Episode 114: Alien – Science Fiction und Horror im Einklang?
Wir befinden uns in den ausgehenden 70er Jahren. Dank Star Wars boomt Science Fiction… und zwar gewaltig. Dank Halloween boomt das Slahergenre… und zwar gewaltig. Und Dank dem weißen Hai boomen Tier- und Monsterhorrorfilme… you guessed it… gewaltig. Und so schließt das filmische Jahrzehnt mit einem Hybrid aus diesen drei Genres.
Alien von Ridley Scott aus dem Jahr 1979 ist eine düstere Mischung aus Horror und Science Fiction. Die Besatzung der Nostromo – die hier als kaltes Buffet für das Wesen aus einer unheimlichen Welt dient – besteht aus einfachen Leuten: eine Frachtschiffcrew, Proletariat, Trucker im Weltall, wenn man so will. Und so ist der Alptraum auch nachvollziehbar, wenn diese – ohne es zu wollen – mit einer fremden und tödlichen Lebensform konfrontiert werden.
Neben der Erfindung des SciFi-Horrors, der Etablierung H.R. Gigers als ästhetische Referenz für Bodyhorror im Kino wird dann auch noch mit Ripley en passent die moderne Actionheldin geboren, die als einzige Überlebende dem Monstrum den Gar ausmacht.
Aber das ist ja auch irgendwie alles Filmgeschichte… und wir befinden uns im Jahr 2023, nicht nur 40 Jahre nach diesem Film, sondern auch nach zahllosen Fortsetzungen und Spin Offs.
Versuchen wir einen frischen Start. Wie hast du den Film wahrgenommen, der so viele Jahre auf dem Buckel hat? Unheimlich? Spannend? Beklemmend? Oder egal und vielleicht sogar unfreiwillig komisch?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 114: Alien – Science Fiction und Horror im Einklang? Publishing Date: 2023-03-08T09:11:48+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/03/08/episode-114-alien-science-fiction-und-horror-im-einklang/
Johannes Franke: Die erste Hälfte des Films vielleicht sogar ist ziemlich gut. Ja. Dann lässt sich die Zeit, die dieser Film braucht. Niemand fängt an, sich gegenseitig anzuschreien. Niemand fängt an auszurasten oder sowas. Das sind einfach ganz normale Menschen. Und irgendwie verliert er zwischendurch den Faden zu mir. Wann verliert er ihn? Baby, my heart's on fire. Okay, und damit ein großartiger Einstieg.
Florian Bayer: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode des Muss-Man-Sehen-Podcasts. Und nein, wir reden heute nicht über Spaceballs.
Johannes Franke: Sondern über das, worüber sich Spaceballs sehr zu Recht lustig macht.
Florian Bayer: Inklusive John Hurt, der seine Rolle als armes Opfer des Aliens wiederholt. Nicht schon wieder dieses Monster. Aber nein, wir werden heute über das Original reden, über Alien aus dem Jahr 1979, den ich Johannes als Hausaufgabe aufgegeben habe. Du hast letzte Woche gemeint, du hast ihn vor langer Zeit gesehen. Wie lange war es denn her zwischen dem Gucken jetzt und dem Gucken damals?
Johannes Franke: Wie lange war es her? Oh Gott, bestimmt 15 Jahre. Oh krass, okay. Also insofern, Plur, auch gleich zum Anfang, Mängelrüge, Mängelrüge, ich möchte gerne was zurückgeben. Und zwar diesen Film möchte ich zurückgeben in die Küche, er entspricht nicht dem, was ich bestellt habe, als ich mit diesem Podcast angefangen habe. Du weißt, ich mag keine Horrorfilme und vor allem keinen Bodyhorror.
Florian Bayer: Ja. Stimmt, Bodyhorror ist echt so ein Problem für dich und der Film hat mehrere Bodyhorror-Momente.
Johannes Franke: Ja, vor allem nicht nur an John Hurt oder so, sondern auch alles, was so richtig schlimm organisch und da ist natürlich Giga der Schlechteste, den du mir geben kannst als Designer für so einen Film.
Florian Bayer: Oh, wir müssen mal über Cronenberg reden. Oh nein. Wenn du keinen Bodyhorror magst. Ja, Cronenberg hat noch viel bizarrere und absurdere Streifen gemacht.
Johannes Franke: Ja, ich war ganz froh, dass der aus dem Jahr 1979 ist und nicht aus dem Jahr 2005 oder sowas, wo man einfach schon so viel mehr gewohnt ist und so viel mehr macht und auch damals schon die Produzenten ja eigentlich gesagt haben, weniger Blut, weniger Blut, tut das nicht.
Florian Bayer: Das stimmt und er hält sich ja durchaus auch in der Bildsprache zurück, aber ich würde sagen, bevor wir jetzt schon anfangen zu reden, komme ich einfach mal mit meinem Einstiegstext und los geht's. Wir befinden uns in den ausgehenden 70er Jahren. Dank Star Wars boomt Science Fiction und zwar gewaltig. Dank Halloween boomt das Lächer-Genre und zwar gewaltig. Und dank dem Weißen Hai boomen Tier- und Monster-Horror-Filme, you guessed it, gewaltig. Und so schließt das filmische Jahrzehnt mit einem Hybriden aus diesen drei Genres. Alien von Ridley Scott aus dem Jahr 1979 ist eine düstere Mischung aus Horror und Science Fiction. Die Besatzung der Nostromo, die hier als kaltes Buffet für das Wesen aus einer unheimlichen Welt dient, besteht aus einfachen Leuten. Eine Frachtschiff-Crew, Proletariat, Trucker im Weltall, wenn man so will. Und so ist der Albtraum auch nachvollziehbar, wenn diese, ohne es zu wollen, mit einer fremden und tödlichen Lebensform konfrontiert werden. Neben der Erfindung des Sci-Fi-Horrors der Etablierung HR Gigas als ästhetische Referenz für Body-Horror im Kino, wird dann auch noch mit Ridley en passant die moderne Action-Heldin geboren, die als einzige Überlebende dem Monstrum den Garaus macht. Aber das ist ja auch irgendwie alles Filmgeschichte und wir befinden uns im Jahr 2023, nicht nur 40 Jahre nach diesem Film, sondern auch nach zahllosen Fortsetzungen und Spin-Offs. Versuchen wir einen frischen Start. Johannes, wie hast du den Film wahrgenommen, der so viele Jahre auf dem Buckel hat? Unheimlich spannend, beklemmend oder egal und vielleicht sogar unfreiwillig komisch? Ich möchte mit Ja antworten. Alles das. Alles drei.
Johannes Franke: Alles das. Und wir müssen natürlich während des Gesprächs auseinanderklamüsern, wann was passiert ist, aber es ist tatsächlich alles das vorgekommen.
Florian Bayer: Ja, interessant, weil es ist natürlich ein Film aus den späten 70ern, ein Horrorfilm aus den späten 70ern und wir haben damals schon sehr viele, sehr etablierte Tropes, die hier in Science-Fiction-Szenario gepackt werden. Aber wie das so ist mit solchen etablierten Tropes, vor allem wenn sie noch mehr und noch mehr hervorgeholt wurden in den letzten Jahren, sie können schnell albern wirken dann.
Johannes Franke: Ja, und Ridley Scott hat ja das oft versucht irgendwie zu vermeiden, diese Albernheiten, auch was mit Alien betrifft und so weiter. Aber auch er schafft das nicht ganz, finde ich. Aber da kommen wir gleich noch zu. Ich finde, diese ganzen Tropes speisen sich ja vor allem aus, also man hat das Gefühl, einen Haunted-House-Film zu sehen, bloß eben in einem Spaceship. Und irgendwie gucke ich den Film dann auch auf diese Art und Weise und denke mir dann zwischendurch so, ja, okay, es ist gut gemacht, aber es ist irgendwie doch sehr archetypisch.
Florian Bayer: Es ist an ganz vielen Stellen und ich glaube, es ist aber auch eine Stärke von diesem Film, dass er diese archetypischen Muster nimmt. Ja. Aber doch relativ spannend variiert. Also die Story ist ja wirklich total simpel. Wir haben diese Frachtschiff-Crew, die geweckt wird, die den vermeintlichen Notruf erhält und dann auf dem Planeten landet. Du hast die erste Hälfte des Films in einem Satz zusammengefasst. Ja, die Story ist wirklich kurz und dann finden sie halt dieses Raumschiff, wo dieser große Typ drin sitzt. Ich finde, hier haben wir schon eine erste Stärke des Films, dass wenig erklärt wird. Ja, absolut. Wir wissen nicht, wo dieses Wesen herkommt. Wir sehen nur, es ist definitiv kein Mensch, einfach weil er viel zu groß ist und wir erfahren so angedeutet, wie er gestorben ist, was so ein bisschen antizipiert, was später passieren wird. Und dann sind wir auch schon bei den Alien-Eiern und eine Person des Buffets, Kane gespielt von John Hurt, kriegt diesen Facehacker ins Gesicht, der aus einem Ei schlüpft, dann bringen sie ihn zurück aufs Schiff und naja, der Rest ist Geschichte. Das Alien kommt aus ihm heraus, nachdem der Facehacker sich abgeworfen hat und frisst einen nach dem anderen auf, auf dem Schiff, bis nur noch Ripley übrig bleibt und das Alien vernichtet. Ja, man hat aber auch in der Wachstumsphase gerade viel Hunger, muss man mal sagen.
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Das arme Alien. Ja. Ja. So kurz, so einfach. Und dann passiert aber ganz viel dazwischen, finde ich, was den Film auf ein wirklich anderes Level hebt, auf ein anderes Niveau.
Johannes Franke: Apropos anderes Level, wollen wir den Tee mal ausprobieren, den ich jetzt hier noch, das ist, glaube ich, ein anderer Schwarztee als sonst.
Florian Bayer: Oh, sehr gerne, ja.
Johannes Franke: Schwarzer Tee.
Florian Bayer: Ja, vielen Dank. Als erstes finde ich es tatsächlich super spannend, dass hier eine Science-Fiction-Story erzählt wird, die Leute, die wir sehen, aber nicht so die typische Science-Fiction-Crew sind, weil, ich habe es schon im Text gesagt, weil es halt wirklich so Proletariat im Weltraum ist. Und das macht für mich unglaublich viel von der Atmosphäre aus, dass wir hier so einfache Leute haben und die eigentlich keinen Bock auf den Scheiß haben, die wollen nach Hause.
Johannes Franke: Das ist auch tatsächlich das Erste, was ich denke, wenn ich mir den Film anschaue und darüber nachdenke, warum dieser Film so gut ist und warum er so erfolgreich ist. Er hat keine Star Trek-Crew, weißt du? So Star Trek-Leute, die irgendwie alle wissen, was er tun und die irgendwie hier und dann Data, guck mal, ob da alles in Ordnung ist. Wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie. Nein, so funktioniert es nicht. Ja. Das ist einfach nur, es sind halt wirklich, wie du sagst, Trucker im Weltraum und das finde ich ziemlich gut.
Florian Bayer: Es ist auch so, es hat einfach so wirklich eine mutzige Arbeitsatmosphäre, wenn am Anfang, nachdem die Leute geweckt wurden von ihrem Schiff, dessen Wort Computer Mother heißt. Auch eine sehr gute Entscheidung. Genau, KI, wir sind auch in einer Zeit, in der viel über KI geredet wurde und KI auch oft in den Filmen vorkam, also 2001, Otisem, Weltall, ist noch nicht so lange her und dann sitzen sie da zusammen und trinken Bier und essen und machen Witze und qualmen und es hat so diese, es hat so diese Proletariatsatmosphäre. Ja, es sind echte Menschen. Genau.
Johannes Franke: Und das ist wirklich toll. Die haben auch keinen Bock darauf. Also die haben auch keinen Bock auf die Rettungsmission, auf die sie dann geschickt werden. Und das finde ich total gut, dass sie auch über, gleich so gewerkschaftlich über Shares reden, da müssen wir nochmal darüber reden, ob wir noch einen Bonus bekommen oder was. Finde ich alles sehr, sind eine sehr gute Entscheidung, weil du sofort in etwas drin bist, was nicht so artifiziell abgehoben ist, sondern eher erstmal so ein Social-Ding ist.
Florian Bayer: Und wir haben auch schon so diese greifbaren Arbeitsweltkonflikte, die dann drin sind, nicht nur wenn es um die Shares geht, sondern auch, dass offensichtlich der Wissenschaftsoffizier so eine Sonderstellung hat auf dem Schiff und der Käpt'n hört sehr auf ihn und gleichzeitig die anderen finden ihn zum Kotzen, weil er nicht einer von ihnen ist, was wir später herausfinden im wahrsten Sinne des Wortes. Und dann haben wir diese Kompetenzkonflikte, vor allem zwischen Ripley und Dallas, also Dallas ist der Käpt'n und Ripley ist eigentlich der dritte Offizier. Kane ist so ein bisschen eigentlich die zweite Nummer, aber der ist dann ja relativ schnell raus und die scheinen, es gibt einfach so einen Kompetenzkonflikt, der sich vor allem dann zeigt, wenn Kane den Facehacker auf dem Gesicht hat und die rein wollen und Ripley sagt, ey, wir haben hier Quarantäne-Vorschriften, ihr könnt jetzt nicht einfach rein, wir wissen nicht, was passiert, wenn ich euch reinlasse.
Johannes Franke: Und dafür kommt die nächste Stärke ins Spiel, wir denken zwar in dem Moment, ja, mach doch nicht das Dumme, aber wir finden ja später raus, dass das Dumme von jemandem gemacht wurde, der genau das will. Der das Dumme will.
Florian Bayer: Und das Dumme ist selbst, also er schafft es sich zu rechtfertigen, ohne dass wir ihn verdächtigen und ohne dass wir sagen, das ist total dumm, weil irgendwie ist es natürlich das Menschliche in dem Moment. Du hast ein Crewmitglied, das eine Hand auf dem Gesicht hat und ohnmächtig ist und ärztliche Versorgung braucht. Und natürlich denkst du dann als jemand, der sich Sorgen macht um seine Kollegen, scheiß auf die Quarantäne-Vorschriften, wir müssen dem jetzt helfen.
Johannes Franke: Naja, aber sagen wir so, das was sie dann mit ihm machen da, hätten sie auch außerhalb des Schiffs machen können.
Florian Bayer: Das hätten sie auch außerhalb machen können, aber es ist also, es liegt vor allem daran, dass wir uns in einer Zeit befinden und in einem Genre, in der vermeintlich kluge Menschen oft dumme Dinge tun. Und das passiert meiner Meinung nach in diesem Film nicht, weil zum einen die Menschen nicht so klug dargestellt werden, wie in anderen Filmen, weil es sind eben keine WissenschaftlerInnen, sondern es ist halt eine einfache Crew. Obwohl die schon auch, also sie sind nicht doof, ne?
Johannes Franke: Sie sind keine doofen Leute.
Florian Bayer: Nee, nee, sie sind überhaupt nicht doof, aber sie werden nicht qua Position so zu den klugen Menschen gemacht, weil das haben wir dann später in den Fortsetzungen, dass da lauter Wissenschaftler unterwegs sind und die sich total dämlich verhalten und du denkst, ey, wofür hast du zehn Jahre studiert und dich mit außerirdischen Formen auseinandergesetzt? Dass du dich jetzt so dumm verhältst. Okay. Und gleichzeitig handeln sie klug, also sie handeln nachvollziehbar. Ja. Und in diesen Horrorfilmen, vor allem in den Slasherfilmen, haben wir es halt oft, dass Menschen wirklich die dummen Sachen machen. Nein, geh jetzt da nicht hin, geh jetzt da nicht alleine, mach nicht das, mach nicht das. Und davon haben wir in dem Film relativ wenig.
Johannes Franke: Naja, schon. Also man hat viele Sachen, die gar nicht genutzt werden, wie zum Beispiel, dass die da reingehen in diesen Quarantäne-Bereich und die Tür offen lassen. Die lassen sich ständig die Tür offen stehen und man denkt sich, ja, das Ding kann jetzt jederzeit raus in den Rest des Schiffs. Brauchst du Hilfe bei dem... Nein.
Florian Bayer: Ich brauche keine Hilfe bei dem Deckel des Glases. Ich kriege meinen Zucker allein. Möchtest du auch Zucker, Johannes? Oh, mit Geräusch. Und jetzt ist das, was ich das gemacht habe, ist ein Tee auf meinen Rechner gespritzt. Möchtest du Zucker, Johannes? Ja, vielen Dank.
Johannes Franke: Okay, wo waren wir stehen geblieben? Wie dumm ist diese Crew, wie dumm sind die Opfer? Ja, es passiert schon ein paar Sachen, wo man wirklich, wirklich denkt, zum einen, wenn du da so einen Facehugger hast, wenn du so ein Ding hast und du hast keine Ahnung, was das ist und was das tut. Schlimm genug, dass du es reingeholt hast. Ja, auf jeden Fall. Aber dann... Großer Fehler. Stellst du dich zu zweit ohne irgendwelche Schutzmaßnahmen direkt dahin, gehst mit der Nase so ran, guckst dir so an, oh, was passiert denn da, wie ist denn das? Das stimmt allerdings. Also es ist schon wirklich, der kann auch jederzeit rüberspringen zu dir ans Gesicht und du bist geliefert. Also wo ist denn das...
Florian Bayer: Wobei, ich finde es glaube ich nicht so schlimm, weil es tatsächlich keine großen Konsequenzen hat, weil der Facehugger hat ja sich seinen Opfer ausgesucht. Ja, aber das weißt du ja nicht. Nee, nee, aber wenn der das jetzt das Monster wäre und also quasi, wenn die Dummheit dazu dienen würde, die Handlung voranzubringen, dann würde es mich ärgern. Das ist ja das Problem bei diesen Horrorfilmen.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Die Dummheit dient dazu, dass die Leute Opfer werden. Ja, aber ich denke halt die ganze Zeit, ja, jetzt passiert es gleich und es passiert natürlich nicht, weil er ist schlau genug, das nicht so auszunutzen, aber trotzdem finde ich, dass sie sich doch recht doof verhalten. Also was das betrifft, so mit den Sicherheitsvorschriften, was dieses Vieh betrifft. Und es ist ja schon auch Teil dessen. Das ist zwar keine direkte Konsequenz, weil das nicht sofort jemand anders ins Gesicht springt, aber die Konsequenz ist trotzdem, dass es am Ende in der Gegend rumrennt, dieses Vieh. Ja. Und das hat schon über fünf Ecken damit zu tun, dass die sich dumm verhalten haben.
Florian Bayer: Naja, aber der Facehacker ist ja, hat ja keine große Relevanz mehr. Der befruchtet seinen Opfer und stirbt dann.
Johannes Franke: Der befruchtet seinen Opfer und stirbt dann. Ja, ist schon richtig. Hätten sie es verhindern können? Jetzt ist die große Frage, hätten sie es verhindern können, wenn sie sich schlauer verhalten hätten? Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich eher nicht.
Florian Bayer: Aber damit kommen wir ja schon so ein bisschen zur Kreatur, die ich total spannend finde. Es ist, ja, also ich meine, es ist ein Giga. Also einen besseren Designer hättest du nicht kriegen können. Lassen wir mal ganz kurz das Design weg. Gehen wir ganz kurz. Giga müssen wir auf jeden Fall gleich besprechen. Aber die Kreatur, wie sie biologisch gestaltet ist, finde ich super spannend. Weil wir haben offensichtlich, ich will nicht zu viel spoilern, der Xenomorph. Also das Alien, was nachher rumläuft, wie die Leute frisst. Männlich oder weiblich? Das ist vollkommen wurscht. Okay, auch... Also wahrscheinlich beides. Und als was, hättest du es eher wahrgenommen? Wenn du es siehst und wenn du es agieren siehst, hast du irgendwie, weil ich meine, wir sind im sozialen Konstrukt groß geworden, indem man solche, einfach sowas mit sich trägt.
Johannes Franke: Hast du irgendwie so ein Geschlechtsgefühl gehabt bei dem Vieh? Nee, gar nicht. Aber wenn ich jetzt drüber nachdenke, würde ich es wahrscheinlich eher weiblich lesen.
Florian Bayer: Ja. Ich glaube, viele lesen es weiblich. Und oft, wenn auf Alien referiert wird, wird es auch weiblich definiert. Ich sehe es total als weiblich an. Ich finde es spannend, weil der Facehugger für mich so ein bisschen die männliche Form davon ist. Also wenn du von ganz traditionellen, ganz traditionellen biologischen Geschlechtsvorstellungen ausgehst, hast du den Facehugger, der einen Menschen befruchtet. Und daraus entwächst dann das Baby. Das Spannende ist, wenn wir das so lesen, dann haben wir eine Lebensform, bei dem die männliche Form ganz schnell obsolet ist. Sie ist nur zur Befruchtung und dann wird das eigentliche Wesen geboren, das die weibliche Form ist, das dann auch die Eier legt und die neuen Facehugger gebärt.
Johannes Franke: Gibt es ja in der Natur tatsächlich so ein, zwei Spezies, wo die Männchen sehr kurz einfach nur zur Befruchtung da sind und dann sterben. Na, die Gottesanbieterinnen fressen ihre Männchen zum Beispiel, ja.
Florian Bayer: Ja, finde ich total interessant, finde ich auch wirklich eine spannende, vollkommen unabhängig vom Design erstmal eine spannende Idee, dieses Wesen biologisch aufzubauen. Ja. Wie das funktioniert, dass es eben diese zwei Formen gibt. Und wie gesagt, es wird nicht irgendwie eine Geschlechtsdetermination bei dem Monster vorgenommen, deswegen ist das reine Interpretation. Aber wir haben hier natürlich diesen Facehugger, der seine Opfer irgendwie befruchtet, weil er pflanzt die Nachkommen in den Körper der Menschen ein. Und es gibt ja diese Interpretationsebenen, dass gesagt wird, wir haben hier auch so einen Film, der ganz viele weibliche Perspektiven hat. Unter anderem natürlich wegen Ripley als Actionheldin. Ja, ja. Und das ist eben auch eine, dass es so eine Urangst des Mannes ist, befruchtet zu werden, dass wir hier die männliche Crew haben. Und Cain, der ist als Vertreter der Männer, dass der das Monster aufs Gesicht kriegt und dass er den Nachwuchs eingepflanzt bekommt. So ein totaler Albtraum, weißt du, wie er es geschwängert hat von einem Monster.
Johannes Franke: Was aber andersrum wiederum auch mitbringt, dass man den Männern einmal die Angst spüren lässt, die Frauen unter Umständen haben, dass sie gewaltsam etwas, also eine Vergewaltigung und so weiter. Dass diese Perspektive einmal umgedreht wird und du als Mann, und das war denen sehr, sehr wichtig, dass das kein weibliches Crewmitglied ist, das da diesen Facehacker bekommt, sondern dass es wirklich ein Mann ist. Damit man eben nicht wieder einen weiblichen Protagonisten hat, der dann möglichst schnell getötet wird und Opfer eines Gewaltaktes ist, eines sexualisierten Gewaltaktes ist. Und das wollten sie umdrehen und das finde ich eine sehr, sehr gute Entscheidung.
Florian Bayer: Und wir befinden uns ja auch in einer Zeit, in der es schon viele von diesen Geschichten gab, in der eben die Frauen die Saat des Bösen eingepflanzt bekommen haben. Zehn Jahre vorher gab es Rosemary's Baby, der so ein bisschen diesen Satan-Hype und Satans-Kinder-Hype eingeläutet hat. Und dann haben wir oft diese Geschichten von Frauen, die in sich Monster tragen, weil sie einfach Verkehr mit einem Monster hatten oder weil der Satan sich dazwischen geschaltet hat oder wie auch immer. Und das ist schon spannend, dass das hier auf einen Mann übertragen wird. Ja. Ja, es ist einfach auch spannend, wie es erzählt wird in der biologischen Form. Und es ist natürlich, worauf das dann hinausläuft, ist eine der berühmtesten Szenen der Horrorfilm-Geschichte. Ja. Die, selbst wenn es 15 Jahre her ist, du wahrscheinlich auch noch gut in Erinnerung hattest.
Johannes Franke: Natürlich wusste ich das noch, ja, ja, klar.
Florian Bayer: Die, ich kann mich leider nicht erinnern, wie das war, als ich es zum ersten Mal gesehen habe, ich befürchte, ich wusste es auch schon vorher.
Johannes Franke: Ja, ich habe Spaceballs vorher gesehen.
Florian Bayer: Ja, stimmt. Aber die wahrscheinlich für jemand Unbedarften, die ein Schock daherkommt. So der Schrecken ist überwunden, was kommt jetzt, sind noch mehr Facehugger unterwegs oder so. Man weiß noch nichts von dem Monstrum und dann sitzen die da beim Essen und plötzlich kriegt er diese Magenkrämpfe, fällt hin, sie halten ihn fest und dann platzt sein Bauch auf und dann kommt dieser Xenomorph raus. Apropos unwissend. Mhm, die SchauspielerInnen waren es auch teilweise in dieser Szene.
Johannes Franke: Teilweise. Also natürlich wussten sie, dass dieses Ding da rauskommt, steht ja im Drehbuch. Ja. Aber in welcher Form und wie viel Blut die da in der Gegend rumspritzen würden.
Florian Bayer: Das Blutspritzen hat sie wohl alle überrascht und gerade die Schauspielerin von Lambert. Wie heißt die Schauspielerin?
Johannes Franke: Veronica Cartwright. Genau, Veronica Cartwright. Die war wirklich so entsetzt und man sieht in dem Film ihre wirkliche Reaktion auf dieses Blut, weil sie wirklich nicht wusste, was da kommt.
Florian Bayer: Sie haben es auch voll gut getroffen, sie kriegt wirklich eine ordentliche Ladung ab.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, total krass und sie war wirklich hysterisch streckenweise. Also hysterisch als Wort, dass ich, weiß ich nicht, sagt man das, das ist ein komisches Wort, weil das eine schlechte Konnotation hat. Angst. Aber einfach angstvoll und sehr, sehr panisch. Panisch, ja, ja, genau.
Florian Bayer: Und dann, es ist wirklich krass, du hast diese Szene, du siehst alle Gesichter, sie werden mit Blut bespritzt und sie gucken, wie dieses Monster rauskommt. Und fantastische Szene. Und Gott sei Dank hat die dann auch geklappt bei diesem Take, wo sie überrascht wurden. Weil, ich kann mir vorstellen, wenn das gedreht wird, man muss sich verkneifen nicht zu lachen, weil unter dieser Puppe war jemand, der das Alien gehalten hat und an einem Stab durch den Raum dann gezogen hat.
Johannes Franke: Ja, das muss so dämlich aussehen. Aber gut, naja, es ist ja aber auch nicht beim ersten Mal wirklich, hat es ja gar nicht geklappt, ne? Sie haben es ja zweimal gedreht. Ah. Aber Ridley Scott hat rechtzeitig Cut gerufen, sodass das mit dem Blut noch nicht kam. Man sieht es auch im Film, man sieht den zweimal vorstoßen, den Alien. Einmal kommt er nicht ganz durch, das war der erste Take. Dann hat Ridley Scott Cut gerufen, damit nicht alle von dem Blut schon wissen. Und dann haben sie es resettet und dann haben sie es nochmal gedreht und dann kam das mit dem Blut. Und er hat es beides mit reingeschnitten und was natürlich sehr viel gewaltvoller aussieht, weil das Alien quasi Schwierigkeiten hat, durch die Bauchdecke zu kommen.
Florian Bayer: Ja, das ist so eine krasse Geburtsszene. Ja, ja. Wahnsinn. Und es sieht wirklich gut aus. Sie hatten eine Puppe als Körper von Kane und John Hurt lag halt unterm Tisch und hat wirklich nur seinen Kopf, also mit ganz einfachen Practical Effects haben sie das gemacht.
Johannes Franke: Total gut, ja, einfach Kameraperspektive. Wirklich gut aus. Ja, er sieht total gut aus. Wobei das Alien ein bisschen stiff ist, muss man sagen.
Florian Bayer: Ja, es ist okay, weil es ist ja noch so klein und niedlich. Was auch cool ist, wir haben halt dann wirklich diesen Xenomorph, aber noch in so einer kleinen Wurmform und er kommt dann raus, er guckt einmal, faucht sie an. Wie so eine Katze. Ja. Und rennt dann los. Und wenn wir ihm das nächste Mal begegnen, ist er oder sie deutlich größer geworden und hat sich gehäutert.
Johannes Franke: Das nächste ist, wo ich denke, äh, ja, sie finden eine einzige Häutung vom Kleinen und dann in so riesig, ich weiß ja nicht, und in der Zeit kann ich mir auch nicht vorstellen, dass so ein Ding so viel wächst.
Florian Bayer: Naja, ich finde, das ist so ein Suspension of Disbelief. Nein, wir haben hier ein fremdes Wesen, das hat irgendwann einen Schluss, ganz eigenen biologischen Gesetzen gehorcht. Ja, aber nicht. Und wer weiß, wovon sich's ernährt hat und wer weiß, wie viel Haut. Von Metall oder was. Wer weiß, was sie in den Frachträumen haben, was sie sich nicht angeguckt haben. Der Film arbeitet ja durchaus mit sehr viel Unterlassung, mit sehr vielen grauen, schwarzen, weißen Stellen, wie auch immer man sie nennen will, wo wir nicht wissen, was passiert. Ja. Und, ähm, ja, man kann sich alles mögliche vorstellen, wie das Monster gewachsen ist. Also ich, ich find's einfach nicht unglaubwürdig, weil der Film die ganze Zeit dieses Prinzip verfolgt, dass er nicht zu viel erzählen will. Okay. Und deswegen geb ich ihm das. Deswegen geb ich ihm diese, diese weißen Stellen lassen sich einfach füllen, weil er in anderen Momenten auch oft genug die weißen Stellen hat. Hm. Naja. Naja. Naja. So zum Thema weiße Stellen, ich find, das macht auch schon die Eröffnung. Die bereitet schon darauf vor, dass wir hier einen Film haben, der sehr viel, obwohl es um ein konkretes Monster geht, mit dem Unbekannten arbeitet. Ich liebe den Vorspann.
Johannes Franke: Ja, natürlich. Der Vorspann ist großartig. Mir tut ein bisschen der Musiker leid. Ja. Weil der Musiker wirklich sich viel Gedanken gemacht hat und wochenlang an einem, äh, an einem Intro-Song gearbeitet hat, der sehr romantisch war. Den Ridley Scott dann wirklich einfach weggeworfen hat und hat gesagt, nochmal, bitte was anderes.
Florian Bayer: Wenn du auf den Musiker referierst, wir haben hier Mr. Goldsmith. Jerry Goldsmith war für die Musik des Films verantwortlich. Den hatten wir auch schon mal im Podcast. Der hat nämlich für Planet der Affen die Musik gemacht. Ah, okay. Und, ähm, war damals schon ein großer, großer Musiker-Star. Nicht nur für Filmmusik, der hat auch ganz viel anderes gemacht. Aber Planet der Affen war damals so ein großer Hit von ihm. Er hat Chinatown gemacht. Das Omen, Star Trek, der Film. Und dann Rambo. Und später raus die Musik für die Next Generation Star Trek Serie und für Basic Instinct. Und, äh, großer, großer Typ. Jerry Goldsmith hat ein riesiges Portfolio an Hollywood-Filmen, die er damals gemacht hat. Und auch vorher schon, bevor dieser Film war.
Johannes Franke: Und dann kommt Ridley Scott, der seinen zweiten Film macht und ihm sagt, äh, nee, anders. Das will ich nicht. Und das ist schon ein bisschen krass. Und ich verstehe ihn. Er hat im Interview gesagt, ich will als Musiker nicht die Visuals noch unterstützen. Also Ridley Scott ist ein sehr visueller Typ einfach. Und der scheint dann auch noch mit der Musik Visual betreiben zu wollen, was ja nicht funktioniert. Also das war so die, ähm, der Ton von, von dem Musiker. Der meinte, ich muss ja die Emotionen unterstützen. Und zum Zweiten darf ich nicht alles, was visuell und Storytelling-technisch, äh, existiert, äh, noch so weit füttern, dass, dass, dass, dass, dass das Fass überläuft. Sondern ich muss auch Stückchen gegensteuern. Und das sieht man ja ganz oft bei so guten Horrorfilmen, die es schaffen, zum Beispiel einen Square, ähm, zu etablieren, der ein bisschen beschwingter ist, während etwas Grausames passiert. Ähm, das habe ich bei meinem auch gemacht. Mein Musiker, mein, mein, mein, mein, mein, Tontechniker, den ich hatte, hat mir voll abgeraten und gesagt, um Gottes Willen, das passt ja gar nicht da rein. Aber, aber das ist einer der wichtigen Dinge, dass du manchmal einfach dagegen gehen musst. Und das hat der Musiker halt auch gesagt, ne, dass Ridley Scott einfach so voll drauf sein wollte. Und da noch rein und da noch rein und das noch, noch mit der Musik so ausschöpfen. Und der Musiker hat das sehr gut gemacht, aber ich verstehe ihn dabei, dass er das anders haben wollte.
Florian Bayer: Ich, ähm, es ist immer so eine Sache, was für eine Atmosphäre du in deinem Film haben willst. Und wenn du gegensteuerst, was du auf jeden Fall machen kannst, was total ein legitimes Mittel ist, aber dann erzeugst du natürlich nochmal eine sehr spezifische Atmosphäre, die zum Beispiel nicht mal einen Augenzwinkern haben muss, aber zumindest so einen gewissen Zynismus oder so eine gewisse Gehässigkeit reinbringt. Und wenn das nicht das ist, was du als Grundatmosphäre haben willst, dann kann ich auch verstehen, dass du als Ridley Scott sagst, Nee, Jerry, mach mir das mal ein bisschen, ich will das düsterer haben, ich will das getragener haben. Ich will nicht den Effekt, dass hier mit Krach dagegen gearbeitet wird. Ich will nicht den Effekt, dass hier mit jazzigen Tönen dagegen gearbeitet wird, sondern ich habe eine gewisse Vorstellung und da muss die Musik auch reinpassen.
Johannes Franke: Ja, und stell dir mal The Shining vor mit beschwingter Swingmusik am Anfang, während dieser Fahrt über den See, da dieser Flug, das funktioniert ja auch nicht so gut.
Florian Bayer: Genau, es kommt immer auf den Kontext an. Aber um hier vielleicht mal nochmal ein ganz kurzes Stück zurückzuspringen, weil wir haben jetzt sehr viel über Ridley Scott geredet, wir haben hier keinen Auteurfilm vor uns, wir haben hier einen Studiofilm vor uns. Und zwar war auch Ridley Scott nicht der, der diesen Film gepitcht hat, sondern der Film geht auf zwei Männer zurück, auf Ronald Sushet und Dan O'Bannon.
Johannes Franke: Ersterer, zweiterer haben wir auch schon mal besprochen. Ja, ich war total überrascht und total begeistert, Darkstar, der ja irgendwie doch sehr unterhaltsam war, wenn auch sehr trashig streckenweise, mit diesem Beachball als Monster. Und Dan O'Bannon hat, als er das geschrieben hat, irgendwann mal festgestellt, okay, ich will aber auch mal noch einen Film machen, wo das Monster wirklich, wirklich gruselig ist. Und das ist ein interessanter Spin, warum dieser Film entstanden ist.
Florian Bayer: Das ist total witzig, dass er aus einer Parodie entspannt ist, aus einem Spoof, weil Darkstar, über den wir übrigens in einer Episode sehr lange reden, also kramt mal in unserem Archiv, dann findet ihr die Episode zum Thema Darkstar, was ein wirklich toller Science-Fiction-Comedy-Film von John Carpenter, wo wir ausnahmsweise auch mal einer Meinung waren und gesagt haben, wir lieben beide den Film. Und das ist ein Spoof, das ist eine Verarsche. Und dann kommt der da raus, der wesentlich an dem Film mitgearbeitet hat und sagt, ey, jetzt will ich aber einen ernsten Film machen.
Johannes Franke: Und Darkstar hatten die ja im Studium gemacht, ne? Genau. Das war ja das eigentliche Ding, was auch total krass war. Aber da hört euch die Episode ein.
Florian Bayer: Und Ronald Chassett, der Zweite im Bunde, der hat Darkstar gesehen und der hat dann zu O'Ban gesagt, ey, das ist echt geil, lass uns mal was zusammen machen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann haben sie halt überlegt und geguckt und O'Ban hatte offensichtlich so ein... Total Recall hat er gerade im Macher gemacht. Ronald Chassett, genau, der hat an Total Recall gearbeitet. Und die haben noch, genau, die haben da auch, das war eigentlich die beiden Filme, die die zusammen gemacht haben, Total Recall und den da. Und O'Ban hatte eben dieses gerade mal 29-seitige Script zu einem Film, der Memory hieß damals noch. Und es war nicht viel. Es war halt die Astronauten, die das Signal kriegen von einem Planeten und darunter gehen, um zu gucken, was sie machen können. Allerdings hat O'Ban parallel noch das nächste Inspiration. Er hat mit Alejandro Jodorowsky zusammengearbeitet, der nämlich damals versucht hat, sein Dune-Projekt umzusetzen, das leider gescheitert ist. Und da hat er Chris Voss, H.R. Giga und Möbius, Jean Giraud, kennengelernt, die alle drei einen großen Einfluss auf Alien hatten. Und unser Hans-Rudolf Giga, den größten, weil der dann ja auch für das Kreaturendesign und für die Entwicklung von ganz viel vom Set und so weiter verantwortlich war. Und O'Ban war es, der dann auch gepusht hat, Scott gegenüber, dass Giga an diesem Film beteiligt werden darf.
Johannes Franke: Ja. Also es war ja für ihn schon sehr lange klar, für O'Ban. Und O'Ban hat ja auch eigentlich gedacht, dass er die Regie macht.
Florian Bayer: Ja, der hatte gerne die Regie gemacht. Aber er durfte nicht. Ja, 20th Century Fox hat gesagt, äh, nee, lass uns lieber Walter Hill. Walter Hill sollte das Ding machen.
Johannes Franke: Ja, aber die haben ja auch irgendwie viel darüber diskutiert, wer jetzt eigentlich das machen kann. Und es gab so viele Namen, die da irgendwie drin waren, die aber alle, wo die Leute irgendwie das Gefühl hatten, die würden das eher als billigen Monster-Film inszenieren.
Florian Bayer: Ja, das war die ganze Zeit eine Angst, die da war. Und es ist ja auch viel passiert, ne? Also wir haben hier diese Ideen von O'Ban. Ja. Und dann ist das Ganze, was halt passiert, das geht durchs Studiosystem und dann arbeiten viele Leute mit. Also wir haben, im späteren Film haben wir Ideen von Randy Wire, also von David Chiller und Walter Hill, die da viel gearbeitet haben. Die haben ganz viel an dem Skript gearbeitet. Zum Beispiel der ganze Subplot um den Androiden, um Ash, ist komplett von denen. Und O'Ban wollte das Ding auch eigentlich nicht drin haben. Und man hat gemeint, ey, wir erzählen hier eine reine Geschichte. Das soll nicht zu kompliziert werden.
Johannes Franke: Obwohl ich Ash natürlich wirklich eine gute Idee finde. Und das haben die später auch alle irgendwie so mehr oder weniger zünneknirschend gesagt, ne?
Florian Bayer: Dass das wirklich eine sehr gute Idee war.
Johannes Franke: Aber die müssen sich auch nicht ganz so nett verhalten haben beim Umschreiben. Die hatten so irgendwie acht verschiedene Versionen. Die haben die sich nach und nach rausgeschrieben, rausgebracht. Und dann kam auch so ein bisschen das Gefühl auf, dass die eigentlich versuchen, die Credits rauszuholen. Also, dass die wirklich die beiden ursprünglichen Autoren rauskicken wollen und das Buch so weit verändern, dass sie sagen können, es ist unsers. Ich glaube, es gab ein ganz großes Problem.
Florian Bayer: Und das war diese, die hatten ja dieses Studio Brandywine, beziehungsweise diese Produktionsgesellschaft Brandywine, die mit 20th Century Fox verwendet war. Aber es war klar, die brauchen das Geld vom Fox, um sowas umzusetzen. Es war schwierig, weil Science-Fiction war eigentlich, Science-Fiction war eigentlich Trash. Also klar, es gab 2001 Space Odyssey. Ja. Und dann gab es ansonsten drumherum, gab es halt ganz viele so 50er, 60er Jahre billig Science-Fiction Sachen. Und Gott sei Dank, Gott sei Dank, befinden wir uns dann im Jahr 1977 und es kommt so ein ganz kleiner, trashiger Science-Fiction-Film raus, der die Filmwelt für immer verändern soll. Star Wars haben wir es zu verdanken, dass dieser Film überhaupt existiert, weil dann hieß es plötzlich, shit, wir brauchen ganz dringend Science-Fiction. Was haben wir, was haben wir, was haben wir? Und dann haben sie halt nur das gehabt. Genau. Dann kramen die Leute von 20th Century Fox in den Schubladen und keiner schreibt Science-Fiction, weil kein großes Studio Science-Fiction durchgibt. Und dann haben sie halt Alien und sagen, okay, machen wir halt das. Hier, habt ihr mal 4 Millionen Dollar.
Johannes Franke: Aber es ist so krass, dass Alien davon abhängig war, dass irgendwann mal Star Wars erfolgreich wurde. Und keiner den Arsch in der Hose hat zu sagen, das ist ein gutes Drehbuch, das drehen wir einfach. Ja. Das ist schon doof. Und dann kommt Ridley Scott dazu und die 4 Millionen, die du gerade angesprochen hast, verdoppelt der ja, indem er einfach nur ein ordentliches Storyboard zeichnet. Also er hat sich ein paar Wochen irgendwie zurückgezogen, hat sich in London irgendwo in eine Bude gesetzt und hat gezeichnet, gezeichnet, gezeichnet. Der ist kein Designer wie Giga oder sowas, aber er hat einfach das so alles ausgearbeitet und aufgearbeitet, dass man sich wirklich darunter vorstellen konnte, was Ridley Scott draus machen will. Ja. Und dann hat das Studio gesagt, okay, wenn das so ist, dann kannst du ein bisschen mehr Geld haben. Hier hast du mal 8 Millionen statt nur 4 und es wurden dann ja 11 am Ende.
Florian Bayer: Und das Krasse ist, wir haben hier wirklich einen jungen Ridley Scott vor uns. Der hat davor nur The Duelists gedreht, so einen Historienfilm.
Johannes Franke: Den ich nicht gesehen habe, keine Ahnung. Ja, auch nicht. Müsste ich unbedingt mal gucken.
Florian Bayer: Und mit Alien ist er durch die Decke gegangen. Ja. 1982 hat er dann Blade Runner gedreht, 1984 den berühmten Apple-Werbespot, der 1984 thematisiert. Falls ihr euch erinnert, wo eine Frau durch diesen Raum geht von den ganzen gleichgeschalteten Robotern und einen Hammer ins Windows-Fenster wirft und Apple, das ist die Zukunft. Und ja gut, also jeder hat mal einen Ridley Scott-Film gesehen. Feldman und Willis in den 90ern, 1492, Gladiator 2000 und leider später ganz viele Alien-Fortsetzungen, die schrecklich sind. Dazu kommen wir noch. Ja, und dann ist es durchgegangen und dann hat Ridley Scott gedreht und Ridley Scott ist wirklich ein Perfektionist und er hat auch, er hat wirklich Gutes für den Film gemacht. Der ganze letzte Akt, Alien, Ripple, die allein gegen das Alien kämpft, ist auf Scotts Mist gewachsen.
Johannes Franke: Ja, wobei man natürlich darüber diskutieren kann, ob das jetzt so nötig war. Also, ich finde es gut. Der Film hat ein zweites Ende dadurch. Er hat ein zweites Ende, ja. Ich finde es immer schwierig, wenn man mehrere Enden hat. Manch einer kriegt das gut hin und er kriegt das auch ganz gut hin, aber es hat so ein bisschen einen Stolperstein an der Stelle. Aber ich finde natürlich das, was passiert und was mir das über sie erzählt, unglaublich wichtig. Deswegen gehört das natürlich auch dahin.
Florian Bayer: Sie muss sich dem Wesen noch einmal stellen. Ja. Sie muss sich dem Wesen stellen und wir haben hier, wir befinden uns einfach in der Zeit, in der Slasher gerade groß wird. Halloween ist auch, Halloween ist gerade so um die Ecke und die großen Slasher-Filme, Grands in Anführungszeichen, wie Freitag der 13., Nightmare on Elm Street und so weiter. Die werden noch alle folgen. Und es ist für mich wichtig, weil er damit einfach auch ein Prototyp eines Slashers ist, weil er hat das Final Girl mit Ripley. Ach, okay. Und den typischen Moment des vierten Aktes, wenn man denkt, das Monster beziehungsweise der Killer ist besiegt und dann erhebt er sich noch einmal ein letztes Aufbäumen, wie Randy aus Scream sagen würde. Und das ist cool, das braucht dieser Film, damit er einfach, damit er noch stärker dieses
Johannes Franke: Slasher-Momentum hat. Obwohl mir das in dem Film jetzt beim Gucken gar nicht so, normalerweise sage ich bei solchen Momenten immer, ah ja, okay, gern, kenne ich schon, macht man immer so. Aber ist mir bei dem Film nicht aufgefallen, weil er das nicht nach Rezept macht. Alle anderen Filme machen das nach einem Konzept, einem Rezept, das sie von anderen Filmen haben, während er sich das halt aus anderen Gründen zusammenspinnt. Und das merkt man im Film an, dass das anders motiviert ist, dass das jetzt noch passiert. Und wichtig finde ich vor allem, dass sie es am Ende nochmal mit Intelligenz und einfach sich zusammenreißen und was überlegen hinkriegt. Das, was man sonst früher immer Männern als heroischen Moment gegeben hat. Und deswegen finde ich die Szene auch so wichtig am Ende noch. Ja, Ripley, unsere Protagonistin, die einzige Überlebende. Die ganze Crew war ja eigentlich so geschrieben, dass es Männer und Frauen hätten sein können. Jeder von denen hätte ein Mann oder eine Frau sein können. Absichtlich so geschrieben, wurde auch ins Drehbuch extra reingeschrieben als Produktionsnotiz.
Florian Bayer: Auch mit dem Gedanken, dass wir uns in einer Zeit befinden, nämlich im Jahr 2122, wo wahrscheinlich einfach eine andere Form von Geschlechtergerechtigkeit existiert und Frauen einfach als ganz normaler Teil der Crew akzeptiert werden. Ja, finde ich total gut gemacht.
Johannes Franke: Krass, ne? Ja, absolut, dass sie sich darauf wirklich dann versteift haben und gesagt haben, nee, wir machen das, dass wir wirklich die Hauptfigur dann weiblich besetzen. Und da war ja Ridley Scott auch maßgeblich dann noch beteiligt, das mit durchzusetzen und die Castings zu machen. Meryl Streep war noch mit im Gespräch. Die hat allerdings da gerade irgendwie jemanden beerdigt und war ein bisschen schlechter drauf. Und dann, naja, ich finde es sogar nicht, wer macht das unglaublich gut.
Florian Bayer: Sie hat sie wohl alle umgehauen, als sie da aufgetreten ist beim Casting. Sie ist eine relativ große Frau. Und dann hatte sie noch High Heels an. Dann hatte sie High Heels an und hat dann ihre Show abgezogen. Sie ist auch eindeutig die Jüngste in diesem... 28. 28 in diesem ganzen Team und in dieser Crew. Also die Leute, die sonst da rumlaufen. Veronica Cartwright ist auch relativ jung. Ja. Aber sonst sind alle deutlich älter.
Johannes Franke: Also 42, 48. Teilweise über 50 sogar. Was auch eine Stärke von dem Film ist, muss ich sagen. Weil du hast nicht diese ganzen... Naja, es gibt so ein bisschen den Hang dazu, junge Protagonistinnen zu haben. So ganz junge Helden.
Florian Bayer: Der junge Held.
Johannes Franke: Das heißt ja nicht umsonst der junge Held, der dann irgendwie irgendwelche Abenteuer besteht. Und die Crew ist einfach sehr ungewöhnlich alt. Ja, und auch so... Für so einen Film. Auch nicht fit, ne?
Florian Bayer: Also wir haben hier keinen, der spezifisch besonders fit wäre. Wir haben hier keinen Action-Helden. Wir haben hier niemanden, der besonders muskulös wäre oder besonders geschickt. Auch Ripley schafft es halt gerade so. Und wie du gesagt hast, schafft es vor allem dann mit Intelligenz irgendwie das Monster loszuwerden. Es gibt keinen Kampf Mann gegen Bestie oder Frau gegen Bestie. Nee, ich finde das schon eine sehr gute Entscheidung. Und die Crew ist natürlich auch unabhängig von Sigourney Weaver, die großartig ist. Ich finde ich schon ziemlich gut besetzt. Wir sind alle sehr gut besetzt. Wir haben Tom Skerritt als Dallas, als älterer Captain, der irgendwie versucht das Ganze zusammenzuhalten. Wir haben Ash von Ian Holm gespielt.
Johannes Franke: Ja, Ian Holm ist der Hammer. Großartiger Schauspieler. Und auch den Roboter. Tatsächlich, man glaubt ja nicht, dass er ein Roboter ist am Anfang. Man kriegt das ja überhaupt nicht mit und so. Aber sobald er als solcher klar ist, spielt er irgendwie anders. Und man sieht sofort irgendwie, oh, der hat voll die Roboter-Moves drauf. Und ist voll so, vor allem wenn er ihr dann versucht, die Zeitung da in den Mund zu schieben. Das ist schon krass. Und er ist wirklich, er macht das sehr, sehr, sehr gut.
Florian Bayer: Er wird schon als dubiose Figur etabliert. Und wenn man sich denkt, wenn es einen Maulwurf da gibt, wenn es irgendjemand gibt, der keine guten Absichten hat, dann ist es am ehesten er. Aber er bleibt auf einem gewissen Level, dass es, glaube ich, für das Publikum schon aus Überraschung daherkommt. Wenn er sich dann als jemand offenbart, der eben wirklich nur für Big Corp das Alien finden und da hinbringen soll. Du bist auch der Meinung, dieser Ash-Plot, der passt da irgendwie rein. Weil wir haben da nochmal diesen, vielleicht auch nochmal stark diesen Arbeitskampf. Die Crew ist entbehrlich. Alles, was zählt, ist, dass das Alien zur Erde gebracht wird. Und die können ruhig alle sterben, solange das Alien irgendwie gesichert wird.
Johannes Franke: Es ist so ein bisschen der Zombie-Move, der Zombie-Film-Move. Am Ende ist das Monster der Mensch und nicht das Monster. Also das Monster ist natürlich trotzdem das Monster in diesem Film. Aber die Menschheit hat das erst dazu gebracht, also es scheint ja auch irgendwie eine Genesis in der Richtung zu geben, dass die Menschen überhaupt erst dafür gesorgt haben, dass es dieses Monster gibt. Ich weiß nicht genau, ob das geklärt wird in den anderen Alien-Filmen, wie ich das okay verstehe.
Florian Bayer: Prometheus, das Prequel zu Alien quasi, das von Ridley Scott dann vor einigen Jahren gedreht wurde, versucht es zu erklären und erklärt uns, was diese Überwesen sind, diese großen Riesen. Das sind die, die die Menschen geschaffen haben in Prometheus. Was ich eher so ein bisschen lame finde. Aber dann gibt es so einen Meta-Plot, den finde ich eigentlich wiederum ganz spannend, dass dann offensichtlich das Alien von denen geschaffen wurde oder irgendwie von denen getragen wurde, um die Menschheit auszulöschen. Vielleicht, weil sie mit ihrer Schöpfung unzufrieden sind. Das ist dann so ein bisschen konvolutet, das wird auch nicht so 100% erklärt. Ich finde es gut, dass es in Alien gar nicht erklärt wird. Und gleichzeitig hat man das Gefühl, wir haben hier die ganze Zeit so eine Meta-Ebene präsent, dass dieses Alien irgendwie die Verkörperung von einer Waffe ist, aber auch von einer Waffe, die sich selbstständig gemacht hat und ihren Schöpfer und ihre Träger umgebracht hat, ein Bewusstsein entwickelt hat. Und Ash ist total begeistert von dem Alien. Und wenn wir uns in diesen Gedankengang von ihm reinversetzen, dass wir hier eine perfekte Kreatur vor uns haben, ja, wir haben hier ein intelligentes Wesen, das weiß zu überleben, das jagen kann.
Johannes Franke: Ja, intelligentes Wesen, aber Ash sagt ja ohne Conscience. Also nicht vernebelt von Bewusstsein, sagt er, glaube ich.
Florian Bayer: Aber da stimme ich ihm nicht zu.
Johannes Franke: Naja, das ist seine Sicht als Roboter. Ja. Und ich glaube, das ist auch die Faszination, die für ihn überhaupt rüberkommen kann. Als Android hat er natürlich einen anderen Zugang dazu und hat eine andere Perspektive auf dieses Alien. Und ich finde es spannend, ich finde es sehr gut geschrieben an der Stelle. Ja.
Florian Bayer: Ich würde ja behaupten, das Alien hat ein Bewusstsein und das Alien hat sogar Gefühle. Und das wird, also das ist immer so ein bisschen schwierig, weil ich bin natürlich auch beeinflusst von späteren Filmen. Ich habe das Gefühl, das schwingt hier immer so ein bisschen mit. Wir haben hier eine Kreatur, die auch ums Überleben kämpft. Ja. Die auch in einer fremden Umgebung sich bewegen muss. Für sie ist das auch eine fremde Umgebung. Die aber eben diese krasse Anpassungsfähigkeit hat. Und der es gelingt zu verstehen, wie funktioniert dieses Raumschiff, wo kann ich mich bewegen, nämlich in den Lüftungsschächten. Wo werde ich nicht entdeckt und wie kann ich dafür sorgen, dass ich Nahrung kriege und dass ich meine Kinder großziehen kann, weil darum geht es dem Alien ja letzten Endes. Ja, ja. Es gibt eine Szene, die rausgeschnitten wurde, so fünf Minuten, wo Ripley am Schluss auf der Flucht über die Eierfarm des Aliens stolpert. Das Alien hat im Schiff eine Eierfarm aufgestellt und dann haben wir die beiden Crewmitglieder, die einfach verschwunden sind und sehen die an der Wand hängen und der eine sagt die ganze Zeit, töte mich und hängt da irgendwie so wirklich so halb verpuppt, der andere ist komplett verpuppt. Gut, gut, dass sie rausgeflogen ist, wäre besser drin geblieben.
Johannes Franke: Weiß ich nicht genau, ist ein bisschen schwer zu sagen. Es gibt ja die Version, ne, der Directors Cut in Anführungsstrichen.
Florian Bayer: Ridley Scott sagt, das ist der Directors Cut, den Film, diesen 120 Minuten, den ihr im Kino gesehen habt, das ist mein Directors Cut und alles andere ist Studio Cut. Er hat das rausgelassen, weil er meinte, das Tempo hätte runtergelitten.
Johannes Franke: Ja, das kann ich auch verstehen, aber es erklärt natürlich so ein bisschen, was mit denen passiert und wie das Wesen auch lebt. Also im Grunde geht es ja um den Prozess der Reproduktion. It's a circle of life. Naja, klar. Oh, das wäre ein guter Cutscene gewesen, wie dieses Alien diesen Song singt. Okay, aber es braucht es nicht unbedingt. Die Szene ist nicht nötig, aber sie ist gut.
Florian Bayer: Ich glaube, man hätte sie durchaus drin halten können. Der Film erlaubt es uns, uns diese Szene so ein bisschen vorzustellen. Wir haben die Eier gesehen. Ja, das stimmt. Wir wissen mittlerweile, wie das Alien funktioniert wahrscheinlich oder können es uns so zusammenreimen aus dem, was wir sehen. Und dann reicht es vielleicht auch, dass diese Szene einfach in der Fantasie stattfindet und dass es gruselig ist, dass die verschwunden sind und wir ihre Leichen nicht finden, aber auch keine Spur davon, dass sie einfach gefressen wurden.
Johannes Franke: Wenn wir bei Cutscenes sind, der ursprüngliche Cut war über drei Stunden lang. Ja. Das musste runtergekürzt werden, klar. Viele Szenen mit dem Alien sind rausgeflogen, weil die relativ lächerlich aussahen. Man muss das schon sagen und Ridley Scott wollte natürlich von Anfang an, hat das auch so vorbereitet, hat es natürlich nicht 100% geschafft, dass dieses Ding irgendwie nicht so sehr nach einem, naja, Schauspieler-in-Rubber-Kostüm aussieht. Was es allerdings war. Naja, natürlich. Es ist halt ein krasser Typ, zwei Meter, drei groß.
Florian Bayer: Bollagi Badejo. Tut mir leid, wenn ich den Namen jetzt falsch ausspreche. Den bin ich falsch ausgesprochen. Der über zwei Meter groß und der in diesem kompletten Kostüm gesteckt hat und da rumgelaufen ist.
Johannes Franke: Ja, und der sich nicht hinsetzen konnte und nichts. Für den haben die eine extra eine Schaukel dahin gebaut, damit er sich noch hinsetzen kann. Ja. Und Ridley Scott hat versucht, den so viel wie möglich getrennt von den anderen Schauspielern zu halten. Auch bei Pausen, bei Mittagessen, beim Tee, Nachmittags, was weiß ich, ne? Ja. Hat er den versucht abzusondern, damit die sich nicht daran gewöhnen, wie der aussieht. Damit die furchterregende Stimmung trotzdem noch drin ist. Und das ist für mich so ein Beispiel, wie auch das mit dem Blut, bei dem Chest Bursting-Ding, für einen Regisseur, der meiner Meinung nach zu wenig auf die Schauspieler vertraut.
Florian Bayer: Verstehe, ja.
Johannes Franke: Es gab so einen ganz großen Trend und Ridley Scott gehört stark dazu und auch andere Regisseure. Francis Ford Coppola ist, glaube ich, der Schlimmste von denen und Stanley Kubrick natürlich auch. Ja, wo auch so Rape-Szenes dabei rausgekommen sind, wo man einfach denkt, du hast dir Schauspieler geholt. Du kannst dich darauf verlassen, dass die vor der Kamera so aussehen, als ob sie vor einem echten Monster stehen. Du musst ihnen kein echtes Monster vorsetzen, damit sie so aussehen.
Florian Bayer: Das ist nicht nötig. Was Stanley Kubrick Shelley Duvall angetan hat während des Drehs von Shining. Dieses Fertigmachen, Heruntermachen, Angstmachen, zum Heulen und Schreien bringen, einfach nur damit, dass Heulen und Schreien echt wirkt.
Johannes Franke: Aber wie ist das für Schauspielerin? Genau. Das kann sie doch machen. Ja. Ich finde das furchtbar. Und es gibt auch ganz viele andere Beispiele, auch in diesem Film. Da hat er den einen Schauspieler gegen sie, gegen Sigourney Weaver aufgebracht. Er musste böse zu ihr sein während der Dreharbeiten, damit sie glaubwürdiger, böse auf ihn on camera sein kann. Was ich total dämlich finde. Wozu? Warum? Das ist doch pretentious Scheiß.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Ja, definitiv. Das ist dieser Genie-Gedanke, so Genie und Wahnsinn liegen ja mit nebeneinander. Wenn ich mich wahnsinnig genug verhalte, dann werden mich alle anderen schon irgendwann auch für einen Genie halten. Dann werden alle sagen, oh ja, total krass, er hat sie verprügelt, aber ey Mann, exzentrischer Künstler. Aber guckt, was dabei rausgekommen ist. Yay, alles für die Kunst. Fuck you. Ja, und die Stimmung am Set war nicht geil.
Johannes Franke: Ja. Und ich glaube, dass Ridley Scott einfach viel damit zu tun hatte und sich auch sehr absichtlich darum gekümmert hat, dass es eben am Set zu schwierig ist. Ich kann es noch verstehen, Entschuldigung, ich kann noch verstehen, dass man das Set so baut, dass man zwei Stunden durchs Set laufen muss, um an den eigentlichen Drehort zu kommen. Weil man irgendwie dieses Gefühl von Beklemmung mit drin hat, weil man da ständig durch enge Gänge gehen muss. Also er hat ja das Set komplett einmal aufgebaut. Es ist ja nicht so, dass die Räume getrennt voneinander irgendwo aufgebaut wurden, sondern es ist ein riesiges Ding und da muss man durchlaufen, bis man an den eigentlichen Drehort kommt, der heute dran ist. Meinetwegen die Schaltzentrale. Das ist halt dann, dann bist du gleich in der Stimmung, das ist was anderes. Das finde ich gut.
Florian Bayer: Naja, die Sets sind halt auch einfach geil. Also ich glaube, selbst wenn man den Film langweilig findet, selbst wenn man mit Monster auch nichts anfangen kann, dass der Film visuell absolut beeindruckend ist, das kann man wahrscheinlich nicht leugnen.
Johannes Franke: Das, was den Film für mich absolut rettet, ist das Tempo, nicht das Monster. Also ich finde das Monster immer noch zu viel zu sehen. Ridley Scott hat immer gesagt, ich will so wenig wie möglich davon zeigen, man sieht nur vier Minuten überhaupt von ihm. Und oft auch so im Dunkeln, nicht so richtig ausgeleuchtet. Die haben das ganze Set so gebaut, damit möglichst auch der Rest des Körpers von diesem Alien in den Hintergrund diffundiert, optisch. Sehr, sehr gute Entscheidung. Aber sobald du mehr siehst als eine Nahaufnahme von diesem Alien, denkst du, jeder gute Comedy-Typ wird dir sagen, das Close-Up ist das Drama und die Totale ist die Comedy. Und das stimmt. Sobald du etwas von weiter weg betrachtest, entlarvt es sich selbst.
Florian Bayer: Ja, ja.
Johannes Franke: Und die Entlarvung ist halt die Comedy. Und deswegen ist dieses Alien auch einfach in den Totalen nicht mehr so geil.
Florian Bayer: Das stimmt. Und dafür umso geiler in den Close-Ups, was natürlich auch, also die visuelle Stärke und da sind wir dann einfach bei unserem Kreaturen-Design von Hans-Rudolf. Hans-Rudolf? Heinz-Rudolf? Heinz-Rudolf? Ich weiß gar nicht. Hans-Rudolf. Giger. Giger auf jeden Fall, nicht Geiger. Das ist kein Amerikaner, es handelt sich um einen Schweizer. Ja.
Johannes Franke: Der Flugangst hatte.
Florian Bayer: Nicht zu Ridley Scott geflogen ist, sondern Ridley Scott musste zu Giger kommen. Und der damals schon einfach eine große Nummer war. Der hatte schon viele Gemälde gemacht, viele Zeichnungen, viele Skulpturenentwürfe. Ich wette, jeder hat schon Bilder von Giger gesehen, weil die ähnlich wie Warhol überall vorkommen und ganz viel beeinflusst haben. Wir finden unzählige Plattencover mit Giger-Motiven. Wir finden Skulpturen und es ist so eine sehr spezifische Kunst, die dann auch ganz oft imitiert wurde.
Johannes Franke: Was man aber ganz oft ganz schlecht sieht, muss man sagen. Es gibt so viele schlechte Imitationen. Und Giger, ich finde Giger, also vom Ästhetischen her ist es nicht meins, aber ich finde, er hat so eine unglaubliche Qualität. Er hat halt so einen krassen Wiedererkennungswert, ne? Ja, ja, aber er hat so Power. Ich finde, er schafft es, die Bildkomposition genau so zu schaffen, dass man wirklich, wirklich reingezogen wird. Er hat in den 90ern, hat er aufgehört zu malen und hatten noch diese Skulpturen gemacht, die ich fast schon ein bisschen, wieder die Totale, ne? Wieder das Gefühl von, es ist ein bisschen zu entlarvend für das, was es eigentlich ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ich fand immer seine Zeichnungen, diese Airbrush-Sachen fast am besten.
Florian Bayer: Ich bin auch kein großer Giger-Fan, muss ich sagen. Ich finde, Giger hat sowohl in seinen Zeichnungen als auch in seinen Skulpturen so eine spezifische Form von Gothic, Science-Fiction, Kitsch. Lovecraft. Da ist ganz viel Lovecraft drin. Ja, aber es hat für mich oft so eine kitschige Komponente, weil das Mysteriöse fehlt. Weil die, dafür, dass er so abstrakte Gemälde macht und dass das so abstrakte Wesen sind, teilweise erschreckend konkret ist, wenn es einfach darum geht, das Körperliche und das Maschinelle darzustellen und miteinander zu vermischen. Ja.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Giger ist besser, wenn er in Szene gesetzt wird von einem Regisseur, ja. Also Giger gefällt mir in Alien besser als auf seinen Gemälden. Und das liegt eben einfach daran, dass alles ein bisschen dunkler ist und dass alles ein bisschen versteckter ist. Aber dann, dann hat das für mich eine unglaubliche Kraft und dann ist es, der Xenomorph ist wirklich gut designt und hat eine spannende, spannende Physis und...
Johannes Franke: Ich finde aber fast diese, diese, diese Brutstätte, wo sie da reinkommen, fast viel besser. Die ist auch geil. Die ist so, also dieses runde Ding, wo er da drin... Das Ei. Na, nicht, ja, es ist, nee, sie kommen ja da rein wie so durch so ein Ripcage, durch wie so ein Rippen... Ach so, ja, ja, ja, genau. Wo dann dieses Alien verskeletiert sitzt und tot ist, weil dieses andere Alien... Das Raumschiff, das schon sowas Organisches hat, meinst du, ne? Ja, es ist unglaublich. Ich finde das so beeindruckend. Und natürlich haben die das nicht alles aufgebaut, sie konnten sich nur eine Wand leisten und dann haben sie halt alles gedreht. Wenn sie einen Gegenschuss machen wollten, haben sie einfach alles andere gedreht, aber den Hintergrund gelassen. Was ich einen genialen Move finde.
Florian Bayer: Was fällt auch gar nicht auf.
Johannes Franke: Es fällt nicht im geringsten auf, es ist ganz großartig. Und das macht natürlich ein Production Value von so einem riesigen Raum. Und dann hat er auch noch für eine Szene seine Kinder beschäftigt in so Raumanzügen, dass die sich da hinstellen, damit der Rest noch größer wirkt. Ja, es ist eine super Idee. Also es ist wirklich Production Value durch Gigas Zeichnungen und die Umsetzung und dann auch noch den Rest durch Matte Painting, also durch gezeichnete Elemente, die dann so tun, als wenn sie noch Kulisse wären. Das ist alles sehr gut zusammengepackt, finde ich.
Florian Bayer: Was bei Giga halt immer spannend ist, ist dieses, dass das Organische oder das Körperliche wirkt mechanisch und künstlich und das Mechanische, Künstliche wirkt organisch. Das haben wir beides in diesem Film. Wir haben dieses Raumschiff, das wie so ein Körper wirkt mit diesen Rippen und dann voll ist mit den Eiern und alles hat irgendwie sowas, als befinden wir uns gerade in einer riesigen Gebärmutter. Für den Horror. Und dann haben wir das Alien, das mit seiner Präzision, mit der er es arbeitet und mit diesem zweiten Maul, das aus dem ersten Mal rauskommt, hat irgendwie auch so eine mechanische Komponente. Obwohl ich das fast ein bisschen cheesy finde. Nein, nie. Also das ist absolut großartiges Kreaturen-Design. Du hast hier eine geile Idee. Und ja, das ist für mich eigentlich, das ist Peak Giga. Klar, seine Gemälde haben irgendwie was. Ich finde das total faszinierend. Ich finde es cool, wenn ein Künstler so auf einen spezifischen Stil geht und guckt, was er damit alles machen kann. Und Giga hat das sehr viel gemacht. Ja. Kann auch total verstehen, dass da ganz viele Menschen fasziniert davon sind. Ist nicht meine Kunst, aber wenn ich die in diesem filmischen Kontext sehe, wie die inszeniert ist von Ridley Scott und wie es inszeniert ist durch die Kamera und durch das Bild und Licht und Ton, das ist schon ziemlich geil. Also es ist einfach fantastisch.
Johannes Franke: Die Frage ist, was lernen wir daraus? Was einer der größten Sachen ist, warum ich diesen Film dankbar bin, dass ich ihn nochmal gesehen habe und was ich gelernt habe ist, dass du im Grunde für sowas nicht einfach nur einen Production-Designer brauchst, der einfach, naja, hunderttausend Filme gemacht hat, sondern dass du vielleicht einfach wirklich noch mehr ausholen musst und noch mehr außerhalb deiner Film-Bubble suchen musst nach Künstlern, die einfach krasse Sachen drauf haben. Dass du krasse Künstler zusammenbringen musst. Selbst wenn Giga vorher noch nichts gemacht hätte mit Filmen, der hätte trotzdem genau das geschafft, glaube ich. Und da einen Blick zu öffnen und zu sagen, wir sind alle Künstler. Ob wir jetzt mit Filmen zu tun hatten jahrelang oder nicht, ist was anderes. Aber dann hast du halt einen Regisseur, der sie alle auf diese Spur Filmen bringt. Aber es ist gut, das ist gut, große Künstler zusammenzubringen für einen Film.
Florian Bayer: Es ist vielleicht auch, also gerade unter dem Gesichtspunkt, die Zeit des Blockbuster-Kinos Ende der 70er, so ein bisschen eingeleitet mit der Weiße Hai und Star Wars, wird ja gerne als das Ende von New Hollywood und dem Autorenkino in den USA erzählt. Ja, ja. Ja, weil wenn wir schauen, von wie vielen unterschiedlichen Personen hier Ideen reinkommen, dieses ursprüngliche Script von O'Bannon, wie das wirklich durch den Fleischwolf von Hollywood gedreht wurde. Und dann kamen die von der Produktionsfirma, die nochmal gesagt haben, hey, wir müssen diesen Androiden reinbauen. Dann kam Scott, der gesagt hat, wir brauchen noch den vierten Ack. Dann kam Giga, der gesagt hat, so stelle ich mir das übrigens vor. Und es formiert sich aber trotzdem zu einem Ganzen. Man hat nie dieses Gefühl, zu viele Köche haben hier den Brei verdorben, sondern ganz im Gegenteil. Hätte O'Bannon seine Vision durchgezogen ohne Einspruch vom Studio, dann hätten wir wahrscheinlich eine 2 Millionen Dollar Low-Budget Science-Fiction Parabel, die mit Sicherheit gut aussehen würde, weil er Giga wahrscheinlich irgendwie dafür hätte gewinnen können. Das stimmt, ja. Das denke ich auch. Aber der doch viel von dem fehlen würde, was Alien so ikonisch gemacht hat. Definitiv. Jaws in Space. Ja, Jaws in Space. Womit sie es gepitcht haben. Und sie hätten fast mit Roger Corman zusammengearbeitet. Und das hätte dann halt bedeutet, dass Alien wirklich auch sehr viel, sehr viel näher am Trash ist. Weil Roger Cormans Studio war einfach bekannt dafür, diese schnellen Horrorfilme rauszuhauen, die immer so ein bisschen was Schäbiges, Dreckiges haben. Hätte bei dem Stoff auch funktionieren können. Ja, durchaus. Aber es ist wirklich spannend, dass das Endprodukt sowohl diese philosophische Komponente hat, als auch diese Trash-Horror-Komponente, traditioneller Horror, als auch die Blockbuster-Komponente. Die sich dann spätestens in den Einspielergebnissen von 185 Millionen Dollar Box-Office zeigt.
Johannes Franke: Du hast elf Millionen ausgegeben, um einen Film zu machen und kriegst dann so einen riesigen Batzen zurück. Es ist unglaublich.
Florian Bayer: Krass, dass der so erfolgreich war. Es ist ein Horrorfilm, ne? Ja. Das ist klar, natürlich ist Science-Fiction. Science-Fiction piekt zu der Zeit, aber es ist so eindeutig ein Horrorfilm.
Johannes Franke: Ich glaube, es hat geholfen, dass dieser eine Typ in Ohnmacht gefallen ist während der Vorführung.
Florian Bayer: Vielleicht hat es auch geholfen, dass alle total wie bekloppt von Star Wars waren. Der Film musste wahrscheinlich in der Zeit sein, um erfolgreich zu sein. Fünf Jahre später und alle hätten sich satt gesehen und wären nicht so angefixt gewesen von dem Gedanken von einem Alien. Der Begriff Alien gibt es ja schon ewig, aber als Bezeichnung für außerirdische Lebensformen gibt es auch schon länger, aber wirklich populär wurde er erst mit diesem Film. Sieht man, in früheren Science-Fiction-Filmen wird oft von extraterrestrial Beings und sowas geredet. Wie Space Beast sollte der Film ursprünglich heißen.
Johannes Franke: Ja, Space Beast. Naja, und dann hat er sich das Drehbuch nochmal angeschaut und gemerkt, oh, das Wort Alien kommt aber echt oft vor. Ja, und ich finde es auch eine gute Entscheidung. Es vereinfacht vieles und macht auch vieles klar.
Florian Bayer: Und es hat gleichzeitig auch wieder dieses Abstrakte mit drin. Alien ist ja eigentlich ursprünglich ein Begriff für Fremde im Allgemeinen. Ja, man hat bei diesem Film die ganze Zeit das Gefühl, dass sowas Universelles mitschwebt. Wir haben eben nicht nur die Geschichte von einem Monster, das im Weltraum Menschen auffrisst, sondern wir haben halt eine Geschichte von dem fremden Bösen, das irgendwie sowohl unsere Heimat als auch unseren Körper einnehmen kann, dem wir uns nicht erwehren können.
Johannes Franke: Ich gehe gerade mit meinen Totizen so ein bisschen durch und merke, es gibt so viel zu sagen. Es gibt noch so viel zu sagen, aber ich glaube, wir sollten das nicht alles im jeglichen Detail ausarbeiten. Weil es ist schon echt viel von den Produktionsbedingungen darüber, dass sie mit den Space Suits irgendwie Schwierigkeiten hatten und die alle reihenweise umgefallen sind, weil die nicht atmen konnten und so. Es gibt einfach echt viel. Ich weiß nicht, wie viel wir davon runterbringen wollen, Floor.
Florian Bayer: Reißen wir schon die Stunde? Wir reißen schon die Stunde, langsam. Also wenn ich in meine Aufzeichnungen gehe, dann haben wir natürlich noch den großen Batzen Rezeption, den wir zumindest jetzt schon mal angedeutet haben mit dem Box Office. und Franchising, weil Alien wurde zum einen extrem gut aufgenommen. Ja, das stimmt. Oscar gewonnen für beste Visual Effects.
Johannes Franke: Also Giga hat den Oscar gekriegt, ne? Quasi.
Florian Bayer: Quasi, ja. Und für Best Art Direction nominiert von Michael Seymour, Leslie Dilley, Roger Christian, Ian Whittaker. Da kommt der Name Giga nicht vor. Aber eigentlich ist es eine Auszeichnung für Giga. Muss man schon sagen eigentlich, oder? Und dann hat er natürlich, er ist nicht nur einfach mitgeschwommen in dem Science-Fiction-Boom von Star Wars, sondern hat auch diesen Horror-Boom mit ausgelöst, den wir dann einfach haben, Slasher-Genre, frühen 80er Jahre. Und dann ist einfach mal der Beginn einer ganzen Reihe. 1986, Aliens, die Rückkehr, Regie, James Cameron. Wir sind voll im Blockbuster-Kino angekommen. Warum hat Ridley Scott den nicht nochmal gemacht? Ich glaube, Ridley Scott hatte anderes zu tun. Und wir befinden uns in einer Zeit, in der einfach Studio-Filme waren. Die Star-Wars-Fortsetzungen wurden auch nicht von George Lucas gemacht. Also es ist so. Nicht alle. Na, der hat produziert. Nicht der Einzige? Naja, der erste Star-Wars, bei dem George Lucas wieder Regie geführt hat, war der in den 90ern. Das Remake. Nicht das Remake, das Prequel.
Johannes Franke: Ja. Der so poliertes Universum hatte.
Florian Bayer: Genau. Und Ridley Scott hatte mit dem zweiten Teil auch soweit, ich weiß, nicht viel zu tun. Also der war da einfach nicht drin involviert. Das war einfach ein 20th Century Fox hat gesagt, wir machen eine Fortsetzung. Ey, das ist ein cooler Action-Registrier. Hey, dieser Mr. Cameron, der hat doch einen guten, Terminator war wahrscheinlich sein Film, den er da vorgemacht hat.
Johannes Franke: Aber warum, warum? Ja, Terminator hat er da vorgemacht. Ich verstehe die Entscheidung nicht, weil du willst doch eigentlich, die anderen Filme, wenn ich das richtig verstehe, haben einfach auch andere Genre.
Florian Bayer: Ja, definitiv.
Johannes Franke: Ist das denn eine Entscheidung, die sich, die vom Regisseur kommt dann, weil sie gesagt haben, wir nehmen jetzt Cameron und der dann gesagt hat, gut, mach ich einen Action-Film draus. Und dann, äh, Genet, der hat ja auch einen gemacht, der hat halt ein ganz anderes, absurderes Ding draus gemacht anscheinend. Ich weiß es nicht ganz genau, aber, aber ist das eine Entscheidung des Studios, zu sagen, wir machen jetzt keinen Horrorfilm mehr?
Florian Bayer: Ich glaube, 20th Century Fox hat gesagt, wir wollen eine Fortsetzung machen, hey, lass uns den mal ein bisschen actionorientierter machen. Wer hat denn gerade einen guten Action-Film abgeliefert? James Cameron hat einen guten Action-Film abgeliefert, lass uns den nehmen. Und Aliens ist definitiv, ist auch so ein Hybrid-Film, wie der erste Teil, aber ist halt Action-Science-Fiction, ist ein guter Film. Alien 3, nochmal Regie wechselt, David Fincher. Ja, David Fincher. Wow, ups. Total unterschätzt. Alien 3 gilt so als der Moment, in dem die Serie niedergeht. David Fincher hat nochmal einen eigenen Film gemacht, auch wieder mehr Betonung auf Horror und vor allem mehr Betonung auf Tragödie.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Das ist wirklich ein düsteres Drama und Sigourney Viva hat gesagt, ich mach da nur mit, wenn ich sterbe am Schluss. Oh. Woraufhin in Alien 3 sie von einem Alien geschwängert wird und da haben wir dieses, im dritten Teil wird die Intelligenz des Aliens nochmal auf ein ganz neues Level gehoben, viel mehr erzählt. Weil das Alien irgendwie, es gibt so fast so einen Anerkennungsmoment zwischen Sigourney Viva und dem Alien, dass sie als gefährlichste Feindin ausmacht und vielleicht deswegen schwängert. Auf jeden Fall Alien 3 von David Fincher ist ein sehr guter Film, der deutlich besser ist als sein Ruf. Und dann haben wir Alien, die Wiedergeburt, Regie Jean-Biard Genet, der ein...
Johannes Franke: Sie ist doch aber gestorben.
Florian Bayer: Sie wird geklont. Wir haben es da mit einem Klon-Rip-Lit zu tun, der wirklich einen bizarren und albernen Film gemacht hat. Okay. Aber auch irgendwie sehenswert in seiner, also so ein typisches End-90er-Werk. Du magst die End-90er, du könntest mit Alien, die Wiedergeburt vielleicht was anfangen. Okay. Und mit Sigourney Viva und... Ja, das ist alles Body-Horror. Sigourney Viva und... Wie heißt sie? Na? Na? Winona Ryder. Winona Ryder. Die die ganze Zeit miteinander flirten. Oh, vielleicht sollte ich diesen Film gucken. Und dann lange nichts. Abgesehen davon, dass unzählige, dass Comics und Videospiele gemacht wurden zum Thema Alien vs. Predator. Die beiden großen Monster der 80er Jahre, die unterschiedlich ja nicht sein könnten. Weil der Predator ist so der Inbegriff des testosteron-gesteuerten, monströsen Jägers. Sowas von männlich konnotiert. Okay. Und der kämpft dann gegen das Alien. Und die Geschichte ist wohl, dass die Predators Aliens aussetzen auf Planeten, um Jagen zu üben. Und dann geraten halt Menschen rein. 2004 wurde das Ganze verfilmt als reiner Action-Film. Alien vs. Predator. Meiner Meinung nach nicht sehenswert. Es gibt Fans von der Reihe. Ich bin kein großer Fan von diesem Mashup. Ich mag den Gedanken von Mashups, wenn so zwei berühmte Monster zusammengebracht werden. Aber die Umsetzung ist meistens kacke. Auch so Jason und aus Freitag der 13 und Freddy Krüger aus Nightmare on Elm Street. Die haben ja auch so ein Mashup. Funktioniert auch nicht so richtig. 2012 hat sich Ridley Scott wieder in den Regiestuhl gewagt. Diesmal wohl als Auteur mit Prometheus. Prometheus. Ein Prequel zu Alien. Genauso wie der Nachfolger Alien Covenant aus dem Jahr 2017. Er hat versucht, die Vorgeschichte zu erzählen. Was er macht, ist over-explainen. Und ich hasse es, wenn Leute sagen, du hast mir meine Kindheit kaputt gemacht damit. Aber Ridley Scott, du hast mir meine Kindheit damit kaputt gemacht. Und dass Alien meine Kindheit ist, sagt sehr viel über meinen Filmgeschmack aus. Ja. Oh mein Gott. Nein, tatsächlich hat Prometheus gute Momente, aber er erzählt und erklärt zu viel. Und er hat zu viele dumme Momente und zu viele unfreiwillige Komik. Alien Covenant ist einfach nur Schrott. Okay. Also Alien 1 bis 3, total sehenswerte Filme. Danach gab es aus der Franchise, zumindest in Filmform, nicht mehr viel. Zu den Comics und Romanen kann ich nicht viel sagen. Also es gibt diese Alien vs. Predator Comics. Es gibt ganz gute Alien Videospiele. Alien 3 war ziemlich gut als Videospiel. Alien vs. Predator war auch ziemlich gut auf dem Atari Jaguar. Okay. Braucht man einen Emulator, wenn man das heutzutage spielen will, sonst muss man glaube ich tausende von Euro ausgeben für Sammlerstücke. Das waren gute Videospiele, First Person Shooter, so die frühen guten First Person Shooter. Aber ansonsten, die ersten drei Filme und so, den Rest braucht man nicht.
Johannes Franke: Okay. Das heißt, Ridley Scott ist auch nicht der beste Autor. Also Ridley Scott hat ja nun das Ende, dem vierten Akt hinzugefügt. Ja. Ist ja ein guter Move gewesen. Ist ein guter Move gewesen. Auf der anderen Seite hat er auch ursprünglich gedacht, dass das Alien sie dann auffrisst und dann mit ihrer Stimme ein Signal rausgibt. Oh Leute, ich, ich, I'm signing off. Mal gucken. Ich hoffe, mich rettet jemand. Gott sei Dank wurde das verhindert. Also die schlechteste Idee, die ich mir vorstellen könnte für so ein Ende. Ja.
Florian Bayer: Ridley Scott, ähm, ist Ridley Scott gut? Ist Ridley Scott ein guter Regisseur?
Johannes Franke: Da ist gerade eine existenzielle Frage draus geworden, Floor. Oh mein Gott. Ridley Scott, tut mir leid. I'm sorry. Don't listen to this. Ähm, ich halte Ridley Scott für stark überbewertet. Okay.
Florian Bayer: Der hat gute Sachen gemacht. Ist der nur von Alien im Grunde rübergerettet worden in seine ganze Verriere? Der hat gute Sachen gemacht. Der hat nach Alien Blade Runner gemacht. Gott sei Dank hat er da auch nicht Drehbuch gemacht. Das, das tut ihm gut, wenn er nicht das Drehbuch schreibt. Okay. Hat er überhaupt mal, ich glaube für die, hat er für, für, mal schauen, ob er für, für Prometheus, nee, er schreibt kein Drehbuch. Er ist Regisseur. Okay. Er ist, er ist extrem gut, was, was das Generieren von Bilderwelten betrifft. Das hat er einfach drauf. Seine Filme sind visuell eigentlich immer beeindruckend, aber seine Inszenierung ist oft so ein bisschen bräsig. Langsam im eher schlechten Sinne. Also ihm fehlt manchmal so ein bisschen das Gefühl für Pacing. Und er ist einfach ein Hit-or-Miss-Regisseur. Also ich meine, er hat Thelma und Luis gemacht. Toller Film. Ja. Aber er hat auch den unsäglichen Hannibal-Film gemacht aus dem Jahr 2001, wo er einfach mal meine, meine Jugend kaputt gemacht hat. Okay, Ridley Scott hat bei dir viel kaputt gemacht. Ja, Hit-or-Miss. Und wahrscheinlich hat jeder von ihm einen anderen Hit und einen anderen Miss. Ja, er hat gute Filme gemacht. Marciana war auch ein guter Film. Last Duel war auch ein guter Film. Aber er hat halt auch sowas gemacht wie Legend mit Tom Cruise, der im Sword and Sorcery Outfit gegen böse Magier kämpft. Und er hat auch sowas gemacht wie die Akte Jane. Nicht gut. Okay, okay.
Johannes Franke: Ich finde, dass auch in diesem Film so ein bisschen Hit-or-Miss teilweise dabei ist. Weil er ja auch zwischendurch doch absackt, muss ich mal sagen. Ich finde, dass das Pacing am Anfang, die erste Hälfte des Films vielleicht sogar, ist ziemlich gut. Ja. Er lässt sich die Zeit, die dieser Film braucht. Niemand fängt an, sich gegenseitig anzuschreien. Niemand fängt an auszurasten oder sowas. Das sind einfach ganz normale Menschen, die vernünftig auf diesem Schiff in der Gegend rumreisen wollen. Und irgendwie verliert er zwischendurch den Faden zu mir. Wann verliert er ihn? Das ist eine sehr gute Frage. Ich weiß es nicht. Irgendwann sitze ich da und denke mir, oh, wo ist denn der Faden hin? Der ist ja schon eine ganze Weile nicht mehr da. Lass mich kurz suchen. Wenn der Xenomorph schlüpft? Das wäre nach einer Stunde? Du meinst durch die Bauchdecke? Ja. Nee, nee, nee, nee. Schon noch ein bisschen später. Bis dahin ist alles schick. Wenn die so viel in diesem Raum schifft, wenn der im Schacht ist und mit dem Flammenwerfer und nach dem Alien sucht und sie im Grunde wirklich, sie muss ihm Anweisungen geben, wo das Ding herkommt. Ja. Und das Teil, was er gebaut hat, scheint ja sehr akkurat zu sein. Sonst hätte er das nicht so anzeigen lassen können. Hier ist der Punkt von dem Alien und hier ist der Punkt von dem. Und dann kann sie nichts anderes sagen als, du musst da raus, du musst da raus, statt zu sagen, rechts, links, oben, unten.
Florian Bayer: Ja. Aber du, dann ist der Film schon fast vorbei, ne?
Johannes Franke: Ja. Dann haben wir nicht mehr viel vor uns. Weil ich finde, in meinem Erleben habe ich das Gefühl, dass das noch gar nicht so, das spricht dann für die erste Hälfte, die dann einfach sich gefühlt verkürzt, weil da einfach gut was passiert. Aber dann gibt es eben diesen ganzen, diese ganze Teil, wo sie da im Schiff rumlungern und versuchen, das Alien zu finden. Irgendwie sackt er ab.
Florian Bayer: Ich habe nämlich das Gefühl, er zieht eigentlich in dieser zweiten Hälfte das Tempo nochmal an. Und dann, wenn so das erste Crewmitglied wirklich getötet wurde von dem Xenomorph, dann geht es sehr schnell. Also wir haben noch diesen Ashplot dazwischen. Aber ansonsten habe ich das Gefühl, es ist gar nicht mehr so lange, bis dann alle nach und nach gefressen werden.
Johannes Franke: Ich weiß nicht. Vielleicht hat man sich auch ein kleines bisschen genervt irgendwann.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das kann auch sein. Irgendwie hat mich der Film, ich habe das Gefühl, der Film hat mich geärgert in der Zeit. Und irgendwie habe ich zwischendurch gedacht, ich gucke mal auf die Uhr, wie haben wir es dann noch? Und habe so Dinge getan, die man eigentlich nicht macht, wenn man wirklich am Film dran ist.
Florian Bayer: Ja, okay. Was ja ein total guter Indikator dafür ist, wie sehr ein Film einen unterhält. Weil wenn ich zum Handy greife, wenn ich einen Film gucke, merke ich auch so, oh, offensichtlich ist der Film doch ein bisschen langweilig gerade.
Johannes Franke: Ja, irgendwas stimmt mit dem Film gerade nicht. Oder meiner Rezeption des Films, kann auch sein. Manchmal hat man ja auch Tage, wo man irgendwie preoccupied ist mit irgendwelchen anderen Sachen.
Florian Bayer: Okay, verstehe.
Johannes Franke: Es ist natürlich so die Horror-Action, die dich dann nervt, weil das ist ja so der Slasher-Teil. Ja, ja, ja, das stimmt. Das ist natürlich der Teil, der sowieso für mich nicht interessant ist als Zuschauer. Weil ich ja sowieso eher interessant finde, was für eine Story mit dem Ding zu erzählen hat. Und nicht, auf welche, wie viele Arten schaffst du es, das Alien nicht zu zeigen. Also das ist alles uninteressant.
Florian Bayer: Krass, ich habe diesen Teil als so relativ kurz wahrgenommen und im Vergleich zu anderen Filmen aus dem Bereich, also aus dem Slasher-Bereich, auch wirklich als nicht viel Zeit einnehmend. Also vielleicht so eine halbe Stunde gibt es diesen Mittelteil, wo sie durchs Schiff jagen, beziehungsweise eher durchs Schiff gejagt werden. Aber dann sterben sie ja wirklich, wie die fliegen. Und es sind ja auch nur sieben aus der Crew und zwei sind schon tot. Und dann geht es halt sehr schnell.
Johannes Franke: Aber vorher schafft er es halt immer wieder neue Sets zu haben, immer wieder neue beeindruckende Ideen. Da steckt viel, viel Schauwert drin. Während das Alien natürlich viel im Dunkeln. Gott sei Dank im Dunkeln. Klaustrophobie. Ja, ja, das ist dann alles sehr klaustrophobisch und irgendwie kann ich dann nicht viel mit anfangen dann. Und es gibt auch viele Stolpersteine, wie sie zum Beispiel, die es nicht schafft, ihm mal zu sagen, geh mal links.
Florian Bayer: Ja, ja, verstehe. Wollen wir mal rüberspringen?
Johannes Franke: Wollen wir rüberspringen in die Top 3-Jingle. Unsere Top 3. So, was haben wir denn für eine Top 3-Plore? Wir haben die Top 3-Genre-Mix. Eine Genre-Mix, weil dieser Film ist ein Mix aus... Science-Fiction und Horror, so ziemlich klar. Naja, aber das ist ja, weiß ich nicht, ist nicht irgendwie jeder Film so ein Genre-Mix? Gibt es so viele Filme, die wirklich pur ein Genre beziehen?
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Also ich würde sagen, sowas wie, keine Ahnung. Wenn wir Ende der 70er sind, Halloween ist ganz eindeutig ein Horror-Slasher. Da gibt es keine große Debatte. Der weiße Hai ist ganz eindeutig ein Tier-Horror-Monster-Film. Monster-Horror-Film, ganz klar.
Johannes Franke: Aber die meisten Filme schaffen doch irgendwie noch, entweder noch eine Romanze mit unterzubringen oder irgendwelche komödiantischen Elemente. Irgendeine Konnotation hat doch einen Film irgendwie immer noch zusätzlich.
Florian Bayer: Aber das macht ihn nicht zum Genre-Mix. Wenn eine Romanze drin ist, natürlich, du hast in jedem zweiten Action-Film noch eine Romanze. Aber das reicht nicht, um so einen Action-Liebesfilm zu machen. Aber der Mix muss stärker sein, nicht so 90% Action, 10% Romanze.
Johannes Franke: Gibt es Filme, die wirklich nur Genre-Science-Fiction sind? Ja, auf jeden Fall. Das funktioniert doch nicht. Du musst doch irgendeine Geschichte erzählen.
Florian Bayer: Science-Fiction sagt doch...
Johannes Franke: 2001 Odyssey im Weltraum. Das habe ich nicht genug im Kopf, um das beurteilen zu können.
Florian Bayer: Dann Star Wars wäre zum Beispiel... Das ist ein Abenteuerfilm. Star Wars könnte man sehr gut als Hybrid aus Fantasy und Science-Fiction sehen. Oder sogar, wenn man es konkreter sagen will, aus Sorten Sorcery und Science-Fiction. Ja, genau. Aber reiner Science-Fiction-Film zum Beispiel auch sowas wie, keine Ahnung, Arrival, um mal bei neueren Filmen zu sein. Contact mit Jodie Foster, um jetzt zwei sehr ähnliche Filme zu nennen.
Johannes Franke: Aber ist da nicht noch irgendwas, irgendein Abenteuerfilm-Gedanke oder irgendeine Romanze? Na klar, ja. Weißt du, Science-Fiction, habe ich das Gefühl, gibt es nicht als Reinform, sondern du musst dir ja, Science-Fiction ist ja nur der Überbau. Und dann brauchst du eben eine Geschichte, die in den Genre fällt.
Florian Bayer: Nein, ich finde, Science-Fiction kann schon wirklich auch als reines Filmgenre existieren. Star Trek ist für mich das beste Beispiel für pure Science-Fiction. Was hast du in Star Trek anderes drin? Klar, natürlich, du hast Geschichten, in denen es mal um Liebe geht, in denen es um das Schicksal der Menschheit geht, um Umweltschutz, whatever. Aber es ist immer ganz eindeutig in diesem Science-Fiction-Genre. Und so reine Genres sind ja auch nichts Schlechtes. Also man kann in reinen Genres sehr viel erzählen. Und klar, man kann Subplots einbauen. Aber es gibt schon diese Genre-Reinlinge. Und klar, es gibt sehr viele Genre-Hybride. Es gibt welche, die so oft benutzt werden, dass sie zu eigenen Genres geworden sind. Der Rom-Com ist ein Genre-Hybrid. Aber mittlerweile würde keiner sagen, dass eine klassische Liebeskomödie mit Tom Hanks und McRhyne ein Genre-Hybrid ist. Sondern es ist klar, das ist ein Rom-Com. Aber es ist eindeutig ein Hybrid aus Komödie und Romantik, weil beide Elemente sehr dicht nebeneinander sind.
Johannes Franke: Fifty-fifty. Okay. Ja, ich habe natürlich versucht, irgendwie Filme zu finden, die mehr als nur die üblichen Verdächtigen-Zusammenstellungen sind. Die üblichen Verdächtigen ist ein reiner Thriller. Ja, Thriller ist zum Beispiel was, wo ich sagen würde, ja klar, da gibt es reiner Thriller. Ah, okay, du meinst bei Science-Fiction im Speziellen. Science-Fiction im Speziellen ist halt einfach ein schwieriges Ding. Einfach nur einen Science-Fiction-Film zu machen. Ich habe das Gefühl, bei Science-Fiction brauchst du irgendeine zusätzliche Idee, die in den Genre passt. Oder in mehrere oder was auch immer. Dark Star ist eine Komödie im Weltraum.
Florian Bayer: Was ist The Martian? Der Martianer. Reiner Science-Fiction-Film, oder?
Johannes Franke: Das kann natürlich sein, ja.
Florian Bayer: Wie wäre es mit... Wurde es schon auch ein bisschen Abenteuerfilm mit dabei? Aber dann ist Abenteuerfilm nicht viel. Was ist mit Ex Machina?
Johannes Franke: Reiner Science-Fiction-Film, oder? Ne, da würde ich widersprechen, aber ich kann dir nicht sagen, warum. Weil ich nicht... Da müsste ich den Film nochmal gucken, um das genau auseinandernehmen zu können. Verdammt. Was ist mit Star Trek? Nein, Star... Ja, okay. Die erste... Ja, die Serien sind größtenteils reine Science-Fiction. Mein Gott, ich habe... Ich finde es schrecklich, wenn du recht hast. Okay, also. Das heißt... Wer ist dran eigentlich? Bin ich dran? Muss ich anfangen? Ja, du musst anfangen. Ähm, ich hätte gerne auf Platz 3, ähm, Who Framed Roger Rabbit? Oh ja, sehr gut. Natürlich ist es die Verbindung zwischen Live-Action und Animationsfilm. Das ist schon mal der erste Hybrid. Aber, dann ist das auch noch so ein Film-Noir, der als Kinderfilm, wie so ein Kinderfilm aussieht. Und das finde ich so krass. Super, ne? Und so ein Mystery-Ding, wo man auch denkt, das ist kein Kinderfilm. Also entweder ist es ein Kinderfilm für Erwachsene oder ist es ein Erwachsenenfilm für Kinder. Was ist das Ding?
Florian Bayer: Ja. Es ist krass. Ja. Das meine ich. Das ist deutlich mehr ein Hybrid als... Also auch wenn du sagst zum Beispiel, keine Ahnung, der Marciane hat noch Abenteuer drin. Hat. Ja. Aber du hast deutlich mehr so ein Cocktail-Gefühl bei Roger Rabbit als bei dem... Ja, genau.
Johannes Franke: Ja, ja. Aber bei Roger Rabbit habe ich das eben auch mehr als bei Aliens. Ja, ja. Aber vielleicht auch, weil Science-Fiction-Horror seitdem ein Staple ist. Ja, das kann sein. Vielleicht ist es ein eigenes Genre geworden.
Florian Bayer: Ähm, mein Platz 3. Ich habe jetzt so komische Filme, wo gar nicht gut gemixt wurde, sondern... Also meine Filme sind eher so Kibas, die so gekippt wurden, dass die einzelnen Layer sehr deutlich übereinander sind. Habe ich auch gesucht, aber nicht so viele gefunden. Die sind gespannt. Oh Gott, dann teilen wir uns wahrscheinlich einen Platz. Mein Platz 3 ist Audition aus dem Jahr 1999 von Takashi Mika. Ein Film, der als wirklich krasses Liebesdrama über Einsamkeit in der Großstadt beginnt. Ja. Und dann zu einem bizarren Horror-Trip wird inklusive Body-Horror und Folter-Szenen. Habe ich auch nicht gesehen.
Johannes Franke: Habe nur gelesen, dass es den gibt und dass er da so eine krasse Mischung haben soll.
Florian Bayer: Ja, also ich will dir ja mal irgendwann einen Mika-Film geben und vielleicht nehme ich den. Weiß ich aber noch nicht 100%.
Johannes Franke: Hattest du nicht gesagt, dass es Body-Horror ist? Möchtest du mir wirklich noch einen Body-Horror-Film geben nach diesem? Ich weiß, unser Podcast funktioniert genau so, dass man dem anderen einen Film aufgeben kann und der muss ihn gucken. Aber ein bisschen Gnade mit mir. Nein. Okay. Na gut. Okay. Dein Platz 2. Achso, das war dein Platz 3. Mein Platz 2 wäre jetzt Brick. Oh, ja. Was ich total krass fand. So ein Teenage-Highschool-Ding, aber als Film-Noir und so ein Mystery-Film. Und es ist so eine absurde Mischung, die irgendwie, also Joseph Gordon-Lewitt, den ich sowieso sehr gut finde als Schauspieler, der das großartig macht, aber der einfach einen Jugendlichen spielt, der mit Aufstimme so ganz runtergerotzt erzählt, naja, und dann bin ich da rüber gegangen und die war es nicht und dann habe ich irgendwie noch mehr Drogen und er hat keine Drogen genommen. Aber er wird immer abgefragter über den Film.
Florian Bayer: Er ist ein Humphrey Bogart auf der Highschool, ne?
Johannes Franke: Ja, genau. Das ist so geil.
Florian Bayer: Von Ryan Johnson, der den Star Wars Last Jedi gemacht hat und Knives Out und seine Fortsetzung.
Johannes Franke: Ja, und Knives Out war auch kurz auf meiner Liste, weil der auch irgendwie so ein Hybrid geworden ist. Oh, ich hatte gesagt, Knives Out ist ein, was wäre für dich als Hybrid dafür? Ja, ja, aber nur innerhalb des großen Mystery-Dings, aber er ist kein klassischer Whodunit, weil er dann wiederum, er wechselt ja die Perspektive zwischendurch. Er wird nicht, es gibt nicht diesen typischen Moment von, der Detektiv holt alle zusammen und erzählt dann, ich schaue mal, wer es war. Das gibt es am Ende doch noch, aber zwischendurch wechselt er irgendwie und kommt in so eine Thriller-Sache rein, die eigentlich in so einem typischen Whodunit nichts zu suchen hätte.
Florian Bayer: Bei Knives Out ist ja wirklich das Spannende, dass er einen Murder-Mystery-Plot hat und nach 15, 20 Minuten die vermeintliche Mörderin präsentiert und das dann sehr lange durchzieht, dass sie auch wirklich die Schuldige ist.
Johannes Franke: Ja, genau. Und dann wird das eher auch in einem anderen Genre. Und dann irgendwann willst du ja gar nicht mehr, dass er das rausfindet, sondern dass sie davonkommt, weißt du, und dann dreht sich's ja alles nochmal.
Florian Bayer: Er ist ja auch die ganze Zeit eigentlich so eine Parodie auf den Direktiven, weil er eigentlich so total selbstverliebt ist und ziemlich planlos meistens.
Johannes Franke: Du hast übrigens Glass-Online gesehen?
Florian Bayer: Nee, hab ich noch nicht gesehen. Ah, okay, dann können wir darüber erst später reden. Ah, gut, okay. Ja, mein Platz zwei nochmal so ein Kiba, der als Action-Thriller der Tarantinosken-Schule beginnt und dann zu einem Horrorfilm wird, beziehungsweise zu einem Splatter-Film, From the Sky Dawn. Ah, ja, ja, na klar. Naja, es ist halt ein Gangster-Film, ne? Sie entführen ein paar Leute, sie fahren in die Wüste, sie sind in diese abgefuckten Bar und dann plötzlich werden sie von Vampiren aufgefressen. Okay. Toller Film, cool. Wirklich krasser Cut in der Mitte, deswegen ein wirklich radikaler Genre wie Privet einfach, weil wir komplett woanders anfangen, als wo wir rauskommen.
Johannes Franke: Mein Platz eins ist Everything, Everywhere, All at Once.
Florian Bayer: Ja, das ist cool.
Johannes Franke: Wenn wir schon Genre mischen, warum nicht einfach alle Genres? Ja, genau. Es ist großartig. Es ist wirklich so Action, Adventure, Comedy, Family Drama, Fantasy, Sci-Fi, irgendwie irgendwo dazwischen. Alles halt. Alles, alles auf einmal.
Florian Bayer: Es ist großartig. Ja, auf jeden Fall. Ich hab auch versucht, so einen absoluten Cocktail zu finden für meinen Platz eins und ich bin bei Rocky Horror Picture Show gelandet. Ach, okay. Musical, Horror, Science Fiction, Fantasy. Und Trash? Trash, Comedy, ja. Auf jeden Fall viele, viele, viele Genres ist reingemixt. Ja. Ja, ist großartig.
Johannes Franke: Ja. Aber ist der Trash drüberliegend? Also ist er nicht einer von vielen Genres, sondern ist es eigentlich einer, der anderen Genre alle mit beeinflusst, weil sie vielleicht einfach zu viel Spaß daran haben?
Florian Bayer: Vielleicht. Ja, man kann ihnen nicht vorwerfen, dass sie Spaß haben. Man kann einen Film nicht als Trash bezeichnen, nur weil die Leute Spaß haben, die den machen. Nein, das stimmt. Ja, cool. Schöne Listen haben wir. Ja, cool.
Johannes Franke: Das war unsere Top 3. Gehen wir doch zurück in unseren Film. Und ich muss hier ganz viele Sachen noch rüberscrollen und das einfach lassen. Nein, nein, nein.
Florian Bayer: Alles lassen?
Johannes Franke: Es ist einfach so wahnsinnig viel. Ich finde es großartig, dass er die ersten 16 Minuten nichts sagt. Also es gibt keinen Dialog 16 Minuten lang und du denkst dir, okay, wir gucken mir halt
Florian Bayer: schöne Bilder an. Die Eröffnung grundsätzlich. Also vielleicht, um nochmal ganz kurz zum Titel zurückzukommen. Ja. Dieser Name, der sich so langsam entblättert. Das ist super. Und nur so halb zu sehen ist, wenn wir wirklich einfach Stillstand im Weltall haben, düstere Musik, dann dieser Weg durch das Raumschiff, durch diese Gänge. Wir wissen nicht genau, was los ist. Es funktioniert alles automatisch, alles selbstständig. Für den Kameramann natürlich. Die Türen öffnen sich für wen? Für den Kameramann. Für den Kameramann. Und dann haben wir so fast eine Autopilotszene, wo wir dann auch so angedeutet so einen Weltraumanzug sehen und wir wissen nicht, ist da ein Mensch oder ist da nur Maschine? Wie so Geister, die irgendwie. Genau, Geister. Geister aus war schon das Stichwort der super Anfang.
Johannes Franke: Ja. Ja, ja, absolut. Ich finde auch, dass sich das Pacing gut weiter verteilt. Aber wie gesagt, ich habe dann so das Gefühl von, es ist so eine Lücke und ich bin kein Bodyhorror-Fan und so weiter. Es ist halt so ein, ach, ja, ich sehe ja trotz dieser ganzen Steine, die mir in den Weg gelegt werden als Zuschauer, der es nicht mag, dass da eine Qualität ist, dass es eine große Qualität ist und dass er nicht umsonst einfach der große Film dieser Zeit ist und der große erste Film mit einer weiblichen Heldin, die irgendwie kickass ist. Aber es ist nicht mein Film, leider. Es tut mir sehr leid, aber es ist nicht mein Film.
Florian Bayer: Nein, das ist ja total legitim. Das gibt es ja wirklich, dass man so das Gefühl hat, okay, man sieht was wirklich Starkes und tolle Ideen und auch was Revolutionäres und man versteht, warum dieser Film so maßgeblich die Filmgeschichte beeinflusst hat. Ja, ja. Aber dann kann man persönlich nichts damit anfangen. Ja, ja, das stimmt. Ich darf das nicht Citizen Kane-Effekt nennen, weil beim letzten Gucken von Citizen Kane habe ich festgestellt, dass der doch scheiß bewegend ist.
Johannes Franke: Ja, wir haben darüber geredet. Hört euch die Episode an, es ist wirklich toll geworden, weil wir auch sehr viel darüber reden und so viel.
Florian Bayer: Ja, ich glaube, es gibt für viele diesen, für viele ist Citizen Kane so ein Film, der das hat, deswegen kann man es meinetwegen vielleicht auch so nennen. Diesen Effekt, man sieht ein Werk mit kulturhistorischer Bedeutung, man versteht die Bedeutung, man weiß, warum das so ist und trotzdem packt der Film einen einfach nicht, weil es nicht das Genre ist, weil er zu alt ist, weil man mit bestimmten Tropes nichts anfangen kann, was auch immer.
Johannes Franke: Ja, aber ich kann sehr viel würdigen, was der Film macht, zum Beispiel, was Giga macht und was er in den Dialogen macht, die wirklich sehr gut geschrieben sind und was die Schauspieler machen, ist sehr, sehr gut. Also insofern, der hat schon sehr viel Gravitas, was das betrifft. Ja, cool. Hast du irgendein Fazit noch, was den Film verkaufen soll an Leute, die so wie ich zum Beispiel keinen Bodyhorror mögen?
Florian Bayer: Meiner Meinung nach ist der Film unglaublich gut gealtert, also den kann man immer noch gut gucken, ich hab auch jetzt beim Gucken eigentlich keine unfreiwillig komische Stelle gefunden, vor allem im Vergleich auch zu aktuellen Science-Fiction-Filmen, also auch gerade was Effekte, Kreaturendesign, Set und so weiter betrifft, hält der auch immer noch mit den starken Science-Fiction-Filmen von heute mit, also man kann den immer noch gucken, das ist nicht nur was Historisches, sondern es ist wirklich immer noch ein starker bewegender Film. Und ja, es ist ein Horrorfilm im Weltall. Das heißt, wenn du keine Freude daran hast, wenn sich langsam Horror aufbaut, wenn Menschen gejagt werden, ums Überleben kämpfen und sich die Frage stellen, was laut hinter der nächsten Ecke, inklusive Cat-Jumpscare, dann wirst du an diesem Film auch nicht so viel
Johannes Franke: Freude haben. Ich finde die Katze eine sehr, sehr gute Entscheidung übrigens. Ja. Es ist toll, weil du hast eine unberechenbare Komponente drin, die aber, die wir mögen, im Gegensatz zu dem Alien, was unberechenbar ist, was wir nicht mögen. Das heißt, wir können ihr zutrauen, in der Gegend rumzugehen und die Katze zu suchen und sagen, okay, ja, bitte rette die Katze irgendwie und du hast eine Rechtfertigung dafür und die Katze ist halt leider unberechenbar. Du kannst nicht sagen, ja, Katze, sei doch nicht so doof und versteck dich dort drüben, wo das Alien ist. Das ist echt eine gute Entscheidung, finde ich.
Florian Bayer: Ich finde, es ist ein Film, der auf sehr vielen Ebenen wirklich guten Horror präsentiert und mit vielen verschiedenen Angstfaktoren spielt, wie Angst vor dem Verlust der körperlichen Kontrolle, diese Klaustrophobie, die man aus Geisterhausfilmen kennt, dieses Body-Horror-Prinzip, diese Angst inklusive sexueller Komponente und eben vor allem, dass wir ein Slasher hier vor uns haben, wo Menschen sich nachvollziehbar verhalten. Nicht immer intelligent, aber eigentlich immer nachvollziehbar. Und dadurch ist der Horror einfach greifbar und man kann mitleiden und Angst haben. Was war eigentlich mit dem Kopf los?
Johannes Franke: Ian Holm wurde als Roboter nochmal nachgestellt, weil sie stellen ja den Kopf dann da irgendwie hin und schalten ihn nochmal an und er sieht ja so dämlich aus. Also dieser Kopf, den sie dann nachgebaut haben, das Problem war halt im Trocknungsprozess. Die haben das Ding gebaut und da sah es gut aus und als es getrocknet ist, ist es halt geschrumpft an verschiedenen Stellen unterschiedlich und dann sieht es halt furchtbar aus.
Florian Bayer: Der einzige Moment im Film, wo der Schnitt sehr deutlich ist, wo du so sehr stark merkst, okay, da wird geschnitten von Modellierung hin zum Schauspieler, der dann im Tisch sitzt und wird gerettet dadurch, dass es wirklich geil aussieht, wie sein Körper so halb zerlegt ist und er dann in diesem zerlegten Körper sich bewegt.
Johannes Franke: Ich finde auch die Idee total geil, also total super. Aber sie konnten nicht nochmal alles nochmal machen, weil es einfach zu teuer gewesen wäre. Das ist wirklich traurig.
Florian Bayer: Ja, Ridley Scott hat das Budget überzogen. Aber dann wiederum, ey, sie hätten auch nochmal 5 Millionen reinputtern können, der Film hat so viel Geld gemacht, es hat auch einen
Johannes Franke: cool, nicht fett gemacht. Und er ist nicht wie George Lucas, der dann zurückgeht und sagt, okay, ich mach jetzt alles nochmal durch und guck nochmal, dass ich überall mit Special Effects noch Zeug, irgendwelche Monster reinhaue in den Hintergrund.
Florian Bayer: Ja, guckt euch Alien an. Es ist nicht nur ein Klassiker, es ist wirklich ein starker Science-Fiction-Horrorfilm. Wenn ihr keine Horror mögt, wenn ihr keinen Science-Fiction mögt, dann guckt halt was anderes. Aber ich glaube, es kann sowohl Science-Fiction als auch Horror-Fans begeistern, selbst wenn sie dem anderen Genre nichts abgewinnen können.
Johannes Franke: Okay. Gut, dann viel Spaß beim Gucken. Beschwert euch bei Plur, wenn euch der Film nicht gefallen hat und erzählt uns, was wir gucken sollen. Ja, bitte. Und danke, Johannes, dass du den Film mit mir geguckt hast. Vielen Dank, dass du den empfohlen hast.
Florian Bayer: Ich bin schon sehr gespannt, womit du dich für den Body-Horror arrangieren wirst nächste Woche. Sound of Music oder sowas. Perfekt. Nehme ich. Bis nächste Woche. Bis nächste Woche. Ciao.
Johannes Franke: Okay, Floor. Ja, die Frage ist, wie revanchiere ich mich dafür? Ich weiß auch gar nicht, ob das so eine richtige Revanche ist. Ich habe bloß das Gefühl, dass wir lange nichts richtig Aktuelles hatten. Und wir sind jetzt auch nicht der Podcast, die die großen aktuellen Filme immer wieder bespricht. Das könnten ruhig andere machen. Aber ich habe irgendwann mal vor einer Weile Triangle of Sadness im Kino gesehen. Von 2022. Satire, Black Comedy und ich weiß nicht so richtig, was ich mit diesem Film anfangen soll. Weil er ein bisschen konvolutet ist und ich würde gerne von dir wissen, wie ich diesen Film einzusortieren habe. Das heißt, ich soll dir sagen, ob du den Film gut findest? Du sollst mir sagen, ob der Film in die Liste gehört. Oh, okay. Also muss man sehen oder muss man nicht sehen. Ich fand ihn einfach wahnsinnig verwirrend auch. Der hat auch so einen Twist in der Mitte von Genre irgendwie. Aber alles nur aus der Erinnerung gesprochen gerade. Es kann auch sein, dass ich den Film gucke und denke, ja, total klar und total dämlich. Aber beim ersten Gucken war ich einfach sehr verwirrt und deswegen auch ein kleines bisschen beeindruckt.
Florian Bayer: Alles klar. Wurde mir vor kurzem empfohlen, dass ich ihn gucken soll. Aber ich weiß nicht, worum es geht. Also ich bin, jetzt habe ich gerade ein Plakat vor mir und sehe, dass es offensichtlich auf dem Boot spielt. Ja, ja, teilweise. Und vielleicht will ich mehr gar nicht wissen. Ich bin sehr gespannt drauf. Dann viel Spaß beim Gucken. Danke.
Johannes Franke: Informiere dich vorher nicht nochmal. Okay, ich gucke komplett unbefleckt. Sehr gut. Und euch da draußen auch. Viel Spaß. Damit. Und wir hören uns nächste Woche. Bis dann. Bis dann. Ciao.
