Episode 116: Mrs Brisby und das Geheimnis von Nimh
Die 70er und 80er Jahre gelten gemeinhin als Dark Age – als dunkles Zeitalter des klassischen Disney-Zeichentrickfilms. Eine Zeit, in der die große Maus Probleme mit dem Kino hatte und maximal zweitklassige – oft zu düstere – Filme auf die Leinwand brachte.
Aber es muss ja nicht immer Disney sein. Aus dem Selbstfindungsprozess der großen Animationsschmiede entstammt Don Bluth, der 1979 mit Weggefährten seine eigene Trickfilmproduktion gründet und mit Secret of Nimh 1982 deren Debüt vorlegt.
Die verwitwete Maus Mrs. Brisby macht sich Sorgen um ihren Sohn Timmy, der unter einer schweren Lungenentzündung leidet, und das ausgerechnet vor dem “Moving Day”, an dem alle Tiere ihren Wohnort verlassen müssen, weil der Bauer mit seinen monströsen Maschinen über das Feld jagt. Hilfe erhofft sie sich von den Ratten, die im Rosenbusch neben dem Bauernhaus leben. Sie ahnt nicht, dass diese ein großes Geheimnis bergen, das direkt mit dem Schicksal ihres toten Mannes und auch ihrem eigenen im Zusammenhang steht.
Secret of Nimh ist – trotz tierischer Held*Innen – keine klassische Fabel, trotz Auseinandersetzung mit den Greuel des menschlichen Fortschritts keine Ökoparabel und trotz einer Menge Sword & Sorcery kein klassischer Fantasyfilm. Zeitgenossen warfen ihm vor, für einen Familienfilm zu düster zu sein, zu spirituell und mysteriös für eine Umweltgeschichte und zu politisch für ein Märchen.
Ja, und irgendwie haben sie ja alle recht. Secret of Nimh bewegt sich zwischen den Genres, Stimmungen und Erzähltechniken. Johannes, welche von diesen hat sich dir denn am stärksten eingeprägt? Das Fantastische, das Ökomoment, das kindlich Naive oder der politische Überbau?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 116: Mrs Brisby und das Geheimnis von Nimh Publishing Date: 2023-03-22T08:57:58+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/03/22/episode-116-mrs-brisby-und-das-geheimnis-von-nimh/
Florian Bayer: Das ist ganz wichtig, weil die, für die es gar keine Erklärung gibt, die sind der radikale Gegenentwurf zu dem, was durch diesen menschlichen Eingriff in die Natur geschehen ist. Dieses Amulett ist der radikale Gegenentwurf zu der Intelligenz, die unsere Ratten gewonnen haben.
Johannes Franke: Aber warum darf Mrs. Brisby das am Ende nicht selbst schaffen und braucht dieses Amulett? Ja, das ist doof. Das ist Deus Ex Machina.
Florian Bayer: Herzlich willkommen hier zu einer neuen Ausgabe von... Muss man sehen Podcast, wo Johannes und ich uns gegenseitig Filme zuwerfen. Denn der Plot ist ganz einfach. Jede Woche gibt es von einem von uns beiden eine Aufgabe für den anderen für nächste Woche. Irgendeinen Film unter der Prämisse, Alter, den musst du sehen. Und natürlich auch an euch Publikum, Leute, den müsst ihr sehen.
Johannes Franke: Ja, und dann werden wir nächste Woche rausfinden, ob man den wirklich sehen muss oder ob Plur wieder irgendwelche Scheiße erzählt hat.
Florian Bayer: Genau, wir werden uns oft streiten. Wir haben teilweise einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack. Manchmal sind wir auch erschreckend harmonisch. Das kommt auch vor.
Johannes Franke: Ja, manchmal so erschreckend, dass ich denke, um Gottes Willen, ich muss mal wieder irgendeinen Film unterbringen, wo ich genau weiß, du magst ihn nicht.
Florian Bayer: Ja. Wo du schon so den Moment hast, wo du denkst, shit, das Konzept des Podcasts geht nicht mehr auf, weil wir gerade beide den gleichen Film abfeiern oder beide den gleichen Film hassen. Aber es ist doch auch manchmal schön. Ich finde es total schön.
Johannes Franke: Wir liegen uns dann immer in den Armen und dann fragt deine Frau schon, wo bleibt denn der Plur jetzt? Was macht denn der mit dem Johannes?
Florian Bayer: Es wird gestritten, es wird geweint, es wird zusammen gelacht und am Ende haben wir uns ganz doll lieb. Ich bin ja auch eigentlich ein harmoniebedürftiger Mensch. Ja, ich ja eigentlich auch. Ich bin ja auch wirklich, es ist wirklich, es ist auch so, es kratzt mich emotional immer so ein ganz klein bisschen, wenn du einen Film nicht magst, den ich vorschlage. Ganz ehrlich. Oh nein, du hast Tränen in den Augen, Flor. Was machen wir jetzt? Ich bin ja ein Millennial und wir definieren uns halt auch irgendwie als Millennials durch unseren Geschmack, was wahrscheinlich nicht unbedingt die beste Seite unserer Generation ist.
Johannes Franke: Ist das so? Oh mein Gott, kommen wir jetzt in Generationsgespräche rein? Liebe Zuhörenden, wenn ihr über den Film was hören wollt, dann spult vor bis Minute 30.
Florian Bayer: Schön, dass du vorspulen sagst. Daran zeigt sich nämlich auch, dass du Millennial bist. Stimmt. Oh fuck. Dreht das Band nach vorne, am besten mit euren Fingern. Oder mit dem Bleistift. Um Batterien zu sparen. Ja, nee, wir sind Millennial und ich glaube, Millennial ist ihr Geschmack ziemlich wichtig, auch so als persönlichkeitsdefinierendes Merkmal. Daher kommt ja dieses ganze Hipster-Ding. Hipster wurde ja vorgeworfen, dass sie sich definieren durch ihren Kleidungsstil, durch ihren Musikgeschmack, durch ihren Filmgeschmack und dabei versuchen, so extravagant wie möglich zu sein.
Johannes Franke: Sagst du gerade durch die Blume, dass die neue Generation keinen Geschmack hat und sich deswegen nicht darüber definieren kann?
Florian Bayer: Das wollte ich damit sagen. Liebe Generation Z. Z, ja, ich glaube ja. Tut mir leid, ihr habt keinen Geschmack. Aber dafür rettet ihr den Planeten. Dafür rettet ihr den Planeten, genau. Okay, heute jedenfalls habe ich Johannes eine Aufgabe aufgegeben und zwar einen Film aus dem Jahr 1982. Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nim, Secret of Nim im Originaltitel von Don P.
Johannes Franke: Was auch so ein bisschen ein Generationending ist, würde ich sagen, das ist dein Kindheitsding. Ja. Es ist leider nicht mein Kindheitsding. Nee, weil du Ossi bist, ne? Weil ich...
Florian Bayer: Oh Gott, du hast so mitleidig geguckt gerade. Oh, du armer, du armer Ossi. Du konntest diesen Film nicht genießen. Na, ich wette mit dir, du kommst gleich mit irgendeinem tschechischen oder belarussischen Zeichnungsfilm in die Ecke, der so ein ganz offensichtliches Rip-off von diesem Film ist.
Johannes Franke: Und wer das kennt, liebe ZuhörerInnen, der ist aus dem Osten. Schön. Du hast den Film nicht gesehen als Kind. Ich habe den Film nicht gesehen als Kind, glaube ich. Aber du hast Domplouf-Filme als Kind gesehen. Ja, ich habe Pfeifel der Mausranderer zum Beispiel gesehen.
Florian Bayer: Und in einem Land vor unserer Zeit auch Klassiker.
Johannes Franke: Ja, stimmt, den habe ich auch gesehen. Ja, das sind tatsächlich Klassiker, die ich auch als Kind tatsächlich sehr geliebt habe. Was mich ein bisschen verstört, wenn ich diesen Film gucke, weil der ja doch sehr ähnlich ist und ich heute eine andere Sicht darauf habe. Und wie sich vielleicht herausstellen wird, die Kindheitsbrille doch eine wesentliche ist, finde ich, in der Rezeption. Aber das besprechen wir genauer. Plouf, du hast den Text vorbereitet, oder?
Florian Bayer: Ja, ich steige kurz ein, sage kurz was Allgemeines zu dem Film und dann springen wir in die Diskussion. Sehr schön. Die 70er und 80er Jahre gelten gemeinhin als Dark Age, als dunkles Zeitalter des klassischen Disney-Zeichentrickfilms. Eine Zeit, in der die große Maus Probleme mit dem Kino hatte und maximal zweitklassige, oft zu düstere Filme auf die Leinwand brachte. Aber das muss ja nicht immer Disney sein. Aus dem Selbstfindungsprozess der großen Animationsschmiede entstammt Don't Loof, der 1979 mit Weggefährten seine eigene Trickfilmproduktion gründet und mit Secret of Nym 1982 deren Debüt vorlegt. Die verwitwete Maus, Miss Brisby, macht sich Sorgen um ihren Sohn Timmy, der unter einer schweren Lungenentzündung leidet, und das ausgerechnet vor dem Moving Day, an dem alle Tiere ihren Wohnort verlassen müssen, weil der Bauer mit seiner monströsen Maschine über das Feld jagt. Hilfe erhofft sie sich von den Ratten, die im Rosenbusch neben dem Bauernhaus leben. Sie ahnt nicht, dass diese ein großes Geheimnis bergen, das direkt mit dem Schicksal ihres toten Mannes und auch ihrem eigenen im Zusammenhang steht. Secret of Nym ist trotz tierischer Heldinnen keine klassische Fabel, trotz Auseinandersetzungen mit dem Gräuel des menschlichen Fortschritts keine Ökoparabel und trotz einer Menge Sword und Sorcery kein klassischer Fantasyfilm. Zeitgenossen warfen ihm vor, für einen Familienfilm zu düster zu sein, zu spirituell und mysteriös für eine Umweltgeschichte und zu politisch für ein Märchen. Ja, und irgendwie haben sie ja auch alle recht. Secret of Nym bewegt sich zwischen den Genres Stimmungen und Erzähltechniken. Johannes, welche von diesen hat sich dir denn am stärksten eingeprägt? Das Fantastische? Das Öko-Moment? Das kindlich-naive? Oder vielleicht auch der politische Überbau, sofern du ihn gesehen hast?
Johannes Franke: Schon das Fantastische, muss man sagen. Vielleicht auch ein kleines bisschen negativ, weil ich das Gefühl habe, dass der Film ein kleines bisschen was davon auf die fantastische Schiene schiebt, was er nicht nötig gehabt hätte. Was dem Ganzen die Kraft etwas nimmt, die es eigentlich hätte haben können, auf genau den anderen Baustellen, die du ja auch erwähnst. Da hangeln wir uns wahrscheinlich jetzt im Gespräch so ein bisschen ran, weil ich, muss ich gleich vorweg schicken, ganz unsicher bin, was ich mit dem Film wirklich anfangen soll.
Florian Bayer: Okay, spannend. Das Fantastische ist also ganz eindeutig sehr stark, vor allem am Ende. Und es ist ja auch ein Vorwurf, der dem Film gerne gemacht wird, dass er am Schluss nochmal so eine magische Deus Ex Machina aus dem Hut zaubert und zwar wirklich ganz radikal mit diesem Amulett. Deus Ex Amulett, ja. Genau. Das einfach da ist und von Anfang an schon so reingebracht wird als fantastisches Element und dann eben am Schluss einfach mal den Tag rettet, wenn keine Hoffnung mehr besteht. Und es ist einfach die Kraft des Herzens, die dieses Amulett zum Leben erweckt. Man kann da sehr viel drin finden und ich glaube, es gibt viel, worüber man da auch diskutieren kann. Und ich habe für mich selbst so ein bisschen so einen Weg gefunden, wie ich das sehe, das fantastische Element, wie ich damit umgehe, dass es halt diesen Überbau gibt. Und ich glaube, das bewegt sich ganz viel in so einem wirklich krassen Spannungsfeld, das ich super interessant finde.
Johannes Franke: Ich möchte die Frage gerne zurückwerfen. Ja. Wo sind denn deine Genres gewesen? Also was hast du darin gesehen und was ist bei dir eher so hinten im Ferner Liefen noch runtergefallen?
Florian Bayer: Also aus meiner Kindheitserinnerung habe ich den Film ganz stark als Fantasy-Film im Kopf und zwar als sehr traditionellen Sword-and-Sorcery-Fantasy-Film, weil es eben diese, zum einen diese Schwertkämpfe gibt, die ja wirklich so eins zu eins von Robin Hood sein könnten. Don Bluth hat ja bei Robin Hood animiert zehn Jahre vorher und es ist so ganz klar dieselbe Animation und es ist sehr viel inspiriert. Das ist sowieso sehr viel, was Bewegung der Figuren betrifft, weniger was Hintergründe betrifft, ist sehr viel inspiriert vom traditionellen Disney-Film, besonders vom Disney-Film des Dark Age tatsächlich, worauf wir vielleicht auch nochmal zu sprechen kommen, ob das Dark Age des Disney-Zeichentrickfilms wirklich so schlecht ist.
Johannes Franke: Ja, Don Bluth fand das irgendwie, glaube ich, einigermaßen schrecklich.
Florian Bayer: Was ich total merkwürdig finde, weil ich finde, Miss Brisby passt so voll gut in dieses Dark Age und könnte auch ein Dark Age-Disney-Film sein.
Johannes Franke: Ja, er hat ja aber Disney verlassen, um eben aus diesem Dark Age rauszukommen und ich finde das ein bisschen merkwürdig, dass er dann so stark darin verhaftet bleibt. Aber ich glaube, es ging ihm ja vor allem um die Zeichentechnik an sich.
Florian Bayer: Es ging ihm um die Zeichentechnik und vor allem, also dem Dark Age von Disney wird ja auch oft nachgesagt, dass die Stoffe zu erwachsen sind und zu düster sind. Also sowas wie Bernhard und Bianca, um so einen ganz traditionellen zu nennen und Taran und der Zauberkessel, um einen etwas weniger Bekannten zu nennen, denen wird ja nachgesagt, ey, die sind eigentlich keine traditionellen Disney-Zeichentrickfilme mehr, weil da sind wenige Musical-Einlagen, wenn überhaupt. Und es ist alles so ein bisschen düsterer und erwachsen und zudem sind die Filme auch irgendwie so zweitklassig. Das sind keine richtig klassischen, coolen Disney-Filme.
Johannes Franke: Aber ich glaube, Bluth-Definition von Dark Age auf Disney ist ja eher, dass Disney spart, spart, spart und ganz viel versucht zu vereinfachen und in Reprosysteme reinzupressen, die dann einfach Arbeiter einsparen.
Florian Bayer: Das ist der zweite Aspekt von Disney Dark Age, dass natürlich mit diesen neuen Zeichentrick-Techniken, die im Bronze Age entstanden sind, wir haben darüber geredet, es gibt eine Episode, da reden wir ja über 101 Dalmatiner, was so ein bisschen der erste Film aus dem Bronze Age von Disney ist, als sie angefangen haben mit den Kopierern, Bilder zu kopieren, einfach einen Arbeitsschritt eingespart haben und ganz viele Zeichnerinnen, hauptsächlich tatsächlich Frauen, entlassen haben, weil sie direkt die Skizzen von den Entwicklern der Figuren einfach übertragen konnten.
Johannes Franke: In den Kopierer gesteckt haben. Was jetzt einfach klingt, was aber sehr kompliziert war damals.
Florian Bayer: Und was auch für diesen roughen Stil verantwortlich ist, den man vor allem in Disney mit den 70ern assoziiert, dieses, man sieht einfach noch so das Skizierte, man sieht jede Bewegung, man sieht viele Striche und Linien noch, da sind Animationslinien, was so einen ganz eigenen Look hat. Ende der 70er, Anfang der 80er hat sich diese Technik ja schon verfeinert. Ja, ja, stark verfeinert. Wenn man die Filme aus der Zeit guckt, dann ist es zwar noch zu spüren, dass da gespart wird, aber es wirkt eben doch wieder, zumindest von den Animationen und vom Zeichenstil, näher an den traditionellen Disney-Filmen.
Johannes Franke: Ja, vor allem, weil man die Vorzeichner nicht mehr so sieht. Ich fand die gar nicht so schlecht, muss ich sagen. Ich fand 101 Dalmatiner hat einen so tollen Stil und ich hab die gern gesehen, die Vorzeichensstil-Dinger.
Florian Bayer: Es ist halt ein sehr spezieller Stil und es ist vielleicht auch ein Stil, der nicht zu allen Arten von Disney-Filmen passt. 101 Dalmatiner ist ja schon sehr speziell für ein Disney-Film, weil es eben kein Merchensetup ist, einfach kein Fantasy-Setup, sondern weil wir alles sehr urban haben und die Hunde stehen im Mittelpunkt.
Johannes Franke: Ja, und es hat auch vom Stil her, es ist dieses Jazz-Mid-Century-Gefühl. Und dazu passen natürlich auch diese Zeichnungen, die so ein bisschen rougher sind.
Florian Bayer: Aber um ganz kurz zurückzukommen, wenn man sagt, Disney war auch düsterer im Dark Age, tatsächlich von den Inhalten, zu dem Stoff der Vorlage von Robert O'Brien aus dem Jahr 1971, Mrs. Frisbee and the Rats of Nim, haben sie gesagt, nee, das ist uns zu düster. Das wollen wir nicht machen. Und außerdem haben wir auch eine Maus. Wir haben schon eine Maus, genau. Das fand ich einen süßen Satz. Wir haben schon eine Maus, mach mal was anderes. Und das war so, Don't Loof war damals bei Disney, der hat auch sehr dafür gepitcht, dass das Ding bei Disney gedreht wird.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Er hat gesagt, Leute, das ist ein super geiler Stoff, hätte ich echt Bock drauf, das zu machen. Und wie gesagt, sie haben gesagt, das ist uns zu düster.
Johannes Franke: Aber es ist süß, dass der dann mit dem Stoff zu den ganzen Kollegen geht und sagt, hier, guck mal, guck mal. Egal, ob der Typ da oben das jetzt will oder nicht, aber guck's euch mal an. Und dann wollten ganz viele von den Kollegen das auch gerne machen. Und die hat er ja dann später mitgenommen.
Florian Bayer: Genau. Er hat ja tatsächlich erreicht, Leute anzustecken von der Idee. Gary Goldman und John Pomeroy sind so die berühmtesten, die mit ihm zusammen auch am Drehbuch gearbeitet haben, die sich haben anstecken lassen. Und die waren ja eine Zeit lang noch bei Disney zusammen. Also Don't Loof hat bei Disney an Robin Hood mitgearbeitet, was man, wie gesagt, in diesem Film auch sehr stark sieht.
Johannes Franke: Also man sieht, ja.
Florian Bayer: Und hat wirklich gute Arbeit gemacht, weil er wurde dann zum Animationsdirektor und war das für die Filme Winnie Pooh und Bernard und Bianca aus den mittleren 70ern. Und 1979 hat er dann mit Goldman und Pomeroy, nachdem sie Disney verlassen hatten, ihr eigenes Studio gegründet. Und Secret of Nim ist dann die erste Arbeit in diesem Studio. War ja gar nicht so erfolgreich. Also es war eigentlich eher so eine kleine Enttäuschung dann.
Johannes Franke: Aber das liegt auch ein bisschen daran, dass sie das Advertisement nicht richtig rausgehauen haben. Die haben irgendwie kein Vertrauen darin gehabt.
Florian Bayer: Das liegt vor allem daran, dass sie verdammt harte Konkurrenz hatten in diesem Kino. Genau. Sie liefen am Startwochenende, lief alles super. Das war der erfolgreichste Nicht-Disney-Zeichentrickfilm zu der damaligen Zeit. Aber eben nur in den paar Kinos, denen sie es gegeben haben. Zu wenig Kinos gegeben. Aber das war auch wenig die Schuld von Don Ploof. Nee, überhaupt nicht. Beziehungsweise von seiner Company, weil die haben halt die Animation gemacht und das Ding. Aber die haben das Ding animiert und daran gearbeitet und die haben sich richtig Mühe gegeben. Die hatten Budgetprobleme. Im Hintergrund stand ein großes Produktionsstudio. MGM, oder? Wie war das? Ja. Und sie haben Überstunden gemacht ohne Ende. Sie haben sich extra nochmal Garagen gebietet, wo sie sich dann zurückgezogen haben und wahrscheinlich 100, 200 Stunden die Woche gearbeitet haben.
Johannes Franke: Die haben ja mittendrin das Budget halbiert quasi. Also das muss schon wirklich sehr heikel gewesen sein. Und dann haben die noch am Ende ihre Häuser komplett nochmal verschuldet.
Florian Bayer: Hypotheken haben sie aufgenommen, um das finanzieren zu können. Sie haben wirklich an den Stoff geglaubt und sie waren wirklich davon überzeugt, dass das was groß werden kann. Haben viel Arbeit da reingesteckt.
Johannes Franke: Oder bin ich ein bisschen wütend auf MGM? Ja. Weil du wirklich denkst, was soll denn das jetzt? Entweder du machst den Film oder du machst den Film nicht. Ja. Es gibt es doch nicht, dass die dann ihre Hypotheken aufnehmen müssen. Ja.
Florian Bayer: Das ist ziemlich traurig. Die haben einfach gesagt, so ab dieser Stelle ist jetzt Schluss. Und es waren so 6,3 bis 7 Millionen. Man weiß nicht genau, wo sie der Punkt ist, wo sie gesagt haben, jetzt wollen wir nicht mehr. Und dann haben die drei sich zusammengesetzt und haben gesagt, okay, wir müssen irgendwie gucken, dass wir das Ding finanziert kriegen. Ja. Und lasst uns mal doppelt so hart schuften und lasst uns mal Geld reinpulvern von unserem privaten Geld. Lass uns ins Risiko gehen.
Johannes Franke: Die haben 110 Stunden in der Woche gearbeitet in den letzten sechs Monaten. Das ist der Hammer.
Florian Bayer: Das ist total krass. Ja. Ja, wie gesagt, war ein Moderator. Er folgt dann beim Box-Office. Also auf jeden Fall eine Enttäuschung. Aber sie haben das Geld reingekriegt. Es gibt ein Happy End. Es gibt ein totales Happy End. Das lief richtig gut auf dem Home-Videomarkt dann. Das war so ein Video, was sich richtig gut verkauft hat.
Johannes Franke: VHS rausgehauen. Und dann kam auch die DVD irgendwann tatsächlich. Ja. Einige Zeit später. Aber die VHS hat schon wirklich richtig Geld reingespült, ne? Ja. Das ist toll. Es ist natürlich schön. Ein gutes Gefühl gibt einem das auch. Und dann ist es natürlich auch auf den ganzen Sendern erst durch Deutschland jetzt zum Beispiel.
Florian Bayer: Laufen. Und zweites Happy End quasi. Mitte der 80er Jahre hatte Don Ploof dann. Der hatte immer ein bisschen finanzielle Probleme, aber zumindest für eine Zeit lang seine Schäfchen einigermaßen im Trockenen, weil er für Five Will der Mauswanderer mit Steven Spielberg zusammengearbeitet hat 1986. Und dann kamen ja auch so seine großen Hits. Also das Five Will der Mauswanderer und das Land vor unserer Zeit waren einfach große Dinger. Ja. Und dann wurde es wieder schwierig, aber da können wir später vielleicht noch mal zu sprechen kommen.
Johannes Franke: Ja, er hat vielleicht auch nicht unbedingt die besten Sachen später noch gemacht, aber...
Florian Bayer: Nee, ja. Es gibt so, es gibt ein Dark Age of Don Ploof. Oh, the irony. Wobei ich selbst die Filme, bei denen ihm nachgesagt wird, dass sie nicht so gut sind, die mag ich auch. Also vor allem Charlie, Alle Hunde kommen in den Himmel gilt so als der Start von Don Ploofs Karriere, geht den Bach runter. Das war echt auch ein süßer, auch ein bisschen merkwürdiger Film. Ich glaube, wir werden jetzt bei Miss Prisby sehr oft darauf zu sprechen kommen, dass Don Ploof öfter mal so ein bisschen gegen den Strich inszeniert. Und was auch schwierig ist, weil wenn man Familienkino macht, Familienfilme, die für eine Disney-Fanbase gemacht sind, weil sie halt ganz klar inspiriert sind von Disney, dann gibt es natürlich gewisse Tropes und dann gibt es natürlich so gewisse Standards und auch gewisse Regeln, kann man sagen, wie, was man macht, was funktioniert. Und Don Ploof unterläuft diese Regeln hier doch des Öfteren.
Johannes Franke: Naja, massiv. Das werden wir in den unterschiedlichen Ebenen merken. Es ist ja nicht nur auf einer Ebene irgendwie zeichnerisch oder sowas, sondern auch in der Erzählung eine klassische Heldengeschichte im Grunde. Ja, sehr strange forward. Miss Prisby muss sich dreimal, glaube ich, irgendwie beweisen in Situationen, um dahin zu kommen, wo sie hin will. Es ist eine sehr klassische Heldenreise. Aber ich finde, er macht so viele Schlenkerer in verschiedene Richtungen und macht so viele, auch so viele Figuren auf, die am Ende gar nicht so viel Bedeutung bekommen. Irgendwie ist die Personalie zu groß für das, was ich da eigentlich überschauen kann als Zuschauer. Das ist das Erste, wo ich sagen würde, okay, das hilft mir nicht unbedingt, dem Film folgen zu wollen, muss ich sagen.
Florian Bayer: Ja, wir haben halt für einen kurzen Film, für einen wirklich kurzen Film, der dauert gerade mal 80 Minuten, haben wir schon ein großes Set an Charakteren. Wir haben Miss Prisby, die ganz klare Heldin des Films. Ja. Also die, die auf diese Reise geht und die, wie du schon sagst, durch diese Stationen läuft. Es geht gleich los mit der großen Bedrohung durch den Kater, der Dragon heißt, was auch so ein bisschen schon die Richtung des Films vorgibt. Der Kater ist auch wie ein Drache und die Bedrohung, die er ausstrahlt, wie er jagt. Wir erleben hier nicht eine auktoriale Perspektive auf Tiere, die Bedrohungen ausgesetzt sind, sondern wir haben eine sehr personelle Perspektive. Und in der Wirkung, alle Bedrohungen, die von außen kommen, für die kleine Maus, extrem. Und der Kater ist einfach mal ein Monstrum in diesem Film.
Johannes Franke: Also da gibt es nicht nur diesen Kater als Monstrum, das ist ja fast alles irgendwie monströs, muss man mal sagen. Was es mir auch schwierig macht, das ordentlich zu sortieren, weil ich dann immer wieder denke, okay, das ist das nächste Monster. Ist das jetzt gut oder ist das schlecht oder ist das jetzt böse oder nicht böse? Stellt sich dann immer so raus, aber es ist alles für die Maus erstmal richtig monströs und problematisch. Und das einen Film lang durchzuhalten, das finde ich auch anstrengend.
Florian Bayer: Aber das ist der große Fantasy-Aspekt. Wenn du dir anschaust, wie Herr der Ringe strukturiert ist, wenn du dir die Hobbits anguckst, die unterwegs sind, da ist auch erstmal alles monströs und groß.
Johannes Franke: Ja, aber die Hobbits haben immer wieder schön Teezeit und Spaß und schöne Natur.
Florian Bayer: Die hat sie auch. Egal ob es die Orks sind oder ob es auch vermeintliche Verbündete sind, wenn die zum ersten Mal den Elben zum Beispiel begegnen, wirken die Elben auch irgendwie einschüchternd. Und da finde ich, geht der Film von seinem Stil, wie er erzählen will, haut er ganz klar in diese Fantasy-Geschichten rein, wo es ständig diese Bedrohungen gibt von außen, die nicht so ganz zu greifen sind, die aber fürchterlich monströs sind und groß sind und episch sind. Und natürlich, er macht das, um einen epischen Effekt zu erzielen. Ja, ja, natürlich. Und das gelingt ihm meiner Meinung nach extrem gut, dass der Traktor vom Bauern, wie der wirklich wie so ein Höllenungetüm, wie ein Dämon über dieses Feld jagt. Alle werden vertrieben, alle müssen von ihrem Platz weg. Das heißt, der Tag des Umzugs hat fast schon so eine religiöse Komponente, dass sie sagen, it's moving day. Und alle haben Angst davor und alle wissen, das ist der große Tag, wo die Götter auferstehen und einmal für dieses Armageddon sorgen. Das hat schon was Gewaltiges und das reißt mich auch ziemlich mit.
Johannes Franke: Ja, ja, natürlich erzählt er das sehr effizient, muss man mal sagen. Aber ich muss sagen, dass einfach bei mir ein Ermüdungseffekt eintritt, weil in dieser kurzen Zeit, in diesen 80 Minuten einfach so viele Stationen abgearbeitet werden müssen, die alle bedrohlich sind und zwar maximal bedrohlich. Diese Eule könnte sie jederzeit fressen. Die ist auch so inszeniert, als ob sie jederzeit, die brauchen nur einmal mit der Wimper zu zucken und alles ist tot in der Umgebung. Das ist die eine. Das ist der Traktor. Das ist das zweite. Der Zauberer, der Nicodemus, der ist von Anfang an düster. Der ist nicht, es ist kein freundlicher Zeitgenosse von Anfang an. Später hilft er so ein bisschen und man versöhnt sich so ein bisschen mit ihm. Aber ist eigentlich auch ein sehr angsteinflößender Charakter.
Florian Bayer: Naja, Nicodemus ist halt der klassische Magier in so einer Welt, der sich seitdem alt und weise, aber auch so ein bisschen gruselig, weil er hat offensichtlich schon lange gelebt. Er hat so vergerbte Haut. Und er hat leuchtende Augen. Leuchtende Augen. Also solche Sachen. Und die Eule ist halt das klassische Orakel. Ja, ja. Das kann dich fressen, aber du brauchst seine Hilfe. Es kann dich töten. Du weißt, du bist hier irgendwie, du balancierst auf sehr dünnem Eis. Ja. Aber das ist die Aufgabe, durch die du durch musst. Und du musst das richtige Lösungswort sagen, sonst wirst du verspeist. Und sie sagt ja offensichtlich das richtige Lösungswort, nämlich Jonathan Prisby. Ja, genau. Was sehr oft in diesem Film das richtige Lösungswort ist. Ja, ja, ja. Ich mag diesen Aspekt, dass du hier ein Setting hast, was uns so gezeigt wird, dass wir es verstehen. Also wir haben einfach die Mäuse, die am Rande des Feldes leben. Und wir haben die anderen Tiere, die am Rande des Feldes leben und die offensichtlich eine Art Gemeinschaft bilden, wo man aufeinander achtet, weil es kommt dann ja Jeremy und es wird irgendwie gezeigt, die Tiere arbeiten zusammen. Dann haben wir diese Ratten, die irgendwie mysteriös sind. Und sie reden immer so ein bisschen ehrfurchtsvoll von den Ratten. Und wenn Miss Prisby die von den Ratten hört, denkt sie auch erstmal, oh, ich weiß nicht, die sind doch so feindlich und die sind doch so merkwürdig. Und wir sehen, die Ratten machen auch irgendwas komisches. Und dann haben wir die Menschen. Und das ist so eine gewaltige Kraft, die von außen kommt, gegen die niemand etwas machen kann vermeintlich. Zumindest die auf dem Feld, die haben sich einfach damit arrangiert. Sie wissen, es ist Moving Day, da kommen die Menschen, die quasi wie Götter sind und machen alles platt. Da müssen wir halt umziehen. Und das müssen wir einfach einmal im Jahr machen. Ist so. Gehört einfach zum Leben dazu. Ja, ich finde, das hat was sehr Starkes, weil es eben eine ganz eigene Welt entwirft. Wir verstehen, warum die Welt so ist, wie sie ist. Und gleichzeitig sehen wir, dass die Tiere, denen wir folgen, das nicht 100 Prozent verstehen, aber versuchen, das zu greifen oder zumindest versuchen, in dieser Welt zu überleben. Und natürlich hat es diesen ökologischen Background, dass wir hier auch irgendwie diese Fabel haben, Mensch gegen die Natur, beziehungsweise in diesem Fall dann die Natur, die sich irgendwie versucht, vor Menschen zu schützen. Und es gibt eben auch dieses mehr, weil es dann diese Interferenzen gibt, weil die Handlungen des Menschen auf die Natur eingewirkt haben. Und das direkt in den Ratten am stärksten zu sehen ist.
Johannes Franke: Ja. Wir haben jetzt erst drei genannt von den bedrohlichen Dingen. Die waren die großen. Dann hast du aber auch tatsächlich noch den Kater, der da wirklich immer wieder als Bedrohung auftaucht. Also nicht nur einmal. Und dann sind selbst solche Situationen, wie dass sie zu diesem Professor geht, um sich sagen zu lassen, dass das Kind krank ist. Was es offensichtlich ist. Warum haben sie das Kind Timmy genannt?
Florian Bayer: Es ist so, oh mein Gott, das ist doch warum. Warum heißt das lungenkranke Kind Timmy? Es ist der klischeehafteste Name für ein krankes Kind, den man sich ausdenken kann. Danke, Mr. Scrooge und Frieden allen Menschen.
Johannes Franke: Genau. And happiness to everyone. Selbst wenn sie zu dem Professor geht, ist das so düster inszeniert und so gefährlich. Und natürlich ist es gefährlich und es ist auch verständlich, dass es gefährlich ist. Und eine aufwendige Reise für sie als Mutter und das irgendwie. Ich verstehe auch, was der Film mir zeigen will. Aber wenn selbst solche Situationen, wenn du schon vier oder fünf große gruselige Charaktere hast, dann auch noch gruselig sind, dann stürzt du nur von einer gruseligen Situation in die nächste.
Florian Bayer: Und es ist einfach anstrengend emotional. Johannes, warst du schon mal eine Spitzmaus? Ja, natürlich. Dann müsstest du das doch nachvollziehen. Ja, natürlich kann ich das nachvollziehen. Piep, piep, piep, piep, piep. Sie ist eine kleine Maus in einer Welt, die von Menschen und größeren Tieren dominiert wird. Das ist, keine Ahnung, ein anderer Klassiker unten am Fluss. Watership Dawn. Das ist genau das gleiche Problem.
Johannes Franke: Ich finde den Film so furchtbar.
Florian Bayer: Genau das selbe Phänomen. Das ist so gruselig. Aber wenn du die Geschichte von einem kleinen Tier erzählst und das in so einem realistischen Setting einbetten willst, dann ist die Welt nun mal einfach gruselig und dann ist nun mal alles eine Bedrohung. Aber was ist mit Ants? Kann man nicht einfach fröhlich tanzen? In Ants ist auch alles bedrohlich. Naja, aber es ist trotzdem irgendwie... Die armen Ameisen, die werden ständig von großen Käfern angegriffen und... Trotzdem lustiger Film.
Johannes Franke: Und kein übergruseliger, alles ist hoffnungslos Film.
Florian Bayer: Also für Zuschauer wie dich, nicht für Zuschauer wie mich, gibt es ja Jeremy. Ein Hoch auf Jeremy, unseren Jar Jar Binks des Films. Der tatsächlich meiner Meinung nach so ein bisschen fehlplatziert wirkt, weil es ist so das einzige Comic Relief. Und die Krähe, die etwas tollpatschig ist und auch fast ein Lied anstimmt. Das ist kein Musical übrigens. Ja, es ist kein Musical. Don Bluth hat später Musicals gemacht. Also zumindest Five Will der Mauswanderer war ein eindeutiges Musical. Der auch noch Cats in America. Das ist jetzt nur, wenn ich den Titel höre, habe ich schon einen Ohrraum davon.
Johannes Franke: Da möchte ich dir auch ein kleines bisschen widersprechen, weil das für mich der einzige Hoffnungsschimmer dieses Films ist. Du brauchst den unbedingt. Nein. Weil du sonst wirklich nur, also du hast ja sonst nur düstere Situationen und ich freue mich, wenn dieser leicht kinky, bondage begeisterte Vogel da seine Parolen raus und jede Situation fehlversteht und überhaupt nicht so richtig in ernster Lage versteht und irgendwelchen Blödsinn erzählt.
Florian Bayer: Ich finde es super. Gesprochen von Dom de Luiz. Ja, den wir ja auch schon ein paar Mal in diesem Podcast hatten. Ja, der hat unglaublich viel mit Mike Brooks zusammengearbeitet. Ja, stimmt. Und bei Spaceballs, weil er als Pizza hat. Und wir hatten ihn vor kurzem in Glass Bottom Boat, spielt er auch so einen albernen Comic Relief Charakter. Und ja, vor allem kennt man aus Mike Brooks Filmen, ständig einen Mike Brooks Film zu sehen. Irgendwann hat Mike Brooks einen Nachhinein an dem gefressen, aber auch ein lustiger Typ und der auch so aussieht, dass er aber zu Mike Brooks gehört. Total. Ja, das ist unser Comic Relief und das ist auch das, was näher kommt dieser Film im Disney-Film nicht als in den Momenten mit dieser Krähe, die sich tollpatschig verhält. Die total hilfsbereit ist, das Herz am rechten Fleck hat.
Johannes Franke: Ja, genau. Und nach der großen Liebe sucht.
Florian Bayer: Und nach der großen Liebe sucht. Ganz wichtig. Und er setzt an zu singen. Es wirkt fast wie ein Augenzwinkern Richtung Disney. Ich sing jetzt ein Lied und dann fängt er an und du denkst, okay, jetzt fängt gleich das Vogelgezwitscher an und die Melodie setzt langsam ein. Und nee. Er kriegt drei Zeilen und dann ist Schluss mit Gesang.
Johannes Franke: Ich finde den wirklich wichtig. Ich verstehe den Jar Jar Binks Gedanken, den hatte ich nämlich auch zwischendurch. Aber stell dir wirklich den Film vor ohne diesen Charakter, ohne irgendeinen Charakter, der so ein bisschen positives, unbekümmertes Leben mit reinbringt. Da ist ja nur noch Watership Down übrig.
Florian Bayer: Nein. Und Watership Down fand ich so schlimm. Aber Secret of Nim hat viel mehr Hoffnung als Watership Down. Und dann kommen wir zu dem Magieaspekt. Das ist nämlich meiner Meinung nach der Moment, der die Hoffnung in den Film reinbringt.
Johannes Franke: Aber warum brauche ich Magie, das finde ich nervig an dem Film, warum brauche ich Magie, um diese Hoffnung zu haben? Ich habe so viele Möglichkeiten, ich habe so viel aufgefächert. In dem Buch, im Original existiert die Magie nicht und ich finde es total gut. Weil das, was du da anbietest an Möglichkeiten, was du dieser Mutter gibst an Möglichkeiten zu wachsen, warum wächst sie denn am Ende dann doch nicht, weil sie diese blöde Magie braucht? Was auch nicht ganz stimmt. Sie wächst unglaublich viel. Natürlich, klar, ja, ja, aber erst im Nachdenken und nicht als Kind beim Gucken, ohne dass du darüber reflektierst.
Florian Bayer: Du weißt, dass im Buch, wo sie die Magie nicht haben, ist alles viel deprimierender und viel hoffnungsloser.
Johannes Franke: Da ist sie ja nicht diejenige, die das auch macht.
Florian Bayer: Und dann sterben alle Ratten bis auf zwei oder so. Das Buch ist komplett hoffnungslos. Und dieser Film hat die Magie und das Mysteriöse und Spirituelle meiner Meinung nach, um zu zeigen, dass es eine Macht gibt, die es mit den Menschen aufnehmen kann. Und wenn du eine realistische Ökoparabel erzählst und sagst, okay, wir haben das hier, was die Menschen mit der Natur machen und wir haben die kleinen Tiere, die in der Natur leben, dann ist es fucking hoffnungslos. Was willst du machen? Die Menschen reißen die Bäume runter und die Tiere sterben.
Johannes Franke: Ich finde nicht, dass man unbedingt realistisch werden muss. Nur weil es keine Magie hat, muss man nicht unbedingt einen realistischen Film machen. Man kann ja trotzdem eine Parabel erzählen, der Tiere das schaffen, obwohl sie nicht in der Lage wären. Aber gut. Und sie haben ja auch einen fast, einen beinahe magischen Moment darin, dass sie so tun, als ob die Menschen es geschafft hätten, Tiere intelligent zu machen.
Florian Bayer: Das steht für mich im Kontrast zu der Magie, weil das ist die Sünde der Menschen an den Tieren. Ja, ja, genau. Dass wir hier, das ist das große Geheimnis, was die Ratten mit sich herumtragen, dass die Ratten in diesem Versuchslabor waren von NIM. Ich finde es fast ein bisschen schade, dass das Akronym NIM so früh aufgelöst wird für uns. Wobei das natürlich auch den Suspensaspekt hat, weil NIM hat irgendwie so als Begriff sowas Magisches auch. Total, ja. Und dann erfahren wir irgendwann, dass das halt dieses Institut ist, das Tierversuche gemacht hat. Und die Ratten waren alle Teil dieser Tierversuche und sind durch diese Tierversuche intelligent geworden. Und deshalb leben die Ratten jetzt auch direkt bei den Menschen und klauen deren Strom.
Johannes Franke: Das möchte ich nämlich auch sagen, das hast du jetzt super zusammengefasst, aber ich finde, dass das wirklich eine Chance gewesen wäre, noch so lange, ganz lange, vielleicht sogar ins letzte Drittel hinein die Spannung aufrecht zu halten. Was ist denn NIM? Was ist das? Was ist das große Geheimnis? Ja. Das wäre so geil gewesen, aber leider hat mich das dann eben nicht, der Faden wurde abgeschnitten, indem es erklärt wurde. Und dann habe ich gedacht, ja, warum gucke ich den jetzt weiter?
Florian Bayer: Na, ich glaube, das ist so ein bisschen das Suspensmoment, dass wir mehr wissen als die Protagonistin. Du meinst der Hitchcock-Effekt? Der Hitchcock, ja, Suspens geht ja auch außerhalb von Hitchcock. Suspens kannst du ja grundsätzlich erzeugen, einfach indem du dem Publikum ein bisschen mehr gibst als den Charakteren, dem das Publikum folgt. Und es gibt natürlich auch, es gibt diesen Obendraufblick immer so ein bisschen. Wir sehen ja auch, nach der Eröffnung sehen wir ja, wie sich die Menschen unterhalten und das dann ansprechen, dass dieses NIM-Institut angerufen hat. Und dann sehen wir, wie die Ratten die Stromkabel in den Busch ziehen. Also der Grundplot ist ja, die Menschen haben bei NIM diese Experimente gemacht und dadurch sind die Ratten intelligent geworden. Und die Ratten haben so ihr eigenes Reich mit Stromkabeln und mit Aufzügen und moderner Technik und so auch ein modernes Gesellschaftssystem mit einem großen Rad, wo wirklich Politik gemacht wird. Deswegen soll Miss Brisby bei den Ratten um Hilfe bitten, weil die Ratten, die Schulden ihren Gefallen, weil ihr Mann, Jonathan, hat den Ratten geholfen überhaupt erst da zu entkommen. Und Jonathan war auch Teil dieser Experimente.
Johannes Franke: Und ist auch intelligent geworden. Ja. Was im Buch einen viel größeren Teil einnimmt. Das Buch ist ja irgendwie zweigeteilt. Das eine ist ja seine Geschichte und das andere ist ihre Geschichte. Ja. Ich finde es eine wahnsinnig gute Entscheidung, das ihre Geschichte zu erzählen. Das ist ganz toll. Es gibt viele gute Entscheidungen in diesem Film.
Florian Bayer: Anfang der 80er und wir haben hier wirklich eine Heldin im Zentrum.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Sie ist das Zentrum des Films und sie ist unsere Protagonistin, ganz eindeutig.
Johannes Franke: Auch wenn ich es ein bisschen lame finde, aber erst im Vergleich mit anderen Filmen in der Zeit, dass das jetzt eine Mutter sein muss, die aus Mütterlichkeit dann alles mögliche auf sich nimmt, um ihre Kinder zu schützen. Was ein Staple geworden ist, der irgendwann langweilig wurde, weil es dann doch die Frau dann wieder auf Reproduktion reduziert. Ja. Naja.
Florian Bayer: Das klingt so ein bisschen hart. Ja, es klingt ein bisschen hart. Ich finde in dem Fall ist es wirklich ein guter Take drauf, weil einfach diese Werte, die oft so als klassische weibliche Werte gesehen werden, hier sehr wichtig sind für die Heldengeschichte. Ihr Heldencharakter definiert sich durch diese Werte wie Fürsorge und einfach Mitmenschlichkeit und Solidarität und sowas.
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Es wurde bloß später in anderen Filmen so oft ausgeschlachtet, dass man dachte, okay, gibt es jetzt noch andere Eigenschaften, die Frauen haben, außer Mütterlichkeit, Fürsorglichkeit und ich kann, um meine Kinder zu retten, ein Auto wegbewegen. So in der Art, weißt du? Ja.
Florian Bayer: Aber wenn das so wesentlich ist mit der Intelligenz, weil ich finde, das ist eine super spannende Frage in dem Film, was zeichnet die Intelligenz der Ratten aus? Wie heben sie sich von den anderen Tieren des Waldes ab?
Johannes Franke: Das ist ein großes Problem. Das ist wirklich ein großes Problem, weil ich die ganze Zeit denke, Moment mal, aber wenn sie reden kann und die anderen auch, wieso hat sie mit dem Labor nichts zu tun und ist trotzdem intelligent oder was oder wer? Wo ist der Unterschied? Was soll das?
Florian Bayer: Und die Technik kann es ja auch nicht sein, weil sie hat ihre Hütte ja auch so, also in dem Stein, in dem sie lebt, hat sie ja auch alles so mit Möbeln gestaltet. Genau. Sieht aus wie, sie hat alles schön wohnlich gemacht.
Johannes Franke: Ja, also vielleicht kann man noch sagen, die sind jetzt schon eine Weile da, die haben ja auch einen verlangsamerten Alterungsprozess. Das heißt, die sind schon eine Weile in dieser Gesellschaft und konnten ihre Umgebung mit beeinflussen. Also wenn ein Teil einer Gruppe einen gesellschaftlichen Sprung macht, ziehen sie automatisch den Rest so ein kleines bisschen mit. Okay, vielleicht hat sie sozusagen da schon draus gelernt.
Florian Bayer: Aber Jeremy ist auch neu, ne? Jeremy ist neu in dieser Gegend?
Johannes Franke: Das ist das Problem. Der kann auch reden. Also das kann es auch irgendwie nicht sein, ne? Das kann es auch nicht sein. Und deswegen finde ich, das ist schlecht durchdacht und nimmt dem Ganzen die Kraft, die es eigentlich haben könnte. Weil eigentlich finde ich den Grundgedanken zu sagen, wir erklären mal, warum Tierfiguren überhaupt reden können, eigentlich ganz geil.
Florian Bayer: Aber das ist es nicht. Das ist es nicht. Ich glaube, die Intelligenz der Ratten, und das wird nicht wirklich groß in der Geschichte erzählt, besteht eigentlich nicht darin, dass sie jetzt Technik haben, dass sie Strom gebaut haben oder dass sie reden können. Weil das finden wir alles auch irgendwie in kleinerer Form bei den anderen Tieren. Und Ratten sind ja auch kluge Tiere. Ich glaube, das wesentliche Momentum ist, dass die Ratten sowas wie eine Moral entwickelt haben und sowas wie ein Gefühl für moralisches Handeln und für die Fragestellung, was ist moralisch richtig. Und daraus resultiert auch sowas wie Politik und vor allem aber auch Intrigen, Hinterhältigkeit. Die Ratten haben sich insofern dem Menschen stärker angenähert, dass sie Verhaltensweisen des Menschen kopieren. Das sehen wir halt vor allem in dem Bösewicht, Jenna. Ich finde es auch tatsächlich eine gute Entscheidung von dem Film entgegen des Buches, dass er einen Bösewicht reingebracht hat, der eine große Rolle spielt. Weil das Intrigante, was er an den Tag legt, das ist eigentlich das, wovon die reden, wenn sie sagen, die Ratten sind intelligent geworden. Nicht das Reden, das können die anderen Tiere auch. Und auch nicht die Gestaltung deiner Wohnung, das können die anderen Tiere auch. Das Entscheidende ist, dass die Ratten irgendwie sowas entwickelt haben wie moralische Fragestellungen. Und daher rührt ja auch dann so das Hauptdilemma von den Ratten, dass sie sich fragen, stehlen wir weiter von den Menschen? Oder ziehen wir um und wollen wir autonom sein? Alle anderen Handlungsmotivationen von beteiligten Figuren, die nicht Teil dieses Experiments waren, Miss Brisby als prominenteste, kann man auch erklären mit ganz natürlichen Trieben. Natürlich will Miss Brisby als Tier ihre Nachkommen durchbringen, weil das einfach Teil der Natur ist. Das ist ihre Motivation loszuziehen.
Johannes Franke: Aber hat der Professor nicht auch moralische Sätze bekommen? Der redet doch auch sehr so, als wenn er über moralische Implikationen nachdenken würde. Du meinst der Arzt, den sie einfach aufsucht? Ja, genau.
Florian Bayer: Ja, der war ja auch Teil des Experiments. Der war Teil des Experiments? Das ist die einzige Maus, die überlebt hat. Ach so. Er und Jonathan Brisby waren die einzigen Mäuse, die überlebt haben. Und deswegen hat er auch vielleicht so ein bisschen, ich würde das alles weglassen, weil sie nimmt ja auch die Medizin von ihm und sie weiß ja, er ist ein Arzt, ich vertraue ihm, sie hat vertrauen in den Experten. Die Tiere in diesem Film, die nicht Teil des Experiments waren, haben ganz viele Intelligenz, wie man sie eigentlich nicht bei Tieren findet. Ja, genau. Und ich glaube, das Wesentliche ist, wenn sie davon reden, dass die Ratten anders sind, dann ist es eben diese gesellschaftliche Struktur, die ein amoralisches Handeln ermöglicht. Nicht nur ein moralisches Handeln, sondern auch ein amoralisches Handeln, dass sie sich gegenseitig in den Rücken fallen, dass der Jenner, um seine Interessen durchzusetzen, lügt und betrügt, sich Lakaien sucht und dass es diesen Rat gibt, wo sie darüber diskutieren. Und das finde ich einen super spannenden Ansatz auf Intelligenz, weil der Film damit sagt, hey, und das hier alles ist in der Natur schon gegeben. Das Reden, das Kommunizieren, das haben wir in der Natur, Tiere kommunizieren miteinander, dass sich ein Nest suchen, dass sich um seine Nachkommen kümmern, das haben wir hier alles. Aber das, was die Ratten auszeichnet, was sie so nah an den Menschen heranrückt, das ist intrigantes Verhalten, das ist Amoralität. Das ist die Frage, ist das, was ich gerade mache, gut oder böse? Aber auch die Antwort, scheiß drauf, ich mache jetzt was Böses.
Johannes Franke: Aber es wäre auch ein interessantes Thema gewesen für den Film, wenn ich denn drauf gekommen wäre. Der Film hat mich nicht so richtig dahin geführt, dass ich auf solche weiterführenden Gedanken komme wie du jetzt, weil er das Thema einfach nicht ausschöpft.
Florian Bayer: Der Film hält das auch alles vage. Ich kann hier auch nur meine Interpretation anbieten, meine Interpretation, die für mich diese Story so spannend macht. Weil dann haben wir nämlich wirklich eine krasse Zivilisationskritik hier, weil einmal so durchs Glas draufgeschaut wird, wie die Ratten gerade leben und was sie machen und wie schwer sie sich tun dann auch mit Veränderung. Weil es gibt dann ja, sie haben es sich ja auch gemütlich gemacht, das ist halt auch so ein menschliches Moment. Sie leben da und haben, ey, wir haben doch alles, was wir brauchen. Wir können uns doch bei den Menschen bedienen, warum sollten wir umziehen? Und die sehen nicht die Gefahr, die am Horizont lauert, weil eben Nimm kommen soll, um die Ratten wieder alle einzusammeln oder gleich umzubringen.
Johannes Franke: Weißt du was, ich habe gerade die Vision von einem achtjährigen Plor, der den Film gesehen hat und dann mit seinen Kuscheltieren redet.
Florian Bayer: Weißt du, dieses amoralische Verhalten, das ist der eigentliche Kern dieses Films, diese Gesellschaftskritik. Als Kind fand ich den Film einfach nur geil, weil ich das Gefühl hatte, dass er mich ernst nimmt. Okay. Als Kind habe ich diesen Film geliebt, weil er düster war und weil er schreckliche Dinge gezeigt hat und weil er Angst gezeigt hat und dabei nicht so gekuscht hat vor einem vermeintlichen Kinderpublikum, dass das alles zu hart ist. Okay. Dafür habe ich alle Don't-Blue-Filme geschätzt, weil die Disney-Filme machen, dass die kuscheln immer so ein bisschen vom Kinderpublikum. Ja, ja, ja, klar. Und andere Zeichentrickfilme auch. Und als Kind fand ich es einfach nur, ja, aber als Kind hatte ich nicht diese Gedanken dazu natürlich. Aber das hat den Film für mich wahnsinnig stark gemacht damals. Ja. Weil es gibt wenige mutige Familien- und Kinderfilme.
Johannes Franke: Ja, das stimmt. Ich fand ihn aber auch wirklich sehr streckenweise so düster und so gruselig. Und weißt du, du hast so, plötzlich hast du so einen Goa-Moment. Da kommt die in diesen Baum rein, wo die Spinne dann, wo sie eigentlich zu dieser Eule will. Und dann kommt die Spinne da so und dann fliegt die Eule auf diese Spinne und es macht. Und diese Spinne wird zerquetscht. Und es ist so Blut und Splatter und du denkst dir, okay, okay, komm mal runter, tone down a bit. Ein bisschen vielleicht. Also ich will ja nicht, dass du irgendwie tanzende Squirrels hast, die in der Gegend rum singen und sagen, ah, ist alles so schön.
Florian Bayer: Aber wenigstens ein kleines bisschen weniger. Aber das ist die Natur. Die Natur ist verdammt hart und grausam. Ja. Und beim König der Löwen laufen sie halt alle zu den Felsen und die ganzen Elefanten und Zebras und so, die eigentlich nur Vorspeise sind, gucken hoch und sagen, unser König, it's the circle of life, friss uns bitte.
Johannes Franke: Och, ich weiß nicht, wie viel ich als Kind damit klargekommen wäre oder nicht wäre. Ich fand auch schon Pfeifel der Mauswanderer streckenweise düster. Der ist auch total düster, auf jeden Fall.
Florian Bayer: Da hat er ein bisschen mehr, ist er ein bisschen näher an der Disney Golden Era. Da ist, glaube ich, auch Spielberg, der so ein bisschen mit reingefuscht hat und gesagt hat, mach mal noch eine Musicalnummer. Der I know cats in America. Habe ich einen Urwurm von West Side Story? Ja, jetzt gerade klangst du mehr nach West Side Story. Diese Lieder verschwimmen auch so in meinem Kopf. Das sind beides ganz schreckliche Urwurm. Aber das ist West Side Story. Das ist West Side Story. Ja, ich habe einen Urwurm von, liebes Publikum, ich habe einen Urwurm von I like to be in America von West Side Story. Mit dem Text von der I know cats in America von Pfeifel der Mauswanderer. Das ist Level 2. Kommt darauf mal klar. Herzlich willkommen. Ich glaube, du musst nachträglich nochmal ein Intro aufnehmen für die Folge, wo du der I know cats in America auf diese Melodie singst. Oh no. Mit deiner Ukulele. Fuck. Ich glaube, es ist ganz wichtig, und das schätze ich unter anderem auch zum Beispiel an den Filmen vom Studio Ghibli und vor allem Hayao Miyazaki, an denen mich dieser Film auch ganz oft erinnert. Ich glaube, es ist ganz wichtig für Kinder- und Familienfilme, dass sie mutiger sind, das Publikum ernst zu nehmen. Und ich habe das Gefühl, wir haben das schon öfter in dem Podcast gehabt, das Gespräch, und ich sage das nicht zum ersten Mal, dass Kindern nicht zu wenig zugemutet wird. Dass Kindern auch zugemutet wird, mal düstere Sachen zu sehen, auch mal Grausamkeiten zu sehen. Dass Personen, Figuren auch sterben können und man das auch sieht und nicht so wie bei Bambi einen Schuss ertönt und dann wird weggecuttet.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ich glaube, das ist diesem Film sehr hoch anzurechnen, dass er sich das wirklich traut. Und ja, scheiß drauf, dass die Kritiker damals gesagt haben, das ist nix für Familien. Das ist doch kein Kinderfilm, was soll das? Weil ich glaube, die Kinder, die sagen, ja, danke, danke, das will ich sehen. Keine rosa Wiesen mehr, auf denen alle glücklich miteinander sind, das will ich sehen, danke.
Johannes Franke: Ja, ich ahne auch, das einzige Kind, was in meiner Umgebung ist, was ich ein kleines bisschen kenne und ab und zu mal sehe, ist dein Kind. Und ich traue deinem Kind das volle Kanne zu, dass der dann sagt, ja, ich will das sehen, wie die Spinne zerquetscht wird von der Eule.
Florian Bayer: Ich glaube halt, also vielleicht nochmal kurz zu der Interpretation zurückzuspringen, ich glaube halt, dieser Widerstreit, der wird eben auch stark durch die Atmosphäre und der gibt der Atmosphäre auch ganz viel, dass du eben diesen Moment hast, dass das Menschliche, als was eigentlich Düsteres und Barbarisches gezeigt wird, als dass die menschliche Intelligenz ist der Geburtsort von Lug und Trug und von dem Politischen und so weiter. Und dann schafft es der Film eben mit dem radikalen Gegenentwurf in dieses Narrativ reinzubrechen, indem er einfach sagt, okay, dem können wir diesem Konglomerat aus Politik, Technik und Gesellschaft, können wir nur das absolut radikal, mysteriös, magisch entgegenwerfen. Und dann baut er so Tropes ein, die nicht erklärt werden, die Nullerklärung haben. Nicodemus am Anfang, der diese magische Schrift hat, während er so die Geschichte erzählt von ihm und Jonathan, das Amulett, das wird nicht weiter erklärt, das wird auch nicht irgendwie in Zusammenhang mit dieser Nimm-Geschichte gebracht. Das ist nicht davon auszugehen, dass das Amulett auch entstanden ist, weil die Ratten intelligent geworden sind, kann ich mir vorstellen. Es ist einfach da und es gibt keinen Ursprung dafür.
Johannes Franke: Aber es ist auch verwirrend, ne? Total. Weil für manche Sachen gibt es eine Erklärung und für andere Sachen gibt es einfach keine Erklärung und du denkst dir, was unterscheidet jetzt das eine vom anderen, warum?
Florian Bayer: Das ist ganz wichtig, weil die, für die es gar keine Erklärung gibt, die sind der radikale Gegenentwurf zu dem, was durch diesen menschlichen Eingriff in die Natur geschehen ist. Dieses Amulett ist der radikale Gegenentwurf zu der Intelligenz, die unsere Ratten gewonnen haben.
Johannes Franke: Aber warum darf Mrs. Brisby das am Ende nicht selbst schaffen und braucht dieses Amulett? Ja, das ist doof.
Florian Bayer: Das ist Deus Ex Machina. Ja. Ich glaube, was sie eigentlich erzählen wollen, ist, dass Mrs. Brisby sich in diesem Moment von ihrem Mann unabhängig macht. Sie stolpert eigentlich die ganze Zeit durch die Handlung und alle verbeugen sich vor ihr, weil sie die Frau von Jonathan ist, der sich geopfert hat. Sie hat auch keinen Vornamen. Sie hat keinen Vornamen. Genau, sie ist Mrs. Brisby. Und dann gibt es halt dieses Amulett, was von ihm offensichtlich ein Erbe ist und er wollte, dass sie das kriegt. Man hat so ein bisschen das Gefühl, sie kriegt die ganze Hilfe eigentlich nur, weil sie eben die Frau von ihm ist. Und am Schluss ist sie es aber, die das Amulett aktiviert. Und ja, das ist so ein bisschen dünn, weil sie macht ja nichts Großes außer Angst, um ihre Kinder zu haben, um das Amulett zu aktivieren. Aber sie ist am Schluss durch dieses Amulett, das ist nicht perfekt, auf keinen Fall. Weil sie ist halt trotzdem passiv. Aber ist sie die Handlungstreibende? Sie ist die, die ja die Kräfte benutzt, um den Stein hochzuheben damit. Und das ist vielleicht nochmal so eine zweite Ebene des Films, dieses Unabhängigkeitsthema. Dass sie sich löst von diesem Erbe, von Jonathan. Und durch die Magie ihre eigene Handlungsfähigkeit, ihre eigene Stärke findet. Sie war nicht Teil dieses Experimentes. Aber sie ist Teil dieser magischen Welt. Sie ist Teil dieser magischen Kraft.
Johannes Franke: Und es wird ja auch gesagt, dass das Amulett im Grunde nur aktiviert wird von jemandem, der den Mut in sich aufregt würde. Reines Herz, blau. Für mich war die Konnotation noch nicht immer auf dem reinen Herz, sonst hätte ich im Strahl gekotzt. Sondern es war wirklich so diese Courage in sich finden. Und das fand ich dann schon ganz okay. Was eine Interpretationsebene aufmacht, wo man nicht stundenlang erst nachdenken muss, um sie zu finden, sondern einfach sagen kann, okay.
Florian Bayer: When you buy one with a courageous heart. Ja, genau.
Johannes Franke: Das Herz kommt auch vor, ja.
Florian Bayer: A courageous heart, genau. The stone clothes red. It becomes a plining radiance. Courage of the heart is very rare.
Johannes Franke: Ja. Und dass sie das in sich findet, sozusagen. The stone has power. Es hilft mir sozusagen zu glauben, dass es eigentlich auch aus ihr kommt und nicht aus diesem magischen Ding, was ja eigentlich der Fabelmoment daran ist.
Florian Bayer: Und es ist halt auch, es ist wirklich schon eine Form von Selbstbefreiung. Und darum geht es ja auch bei den Ratten, diese Autonomie. Wir sind noch gar nicht auf das moralische Dilemma von den Ratten zu sprechen gekommen. Ja, ja. Harte Frage, hat der Bösewicht recht? Wenn er sagt, der Chatter, wenn er sagt, ey kommt, die Menschen, die waren so arschig zu uns, jetzt klauen wir von dem Strom. Weil irgendwie hat man das Gefühl, die Ratten diskutieren darüber, weil sie den Menschen nicht Strom klauen wollen, weil sie es falsch finden zu klauen.
Johannes Franke: Ja, aber die Frage besteht ja eigentlich gar nicht darin, so im Konkreten, sondern die Frage ist ja eine viel größere. Die Frage ist, entwickeln wir uns unabhängig von anderen weiter oder hängen wir weiter am Tropf von anderen, von denen wir eigentlich loskommen wollen, von denen wir uns unterscheiden wollen.
Florian Bayer: Und dann wären wir wieder voll bei Miss Brisby, die sich ja auch, die sich weiterentwickelt und sich von dem Erbe ihres Mannes löst. Ja. Es ist übrigens so eine kleine Side-Note, der Nicodemus sagt das irgendwann so zwischendurch, glaube ich, ist es er oder was, der Mr. H. So, ach übrigens, ja, die Experimente haben auch dazu geführt, dass man ganz alt wird und dein Mann wäre ganz lange jung geblieben und du wärst alt geworden und das hätte ja nicht funktionieren können. Du denkst so, what the fuck? Wann wolltest du ihr das sagen? Genau. Was, was? Und es wird halt auch so, und sie, man sieht ihr den Schrecken im Gesicht stehen, aber das war's dann auch. Das wird einmal erwähnt und du denkst so, ey, das könnte ein zentraler Handlungsmoment sein. Was ist da auf einmal passiert? Warum wird uns sowas nochmal an den Kopf geknallt und wir sollen das so vergessen, wie der Film es vergisst? Ja, irgendwie seltsam, ne? Schon krass. Wo waren wir vorher? Bei der Moral. Wir waren bei der Moral und ich finde diese moralische Frage genau, es gibt diese zwei Aspekte, die Unabhängigkeit, die auch wichtig ist, weil Nimm kommt und macht sie alle platt sonst. Ja, genau.
Johannes Franke: Aber noch nicht, nein, das ist noch nicht einmal das, ich finde es unwesentlich, ob Nimm kommt und sie alle platt macht, das ist irgendwie aus überlebenstechnischer Sicht wichtig, aber ich glaube, was Nicodemus wichtig war und was mir wichtig ist und weswegen ich auch gegen Jenners Ansatz bin, zu sagen, ich will, wenn wir schon die Fähigkeit bekommen haben, uns weiterzuentwickeln, uns auch möglichst unabhängig von einer anderen Welt, die wir eigentlich verachten, unabhängig weiterentwickeln.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Alles andere gibt für mich gesellschaftlich keinen Sinn. Ja. Und deswegen liegt Jenners falsch. Ja.
Florian Bayer: Was ja ein total starkes Motiv ist, was vielleicht auch reinpasst in meine Intelligenzinterpretation. Ja, ja, klar. Dass dieses, wir müssen unabhängig sein, wir müssen uns, wir müssen uns wirklich für, wir müssen uns weiterentwickeln und dazu gehört einfach, dass man auch neue Orte sucht und sich loslöst von alten, von Erben, die man irgendwie mit sich rumträgt. Ich glaube, es ist halt, es macht diesen Film, es gibt diesem Film eine Tiefe und ein Spannungsfeld, das man vielleicht auch erst so auf den zweiten Blick sieht. Dass wir hier diesen Widerstreit haben von dem, einmal das Autonomiestreben, dann dieses, diese vermeintliche Intelligenz, die gewonnen wird durch den Eingriff des Menschen. Diese Intelligenz, die halt dazu führt, dass man intrigant ist, dass man lügt, dass man sich hinterhältig verhält. Und dann, und das reingepropft auf diese sehr straightforward erzählte Fantasy-Geschichte von einer Heldin, die wenig macht, tatsächlich wenig handelt und eigentlich erst eher so von Hilfe zu Hilfe läuft und dann am Schluss aber diese Freiheit findet.
Johannes Franke: Ich finde es ganz interessant, vielleicht können wir darüber noch kurz ein bisschen reflektieren, wie sie von einer Situation in die nächste kommt, im Grunde ja immer nur so eine Tür aufmacht und dann die Hände zusammennimmt, hochguckt mit großen Augen und sagt, bitte hilf mir, meine Kinder. Ja. Trotzdem kann ich gut mit ihr mitgehen, was mich ein bisschen wundert und ich kann auch gut sagen, sie ist nicht die furchtlose Heldin, die wir später aus weiblichen Hauptfiguren gemacht haben, die ich auch dämlich fand. Weil das nämlich bedeutet, dass du, das ist ja keine echte Courage, das ist ja kein echter Mut, wenn du die ganze Zeit nur sagst, okay, ich komme jetzt in den Raum rein und bestimme alles und mache alles und zeige keine Angst. Sondern Mut ist, aus einer Angst, die ich auch sehen will als Zuschauer heraus, trotzdem Dinge zu machen, die dir Angst machen. Und das haben sie super gut drauf, finde ich, dass sie losrennt und wirklich durch ein furchtbar gruseliges Szenario rennt, um zu diesem Doktor zu kommen und dann weiter die ganze Zeit durch gruselige Szenarien und sich trotzdem jedes Mal sagt, obwohl sie in der Ecke sitzt und wimmert, sagt, nein, ich muss das jetzt machen. Ich gehe jetzt weiter und ich muss mir vielleicht noch einen schlauen Gedanken einfallen lassen, wie ich durch diese Sache durchkomme, ohne drauf zu gehen. Das finde ich sehr gut gemacht eigentlich.
Florian Bayer: Das krasse ist ja, dass sie sich immer, und das, allein das ist schon ihre Courage, dass sie sich bewusst in absurd bedrohliche Situationen begibt. Sie geht, sie krabbelt als kleine Feldmaus in diesen Traktor rein, durch dieses Technik-Ungetüm, ohne zu wissen, was sie machen kann. Und da schafft sie es ja auch dann tatsächlich, das Ding lahmzulegen.
Johannes Franke: Und die Tante kommt zur Hilfe, obwohl sie vorher gesagt hat, nein, um Gottes Willen, nichts da, das machen wir nicht. Was ich auch eine interessante Figur finde, die Tante. Dann heißt ja auch noch Tante Shrew, glaube ich.
Florian Bayer: Ja, und sie wird gespielt von einer, wir haben hier zwei Stimmen aus Miss Poppins. Sie ist Miss Poppin ganz am Anfang, das Zimmermädchen, das so wegrennt und sagt, ey, mit diesen Kindern kann man nichts machen. In dieser beeindruckenden Szene bei Miss Poppins, wo sie dann rausrennt, sagt, diese Kinder sind das Letzte. Und dann haben wir einen Schnitt auf die Kinder und die Kinder sind ganz ruhig. Ja, genau. Und den ganzen Film erfährt man nicht, was schlimmer an diesen Kindern ist, weil die sind eigentlich voll lieb. Und dann haben wir den, der den Banker gespielt hat bei Miss Poppins, den Mr. Dawes.
Johannes Franke: Mary Poppins heißt der Film.
Florian Bayer: Mary Poppins, nicht Miss Poppins. Mary Prisby und das Geheimnis von Nymph. Arthur Mallett, der spricht den Mr. H., den Doktor, den Arzt. Ja.
Johannes Franke: Genau, Aunt Shrew ist schräg und witzig. Ja, und Shrew ist ja Taming of the Shrew, muss ich dran denken, bei Shakespeare. Ja, ja. Der widerspenstigen Zähmung. Und dann ist ja diese Tante auch noch so, dass sie so widerspenstig und sehr so, so, ne, ne, ne, das wird so gemacht oder das machen wir so oder das, oh, das geht ja so nicht.
Florian Bayer: Hermann Baddeley, um den Namen einmal zu sagen, der Sprecherin. Und es ist cool, sie streitet sich ja am Anfang so mit den Kids, ne, die Kids so diskutieren mit ihr die ganze Zeit und dann ist sie ja auch, hat sie wieder so einen Moment, wo sie total sauer ist auf die Kinder. Ja. Und um hier noch zwei Namen einzuwerfen, wir haben hier nämlich zwei, zwei, zwei in ihrem Schauspieldebüt. Und zwar zum einen haben wir niemand geringeren als unseren geliebten, was spannend, ne, als unseren geliebten Will Wheaton. Will Wheaton. Wesley Crusher in seinem Schauspieldebüt spricht eines der Kinder zusammen mit Shannon Doherty aus Beverly Hills 90, äh, 2010. Und später. Großer Teenie-Star der, der, äh, 90er Jahre. Genau, und später diese Hexenserie, ne.
Johannes Franke: Genau, diese Hexenserie.
Florian Bayer: Charmed. Ja. Shannon Doherty und Will Wheaton als kleine Kinder geben den Mäusen, die stimmen. Sehr süß.
Johannes Franke: Äh, ich muss aber dazu sagen, dass ich, als ich es geguckt habe, die Wahl hatte zwischen Deutsch und Englisch und gedacht habe, ne, Plur hat es als Kind auf Deutsch geguckt. Ja. Ich schaue es mir auch auf Deutsch an. Oh, interessant. Ich habe es mir auch auf Deutsch angeschaut und ich fand es gar nicht so schlecht.
Florian Bayer: Ja, das ist auch, also Zeichentrickfilme sind, die Deutschen sind ja ziemlich gut, was Synchronisation betrifft. Bei Zeichentrickfilmen ist es natürlich deutlich leichter, weil, ähm, bei Zeichentrickfilmen ist es auch im Original so ein bisschen nach Studio klingt und. Ja, genau. Ähm, ja. Ich habe es auf Englisch geguckt. Ich habe es leider nicht mehr auf Deutsch geguckt. Es sind beim Deutschen keine großen prominenten Synchronsprecher dabei, oder?
Johannes Franke: Nee, ähm, also es gibt ein paar Stimmen, die man, die man kennen könnte, aber das, weiß ich nicht, so genau habe ich mich da jetzt auch nicht reingefuchst, weil ich einfach nicht den Moment hatte, wo ich gesagt habe, oh, das ist doch die Stimme von, sondern.
Florian Bayer: Die, ähm, Frisbee wird von Alice Franz gesprochen, die, glaube ich, wenn ich das richtig sehe, die hat die, die, die, ähm, Umbridge. Ah, ja, Dolores Umbridge, ja, stimmt. Als Bye-Bye Harry Potter. Ja. Und Horst Sachleben, als, als Jeremy sagt mir auch irgendwie was, Horst Sachleben hat eine sehr große Historie. Ah, das, ja, okay, der hat tausend Derek-Folgen gemacht. Okay. Und, ja, okay. Ähm, ja, aber eigentlich waren wir ja bei den Momenten, ah, genau, sie begibt sich in absurd bedrohliche Situationen. Und das ist so viel Mut, der das erfordert, dass sie sich dieser Eule stellt, dass sie sich diesem Traktor stellt, dass sie sich der Katze stellt und dann sagt, nee, ich mache das jetzt mit dem Schlafmittel.
Johannes Franke: Ja. Und es ist nicht so wie ein Horrorfilm, wo man denkt, Alter, dann mach's halt nicht. Sondern sie hat ja wirklich einen guten Grund. Ja. Was sagen wir denn zum visuellen Stil? Überzeugt? Ja, naja, also natürlich sind das unsere Sehgewohnheiten von heute anders und man kann nicht wie damals drin sitzen und sagen, boah, das ist ja eine krasse Technik oder sowas. Aber man, wenn man so ein bisschen das Einsortieren kann im Kopf und weiß, was damals möglich war und was nicht, dann ist man schon ein bisschen beeindruckt. Die haben viel mit Licht hinter der Zeichnung gemacht, dass die Augen leuchten können und dass diese Schrift, die sie da einmal in dieses Buch reinbringen, dass die leuchten können und so weiter. Das haben die wirklich sehr gut gemacht. Dann gibt es ganz viele kleinen Lichtpunkte, die immer mal wieder passieren, das auch sehr aufwendig ist. Das haben sie gut gemacht und die Technik an sich gut eingesetzt. Ohne dass man, genau das, was ja immer so alle nicht mögen und ich wiederum sehr mag, diese Vorzeichenstiftstriche von den Zeichnern zu sehen, das ist hier nicht der Fall.
Florian Bayer: Ich finde, es ästhetisch ziemlich gut gealtert. Also wenn man sich nicht so viele Gedanken über die Technik macht, es ist schon so ein spezieller Stil, vor allem wir haben halt diese statischen Hintergründe, die so ein bisschen so ein sehr Gemäldelook haben und dann haben wir die wirklich guten Animationen, die auch sehr viele Einzelframes haben.
Johannes Franke: Ja, sehr, sehr, sehr flüssig, muss man sagen. Es gab einen Pan ganz am Anfang, den ich nicht gut fand, der wirklich so sehr gesprungen ist. Das war der einzige im ganzen Film, wo ich gedacht habe, oh jetzt, aber dann wirklich sehr flüssig, sehr, sehr flüssig und ich finde, dass die Charaktere sehr gut gezeichnet sind. Dass die wirklich gute, eigene Dinge bekommen haben, die sehr unique sind. Zu nah an Disney teilweise. Die Ratten zum Beispiel, also Justin fällt mir vor allem ein. Ja, stimmt, vielleicht. Der so sehr, sehr nach Disney aussieht. Aber Justin ist der, der dann auch noch gekämpft hat mit dem Stern. Genau, der Robin Hood. Der Robin Hood, der sah wirklich aus wie Robin Hood. Der hätte mal nur die Haare noch ein bisschen röter machen müssen.
Florian Bayer: Du kannst einfach die Nase ein bisschen ziehen und hast ein Fuchsgesicht. Absolut, total, ja. Ich finde, es ist halt schon ein eigener Stil, auch aus der Zeit so ein bisschen, dass du diese statischen Hintergründe hast und dann diese sehr flüssigen Animationen davor. Ja. Ich finde, Licht und Kamera machen da wirklich viel mit dem Film und es passieren wirklich spannende visuelle Sachen, die heute nicht mehr so gemacht werden würden. Ja. Und die auch so ein bisschen vielleicht mittlerweile im Schatten stehen von dem, was dann Disney bei der Renaissance der Disney-Filme gemacht hat mit 3D-Möglichkeiten.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Also es ist schon was anderes, wenn man sich anschaut, wie die Landschaft bei König der Löwen animiert ist oder bei Ariel in der Elmfrau. Ja. Es ist schon was anderes. Ja. Aber es hat was sehr Künstlerisches, finde ich, weil die Hintergründe so gemäldeartig sind.
Johannes Franke: Total. Und weil, ähm, dieses Magical Place kommt da viel mehr zu tragen dadurch, ja. Es ist nicht so, nicht so fein, also wie bei, wenn ich jetzt an Beauty and the Beast denke, wo sie angefangen haben, auch mit Computern noch nachzuarbeiten und so. Da ist das alles so, so rein und so eine klare Kante und du hast irgendwie, finde ich, fängt es da an, dass alles so ein kleines bisschen zu poliert aussieht. Mhm. Und das ist in dem Film halt eine gute Mischung aus, aus poliertem und dann doch ein bisschen unreimen, was lebt. Musik Jerry Goldsmith. Ja, der hat sich ja... Einen Namen, den wir öfter hören in diesem Podcast. Dieser Typ hat sich ja auch wahnsinnig gefreut über diesen Film. Der muss ja so begeistert gewesen sein, der hat so viel Arbeit noch Wochen reingesteckt, die gar nicht bezahlt war.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Wo gar nicht sein Job gewesen wäre, da noch rum zu polieren, aber der hat gesagt, nee, wenn, also bei diesem Film will ich echt, dass alles perfekt ist. Und es ist wirklich toll, also musikalisch ist es wirklich super.
Florian Bayer: Es ist halt auch sehr atmosphärisch und steht so sehr im Dienst vom Film. Es ist so düster getragen und ja, irgendwie, na, es passt einfach. Also es hat so ein bisschen was Märchenhaftes. Vor kurzem haben wir über Jerry Goldsmith geredet bei Alien, der die Musik zu Alien hatte. Da haben wir noch drüber diskutiert, ob er hätte etwas dagegen werfen sollen, weil du meintest, die Musik ist zu offensichtlich. Ja. Hätten sie mehr Kontrast machen müssen. Jerry Goldsmith hatte sowas auch im Kopf. Genau. Und dann hat aber Ridley Scott gesagt, nee, nee, du, ich will hier was richtig Düsteres und Monotones. Ja. In dem Film macht er auch keinen Kontrast, ne? Die Musik hat so einen gewissen Pathos und passt zu der düsteren Umgebung.
Johannes Franke: Und er meinte aber auch, dass er wirklich in andere, völlig andere Trickkisten der Musik greifen musste für diesen Film, weil es einfach, ich glaube, es war auch sein erster Trickfilm. Und da muss man einfach ein bisschen anders arbeiten, ne? Und dann hat er sich wirklich da reingestürzt in ein völlig neues Gewässer quasi. Von außen sieht das dann relativ gleich alles aus. Naja, es ist halt ein Musiker, der Musik schreibt, aber innerhalb des Universums hat er dann halt wirklich schon einiges anders machen müssen und erfinden müssen und überlegen müssen. Und hat sich andere, teilweise so siebenminütige Bögen überlegt über den ganzen Score. Das ist dann schon anders.
Florian Bayer: Ja, also ästhetisch offensichtlich sind wir einer Meinung. Ja, ja, ja. Du scheinst mit der Story...
Johannes Franke: Ich finde es halt einfach ein bisschen sehr, sehr düster. Das ist halt das Einzige, was mich wirklich die ganze Zeit so ein bisschen so... Oh nein, tu's nicht, warum? Aber du scheinst mit der Story ein bisschen unzufrieden zu sein. Ja, es ist konvolutet. Ich finde, dass die Charaktere, das sind zu viele Charaktere. Ja. Und die Stationen sind zwar, wenn man sie ganz runter bricht, relativ klar, aber sie sind trotzdem so erzählt, dass ich das Gefühl habe, ich weiß nicht mehr, wo ich eigentlich bin. Bin ich jetzt... Wie weit bin ich vom Ziel entfernt? Was passiert gerade? Warum passiert das gerade?
Florian Bayer: Mein Interpretationsansatz hilft dir nicht, daraus zu kommen.
Johannes Franke: Doch ein bisschen.
Florian Bayer: Aus diesem falschen Blick.
Johannes Franke: Also tatsächlich hilft mir das Gespräch gerade so ein kleines bisschen zu sortieren im Kopf und auch Überlegungen anzustellen und auch dein Ansatz mit dem Unterschied der Intellektualität, dann dieses moralische und amoralische Verhalten, dass das der Unterschied ist, weil ja alle Tiere sprechen können. Und das hilft mir so ein bisschen, das Ganze in einem anderen Licht zu sehen. Aber für mich zählt ja immer, was ich denke, während ich den Film gucke. Deswegen bereite ich mich auf Filme auch nie vor. Deswegen, damit ich sagen kann, was mein Eindruck war. Und nicht, was ist von irgendjemand anders da vorher reininterpretiert und ich muss dann diesen Interpretationsansatz vorgucken. Ich will ja wirklich wissen, welchen Eindruck habe ich unvorbereitet beim Gucken. Und manche Filme wachsen halt erst danach, wenn man irgendwie recherchiert. Aber es kann den Film nicht retten in der Form. Also bei Filmen wie I'm Thinking of Ending Things, da hast du dann zwei Filme im Kopf. Dann hast du einen Film, den du gesehen hast, der hat dann nichts mit dem zu tun, was du am Ende im Kopf hast, was es für eine Interpretation ist. Und dann hast du zwei Filme im Kopf, der eine ist gut, der andere ist schlecht. Und bei dem hier kommt halt kein zweiter Film zustande, nur weil du jetzt sagst, dass es jetzt eine andere Interpretationsmöglichkeit gibt. Und deswegen macht es den Film auch nicht unbedingt viel besser. Während ich ihn gucke, bin ich halt maximal verwirrt an manchen Stellen und denke, okay, wo will der Film mit mir hin? Was soll ich jetzt eigentlich gerade? Ja, der galoppiert halt irgendwie davon und ich bin so, ist alles so düster und alles irgendwie.
Florian Bayer: Um das vielleicht von meiner Seite nochmal stark zu machen. Ich glaube, es ist dieses, wo will der eigentlich jetzt hin? Was soll das? Es ist eine ganz große Stärke von dem Film. Einfach, weil das Magische, Mysteriöse als Kontrast zu dem doch sehr klar definierten menschlichen, wissenschaftlichen, technischen.
Johannes Franke: Es ist ja auch so, dass du als Zuschauer, als Kind überhaupt nicht fragst, wo will der Film mit mir hin? Ja. Also, du hast ja überhaupt nicht den Erfahrungshorizont zu sagen, so, ich gucke mir jetzt den Film an und will mal wissen, was will mir der Film erzählen? Sondern ich gehe einfach rein, setze mich hin und gucke, okay, interessiert mich das oder interessiert mich das nicht?
Florian Bayer: Ich habe in diesem Fall noch nicht den Kindertest gemacht, den muss ich mal mit Bela machen. Ja. Und Bela, Bela, wollte ich den Film früher mal zeigen oder hatte er nicht so Interesse dran, weil er die Maus vorne gesehen hat und gesagt hat, oh nee, nicht so Tiere. Nervig. Disney hat doch schon eine Maus. Genau. Aber ich wäre mal gespannt, wie er ihn mitnimmt, mitreist, begeistert. Das muss ich nochmal machen. Und natürlich ist auch ein bisschen Nostalgie dabei. Es gibt noch einen zweiten Punkt. Für mich ist es ein absoluter, muss man sehen, Film.
Johannes Franke: Ja, es gibt für mich noch einen zweiten Punkt, der so ein bisschen ein Problem macht. Ich mache das fest mal an einem Beispiel. Nicodemus stirbt. Die eine Maus sitzt ein bisschen bedroppelt in der Gegend rum, aber ansonsten interessiert das irgendwie niemanden. Das, was da passiert, hat keine ausgespielten Konsequenzen. Es gibt keine große Trauerszene oder sowas. Und das zieht sich durch den Film durch, dass viele Sachen keine ausgespielten Konsequenzen haben, sondern dass wir zu schnell in das Nächste gehen müssen. Auch zum Beispiel das mit dem Alter, meinst du? Auch das mit dem Alter, ja, genau. Solche Sachen. Sachen, die eigentlich große Implikationen hätten, werden nicht weiterverfolgt. Und das bedeutet für mich als Zuschauer, dass ich denke, es ist offenbar egal. Und dieses Egal-Gefühl zieht sich durch den Film ein bisschen.
Florian Bayer: Das hast du wirklich, also hattest du das Gefühl, der Tod von Nicodemus ist egal?
Johannes Franke: Ja. Krass. Der Film hat mir nicht erzählt, dass das wichtig ist. Nicht, was der Film erzählt hat, was du gefühlt hast. Nein, nein, genau. Also der Film hat mir nicht vermittelt, dass das wichtig ist, also war es für mich auch nicht wichtig.
Florian Bayer: Ja, ich fand das einen krassen Moment, wenn du feststellst, okay, krass, der Plan hat geklappt, jetzt ist der große, anscheinend irgendwie magische, weiße Typ tot.
Johannes Franke: Ja, aber ich werde ja auch nicht dafür hingeführt, wie der stirbt, sondern der ist halt plötzlich unter diesem Ding begraben. Du siehst nicht, wie das ausgeführt wird groß, du hast nur mal kurz ein Gespräch vorher, dass die sagen, okay, vielleicht bringen wir den irgendwie um. Aber eigentlich, weder vorher noch nachher, ist diese Situation wirklich mit Bedeutung angeschwingert. Das, weiß nicht, irgendwie, und das geht mit vielen Situationen so in dem Film, dass der irgendwie vieles passieren lässt, wo du nur so ein Glimpse in der Mitte bekommst, aber weder vorher noch Nachbereitung hast.
Florian Bayer: Okay. Egal, bei mir tatsächlich nichts in dem Film. Ich bin die ganze Zeit die Spitzmaus, die ums Überleben kämpft und ständig irgendwelche neuen Monster vor die Fresse gesetzt kriegt.
Johannes Franke: Ja, das stimmt schon. Also man kommt schon mit der Spitzmaus, kommt man tatsächlich gut mit. Aber alles andere drumrum, irgendwie geht das dann alles over my head.
Florian Bayer: Und ich glaube, Nicodemus Tod war damals als Kind auch ein ziemlicher Schock. Wahrscheinlich, weil ich gar nicht damit gerechnet hätte, dass das funktioniert und dann geht das plötzlich so schnell und dann hast du plötzlich den großen Anführer erschlagen von diesem Stein.
Johannes Franke: Dann ist das so schnell, das ist das viel zu schnell und du hast keinen Bezug dazu. Naja, das ist das andere, was mir eben Schwierigkeiten macht. Was ich noch interessant fand im Nachgang zu überlegen, wo sich das Ganze bewegt, ist vielleicht der Vergleich mit Nachkriegszeit. Mütter, die ihre Ehemänner im Krieg verloren haben. Du meinst Miss Prisby als Trümmerfrau? Ja, ja, genau. Also die einfach nicht weiß, unter welchen Umständen ist der gestorben, was ist da überhaupt passiert. Die einfach zu Hause geblieben, keine Ahnung haben von nichts und dann einfach dastehen mit den Kindern und sagen, okay, ich muss jetzt irgendwie ums Überleben kämpfen.
Florian Bayer: Ich habe jetzt einen Arsch voll Verantwortung, aber dann auch so, also zumindest wenn wir in diesem Narrativ bleiben, die, wie sagt man, die Hände zusammenreiben? Nee, die Hände. Einmal in die Hände spucken. Einmal in die Hände spucken und sagen, okay, ich muss jetzt und dann loslegen und einfach mal das ganze Ding wuppen. Was Miss Prisby natürlich auch zu einer starken Frauenfigur macht, also gerade wenn man das so drauf legt und es passt ja auch, du hast so, der Film trägt so ein bisschen so Nachkriegsszenario-Vibes mit sich. Sie sind da irgendwie entkommen von diesem Nimm, aber der Feind ist noch da, das ist klar. Es gibt wenige Überlebende, wir haben ja eigentlich dafür, dass wir hier so eine vermeintlich große Masse an Tieren haben, das sind ja nur ein paar Ratten. Es ist jetzt nicht so, dass wir hier tausende von Ratten hätten, die sind 50, wenn überhaupt, Ratten, die da zusammenleben in diesem Busch. Die sind auch, die spielen eigentlich, das ist halt auch das ganze Ding, was da passiert, spielt für die Menschen eigentlich keine große Rolle. Der Bauer ist so genervt von den Ratten, dass die da unten sind, will die loswerden, aber die Ratten sind keine Bedrohung für die Menschen, die klauen halt den Strom, mein Gott. Das kriegt der Mensch gar nicht mit. Nee, genau. Und es ist jetzt nicht so, und Nimm ist offensichtlich auch so, ja, wir müssen da hin, wir müssen die jetzt einfangen oder töten, aber es ist jetzt nicht so, dass gesagt wird, oh mein Gott, das verändert die Welt. Nein, nein, das ist alles, das findet alles in diesem kleinen Mikrokosmos statt. Aber für sie ist es halt wichtig. Für sie hat es eine extreme Relevanz und für sie ist halt auch das, was für uns so klein und alltäglich ist, ist für sie halt verdammt groß. Die Eule ist halt dieses Monstrum, das da irgendwo in der Höhle schlummert mit fiesen Augen und die fressen kann, aber gleichzeitig auch intelligent ist.
Johannes Franke: Eieiei, es ist ein schwieriger Film. Ich finde ihn wirklich nicht leicht. Wollen wir uns ein bisschen flüchten, damit wir mal ein bisschen abschütteln können, was wir so an Spannungen in uns tragen, um dann irgendwie nochmal zum Fazit zu kommen.
Florian Bayer: Wir kommen zu unserer obligatorischen Top-Listen-Kategorie.
Johannes Franke: Jo, Top 3.
Florian Bayer: Schengel.
Johannes Franke: Unsere Top 3. Was haben wir denn für eine Top 3? Magie und Technik. Magie und Technologie. Ja. Ich habe mich gefragt und ich habe dich nicht gefragt. Passt du nicht. Was willst du damit?
Florian Bayer: Welche Richtung willst du damit gehen? Meine Gedanken war inhaltlich Filme, die Spannungsfelder zwischen Magie und Technik aufbauen. Wo irgendwie beides drin vorkommt und eventuell im Widerstreit miteinander ist, vielleicht aber auch versöhnlich miteinander agiert. Ja, whatever. Okay. Also es gibt ja viele Beispiele aus der Kulturgeschichte, also Steampunk ist glaube ich das, was einem so als erstes in den Sinn kommt. Ja. Und gibt es leider nicht sehr viele Steampunk-Filme. Ja. Und erst recht gibt es nicht sonderlich viele gute Steampunk-Filme. Aber ich glaube, es gibt viele Beispiele von Filmen, die versuchen so beides zu erzählen und vielleicht um mal meine Honorable Mention Platz 4 zu nennen, um zu zeigen, wo hin die Reise geht. Ja. Und hoffentlich nehme ich dir nichts weg.
Johannes Franke: Jetzt bin ich gespannt.
Florian Bayer: Star Wars, New Hope. Ah ja, genau. Da haben wir die TIE-Fighter und die X-Wings, die durch den Weltraum fliegen und aufeinander schießen. Pew, pew, pew, pew. Ganz traditionelles Science-Fiction. Jetzt habe ich noch nicht ganz verstanden. Machst du nochmal dieses Geräusch? Pew, pew, pew, pew. Und gleichzeitig haben wir die...
Johannes Franke: Kann ich einen Jingleton davon, also einen Klingelton bekommen? Noch einmal?
Florian Bayer: Pew, pew, pew, pew. Sehr gut, danke. Hast du gemerkt, es klingt immer gleich.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wenn es nachher im Schnitt nicht gleich klingt, musst du einfach das erste nennen und drüber schneiden. Okay. Genau, wir haben die Weltraum-Action mit allem, was so zum Science-Fiction dazugehört. Die Menschen haben sich technologisch entwickelt. Ja. Und dann haben wir aber auch diese mysteriöse Magie, eben die Jedi-Kräfte. Ja. Die irgendwie, die einfach so eine spirituelle Ebene reinbringen. Tolles Beispiel für, wie beides zusammen nicht gegeneinander agiert, sondern einfach Teil des Films ist.
Johannes Franke: Ja. Da möchte ich noch einen ganz kurzen Exkurs wieder zurück zum Film machen, aber nur ganz kurz. Warum zur Hölle, wenn es die Magie gibt, machen die damit nichts? Also, er scheint ein Magier zu sein, Nicodemus. Ja. Der scheint etwas zu können, was er aber nicht anwendet, um das Ganze nach vorne zu bringen.
Florian Bayer: Was ist da los? Aber das ist dieselbe Frage, wie warum Gandalf seine Magie nicht mal produktiv einsetzt.
Johannes Franke: Ja, aber Gandalf sehen wir ab und zu mal, dass er das tatsächlich tut. Aber nicht in den entscheidenden Momenten. Ja, ja, okay. Du musst anfangen, dein Platz 3. Ich muss anfangen. Mein Platz 3 ist Matrix, weil das, was technologisch dahinter steckt, im Grunde für die Welt, in der wir sind und die wir wahrnehmen, irgendwie als Magie durchkommt. Also ein schwebender Bullet Time Keanu Reeves kommt mir sehr magisch vor, aber es gibt natürlich eine technologische und psychologische Erklärung dafür. Super cooles Beispiel.
Florian Bayer: Total super, passt perfekt in dieses, auch weil es dieses Orakel gibt zum Beispiel. Ja, ja, ja, genau. Das auch eigentlich ein Computerprogramm ist, aber dann halt irgendwie so hochgepusht wird zu so einer mysteriösen Entität, die niemand genau erklären kann. Ja. Und es gibt Klitsch und die werden dann auch so zu magischen Momenten, genau, genau. Also es ist ein total geiles Beispiel, weil es komplett von dem abweicht, was ich drin habe, aber weil es auch saugut da reinpasst. Mein Platz 3, so eine Serie, mit der ich so ein bisschen gekämpft habe auch, weil das so ist. Lost. Ach so. Hat damals wirklich viel Spaß, als ich die 2005 geguckt habe. Ist nicht gut gealtert, wenn man das heute guckt, ist es schon sehr trashig. Okay. Aber Lost hatte ja ständig diesen Kampf zwischen Magie und Science-Fiction-Technik als Erklärung für die Mysterien, die da passieren. Und so ab Staffel 4 oder so sitzt man da und denkt so, ach bitte, bitte lass die Technik gewinnen. Und am Schluss entscheiden sich die beiden Macher aber dafür, das Mysteriöse und Spirituelle gewinnen zu lassen. Und die haben fast so ein, hast du die Serie komplett geguckt? Nein, gar nicht geguckt. Okay. Wir haben am Schluss so voll spirituelle Erklärungen. Das Ding geht voll Religion und dann macht es auch nicht mehr so viel Spaß. Aber davor gibt es diesen tollen Zweikampf und man fiebert die ganze Zeit mit und hofft, dass es für XY eine technische Erklärung und nicht eine magische gibt. Und oft ist es dann auch so, dass man magische Phänomene hat und dann gibt es plötzlich eine technische Erklärung dafür. Aber da gibt es auch ein paar Phänomene, für die es dann eine magische Erklärung gibt.
Johannes Franke: Ah, okay. Mein Platz zwei wäre der Zauberer von Oz, weil der Typ, der Zauberer, ja kein Zauberer ist. Die ganze Welt ist magisch. Es gibt Feen und böse Hexen und gute Hexen. Aber dieser zentrale Zauberer ist ja eigentlich nur Wissenschaftler und damit auf der Seite der Technologie. Und um seine magischen, vermeintlich magischen Sachen zu produzieren, benutzt er Technik. Und ich finde die Kombination irgendwie ziemlich geil, was dann Fragen und Implikationen aufwirft, die wir in unserer Folge gar nicht besprochen haben. Müssen wir unsere Folge nochmal aufnehmen. Auf jeden Fall finde ich es sehr spannend.
Florian Bayer: Ja. Stimmt. Zauberer von Oz. Wir reden darüber vor mehreren Episoden. Vor mehreren Episoden. Ja, das stimmt. Mein Platz zwei. The Prestige. Das hätte ich nämlich fast genommen und habe dann gedacht, na, ich gehe mal wieder. Christopher Nolan erzählt die Geschichte von zwei Magiern, die sich betteln und eigentlich klassische Taschenspielertricks machen, aber halt immer nochmal einen draufsetzen. Und dann holt sich einer von den beiden Magiern Hilfe bei, unserem guten Mann Thomas Edison, das spielt nämlich Ende des 19. Jahrhunderts, der mit der Elektrizität experimentiert und lässt sich von ihm eine Maschine bauen, um merkwürdige magische Tricks zu machen. Und es bewegt sich so an der Schwelle von Technik und Magie und ich will nicht zu viel spoilern, weil der Film wirklich gut ist. Toller Chris-Nolan-Film.
Johannes Franke: Ja, schmerzhaft auch. Ja. Genau, schaut euch Prestige an. Vielleicht besprechen wir den mal. Wir hätten auf Platz eins, also ich auf Platz eins, fuck, ich habe nicht nochmal nachgeguckt, welcher Film das eigentlich war. Georges Méliès, der hat so viel durch Technik, Tricktechnik, die er quasi erfunden hat, 1902 schon mit Trip to the Moon und dann auch verschiedene andere Sachen, wo jemand mit einem Säbel auf jemanden einschlägt, der dann in zwei Teilen da liegt und beide Teile zappeln, was einen magischen Moment hat, was aber einfach so einen krassen Technikhintergrund hat. Ich glaube, Georges Méliès ist aus der Zeit, war ja Magier, tatsächlich beruflich und hat dann angefangen mit den Filmsachen und für mich die schillerndste Figur dieser Pionierzeit des Films, wo man es schafft, aus einer neuen Technologie magische Momente rauszuholen. Ja. Das ist so toll, großartig. Also eigentlich habe ich keinen Film von ihm, sondern es gab jetzt einen Film, den ich im Kopf hatte, dessen Namen ich aber nicht mehr googeln konnte, weil das einfach, er hat so viel Zeug gemacht. Und, aber eigentlich wäre auf Platz eins einfach nur dieser Typ, Georges Méliès. Ja, cool.
Florian Bayer: Mein Platz eins ist aus dem Jahr 1972 Solaris von André Tarkowski. Ein Tarkowski-Film, den ich auch... Oh, nicht schon wieder der. Tarkowski. Johannes' Reaktion, wenn ich Tarkowski erwähne, ist immer die gleiche. Oh ne, nicht der schon wieder. Solaris erzählt die Geschichte von einem Psychologen, der auf einer Weltraumstation einen Planeten beobachtet, dieser Planeten verursacht anscheinend irgendwelche Anomalien und sorgt dann dafür, dass seine tote Frau auf dem Raumschiff umherwandert und er unterhält sich auch mit ihr. Und der Film bewegt sich die ganze Zeit so irgendwie zwischen dem, diesen mythischen, spirituellen, fantastischen und dem technischen. Wir haben so, eigentlich ähnlich wie bei 2001 Odyssee im Weltraum, den hätte ich auch nehmen können. Der hat das auch, dieses Mystische und das Technische, die sich irgendwie im Widerstreit befinden, aber gleichzeitig offensichtlich auch nebeneinander existieren können. Ganz eigenartige Atmosphäre, fast drei Stunden lang, 1972, langsam erzählt. Ich glaube, ich muss Johannes irgendwann mal damit quälen, aber ich habe ihn schon mit zwei Tarkowski-Filmen gequält.
Johannes Franke: Ich finde, dass diese Plots von Tarkowski, wenn man sie zusammenfasst auf zwei Sätzen, total geil und total nach Action und Potenzial für einen richtig aufregenden Film mitbringen. Aber dann hast du halt irgendwie so zweistündige Sequenzen, also du hast eine einzige Einstellung für gefühlte zwei Stunden und denkst dir, passiert da jetzt noch was oder bewegt sich der
Florian Bayer: überhaupt wirklich da im Hintergrund oder will der Film noch was erzählen oder will
Johannes Franke: er mich einfach nur quälen? Also ich fand Serkalo ja ganz okay. Interessant. Tiefes Ausatmen. Und vielleicht fand ich auch den anderen, wie hieß er, Stalker tatsächlich auch ganz okay, aber einfach auch echt anstrengend.
Florian Bayer: Ja, anstrengend.
Johannes Franke: Aber Serkalo war noch besser als Stalker auf jeden Fall.
Florian Bayer: Okay. Um einiges. Es gibt auch ein Remake von Steven Soderbergh aus dem Jahr 2002 mit George Clooney, was gar nicht so scheiße ist, wie es jetzt klingt, wenn ich das so sage. Okay. Auch langsam erzählt und interpretiert genau wie der Film von Stanislavs Lehm die Vorlage irgendwie um. Ich finde eigentlich, eigentlich müsste ich die Vorlage empfehlen, weil bei beiden Filmen geht meiner Meinung nach so ein ganz wichtiger Aspekt von der Vorlage verloren. Aber jetzt würde ich mich zu viel sehr reinhören, wenn ich davon jetzt erzähle. Solach ist 1972. Guter Film, sehenswerter Film, aber Tarkowski-Film. Man muss wissen, worauf man sich einlässt. Okay. Cool. Cool. Wir springen zurück in den Film und bevor du irgendwas machst im Schnitt. Ja. Für euch jetzt schon mehrere Episoden, für mich erst eine Episode, gibt es ein Jingle, in dem Johannes sagt, das Urteil. Und je nachdem, wie oft ihr das jetzt gehört habt, wisst ihr ungefähr, wie unsere Diskussion gelaufen ist, weil ich bin noch nicht 100% überzeugt von diesem Jingle. Weil es ist halt, ich bin wirklich zusammengezuckt, als das kam. Weil Johannes hat es in den Satz quasi reingeschnitten. Weil es gab keinen richtigen Punkt, um das reinzusetzen. Und Johannes hat gesagt, ey, wir müssen ein paar mehr Jingles machen, damit das ein bisschen alles dynamischer ist. Und wir unterhalten uns einfach und ich sage ja und ich möchte noch was. Und dann kommt letztendlich, das Urteil zu dem Film sagen. Und deswegen möchte ich jetzt zumindest euch vorbereiten, atmet einmal tief durch. Jetzt darfst du es reinpacken, Johannes, wir diskutieren nachher nochmal darüber, ob es in die anderen Episoden reingehört. Achtung, es kommt ein sehr lauter und schockierender... Das Urteil. ...Jingle von Johannes, der euch sagen wird, dass jetzt das Fazit zu diesem Film kommt. Bitte. Also, Plot, dir ist schon klar, dass ich das schon längst vorher reingeschnitten habe. Mitten in einem Satz, der vorher war. Also, das Urteil. Johannes, wie viele Spitzmäuse gibst du in diesem Film von zehn?
Johannes Franke: Ich würde sagen, ich gebe dem Film sechs von zehn Spitzmäusen und zwei von zehn gruseligen Eulen.
Florian Bayer: Das sind insgesamt acht Punkte von zwanzig. Fressen die Eulen die Spitzmäuse und dann sind wir bei zwei?
Johannes Franke: Also, auf dem Spitzmaus-Level ist der Film ganz gut, auf dem gruseligen Eulen-Level finde ich ihn zu hart.
Florian Bayer: Oh, okay. Ja, bei dir würde das Amulett nicht anspringen. Oh nein! Oh Gott, das würde mich jetzt wochenlang beschäftigen. Bei mir würde das Amulett nicht anspringen. Ich liebe diesen Film. Ja, das habe ich gemerkt. Das ist mein liebster Film von Don Plouffe. Don Plouffe hat schon noch mehr gute Filme gemacht. Und ich würde sogar fast behaupten, mein liebster Zeichentrickfilm aus dieser Ära. Also, wenn wir die Ära so die Zeit von Mitte 70er bis Mitte 80er fassen. Ja. Mein liebster Zeichentrickfilm aus der Ära. Vielleicht konkurriert er noch mit dem Studio Ghibli-Film. Ich weiß nicht genau, ob das Schloss im Himmel in die Zeit fällt. Einfach unglaublich stark atmosphärisch. Das ist das, was mich damals als Kind begeistert hat. Ja. Einfach unglaublich dicht und interpretationsoffen, was seine wesentlichen Story-Punkte betrifft. Obwohl er so eine einfach erzählte Geschichte hat. Ja. Ich liebe diesen Film einfach. Punkt. Muss man sehen.
Johannes Franke: Müsst ihr sehen. Ich hätte gerne gesehen, wie dieser Film Frisbee.
Florian Bayer: Au. Okay, geil. Oh, ist das hart, ne? Sie haben bei dieser Firma, die die Frisbees damals gemacht hat, die damals ein Riesending waren, haben sie angerufen und gesagt, Leute, die Vorlage heißt Miss Frisbee. Das klingt so ein bisschen wie euer Produkt. Aber ihr habt ja bestimmt nichts dagegen, wenn wir... Doch. Aber wir können doch bestimmt irgendwie eine Einigung finden. Nein.
Johannes Franke: Ist das gemein? Es ist wirklich hart. Und dann mussten sie wirklich die Leute wieder ins Studio holen, weil die schon viel aufgenommen hatten davon und das umbauen. Und dann gab es einen Schauspieler, der nicht nochmal wiederkommen konnte. Bei dem sie wirklich einzeln die Buchstaben ausgeschnitten und gegen andere Buchstaben ausgetauscht. Also wenn immer er Frisbee gesagt hat, haben sie irgendwo anders gesucht, ob er irgendwas mit Brrrr sagt und das Brrrr dann vor das Isbee geschnitten.
Florian Bayer: Hast du bei dieser... Wenn du dir das vorstellst, auch so ein Bild im Kopf von Don Ploof, wie er mit einer Pinzette so ein B nimmt und das aus F drauf packt. So sieht das in meiner Vorstellung aus. Oh, wie süß. Ja. Aber das ist echt hart. Das ist hart, ja. Oh Mann. Im Deutschen haben sie es Mrs. Prisbee und das Geheimnis von Nimm genannt. Für mich ein... Tatsächlich ein Fall, wo ich den deutschen Titel mehr mag als den englischen. Ich finde es gut, die Miss Prisbee mit reinzunehmen in den Titel. Im Englischen heißt der nur Secret of Nimm. Ach so. Ich finde es gut, die Miss Prisbee mit reinzunehmen, weil sie einfach mal im... Weil sie so wesentlich ist. Ja. Im Buch ist sie auch mit drin. Das heißt nämlich Miss Prisbee and the Rats of Nimm.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich finde den deutschen Titel von all diesen Titeln am besten. Weil das Secret of Nimm finde ich eine coole... Ja, ja. ...in Rats of Nimm. Stimmt, ja. Und ich finde es toll, dass Miss Prisbee im Titel steht. Ja. Mal cool das an die deutschen Übersetzer, oder ÜbersetzerInnen, dass sie gesagt haben, nee, nee, Miss Prisbee ist wichtig, die muss mit rein. Cool.
Johannes Franke: Floor, ich danke dir, dass du diesen Film vorgeschlagen hast, dass ich den Film gesehen habe und dass ich auch maximal verwirrt zwischendurch war und gedacht habe, das ist so gruselig und zu viel und wohin will der Film. Aber es ist trotzdem ein Erlebnis, muss man sagen. Und natürlich schaut euch diesen Film an und habt auch mal ein anderes Erlebnis, auch wie er das eben wollte, als jetzt Disney, diese ganzen sehr bunten und sehr fröhlichen Filme. Es braucht diesen Gegensatz, glaube ich, auch. Das stimmt schon. Und es gibt genug Kinder, die das auch sehr dankbar annehmen, dass ihnen nicht immer nur von der heilen Welt erzählt wird oder aus einer anderen Warte heraus Probleme gebracht werden, sondern dass man eben auch wirklich mal in die düsteren Keller hinabsteigt.
Florian Bayer: Vielen Dank für dieses versöhnliche Fazit nach dem schrecklichen Das Urteil-Jingle. Wenn ihr wissen wollt, womit sich Johannes nächste Woche bei mir revanchiert und wenn ihr wissen wollt, welchen Film ihr am besten schauen solltet, bevor ihr nächste Woche reinhört, dann bleibt noch kurz dran, nach dem tollen Jingle, den wir von Anfang an hatten, werden wir darüber reden.
Johannes Franke: Die schräge Unkulide magst du also mehr als mein Urteil. Ja, definitiv. Auf jeden Fall. Okay.
Florian Bayer: Ansonsten euch eine schöne Woche. Bleibt gesund und bis dahin. Ciao. Ciao.
Johannes Franke: So, Plor, ich habe eine Hausaufgabe für dich. Ja, ich höre. Und zwar ist ja dann doch bald Ostern. Haben wir gerade ausgerechnet.
Florian Bayer: Aber ziemlich umständlich.
Johannes Franke: Weil wir ja immer im Voraus aufnehmen, war das jetzt ein bisschen interessant. Aber ich würde dann gerne den Osterfilm schlechthin, der so richtig gut Ostern feiert und diese ganze christliche Sache einfach einmal auf ein schönes Silbertablett hebt und sagt, wie toll, Life of Brian. Yay. Oder wie es eigentlich heißt, Monty Python's Life of Brian. Man verschluckt immer Monty Python's, aber die heißen ja auch Monty Python's. Flying Circus und so weiter.
Florian Bayer: Schleudert den Purschen zu Boden. Ich kann alle Dialoge auf Deutsch mitsprechen, auf Englisch mit Sicherheit nicht.
Johannes Franke: Das wird sehr interessant. Und ich bin mir ganz sicher, dass wir die ganze Zeit nächste Woche, sorry an euch da draußen, uns einfach Zitate an den Kopf werfen werden. Ganz viel gickern und lachen.
Florian Bayer: Ja, es wird wieder so eine Folge, wo wir einfach beide Spaß haben. Ich meine, es ist so klar, dass, also, ey, Leute, ihr wisst, dass wir beide diesen Film mögen. Es wird keine große Überraschung geben. Aber ich möchte dann zumindest ein bisschen Deutsch und Englisch vergleichen. Ich finde das ganz interessant, weil ich total sozialisiert bin mit der deutschen Synchro.
Johannes Franke: Die habe ich tausendmal geguckt. Na klar.
Florian Bayer: Und ganz interessant vielleicht mal zu gucken, was haben die Synchronisatoren damals in den 80ern? Wann ist das Leben des Primes? Mitte 80ern? Das ist 79. 79. Ah, sogar noch vor den 80ern. Was haben die damals gemacht mit den Dialogen, die da gesprochen wurden? Wo wurde entschärft? Ja. Und wo wurde, was die Deutschen ja auch ganz gerne gemacht haben beim Übersetzen und Synchronisieren, Klamauk eingebaut, wo eigentlich coole politische Satire drin war. Ja. Das wird auf jeden Fall spannend. Also wir gucken, ich versuche beide zu gucken einfach. Ja. Englisch ist natürlich Pflicht, weil wir wollen das, was die Künstler intendiert haben, sehen. Und ja, guckt ihn euch auch nochmal an. Habe ich den schon lange nicht mehr gesehen.
Johannes Franke: Ich habe ihn auch lange nicht gesehen, weil irgendwann hat man ihn so oft gesehen, dass man sagt, okay, jetzt nicht nochmal.
Florian Bayer: Und dann reden wir über Leben des Primes. Sehr geil. Und Monty Python. Wow. Machen wir so einen riesen Monty Python-Blog dann, wo wir die Geschichte der Gruppe einmal aufarbeiten?
Johannes Franke: Weiß ich nicht genau.
Florian Bayer: Das ist zu viel, ne? Ja, das wird dann wieder eine dreistündige Episode und dann. Nee, dann lass uns mal gucken, dass wir vielleicht, also wir versuchen Monty Python, wie standen sie damals da zu umfassen.
Johannes Franke: Ja, wir gucken uns vielleicht noch die Diskussionsrunde an von diesem christlichen Vertreter, der in der Talkshow gesagt hat, Alter, das könnt ihr nicht machen. Blasphemie.
Florian Bayer: Also wir reden über Christentum, über Zensur und über Monty Python. Genau. Die heiligen drei Themen. Bis dahin. Bis dahin.
