Episode 62: 101 Dalmatiner und das Silver Age des Disney Zeichentrickfilms
Endlich ein Disney-Classic! Oder gehört 101 Dalmatiner aus dem Jahr 1961 überhaupt zu den Disney-Klassikern? Damals läutete dieser Film eine neue Ära ein, heute wird er oft in einem Atemzug mit Dumbo, Pinocchio und Peter Pan genannt.
Doch bevor wir uns um die Umstände seiner Entstehung und seiner Einordnung kümmern ein kurzer Abriss der Story: Der Dalmatiner Pongo lebt bei seinem Haustier Roger, einem Menschen, in einem Dachgeschoss Apartment London. Pongo schaut mitleidvoll auf Roger der noch keine Lebensgefährtin hat und beschließt kurzerhand sich darum zu kümmern. Vielleicht auch weil er sich hals über Kopf in eine Dalmatinerdame verliebt hat. Man könnte meinen der Film kreise um die Eroberung der Herzensdame, aber die Annäherung geht recht schnell und wir springen in der Zeit nach vorn.
Pongo und Perdita erwarten Welpen, wovon Cruella DeVille, eine alte Schulfreundin von Anita, Wind bekommt und die kleinen kaufen will. Als ihr der Kauf versagt bleibt, beschließt sie, sie einfach zu stehlen, sobald sie ihre Punkte im Fell entwickelt haben, um einen Fellmantel daraus machen zu lassen. Natürlich lassen sich die beiden Eltern es nicht bieten und eilen ihren Welpen zur Rettung. Schlussendlich retten sie allerdings nicht nur ihre eigenen Kinder, sondern insgesamt 99 Dalmatinerwelpen, die alle dem kruden Modegeschmack unserer Schurkin zum Opfer fallen sollten.
Plor, gehört der Film zu den Disney-Classics oder ist er der Beginn des Abstiegs Disneys in die mageren Jahre?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 62: 101 Dalmatiner und das Silver Age des Disney Zeichentrickfilms Publishing Date: 2022-03-09T20:00:02+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2022/03/09/episode-62-101-dalmatiner-und-das-silver-age-des-disney-zeichentrickfilms/ Es gibt diese tolle Szene, wo sie sich dann alle Labrador-Facing verpassen. Ist das politisch problematisch, Johannes? Ich frage dich. Ich weiß es nicht. Ich glaube, es ist okay. Tada! Herzlich willkommen zu einer neuen Episode vom Muss-Man-Sehen-Podcast. Hallo, Johannes. Der Muss-Man-Sehen-Podcast mit Florian Bayer und Johannes Kumioko-Franke. Tadadada! Heute mit klassischem und weniger klassischem Disney-Programm. Oh! Wir reden über... Johannes, du hast den Film vorgeschlagen. Ja, wir reden über 101 Dalmatiner. Nicht 101 Dalmatiner, wie ich gelernt habe. Ganz wichtig, wie man oft zu mir feststellt, was man sagt. Du hustest heute viel. Was ist los? Ich erhole mich immer noch von meiner Corona-Infektion. Oh, Mann. Man kann ja einfach den Originaltitel nennen. 101 Dalmatians. Dann kommt man gar nicht in die Versuchung, da so eine reinzubauen. Das würde ich nämlich auch immer machen, wenn ich sage 101 Dalmatiner. Und wir werden über Disney-Filme reden. Wir haben unseren ersten, wirklich klassischen Disney-Zeichentrick-Film. Stimmt. Und wir werden uns mit Sicherheit über die Disney-Zeichentrick-Kunst unterhalten. Wir werden über alte und neue Verfahren, die mittlerweile auch alte Verfahren sind. Auch sehr alte Verfahren und noch neuere und noch ältere. Wir werden bestimmt über Disney-Ähren reden. Über Golden Age und Silver Age und Bronze Age. Was ist die Bronze Age im Disney? Das werden wir alles klären. Das werden wir alles klären. Ich bin gespannt, was du hast. Wenn ihr was wissen wollt über die Geschichte der Disney Studios und über diesen speziellen Film, der tatsächlich auch ein besonderer Film ist, der eben den Anfang einer neuen Ära markiert für Disney im Jahr 1961, dann bleibt dran und es geht los. Plötzlich einfach mal unseren Einleitungstext, meinen Einleitungstext, den ich extra geschrieben habe, damit du weißt, worum es geht. Ja, Johannes, hau raus. Endlich ein Disney-Klassik. Oder gehört 101 Dalmatiner überhaupt zu den Disney-Klassikern? Damals läutet dieser Film eine neue Ära ein. Heute wird er oft in einem Atemzug mit Dumbo, Pinocchio und Peter Pan genannt. Doch bevor wir uns um die Umstände seiner Entstehung und seine Einordnung kümmern, ein kurzer Abriss der Story. Der Dalmatiner Pongo lebt bei seinem Haustier Roger, einem Menschen in einem Dachgeschossapartment in London. Pongo schaut mitleidvoll auf Roger, der noch keine Lebensgefährtin hat und beschließt kurzerhand, sich darum zu kümmern. Vielleicht auch, weil er sich Hals über Kopf in eine Dalmatiner-Dame verliebt hat. Man könnte meinen, der Film kreise um die Eroberung der Herzensdame, aber die Annäherung geht recht schnell und wir springen in der Zeit nach vorn. Pongo und Perdita erwarten Welpen, wovon Cruella de Vil, eine alte Schulfreunde von Anita, Wind bekommt und die Kleinen kaufen will. Als ihr der Kauf versagt bleibt, beschließt sie, sie einfach zu stehlen, sobald sie ihre Punkte im Fell entwickelt haben, um einen Fellmantel daraus machen zu lassen. Natürlich lassen sich die beiden Eltern es nicht bieten und eilen ihren Welpen zur Rettung. Schließlich retten sie allerdings nicht nur ihre eigenen Kinder, sondern insgesamt 99 Dalmatiner-Welpen, die alle dem kruden Mode-Geschmack unserer Schurken zum Opfer fallen sollten. Plur. Gehört der Film zu den Disney-Klassiks oder ist er der Beginn des Abstiegs Disney in die mageren Jahre? Also wir steigen gleich ein mit den Disney-Epochen. Ja, ich finde schon. Also meine These ist, die Filme der mageren Disney-Jahre sind prinzipiell grundsätzlich total unterschätzt. Absolut. Es wird von Bronze Age oder manchmal sogar von Dark Age von Disney-Zeichentrick-Filmen geredet Ich habe 101 Dalmatiner gar nicht so sehr an den Anfang davon gesetzt. Der ist ja aus dem Jahr 1961. Und meistens wird das Bronze-Zeitalter eher so im Jahr oder das Dark Age eher so im Jahr 1970 verortet. Aber viele sagen, es fängt damit an, weil es eben bei 101 Dalmatiner dieses neue Verfahren gab. Dieses neue Zeichenverfahren. Und vielleicht ist es ganz gut, dass wir erst mal so kurz in die Geschichte einsteigen, was Disney-Trick-Film-Kunst betrifft. Weil alles, was wir hier haben, es hängt ja auch mit den technischen Umständen zusammen. Und der Film hat einen sehr speziellen Stil. Vor allem im Vergleich zu den älteren Filmen. Ein Stil, der dann in späteren Filmen, in den späten 60er- und 70er-Jahren noch oft auftauchen sollte. Und dieser spezielle Stil ist aber tatsächlich aus der Not geboren. Wir haben keine Abriss darüber, was vorher war. Oder sollen wir gleich in die Änderung reinsteigen? Wir sollten kurz sagen, was vorher war. Damit Leute überhaupt so eine Vorstellung davon haben, was da passiert ist. Zeichentrick-Produktion ist seit jeher unglaublich zeitaufwendig. Wahnsinnig viel. Du hast einen Zeichner, der am Anfang so ein bisschen vorzeichnet. Also nicht ein bisschen vorzeichnet, aber das heißt eine Zeichnung. Mickey Maus steht da am Steuerrad und fährt das Boot. Und das in 12 Frames in der Sekunde. Und das muss alles gezeichnet werden. Jeder Frame braucht eine Zeichnung. Das heißt, wenn du 10 Sekunden hast, dann hast du 120 Bilder, die gezeichnet werden. 120 Animationen. Das Verfahren war vor allem auch deswegen so aufwendig. Wir haben zuerst die Animatoren, die die Vorzeichnung gemacht haben. Und dann wurden die Bilder von den sogenannten Inkern per Hand auf Folie übertragen. Das heißt, es gab quasi eine ganze Delegation von KünstlerInnen bei Disney, die deutlich weniger verdient haben als die Animatoren. Die nichts anderes gemacht haben als die Bilder abgepaust und mit feinen Linien die Tinte auf die Folien übertragen haben. Die transparenten Folien. Grundsätzlich sieht ein Zeichentrick so aus. Du hast deinen Hintergrund. Der Hintergrund wird mehrmals verwendet. Darauf werden die einzelnen Cells gelegt. Das sind die transparenten Folien, auf denen die unterschiedlichen Animationen per Frame abgebildet sind. Das war unglaublich aufwendig. Es gab einfach diese 3 Schritte. Man kann die Figuren von den Inkern übertragen und dann das Abfotografieren. Und das Kolorieren. Es gab auch unterschiedliche Stufen. Da gab es jemanden, der mit der Farbe die Figur eingefärbt hat. Und dann gab es noch Leute, die farbige Linien rumgezeichnet haben. Die entweder sichtbarer oder weniger sichtbar waren. Je nachdem, was für ein Stil das Ding haben sollte. Die Outline von den Figuren war nicht so krass. Die waren richtig fein gezeichnet. Da hast du bei der Prinzessin in den Haaren ganz tolle farbige Linien gehabt. Das war deren ganzer Stolz. So wurden die Filme in der klassischen Disney-Ära gemacht. In der klassischen Zeichentrick-Ära, die oft als Golden Age bezeichnet wird. Das heißt, von 1937 mit dem ersten großen Disney-Lang-Film Snow White, also Schneewittchen. Bis in die 40er-Jahre, unterbrochen von den Wartime-Movies. Und dann noch mal in die 50er-Jahre hinein. Das Besondere war tatsächlich, dass diese Inka eher den Ruf hatten, ein bisschen Arbeitsaffen zu sein. Das ist total krass. Wenn man sich anguckt, wie die gearbeitet haben, da gab es dann wirklich diese Kästen. Da gab es Großraumbüros. Das waren fast nur Frauen. Und deren Aufgabe war es ein bisschen, das waren nicht die Künstler. Die galt nicht als die Künstler, sondern das waren die, die nichts anderes gemacht haben, als die Ideen der Animatoren so gut es ging, auf die Folie zu übertragen. Dass die Ideen für den Film lebendig werden konnten. Und das sind die, auf die immer geschimpft wurde, wenn irgendwas nicht genauso aussah, wie der Animator sich das vorgestellt hat. Schnitt. Wir haben das Jahr 1961. Fotokopierer kommen langsam auf. Was wir heute für völlig selbstverständlich halten. Jedes Büro hat einen Kopierer. Damals war das ein Verfahren, was aufwendig riesige Apparaturen und riesige Räume beanspruchte. Du hast eine Linse gehabt, die das Ganze abfotografiert hat. Dann auf eine Platte gebracht. Diese Platte wurde entwickelt. Du musstest also sehr viel Aufwand betreiben damit. Allerdings weniger Aufwand als alles einmal von den Inkern nachzeichnen zu lassen auf Folie. Sie konnten kopieren auf Folie. Sie konnten direkt die Zeichnungen der Animatoren auf das Gerät legen und sagen, das ist jetzt unsere Kopie und damit arbeiten wir weiter. Sprich, dieser Inker-Vorgang wurde radikal gekürzt, weil dieses Abhausen nicht mehr notwendig war. Das ist tatsächlich aus einer wirtschaftlichen Notwendigkeit geboren worden. Sleeping Beauty war so schlecht an der Box-Office. Die haben echt nachgedacht, ob sie die ganze Animation-Sache einstampfen müssen und nur noch ihren Freizeitpark und Live-Action-Filme machen. 1959, Dornröschen, Sleeping Beauty. Eigentlich ein ganz traditioneller, klassischer, wunderschöner Disney-Film. Hat damals 6 Mio. Dollar gekostet. Und hat im Box-Office, was erst mal nach dem Erfolg klingt, ungefähr 50, 60 Mio. eingespielt. Aber das war kein Erfolg, weil davon ist auch nur ein gewisser Teil Und wie gesagt, für den Film gab es eine Menge Leute, die bezahlt werden mussten, weil er diese Inker-Brigaden hatte, die da saßen und den ganzen Tag gezeichnet haben. Also folgerichtig, neue Technik. Hey, Moment, diese riesige Apparatur, wenn wir die einmal aufgestellt kriegen, dann ersetzt die uns die Inker. Und das ist dann auch passiert. Und über Nacht wurden 300 Leute entlassen. Ich muss mal dazu sagen, dass ich die letzten Stunden damit verbracht habe, zu verstehen, was genau dieses Verfahren kann. Ich habe echt lange gebraucht, mich da durchzufitzeln, weil irgendwie ein Haufen Videos, da ein Video, da ein Video, und dann hat der eine das so angedeutet, der andere hat es so angedeutet. Und ich habe echt lange gebraucht, um zu verstehen, was eingespart wurde und was nun eigentlich diese Apparatur konnte. Das ist witzig, dass du das sagst. Bei mir ging es genauso. Du findest unfassbar viele schlechte Beschreibungen von einem so simplen Verfahren. Die Übertragung der Animationszeichnungen auf transparente Folien, dass die ausgespart werden konnte. Und die Animatoren fanden es total geil. Natürlich fanden die es total geil. Ihre Bilder wurden direkt kopiert, eins zu eins. Die wurden nicht mehr abgezeichnet, da war nicht plötzlich eine Frau dazwischen, die gesagt hat, hier machen wir noch ein bisschen schöner, und hier machen wir noch einen schönen Pinselstrich. Nein, das, was sie skizziert haben, ihre Bewegungen, das war ein schönes, lustiges Problem, damit einherging. Die hatten ein Ego. D.h., es wurden Heerscharen von Assistenten dazu beauftragt, die Zeichnungen zu cleanen. Also von so Vorzeichnungen und Konstruktionszeichnungen, die drunter sind, die bei so was einfach passieren. Die irgendwie loszuwerden und raus zu radieren. Oder raus zu retuschieren. Und da waren ein paar Leute sehr beleidigt. Sie wollten, dass ihre Ideen enthalten bleiben. Jeder, der mal gezeichnet hat, kennt das. Wenn du einen Menschen zeichnest, fängst du an mit einer Skizzierung. D.h., du machst dir eine Hilfslinie. Du machst einen Oval für den Kopf. Dann setzt du einmal eine Linie für die Augen, einmal eine Linie für die Mitte des Kopfes, damit du weißt, wie du alles anordnen musst. Dann noch mal eine Linie für die Mundpartie. Wenn man mit einer Kunststudentin oder einem Kunststudenten zu tun hat, hat diese Person mit Sicherheit ein Skizzenbuch, das voll ist mit diesen Skizzierungen, wo einfach nur diese Bewegungen und diese Haltung der Körper abgezeichnet sind, weil das unglaublich schwierig ist. Das war natürlich in diesen Animationszeichnungen von den Zeichnern vorhanden. Dann hieß es so ein bisschen, wir kopieren das jetzt. D.h., versuch das ein bisschen einzuschränken. Das ist ein ganz wesentliches Merkmal von diesen Filmen dann, dass die Linien überall dicker sind, weil die Fotokopierer mussten die Linien auch wirklich erkennen. D.h., du konntest nicht mit feiner Linie zeichnen, wie das früher war. Bei Snow White und Schneewittchen sieht man die Konturen der Person. Konturen von allem, was draufgelegt wird, ist viel feiner und viel dünner. Hier musste einfach dicker gezeichnet werden. Auch wenn das ausgebessert wurde, wie Johannes schon gesagt hat, einige Egos haben darauf bestanden, dass das ihre Vision erhalten bleibt, dass nichts ausgebessert wird. Das sieht man in einigen Zeichnungen ganz schön doll. Die Assistenten haben versucht, auch den dicken Strich, den sie sowieso machen sollten, haben sie oft ein bisschen übertrieben, um diese Hilfslinien mit abzudecken. D.h., man hat fast schon eine ikonische, Outline in den Filmen. Ich finde, Walt Disney war ja sowieso, es ist noch mal ein ganz anderes Thema, wie zufrieden oder unzufrieden er damit war, mit dieser Technik und dieser Zeichenart. Der war nämlich überhaupt nicht zufrieden und hat auch bis zum Lebensende diesem Typen nicht verziehen. Disney war richtig unglücklich und er war richtig sauer auf den... War es Ken Anderson? Der war wirklich unzufrieden und hat ihn nicht verziehen. Er war sauer bis zum Ende seines Lebens. Dann hat er ihn irgendwann, ein paar Wochen bevor er gestorben ist, noch mal bei sich empfangen. Der Typ erzählt, wie er bei ihm ist, und Walt Disney dann doch noch mal sagt, was du damals mit den Dammertinen gemacht hast. Er beendet den Satz aber nicht, das war vielleicht gar keine so schlechte Idee. Um das noch mal zeitlich einzuordnen, wir sind im Jahr 1961 als das gemacht wird. Das war der 101. Dammertin, das erste Film, wo das sehr viel gemacht wurde. Das war damals wirklich was Neues, aber das hat die Disney-Ära geprägt bis zum Computerzeitalter. Bis die Schöne und das Biest im Grunde. König der Löwen, da hat sich die Technik schon verbessert Das war das Ende der 80er Jahre. Wenn wir von klassischen Disney-Filmen reden, und dabei die Periode von 1960 bis 1989, dann sind das alle Filme, die mit dem Verfahren entstanden sind. Mit Sicherheit ein bisschen weniger rough in späteren Filmen. Aber doch grundsätzliche grafische Eigenschaften, die sich durch das gesamte Disney-Ölfere der damaligen Zeit ziehen. Egal ob Dschungelbuch oder Aristocats, Robin Hood. Wie heißen sie? The Rescuers. Bernhard und Bianca. Dieses Verfahren sieht man bei all diesen Filmen. Damals war es wirklich was Neues und Besonderes. Man kann sich vorstellen, die Leute, die groß geworden sind mit Schneewitschen, mit Pinocchio und Fantasia, für die war das erst mal ein sehr roughes Film. Was denkst du, Johannes? Wie vergleichst du die Golden Age? Der Zeichenstil von Schneewitschen und Fantasia mit dem Zeichenstil von 101 Damatina und seinen Nachfolgern? Emotional oder objektiv? Beides. Man kann es bei Disney nicht trennen. Ich bin sehr begeistert davon, dass dieser Stil, der bei 101 Damatina durchgesetzt wurde, sehr viel moderner war. Und auch zu der Zeit passte, die sich da entwickelte. Auch der Jazz-Score, den sie in dem Film haben. Disney setzte schon ein bisschen Meaf an. Mit dem Stil, den sie hatten. Ich finde es ganz toll, dass sie es geschafft haben, weil Walt Disney sich auch in dem Projekt gar nicht so sehr involviert hat. Und gar nicht überall auf die Schulter geschaut hat. Dadurch konnten die halt ein bisschen Freiheit genießen. Und haben die auch exzessiv genutzt. Und Walt Disney war eben beleidigt dann auch teilweise. Aber ich bin so glücklich darüber. Ich liebe diesen Stil. Ich finde es ganz toll, dass man diese Roughness sieht. Dass man streckenweise sieht, wie die Tiere angelegt sind. Man sieht es ganz, ganz viel im Hintergrund. Die hätten den Hintergrund nicht, hätten sie das nicht über dieses Verfahren machen müssen. Aber um den Stil anzupassen, haben sie einfach auch den Hintergrund mit diesem neuen Fotokopierverfahren gemacht. Und da sieht man noch viel mehr, wie bestimmte Sachen, Double Lines und irgendwelche Sachen, die so rough hingemacht sind. Und wie die Kolorierung dann auch nicht an der Linie ändert. Sondern teilweise über die Linie drüber weggeht oder ein Stückchen früher aufhört. Das gehörte alles zu dem Stil, den sie dann mit implementiert haben. Und ich liebe diesen Stil. Ich finde ihn ganz, ganz toll. Also bei mir spielt ganz krass auch eine emotionale Komponente damit. Weil dieser raffe Stil ist der Stil, mit dem ich groß geworden bin. Ich bin 1982 geboren. Die ersten Disney-Filme, die ich gesehen habe, waren Filme aus dem Silver, Dark und Bronze Age. Das heißt, das war für mich der klassische Disney-Stil. Viel mehr als Dornröschen und Schnewittchen, die ich später gesehen habe, die ein bisschen olle Kamellen waren. Deswegen fühle ich mich unglaublich emotional zu diesem Stil hingezogen. Was du eigentlich gesagt hast, kann ich nur wiederholen. Ich liebe das Raffe. Ich liebe es, wenn man die Hilfslinien sieht. Ich finde es total schön. Man sieht die Entstehung. Und es wirkt nicht technisch. Man hat nicht das Gefühl, man sieht die ganze Zeit eine Künstlerin im Hintergrund. Ich habe direkt noch mal in das, was du vorhin sagtest, als die Computer wieder dazukamen. Deswegen kam ich auch auf Beauty and the Beast. Der erste Film, wo das exzessiv am Computer mitgemacht wurde, dagegen wirkt Beauty and the Beast fast schon seelenlos. Natürlich ist Beauty and the Beast ein ganz toller Film und auch total schön und so. Aber so clean und so klare Linien, ganz klare Farben, das ist so toll. Und so klare Linien, ganz klare Farben, nichts ist irgendwie mal ein bisschen verrutscht auf der einen oder anderen Seite. Das ist fast schon gruselig, wenn man das neben 101 der Martina sieht. Weil 101 der Martina einfach so viel Leben hat dadurch. Ich würde es nicht gegeneinander aufrechnen wollen. Tatsächlich, wenn ich sagen würde, was ist das beste Disney-Zeit, die besten Filme, würde ich immer sagen, von Ende 80er bis in die späten 90er hinein. Mit König der Löwen, der meiner Meinung nach der beste Disney-Film ist. Du bist ja der große Fan von König der Löwen. Mit Aladdin aber auch und Beauty and the Beast. Ein ganz großartiger Film und dann auch spätere Sachen, wo man fast ein bisschen das Gefühl hat, sie versöhnen dieses Renaissance-Age so ein wenig mit dem davor. Ein Königreich für En Lama, ich finde es toll, das zu sagen. Aber es stimmt schon, ich stimme dir vollkommen zu. Es wirkt um einiges lebendiger, es hat eine gewisse Stärke, es hat eine gewisse Kraft und auch eine gewisse Eleganz. Es wirkt nicht wie was, was aus der technischen Not geboren wurde. Genau und das finde ich ganz toll. Es verrät viel mit, was die Gedanken des Animatoren waren. Es hat irgendwie so eine ganz eigene Atmosphäre. Es hat auf jeden Fall einen eigenen Charme und ich würde ihn auch nicht missen wollen, um dann nochmal zurückzukommen auf die Zeitalter. Wenn man sagt, das ist das Bronze-Age, das Dark-Age, da kann ich nicht mitgehen. Nee, überhaupt nicht. Das sind so tolle Filme auch entstanden. Und um das gleich dazu zu sagen, ich finde 101 der Martina ist nicht der Film, der am besten aussieht aus dieser Zeit und auch nicht mein Lieblingsfilm aus dieser Zeit. Zum einen damit zusammenhängt, dass die Technik tatsächlich ganz am Anfang stand, als sie den gemacht haben. Und man merkt noch so ein paar Sachen, die eben doch so nicht wie technische Patze aussehen, aber wo man merkt, dass es schöner geht. Jetzt will ich es wissen. Gerade was so die Outlines betrifft, es gibt ja dieses Phänomen des magnetischen Staubs, der an den Outlines vor allem entstanden ist, weil es einfach zu fett ist, wo das zu dick ist, wo du merkst, wie gesagt, die Kopierer sind ganz neu. Ja, die wissen noch nicht so richtig, wie sie mit umgehen sollen, was man da alles machen kann. Dementsprechend gibt es halt doch so ein paar hässliche, dicke Stellen im Film. Und das Zweite ist, da haben sie natürlich total mit der neuen Technik geprotzt. Einfach, wir haben einen Film, der 101 der Martina heißt, der wird total damit geprotzt. Und jetzt kopieren wir ganz viele Hunde auf ein Bild. Und es gibt einfach so diese Szenen, wo man merkt, sie haben es ein bisschen zu doll getan. Und es wirkt ein bisschen out of date, weil du einfach merkst, dass sie Hunde nebeneinander kopiert haben. Quasi guck dir ein Bild aus dem Film an, wo viele Tiere sind und dann finde die Fotokopieren und die findest du. Du siehst, du kannst quasi einkreisen, da ist er, da ist er, da ist er. Das Ding ist, dass sie das aber nicht nur wegen der Technik gemacht haben, sondern dass das Disney das ganze Övre über immer wieder gemacht hat. Die eigenen Tiere, die schon mal aufgetaucht sind, in kompletten Sequenzen nochmal wieder verwendet. Auch in diesem Film. Aus Susi und Strolch sind Sachen drin. Wir haben einen ganz prominenten Hund aus Susi und Strolch, der bei diesem Twilight-Bark vorkommt. Und dann haben wir auch Susi, die ganz kurz in so einer Szene einmal so über die Straße geht, sie spielt keine Rolle, aber sie ist da, sie ist reingesetzt. Susi und Strolch ist ja auch ein Film, der vor dem war. Susi und Strolch ist ja noch einer von den klassischen Disney-Zeichentrick-Filmen aus dem Jahr 1955. Disney kopiert das, was in dem Film halt krass ist, es gibt einfach diese Momente, wo klar ist, hier wurde technisch kopiert, auch um Geld zu sparen. Wir wollen viele Hunde zeigen, wir wollen viele Hunde kopieren. Und es hat ja auch funktioniert, ich meine, sie hatten das Budget von Donröschen fast halbiert, 3,6 Mio. Inflationsbereinigte haben sie es wahrscheinlich halbiert. Und dann Box-Office, das ist total irre. 303 Mio. Also sie haben das 6-fache von dem eingespielt, was Sleeping Beauty eingespielt hat. Dann kannst du natürlich auch viel beruhigter in den nächsten Animationen gehen und sagen, okay, wir machen noch einen. Und wir machen noch einen. Ganz unabhängig von der Qualität dieses Films, er hat die Disney Studios gerettet als Animationsschmiede. Ohne diesen Film hätten sie noch mal so was gemacht wie Sleeping Beauty und wären noch mal auf die Nase geflogen, dann wäre es vorbei gewesen, dann hätten wir keine Disney-Zeichentrick-Filme mehr. Weil es war auch die Stimmung der damaligen Zeit, du hast einen Realfilm-Pendant dazu. Und Disney hat viele Realfilme gemacht in der Zeit. Das haben wir auch, was sich dann durch das Bronze-Edge zieht, dass neben den Zeichentrick-Filmen immer mehr Realfilme gedreht wurden. Wie zum Beispiel das Star Wars Rip-Off das Schwarze Loch. Das Schwarze Loch? Ja, übrigens ist es ein ganz guter Film. Ende der 70er-Jahre haben sie festgestellt, Star Wars ist ziemlich erfolgreich, wir müssen einen Science-Fiction-Film und dann haben sie das Schwarze Loch gedreht. Mit Robotern, mit Weltraum, mit einem niedlichen Roboter, der so ein bisschen R2D2-haft ist. Und Realfilme waren einfach das Ding damals dann auch. Und zwar so ein bisschen Zeichentrick-Film hätte sterben können. Zumindest in der klassischen Disney-Zeichentrick-Film. Und dank des Erfolgs von 101 da Martina hat sich der Disney-Zeichentrick-Film hervorragend durch die nächsten Jahrzehnte gerettet. Als die Dark Age kam und es wieder hieß, naja, jetzt wird es langsam etwas schwächer. Aber wir haben hier eine tolle Zeit. Wir haben die Hexe und der Zauberer. Auch dort sieht man die Zeichnungen so wunderschön durch, finde ich. Das ist zum Beispiel ein Film, wo ich sage, der sieht besser aus als 101 da Martina. Wo das Verfahren schon ein bisschen verfeinert ist. Aber da ist auch der Stil ein bisschen anders. Auch mit den alten klassischen Geschichten funktionieren. Weil wenn wir jetzt reingehen in 101 da Martina, es ist nicht nur der Zeichenstil, mit dem er sich unterscheidet. Ja, genau. Zum einen der Jazz-Score, den Sie da reingehauen haben. Der komplette Verzicht auf Musical. Der Film ist im Gegensatz zu den klassischen Disney-Filmen kein Musical. Es gibt eigentlich nur einen prominent platzierten Song. Und dann fragt man sich, warum haben Sie denn überhaupt die Hauptfigur zum Komponisten gemacht? Weil im Originalbuch, mal um das auch auszuholen. Lass uns ganz kurz das hier fertig machen, bevor wir uns zu sehr verrennen. Aber Sie haben ja die Hauptfigur zum Komponisten gemacht. Dann hätte man noch ein super Musical draus machen können. Aber Sie haben darauf verzichtet. Tatsächlich, der einzige Song, der gespielt wird, wird auch als Komposition des Komponisten reingebracht. Das ist nicht nur im Realität und im Surrealen. Sondern dieser Typ singt einfach sein Cruella de Villi, das er komponiert hat, das sogar später im Radio läuft. Das ist essenzieller Teil der Geschichte. Und nicht wie bei Don Röschen, wo man sich fragen könnte, warum singt sie jetzt? Macht das irgendwie Sinn, wenn da große Gefahr am Laufen ist, dass sie plötzlich singt? Hier passt es. Und dieser Film ist eigentlich kein Musical. Er ist der erste Disney-Film, in dem er gedreht wurde. Lady and the Tramp, Susie und Strolch, ist ein Problemfilm, wo man sagen kann, der hat auch Anfang des 20. Jahrhunderts gespielt. Aber 101 der Martina ist der erste Film, der in der Zeit, in der er gedreht wurde, spielt. Und auch viele moderne Elemente hat, z.B. Fernseher. Ja, die sitzen die ganze Zeit davor. Das Geile ist, ursprünglich wollte jemand, diese ganzen Hunde und so, die davor sitzen, alle so viel juhu und mitgehen und cheeren und so. Und dann sagte irgendwann einer der Typen, ich weiß nicht mehr genau, wer, Chef-Animator vielleicht auch. Walt Disney war es selbst. Walt Disney persönlich hat gesagt, Moment, das ist nicht das Verhalten, das ich kenne von meinen Enkelkindern vom Fernseher. Die sitzen sehr still und gebannt davor und starren. Und es ist schön und es stimmt total. Das ist eine Besonderheit für Hollywood. In der Zeit fällt es mit anderen Filmen zusammen. Aber es gab in Hollywood sehr lange die absolute Abwehrhaltung gegenüber Fernsehen. Weil Fernsehen hat das Filmbusiness, das klassische Kinobusiness, kaputt gemacht. Das war die Haltung, das heißt, wir hassen Fernseher. Und es gab in dieser Zeit, vor allem in den 50er-Jahren, haben sich Produzenten und Regisseure dagegen gesträubt, Fernseher zu zeigen. Wenn die verortet waren, wo Fernseher überall stand, jedes Haus hatte einen Fernseher Anfang der 60er-Jahre, haben die keine Fernseher gezeigt. Die Wohnzimmer waren fernsehfrei. Fernseher sollte nicht gezeigt werden. Die Leute sollten nicht heiß draufgemacht werden auf die Fernsehgeräte. Da ist 101 Day Martina auch ein Weg Richtung Moderne. Wir zeigen unsere Zeit und wir zeigen auch einen Fernseher. Wir verabreden, wenn wir einen Film in unserer Zeit verorten. Sie nutzen die Chance, das auch noch zu veralbern, indem sie Whose Crime Is It oder What Crime Was It oder so was als Verarschung von Whose Line Is It oder What's the Line? Wie heißt das Ding? Ich weiß es nicht mehr, verdammt. Aber es gab eine Fernsehshow, wo man raten sollte, was der Gast für einen Verbrechen begangen hat. Das haben die in den Fernseher reingepackt, was eine Verarschung von einer Tv-Show war. Das ist in vielerlei Hinsicht ästhetisch ein moderner Disney-Film, der ein neues Disney-Zeitalter einläutet. Dann kommen wir zur Vorlage. Er bezieht sich auf einen literarischen Stoff. Keinen klassischen literarischen Stoff. Das ist nur 5 Jahre älter als der Film. 101 Day Martina von Doty Smith. 101 Day Martina. Ich wusste, dass mir das passieren würde. Das ist so süß. Im Gegensatz zu so vielen anderen Autoren, die Disney ausgeschlafen hat. Die klassischen Märchen-Autoren konnten sich nicht wehren. Aber wenn wir z.B. die Autoren von Mary Poppins nehmen, die waren nicht so zufrieden damit. Die wollten ihr Buch nicht verfilmt haben. Sie waren auch nicht glücklich mit dem, was Disney draus gemacht hat. Das beste Beispiel ist Winnie-Pooh. Wo Disney hausieren gegangen ist, um diesen Film machen zu können. Das weiß ich alles nicht, wie das zustande gekommen ist. Es gehört auch nicht zu meinem großen Wissen. Vor allem nicht zu dem Wissen, worauf ich mich vorbereitet habe für die Episode. Aber es gibt genug Beispiele von Disney, der in Literatur wütet. Die, die dafür verantwortlich sind, sind nicht so glücklich damit oder müssen überzeugt werden, dass es überhaupt umgesetzt werden kann. Doty Smith wollte, dass ihr Buch ein Disney-Film wird. Sie hat davon geträumt. Das ist total süß, dass Disney dann wirklich da sitzt, dass sich das Ding anschaut und direkt sagt, das brauche ich, das muss ich verfilmen. Das ist total schön. Das ist ein richtig gutes Screenplay draus. Dann sagt Disney auch noch, ich muss mich da nicht groß einmischen, macht ihr mal. Der war natürlich bei Meetings dabei. Aber er hat sich größtenteils rausgehalten. Doty Smith wurde auch mit einbezogen in die Umsetzung. Er wurde auch immer gesagt, wir ändern hier was. Es wurde einiges geändert. Sie haben immer wieder Layouts geschickt. Sie sind verbessert, nicht wie viele Autoren. Das dürfte ich machen, das ist mein Baby. Das Layout sieht besser aus als im Kinderbuch. Die Geschichte habt ihr noch ein Stückchen verbessert. Ich bin voll zufrieden. Das Buch ist kein klassisches Bilderbuch. Es sind 200 Seiten, es ist ein Roman. Es gibt diese Illustrationen darin. Die sind anders als das, was im Disney-Film zu sehen ist. Es ist viel künstlicher, viel spröder. Klassische Tusch-Schwarz-Weiß-Zeichnungen, wie man sie kennt aus Büchern. Wenn Disney einen Film draus macht, dann muss das alles aufgehübscht und aufgesüßt werden. Die Geschichte muss auch vereinfacht werden. Die Originalgeschichte ist ein bisschen komplexer. Da gibt es nicht 2 Dalmatiner Eltern, sondern es gibt 3. Eine adoptierende Mutter, die 15 Kinder adoptiert. Die Frau von Pongo ist im Film. Die kommt dem Buch auch vor. Sie ist nicht die Mutter von den 15 Welten. Im Buch lebt Pongo mit seiner Partnerin Mrs. in einem Haus. Sie ist nicht ein Komponist, sondern ein Financial Wizard. Sie kennt sich gut aus in der Finanzwelt. Sie ist stinkreich. Sie hat Großbritannien vor dem Ruin gerettet. Er muss keine Steuern bezahlen, weil er so toll ist. Sie sind reich, das ist ein großer Unterschied. Die Welt im Film ist die Welt von einem semi-erfolgreichen Komponisten, der versucht, über die Runden zu kommen. Über den sich Cruella de Vil noch lustig macht. Im Buch ist es aber keine Frage, die heißen auch anders. Es wird nicht gezeigt, wie sie sich kennenlernen. Es geht damit los, dass Pongo und Mrs., nicht Perdida, die 15 Welpen kriegen. Sie gehören zu Mr. Dearly. Von dem wird Perdita gefunden und aufgenommen. Deren Welpen wurden verkauft an Cruella. Das ist der Plot, wie Perdita da reinkommt. Perdita ist auch Spanisch und heißt die Verlorene. Dann ziehen Mrs. und Pongo los, um die Welpen zu retten, nachdem die von Cruella entführt wurden. Perdita spielt eher eine Nebenrolle. Das ist die, die zu Hause auf die Besitzer aufpasst. Das ist etwas, was im Buch präsenter ist. Im Film wird angedeutet, dass die Hunde sich als die Besitzer der Menschen sehen. Aber sie lassen die Menschen im Glauben, sie wären ihr Besitz. Das ist wirklich schön. Das ist im Buch nicht ganz so pointiert, aber es wird auch angedeutet, wenn Pongo ganz am Anfang auf Brautschau geht für seinen Besitzer. Und sich dann anguckt, die will ich nicht, die will ich nicht. Und hat auch ganz gezielt seinen Besitzer Roger auf die Anita loslässt und auf die Perdita. Was übrigens auch ein sehr schöner, für damals moderner Moment ist, er wirklich durch die verschiedenen Menschen-Typen durchschaut. Wie der Hund, der Besitzer, irgendwie in Unity durchs Bild laufen. Und er sagt, diesen Typ, nein, diesen Typ, nein. Das ist sehr schön. Das gab es vorher nicht in der Form, habe ich das Gefühl. Es ist ja dieser klassische Witz, dass Besitzer und Hunde sich annähern und immer ähnlicher werden mit der Zeit. Da wird das sehr karikaturhaft auf den Punkt gebracht, indem eine Typ-Künstlerin vorbeiläuft mit ihrer Hündin und Pongo guckt und sagt, nicht so wirklich. Das ist so eine sehr elegante Dame. Mit Pudel, glaube ich. Und der sagt, die sehen aus, als ob sie einen Stock verschluckt hätten. Ich weiß nicht so irgendwas in der Richtung. Und dann kommt aber Anita mit Perdita. Natürlich perfekt passend, eine hübsche, moderne Frau. Mit einem Dalmatiner auch noch. So was. It's not racism. Die Schauspielerin, die die gevoist hat, die wurde nach ihr gemodelt. Von der Zeichnung her. Sie hatten ursprünglich eine andere Figur gezeichnet. Und dann sagt Walt Disney, in einem der Meetings, stimmt die nicht, irgendwie muss die anders aussehen. Und geben das einem anderen Zeichner in die Hand und sagen, probier du mal. Und der hat sich orientiert an der Schauspielerin, die das gevoist hat. Und hat ihr sogar ein paar Bewegungen mitgegeben, die er kannte von ihr. Was tatsächlich ganz süß ist, weil die menschlichen Figuren eine sehr kleine Rolle spielen in diesem Film. Wir haben im Mittelpunkt die Dalmatiner-Szene. Und das wird auch ganz deutlich in dieser einen Szene, die auch zusätzlich noch erfunden wurde, die nicht im Buch stattfindet. Und zwar die Hochzeitsszene, die ein bisschen Ärger gesorgt hätte. Da wurde gesagt, das könnt ihr so nicht machen, weil das könnte einige etwas religiösere Menschen im Publikum erzürnen, wenn ihr hier zeigt, wie die Tiere im Vordergrund ihre eigene Hochzeitszeremonie feiern. Weil der Bund zwischen zwei Menschen, das ist ein Heiliger Bund, das ist ein göttlicher Bund, der kann nicht von zwei Tieren imitiert werden. Die entsprechende Szene ist, wir haben die Trau-Zeremonie von Pongo und Anita, ganz verschwommen im Hintergrund. Und im Vordergrund sind Pongo und Perdita, die dabei ihre eigene Trau-Zeremonie abhalten. Aber sie ist auch nicht so weit ausgebreitet, dass man da irgendwie auf die Barrikaden gehen muss. Ja, wir kommen in den 60ern, würde ich sagen. Was ja viel schlimmer noch ein Problem war, war, dass die Hunde irgendwann mal von den Kühen gesäugt werden. Das war ein Problem. In dieser Szene haben sie tatsächlich entschärft. In der ursprünglichen Szene war es so, dass die Tiere die Wörter aus der Hochzeitszeremonie exakt wiederholt haben. Dann haben sie gesagt, das machen wir raus. Dann haben sie angefangen, religiöse Symbole aus der Szene zu entfernen. Um das zu säkularisieren, dass es nicht ganz so anstößig wirkt, wenn die Tiere in einer religiösen Zeremonie Und deswegen haben Roger und Anita, wenn man sich die Szene anguckt, tragen auch nicht so klassische Hochzeitskleidung, sondern eher so ein bisschen was förmlicheres. Es wurde entschärft, die Szene. Die Hunde haben das christliche Sakrament nicht wiederholt. Und die beiden Protagonisten, die in der Kirche geheiratet haben, hatten keine traditionelle Hochzeitskleidung an. Aber es könnte so eine süße Szene sein. Ja. In den 60ern. In den USA der 60er. Aber ich glaube, in Deutschland wär's auch nicht viel besser. Was ich auch sehr süß finde, wenn wir schon bei den Hunden und den Menschen im Vergleich sind, sie haben absichtlich den Hunden immer die tieferen Stimmen gegeben, damit sie mehr powerful sind. Dass man mehr das Gefühl hat, die sind diejenigen, die die Fäden in der Hand haben. Und die Hunde sind es ja auch, die den Durchblick haben. Die Hunde sind alle animiert, auch Roger und Anita. Es besteht von Anfang an kein Zweifel daran, dass Cruella unser Bösewicht ist. Die kommen auch straight to the point. Dass sie überhaupt nicht groß vorrede. Oder woher kommt Cruella? Was hat die für eine Verbindung zu Anita? Nix. Sie ist eine alte Freundin, das muss reichen. Sie will die Hunde haben, sie will die Welten haben. Ich finde, dass sie, die sie zum ersten Mal sieht, weiß, was sie mit den Hunden vorhat. Und diese Cheekbones, diese Physikonomie. Ich finde, dass der Stil des Films auch so sehr zu Cruella passt. So großartig. Muss man schon sagen, in der Geschichte der Disney-Filme eine der most entertaining Villains. Auf jeden Fall. Cruella ist super unterhaltsam, super cool. Sie hat so viele Menschen gezeichnet. Normalerweise teilt man sich das. Es gibt diese neuen großen Animatoren, die im Film arbeiten. Das waren so die Old Men, die das in der Hand hatten. Die haben sich die Aufgaben geteilt. Jeder hat an jeder Figur gezeichnet. Aber Cruella ist tatsächlich die Vision von einem Menschen. Eine Person hat an dieser Cruella gearbeitet. Das ist unglaublich. Das ist so großartig. Marc Davis. Vielen Dank. Er wird wahrscheinlich nicht mehr unter uns fallen. Wenn du den Podcast hörst, vielen Dank, Marc Davis. Marc Davis ist vor ungefähr 20 Jahren gestorben. Im Jahr 2000. Ich glaube, es war auch eine seiner letzten Jobs. Es war sein letzter Job als Animator. Er hat für Disney gearbeitet. Er hat ganz viel für Disneyland und Disney World gemacht. Er hat die Zeichnungen für die Attraktionen gemacht. Für die verschiedenen Puppen und Animatronics. Die in den Freizeitparks rumlaufen. Cool, sehr schön. Er war ein bisschen Disney's Ladies Man. Er hat die Frauen gezeichnet. Snow White ist seine Schöpfung. Dann hat er 151 Tinkerbell bei Peter Pan. Toll. Als letzte große Arbeit Cruella Delville. Da hat er sich selbst übertroffen. Schau dir Cruellas Bewegungen an. Wie sie Hüftschwung hat. Wie sie ihren Förder behandelt. Es ist so toll gemacht. Du musst den ganzen Film sehen. Das ist ein Meisterstück der Animation. Auch wenn es nur ein kurzer Moment ist. Wenn man sich das anschaut. Es ist toll gemacht. Cruella Delville ist sehr stark durchgekommen. Sie ist fast ein Totenkopf. Sie ist ganz dünn und abgemagert. Sie ist so lebendig. Sie bewegt sich wild. Sie ist exzentrisch und expressiv. Das ist cool. Wahrscheinlich Mark Davis Meisterwerk. Was für eine tolle Abschlussarbeit für einen Animator. Für seinen letzten großen Zeichentrick. Das der Welt zu hinterlassen. Das gehört zu den Gründen, warum das eine meiner liebsten Filme aus der Zeit ist. Das gehört zu den Gründen, warum das eine meiner liebsten Filme aus der Zeit ist. Cruella Delville ist der Hammer. Sie ist auf jeden Fall der Hammer. Wenn wir kurz bei der Animation sind. Wie sie mit dem Auto in der Gegend rumpässt. Die Autos haben ja sowieso eigenen Charakter. Das finde ich auch geil. Dass sie in so einem tuckernden Auto in der Gegend rumpässt. Cruella Delville ist ein riesiges, lange, luxuriöses Auto. Cruella Delville ist ein riesiges, lange, luxuriöses Auto. Das ist der Hammer. Das haben sie in Cardboard einmal nachgebaut. Um das dann zu filmen. Sie haben Outlines, wie wenn sie gezeichnet hätten. Das ist quasi eine Vermischung aus gezeichneter Animation. Das ist quasi eine Vermischung aus gezeichneter Animation. Das finde ich auch spannend. Das ist für mich die interessantere Ausbeutung dieses neuen Scanverfahrens. Das ist für mich die interessantere Ausbeutung dieses neuen Scanverfahrens. Auf die Idee muss man erst mal kommen. Man kann auf Actionfilm für 12 Frames per Second in Zeichentrick umwandeln. Man kann auf Actionfilm für 12 Frames per Second in Zeichentrick umwandeln. Ich finde das wahnsinnig gut. Wenn ihr das euch interessiert, müsst ihr das mal googeln. Es gibt dieses Auto, man kann es in der Dokumentation anschauen, wie sie dieses Auto gebaut und gefilmt haben. Und das alles mit Outlines versehen haben, damit man dann daran die Zeichnung machen kann. Es gibt online ein 30-minütiges Making-of. Das ist das, was wir in der damaligen Zeit haben. Und mit Kommentaren von einigen der Beteiligten. Und auch von einigen HistorikerInnen, die sich mit Disney-Geschichte auseinandergesetzt haben. Man findet da auch Bilder von diesem riesigen Kopierer. Diesem Xerox-Kopierer, den sie benutzt haben. Man sieht Bilder von den Inka-Innen, wie sie sitzen in diesen kleinen Kästen und abzeichnen. Man sieht Bilder von den Animatoren. Es ist wirklich ein Fundstück. Es lohnt sich, den noch mal zu gucken, wenn man sich für Zeichentrick-Film-Geschichte interessiert. Und dies mit den Autos und dieses Lebendige ist in der Struktur des Films verwurzelt. Weil der Film hat ganz traditionell 3 Teile. Wir haben die Präposition, wenn gezeigt wird, wie Roger und Anita bzw. Pongo und Perdita sich kennenlernen und die Hunde kriegen. Wir haben die Präposition und einen ruhigen Mittelteil. Vor allem dieses Twilight-Bark, mit dem Perdita und Pongo die anderen Hunde darauf aufmerksam machen, dass sie helfen sollen, ihre Welpen zu suchen. Kennst du noch die Telefon-Lavine von Justus Jonas? Wie heißen die 3 Fragezeichen? Ich habe die 3 Fragezeichen nie viel gehört. Es ist die Telefon-Lavine. Wie funktioniert die Telefon-Lavine? Ich glaube, dass die in Santa Barbara, wo die da sind, der Ort, verdammt, ich habe das alles gesuchtet als Kind. Dass die da einfach, die kennen einen Haufen Leute. Und der kennt den und der kennt den und der kennt den. Und dann rufst du einmal an, der stößt die Lavine los. Der andere ruft 2 Leute an, der nächste 3 oder was. Keine Ahnung, jeder, wie er halt kann. Und dann am Ende hast du wie so ein Pyramidenschema ganz viele Leute, die Bescheid wissen und dir eine Rückmeldung geben. Genau, das ist das Twilight-Bug. Die Hunde bellt einmal und informieren andere Hunde. Dann wird weitergebellt und es wird halt rumgefragt, habt ihr diese Welpen gesehen? Die Welpen wurden gestohlen. Was ist da passiert? Das ist ein tragischer Mittelteil, der aber sehr kurz ist. Dann haben wir das letzte Drittel des Films, was eigentlich nur auf Verfolgungsjagd ist. Sie retten ihre Welpen, bzw. Sgt. Tipps, die tapfere Katze rettet die Welpen. Das war 1999, weil Cruella offensichtlich von allen Ecken der Welt diese Welpen gekauft hat. Das ist auch so absurd. Die einzigen, die geklaut wurden, sind die Welpen von Pertita und Pongo. Und hätte Cruella darauf verzichtet, dann hätte sie ihr fucking Pelz machen können. Sie hat einen Fehler gemacht, einen Fehler zu klauen. Sie hätte sich nicht strafbar machen müssen. Sie hatte doch genug Welpen. Das reicht auch. Damit kriegst du einen Pelz hin. Vielleicht wollte sie noch eine Tasche dazu. Dann haben wir einfach nur noch Pertita... Der Name ist schwer für mich auszusprechen. So ein D und ein T, die aufeinander folgen schrecklich. Pertita und Pongo, die mit den 99 Welpen vor Cruella und ihren beiden Lakaien Jasper und Horace fliehen. Was ganz großartige Verfolgungsjagd ist. Das ist eine tolle Action-Szene dabei. Das ist eine einzige Action-Szene. Ich komme nachher dazu, warum ich das alles dünn finde. Narrativ. Narrativ kannst du das nicht vergessen. Aber es macht erst mal viel Spaß. Es gibt auch lustige Sachen, lustige Kämpfe mit den Dieben. Es gibt lustige Versteckaktionen. Es gibt diese tolle Szene, wo sie sich alle Lapradorf-Facing verpassen. Ist das politisch problematisch, Johannes? Ich frage dich. Ich glaube, es ist okay. Ich habe noch keinen Labrador gesehen, der sich beschwert hätte. Sie sind in einem Lagerhaus, wo ganz viel Kohle ist. Dann kommen sie auf die Idee, dass sie in die Kohle springen können, um ihr weiß-schwarz-fleckiges Feld zu tarnen. Und dann als Labradors, also komplett in Schwarz, mit dem Labrador, der ihnen hilft, fliehen zu können. Die Gangster werden auch erst mal nicht misstrau. Wir haben plötzlich 20 Labradors, die über die Straße gehen. Das ist total absurd. Das ist so dämlich eigentlich. Wir suchen 99 Dammertine. Ah, da sind 99 Labradore. Die lassen wir in Ruhe. Aber das Krasse ist, so absurd diese Prämisse in der Szene ist. Das ist eine verdammt spannende Szene. Das ist wirklich sehr gut. Dann ist auch diese dramatische Musik. Du hast auch echt Angst, dass ein Hund zurückbleibt. Ja, es gibt immer wieder diese Szenen, wo du Angst hast, dass Hunde zurückbleiben. Das sind 99 Dammertine, die alle nach und nach darüber geschafft werden müssen. Dann hast du natürlich Angst um die letzten Szenen, die es vielleicht dann nicht schaffen. Die Musik ist so ein bisschen düster. Es gibt noch dieses Schneetreiben. Das haben wir auch davor schon, wenn sie durch den Schnee fliehen und dann Lucky immer so ein bisschen zurückbleibt. Lucky ist immer der Traurige. Es gibt nicht viele Charaktere in diesem Film. Die Welpen kann man eigentlich nicht auseinanderhalten. Es gibt ein paar Namen, die genannt werden. Es gibt einen, der immer Hunger hat. Er ist der einzige wirklich niedliche Welpe, die man in Erinnerung behält. Er ist die ganze Zeit vorm Fernseher. Er ist immer der traurige Hund, der so ein bisschen zurückhängt. Das ist wahrscheinlich der, der Roger am Anfang gerettet hat. Alter, was für eine krasse Szene. Was für eine krasse Szene. Und ich war so, was, will der gerade in den Welpen sterben? Genau, man denkt am Anfang, wir haben 15 Welpen gekriegt. Und dann wird der tote Welpe, also eingewickelt in ein kleines Handtuch, zu Roger gebracht. Und er sagt, na ja, das gehört zum Leben dazu. Und du denkst dir, what the fuck is going on? Disney hat eine lange Tradition, Tiere sterben zu lassen. Ich meine, der Tod von Bambis, Bambis, Bambis Mutter ist noch nicht so lange her, ne? Und man denkt wirklich, der ist tot. Und dann sagt Roger, na ja, vielleicht, ich könnte ja mal versuchen und reib dann das Handtuch. Und es war tatsächlich Doddy Smiths Idee, ne? Ja, genau, die hat das erlebt anscheinend. Die haben das tatsächlich erlebt. Die hatten keine 15 Hunde, aber die hatten irgendwie 10 Hunde, die sie dann aber verkauft haben. Sie haben sie alle verkauft. Also Doddy Smith hat definitiv ein Kindheitstrauma verarbeitet. Stell mir vor, wie die kleine Doddy da sitzt und sagt, oh nein, und jetzt werden aus diesen kleinen Welpen wird ein Mantel gemacht. Na ja, auf jeden Fall hat sie erlebt, wie ihre Mutter ein Welpen gerettet hat. Indem sie das gemacht hat. Also ich wusste nicht, dass das geht. Ich dachte auch nicht, dass das geht. Wiederbelebungsmaßnahme für tote Welpen, dass sie dann einmal ein bisschen gerieben werden, Herzmassage, keine Ahnung. Ja, wahrscheinlich, irgendwie sowas. Aber Lucky, ja genau, also wenn es Lucky ist, ich gehe auch davon aus, dass es Lucky ist. Überlebt dann auch. Und Lucky kriegt immer so ein bisschen die traurigen Szenen. Zum Beispiel, wenn er im Schnee zurückhängt und sagt, Papa, ich kann nicht mehr. Ja, meine Nase ist eingefroren, meine Zähne sind eingefroren, meine Ohren sind eingefroren, er hört überhaupt nicht wieder auf auf zu zählen. Und das ist wirklich, diese Zähne Verfolgungsjagd, das ist eigentlich so absurd, weil hier rennen 101 Dalmatiner vor zwei Verbrechern und einer irren Pelzlady weg. Aber es ist dramatisch. Es ist wirklich spannend. Und du sitzt dann ab einem gewissen Punkt da vorm Fernsehen und denkst, hoffentlich schaffen sie es. Obwohl du weißt, dass sie es schaffen. Disney wird keinen von diesen Welpen töten. Wir wissen es alle. Und trotzdem sitzt du da und denkst, bitte. Oh man. Krass, am Ende denkt man sich dann, aber muss man schon sagen, ich stelle mir das jetzt in meiner Wohnung mal vor. Und die Londoner Wohnung bei dem Typen soll ja nicht sehr groß gewesen sein. Theoretisch. Also, die haben zwei Etagen. Die haben zwei Etagen und die eine Etage ist nur ein Wohnzimmer. Aber sie wollen erzählen, dass sie in ärmlichen Verhältnissen leben. Wenn ich das in meiner Wohnung überlege, 99 Dalmatiner. Ich glaube nicht. Aber sie erzählen ja auch, dass sie dann umziehen werden. Und dass sie aus Land ziehen werden. Das ist ein Radiohit. Das wird schon erzählt, dass es auch so eine Aufstiegsgeschichte ist. Sie können sich jetzt die 101 Hunde leisten. Aber das ist jetzt mal der Punkt, an dem ich fragen muss, über welchen Zeitraum will dieser Film uns das erzählen? Das wird nicht genauer definiert, oder? Ein kurzer Zeitraum. Ja, aber wann zur Hölle hat er diesen Song ordentlich recorded, verkauft, an eine Firma gebracht, die das irgendwie vertrieben hat? Wann hat er die Radiostationen davon überzeugt, das zu senden? Und wann hat er noch das Geld eingesammelt? Er hatte Zeit dafür, weil die ganze Hunde weg waren. Und jetzt bricht seine ganze Karriere ein, wo er sich um 101 Dalmatiner kümmern muss. Das ist das Ende seiner Karriere. Wir erleben hier einen One-Hit-Wonder. Nach Cruella de Vil wird dieser Mann keinen Song mehr aufnehmen. Und sie werden auf einem Landwohnen total verarmt sein. Und die Hunde werden anfangen, sich gegenseitig zu fressen. Oh Gott! Und dann kommt Cruella und fragt, na? Und er sagt, ja, kein Problem. So 50 können wir ja abgeben. Dieser Lucky, der ist sowieso schwach. Pappi, werde ich jetzt zu einem Pelz verarbeite? Wer von euch hat denn die meisten Punkte? Oh Gott! Also, wo wir gerade so am Lestern sind. Ich habe ja schon gesagt, dass ich die Zeichnung toll finde. Sehr schön großartig. Ich mag den Stil total. Auch in dieser etwas rougheren Version eines Erstlings. Tatsächlich finde ich, es fehlt so ein bisschen der Zauber von alten Disney Filmen und darauffolgenden Disney Filmen. Woran liegt das? Ich glaube, es liegt daran, dass sich die Story ein bisschen zu krass kondensiert. Es ist alles so reingedrückt und sehr schnell. Man hat das Gefühl, dieser Film rast an einem vorbei. Und es gibt definitiv die Momente des emotionalen Innerhaltens. Es gibt ein paar schöne emotionale Momente. Aber die gehen so ein bisschen verloren in dieser Bewegung. Ich glaube, von den besten Disney Filmen, egal aus welcher Zeit, ist es, dass das Pacing zwischen Humor, Emotion und Action und Fantastischem wunderbar klappt. Insbesondere das Fantastische, aber auch das Emotionale fällt bei diesem Film immer so ein bisschen runter. Das kippt immer so ein bisschen. Das Fantastische ist eigentlich gar nicht vorhanden, was natürlich auch am Setting an der Art, wie die Geschichte erzählt wird. Aber auch da, zum Beispiel Susi und Strolch, die in realen Verhältnissen verortet ist, hat deutlich mehr Fantastereien. Oder auch neuere Filme. Die Filme, die von den Leuten meistens gehasst werden. So was wie Basil, der Mausdetektiv oder Aristocats, die von toll. Filme, in denen Tiere eine Rolle spielen und die in unserer Zeit verhaftet sind. Die nicht so aus Klassik spielen. Die haben auch mehr fantastische Elemente, mehr Spinnereien, mehr Fantastereien. Die fehlen mir in diesen Filmen manchmal so ein bisschen. Das ist kein schlechter Film, auf keinen Fall. Ich mag den Film. Aber ich würde ihn jetzt tatsächlich nicht in eine Top 10 der besten Disney-Filme packen. Der besten Disney-Zeichentrick-Filme. Ich verstehe, was du meinst. Ich würde fast die Konkurrenz gar nicht aufmachen. Ich meine, es ist Disney, klar. Disney ist sich selbst auf jeden Fall Konkurrenz. Aber der hat irgendwie, dadurch, dass er eben nicht in dieses Fantastische rübergeht, obwohl die Hunde sprechen können und so, hat er eine ganz andere Auf Realität und auf eine bestimmte Welt bezogene Geschichte. Ich finde zwar diese Figuren wieder von Susi und Strolch, aber irgendwie habe ich trotzdem das Gefühl, es ist in einer anderen Welt. Es ist ein anderes Universum. Und viele Disney-Filme sind im selben Universum. Irgendwie vom Gefühl her. Weil die die gleiche Atmosphäre, das gleiche Gefühl und die gleiche Emotionalität und so weiter haben. Aber der Film ist irgendwie aus und vor und anders. Deswegen würde ich den Vergleich gar nicht aufmachen. Und finde, dass er in seiner Art und Weise, in seinem, was er will, was der Film will und was der Film erzählt, dass er einfach ganz hervorragend ist in dem, was er tut. Er braucht das nicht unbedingt. Ich brauche da keine Fee, die in der Gegend rum rennt. Nee, eine Fee muss nicht sein. Ich glaube, tatsächlich haben ja auch spätere Filme von Disney, gerade in diesem sogenannten Dark Age, sehr fantastisch, märchenhaft Verspielte verzichtet. Die haben das aber so ein bisschen auch kompensiert, dadurch, dass sie komplexer waren von der Geschichte. Und wenn ich an Disney denke, denke ich entweder eine sehr einfache Geschichte unterlegt mit Musical-Einlagen. Ein bisschen spinnend, fantastisch, so ein bisschen was märchenhaftes. Oder eben diese etwas komplexeren Geschichten, wo du das Gefühl hast, da werden gerade so Story-Konstrukte wie Sherlock Holmes oder sogar Hamlet irgendwie in einen Film reingepackt und für Kinder aufbereitet, so dass es Spaß macht. Aber wann war denn das so? Das hat doch erst viel früh später angefangen, oder? Lass uns mal durch die Liste von den Filmen gehen, von Disney. Sind komplexere Filme früher in den 50er, 60er Jahren? Ich finde zum Beispiel Pinocchio ist so ein Beispiel. Pinocchio ist ein Film, der nicht so ein klassisches Disney Musical ist. Aber der hat, was natürlich auch mit der Vorlage zusammenhängt, eine sehr schöne Coming-of-Age-Geschichte, die auch so ein gewisses Stationentrama ist. Das ist halt das Ding, dadurch kommt die Komplexität zustande, durch diese Station und das Gefühl. Pinocchio hat auch diese Fantastereien, eben, wenn er sich dann in einen Esel verwandelt, wenn sie in dem Wal sind. Und dann haben wir sowas, das sind natürlich die fantastischen Filme. Wenn wir vom Golden Age und Silver Age reden, haben wir vor allem die Filme, die dadurch punkten, dass sie fantasievoll sind und dass sie diese Musical-Einlagen haben, dieses märchenhafte. Also sowas wie Schneewittchen hat ja auch eine dünne Geschichte. Aber das lebt natürlich von der Musik, von dem märchenhaften, von den niedlichen Zwergen. Wir haben beim Schneewittchen sieben Zwerge, wo jeder seine eigene Persönlichkeit hat. Das fehlt in dem Film so ein bisschen. Ja, es sind 15 Dalmatiner, aber ein bisschen mehr, als dass der eine gerne vom Fernseher sitzt und der andere immer zu viel isst und deswegen nicht durch das Loch in der Wand passt bei der Flucht. Könnte man schon erwarten. Ja, das stimmt. Wir haben sowas wie Dumbo, der die tanzenden Elefanten-Szene hat, wo plötzlich voll der Drogentrip abgefahren wird. Ja, stimmt. Krass, ja. Und wir haben Bambi, der so sehr verortet ist im Wald, der aber die ganze Zeit so eine märchenhafte Atmosphäre hat, einfach dadurch, dass sich sehr viel Zeit genommen wird für diese schönen Waldbilder. Und das sind alles Sachen, die bei Lady and the Tramps so ein bisschen fehlen. Ach, bei 101 Dalmatiner. Bei 101 Dalmatiner. Und dann Filme, die ähnlich sind wie 101 Dalmatiner, die eher später gekommen sind. Lady and the Tramps zum Beispiel ist ein bisschen früher. Aber es ist ja auch eher so eine geerdete Geschichte mit Hunden. Gehört auch nicht zu meinem Lieblings-Disney-Film. Der hat Lady and the Tramp, wer es nicht gleich verbinden kann, Susi und Strolch. Den würde ich wahrscheinlich auch so... Das ist ein Film, der, wenn ich drüber nachdenke, wahrscheinlich genau dieselben Probleme hat für mich wie 101 Dalmatiner. Aber dann haben wir sowas wie Aristocats und Basil, die beide nicht so besonders beliebt sind bei Disney-Freunden. Oder auch Fox and the Hound, Cup and Copper. Die im Dark Age sind, die danach sind. Die es aber eben schaffen, dieses fehlende Märchenhaft damit zu kompensieren, dass ihre Geschichten etwas komplexer sind, sich ein bisschen erwachsener anfühlen. Und da steht 101 Dalmatiner dazwischen irgendwie. Und um das nochmal stark zu machen, das ist Meckern auf sehr hohem Niveau. 101 Dalmatiner ist ein großartiger Film, ohne jeden Zweifel. Also, man muss schon sagen, dass man während des Films, während man ihn schaut, immer mal wieder denkt, die Story ist ein bisschen dünn, oder? Also, das ist schon so. Aber ich komm da sehr schnell drüber hinweg. Durch die Zeichnung, durch die Erzählweise, durch verschiedene... Auch Tempo. Sie haben ja auch immer wieder Tempo drin, das durchaus einen immer weiter zieht. Es gibt ja nicht diese Momente, wo man dann hängt und denkt, passiert mal endlich wieder was, sondern man hat immer wieder neue Ideen und neue Sachen, die einen weiterziehen. Das ist nicht das Ding. Es passiert immer was. Der Film, der zieht. Und der Film ist ja auch mit 80 Minuten eigentlich eine traditionelle Disney-Länge. Und die Disney-Filme, deswegen funktionieren die auch so gut, sind einfach vollgestopft. Es passiert ständig was. Du hast nicht die Momente, wo du denkst, oh, jetzt wird's aber langweilig oder so. Also, insofern macht mir das gar keine Probleme. Und insofern kann ich den auch losgelöst sehen von anderen Filmen, die vielleicht komplexer, auch emotional komplexer sind, weil der Film einfach Spaß macht zu gucken. Und ich glaube, einer der großen Pluspunkte für mich ist einfach wirklich der Visual-Style. Ich glaube, wenn ich jetzt so recht überlege, wenn der jetzt aussehen würde wie Peter Pan. Das würde nicht funktionieren. Würde ich gar nicht so mögen im Film. Ich finde auch der Visual-Style ist auf jeden Fall das Highlight dieses Films. Und ich kann verstehen, dass Disney-Puritaner von damals dann eher sagen, ach, da fehlt so ein bisschen Schönheit von Donröschen, von Schnivitschen. Aber er hat dafür eine ganz eigene visuelle Energie. Und die ist wirklich stark. Da ist halt so ein bisschen einfach das Problem, dass er ein Erstling ist. Ich finde, dieser Visual-Style, den er hat, der wurde perfektioniert in späteren Filmen. Und deswegen fallen mir halt fünf Filme ein, die denselben Stil haben, aber besser aussehen. Mir besser gefallen. Vielleicht, also bei mir hat es ja nicht nur was damit zu tun, dass dieses System der Fotokopie irgendwie drin war, sondern es hat was für mich damit zu tun, dass diese, die haben sich ja orientiert an so einem Kartonisten. Wie hieß der jetzt? Ja, ich habe mir den Namen auch aufgeschrieben, aber ich habe viel zu viele Notizen, um das zu finden. Aber dieser Kartonist, nachdem sie sich ein bisschen orientiert haben, der hatte halt auch einen bestimmten Stil, der dann gut zusammenging mit dieser Fotokopierer- Geschichte. Aber ich glaube, ich glaube, das hängt sich mehr daran auf, meine Idee davon. Dieses leicht schiefe Surreale, was sie drin haben, aber auch nur so ganz leicht, ne? Und diese leicht verschobenen Linien und so. Du hast immer so ein kleines bisschen, selbst wenn du in eine Stadt guckst, hast du das Gefühl, du hast mit Hexenhäuschen zu tun. Das finde ich einfach großartig. Und diese klaren Kanten, die dieser Typ, dieser Roger hat im Gesicht, ich finde das ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz tollen Stil. Finde ich auch ganz toll. Ich finde tatsächlich die Kanten bei Merlin sind geiler. Aber um nochmal, zumindest dich in einem Punkt zu unterstützen, die Hintergründe und die Fördergründe passen besser zusammen als bei vielen Filmen, die danach folgten. Weil irgendwann sind sie die anderen wieder übergegangen, sehr traditionell die Hintergründe zu zeichnen und diese gesketchten Figuren draufzulegen. Und hier bildet das Ganze mehr eine visuelle Einheit, weil sie das eben, diesen skitzenhaften Stil, diesen roughen Stil, auch auf die Hintergründe übertragen haben, weil du viele Linien hast, die sich durch die Stadt ziehen und über die Straßen. Tatsächlich ist er definitiv visuell einheitlicher als spätere Disney-Filme, wo sie versucht haben, diese fotokopierten Figuren auf klassisch traditionell handgemalte Hintergründe zu legen. Ich glaube, ich mag es eher, ich mag diese Ecken und Kanten, die dieser Film hat, lieber als die runden Formen, die sie später nochmal aufgegriffen haben. Obwohl ich eigentlich ja ein großer Fan von so runden Formen und so Art, Deko und so bin, aber eben auch gerne mal... Es ist halt schon so 60er Jessig, wie du schon gesagt hast. Zum Sound passt es total gut. Es hat diese wilde, jessige Verruchtheit. Es wird auch ständig geraucht in dem Film. Es hat so eine eigene Eleganz. Und auch, dass das unser männlicher Protagonist, auch wenn es nicht so stark gemacht wird, ist halt so ein Typ Junggeselle auch so ein bisschen. Am Anfang, wenn man ihn sieht, wie er mit seinem Komponisten zusammen da liegt und sie genießen das Junggesellenleben, dann sagt er oh, ist das langweilig, wir brauchen eine Frau. Das ist schon cool. Es hat so diesen Bohem-Stil der 60er Jahre. Ja, genau. Ach, ich glaube, es ist auch das hier, was es mitatmet, was mich in diesen Filmen so lieben lässt. Johannes, die Zahl des Films, die wichtigste Zahl des Films. 6.400.000 irgendwas. Moment. Ich hatte kurz die Hoffnung, dass du es auswendig kannst, aber du hast es fast getroffen. 6.469.952. Punkte. Punkte auf Dalmatinern. Es ist unglaublich. Irgendjemand hat sich wirklich die Mühe gemacht, das Ding zu zählen. Frame by frame zu gucken. Wie viele Punkte sehen wir in diesem Film? Warum macht man das? Wer hatte 10 Jahre zu viel Zeit und hat das gemacht? 72 Punkte sind auf Pongo, 68 auf Pattern und 32 auf jedem einzelnen der kleinen. Es ist unglaublich. Und das sind ziemlich, ziemlich, ziemlich merkwürdige Strukturen, die wir da sehen, oder? Das sind strange patterns, wenn man das so sagen möchte. Oh mein Gott. Jingle. Unsere Top 3. So kommen wir zu unserer Top 3. Ich habe aus irgendwelchen idiotischen Gründen, ich habe nicht mehr verstanden, warum ich das gemacht habe, nachdem ich angefangen habe, zu recherchieren dazu, weil ich gedacht, warum zur Hölle habe ich mir sowas ausgedacht? Kategorie heißt strange patterns. Tolle Kategorie. Und ich habe, als du gesagt hast, das sind meine Top 3, das sind die Top 3, die ich will, habe ich gefragt, okay, das kann hier echt alles heißen, weil strange patterns in Geschichten, in Ideen, in Texten, aber auch natürlich ganz, ganz literal, wie hier in diesem Film, einfach komische Strukturen. Lustigerweise habe ich tatsächlich das Letztere. Ich habe drei Filme, in dem komische, merkwürdige, strange Strukturen vorkommen. Ja, visuell mit Einschränkung. Das eine ist nicht direkt visuell, aber es ist definitiv auch eher die, im wahrsten Sinne des Wortes, Interpretation als oh, diese Geschichte hat aber eine merkwürdige Struktur. Sehr schön. Ja, ich habe wie immer traditionell keine Nummern vergeben. Ich habe einfach viele Filme aufgeschrieben und entscheide jetzt spontan, was denn auf welchem Platz ist. Ich habe keine honorable mentions, ich habe wirklich nur drei Stück. Oh, okay. Willst du ein paar honorable mentions nennen oder soll ich einfach mal mit meiner Nummer drei anfangen? Ich würde die honorable mentions einfach an den Schluss packen, damit wir das andere abgegrast haben und dann nenne ich noch ein paar Sachen. Okay, cool. Du mit deinem Platz drei. Mein Platz drei ist aus dem Jahr 2000 Utsumaki, ein japanischer Horrorfilm, Verfilmung eines Mangas und es geht darum, es ist ein Horrorfilm, in dem die Menschen einer Kleinstadt in den Wahnsinn getrieben werden und die merkwürdige Struktur, die dafür verantwortlich ist, sind Spiralen beziehungsweise Wirbel, die wie Spiralen angeordnet sind und die plötzlich auftauchen und für die auch einer der Protagonisten eine Obsession entwickelt und die irgendwie mit dem Wahnsinn zusammenhängen, der langsam über das Dorf kriegt. Ein sehr apokalyptischer Film, ein sehr düsterer Film mit eben diesen schrägen Pellanons, die irgendwann überall auftauchen, auch auf den Menschen, die davon befallen sind. Wir haben dann auch wirklich ziemlich ekliche Body-Horror- Momente, wo eine Frau zum Beispiel tierische Angst vor diesen Spiralen entwickelt und dann ihre spiralförmigen Körperteile versucht loszuwerden. Spannender Film aus dem Golden Age des japanischen Horrorfilms, Ende der 90er, mit der Ende der 90er bis in die späten 2000er-Reihen. So mit The Ring hat das Ganze ja angefangen, dass japanische Horrorfilme plötzlich auch für ein westliches Publikum spannend wurden und dass dann auch so Filme rübergeschwappt sind und er gehört eigentlich zu den ganz traditionellen aus diesem Genre. Wer japanische Horrorfilme mag, wer The Ring mochte oder The Crutch, Sehempfehlung. Plo, ich muss den Geständnis machen, ich wollte mir eigentlich spontan für die Top 3 einen chinesischen Titel ausdenken, um dich zu beeindrucken, aus dem Jahr 1937 oder so. Und mir irgendwelchen Scheiß ausdenken. Aber das habe ich jetzt über Wort geworfen, nachdem du den japanischen Film reingeworfen hast, wo ich gedacht habe, ja, typisch Plo. Ach Mensch, das hätte ich gerne gehört. Okay, na gut. Wir müssen unbedingt meine Top 3 machen, Filme, die wir gerne hätten, dass sie existieren würden. Oh, das musst du dir aufschreiben. Jetzt, das machen wir mal für das nächste Mal einfach so außerhalb der Reihe oder für das übernächste Mal. Filme, die wir gerne hätten, dass sie existieren. Ja, dann blasen wir irgendwelche Filmideen raus und irgendjemand setzt sie um. Nein, aber das ist doch gut. Also, wir haben das Budget nicht, wir haben Kontakte nicht. Ich bin froh, wenn die Filme existieren. Aber stell dir mal vor, du bringst eine total geile Idee und dann wird die von Michael Bay inszeniert. Ach du Scheiße. Genau. Wir sollten das nicht machen. Oder Wolfgang Petersen. Nee, Moment, Wolfgang Petersen gehört zu den guten Roland Emmerich. Roland Emmerich, oh Gott. Kommt drauf an. Na ja. Ich hätte, gleich am Anfang, um das mit dem Patternsding ein bisschen zu brechen, um das nicht nur visuell zu machen, ich hatte irgendwann das Gefühl, dass ich gerade im MCU und in diesem ganzen, die haben das halt auf die Spitze getrieben, aber eben auch an alle anderen Filme, die so actionlastig sind, wo dann gekämpft wird, irgendjemand sich in letzter Sekunde aus irgendwas rauswindet oder kurz bevor jemand ermordet wird, dass er in einer sehr ernsten Situation nochmal ein cooler Spruch kommen muss. Das hat sich zu einem Pattern entwickelt. Dass man als Drehbuchautor quasi wie eine Schablone da nochmal drüberlegt, cooler Spruch vor Mord oder solche Sachen. Das ist so ein strange Pattern, das sich irgendwie als Filmkonzept entwickelt hat. Das ist genauso wie, dass es bei Beerdigungszenen immer regnen muss. Und dann klappen alle gleichzeitig ihre Schirme auf und die sind alle schwarz, wieder hatten Schirmen dabei. Das ist auch so von 0 auf 100. Das ist krass. Um mal auf dieser Ebene von strange Patterns zu gehen. Ich bin noch nicht sicher, ob ich es gut finde oder nicht, aber das ist mir aufgefallen und ich dachte, okay, das ist aber seems to be a thing. Witzige One-Liner in ernsten Situationen, kurz bevor Blut fließt. Nicht so viel Blut, weil es Marvel-Filme sind und darauf Blut verzichtet wird. Das heißt, du hast gerade das gesamte Marvel-Universe reingezogen. Mein Platz 2. Aus dem Jahr 1969. Eine Verfilmung von einem Ray Bradbury-Roman. Ray Bradbury kennen die meisten aus dem Jahr 1969. Wahrscheinlich wegen Fahrenheit 451. Großer Science-Fiction Autor, der hat viele Dystopien geschrieben. Fahrenheit 451 ist der Film, in dem die Bücher verbrannt werden. Der hat ein Buch geschrieben, das heißt Der Tätowierte bzw. The Illustrated Man im Original. Das wurde 1969 verfilmt. Und zwar ist das ein Science-Fiction-Film, in dem ein Wanderer einen Tätowiermann trifft. Wir sind 1969. Tätowierungen sind noch nicht gesellschaftlicher Konsens. Heute trifft man komplett tätowierte Männer überall am Mögelsee. Warum der Mögelsee? Die Tattoo-Dichte am Mögelsee ist sehr hoch. Er trifft den und ist total fasziniert und auch ein bisschen abgestoßen und gleichzeitig angezogen von diesen Tattoos. Die Tattoos haben mich verflucht und ich bin eigentlich auf der Flucht vor der Gesellschaft, weil diese Tattoos ein Eigenleben haben. Und unser Wanderer, unser Protagonist, schaut sich dann die Tattoos an auf dem Körper von diesem Mann und die scheinen sich wirklich zu bewegen und dann bekommt er Visionen von Science-Fiction-Geschichten. Also eigentlich ist es ein Anthology-Film, das heißt es sind drei Science-Fiction-Geschichten, die erzählt werden, die unser Protagonist erlebt, dadurch dass er die Tattoos betrachtet. Der Tätowierte Mann ist auch immer Protagonist in diesen Science-Fiction-Geschichten und das sind so düster, dramatische, merkwürdige Geschichten und ja, es ist ein sehr, sehr, sehr merkwürdiger Film und er hat so was Traumhaftes und unheimliches, ein bisschen albern, auch so ein bisschen 1969-cheesy Science-Fiction. Aber er ist wirklich ein gutes Science-Fiction-Drama und ganz merkwürdig, ich weiß noch, als ich jung war und den Film geguckt habe, haben mir diese Tattoos wirklich Angst gemacht, weil die halt dieses Eigenleben haben und weil die unseren Protagonisten so rauswerfen aus der Realität in diese Geschichten hinein und er kann sich dem nicht entziehen. Stranger-Film, großartiger Film. Wow, cool, das klingt sehr gut. Warum klingen die Ideen zu solchen Filmen, die so aus Japan und so weiter, woher kommt der Film? Amerika, Rod Steiger als Tätowierter. Bei mir ist nämlich aufgefallen, das ist jetzt, jetzt komme ich durch diesen Film drauf, aber mir ist aufgefallen, schon vor einer Weile, dass die Filme, die mir alle nichts sagen, aus Fernost, dass die in deiner Beschreibung immer total großartig klingen. Ja, und dann guckst du sie und dann bist du voll getäuscht. Ja, genau, und dann gucke ich sie mir an und denke, ich komme mir überhaupt nicht klar, was ist das denn für eine Scheiße? Ich weiß es nicht, warum ist das so? Ich glaube, auch bei diesem Film ist es so, man muss die Grundidee und die Ideen, die reingeworfen werden, genug schätzen, um es über einiges eher Schwächeres hinweg sehen zu können. Weil das sind halt auch oft Filme, gerade so spezielle Filme und so absurde Filme sind Filme, die nicht so ein großes Budget haben. Das sind so Liebhaberprojekte und dann ist vielleicht wenig Drehzeit vorhanden, dann ist das Drehbuch so ein bisschen mit Ecken und Kanten, weil es eben nicht von einem großen Studio noch zehnmal überarbeitet wurde. Dann sind die Schauspielerinnen vielleicht Freunde vom Regisseur und spielen entsprechend nicht so gut und das sind halt alles so Sachen, über die man dann so ein bisschen hinweggucken muss, um den Kern des Films zu schätzen. Für mich fallen ganz viele Filme in diese Kategorie, sowas wie Evil Dead oder wie Wizard of Ghor. Hätte ich dir von Wizard of Ghor erzählt, bevor du den geguckt hast und hätte ihn in so eine Top-3-Liste gepackt, hättest du auch gesagt, oh das klingt eklig, aber auch irgendwie interessant. Und dann siehst du ihn und siehst natürlich irgendwie so einen trashigen Horrorfilm. Aber wenn man das trashige so ein bisschen außen vor lässt, sieht man halt auch, dass da so viele geniale Ideen drin stecken. Und ich liebe für solche Filme. Wo wirklich die einfach nicht perfekt sind, die nicht rund sind, aber die so Rohdiamanten. Wo der Diamantenteil doch sehr in den Hintergrund geraten ist. Kommt halt drauf an, wie man draufguckt. Aber ich verstehe schon, dass große Firmen sind eher abgeschreckt von guten Ideen, weil die das Gefühl haben, das ist zu nischig, das will keiner im großen Kino sehen, das ist zwar vielleicht eine geile Idee, aber am Ende erreicht das irgendwie nur so einen Bruchteil der Leute, die wir brauchen, um das finanzieren zu können. Und dann machen das natürlich irgendwelche Leute aus eigenen Mitteln. Und dann hast du halt Pech gehabt. Das ist eine gute Idee, aber schlecht umgesetzt. Ich hab das Gefühl, das Streaming-Zeit-Alter funktioniert ein bisschen anders. Ja, ich hoffe, dass das ein bisschen besser funktioniert. Netflix bewirft nämlich anscheinend die Leute, die diese strange Ideen haben, mit Geld. Weil irgendwie so jeden Monat kommen gefühlt zwei, drei Filme auf Netflix raus, wo du denkst, oh, das klingt aber sehr exzentrisch. Aber bedeutet das, dass die besser sind? Nein! Das ist das Komische. Netflix schafft es, diese Filme zu produzieren und die sehen alle so nach Netflix aus. Und dann ist nämlich das Phänomen tatsächlich, dass ich auf Netflix gucke, ah, der Film klingt spannend, der klingt spannend. Und ich bin so oft enttäuscht davon, weil es doch sich so ein bisschen glatt gebügelt anfühlt. Es gibt die Ausnahmen, aber man muss fünf Netflix-Filme gucken, um einen Guten dabei zu haben. Die Ratio ist ja noch ganz okay. Bei 5 zu 1 geht es. Ja, das ist ganz schön anstrengend. Du hast halt auch zehn Stunden deines Lebens verschwendet. Ja, aber deswegen gibt es ja diesen Podcast, das Filmempfehlungen rausgehen. Wir gucken die Filme, damit ihr das nicht tun müsst. Dein Platz zwei. Mein Platz zwei ist... Du erinnerst dich an Tatis herrliche Zeiten. Da guckt er auf diese riesige Bürosszene runter, wo diese ganzen Bürowürfel da sind. Und dann läuft er ja auch da durch und alles sieht gleich aus und er weiß nicht mehr, wo bin ich denn jetzt eigentlich zwischen diesen ganzen Bürowürfeln. Und dann ist da irgendwie in der Mitte eine Sekretärin, die einem sagen könnte, wo es lang geht. Aber sobald er dran vorbeigeht, dreht sie sich um und als er wieder zurückkommt, denkt er, okay, sie war also so umgedreht, also muss ich jetzt da lang. Aber sie hat sich zwischendurch umgedreht, was er nicht gesehen hat. Cool. Es ist ein unglaublich strange pattern einfach durch dieses ganze Büro, was ganz endmenschlich nichts bestimmt mehr... Man kann sich überhaupt nicht zurechtfinden, weil alles aus Glas ist und nichts mehr wirklich irgendwas Anhaltspunkte bietet. Das finde ich super. Cool. Also wenn ihr mehr wissen wollt zu Tatis herrliche Zeiten, beziehungsweise Playtime, wie er im Original heißt, wir haben eine Episode dazu. Aus dem Jahr 1967, also nicht unsere Episode, sondern der Film, voller strange patterns eigentlich. Es ist eine Zukunftsvision als Slapstick-Komödie, die zwei Stunden geht und in der Menschen durch eine dystopische Science-Fiction-Welt stolpern. Aber es ist nicht unheimlich oder traurig, sondern es ist vor allem saulustig. Es ist unglaublich lustig und sehr, sehr absurd. Und es ist so, ich finde, es ist Tatis absolutes Meisterwerk, aber es ist nicht für jeden was, weil der doch sehr lange und sehr langsam erzählt ist. Na, ich habe damals schon ein bisschen vom Leder gezogen über den Film, weil ich gesagt habe, es gab keine einzige Szene, bei der ich so richtig lachen musste, sondern es war nur so ein Dauerschmunzeln. Ja, aber ich finde dieses Dauerschmunzeln so großartig und man fragt sich ganz, ganz oft, ganz, ganz lange, was passiert da, was soll das? Und es ist aber großartig, es ist ganz toll. Bitte guckt euch das an. Ja, auf jeden Fall. Also es ist auf jeden Fall wirklich ein einzigartiger Film. Es gibt, ich habe noch keinen Film gesehen, der so war. Ja. Schön. Dein Platz zwei eins. Mein Platz eins. Ein Regie-Debüt. Und zwar das Regie-Debüt von Darren Aronofsky. Pi. Die Zahl. Pi. So ist der Titel. Okay. Pi. Es ist ein wirklich ein Ruffer-Film wieder. Und zwar schwarz-weiß und ziemlich grobkörnig. Und es geht um einen Mathematiker, der versucht eine Formel zu finden, mit der man die Welt erklären kann. Weil er glaubt, dass alles sich in Zahlen ausdrücken lässt. Und der sich aber komplett in dieser, in dieser Suche nach der mathematischen Lösung für alles verliert und dann auch paranoid wird, aber auch von Interessensgruppen angegriffen wird. Und der aber kurz davor ist, dann tatsächlich so eine Art Gott-Code zu finden und Gott in Zahlen zu entdecken. Und der dadurch nach und nach wahnsinnig wird. Und die strange patterns in diesem Film sind nicht die visuellen Patterns, sondern eben diese Zahlen-Patterns, diese Zahlenmuster, mit denen er arbeitet. Wo er versucht, irgendwie eine Struktur zu finden in dem Zahlen-Chaos. Es ist so ein sehr düsterer Film. Darren Aronofsky kurz, um das noch zu sagen. Regisseur von Black Swan. Von The Wrestler. Und er hat tatsächlich nur Filme gemacht. Und Mother war einer seiner letzten Filme. Und Requiem for Dream ist ziemlich bekannt von ihm. Spannender Regisseur, der auch manchmal danebenhaut. Dieser Film ist tatsächlich so wirklich ein Erstlingswerk. Er ist schmutzig. Er ist wie ich sagen würde ein ungeschliffener Rudiamann. Aber total spannend und quasi die dreckige kleine Schwester von Beautiful Mind. Okay. Okay. Ich kann mich gerade nicht so richtig entscheiden, aber ich glaube ich werde einfach nochmal was anderes nehmen, also Konzept her, von was die Auslegung von Patterns betrifft. Und zwar I'm thinking of ending things. Weil ich sehe keinen Pattern. Der Film normalerweise, also normalerweise, du machst einen Film, du machst ein Drehbuch und denkst dir, okay wir haben eine 3-Akt-Struktur oder wir machen eine 5-Akt-Struktur. Und überlegen uns, wie wir den Zuschauer möglichst elegant von A nach B durch den Film geleiten. Der Film wirft alles über Bord und sagt sich mir egal. Kommt zu Recht. Kommt klar Zuschauer. Schaffst du schon. Interpretiert das. Also es gibt einfach kein wirklich erkennbares Pattern nachdem bestimmte Dinge passieren. Weder auf der Geschichtenebene weil plötzlich die Leute andere Namen haben oder anders aussehen oder du hast auch keine Struktur von der 3-Akt-Struktur kannst du nichts erkennen. Du kannst keine 5-Akt-Struktur erkennen. Also es ist einfach nicht, es ist nichts woran du dich festhalten kannst. Was für ein toller Film. Von Charlie Kaufman. Großer Drehbuchautor, großer Regisseur, sehr speziell. 2020. Ein Film, der erst für mich erst großartig wird, nachdem ich danach lese, was er wollte oder nicht wollte. Oder also Informationen sind vital. Man sollte vorher wissen, dass man keine Chance hat. Wenn ihr den Film guckt, ihr wisst jetzt ihr habt keine Chance ihn ausreichend zu interpretieren. Versucht es gar nicht erst oder versucht irgendwelchen Schwachsinn und freut euch einfach daran. Aber ihr müsst danach nachlesen. Aber du hast eine Topliste drin. Das macht mich so glücklich. I'm thinking of anything ist mein Lieblingsfilm aus dem Jahr 2020. Gehört auch zu den Filmen, die du mir besser gequatscht hast. Aber danach dann erst, oder? Ja. Ich hab dir den Film aufgegeben, hab dir diesen Procken hingeworfen und gesagt mach mal was damit. Und dann saß du da total verzweifelt und verstört. Und dann hab ich ganz viel gequatscht und gelabert. Und dann warst du auf einmal so okay. Das ist ein Film. Ich pack ihn mal in die nächste Top 3 Liste. Also vielleicht kann man ihn auch nochmal gucken und nochmal ganz neu gucken und dann hat er vielleicht auch nochmal eine Qualität. Ich glaub das hab ich auch damals gesagt, als wir darüber geredet haben, dass man einfach mehrmals gucken muss. Oder wenigstens mit dem Wissen, dass man einfach keine Chance hat. Also naja. Ich würde noch ein, zwei Sachen sagen. Rementions mäßig. Der Teppich im Overlook Hotel hat einen Strange Pattern, der einfach, das ist so ikonisch geworden. Ja, auf jeden Fall stimmt. Der darf nicht unerwähnt bleiben. Ist Gott sei Dank noch nie passiert, aber wenn ich irgendwie im Urlaub wäre und wäre im Hotel und würde durch die Gänge gehen und das wäre ein Teppich, der auch nur im Entferntesten so aussieht, ich würde nach Hause fahren. Ich würde so auf der Stelle abreisen. Ich hab echt eine Zeit lang überlegt, wenn ich irgendwann mein Hotel aufmachen würde, würde ich auf jeden Fall so ein Teppich reinlegen. Ich find's so großartig. Ein Gast weniger. Und vielleicht stelle ich noch irgendwo so ein Dreirad hin. Danny, spiel mit uns für immer und immer und immer und immer. Ansonsten Strange Patterns memento, der einfach andersrum erzählt wird, rückwärts erzählt wird, was ein spannendes Pattern ist einfach für ein Film von der Stadt, von der Struktur her. Und jeder Wes Anderson Film. Auf jeden Fall. Die haben unglaublich, der hat so ein Gefühl dafür oder so eine Obsession in einer bestimmten Richtung, bestimmte Sachen anzuordnen. Das ist unglaublich. Und der hat ja auch die ganze Zeit tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes Strange Patterns, weil in Wes Anderson Filmen mindestens einmal so eine ganz merkwürdige Tapete oder so ein komischer Teppich auftaucht. Oder der Protagonist trägt ein Jogginganzug, wo du dich fragst, why? Und der hat Farben auf eine bestimmte Art und Weise eingesetzt, dass die auch irgendwie Patterns ergeben. Es ist einfach großartig. Also ich liebe Wes Anderson dafür. Ich verstehe, dass man irgendwann davon ein bisschen genervt ist, weil es zu viel ist. Flor, ich guck dich an. Aber... Ach, Wes. Ich liebe Wes Anderson dafür sehr. Dann fällt mir jetzt zumindest noch eine honorable mention ein, um das abzuschließen. Vier und Laufigen Las Vegas, wo sie nach Las Vegas fahren. Johnny Depp und Benicio del Toro unter der Regie von Terry Gilliam. Und dann nehmen sie die ganze Zeit Drogen und dann fängt alles an sich zu bewegen. Und dann ist Johnny Depp in der Hotellobby und will ein Zimmer bestellen und will auf keinen Fall so wirken, als würde er unter Drogen stehen. Und dann guckt er auf den Boden und dann bewegt sich alles. Und wir haben eben diese Strange Patterns, die man sieht, wenn man die falschen Pilze gegessen hat. Und er weiß genau, dass das seine Drogenvisionen sind, aber er kriegt sich nicht zusammengerissen. Okay. Wollen wir zurück in den Film? Zurück in den Film. Möchtest du ein Fazit anbringen, Plur? Ich finde den Film total spannend als historisches Zeugnis für eine Art von Zeichentrickkunst, die zu der damaligen Zeit als Verschlechterung wahrgenommen wurde. Und auch aus einer technischen Notwendigkeit entstanden ist und für mich aber tatsächlich eine Revitalisierung ist des gesamten Mediums Zeichentrickfilm, was ich ganz großartig finde. Ich mag den Film, aber es gibt aus dieser Zeit, aus dem silbernen Zeitalter von 1950 bis ungefähr Ende der 60er Jahre, gibt es meiner Meinung nach bessere Filme, auch bessere Filme, die dieses Verfahren angewendet haben. Ich fand's toll, nochmal so eine Zeitreise zu machen, durch die Disney-Zeitalter. Allein dafür hat es sich schon gelohnt, einfach nochmal durchzugehen, mit welchen Disney-Filmen bin ich denn groß geworden? Ach ja, das waren ja eigentlich alles Filme aus der Zeit, die mit diesem Verfahren gemacht wurden. Das war ganz cool, das nochmal zu sehen. Und 101. Martina ist tatsächlich ein sehr wichtiger Film, weil der erste Film ist neben dem Stil benutzt wird, der 30 Jahre Disney geprägt hat. Ich finde es immer spannend, Filme zu sehen, die neue Technik verwenden. Beziehungsweise, es gibt eine Ausnahme, Avatar, da habe ich Angst gehabt, vor Langeweile zu sterben. Das ist auch keine Technik, sondern ein Gimmick. Das ist nämlich der große Unterschied unter Umständen, obwohl natürlich Technik dahinter steckt, hinter dem Gimmick, aber es ist irgendwie, ich weiß nicht. Aber den Unterschied kann man manchmal nur schwer machen. Ich möchte diese Episode mit einem bold Statement abschließen. Es gibt keine guten 3D-Filme. Jeder Film, der in 3D produziert wurde, ist Mist. Das müssen wir mal genauer exploren. Ich weiß, dass, ich liege auch vollkommen daneben wahrscheinlich. Aber es gibt einen Film, bei dem ich die 3D-Technik irgendwie funktionieren fand. Und das ist der Scrooge-Film. War der auch 3D? Nein, war zu früh. Das war Gravity, weil da der Hintergrund komplett schwarz ist die ganze Zeit und Sandra Bullock im Vordergrund von oben rumfliegt und das funktioniert einfach. Da hatte das 3D-Effekt so was wie einen Mehrwert. Während ich sonst, also in den 50ern und 60ern waren die 3D-Filme Trash und Gimmicks und das hat sich auch in den 2000ern nicht geändert. Und ich bin froh, dass sie keine 3D-Fernseher mehr produzieren und dass dieser ganze Trend wieder so ein bisschen zurückgefahren wurde. Ich glaube, es ist kein guter Abschluss für diese Episode, weil das nichts mit dem Film zu tun hat. Ich liebe Jazz. Fotokopierte Disney-Filme sehen cool aus. Genau, sehr schön. Das sind die zwei Sachen, die wir auf irgendwelche Plakate drücken können. Ich liebe Jazz und fotokopierte Filme sind großartig. Wenn ihr wissen wollt, was nächste Woche dran kommt, bleibt dran. Vielen Dank, Johannes, für den Film. Total cool, dass ich ihn mal wieder sehen kann. Es ist lange her. Vielen Dank, Plo, dass du das angenommen hast und dass wir uns auch mit Disney auseinandersetzen. Weil das wirklich ein großer Teil der Popkultur ist. Ja, ein ganz wichtiger Teil. Schön, vielen Dank. Wenn ihr wollt, dass wir mal was ganz Bestimmtes besprechen, weil ihr einen Film habt, den ihr wo ihr sagt, das ist mein absoluter Lieblingsfilm oder den fand ich besonders schrottig. Mal sehen, ob ihr den auch schrottig fandet, keine Ahnung. Schreibt uns einfach. florianetmusmansehen.de oder johannesetmusmansehen.de Genau. Lob oder Kritik respektive an Plo, die Kritik und das Lob an mich. Und dann bleibt noch dran, um zu hören, was nächste Woche dran ist. Bis dahin. Eine schöne Woche. Wünsche ich euch auch und dir auch, Johannes. Bis dann. Ciao. Plo, bevor du mir sagst, was du dir überlegt hast, ich habe, ich habe, ich möchte was von dir. Ich will, dass du mir nicht irgendwas gibst, Plo. Ich will, dass du dir spontan was überlegst. Also spontan. Wir können auch noch eine Kurzpause machen, wenn dir nichts einfällt. Und zwar, ich möchte mal, ich habe mal Request an dich, dass du mir einen Film gibst, der mir wirklich gefällt und zwar, nicht irgendeinen Film, weil da fällt dir was ein, einen Horrorfilm, der mir wirklich gefällt. Weil ich glaube, dass es schwierig ist, mir Horrorfilme zu geben. Das hast du schon versucht und das ist sehr schwer, aber ich will, dass du mal wirklich kramst in deinem Kopf, ob du einen Film findest, der mir wirklich, einen Horrorfilm findest, der mir wirklich gefallen wird. Okay, du musst in dem Moment, wo du sagst, ein Horrorfilm, der mir gefällt, brauchen wir diese Horrormusik, die ist Spannung. Und jetzt brauchen wir natürlich, jetzt müssen wir kurz einen Cut machen, damit ich drüber nachdenken kann. Ja, okay. Okay, Plo. Hey, ich bin total schnell auf eine Idee gekommen. Wir haben drei Stunden gediskutiert. Also, es ist so ein bisschen gecheatet, befürchte ich, weil du hast schon mal einen Film von dem Regisseur gesehen, der ansatzweise Horrorfilm war. Und der hat dir gefallen, das weiß ich, weil wir haben über den Film geredet. Ich hab den Leuchtturm gesehen, von dem Film, von dem Regisseur Roger Eggers, und dessen Regiedebüt, The Witch, aus dem Jahr 2015, ist ein Horrorfilm, kind of. Also, es wurde durchaus drüber diskutiert, ob das noch zu den Horrorfilmen zählt, aber ich würde sagen, auf jeden Fall. Ich würde sagen, das ist ein ganz klassischer Post-Horrorfilm. Darüber können wir vielleicht nächstes Mal ein bisschen reden, aber den würde ich dir gerne aufgeben. The Witch von Roger Eggers, ein historischer Horrorfilm. Ein Post-Horrorfilm, aber historisch. Wenn der Postmann dreimal klingelt. Wenn die Posthexe dreimal klingelt. Aber ich hoffe sehr, und wenn der dir nicht gefällt, dann gebe ich auf. Dann werde ich dir nur noch Horrorfilme geben, bei denen ich weiß, dass sie dir nicht gefallen, und werde dich mit Horrorfilmen quälen. Das Problem ist, dass ich jetzt so tun muss, als ob er mir gefallen hat, damit du mir nicht wieder solchen Scheiß gibst. So oder so, du kannst nur verlieren. The Witch. Okay, von wann ist der? 2015. Also, ja, also auch in der Zeit, wo man so Post-Horror, weil mir hat ja auch Babadoc gefallen, ist ja auch eher so Post-Horror. Definitiv, aber das fandest du nicht so geil, aber das war auch Post-Horror aus einer anderen Ecke. Ja, das war irgendwie nicht postgenug für, egal, also du weißt schon. Nein, das war halt der satirische Ansatz, und The Witch ist alles andere als der satirische Ansatz, sondern vielmehr der Ansatz, der versucht, mit dem Genre Horror mehr zu erzählen, über das Genre hinaus. Wenn das Sinn macht. Ja, vielleicht mehr Drama als Horrorfilm in den meisten Momenten. Aber, lass dich überraschen. Aber du weißt, du hast lange genug darüber nachgedacht, dass du einen Horrorfilm geben solltest, ja? Es ist definitiv, also ich finde, es ist definitiv ein Horrorfilm. Okay, sonst reiße ich dir den Kopf ab. Okay, gut. Dann, ich bin gespannt. Bis nächste Woche, Flor. Bis nächste Woche, habt eine schöne Woche. Bis dann, ciao.
