre heutzutage eigentlich trans Frau. Ähm, hat aber nie irgendwie dann wirklich Operationen durchgezogen oder sowas, auch in es ist super gemacht und man, man, man, dadurch, dass der Film damit auch anfängt, hast du sofort natürlich einen Ton. Du weißt sofort, okay, es geht um, ähm, Geschlechterfluidität oder Geschlechter, wer, was, wie, wo. Und dann hast du am Anfang auch diesen Countertenor, der im Falsett singt und so. Das heißt, du hast sofort dieses Thema präsent. Ohne, dass es dir aber um die Ohren gehauen wird, sondern du hast irgendwie das Gefühl, es ist sehr organisch drin. Und es ist so toll, dass es so mitläuft, weil, weil im Grunde, darum, da wollen wir ja hin im Grunde, ne, wir als Gesellschaft, meiner Meinung nach, sollten wir dahin kommen, dass so ein Thema irgendwie mitläuft, aber kein, kein dominantes Diskussionsthema mehr ist, sondern dass du sagst, ähm, es gibt dieses Thema und das ist auch, ähm, Identitätsstiften für jeden, das heißt, es ist schon ein wichtiges Thema, aber es ist kein Diskussionsthema im Sinne von, wir müssen jetzt, können irgendeinen Skandal hinaufbeschwören, weil irgendjemand für andere Leute nicht ins Weltbild passt, weil er irgendeine von der Norm abweichende Genderfrage für sich klärt. Genau, das ist es, ja. Ja, deswegen, ich glaube, das gehört auch zu den Gründen, warum mir der Film so wichtig ist. Ich bin ja immer als Kind, sobald ich lange Haare hatte oder auch früher schon, ich hatte immer sehr feminine Züge und ich wurde immer von hinten, aber auch von, mit der Front und Sicht für eine Frau gehalten, für ein Mädchen gehalten. Bei unseren YouTube-Videos, wo du bei der Literarien ausschließt, das ist doch ein Mädchen Und das ist halt irgendwie so ein Thema, was allein deswegen für mich sehr viel auch Emotionales aufgeladen ist, weil es eine Identitätsfrage ist und wenn man immer misgendert wird, wie ich das wurde, weil es einfach verwechselt wurde, weil es irgendwie, nicht weil ich irgendwie trans wäre oder so, sondern einfach nur von meinem Aussehen her, ist das ein komisches Aufwachsen, ich kann es nicht anders sagen, es ist wirklich seltsam. Andererseits ist es natürlich, hat es mir natürlich meinen Blick geschärft für bestimmte Dinge und für Themen, aber eigentlich wäre es schöner gewesen, wenn es nicht hätte sein müssen. Genau, ja. Und ich glaube, das eine geht ohne das andere natürlich nicht. Wir müssen Lösungen für das eine finden, um Lösungen für das andere zu finden und umgekehrt. Also das gehört einfach zusammen. Und deswegen glaube ich auch, dass es gibt viele Sachen, die von Politik gemacht werden müssen, wie zum Beispiel unsere Klimakrise. Die kann man nicht im Einzelnen lösen, also auf den Bürger abwälzen im Sinne von, ihr müsst einfach besser sparen, Struf sparen oder was auch immer. Aber das gehört einfach zu etwas, wo einfach jeder Einzelne für sich anfangen muss. Puh, schweres Zimmer. Sehr klare Struktur. Es ist sehr, sehr schön, weil es mir so ein bisschen die Möglichkeit gibt, mich dadurch zu manövrieren. Ja. Ja, das heißt, wir haben 1603 am Anfang. 1600 steht, glaube ich. Stimmt, 1600. Titel. 1700, 1750, 1850. Du bist zu weit gesprungen. Ach, verdammt. Und es ist eine tolle Szene. Es ist einfach, also man muss auch dazu sagen, das was dorthin führt zu diesem Moment des des Wechsels. Man kann es so oder so interpretieren. Man kann sagen, die Szenen davor sagen Orlando einfach auf ungute Art und Weise, der Umgang des männlichen Weltbildes mit der Frau ist einfach so scheiße. Ich komme damit nicht mehr klar. Ich werde jetzt zur Frau. Könnte man so rein interpretieren. Könnte man rein interpretieren. Er trifft sich mit ihm. Ganz kurz zu dem, seinen männlichen, typischen männlichen Dings. Es gibt ihm zweimal den Satz. Und das finde ich ganz toll. Am Anfang von ihm, glaube ich, er sagt, you're mine. Mhm. Und sie fragt, warum? Ja. Und er sagt, because I adore you. Ja. Und das ist so diese Selbstverständlichkeit dieses Mannes zu sagen, so, jetzt gehörst du mir. Ja. Ja, total. Aber Tilda Swinton spielt das auch so schön mitten im Fragezeichen irgendwie. Vielleicht. Ich weiß nicht, ich habe das Gefühl, sie ist charmant. Aber, aber ich habe das Gefühl, dass, dass sie das immer mit einem Fragezeichen spielt, weil sie schon weiß oder Orlando schon weiß, dass das irgendwie nicht stimmt alles.
Florian Bayer: Mhm.
Johannes Franke: Und das finde ich spannend, weil du, weil du das immer mitschwingen hast. Ich weiß nicht, ob es, wie es wäre, wenn, wenn, wenn es sehr dominant wäre und sehr klar wäre. Das kann ich dir nicht sagen, aber, aber, aber ich finde es so, wie es jetzt ist, eigentlich sehr schön, weil das immer so ein, der dir schon mitliefert, dass es eigentlich nicht stimmt alles. Und kurz vorher stellen wir fest, dass er ja eigentlich schon eine hatte. Ach so, ja, genau, er ist der, er ist der Untreu. Er ist ja, genau. Genau, er ist ja derjenige, der dann in die Kamera sagt, naja, es hätte sowieso nicht funktioniert, der Mann muss halt nach seiner Liebe suchen und muss seinem Herzen folgen, glaube ich, sagt er. Er ist schon so ein Kerl, ne? Kurz danach beschwert er sich über diese Frau, die so untreu ist. Ja, ja. Aber eben, ich glaube, die ganze Zeit spielt eben Tilda Swinton das mit, dass das einfach nicht stimmt, also dass dieser männliche Blick da fehl am Platz ist. Und auf der anderen Seite gibt es aber eine ehrliche, echte Träne eines royalen Mannes 1610. Weißt du, einer, der dann weint über die Vergänglichkeit dieser Sachen, dass sie nicht mehr da sein wird und dass er und so weiter. Ich weiß nicht mehr ganz genau, wie der Dialog da ist, aber es gibt eine echte Träne. Und das heißt, diese Ambiguität, die da drin steckt in dieser Welt, wird sehr schön dargestellt. Ja. Ja. Ja, dann lass uns aber chronologisch mal noch ein bisschen fortdurchreiten. 1650. 1650. An den Kritiker, Mr. Green. Das ist auch ganz toll, weil dieser Kritiker wird eingeladen zum Essen und haut voll rein, weil er sonst nicht so viel zu essen kriegt anscheinend. Und gibt ihm, also gibt Orlando wirklich so eine kleine Lektion von, guck mal, du bist privilegiert und hast den ganzen Scheiß und der, den du da so hochlobst, in den Himmel jobst, verhungert unter Umständen morgen. Ja. Also du hast mich in deiner Bibliothek stehen, aber ich habe morgen nichts zu fressen. Na, da darfst du nicht vergessen, dass Orlando ja versucht, selber die eigenen Texte noch nach vorne zu finden. Ja. Und nach Kritik fragt und der Typ natürlich ganz, ganz schmerzfrei einfach sagt, der ist totaler Scheiß. Und das finde ich schön, da hat der Film dann eben seine Ebene über Orlando und nimmt nicht die Position. Ja. Das ist toll. Und der Film endet ja eben auch in unserer Gegenwart, nämlich in den 90ern, während das Buch ja in den 20ern endet, wo halt die Veröffentlichung war. Das finde ich sehr schön, dass der Film das macht, dass er nicht in den 20ern endet, sondern eben wie das Buch das vorhatte, einfach in der Gegenwart, die eben gerade ist. Genau. Ja, genau. Sehr schön. Ja, und dann ist das schon die Verwandlung? Nee, das sind wir noch nicht, oder? Ah ja, da nimmt es der Film vielleicht nicht so genau mit der Zeit. Und da fällt ein ganz toller Satz von dem Typen, der eher skeptisch ist, der sagt, Großbritannien ist eher dafür bekannt, Länder zu sammeln. Ganz toller Satz. Und der plötzlich in den Krieg ziehen muss. Mhm. Und dann ist dieser andere Typ aus seinem Stab irgendwie dabei. Ja. Der dann irgendwie den Typen erschießt direkt hinter ihm, hinter Orlando. Orlando und Orlando dann sich darum kümmern will und der andere sagt, aber das ist kein Mann, das ist der Feind. Und dann kommt der Blick in die Kamera. Mhm. Der auch wieder genau der richtige Blick ist. Ja. Das ist kein Mann, das ist der Feind, was... Hallo? Hast du das noch alle Tassen im Schrank? Ja. Same person, no difference at all. Just a different sex. Großartig. Wundervoller Satz. Und natürlich sagt uns dann der Film, leider stimmt das nicht ganz gesellschaftlich betrachtet, weil du natürlich von außen ganz anders wahrgenommen wirst und dann hast du plötzlich keinen Besitz und kein Schloss mehr und kein Zuhause und nix mehr, weil du damals das halt einfach nicht hattest als Frau. Ja, und ich natürlich total verstehen kann, dass sie, dass sie diese Transition gesellschaftlich nur ganz schwer mitmachen kann, weil, was ich natürlich, natürlich sage ich erst mal nein, wenn mich jemand einfach so aus dem Blauen fragt, ob er mich heiraten will, aber, aber ich sage natürlich nur nein, wenn ich noch nicht verstanden habe, in welchem gesellschaftlichen Gefüge ich da bin und dass ich eigentlich ziemlich lost bin, wenn ich nicht da rein gehöre, oder wenn ich da nicht irgendwie einen Rahmen habe, in dem ich mich bewegen kann. Und den Rahmen versagt sie sich halt oder ihm auch. Das ist so absurd. Dieses Gespräch ist wirklich toll inszeniert. Das ist super. Wirklich. Oh Mann. Ich finde es aber ganz phänomenal, dass dieser Film auch das nicht überdramatisiert. Und auch diese ganzen, diese Transition. Es wird fast nicht darüber geredet. Es wird nur so ein, zwei Mal über den Fakt geredet, dass sie eine Frau ist. Aber es wird nicht über die Transition geredet. Es wird nicht über, es wird ja auch gar nicht darüber geredet, dass sie schon 300 Jahre alt ist. Ja, genau. Und er ist fast minimalistisch, was das betrifft. Überhaupt nicht. Aber genau eingesetzt, also wenn du jetzt als Kostümbildner und als Regisseur deinem Team sagst, ich will nicht, dass alles danach schreit, sondern ich will für alles ein Symbol-Ding. Ich will ein bestimmtes Kleid, das das verkauft und ich will ein bestimmtes Schloss, das das verkauft. Aber ich will nicht, dass alles danach schreit und du einen riesigen zusammengewürfelten Hofstaat hast, wo jeder das Jahrhundert mitverkauft. Sondern es ist immer festgemacht an bestimmten Einzelstücken, die wirklich dastehen als Symbol für das ganze Ding. Das finde ich toll. Ja, es ist wunderschön gemacht. Und dann verliert sie das aber und dann sind wir in dieser Liebesgeschichte, die da kommt. Bösewicht, Bösewicht. Nee, ist mir nicht so. Nee, das ist mir nicht so passiert. Habe ich ihn überhaupt wiedererkannt? Ich weiß es nicht genau. Der hat doch so ein markantes Augenpatsch. Naja. Aber ich habe mir zu diesem Kapitel gar nicht so viel aufgeschrieben, außer, dass ich finde, dass Tilda Swinton die inhaltsschwersten Sätze immer noch sehr leichtfüßig rüberbringen kann. Sie schafft es, irgendwie einen Ton zu treffen, der mich trotz Inhaltsschwere nicht runterzieht. Oder nicht zu sehr, weiß ich nicht. Es bleibt alles oben irgendwie. Hast du ein Beispiel? Nee, leider. Ich habe mir den Satz nicht aufgeschrieben. Aber es gab einen bestimmten Satz, den ich meine. Buch ist es ein Sohn. Aber ich weiß nicht, ob es im Buch dann dazu führt, dass sie weiterhin Besitz hat. Ich hätte den ersten gesehen, aber egal. Und ich frage mich dann, wie ist das mit dem Kind? Ist das das Kind denn auch, welche Unsterbliche oder Nicht-Unsterblichkeit hat dieses Kind? Und wie entwickelt sich das? Aber gut. Es scheint mir fast so, als würde da was Übernatürliches geschehen, Ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha Ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha Ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha Findest du? Ich fand den eigentlich gar nicht so schlecht. Ich finde, der ist besser geworden. In Swiss Army Knife ist er wahrscheinlich ganz gut. Bitte? In Swiss Army Knife ist er wahrscheinlich ganz gut. Ich bin völlig beeindruckt, dass du überhaupt Honorable Mentions hast. Ich habe nicht mal drei Filme. Oh. Also ich, nicht wirklich. Es ist, also ich habe so Ansätze, aber... Es wird noch schlimmer. Ich glaube, das kenne ich. Ich glaube, das kenne ich. Haben wir den nicht sogar vielleicht zusammen geguckt? Vielleicht haben wir den zusammen geguckt vor gefühlten 20 Jahren. Ja. Actual 20 Jahren, scheiße. Nee, zehn Jahre. Okay. Geil. Nur dann. Na ja, also es würden ja dann solche Filme wie Plötzlich Erwachsen oder wie heißen diese Dinger, wo sie 14 ist eigentlich, aber Plötzlich 30. Ach so, nee, Big war das mit Tom Hanks, wo er plötzlich erwachsen ist. Ah, okay. Ja, solche Filme würden dann ja auch darunter fallen, aber das fand ich nicht so richtig gut. Ja, das ist halt das Ding, aber das soll es ja nicht sein. Ich will ja einen Film, der wirklich einfach ein Element einführt, was nicht erklärt wird. Ja. Und das finde ich halt geil. Ich finde es total schade, dass es so selten gibt, mitzins der Recherche eben, mir einfach nicht genug aufgefallen ist, wo ich sage, das ist einfach gesetzt. So, das ist so. Und da wird auch keiner im Film, wie bei Orlando halt, wo keiner im Film sagt, warum lebst denn du noch? Das ist auch unnatürlich, was hier passiert. Sondern es einfach durchgeht. Okay, gut, ja. Ja, auch diese ganzen, weiß ich nicht, Kinderfilme, die einfach sowas auch setzen, das ist dann halt einfach in einem in sich geschlossenen System an Märchen. Das fällt für mich auch nicht unter, diese Kategorie. Weil es ist schon, ich finde sowas ganz toll, wenn man das hinkriegt, einfach den Leuten was vorzusetzen und die sagen, ja, okay, dann ist das jetzt so. Ja, ist richtig, ist richtig. Aber dann muss er es mir besser verkaufen als Jodorowsky. Was hast du denn? Also ich hätte aus meiner Erinnerung aber auch nur Donnie Darko. Ja, aber der erklärt auch gerne und viel mehr. Ah, verdammt, okay. Dann ist mir die Erklärung einfach nicht mehr präsent genug. Ich habe keinen einzigen richtigen und du hast... Ja, gut, okay. Aber ja, ja, okay. Was ist denn, fällt denn zum Beispiel Being John Malkovich da drunter? Er macht sich bloß philosophisch daran sozusagen diesen Froschregen einmal zu. Als unerklärtes Phänomen zu. Ja, das würde als, nicht als Film, aber als Filmmoment durchaus passen. Ja. Ja, ist auch nicht schlecht. Ich hätte vielleicht noch Benjamin Button, aber das war kein wirklich guter Film. Uff, ja, nee, ne. Also die Vorlage fand ich ganz nett, so. Ich habe es als Hörbuch gehört, diese Geschichte, die ist relativ kurz. Wo einfach jemand als alter Mann geboren wird und dann im Laufe des Lebens immer jünger wird. Ja, Brad Pitt, genau. Ja, es ist ja auch irgendwie ein erklärtes Phänomen, also es ist sozusagen ein Phänomen, das man kennt aus der Geschichte. Ja, es funktioniert auch nicht wirklich. Ich hätte vielleicht noch, und das ist das Letzte, was ich hier wirklich aufgeschrieben habe, Sense8, wo einfach Menschen miteinander verbunden sind durch irgendwie einfach Sinneswahrnehmung, ich kann jemanden in China, ich habe nur irgendeine Verbindung zu jemandem in China und wir haben irgendwie gedanklich Teilengedanken oder können uns unterhalten. Ja. Was unterhalten ist fast so viel gesagt, aber so eine Verbindung, so eine geistige. Der ist eigentlich ganz schön, so Telepathie. Ja, es wird nicht näher erklärt, soweit ich das jetzt weiß noch, soweit ich es erinnere. Und das ist ganz cool. Das finde ich, ich finde solche Filme einfach wirklich toll, aber es wird halt so wenig gemacht, vielleicht fällt euch noch irgendwas ein, schreibt uns gerne, dann könnten wir das ja auch nochmal mit verwursten. Ich würde gerne mehr Filme sehen, die einfach so ein übernützliches Element haben, das nicht weiter erklärt wird, sondern das einfach gesetzt wird. Okay. Vielleicht, weiß ich nicht ganz genau, ich habe, habe ich den wirklich gesehen. Er geht auch in die Zukunft, ne? Irgendwie in so eine komische Höhe. Er springt mal zwischen den Zeiten. Hm, ich weiß es nicht mehr genau. Naja, ja. Aber ich finde schon, dass der in die Liste passt. Doch, doch. Auf jeden Fall. Weil das ja wirklich ein, auch wenn es eine psychologische Variante ist, die Ausführung ist ja durchaus ein übernatürliches Phänomen quasi. Das passt schon. Also wenn euch was einfällt, schreibt uns gerne und vielleicht gehen wir zurück in unseren Filmen, den wir eigentlich haben. Ja. Gibt es noch irgendwie, eigentlich sind wir schon am Ende, oder? Haben wir noch irgendwas, was wir sagen wollen? Wir landen ja am Ende in unserer Jetzt-Zeit und sie schreibt ihre Geschichte oder ihre eigene Geschichte, ne? Ja, es wird nicht so 100% erklärt, aber es wird schon nahegelegt, oder? Ja, vielleicht weiß ich das jetzt auch nur, weil ich recherchiert habe nochmal wegen Virginia Woolf. Ich glaube, in dem Original ist das so, dass sie ihre Geschichte aufschreibt und dann endet das irgendwie einfach damit, dass sie ihren Stift zur Seite legt und Schluss ist. Und in diesem Falle ist halt der Poet von damals, spielt dann jetzt nochmal den Verleger, der dann im Gegensatz zum Poeten diesmal sagt, oh ja, ist ja ganz ordentlich, was du da geschrieben hast. Ja, ich finde das Ende auch ganz wundervoll, weil die Note, auf der es endet, einfach sehr positiv ist. Und das Kapitel heißt ja nicht umsonst Birth, im Sinne von, ich komme hier in mein eigentliches Leben hinein, meine eigentliche Figur, die ich sein will, die eigentliche, ja, eigentlichen Menschen, den ich jetzt sein kann. Ja. Ist schön. Es ist nicht, es gehört nicht in die Kategorie Feel-Good-Movie im Sinne von, wir sind alle hyped und so, dafür ist der Film zu toned, also zu sehr einfach auf einem Level, das nicht Höhen und Tiefen ausschöpft. Zu gediegen auch einfach. Ja, gediegen ist ein gutes Wort dafür. Ja, aber ich finde dadurch einfach, der hat eine Kraft dadurch, die ich einfach sehr mag. Ja, ist toll, also wie so ein Thema, was so in einer Zeit auch behafte, also wir haben jetzt einen ganz anderen Umgang mit dem Thema als vor 30 Jahren und trotzdem ist der Film zeitlos irgendwie und das finde ich irgendwie beeindruckend. Hm, okay. Spannend. Ja, muss ich mal reingucken. Mal schauen, was da so wartet. Hm, okay. Okay. Seiten, die wir eigentlich gehofft haben, abschaffen zu können mit den ganzen Streaming, offiziellen Streaming-Anbietern, aber leider hat Netflix es nicht geschafft, die ganzen alten Sachen, die man sonst nicht findet, mit zu übernehmen. Ja, das, ähm, mal gucken, wie sich das noch, wie sich die Lücken vielleicht doch noch füllen irgendwann. Wie hast du denn Orlando geguckt? Wie hab ich Orlando geguckt? Ich hab auf Amazon Geld dafür bezahlt. Achso, ja, genau. Ich hab auf Amazon geguckt, aber ich habe ein VPN benutzt. Und ich hab ihn mit Werbung zwischendurch dann geguckt, weil in Amerika anscheinend das irgendwie inklusive ist. Nein, nein, so ein richtiges, ordentliches Amazon. Hat funktioniert. Ich war auch verwundert und ich war auch ein bisschen erneut von der Werbung, aber naja, gut. Vier. Also sieben Werbungen, also, also es ist schon so, dass man denkt, oh, fuck. Ja, ein bisschen. Aber es wurde weniger. Ich glaube dann, der erste war richtig, aua, der erste Werbeblock und dann wurde es weniger. Würde nicht sagen, es ging. Es war halt nicht so schlimm, sondern es war schon weiterhin, äh, aber es war nicht mehr ganz so lang wie der erste.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Na gut, ähm, ja, gibt's noch ein Fazit? Haben wir jetzt eigentlich schon gehabt, ne? Ja. Toller Film. Ich find's ganz, ganz großartig. Das Thema wird auf eine ganz besondere und gute Weise behandelt. Und, ähm, ja, nur empfehlenswert. Würde mich sehr interessieren. Ich würde mich nicht trauen als Filmemacher, muss ich sagen. Bei diesem, bei diesem Film jetzt da nochmal was nachlegen zu wollen, ich weiß nicht. Was würde ich anders machen? Ja, genau. Und find mal einen Schauspieler oder eine Schauspielerin. Ja. Es ist, ne? Schwierig. Schwierig. Ja. Na gut. Okay. Ja. Plur, ich glaube, wir nähern uns unserem Ende. Ja. Unserem Ende. Du weißt schon. Dem Ende dieser Episode. Wenn wir es hinkriegen, Plur. Ich bin gespannt. Das ist wirklich eine ganz andere Herangehensweise. Aber ich danke dir auf jeden Fall dafür, dass du dich durch Holy Mount gequält hast. Und ich danke dir, dass du dir Tilda Swinton nochmal in Orlando angeschaut hast. Und die anderen Schauspieler, die auch alle toll waren. Euch eine schöne Woche. Bis dann. Bis dann. Ciao. Ciao. Ich verstehe dich nicht. Was meinst du? Du trägst einen Hut? Und zwar alles so ganz kurze Filme. Und ich denke dann nur an die Legend, an die Legende, dass sie diesen einfahrenden Zug gefilmt haben und die Leute aus dem Vorführraum rausgerannt sind, weil sie gedacht haben, sie werden gleich überrollt von einem ankommenden Zug. Was wahrscheinlich einfach nur Marketing war, um diesen Film gut verkaufen zu können. Ein Känguru-Boxen. Und mal gucken, wie weit wir das Thema ausweiten. Vielleicht muss ich doch irgendeinen ersten Slapstick-Humorfilm von Chaplin oder so, wann es irgendwas auskramen. Mal gucken.
Florian Bayer: Monsieur Hulot.
Johannes Franke: Aber es ist auch irgendwie eine Mitmach-Episode. Weil wir ja dann das, was wir finden, wahrscheinlich am meisten auf YouTube finden werden. Alte Sachen, die hochgeladen wurden. Das heißt, ihr könnt mitmachen und angucken. Es gibt dann in den Shownotes einfach die Links, würde ich sagen. Genau. Die Shownotes werden vollgeklatscht sein. Ja. Und dann könnt ihr einfach mitgucken, während wir uns darüber unterhalten. Ja. Mal schauen. Wann, Floor, wann. Okay. Ja, sehr schön. Dann, ich freue mich sehr drauf, Floor. Ich mich auch. Ich bin sehr gespannt, wie das wird. Und vielleicht werfen wir es auch weg und werden nie einem Zuhörer davon berichten. Schade, schade, schade. Ich habe mir die letzten beiden Filme, glaube ich, nur ein einziges Mal angeguckt, als sie rausgekommen sind und das war es. Irgendwie fand ich auch die Bücher, die letzten beiden. Nicht ganz so. Oh je. Es stimmt, als ich es gelesen habe, habe ich auch gedacht, ja, aber wenn er das gar nicht war, wieso ist er dann so, wie er ist und was? Hä? Ja.
