Episode 102: Don’t worry, we’ll think of a title und die Dick Van Dyke Show
Also dann, der zweite Film, der nur aufgrund seines Titels für diesen Podcast ausgesucht wurde. Don’t worry, we’ll think of a title aus dem Jahr 1966… oder Don’t worry, we’ll think of a movie during production… Aber dazu später mehr.
In den frühen 60er Jahren mauserte sich The Dick Van Dyke Show zur beliebtesten amerikanischen Sitcom der damaligen Zeit. Was macht man also, wenn die Show langsam ihrem Ende entgegen geht, und man ihre Popularität noch ein wenig auskosten will? Natürlich einen Kinofilm drehen. Das dachte zumindest Morey Amsterdam, beliebter Nebendarsteller in eben jenem Comedy Klassiker. Und so schrieb er das Drehbuch zu dieser von ihm selbst produzierten Agentenfilmparodie, besetzte sich gleich in der Hauptrolle und versammelte um sich alle, mit denen er bei der Dick Van Dyke Show bereits zusammengearbeitet hatte.
Im Mittelpunkt steht das odd couple Charlie und Annie. Nachdem sie ihren letzten Job verloren haben, heuern sie als Verkaufsduo im Buchladen ihrer Freundin Magda an. Was sie nicht ahnen, Charlie wird von einer obskuren Geheimorganisation observiert, weil diese ihn für einen desertieren sowjetischen Kosmonauten hält. Darüber hinaus haben sie ganz schön viel mit den skurrilen Kunden ihrer neuen Arbeitsstelle zu tun.
Eine Agentenfilmparodie also, zu einer Zeit, in der Dank James Bond, The Avengers und Mission Impossible das parodierte Genre eine wahre Blütezeit erlebte. Besetzt mit den beliebtesten Comedy-Acts aus der damaligen TV-Landschaft, garniert mit zahllosen Celebrity Cameos und ständigen Brüchen der vierten Wand. Was soll da schon schief gehen? Johannes… Was ist schief gegangen?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 102: Don’t worry, we’ll think of a title und die Dick Van Dyke Show Publishing Date: 2022-12-14T19:37:38+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2022/12/14/episode-102-dont-worry-well-think-of-a-title-und-die-dick-van-dyke-show/
Johannes Franke: Den meiner Meinung nach schlechtesten Film, den wir bisher besprochen haben. Nein, nein, so schlimm ist es nicht. Okay, also du drängst mich ja quasi in die Rolle des Verteidigers des Films. Devils Advocate, wirklich schön.
Florian Bayer: Ich wollte immer mal eine Podcast-Episode mit einem Reusband starten. Ich habe das Gefühl, dass das widerspricht ganz vielen Gesetzen des Podcastens. Aber ich habe das Gefühl, es ist angebracht heute.
Johannes Franke: Ich finde auch, das passt, weil du gerade einen schwarzen Rollkragenpullover an hast. Dein Rollkragenklang ist auch sehr existenzialistisch.
Florian Bayer: Ja, und du trägst einen grauen Rollkragenpullover, was auch sehr existenzialistisch aussieht. Wir haben uns heute dem Film entsprechend philosophisch gekleidet. Wir werden heute nämlich sehr viel philosophieren. Sehr viel philosophieren. Jetzt in der Vorweihnachtszeit haben wir schon wieder eine Special-Episode. Also wir hatten ja unsere zwei Jubiläumsepisoden und dann die erste Episode von einem großen Zweiklang, wo es darum ging, dass wir Filme genommen haben, nur aufgrund ihres Titels, ohne überhaupt eine Ahnung zu haben, worum es da geht. Und bereust du diese Entscheidung schon? Ja. Nein. Letzte Woche war Johannes, also es war folgendermaßen, Johannes hat drei Titel vorgeschlagen. Filme, die man einfach mal sehen will aufgrund des Titels. Und da hatte ich mich entschieden für The Brief Interviews with Hadeous Man. Hört rein. Letzte Woche haben wir darüber geredet. Und ich habe drei Filme ausgesucht. Und Johannes hat sich bei diesen drei Filmen ausgesucht. Don't worry, we will think of a title.
Johannes Franke: Weil ich fand deine Liste sehr schön und dieser Titel stach da so raus, weil es natürlich, also ich meine, wie viel Meta kann sowas sein?
Florian Bayer: Wir wussten nichts über den Film. Ich hatte einfach nur den Titel und dachte, wow, das klingt ja interessant. Und Johannes hat gesagt, wow, das klingt ja interessant, was mich so ein bisschen traurig gemacht hat, weil ich hatte noch zwei andere Titel mit irgendwelchen Barbarinnen und Brüsten und Penissen oder so. Und du hattest was Surrealistisches, oder, noch dabei? Nee, ich hatte noch was Surrealistisches, ohne zu wissen. Genau, du hattest einen Film, den ich schon kannte, Bonoel, die Analytics kritisch haben, der Bourgeoisie, was auch ein echt schöner Titel ist. Aber wir haben uns für den albernen Metatitel entschieden, der nichts über den Film verrät, den man daraufhin sehen wird. Und ja, es ist ein Film aus dem Jahr 1966, wie wir dann festgestellt haben. Und zwar eine Komödie, die von Leuten aus der Dick Van Dyke Show gemacht wurde, produziert, geschrieben und vor allem auch gespielt. Also es sind, abgesehen von Dick Van Dyke, sind alle dabei. Sie ist auch nicht dabei, oder? Seine Frau von Dick Van Dyke ist auch nicht dabei. Disclaimer, ich kannte Dick Van Dyke Show nur als Referenz, als Namen. Das ist eine berühmte Show. Du hast das nie gesehen? Ich habe das nie gesehen, aber ich habe mir in der Recherche für diese Episode ein paar Folgen davon angeguckt. Das heißt, wir können auch ein ganz klein bisschen darüber reden.
Johannes Franke: Fuck, ich hätte dir die Aufgabe geben sollen, vorher Dick Van Dyke Show zu gucken. Ich wusste auch nicht, dass das da drin ist, aber vielleicht hätte ich recherchieren müssen. Weil ich habe das Gefühl, dass man diesen Film viel mehr abgewinnen kann, wenn man die Dick Van Dyke Show kennt und diese ganzen Sitcoms aus dieser Zeit. Vielleicht.
Florian Bayer: Wir werden uns auf jeden Fall über die Sitcoms aus der Zeit unterhalten und vor allem über die Dick Van Dyke Show, aber auch ganz viel über diesen Film. Und ich habe, wie immer, einen ganz kleinen Text vorbereitet und mit dem werden wir einsteigen. Soll ich dir da mal Tee eingießen? Oh ja, bitte. Sehr gerne. Also dann, der zweite Film, der nur aufgrund seines Titels für diesen Podcast ausgesucht wurde. Don't worry, we will think of a title aus dem Jahr 1966 oder Don't worry, we will think of a movie during production. Aber dazu später mehr. In den frühen 60er Jahren mauserte sich die Dick Van Dyke Show zur beliebtesten amerikanischen Sitcom der damaligen Zeit. Was macht man also, wenn die Show langsam ihrem Ende entgegen geht und man ihre Popularität noch ein wenig auskosten will? Natürlich einen Kinofilm drehen. Das dachte zumindest Maury Amsterdam, beliebter Nebendarsteller in eben jenem Comedy-Klassiker. Und so schrieb er das Drehbuch zu dieser von ihm selbst produzierten Agenten-Film-Parodie. Ich habe mein Handy auf Nichtstören gestellt. Aber offensichtlich heißt Nichtstören in diesem Fall. Angerufen werden kann trotzdem. Jetzt ist der Ton auch aus. Wo waren wir? Ah, in dieser von ihm selbst produzierten Agenten-Film-Parodie besetzte sich gleich in der Hauptrolle und versammelte um sich alle, mit denen er bei der Dick Van Dyke Show bereits zusammengearbeitet hatte. Im Mittelpunkt steht das Odd Couple, Charlie und Annie. Nachdem sie ihren letzten Job verloren haben, heuern sie als Verkaufsduo im Buchladen ihrer Freundin Magda an. Was sie nicht ahnen? Charlie wird von einer obskuren Geheimorganisation observiert, weil diese ihn für einen desertierten sowjetischen Kosmonauten hält. Darüber hinaus haben sie ganz schön viel mit dem skurrilen Kunden ihrer neuen Arbeitsstelle zu tun. Eine Agenten-Film-Parodie also. Zu einer Zeit, in der dank James Bond, The Avengers und Mission Impossible das parodierte Genre eine wahre Blütezeit erlebte. Besetzt mit den beliebtesten Comedy-Acts aus der damaligen TV-Landschaft, garniert mit zahllosen Celebrity-Chameos und ständigen Brüchen der vierten Wand. Was soll da schon schief gehen? Johannes, was ist schief gegangen? Alles.
Johannes Franke: Inklusive unserer Filmauswahl.
Florian Bayer: Ich sehe, wir sind auf einem Level. Ladies and Gentlemen, ich präsentiere den meiner Meinung nach schlechtesten Film, den wir bisher besprochen haben.
Johannes Franke: Nein, nein, so schlimm ist es nicht. Okay, also du drängst mich ja quasi in die Rolle des Verteidigers des Films. Levels Advocate. Es ist ja nicht so, dass der Film, er hat so viele schöne Ideen nicht umgesetzt, die irgendwie, ich weiß, man merkt die ganze Zeit, woher die Leute kommen und was für eine Art von Humor sie mitbringen und was da drin stecken könnte. Und ich freue mich auch über viele, viele, viele Sachen, die so nach und nach an mir vorbeiziehen, aber leider nicht zu mir kommen. Also man sieht am Horizont den Gag vorbeireiten. Ja.
Florian Bayer: Aber er reitet halt vorbei und winkt nicht mal. Drehbuchautor, Regisseur und Schauspielerin stürzen sich auf den Gag mit einem Messer und zermetzeln ihn. Ja, so kann man das auch sagen. Und das Ding ist, der Gag ist auch nicht besonders gut.
Johannes Franke: Also das Ding ist, ich liebe diese Art von Humor. Ich liebe diese blöden Dad-Jokes. Ich liebe diese blöden Wortspiele. Ich liebe die Dick Van Dyke Show, die das alles, alles auch hat. Und ich finde, dass das total das Flair von der Dick Van Dyke Show atmet. Aber jeder Gag davon, alles, was sie anbieten, ist halt die schlechte Variante davon.
Florian Bayer: Das Problem ist, der Film verliert mich in den ersten Sekunden, wenn er mit einem Kuchen-Jokes startet. Absolut. Der erste Witz dieses Films ist in den ersten Sekunden, dass jemand einen Kuchen ins Gesicht kriegt. Und es ist nicht mal besonders intelligent, irgendwie originell, irgendeine Variante. Nein, es ist einfach ein ganz klassischer Kuchen-Joke. Jemand stolpert mit einem Kuchen und natürlich der Chef kriegt den Kuchen ins Gesicht. Das ist unser Film. Tada. Und dann, ich habe mir ja zur Recherche danach, als ich fertig war mit dem Film, dachte, uff, habe ich mir die Dick Van Dyke Show angeschaut. Und das Ding ist, das Intro startet ja auch immer mit diesem Stolperer, wenn Dick Van Dyke reinkommt und erst mal über das Sofa stolpert und wo ich dachte, oh Jesus Christ. Aber man muss dazu sagen, wir reden hier von unterschiedlichen Niveau-Leveln. Also die Dick Van Dyke Show, ich habe bei der Dick Van Dyke Show gelacht. Yes, okay, okay, okay. Um das einmal abzuhandeln, aber wir werden nachher gleich nochmal über die Dick Van Dyke Show reden. Reden wir über diesen Film. Also, wollen wir darüber reden, was er auf seiner Haben-Seite hat? Wollen wir gleich anfangen, soll ich gleich anfangen zu renten?
Johannes Franke: Nein, nein, nein, okay, okay. Dann lass uns doch erstmal die Haben-Seite finden, dann renten wir, dann gehen wir zu Dick Van Dyke Show, um das ganze Genre wieder hochzuholen und dann können wir ja irgendwie abnehmen.
Florian Bayer: Das klingt nach einer tollen Idee. Auf der Haben-Seite. Ich finde tatsächlich, ich mag Maury Amsterdam und Rose Marie, die hier einfach, man merkt, die arbeiten schon länger zusammen. Ja, bei Filmen aus dem Jahr 1966, das war quasi, Dick Van Dyke Show war eigentlich zu Ende in dem Jahr. Und die arbeiten seit sechs Jahren Dick Van Dyke Show zusammen.
Johannes Franke: Und die haben auch vorher schon zusammengearbeitet im Watville. Und um das mal ganz kurz reinzusneaken, beide haben mit Al Capone zu tun gehabt. Oh, aber das hatte wahrscheinlich jeder in Hollywood zur damaligen Zeit, oder? Ja, also er hat auf jeden Fall in einem seiner Schuppen gearbeitet, 1924 schon. Und man sagt, dass viele Machenschaften drumrum ranken, dass sie überhaupt eine Chance hatte. Also sie ist gut, aber Frauen in der Zeit haben es schwer.
Florian Bayer: Ja, vor allem als Comedy-Act. Genau. Sie ist nicht das Sex-Symbol. Genau. Und sie ist auch in der Dick Van Dyke Show nicht das Sex-Symbol, sondern sie ist ganz klar als Comedy-Act angelegt. Ja. Und das finde ich toll. Das finde ich wirklich schön. Weil, also gerade auch, wenn man bei der Dick Van Dyke Show, jetzt reden wir doch darüber, die andere große Frauenrolle daneben hält, nämlich die Frau von Dick Van Dyke, die ist halt doch schon so sehr auf diese Vernunftsrolle reduziert. Sie ist die vernünftige Frau im Hintergrund. Der Mann darf schon verspielt sein und kindlich. Und sie muss ihn immer zur Raison rufen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das ist halt Rosemary in der Dick Van Dyke Show nicht, sondern sie ist auch albern und überdreht und ein bisschen dumm. Und sarkastisch. Und sarkastisch.
Johannes Franke: Und all das. Und er ja auch. Die beiden haben so ein, die sind ein super Team. Die ergänzen sich toll. Und natürlich sind sie in diesem Film auch ein super Team, muss man schon sagen. Aber da fehlt es halt an Gags.
Florian Bayer: Maury at Amsterdam ist offensichtlich auch, also ich finde, er ist wirklich ein interessanter Typ. Der Mann seit den 30ern hat ja Radiokomedy gemacht. Und er war der Host von der ersten Late-Night-Show auf NBC. Ja, ist krass. Broadway Open House. Und darauf basiert die Tonight Show. Ja. Der ist im Prinzip der Vater der Tonight Show. Also vor, wie heißt er, Carson? Johnny Carson. Vor Johnny Carson, vor, ähm. Oh, es tut mir so leid. Amerikanische Comedy-Kultur. Es ist wirklich peinlich.
Johannes Franke: Du hast dich damit ganz viel beschäftigt mal. Du hast mir mal einen Vortrag gehalten.
Florian Bayer: Ja, vor Johnny Carson, vor Conan O'Brien, vor Jay Leno, vor David Letterman.
Johannes Franke: Okay, David Letterman ist der, den du, okay.
Florian Bayer: Den Namen habe ich gesucht. Letterman. Er ist quasi so ein bisschen der Vater von diesen Personen. Und, ähm, seine Rolle bei der Dick-Van-Dyke-Show basierte auf Mel Brooks. Mhm. Das ist total krass. Weil der Macher der Dick-Van-Dyke-Show, der hier auch einen kleinen Cameo hat. Karl Reiner oder wer? Karl Reiner, genau. Der war mit Mel Brooks sehr gut befreundet und hat mit dem ziemlich lange zusammengearbeitet hat. Ja. Ja, das ist eine ganze Clique. Das ist von Comedien, die aufeinander referieren. Genau so eine Clique. Genau. Wie es oft in der Comedy-Landschaft gibt, wie wir sie heutzutage auch kennen.
Johannes Franke: Und es nur auf Amsterdam zu reduzieren, dass da jetzt der Vater der ganzen Geschichte ist, ist vielleicht auch ein bisschen kurz gegriffen, aber es eignet sich natürlich als Schlagzeile ein bisschen. Aber Three Stooges und so weiter, diese ganzen Sachen, die damals auch irgendwie hochkamen als Radioshows und dann auch als Fernsehausstrahlung und so weiter, das sind natürlich alles Leute, die in dieser Clique waren und die irgendwie das Ganze nach vorne getrieben haben. Und Amsterdam war halt berühmt-berüchtigt dafür, dass er wirklich für jedes Thema irgendeinen Joke spontan aus dem Hut ziehen konnte. Der hieß wirklich The Joke Machine.
Florian Bayer: Er wirkt auch so. Er wirkt auch immer so ein bisschen auf, ich weiß nicht, ob es Koks ist, wahrscheinlich war es damals nicht Koks, aber er wirkt irgendwie so auf irgendeiner aufputschenden Droge, die irgendwie in so einen Klauenrahmen zwängt, aus dem er auch nicht rauskommt. Und Rosemary, die war als Kind schon auf Bühnen unterwegs und hat dann auch in der Stummfilmzeit hat sie einiges gedreht und dann hat sie aber später unter dem Bühnennamen Baby Rosemary ist sie als Sängerin aufgetreten.
Johannes Franke: Also sie hat quasi, also in der Stummfilmzeit hat sie, das habe ich gar nicht richtig gefunden, wenn du da was gefunden hast, aber ich habe vor allem die Sachen gefunden, die sie am Anfang der Tonfilm-Ära gemacht hat und die dann gesungen hat und die dann versucht hat, aus dem Vergleich mit Shirley Temple rauszuziehen, weil sie kein Babyface war und kein damaliger Standards hübsches Kind, hübsches Mädchen war. Sie hat sich selbst bezeichnet, als sähe sie als Kind aus wie eine 30-jährige Kleinwüchsige, weil sie schon immer eine tiefere Stimme hatte und immer sehr erwachsen erwirkte und irgendwie hat sich das auch fortgesetzt und da zieht sie auch viel ihrer Comedy raus.
Florian Bayer: Das macht viel von ihrem Charme aus, dass sie so, sie wirkt alterslos in dem Sinne, dass sie eigentlich viel älter wirkt, als sie ist, habe ich das Gefühl. Was ganz irritierend war, als ich sie dann nochmal bei der Dick-Van-Dyke-Show gesehen habe, in einer Rolle, in der sie als Schauspielerin jünger ist, als in diesem Film wirkt sie aber älter. Ja, das stimmt. Und sie ist irgendwie alterslos, auf eine merkwürdige Art und Weise, sie hat so was Tantenhaftes an sich ein bisschen. Stimmt, Tantenhaft, oh. Das ist ein gutes altes deutsches Wort, Tantenhaft. Und um den dritten im Bunde noch zu nennen aus der Dick-Van-Dyke-Show, der hier auch relativ prominent sogar in zwei Rollen besetzt ist, Richard Deacon, der in der Dick-Van-Dyke-Show den Produzenten der fiktiven Alan-Bready-Show spielt, den haben sie hier am Anfang als Chef besetzt, weil es auch einfach gut passt auf den Typen. Absolut. Und weil er aber relativ schnell draußen ist, weil der Chef sie dann halt feuert und sie nicht mehr in diesem Café arbeiten, haben sie ihm noch eine zweite Rolle einfach gegeben als Polizist und sie spielen auch damit.
Johannes Franke: Der ist übrigens der prototypische, ich habe mich nochmal mit Wurteville beschäftigt, weil ich habe das Gefühl, dass dieser Film die Beerdigung des Wurteville-Genres im Film der 50er, 60er Jahre ist. Dieser Typ spielt im Grunde den Straight Man, was eine stereotypische Figur für so Sketche im Wurteville und auch in der Fernsehzeit und Filmzeit dieser. Der Straight Man, der im Grunde dafür da ist, dass die zweite Figur neben dem Straight Man ausrasten kann. Und der Straight Man derjenige ist, der davon genervt sein kann, der davon betroffen sein kann.
Florian Bayer: Er ist der, der die Torte ins Gesicht kriegt, weil es ist nicht lustig beim Klauen, wenn er die Torte ins Gesicht kriegt, sondern bei dem, der versucht, würdevoll zu sein und ernsthaft. Jetzt hast du so auf Straight gesagt, dass wir zumindest kurz erwähnen sollten, dass wohl Richard Deacon einer der bekannten in the Closed Schauspieler der damaligen Zeit ist. Also es ist nicht 100% sicher, aber es wurde zumindest von mehreren Leuten, die sich mit seiner Biografie beschäftigt haben, gesagt, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass er schwul war, dass er aber nie, sich nie geoutet hat, einfach weil das seiner Karriere geschadet hat. Er hat viel im Disney-Film gearbeitet und es waren nicht die Zeiten, in der man dann sagt, ach übrigens, ich liebe Männer als Mann. Richard Deacon übrigens, um das noch abzuschließen, tatsächlich für mich der witzigste Schauspieler im Bunde.
Johannes Franke: Ja, ich glaube, es liegt aber daran, dass das Buch so schlecht war, dass der Straightman uns so viel sagt als Zuschauer, nämlich uns so sehr dort abholt, wo wir sind, nämlich in dieser ablehnenden Haltung, dass wir das Gefühl haben, dem können wir am meisten abgewinnen. Ja, vielleicht. Haben wir es mit der Haben-Seite? Nein, wir haben es noch lange nicht mit der Haben-Seite. Oh, wir haben es noch nicht mit der Haben-Seite. Ich bin mir ganz, ganz sicher, dass es gute Sachen zu finden gibt. Und Nummer 1, nichts für dich, ich liebe diese kleinen blöden Dinger, die sich ja durch den Film ziehen. Der Film besteht ja im Grunde nur aus Setup und Punchline.
Florian Bayer: Have you soup on the menu?
Johannes Franke: Genau das habe ich auch aufgeschrieben.
Florian Bayer: Ja, das war mein drittes oder viertes Kopfschütteln. Das ist nicht witzig. We wiped it off. Ha, ha, ha. Dad-Joke hast du vorhin gesagt. Das sind Dad-Jokes.
Johannes Franke: Did you call me, Sir? No, I called you Annie. Es ist nicht witzig.
Florian Bayer: Nein, es ist nicht gut gemacht. Es ist auch nicht witzig, wenn es gut gemacht ist. Es ist einfach doof. Es ist so ein typisches, diese Witze, die man ganz schnell hintereinander bringt, weil man weiß, dass die Witze nicht lustig sind. Man hofft, dass irgendwo irgendein Schmutzler braucht.
Johannes Franke: Ja, man wirft das alles gegen die Wand und hofft, dass irgendwas bleibt.
Florian Bayer: Das, wo aus Phipps Asmus seine Karriere gemacht hat.
Johannes Franke: Ganz genau.
Florian Bayer: Oder sein amerikanisches Pendant, weil wir sind ja im amerikanischen Kino. Wie heißt der nochmal? Rodney Dangerfield. Das ist das amerikanische Pendant davon. Keine Ahnung. Wenn du ein Foto siehst, weißt du, wen ich meine. Ja, okay. Wir machen so viele Witze auf einmal, weil wir genau wissen, dass jeder einzelne Witz für sich kacke ist. Und irgendwann wird das Publikum aus Verzweiflung lachen. Das funktioniert aber nicht. Aus Überforderung vor allem. Ja, ich lache aber nicht aus Verzweiflung oder Überforderung. Ich schüttel die ganze Zeit den Kopf und ich bin wirklich gewillt, den Film vorzuspulen, weil ich denke, ich halte es nicht aus. Das ist zu viel.
Johannes Franke: Okay, gebe ich dir absolut. Ich verstehe das. Mich bringt es in the mood, sagen wir so. Ich lache nicht lauthals, aber ich habe so das Gefühl, okay, die haben so eine lockere Art. Das ist jetzt die Art und Weise, wie ich den Film gucke. Ich gucke den Film also wie eine Sitcom. Gut, in Ordnung. Dann weiß ich Bescheid. Und was ich aber dann tatsächlich gut finde, waren zum Beispiel die Intercuts zwischen der Beschreibung einer Liebsten. Oh nein. Nein, nein. Doch, ich fand es gut gemacht.
Florian Bayer: Ich fand es sehr lustig. Ja, wir haben ein Paar, das am Tisch sitzt. Am Anfang in diesem Café werden halt erstmal so diese ganzen Kaffeewitze abgefeuert. Wir haben ein Paar im Café. Der Mann flirtet mit der Frau und sagt, du erinnerst mich an. Und dann Schnitt zur Küche und dann sagen sie, wo ist der rohe Fisch oder sowas in der Richtung. Ja, aber eben, dass der Satz wirklich weitergeführt wird. Genau. Und sie ziehen das aber so dermaßen in die Länge.
Johannes Franke: Ja, das tun sie mit vielen Sachen.
Florian Bayer: Und es schneidet dann halt wirklich hin und her zwischen diesem Flirt, diesem Dialog und dem, was in der Küche gesagt wird. It's not funny.
Johannes Franke: Und es ist auch damals nicht neu gewesen. Es ist etwas, wo man sich denkt, ja okay, du hast die ganzen alten Gags, die ganzen alten Ideen, die du damals im Wortwild in den 20ern gemacht hast, in den 30ern. Die ganzen Filmideen, die irgendwie schon 30 Mal bei der Dick Van Dyke Show gelaufen sind oder so, alles nochmal aus der Mottenkiste geholt. Und deswegen finde ich den Film trotzdem, um schon mal so ein bisschen Fazit vorweg zu nehmen, trotzdem sehenswert, weil es interessant ist. Weil das eine kondensierte, zwar schlechte, aber kondensierte Variante dieser Zeit ist. Und ich finde es sehr interessant.
Florian Bayer: Es ist halt auch, wenn das Pacing wenigstens stimmen würde. Das ist für mich zum Beispiel eine Sache. Viele Witze von der Dick Van Dyke Show finde ich auch doof, albern und so. Aber da stimmt das Pacing. Ja, absolut. Dazwischen gibt es Inhalt. Es gibt irgendwie eine Geschichte, die das Ganze trägt. Und du hast so einen Moment, es gibt eine gewisse Fallhöhe, wenn dann wieder eine totale Albernheit kommt. Ja. Und das ist hier nicht. Hier fehlt komplett das Pacing, komplett das Gefühl dafür, wie man rhythmisch mit Witzen spielt und arbeitet. Und auch spätere, es gibt ja auch viele spätere Beispiele für Filme, die einen Witz nach dem anderen abfeuern. Sucker Abrahams sind die bekanntesten wahrscheinlich. Auch da funktioniert es besser, weil du Eskalationen hast, weil du Dynamik hast. Und das fehlt hier. Hier wird es einfach von Anfang an etabliert und dann bleibt es die ganze Zeit auf dieser einen Ebene. Es gibt keine Eskalation, keine Spannung im Humor, kein Absacken oder so.
Johannes Franke: Ja, den Film über gibt es natürlich überhaupt gar keinen Bogen, da hast du vollkommen recht. Ich denke natürlich jetzt, wie dieser Film auch aufgebaut ist, in Varieté-Nummern. Also du hast im Grunde nur Varieté-Nummern, die aneinandergereizt sind in Überlänge.
Florian Bayer: Ja, aber zum Beispiel, wir haben auch mal über Stan and Laurel gesprochen. Ja, Oliver und Harley. Genau. Stan Laurel und Dan Laurel. So, so rum. Und da ist es auch so, dass es eher so Varieté-Nummern sind und dass wir einen Witz nach dem anderen haben. Aber die Episoden in sich, die haben eine gewisse Spannung, weißt du? Es gibt dann auch diesen Moment, wo wir wirklich mit Olli mitleiden, weil wir sehen, oh Gott, da geht was schief und Stan macht irgendeinen Mist und es gibt eine Anspannung und dann diese Erleichterung durch das Lachen. Das fehlt hier. Ja, ja, also natürlich. Ein guter Witz braucht genauso, wie ein gutes Drama braucht. Ein guter Witz, Spannung, Tragik, Dynamik.
Johannes Franke: Ja, ja, das stimmt. Da hast du absolut recht. Wenn ich nur auf diese, wo ich will, kleinen Nummern eingehe, dann möchte ich aber auch noch das, was kurz danach passiert, mit aufnehmen und zwar den Zeitraffer, den sie haben, wenn die Leute kommen, essen, bezahlen, wieder gehen und rückwärts zurück in die Fabrik rennen. Das ist ein Mittel, was auch später nochmal, ich habe den Namen leider nicht parat, weil ich mir das jetzt erst einfällt und nicht spontan suchen will. Ein ganz toller Visual Comedy Mensch, der hat die Leute in Zeitraffer in einen Bus gesetzt, die sind dann zur See gefahren in Zeitraffer, haben sich dort ganz viele Sachen angeschaut, sind wieder in den Bus und sind wieder nach Hause. Also er hat Touristen in Zeitraffer wie so eine Schafherde in der Gegend rumgekarrt. Das Geile ist ja, was du jetzt gerade erzählst, klingt viel besser und lustiger als das, was
Florian Bayer: wir hier in diesem Film sehen. Weil ich sehe den Gedanken dahinter und das ist auch so ein Moment, wo man denkt, oh, ihr seid irgendwie inspiriert von ein bisschen intelligenterer Comedy. Ja. Aber ihr habt das Buch gelesen, aber ihr habt es nicht ganz verstanden und packt jetzt
Johannes Franke: einfach diesen Inhalt Copy Pass da rein. Ja, wie gesagt, der Humor reitet am Horizont mit einem Pferd vorbei und winkt nicht mal. Er wird erschossen von mehreren Maschinengewehren.
Florian Bayer: Seine Leiche liegt zerfetzt auf dem Boden.
Johannes Franke: Aber ich kann sozusagen in diesem Zeitraffer, in dieser Art und Weise, dieser Idee kann ich was sehen und es würdigen. Das ist der Witz. Ich möchte nicht sterben. Gnadenschuss.
Florian Bayer: Ja, weiß nicht. Irgendwie. Okay, also ich kann verstehen, dass man diesem Slapstick-Humor was abgewinnen kann. Und ich kann auch manchmal Slapstick-Humor was abgewinnen. Ich fand Evil Dead 2 auch lustig. Weißt du, es gibt Slapstick, der Spaß macht. Meinetwegen dann. Ich mag auch Family Guy und die Simpsons, wenn sie einfach nur albernen Slapstick machen. Aber nochmal, Slapstick-Humor braucht irgendwie einen gewissen Rhythmus. Du kannst nicht einfach nur draufhauen. Das reicht nicht.
Johannes Franke: Und das ist wirklich das Problem des Films. Du hast absolut recht. Das ist genau das Ding. Und das ist auch was, was ich aufgeschrieben habe. Attention to Detail. Es ist wahnsinnig wichtig, dass die Sachen, die du etablierst, dann auch stimmen, damit der Gag eben aufgeht. Und wenn der Typ zum Beispiel in der Schießerei ist, was ja noch nicht mal ein Gag ist, und sich dann da reindreht und erschossen wird, dann hätte man das ordentlich machen müssen. Aber er fasst sich an die Schulter, die überhaupt nicht offen lag. Also die überhaupt nicht hätte getroffen werden können. Das ist nun ein Beispiel außerhalb eines Gags, aber genau das gleiche, Attention to Detail, nämlich gar keins, haben sie dem Rest auch gegeben. Und das macht mich so ein bisschen wütend, während ich den Film gucke.
Florian Bayer: Ich finde, der Film hat sehr viel vom ganzen Gefühl her so was von einem Schnellschuss. Dass es sehr schnell abgedreht wurde. Und wir, vielleicht auch wirklich, wir wollen jetzt nochmal, hey, wir sind gerade so populär. Wir haben echt eine coole Comedy-Show gemacht. Wir lieben es, zusammenzuarbeiten. Wir wollen noch mehr zusammen Spaß haben. Aber dann hat irgendwie Maury Amsterdam, der das ganze Ding ja auch produziert hat, offensichtlich halt alles schnell gemacht und so hobbeldihopp und es muss alles fertig werden und lass uns das witzig machen. Und ich habe dabei halt auch oft das Gefühl, dass er gar nicht so genau weiß, wo er überhaupt hin will. Weil, also mir kommt es vor, als ob sehr viel in dem Film improvisiert wäre, sehr viele Story-Elemente reingebaut werden, ohne dass sie genau wissen, wo die hinlaufen sollen. Und dann fehlt halt bei allem so ein bisschen auch der wirkliche Abschluss der Story. Es gibt so viele Nebenhandlungen. Wir haben diese Kofferleute, die bringen die Koffer rein und buddeln. Und es ist so, und du fragst dich die ganze Zeit nach dem Zusammenhang zu dem Film. Und dann wird es halt am Schluss, wird es einmal kurz von einem Polizisten oder so abgehandelt. So, ach übrigens, da waren Leute in deinem Keller, die haben gegraben, weil sie eine Bank ausrauben wollten.
Johannes Franke: Und es hat nichts mit dem Film zu tun, es gibt keine weitere Auflösung. Und es gibt keinen, die haben keinen Einfluss auf irgendetwas, was in dem Film passiert sonst.
Florian Bayer: Joey Adams ist ein Sänger, Comedian und Radiohost, spielt einen der Kofferleute. Du hast gesagt, wenn man die Dick Van Dyke Show kennt, dann hat man vielleicht mehr Spaß an dem Film. Vielleicht auch, wenn man mehr die amerikanische Comedy-Landschaft der damaligen Zeit kennt und diese Cameos zu würdigen weiß. Weil ich kannte halt niemanden davon.
Johannes Franke: Ja, ich kannte auch nicht alle, das ist halt das Problem. Ich kannte die halt aus der Dick Van Dyke Show, die Leute. Dann habe ich mich gefreut. Und Karl Reiner konnte ich zum Beispiel gar nicht zuordnen. Das ist mir dann später auch aufgefallen, dass der ja der von der Dick Van Dyke Show ist. Aber die ganzen anderen kleinen Sonderauftritte, wie die beiden Kofferleute oder sowas, das wusste ich auch nicht.
Florian Bayer: Wir haben das dann sehr viel, also der Film lebt auch sehr viel davon, dass sie wirklich in dieser Buchhandlung stehen. Es kommen halt skurrile Leute zu Besuch. Da ist dann dieser Vater mit seinem Sohn, der was zu essen will. Und dann sagt Charlie, nee, wir sind eine Buchhandlung. Und dann sagt der Vater, okay, danke und geht wieder raus. Und dann kommt er wieder rein und sagt, ah, Sie sind eine Buchhandlung, wollen Sie nicht ein Buch haben?
Johannes Franke: Und drückt ihm ein Buch in die Hand. Wie gesagt, ich verstehe die Idee dahinter, aber es fällt halt alles auf die Nase. Du hast keinen Gag, der richtig zündet. Und das ist halt echt traurig. Dann gibt es noch die Einstellung, die lange Einstellung, wie sie in den Gängen sich verfolgen. Die Kofferleute, ja. Mit den Kofferleuten und dann, das ist halt so eine typische Einstellung. Du kommst in der eine, die eine Reihe Bücher kommst du entlang. Da kommt jemand von der anderen Seite mit der anderen Reihe entlang und du verpasst dich. Und das wird halt so lange, lange durchgezogen. Unfassbar. Dass du auch denkst, fügst du dir jetzt noch einen Gag hinzu oder nicht?
Florian Bayer: Das ist auch, glaube ich, nicht der Ort, wo du das machst. Das ist, glaube ich, also ich sehe so viele, so viele Fehler auf dieser Ebene. Weil das kann man machen, aber das macht man nicht zwischen diesen Bücherregalen, so wie die gebaut sind. Da funktioniert der Gag nicht.
Johannes Franke: Nee, nicht so richtig. Und das ist ja auch ein Gag für so Kindercomics. Und ich habe das Gefühl, dass das Erzählpublikum so ein bisschen dann dort ist. Vielleicht, aber haben Kinder Spaß an dem Film?
Florian Bayer: Weiß ich nicht genau. Ich könnte mir das schon vorstellen. Es ist, es gab, wo wir noch bei den Kofferleuten sind, das war tatsächlich der einzige Moment, wo ich schmunzeln musste. Was ich ganz witzig fand, wenn, sie haben ja dann die ganze Zeit Stress in der Haupthandlung mit diesen Spionen, die ihm an den Kragen wollen. Und dann ist irgendwann diese Schießerei abends und dann sieht er morgens den Koffertypen und der sagt, oh, es war gestern eine ganz schöne Nacht, ne? Ja. Wir hatten echt eine wilde Nacht gestern und er sagt, ja, ja, das kannst du laut sagen und so, Moment.
Johannes Franke: Aber das war einer der Momente, wo ich mich besonders geärgert habe, dass sie es nicht geschafft haben, das Timing richtig hinzukriegen, weil der Gag zündet nicht. Der Gag zündet nicht wirklich. Das Timing stimmt nicht.
Florian Bayer: Nee, vor allem, weil wir nicht wissen, weil wir einfach nicht wissen, was der Sinn von diesen Typen ist. Es ist so reingepflanscht und wir warten eigentlich die ganze Zeit drauf, dass sie irgendwie mit dieser Agentenhandlung in Kontakt kommen. Aber die Agentenhandlung, ich meine, das ist die Haupthandlung des Films, diese Agentenhandlung.
Johannes Franke: Ja, aber die wird überhaupt nicht genug aufgebaut und du hast nicht genug Handlungen, die irgendwie irgendwas erklärt oder dir eine Mystery überhaupt erst anempfiehlt.
Florian Bayer: Überhaupt nicht. The Big Reveal ist, dass Mr. Big ein kleiner Mann ist. Ha, ha, ha, ha.
Johannes Franke: Und hinter einer sehr dicken Frau steht. Na toll. Ja, genau. Super.
Florian Bayer: Und dann, ich hab Witze aufgeschrieben und bei jedem Witz denke ich, wenn sie beim Abwaschen ist und sagt, give me your hand und dann applaudiert er ihr. Oh, Hatschi. Sie haben ohne Witz. Und das, genau, das macht man, wenn, dann macht man sowas mit einem Bruch, das dekonstruiert man, weil das nicht witzig ist. Da macht man sich über den Witz lustig, dass der nicht witzig ist. Aber sie haben ohne jegliche Ironie, haben sie einfach so einen Hatschi-Gesundheitswitz drin. Jemand sagt, jemand versteckt sich, jemand niest und der, der sich versteckt, sagt Gesundheit. Dann gibt's noch ein Niesen von da hinten, dann sagt jemand Gesundheit. Und ha, ha, ha, wir haben, nein, sowas kannst du nicht so ernst machen als treffenden Witz. So was machst du, wenn, dann machst du dich über diesen Witz lustig auf irgendeiner Meta-Ebene.
Johannes Franke: Vielleicht fehlt Amsterdam der Writer's Room. Möglich? Weil, also ich mein, sowas wie eine Dick Van Dyke Show. Da sitzen, weiß ich nicht wie viele, so fünf Autoren oder so oder sieben zusammen und jeder ist die Korrektur des anderen. Und dann hast du irgendwie dich in eine Idee verliebt und vielleicht hast du auch eine Spezialisierung auf möglichst viele Gags raushauen und jemand anders sortiert sie aus, weißt du? Und dann ist vielleicht genau das das Problem, dass du das Korrektiv nicht hast. Aber er ist ja auch nur Co-Autor, es gibt ja noch einen anderen.
Florian Bayer: Ja, was war denn Maury Amsterdam's Rolle bei der Dick Van Dyke Show? Der war Schauspieler, oder? Der hat da nicht mitgeschrieben. Ich bin mir nicht ganz sicher, das hab ich nicht mehr gefunden. Ich hab die ganze Zeit das Gefühl gehabt, dass der schon auch mitgeschrieben hat. Also das Ding wurde ja tatsächlich, der Film wurde laut Wikipedia von einem Team geschrieben. Da gehörte unter anderem George Schenk dazu. Achso. Der aber jetzt nicht unbedingt der große Comedy-Autor ist. Und dann haben wir noch Namen, die allerdings John Davis Hart und William Marx, die allerdings nicht mal Wikipedia-Einträge haben. Deswegen hab ich gedacht, das ist so ein Maury Amsterdam-Baby, der hat das Ding ja auch produziert. Ja, ja, ja. Und dann gibt's natürlich noch den Regisseur, Hermann Jones, mit seiner letzten Regiearbeit. Hm. Äh, nee, ja doch, ne? Genau, seine letzte Regiearbeit. Was für eine Art abzutreten. Oh nein. Der davor relativ viel Regie geführt hat bei diversen Sachen. Ja. Aber jetzt auch irgendwie nicht so in meiner Rezeptions-Bubble. Also nichts, wo ich sagen würde, ah, genau, hab ich doch gesehen. Und ich hab das Gefühl, das ganze Ding, ich kenn diesen Maury Amsterdam nicht gut genug. Also ich hab das Gefühl, es ist sein Baby und er wollte das machen.
Johannes Franke: Er hat ganz viel, ganz viele tolle Sachen gemacht. Ich bin mir ganz sicher, dass er auch nicht bekannt geworden wäre, wenn er nicht wirklich so ein Arbeitstier mit Gags und so weiter gewesen wäre. Und er hat ja wirklich teilweise drei Radioshows am Tag aufgenommen an verschiedenen Stationen und hat da irgendwelche Sachen gemacht. Ich weiß nicht genau, was hier schiefgelaufen ist, aber naja, man kann nur spekulieren. Wahrscheinlich irgendwie wirklich die Eile, wie du sagst, dass man es schnell zusammenschusstet und sich denkt, wir wollen hier noch was rausholen. Und vielleicht auch Ego kann auch drinstecken.
Florian Bayer: Weil wenn man sich die Biografie von dem Typen anguckt, der konnte was. Ja, absolut. Der konnte wirklich was. Der konnte was sowohl vor den Kulissen als auch hinter den Kulissen. Und das war ein großer Typ und man merkt ihm auch an, dass ihm das Spaß macht. Also ich würde ihm und Rosemary nicht absprechen, dass sie Spaß hatten. Die hatten Bock auf das Projekt. Das war nicht, um schnell noch ein bisschen Geld zu machen und aus der Popularität von der Dick Van Dyck schon was rausholen. Sondern die hatten da wirklich, glaube ich, Bock drauf. Und ich kann mir vorstellen, wie Morrie da kommt und sagt, hey Rose, ich hab da was, guck mal. Ah, hinten, geil, ja, fantastisch. Oh, darf ich da in die Kamera gucken und die vierte Wand bricht? Ja, ja, ja, genau. Oh, super witzig, lass uns das machen.
Johannes Franke: Ja, was ist schiefgegangen? Also ich glaube tatsächlich, dass sich alle Beteiligten zu sehr in die einzelnen Ideen verliebt haben. Es ist wie wenn, ich bin ja nur neulich erst in meine Wohnung gezogen. Ja. Wenn in dieser Wohnung nicht nur meine Freundin und ich leben würden, sondern fünf weitere Menschen, die alle verschiedene Möbel mitbringen, die alle das Gefühl haben, oh und ich hab jetzt hier mein Mid-Century-Ding und der nächste hat noch ein Barock-Ding und der nächste hat noch so ein futuristisches Teil. Und die kommen alle zusammen in einen Raum und haben alle noch unterschiedliche Farbkonzepte. Und jeder hat sein Ego und denkt sich, ich brauche das Teil, aber es muss da irgendwie stehen. Dann hast du, naja, was hast du denn? Du hast eine Abstellkammer, die total durcheinander aussieht und das ist der Film. Das sind ein Haufen Einzelstücke, die eine andere Farbe und einen anderen Stil haben.
Florian Bayer: Ja, ja, ja, das, das, ja. Wollen wir über den Rassismus reden?
Johannes Franke: Oh, nein.
Florian Bayer: Wir haben einen indischen Cowboy. Ja, warum machen wir einen? Wir befinden uns im Jahr 1966, vielleicht um zumindest ein bisschen zu sagen, einmal der Film ist ein Kind seiner Zeit.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, ein Kind seiner Zeit und ich finde, dass er in allem anderen, also der indische Cowboy ist ein echtes Problem, aber der Rest ist einigermaßen naiv genug, dass man sagen kann, okay, du bist halt damals entstanden, du hast es nicht groß hinterfragt, was schon blöde genug ist, so. Der indische Cowboy.
Florian Bayer: Weißt du, wer der Darsteller ist? Nee, keine Ahnung. Ich habe nämlich geguckt, es ist Blackfacing, ne? Es muss Blackfacing sein. Ziemlich eindeutig. Ja. Und der erzählt davon, dass er Elefanten jagt und auf Kobras reitet, was die Cowboys in Indien so machen. Und dann gibt es natürlich den klassischen Witz mit dem Punkt auf dem Kopf. Oh, I'm bleeding. Genau, irgendjemand fragt, was der Punkt auf seinem Kopf bedeutet und er sagt so, oh nein, ich bin verletzt. Und es ist einfach nur, es ist, der Film war verloren zu diesem Zeitpunkt. Ja, natürlich. Deswegen, es war mir gar nicht, ich fand es gar nicht so schlimm, weil es einfach, der Film war sowieso schon verloren, aber ich dachte, ah ja, genau, das hat noch gefehlt. Ja. Och Mann. Rassismus, das hat noch gefehlt, danke.
Johannes Franke: Naja, ja, der Film hat so seine unterschwelligen Rassismen auch im Rest des Films und auch seine Sexismen, muss man sagen. Aber nicht, aber wirklich naiv und nicht so.
Florian Bayer: Tatsächlich fand ich, also wenn wir schon bei Rassismen und so sind, ich fand es eine ganz witzige Idee, als diese Asiatin in den Laden kommt und mit ihm Französisch spricht. Ja. Und dann haben wir die asiatischen Untertitel, keine Ahnung, ob sie sich da die Mühe gemacht haben, wirklich das zu schreiben, was sie sagt. Ja, ja. Und er antwortet ihr dann auch auf Französisch und kriegt englische Untertitel. Mhm. Das war eine ganz witzige Idee.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Also ich musste jetzt nicht lachen dabei, aber ich dachte so, ach ja, das ist jetzt, das zieht mich mal so ein bisschen raus aus dem ganzen Schlamassel, der hier stattfindet.
Johannes Franke: Genau. Wenn der Rest richtig gut gewesen wäre, wäre das sozusagen, das wäre dann vielleicht wieder der Lower Point gewesen, aber es wäre nicht schlimm nach unten ausgerissen. Mhm. Und man hätte auch darüber lachen können, aber da der Setup war halt irgendwie schon schlecht.
Florian Bayer: Kurz danach haben die Spione eine Schildkröte mit Wands und die Polizei kommt und fragt, who did it? Und er antwortet, nee, er fragt die Polizei, who did it? Und der Polizist antwortet, who did it? I asked you first. Und dann sind wir wieder auf dem Lower Level, auf dem wir sein sollen.
Johannes Franke: Vielleicht muss ich sowas mal machen. Ich muss sowas mal schreiben. So richtig schlimm, Low Level, Sitcom 60er.
Florian Bayer: Was hältst du denn von den Brüchen mit der vierten Wand? Die kommen ja vor in dem Film. Die kommen vor in dem Film. Zum Teil des Comedy-Konzepts.
Johannes Franke: Na, wir hatten ja am Anfang unserer Karriere als Podcaster so ein kleines bisschen ein Fable für Brüche der vierten Wand. Ja, ich mag Brüche der vierten Wand sehr gerne. Ja. Funktionieren die in dem Film auch? Ja, ich glaube, sie würden funktionieren, wenn der Rest des Films funktionieren würde.
Florian Bayer: Ich habe auch das Gefühl, ich freue mich immer wieder, wenn sowas gemacht wird. Und der Film hat ja seine Meta-Ebenen, auch mit der Doppelbesetzung von Richard Deacon als Mr. Travis und Polizist. In einer Szene ist es lustig. Also da funktioniert es wirklich und zwar ziemlich am Ende, wenn Rosemary mit diesem Typen flirtet, mit diesem Studenten und so. Moment, was sagt sie? Why I'm fighting this? Ja. Zu uns. Das ist ja süß. Das ist wirklich ganz witzig. Ja. Am Schluss, ganz am Schluss wirkt es total forciert. Total forciert. Da hat man das Gefühl, sie wussten wirklich nicht mehr, wie sie den Film zu Ende bringen sollen. Und dann sagen sie einfach, so, der Film ist jetzt zu Ende. Wir können nach Hause gehen.
Johannes Franke: Es ist wirklich so lame und so ohne Esprit und ohne irgendwie ein Gefühl von da noch eine geile Idee, einen guten Ausstieg zu finden oder irgendwie dem Zuschauer zu sagen, guck mal, das ist alles gar nicht das, was wir erzählen wollten, sondern hier unser Sitcom-Setup war es eigentlich. Aber das Sitcom-Setup war einfach so schlecht, dass es nicht trägt und man nicht froh darum ist, dass der Film sagt, der Rest ist egal.
Florian Bayer: Gerade so im Mittelteil gibt es halt auch diese unfassbare Redundanz, wenn es immer nur darum geht, dass sie abends, wir haben zwei Szenen, wo sie nachts durch diese Buchhandlung gehen und einfach alles untersuchen, um herauszufinden, wo die Geräusche herkommen, sei es nun Schusswechsel oder Grabgeräusche und wo sie dann halt an Knöpfen drehen und dann öffnet sich eine Falltür und dann hat sie den Eimer über dem Kopf und das wird dann alles so elend ausgespielt und der Witz wird dann später nochmal aufgegriffen. Und es gibt im Mittelteil wirklich so eine Redundanz, dass Johannes sich am Tee verschlucken muss. Alles gut. Weiter. So eine Redundanz, dass man einfach nur genervt ist. Vielleicht ist es auch so, wenn ein Comedy-Film wirklich schlecht ist, dann macht es keinen Spaß. Wenn ein Horrorfilm schlecht gemacht ist, dann macht es einfach mehr Spaß, weil man drüber lachen kann. Aber beim Comedy-Film kann man nur noch genervt sein.
Johannes Franke: Ja, naja, klar, weil du die Erwartung hast zu lachen und dann kannst du nicht lachen und dann ist natürlich, wo willst du noch hin? Du kannst ja nur tiefer fallen. Bei einem Horrorfilm kannst du zumindest noch lachen, was ein Upgrade ist.
Florian Bayer: Ja, nee. Also, kennst du denn die Szene, wo Roger Ebert über einen Film, über North, einen Film aus den 90ern, mit der gleicher Wut als kleines Kind redet? Aha. Und so, das ist berühmt, berüchtigt, dieser Verriss, weil Roger Ebert dann da sitzt und sagt, I hated this movie. I hated it, hated it, hated it, hated it. Stimmt, das kenn ich. So fühle ich mich bei diesem Film. Ich habe diesen Film gehasst. Oh nein. Aus tiefstem Herzen. Ich hasse diesen Film. Okay. Es ist wirklich ein schlechter Film. Und ich kann nicht oft genug betonen, wie schrecklich ich diesen Film fand und wie unfassbar anstrengend es war, sich durch diesen Film durchzuquälen. Ja. Ohne Spaß, ohne Freude. Diese Lebenszeit gibt mir niemand zurück.
Johannes Franke: Ist das ein Film für unseren anderen Podcast? Darf man nicht sehen?
Florian Bayer: Ja. Dieser Film gehört in die Reihe, sollte man nicht sehen. Es gibt für mich keinen Grund. Auch nicht auf dieser Meta-Ebene, wo du sagst, okay, das ist so ein Abgesang auf das Genre und vielleicht der letzte große Wur... Nicht der letzte große Wur... Eben nicht. Sondern der Grab... Der Grabstein. Der Grabstein oder so. Nicht mal aus einem historischen Standpunkt, dann lieber drei Folgen Dick Van Dyke Show und dann ist man, glaube ich, besser dran.
Johannes Franke: Ja, aber wenn ihr Sterbehilfe dabei zusehen wollt, wie sie passiert einem Genre, dann könnt ihr diesen Film genießen. Wenn ihr sadistisch genug seid oder masochistisch eigentlich.
Florian Bayer: Also wirklich, ich habe mich schon durch viele schlechte und durchschnittliche Filme gequält und der ist weit oben. Der ist wirklich, wirklich weit oben.
Johannes Franke: Das tut mir so leid. Oh Gott, oh Gott. Aber der Titel, großartig. Ja, der Titel passt so saugut zum Film.
Florian Bayer: Ja, genau. Der passt so perfekt.
Johannes Franke: Und es ist so gemein.
Florian Bayer: Das ist auch so lazy so ein bisschen. Es fühlt sich plötzlich so schmutzig an.
Johannes Franke: Ja, genau. Man hat das Bedürfnis, baden zu gehen.
Florian Bayer: Es ist so, man denkt, okay, der Titel war vorher, klang ja irgendwie lustig, viel Versprechen und so weiter. Und jetzt denkt man nur, das ist einfach nur lazy. Es passt zum Rest des Films. Oh Gott, ist das traurig. Dick Van Dyke Show.
Johannes Franke: Ja, komm, lass uns das Ganze hochziehen, weil, natürlich, dieser Film ist irgendwie eine überlange Sitcom-Episode aus der Zeit. Eine schlechte. Und ich weiß nicht genau, was geworden wäre, wenn man den Film eingekürzt hätte auf 45 Minuten Episodenlänge. Wäre nicht besser geworden. Man hätte ja auch nicht entscheiden können, was nehme ich jetzt mit rein und was nicht, weil alles auf dem gleichen Level schlecht war. Bis auf so ein paar kleine Ideen, die ich ja eingeworfen habe. Aber die Dick Van Dyke Show, wo die Leute herkommen, die hatte einfach ein gutes Team anscheinend an Leuten und Autoren, die sich wirklich gute Sachen ausgedacht haben, die wirklich jeder Episode eine gute kleine Geschichte gegeben haben, innerhalb dessen, was dann passiert. Nur das Setup zu erklären. Dick Van Dyke ist Autor einer Comedy-Sendung, die, wie heißt der Typ, Alan?
Florian Bayer: Das ist so witzig, dass sich die Dick Van Dyke Show heißt. Das ist genau wie bei der Will Crosby Show, obwohl der Name Dick Van Dyke überhaupt nichts zu tun hat. Dick Van Dyke ist die Hauptrolle, deswegen heißt es so. Aber er spielt natürlich jemand anderen. Er spielt Rob Petrie. Rob Petrie. Petrie, genau.
Johannes Franke: Und die Alan Brady Show soll er mit Gags bestücken. Und Alan Brady ist ein sehr ekelhafter und gemeiner Typ, der aber als Comedian groß geworden ist.
Florian Bayer: Alan Brady wird gespielt von Carl Reiner, der der kreative Kopf hinter der Dick Van Dyke Show ist und der auch einen kleinen Cameo in unserem Film hat. Genau.
Johannes Franke: Und wenn ihr die Dick Van Dyke Show noch nicht gesehen habt, dann müsst ihr sie auf jeden Fall gucken. Natürlich fängt das Ganze an mit, wie du schon gesagt hast, der fällt erstmal über den Stuhl, der da steht, über den Hocker. Aber ich finde, der hat so große Qualitäten. Ich weiß nicht, wie es dir geht beim Gucken und du hast ja auch schon angedeutet, dass sie besser ist.
Florian Bayer: Das ist, also grundsätzlich erstmal ist es einfach, also allein aus historischem Interesse sollte man das auf jeden Fall mal geguckt haben. Das ist so ein großes Stable der amerikanischen Sitcom-Landschaft, auch wenn es mit sechs Jahren jetzt gar nicht übermäßig lang gelaufen ist. Stimmt, ja.
Johannes Franke: Aber nicht der Publikum ist der etwa, weiß ich gar nicht genau.
Florian Bayer: Auf jeden Fall ist das so ein Ding, was oft genannt wird. Wonder Vision ist ja vor kurzem auf Disney Plus gelaufen, diese Serie, wo die Wanda von den Avengers gefangen ist in so einer Fantasiewelt. Und da ist sie am Anfang in so einer klassischen amerikanischen 50er-Jahre-Sitcom. Und das ist eigentlich das Setup, also 60er. Wir sind jetzt Anfang 60er, aber es ist eigentlich noch so diese 50er-Jahre-Welt. Und da gehört das einfach rein. Also wenn man wissen will, wie amerikanische Sitcoms damals funktioniert haben, Dick Van Dyke Show ist eine gute Adresse. Absolut. Ich fand es sehr unterhaltsam, tatsächlich. Ich habe nicht viel geguckt. Ich habe jetzt so vier, fünf Folgen geguckt, habe dann auch ein bisschen durchgeskippt. Drei Folgen habe ich wirklich komplett geguckt. Auf der anderen Seite auf jeden Fall sind sehr viele gute Witze dabei. Man muss wirklich einfach oft lachen. Ich war so ein bisschen enttäuscht. Vielleicht habe ich auch einfach die falschen Episoden geguckt, weil ich die Hoffnung hatte, dass es mehr um dieses ganze Hollywood- oder besser gesagt TV-Gedöns geht und mehr so um die TV-Produktion, dass sich darüber lustig gemacht wird, wie die Dynamik ist zwischen Autoren und dem Star. Aber in seinem Kern scheint es mir dann doch eine klassische Sitcom zu sein, die vor allem im häuslichen Bereich spielt. Ja, das tut sie auch.
Johannes Franke: Also es gibt natürlich immer wieder Ausreißer in diese Richtung, wie du sagst. Aber man kann sich keine sechs Staffeln lang nur über Showbusiness lustig machen. Ich glaube, das war natürlich der erste Gedanke so, weil Karl Reiner natürlich sich selbst dort reingeschrieben hat. Also Dick van Dijk spielt im Grunde ihn, wie er früher als Autor für die Show of Shows, hieß das, glaube ich, Your Show of Shows, wo er als Autor gearbeitet hat. Und die Rolle, die er dann in der Dick van Dijk Show spielt, ist halt die des ekelhaften Comedians, was er auch aus Erfahrung hat. Natürlich ist das der Grundgedanke, das Showbusiness aufs Korn zu nehmen, aber am Ende will man auch nicht ins eigene Nest zu sehr viel reinpissen. Und naja, was wollen die Zuschauer sehen? Was wollen die Zuschauer auch in der Zeit sehen? Ja, natürlich.
Florian Bayer: Und das ist dann auch das, was wir letzten Endes vor uns haben, eine sehr traditionelle, auch sehr biedere amerikanische Family-Sitcom, wo vor allem Rob und seine Frau Laura, gespielt von Mary Tyler Moore und ihr gemeinsamer Sohn Richie, gespielt von Larry Matthews, im Mittelpunkt stehen. Und da haben wir so dieses wirklich ganz klassische amerikanische Sitcom-Setup. Ich bin kein Sitcom-Fan, das weißt du ja auch so. Ja, ja, ja. Ich mag dieses forcierte Lachen nicht, das stört mich, egal ob Live-Publikum oder Dosis, stört mich einfach, es ist einfach, keine Ahnung, einfach ein ästhetisches Ding, mag ich nicht. Und dann werden die Witze halt so im Rahmen der Familie gemacht, dass Rob und Laura sich wegen irgendwas in die Haare geraten, dass es irgendwelche Missverständnisse gibt, dass irgendwas von außen reinkommt. Und wir finden das lustig. Was ich gesehen habe, war die Folge, in der sie für, eigentlich für die Show, die sie machen, ein Kunstwerk kaufen wollen. Ah, ja, ja, ja, das habe ich auch gesehen. Und dann sind sie bei so einer Auktion und dann kaufen sie, das ist wirklich witzig, dann kaufen sie ein Ding. Weil Laura verliebt sich total in ein Ding und niemand weiß genau, was es ist. Ja. It's a thing. Und es sieht auch total schräg aus und Rob ist total irritiert davon. Und gleichzeitig machen sie sich bei dieser Auktion drüber lustig, dass man mit Handzeichen Sachen kaufen kann. Und dass man aufpassen muss, dass man nicht zufällig Sachen ersteigert, wenn man sich auf die Nase tätschelt. Und dann tätschelt sie sich auf die Nase oder winkt. Und währenddessen bieten sie halt auf ein Bild mit einem traurigen Clown, ohne es mitzukriegen. Und das ist eine wirklich witzige Szene. Da habe ich wirklich viel gelacht. Ja. Und zwar, weil sie es da richtig machen. Sie eskalieren den Witz. Ja. Man denkt, es ist vorbei und dann packen sie nochmal einen drauf. Und dann sind die vier, die sich unterhalten, bieten die ganze Zeit gegeneinander, ohne es mitzukriegen. Und was ist, wenn jemand winkt? Und was ist, wenn jemand sich an die Nase fasst? Oh, man sollte aufpassen, dass man nicht zufällig an seinem Ohr zieht.
Johannes Franke: Ja, weil sie viel zu sehr darin verliebt sind, das dann in ihrer Show zu verwenden als Gag, der jetzt wiederum für uns, das ist auch sehr schön Meta quasi, für uns genau den Gag ausspielt. Ja. Und das finde ich schon sehr schön. Ja, ich mag diese Folge tatsächlich. Aber die sind alle mindestens auf diesem Niveau, die Folgen. Ich finde die schon toll.
Florian Bayer: Das war das, was mir am meisten Spaß gemacht hat. Deswegen rede ich da gerade so viel drüber. Er steigert dann dieses Clown-Bild und dann ist er total genervt von dem Clown-Bild. Und wenn es loswerden, alle sagen, das ist nichts wert. Und dann stellt er plötzlich fest, da drunter ist was und wicht das so ein bisschen ab. Und dann ist da drunter dieses ganz berühmte Bild, der, ähm, hier, Gothic. Ja, genau, genau, Gothic, American Gothic von Grant Wood. Also zumindest sieht es so aus. Und er sieht auch tatsächlich OOD und sagt, oh, das ist von Grant Wood, das ist total viel wert, geil. Und dann lassen sie extra einen deutschen Kunstkenner kommen und der ist großartig. Ja, der ist super. Weil der, der guckt sich das Bild dann an und sagt, oh, it's good. Und sie freuen sich schon, weil sie denken, das wäre richtig wertvoll. Aber Good ist der Name von einem Plagiator, der die Bilder von Wood nachgemalt hat. Und einfach den, den beiden Farmern aus American Gothic, das kennt ihr bestimmt, dieses typische amerikanische Bild. Der Farmer, der da steht, neben seiner Tochter übrigens, nicht seine Frau. Ah, okay. Die haben so Mistgabeln in der Hand. Mistgabeln in der Hand und sie gucken beide so blämmert. Sehr grimmig. Und auf diesem Bild von Good lächeln sie beide.
Johannes Franke: Das sieht so dämlich aus.
Florian Bayer: Und das ist offensichtlich nichts wert, aber den Clown, den er abgewiegt hat, das wäre richtig viel wert gewesen. Das war Frank Sinatra. Genau, es war ein Original Frank Sinatra. Und der Deutsche sagt dann doch, oh stimmt, der hat ja auch gesungen. Aber das Schönste an dieser Episode ist dann, dass dieser Deutsche dann auch diese Thing sieht und sagt, it's a Sache, eine Sache, unglaublich. Und sie gucken alle, was, eine Sache? What's a Sache? It's a Thing!
Johannes Franke: Und er kann auch nicht aufklären, wofür das da ist, aber er freut sich tierisch. Ja, das sind diese Episoden von der Dick Van Dyke Show, sechs Staffeln lang, sind wirklich alle auf einem, natürlich gibt's Episoden, wo die einem weniger sagen und die einem mehr sagen, das ist bei jeder Serie so, aber die sind alle auf einem Grundniveau, das ich wirklich mag.
Florian Bayer: Die zweite Episode, die ich komplett geguckt habe, war dann die, wo ein Polizist bei ihnen zu Hause ist, weil er eine Überwachung macht. Und zwar wird ein Nachbar verdächtigt, nicht der Nachbar wird verdächtigt, sondern ein Neffe des Nachbarn ist ein, ich glaube ein illegaler Migrant. Und die wollen den festnehmen und gehen davon aus, dass der beim Nachbarhaus irgendwann auftaucht und deswegen bittet die Polizei Rob darum, dass sie in seinem Haus observieren dürfen aus dem Fenster raus, weil das Zimmer des Sohnes perfekt ausgerichtet ist. Und Rob findet das total toll, weil er ist so ganz aufgeregt, dass diese ganzen Polizei-Utensilien dann benutzt werden, diese ganzen Überwachungs-Utensilien und Hightech und so. Und da habe ich dann gemerkt, dass es halt doch so einen sehr klares, so einen sehr klaren Rahmen gibt, in dem sich Rob und Laura bewegen. Nämlich Rob ist der kleine Verspielte, der Spaß hat und Laura ist die, die sagt, du bist ein kleines Kind. Gott, ich habe ein kleines Kind geheiratet. Jungs! Und die Hand wird über den Kopf geschlagen. Und es ist schon sehr brav und sehr bieder. Also dieses, was hier erzählt wird an Familie und dann Zusammenleben und so, ist, wie man es eigentlich erwartet von einer 50er oder frühen 60er-Sitcom. Es gibt eine ganz klare Rollenverteilung und der Humor speist sich eben daraus, dass der Mann verspielt ist und kindig und eigentlich nicht so gut selbst klarkommt. Und die Frau trägt halt den ganzen Mental Load und muss halt sich drum kümmern, dass irgendwie alles stimmt. Ja, ja, ja. Aber dazu will ich jetzt nicht zu weit ausholen. Es hat Spaß gemacht. Die Dick von Dykeshow hat wirklich, ich habe wirklich überraschend oft lachen müssen, dafür, dass ich das Grundset-up so bieder fand und es eigentlich auch eine Sitcom ist. Ich mag keine Sitcoms. Dafür hatte ich doch relativ viel Spaß und war okay. Also ich glaube nicht, dass ich da jetzt alles nachholen muss. Aber ich bin froh, dass ich davon mal ein paar Folgen geguckt habe. Ja, ja. Kennst du Mr. Ed? Talking Horse? Mr. Ed? Ich kenne es vom Namen. Ich kenne Mr. Ed vom Namen. Ich weiß, es gab dieses genau. Talking Horse und dann hört es auf. Ja, dann musst du auch mal reingucken.
Johannes Franke: Du hast viel nachzuholen.
Florian Bayer: Mr. Ed stand immer in so einem Stall halb in der Wohnung drin. War das so? Nee, die hatten schon einen Stall außerhalb. So ist es nicht.
Johannes Franke: Und mit Mr. Ed wird auch interagiert. Der redet nicht nur fürs Publikum, sondern auch. Und alle reden mit dem? Nee, eine Figur redet mit Mr. Ed und alle anderen werden angeschwiegen. Und die Hauptfigur, die mit Mr. Ed redet, ärgert sich jedes Mal und versucht dann, guck mal, ich habe ein sprechendes Pferd.
Florian Bayer: Ah, okay, das ist tatsächlich ein Witz, dass Mr. Ed reden kann, aber niemand glaubt ihm. Genau. Okay. Nee, habe ich nie geguckt. Es gab dann, was gab es noch, diese 50er, diese großen Sitcoms der Zeit Honeymooners? War das nicht so ein Ding noch?
Johannes Franke: Hillbillies war auch noch, glaube ich. Das war später, oder? Nee, ich glaube, ach Gott. Nee, nee, die waren da auch schon. Ich bin ein bisschen überfragt, weil ich mich nicht genug vorbereitet auf dieses Thema.
Florian Bayer: Ja, ich auch nicht. Wir machen das, was wir gerne machen, wenn wir ganz schnell was haben wollen. Wir gucken, was es so gab. I Love Lucy aus dem Jahre 1950 war einer der großen amerikanischen Sitcoms. Habe ich auch nie gesehen. Ich bin echt kein Sitcom-Mensch in den 50ern. I Love Lucy.
Johannes Franke: Hm, weiß ich nicht. Habe ich nicht gesehen. Genau. Genau. The Beverly Hillbillies hieß das. 1962.
Florian Bayer: 1962 ist dieselbe Zeit. Ja. Und die Honeymooners war 1955. Ja, das ist mit Jackie Cleason war das. Eine Ecke früher. Und dann hört bei mir schon das Wissen auf und auch tatsächlich so ein bisschen die Motivation, mich groß damit zu beschäftigen, weil es gibt nur ganz wenige Sitcoms in der Geschichte der Sitcoms, die mir wirklich Spaß gemacht haben. Also dieses Traditionelle, dass man sieht, dass zu einer Sitcom gehört ja, dass es mit mehreren Kameras aufgezeichnet ist. Ja, genau. Multicamera-Show. Dann, dass die Wohnung so aufgeschnitten ist, dass du das auch immer irgendwie spürst, weil sie immer dieselbe Perspektive drauf haben. Ja, ja, ja. Und früher viel vor Live-Publikum, aber das wurde auch lange, lange später noch gemacht, ne? Ja, ja, genau.
Johannes Franke: Ja, genau. Ja, also man muss ja nur an Big Bang Theory denken. Genau. Das war ja auch vor Live-Publikum. Und Roseanne mochte ich.
Florian Bayer: Das war eine der Sitcoms, die ich gerne geguckt habe. Okay. Big Bang Theory, so halb.
Johannes Franke: Gab ein paar Folgen, die ganz gut waren. Sonst hat mich das Konzept ziemlich genervt dann irgendwann.
Florian Bayer: Und dann fallen mir schon gleich zwei Sachen ein, die das Konzept sprengen, nämlich Malcolm mittendrin und Scrubs. Die fand ich halt witzig, weil sie Comedy-Serien waren, die eben nicht dieser Sitcom-Formel gefolgt sind. Ja, stimmt. Und das zeigt vielleicht ganz gut, wie sehr ich das grundsätzlich, diese grundsätzliche Ästhetik und dieses grundsätzliche Format von der Sitcom verabscheue, ist zu viel gesagt. Aber auch eher so, naja, finde.
Johannes Franke: Ja, es ist halt sehr limited dadurch. Aber für mich atmet das so ein kleines bisschen Theater-Flair, den ich gar nicht so schlimm finde.
Florian Bayer: Ja, es ist halt so, ja, es hat schon so ein bisschen Theater-Flair, das stimmt. Ja, ich finde es auch tatsächlich immer putzig, wenn die Sitcoms das dann mal aufbrechen oder die vierte Wand brechen und das zeigen. Es gibt, ich glaube, jede Sitcom hat mal so Szenen, wo rausgesumt wird, wir sehen das Publikum. Also gerade so in Jubiläumsepisoden oder finalen Episoden wird das gerne gemacht. Und das finde ich immer ganz, ganz niedlich und ganz süß. Aber darüber hinaus gibt mir das nicht viel. Es ist halt auch so, es ist halt auch so eindimensional, weil alles schon allein vom Format gezwungenermaßen gleich aussieht. Die Wohnzimmer sehen immer gleich aus, die Küchen sehen immer gleich aus, die Häuser sind alle gefühlt gleich geschnitten. Und dann auch immer noch dieses, die oft im amerikanischen Vorort. Ja, das stimmt. Das hat doch so was Trostloses. Oh, es gab, auf Amazon gab es vor kurzem eine Serie, die habe ich auch nicht weiter geguckt, weil es mir zu viel Sitcom drin war, wo sie sich darüber lustig gemacht hat. Irgendjemand kennt Fuck Himself. Und da geht es darum, dass eine Frau eigentlich in so einer abusive Relationship lebt mit ihrem Mann zusammen. Und der macht halt die ganze Zeit dumme Witz und sie ist voll genervt davon. Und seine Perspektive wird als dieses Sitcom gezeigt, in diesem klassischen Sitcomrahmen, im Wohnzimmer. Und wenn sie dann rausgeht aus dem Wohnzimmer, total fertig ist mit den Nerven, dann wird umgeschnitten auf eine, wie wir sie heutzutage kennen, filmische Inszenierung. Das fand ich ganz cool von der Idee, halt so wirklich dieses Sitcom als Rahmen zu benutzen und zu sagen, guckt euch mal an, wie toxisch diese Beziehungen sind, über die wir lachen. Ja, ja. Oh, nicht schlecht.
Johannes Franke: Okay, muss ich mir mal anschauen. Wollen wir ganz, ganz easy peasy in unsere Top 3 hineinsliden? Ja, bitte lass uns sliden. Lass uns mal sliden. Unsere Top 3.
Florian Bayer: So, was haben wir denn als Top 3? Was wolltest du, Plur? Einzelhandel, mir ist nichts besseres eingefallen. Und wir hatten noch keine Liste Top 3 Filme, die im Einzelhandel spielen oder 10.
Johannes Franke: Ja, okay. Das ist der Moment, wo unsere Top 3 beliebig wird, aber wir haben schon über 100 Episoden.
Florian Bayer: Ja, es ist so typisch, uns fällt nichts mehr ein, Top 3 Filme, nur Einzelhandel. Top 3 Filme, in denen Burger vorkommt.
Johannes Franke: Vielleicht kriegen wir jetzt gleich Mails, in denen steht, eure Top 3 waren immer beliebig. Oder ihr seid alt geworden. Oh nein, wir sind alt geworden. Ich bin ganz zufrieden mit meiner Liste. Du bist zufrieden mit deiner Liste? Ja. Oh, das ist schön. Ja, ich bin vielleicht ein bisschen, auch ein bisschen zufrieden, aber in meinem Rahmen und alle werden wieder sagen, boah, Alter, nimm doch mal Filme, die nach 1960 entstanden sind. Na dann, du musst anfangen, ne? Ich muss anfangen. Ich würde gerne als Top, als Nummer 3 Chaplins Rollerskating-Szene in seinem Film Moderne Zeiten anbringen. Ja. Da gibt es, also er bundelt mit Paulette, heißt sie mit Nachnamen, die Schauspielerin. Ich hab, ja, fuck, ich weiß den Namen nicht. Paulette Godard. Paulette Godard. Da sind sie im Kaufhaus, also beide bettelarm und dann werden sie irgendwie eingeschlossen. Ich glaube, er übernimmt den Job als Nachtwächter in diesem Kaufhaus und dann probieren sie alle Betten aus, die ausgestellt werden und alles und haben da Spaß in diesem Kaufhaus. Und er zieht sich dann halt so Rollschuhe an und dann gibt es aber eine kleine Baustelle, wo dann das Derailing fehlt und er dann aber sich die Augen auch noch zugebunden hat, weil er ihr besonders beeindrucken will und dann fährt er halt immer knapp an dieser und könnte da irgendwie drei Stockwerke runterfallen. Und sie steht auch schon auf Rollschuhen und sieht das dann und versucht ihn irgendwie aufzuhalten und zu sagen, haha, komm, komm, komm weg da, komm weg da und versucht zu ihm zu kommen, ist aber auch auf Rollschuhen und hat keine Chance. Das ist eine sehr, sehr lustige Szene. Und wer es wissen möchte, muss es mal googeln, irgendwie auf YouTube eingeben oder sowas, diese Szene, ich weiß nicht, welche Stichworte, aber ihr kriegt das schon hin, wie das Ganze gedreht wurde. Weil es sieht saugefährlich aus und es sieht sehr realistisch aus und sie haben es geschafft, indem sie auf eine Glasscheibe vor der Kamera diesen Abgrund gemalt haben. Sehr cool. Und der Rest ist sozusagen im Studio aufgebaut und dann sieht das so aus, als ob das drei Stockwerke runter geht, aber es ist im Grunde nur durch so eine Kameraposition, so ein Perspektivending und es ist großartig. Ja, das ist cool. Großartig. Das ist eine ganz, ganz, ganz tolle Szene und ja, gehört definitiv in diese Liste.
Florian Bayer: Cool. Mein Platz 3 ist deutlich jünger. Aus dem Jahr 2009 so ein bisschen eine vergessene Perle der 2000er Jahre im Original Observe and Report im deutschen Shopping Center King. Und zwar spielt Seth Rogen, den ich ja sehr gerne mag, einen Sicherheitsbeamten im Einkaufszentrum, der dafür Ordnung sorgt und wir lernen so nach und nach kennen, dass das ein kompletter Psychopath ist. Okay. Und es ist ein ziemlich harter Film, ziemlich schwarzhumorig, aber er schafft es irgendwie die Balance zu halten zwischen wirklich derber, düsterer Comedy und das Ganze auch immer so ein bisschen zu reflektieren. Also es gibt so viele Momente, wo sie ihn als den Helden inszenieren könnten, weil er halt doch auch als Sympathieträger gezeichnet wird. Ja. Aber dann lassen sie es immer wieder ganz böse kippen und es gibt wirklich, wirklich düstere Szenen, die man auf die eine oder andere Seite Art lesen kann. Ja. Und ich lese sie oft so, dass sie wirklich sehr reflektiert damit umgehen, mit seinem, mit seiner, naja, man kann es nicht anders sagen, mit seiner Psychose. Und es ist ein merkwürdiger Film, es ist auch ein geschmackloser Film, es ist bestimmt kein Film für jeden, aber ich fand den sehr unterhaltsam. Okay. Genau, Shopping Center King aus dem Jahr 2009, gebt ihm eine Chance, der hat es damals ziemlich schwer in den Kinokassen, weil er konkurriert hat mit dem deutlich schwächeren und braveren Film, der Kaufhaus Cop, mit Kevin James aus dem selben Jahr, auch aus 2009, Kevin James, jetzt sind wir wieder bei Sitcoms, der bekannt ist aus der Sitcom, King of Queens.
Johannes Franke: King of Queens, genau. Der auch mit seinem, mit, mit, wo auch Dingens, wie heißt der jetzt, der ist gestorben von einer.
Florian Bayer: Ja, der Vater von Ben Stiller, Jerry Stiller. Jerry Stiller, ja. Der großartig ist. Der wirklich gut ist. King of Queens war tatsächlich auch eine Comedy, die ich unterhaltsam finde, obwohl sie so, das so krass radikal durchzieht mit dieser toxischen Beziehung.
Johannes Franke: Ja, genau. Das nervt irgendwann. Also ich, wir gucken mir so ein paar Episoden an und bin unterhalten, aber dann auf Dauer kriege ich das nicht hin.
Florian Bayer: Kevin James ist halt echt ein witziger Typ und Jerry Stiller ist großartig in der Show und Leah Ramini ist auch cool, die übrigens vor allem jetzt immer mal wieder in der Presse ist, weil sie sich mit Scientology angelegt hat, Ex-Scientologin, die mittlerweile durch die amerikanische Talkshow und Radiolandschaft tingelt, um zu sagen, was für ein verdorbener Verein Scientology ist und dementsprechend aber ziemlich Ärger auch mit ihnen hat.
Johannes Franke: Ja, das glaube ich. Krass. Okay. Oh, das muss ich mir mal anschauen, weil ich bin froh über jeden, der sich mit Scientology anlegt. Also. Ja. Ich habe einen Platz zwei, einen Film, den noch keiner gesehen haben kann. Boah, das ist mal eine Ansage. Außer die Leute, die in Hof beim Festival waren und sich den Film eingeschaut haben. Ah, okay. Und zwar heißt der Film Mermaids Don't Cry. Merkt euch diesen Titel, sobald dieser Film rauskommt. Er hat noch keinen ordentlichen Verleih, glaube ich, in Deutschland. Bin mir nicht ganz sicher. Inzwischen hat er vielleicht auch einen, weil das auf dem Festival sehr gut gelaufen ist. Mermaids Don't Cry geht, ist von Franziska Pflaum, die ist die Regisseurin, spielt in Österreich in einem Milieu, wo die Hauptfiguren alle in einem Supermarkt arbeiten, als Kassiererinnen. Und dementsprechend sind sie nicht in den besten Jobs, um viel Geld zu akquirieren. Die Hauptfigur allerdings ist eine, die gerne dieses Mermaiding betreibt. Also sich so eine Flosse über die Beine zieht und dann im Schwimmbad als Mermaid in der Gegend rumschwimmt. Das ist ein richtiger Sport irgendwie. Ja. Und dafür kann man sehr viel Geld ausgeben. Es gibt halt verschiedene Flossen, die man sich dann kaufen kann. Und dann gibt es halt welche aus Stoff. Die reißen dann halt mal, wie auch in diesem Film. Und dann will sie eine neue Flosse. Und aus einem richtig krassen, festen Material. Und das kostet 2500 Euro. Und dieses Geld von ihrem Job aufzubringen, noch mit einem nervenden Vater, der im Rollstuhl sitzt, aber nicht, weil er muss, sondern weil er versucht, irgendwie in eine Pflegestufe reinzukommen. Die hat also echt große Probleme, dieses Geld zusammenzubringen. Und davon handelt der Film. Und er spielt in diesem Milieu. Und wenn ihr irgendeine Chance habt, diesen Film zu gucken, dann tut es. Der ist wirklich richtig gut.
Florian Bayer: Klingt total gut. Und man findet online, findet man nichts direkt dazu. Also man findet ganz viele Infos dazu, aber ich glaube nicht, also ich finde zumindest nicht auf den ersten Blick was, wo man den Film irgendwie gucken könnte. Da muss man wahrscheinlich zu den Festivals oder hoffen, dass er in irgendeinem kleinen Indie-Kino mal gespielt wird.
Johannes Franke: Ja. Also wenn ihr, also Stephanie Reinsberger spielt die Hauptfigur, die dieses Mermaiding betreibt und macht das richtig großartig. Also es ist eine Komödie, um das kurz nochmal zu sagen. Es ist eine richtig gute Komödie. Man kann sehr viel lachen, aber eben auch die Tragik der ganzen Situation wird gezeigt und ist natürlich auch traurig und so. Aber es ist eine gute Kombination aus allem.
Florian Bayer: Cool. Sehr schön. Ja. Mein Platz zwei, jetzt sind wir bei den Klassikern. Dawn of the Dead, der zweite große Zombie-Film von George R. Romero, der spielt die ganze Zeit in einem Einkaufszentrum aus dem Jahr 1978. Und unsere Überlebenden, die ums Überleben kämpfen, haben sich da eingenistet und nutzen dann auch alles was da ist, was man halt findet in der Apokalypse, nicht nur an Essen im Einkaufszentrum, sondern auch an Spielsachen, um sich irgendwie die Zeit zu vertreiben. Bis das Einkaufszentrum dann von einer Motorradgang überrannt wird und dann wissen sie nicht genau, ob sie um den Platz, den sie da gerade haben, kämpfen sollen oder ob sie fliehen sollen oder ob sie sich sogar mit der Motorradgang anfreunden sollen. Und hinter der Fassade von wirklich blutigen Zombie-Filmen, der auch sehr lange indiziert war in Deutschland, weil es viele zermatschte Köpfe gibt, viele Gedärme, die rausgerissen werden, steckt eine wunderbare Satire auf die Konsumgesellschaft. Okay. Weil eben dieses Einkaufszentrum als letzter Zufluchtsort in der Apokalypse, die Zombies immer vor der Tür, so einen ganz tollen Rahmen bietet, um sich halt drüber lustig zu machen, was machen Menschen, wenn sie in dieser Situation sind, konsumieren. Und Szenen, in denen dann Zombies durchs Einkaufszentrum wandeln, von Einzelhandel zu Einzelhandel und man stellt fest, es sieht gar nicht so viel anders aus wie am normalen Werktag.
Johannes Franke: Toll. Okay. Aber ist das was, was man da reinliest oder ist das wirklich so prominent inszeniert entsprechend?
Florian Bayer: Es ist so inszeniert. Also die Zombie-Filme von George R. Romero sind auch bekannt dafür, dass sie immer gesellschaftskritische Momente drin hatten und sich immer mit politischen Themen der Zeit auseinandergesetzt haben. Eben in Splatterform und blutiger Form.
Johannes Franke: Okay. Bevor ich zu meinem Platz 1 komme, ein, zwei Honorable Mentions noch. Papa Ante Portas. Mein Name ist Loso und ich kaufe hier einen. Sehr schön.
Florian Bayer: Ja was denn nun? So kommen wir nicht ins Geschäft. In diesem Tonfall kommen wir nicht ins Geschäft. Was für einen Rabatt kriege ich, wenn ich fünf Gläser von diesem Senf kaufe?
Johannes Franke: Wird es günstiger, wenn ich gleich mehr nehme. Es ist so großartig. Es ist ganz toll. Er war Einkaufschef in seiner alten Firma, für den Einkauf zuständig und hat immer Rabatte und über alles immer. Und dann wird er in den Ruhestand versetzt. Ich glaube wegen riesiger Einkaufsmargen von Papier, Druckerpapier oder sowas.
Florian Bayer: Ja, ja genau. Radiergummis. Druckerpapier, Radiergummis und Bleistifte.
Johannes Franke: Es ist großartig. Ein ganz toller Film. Er hat sich nicht in meine Top 3 hineingeschlichen. Ich hatte noch eine Honorable Mention gerade im Kopf, aber die ist wieder verschwunden, weil ich sie nicht aufgeschrieben habe. Schade. Na gut, mein Platz 1 ist Breakfast at Tiffany's.
Florian Bayer: Natürlich. Natürlich ist das dein Platz 1.
Johannes Franke: Und es ist so schön, weil sie gehen da rein zu Tiffany's und sie sagt die ganze Zeit, es ist so wundervoll hier, man hat nie das Gefühl, dass hier irgendjemandem etwas Schlechtes zustoßen könnte. Dann gehen sie da durch und dann sagt er, okay, ich muss dir aber hier auch irgendwas kaufen. Ich habe hier 10 Dollar Bar dabei, ich habe noch irgendeinen Scheck, den könnte ich auch noch einlösen. Und dann sagt sie, nee, nee, nee, den Scheck lass mal stecken, aber mal gucken, ob wir was für 10 Dollar finden. Und dann sprechen sie mit einem Angestellten von Tiffany's und seine Reaktion darauf, wie sie sagen, also wir haben eine kleine Einschränkung. Wir wollen ein Geschenk für die Dame kaufen, aber es gibt eine kleine Einschränkung. Es darf nicht mehr als 10 Dollar kosten. Und bei Tiffany's völlig unmöglich. Und er holt da so eine kleine, so ein Typewriter-Hilfe raus, so ein, nee, nee, ein Telephone-Dialer, einfach so ein Stab aus Silber. Und den könnten sie für 10 Dollar haben, aber sie sagen, nein, das muss ja irgendwas sein, was für die Dame auch schön ist. Und dann holen sie einen Ring raus aus ihrer eigenen Tasche und sagen, würden sie da was eingravieren für 10 Dollar. Und dann ist das ein Ring aus so einem Kaugummi-Automaten und das sagen sie ihm auch noch. Und der Typ hat dann aber Mitleid und sagt das, und dann ist so irgendwie gerührt, weil er fragt, ist da echt, gibt es da noch Preise in diesen Automaten? Gibt es das noch, dass man da wirklich so einen Ring draus bekommt? Und okay, wir kriegen das hin, wir machen das. Wir gravieren ihnen da was rein. Und ich finde, das ist eine ganz tolle Szene.
Florian Bayer: Ja, sowieso ein total schöner Film. Audrey Hepburn wahrscheinlich in ihrer schönsten, bezauberndsten Rolle. Ja, ja, ja. Und die Vorlage ist von Truman Capote und Regisseur, Black Edwards und Klassiker. Ja, ganz toller Film. Können wir auch mal wieder gucken. Eigentlich ist das so ein Film, den ich von dir irgendwann mal erwartet hätte. Ja, ja, ja, da kommt ja noch. Also ich meine, wir haben noch 500. Wir haben noch ganz viele Entfüren vor uns. Definitiv. Wir haben die hundertste gerade erst geschafft. Genau. Es ist noch viel zu tun, noch viele Filme zu schauen. Mein Platz 1. Ja. Klassiker aus den 90ern, Clerks, die Lattenhüter von Kevin Smith. Der ultimatives Leckerfilm. Es geht nämlich einfach um einen Typen, der in einem Quickstop, also quasi im amerikanischen Späti arbeitet. Denty heißt er. Und er versucht halt irgendwie den Tag rumzubringen. Hat Probleme mit seiner Freundin und mit seinen Ex-Freundinnen und mit seinen Kumpels und den ganzen merkwürdigen Leuten, die so den Laden besuchen. Und es ist eigentlich nichts anderes als ein Rumhängen in so einem Quickstop-Laden. Der erste Auftritt von Jay und Silent Bob. Die später in Kevin Smith-Filmen zu einem Staple werden sollten. Ja. Ihr habt sie eventuell in Dogma gesehen, vielleicht auch in ihrem eigenen Film. Die haben ja mittlerweile sogar schon drei Filme. Was? Echt? Ja. Einer ist ein Zeichentrickfilm. Und ja, der Kevin-Smith-Klassiker, sein Debüt. Low-Budget. Es passiert nicht viel. Gott sei Dank hat er die Idee am Schluss nochmal umgekrempelt. Er wollte eigentlich diesen Denty, seinen Protagonisten, töten am Schluss. Dass der von einem Überfall ums Leben kommt. Aber hat sich dann doch für ein einfaches Ausfäden entschieden. Und vielleicht ist das der ultimatives Lecker-Film. Und diese Späti-Atmosphäre, dieses Rumhängen so zwischen Kaugummis und Zigaretten und Alkohol passt halt perfekt dazu. Leute, die nicht wissen, was sie machen sollen und im Einzelhand rumhängen. Schöner Film.
Johannes Franke: Ich glaube, die habe ich nie so richtig gesehen. Oh, den könnte ich auch mal auf die Liste packen. Warum habe ich das gerade gesagt? Weil wir noch ganz viele Episoden vor uns haben. Wir haben noch sehr viel vor uns, aber es kommen auch jedes Jahr so viele Filme raus. Oh Mann, Plur, wir werden es nie aufholen können.
Florian Bayer: Ja, vor allem, wenn wir unsere Zeit verschwenden mit so einem Dreck wie diesem Film. Das war unsere Top 3. Und damit zu unserem Fazit. Don't worry, we'll think of a title. Johannes, dein Fazit. Don't worry, we'll think of a movie. Wie viel von 10 Sternen gibst du? Von 10 Sternen? Ja. Von 0 bis 10 auf? 1,5. Ich muss 0 sagen. Du musst 0 sagen. Und zwar nur, weil Minus 1 ein zu Lama-Joke wäre, der allerdings auch wieder zu diesem Film passen würde. Stimmt. Also, Minus 1. Es ist wirklich, es hat keinen Spaß gemacht, diesen Film zu gucken. Und das ist das erste Mal, dass es mir keinen Spaß gemacht hat, einen Film zu gucken für den Podcast. Darf ich dir was gestehen?
Johannes Franke: Ich musste ihn in zwei Teilen gucken, weil ich eingeschlafen bin.
Florian Bayer: Ja, ja, ja, natürlich.
Johannes Franke: Aber das passiert mir sonst nicht bei Filmen. Das ist gemein. Und deswegen habe ich mich auch nicht getraut, gleich am Anfang das zu sagen. Aber es ist so. Und es tut mir so leid, weil ich auch so viele Ansätze sehe. Ich glaube, ich mag ihn wirklich, also diese anderthalb Sterne mag ich ihn wirklich mehr als du. Weil ich die Ansätze sehe und wirklich das Gefühl habe, okay, die beiden Figuren, allein die beiden Figuren, wie sie miteinander arbeiten. Weil man wirklich sieht, die machen das seit Jahren zusammen in dieser Konstellation, in dieser Art und Weise. Und die machen das an sich gut. Die Gags sind halt alle schlecht.
Florian Bayer: Das reicht nicht.
Johannes Franke: Das reicht einfach nicht.
Florian Bayer: Ich meine, wenn du die zwei Figuren hast und dann machst du halt einen Witz daraus, dass er sich auf die Straße legt, um zu zeigen, wie man per Anhalter fährt. Und dann wird er überfahren. Und dann haben wir die Reifenspuren auf seinem Gesicht und auf seinen Beinen. Und ich dachte die ganze Zeit, nein, das machen sie jetzt nicht. Nein, nein, nein, Moment, nein, nein. Und dann kam das auch noch. Das ist das Schlimme. Man sieht den Witz schon auf Kilometer weit kommen und der stinkt schon. Und dann kommt er immer näher und man denkt, nein, weicht aus, springt zur Seite. Tu es nicht, tu es nicht. Und sie nehmen jeden von diesen stinkenden, verwesten Witzen mit.
Johannes Franke: Ja, verwest ist genau der richtige Ausdruck, weil sie sind einfach uralt. Es ist nichts Neues dabei. Auch zu der Zeit schon. Schade, schade, schade, schade. Liebe Zuhörenden, schaut euch diesen Film nicht an.
Florian Bayer: Es ist das erste Mal, dass wir wirklich konsequent sagen, dieser Film ist nicht sehenswert. Oh Gott, ist das traurig. Wir haben das Thema unseres Podcasts verfehlt wegen dieses Films. Wir könnten eigentlich den Laden jetzt dicht machen. Nein, nein, nein, nein, wir reißen das das nächste Mal wieder hoch. Was ist das Ende? Nein, es ist nicht, denn Weihnachten steht an.
Johannes Franke: Oh, oh, Plor.
Florian Bayer: Und wenn ihr wissen wollt.
Johannes Franke: Folgendes, folgendes, folgendes, folgendes.
Florian Bayer: Ah, nein, okay, wir machen erst den Jingle, erst den Jingle. Wenn ihr wissen wollt, wie Weihnachten wird, bei Muss man sehen, dann müsst ihr jetzt dranbleiben. Jingle, aus, Ende. Tschüss, euch eine schöne Woche. Bis dann. Bis dann, tschüss.
Johannes Franke: Plor, ich möchte mich rächen. Rächen für letztes Jahr. Du hast mir Dickens Weihnachtsgeschichte gegeben in tausendfacher Ausführung. Und ich gebe dir dieses Jahr meine Lieblingsfigur für den, also ich im Grunde, meine Figur für Weihnachten. Der Grinch. Ja. Wir werden uns ganz viele Grinch-Verfilmungen und das Buch durchlesen. Wir werden alles zum Grinch finden, was uns über den Weg läuft. Und wenn dir was über den Weg läuft, was du nicht gucken willst, schickst du es mir, damit ich es gucke und andersrum. Ja, perfekt. Hauptsache, wir haben alles mal irgendwo mal abgedeckt und schauen mal, was es so für Grinch-Varianten und Verfilmungen gibt.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und das schauen wir uns alles an und besprechen es.
Florian Bayer: Ja, ganz kurz fürs Publikum. Hintergrund, wir hatten letztes Jahr eine Weihnachts-Special-Episode und da haben wir über Christmas Carol geredet und zwar ganz viele Verfilmungen. Keine Ahnung, es waren so zehn Filme oder so. Ja. Ich finde, es ist eine wirklich gute Episode. Ja. Es ist sehr lang. Aber es ist interessant, wir sind einmal durchgerauscht durch die Geschichte der Charles Dickens Verfilmung bis zum Jahr 2020, ne? Ja, ungefähr. Ja. Ja. Und wir haben dazwischen Weihnachten gefeiert und es hat sich herausgestellt, Johannes ist voll der Cringe und ich bin voll der Weihnachts-Fan.
Johannes Franke: Ich hasse Weihnachten.
Florian Bayer: Weihnachten ist so großartig. Oh Gott. Und ich glaube, die Dynamik werden wir auch beim nächsten Mal beibehalten. Ich glaube. Ja. Ich habe schon angefangen, Zeug zu kaufen. Zum Beispiel mit meinem Sohn zusammen so einen Lebkuchenzug. Okay. Zum selber bauen. Ganz toll. So ein komplettes Bastelset, damit man einen Lebkuchenzug basteln kann. Dann, ähm, für Karen Likör. Okay. Sie hat schon so ein bisschen mit den Augen gerollt, als ich gesagt habe, so, wir haben jetzt die Vor-Adventszeit. Das ist die Zeit, in der man sich auf die Adventszeit vorbereitet, weil die Adventszeit ist ja die Zeit, wo man sich auf die Weihnachtszeit vorbereitet. Oh Gott. Und dann waren Bela und ich einkaufen und dann haben wir einfach so kitschiges Zeug eingepackt.
Johannes Franke: Aber dann bist du wieder Einzelhandel, der im September anfängt, die Vorweiterung zur Weihnachtszeit einzuleiten.
Florian Bayer: Ja, zur Weihnachtszeit werde ich zum Konsum-Zombie. Oh fuck, Alter. Und ich finde es geil. Also allein schon, was man an Süßkram kaufen kann, aber natürlich, ich freue mich auch darauf, diese riesige Tüte, die wir haben, wo Zeug aus den letzten Jahren drin ist, auszupacken und dann den tanzenden Nikolaus und die Fensterbilder. Und ich weiß, wir haben da ganz viel kitschiges, albernes Zeug drin, natürlich die Weihnachtsmannmützen, die wir anziehen werden, um durch die Wohnung zu hüpfen, zur Weihnachtsmusik.
Johannes Franke: Wer jetzt davor sitzt, vor dem Rechner, vor dem Radio, weiß ich nicht, vor dem Weltempfänger und sich sagt, ja wieso, wir haben den 14. Dezember, wieso habt ihr Vorweihnachtszeit? Wir haben das Ganze vorher aufgenommen und Plurl macht jetzt den schlimmsten Song an, den es zu Weihnachten gibt.
Florian Bayer: Ich freue mich so auf die Weihnachtsepisode mit dir. Ah, fuck. Leute, euch eine schöne Woche, wir sehen uns nächste Woche zu unserer Weihnachtsspezial-Episode mit allem, was der Cringe hier gibt.
Johannes Franke: Wenn ich Plurl nicht vorher erschossen habe, werden wir uns nächste Woche hören und macht den Scheiß aus, Plurl!
