Episode 40: Is‘ was, Doc?
Is was Doc [Peter Bogdanovich]
(USA 1974)
Die Screwballkomödie „Is‘ was, Doc?“ von Peter Bogdanovich aus dem Jahre 1972 erzählt uns eine Gesichte vierer Taschen.
Genau!
Vier. Taschen. Vier identische Taschen noch dazu. Und sie erzählt uns von deren mehr oder weniger wertvollen Inhalt. Eine Verwechslungskomödie mit Vierlingstaschen also.
Achja und natürlich ist es eine Geschichte über aggressives Stalking und dessen dramatische Folgen. In einer Zeit in der Stalking noch als romantisch erzählt wurde, darf die junge Barbra Streisand bzw. Judy Maxwell wie sie hier heißt, dem Nerd Howard Bannister hinterher steigen und durch intrigante Streiche dafür sorgen, dass sich seine beruflichen wie privaten Träume erfüllen, auch wenn er die Privaten bis dato noch nicht einmal kannte.
Wenn man sich der Naivität, mit der dieses Thema angegangen wird, einmal hingibt, kann man sehr viel Spaß haben, oder Plor?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 40: Is‘ was, Doc? Publishing Date: 2021-10-07T17:21:17+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/10/07/episode-40-is-was-doc/
Florian Bayer: Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast?
Johannes Franke: Nein, eigentlich nicht, aber ich.
Florian Bayer: Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können.
Johannes Franke: Wie wäre es mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee.
Florian Bayer: Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme.
Johannes Franke: Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest.
Florian Bayer: Das heißt so Musicals aus den 50ern?
Johannes Franke: Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme?
Florian Bayer: Mit russischen Untertiteln, von mir, für dich.
Johannes Franke: Oh Gott, okay.
Florian Bayer: Aber du weißt, dass das für Menge Streit sorgen kann.
Johannes Franke: Äh, definitiv. Das wird lustig. Herzlich willkommen hier bei einer neuen Folge.
Florian Bayer: Johannes hat mich gerade voll überfallen. Kurz zur Einordnung.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wir nehmen diese Folge unmittelbar nach der letzten Episode auf.
Johannes Franke: Weil wir gerade erst beschlossen haben, dass wir jetzt immer zwei Folgen machen aus... Anstatt zwei Filme in einer Folge zu besprechen, machen wir jetzt immer einen Film pro Folge, weil... Die Zeit. Die Zeit, es ist wirklich schwer. In Corona hatten wir nicht ganz so viel zu tun, da ging das gut. Und da haben wir uns irgendwie wirklich reingestürzt. Und jetzt merken wir beide, wir haben auch andere Sachen zu tun.
Florian Bayer: Unsere Mithoffnung ist auch so ein bisschen, dass wir dadurch den Podcast für euch auch konsumierbarer machen, weil ihr könnt einfach... ihr habt halt nur noch einen Film pro Episode und müsst nicht zur Mitte skippen, wenn ihr sagt, oh, ich hab überhaupt kein Interesse an dem einen Film, sondern ich will nur was zu dem anderen Film hören. Das heißt, ihr kriegt jetzt weiterhin jede Woche... Eine neue Episode, aber eben nur einen Film. Und wir werden wechseln. Das heißt, eine Woche schlage ich einen Film vor und die nächste Woche Johannes. Letzte Woche war ich dran mit St. Elmo's Fire.
Johannes Franke: Und diese Woche bin ich dran mit Isvastok.
Florian Bayer: Ich bin sehr gespannt.
Johannes Franke: Ich auch.
Florian Bayer: Willst du uns einfach mal einführen?
Johannes Franke: ein Staple von mir, wo ich denke, das konnte nur von mir kommen.
Florian Bayer: Definitiv, das ist ein totaler Johannes-Film.
Johannes Franke: Und ich hoffe, dass du das nicht nutzt, um mir das nächste Mal einen japanischen Film mit spanischen Untertiteln zu geben.
Florian Bayer: Werden wir sehen.
Johannes Franke: Okay, ich würde uns mal in den Film einführen und dann können wir ja mal gucken, wo es uns hinführt. Die Screwball-Komödie ist, was Doc von Peter Bogdanovich aus dem Jahre 1972 erzählt... Uns eine Geschichte vierer Taschen. Genau, vier Taschen. Vier identische Taschen noch dazu und deren mehr oder weniger wertvollen Inhalt. Eine Verwechslungskomödie mit vier Längstaschen. Ach ja, und natürlich ist es eine Geschichte über aggressive Stalking und dessen dramatische Folgen. In einer Zeit, in der Stalking noch als romantisch erzählt wurde, dafür die junge Barbara Streisand bzw. Judy Maxwell, wie sie hier heißt. dem Nerd Howard Bannister hinterhersteigen und durch intrigante Streiche dafür sorgen, dass sich seine beruflichen wie privaten Träume erfüllen. auch wenn er die privaten Träume bisher noch nicht kannte. Wenn man sich der Naivität mit der dieses Thema angegangen wird einmal hingibt Dann kann man viel Spaß haben. Oder, Plo?
Florian Bayer: Ich bin überhaupt kein Fan von Screwball-Komödien.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Das ist die beste Screwball-Komödie überhaupt.
Johannes Franke: Wirklich, ja?
Florian Bayer: Ja. Ich bin kein Fan von klassischen 50er-Jahres-Screwler-Komodien.
Johannes Franke: Oh, ich liebe sie.
Florian Bayer: Gehört ja auch so ein bisschen zum Konzept von unserem Podcast, dass wir unter unterschiedlichen Filmgeschmack haben. Und ich weiß, Crewball ist absolut so dein Genre. 50er Jahre, ein bisschen deppiche Männer. Ja, verführerische, aber süße, nette Frauen. Und dann gibt es ein Hin und Her und kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht. Und auch ein Kampf der Geschlechter und viele Verwechslungen und viel Kraft. Chaos ist überhaupt nicht mein Ding. Dieser Film ist ja irgendwie so ein Nachklang. Der ist aus den 70ern und hat aber dieses Konzept der 50er. Und er macht das ganz fantastisch. Ich liebe diesen Film von Anfang bis Ende. Und ich hatte jetzt auch wieder, ich kannte ihn ja schon vorher, aber ich hatte jetzt auch wieder so einen verfluchten Spaß dabei.
Johannes Franke: Geil. Ach schön. Ja, es ist also, um mal in dieses Genre nochmal ein bisschen reinzugehen. Screwball-Comedien sind in den 30er, 40er Jahren sehr beliebt geworden. Sehr, sehr beliebt geworden. In Zeit der Great Depression in Amerika, also die große Depression, so eine Wirtschaftskrise und dann... Irgendwie kam dieses Genre auf. Das sind einfach, was dieses Genre so ausmacht, schnelle Dialoge. Richtig schnell. Du kommst teilweise nicht hinterher als Zuschauer und auch gerade dadurch wird es einfach witzig. Aber auch nicht nur durch die Schnelligkeit, sondern weil auch, wenn es ein talentierter Schreiber war, einfach sehr viel intelligenter Humor drin steckt. Und das Staple ist so ein bisschen, dass damals war das eben sehr neu und ich glaube auch deswegen mag ich die Filme so. dass die Frauen in diesem Fall die weit überlegenen Figuren sind. die dem etwas täpschen Mann irgendwie hin und her schicken und dann irgendwie immer fünf Schritte voraus sind. Und irgendwie oft in den 30ern waren es so die Ehen, die irgendwie auseinandergenommen wurden. Wir haben das auch gehabt mit Carol Lombard. Erinnerst du dich? Carol Lombard, die ja tragischerweise dann im Flugzeug... durch einen Unfall gestorben ist, die dann noch sein oder nicht sein gemacht hatte. Und die einfach eine großartige Frau für so Screwball-Comedian war. Die war selber wahnsinnig intelligent und hat auch diesen Witz... So gut verstanden und so gut gespielt und rübergebracht und die ist dann halt gestorben in den 40ern, 40ern glaube ich, 41 oder so.
Florian Bayer: nach dem Film, den wir besprochen haben in unserer Episode 32 sein oder nicht sein.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Unmittelbar darauf, das war Anfang 40er Jahre.
Johannes Franke: Dann haben sie ihn gedreht und dann hat sie nicht mal die Premiere mehr mitbekommen. Das war ihr Schritt zurück in die Scrubber-Komödie und die hätte noch wahnsinnig viel machen können und seitdem ist da eine Lücke gewesen, die nicht gefüllt wurde. Und in den 70ern hat der Regisseur, der diesen Film gemacht hat, Peter Bogdanovich, Der hatte mit den Leuten zu tun, die in den 50ern, 30ern, 40ern, 50ern diese Scruber-Comedien gemacht haben. Und der wollte einfach... gerne eine Hommage daran machen und sie vielleicht auch ein bisschen mit Hobbs nehmen. Und er sagte, Barbra Streisand. war die erste, die diese Lücke, die Carol Lombard hinterlassen hat, gefüllt hat.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und das kann ich nur unterschreiben.
Florian Bayer: Ja, also übrigens, um kurz in unsere Podcast-Historie zu gehen. Es ist, wenn man den Begriff weit genug dehnt, ist es die dritte Screwball-Komödie, über die wir sprechen. Vielleicht die vierte, wenn man den Subplot von Much Ado About Nothing von Shakespeare mit reinzieht, die auch sehr viele Screwball-Elemente hat.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Aber ansonsten haben wir über manchen mögen Zeiss geredet. Da muss man auch schon das Genre weit fassen, wenn man sagt, der gehört rein. Aber wir hatten eine wirklich originäre Screwball-Comedy, und das war ausgerechnet unser Alfred-Hitchcock-Film. Wo wir uns so voll in die Nesseln gesetzt haben, Mr. und Mrs. Smith, von dem wir auch beide nicht so begeistert waren.
Johannes Franke: gut war leider, weil Alfred Hitchcock einfach kein Scruber-Comedian-Mensch ist. Das muss man leider so sagen. irgendwie hat das nicht funktioniert. Und auch die Themen, wie es irgendwie zusammenge... Es gab ein paar Momente, die man irgendwie... Die irgendwie schön waren, aber insgesamt hört sich die Episode mal an, ist trotzdem spannend, weil wir auch viel über Filmgeschichte und über die Zeit damals reden.
Florian Bayer: Genau und den müssen wir vor allem noch einmal erwähnen, weil da eben Carol Lombard die weibliche Hauptrolle spielt in diesem Film.
Johannes Franke: Und sie war so der Hoffnungsträger dieses Films.
Florian Bayer: Und sie war auch wirklich gut in diesem Film und ist dann allerdings mit... Ja, mit einem nicht so dollen Script, mit einem wirklich komischen Plot und auch einfach nicht so tollen Dialogen konfrontiert. Macht noch einiges daraus, aber kann den Film auch nicht retten.
Johannes Franke: Ja, aber sie hat immer einen Witz und eine Schnelligkeit und einen intelligenten Blick, der einfach Spaß macht zu gucken. Und das hat eben Barbra Streisand. Irgendwie auch. Die schafft das. Und die schafft das auch, das, was der Film sehr gut macht, diese... Eine Studentin, die in allen Bereichen einmal war, weil sie eigentlich von jeder Uni geschmissen wurde, auf der sie war und da hat sie überall in unterschiedlichen Fächern alles mögliche an Wissen aufgesaugt.
Florian Bayer: Sie hat so eine absurd hohe Expertise für alles. Also sie wird etabliert als Charakter, der, wenn irgendjemand... aus dem wissenschaftlichen Bereich irgendwas erzählt, sie weiß es.
Johannes Franke: Sie kann sofort mitreden. So geil. Und dann schmeißt sie mit Fachbegriffen um sich und redet alle anderen in Grund und Boden.
Florian Bayer: Und es ist so großartig, weil... Weil sie auch nicht nur labert, sondern sie hat wirklich diese Expertise. Sie sorgt für einen großen Twist am Ende, indem sie einen Plagiator aufdeckt, weil sie eben diese Expertise hat. weil sie ganz obskure wissenschaftliche Arbeiten gelesen hat, mit denen sich kein Mensch auseinandersetzt, beziehungsweise... die, selbst wenn Menschen sie gelesen haben, sie halt im halben Jahr vergessen haben. Und sie hat das alles im Kopf gespeichert. Sie wirft auch ganz oft Definitionen. Das ist ganz großartig, wenn sie von Younes gefragt wird, haben sie denn keinen Anstand? Das kann ich zitieren. Und dann wirft sie einfach mal eine Definition dafür hin.
Johannes Franke: Es ist so geil. Und das Schöne ist, er fragt sich zwischendurch, also unsere andere Hauptfigur, die sie versucht für sich zu gewinnen. Der fragt sich zwischendurch völlig entgeistert, wo nimmst du diese ganzen Worte her? Und sie sagt dann aber nicht... Es kommt dann irgendwann raus, dass sie überall auf Unis war und immer rausgeschmissen wurde und alles aufgesaugt hat. Sie sagt so en person, ach, das fällt mir so ein, das kommt so irgendwie zu mir. Sie spielt es auch noch runter. Und das ist irgendwie echt cool. Das macht so einen schönen Charakter.
Florian Bayer: Und es ist natürlich auch großartig in dieser Ergänzung eben mit diesem steifen, hilflosen, total nicht zur Selbstständigkeit fair. Wegen Dr. Howard Bannister, der von Ryan O'Neill gespielt wird.
Johannes Franke: Und ... Das ist so weird, weil ich bin gewohnt, als Zuschauer von Filmen, der in den 80ern geboren ist und irgendwie ... seltsame Anwandlungen von Filmen mitbekommen hat, wie Frauen versucht werden, man setzt ihnen eine Brille auf und dann sind sie das hässliche Ende. Ja, und das ist in diesem Fall andersrum. Sie haben dem Mann eine Brille aufgesetzt und haben gehofft, dass er als Nerd rüberkommt. Und er sieht aber viel zu gut aus, viel zu gepflegt aus, viel zu, weiß ich nicht, weißt du, was ich meine?
Florian Bayer: Es geht spätestens dann komplett in die Brüche, wenn er das erste Mal sein Hemd auszieht. Und wir sehen seinen nackten Oberkörper und denken, wow.
Johannes Franke: Und das Geile ist ... Das ist so geil und ich feiere den Regisseur dafür. Er hat ja eine Fliege an. Und er kriegt diese Fliege, verdammte Fliege nicht auf und zieht dann einfach nur das Shirt drunter aus und er hat noch diese Fliege an und er sieht aus wie ein Chippendale. Verhofflich.
Florian Bayer: Gab es damals schon die Chippen-Bails?
Johannes Franke: Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nicht, ob es ein Zitat ist oder ob es irgendwie... Ich weiß nicht, aber es sieht so aus.
Florian Bayer: Lass uns mal ganz kurz gucken. Auf jeden Fall, diese Chippendale-Referenz hatte ich nämlich auch sofort. Aber ich hätte jetzt so spontan gedacht ... Chippendales wurden 1975 gegründet. Okay, also wahrscheinlich keine Chippendales-Referenz.
Johannes Franke: Aufgrund des Films.
Florian Bayer: Er sieht tatsächlich sexy aus in dem Moment.
Johannes Franke: Ja, das ist unglaublich.
Florian Bayer: Brille und er macht das auch wirklich gut, seine Rolle so sehr hilflos und steif zu spielen, ganz am Anfang, wenn er mit Younis unterwegs ist und Und von ihr die ganze Zeit Befehle zugebellt riecht. Und dann immer, ja, ja, Jonas.
Johannes Franke: Ja, ja. Man fragt sich die ganze Zeit, warum sind die zusammen, aber man weiß das eigentlich auch, weil einfach beide völlig andere Agenda haben, als jetzt irgendwie romantische Gefühle. Und das sagt sie ja auch irgendwann, ne? Ja. Sie sagte sich nicht wegen der Liebe.
Florian Bayer: Romantik macht Platz für etwas.
Johannes Franke: Sie hält ihm einen Vortrag darüber, während sie ihn irgendwie zurechtmacht für irgendwas. Und darüber, dass Romantik überhaupt nicht, das ist nicht das, was sie sucht im Leben. Bei ihm vor allem schon gar nicht. Und dann sagt sie, Romantik macht Platz für was viel Größeres, für Wichtigeres, für und lässt eine Lücke und er wirft ein Senilität.
Florian Bayer: Trust. That's what I meant. Genau.
Johannes Franke: Das ist großartig.
Florian Bayer: Diese Dialoge zwischen Horat und Younes sind natürlich auch immer groß.
Johannes Franke: Ganz, ganz toll.
Florian Bayer: Warum trägt sie eigentlich eine Perücke?
Johannes Franke: Es ist so seltsam.
Florian Bayer: Sie hat diese absurde Perücke. Sieht so schrecklich aus mit dieser Perücke. Und die ist eigentlich, die ist ja keine, die ist wirklich keine schlecht aussehende Frau. Aber mit dieser voluminösen Perücke, mit dem wirklich krassen Mittelscheitel. Und dann diese Kleider, die sie trägt, sieht einfach so krass aus. Und sie spielt das auch hervor. Ja.
Johannes Franke: Ja, sie spielt das richtig gut. Das ist wirklich toll. Was sie mit ihrer Stimme anstellt, ich habe keine Ahnung, wie sie sonst klingt, aber es ist so unglaublich. Sie tut weh.
Florian Bayer: Sie ist wirklich von Anfang bis Ende anstrengend. Und so wird sie etabliert. Und man freut sich aber jedes Mal über dieses Anstrengende.
Johannes Franke: Okay, jetzt haben wir schon so viel über die Figuren geredet, aber es geht doch eigentlich um die Taschenplor. Der Film fängt doch damit an, es war einmal eine Tasche, eine karierte Tasche.
Florian Bayer: Vier karierte Taschen.
Johannes Franke: Ja, wir stellen fest, wir haben vier karierte Taschen. In einer Tasche sind prähistorische Steine von unserem Herrn Bannister.
Florian Bayer: von Howard, der damit zu einem musikwissenschaftlichen Kongress fährt, weil er will beweisen, es ist so schräg. Steinzeitmenschen, prähistorische Menschen haben mit diesen Steinen kommuniziert und Musik gemacht. und Töne hergestellt und das ist eine Frühform der Musik und er will ein Stipendium bei diesem musikalischen Kongress für diese Forschung.
Johannes Franke: Ja, und... Irgendwie schafft der Film es uns zu erzählen, dass er mit einer Stimmgabel an einen Stein... geschlagen kann, um dann dran zu horchen, ob da irgendwelche musikalischen Hintergründe in dem Stein verborgen sind. Völliger Quatsch. Also richtig völliger Quatsch. Da setzt sich der Film natürlich auch voll drauf. Er setzt sich auf jeden Quatsch, den er erzählt. Das ist unglaublich geil. Und ich glaube, das macht den Film auch so sehenswert und man kann sich so super drauf einlassen, weil man von vorne bis hinten weiß, okay, da ist nichts ernst gemeint.
Florian Bayer: Tasche Nummer zwei. Judy, unsere Stalkerin, die Howard durch Zufall trifft und ihn dann aber direkt...
Johannes Franke: attraktiv findet, die genauso aussieht wie Erste Tasche und anderen Inhalt. Sie hat einfach Frauenkleider und irgendein Buch.
Florian Bayer: Das ist auch eine wirklich chaotische Tasche, die sehr gut zu ihr passt, weil sie ist auch so eine Chaotin.
Johannes Franke: Genau. Die dritte Reisetasche gehört einer Miss von Hoskins. Die ist einfach sehr reich, eine Millionärin, die in dieser Tasche die genauso aussieht wie die anderen beiden, einfach ganz viel Schmuck aufbewahrt, der sehr wertvoll ist.
Florian Bayer: Wie auch der Concierge des Hotels feststellt, wenn sie dann landen. Ja.
Johannes Franke: Hans. Nein, er heißt nicht Hans, er heißt Fritz. Sie nennt ihn einfach Lars. Und sie checkt auch in das gleiche Hotel ein, in dem auch unser Bannister ist, in dem auch unsere... Barbara Streisand, Judy Maxwell ist.
Florian Bayer: Wobei Judy sich tatsächlich in das Hotel einfach einschleicht. Ja. Sie geht zur Rezeption und findet heraus durch so ein bisschen tricksrisches Fragen, welches Zimmer nicht besetzt ist. Und dann bestellt sie sich auf dieses Zimmer was zu essen und Damit sie Roastbeef essen kann. Eigentlich ist ihr Plot, also oft haben wir das ja so, jeder Charakter hat eine Motivation. Und ihre Motivation ist Roastbeef.
Johannes Franke: Sie will einfach nur essen. Aber der Film will uns schon auch erzählen, dass sie sich in ihn verliebt.
Florian Bayer: Definitiv, definitiv.
Johannes Franke: Und zwar im Vorbeigehen.
Florian Bayer: Hals über Kopf im Vorbeigehen. Sie begegnen sich am Anfang am Flughafen kurz. Und dann eben sieht sie im Hotel wieder und dann fängt sie schon an, ihn zu stalken und aufzulauern.
Johannes Franke: Massiv. Und wir müssen noch eine Vierte. Tasche Nummer vier. Genau. Das ist ein Agent, Mr. Smith, der diese Tasche besitzt, in der ganz viele... sehr geheime, gestohlene Dokumente sind, die er sich einmal ganz plakativ im Flughafen anschauen darf.
Florian Bayer: Gib uns einen Grauenordner und schreib ganz groß Top Secret drauf und wir wissen alles, was wir wissen müssen. Vor allem in der Zeit des Kalten Krieges natürlich.
Johannes Franke: Super. Perfekt.
Florian Bayer: Und der wird verfolgt.
Johannes Franke: Von einem anderen Typen, dem Gegenspion der anderen Seite. Das Name ich jetzt... Mr.
Florian Bayer: Jones. Ah, Mr.
Johannes Franke: Jones, genau.
Florian Bayer: Aber diese Namen werden nicht genannt, oder? Die kommen nur in den Credits vor und es ist natürlich auch Smith und Jones, das sind einfach so diese Decknamen.
Johannes Franke: Es ist unglaublich. Smith, was Besseres ist nicht eingefallen. Also was Generischeres, aber das muss es ja sein.
Florian Bayer: Und um ganz kurz zum Schluss zu springen, weil es ging so im Chaos, dass nachher dadurch entsteht, durch diese vier Taschen so ein bisschen unter... Ist dieser Mr. Smith ein Reporter? Habe ich das richtig verstanden? Er besteht dann nachher so drauf, dass diese Akten... an die Öffentlichkeit kommen und für mich klang es fast so, als ob er entweder ein Whistleblower ist oder ein Reporter, aber eigentlich der Gute von den beiden, wenn man so will.
Johannes Franke: Jaja. Nee, für mich wirkte er auch wieder gut von den beiden, aber ich hab nicht so richtig rausgefunden, was das ... Ich glaube, ich hatte nur den Eindruck, dass er einfach der ... Spion der anderen Seite ist und die Dokumente wieder.
Florian Bayer: Das dachte ich nämlich nicht. Es wird halt so inszeniert als dubiose Spiongeschichte und wir fragen uns die ganze Zeit, was ist da los? Wer von den beiden sollte jetzt die Akte haben, weil wir einfach nicht wissen, wer gut und böse ist.
Johannes Franke: Ja, genau. Und das ist auch nicht wichtig eigentlich.
Florian Bayer: Nee, das ist überhaupt nicht wichtig. Das ist ein klassischer MacGuffin.
Johannes Franke: Genau, genau.
Florian Bayer: Ja, aber das sind unsere vier Taschen und die landen dann halt in diesem Hotel.
Johannes Franke: Wir haben ein Wort fallen lassen, was wir kurz erklären müssen. Der Gaffin. Das muss man sehen. Lexikon.
Florian Bayer: MacGuffin ist ein ganz klassisches Tool beim Filmemachen und kommt in zahllosen Filmen vor. Vor allem hat das angefangen eigentlich bei der Schwarze. Also bei den Filmen noch, bei diesen klassischen Detektivgeschichten in den 40ern. Und eigentlich bezeichnet es einen Gegenstand, der den Plot voranbringen soll. Und bei dem vollkommen egal ist, worum es sich handelt. Irgendein Objekt, nach dem gejagt wird, das muss nicht unbedingt eine Tasche sein. Es sind oft Taschen, weil Taschen eignen sich natürlich sehr gut dafür. zu verbergen. Es kann aber irgendwas sein, Und es geht darum, dass man irgendein Objekt hat, an das alle ran wollen. Das einfach für alle wichtig ist. Aber für den Plot selbst ist nur wichtig, wie sie eben versuchen ranzukommen, was das dann bedeutet, welche Macht damit verbunden ist. ist eher zweitrangig. Es wird Alfred Hitchcock zugeschrieben, beziehungsweise seinem Drehbuchkollegen Angus MacPhail zugeschrieben. Die sollen das so entwickelt haben. Und wenn man sich Hitchcock-Filme anschaut, also gerade in den 40ern, dann haben wir das eben sehr oft, dass es um irgendein Objekt ging. geht. Ein Schmuckstück, einen Koffer. Der Malteser Falken ist auch so ein klassisches Ding. Da geht es halt um eine Statue. Das ist vollkommen egal. Es spielt keine Rolle. Das ist nicht wichtig. Es braucht nur irgendwas, was den Plot antreibt, weil alle danach jagen und sich darum streiten.
Johannes Franke: Manchmal wird sehr abfällig darüber gesprochen, weil manchmal ist das ein lazy Job von einem Drehbuchschreiber, der einfach irgendeinen McGuffin einbaut. Und danach jagen alle und am Ende ist aber nichts damit. Also wenn der sozusagen keine eigentlichen Bedeutungen bekommt, dann ist es manchmal doch ein bisschen ärgerlich. Ich habe den Eindruck, wir sollten eine Kategorie einführen. Plor erklärt oder Johannes erklärt, je nachdem, ob es Technik oder Drehbuch schreiben ist.
Florian Bayer: Dann brauchen wir so einen Schingel dafür.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Unsere Erklärung.
Johannes Franke: Das war Das muss man sehen. Lexikon.
Florian Bayer: Tatsächlich, Zizek hat den Ring im Wagners Ring des Nibelungen als den größten Mecker von aller Zeiten beschrieben. Also offensichtlich auch schon im 19. Jahrhundert beliebt.
Johannes Franke: Okay, ja. Genau, und unser McGuffin ist ... Eigentlich nicht eine Reisetasche, sondern alle vier und zwar für jeweils den Besitzer. jeweils denjenigen, der eigentlich zum Beispiel die Juwelen will oder zum Beispiel die... Die Dokumente will, die da geheim sind.
Florian Bayer: Dadurch entsteht so langsam die Verwirrung. Wir haben den Concierge, der die Juwelen sieht. Und er pfeift dann seinen Detektiven, der übrigens ganz toll ist, seinen Hausdetektiven, zu sich. und sagt, du musst die Tasche klauen. Und der Hausdetektiv ist dann halt im Hotel unterwegs und greift sich irgendwann die Tasche, indem er in das Zimmer einbricht.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Kurz bevor er erwischt wird, muss er schnell in ein anderes Zimmer fliehen, schiebt die Tasche unter das Bett, dann stehen zwei Taschen nebeneinander. Und wie es in so einer Verwechslungskomödie halt ist, greift er dann die falsche Tasche und die Taschen sind durcheinander. Und wir haben uns vor der Episode geeinigt, dass wir nicht versuchen aufzuschlüsseln, in welchem Raum gerade welche Tasche es ist. Weil es geht dann drunter und drüber.
Johannes Franke: Das will auch der Film nicht.
Florian Bayer: Nein, es ist auch nicht wichtig. Die Taschen sind alle MacGuffins.
Johannes Franke: Genau. Es ist einfach nur, dass die irgendwo jetzt, wir sehen halt immer mal wieder, wie jemand irgendwo reingeht und eine Tasche austauscht und wir stellen fest, ah ja, das ist aber nicht die Tasche, die er eigentlich wollte. Genau. Und das reicht uns auch eigentlich, weil nicht wichtig ist, um die Story zu verstehen, wer welche Tasche gerade hat. Das ist vollkommen egal. Und das sagt einem der Film auch irgendwie unten drunter.
Florian Bayer: Witzig ist halt, was um die Taschen herum passiert. Genau. Zum Beispiel der Hoteldetektiv hat es vermasselt, die Tasche zu klauen. Und deswegen will der Concierge in das Zimmer von der alten Dame, um die Tasche wieder zu holen.
Johannes Franke: Und die alte Dame, oh Gott. Die Koncierge sagt, bitte kümmere dich um die alte Dame, halte sie auf.
Florian Bayer: Wie soll ich das machen? Mit deinem Charme. Da gibt es diese großartige Szene, wo er einfach hingeht. Man sieht noch, er überlegt noch so ein bisschen, es fehlt die Birne über seinem Kopf. Das würde auch passen, weil das hat sowieso so einen Comic-Zeichentrick-Cartoon-Charakter die ganze Zeit. Und dann geht er hin und stellt die einfachen Beine.
Johannes Franke: Ganz platt.
Florian Bayer: Und dann läuft er ihr hinterher und versucht ihr die ganze Zeit ein Bein zu stellen. Und sie schreit auch nicht um Hilfe oder so, sondern sie will einfach nur zu ihrem Hotelzimmer und versucht halt die ganze Zeit an ihm vorbeizukommen.
Johannes Franke: Das ist so geil. Vor allem, weil er bis kurz bevor er das Bein stellt die ganze Zeit vor sich hinmummelt. Mit deinem Charme. Dein Charme. Lass deinen Charme spielen. Und Bein stellen. Und dann springt er auch so geil auf sie drauf und legt sie fest.
Florian Bayer: Und sie macht nichts, sie sagt nicht hilflich, wenn ihr überfallen solltet. Sie will einfach nur zum Hotel zu.
Johannes Franke: Und es ist so ein schöner stummer Kampf. Einfach nur so Kampfgeräusche und das war's. Und es ist so geil. Also das ist auch so ein Merkmal von Screwball-Comedian, dass Slapstick ja durchaus ein wichtiges Element ist.
Florian Bayer: Tatsächlich in diesem Film deutlich mehr als in den klassischen Screwball Crew in den 40er Jahren. Der Film ist sehr Slapstick getrieben. Und das mag ich auch an ihm. Er hat wirklich gute Slapstick-Momente. Und auch, er ist halt 70er Jahre, das heißt, er spielt schon mit den Slapstick-Momenten. Gerade am Schluss in dieser irren Verfolgungsjagd.
Johannes Franke: Hast du nachgeguckt? Ich wollte nochmal nachschauen, wie lang die ist. Die ist extrem lang.
Florian Bayer: Die ist lang und die hat... Eine Million Dollar gekostet. Das war ein Viertel. Ein Viertel von dem gesamten Budget nimmt diese Verfolgungsjagd ein.
Johannes Franke: Oh mein Gott.
Florian Bayer: 19 Tage haben sie gebraucht, um die zu drehen. 32 Stuntmen. Und sie dauert? Trommelwirbel?
Johannes Franke: Ne?
Florian Bayer: Elf Minuten.
Johannes Franke: Ich habe zehn Minuten geschätzt, verdammt. Aber weißt du was, einmal fahren diese Treppe runter. Mit all den Autos. Und man sieht der Treppe das an, dass sie nicht dafür da war. Die hat danach echt Schaden genommen. Shit. Und es ist im Film zu sehen und ich habe noch gedacht, okay, haben die die Treppe extra gebaut oder ist das mit dem Schaden da irgendwie, ist das klar, geht das klar? Und dann habe ich recherchiert. Daraufhin, nachdem das passiert ist, hat die Stadt gesagt, wir machen das nicht mehr ohne wirklich alles einmal vorher durchzulesen und zu wissen, was ganz genau passieren soll. Weil diese Treppe hat wirklich Schaden genommen und es ist bis heute zu sehen.
Florian Bayer: Dieser Film ist schuld daran, dass San Francisco, da spielt der Film nämlich, wurde ja auch gedreht, dass San Francisco extrem mäkelig geworden ist, was Filmdrehs betrifft, weil die haben alles kaputt gemacht.
Johannes Franke: Das ist unglaublich.
Florian Bayer: Total krass. Und das sind aber tatsächlich nur elf Minuten, diese Verfolgungsjagd. Und sie ist so wild und so chaotisch. Sie fahren Lastenrad. Ist das geil. Ich finde es so großartig. Ja. Wir schreiben das Jahr 1972 und wir haben zwei Protagonisten auf einem Lastenrad und das Lastenrad besiegt die Autos.
Johannes Franke: Es ist so geil, aber es hat viel damit zu tun, dass sie eben diese, in San Francisco gibt es halt auch diese krassen Hügel. wo meine Straße einfach eine Steigung hat, also wenn man da runterfährt, dann ist halt einfach... Da kannst du auch nichts mehr ausrichten. Da kannst du nicht gegentreten, wenn du mit dem Fahrrad irgendwo bist oder bremsen. Naja, hm. Dann brauchst du wirklich gute Bremsen, damit es irgendwie auf dem Fahrrad einigermaßen so bleibt. Und ich würde mich da nicht trauen, mit dem Fahrrad runterzufahren. Also schon mit dem Auto sah es irgendwie gefahren.
Florian Bayer: Ja, diese San-Francisko-Straßen sehen echt krass aus. Und in dieser Verfolgungsjagd gibt es dann ja diese richtig schöne, klassische Szene, wo die Glasscheibe über die Straße getragen wird, wo man die ganze Zeit drauf wartet, Wie wird sie kaputt gehen? Wie geht sie kaputt? Und es wird sehr schön damit gespült, weil es ein sehr langer Suspensmoment ist, wo wir als Publikum natürlich wissen, die wird irgendwann kaputt gehen und Autos fahren ständig dran rum. Irgendwann stehen sie wirklich ganz sicher an der Seite und es kann eigentlich nichts mehr passieren. Und dann wird jemand anderes, der an der Straße auf einer Leiter steht, von der Leiter runtergehauen vom Auto und schwingt an so einer Fahne, an der er sich festhält und er schwingt dann in die Glasplatte rein. Mensch, der gar nicht an der Verfolgungsjagd beteiligt war, darf sie am Schluss kaputt machen.
Johannes Franke: Und die haben echt viel damit zu tun gehabt, das hinzukriegen mit der Glasscheibe und so. Also da ist viel Produktionsgedöns hinten dran. Das habe ich jetzt nicht alles aufgeschrieben, aber es war sehr witzig, das durchzulesen. Also die Verfolgungsjagd lohnt sich auf jeden Fall.
Florian Bayer: Definitiv. Nicht nur die Verfolgungsjagd. Wir haben ja vier... vier große Handlungen.
Johannes Franke: Okay, mach du mal die Struktur. Du bist der Strukturmensch.
Florian Bayer: Also wir haben diesen Abend im Hotel, wo zwei Leute versuchen, die Taschen zu klauen und alle versuchen, irgendwie was für sich zu gewinnen. Wo dieser musikalische Kongress ist, zu dem sich dann auch Judy wieder schleicht und da als Younes ausgibt.
Johannes Franke: Das ist so geil.
Florian Bayer: Ganz großartig. Howard findet das natürlich total schlimm am Anfang.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und versucht irgendwie so zu sagen, das ist nicht meine Frau und wird aber ständig übertönt, weil er kann sich einfach nicht ausdrücken.
Johannes Franke: kurz zitieren. Er kommt ran, wo er noch seine Frau noch gar nicht erwartet, weil die ja noch sich umzieht und dann kommt er Und da sitzt dann Barbra Streisand und unterhält sich schon ganz fröhlich und sagt, ach Howard, schön, dass du da bist. Und stellt sich irgendwie geschickt als Eunice vor. Und er sagt, er guckt sie nur an und sagt, Juh, Juh. Und sie sagt, Juh, Juhnis. Richtig, Juhnis. Was haben wir im Griff? Das Stottern kriegen wir langsam in den Griff. Und dann sagt Howard auch noch, how, how, um zu sagen, how did you do that oder so. Und sie sagt, how? Sehr schön, sehr gut. He always gets stuck on names. It must be the excitement of meeting you for the first time und geht halt auf den Chef. um den es ja geht, der soll ja überzeugt werden, der dieses Stipendium für geben soll.
Florian Bayer: Und der ist auch total begeistert von ihr.
Johannes Franke: Er ist unglaublich begeistert.
Florian Bayer: Weswegen dann Howard auch irgendwann mitspielt und akzeptiert, dass die jetzt seine Frau ist. Übrigens nicht Eunice, sondern Burnsy. Das ist nicht Yunus. Stimmt, wir nennen mich Burnsy.
Johannes Franke: Weil sie mit Nachnamen Burns heißt. Genau.
Florian Bayer: Ich wollte ganz kurz die zwei Charaktere, die für diese Szene noch wichtig sind, die in dieser Szene noch zusätzlich etabliert werden, die keine Taschen haben, Gott sei Dank. Das ist zum einen eben dieser reiche Typ, der das Stipendium rausgeben soll. Mhm. Auf das alle wild sind. Den Mr. Larrabee, das ist der ... den Howard für sich gewinnen muss, damit er für seine Forschung Geld kriegt. Weil das ist der Geldgeber, Mr. Larrabee.
Johannes Franke: Das ist Frederick.
Florian Bayer: Frederick Larrabee, genau. Und dann die zweite wirklich witzige, unglaublich witzige Person ist der Konkurrent von Howard. Ja. Hugh Simon, der eigentlich so ein richtig schleimiger, schmieriger Typ ist und gleich von Anfang an versucht, Mr. Larrabee um den Finger zu wickeln.
Johannes Franke: Und auch exaltiert bis ins Letzte. Ist irgendwie so krass.
Florian Bayer: Und dann wird er aber eben von dieser falschen Eunice, also von Judy, von Burnsy ausgestochen, weil sie so charmant ist und so viele tolle Geschichten parat hat und... ihr einfach zu allem, was einfällt, dass er komplett ausgestochen und an der Seite ist. Und deswegen beschließt sich Howard dann, irgendwann das Spiel mitzuspielen, wenn die richtige Younes reinkommt und sagt, Howard, ich will hier rein! Sie lassen sie nämlich nicht rein, weil ihr Namensschild weg ist.
Johannes Franke: Weil die hat schon Barbra Streisand, dieses... Blöde Namensschilter.
Florian Bayer: Dann kommt sie reingestürmt, verfolgt von zwei Concierges, festgehalten an den Beinen. Und dieser Mr. Larrabee sagt, hast du das Originalzitat? Was ist das für eine Unstable?
Johannes Franke: Ah, nee, das habe ich nicht.
Florian Bayer: Moment, ich gucke ganz kurz dazu.
Johannes Franke: Ich habe nur das Zitat, wie sie da steht und sagt, wie, sie können mich nicht finden. Ich stehe genau hier. Weil sie das Label nicht finden für sie.
Florian Bayer: Moment, ich versuche einmal kurz zu finden, wo das Zitat ist, weil das ist so schön. Sie sind unterm Tisch, ist eigentlich egal, weswegen. Also er wollte eigentlich mit ihr reden und dann sind sie unterm Tisch... Alle, die gesamte Tischgesellschaft.
Johannes Franke: Es ist ein großartiges Bild. Plus kannst du nicht einfach so Nebensätze machen. Es ist so toll. Irgendwann will Howard unbedingt mit Barbra Streisand reden, weil er ihr klarmachen will, dass das nicht so geht. Und dann lässt sie ihre Serviette fallen und sagt, there goes the napkin. und bürgt sich unter den Tisch. Er kommt auch hinterher. Und die anderen am Tisch denken sich halt, oh, da gibt es eine Party und kommen mit unter den Tisch.
Florian Bayer: Der Concierge fragt noch, was für einen Wein gab es an diesem Tisch?
Johannes Franke: Und dann gibt es diese schöne Totale von dem Tisch. die alle unter dem Tisch runterböcken sich. Das sieht so geil aus.
Florian Bayer: Judas kommt reingerannt und schreit, Hauert, Hauert! Und dann fragt Larrabee, who is that dangerously unbalanced woman? Und Howard ... überlegt kurz und sagt dann I never saw this woman before in my life. Und dann wird sie rausgeschmissen.
Johannes Franke: Du darfst nicht unterschlagen, dass Barbra Streisand einen ganz wundervollen Blick drauf hat an der Stelle.
Florian Bayer: Dieser Abend endet dann in komplettem Chaos. Weil dann kommen eben die verschiedenen Taschen. Sie schleicht sich noch in sein Hotelzimmer.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Der Fernseher ist laut, er macht den Fernseher laut, weil Yunus bei ihm anruft und fragt, ich höre doch eine Frauenstimme. Dann sag ich, ich guck einen Kriegsfilm.
Johannes Franke: Eine Frauenstimme? In einem Kriegsfilm? Äh, ja. Und dann, natürlich kann das Judy, Barbara Streisand, nicht auf sich sitzen lassen, kommt direkt ans Telefon ran. Und nennt auch noch seinen Namen und versucht irgendwie klarzumachen, dass sie da ist. Younes kommt rüber. Steckt Judy aufs Dach? Aber das finde ich krass. Er stellt sie auf das kleine Sims. Was sie noch hat, um zu stehen, ohne runterzufahren vom Hotel, was ziemlich hoch ist.
Florian Bayer: Definitiv. Das wäre ein tödlicher Sturz.
Johannes Franke: Wer zur Hölle macht das? Also das fand ich ein kleines bisschen zu weit gegangen für eine Screwball-Komödie schon.
Florian Bayer: Ich fand's super. Weil es so übertrieben ist. Sie hängt dann auch da. Sie rutscht aus und hängt wirklich nur mit beiden Händen an diesem Sims. Also es ist total übertrieben. Und nicht einmal Todesangst in ihren Augen. Sondern so, oh nee, auch jetzt das noch.
Johannes Franke: Und dann kommt ja auch noch der andere Typ, der gerade die Tasche geklaut hat. Oder hat er die noch dabei? Ich weiß nicht.
Florian Bayer: Der eine Typ will die Tasche haben und Younes sagt, Howard soll den Fernseher ausmachen und das geht dann nicht, weil er den Knopf abgedreht hat. dann reißt er das Kabel aus der Wand, es gibt Feuer, die Stränkleranlage springt an und es ist reines Chaos.
Johannes Franke: Reines Chaos. Ach, und es wird so schön gegengeschnitten mit... Nächster Morgen alles ist angekokelt und der Hotelmanager klopft an der Tür und sagt, wir haben eine Nachricht für Sie. Ach, welche Nachricht denn? Goodbye. War das schon die ganze Nachricht, ja? Ja, ich würde nur jetzt bevorzugen, wenn sie auschecken würden.
Florian Bayer: Die Klavierzähne klammern wir mal kurz aus, weil die nicht so wichtig für den Plot ist. Aber die können wir gleich reden. Die müssen wir noch aufhören. Einmal die Struktur durchgehen. Okay. Bevor wir uns verlieren. Das zweite große Ding ist dann im Haus von Mr. Larrabee. total absurden Zufall. Das macht auch überhaupt keinen Sinn. Junis dann auch noch landet. Also, Judy fährt mit ... mit Howard zum Haus von Mr. Larrabee, weil Howard will das jetzt eigentlich aufklären, dass Jonas seine Frau ist. Aber Judy schafft es, sie an einen anderen Ort zu locken. Und das ist aber ausgerechnet der Ort, wo der Hausdetektiv mit den vermeintlichen Diamanten gelandet ist. Aber er hat halt die falsche Tasche, deswegen sind das die Steine von Howard. Und er wird gerade bedroht mit einer Waffe. Und dann sagt sie, Moment, das sind doch Howard's Steine. Woraufhin die Gangster denken, ah, sie weiß, wo die richtigen Juwelen sind, die wir eigentlich klauen wollten.
Johannes Franke: Das Dümmste, was ich sagen konnte in dieser Situation.
Florian Bayer: Das macht doch überhaupt keinen Sinn, dass sie, diese Judy hat sich irgendeine Adresse ausgedacht.
Johannes Franke: Nein, das hat sie nicht. Sie hat sie vorher gehört.
Florian Bayer: Sie hat sie vorher gehört? Ach, verdammt, das habe ich verpasst. Nein, nein, das macht schon absolut Sinn. Oh, der Film hat Logik.
Johannes Franke: Jaja, weil es darum ging, dass der Gangster genau dorthin geschickt werden sollte. Und das hat sie mit einem Ohr mitgehört, wie der da hingeschickt wird und deswegen hat sie diese Adresse genannt.
Florian Bayer: Okay. Dann macht das... Doch viel mehr Sinn, als ich dachte. Und dann landen sich auf jeden Fall alle auf dieser Party und dann kommt es eben zu der dritten großen Szene, zu dieser Verfolgungsjagd. Weil auf dieser Party ist dann wieder Chaos, weil dann sind die Gangster da, dann sind die Agenten da.
Johannes Franke: Die vier Taschen sind da.
Florian Bayer: Die vier Taschen sind da und die betronen sich mit Waffen und es gibt einfach den Moment, wo Judy irgendwann zu Howard sagt, lass uns abhauen, schnapp dir die Tasche. Und Howard fragt, welche? Alle. Alle. Und dann rennen sie weg mit diesen Taschen und es kommt zu dieser Verfolgungsjagdszene, die wir gerade schon sehr ausführlich besprochen haben. Super, es ist blankes Chaos.
Johannes Franke: Es ist wirklich toll.
Florian Bayer: Und dann kommt es zur vierten großen Szene, meine Lieblingsszene in diesem Film. Nachdem sie bei der Verfolgungsjagd im Wasser gelandet sind, werden sie festgenommen und sie landen vor Gericht. Und es ist so großartig, dieser Richter und die Leute, die alle dazwischen sind.
Johannes Franke: Und vor allem, weil es eine ganz lange Vorgeschichte dafür gibt, bevor die dann überhaupt vor Gericht landen. Wir sehen einfach ganz... In Seelenruhe, nachdem wir jetzt ein riesiges Tempo hatten von dem ganzen Film, die ganze Verfolgungsjagd und alles. Und es gipfelt darin, dass wir einfach nur einen Richter sehen, wie er Platz nimmt. Wie er ganz, ganz lange breit erklärt, dass er bitte einen ruhigen Tag haben möchte. dass sein Herz schon genug ausgestanden hat in den letzten Wochen vor Gericht und packt Pillen aus. die alle für irgendwas sind, um ihn am Leben zu erhalten. und betont immer wieder, dass es sehr wichtig ist, dass es sehr ruhig sein wird. Und dann geht das Geschrei los und die kommen rein und es ist alles laut und schrecklich.
Florian Bayer: Dieser Judge Maxwell ist einfach so großartig. Und das Tolle ist ja auch, er kommt rein und er ist total genervt. Er hat überhaupt keinen Bock auf diesen Job. Weil er nur mit Abschaum zu tun hat. Er sieht Leute da sitzen und sagen, was ist denn das für ein Abschaum? Und dann kommen diese Leute rein und reden durcheinander und alle versuchen zu erklären, was passiert ist. Und Howard denkt sich, ich kann das erklären und tritt dann als erster mutig nach vorne und versucht die Situation aufzulösen. Auch mit den mangelnden Informationen, die er hat und redet dann von Burnsy und von Judy.
Johannes Franke: Und wer ist Yunus und wer ist wer? Und das ist völlig absurd. Der Richter kriegt nichts davon auf die Reihe. Der versucht immer zu notieren, sagt dann, ah ja, okay, und das ist jetzt, nein, da ist noch was. Ach so, da ist also noch was.
Florian Bayer: Und das wird irgendwann zum Running Gag, dass er dann immer sagt, let's skip this part. Weil es einfach zu viel ist, diese Erklärung. Weil es einfach keinen Sinn ergibt.
Johannes Franke: Ja, es ist toll. Also die Richterszene mag ich auch wirklich sehr.
Florian Bayer: Und die Richterszene wird auch wunderbar. Wunderschön aufgelöst, weil irgendwann ist so ein bisschen, also Barbara Streisand ist die ganze Zeit unter dieser Decke versteckt. Und er sagt dann irgendwann, okay, sie scheinen ja offensichtlich die Frau zu sein, die dafür verantwortlich ist. Kommen Sie mal nach vorne, was haben Sie denn zu sagen? Und dann zieht sie sie zurück, offenbart ihr Gesicht. Und er sagt, Judy.
Johannes Franke: Und sie sagt, Papa. Hi, Daddy.
Florian Bayer: Das ist so toll.
Johannes Franke: Und dann blenden wir eigentlich nur noch ab, weil eigentlich klar ist, okay, die bemühen sich jetzt irgendwie den Knoten zu lösen, der da drin ist in der ganzen Story. Und wir bekommen dann nur noch die Auflösung mit.
Florian Bayer: Dieser Knoten lässt sich eigentlich nicht wirklich wissen. Das ist ja auch das Tolle. Dieser Film lebt einfach von diesem permanenten Chaos. Egal ob in der Verfolgungsjagd, egal bei diesen Hotelzimmer-Szenen, die einfach nach dem Prinzip funktionieren, Tür auf, Tür zu, einer schleicht über den Gang. Manchmal begegnen sie sich zufällig und sie kennen sich ja nicht und dann sagt der eine, oh, ich muss noch das machen. Ich will nur das machen. Das ist super Chaos und man sieht halt immer nur, wie Taschen hin und her geschoben und getauscht werden. Es ist natürlich auf dieser Party das totale Chaos. Wenn sie sich damit Waffen bedrohen und sie wegrennen und dann alle hinterher sind. Die Verfolgungsjagd ist Wahnsinn. Die verschiedensten Fahrzeuge, die hinter ihnen her sind. Und sie mit diesem geilen Lastenfahrrad.
Johannes Franke: Aber erkennst du das Zitat? Darüber haben wir schon ein paar Mal gesprochen. Die Keystone Cops. Die Keystone Cops sind in den 20ern, das war eine riesige Produktion quasi nur von Filmen, wo... Slapstick betrieben wurde mit Polizisten, die Gauner jagen. Und es sind ganz viele Autos, die einfach in einem atemberaubenden Tempo durch die Stadt fahren und dann gerade so nicht vom Zug überrollt werden oder gerade so jemanden nicht erwischen, der sonst sterben würde und so. Und das ist... voll das Zitat von dieser Art und Weise, schnelle Comedy zu machen. Das ist so großartig.
Florian Bayer: Das ist einfach Slapstick. Also das ist auch der Moment, wo... Wo er definitiv anders funktioniert als diese klassischen Screwball-Comedien, weil die bei weitem nicht so viel Slapstick-Action haben.
Johannes Franke: Das stimmt, ja.
Florian Bayer: Der erste amerikanische Film, der in den Credits die Stuntleute aufgeführt hat.
Johannes Franke: Ja, völlig zu Recht. Und seitdem wurde das halt dann betrieben. Ich finde es gerade schade, dass es nicht vorher so gemacht wurde.
Florian Bayer: Ja, es ist so ein bisschen traurig.
Johannes Franke: Ja, weil Stuntleute gab es ja auch schon früher.
Florian Bayer: Definitiv. So wichtig für einen Film, gerade für einen solchen Film. Die ganze Physical Comedy würde einfach nicht funktionieren ohne vernünftige Stuntleute. die wirklich krasse Sachen machen und ihr Leben riskieren für unseren Spaß.
Johannes Franke: Ja, ein männlicher Stuntman hatte für Barbra Streisand auf dem Fahrrad Distanz gemacht. Und der hat sich halt auch dann den Fuß gebrochen.
Florian Bayer: Wenn man den Film sieht, dann... Macht das auch total Sinn, weil es ist wirklich ein halsbrecherisches Stunz.
Johannes Franke: Ja, das ist total krass. Meine Güte. Ja, man guckt sich solche Filme so an, es sieht alles so leicht aus und so und man denkt nicht daran, was da eigentlich für krasse Sachen dahinter stecken.
Florian Bayer: Das ist halt auch so schön bei all diesen Slapstick-Sachen, dass wirklich krasse Sachen passieren. Aber er verliert nie seine Leichtigkeit. Der Film wird nie... Nie dramatisch, es wird nie so, dass man das Gefühl hat, oh Gott, Hilfe. Sondern es macht die ganze Zeit Spaß, man lacht einfach. Auch wenn Waffen gezogen werden, wenn Leute wegrennen, wenn krasse Unfälle passieren, es ist einfach... Die ganze Zeit witzig und leichtherzig, aber nicht seicht, weil dafür ist er zu bissig.
Johannes Franke: Genau, genau. Und das finde ich eine ganz tolle Kombi. Ja, definitiv. Ich hatte so ein bisschen Angst, als ich den Film vorgeschlagen hatte, weil ich nicht mehr genau wusste, Wie, auf welcher Seite von Messerschneider ist er denn für dich dann? weil ich nicht mehr genau wusste, ob er so intelligent ist, wie er intelligent ist und ob er nicht zu, naja, ich meine, es Wenn man sich die 50er-Jahres-Screwball-Comedian anguckt, dann ist da viel schlechtes Frauenbild dabei und überhaupt so solche Sachen. Und das hat der Film kaum, ganz wenig. Es gibt nur einmal der Spruch von dem Richter, Yunis versucht noch einzuwerfen und die haben mich fast, they molested me. Ja, das ist nicht zu glauben. Und dann sagt er, naja, das glaube ich nicht. und guckt sie an, also offensichtlich, weil so siehst du aus, also kannst du nicht vergewaltigt worden sein.
Florian Bayer: Es gibt diese zwei, drei, es gibt auch mehr so leicht sexistische Anleihen. Es gibt auch diesen Moment, wo der ... wo der Concierge zum Detektiv sagt, geh in das Zimmer der alten Dame und sag zu ihr, dass du unsterblich in sie verliebt bist. Und seine Reaktion ist einfach, kann ich sie nicht einfach umbringen? Ja. Es gibt diese Momente, aber ich finde, sie sind relativ gering. Und es wird einfach so aufgelöst, weil das Männerbild in dem Film ist halt... Ja. Viel krasser als das Frauenbild, weil die Männer sind einfach mal alle Deppen und Tölpe.
Johannes Franke: Also ich kann es nicht oft genug sagen, aber Barbra Streisand ist wirklich unglaublich gut in diesem Film.
Florian Bayer: Sag was zu der Klavierzähne, komm. Ich wollte sie dir nicht wegnehmen.
Johannes Franke: Also unser Bannister, unsere Hauptfigur, unsere männliche kommt da hoch, weil er ausgeschmissen wurde aus dem Hotel und dann irgendwie in... Aufzug steigt und eigentlich runter will, aber irgendwie fährt er dann hoch zur Baustelle, wo noch was gebaut wird vom Hotel. Und dann wandert er da einfach lang. Ich weiß nicht genau, wie sie darauf gekommen sind, diese Szene da einzubauen. Melancholisch. Ja, okay, so einen ruhigen Moment einzubauen einfach.
Florian Bayer: Nach der chaotischen Nacht haben wir so einen Moment der Melancholie. Ich glaube, er denkt auch tatsächlich nochmal über alles nach. Man glaubt das auch in dem Moment.
Johannes Franke: Und da läuft er rum und dann ist da irgendwie so ein riesiges Ding abgedeckt mit einem großen Tuch und der stellt halt fest, das ist ein Flügel. und fängt da an, so ein bisschen dran rumzuklimpern und zieht dann das Tuch da komplett runter und ... Da liegt jemand. Wer liegt denn da?
Florian Bayer: Natürlich Judy.
Johannes Franke: Judy liegt da.
Florian Bayer: Barbara Streisand liegt auf dem Klavier.
Johannes Franke: Liegt wie dahingegossen, wie das eben so ist, wenn man sich, bei Jessica Rabbit hat doch auch mal auf so einem Klavier gelegen, oder?
Florian Bayer: Natürlich.
Johannes Franke: Also das ist wie ein typisches Bild auf einem Flügel. Eine Frau liegt da und ein Mann sitzt davor und spielt.
Florian Bayer: Wir müssen ganz kurz dazu sagen, als dieser Film gedreht wurde, stand Barbara Streisand noch ziemlich am Anfang ihrer Schauspielkarriere. Das war so ihr vierter, fünfter Film.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und sie war vor allem, aber sie war schon als Musikerin bekannt. Sie hat ja schon ... diverse Broadway-Stücke gespielt. Und zwar seit den 60ern war sie eigentlich eine berühmte Musikerin. Und deswegen kriegt sie dann auch diese musikalische Szene, die jetzt kommt.
Johannes Franke: Und sie war auch bekannt genug, als dass sie sozusagen zu der Produktion gegangen ist und gesagt hat, ich möchte gerne einen Film mit euch machen. Und die, die sich dann überlegt haben, ah, Barbra Streisand will einen Film mit uns machen. Was machen wir denn da? Und daraufhin diesen Film entwickelt haben. Also es ist nicht... dass sie den Film fertig hatten und dachten, wen nehmen wir denn für die Rolle? Sondern es war wirklich auch für sie geschrieben.
Florian Bayer: Sie hatten Musicalstar. Sängerin, Musicalstar und dann ist sie auf dem Klavier und dann haben wir diese wunderschöne Casablanca-Referenz.
Johannes Franke: Und sie macht es so toll, sie zitiert, Rick, die Hauptfigur von Casablanca ... die ja sagt in Casablanca, ausgerechnet von all den Kneipen auf der Welt muss sie ausgerechnet in meine stolpern. Das zitiert sie, so richtig Bogart imitierend mit einer... Und es ist so geil. Und dann sagt sie am Ende, play it some. Und er weiß überhaupt nicht. Und dann sagt sie noch Beef Light oder sowas. Keine Ahnung. Gibt irgendeinen Ton vor. Und dann, ach ja, kein Problem. Und dann spielt der einfach... völlig improvisiert drauf los. Die spielt natürlich ausgerechnet dieses Lied und dann singt sie. Und das singt sie ganz wundervoll. Und das hat sie auch nicht vorher im Studio eingesongt, sondern das haben sie wirklich am Set original gemacht. Weil der Regisseur gerne diese ganzen Geräusche, wenn sie runterkommt vom Klavier und wie das alles vom Flügel und sich da irgendwie... Das natürlich alles ändert und wenn man das vorher einsingt im Studio, dann klingt das alles immer ein bisschen zu sauber. Und sie singt das ganz wundervoll, finde ich. Ganz toll.
Florian Bayer: Es ist ja so ein bisschen, ich stelle mich jetzt kurz vor als Zuschauer aus der Zeit. der kein großer Broadway-Fan ist, kein großer Musical-Fan ist und kein großer Barbaro Streisand-Fan. Und dieser Zuschauer, der ich in dem Moment bin, könnte die Befürchtung haben, dass ... dieser Film zu viel Musical wird, wenn Barbara Streisand mitmacht.
Johannes Franke: Naja, ist es ja aber nicht.
Florian Bayer: Sie haben das ganz gut gelöst. Sie geben Barbara Streisand eben diese Gesangsnummer.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und es gibt so ein paar Momente, die so ein bisschen musikalisch sind. Aber du hast nie das Gefühl, dass es zum Musical kippt. Sondern es ist eben immer ein Moment, auch wenn sie am Anfang über die ... über die Straße geht und etabliert wird als Charakter, dann haben wir sie auch so ein bisschen singen, dieses Funicula. Was sie quasi pfeift.
Johannes Franke: Das ist von George Gershwin oder was?
Florian Bayer: 1880er Jahre, klassische Musik von Nicola. Es gibt noch so ein paar mehr von diesen musikalischen Momenten, aber es wird wirklich in den Film eingeflochten. Und der Höhepunkt ist natürlich diese tolle Klavierszene. Es ist einfach schön gemacht. Ja. Und du hast nie das Gefühl, oh, jetzt kommt eine Gesangsszene, damit Barbara Streisand einmal singen darf. Überhaupt nicht. Das passt einfach gut rein.
Johannes Franke: Total schön.
Florian Bayer: Und es gibt eben auch den richtigen ruhigen Moment nach der chaotischen Nacht und vor diesem chaotischen Tag da mit der Verfolgungsjagd.
Johannes Franke: Und es ist wundervoll, Irgendwie haben sie es hingekriegt, dass diese sehr seltsamen Charaktere die sich dann annähern und das erste Mal der Kuss stattfindet zwischen den beiden, weil er dann doch feststellt, dass er sie irgendwie... gut findet. Und Filme müssen natürlich sofort von Liebe reden, aber egal.
Florian Bayer: Haben wir letzte Woche schon festgestellt, Stalking ist so cute.
Johannes Franke: Oh Gott. Dann ist dieser erste Kuss tatsächlich erotisch. Ich fand den tatsächlich gut.
Florian Bayer: Kommen wir kurz noch mal zu Barbara Streisand.
Johannes Franke: Willst du das Thema jetzt?
Florian Bayer: Ich bin kein großer Barbara Streisand-Fan. Und ich finde... Das Problem ist, sie hat definitiv eine Erotik in dieser Rolle.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber wenn ich Barbara Streisand sehe, sehe ich immer diese Frau, die in den 70ern und 80ern sehr viele Sachen gemacht hat, die mich nicht so kriegen. Und das wirkt zu sehr damit rein. Das ist total verstörend für mich in diesem Film. Weil ich finde sie in diesem Film total sexy eigentlich.
Johannes Franke: Ja, das ist toll.
Florian Bayer: Es gibt ja auch diese Badezene, wo sie im Bad auflauert und dann so halb nackt mit Handtuch da steht und noch nass ist und so. Das ist alles sexy, aber ich sehe halt immer ... Barbara Streisand. Und Barbara Streisand ist eigentlich nicht sexy.
Johannes Franke: Weißt du, was ich meine? Nee, überhaupt nicht, weil mein Bild von Barbra Streisand von diesem Film geprägt ist. Ach krass, ich kenne Barbra Streisand vor allem durch diesen Film und dann später natürlich andere Sachen kennengelernt und so, aber... Das war, glaube ich, eine meiner ersten intensiveren Begegnungen mit Barbra Streisand. Und ich fand sie schon immer unglaublich toll. Einfach in diesem Film und alles andere kann das nicht überschatten.
Florian Bayer: Auch nicht Yantel, Star is Born, Herr der Gezeiten.
Johannes Franke: Weiß ich alles nicht genau gerade.
Florian Bayer: Ich habe einfach ein anderes Bild von Barbara Streisand. Barbara Streisand ist für mich eigentlich nicht diese Rolle, nicht diese Frau, weil ich sie halt auch anders kennengelernt habe.
Johannes Franke: Okay, verstehe.
Florian Bayer: Und wenn ich an Barbara Streisand denken muss, muss ich auch immer an diese alberne Anekdote denken, dass sie jemanden verklagt hat, der ein Foto gemacht hat von oben, von ihrer Villa mit diesem Streisand-Effekt.
Johannes Franke: Oh, das ist eine Kategorie für uns zum Erklären. Musik Das muss man sehen. Lexikon. Der Streisand-Effekt. Im Grunde, um es kurz zu erklären, wenn man versucht, als bekannter Mensch etwas zu verhindern, ein Fakt oder ein Foto oder irgendein Dokument versucht zu verhindern, dass es an die Öffentlichkeit gerät. Bestärkt man im Grunde nur das öffentliche Interesse daran, dass es an die Öffentlichkeit gerät. Deswegen sollte man eher den Streisand-Effekt... der dadurch entstand, dass sie versucht hat, etwas zu verhindern, umlau umgehen und lieber totschweigen, als da noch Großgerichtskosten zu bemühen.
Florian Bayer: Der heißt tatsächlich Streisand-Effekt wegen Barbara Streisand, weil die im Jahr 2003 einen Fotografen verklagt hat. der einfach nur Luftaufnahmen von Kalifornien gemacht hat, von der Küste. Weil er einfach ... Es ging nicht um sie, es hatte nichts mit ihr zu tun. Er wollte einfach nur Bilder machen von der Landschaft, weil die sehr schön ist, da gibt es ja diese Klippen. Und da stehen sehr viele Häuser von sehr vielen reichen Hollywoodstars, auch von ihr. Und dann hat sie gesagt, Moment, du hast mein Foto veröffentlicht und hat ihn auf... oder beziehungsweise die Zeitschrift, für die er das gemacht hat.
Johannes Franke: Das war Das muss man sehen. Lexikon.
Florian Bayer: Und es waren 12.000 Luftaufnahmen.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Und wegen diesem einen, das ihr Haus zeigt, hat sie ihm verklagt. Und dadurch ist was bekannt geworden natürlich. Und plötzlich wussten alle, da wohnt Barbara Streisand. 2003, wir reden so Peak-Internet-Trollzeit, als Trolltum noch lustig war und nicht total von Nazis verseucht.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Unzählige Menschen haben daraufhin Fotos von ihrem Haus im Internet gepostet. Das wurde eine richtige Welle im Internet. Von Bildern von ihrem Haus.
Johannes Franke: Tja.
Florian Bayer: Und für mich ist Barbara Streisand halt eher mit sowas verbunden. Die ist halt für mich immer so ein bisschen die, und das ist wahrscheinlich auch ungerecht, so ein bisschen die reiche Schauspieler-Diva, die halt sehr viele Musicals gemacht hat und auch sehr kitschige und schmalzige Musicalfilme und Songs aufgenommen hat und immer mal wieder in irgendwelchen Late-Night-Shows in Duetten aufgetreten ist, weil jeder mal ein Duett mit ihr machen will. Ach, ja. Und ich tue ihr damit wahrscheinlich ein bisschen Unrecht, aber dieses Bild ... Das Bild lässt sich, glaube ich, nicht mehr korrigieren. Das ist auch ein Streisand-Effekt.
Johannes Franke: Schade. Ja, bei mir war das nie so und deswegen habe ich sie immer als so tolle Schauspielerin, tolle, intelligente und auch sehr... attraktive Schauspielerin. Also ich bin wirklich bei diesem Film bin ich massiv beeindruckt von ihr, was sie was sie an Schnelligkeit mitbringt, an Schauspiel.
Florian Bayer: Sie ist in diesem Film großartig. Und sie ist in diesem Film fantastisch. Sie ist on point, sie ist super witzig, sie ist super schnell. Aber ich hab halt immer dieses zweite Bild von ihr. Lass das aber weg. Lass das einfach weg. krieg's nicht raus. Es tut mir schrecklich leid. Es tut mir auch wirklich um den Film leid, weil wie gesagt, sie ist in dem Film, grundsätzlich ist sie halt irgendwie schon sexy in dem Film. Punkt.
Johannes Franke: Auch intelligent und schnell. Okay. Kennst du Leoparden, küsst man nicht?
Florian Bayer: Nee, der gehört zu den Filmen, die ich noch sehen muss.
Johannes Franke: Dann werden wir das demnächst nachholen, Plur, weil eigentlich dieser Film sich so massiv auf diesen Film bezieht. Also... Ist was, Doc, ist eigentlich eine große Persiflage oder Hommage oder schwer zu sagen auf... Leoparden küsst man nicht, wo Cary Grant mit... Catherine Hepburn. Genau, Audrey Hepburn. Catherine Hepburn, den... Also einfach diese Beziehungsdynamik. Und Cary Grant ist da auch so ein Professor, so ein sehr... verwirrter Typ irgendwie. Ist auch eine Screwball-Komödie und irgendwie, der hat auch so eine Brille auf, das bezieht sich alles irgendwie da drauf.
Florian Bayer: Und unser Howard, der hat Cary Grant gefragt, was er machen muss. um diese Aura zu vermitteln. Ryan O'Neill hat das Cary Grant gefragt und seine Antwort war ...
Johannes Franke: Er hat ja gar keine großen Tipps gegeben. Er hat einfach nur gesagt, ja, you have to wear silk underwear. Was? Okay.
Florian Bayer: Und wahrscheinlich haben wir deswegen auch diese wirklich tolle Underwear-Szene. Wo auch alles über diesen Charakter gesagt ist. Wenn seine Hose reißt und wir sehen ihn in Unterwäsche, dann wissen wir wie dieser Mann tickt.
Johannes Franke: Ganz toll. Ja, also ich glaube, wenn es um Screwball geht, dann kommt man auf keinen Fall um Leoparden küsst man nicht aus dem Jahre 1939. 1938.
Florian Bayer: Bringing Up Baby im Originaltitel. Wurde wieder sehr kreativ übersetzt.
Johannes Franke: Ja, ja. Aber ich glaube auch, das ist eine gute Übersetzung, ist auch eine gute Synchronfassung, wenn ich mich richtig erinnere.
Florian Bayer: Von Howard Hawks.
Johannes Franke: Ja, also auf jeden Fall werden wir das irgendwann demnächst mal machen müssen. Wenn wir wieder genug andere Sachen haben. Und nicht nur Skrullball von mir kommt. Ich habe da echt eine Vorliebe für. Woran liegt das?
Florian Bayer: Ja, weil diese Filme, genau, was geben einem diese Filme? Wie gesagt, What's Up Dog ist ein super unterhaltsamer Film. Der macht super viel Spaß. Aber wenn ich jetzt die Frage stellen würde, bringt mich dieser Film weiter? Aber das ist vielleicht die falsche hochtrabende Frage.
Johannes Franke: Genau, das ist gemein.
Florian Bayer: Es macht einfach von der ersten bis zur letzten Minute Spaß, sowas zu sehen, wenn es gut gemacht ist. Und die haben natürlich auch ein gewisses Konzept mit ... mit Romantik umzugehen und mit Beziehungen und werfen da auch einfach ein leichtes Licht drauf.
Johannes Franke: Mhm. Und persiflieren diese ganze Love-Story-Tendenzen, die in Hollywood auch vorher schon existierten.
Florian Bayer: Und sie schreien halt auch... die ganze Zeit seht es nicht so dramatisch. Man verliebt sich, man trennt sich, es passiert immer was, das Leben ist bunt.
Johannes Franke: Ja, genau. Weswegen ja auch am Ende die Eunice, die ja nun... schlecht beraten ist mit Howard, dass die dann mit Frederick abhaut.
Florian Bayer: Ja, mit dem Geldgeber. Und das ist ganz toll, weil das Erste, was Frederick zu Younes sagt, ist, wo ist das Unbalanced Woman?
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann gibt es diese Szene bei seiner Party, wo sie angegriffen wird von dem Gangster. Und dann kommt Larrabee wieder. Das ist der zweite Moment, wo er auf sie trifft. Und er sagt, don't you dare strike that brave unbalanced woman. Ja. Wo man dann merkt, jetzt entwickelt sich die Romanze zwischen den beiden. Ja, aber ganz sacht.
Johannes Franke: Es gibt nicht so viel, was darauf hinweist, aber es ist da.
Florian Bayer: Und dann gibt es ja diese zweite Szene. wo er sie nach ihrem Namen fragt, wenn sie im Auto sind oder so, wo sie über ihren Namen reden und sie werden mit der Pistole bedroht. Der Gangster ist mit ihm im Auto bei der Verfolgungsjagd. Und dann sitzt ein Yu, also dieser Yu Simon, dieser exaltierte Konkurrent. Und ... Und Larrabee und Eunice sitzen zusammen im Auto und sie flirten so ein bisschen. Sie hat Angst. Er tröstet sie so ein bisschen und da kommt es irgendwie zu ihrem Namen. Und dann sagt dieser Jude, das ist doch vollkommen egal, wie die Namen sind. Wir werden hier gerade mit einer Waffe bedroht, was soll das?
Johannes Franke: Ja, es ist schön. Es ist eine kleine, subtile Entwicklung und dann hauen die halt irgendwie am Ende zusammen ab und es gibt gar kein Drama darum, dass... Die eigentlich gerade Verlobten sich getrennt haben. Es ist gar kein großes Drama am Ende dann mehr. Während des Films ist es so, der Umgang zwischen den beiden ist halt schwierig. Und natürlich gibt es da Krisen, aber die eigentliche Trennung ist dann sehr einvernehmlich und sehr easy peasy einfach abgehandelt.
Florian Bayer: Wir freuen uns tatsächlich auch in diesem Moment für Jonas und Larrabee, dass die zusammen sind. Weil dieser Larrabee ist auch irgendwie ein süßer, sympathischer Typ, auch so ein bisschen verpeilt.
Johannes Franke: Mag den Schauspieler.
Florian Bayer: Der ist toll, ne?
Johannes Franke: Der ist wirklich toll.
Florian Bayer: Der ist wirklich gut.
Johannes Franke: Jetzt musst du wieder recherchieren, woher kenne ich den?
Florian Bayer: Ja, das wollte ich auch gerade sagen. Verdammt, jetzt muss ich gucken. Das habe ich nämlich... Also wir haben als Frederick Larrabee Austin Pendleton. der seit Ende der 60er dreht. D.h. Is Was Doc war auch einer seiner früheren Filme. Er hat unter anderem im Muppet Movie von 1979 mitgespielt. Okay. Aber ... keine große Rolle, wenn ich mich recht erinnere. Ich hatte nicht das Gefühl, beim Schauen, dass ich den Schauspieler kenne, Und dann hat er viel gedreht. Ja, Extraplatt, Mein Vetter Winnie.
Johannes Franke: Ah, okay.
Florian Bayer: Ich nenne einfach Filme Beautiful Mind 2001. Er war offensichtlich eine Stimme bei Findet Nemo.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Ich finde ihn ganz toll in dem Film, aber es gab nicht den Moment, wo ich dachte, Moment, den kenne ich doch. Diese Rolle ist auch einfach so süß-sympathisch. Er ist so ein bisschen verpeilt. Er passt auch dadurch gut zu Younes, weil er genauso wie Howard ist in dieser Hilflosigkeit.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: und gleichzeitig freundlichen Art und der wird von Yunus auch am Ende genauso rumkommandiert.
Johannes Franke: Ja genau, es wird sofort gesagt, so also du hast diesen Termin als nächstes. Ja, es ist toll. Und Yunis ist auch wirklich sehr, also sehr karakterisch, karikatur gezeichnet.
Florian Bayer: Brave unbalanced world.
Johannes Franke: Ich finde es so geil, wie sie da sitzt im Hotelzimmer im Bett und dieses Buch liest, The Sensual Woman. Und es ist tatsächlich damals so ein Bestseller gewesen. Das gab es tatsächlich, das Buch. Und es wurde dafür berühmt und war auch ein bisschen ein Skandal. dass es so explizit aus der Sicht der Frau Sexualität erzählt hat. Und sie liest dieses Buch und legt es ganz angewidert zur Seite. Und das sagt so alles über diese Frau aus. Das ist so geil. Ich brauche gar nicht mehr.
Florian Bayer: Ich weiß sofort, was los ist. Sie ist den ganzen Film total unsympathisch und man denkt sich die ganze Zeit, oh Gott, wie kann man nur in einer Beziehung mit dieser Frau sein? Ja. Aber irgendwie ist es auch süß am Schluss. Wenn sie da mit dem Larrabee zusammen ist, das passt schon und das ist irgendwie nett. Und dieser Yu ist dann noch so als Dritter im Bunde. Der ist halt auch die ganze Zeit so großartig. Auch, dass er sich die ganze Zeit versucht, so rauszuwinden, wenn es gefährlich wird. So, don't touch me. I'm a doctor. Vielen Dank. Und das ist eine Figur, die man einfach liebt zu hassen. Weil er ist von Anfang an unsympathisch und so schwierig.
Johannes Franke: Ja, ist geil. Es ist super. Ich glaube, der hatte auch sehr viel Spaß, diese Rolle zu spielen. Ja, mit Sicherheit. Man sieht es ihm an.
Florian Bayer: Oh, krass.
Johannes Franke: Was denn?
Florian Bayer: Kennst du noch Malcolm in the Middle?
Johannes Franke: Ja, na klar.
Florian Bayer: Hast du das viel geguckt?
Johannes Franke: Nicht richtig viel.
Florian Bayer: Es gibt irgendwie in späteren Staffeln ist der große Bruder von Malcolm... Francis auf einer Farm, wo sein Chef ein deutscher Immigrant ist.
Johannes Franke: Ja, kenn ich.
Florian Bayer: Das ist Kenneth Maas. Der spielt den deutschen Immigranten Otto, der diese Farm aufgebaut hat und keine Ahnung vom Wild-West-Leben hat, aber der halt so eine Wild-West-Farm machen will, klassisch amerikanisch. Und ich glaub, in der deutschen Synchro ist es ein Schwede, aber natürlich ist es im amerikanischen Original ein deutscher. Ein Otto.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und Francis hilft ihm und versteht sich auch ganz gut mit ihm. Und das ist Kenneth Mars, daher kenne ich ihn. Hätte ich niemals erkannt, dass das der ist. Geil. Okay. Sehr, sehr, sehr viele Jahre nach diesem Film.
Johannes Franke: Eine Sache noch. Du, wir waren ja immer sehr begeistert vom Brechen der vierten Wand. Das haben wir hier auch.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Funktioniert das genauso gut wie sonst auch?
Florian Bayer: Ja. Ich habe es tatsächlich nicht als so krassen Bruch der vierten Wand wahrgenommen.
Johannes Franke: Er guckt einmal direkt in die Kamera und sagt, help.
Florian Bayer: Ja, er sagt das nicht zu uns, sondern zu seinen inneren Dämonen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Ich habe das Gefühl, da war immer noch mal so eine Trennung dazwischen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Na gut. Na gut. Weil ich fand nämlich, dass es nicht als Konzept durchkam dann. Hat es nur so ein, zweimal gemacht und es war gar nicht so irgendwie, aber ich fand es, im ersten Moment fand ich es witzig. Aber es war schade, dass es nicht als Konzept dann durchgegangen ist.
Florian Bayer: Ich finde es okay, so wie sie es machen. Also ich habe es nicht als... großes selbstreferentielle Darbietung gesehen, sondern einfach als witzigen Moment mit einem witzigen Blick und der Film ist halt voll von diesen witzigen Blicken. Guckt Barbara Streisand nicht auch einmal, wenn sie ihm auflauert, so ein bisschen verschwörerisch zu uns? Ich weiß es, ich kann es gar nicht mehr so sagen, weil sie gucken dann doch alle immer so, wenn sie so Blicke haben, zu sehr ins Nichts hinein, in die Leere und nicht zu dem
Johannes Franke: Publikum.
Florian Bayer: Aber so sehr wir uns über die Schauspieler freuen, es gibt einen Style in diesem Film und das haben wir ja schon ganz am Anfang gesagt. Die Tasche? Vielleicht nochmal eine Klammer darum zu machen. Die Taschen sind die Stars des Films. Sie sind ein ganz klarer MacGuffin, alle vier. Aber es ist tatsächlich, die Verwechslung der Taschen ist gar nicht mal so zentral irgendwie am Ende, auch wenn das natürlich der Grund für die Verfolgungsjagd ist. Aber trotzdem sind diese Taschen einfach so präsent. Und das ist auch das, was ich am stärksten Erinnerung hatte von dem Film. Ich wusste noch, da gibt's Taschen und die werden verwechselt. Ja, obwohl es jederzeit vollkommen egal ist, was in diesen Taschen gerade drin ist.
Johannes Franke: Ja, es sind tolle Taschen. Ich mag ja eine gute Tasche. Also so eine gute, ich hab ja ... Einer der wenigen Leute, die ich kenne, männlichen Freunde, die ich kenne, die so eine Handtasche haben. Also ich habe echt eine Tasche, die ich immer mit mir rumtrage, wo alles mögliche drin ist, was ich ganz wenig kenne von anderen männlichen Freunden. Ich habe auch
Florian Bayer: Das ist eine kleine Tasche, aber die habe ich ganz selten dabei, weil ich meistens, wenn ich was mitnehme, dann brauche ich eine größere Tasche, weil es zum Beispiel Laptop ist oder so.
Johannes Franke: Ah ja, okay.
Florian Bayer: Und für kleine Sachen habe ich dann halt doch meine Hosentaschen.
Johannes Franke: Das reicht aber nicht aus für das, was ich dabei habe. Aber mein Lippenstift, der muss halt...
Florian Bayer: Wenn wir bei Filmen sind, bin ich auch tatsächlich, glaube ich, eher der Koffertyp als der Taschentyp. Nicht in der Realität, ich habe keinen Koffer, also ich habe halt irgendwie einen komischen Reisekoffer. Mhm. Aber nicht so einen klassischen Aktenkoffer. Aber eigentlich ist das, wenn es um Gepäck geht oder um Taschen ... Bei Filmen würde ich sagen, landen eher die vorne in einer potenziellen, virtuellen... Jingle.
Johannes Franke: Bugs in Film.
Florian Bayer: Top 3. Ich musste dir einen lachenden Smiley schicken, als du mir das geschrieben hast. Und musste dann verzweifeln. Bei der Überlegung, was sind denn coole Taschen in Filmen?
Johannes Franke: Was sind coole Taschen in Filmen? Eigentlich habe ich nur geschrieben Taschen. Du hättest auch dich rausreden können auf... Rucksack, Rollkoffer.
Florian Bayer: Ich habe Koffer drin.
Johannes Franke: Ja, aber nicht nur in Filmen. Also ich habe einfach nur Taschen geschrieben. Also du hättest doch den Bezug zu Filmen weglassen können.
Florian Bayer: ich mehr Bezug zu Filmen als zu Gepäckmode.
Johannes Franke: Hast du keine Lieblingstasche, die irgendwie für dich... Außer der Rucksack, der jeden Tag deinen Laptop schleppt.
Florian Bayer: Ja, meine Schneetasche. Von dem Unternehmen, für das ich arbeite. Das ist eine sehr, sehr gute Laptop-Tasche, die tatsächlich auch hier gemacht wurde, in Berlin von Pack Attack heißen die. Die sitzen hier irgendwo in Friedrichshain, wenn es sie noch gibt. Das ist schon fast zehn Jahre her, dass wir die Taschen haben machen lassen. Vor fünf Jahren haben wir noch mal neue gemacht, als wir neu eingestellt haben. Und die machen handgefertigte Taschen aus diversen Materialien. Und die sind wirklich gut. Das sind gute, beständige Taschen. Man kann die sich auch noch mal gestalten lassen. Die haben irgendwie ... Deal mit irgendwie so einem, keine Ahnung, der halt so Labels druckt und so was. Und von denen kann man sich Taschen manuell machen lassen, nach Wunsch Farben kombinieren, Materialien kombinieren, Guter laden, machen, ja, wo
Johannes Franke: Wir müssen diese Episode als Werbung deklarieren.
Florian Bayer: Wir haben die Werbung in der letzten Episode gemacht.
Johannes Franke: Verdammt. Okay. Ja, Taschen, Taschen, Taschen, Taschen, Taschen, Taschen, Taschen.
Florian Bayer: Und ich muss anfangen, weil dein Film ist... Hast du ein Honorable Mentions? Ja, ich habe eine Honorable Mention und ich befürchte so ein bisschen, die ist in deiner Liste drin.
Johannes Franke: Oh, jetzt bin ich gespannt.
Florian Bayer: Also meine Honorable Mention, die, also es gibt eigentlich einen Tie auf Platz drei. Das heißt, ich habe eine Honorable Mention und es sind zwei Taschen, die sich sehr ähnlich sind. Ja. Und zwar ist das eine die Tasche aus fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind.
Johannes Franke: Das habe ich auch, ja.
Florian Bayer: Das habe ich befürchtet. Und die hat einen Teil um Platz 3 mit der Tasche von Merlin aus Die Hexe und der Zauberer. Oh. The Sword and the Stone heißt der, glaube ich. 70er Jahre Zeichentrickfilm. Und es sind ähnliche Taschen. Es sind halt Taschen von Magiern, die einfach cool sind, weil sie alles beinhalten können. In fantastische Tierwesen, im ganzen Zoo.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und bei Die Hexe und der Zauberer passt halt die gesamte Wohnung rein. Ja. Und ich mag das Konzept. Sehr schön. Magische Taschen.
Johannes Franke: Das ist mein Platz 3. Ein Teil... Von eigentlich drei Filmen. Oh. Weil es genau das gleiche Konzept ist, was du sagst. Eine Tasche, in die mehr reinpasst, als eigentlich augenfällig möglich ist. Das wäre eben bei Fantastische VT-Wesen dieser Koffer. Und Mary Poppins.
Florian Bayer: Stimmt, die hat auch so eine Tasche.
Johannes Franke: Das ist die Tasche Nummer eins, die mir sofort als erstes einfällt. Und es ist gar nicht so richtig nach Plätzen zu verteilen großartig, weil Mary Poppins eigentlich auf Platz 1 gehört, weil das das erste Mal ist, dass ich auf so eine... dass mir eine Tasche in einem Film irgendwie wichtig war. Und... Mary Poppins hat einfach da immer einen Platz in meinem Herzen, sowieso. Und Harry Potter, der hat nun ganz viele solcher Dinge. Die tragen ja auch ein ganzes Zelt mit sich rum und in dem Zelt ist auch noch mal ganz viel Zeit.
Florian Bayer: Dieses Zelt, ich mag auch diese Szene, wenn er reingeht in das Zelt, in dieses ganz kleine Zelt, in das alle verschwind sind. Und dann sieht er es und sagt nur, ich liebe Magie. Das ist schon der vierte Teil, glaube ich. Er erstaunt nicht mehr nur drüber, sondern er freut sich auch drüber, weil er weiß mittlerweile, dass solche verrückten Dinge geschehen.
Johannes Franke: Genau, ja.
Florian Bayer: Und das ist eine tolle Szene, wenn dann dieses Zelt wirklich ein... Palast ist. Toll.
Johannes Franke: Wundervoll. Genau. Dein Platz 2.
Florian Bayer: Jetzt kommen zwei McGuffins. Mein Platz zwei, McGuffin Nummer eins, ist der Koffer aus Pulp Fiction. Ach, ja. Der ist einfach, also zum einen ist es ein tolles McGuffin, weil es einfach nicht geklärt wird, was da drin ist. Pipe Fiction aus dem Jahr 1994. Der Koffer, der hell leuchtet. der manche dazu veranlasst hat, zu philosophieren, dass da ja die Seele von Marcellus Wallace drin sein könnte, von dem Obergangster, weil der auch ein was es auf dem Hinterkopf hat. Aber es ist gar nicht so wichtig, was drin ist. Es ist nur was sehr Bedeutendes, weil dieser Koffer wird zweimal geöffnet. Einmal von John Travolta und Und begleitet von der Frage, sind wir glücklich? Und er sagt, ja, wir sind glücklich. Und einmal geöffnet von Tim Roth. als er den Koffer klauen will. Und der fragt dann einfach nur, ist das das, was ich denke? Und Samuel L. Jackson sagt, ja, es ist, was du denkst.
Johannes Franke: Und was ist es, verdammt nochmal? Was soll das?
Florian Bayer: Es leuchtet.
Johannes Franke: Ja. Ich fand es ein kleines bisschen pretentious in dem Moment, als ich es das erste Mal gesehen habe, habe ich gedacht, na ja, ja, okay.
Florian Bayer: Es ist vielleicht nicht mehr, wenn wir zu meinem Platz 1 kommen.
Johannes Franke: Oh, okay. Dann mache ich erst mal meinen Platz 2 dazwischen. Und zwar Darjeeling Limited. die reisen mit einem riesen Gepäck in der Gegend rum. Der reist ja immer in der Welt umher, durch Indien, glaube ich.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und ja, die haben irgendwie, die rennen da, das sind drei Brüder, ne? Die gehen durch Indien und haben diese Louis Vuitton... Taschen dabei, die extra für den Film gemacht wurden übrigens. Und die... repräsentieren quasi so ein bisschen die emotional Package, was sie so haben, ihre Probleme, die sie mit sich rumschleppen. Und sie haben ganz schön zu tun, das Zeug in der Gegend rumzuschleppen. Ja, stimmt.
Florian Bayer: Und es ist alles zusammengepackt. und wirklich vollgepfropft.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Schwer bepackt, ja, das ist schön. Reise.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Das ist ja das Schöne eigentlich an diesen klassischen Reistaschen, dass sie immer eben so diese Sehnsucht mittragen, dass man alles haben kann, was man braucht und überall hingehen kann. Man ist auf jeden Fall perfekt aus.
Johannes Franke: Das geht so ein bisschen auch bei mir dann bei, was ich, einer der wenigen Sachen, die ich an Titanic ganz toll fand. Die hatten so riesige Koffer. Riesige Koffer, die an Wort geschleppt werden, um da irgendwie, das ist ein einziger Schrank eigentlich,
Florian Bayer: Ja, stimmt. Diese krassen Reisekoffer, so Ende 19., Anfang 20. Jahrhundert, die auch nicht wirklich mobil aussehen, aber die toll sind. toll sind, weil einfach, wenn man sieht, wie die Leute halt so ein Ding auf dem Rücken haben und man denkt so, wow, die tragen hier ihre gesamte Garderobe mit sich.
Johannes Franke: Das ist unglaublich. Und die sehen einfach toll aus.
Florian Bayer: Die sind cool, das stimmt. Die sind total unpraktisch und unmobil.
Johannes Franke: Ganz dämlich eigentlich.
Florian Bayer: Meine Nummer 1. Ja, McGuffin, Koffer aus Pulp Fiction. Der ist natürlich, wie vieles bei Tarantino, eine Reminiscenz an einen Klassiker des Film-Noah. aus dem Jahr 1955, Kiss Me Deadly, im Deutschen unter dem Titel Rattennest gelaufen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und glaube ich auch so eher ein bisschen unbekannterer Film. Von wem? Von Robert Aldrich.
Johannes Franke: Ah.
Florian Bayer: Der mit diesem Film diese... Dieses Genre, der das Film noch genommen hat und nochmal ein gutes Stück dreckiger gemacht hat, düsterer und brutaler. Und in diesem Film gibt es einen Koffer, auf den unser Protagonist, der Detektiv Mike Hammer, irgendwann tritt, trifft. Mike Hamer hat in vielen klassischen Detektivfilmen eine Rolle gespielt. Das ist so der Detektiv. Der wurde auch mal von Humphrey Bogart gespielt. Hier wird er von Ralph Mika gespielt. Und er trifft und er forscht etwas hinterher und irgendwann findet er diesen Koffer in einem Schließfach. Dann öffnet er diesen Koffer leicht und es kommt ein helles Licht raus und sein Handgelenk ist verbrannt. Dann macht er den Koffer ganz schnell wieder zu. Und dann trifft er auf einen Wissenschaftler, der ihm sagt, ja, das hat irgendwas mit dem Manhattan-Projekt zu tun und das ist gefährlich und Strahlung und der Koffer darf nicht geöffnet werden. Und dieser Koffer ist halt dann der McGuffin in dem Film, dem alle hinterherjagen und er hat ihn. Und der Film endet damit, dass jemand von den... Bösewichten schließlich an den Koffer drankommt... Ich will jetzt nicht zu viel spoilern. Doch, ich muss spoilern. Es ist halt 55. Und es gibt natürlich auch eine Farm Fatal. Und die femme fatale ist der Bösewicht. Und die öffnet dann am Schluss diesen Koffer. Und dann geht ein... alles in Flammen auf. Dann haben wir pure Apokalypse. Und das Krasse ist, der Film erzählt es Er hat diese Manhattan-Projektanleihen. Aber eigentlich ist es viel spannender, wenn du dir vorstellst, in diesem Koffer steckt so der Urschlund der Hölle. Wir sind in einer Zeit der Paranoia, der Angst vor einem dritten Weltkrieg, der Angst vor einer nuklearen Katastrophe, vor der Atombombe. Und diese Angst spiegelt der Film natürlich und multipliziert sie nochmal, indem diese Angst, diese Vernichtung in dem Koffer ist und dann brennt halt das gesamte... Strandhaus, in dem sie sind, brennt einfach ab und man sieht grelle Lichteffekte und man hat das Gefühl, hier wurde gerade Die Hölle geöffnet, die in diesem Koffer verborgen war. Und man muss sich gar nicht mit Physik auseinandersetzen und denken, ach, das macht doch keinen Sinn, dass da Manhattan-Projekt-Sachen drin sind. Das ist viel cooler zu denken, das Ganze ist so eine Parabel. Und das ist im Prinzip die Büchse der Pandora. Und die wird jetzt geöffnet. Und alles geht in Flammen auf. Und das ist einfach so ein krasses Finale, weil plötzlich diese Detektivgeschichte, die die ganze Zeit rau war und düster, zu so einer epischen Apokalypse führt. Super Film. Vor allem wegen des Endes. Ansonsten ist es vor allem ein Film nur Streifen. Es ist ein dreckiger Rohr, ein Film nur Streifen, wo eine Direktion tief sich viel prügelt und viel forscht. Aber durch das Ende erhält er einfach im wahrsten Sinne des Wortes Goldstatus. Oh, wow.
Johannes Franke: Okay. Bei Büchse der Pandora muss ich immer an Marco Verkling denken, der aus Büchse der Pandora die Buchse der Pandora macht. Was der Internetanschluss ist. Ich liebe es. Meine Nummer 1 ist die Olsen-Bande.
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Und zwar geht es, ich glaube, das war der Film Die Olsen Bando und ihr großer Coup, was im Grunde auch... jeder Film sein könnte, aber die haben unterschiedliche Titel und die gehen natürlich alle nach dem gleichen Konzept. Egon hat einen Plan, Mächtig gewaltig, Egon. Und sie fangen an, irgendein Ding durchzuziehen. Und in diesem Film ist halt so ein Geldkoffer. Und dieser Geldkoffer ist halt irgendwie, wie in unserem Film jetzt, wird da halt von einer Hand die nächste gegeben, es gibt Verwechslungen da und dort, ist das unser Koffer nicht, ja das. Und ja, ich musste sofort an diesen Koffer denken. Es ist so irgendwie Kindheit eingebrannt, weil ich die Olsenwanne natürlich als Kind gesehen habe und es einfach ganz großartig fand.
Florian Bayer: Ich kenne die Olsenwande überhaupt nicht. Ich habe nur tatsächlich mit Markus, einem guten Freund von mir, der auch ein Film hat, ist sehr viel über die Olsenwande geredet vor kurzem, weil er das geguckt hat. Und die Film jetzt quasi so ein Rewatch gemacht hat.
Johannes Franke: Vielleicht müssen wir die Olsenbande mal sehen.
Florian Bayer: Vielleicht müssen wir mal die Olsenbande sehen, ja. Das wird schön. Okay, cool. Da weiß ich schon.
Johannes Franke: Ja, das war mein Platz 1. Ja.
Florian Bayer: Schöne Top 3, interessant. Sieht auch sehr gut unseren Filmgeschmack widerspiegeln, weil ich hab die McGuffins aus den düsteren Thrillern und du hast die netten Verwechslungskomödie mit den Taschen, die ihnen und ihr geschoben werden.
Johannes Franke: Und die Taschen, die Magie können.
Florian Bayer: Aber die mag ich ja auch.
Johannes Franke: Die sind toll.
Florian Bayer: Auf Magie können wir uns einigen. Wenn man eine Tasche aufmacht und da alles drin sein kann, das funktioniert einfach.
Johannes Franke: Ganz toll. Okay, schön. Dann wollen wir in den Film zurückspringen.
Florian Bayer: Wir springen zurück zu Isfas, Doc. Ich glaube, wir sind schon fast am Ende der Episode angelangt.
Johannes Franke: Ich glaube auch. Es gibt gar nicht mehr so viel zu sagen. Am Ende löst sich halt alles schön auf. Die Millionärin, deren Juwelen ja fast geklaut worden wären oder geklaut wurden, die bezahlt am Ende den ganzen Schaden, den die angerichtet haben. Weil sie einfach Preisgeld ausgelegt hatte dafür, dass die Juwelen zurückkommen. Und sie sind ja zurückgekommen, also bezahlt sie das alles.
Florian Bayer: Und es springen sogar noch 50 Dollar. oder so für Howard raus. Aber er kriegt sein Stipendium nicht, was dir traurig ist.
Johannes Franke: Nein, das stimmt aber nicht ganz. Weil natürlich Barbra Streisand alles den Tag am Ende noch rettet, indem sie den Typen, der stattdessen das Stipendium bekommen sollte. Einmal nachweist, dass er Plagiatismus betreibt und damit denkt sich dann Frederick, wie heißt der Nachname?
Florian Bayer: Larrabee.
Johannes Franke: Larrabee denkt sich dann... Na, dann überlegen wir uns irgendwie was, wie wir dich doch zum Gewinner des Stipendiums machen. Kriegen sie irgendwie hin.
Florian Bayer: Alle sind glücklich. Eunice und Larrabee sind zusammen. Judy und Howard sind zusammen.
Johannes Franke: Ja. Und dann dreht sich aber unser Protagonist Howard um und leider ist Barbra Streisand nicht mehr da. Verdammt, was ist nur los? Und das ist so ihr letzter Moment, den sie sich noch nimmt, indem sie ihn dann im Flugzeug überrascht. wo er dann sitzt und eigentlich schon denkt, er wird sie nie wiedersehen. Und dann kommt von hinten ihr Monolog. Und er dreht sich um und toll und sie küssen sich und es gibt noch ein ganz wunderbares Schlusszitat. Was auf ganz wunderbare Weise referiert auf einen Film, den dieser Schauspieler vorher gemacht hat.
Florian Bayer: Rainer Niel.
Johannes Franke: Love.
Florian Bayer: Johannes, sag uns, was Liebe bedeutet.
Johannes Franke: Love means never having to say you're sorry.
Florian Bayer: That's the dumbest thing I've ever heard.
Johannes Franke: Das ist toll.
Florian Bayer: Das ist aus Love Story von 1970. Also das erste Zitat. Das erste Zitat. Und Barbara Streisand zitiert das noch mal. für Ryan O'Neill. Und Ryan O'Neill war damals in Love Story der Hauptdarsteller, einer der kitschigsten Liebesfilme, der je produziert wurde. Aber ein schöner Film tatsächlich.
Johannes Franke: Und da sagt er den Satz, ne?
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Da sagt er den Satz, love means never having to say you're sorry.
Florian Bayer: Und sein Comeback ist dann natürlich großartig, dass er einmal sagt, was für ein Blödsinn.
Johannes Franke: nie was Dümmeres gehört. Schön. Gefällt mir sehr gut. Das ist ein tolles Schlusswort für den Film.
Florian Bayer: Und dann doch so ein bisschen Selbstreferentialität auch nochmal. Ja, genau. Wenn Sie so aggressiv einen Film zitieren, in dem der Hauptdarsteller ein paar Jahre vorher gespielt hat.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das einmal nochmal zerreißen.
Johannes Franke: Aber das macht ja auch der ganze Film. Der ganze Film referiert auf alle möglichen Sachen. Scrooge-Comedian, Slapstick-Comedian. Das ist eine einzige Liebeserklärung eigentlich an dieses Format, was ja eigentlich schon seit zehn Jahren nicht mehr in ist. Also die haben sich wieder drauf... Also es gäbe natürlich immer Ausreißer, ne? Auch heute werden Scrubber-Komödien gemacht. die man irgendwie da reinquetschen könnte in dieses Genre.
Florian Bayer: Mit viel Liebe und viel Wohlwollen.
Johannes Franke: Die Klassiker sind eigentlich in den 30er, 40er Jahren. Es lohnt sich sehr, da reinzuschauen. Leoparden küsst man nicht, ist halt der Klassiker, den man anschaut und schon auch ab und zu denkt... Was haben die sich da zusammengesponnen? Oh mein Gott.
Florian Bayer: Ich glaube, was ich an WhatsApp-Doc besonders liebe, ist, dass er eben nicht nur Screwball ist, sondern auch ganz viel wirklich Slapstick.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Also Screwroll-Communion hatten auch Slapstick, aber er hat einfach diese krassen Slapstick-Momente, viel Action. Und dass er eine gewisse ... gesellschaftskritische Tiefe hat. Einfach dadurch, dass eben ... Es wird auf den Wissenschaftlern rumgehauen, Selbstverliebten, Schnöseln, die an nichts anderem als den Fördergeldern interessiert sind. Es wird halt so ein bisschen noch kalter Krieg mit reingeworfen mit diesen Akten. Und es ist einfach ... Es hat einfach eine Tiefe, die ich in diesen Screwball-Comedian, in diesen klassischen aus den 50ern eher vermisse.
Johannes Franke: Okay, verstehe. Hm, na gut. Da bin ich mal gespannt, was zu Leoparden Küstmann nicht sagt. Ich auch. Weil das ist echt, das ist halt wirklich eine Runde Platter, glaube ich. Wenn ich mich richtig erinnere. Ich habe echt oft da gesessen und gedacht, ach du Scheiße, wie krass. Naja, okay, cool. Vielen Dank, Plur.
Florian Bayer: Ja, vielen Dank, dass du mir diesen Film nochmal vorgeschlagen hast. Es war eine tolle Zeitreise in die frühen 70er.
Johannes Franke: Sehr schön.
Florian Bayer: Und zu einem Genre, was ich sonst nicht mag. Was ich in diesem Film einfach nur lieben kann.
Johannes Franke: Und danke euch da draußen an den Empfangsgeräten, dass ihr uns wohlgesonnen oder auch weniger wohlgesonnen zugehört habt.
Florian Bayer: Wenn ihr Anmerkungen, Kritik Lob, whatever habt, schreibt an florian-musman-sehen.de Also die Kritik an Florian, das Lob bitte an johannes-musman-sehen.de Erzählt allen weiter, dass es einen tollen Podcast gibt, in dem jetzt pro Episode über einen Film geredet wird.
Johannes Franke: Nicht mehr über zwei, weil wir einfach übertrieben haben am Anfang.
Florian Bayer: Und wir sehen uns nächste Woche. Und wenn ihr wissen wollt, was dann drankommt, und zwar in 5 von mir, weil wir heute einen Film von Johannes hatten, dann bleibt noch kurz dran. Sehr schön.
Johannes Franke: Bis dann.
Florian Bayer: Bis dann. Ciao. Ciao.
Johannes Franke: Vielen Dank. So, Plur, du musst mir jetzt also sagen, was du mir antun willst nächste Woche.
Florian Bayer: Ich will dir wirklich was antun.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Ein Film von David Lynch.
Johannes Franke: David Lynch kann gut oder auch anstrengend sein.
Florian Bayer: Ich will einen von den Filmen nehmen, der bei der Kritik nicht so gut weggekommen ist.
Johannes Franke: Also anstrengend.
Florian Bayer: Und tatsächlich, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, seinen letzten großen Langfilm, der mittlerweile auch schon sehr lange her ist. Ja, das ist sein letzter Langfilm gewesen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: 15 Jahre her. Inland Empire aus dem Jahr 2006. Eine Frau in Nöten. Ist der Untertitel.
Johannes Franke: Habe ich den nicht gesehen? Ich habe den doch, glaube ich, gesehen. Kannst du kurz umreißen?
Florian Bayer: Es ist so ziemlich, ich würde behaupten, der experimentellste Film von David Lynch. Also David Lynch macht ja schon surreales Kino, aber Unterhaltungskino. Und der Film von ihm ist am nächsten am Experimentalfilm. Es geht um eine Schauspielerin. die sich in ihrer Rolle verliert. Aber wie das bei David Lynch halt so ist, fliegt Realität und Fiktion so weit durcheinander, Dass man nicht sagen kann, geht es wirklich darum, weil Personen wechseln ihre Identität.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: sind Ereignisse, die nicht zu erklären sind. Und plötzlich sehen wir einen Ausschnitt von ein paar Hasen, die in einer Sitcom sind und sich total awkward verhalten. Okay. Ich liebe diesen Film. Um das schon mal vorweg zu schicken.
Johannes Franke: Ist das mit den Hasensacken? mit was. Ich glaube, den Film habe ich schon gesehen.
Florian Bayer: Das kann gut sein. Ich finde, es ist der Film von David Lynch, der am meisten unterschätzt ist, weil es so diesen Moment gab, wo viele... im Feuilleton gesagt haben, oh, David, jetzt reicht. Das ist jetzt nicht noch so ein chaotischer Film. Und dann haben auch manche gesagt, jetzt hat er komplett den Faden verloren. Und vielleicht wurde der auch so ein bisschen abgestraft dafür, dass Lynch halt in den. 90ern sehr viele so konfuse Filme gemacht hat. Und dann gibt es ja öfter mal den Moment, dass Kritiker überkompensieren, weil sie die anderen Filme so abgefeiert haben, weil sie was Besonderes waren. Und dass sie dann irgendwann sagen, jetzt müssen wir ihm aber mal eins auswischen. Und dann gibt es halt so ein Bauernopfer. Und ich finde, der Film ist so ein bisschen das.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Ähnlich das, was I'm Thinking of Ending Things für... Charlie Kaufman war. Das war auch so ein Bauernopfer. Der ist bei der Kritik ja auch nicht so gut weggekommen.
Johannes Franke: Okay. Was erwartet mich da? Okay, ich bin sehr gespannt. Vielen Dank für diese tolle...
Florian Bayer: 180 Minuten Surrealismus und Experimentalfilm mit digitaler Handkamera gedreht.
Johannes Franke: 180 Minuten?
Florian Bayer: Es gibt eine Musical-Einlage.
Johannes Franke: Dann hast du mich überzeugt. Ach du Scheiße. Okay, na gut, das Konzept gebetet ist, dass ich sage, gerne Ploua. Lass uns David Lynch gucken. 180 Minuten. Ich freue mich sehr.
Florian Bayer: Wir werden über Surrealismus reden. Wir werden über David Lynch reden. Und bestimmt auch darüber, warum David Lynch es geschafft hat als Surrealist.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Einem Mainstream-Publikum so weit bekannt zu sein, dass viele Leute sagen, boah, wenn du einen abgefahrenen Film sehen willst, musst du Lost Highway sehen oder musst du mal Highland Drive sehen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Weil also viele Leute, die sonst nicht so abgefahrene Filme mögen und warum der Inland Empire vielleicht nicht ganz da reinfällt, weil er eben nicht ganz so mainstream-tauglich ist wie seine anderen Werke. Das wird spannend.
Johannes Franke: Das wäre jetzt die Hoffnung gewesen für mich, aber jetzt auch das noch. Okay, okay. Okay, gut. Wenn ihr, liebe ZuhörerInnen, wissen wollt ... Wie schlimm ich den finde, hört euch in der nächsten Episode an. Wir hören uns nächste Woche wieder. Viel Spaß und bis dann.
Florian Bayer: Bis dann. Ciao.
Johannes Franke: Ciao.
