Episode 116: Mrs Brisby und das Geheimnis von Nimh
Die 70er und 80er Jahre gelten gemeinhin als Dark Age – als dunkles Zeitalter des klassischen Disney-Zeichentrickfilms. Eine Zeit, in der die große Maus Probleme mit dem Kino hatte und maximal zweitklassige – oft zu düstere – Filme auf die Leinwand brachte.
Aber es muss ja nicht immer Disney sein. Aus dem Selbstfindungsprozess der großen Animationsschmiede entstammt Don Bluth, der 1979 mit Weggefährten seine eigene Trickfilmproduktion gründet und mit Secret of Nimh 1982 deren Debüt vorlegt.
Die verwitwete Maus Mrs. Brisby macht sich Sorgen um ihren Sohn Timmy, der unter einer schweren Lungenentzündung leidet, und das ausgerechnet vor dem “Moving Day”, an dem alle Tiere ihren Wohnort verlassen müssen, weil der Bauer mit seinen monströsen Maschinen über das Feld jagt. Hilfe erhofft sie sich von den Ratten, die im Rosenbusch neben dem Bauernhaus leben. Sie ahnt nicht, dass diese ein großes Geheimnis bergen, das direkt mit dem Schicksal ihres toten Mannes und auch ihrem eigenen im Zusammenhang steht.
Secret of Nimh ist – trotz tierischer Held*Innen – keine klassische Fabel, trotz Auseinandersetzung mit den Greuel des menschlichen Fortschritts keine Ökoparabel und trotz einer Menge Sword & Sorcery kein klassischer Fantasyfilm. Zeitgenossen warfen ihm vor, für einen Familienfilm zu düster zu sein, zu spirituell und mysteriös für eine Umweltgeschichte und zu politisch für ein Märchen.
Ja, und irgendwie haben sie ja alle recht. Secret of Nimh bewegt sich zwischen den Genres, Stimmungen und Erzähltechniken. Johannes, welche von diesen hat sich dir denn am stärksten eingeprägt? Das Fantastische, das Ökomoment, das kindlich Naive oder der politische Überbau?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 116: Mrs Brisby und das Geheimnis von Nimh Publishing Date: 2023-03-22T08:57:58+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/03/22/episode-116-mrs-brisby-und-das-geheimnis-von-nimh/ Das ist ganz wichtig, weil die, für die es gar keine Erklärung gibt, die sind der radikale Gegenentwurf zu dem, was durch diesen menschlichen Eingriff in die Natur geschehen ist. Dieses Amulett ist der radikale Gegenentwurf zu der Intelligenz, die unsere Ratten gewonnen haben. Aber warum darf Mrs. Brisby das am Ende nicht selbst schaffen und braucht dieses Amulett? Ja, das ist doof. Das ist die USX-Machina. Herzlich willkommen hier zu einer neuen Ausgabe von... Muss man sehen Podcast, wo Johannes und ich uns gegenseitig Filme zuwerfen. Der Plot ist ganz einfach, jede Woche gibt es von einem von uns beiden eine Aufgabe für den anderen, für nächste Woche, irgendeinen Film unter der Prämisse, Alter, den musst du sehen. Und natürlich auch an euch Publikum, Leute, den müsst ihr sehen. Ja, und dann werden wir nächste Woche rausfinden, ob man den wirklich sehen muss oder ob Bloor wieder irgendwelche Scheiße erzählt hat. Genau, wir werden uns oft streiten, wir haben teilweise einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack, manchmal sind wir auch erschreckend harmonisch, das kommt auch vor. Ja, manchmal so erschreckend, dass ich denke, um Gottes Willen, ich muss mal wieder irgendeinen Film unterbringen, wo ich genau weiß, du magst den nicht. Wo du schon so den Moment hast, wo du denkst, shit, das Konzept des Podcasts geht nicht mehr, auch weil wir gerade beide den gleichen Film abfeiern oder beide den gleichen Film hassen. Aber es ist doch auch manchmal schön. Ich finde es total schön. Wir liegen uns dann immer in den Armen und dann fragt deine Frau schon, wo bleibt denn der Bloor jetzt? Was macht denn der mit der Johannes? Es wird gestritten, es wird geweint, es wird zusammen gelacht und das andere haben wir uns ganz doll lieb. Ich bin ja auch eigentlich ein harmoniebedürftiger Mensch. Ja, ich ja eigentlich auch. Ich bin ja auch wirklich, es ist wirklich, es ist auch so, es kratzt mich emotional immer so ein ganz kleines bisschen, wenn du einen Film nicht magst, den ich vorschlage, ganz ehrlich. Oh nein, du hast Tränen in den Augen, Bloor, was machen wir jetzt? Ich bin ja ein Millennial und wir definieren uns halt auch irgendwie als Millennials durch unseren Geschmack, was wahrscheinlich nicht unbedingt die beste Seite unserer Generation ist. Ist das so? Oh mein Gott, kommen wir jetzt in Generationsgespräche rein? Liebe Zuhörenden, wenn ihr über den Film was hören wollt, dann spult vor bis Minute 30. Ist ja schön, dass du vorspulen sagst. Daran zeigt sich eigentlich auch, dass du Millennial bist. Stimmt. Oh fuck. Dreht das Band nach vorne, am besten mit euren Fingern oder mit dem Bleistift, um Batterien zu sparen. Ja, wir sind Millennials und ich glaube, Millennials ist ihr Geschmack ziemlich wichtig, auch so als persönlichkeitsdefinierendes Merkmal. Daher kommt ja dieses ganze Hipster-Ding. Hipster wurde ja vorgeworfen, dass sie sich definieren durch ihren Kleidungsstil, durch ihren Musikgeschmack, durch ihren Filmgeschmack und dabei versuchen, so extravagant wie möglich zu sein. Sagst du gerade durch die Blume, dass die neue Generation keinen Geschmack hat und sich deswegen nicht darüber definieren kann? Genau, das wollte ich damit sagen. Liebe Generation Z? Z, ja, ich glaube ja. Tut mir leid, ihr habt keinen Geschmack. Aber dafür rettet ihr den Planeten. Dafür rettet ihr den Planeten, genau. Ok, heute jedenfalls habe ich Johannes eine Aufgabe aufgegeben und zwar einen Film aus dem Jahr 1982 Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nim, Secret of Nim im Originaltitel von Duntl. Was auch so ein bisschen ein Generationending ist, würde ich sagen, das ist dein Kindheits-Ding. Ja. Es ist leider nicht mein Kindheits-Ding. Nee, weil du Ossi bist, ne? Weil ich... Oh Gott, du hast so mitleidig geguckt gerade. Oh, du Armer, du Armer Ossi, du konntest diesen Film nicht genießen. Na, ich wette mit dir, du kommst gleich mit irgendeinem tschechischen oder belarussischen Zeichen in die Ecke, der so ein ganz offensichtliches Rip-off von diesem Film ist. Und wer das kennt, liebe ZuhörerInnen, der ist aus dem Osten. Schön. Du hast den Film nicht gesehen als Kind. Ich habe den Film nicht gesehen als Kind, glaube ich. Aber du hast Duntlu Filme als Kind gesehen. Ja, ich habe Pfeifel der Mausranderer zum Beispiel habe ich gesehen. Und in einem Land vor unserer Zeit auch Klassiker? Ja, stimmt, den habe ich auch gesehen. Ja, das sind tatsächlich Klassiker, die ich auch als Kind tatsächlich sehr geliebt habe. Was mich ein bisschen verstört, wenn ich diesen Film gucke, weil der ja doch sehr ähnlich ist und ich heute eine andere Sicht darauf habe und wie sich vielleicht herausstellen wird, die Kindheitsbrille doch eine Wesentliche ist, finde ich. In der Rezeption. Aber das besprechen wir genauer. Plo, du hast einen Text vorbereitet, oder? Ja, ich steige kurz ein, sage kurz was Allgemeines zu dem Film und dann springen wir in die Diskussion. Sehr schön. Die 70er und 80er Jahre gelten gemeinhin als Dark Age, als dunkles Zeitalter des klassischen Disney-Zeichentrickfilms. Eine Zeit, in der die große Maus Probleme mit dem Kino hatte und maximal Zweitklassige, oft zu düstere Filme auf die Leinwand brachte. Aber es muss ja nicht immer Disney sein. Aus dem Selbstfindungsprozess der großen Animationsschmiede entstammt Don Plouffe, der 1979 mit Weggefährten seine eigene Trick-Filmproduktion gründet und mit Secret of Nim 1982 deren Debüt vorlegt. Die verwitwerte Maus Miss Prisby macht sich Sorgen um ihren Sohn Timmy, der unter einer schweren Lungenentzündung leidet und das ausgerechnet vor dem Moving Day, an dem alle Tiere ihren Wohnort verlassen müssen, weil der Bauer mit seiner monströsen Maschine über das Feld jagt. Hilfe erhofft sie sich von den Ratten, die im Rosenbusch neben dem Bauernhaus leben. Sie ahnt nicht, dass diese ein großes Geheimnis bergen, das direkt mit dem Schicksal ihres toten Mannes und auch ihrem eigenen im Zusammenhang steht. Secret of Nim ist, trotz tierischer Heldinnen, keine klassische Fabel. Trotz Auseinandersetzungen mit dem Kreuel des menschlichen Fortschritts, keine Ökoparabel und trotz einer Menge Sword and Sorcery, kein klassischer Fantasy-Film. Zeitgenossen warfen ihm vor, für einen Familienfilm zu düster zu sein, zu spirituell und mysteriös für eine Umweltgeschichte und zu politisch für ein Märschen. Ja, und irgendwie haben sie ja auch alle recht. Secret of Nim bewegt sich zwischen den Genres, Stimmungen und Erzähltechniken. Johannes, welche von diesen hat sich dir denn am stärksten eingeprägt? Das fantastische, das Ökomoment, das kindlich-naive oder vielleicht auch der politische Überbau, sofern du ihn gesehen hast? Schon das fantastische, muss man sagen. Vielleicht auch ein kleines bisschen negativ, weil ich das Gefühl habe, dass der Film ein kleines bisschen was davon auf die fantastische Schiene schiebt, was er nicht nötig gehabt hätte. Was dem Ganzen die Kraft etwas nimmt, die es eigentlich hätte haben können, auf genau den anderen Baustellen, und die du ja auch erwähnst. Da hangeln wir uns wahrscheinlich jetzt im Gespräch so ein bisschen ran, weil ich, muss ich gleich vorwegschicken, ganz unsicher bin, was ich mit dem Film wirklich anfangen soll. Okay, spannend. Das fantastische ist also ganz eindeutig sehr stark, vor allem am Ende. Und es ist ja auch ein Vorwurf, der dem Film gerne gemacht wird, dass er am Schluss noch mal so eine magische Deus Ex Machina aus dem Hut zaubert. Und zwar wirklich ganz radikal mit diesem Amulett. Deus Ex Amulett, ja. Genau. Das einfach da ist und von Anfang an schon so reingebracht wird als fantastisches Element. Und dann eben am Schluss einfach mal den Tag rettet, wenn keine Hoffnung mehr besteht. Und es ist einfach die Kraft des Herzens, die dieses Amulett zum Leben erweckt. Man kann da sehr viel drin finden. Ich glaube, es gibt viel, worüber man da auch diskutieren kann. Und ich habe für mich selbst so ein bisschen so einen Weg gefunden, wie ich das sehe, das fantastische Element, wie ich damit umgehe, dass es halt diesen Überbau gibt. Und ich glaube, das bewegt sich ganz viel in so einem wirklich krassen Spannungsfeld, das ich super interessant finde. Ich möchte die Frage gerne zurückwerfen. Ja. Wo sind denn deine Genres gewesen? Also was hast du darin gesehen? Und was ist bei dir eher so hinten im Fernerliefen noch runtergefallen? Also aus meiner Kindheitserinnerung habe ich den Film ganz stark als Fantasy-Film im Kopf. Und zwar als sehr traditionellen Sword and Sorcery-Fantasy-Film. Weil es eben diese, zum einen diese Schwertkämpfe gibt, die ja wirklich so eins zu eins von Robin Hood sein könnten. Don Plouffe hat ja bei Robin Hood animiert, zehn Jahre vorher. Und es ist so ganz klar dieselbe Animation. Und es ist sehr viel inspiriert. Es ist sowieso sehr viel, was Bewegung der Figuren betrifft, weniger was Hintergründe betrifft. Und es ist sehr viel inspiriert vom traditionellen Disney-Film, besonders vom Disney-Film des Dark Age tatsächlich. Worauf wir vielleicht auch nochmal zu sprechen kommen, ob das Dark Age des Disney-Zeichentrick-Films wirklich so schlecht ist. Ja Don Plouffe fand das irgendwie, glaube ich, einigermaßen schrecklich. Das ist total merkwürdig, finde ich. Ich finde Miss Brisby passt so voll gut in dieses Dark Age und könnte auch ein Dark-Age-Disney-Film sein. Ja, er hat ja aber Disney verlassen, um eben aus diesem Dark Age rauszukommen. Und ich finde das ein bisschen merkwürdig, dass er dann so stark darin verhaftet bleibt. Aber ich glaube, es ging ihm ja vor allem um die Zeichentechnik an sich. Es ging ihm um die Zeichentechnik und vor allem also dem Dark Age von Disney wird ja auch oft nachgesagt, dass die Stoffe zu erwachsen sind und zu düster sind. Also sowas wie Bernhard und Bianca, um so einen ganz traditionellen zu nennen. Und Taran und der Zauberkessel, um einen etwas weniger bekannten zu nennen. Denen wird ja nachgesagt, die sind eigentlich keine traditionellen Disney-Zeichentrick-Filme mehr, weil da sind wenige Musical-Einlagen, wenn überhaupt. Und es ist alles so ein bisschen düsterer und erwachsen. Und zudem sind die Filme auch irgendwie so zweitklassig. Das sind keine richtig klassischen, coolen Disney-Filme. Aber ich glaube, Blueth Definition von Dark Age auf Disney ist ja eher, dass Disney spart, spart, spart und ganz viel versucht zu vereinfachen und in Reprosysteme rein zu pressen, die dann einfach Arbeiter einsparen. Das ist der zweite Aspekt vom Disney Dark Age, das natürlich mit diesen neuen Zeichentrick-Techniken, die im Bronze Age entstanden sind. Wir haben darüber geredet. Es gibt eine Episode, da reden wir über 101 Dalmatiner, was so ein bisschen der erste Film aus dem Bronze Age von Disney ist, als sie angefangen haben, mit den Kopierern Bilder zu kopieren, einfach einen Arbeitsschritt eingespart haben und ganz viele Zeichnerinnen, hauptsächlich tatsächlich Frauen, entlassen haben, weil sie direkt die Skizzen von den Entwicklern der Figuren einfach übertragen konnten. In den Kopierer gesteckt haben. Was jetzt einfach klingt, was aber sehr kompliziert war damals. Und was auch für diesen roughen Stil verantwortlich ist, den man vor allem in Disney mit den 70ern assoziiert, dieses man sieht einfach noch so das Skizzierte, man sieht jede Bewegung, man sieht viele Striche und Linien noch, da sind Animationslinien, was so einen ganz eigenen Look hat. Ende der 70er, Anfang der 80er hat sich diese Technik ja schon verfeinert. Jaja, stark verfeinert. Wenn man die Filme aus der Zeit guckt, dann ist es zwar noch zu spüren, dass da gespart wird, aber es wirkt eben doch wieder zumindest von den Animationen und vom Zeichenstil näher an den traditionellen Disney Filmen. Ja, vor allem, wenn man die Vorzeichner nicht mehr so sieht. Ich fand die gar nicht so schlecht, muss ich sagen. Ich fand 101 da Martina hat einen so tollen Stil und ich hab die gern gesehen, die Vorzeichnestil-Dinger. Es ist halt ein sehr spezieller Stil und es ist vielleicht auch ein Stil, der nicht zu allen Arten von Disney-Filmen passt. 101 da Martina ist ja schon sehr speziell für Disney-Filme, weil es eben kein Märchen-Setup ist, einfach kein Fantasy-Setup, sondern weil wir alles sehr urban haben und die Hunde stehen im Mittelpunkt und so. Ja, und es hat auch vom Stil her, dieses Jazz-Mid-Century-Gefühl, und dazu passen natürlich auch diese Zeichnungen, die so ein bisschen rougher sind. Aber um ganz kurz zurückzukommen, wenn man sagt, Disney war auch düsterer im Dark Age, tatsächlich von den Inhalten, zu dem Stoff, der Vorlage von Robert O'Brien aus dem Jahr 1971, Mrs. Frisbee in The Rats of Nym, haben sie gesagt, nee, das ist uns zu düster. Das wollen wir nicht machen und außerdem haben wir auch ne Maus. Wir haben schon ne Maus, genau. Das fand ich einen süßen Satz. Wir haben schon ne Maus, mach mal was anderes. Und das war so, Don Bluth war damals bei Disney, der hat auch sehr dafür gepitcht, dass das Ding bei Disney gedreht wird. Das sind Leute, das ist ein supergeiler Stoff. Hätte ich echt Bock drauf, das zu machen. Und wie gesagt, die haben gesagt, das ist uns zu düster. Aber es ist süß, dass der dann mit dem Stoff zu den ganzen Kollegen geht und sagt, hier, guck mal, egal ob der Typ da oben das jetzt will oder nicht, aber guck's euch mal an. Und dann wollten ganz viele von den Kollegen das auch gerne machen. Und die hat er ja dann später mitgenommen. Er hat sich bereit erreicht, Leute anzustecken von der Idee. Gary Goldman und John Pomeroy sind so die berühmtesten, die mit ihm zusammen auch am Drehbuch gearbeitet haben, die sich haben anstecken lassen. Und die waren ja ne Zeit lang noch bei Disney zusammen. Also Don Bluth hat bei Disney Robin Hood mitgearbeitet, was man, wie gesagt, in diesem Film auch sehr spannend sieht. Und hat wirklich gute Arbeit gemacht, weil er wurde dann zum Animationsdirektor und da war das für die Filme Winnie Pooh und Bernhard und Bianca aus den mittleren 70ern. Und 1979 hatte er dann mit Goldman und Pomeroy, nachdem sie Disney verlassen hatten, ihr eigenes Studio gegründet. Und Secret of Nim ist dann die erste Arbeit in diesem Studio. War ja gar nicht so erfolgreich, ne? Also es war eigentlich eher so ne kleine Enttäuschung dann. Aber das liegt auch ein bisschen daran, dass sie das Advertisement nicht richtig rausgehauen haben. Die haben irgendwie kein Vertrauen darin gehabt. Das liegt vor allem daran, dass sie verdammt harte Konkurrenz hatten in diesem Kino, ja. Genau. Sie liefen am ersten, am Startwochenende lief alles super, ne? Das war der erfolgreichste nicht-Disney-Zeichentrick-Film zu der damaligen Zeit. Aber eben nur in den paar Kinos, den sie es gegeben haben. Sie haben zu wenig Kinos gegeben. Aber das war auch wenig die Schuld von Don Plouffe. Nee, überhaupt nicht. Also beziehungsweise von seiner Company, weil die haben halt die Animation gemacht. Aber die haben das Ding animiert und dran gearbeitet und die haben sich richtig Mühe gegeben. Die hatten Budgetprobleme. Im Hintergrund stand ein großes Produktionsstudio. MGM, oder? Wie war das? Ja. Und sie haben Überstunden gemacht ohne Ende. Sie haben sich extra noch mal Garagen gebietet, wo sie sich dann zurückgezogen haben und wahrscheinlich 100, 200 Stunden die Woche gearbeitet haben. Die haben ja mittendrin das Budget halbiert quasi. Also das muss schon wirklich sehr heikel gewesen sein. Und dann haben die noch am Ende ihre Häuser komplett verschuldet. Bibliotheken haben sie aufgenommen, um das finanzieren zu können. Sie haben wirklich an den Stoff geglaubt und sie waren wirklich davon überzeugt, dass das was groß werden kann, haben viel Arbeit reingesteckt. Oder bin ich ein bisschen wütend auf MGM? Ja. Weil du wirklich denkst, was soll denn das? Entweder du machst den Film oder du machst den Film nicht. Ja. Es gibt es doch nicht, dass die dann ihre Hypotheken aufnehmen müssen. Ja, es ist ziemlich traurig. Die haben einfach gesagt, so ab dieser Stelle ist jetzt Schluss. Und es waren so 6,3 bis 7 Millionen. Man weiß nicht genau, wo sie der Punkt ist, wo sie gesagt haben, jetzt wollen wir nicht mehr. Und dann haben die 30 zusammengesetzt und haben gesagt, okay, wir müssen irgendwie gucken, dass wir das Ding finanziert kriegen und lasst uns mal doppelt so hart schuften und lasst uns mal Geld reinpulvern von unserem privaten Geld. Lasst uns ins Risiko gehen. Die haben 110 Stunden in der Woche gearbeitet in den letzten sechs Monaten. Das ist der Hammer. Das ist total krass. Ja. Ja, wie gesagt, war ein Moderator. Erfolgt dann beim Box-Office. Also auf jeden Fall eine Enttäuschung. Aber sie haben das Geld reingekriegt. Es gibt ein Happy End. Es gibt ein totales Happy End. Das lief richtig gut auf dem Home-Video-Markt dann. Das war so ein Video, was sich richtig gut verkauft hat. VHS rausgefallen und dann kam auch die DVD irgendwann tatsächlich. Ja, einige Zeit später. Aber die VHS hat schon wirklich richtig Geld reingespült, ne? Ja. Das ist toll. Es ist natürlich schön. Ein gutes Gefühl gibt einem das auch. Und dann ist es natürlich auch auf den ganzen Sendern durch Deutschland mal im Fernsehen gelaufen. Und ein zweites Happy End quasi. Mitte der 80er Jahre hatte Don Pluf dann. Der hatte immer ein bisschen finanzielle Probleme, aber zumindest für eine Zeit lang seine Schäfchen einigermaßen im Trockenen, weil er für Fallwilder Maus-Wanderer mit Steven Spielberg zusammengearbeitet hat 1986. Und dann kamen ja auch so seine großen Hits. Also das Fallwilder Maus-Wanderer und das Land von unserer Zeit waren einfach große Dinger. Ja. Und dann wurde es wieder schwierig. Aber da können wir später vielleicht nochmal aufs Gespräch kommen. Ja, er hat vielleicht auch nicht unbedingt die besten Sachen später noch gemacht. Nee, es gibt so, es gibt ein Dark Age of Don Pluf. Oh, the irony. Wobei ich selbst die Filme, die bei denen nachgesagt wird, dass sie nicht so gut sind, die mag ich auch. Also vor allem Charlie, alle Hunde kommen in den Himmel, gilt so als der Start von Don Plufs Karriere. Geht den Bach runter. Das war echt auch ein süßer, auch ein bisschen merkwürdiger Film. Ich glaube, wir werden jetzt bei Miss Prisby sehr oft darauf zu sprechen kommen, dass Don Pluf öfter mal so ein bisschen gegen den Strich inszeniert und was auch schwierig ist, weil wenn man Familienkino macht, Familienfilme, die für eine Disney Fanbase gemacht sind, weil sie halt ganz klar inspiriert sind von Disney. Dann gibt es natürlich gewisse Tropes und dann gibt es natürlich so gewisse Standards und auch gewisse Regeln, kann man sagen, wie was man macht, was funktioniert. Und Don Pluf unterläuft diese Regeln hier doch des Öfteren. Ja, massiv. Das werden wir in den unterschiedlichen Ebenen merken. Es ist ja nicht nur auf einer Ebene zeichnerisch oder so was, sondern auch in der Erzählung eine klassische Heldengeschichte. Sehr straightforward. Miss Prisby muss sich dreimal, glaube ich, irgendwie beweisen in Situationen, um da hinzukommen, wo sie hin will. Eine sehr klassische Heldereise. Aber ich finde, er macht so viele Schlenkerer in verschiedene Richtungen und macht auch so viele Figuren auf, die am Ende gar nicht so viel Bedeutung bekommen. Irgendwie ist die Personalität zu groß für das, was ich da eigentlich überschauen kann als Zuschauer. Das ist das Erste, wo ich sagen würde, okay, das hilft mir nicht unbedingt, dem Film folgen zu wollen, muss ich sagen. Ja, wir haben halt für einen kurzen Film, für einen wirklich kurzen Film, der dauert gerade mal 80 Minuten, haben wir schon ein großes Set an Charakteren. Wir haben Miss Prisby, ganz klare Heldin des Films. Ja. Also die, die auf diese Reise geht und die, wie du schon sagst, durch diese Station läuft. Also es gibt so einmal, es geht gleich los mit der großen Bedrohung durch den Charter. Der Dragon heißt, was auch so ein bisschen schon die Richtung, die fette die Richtung des Films vorgibt, der Charter ist auch wie ein Drache und die Bedrohung, die er ausstrahlt, wie er jagt. Wir erleben hier nicht, nicht, nicht eine auktoriale Perspektive auf Tiere, die Bedrohungen ausgesetzt sind, sondern wir haben eine sehr personale Perspektive und in der wir alle Bedrohungen, die von außen kommen für die kleine Maus, extrem. Der Charter ist einfach mal ein Monstrum in diesem Film. Also da gibt es nicht nur diesen Charter als Monstrum. Es ist ja fast alles irgendwie monströs, muss man mal sagen. Was es mir auch schwierig macht, das ordentlich zu sortieren, weil ich dann immer wieder denke, okay, das ist das nächste Monster. Ist das jetzt gut oder ist das schlecht oder ist das jetzt böse oder nicht böse? Stellt sich dann immer so raus. Aber es ist alles für die Maus erst mal richtig monströs und problematisch und das einen Film lang durchzuhalten, das finde ich auch anstrengend. Aber das ist der große Fantasy Aspekt. Wenn du dir anschaust, wie Herr der Ringe strukturiert ist, wenn du dir die Hobbits anguckst, die unterwegs sind, da ist auch erst mal alles monströs und groß. Ja, aber die Hobbits haben immer wieder Teezeit und Spaß. Hey, die hat sie auch. Die hat sie auch. Egal, ob es die Orks sind oder ob es auch vermeintliche Verbündnisse sind, wenn die zum ersten Mal den Elben zum Beispiel begegnen, wirken die Elben auch irgendwie einschüchtern. Und da, finde ich, geht der Film von seinem Stil, wie er erzählen will, haut er ganz klar in diese Fantasy-Geschichten rein, wo es ständig diese Bedrohungen gibt von außen, die nicht so ganz zu greifen sind, die aber fürchterlich monströs sind und groß sind und episch sind. Und natürlich, er macht das, um einen epischen Effekt zu erzielen. Ja, ja, natürlich. Und das gelingt ihm meiner Meinung nach extrem gut. Das ist schon. Der Traktor vom Bauern, wie der wirklich wie so einen Höllen ungetümmt, wie ein Dämon über dieses Feld jagt, alle werden vertrieben, alle müssen von ihrem Platz weg. Das heißt, der Tag des Umzugs hat fast schon so eine religiöse Komponente, dass sie sagen, it's moving day. Und alle haben Angst davon, alle wissen, das ist der große Tag, wo die Götter auferstehen. Oh Gott. Und einmal für dieses Armageddon sorgen. Das hat schon was Gewaltiges und das reißt mich auch ziemlich mit. Ja, natürlich erzählt er das sehr effizient, muss man mal sagen. Aber ich muss sagen, dass einfach bei mir ein Ermüdungseffekt eintritt, weil in dieser kurzen Zeit, in diesen 80 Minuten, einfach so viele Stationen abgearbeitet werden müssen, die alle bedrohlich sind, und zwar maximal bedrohlich. Diese Eule könnte sie jederzeit fressen. Die ist auch so inszeniert, als ob sie jederzeit, die brauchen nur einmal mit der Wimper zu zucken und alles ist tot in der Umgebung. Das ist die eine. Das ist der Traktor, das ist der zweite. Der Zauberer, der Nikodemus, der ist von Anfang an düster. Der ist nicht, es ist kein freundlicher Zeitgenosse von Anfang an. Später hilft er so ein bisschen und man versöhnt sich so ein bisschen mit ihm, aber ist eigentlich auch ein sehr angsteinflösender Charakter. Der Nikodemus ist halt der klassische Magier in so einer Art, dass er sich seitdem alt und weise, aber auch so ein bisschen gruselig, weil er hat offensichtlich schon lange gelebt, er hat so vergerbte Haut. Und er hat leuchtende Augen. Leuchtende Augen. Also, ne, solche Sachen. Und die Eule ist halt das klassische Orakel. Das kann dich fressen, aber du brauchst seine Hilfe, das kann dich töten. Du weißt, du bist hier irgendwie, du balancierst auf sehr dünnem Eis, aber das ist die Aufgabe, durch die du durch musst und du musst das richtige Lösungswort sagen, sonst wirst du verspeist. Und sie sagt ja offensichtlich das richtige Lösungswort, nämlich Jonathan Prisby. Ja, genau. Was sehr oft in diesem Film das richtige Lösungswort ist. Ja, ja, ja. Ich mag diesen Aspekt, dass du hier ein Setting hast, was uns so gezeigt wird, dass wir es verstehen. Also wir haben einfach die Mäuse, die am Rande des Feldes leben und wir haben die anderen Tiere, die am Rande des Feldes leben und die offensichtlich eine Art Gemeinschaft bilden, wo man aufeinander achtet, weil es kommt dann ja Jeremy und es wird irgendwie gezeigt, die Tiere arbeiten zusammen. Dann haben wir diese Ratten, die irgendwie mysteriös sind. Sie reden immer so ein bisschen ehrfurchtvoll von den Ratten und wenn Miss Prisby von den Ratten hört, denkt sie auch erst mal, oh, ich weiß nicht, die sind doch so feindlich und die sind doch so merkwürdig. Wir sehen, die Ratten machen auch irgendwas Komisches. Und dann haben wir die Menschen. Und das ist so eine gewaltige Kraft, die von außen kommt, gegen die niemand etwas machen kann vermutlich. Zumindest die auf dem Feld, die haben sich einfach damit arrangiert. Sie wissen, es ist Moving Day. Da kommen die Menschen, die quasi wie Götter sind und machen alles platt. Da müssen wir halt umziehen. Und das müssen wir einfach einmal im Jahr machen. Ist so, gehört einfach zum Leben dazu. Ja, ich finde, das hat was sehr Starkes, weil es eben eine ganz eigene Welt entwirft. Wir verstehen, warum die Welt so ist, wie sie ist. Jaja, jaja. Und gleichzeitig sehen wir, dass die Tiere, denen wir folgen, es nicht 100% verstehen, aber versuchen, das zu greifen oder zumindest versuchen, in dieser Welt zu überleben. Natürlich hat es diesen ökologischen Background, dass wir hier auch irgendwie diese Fabel haben, Mensch gegen die Natur, beziehungsweise in diesem Fall dann die Natur, die sich versucht, vom Menschen zu schützen. Und es gibt eben auch dieses Meer, weil es dann diese Interferenzen gibt, weil die Handlungen des Menschen auf die Natur eingewirkt haben und das direkt in den Ratten am stärksten zu sehen ist. Ja, wir haben jetzt erst drei genannt von den bedrohlichen Dingen, die waren die Großen. Dann hast du aber auch tatsächlich noch den Kater, der da wirklich immer wieder als Bedrohung auftaucht. Also nicht nur einmal. Und dann sind selbst solche Situationen, wie das sie zu diesem Professor geht, um es sich sagen zu lassen, dass das Kind krank ist. Was es offensichtlich ist. Ähm, warum haben sie das Kind Timmy genannt? Es ist so, oh mein Gott, ist es da, warum? Warum heißt das lungenkranke Kind Timmy? Es ist der klischeehafteste Name für ein krankes Kind, den man sich ausdenken kann. Danke, Mr. Scrooge, und Frieden allen Menschen. Genau. And happiness to everyone. Selbst wenn sie zu dem Professor geht, ist das so düster inszeniert und so gefährlich. Und natürlich ist es gefährlich und es ist auch verständlich, dass es gefährlich ist und eine aufwändige Reise für sie als Mutter um das irgendwie. Ich verstehe auch, was der Film mal zeigen will, aber wenn selbst solche Situationen, wenn du schon vier oder fünf große gruselige Charaktere hast, dann auch noch gruselig sind, dann stürzt du nur von einer gruseligen Situation in den nächsten und es ist einfach anstrengend emotional. Johannes, warst du schon mal eine Spitzmaus? Ja, natürlich. Dann müsstest du das doch nachvollziehen können. Ja, natürlich kann ich das nachvollziehen. Sie ist eine kleine Maus in einer Welt, die von Menschen und größeren Tieren dominiert wird. Das ist, keine Ahnung, anderer Klassiker unten am Fluss. Watership Dawn. Das ist genau das gleiche Problem, ich finde den Film so furchtbar. Genau dasselbe Phänomen. Aber wenn du ein kleines Tier, wenn du die Geschichte von einem kleinen Tier erzählst und das in so einem realistischen Setting einbetten willst, dann ist die Welt nun mal einfach gruselig und dann ist nun mal alles eine Bedrohung. Aber was ist mit... Den Krüffelo, nimm den fucking Krüffelo. Was ist mit Ants? Kann man nicht einfach fröhlich tanzen? In Ants ist auch alles bedrohlich. Na ja, aber es ist trotzdem irgendwie... Die haben Ameisen, die werden ständig von großen Käfern angegriffen. Das ist ein lustiger Film. Und kein übergruseliger, alles ist hoffnungslos Film. Also für Zuschauer wie dich, nicht für Zuschauer wie mich, gibt es ja Jeremy. Ein Hoch auf Jeremy, unseren Jar Jar Binks des Films. Der tatsächlich meiner Meinung nach so ein bisschen viel platziert wirkt. Weil es ist so das einzige Comic Relief. Ja. Die Krähe, die etwas tollpatschig ist und auch fast ein Lied anstimmt. Das ist kein Musical übrigens. Ja, das ist kein Musical. Don Bluth hat später Musicals gemacht. Also zumindest Five Will Da Mouse Wanderer war eindeutig ein Musical. Der Arnold Cats in America. Das ist jetzt nur, wenn ich den Titel höre, da möchte ich dir auch ein kleines bisschen widersprechen, weil das für mich der einzige Hoffnungsschimmer des Films ist. Du brauchst den unbedingt. Weil du sonst wirklich nur... Du hast ja sonst nur düstere Situationen. Und ich freue mich, wenn dieser leicht kinky, bondage begeisterte Vogel seine Parolen raus und jede Situation fehl versteht und überhaupt nicht so richtig in ernster Lage versteht sondern irgendwelchen Blödsinn erzählt. Ich finde es super. Ja, den wir ja auch schon ein paar Mal in diesem Podcast hatten. Der hat unglaublich viel mit Mel Brooks zusammengearbeitet. Ja, stimmt. Bei Space Balls war er als Pizza Hut. Und wir hatten ihn vor kurzem in Glass Bottom Boat. Spielte auch so einen albernen Comic-Relief-Charakter. Und ja, vor allem, das kennt man aus Mel Brooks Filmen, ständig in Mel Brooks Filmen zu sehen. Irgendwann hat Mel Brooks ihn nach und an dem gefressen. Aber auch ein lustiger Typ, der so aussieht, als ob er zu Mel Brooks gehören würde. Auch das, was näher kommt dieser Film-in-Disney-Film nicht als in den Momenten mit dieser Krähe, die sich tollpatschig verhält, die total hilfsbereit ist, das Herz am rechten Fleck hat. Aber halt ständig Scheiße baut auch. Und nach der großen Liebesucht, ganz wichtig. Und er setzt an zu singen, es wirkt fast wie ein Augenzwinkern Richtung Disney. Ich singe jetzt ein Lied und dann fängt er an und du denkst, okay, jetzt fängt gleich das Vogelgezwitscher an und die Melodie setzt langsam ein. Ich finde den wirklich wichtig. Ich verstehe den Jar Jar Binks Gedanken, den hatte ich nämlich auch zwischendurch. Aber stell dir wirklich den Film vor ohne diesen Charakter, ohne irgendeinen Charakter, der so ein bisschen positives, unbekümmertes Leben mit reinbringt. Da ist ja nur noch Watership Down übrig. Watership Down fand ich so schlimm. Aber Secret of Nymph hat viel mehr Hoffnung als Watership Down und dann kommen wir zu dem Magieaspekt. Das ist meiner Meinung nach der Moment, die Hoffnung in den Film reinbringt. Das finde ich nervig an dem Film. Warum brauche ich Magie, um diese Hoffnung zu haben? Ich habe so viele Möglichkeiten. Ich habe so viel aufgefächert. In dem Buch im Original existiert die Magie nicht. Ich finde es total gut. Weil das, was du an Möglichkeiten anbietest, was du dieser Mutter gibst, an Möglichkeiten zu wachsen, warum wächst sie dann am Ende doch nicht? Weil sie diese blöde Magie braucht. Sie wächst unglaublich viel. Aber erst im Nachdenken und nicht als Kind beim Gucken, ohne dass du darüber reflektierst. Du weißt, dass im Buch, wo sie die Magie nicht haben, ist alles viel deprimierender, viel hoffnungsloser. Da ist sie ja nicht diejenige, die das auch macht. Und dann sterben alle Ratten bis auf zwei oder so. Das Buch ist komplett hoffnungslos. Dieser Film hat die Magie und das Mysteriöse und Spirituelle meiner Meinung nach, um zu zeigen, dass es eine Macht gibt, die es mit den Menschen aufnehmen kann. Wenn du eine realistische Ökoparabel erzählst und sagst, wir haben das hier, was die Menschen in der Natur machen, dann ist es hoffnungslos. Was willst du machen? Die Menschen reißen die Bäume runter und die Tiere sterben. Ich finde nicht, dass man unbedingt realistisch werden muss. Nur weil es keine Magie hat, muss man nicht unbedingt einen realistischen Film machen. Man kann ja trotzdem eine Parabel erzählen, aber das ist in fast einem beinahe magischen Moment darin, dass sie so tun, als ob die Menschen es geschafft hätten, Tiere intelligent zu machen. Das steht für mich im Kontrast zu der Magie. Das ist das Sünde der Menschen an den Tieren. Das ist das große Geheimnis, was die Ratten mit sich herumtragen. Dass die Ratten in diesem Versuchslabor waren von Nim. Ich finde es schade, dass das Akronym Nim so früh aufgelöst wird. Dann erfahren wir irgendwann, dass es dieses Institut ist, das Tierversuche gemacht hat. Die Ratten waren alle Teil dieser Tierversuche und sind intelligent geworden. Deshalb leben die Ratten direkt bei den Menschen und klauen deren Strom. Das hast du super zusammengefasst. Aber ich finde, dass das eine Chance gewesen wäre, vielleicht sogar ins letzte Drittel hinein, die Spannung aufrechtzuhalten. Was ist das große Geheimnis? Das wäre so geil gewesen. Aber der Faden wurde abgeschnitten, indem es erklärt wurde. Dann dachte ich, warum gucke ich den weiter? Das ist das Suspense-Moment, dass wir mehr wissen als die Protagonistin. Du meinst der Hitchcock-Effekt. Ja, Suspense geht auch außerhalb von Hitchcock. Suspense kannst du grundsätzlich erzeugen, indem du dem Publikum mehr gibst als den Charakteren. Es gibt diesen Obendraufblick immer so ein bisschen. Nach der Eröffnung sehen wir, wie sich die Menschen unterhalten und das ansprechen, dass dieses NIMM-Institut angerufen hat. Dann sehen wir, wie die Ratten die Stromkabel in den Busch ziehen. Die Menschen haben bei NIMM diese Experimente gemacht. Dadurch sind die Ratten intelligent geworden. Die Ratten haben ihr eigenes Reich mit Stromkabeln, in einem großen Rat, wo Politik gemacht wird. Deswegen soll Ms. Prisby bei den Ratten um Hilfe bitten, weil die Schulden ihr gefallen. Ihr Mann Jonathan hat den Ratten geholfen, erst da zu entkommen. Jonathan war auch Teil dieser Experimente. Er ist auch intelligent geworden. Was im Buch einen viel größeren Teil einnimmt, das Buch ist zweigeteilt, das eine ist seine Geschichte und das andere ist ihre. Es gibt viele gute Entscheidungen in diesem Film. Wir haben hier wirklich eine Heldin im Zentrum. Sie ist das Zentrum des Films. Sie ist unsere Protagonistin. Auch wenn ich es ein bisschen lame finde, aber erst im Vergleich mit anderen Filmen in der Zeit, dass das eine Mutter sein muss, die aus Mütterlichkeit alles Mögliche auf sich nimmt, um ihre Kinder zu schützen. Was ein Stapel geworden ist, ist, dass das ein Stapel geworden ist, um ihre Kinder zu schützen. Das klingt ein bisschen hart. In dem Fall ist ein guter Take drauf. Diese Werte, die oft als klassische weibliche Werte gesehen werden, sind sehr wichtig für die Heldengeschichte. Ihr Heldencharakter definiert sich durch diese Werte wie Fürsorge, Mitmenschlichkeit und Solidarität. Es wurde später in anderen Filmen so oft ausgeschlachtet, dass man dachte, gibt es noch andere Eigenschaften, die Frauen haben, außer Mütterlichkeit, Fürsorglichkeit? Ich kann, um meine Kinder zu retten, ein Auto wegbewegen. So in der Art. Aber wenn das so wesentlich ist mit der Intelligenz, was zeichnet die Intelligenz der Ratten aus? Wie heben sie sich von den anderen Tieren des Waldes ab? Das ist ein großes Problem. Das ist wirklich ein großes Problem, weil ich die ganze Zeit denke, die anderen, auch. Hat sie mit dem Labor nichts zu tun und ist trotzdem intelligent? Wo ist der Unterschied? Die Technik kann es auch nicht sein. In dem Stein, in dem sie lebt, hat sie alles mit Möbeln gestaltet. Sie hat alles schön wohnlich gemacht. Vielleicht kann man noch sagen, die sind jetzt schon eine Weile da. Die haben einen verlangsamerten Alterungsprozess. D.h., die sind schon eine Weile in dieser Gesellschaft und sollten ihre Umgebung mit beeinflussen. Wenn ein Teil einer Gruppe einen gesellschaftlichen Sprung macht, ziehen sie automatisch den Rest ein bisschen mit. Vielleicht hat sie daraus schon gelernt. Aber Jeremy ist auch neu in dieser Gegend. Das ist das Problem. Das kann es auch nicht sein. Deswegen finde ich das schlecht durchdacht und nimmt dem die Kraft, die es haben könnte. Eigentlich finde ich den Grundgedanken zu sagen, dass diese Figuren überhaupt reden können. Aber das ist es nicht. Ich glaube, die Intelligenz der Ratten und das wird nicht wirklich groß in der Geschichte erzählt, besteht eigentlich nicht darin, dass sie jetzt Technik haben, dass sie Strom gebaut haben oder reden können. Das finden wir alles in kleinerer Form bei den anderen Tieren. Ratten sind ja auch kluge Tiere. Ich glaube, das wesentliche Momentum ist, dass die Ratten ein Gefühl für moralisches Handeln haben. Und so was wie ein Gefühl für moralisches Handeln und für die Fragestellung, was ist moralisch richtig. Daraus resultiert auch so was wie Politik und vor allem aber auch Intrigen, Hinterhältigkeit. Die Ratten haben sich insofern dem Menschen stärker angenähert, dass sie Verhaltensweisen des Menschen kopieren. Das sehen wir v.a. in dem Bösewicht. Er hat einen Bösewicht reingebracht, der eine große Rolle spielt. Weil das Intrigante, was er an den Tag legt, das ist das, wovon die reden, wenn sie sagen, die Ratten sind intelligent geworden. Nicht das Reden, das können die anderen Tiere auch. Das Entscheidende ist, dass die Ratten so was entwickelt haben wie moralische Fragestellungen. Daher rührt das Hauptdilemma von den Ratten, dass sie sich fragen, wollen wir autonom sein oder wie? Weil alles andere, alle anderen Handlungsmotivationen von beteiligten Figuren, die nicht Teil dieses Experiments waren, kann man auch erklären mit ganz natürlichen Trieben. Natürlich will Miss Brisby als Tier ihren Nachkommen durchspringen, weil das einfach Teil der Natur ist. Das ist ihre Motivation, loszuziehen. Aber hat der Professor nicht auch moralische Sätze bekommen? Das ist auch so, als wenn er über moralische Implikationen nachdenken würde. Du meinst, der Arzt war ja auch Teil des Experiments. Der war Teil des Experiments? Das ist die einzige Maus, die überlebt hat. Er und Jonathan Brisby waren die einzigen Mäuse, die überlebt haben. Ich würde das alles weglassen. Sie nimmt ja auch die Medizin von ihm. Er ist ein Arzt, sie hat Vertrauen in Experten. Die Tiere in diesem Film, kann man sie nicht bei Tieren finden. Wenn sie davon reden, dass die Ratten anders sind, dann ist es diese gesellschaftliche Struktur, die ein amoralisches Handeln ermöglicht. Nicht nur ein moralisches Handeln, sondern auch ein amoralisches Handeln. Dass sie sich gegenseitig in den Rücken fallen. Dass der Jenner, um seine Interessen durchzusetzen, lügt und betrügt, sich Lakaien sucht. Dass es diesen Rat gibt, wo sie darüber diskutieren. Das finde ich einen spannenden Ansatz auf Intelligenz. Das Kommunizieren haben wir in der Natur. Tiere kommunizieren miteinander. Dass sich ein Nest suchen, sich um seine Nachkommen kümmern, das haben wir hier alles. Aber das, was die Ratten auszeichnet, was sie nah an den Menschen heranrückt, das ist intrigantes Verhalten. Das ist Amoralität. Das ist die Frage, ist das, was ich gerade mache, gut oder böse? Aber auch die Antwort, ich mache jetzt was Böses. Es wäre ein interessantes Thema gewesen für den Film, aber ich habe mich nicht so richtig dahin geführt, dass ich auf solche weiterführenden Gedanken komme, weil er das Thema nicht ausschöpft. Der Film hält das alles vage. Ich kann nur meine Interpretation anbieten, die für mich diese Story so spannend macht. Dann haben wir eine krasse Zivilisationskritik hier. Weil einmal durchs Glas draufgeschaut wird, wie die Ratten gerade leben und was sie machen. Und wie schwer sie sich tun mit Veränderungen. Sie haben es sich gemütlich gemacht. Das ist auch ein menschliches Moment. Sie leben da und haben alles, was sie brauchen. Wir können uns doch bei den Menschen bedienen. Warum sollten wir umziehen? Die sehen nicht die Gefahr, die am Horizont lauert. Nimm kommen soll, um die Ratten wieder einzusammeln oder umzubringen. Ich habe gerade die Vision von einem 8-jährigen Plor, der den Film gesehen hat und mit seinen Kuscheltieren redet. Dieses amoralische Verhalten, das ist die Gesellschaftskritik. Als Kind fand ich den Film geil, weil ich das Gefühl hatte, dass er mich ernst nimmt. Als Kind habe ich diesen Film geliebt, weil er düster war und schreckliche Dinge gezeigt hat. Und weil er Angst gezeigt hat und dabei nicht gekuscht hat vor einem vermeintlichen Kinderpublikum, dass das alles zu hart ist. Dafür habe ich alle Don Bluth-Filme geschätzt. Die Disney-Filme kuschen immer vom Kinderpublikum. Andere Zeichentrickfilme auch. Ich habe viele Gedanken dazu. Aber das hat den Film für mich stark gemacht damals. Weil es gibt wenige mutige Familien- und Kinderfilme. Ja, das stimmt. Ich fand ihn aber auch sehr streckenweise so düster und so gruselig. Plötzlich hast du so einen Goa-Moment. Da kommt die in diesen Baum rein, wo sie eigentlich zu dieser Eule will. Dann fliegt die Eule auf diese Spinne und die Spinne wird zerquetscht. Und es ist so Blut und Splatter. Und du denkst dir, okay, okay, komm mal runter, tone down a bit. Ein bisschen vielleicht. Ich will ja nicht, dass du Tanzen des Squirrels hast, die in der Gegend rumsingen und sagen, ist alles so schön. Aber wenigstens ein kleines bisschen weniger. Aber das ist die Natur. Die Natur ist verdammt hart und grausam. Beim König der Löwen laufen sie alle zu den Felsen und so, die eigentlich nur Vorspeise sind, gucken hoch und sagen, unser König ist das Circle of Life. Friss uns bitte. Ich weiß nicht, wie viel ich als Kind damit klargekommen wäre. Oder nicht wäre. Ich fand schon Feifeld am Auswanderer streckenweise düster. Der ist auch total düster. Da ist er ein bisschen näher an der Disney Golden Era. Der ist auch Spielberg, der so ein bisschen mit reingefuscht hat. I like to be in America. Hab ich einen Ohrwurm von Westside Story? Ja, gerade klang es mehr nach Westside Story. Diese Lieder verschwimmen in meinem Kopf. Das sind beides schreckliche Ohren. Aber das ist Westside Story. Liebes Publikum, ich habe einen Ohrwurm von I like to be in America von Westside Story mit dem Text von der Anna Katzen America von Feifel, der Mauswanderer. Ich glaube, du musst nachträglich noch mal ein Intro aufnehmen für die Folge, wo du Anna Katzen America auf diesen Melodien singst. Oh no. Ich glaube, es ist ganz wichtig, das schätze ich unter anderem auch zum Beispiel an den Filmen vom Studio Ghibli und Hayao Miyazaki, an denen mich dieser Film auch ganz oft erinnert. Ich glaube, es ist ganz wichtig für Kinder- und Familienfilme, dass sie mutiger sind, das Publikum ernst zu nehmen. Wir haben das schon öfter in einem Podcast gehabt, das Gespräch, und ich sage das nicht zum ersten Mal. Dass Kindern nicht zu wenig zugemutet wird, mal düstere Sachen zu sehen, auch mal Grausamkeiten zu sehen. Dass Personenfiguren auch sterben können und man das auch sieht und nicht wie bei Bambi einen Schuss ertönten, dann wird weggecuttet. Ich glaube, das ist diesem Film sehr hoch anzurechnen, dass er sich das wirklich traut. Ich freue mich darauf, dass die Kritiker damals gesagt haben, das ist nichts für Familien, das ist doch kein Kinderfilm. Weil ich glaube, die Kinder, die sagen, ja, danke, danke, das will ich sehen. Keine rosa Wiesen mehr, auf denen alle glücklich miteinander sind. Das will ich sehen, danke. Ja, ich ahne auch, das einzige Kind, was in meiner Umgebung ist, was ich ein kleines bisschen kenne und ab und zu mal sehe, ist dein Kind. Und ich traue deinem Kind das volle Kanne zu. Dass der dann sagt, ich will das sehen, wie die Spinne zerquetscht wird von der Eule. Vielleicht noch mal kurz zu der Interpretation zurückzuspringen. Ich glaube, dieser Widerstreit, der wird eben auch stark durch die Atmosphäre und gibt der Atmosphäre auch ganz viel, dass du eben diesen Moment hast, dass das Menschliche als was eigentlich Düsteres und Barbarisches gezeigt wird. Dass die menschliche Intelligenz der Geburtsort von Lug und Trug und von dem Politischen usw. Und dann schafft es der Film mit dem radikalen Gegenentwurf in dieses Narrativ reinzubrechen, indem er einfach sagt, dem können wir diesem Konglomerat aus Politik, Technik und Gesellschaft absolut radikal mysteriös Magische entgegenwerfen. Und dann baut er so Tropes ein, die nicht erklärt werden, die Nullerklärung haben. Nicodemus am Anfang, der diese magische Schrift hat, während er die Geschichte erzählt von ihm und Jonathan. Das Amulett, das wird nicht weiter erklärt. Das wird auch nicht irgendwie in Zusammenhang mit dieser Nim-Geschichte gebracht. Das ist nicht davon auszugehen, und es gibt keinen Ursprung dafür. Aber es ist auch verwirrend. Für manche Sachen gibt es eine Erklärung und für andere einfach keine. Das ist ganz wichtig, weil die für die es gar keine Erklärung gibt. Die sind der radikale Gegenentwurf zu dem, was durch diesen menschlichen Eingriff in die Natur geschehen ist. Dieses Amulett ist der radikale Gegenentwurf und braucht dieses Amulett. Das ist deus ex machina. Was Sie eigentlich erzählen wollen, ist, dass Miss Brisby sich in diesem Moment von ihrem Mann unabhängig macht. Sie stolpert die ganze Zeit durch die Handlung und alle verbeugen sich vor ihr, weil sie die Frau von Jonathan ist, der sich geopfert hat. Am Schluss ist es sie, die das Amulett aktiviert. Sie macht nichts Großes, außer Angst, um ihre Kinder zu haben. Aber sie ist am Schluss durch dieses Amulett, es ist nicht perfekt, auf keinen Fall. Sie ist die Handlungstreitende. Sie ist die, die die Eddy-Kräfte benutzt, um den Stein hochzuheben. Sie löst sich von diesem Erbe von Jonathan und findet durch die Magie ihre eigene Handlungsfähigkeit. Sie war nicht Teil dieses Experimentes, aber sie ist Teil dieser magischen Welt. Sie ist Teil dieser magischen Kraft. Es wird ja auch gesagt, dass das Amulett nur aktiviert wird von jemandem, der den Mut in sich aufregt. Für mich war die Konnotation noch nicht mal auf dem reinen Herz, sonst hätte ich im Strahl gekotzt, sondern es war wirklich so, diese Courage in sich finden. Das fand ich dann schon ganz okay, was eine Interpretations-Ebene aufmacht, wo man nicht stundenlang erst nachdenken muss, um sie zu finden, dass sie das in sich findet, hilft mir zu glauben, dass es eigentlich auch aus ihr kommt und nicht aus diesem magischen Ding, was ja eigentlich der Fabelmoment daran ist. Es ist wirklich eine Form von Selbstbefreiung. Darum geht es ja auch bei den Ratten, diese Autonomie. Wir sind noch gar nicht auf das moralische Dilemma von den Ratten zu sprechen gekommen. Harte Frage, hat der Bösewicht recht, wenn er sagt, die Menschen waren so aschig zu uns, jetzt klauen wir von den Strom. Eigentlich hat man das Gefühl, die Ratten diskutieren darüber, weil sie es falsch finden zu klauen. Aber die Frage besteht ja gar nicht darin, ob wir von den anderen weiter hängen oder hängen wir weiter am Tropf von anderen, von denen wir eigentlich loskommen wollen, von denen wir uns unterscheiden wollen. Dann wären wir wieder voll bei Miss Brisby, die sich weiterentwickelt und sich von dem Erbe ihres Mannes löst. Es ist übrigens so eine kleine Zeitnot, denn Nicodemus sagt es so zwischendurch. Du wirst alt, dein Mann wäre ganz lange jung geblieben und du wärst alt geworden. Das hätte ja nicht funktionieren können. Wann wolltest du ihr das sagen? Was? Hä? Man sieht ihr den Schrecken in Gesicht stehen, aber das war es dann auch. Das wird einmal erwähnt. Du hast ja auch vergessen, wie der Film ist. Irgendwie seltsam, schon krass. Wir waren bei der Moral. Es gibt diese zwei Aspekte, die Unabhängigkeit, die auch wichtig ist, weil Nim kommt und macht sie alle platt. Ich finde es unwesentlich, ob Nim kommt und sie alle platt macht. Das ist aus überlebenstechnischer Sicht wichtig. Was mir wichtig ist, weswegen ich gegen Jennas Ansatz bin, zu sagen, wenn wir uns weiterentwickeln, wollen wir uns unabhängig von einer anderen Welt, die wir verachten, weiterentwickeln. Alles andere ergibt für mich gesellschaftlich keinen Sinn. Deswegen liegt Jenna falsch. Was ein starkes Motiv ist, ist eine Intelligenzinterpretation. Wir müssen unabhängig sein. Wir müssen uns weiterentwickeln. Dazu gehört, dass man auch neue Orte sucht und sich loslöst von Erben, die man mit sich rumträgt. Es gibt diesem Film eine Tiefe und ein Spannungsfeld, dass wir diesen Widerstreit haben. Einmal das Autonomiestreben, dann diese vermeintliche Intelligenz, die gewonnen wird durch den Eingriff des Menschen. Diese Intelligenz, die dazu führt, dass man Intrigant ist, dass man sich hinterhältig verhält. Das reingepfropft auf diese sehr straightforward erzählte Fantasy-Geschichte von einer Helden, die wenig macht, wenig handelt und eher von Hilfe zu Hilfe läuft und am Schluss diese Freiheit findet. Vielleicht können wir darüber reflektieren, wie sie von einer Situation in die nächste kommt immer nur eine Tür aufmacht und die Hände zusammennimmt, hochguckt mit großen Augen und sagt, bitte hilf mir, meine Kinder. Sie ist nicht die furchtlose Helden, die wir später aus weiblichen Hauptfiguren gemacht haben, die ich auch dämlich fand. Das ist keine echte Courage. Das ist kein echter Mut, wenn du die ganze Zeit nur sagst, ich komme in den Raum rein und mache alles. Und zeige keine Angst. Mut ist aus einer Angst, aber du kannst auch Angst machen, die dir Angst machen. Das haben sie supergut drauf, finde ich. Dass sie losrennt und durch ein furchtbar gruseliges Szenario rennt, um zu diesem Doktor zu kommen und dann die ganze Zeit durch gruselige Szenarien und sich trotzdem jedes Mal sagt, obwohl sie in der Ecke sitzt und wimmert, ich muss das jetzt machen, dass ich diese Sache durchkomme, ohne draufzugehen. Das finde ich sehr gut gemacht. Das Krasse ist, dass sie sich bewusst in absurd bedrohliche Situationen begibt. Sie krabbelt als kleine Feldmaus in diesen Traktor rein, durch dieses Technikungetümen, ohne zu wissen, was sie machen kann. Wir haben nichts da, das machen wir nicht. Was ich auch eine interessante Figur finde, die Tante, die heißt ja auch noch Tante Shrew. Sie wird gespielt von einer, wir haben hier zwei Stimmen aus Miss Poppins. Sie ist Miss Poppin ganz am Anfang des Zimmermädchens, das so wegrennt und sagt, mit diesen Kindern kann man nichts machen. In dieser beeindruckenden Szene, die Kinder sind ganz ruhig hier. Den ganzen Film über erfährt man nicht, was schlimm an diesen Kindern ist, weil die sind eigentlich voll lieb. Dann haben wir den, der den Banker gespielt hat bei Miss Poppins. Mary Poppins heißt der Film. Mary Poppins, nicht Miss Poppins, Mary Presby und das Geheimnis von Limp. Genau, Ann Shrew ist schräg und witzig. Shrew ist ja Taming of the Shrew, muss ich drinnen denken bei Shakespeare. Der widerspenstigen Zähmung. Dann ist diese Tante auch noch so, dass die so widerspenstig und so, das wird so gemacht, das geht ja so nicht. Hör mal in Battle Lay, um den Namen zu sagen. Sie streitet sich am Anfang mit den Kids, da hat sie wieder so einen Moment, wo sie total sauer ist auf die Kinder. Um hier noch 2 Namen einzuwerfen, wir haben hier 2 in ihrem Schauspiel-Debüt. Zum einen haben wir niemand Geringeren als unseren geliebten Will Wheaton. Will Wheaton. Wesley Crusher. In seinem Schauspiel-Debüt spricht eines der Kinder Beverly Hills, 90, 2010. Großer Teenie-Star der 90er Jahre. Genau, und später diese Hexenserie. Charmed. Shannon Doherty und Will Wheaton als kleine Kinder geben den Mäusen die Stimme. Ich muss aber dazusagen, als ich die Wahl hatte zwischen Deutsch und Englisch, und gedacht habe, Neplor hat das als Kind auf Deutsch geguckt. Ich habe es mir auf Deutsch angeschaut, und ich fand es gar nicht so schlecht. Zeichentrick-Filme sind ziemlich gut, was Synchronisation betrifft. Bei Zeichentrick-Filmen ist es leicht, weil Zeichentrick-Filme nach Studio klingen. Ich habe es auf Englisch geguckt, ich habe es leider nicht mehr auf Deutsch geguckt. Es sind beim Deutschen keine großen, prominenten Synchronsprecher dabei. So genau habe ich mich da nicht reingefuchst, weil ich nicht den Moment hatte, wo ich gesagt habe, das ist doch die Stimme von. Prisbee wird von Alice Franz gesprochen, die, glaube ich, wenn ich das richtig sehe, die hat die Umbridge synchronisiert. Ah, Dolores Umbridge, ja, stimmt. Bei Harry Potter. Horst Sachtleben, als Jeremy, ich habe eine sehr große Historie. Okay, der hat 1000 Derek-Folgen gemacht. Okay. Aber eigentlich waren wir bei dem Moment, sie begibt sich in absurd bedrohliche Situation. Und das ist so viel Mut, dass sie sich dieser Eule stellt, dass sie sich der Katze stellt und sagt, ich mache das jetzt mit dem Schlafmittel. Sie hat ja wirklich einen guten Grund. Was sagen wir denn zum visuellen Stil? Überzeugt? Natürlich sind unsere Sehgewohnheiten von heute anders. Man kann nicht wie damals drin sitzen und sagen, das ist ja eine krasse Technik oder so was. Aber wenn man so ein bisschen das Einsortieren kann im Kopf und weiß, was damals möglich war und was nicht, dann ist man schon ein bisschen beeindruckt. Die haben viel mit Licht hinter der Zeichnung gemacht, dass die Augen leuchten können und dass diese Schrift, die sie da einmal in dieses Buch reinbringen, dass die leuchten können und so weiter. Das haben die wirklich sehr gut gemacht. Dann gibt es ganz viele kleine Lichtpunkte, die immer mal wieder passieren, was auch sehr aufwendig ist. Das ist nicht der Fall. Ich finde, er ist ästhetisch ziemlich gut gealtert. Wenn man sich nicht so viel Gedanken über die Technik macht, ist es schon so speziell, wir haben diese statischen Hintergründe, die einen sehr gemälde Look haben. Dann haben wir die wirklich guten Animationen, die auch sehr viele Einzelframes haben. Es ist sehr flüssig, muss man sagen. Es gab einen Pan ganz am Anfang, den ich nicht gut fand, der wirklich sehr gesprungen ist. Das war der einzige im ganzen Film, wo ich gedacht habe, jetzt nicht mehr. Aber dann wirklich sehr flüssig und ich finde, dass die Charaktere sehr gut gezeichnet sind. Dass sie wirklich gute, eigene Dinge bekommen haben, die sehr unik sind. Zu nah an Disney teilweise. Ich nehme vor allem einen, der sehr nach Disney aussieht. Aber Justin ist der, der dann auch noch gekämpft hat. Der Robin Hood. Der sah wirklich aus wie Robin Hood. Der hätte die Haare noch röter machen müssen. Du kannst einfach die Nase ein bisschen ziehen und dann hast du ein Fuchsgesicht. Es ist schon ein eigener Stil, auch aus der Zeit, dass du diese statischen Hintergründe hast und ich finde, Licht und Kamera machen da wirklich viel mit den Filmen. Es passieren wirklich spannende visuelle Sachen, die heute nicht mehr so gemacht werden würden und die auch so ein bisschen im Schatten stehen von dem, was Disney bei der Renaissance der Disney-Filme gemacht hat mit 3D-Möglichkeiten. Es ist schon was anderes, wenn man sich anschaut, wie die Landschaft bei König der Löwen animiert ist oder bei Ariel, die eine Frau sieht. Das ist sehr künstlerisch, das finde ich, weil die Hintergründe so gemäldeartig sind. Und weil... Dieses Magical Place kommt da viel mehr zu tragen dadurch. Es ist nicht so fein... Wenn ich jetzt an Beauty and the Beast denke, wo sie angefangen haben, auch mit Computern noch nachzuarbeiten. Da ist das alles so rein und so eine klare Kante. Irgendwie, finde ich, fängt es da an, dass alles so ein kleines bisschen zu poliert aussieht. Das ist in dem Film eine gute Mischung aus poliertem und dann doch ein bisschen unreimen, was lebt. Musik Jerry Goldsmith, einen Namen, den wir öfter hören in diesem Podcast. Dieser Typ hat sich auch wahnsinnig gefreut über diesen Film. Der muss ja so begeistert gewesen sein, der hat so viel Arbeit noch Wochen reingesteckt, die gar nicht bezahlt war. Der hat gesagt, bei diesem Film will ich echt, dass alles perfekt ist. Und es ist wirklich toll. Also musikalisch ist es wirklich super. Es ist halt auch sehr atmosphärisch und steht so sehr im Dienst vom Film. Es ist so düster getragen. Es passt einfach. Vor kurzem haben wir über Jerry Goldsmith geredet bei Alien, der die Musik zu Alien machte. Weil du meintest, die Musik ist zu offensichtlich. Hätten sie mehr Kontrast machen müssen. Jerry Goldsmith hatte sowas auch im Kopf. Dann hat Ridley Scott gesagt, ich will hier was richtig Düsteres und Monotones. In dem Film macht er auch keinen Kontrast. Die Musik hat so einen gewissen Pathos und passt zu der düsteren Umgebung. Er meinte aber auch, ich glaube, das ist auch sein 1. Trickfilm. Da muss man einfach ein bisschen anders arbeiten. Dann hat er sich da reingestürzt in ein völlig neues Gewässer. Von außen sieht das dann relativ gleich alles aus. Es ist ein Musiker, der Musik schreibt. Innerhalb des Universums hat er schon einiges anders machen müssen und erfinden müssen und überlegen müssen. Er hat sich teilweise 7-minütige Bögen überlegt über einen ganzen Score. Das ist dann schon anders. Ästhetisch sind wir einer Meinung. Ich finde es ein bisschen sehr düster. Das ist das Einzige, was mich die ganze Zeit so... Du scheinst mir das doch ein bisschen unzufrieden zu sein. Es ist convolutet. Es sind zu viele Charaktere. Die Stationen sind zwar relativ klar, aber es sind trotzdem so erzählt, dass ich das Gefühl habe, ich weiß nicht mehr, wo ich eigentlich bin. Wie weit bin ich vom Ziel entfernt? Was passiert gerade, warum passiert das gerade? Mein Interpretationsansatz hilft dir nicht, da rauszukommen aus diesem falschen Blick. Tatsächlich hilft mir das Gespräch gerade, ein kleines bisschen zu sortieren im Kopf mit dem Unterschied der Intellektualität und dieses moralische und amoralische Verhalten, dass das der Unterschied ist, weil alle Tiere sprechen können. Das hilft mir ein bisschen, das Ganze in einem anderen Licht zu sehen. Aber für mich zählt ja immer, was ich denke, während ich den Film gucke. Deswegen bereite ich mich auf Filme auch nie vor. Weil es kein Eindruck war und nicht, was ist von irgendjemandem anders da vorher reininterpretiert. Ich will ja wirklich wissen, welchen Eindruck habe ich unvorbereitet beim Gucken. Manche Filme wachsen erst danach, wenn man recherchiert. Aber es kann den Film nicht retten in der Form. Bei Filmen wie I'm Thinking of Ending Things hast du zwei Filme im Kopf. Dann hast du einen Film, den du gesehen hast, der hat nichts mit dem zu tun, was du im Kopf hast, was es für eine Interpretation ist. Dann hast du zwei Filme im Kopf, der eine ist gut, der andere ist schlecht. Bei dem hier kommt kein zweiter Film zustande, nur weil du jetzt sagst, dass es eine andere Interpretationsmöglichkeit gibt. Was soll ich jetzt eigentlich gerade? Der galoppiert davon. Es ist alles so düster. Um das von meiner Seite noch mal starkzumachen, ich glaube, wo will er eigentlich jetzt hin? Das ist eine ganz große Stärke von dem Film. Das magische, mysteriöse, als Kontrast zu dem klar definierten, menschlichen, technischen Wissenschaften. Wenn du als Kind überhaupt nicht fragst, wo will der Film mit mir hin? Du hast ja überhaupt nicht den Erfahrungshorizont zu sagen, ich gucke mir jetzt den Film an und will mal wissen, was will mir der Film erzählen? Ich gehe einfach rein, setze mich hin und gucke, interessiert mich das oder nicht? Ich habe in diesem Fall noch nicht den Kindertest gemacht, den muss ich mal mit Bela machen. Er hat die Maus vorne gesehen und gesagt, nee, nicht so tierenerflich. Disney hat doch schon eine Maus. Aber ich werde mal gespannt, wie er ihn mitnimmt, mitreißt, begeistert. Das muss ich noch mal machen. Für mich ist es auch ein bisschen nostalgisch dabei. Es gibt noch einen zweiten Punkt. Für mich ist es ein absoluter, muss man sehen, Film. Ich mache das fest an einem Beispiel, Nicodemus stirbt. Die eine Maus sitzt ein bisschen bedroppelt in der Gegend rum, aber ansonsten interessiert das irgendwie niemanden. Das, was da passiert, hat keine ausgespielten Konsequenzen. Es gibt keine große Trauerszene. Das zieht sich durch einen Film durch, dass viele Sachen keine ausgespielten Konsequenzen haben, sondern dass wir zu schnell in das nächste gehen müssen. Auch das mit dem Alter, meinst du? Genau, solche Sachen. Sachen, die große Implikationen hätten, werden nicht weiterverfolgt. Das bedeutet für mich als Zuschauer, dass ich denke, es ist offenbar egal. Dieses Egalgefühl zieht sich durch den Film ein bisschen. Hattest du das Gefühl, der Tod von Nicodemus ist egal? Der Film hat mir nicht erzählt, aber das war für mich auch nicht wichtig. Ich fand das ein krasser Moment, wenn du feststellst, der Plan hat geklappt, jetzt ist der große magische, weiße Typ tot. Ich werde ja auch nicht dafür hingeführt, wie der stirbt, sondern der ist plötzlich unter diesem Ding begraben. Du siehst nicht, wie das ausgeführt wird. Du hast nur mal kurz ein Gespräch vorher, dass die sagen, vielleicht bringen wir den irgendwie um. Nachher ist diese Situation mit Bedeutung angeschwemmert. Weiß nicht, irgendwie. Das geht mit vielen Situationen so in dem Film. Dass da vieles passieren lässt, wo du nur so ein Glimpse in der Mitte bekommst, aber weder Vor- noch Nachbereitung hast. Egal, bei mir tatsächlich nichts in dem Film. Ich bin die ganze Zeit die Spitzmaus, die ums Überleben kämpft und habe die Fresse gesagt, das kriegt. Man kommt mit der Spitzmaus tatsächlich gut mit. Aber alles andere drumrum geht alles over my head. Ich glaube, Nicodemus Tod war damals als Kind auch ein Schock. Wahrscheinlich, weil ich gar nicht damit gerechnet hätte, dass das funktioniert. Dann hast du den Anführer erschlagen von diesem Stein. Das ist viel zu schnell und du hast keinen Bezug dazu. Das ist das andere, was mir Schwierigkeiten macht. Was ich noch interessant fand, im Nachgang zu überlegen, wo sich das Ganze bewegt, ist vielleicht der Vergleich mit Nachkriegszeit. Mütter, die ihre Ehemänner im Krieg verloren haben. Du meinst Miss Prisby als Trümmerfrau? Ja, genau. Die einfach nicht weiß, unter welchen Umständen ist der gestorben? Was ist da überhaupt passiert? Die einfach zu Hause geblieben haben von nichts und dann einfach dastehen mit den Kindern und sagen, ich muss jetzt irgendwie ums Überleben kämpfen. Ich habe jetzt eine arschvolle Verantwortung. Aber dann auch, wenn wir in diesem Narrativ bleiben, die die Hände zusammengreifen. Einmal in die Hände spucken. Einmal in die Hände spucken und sagen, ich muss jetzt loslegen und das ganze Ding wuppen. Was Miss Prisby auch zu einer starken Frauenfigur macht. Das passt ja auch. Der Film trägt ein bisschen Nachkriegsszenario-Vibes mit sich. Sie sind da irgendwie entkommen von diesem Nim. Aber der Feind ist noch da, das ist klar. Es gibt wenige Überlebende. Wir haben ja eigentlich dafür, dass wir hier so eine vermeintlich große Masse an Tieren haben. Das sind ja nur ein paar Ratten. Es ist nicht so, dass wir hier Tausende von Ratten hätten. Das ist auch das ganze Ding, was da passiert, spielt für die Menschen eigentlich keine große Rolle. Der Bauer ist so genervt von den Ratten, dass die da unten sind, will die loswerden. Aber die Ratten sind keine Betrogen für die Menschen. Die klauern den Strom. Das kriegt der Mensch gar nicht mit. Und Nim ist offensichtlich auch so, wir müssen da hin, wir müssen die jetzt einfangen oder töten. Das findet alles in diesem kleinen Mikrokosmos statt. Aber für sie ist es halt wichtig. Für sie hat es eine extreme Relevanz. Für sie ist das, was für uns so klein und alltäglich ist, für sie halt verdammt groß. Die Eule ist halt dieses Monstrum, das da irgendwo in der Höhle schlummert mit fiesen Augen und dich fressen kann, aber gleichzeitig auch intelligent ist. Es ist ein schwieriger Film. Ich finde ihn wirklich nicht leicht. Wir müssen uns an Spannungen in uns tragen, um dann zum Fazit zu kommen. Wir kommen zu unserer obligatorischen Top-Listen-Kategorie. Jo, Top 3. Schengen. Unsere Top 3. Was haben wir denn für eine Top 3? Magie und Technik. Magie und Technologie. Was willst du damit? Welche Richtung willst du damit gehen? Meine Gedanken waren inhaltlich Filme, die Spannungsfelder zwischen Magie und Technik aufbauen. Wo beides drin vorkommt und im Widerstreit miteinander ist, vielleicht aber auch versöhnlich miteinander agiert. Es gibt viele Beispiele aus der Kulturgeschichte. Steampunk ist das, was einem als erstes in den Sinn kommt. Es gibt leider nicht sehr viele Steampunk-Filme. Aber ich glaube, es gibt viele Beispiele von Filmen, die versuchen, so beides zu erzählen. Vielleicht um mal meine honorable mention Platz 4 zu nennen. Um zu zeigen, wohin die Reise geht. Hoffentlich nehme ich dir nichts weg. Star Wars, New Hope. Da haben wir die TIE Fighter und die X-Wings, die durch den Weltraum fliegen und aufeinander schießen. Ganz traditionelles Science-Fiction. Gleichzeitig haben wir die... Kann ich einen Klingelton bekommen? Noch einmal. Hast du gemerkt, das klingt immer gleich? Wenn es im Schnitt nicht gleich klingt, musst du das erste nehmen und drüberschneiden. Wir haben die Weltraum-Action mit allem, was zum Science-Fiction dazugehört. Die Menschen haben sich technologisch entwickelt. Dann haben wir aber auch diese mysteriöse Magie, die eine spirituelle Ebene reinbringen. Tolles Beispiel für, wie beides nicht gegeneinander agiert, sondern einfach Teil des Films ist. Da möchte ich einen Exkurs zurück zu den Filmen machen. Warum zur Hölle, wenn es die Magie gibt, machen die damit nichts? Er scheint ein Magier zu sein. Der scheint etwas zu können, wenn Gandalf seine Magie nicht produktiv einsetzt. Gandalf sehen wir ab und zu, dass er das tut. Aber nicht in den entscheidenden Momenten. Du musst anfangen. Mein Platz 3 ist Matrix. Das, was technologisch dahintersteckt für die Welt, in der wir sind, die wir wahrnehmen, als Magie durchkommt. Ein schwebender Bullet-Time, Kiano Reaves, kommt mir sehr magisch vor. Aber es gibt eine technologische und psychologische Erklärung dafür. Super cooles Beispiel. Auch weil es dieses Orakel gibt, dass es ein Computerprogramm ist. Aber dann hochgepusht wird zu einer mysteriösen Entität, die niemand genau erklären kann. Es gibt Klits, und die werden zu magischen Momenten... Genau, ein total geiles Beispiel. Aber weil es auch gut reinpasst. Mein Platz 3 ist eine Serie, mit der ich gekämpft habe. Weil das so ist. Lost hat damals viel Spaß, als ich die 2005 geguckt habe. Es ist nicht gut gealtert, wenn man das heute guckt. Es ist schon sehr trashig. Aber Lost hatte ständig diesen Kampf zwischen Magie und Science-Fiction-Technik als Erklärung für die Mysterien, die da passieren. Ab Staffel 4 sitzt man da und denkt, bitte lass die Technik gewinnen. Am Schluss entscheiden sich die beiden Macher dafür, das Mysteriöse und Spirituelle gewinnen zu lassen. Hast du die Serie komplett geguckt? Nein, gar nicht. Wir haben am Schluss voll spirituelle Erklärungen. Denen geht voll Religion. Mist. Man bleibt mit und hofft, dass es für XY eine technische Erklärung nicht eine magische gibt. Oft gibt es technische Erklärungen dafür. Aber es gibt auch Phänomene, für die es eine magische Erklärung gibt. Mein Platz 2 wäre der Zauberer von Oz. Weil der Typ der Zauberer kein Zauberer ist. Die ganze Welt ist magisch. Zauberer und böse Hexen und gute Hexen. Aber dieser zentrale Zauberer ist eigentlich nur Wissenschaftler auf der Seite der Technologie. Um seine vermeintlich magischen Sachen zu produzieren, benutzt er Technik. Ich finde die Kombination ziemlich geil. Was Fragen und Implikationen aufwirft, die wir in unserer Folge gar nicht besprochen haben. Das kann ich noch mal aufnehmen. Auf jeden Fall finde ich es sehr spannend. Stimmt Zauberer von Oz. Wir reden darüber vor mehreren Episoden. Mein Platz 2 wäre der Prestige. Das hätte ich fast genommen. Christopher Nolan erzählt die Geschichte von zwei Magiern, die sich battlen und klassische Taschenspielertricks machen. Ich glaube, es geht um Christopher Nolan. Er ist unser guter Mann Thomas Edison. Er experimentiert mit der Elektrizität und lässt sich von ihm eine Maschine bauen, um merkwürdige magische Tricks zu machen. Das bewegt sich an der Schwelle von Technik und Magie. Ich will nicht zu viel spoilern, weil der Film wirklich gut ist. Toller Chris Nolan-Film. Schmerzhaft auch. Ich habe nicht nachgeguckt, welcher Film das war. Georges Méliès. Der hat so viel durch Technik, Tricktechnik, die er quasi erfunden hat. 1902 schon, mit Trip to the Moon und dann auch verschiedene andere Sachen, wo jemand mit einem Säbel auf jemanden einschlägt, der dann in zwei Teilen da liegt und beide Teile zappeln, was einen magischen Moment hat, was aber so einen krassen Technikhintergrund hat. Ich glaube, Georges Méliès war ja Magier, tatsächlich beruflich. Er hat dann angefangen mit den Filmsachen und für mich die schillerndste Figur dieser Pionierzeit des Films, wo man es schafft, aus einer neuen Technologie magische Momente herauszumachen. Das ist so toll. Eigentlich habe ich keinen Film von ihm, es gab einen Film, den ich im Kopf hatte, dessen Namen ich nicht mehr googeln konnte. Er hat so viel Zeug gemacht. Aber auf Platz 1 wäre nur Georges Méliès. Cool. Mein Platz 1 ist aus dem Jahr 1972 Solaris von André Tarkowski. Ein Tarkowski-Film, den ich auch nicht weiß. Ja, schon wieder. Solaris erzählt die Geschichte von einem Psychologen, der auf einer Weltraumstation einen Planeten beobachtet. Dieser Planeten verursacht wohl irgendwelche Anomalien und sorgt dafür, dass seine tote Frau auf dem Raumschiff umherwandert und der unterhält sich auch mit ihr. Der Film bewegt sich die ganze Zeit zwischen dem mythischen, spirituellen Fantastischen und eigentlich ähnlich wie bei 2001 Odyssey im Weltraum. Den hätte ich auch nehmen können. Der hat dieses mystische und das technische, die sich im Widerstreit befinden, aber gleichzeitig auch nebeneinander existieren können. Eine eigenartige Atmosphäre, fast 3 Stunden lang, 1972, langsam erzählt. Ich glaube, ich muss Johannes irgendwann mal damit quälen, aber ich habe ihn schon mit 2 Tarkowski-Filmen gequält. Das ist total geil und total nach Action und Potenzial für einen richtig aufregenden Film mitbringen. Aber dann hast du halt 2-stündige Sequenzen, also das einzige Einstellungen für gefühlte 2 Stunden und denkst dir, passiert da jetzt noch was oder bewegt sich der überhaupt wirklich da im Hintergrund oder will der Film noch was erzählen oder will er mich einfach nur quälen? Ich fand Zercalo ja ganz okay. Interessant. Und vielleicht fand ich auch den anderen, wie hieße, Stalker tatsächlich auch ganz okay, aber einfach auch echt anstrengend. Aber Zercalo war noch besser als Stalker. Es gibt auch ein Remake von Steven Soderbergh aus dem Jahr 2002 mit George Clooney, das gar nicht so scheiße ist, aber es wird genau wie der Film von Stanislav Sleem die Vorlage irgendwie um. Eigentlich müsste ich die Vorlage empfehlen, weil bei beiden Filmen geht meiner Meinung nach so ein ganz wichtiger Aspekt von der Vorlage verloren. Aber jetzt würde ich mich zu sehr reinhören, wenn ich davon jetzt erzähle. Solach ist 1972, guter, sehenswerter Film, aber Tarkowski-Film. Ich habe jetzt schon mehrere Episoden, für mich erst eine Episode, gibt es ein Jingle, in dem Johannes sagt, das Urteil. Je nachdem, wie oft ihr das jetzt gehört habt, wisst ihr ungefähr, wie unsere Diskussion gelaufen ist. Weil ich bin noch nicht 100% überzeugt von diesem Jingle. Ich bin wirklich zusammengezuckt, als das kam. Weil Johannes hat es in den Satz quasi reingeschnitten. Weil es gab keinen richtigen Punkt, um das reinzusetzen. Er hat gesagt, wir müssen ein paar mehr Jingles machen, damit das alles dynamischer ist. Wir unterhalten uns einfach. Ich sage, ich möchte noch was zu dem Film sagen. Deswegen möchte ich euch vorbereiten, atmet einmal tief durch. Jetzt darfst du es reinpacken, Johannes. Wir diskutieren nachher noch mal darüber, ob es in die anderen Episoden reingehört. Achtung, es kommt ein sehr lauter und schockierender... Das Urteil. Ich würde sagen, dass du jetzt fragen wirst, dass jetzt das Fazit zu diesem Film kommt. Plot, dir ist schon klar, dass ich das schon längst vorher reingeschnitten habe. Mitten in einem Satz, der vorher war. Also das Urteil. Johannes, wie viele Spitzmäuse gibt es zu diesem Film? Von 10. Ich würde sagen, ich gebe dem Film 6 von 10 Spitzmäusen. Und 2 von 10 gruseligen Eulen. Das sind insgesamt 8 Punkte? Das sind die Spitzmäuse, und dann sind wir bei 2? Auf dem Spitzmaus-Level ist der Film ganz gut, auf dem gruseligen Eulen-Level finde ich ihn zu hart. Zu hart. Bei dir würde das Amulett nicht anspringen. Oh nein! Oh Gott, das wird mich jetzt wochenlang beschäftigen. Bei mir würde das Amulett nicht anspringen. Ich liebe diesen Film. Das habe ich gemerkt. Das ist mein liebster Film von Don Plouffe. Don Plouffe hat schon noch mehr gute Filme gemacht. Ich würde sogar fast behaupten, mein liebster Zeichentrick-Film aus dieser Ära. Also wenn wir die Zeit von Mitte 70er bis Mitte 80er fassen. Mein liebster Zeichentrick-Film aus der Ära. Vielleicht konkurriert er noch mit dem Studio Ghibli-Film. Ich weiß nicht genau, ob das Schloss im Himmel in die Zeit fällt. Er hat mich als Kind begeistert. Er ist unglaublich dicht und interpretationsoffen. Was seine wesentlichen Story-Punkte betrifft. Obwohl er eine einfach erzählte Geschichte hat. Ich liebe diesen Film einfach. Muss man sehen. Ich hätte gerne gesehen, wie dieser Film frisbee begeistert. Das ist hart. Bei dieser Firma, die die Frisbees damals gemacht hat, haben sie angerufen und gesagt, Leute, die Vorlage heißt Miss Frisbee. Das klingt wie euer Produkt. Aber ihr habt ja bestimmt nichts dagegen. Wir können doch bestimmt eine Einigung finden. Nein. Es ist wirklich hart. Dann mussten sie die Leute wieder ins Studio holen. Weil die schon viel aufgenommen hatten. Dann gab es einen Schauspieler, der nicht noch mal wiederkommen konnte. Er hat die Frisbees geschnitten und gegen andere Buchstaben ausgetauscht. Wenn er Frisbee gesagt hat, haben sie irgendwo anders gesucht, ob er was mit Br sagt. Wenn du dir das vorstellst, hast du ein Bild im Kopf von Don Plouffe, wie er mit einer Pinzette ein B nimmt. Das ist sehr süß. So sieht das in meiner Vorstellung aus. Wie süß. Aber das ist echt hart. Sie ist Mrs. Frisbee und das Geheimnis von Nim genannt. Das ist ein Fall, wo ich den deutschen Titel mehr mag als den englischen. Ich finde es gut, die Miss Frisbee mit reinzunehmen. Im Englischen heißt sie nur Secret of Nim. Ich finde es gut, die Miss Frisbee mit reinzunehmen. Weil sie so wesentlich ist. Im Buch ist sie auch mit drin. Miss Frisbee and the rats of Nim. Ich finde den deutschen Titel am besten. Secret of Nim finde ich cool. Miss Frisbee steht im Titel. Cool an die deutschen Übersetzer, dass sie gesagt haben, Miss Frisbee ist wichtig, die muss mit rein. Ich danke dir, dass du diesen Film vorgeschlagen hast. Dass ich den Film gesehen habe. Ich war zwischendurch verwirrt und dachte, das ist zu gruselig und zu viel. Aber es ist trotzdem ein Erlebnis. Natürlich schaut euch diesen Film an und es ist ein anderes Erlebnis, wie er das wollte als Disney. Diese bunten und fröhlichen Filme. Es braucht diesen Gegensatz. Es gibt genug Kinder, die es dankbar annehmen, dass ihnen nicht immer nur von der heilen Welt erzählt wird. Oder aus einer anderen Warte heraus Probleme gebracht werden. Sondern dass man in die düsteren Keller hinabsteigt. Vielen Dank für dieses versöhnliche Fazit mit dem Jingle. Wenn ihr wissen wollt, womit sich Johannes nächste Woche bei mir revanchiert, und wenn ihr wissen wollt, welchen Film ihr am besten schauen solltet, bleibt noch kurz dran, nach dem tollen Jingle, werden wir darüber reden. Die schräge Okkulide magst du mehr als mein Urteil. Auf jeden Fall. Euch eine schöne Woche. Bleibt gesund und bis dahin. So, Plor, ich habe eine Hausaufgabe für dich. Ja, ich höre. Und zwar ist ja dann doch bald Ostern. Haben wir gerade ausgerechnet. Aber ziemlich umständlich. Weil wir ja immer voraus aufnehmen, war das jetzt ein bisschen interessant. Aber ich würde dann gerne den Osterfilm schlechthin, der so richtig ... gut Ostern feiert. Und diese ganze christliche Sache einfach einmal auf ein schönes Silbertablett hebt und sagt wie toll, Life of Brian. Oder wie es eigentlich heißt, Monty Pythons Life of Brian. Man verschluckt immer Monty Pythons. Aber die heißen ja auch Monty Pythons Flying Circus. Schleudert den Purschen zu Poden. Ich kann alle Dialoge auf Deutsch mitsprechen. Ich kann alle Dialoge auf Deutsch mitsprechen, auf Englisch mit Sicherheit nicht. Es wird sehr interessant. Und ich bin mir ganz sicher, dass wir die ganze Zeit nächste Woche uns einfach Zitate an den Kopf werfen werden. Ganz viel gickern und lachen. Es wird wieder so eine Folge, wo wir einfach beide Spaß haben. Leute, ihr wisst, dass wir beide diesen Film mögen. Es wird keine große Überraschung geben. Aber ich möchte zumindest Die habe ich tausendmal geguckt. Ganz interessant zu gucken, was haben die Synchronisatoren damals in den 80ern? Wann ist Leben of Brian? Das ist 1979. Ah, sogar noch vor den 80ern. Was haben die damals gemacht mit den Dialogen, die da gesprochen wurde? Wo wurde entschärft? Und wo wurde, was die Deutschen auch gerne gemacht haben beim Übersetzen und Synchronisieren, Klamauk eingebaut, wo eigentlich coole politische Satire drin war? Das ist natürlich Pflicht, weil wir wollen das, was die Künstler intendiert haben, sehen. Guckt ihn euch auch noch mal an. Hab ich den schon lange nicht mehr gesehen. Irgendwann hat man ihn so oft gesehen, dass man sagt, okay, jetzt nicht noch mal. Dann reden wir über Leben of Brian. Und Monty Python. Machen wir einen Monty-Python-Plog, wo wir die Geschichte der Gruppe aufarbeiten? Wir versuchen, Monty Python, wie standen sie damals da, zu umfassen? Wir gucken uns vielleicht noch die Diskussionsrunde an von diesem christlichen Vertreter, der in der Talkshow gesagt hat, Alter, das könnt ihr nicht machen. Blasphemie. Wir reden über Christentum, über Zensur und über Monty Python. Genau, die heiligen drei Themen. Bis dahin.
