Episode 27: Funny Games, In meinem Himmel

Von einer Zuhörerin sind zwei Filmwünsche reingeschneit, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Metafilm/Psychothriller Funny Games von Michael Haneke aus dem Jahr 1997 und das Fantasydrama In meinem Himmel von Peter Jackson aus dem Jahr 2009. Nicht nur genretechnisch sondern auch qualitativ nehmen wir die beiden Filme sehr unterschiedlich wahr. Einer kriegt das volle Lob und die volle Begeisterung ab, der andere sorgt für Stirnrunzeln und so manche Häme. Geschmäcker sind eben einfach verschieden, und das beweist sich in dieser Episode vielleicht mehr denn je.

Natürlich gibt es auch wieder passende Toplisten: Wir sprechen über die Filme und Filmszenen, die wir als Zuschauer am brutalsten und am unangenehmsten fanden, und wir werfen einen Blick auf unsere liebsten Teenagerfilme.

Wollt ihr uns auch einen Film vorschlagen, den wir gnadenlos zerreißen oder in unseren Himmel loben wollen? Dann schreibt uns unter florian@mussmansehen.de oder johannes@mussmansehen.de.

Funny Games [Michael Haneke]

(Österreich 1997)

Michael Hanekes Funny Games gehört zu jenen kontroversen Filmen, die zur Legendenbildung taugen. Als der Film 1997 in Cannes uraufgeführt wurde, verließ das Publikum der Erzählung nach reihenweise das Kino. Auch Kritiker und Experten wollten sich den Film nicht bis zum Ende anschauen. In der Folge wurde er gefeiert und verflucht, gehasst und geliebt, vergöttert und verspottet; bis zu seinem 1:1 US-Remake zehn Jahre später, bei dem die amerikanische Kritik das ganze Spiel nochmal von vorne durchexerzieren durfte.

Erzählt wird die Geschichte einer dreiköpfigen Familie, die von zwei brutalen jungen Männern zuerst belästigt, dann foltert und schließlich in Geiselhaft genommen wird für ein makaberes Spiel mit tödlichem Ausgang. Was im Ansatz wie ein klassischer Home Invasion Horrorthriller klingt, entwickelt sich jedoch zu einer makaberen Auseinandersetzung mit Mechanismen des Genres und der Rolle des Zuschauers darin; inklusive Bruch der vierten Wand und radikaler Dekonstruktion des Mediums in einer ebenso überraschenden wie surrealen Szene.

Über 30 Jahre ist der Film nun alt. Und da stellt sich natürlich die Frage: Kann er heute noch schocken? Besitzt sein postmoderner Ansatz heute noch Aktualität? Und ist an der Kritik was dran, das Michael Haneke hier letzten Endes paternalistischen Moralismus hinter einer schwer verdaulichen Horrorhandlung verbirgt? Was denkst du, Johannes?

In meinem Himmel [Peter Jackson]

(USA 2009)

Die Story ist schnell erzählt: Das Drama „In meinem Himmel“ aus dem Jahre 2009 arbeitet den gewaltsamen Tod einer 14 Jährigen auf, die aus dem Raum zwischen Leben und Tod berichtet wie es zum Mord kam und wie ihre Familie versucht den Tod zu verkraften und den Mörder zu finden.

Regie führte Peter Jackson…

Wait, what? Peter Jackson? 

War das nicht der mit den Fantasy-Epen? Jupp. War das nicht der mit dem Trash-Horror? Jup. Hat Peter Jackson in diesem Film, völlig anderen Genres, alles das in der ein oder anderen Form auch versucht unterzubringen? Jup. Den Trash Faktor? Jupp. Die überbordende Fantasy? Jupp. Ist das gelungen? Uhmmm… Was meinst du Plor?