Episode 39: St. Elmos Fire
St. Elmo’s Fire – Die Leidenschaft brennt tief [Joel Schumacher]
(USA 1985)
Es gibt eine extrem gute YouTube-Show, die ich hier erstmal allen Hörer*Innen ans Herz legen möchte: One Hit Wonderland vom Creator Todd in the Shadows. Wie der Name vielleicht erahnen lässt, redet Todd in dieser Show in jeder Episode über ein One Hit Wonder, die Geschichte der Künstler*Innen dahinter, warum der entsprechende Song zum Hit werden konnte, warum es keinen weiteren Erfolg gab und wie es mit der Karriere des entsprechenden One Hit Wonders weiter ging: Scatman John, You get what you give von den New Radicals, Take on me von Aha oder „MMMBop“ von Hanson… um nur ein paar der dort vorgestellten One Hit Wonder zu nennen.
Warum ich damit einsteige. Diese Show ist dafür verantwortlich, dass ich zum ersten Mal vom Film St. Elmos Fire hörte. In der Episode geht es natürlich nicht um den Film aus dem Jahr 1985 sondern um den gleichnamigen Titelsong von John Parr. Zum Film selbst verliert Todd auch ein paar Worte… Harte Worte. Und er ist damit nicht allein. Fast einhellig fällt das Echo der zeitgenössischen und jüngsten Kritik aus. Vernichtend. Das ist merkwürdig, vor allem wenn man Szenen aus dem Film, die ihm Musikvideo von John Parrs Hit zu sehen sind, daneben hält. In denen wirkt der Film nämlich ausgesprochen charmant, schick, eben wie ein typischer witziger und leicht dramatischer Rat Pack Movie. Also wie konnte es dazu kommen, dass dieser Film nicht nur von Todd sondern auch von zahllosen anderen Kritikern komplett zerrissen wurde, teilweise zum schlechtesten Teenie-Film aller Zeiten erklärt werden konnte. Zeit es herauszufinden.
Im Mittelpunkt von Joel Schumachers Tragikomödie steht eine Gruppe von jungen Erwachsenen, allesamt miteinander befreundet, alle mit den großen und kleinen Schwierigkeiten des noch frischen Erwachsenseins konfrontiert. So gibt es den Anwaltsanwärter Kirby, der unsterblich in eine Ärztin verliebt ist, an die er nicht rankommt. Es gibt die obligatorische Dreiecksgeschichte zwischen Leslie, ihrem Freund Alec und dem Schriftsteller Kevin. Es gibt die komplizierte Beziehung zwischen der Sozialarbeiterin Wendy und dem orientierungslosen Lebemann Billy… und zu Guter Letzt gibt es die Geschichte um Jules, der ihr wildes Leben peu à peu entgleitet.
Besetzt u.a. mit Emilio Estevez, Ally Sheedy und Judd Nelson ist St.Elmos Fire neben Breakfast Club aus dem selben Jahr der definitive Brat Pack Film. Die Geburtsstunde einer ganzen Schauspielriege, Peak-80s Movie und genau in der richtigen Zeit veröffentlicht als Teenager und Yuppie-Filme eine ungeheure Popularität erlebten. Also was ist auf dem Weg schief gegangen? Oder ist gar nichts schief gegangen und die bornierten und versnobbten Kritiker erzählen mal wieder einfach nur Mist? Was denkst du Johannes?
Transkript
Um den Zugang für Menschen mit Behinderungen zu erleichtern und um eine Volltextsuche nach Themen zu ermöglichen, haben wir beschlossen unsere Gespräche auch als Transkription zur Verfügung zu stellen.
Allerdings muss man dazu sagen, dass die heutigen Techniken automatisiert Transkriptionen herzustellen, doch immer wieder an ihre Grenzen stoßen und streckenweise unlesbare Texte hervorbringen. Eine händische Korrektur der Texte, ist ein Aufwand, der die Möglichkeiten dieses Podcasts bei weitem übersteigt. Trotz dieser Nachteile, überwiegen für uns die Vorteile einer (wenn auch fehlerhaften) Verschriftlichung.

Sie können das Transkript aktivieren und mitlesen, indem sie oben im Player auf dieses Symbol klicken.
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 39: St. Elmos Fire Publishing Date: 2021-09-30T21:33:53+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/09/30/episode-39-st-elmos-fire/
Florian Bayer: Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast? Nein, eigentlich nicht, aber ich. Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können. Wie wäre es mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee. Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme.
Johannes Franke: Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest. Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme? Mit russischen Untertiteln, von mir, für dich.
Florian Bayer: Oh Gott, okay.
Johannes Franke: Äh, definitiv, das wird lustig. Oh mein Gott, Blor. Was ist Johannes? Ich hab's grad so geschafft, zwei Filme zu gucken diese Woche. Ich weiß nicht, wie's dir geht, aber langsam. Mir geht's ähnlich. Leute, ZuhörerInnen, wir müssen reden. Wir müssen, glaub ich, mal darüber reden, ob wir jetzt wirklich dauerhaft zwei Filme die Woche, wir haben zu Corona angefangen, muss man sagen.
Florian Bayer: Ja, und es war alles viel entspannter. Es war Lockdown-Zeit, es war Homeoffice-Zeit, wir waren ein bisschen flexibler. Es war teilweise auch einfach nichts los.
Johannes Franke: Und wir sind der Grund, warum alle Leute sagen, ja, jetzt haben alle einen Podcast angefangen.
Florian Bayer: Ja, nein. Wir hängen ja voll hinterher. Irgendwann haben wir festgestellt, oh, da ist eine Riesenparty, wir wollen auch mitmachen. Und haben dann so vorsichtig an die Tür geklopft.
Johannes Franke: Jan, Jan, Olli, wollen wir vielleicht auch mal zusammen, oh ja.
Florian Bayer: Wo ist das gemischte Hack? Ich hab gehört, hier gibt es hervorragendes gemischtes Hack in der Küche. Das ist alles im Hörsaal. Wir sind sehr sportlich da rangegangen und merkten, dass wir gerade so anfangen, ein bisschen ins Straucheln zu kommen, dass es einfach knapp wird mit der Zeit. Zwei Filme pro Woche, Vorbereitung plus Aufnahme, die ja auch ziemlich viel Zeit frisst, plus Schnitt, der dann auch bei dir hängen bleibt, plus in WordPress einpflegen und so weiter. Und wir haben beschlossen, wir müssen was ändern. Und wir haben jetzt gerade, kurz bevor wir angefangen haben mit der Aufnahme, haben wir drüber diskutiert, wie wir es machen wollen. Also es lagen eigentlich zwei Optionen auf dem Tisch. Das eine wäre zu sagen, wir machen einen zweiwöchentlichen Podcast draus.
Johannes Franke: Das fände ich aber auch nicht so schick, weil irgendwie habe ich das Gefühl, dass es schon schön ist, wenn man verlässlich jede Woche was hat. Und das ist ja so ein Turnus, der auch wirklich sich gut in den Alltag einpflegen lässt. Ist es jetzt die Woche oder ist es nicht, ist wieder so eine Frage, die man sich nicht stellen will.
Florian Bayer: Zweite Option, die vielleicht sogar für eine neue Publikumsfreundlichkeit sorgen könnte. Wir machen nur noch einen Film per Episode. hat den Vorteil für uns, logischerweise nur halb so viel Arbeit pro Episode, hat den Vorteil für euch. Ihr könnt euch wirklich auf einen Film konzentrieren und vielleicht auch mal eine Episode skippen, weil es einfach irgendwie so ein komisches Musical aus den 50ern von Johannes ist. Ey! Oder so ein komisches japanisches irgendwas, wo man nicht weiß, worum es geht. Weil das war ja eigentlich das Konzept, mit dem wir angetreten sind. Wir haben sehr unterschiedliche Filmgeschmäcker und wir wollen den anderen herausfordern, ein bisschen kitzeln, auch vielleicht ein bisschen ärgern mit einem Filmvorschlag, der so komplett aus seiner Komfortzone draußen liegt.
Johannes Franke: Zur 39. Episode haben wir jetzt langsam den Punkt erreicht, an dem es vielleicht an der Zeit ist, das Ganze ein bisschen zu entzerren.
Florian Bayer: Genau. Und wir werden das Konzept beibehalten und das heißt, wir werden eigentlich einfach wöchentlich alternieren. Es gibt eine Woche einen Film, den Johannes vorgeschlagen hat und eine Woche einen Film, den ich vorgeschlagen habe. Und ich kriege die geraden Wochen und Johannes die ungeraden. Und wie bei Star Trek wisst ihr dann, dass ihr die ungeraden überspringen könnt.
Johannes Franke: Das ist der Plan. Okay, dann ist das jetzt heute die Diss-Folge, ja, Florian, der du immer wieder irgendwas findest. Ich bin gespannt. Ich mache eine Strichliste. Und am Ende wissen wir, du bist der Intellektuelle, der alles mit Worten klärt und ich bin derjenige, der dich dann rauszerrt und wir prügeln uns auf der Straße.
Florian Bayer: Ja, ich muss ein bisschen, also ich glaube, diese Woche haben wir dementsprechend nur einen Film und mein moralischer Kompass hat, glaube ich, sehr unter der Rezeption dieses Filmes gelitten. Warum, werden wir gleich feststellen. Und wir machen diese Woche einen Film, den ich Johannes vorgeschlagen habe und zwar einen Film, den ich vorher nicht kannte, den ich aber schon immer mal sehen wollte. Dazu werde ich auch zu sprechen kommen, weil der mich total angefixt hat von den Bildern und von seiner Hintergrundgeschichte.
Johannes Franke: Was gemein ist, weil unser Konzept ja eigentlich anders ist und du hast jetzt uns in die Scheiße, Entschuldigung, uns da jetzt reingeritten, dass wir einen Film geguckt haben, von dem wir gar nicht wissen, ob der jetzt besprechenswert ist. Jetzt schaltest du in Angriffsmodus.
Florian Bayer: Ich glaube, es ist ein Film, der auf diesen Podcast passt wie Arsch auf Eimer. Okay. Und ob wir eine Empfehlung aussprechen, ob wir sagen, diesen Film muss man sehen, wird sich zeigen, aber es ist auf jeden Fall ein Film, der hier irgendwie ganz gut reinpasst. Es handelt sich um St. Elmo's Fire, ein Breadpack-Film aus dem Jahr 1985, eigentlich genau genommen einen der definitiven Breadpack-Filme, der meistens zusammen mit Breakfast Club, den wir beide sehr mögen, als Geburtsstunde des Breadpacks genannt wird.
Johannes Franke: Und du musst natürlich unbedingt erklären, was das Breadpack ist, aber vielleicht gehen wir erstmal in den Film hinein. Du führst uns in den Film ein und dann lassen wir uns darüber aus.
Florian Bayer: Dann starte ich mal zu diesem Film mit einer ganz kleinen Einführung. Und zwar muss ich dazu sagen, ich muss kurz erzählen, wie ich überhaupt auf diesen Film gestoßen bin. Es ist nämlich ein sehr amerikanischer Film und wie viele Filme aus der Zeit, wie viele Teenager-Filme aus der Zeit wurde, der in Deutschland eigentlich gar nicht so sehr wahrgenommen. Es gibt ja diese ganzen amerikanischen Teenager-Filme aus den 80ern, Teenie-Komödien und ein paar haben es über den großen Teich geschafft. Sowas eben wie Breakfast Club, aber ganz viele von diesen Filmen wurden teilweise nicht mal synchronisiert, einfach weil sie so krass auf ein amerikansches Publikum zugeschnitten sind, dass alle dachten, da gibt es einfach keinen Markt in Deutschland. Also möchte ich mit was anderem anfangen, nicht mit dem Film, sondern mit einer YouTube-Show auf Amerika, die ich aber wirklich mag, die ich wirklich liebe. Und die möchte ich jetzt erstmal allen HörerInnen ans Herz legen. Es handelt sich um One-Hit-Wonderland vom Creator Todd in the Shadows, der so ein bisschen aus dem Channel-Awesome-Umfeld kommt. Also Doug Walker, Nostalgia-Critic, da hat er angefangen. Mittlerweile macht er halt auf YouTube-Sendungen und lebt auch ganz gut von Patreon. Und wie der Name von der Show One-Hit-Wonderland vielleicht schon erahnen lässt, redet Todd in dieser Show, in jeder Episode, über ein One-Hit-Wonder. Oder er redet dann über die Geschichte der KünstlerInnen dahinter, warum der entsprechende Song zum Hit werden konnte, warum es keinen weiteren Erfolg gab, wie es mit der Karriere von den entsprechenden Musikschaffenden weiterging und so weiter. Scatman John, You Get What You Give von den New Radicals, Take On Me von Aha oder Mbob von den Hansen, um nur mal so ein paar Namen zu nennen. Das sind so die Songs, die da vorgestellt werden. Und es ist wirklich schön. Es sind 15, 20 Minuten Episoden, die richtig putzig sind und es wird über One-Hit-Wonder geredet. Okay. Okay, warum steige ich damit ein? Diese Show ist dafür verantwortlich, dass ich zum ersten Mal vom Film St. Elmo's Fire gehört habe. Und zwar geht es in der Episode natürlich nicht um den Film aus dem Jahr 1985, sondern um den gleichnamigen Titelsong von John Parr. Aber zum Film selbst verliert Todd auch ein paar Worte. Und das klingt dann ungefähr so. Hundert Minuten später. Okay. Harte Worte. Und vor allem, wenn man Szenen aus dem Film, die in dem Musikvideo von John Parr zu sehen sind, daneben hält. In denen wirkt der Film nämlich ausgesprochen charmant und irgendwie schick, halt irgendwie so wie ein typisch witziger, leicht dramatischer Brad-Pack-Movie. Also, wie konnte es dazu kommen, dass dieser Film nicht nur von Todd, sondern auch von zahllosen anderen Kritikern komplett zerrissen wurde. Teilweise zum schlechtesten Teenie-Film aller Zeiten erklärt. Zeit ist herauszufinden. Im Mittelpunkt von Joel Schumachers Tragikomödie steht eine Gruppe von jungen Erwachsenen, allesamt miteinander befreundet, alle mit den großen und kleinen Schwierigkeiten des noch frischen Erwachsenseins konfrontiert. So gibt es den Anwaltsanwärter Kirby, der unsterblich in eine Ärztin verliebt ist, an die er nicht rankommt. Es gibt die obligatorische Dreiecksgeschichte zwischen Leslie, ihrem Freund Alec und dem Schriftsteller Kevin. Es gibt die komplizierte Beziehung zwischen der Sozialarbeiterin Wendy und dem orientierungslosen Lebemann Billy. Und zu guter Letzt gibt es die Geschichte um Jules, der ihr wildes Leben peu à peu entgleitet. Besetzt unter anderem mit Emilio Estevez, Ellie Sheedy und Jude Nelson ist St. Elmo's Fire neben Breakfast Club aus dem selben Jahr der definitive Pratt-Pack-Film. Die Geburtsstunde einer ganzen Schauspielriege, Peak-80s-Movie und genau in der richtigen Zeit veröffentlicht, als Teenager- und Yuppie-Filme eine ungeheure Popularität erlebten. Also, was ist auf dem Weg schiefgegangen? Oder ist gar nichts schiefgegangen und die bornierten, fast noppten Kritiker erzählen mal wieder einfach nur Mist? Was denkst du, Johannes?
Johannes Franke: Der Film macht bei mir ganz viel Kopfkratzen. Aber ich liebe ihn. Ich kann dir aber ganz schlecht, ich hoffe auf dieses Gespräch, dass ich am Ende weiß, warum ich diesen Film liebe.
Florian Bayer: Aber er hat was. Und dieser Film ist total merkwürdig, wirklich. Weil wenn man, nochmal, wenn man dieses Musikvideo sieht von John Parr, der Song ist nicht gut. Das ist so ein typischer 80er, cheesy, Hardrock mit romantischem Touch. Übrigens überhaupt nicht für den Film geschrieben eigentlich. Dazu kommen wir gleich noch. Und dann sieht man die Bilder von diesem Film und es sind lauter hübsche Menschen, die sich cool verhalten. Man sieht halt diese einzelnen Szenen und es sind nette Blicke. Es ist halt alles irgendwie Stil und wirkt elegant. Und auch wenn man einen Trailer von diesem Film sieht, dann denkt man genau dasselbe. Es sieht irgendwie cool aus, es sieht irgendwie schick aus, es sieht irgendwie alles sympathisch aus. Und dann guckt man den eigentlichen Film und ist mit dem Script, mit dem Plot konfrontiert. Und denkt sich ganz oft, was du als Kopfkratzen bezeichnet hast. Ja, genau. Weil bei mir eher so ein What the fuck? What the fuck? Und zwar mehrmals. Ich hab's mehrmals aufgeschrieben, ich hab's mehrmals gesagt. Es passieren in diesem Film nämlich wirklich schräge Sachen. Und dieser Film hat was sehr Soziopathisches. Ja. Wirklich. Dieser Film hat eine ganz merkwürdige, verquaste Moral. Ja. Und Charaktere, die sympathisch sein sollen. Mhm. Und die wirklich krasse Dinge tun. Mhm. Und ich glaube, es ist ganz sinnvoll, wenn wir das so Geschichte für Geschichte einmal abhandeln. Wahrscheinlich schon. Die vier Plots angucken und gucken, was in jedem Plot falsch läuft. Und in jedem Plot läuft was falsch.
Johannes Franke: Ich hoffe wirklich, dass wir am Schluss noch dazu kommen, warum mir der Film gefällt. Ich will's auch wissen. Ich weiß es nicht, warum. Ich krieg's nicht auf die Reihe. Weil wirklich, wie du sagst, es läuft in jedem Plot, der da irgendwie angerissen wird. Oder der durchgezogen wird. Oder auch nur angerissen wird. Läuft irgendwie was schief. Und man denkt sich, hä, was? Aber nicht schief im Sinne von, das ist irgendwie einfach als Plot reingeschrieben und dann wird es aufgelöst. Es gibt irgendwas schief, weil der Film vorangetrieben wird. Ja, nein. Sondern es gibt einfach, der Film ist einfach, hä, what the fuck, warum macht ihr das so?
Florian Bayer: Man hat immer wieder das Gefühl, so zwischendurch, ein psychopathischer Killer hatte so fünf Minuten, um noch einmal das Ganze gegenzulesen und zu ändern. Und hat dann gesagt, das streichen wir und dafür machen wir das. Und dieses, das sind wirklich, wirklich kaputte Sachen teilweise. Man kann's nicht anders sagen. Okay, womit fangen wir an?
Johannes Franke: Du hast jetzt den Überblick. Ja. Moment. Ich hab nur ganz schlecht so ein bisschen paar, weil ich saß ganz lange sehr fassungslos vor diesem Film und hab vergessen aufzuschreiben. Und ich hab mir am Ende natürlich nochmal irgendwie Wikipedia und so durchgelesen, was da eigentlich, wie die Story sich voran, aber ich bin einfach nicht schlau aus dem Film geworden. Du musst jetzt ein bisschen die Struktur reinbringen.
Florian Bayer: Also kommen wir kurz zur grundsätzlichen Struktur. Wir haben diese vier Mainplots. Und in jedem dieser Mainplots spielen die Leute aus dieser Freundesgruppe eine Rolle. Und diese einzelnen Episoden werden aber wild miteinander geschnitten. Das heißt, das passiert alles gleichzeitig. Es wechselt teilweise sehr schnell von dem einen Plot zum anderen. Und am Schluss sind dann irgendwie alle aufgelöst. Das heißt, wenn wir jetzt von einem einzelnen Plot reden, zieht der sich quasi durch den gesamten Film. Der erste Plot, zu dem ich zu sprechen kommen möchte, ich hab's hier so versucht, so ein bisschen zu sortieren nach Wichtigkeit, ist der Plot von Kirby. Emilio Esteres, der sich unsterblich in eine Ärztin verliebt. Da ist schon mal alles falsch dran, aber egal. Das ist eine komplett kaputte Stalking-Geschichte. Dieser Typ lauert ihr auf am Fenster im Regen. Und zwar wirklich, er lauert ihr auf. Und es läuft romantische Musik. Es ist unglaublich. Was zur Hölle? Und dann geht er rein und stört sie bei ihrer Party. Sie hatten ein Date während des Studiums. Entschuldigung, dass ich laut bin. Sie hatten ein fucking Date während des Studiums. Und es ist offensichtlich nicht so besonders gelaufen, weil sie kann sich kaum an ihn erinnern. Und er lauert ihr dann auf, stürmt die Party durch Nest und sie fragt so, wie geht's dir? Und er sagt, I'm obsessed.
Johannes Franke: Und guck dir das Bild an, was sie von ihm gemacht hat. Der Kameramann wusste genau, was er da tut, glaube ich. Der hat sich gedacht, ich mach da richtig ein Psycho-Bild draus. Wie der guckt, wie der durch Nest auf dieser Party steht und sie so anstarrt und dann auch noch sagt, I'm obsessed with you.
Florian Bayer: Und das Schräge ist, es läuft aber halt diese romantische Musik und es ist eigentlich, es soll eine romantische Geschichte sein. Er ist unsterblich in sie verliebt und hofft, dass er vielleicht Chancen bei ihr haben könnte. Aber er stalkt sie einfach mal. Du willst die ganze Zeit so Psycho-Musik laufen haben. Er ist eigentlich, er ist Jason Warhees. Wir sollten in diesem Film einmal die Musik austauschen. Ich wette mit dir, das gibt es im Internet. Es ist so kaputt. Und dann nicht nur das, dann versucht sie ihn zu überzeugen. Das ist auch noch ganz komisch. Sie reagiert die ganze Zeit freundlich darauf. Sie fühlt sich geschmeichelt.
Johannes Franke: Sie ist total freundlich und total, ja, ja, ist in Ordnung. Und dann kommt das kleine Bisschen, wo ich denke, okay, ich verstehe, warum der weitermacht. Weil sie nicht ein einziges Mal wirklich konkret sagt, nope, hau ab, da ist die Tür. Aber das ist nicht ihre Schuld. Nein, es ist nicht ihre Schuld.
Florian Bayer: Wir machen hier kein Victim-Flaming. Ja, du hast vollkommen recht. Und was sie aber macht, ist, sie zeigt ihm dann ihr Zimmer und ihre Mitbewohnerin und sagt, hey, ich bin ein ganz normales Mädchen. Du darfst mich nicht so auf ein Podest stellen. Und er ist trotzdem, I'm obsessed. Du willst, du willst doch nur, du willst, du willst, dass ich mich, dass ich mich besser fühle. Aha, du willst mich, ganz eindeutig. Genau, das heißt das, er fährt ihr hinterher zu ihrem Ferienort, wo sie mit ihrem Freund ist, lauert ihr da wieder auf und dann ist ihr Freund und sie reagieren wieder total nett. Und ihr Freund sagt, ah, hey, du bist der Typ, der total, meine Freundin stalkt, Mensch, sowas.
Johannes Franke: Ja, lass uns noch ein Foto davon machen. Komm rein. Holt die Kamera. Genau, er darf noch bei Ihnen übernachten. Ja, weil es draußen schneit und so und sie haben Mitleid mit ihm. Aber es ist nicht so, dass sie irgendwie sich zurückziehen und darüber diskutieren, ob es jetzt okay ist, diesen creepy Stalker reinzuholen. Sondern der Freund sagt sofort, ach wie schön, komm doch rein, wir trinken Tee zusammen oder so.
Florian Bayer: Das ist so absurd. Am nächsten Morgen will der Freund noch ein Abschiedsfoto machen, holt die Kamera und diese Chance nutzt Kirby ohne jeglichen Content, um sie zu küssen.
Johannes Franke: Und zwar auf diese traditionelle Hollywood-Art, dass er sie einmal runterlegt, ergreift sie und bringt sie aus dem Gleichgewicht, sodass sie in seine Arme fallen und wie so ein Tänzer sie dann so runterlässt. Und dann küsst er sie ganz leidenschaftlich und irgendwie sagt sie ja nichts dagegen, sieht aber auch ein bisschen verstört aus, hält dann ihre Arme um ihn und geht auch in seine Haare da so rein, um so ein bisschen, weiß ich nicht. Aber das löst sich dann auch wieder auf und irgendwie sieht sie dann den Rest ihrer Einstellungen, die sie noch hat, sehr verstört aus.
Florian Bayer: Ja, aber auch irgendwie so leicht betört, als ob das halb erfolgreich gewesen wäre, so sagt er auch noch am Schluss ziehen. Naja, ein Teil von mir wird immer darüber nachdenken, ob ich vielleicht mit dir, dem psychopathischen Stalker und Belästiger, ob ich vielleicht doch mit dir hätte glücklich werden können. Ich werde es nicht wissen und er fährt glücklich davon in den Sonnenuntergang. Das ist Kirbys Geschichte. Und jede Vorlesung über Rape Culture in Filmen, vor allem in Teenager Movies der 80er, könnte diesen gesamten Plot als Musterbeispiel dafür nehmen, was schiefgelaufen ist in der Zeit. Was für ein verqueres Verständnis von Romantik in diesen Filmen existiert. Unglaublich. Es ist total kaputt. Und dann siehst du diese Szenen, wenn du das nicht kennst, wenn du die Geschichte nicht kennst, dann siehst du diese Szenen in dem Musikvideo oder in dem Trailer und denkst, hey, das ist ja süß. Ja, ja, genau. Weil Emilio Estevez, ich meine, der Typ ist halt wirklich putzig, ne? Ja, ja, genau. Dann trägt er auch noch diese Hosenträger, er ist Anwaltsanwärter und hat eine Fliege an, er sieht irgendwie niedlich aus wie so jemand, der Karriere machen will, es aber noch nicht ganz geschafft hat. Sein Love Interest, die Ärztin Dale wird gespielt von Andy McDowell, die halt auch einfach mal eine verdammt gute Schauspielerin ist.
Johannes Franke: Die ganz toll ist, ja, ich liebe sie so, so eine tolle Schauspielerin.
Florian Bayer: Und es ist alles so total, sieht alles von den Bildern total süß aus, aber wenn du dann siehst, was der Film daraus macht, was dir für eine verquaste Geschichte erzählt, dann denkst du nur, ja, okay, ja, so war das damals. Ja, das ist Rape Culture. Schön. So funktioniert Romantik. Zweite Geschichte, weil die ist ja schon abgehandelt ist im Grunde damit, ne? Geschichte Nummer zwei, es wird nicht besser. Aber das ist tatsächlich schlimmste Geschichte. Ja, die finde ich wirklich am verstörendsten. Die zweite ist die toxische Beziehung von Wendy, gespielt von Mare Winningham, die wirklich ganz toll und ganz süß ist. Und Billy, gespielt von Rob Lowe, der für diesen Film mit einem goldenen Resi-Award nominiert wurde oder sogar ausgezeichnet wurde. Okay. Weil, naja, er spielt so ein bisschen den chaotischen Aufreißertypen, der sein Leben nicht so ganz im Griff hat. Nicht so ganz im Griff hat, ist aber auch noch untertrieben, hör mal. Der Typ hat komplette Drogenprobleme, verliert ständig seinen Job und hat eine ganz merkwürdige Beziehung eben mit dieser Wendy, die trotzdem für ihn da ist. Das wird im Film aber thematisiert. Der Film startet damit, dass die beiden einen Autounfall hatten, weil er mal wieder betrunken unter Drogeneinfluss gefahren ist und sie ist auch verletzt. Und sie will ihm aber trotzdem helfen, sein Leben in den Griff zu kriegen.
Johannes Franke: Und da gibt's ja am Anfang diese Szene, wo der Autounfall gerade passiert ist und er sitzt da irgendwie mit seinem Saxophon, spielt da Saxophon ganz fröhlich neben einer Frau. Ja. Die da so und, und, und, ich weiß nicht, ob du Deutsch oder Englisch geguckt hast, du hast Deutsch ja nicht Deutsch. Ich hab Deutsch geguckt, aber die Szene habe ich auch auf Englisch gesehen. Und er fragt, glaubst du an vorehelichen Sax, Sax, Sax, also er meint sein Saxophon, was ein Sportspiel ist, was ich in dem Moment noch ganz süß finde. Irgendwann überholt sich das ein bisschen.
Florian Bayer: Er ist, dieser Typ ist, also tatsächlich, ich bin jetzt auch nicht der größte Rob Lowe Fan, aber der kann ein bisschen was. Den hat man schon gesehen in guten Rollen. Der hat auch schon ganz gute Fieslinge gespielt. Ich glaub, ich find den immer am sympathisch, am coolsten, wenn er in Fiesling spielt, weil der sowas Schmieriges hat, wie viele andere Charaktere in dem Film auch. Aber die Mare Winningham, die Schauspieler von Wendy, ist wirklich eine tolle Schauspielerin, die mag ich total. Die hat sowas süß-unschuldiges und gleichzeitig aber auch, die ist tatsächlich auch der einzige sympathische, richtig sympathische Charakter in dem Film. Stimmt, ja. Vielleicht noch mit Leslie auch noch ein bisschen, aber sie ist, weil sie ist eigentlich cool. Sie macht Sozialarbeit, sie lebt bei ihren Eltern, sie will da aber eigentlich raus. Und sie ist schwanger gewesen übrigens während der Dreharbeiten, die Schauspielerin. Sie ist schwanger gewesen während der Dreharbeiten, spielt aber eine Jungfrau, deren Jungfräulichkeit extrem überthematisiert wird. Und zwar so, dass es einfach nur nervt. Ja, ja. Zumal diese Jungfräulichkeit auch zu nichts führt, weil sie hat diese halbe Beziehung mit Billie. Und es ist aber nicht so, dass sie jetzt unbedingt Sex haben möchte. Es ist nicht so, dass ihr das irgendwie wichtig wäre. Aber alle um sie herum scheinen ständig über diese Jungfräulichkeit zu reden. Und vor allem Billie, der sich immer mal wieder an sie ranmacht.
Johannes Franke: Wie der Nächste, der obsessed ist. Genau. Ja, vor allem mit einer seltsamen Aufdringlichkeit immer wieder. Und bist du immer noch Jungfrau? Was? Ja, vorgestern war ich es noch.
Florian Bayer: Und dann gibt es auch noch, es gibt dann halt auch diese merkwürdige Szene, wo sie dann tatsächlich sich so zusammen betrinken im Haus ihrer Eltern. Und sie hat so offensichtlich so eine Unterwäsche an, die die Figur zurecht macht. Ein Gördel wird das, glaube ich, ausgesprochen. Ja, Gördel.
Johannes Franke: Also Midan, glaube ich. Ist es ein Midan? Ist das einfach die Übersetzung? Keine Ahnung, kann ich sie nicht genau sagen. Gott, wir sind zwei Enddreißiger-Männer, die keine Ahnung von...
Florian Bayer: Mal schauen, was Google sagt, wie man Gördel übersetzt. Midan, könnte ich mir vorstellen, Gürtel, Gurt, Hüfthalter, Hüfthalter. Homisch. Ja, egal. Auf jeden Fall macht er sich dann darüber... Das kennt, also Leute, die Bridget Jones gesehen haben, kennen das auch. Sie trägt das, Bridget Jones trägt das bei irgendeinem Date und hat unglaublich Angst, dass das dann entdeckt werden könnte, wenn es halt doch zu mehr kommt bei diesem Date. Und in dieser Szene macht er sich halt dann drüber lustig. Er ist auch so unsensibel. Er ist ein kompletter Vollhonker, hat null Empathie. Aber es wird wenigstens hin und wieder thematisiert. Im Gegensatz zu Kirby, dessen Soziopathie einfach akzeptiert wird.
Johannes Franke: Auch nicht gänzlich. Also ich sehe schon bei Andy McDowell, dass sie ab und zu mal so einen Blick wirft, wo man denkt, okay, sie ist schon angemessen verstört teilweise, aber eben an vielen anderen Stellen nicht. Während es hier tatsächlich stimmt, es wird immer öfter thematisiert, dass er einfach auch ein bisschen out of... sehr weit draußen...
Florian Bayer: Ich habe das Gefühl, die findet das die ganze Zeit cute und charmant und eigentlich süß und er gewinnt sie auch mehr für sich, als man erwarten dürfte in dem Film, weil am Schluss hat sie... sie kommt von einem, ich kenne dich nicht, so wer bist du überhaupt? Also du meinst Andy McDowell. Ja genau, zu einem, hey, eigentlich bist du ganz nett und vielleicht hätte es auch anders laufen können und dann wäre es ja eigentlich schön, wenn wir zusammen sind. Und wenn man bedenkt, dass der Weg, der da hinführt, über Stalking, Belästigung und so weiter, führt, dann ist es komplett durch. Und Billy kriegt aber auch seine Rape-Culture-Szene. Absolut, absolut. Und das ist auch so kaputt. Damit kommen wir zur dritten Geschichte, um kurz die zweite aufzulösen. Es endet damit, dass Wendy es schafft, auszuziehen zu Hause, ihr eigenes Apartment hat und Billy beschließt, naja, mein Leben war jetzt komplett durch, ich fahre jetzt erstmal nach L.A., wo alles besser wird und die Gruppe verlässt.
Johannes Franke: Und sie sagt aber auch ihrem Vater, sagt sie das über ihn, dass sie ihn liebt? Also sie will ja den anderen nicht heiraten. Genau, ja, ihr Vater will die ganze Zeit sie verheiraten mit so einem Karrieremenschen
Florian Bayer: und sie hat halt auch einfach einen Softspot für diesen chaotischen Lebemann. Es gibt eine wirklich süße Szene zwischen den beiden, wo er auf dem Dach sitzt, betrunken und dann kommt sie raus zu ihm und die Eltern regen sich auf und sie sagt halt, so was machst du da draußen? Und er sagt, naja, ich sitze hier halt. Und dann findet sie das irgendwie cool und setzt sich auch raus und dann stehen alle unten und haben voll Panik. Also diese Wendy ist cool.
Johannes Franke: Aber diese Szene ist vor allem cool, weil Wendy cool ist. Wendy ist cool. Das muss man schon sagen. Die spielt einfach das gut und ich mag sie total und sie hat immer einen Blick drauf, wo ich das, und das ist bei Leslie auch so. Ja. Sind wir das in der dritten Geschichte? Ist das Leslie?
Florian Bayer: Nee, die dritte Geschichte ist Jules. Ich wollte die Dreiecksgeschichte an den Schluss machen. Okay, gut. Vielleicht die verstörendste Geschichte von allen. Okay. Ja genau, diese Wendy ist halt auch toll. Sie ist Sozialarbeiterin. Sie ist irgendwie auch so ein bisschen das soziale Gewissen der Gruppe und macht sich wirklich Gedanken. Man hat das Gefühl, sie ist der einzige Mensch von all denen, die so ein bisschen an mehr denkt als an sich selbst. Ja. Ich glaube, ein ganz krasses Thema von diesem Film und ich habe das Gefühl, dass es so ein bisschen ungewollt passiert ist, dass diese Menschen, die hier gezeigt werden, alle nur an sich selbst denken. Und zwar so weit, dass sie wirklich obsessed von sich selbst sind. Ja. Geschichte Nummer drei. Geschichte Nummer drei. Die große tragische Geschichte, die deswegen so ein bisschen in Klammer darum ist, ist Jules, die ihr Leben auch nicht im Griff hat. Also ihr Leben ist eigentlich eine Lüge. Sie ist ständig auf Droge. Sie behauptet, sie hätte eine Affäre mit ihrem Chef, obwohl sie, wie später herauskommt, schon vor Wochen gefeuert wurde. Die spielt übrigens von Demi Moore. Demi Moore, eine junge Demi Moore. Die wirklich gut ist auch. Die spielt das gut. Ja. Sie ist sehr extrovertiert und so eine Drama-Queen und tatsächlich auch durchaus ein plausibler, glaubhafter Charakter.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wir können nochmal festhalten, dass die Frauenfiguren in diesem Film alle deutlich besser wegkommen als die Männerfiguren. Das stimmt. Aber dass der Film uns das nicht erzählen will. Und dass der Film uns erzählen will, dass die Männerfiguren auch cool sind.
Johannes Franke: Ich glaube, es hängt wirklich ein bisschen an den Schauspielern. Also wirklich, dass die Schauspielerinnen, die das so gut spielen und da mehr reingeben, als im Text vielleicht vorhanden war. Das kann sein. Demi Moore spielt gegen das Drehbuch an teilweise. Ja. Ja, ich habe das Drehbuch ja, du hast mir das geschickt, das Drehbuch. Ja. Ich habe ein bisschen mit reingelesen und viele Stellen sind nicht so im Film wie im Drehbuch. Also es wurde wohl viel gemacht. Und ich kann mir vorstellen, dass, naja, die Schauspieler auch durch Selbstbewusstsein, das sie in vorherigen Projekten gesammelt haben, auch dadurch, dass sie als Brad Pack zusammen einfach aufgetaucht sind, dass sie sich einfach, dass sie das Selbstbewusstsein hatten zu sagen, ich will das lieber so sagen oder ich will lieber noch das mit reinbringen oder guck mal hier, ich habe mir da was überlegt.
Florian Bayer: Ich glaube, es ist auch einfach so ein Talent oder zumindest eine Begabungs- oder eine Könnensfrage. Demi Moore kann einfach mehr als Rob Lowe. Ja. Und also wenn man sich die Karrieren der beiden anschaut, in welchen Filmen sie gespielt haben, dann wird das auch so offensichtlich. Es war ihr, sie hat davor schon ein bisschen was gespielt, es war ihr fünfter, fünfter, sechster Film. Mhm. Aber sie ist halt noch wirklich jung und sie spielt diese Jules, deren Leben entglitten ist. Und es gibt diese eine wirklich schreckliche Szene mit Billy, wo sie sich bei ihm ausweinen will eigentlich und wo er sie versucht zu vergewaltigen. Und der Film erzählt uns das natürlich nicht als Vergewaltigungsversuch, aber es ist einfach mal ein fucking Vergewaltigungsversuch. Und sie spielt es auch entsprechend. Sie spielt es entsprechend. Das heißt, der Film erzählt es schon, der will es nicht erzählen, aber er erzählt es dadurch, dass sie es spielt. Aber um die Ecke, weil die Inszenierung erzählt es uns nicht. Billy ist einfach der Missverstandene. Sie sitzen im Auto zusammen und sie erzählt halt von ihren Problemen und dann fängt er sie an an zu krapschen. Und ich weiß nicht, ich habe nicht mitgezählt, wie oft sie in dieser Szene Nein sagt. Fünf, sechs, sieben Mal in der Richtung? Ja. Sie sagt es, also es ist wirklich eine unangenehme Szene, vor allem aus den Augen eines heutigen Rezipienten ist es wahrscheinlich nochmal unangenehmer, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Szene damals auch einfach so durchgekommen ist. Und es ist vielleicht auch mit ein Grund, dass die Kritik so hart gegen den Film geurteilt hat, weil es ist einfach mal eine, wir sind wieder beim Thema Rape-Culture, es ist einfach mal eine Beschönigung eines Vergewaltigungsversuches. Auch weil, was letzten Endes erzählt wird, Billy hat eine Frau und ein Kind, also eine Ex-Frau
Johannes Franke: und ein Kind. Was ich auch irgendwie nur so um die Ecke, so plötzlich hat sie da halt. Also plötzlich sitzt er mit ihr, mit seiner eigentlichen Frau und dem Kind auf der Packbank und ich denke mir, ach so, ach so ist das, ist irgendwie nicht mitbekommen vorher.
Florian Bayer: Und diese Szene dient ja eigentlich dazu zu zeigen, wie wenig er sein Leben im Griff hat, weil er sich dumm verhält, aber sie dient nicht dazu zu zeigen, dass er ein Vergewaltiger ist, der eigentlich hinter Schloss und Gitter gehört, hinter Schloss und Riegel. Und das ist wirklich merkwürdig, weil diese Szene will was erzählen über Billy und macht damit ganz schreckliche Sachen mit Jules. Und Billy ist dann halt so zacknirscht, so weil, ja, okay, ich hab halt blöd geflirtet vorm Haus meiner Frau, meiner Ex-Frau.
Johannes Franke: Ja, schrecklich, aber ich finde, dass sie das sehr, sehr stark spielt und dass es deswegen für mich die Färbung der Szene ausmacht. Die Färbung der Szene für mich trotzdem noch durch ihr Spiel negativ genug ist. Was mich halt irritiert hat, ist der Ausgang der Szene, weil wir dann bei ihm bleiben und er nochmal sagen darf, wieso, ich hab doch gar nichts. Na gut, vielleicht warst du ein bisschen unglücklich, aber hey, komm zurück.
Florian Bayer: Das Problem ist, dass dieses, was sie spielt, spätestens dann vernichtet wird, wenn sie am Schluss ihren Meltdown hat. Den hat sie dann nämlich, weil ihr Leben ihr halt nach und nach entgleitet und sie hat kein Geld und ihre Möbel werden weggenommen. Dann sitzt sie ganz allein in ihrer Wohnung und hat die Fenster geöffnet und die Vorhänge werden durchgepustet. Und dann ist Billy der, der sie am Schluss trösten darf. Der ist der, der dann zu ihr reinkommt. Stimmt, ja. Durch die Tür und sie nochmal tröstet, während die anderen irgendwie versuchen, durchs Fenster reinzukommen, weil sie denken, oh, wir müssen ihr helfen. Ja. Übrigens tatsächlich eine Szene, über die sich auch viel lustig gemacht wird von der Kritik. Ich finde, das ist eine gute Szene vom Bild, vom Visuellen. Ja. Wir kommen wieder zum Stil von dem Film. Man sieht halt wirklich diese leere Wohnung und sie sitzt da, Fenster sind offen und die Vorhänge werden ordentlich von Windmaschinen hinter den Fenstern durchgepustet. Was man so ein bisschen 50er-Vibe macht. So ein bisschen kitschig übertrieben ist es, weil sie, man sieht einfach, dass sie ordentlich Wind einsetzen, um diese offenen Fenster zu zeigen, dass man sieht, dass sie wirklich am Ende ist. Ja. Und das ist dann ein bisschen zu viel wehender Vorhang. So Musikvideo-Ästhetik. Ja, genau. Ganz genau. Also man macht eigentlich die ganze Zeit, dass Bonnie Tyler vorbeiläuft und singt, the total eclipse of my heart. Ja, ja. Aber sie spielt das halt natürlich wieder gut, weil sie sitzt dann da in dieser, in so einer ganz geduckten, fast embryonalen Haltung und ist wirklich fertig mit den Nerven und es ist einfach visuell eine durchaus funktionierende Szene. Ja. Aber dann ist halt die Story drumherum, dass die anderen draußen stehen vom Fenster und überlegen, wie sie reinkommen könnten. Und dann kommen sie rein, dann werden noch ein paar Witze gemacht, Billy darf sie trösten und es ist so, oh Leute, macht das gerade, was es da an Ansätzen gibt, macht die Story halt wieder kaputt. Ja. Nimm nur die Bilder, mach ein Musikvideo draußen, das ist super spannend, aber sobald du die Dialoge hast und diese Leute, die sich dann, oh.
Johannes Franke: Ja, die sich da irgendwie auch noch so, weiß nicht, die Auflösung ist dann, dass sie zusammensitzen und lachen und dann sind sie draußen vor der Tür und hören sie lachen und sagen, ah ja, sie lachen und dann fangen die auch an zu lachen und dann ist alles wieder so. Ja, es ist vorbei. Ja, ja, leicht und man fragt sich ein bisschen Tiefe, wenn ihr schon so ein paar schwierige Themen ansprecht, warum macht ihr es dann nicht richtig? Warum gleich wieder so Abbeat Musik drunter und gut ist es so komisch.
Florian Bayer: 80er Jahre lösen ihre Probleme auf sehr merkwürdige Art und Weise. Ja. Vor allem, wenn sie einen scheiß Vergewaltiger nehmen, um ihn zu trösten. Sein Opfer. Ja. Kommen wir zur vierten Geschichte. Ja, zu der zentralen Geschichte, dem Love Triangle. Tatsächlich eigentlich die beste Geschichte von den dreien, äh, von den Vieren. Aber auch verstörend. Auch verstörend. Es gibt Leslie, gespielt von Ellie Sheedy. Und sie ist großartig. Sie ist fantastisch. Ellie Sheedy ist toll. Und wir sind halt einfach, das ist... Woher kenne ich sie? Prattpack, das ist Breakfast Club. Ellie Sheedy hat bei Breakfast Club die, ähm, schüchterne In sich Gekehrte gespielt.
Johannes Franke: Und kenne ich sie noch von anderen Sachen später? Was hat sie danach noch gemacht? Ich hab keine Ahnung. Ich wollte noch googeln, aber dann bist du eine Stunde zu früh gekommen.
Florian Bayer: Lass mich dir kurz auf die Sprünge helfen. Also, Ellie Sheedy ist die, die bei Breakfast Club das Mädchenspiel, das so die Haare die ganze Zeit ins Gesicht hängen hat, so leicht düster aussieht und am Schluss gestylt wird. Ach, so ein Klischee, die Prattpack-Filmen haben so viele Klischees. Und dann am Schluss so gestylt wird, dass sie halt aussieht wie die Prinzessin und dann von dem, äh, von dem Sportler plötzlich ganz cool gefunden wird. Der Sportler wird gespielt von Emilio Estevez in diesem Film. Ellie Sheedy hat viel, viel, viel gemacht. Also, natürlich diese, ähm, vor allem diese Prattpack-Filme in den 80ern. Dann hat sie gespielt in Nummer 5 lebt. Aber ich weiß nicht, ob du das unbedingt in Erinnerung hast. Hast du sie älter in Erinnerung?
Johannes Franke: Ich weiß es nicht. Ich weiß es überhaupt nicht. Vielleicht hab ich sie gar nicht in älteren Filmen gesehen. Und ich kenn sie wirklich nur aus Breakfast Club. Aber sie hat so eine tolle Ausstrahlung. Ja. Und ich find's ganz, ganz großartig, was sie auch, wie sie spielt und wie sie, wie viel, wie viel Ehrlichkeit und Offenheit in ihrem Spiel ist. Das ist wirklich beeindruckend. Ja. Ja, sie ist, sie ist einfach gut.
Florian Bayer: Sie hat eine Ausstrahlung. Sie ist charismatisch. Sie ist charmant. Ja. Und sie ist tatsächlich auch, sie geht am ehesten in die Richtung, was man als interessante, ein bisschen mehrdimensionale Person in diesem Film sehen könnte. Ja. Naja, auf jeden Fall ist sie Teil dieser Dreiecksgeschichte. Sie ist mit ihrem Freund zusammen, Alec, der von Jude Nelson gespielt wird. Auch sehr guter Schauspieler. Ja. Der die Rolle auch überzeugend spielt. Also, er hat auch das Problem mit dem Drehbuch. Dieser Jude Nelson ist ein Karrieremensch. Der irgendwie offensichtlich mal politische Ideale hatte, aber jetzt für die Republikanerarbeit, das wird groß thematisiert, weil es ihm halt doch um die Karriere geht.
Johannes Franke: Ja, aber es ist schön, wenn man mal politische Ideale hatte und die über Bord wirft, dann geht man zu den Republikanern.
Florian Bayer: Und er kriegt sowas Schmieriges, das wird aber auch im Plot thematisiert. Ich verstehe nicht so ganz, warum sie ihn so rumhuren lassen. Dadurch machen sie ihn halt so klar zum Obvious Fiesling. Ja. Das wäre weniger gegangen. Er ist tatsächlich, er hurt rum. Er betrügt sie die ganze Zeit mit anderen Frauen und er prahlt damit auch vor seinen Freunden. Und es ist einfach überflüssig. Also, er wird dadurch wirklich zu einer bösen Figur gemacht, zu einer fiesen Figur, die man unsympathisch findet. Also, es bleibt nicht viel Sympathie für ihn übrig am Schluss.
Johannes Franke: Ja, wobei irgendwie er trotzdem für mich in dieser Gruppe, allein dadurch, dass er in der Gruppe ist und durchaus immer wieder Funktionen in der Gruppe erhält, die der Gruppe nützen, bin ich trotzdem bei ihm irgendwie. Ich habe trotzdem das Gefühl, ich möchte, ich wünsche ihm, dass er gut vorankommt und dass er schafft, was er möchte. Also, es ist nicht sozusagen der Bösewicht, wo man sagt, ah, verrecke.
Florian Bayer: Ja, ja, genau, es gibt aber, ich finde, er ist eigentlich dieser Bösewicht, ah, verrecke. Aber dann gibt es ganz viele Szenen, wo das so ein bisschen aufgelöst wird, aber überhaupt nicht passt. Also, sein Verhalten ist dann halt auch nicht wirklich konsistent. Das ist es vielleicht, genau. Wenn die Gruppe zusammen ist, ist sie manchmal auch einfach nur Gruppe von halt netten, jungen Erwachsenen, die sich gegenseitig auch wirklich helfen und die aufeinander aufpassen. Zum Beispiel, wenn Jules halt in dem Zimmer ist. Alle sind da, alle wollen helfen. Ja. Alle sind bemüht und die legen sogar ihren Konflikt dann beiseite, der Konflikt eben in dieser Dreiecksbeziehung, Person Nummer drei, Kevin, gespielt von Andrew McCaffey. Und ich muss sagen, ich habe einen totalen Softspot für Andrew McCaffey. Ich finde, der sieht unglaublich gut aus. Das ist so ein bisschen wirklich so ein ästhetisches Ding. Ja. Also, vor allem der junge Andrew McCaffey. Ja, ja, ja. Und der hat, ich finde, der hat irgendwie ein krasses Charisma. Ein ganz eigenes, ganz eigene Sachen. Der kann mit seiner Mimik, kann der wirklich, wirklich viel machen und macht interessante Sachen. Ich kann es nicht anders beschreiben. Und tatsächlich, ich glaube, es ist auch so ein Sexappeal-Ding. Ich weiß gar nicht, ob ich ihn als Schauspieler gut finde.
Johannes Franke: Ach so.
Florian Bayer: Ich finde, er hat so von Mimik und Gestik hat er unglaublich viel Sexappeal. Und ich kann es gar nicht mal so sehr konkretisieren. Einfach mal so einen nachdenklichen Blick, so einen vorsichtigen Blick. Also, er hat krasse Augen. Er macht halt total viel mit seinen Augen. Die wollen auch manchmal ein bisschen zu viel.
Johannes Franke: Für mich ist es gar nicht unbedingt Sexappeal. Für mich ist es mehr, dass er es schafft in seinem Gesicht. Von Natur aus wahrscheinlich. Und deswegen setzt sich das so gut ein in diesem Film. Geheimnisträger ist. Das macht viel, aber es stimmt. Man hat das Gefühl, da hat irgendwas ist da immer. Ja. Irgendwas ist da. Und gerade in diesem Film ist es natürlich. Gerade in dieser Rolle.
Florian Bayer: Also, der Plot ist eigentlich, dass Kevin ist ein Schriftsteller, der keinen Erfolg hat. Und der die ganze Zeit viel zu sehr drauf damit rumzieht, dass Liebe halt nur eine Lüge ist. Und er ist kein Romantiker. Und er ist Zyniker. Und sowas wie Liebe gibt es eigentlich gar nicht. Scheiß drauf. Und der eigentliche Plot ist natürlich, dass er unsterblich in Leslie verliebt ist. Und dieser Film verspielt so viele Chancen, die er sogar aufmacht. Er macht einen viel besseren Plot auf. Kevin sollte in Alec verliebt sein. Das wäre geil, ja. Aber leider ist es nicht. Er wird die ganze Zeit für schwul gehalten. Es gibt so eine ganz nette Geschichte mit einer Prostituierten, der hin und wieder über den Weg läuft. Und er fragt sie dann irgendwann, sag mal, warum sprichst du mich eigentlich nicht an? Weil die steht halt da und spricht die ganze Zeit vor seiner Wohnung eine potenzielle Freie an. Dann meint sie, naja, ich dachte, du wärst schwul. Ich seh dich nie mit einer Frau. Und wir wissen in diesem Moment noch nicht, dass er in Leslie verliebt ist. Auch wenn es jeder auf tausend Meilen ahnen kann, der sich halt mit 80er Jahre Teenie-Filmen auskennt. Ja, okay. Aber es ist diese Option, dass er in Alec verliebt wäre. Die ist wirklich toll. Das stimmt. Und die ist fast spürbar, aber dann ist es halt doch zu sehr Klischee. Nein, er ist in Leslie verliebt und der muss mit ansehen, wie Alec sie die ganze Zeit betrügt. Und dann auch noch zusätzlich mit diesen Betrügereien vor ihm angibt. Das ist so schade ein bisschen, weil man könnte mit der Figur mehr machen.
Johannes Franke: Hätten sie diese Figur anders geschrieben? Also ich glaube, dass dieser Film das richtige Gespür dafür hatte, was er gerne möchte. Das Problem ist bloß die Ausführung. Irgendwie hat man das Gefühl, dass der Dialogschreiber ein völlig anderer Mensch war, als der, der sich den Plot grundsätzlich ausgedacht hat.
Florian Bayer: Ja, definitiv.
Johannes Franke: Und vielleicht ist das wirklich so. Das passiert ja nicht selten, dass jemand irgendwie vom Studio meinetwegen. Es gibt Mitarbeiter vom Studio, die dann so Outlines schreiben und dann wird ein Dialogschreiber engagiert. Und jemand anders macht die Dramaturgie. Und vielleicht ist es das. Vielleicht ist das das Problem. Weil ich glaube auch, dass diese Geschichte von der heimlichen Liebe und so, das kommt mir jetzt sehr ausgelutscht vor, aber es ist trotzdem, man kann es trotzdem sehr schön inszenieren. Es ist halt leider nicht passiert und die Dialoge, auch er als Zyniker am Anfang hätte viel, viel bessere Lines bekommen können, die irgendwie zynisch ihn einmal so. Er wird als Zyniker charakterisiert, indem er kommt und sagt, ey, ich bin übrigens zynisch und halte Liebe für Kacke. Das ist das Problem. Weißt du, wenn man schon hinkommen muss und sagen muss, ich bin der Zyniker. Ja, aber genau das macht er. Das ist so. Das ist so eine Blaupause.
Florian Bayer: Ja. Also ich kann mir nicht vorstellen, ich weiß es nicht, aber also an dem Skript, das Skript für das Skript waren ja hauptsächlich Joel Schumacher tatsächlich, der auch Regie geführt hat. Ja. Und Karl Körlander beschäftigt. Und Karl Körlander ist halt eigentlich so ein TV-Schreiber. Und er hat halt wirklich diese 80er, Anfang 90er Sachen geschrieben, die halt so Teenie-Klischees sind. Das ist eigentlich so ein Klischeeschreiber. Also was mit am bekanntesten ist halt Saved by the Bell. Das ist dieses Sitcom über Teenager in der Highschool. Das da hat er mitgeschrieben, dann St. Elmo's Fire. Und das ist eigentlich so das Ding von ihm. Er ist halt so ein TV-Typen. Er hat USA High geschrieben, was ich überhaupt nicht kenne, aber was offensichtlich eine Teenie-Sitcom ist. Ich kann mir ungefähr vorstellen, wie es läuft. Wir sind wirklich in amerikanischer Kultur, von der wir Europäer wenig Ahnung haben. Deswegen kennt auch kaum ein Mensch hier St. Elmo's Fire. In den USA war das ein richtiger Hit. In den USA hat er auch wirklich so ein Cult-Following. Wow. Weil das ist einfach, damit verbinden viele Amerikaner nostalgische Erinnerungen. Das ist wie für uns die tschechischen Märchen oder sowas. Ja, okay. Und Hangtime hat er noch geschrieben, kenne ich auch nicht. Irgendwie nur eine Basketball-Sitcom. Und Joel Schumacher wiederum ist ja als Regisseur so ein Tausendsasser ein bisschen, der irgendwie so ein bisschen Hit-O-Miss ist. Der hat wirklich bei guten Filmen Regie geführt. Zum Beispiel? Lost Boys. Auch 80er-Amerika-Teenie-Klischees. Aber halt wirklich witzig, dass dieser Vampir-Film aus den 80ern, wo Kiefer Sutherland ein Vampir spielt. Flatliners hat er Regie geführt. Ach, deswegen. Falling Down. Was auch ein sehr guter Thriller war, Anfang der 90er. Aber dann hat er auch sowas gemacht wie Batman und Robin. Bei vielen als schlechteste Comic-Verfilmung aller Zeiten gilt. Er hat sowas gemacht wie Nicht-Auflegen, was wirklich ein krasser, klaustrophobischer Thriller war. Ja. Der war nicht so schlecht, ne? Der war gut. Er hat bei zwei Episoden von House of Cards Regie geführt. Oh. Aber er hat auch sowas gemacht wie Nummer 23, Nummer 23, der Versuch von Jim Carrey einen ernsten Film zu machen, der komplett in die Hose gegangen ist, meiner Meinung nach. Weiß ich nicht mehr. Also es ist wirklich Hit or Miss. Er hat viel Schrott gemacht und er hat aber auch gute Sachen gemacht und zuletzt durfte er sogar bei House of Cards zwei Episoden schreiben. Schreiben?
Johannes Franke: Ne, Entschuldigung, zwei Episoden Regie führen. Okay, okay, weil Schreiben ist ja nochmal was ganz anderes bei so einer Serie. Da muss man sich ja richtig gut einarbeiten.
Florian Bayer: Ja, der hat auch schon Drehbücher geschrieben, aber jetzt auch nicht so viele. Er hat so ein 2004er Phantom der Oper, der Regie geführt und mit Andrew Lloyd Webber zusammen ein Drehbuch geschrieben. Okay. Und das ist dieses Ding mit Gerard Butler und ich glaube, ja, das ist halt so ein Phantom der Oper Film. Ich bin zu wenig Musical-Fan, um mich da groß drüber auslassen zu können. Vielleicht mögen ihn Leute, die das entsprechende Andrew Lloyd Webber Musical mögen. Okay. Ich kenne ihn tatsächlich auch gar nicht. Ich kenne nur die 1, 2, 10, die ich mal gesehen habe, weil ich wissen wollte, wie die Gesangspassagen umgesetzt sind, die klassischen. Und dachte ich so, okay, jetzt kommen wir zu was anderem. Okay. Und diese Dreiecksgeschichte wird eigentlich ganz interessant aufgelöst, weil sie hat auf keinen von den beiden Bock. Es kommt halt irgendwann tatsächlich dazu, dass sie mit Kevin eine Affäre anfängt, aber für sie ist das Sex. Die haben schon wieder so ein Obsessed-Ding. Kellen ist unsterblich in sie verliebt und dann schlafen sie miteinander.
Johannes Franke: Und dann denkt er gleich, oh ja, komm und wir fielen zusammen und wir machen das und machen das. Und sie ist total, what the fuck is happening?
Florian Bayer: Und da wird es Gott sei Dank auch thematisiert, dass sie das total albern findet, dass er plötzlich so übergriffig ist wie Alec, der sie vorher die ganze Zeit heiraten wollte. Alec will sie die ganze Zeit heiraten und nervt sie so damit. Und dann ist Kevin genauso und dann sagt sie, nee Leute, ich habe keinen Bock auf euch, aber lasst uns Freunde bleiben.
Johannes Franke: Dann laufen die in einem der letzten Bilder, laufen die da irgendwie als Gruppe und die ziehen in der Mitte und die beiden drumherum. Und ich glaube, ich glaube, also wenn man da versuchen würde, das weiter zu spinnen, die beiden wären so unglücklich damit, die Freundschaft weiterzuführen.
Florian Bayer: Da habe ich nicht what the fuck geschrieben, sondern why? Es gibt nichts, was diese Personen irgendwie miteinander verbindet. Die haben überhaupt keine große Chemie oder so. Die hatten halt Sex miteinander beziehungsweise wollten heiraten. Aber es gibt keinen Moment, wo man denkt, ach, deswegen fühlen die sich zueinander hingezogen.
Johannes Franke: Das ist so hingestellt, wie so Papaufsteller. Weißt du, und dann wird einem erzählt, das ist die Beziehung, aber du siehst nicht, warum das eine Beziehung ist, warum die überhaupt irgendwas wollen. Das ist echt ein bisschen blöde. Vor allem auch der Moment, wo sie feststellt, dass er eigentlich in sie verliebt ist. Sie findet Fotos von sich. Alter, ist das spooky. Und das ist echt so ein bisschen, und dass sie da nicht sagt, ähm, ich muss weg. Ich muss weg.
Florian Bayer: Er hat ein kleines Schmuckkästchen da stehen, das voll ist mit Fotos von ihr. Es ist so daneben.
Johannes Franke: Oh mein Gott.
Florian Bayer: Es wäre ganz cool, wenn man mal diesen Bechdel-Test drüberlaufen lasse über den Film, weil die Frauen haben ja durchaus viele Dialoge. Die haben viele Dialoge und die haben Szenen, wo sie zusammenspielen und das sind tatsächlich auch die starken Momente, wenn wir die Frauen zusammen sehen. Also grundsätzlich ist, also diese Freundschaftsbande grundsätzlich ist ein starker Moment von dem Film. Das heißt, immer wenn wir nicht in den Plots sind, sondern einfach nur sehen, wie sie in einem Jeep rausfahren. Wenn wir sehen, wie sie zusammen in diese Bar gehen, sich wirklich in den Armen halten und Spaß haben und darüber nachdenken, hey, weißt du noch, wie es früher war? Und versuchen, dieses Stück, was sie hatten in ihrer Studienzeit, aufrechtzuhalten. Ja. Das sind die guten Momente. Und das sind halt auch die Momente, die einfach nur visuell sind. Da wird halt nicht geredet, deswegen sind sie so gut. Das sind einfach schöne Momente.
Johannes Franke: Und glaubst du, weißt du was? Ich glaube, das ist auch der Grund, warum ich diesen Film mag. Weil ich die Schauspieler, dieses Brad Pack, was du gleich auch nochmal erklären musst, was das eigentlich ist, die miteinander agieren zu sehen, mit der Lust, die sie daran haben, die Spiellust, die sie haben, dann natürlich die Musik, die dazu kommt und das Feeling, was die Kamera irgendwie aufmacht von der Stadt und von dem Lebensgefühl, das so mitschwingt. Das mag ich, aber das hat was damit zu tun, dass ich in den 80ern Kind war und irgendwie, glaube, da so hängen geblieben bin drauf. Deswegen mag ich ja auch Flatliners so gerne und deswegen mag ich auch Breakfast Club so wahnsinnig gerne. Ich glaube, dass trotz all diesen Schwächen und Problemen und verstörenden Elementen irgendwie das mitatmet. Es ist immer so ein bisschen da.
Florian Bayer: Es ist tatsächlich der Brad Pack Movie, um jetzt mal zu den Fakten zu kommen, in dem die meisten Brad Pack Mitglieder mitspielen. Wenn wir die Frage stellen, wer ist das Brad Pack, dann ist das vor allem eine Erfindung von einem Artikel. Und das ist viral gegangen, so wie in den 80ern halt was viral gehen konnte. Und das ist richtig, richtig krass viral gegangen, dass sich das bis heute hält. Und die Leute, die da zugezählt wurden, die fanden das alle kacke.
Johannes Franke: Die fanden das richtig, richtig kacke. Echt, ja? Bei Wikipedia steht das sogar dabei. Der und der Schauspieler, Mitglied des Brad Pack.
Florian Bayer: Ich glaube, mittlerweile ist es ein bisschen entspannter geworden, aber damals, Schuld ist David Blum. Der hat für das New York Magazine, eigentlich wollte er nur ein Porträt von Emilio Estevez schreiben. Wir sind im Jahr 1985, es sind zwei große Filme veröffentlicht mit Emilio Estevez. Und zwar ist das zum einen der Breakfast Club und zum zweiten St. Elmo's Fire. Und er wollte über diesen großen, aufstrebenden, jungen Schauspieler schreiben und ist dann mit ihm halt einen Tag so rumgelaufen, wie das halt ein Reporter dann macht in dem Fall. Und Estevez hat gesagt, hey, dann lass uns doch zu einer kleinen Party gehen, das sind Freunde von mir. Und hat ihn ins Hardrock-Café eingeladen. Und da hat er halt zusammen rumgehangen mit Rob Lowe, Jude Nelson und ein paar anderen Leuten. Und das fand offensichtlich dieser David Blum total cool. Und er hat gedacht, wow, wir haben hier diese jungen Schauspieler, die alle zusammen in den zwei Filmen mitgespielt haben.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Oder nur in einem davon. Also wir haben hier Schauspieler aus zwei Filmen, die hängen hier alle zusammen rum, die trinken Bier zusammen, die machen Witze, die haben voll Spaß. Und daraufhin hat er den Artikel geändert. Und hat gesagt, ich schreibe nicht nur über Emilio Estevez, ich schreibe jetzt über die Leute. Und dann kam er mit dem Namen für diese Gruppe auf, Brad Pack. Und hat gesagt, ja, in dem Artikel wurde das genannt. Und der Artikel wurde dann veröffentlicht. Und die Schauspieler oder Schauspielerinnen, die an diesem Abend da waren, die fanden das, wie gesagt, richtig blöd. Also auch Emilio Estevez, der ist davon ausgegangen, dass ein Artikel über ihn geschrieben wird. Der war ja tatsächlich, das waren ja auch alles karrierebewusste Schauspieler. Der dachte, es wird hier über ihn geschrieben. Er wird damit berühmt. Und dann wurde plötzlich so eine Gruppe daraus gebaut. Und irgendwie haben die alle gedacht, nee, das ist doch gar nicht so. Ja, wir haben ein, zweimal miteinander rumgehangen. Wir waren ein, zweimal zusammen in einer Bar. Aber es gibt gar nicht so diesen krassen Zusammenhalt. Also das geht so weit, dass sie eigentlich danach nicht mehr viel miteinander zu tun hatten. Ellie Sheedy, die Leslie spielt, die ist sogar so weit gegangen, dass sie gesagt hat, der Artikel ist daran schuld, dass wir nicht mehr miteinander rumgehangen haben.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Sie hatte tatsächlich das Gefühl, dass sie zu einer Gruppe gehört. Ja. Und dann sagte sie, and the article just destroyed it. It had felt truly a part of something. And that guy, David Blum, der den Artikel geschrieben hat, just blew it to pieces. Oh nein. Dann war der Name aber irgendwie in der Welt. Mhm. Und die waren aber alle genervt von dem Namen. Und zwar bis heute. Emilio Estevez hat sich tierisch drüber aufgeregt. Immer wieder über diesen Namen. Und der war fest der Überzeugung, das hat seiner Karriere geschadet. Dass er ein junger, aufschrebender Darsteller war, der Möglichkeiten hatte, große Rollen zu spielen. Und plötzlich war er reduziert auf diese Teenie-Großmaul-Rolle. Plötzlich war er, Brett heißt Großmaul. Ja. Für alle, die nicht so gut englisch können. Und plötzlich war er darauf reduziert, Teil dieser Gruppe zu sein. Und er hatte gesehen, jetzt bin ich total reduziert. Und er hat auch gesagt, ja, dieser Name wird wahrscheinlich auf meinem Grabstein stehen. Und it's annoying, because Brad Pitt, George Clooney and Matt Damon have worked together more than any of us have. We just made two movies. And somehow it morphed into something else. Oh Mann. Das ist ja gemein. Da hat tatsächlich David Blum hat sich richtig unbeliebt gemacht bei all diesen Leuten. Und der Name Brad Pack ist ja eigentlich ganz süß, weil es ist natürlich eine Anspielung auf das Red Pack. Ja. Auf die Entertainer aus den 50ern. Also Frank Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis Jr. Und es gab, irgendwie wurden da auch immer mehr dazu gezählt. Na, na, wer noch? Joey Bishop.
Johannes Franke: Okay, okay.
Florian Bayer: Reden wir nicht weiter drüber. Und das wurde halt übernommen für diese Gruppe. Und wie gesagt, da wurden reingezählt vor allem die, die in St. Elmo's Fire zu sehen sind. Also Emilio Estevez, Rob Lowe, Andy McAfee, Demi Moore, Jude Nelson und dann Ellie Sheedy. Und dann zusätzlich haben sie noch die reingepackt aus Breakfast Club. Und das sind es Anthony Michael Hall und Molly Ringwald. Das wurde irgendwie so als der Kern gesehen. Und dann wurden aber auch in dieses Brad Pack, in diese Geschichte weitere Leute mit reingepackt, die irgendwie halt auch Jugendfilme gedreht haben. Und es gab diesen Film, Die Outsiders, der ein paar Jahre davor war. Deswegen wurden dann noch Charlie Sheen, Sean Penn, die wurden da auch noch reingepackt. Teilweise Nicolas Cage, Matt Dillon. Also es ist dann halt doch so, es gibt so eine Liste von Kernleuten. Ähnlich wie bei der Nouvelle Vague, um mal zum Kunstkino zu kommen. Dass man sagt, das sind die Kernleute. Und die, die könnte man auch noch reinpacken. Warum nicht Matthew Broderick? Der hat doch auch einen Teenie-Film gedreht. Ferris macht Blau, ist viel besser als St. Elmo's Fire. Patrick Swayze, der sieht doch süß aus. John Cusack, der hat doch auch in diesen Teenie-Filmen mitgespielt. Und dann ist dieses Ding halt einfach gewachsen. Andrew McCaffee, um den noch mal kurz zu erwähnen. Der meinte, das ist komplett von, das ist zur kompletten Medienfabrikation. Ich glaube nicht, dass ich mit irgendwem von denen nach St. Elmo's Fire überhaupt noch rumgehangen habe. Der war der Meinung, dieses Brad Pack, diese Gruppe hat nie existiert. Also wenn es nach Andrew McCaffee geht, waren die einfach zwei, dreimal einen trinken. Einmal war leider ein Reporter dabei und plötzlich galten sie als Gruppe. Und sie hatten überhaupt nicht viel miteinander zu tun. Okay.
Johannes Franke: Ja, Brad Pack. Merkwürdig, merkwürdig. Aber wenn es wenigstens so gewesen wäre, wenn die wenigstens wirklich Freunde wären, dann hätten sie wenigstens was davon. Ja. Aber dann auch sowas noch. Ach man.
Florian Bayer: Aber wie gesagt, Ellie Sheedy glaubt tatsächlich, dass der Artikel schuld daran ist. Und dieser Ruf schuld daran ist, dass sie weniger miteinander zu tun hatten, dass sie dann auf, also sie hat das so dargestellt, dass sie aufgehört haben, miteinander rumzuhängen, eben weil sie sich auf ihre Karriere konzentrieren wollten und weil keiner von denen in so einer Gruppe untergehen wollte. Weil alle Angst hatten, dass sie irgendwie ihre, dass sie so ein bisschen den Drive verlieren, wenn sie plötzlich nur noch Teil von einer Gruppe sind. Und das ist ja auch nachvollziehbar. Ja, ja. Weil dann wirst du plötzlich gebucht, du kannst das als Schauspieler bestimmt nachvollziehen, plötzlich gebucht nur noch für diese eine Art von Filmen. Du musst plötzlich Teenie-Filme drehen. Und dann ist klar, dann stehst du schon wieder neben diesem Jude Nelson, den du vielleicht gar nicht magst, aber du musst halt jedes Mal mit ihm drehen, weil jeder Regisseur sagt, oh krass, wenn wir Emilio Esteves haben, müssen wir Jude Nelson dazu holen, sonst ist es kein Bradpack-Movie. Eine Katastrophe, die armen Leute. Also mir tut es auch wirklich leid für sie, weil ich kann mir vorstellen, was das für ein Gefühl gewesen sein muss, hier als Schauspieler zu sagen, hey, ich bin jung, ich habe jetzt einen guten Film gemacht, ich habe in dem gestrahlt. Und dann plötzlich wird aber nicht darüber geredet, wie du gespielt hast, sondern dass du Teil von einer Gruppe bist und das Coole an dir ist, dass du halt mit anderen Schauspielern abends in der Kneipe sitzt und einen trinkst.
Johannes Franke: Ja, das stimmt. Ach man, ach man. Das ist ja traurig, ich wusste das nicht, ich fand das irgendwie ein bisschen cool.
Florian Bayer: Es ist auch cool, es ist auch tatsächlich, mittlerweile wird es von den Leuten, abgesehen vielleicht von Emilio Esteves, ein bisschen entspannter gesehen. Und es hat sich ja natürlich auch irgendwie entwickelt für eine Bezeichnung von einer Art von Film.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und man muss festhalten, das ist auch wieder so ein Kulturding, wir kennen relativ wenig von diesen Filmen. Die haben in Deutschland nie so eine große Rolle gespielt. Ja. Aber es gibt 10, 20 Filme in den USA, 80er Jahre, Teenie-Komödien, oft so ein bisschen dieses Yuppie-Ding mit drin, also Teenies, die irgendwie was erreichen wollen im Leben, die aber trotzdem faul sind und ihre Probleme haben.
Johannes Franke: Ist das die Definition von Yuppie? Man will was vom Leben und ist faul?
Florian Bayer: Naja, wenn ich an Yuppie, also 80er Jahre Yuppie denke, denke ich halt so an Charlie Sheen aus Wall Street im schicken Anzug und aber auch irgendwie so ein bisschen hündig um, hündig oder hündig? Hündig. Und viele, ich kenne auch nicht alle von diesen Filmen, ich kenne relativ wenige davon. Ferris macht Blau, wird mit reingezählt zum Beispiel, wo ja eigentlich nur Matthew Broderick mitspielt. St. Elmo's Fire, Brady in Pink ist noch ziemlich bekannt wegen Molly Ringwald. Dann gibt es diesen einen Film mit Demi Moore und John Cusack, One Crazy Summer. John Cusack hat auch einiges in dieser Zeit gespielt. Es gibt einfach so eine Reihe von Teenie-Filmen, die sich sehr ähnlich sind, weil sie so ein bisschen tragisch sind, ein bisschen komisch sind und eigentlich ganz sympathisch. Und ich finde es schon okay, dafür auch einen Namen zu haben und zu sagen, okay, das sind Brad Peck-Movies, halt Teenie-Komödien, Tragikomödien der 80er Jahre, die nicht so albern sind wie diese derben Teenie-Komödien, so diese Eierkopf-Revenge-of-the-Nerds-Filme, die total albern sind, die gibt es ja auch. Da fällt mir jetzt gerade nichts ein. Das ist auch so ein Amerika-Ding, ganz schreckliche Firma. Das ist auch so Rape-Culture. Es gibt einen ganz tollen Sketch von College Humor, wo sie überlegen, wir könnten jetzt ein paar Pranks machen, lass uns doch ein paar Pranks machen wie in den 80ern. Und dann zählen sie so einzelne Sachen auf und stellen jedes Mal fest, verdammt, das ist eine Vergewaltigung, das können wir nicht machen. Oh Gott. Und das ist leider die düstere Seite der 80er Jahre, Teenie-Komödien sind wirklich Musterbeispiele in Rape-Culture und nicht nur die Teenie-Komödien. Sie planen dann zum Beispiel auch sowas wie ein Police Academy zu machen, hey, wir verstecken uns unterm Pult und geben ihm heimlichen Blowjob, während er versucht eine Rede zu halten. Lustig! Rape!
Johannes Franke: Oh fuck. Okay, ja, ich verstehe. Ja, 80er Jahre Filme, das ist halt wirklich eine Zeit, wo man, wenn man die Filme sieht, es gibt eine ganz tolle Atmosphäre, die ich in diesem Film auch sehe, aber es gibt halt auch echt diese ganz, ganz, ganz, ganz bösen, problematischen Sachen.
Florian Bayer: Das passt ein bisschen zu dem Titel von dem Film. Der Film heißt ja St. Elmosfeier, ich glaube, wir haben letzte Woche schon gesagt, dass ich nicht drumherum komme, das irgendwie zu erklären. Genau. Und ich muss zugeben, meine Physikkenntnisse sind vernichtend gering.
Johannes Franke: Meine eben auch und deswegen hoffe ich, dass du das jetzt erklärst. Ich habe es versucht, mir das durchzulesen und habe dann gedacht, ach, erklärt mir das
Florian Bayer: schon nochmal. Im Deutschen ein Elmsfeier, St. Elmosfeier und zwar ist das eine Lichterscheinung und die ist benannt nach dem Bischof Erasmus von Antiochia, der auf Italienisch Elmo heißt. Das ist der, der wurde früher in Not auf See angerufen. Das war so ein Schutzpatron der Seeleute. Der hat dafür gesorgt, dass eben die Schiffe sicher zum Hafen kommen. Und unter ganz bestimmten Bedingungen kann ein Elmsfeuer an hohen spitzen Gegenständen entstehen. Und das müssen nicht unbedingt Schiffe sein, aber Schiffsmasten sind offensichtlich prädestiniert dafür. Das können aber auch Kirschtürme sein, Bergspitzen, irgendwelche Türme, irgendwelche Zäune, je nachdem wie hoch sie gehen. Und zwar ist das, wenn ich das richtig verstanden habe, entsteht das durch elektrische Ladungen, die natürlich bei einem Gewitter auftreten. Und dann hast du dieses Gewitter im Hintergrund und dann gibt es irgendwie eine, irgendwie durch die Spektrallinien gibt es so eine Verzerrung. Und was es auf jeden Fall macht, ist diese Spitzen. Zum Beispiel die Masten der Schiffe sehen aus, als ob sie violett leuchten würden. Und es sieht eben aus wie ein Feuer. Also es gibt einfach diese Spektralfarben, die man auch im Feuer hat. Und das sieht dann aus, als ob die einzelnen Masten, als ob da so Flammen wären oder meistens sind es keine Flammen. Es gibt so diese extrem stilisierten Darstellungen, wo man dann wirklich ein Schiff sieht, an dessen Masten Flammen sind. Aber es kann auch sein, dass es einfach nur so ein bisschen Licht aufblitzt. Und das ist meistens violett, weil Sauerstoff, Stickstoff, ja, wir sind irgendwie in der Atmosphäre, es leuchtet. Und es ist natürlich, was das Wesen von St. Elmos Feuer ist, es ist halt nicht gefährlich. Es besteht zwar eine Blitzgefahr, aber es ist kein richtiges Feuer. Es brennt nicht. Das passt so ein bisschen zu dem Film, weißt du. Es sieht aus wie ein Feuer, vor allem wenn man nur die Bilder sieht und die Musik dazu hört. Aber wenn man dann ein bisschen näher rangeht, stellt man fest, dass es eben doch nicht so richtig brennt. Du bist heute so philosophisch, Strafflor. Zwei Funfacts dazu noch. Also St. Elmos Feuer ist ja zum einen, der Film heißt, das ist so random. Der Film heißt halt so, weil die Bar St. Elmos heißt, wo sie hingehen. Und das Lied, das Titelstück ist auch so random. Dieses St. Elmos Feuer, das ist so witzig. Die Geschichte von diesem Lied ist eigentlich viel besser als die Entstehungsgeschichte von dem Film. Was? Und zwar wurden David Foster und John Parr, das ist der Sänger von dem Lied, wurden beauftragt, für den Film einen Song zu schreiben. Und John Parr war halt so ein 40-jähriger Rock-Dude, der halt irgendwie so Hardrock gemacht hat. Und zwar wirklich so krassen, sexualisierten Hardrock. Naughty Naughty hieß sein Song, den er unmittelbar vor St. Elmos Feuer gemacht hat. Das war eigentlich so ein Typ, der so mit so Sexappeal und halt freiem Oberkörper und natürlich Fokuyla. Übrigens ein Britte, was überhaupt nicht dazu passt, weil das waren eigentlich sonst immer so amerikanische Sänger, der hat überhaupt keinen Bezug zu diesem Film, wo irgendwelche Juppies aus der Uni kommen und irgendwas erleben. Der hat den Film gar nicht gesehen. Aber wen er gesehen hat, ist einen kanadischen Sportler, Rick Hansen, der im Rollstuhl saß und zu dieser Zeit um die Welt gefahren ist mit seinem Rollstuhl, um für Spinal Cord Injuries eine Aufmerksamkeit zu erwecken. Und es war damals eine mittelgroße Geschichte, sagen wir mal. Es hat Aufsehen in den Medien erregt. Und für diesen Typen hat dann John Parr das Lied geschrieben. Deswegen heißt es auch St. Elmo's Feuer in Klammern Man in Motion. Der Man in Motion ist dieser Rick Hansen. Und er singt auch von Wheels. Und wenn man den Songtext einmal hört und weiß das, dann stellt man fest, ah, da passt das ja viel besser drauf als auf den Film. Und dieses Man in Motion Tour, so hieß die. Und dann hat er irgendwie versucht, das so ein bisschen umzustellen, dass es einigermaßen zu dem Film passt. Es passt nach wie vor viel besser zu dieser Kampagne, aber immerhin. Und das St. Elmo's Feuer hat halt nochmal reingeklatscht, weil es sollte reinkommen. Das war die einzige Bedingung für den Song. Wenn du für den Film den Song schreibst, dann musst du dieses St. Elmo's Feuer da reinpacken.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Und das hat er gemacht. Und es ist ein guter Song. Es ist ein Ohrwurm. Ja. Es ist ein krasser Ohrwurm. Ja, und ich finde ihn ganz gut. Er dudelt jetzt auch gerade in meinem Kopf herum, aber es ist halt so Peak-80er-Kitsch. Ja, na klar. Hard-Rock-Kitsch. Und der Videoclip ist tatsächlich schön. In dem Videoclip läuft John Parr dann rum und sieht nochmal die Darsteller aus dem Film und Darstellerin. Und singt auch tatsächlich zu ihnen. Und dann sind sie unten in dieser Bar, St. Elmo, und die ist offensichtlich kaputt, zerstört. Und er geht nochmal zu ihnen, kloppt ihnen auf die Schulter und dann gehen sie alle mit ihm zusammen raus. Und der Videoclip ist der Grund, warum ich immer dachte, hey, diesen Film muss ich sehen. Die Bilder sind so schön. Das sieht alles so toll aus. Also es werden auch Filmszenen gezeigt. Die Charaktere wurden extra nochmal für den Dreh nochmal rausgeholt und mussten nochmal zusätzlich Szenen drehen. Und das sieht alles wirklich nett aus. Also das Lied und der Videoclip, das passt total gut zusammen. Schön. Und vor allem eben, weil ein sehr großer Fokus auf der Bar liegt, in der sie sind.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und da sind halt die sympathischsten Szenen.
Johannes Franke: Ja. Dabei ist die Bar gar nicht so wesentlich in dem Film. Überhaupt nicht.
Florian Bayer: Aber so eine Bar ist natürlich im Film immer eine Möglichkeit, um ein Geschehen kulminieren zu lassen, um zu zeigen, hier ist Gemeinsamkeit, hier passiert was, hier wird Zukunft gemacht.
Johannes Franke: Ich weiß gar nicht, willst du auf irgendwas hinausgehen? Nein, ich doch nicht. Jingle. Oh, nein. Okay, also, wir machen's spannend. Wenn ihr noch nicht rausgefunden habt, was es ist, dann wartet auf Platz 1. Oh Gott, mein Nerd-Herz flutet, dass ich's nicht gleich erkannt habe. Jeder weiß, was das ist. Nee, es ist nicht mein Platz 1. Ach so, okay. Gott sei Dank. Gott sei Dank. Okay, unsere Top-3-Liste, die besten Bars und Kneipen und so weiter in Filmen. Ja. Ob jetzt real existent, vielleicht kann man sie noch besuchen auf der Welt, falls irgendwo gedreht wurde, was existiert oder eben wirklich frei erfunden.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Möchtest du loslegen? Möchte ich loslegen?
Florian Bayer: Das ist mein Film, du musst loslegen.
Johannes Franke: Dann frag mich nicht, ob ich möchte. Ich sollte aufhören, Flüssigkeiten zu essen. Gib mir was, gib mir was, gib mir was. Ich will auch. Jetzt krauen wir euch erstmal ins Mikrofon. Was ist das denn? Ach du warst bei diesem ganz tollen, machen wir Werbung? Ja, wir machen Werbung. Klar. Herr Nilsson. Nilsson in der Boxhagener Straße oder so? Boxhagener Straße. In Berlin. Ich habe jemals gesagt, dass wir aus Berlin aufnehmen. Ja, wir sind in Berlin. Diese Berliner Juppies immer. Ich habe Honorable Mentions. Jetzt habe ich das im Mund, was am meisten quietscht. Also ich habe Honorable Mentions. Ich auch. Für Bars und Cafés. Und ich würde anfangen mit den Serien. Die kommen jetzt in die Honorable Mentions. Ich finde, Serien haben das ja für sich so ein bisschen entdeckt, dass man sagt, man hat eine Bar oder eine Kneipe, wo sich alle Freunde treffen, wo der Sammelpunkt ist. Und ich finde die Idee gar nicht so schlecht. Ich fand das bei Friends ganz gut. Das hat so einen klaren Anlaufpunkt und eine feste Größe. Bei guten Zeiten, schlechten Zeiten funktioniert es auch. Ach du Scheiße.
Florian Bayer: Okay. Stimmt, es ist tatsächlich, es ist wirklich so ein Stable. In der Sitcom, aber auch in der ernsten Serien-Ecke. Also ganz viele tragikomische Serien, ganz viele komische Serien.
Johannes Franke: Seinfeld hatte sowas auch. Seinfeld, natürlich. Ja. Und How I Met Your Mother hat es natürlich auch. Dann natürlich So Famously. Ja, bei Big Bang Fury treffen sie sich auch irgendwann ganz oft
Florian Bayer: in dem Apfelkuchenladen. Ganz oft ist es auch so, selbst wenn das in den Serien nicht angelegt ist, es ist trotzdem so, dass sie irgendwann so einen Ort finden, so einen öffentlichen Ort, wo sie rumsitzen können. Wahrscheinlich einfach, weil es ein bisschen spannenderes Bild ist, wenn du ein paar Statisten rumsitzen hast, um die Protagonistinnen.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Und das kann mehr passieren, es kann mehr von außen kommen, was dann eine Handlung los tritt. Genau. Habe ich sonst noch eine, ich habe noch eine Honorable Mentions, die es einfach nicht in die Liste gepackt hat, was natürlich trotzdem möglich gewesen wäre, Fabelhafte Welt der Amelie. Das ist ja auch so ein schönes Pariser Café, was mir wirklich, was schön ist, weil dort auch das Leben, das private Leben in einem Café irgendwie von denen, die da arbeiten und den Stammgästen, die da sind. Das ist schon schön, das da zu sehen. Auch die Interaktion, das ist wirklich süß gemacht.
Florian Bayer: Es gibt gar nicht so viele Zähne, die da spielen, aber die sind alle sehr nett und passen gut in die Geschichte rein.
Johannes Franke: Und auch das kann man besuchen. Ich war zu, ich war, als ich in Paris war, habe ich dort mich wenigstens einmal umgeschaut. Ja. Und es ist natürlich völlig anders, als es ein Film ist. Und machen Sie krass Werbung damit,
Florian Bayer: dass das das Café aus Amelie ist?
Johannes Franke: Ja. Sie haben ein Schild aufgestellt, ein großes.
Florian Bayer: Aber gut, ja, natürlich, warum nicht? Eine Honorable Mention hätte ich aus dem Bereich Serie. Und zwar das Roadhouse, beziehungsweise die Bang Bang Bar aus Twin Peaks. Ah. Die auch relativ selten vorkommt in Twin Peaks, aber wo es wirklich schöne Momente gibt. Weil da gibt es so eine Bühne und da wird dann auch gesungen und dann läuft so, das ist halt so David Lynch alles, ne? Es läuft so schummrige Musik, es ist alles ein bisschen vernebelt und dann sitzen sie da und trinken und es ist irgendwie passend zur Atmosphäre.
Johannes Franke: Ja. Okay. Dann fange ich jetzt mit meinem Platz drei an, wa? Ja. Ich habe noch genug, dass ich auch noch in eine Honorable Mention packen könnte, aber ich fange jetzt lieber an mit, auf welchem Platz hast du das, was ich gesummt habe? Auf Platz drei. Okay, dann würde ich da jetzt auch anfangen. Na, dann musst du es sagen, weil du musst ja, was ich erkannt hast.
Florian Bayer: Die Mos Eisley-Kantina aus Star Wars. Juhu. Großartig. Ganz viele Aliens treffen sich, haben Spaß, streiten sich ein bisschen und die Band spielt. Und Han Solo erschießt als Erster. Nein. Kannst du uns noch einmal das Mos Eisley-Lied singen? Das ist so schön. Und so weiter und so fort. Es gibt übrigens auch eine Episode von One-Hit-Wonderland zu diesem Lied. Das wurde nämlich in den 70ern, Ende der 70er, als Disco-Nummer aufgelegt. Nee, Plödsinn. Es gibt eine Mos Eisley-Band, aber das Lied, was das große One-Hit-Wonder war, war die Star-Wars-Titelmusik als Disco. Das heißt, einmal das Große, was man halt kennt, das Pathetische aus dem Intro.
Johannes Franke: Okay. Unterlegt mit Disco-Beats. Okay. Weil, also, es gibt auch eine Version, wo so eine Dauerschleife, ne? Wo die Band dann fragt, und was soll man als nächstes spielen? Und irgendjemand ruft, spielt denselben Song nochmal. Alles klar, denselben Song. Und dann fangen sie wieder an. Natürlich. Ja. Das wäre dann unser Beiderplatz-Drei, ne? Unser Beiderplatz-Drei. Schön. Okay. Ja, ich mag den sehr. Und mein Platz zwei wäre dann zum tänzelnden Pony. In Herr der Ringe, wo sie da ankommen, als sie sich auf den Weg gemacht haben, um das erste Mal dann wieder Gandalf zu treffen, wo er aber dann nicht auftaucht, wo sie dann auf unseren anderen Menschen da treffen. Aragon. Aragon. Oh, sorry. Das ist traurig. Wie viele Leute habe ich jetzt verärgert?
Florian Bayer: Weil es wirklich noch nicht lange her ist, dass wir ausführlich über Herr der Ringe, die Gefährten gesprochen haben.
Johannes Franke: Verdammt. Ich finde die Stimmung ganz toll in diesem Pub, in dieser Kneipe, in diesem alten Dings. Und es erinnert mich an meine alte Zeit, wo ich ganz viel auf Mittelalter-Märkten pretentious als junger Mensch mit Feuerkeulen in der Gegend rumgelaufen bin und mich ganz toll gefühlt habe. Und ganz viel hier Lärm, da Lärm, Butterbier. Ne, das ist Harry Potter. Aber das wäre auch so ein Ding gewesen.
Florian Bayer: Ja, das ist eine tolle Mittelalter-Kneipe auf jeden Fall.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Es ist schade, dass sie es im Film nicht thematisieren. Dass sie nicht sagen, oh, das ist aber mittelalterliche Atmosphäre hier, sehr schön. Oder wie Reinhard Gräbe sagt, vor tausend Jahren soll es sehr viele Mittelalter-Märkte gegeben haben.
Johannes Franke: Ich liebe Reinhard Gräbe. Es ist so großartig. Ich gehe demnächst auf ein Konzert.
Florian Bayer: Ja, schöner Platz 2. Ja. Mein Platz 2 ist The Ink and Paint Club aus Who Framed Roger Rabbit. Ein Film, dem wir immer mal wieder begegnen. Ein ganz tolles Etablissement, wo Jessica Rabbit singt. Ja. Und als Gäste nur Menschen sind, keine Cartoons. Es gibt durchaus Theorien, dass Who Framed Roger Rabbit auch eine Anspielung ist auf Apartheid in den USA. Oh. Weil die Cartoons bedienen und machen die Musik. Ah ja. Und dürfen aber nicht Gäste sein. Krass. Auf jeden Fall ist es eine ganz tolle Wahl mit so einer schummrigen Atmosphäre. Und dann gibt es eben diese Jessica Rabbit, die ihr Lied singt. Natürlich auch so sexy angehaucht. Und ganz viele zu viele Leute, die im Publikum sitzen. Genau. Aber Jessica Rabbit ist ja eine Frau. Ist ja keine Hase. Stimmt, ja. Aber es gibt tatsächlich diese Szene, wo unser Protagonist Eddie noch nicht weiß, dass Jessica Rabbit eine Frau ist, eine Zeichentrickfrau. Und dann wird halt gesagt, oh, und dieser Produzent ist immer nur da, um Jessica Rabbit zu sehen. Und er so, okay. Der steht also auf Hasen.
Johannes Franke: Ja, sehr schöner Platz zwei. Cool. Okay, dann muss ich meinen Platz eins auswählen. Entweder, es ist ein Thai. Jetzt kann ich noch zwei unterbringen. Yes. Um Platz eins streiten sich. Vielleicht hilfst du mir. Entweder Ricks Café von Casablanca. Ja. Toller Ort. Da gibt es ein schönes Zitat, wo er sagt, von allen Bars auf dieser Welt muss sie ausgerechnet in meine stolpern. Ja. Die Frau, die... Ein schönes Zitat, das wir in unserer nächsten Episode, nicht in dieser Episode behandeln werden. Ich habe extra, wir verkniffen das jetzt zu sagen, weil wir doch beschlossen haben, dass wir dann jede Woche eine machen und wir sehen uns nächste Woche, Floor, um diese nächste Episode aufzunehmen.
Florian Bayer: Das Problem ist, wenn ihr diese Episode hört, in der letzten Episode haben wir für diese Episode angekündigt, St. Elmo's Fire und What's Up Dog. Aber es wird gleich knallhart zu Ende sein nach St. Elmo's Fire und ihr müsst eine ganze Woche abwarten, bis wir zu What's Up Dog kommen. Aber da gibt es dieses Zitat, so viel können wir schon mal spoilern. Genau.
Johannes Franke: Casablanca, ein ganz toller Film, tolle Bar und auch die Stimmung, die da drin ist und diese Nachkriegs- oder diese Kriegszeit, also die da irgendwie... und dann die Nazis anfangen zu singen und dann die anderen anfangen gegen zu singen. Es ist so toll. Es ist so toll.
Florian Bayer: Ich liebe diese Szene. Meine liebste Szene aus Casablanca, wenn sie dann die internationalen... die Marseillais anstimmen. Ja. Und es ist... Diese Szene ist perfekt. Man hat zuerst die Nazis, die so sehr steif das singen und ein paar singen mit und dann kommt die Marseillais und plötzlich kommt Leben in die Bude und alle freuen sich und alle feiern und die Nazis sind total düpiert geschlagen in dem Land, was sie gerade eigentlich kontrollieren sollten. Aber es ist so ein krasser Moment von Freiheit.
Johannes Franke: Ja. Fantastische Szene. Ganz fantastisch. Ja, genau. Deswegen auch das auf Platz 1 zusammen mit The Gold Room. Was ist der goldene Raum? Und zwar im Overlock Hotel. Oh, eine Hotelbar. Und für mich ist es halt dieser Shining, dieser 20er bis 50er Style, der da drin ist und dieses sehr glitzernde... Das ist total düster und abgefuckt. Aber es ist ja irgendwann in einer dieser Szenen alles sehr belebt und das finde ich schon... Ja, das ist schon cool. Schon cool. Auf jeden Fall. Und fällt mir jetzt natürlich auch noch die Serie ein in Babylon Berlin, wo es auch so 20er Jahre sehr viel Party und so weiter, die finde ich auch gut, die Location. Und ich finde auch, Moment, habe ich mir auch noch aufgeschrieben, die Location von Midnight in Paris super, wo er mit Hemingway und mit Dali und so weiter und dieses alte Paris besucht. Ja. Und da sind es natürlich auch alle in Cafés und Kneipen und haben da dieses ganze 20er Jahre Leben. Und ich glaube, das gibt es in fast jedem guten Film, der in den 20ern spielt, gibt es eine ganz tolle, eine dieser ganz tollen Kneipen. Definitiv.
Florian Bayer: Es ist schwer, weil in diesen Filmen die Kneipen dann nicht so eine zentrale Bedeutung haben, sondern auch einfach nur Sets sind. Ja. Das Schöne an diesen, die wir jetzt gerade haben, ist ja, dass sie irgendwie Teil der Handlung sind. Genau. Mein Platz 1. Mhm. Was total Reudiges. Oh. Als Ergänzung zu deinem 20er Jahre-Schick. The Titty Twister aus From Dusk Till Dawn. Was? Weil es so eine großartige, reudige Rocker- und Biker- und Trucker-Bar ist. Und da die ganzen Vampire sind, dann gibt es eine Striptease-Einlage und am Schluss werden alle niedergemetzelt. Oh Gott. Und da freut sich einfach mein Splatter-Filmherz. So ein schöner Ort. Okay. Und ich möchte da auch sehr gerne einen Whisky trinken und mich mit einem Biker, der dreimal so groß ist wie ich, prügeln. Auch wenn ich weiß, dass ich da nicht lebend rauskomme.
Johannes Franke: Oh Mann. Jetzt geht mein Kopf wieder an mit Doctor Who und so weiter, aber das lasse ich jetzt einfach alles. Es gibt da auch ganz tolle Szenen. Aber ich lasse das jetzt. Ihr müsst einfach Doctor Who gucken und dann wisst ihr Bescheid. Und wir haben unsere Platz 1 jetzt einmal abgearbeitet. Ja, das war unsere Top 3.
Florian Bayer: Das war eine sehr schnelle und kurze Top 3. Na sowas. Dann gehen wir zurück in den Film. Ja, und wir können, glaube ich, auch schon zum Fazit kommen. Johannes. Noch nicht ganz. Okay. Dann versuchen wir nochmal einmal herauszufinden, warum du diesen Film magst. Also ich weiß, was ich an diesem Film mag. Und ich mag diesen Film eigentlich nicht. Aber ich mag diesen Film eigentlich. Ja, genau. Ich mag diesen Film auf einer visuellen, musikalischen und Stimmungsebene. Ja. Und ich finde es jedes Mal kacke, wenn Plot kommt und wenn die Leute reden. Genau. Also eigentlich müsste dieser Film ein 10-minütiges, 15-minütiges Musikvideo sein. Ja. Ein bisschen länger als der Titelsong von John Parr. Und so lange habe ich Spaß daran. Oder ich muss den Ton ausmachen, muss einfach nur die Leute sehen, wie sie miteinander interagieren. Das ist schön. Aber die Dialoge sind so kaputt. Und die Story ist so daneben. Und es ist wirklich eine verquaste Moral. Das tut mir jedes Mal weh. Und ich denke einfach zu oft, shit, was habt ihr euch dabei gedacht?
Johannes Franke: Ich bin halt ein denkendes und fühlendes mit eigener Meinung Wesen. Und kann mir diesen Film angucken und diesen Vergewaltigungsversuch einsortieren. Weißt du, was ich meine? Also der Film setzt sich ja nun auch nicht unbedingt darauf, zu sagen, das ist eigentlich ganz toll. Also er setzt nicht genug dagegen. Definitiv. Definitiv nicht. Aber er erzählt jetzt auch nicht absolut brachial, dass es jetzt in Ordnung war.
Florian Bayer: Aber es ist halt auch nicht nur das. Es ist nicht nur das moralische Problem, sondern es ist auch, die Charaktere sind halt schon so ein bisschen Abziehbilder. Also wir haben den schmierigen Juppie. Ja. Wir haben die zwei Figuren, die nicht mit ihrem Leben klarkommen. Wir haben den schmachtenden Liebenden. Wir haben diese Dreiecksbeziehungen mit dem zynischen Autoren. Das sind halt schon so Pappaufsteller. Das heißt, sobald es in die Charakterzeichnung geht, ist da einfach wenig Tiefe.
Johannes Franke: Also, ja. Irgendwie komme ich trotzdem aus dem Film raus und bin so ein bisschen beschwingt und freue mich. Es gibt noch eine Szene, wo ich gedacht habe, es gibt diese Sexszene zwischen dem, der die ganze Zeit auf sie stand und ihr. Leslie. Leslie und Kevin. Kevin. Und die fand ich gar nicht so schlecht. Die ist süß. Die ist wirklich süß. Das ist eine der positiven Varianten für eine Sexszene aus den 80ern. Das ist ein bisschen improvisiert, ne?
Florian Bayer: Weil Ellie Sheedy war das super unangenehm. Die wusste das zuerst nicht, dass es so eine krasse Sexszene geben soll. Ach, oh Gott. Und dann hat sie aber mit Joel Schumacher und mit Andrew McCarthy drüber geredet. Ja. Und die waren beide so, und das hat Ellie Sheedy später gesagt, die waren beide total cool und haben ganz viel gemacht, damit sie sich wohler fühlt damit. Okay. Und sie hat dann wohl einen Ganzkörperanzug getragen. Und Andrew McCarthy hat die Idee mit reingebracht, hey, lass es uns ein bisschen lustiger machen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Lass uns ein bisschen lachen, lass uns ein bisschen shakern, dann wird es für dich entspannter. Super, genau. Und das Begleitprodukt davon ist, dass es auch einfach ein bisschen glaubwürdiger ist.
Johannes Franke: Viel glaubwürdiger. Und es ist so toll, weil sie dann zwischendurch, ah, aua, nee, da nicht. Und dann zur nächsten Szene. Und dann haben sie wirklich einfach dieses fast unschuldige Gekicher, das sie zwischendurch haben. Und es ist alles nicht so bierernst und so auf Erotik gemacht oder so, sondern es ist einfach wirklich einer der guten Sexszene. Auf jeden Fall.
Florian Bayer: Und es ist wieder so einer der visuell starken Momente des Films. Ja, auch das. Auch weil sie halt nicht, weil sie nicht versuchen irgendwie tiefe Probleme zu wälzen und tiefer zu reden.
Johannes Franke: Ja, das stimmt. Nee, ist schon gut. Also das hat mich wirklich, das hat mich gepackt. Das fand ich toll.
Florian Bayer: Ja, das fand ich auch schön. Wir können vielleicht festhalten, und das möchte ich auch einmal zu Protokoll geben, der Film ist deutlich besser als sein Ruf. Der Film hat einen katastrophalen Ruf. Es gibt definitiv, wie bei einigen anderen Filmen, auch gerade aus der Epoche, gibt es so ein Gap zwischen Kritik und Publikum. Es gibt sehr viele in Amerika zumindest, die diesen Film einfach auch nostalgisch betrachten, so wie Breakfast Club. Das ist ein Film, der es bei uns nicht so geschafft hat, deswegen kannten wir den Film auch nicht. Aber in Amerika haben den viele halt gesehen in ihrer Kindheit oder Teenagerzeit und verbinden entsprechend was damit. Und so kommt er beim Publikum logischerweise besser an als bei der Kritik und hat auch einen gewissen Kultstatus. Aber die Kritik hat diesen Film damals verrissen und der wird bis heute verrissen. Also wie gesagt, es gab die Himbeere als Auszeichnung. Es gab nochmal so eine Retrospektive von Consequent of Sound von 2015, wo jemand nochmal im Prinzip sagt, das ist der schlechteste Film, den es gibt. St. Elmo's Fire might be the worst movie ever. Nein, das ist gemein. The Passion Burns Deep with Hatred. Und in dem Artikel werden natürlich auch ganz viele Sachen angesprochen, über die wir jetzt geredet haben. Billy ist the worst. Kirby ist Ted Bundy. Und er ist natürlich ein bisschen gehässig und unfair und polemisch. Es ist super witzig, diesen Artikel zu lesen. Schaut ihn euch mal an. Also Consequent of Sound über St. Elmo's Fire, Justin Gerber ist auf jeden Fall ein super Artikel. Ist auch total witzig, wenn man den Film kennt, den nochmal zu lesen. Der Film ist besser als sein Ruf. Der Film hat unglaublich viele Schwachstellen. Er hat wirklich einige total verquaste Momente. Auch moralisch fragwürdige Momente. Aber er hat in ganz vielen Szenen wirklich Stil und ein Gespür. Und das ist was, was George Schumacher einfach kann. Ein Gespür für emotionale Bilder, die einen gewissen Rhythmus haben, die einen gewissen Charme haben. Deswegen funktioniert er so gut in Musikvideoform. Deswegen ist diese, also würde ich sagen, was man sehen muss, ist auf jeden Fall das Musikvideo von John Parr. Und dann einmal den Film, um das so miteinander abzugleichen und festzustellen, ja, dieses Musikvideo, ich hab das gesehen, dieser Film kann doch nur gut sein. John Parr hätte vielleicht den Film schreiben sollen. So eine Extended Version von seinem Musikvideo.
Johannes Franke: Okay. Insgesamt würdest du sagen, trotzdem eine Sichtempfehlung oder einfach wirklich nur das Video, das Musikvideo?
Florian Bayer: Ich glaube eine Sichtempfehlung auf jeden Fall aus filmhistorischer Sicht. Einfach um ein bisschen mehr die Epoche zu verstehen und was Brad Peck ausmacht. Weil Brad Peck hört zumindest in Deutschland für die meisten bei Breakfast Club auf. Und dann fängt dort an und hört dort auf. Genau. Und dann meistens noch Ferris Bueller, aber der zählt ja nicht mehr so richtig zum Brad Peck. Das ist ja einfach nochmal eine andere Hausnummer. Deswegen würde ich sagen, den sollte man schon gesehen haben, um einmal zu verstehen, was ist damals passiert und was für ein Look and Feel und was für eine Moral hatten diese Filme. Weil St. Elmo's Feier ist Peak Brad Peck. Da findet all das statt, was in den Teenie-Filmen der damaligen Zeit falsch gelaufen ist und was richtig gelaufen ist.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Deutlich mehr als in Breakfast Club, der einfach meiner Meinung nach auch heute noch funktioniert. Der auch seine Probleme hat, aber der einfach noch ein guter Film ist, unabhängig von dieser ganzen Geschichte. Ja, den mag ich total. Aber nicht nur eine filmhistorische Empfehlung. Es sind wirklich schöne Bilder.
Johannes Franke: Ja, es gibt wirklich ein paar schöne, wirklich überzeugende Sachen dabei. Und natürlich ärgert man sich dann zwischendurch immer wieder oder denkt, ach du Scheiße. Aber insgesamt würde ich ihn schon, ich würde ihn auch mehr Punkte geben als nur so drei oder so von zehn, weißt du, sondern ein bisschen schon so fünf.
Florian Bayer: Ich glaube bei mir, also wenn ich ihn jetzt bewerten müsste, würde der Meta ständig ausschlagen, so von eins auf zehn, von zehn auf eins. Ja, genau, das ist es ein bisschen. Und dann wird es sich irgendwie bei fünf von zehn einpendeln wahrscheinlich, aber mit fünf von zehn tut man den Film einfach unrecht, weil er ist halt nicht mittelmäßig, sondern er hat extrem gute Momente. Ja, genau. Und er hat extrem schlechte Momente. Und das ist dann so ein bisschen auch die Frage, was hängen bleibt. Ja. Und ich verstehe total dein Mindset, dass du sagst, ich kann das einordnen und kann dann den Rest genießen. Und es gibt viel in diesem Film, was man einfach genießen kann. Ja.
Johannes Franke: Schön. Ach, das freut mich, dass du dann doch ein bisschen, ich hatte am Anfang den Eindruck, dass du jetzt ganz groß zum Verriss ausholst. Nein. Es ist, aber es ist halt, es ist schon hart.
Florian Bayer: Also es ist, man ruft öfter mal bei diesem Film, was soll das alles? Egal, ob innerlich oder äußerlich ist, man kommt nicht drumherum. Und ich glaube, ich habe tatsächlich, als ich den geguckt habe, habe ich wirklich manchmal aufgeschrien, warum, was tut ihr da? Hat dir jemand geantwortet? Nein.
Johannes Franke: Warst du alleine, ja? Gott war nicht zuhören. Gott existiert nicht in diesem Film. Okay. Nun gut, dann vielen Dank, Flor. Wir sind am Ende dieser Episode. Das ist erstaunlich kurz. Das sind nur anderthalb Stunden fast. Keine drei Stunden.
Florian Bayer: Vielen Dank, dass du ihn dir angeguckt hast, dass ich ihn endlich mal sehen konnte, weil das war halt auch so, der war so lange schon auf der Liste, seitdem es dieses Tod in the Shadows Video gibt und das ist fünf Jahre alt.
Johannes Franke: Schön.
Florian Bayer: Und ich bin froh, dass ich ihn endlich gesehen habe und ich bin froh, dass ich mit dir nochmal reden konnte, um das alles einzuordnen und nochmal neue Perspektiven drauf zu gewinnen.
Johannes Franke: Sehr schön. Ja, vielen Dank dir, dass du ihn vorgeschlagen hast. Ich bin sehr froh, ihn gesehen zu haben und ich glaube, ich werde noch mehr von diesen Brad Pitt Videos einfach gucken, Filmen gucken, weil das einfach, dieses 80er, dieser 80er Vibe irgendwie holt er mich ab. Er holt mich einfach immer ab. Ich finde es großartig. Es gibt lange Listen von Filmen, die man gesehen haben sollte aus der Zeit und die man nicht gesehen haben sollte. Schön. Na gut, dann sehen wir uns nächste Woche wieder und wenn ihr wissen wollt, was nächste Woche drauf kommt und letzte Woche nicht schon die Vorschau gehört habt, dann wiederholen wir das gleich nochmal. Bleibt kurz dran. Bis gleich.
Florian Bayer: So, was haben wir denn nächste Woche? Wir sind ja schon voll gespoilert. Und zwar einmal haben wir es in dieser Episode erwähnt und wir haben es in der letzten Episode auch schon mal erwähnt, als wir noch davon ausgegangen sind, dass es zwei werden.
Johannes Franke: Ja, aber da wir ja jetzt aus Überforderung auf einen Film pro Woche umschwenken. Tja, Plur, du bist auch halt in Hollywood angekommen, würde ich sagen. Du bist jetzt so beschäftigt, voll beschäftigt mit allem, was irgendwie, du kannst gar nicht mehr zwei Filme die Woche gucken. Nee, das klappt einfach nicht. Das ist total traurig. Und das liegt wirklich überhaupt nicht an mir, sondern nur an dir.
Florian Bayer: Das Problem ist, die Woche war tatsächlich knapp, weil ich die Planet der Affen Filme alle nochmal geguckt habe.
Johannes Franke: Was hast du? Echt?
Florian Bayer: Ja, wir haben doch letzte Woche über Planet der Affen geredet. Und ich habe dann, ja, habe ich halt angefangen und mit Karen zusammen. Dann haben wir gesagt, okay, dann gucken wir jetzt aber auch noch weiter. Und ich war, glaube ich, bei den zweiten hatte ich dann geguckt, als wir letzte Woche geredet haben. Ich kannte die ja vorher schon alle. Und dann haben wir es aber einmal durchgezogen und nochmal interessante Erkenntnisse gewonnen. Also ich werde auf jeden Fall nochmal für einen Blog, würde ich nochmal eine Liste machen, Planet der Affen, so worst to best, weil es gibt ja mittlerweile echt viele. Und dann werde ich die Remakes mit reinnehmen. Und da kann man wild durcheinander sortieren, weil es sind auf jeden Fall interessante Filme dabei.
Johannes Franke: Hm, okay. Ja, dann guckt doch einfach, liebe ZuhörerInnen, auf den, auf das Blog von Plur und schaut euch sowieso eine absolute Leseempfehlung, weil da ein riesen Schatz an Zeug wartet. Wartet einfach zu lesen über Filme und Filmempfehlungen und Listen, was man alles gesehen haben könnte. Und muss, muss vielleicht, ja, muss man sehen. Punkt. Das heißt nicht, könnte man sehen. Das wäre ein bisschen schwach von der Aussage. Aber gibst du, das war jahrelang deine Überlegung. Ich mache einen Blog, der heißt, könnte man vielleicht unter Umständen sehen.de. Das ist ja toll, so als Gegenkonzept und lauter durchschnittliche Filme. Geil. Oder bitte nicht gucken.de. Aber du musst noch einen Namen nennen. Ich muss noch einen Namen nennen. Nächste Woche kommt ein Film von Johannes. Nächste Woche kommt ein Film, der da heißt Is was, Doc? Ja. Beziehungsweise im englischen Original What's up, Doc? Und eine Anspielung auf, man ahnt es schon auf Looney Tunes, was der Hase immer gesagt hat.
Florian Bayer: Ach, ich sollte nicht die 10-minütige Bugspanier-Episode gucken? Verdammt.
Johannes Franke: Nein. Okay. Ja, dann, wir sehen uns nächste Woche, hören uns nächste Woche mit Is was, Doc? Die Woche drauf gibt es dann wieder einen Film von mir. So läuft es jetzt. Gewöhnt euch dran. Oh mein Gott. Bis dann. Ciao.
