Episode 129: Indiana Jones I – Raiders of the Lost Ark / The Temple of Doom
Wir haben uns was Großes vorgenommen: Anlässlich des bald im Kino startenden fünften Teils reden wir über alle Indiana Jones Filme, von Raiders bis Crystal Skull. Und bei so viel Masse an Content bleibt uns nichts anderes übrig, als die Filmreihe in zwei Episoden abzuhandeln.
In dieser ersten Episode geht es um den Klassiker Jäger des verlorenen Schatzes und seinen kontroversen Nachfolger Tempel des Todes.
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 129: Indiana Jones I – Raiders of the Lost Ark / The Temple of Doom Publishing Date: 2023-06-21T18:54:59+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/06/21/episode-129-indiana-jones-i-raiders-of-the-lost-temple-of-doom/
Johannes Franke: Und die dann sagen, nein, das dreht ihr nicht bei uns, das ist massiv rassistisch, was ihr da schreibt. Hätte man vielleicht nochmal drüber nachdenken können, ob man das Drehbuch vielleicht ändert.
Florian Bayer: Aber Gott sei Dank haben die in Sri Lanka gesagt, nehmen wir.
Johannes Franke: Ja, genau. Johannes. Johannes.
Florian Bayer: John Williams wäre stolz auf dich.
Johannes Franke: John Williams.
Florian Bayer: Und damit herzlich willkommen, liebes Publikum. Zu einer neuen Episode vom Muss-Man-Sehen-Podcast.
Johannes Franke: Und herzlich willkommen, Plur, in meiner Küche mal wieder. Wir haben uns... Etwas sehr Großes vorgenommen.
Florian Bayer: Wir haben uns vorgenommen, uns zu übernehmen.
Johannes Franke: Vollkommen übernehmen. Das Problem ist... Dass das, was wir da genommen haben, nicht nur vier Filme umfasst, sondern auch vier sehr well-documented Filme. Also es gibt so viele Produktionsnotizen, so viele Sachen, die dazu gesagt werden könnten. Dass wir eigentlich nur scheitern können, wenn wir jetzt sagen, wir würden versuchen, einen allumfassenden Einblick zu geben.
Florian Bayer: Also hört uns beim Scheitern zu und das über zwei Episoden. Ihr werdet es am Titel schon gesehen haben. Wir reden über Indiana Jones und wir haben uns vorgenommen, wirklich über Indiana Jones zu reden. Über alle vier Filme. Wir werden vielleicht noch so einen kleinen Abstecher machen, was hat Indiana Jones sonst noch in Medien gemacht. Und das Ganze ist natürlich auch Vorbereitung. auf den neuen Indiefilm, der die Tage rauskommt ins Kino und den wir uns zusammen angucken und dann in der dritten Episode von dieser großen Trilogie noch einmal den fünften Film auseinandernehmen und ein Gesamtfazit stellen.
Johannes Franke: Wir sind also größenwahnsinnig und reden über... Ducktales. Nein, Moment, über... Indiana Jones.
Florian Bayer: Und tatsächlich, DuckTales haben ja durchaus einen gewissen Einfluss auf Indiana Jones, aber dazu kommen wir, wenn wir über den ersten Teil reden. Es ist großartig, ich liebe es.
Johannes Franke: Und ich liebe einfach auch Ducktales. Insofern ist es kein Wunder, dass ich... Ich muss es vorweg sagen, einfach die Filme Liebe. Wie ist deine grundsätzliche Geschichte zum... Zum Franchise.
Florian Bayer: Also ich liebe sie natürlich auch. Ich habe alle Indiana Jones Filme als Kind gesehen. Ich glaube, der Film, den ich am häufigsten gesehen habe, war Temple of Doom.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Einfach, weil ich den auf VHS hatte, aufgenommen aus dem Fernsehen. Aha. dann ganz oft geguckt, so beim Abendessen. Also ich habe wirklich Erinnerungen dran, lebhafte Erinnerungen, wie ich bei meiner Tante sitze. Beim Abendessen vorm Fernseher Und diesen Film gucke, der eigentlich überhaupt nichts für mein Alter ist, weil Indiana Jones ja tendenziell eher so ab 16 Filme waren. Abgesehen vom dritten Teil und vom vierten jetzt auch, die ab 12 sind. Genau.
Johannes Franke: Auch nur deswegen, weil ab 12 damals noch nicht existierte.
Florian Bayer: FSK, du meinst PG-30?
Johannes Franke: Ja genau, PG-30.
Florian Bayer: PG-13 war das erste, was so für den dritten Teil dann genommen wurde. Was total witzig ist, weil der zweite ist ziemlich brutal. Und das ist der Film, den ich als Kind gesehen habe.
Johannes Franke: Ja, Ja, Plur, jetzt langsam erklären sich so ein paar Sachen in deinem Verhalten und in deinem Charakter und so. Und auch deine ganzen Rassismen, die du immer benutzt, erklären. Natürlich.
Florian Bayer: Da wurde das Erbe des Kolonialismus in ein kleines unschuldiges Kinderherz gepflanzt. werden wir auch drüber reden. Und dann habe ich den dritten als Kind auch ziemlich oft gesehen. Und ich glaube, den ersten, also unabhängig, abgesehen vom vierten, Natürlich den ersten, wahrscheinlich sogar am wenigsten von den drei klassischen Filmen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Wie ist denn deine Geschichte mit Indy?
Johannes Franke: Meine Geschichte mit Indie ist, dass ich vor allem das Videospiel gespielt habe.
Florian Bayer: Ah, das LucasArts Adventure.
Johannes Franke: Ja, und zwar das vom dritten Teil. Also die anderen auch, aber das vom dritten Teil habe ich einfach geliebt und sehr exzessiv gespielt mit meiner besten Freundin damals in der Schule. Und es war großartig. Es war wirklich ganz, ganz toll. Und dann habe ich darüber die Filme überhaupt erst lieben gelernt, weil ich glaube sogar, dass ich mit den Indiana Jones Filmen gar nichts anfangen konnte, bevor ich das Videospiel gespielt habe. Also es ist schon so ein bisschen ein seltsamer Einstieg in die Sache.
Florian Bayer: Ja, wir sind bei Indiana Jones ja... Ein Film, der wirklich unsere Generation, also alle, die irgendwie so in den Anfang der 80er geboren wurden oder Ende der 70er auch massiv geprägt hat. Das ist der Blockbuster unserer Generation, würde ich behaupten. Mehr noch als Star Wars.
Johannes Franke: Ja, wobei, also es ist ja auch die Kombination aus den beiden Regisseuren und Produzenten dieser Generation. Natürlich, ja.
Florian Bayer: Also George Lucas und Steven Spielberg, die hier zusammen einen großen Ritt hinlegen.
Johannes Franke: Der absolute Hammer.
Florian Bayer: Und die damals ja noch so ein bisschen die jungen Wilden waren.
Johannes Franke: Ja, wenn man sich die alten Fotos aus der Zeit anschaut. Ja. Das ist schon sehr süß. Also ich meine, das ist natürlich Ende der 70er jetzt in dem Fall. Die sehen natürlich ihrer Zeit entsprechend aus, aber eben einfach wirklich... Die jungen Wilden, denen man vielleicht vom Optischen her gar nicht so viel zutraut.
Florian Bayer: Aber die echt solche krassen Sachen hingelegt haben. Wenn man sich das anschaut, das waren ja beides totale Macher. Also die kamen irgendwie aus dem New Hollywood Umfeld. Bei Spielberg, bei seinen... Eigentlich bei beiden sieht man es bei den ersten Filmen noch total, dass sie New Hollywood geprägt sind. Bei Spielberg vielleicht ein bisschen mehr als bei George Lucas. Aber George Lucas war quasi in der Francis-Ford-Coppler-Schule. Der hat mit dem zusammengearbeitet. Und Spielbergs erster Film-Duell war ein wirklich roher, düsterer New Hollywood-Action-Film. Also die kamen eigentlich daraus, haben dann aber im Laufe der 70er Jahre was Neues gemacht. Und das war ja auch die Zeit, wo man gesagt hat, okay, das New Hollywood... endet jetzt und der weiße High von Spielberg wird gerne so als, ein bisschen als der Endpunkt von New Hollywood und als der Beginn des großen Blockbuster-Kinos gehandelt.
Johannes Franke: Dementsprechend sind die beiden auch einfach die großen Blockbuster-Hollywood-Regisseure. Mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg oder guten Filmen, aber auch alles streitbar? Es gibt ja Fans in viele Richtungen.
Florian Bayer: Ich würde sogar behaupten, George Lucas würde ich als Blockbuster-Regisseur so ein bisschen rausnehmen. Ich habe das Gefühl, George Lucas ist eigentlich viel mehr Produzent. Ideengeber und Unternehmer als Regisseur. Haben wir ja auch bei diesem Film. George Lucas hat irgendwie eine Idee. Und das haben wir bei allen Indiana Jones Filmen und schmeißt die Ideen dann in den Ring und sagt, ey Steven, mit dir würde ich das machen. Lass uns mal gucken, wer das Drehbuch schreiben kann. Und dann wirft ihr die Idee so verschiedenen DrehbuchautorInnen zu und lässt die alle mal werkeln und dann kommt am Schluss irgendwie sowas raus. Und George Lucas selbst hat auch... gar nicht so viel Regie geführt. Der hat, nachdem er Lukas' Film gegründet hat, irgendwie gesagt, okay, jetzt habe ich erst mal genug Regie geführt.
Johannes Franke: Ja, und viel Innovation nach vorne gebracht, was Visual Effects betrifft. Total.
Florian Bayer: Ja, und auch was Filmproduktion betrifft, Blockbuster-Produktion. Aber so nach Star Wars 1977 hat George Lucas tatsächlich gesagt, jetzt bin ich erstmal kein Regisseur mehr. Und er war lange Zeit kein Regisseur mehr, bis dann zu den Prequels von Star Wars. Das ist ... Und es ist krass, weil man hat George Lucas so total irgendwie als Regisseur im Kopf. Ich glaube, es liegt einfach daran, dass er, wenn ich zu George Lucas sage, er ist Produzent, dann reduziert es das einfach nicht auf den ökonomischen Faktor, was oft getan wird. George Lucas ist irgendwie so eine Ideenmaschine. Und George Lucas ist ... Jemand, der sich auch oft darauf verlässt, dass andere seine Ideen dann umsetzen. Wie war denn Janna Jones?
Johannes Franke: Was ich jetzt auch in der Recherche, muss ich sagen, teilweise sehr absurd fand. welche Wege, welches Drehbuch genommen hat und der einfach Ideen rausgeworfen hat und gesagt hat, nee, jetzt geht's um das, jetzt geht's um das und jetzt geht's um das. Und er auch... Also voller Vertrauen, dass er genug Ideen haben würde, dass er Steven Spielberg irgendwie damit einfach reingeholt hat mit dem Versprechen, ja das sind drei Filme und ich hab die schon alle irgendwie auf Papier, ich weiß schon, was passiert. Obwohl er nichts wusste.
Florian Bayer: Es ist krass, wie unschuldig so eine Idee geboren wird. Und zwar Anfang der 70er Jahre. George Lucas, einfach Freund des Kinos, Freund des klassischen Abenteuerfilms, liebt diese Poster von irgendwelchen Helden, die sich durch den Dschungel schwingen. Und meistens irgendwelche Jungfrauen retten. Alles E-Movie-Schrott. Und sagt, ich hab Bock, auch mal... so einen Film zu machen. Ich würde auch gerne mal einen James-Bond-Film machen, aber ich habe jetzt Bock, so einen Film zu machen. Indiana Smith. Ja, ja, genau. Das ist Das war so das erste zarte Pflänzchen und da sind wir wirklich Anfang der 70er Jahre, fast zehn Jahre bevor dieser Film gemacht wird.
Johannes Franke: Die haben das dann geändert, weil es Ähnlichkeiten mit einem Western von Steve McQueen gab, Nevada Smith.
Florian Bayer: Ja, klingt viel zu unähnlich.
Johannes Franke: Und klingt auch nicht so cool wie Jones, muss man sagen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Aber das ist vielleicht auch einfach die Gewöhnung, ne? Das ist genauso wie, dass wir sagen, Harrison Ford, es könnte niemals Tom Selleck sein, das geht einfach nicht. Es ist vielleicht auch einfach die Gewöhnung.
Johannes Franke: Jetzt wo du es sagst, es gibt ja wahnsinnig viele Leute, die sie dafür gekasten wollten. Ja, ja. Also eine wirklich lange, lange Liste. Und Selleck war dann halt irgendwie beschäftigt noch mit Magnum.
Florian Bayer: Und Harrison Ford war auch... Irgendwie so ein bisschen in Gedanken ab George Lucas war so ein bisschen gegen Harrison Ford, einfach weil er den in Star Wars drin hat und gesagt hat, ich will jetzt nichts zu viel einfach nur mit dem einen zusammenarbeiten.
Johannes Franke: Ja, und auch Harrison Ford meinte, ich bin doch schon in einem Franchise, was muss ich jetzt noch in einem anderen Franchise sein?
Florian Bayer: Und es ist so krass, weil jeder, der Harrison Ford als Han Solo sieht, muss doch direkt denken, das passt perfekt auf diesen Indiana Jones. Das ist die Blaupause. So ist Indiana Jones.
Johannes Franke: Ja, aber das ist vielleicht auch ein Grund dafür, warum man das erstmal nicht machen will, weil man denkt, naja, ich muss es ja nicht nochmal machen, was ich jetzt gerade schon mache. Aber Harry sofort hat das Drehbuch gelesen und fand es einfach so geil. Oder die Ideen, die ihm auch zugeworfen wurden. Drehbuch, es war ja gar nicht fertig, als sie das besprochen haben.
Florian Bayer: Sprich! Springen wir nochmal ganz kurz zurück zur Entstehung. Also 1970er Jahre, George Lucas ist mit Star Wars beschäftigt und hat ihn dann endlich fertig, 1977. Und dann hat er im Urlaub Steven Spielberg getroffen. Ein Glück. Die sind zusammengekommen auf Hawaii. Spielberg hatte einen Science-Fiction-Film gemacht, die unheimliche Begegnung der dritten Art. Und war eigentlich so auf der Suche. Und Spielberg war der, der eigentlich mal einen James-Bond-Film machen wollte. Der hatte total Bock darauf, einen amerikanischen Bond zu machen. Wir werden bestimmt noch ein paar Mal darauf zu sprechen kommen, dass Indiana Jones viele Momente von einem amerikanischen Bond hat, von einer amerikanischen Kanchen-Bond-Version. Vielleicht gar nicht so sehr im ersten Teil, vielleicht mehr im zweiten und dritten, aber... Ja, im zweiten Teil ist natürlich voll ausgespielt, aber da kommen wir dann trotzdem. Und auf jeden Fall hat er dann mit Spielberg gereden und er hat es geschafft, Spielberg zu überreden. das zu machen. Und dann haben sie mit Lawrence Keston zusammengearbeitet, weil der kannte Spielberg. Und Lawrence Keston war so ein bisschen... Spielberg-Zögling, könnte man sagen. Der hat dann später das Drehbuch auch geschrieben zu Empire Strikes Back für Lukas. Ja. Und den haben sie einfach reingenommen ins Boot und dann haben sie sich 1978 zusammengesetzt und haben sich einfach mal... Da bei George Lucas im Haus hingesetzt, bei seinem Assistenten, um genau zu sein, und haben angefangen rumzuspielen und rumzuexperimentieren und haben einfach Ideen aufgeschrieben.
Johannes Franke: Das Schöne ist, dass Spielberg ihn als James Bond without the Hardware trifft. beschrieben hat. Was ich sehr süß finde und im Nachhinein tatsächlich eine ganz gute Beschreibung eigentlich ist.
Florian Bayer: Ja, ich habe das Gefühl, es wird ja oft so kolportiert, dass es Streitereien darüber gab, wie dieser Indiana Jones jetzt ist.
Johannes Franke: Möchtest du Teplor? Ja, bitte.
Florian Bayer: Die Frage, wie sehr ist er Womanizer und wie sehr ist er Millionär und cooler Übermensch?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: George Lucas wollte, dass Indiana Jones ein Playboy ist. Jemand, der viel Geld hat, der mit vielen Frauen rumhängt. Spielberg und Keston haben eher die Idee stark gemacht, dass Indiana Jones doch eigentlich eher so ein Akademiker ist. Also natürlich nicht im Sinne von, der ist ein Intellektueller. Aber im Sinne von, er ist Archäologe und er ist Wissenschaftler und Abenteurer. Das ist das Wichtige. Und dann hat Spielberg gesagt, machen wir ihn doch einfach zum Glücksspieler und Alkoholiker. Und dann hat Lukas gesagt, nein, ich möchte, dass mein Indiana Jones ein ehrlicher Typ ist. Ein Rollmodel. Ein moralischer Typ, jemand, dem man vertrauen kann. Und dann ist offensichtlich irgendwas Trittes dabei rausgekommen, ne? Weil ich finde grundsätzlich zur Figur Indiana Jones, was krass ist, wenn man ihn mit James Bond vergleicht, er ist so viel tollpatschiger. Da gehen so viel mehr Sachen schief. Und er ist so oft überfordert mit Situationen. Das haben wir bei James Bond. Weder in der Roger Moore noch in der Sean Connery-Ausführung.
Johannes Franke: Ja, ja. Also ich finde, dadurch, dass so viele Ideen und Gedanken dazu, wie die Figur sein sollten, rumschwebten, ist er tatsächlich auf eine sehr weirde Art und Weise, das hätte ich nie gedacht, dass das funktioniert, irgendwo dazwischen gelandet und man kann sich voll vorstellen, dass der mal ein Alkoholproblem entwickelt? Ja. Weißt du? All diese Sachen, die er sich eigentlich gedacht hat, stecken da so latent. drunter in dem, wie diese Figur funktioniert, weswegen die Figur auch so wahnsinnig dreidimensional ist. Das werden wir auch in den anderen Filmen, wenn wir die besprechen, werden wir das genauer nochmal analysieren. Aber es ist wirklich interessant, wie dreidimensional die diese Figur gekriegt haben.
Florian Bayer: Und auch ein bisschen zerrissen. Es ist keine konsistente Figur. In den Filmen ist sie schon relativ konsistent. Aber zwischen den Filmen gibt es doch schon Unterschiede. Also ich würde sagen, wir treffen in keinem der Filme auf den gleichen Indiana Jones. Wir haben... Charaktermerkmale, die sich sehr unterscheiden. Um einfach nur ein Beispiel zu nehmen, wir haben im dritten Teil... einen moralisch deutlich integeren in Janna Jones als in Teil 1.
Johannes Franke: Es wird ja... versucht die Filme sozusagen in ihrer Chronologie als Entwicklung eines... eher roughen, jungen Indiana Jones zum weiseren und moralisch integreren Indiana Jones-Konferenz. Naja.
Florian Bayer: Funktioniert aber überhaupt nicht, wenn uns der dritte Teil einen jungen Indianer Jones präsentiert, der moralisch absolut integer ist. Dieses Fundstück gehört in ein Museum von weißen Menschen, für weiße Menschen, für Geld, das ich kriege, weil ich es in dem Museum gebe.
Johannes Franke: Unser Held. Ja, das zieht sich aber dann die anderen Filme auch durch. Also er ist im Grunde nur das, was wir die ganze Zeit denken. Oh, Greif Robber.
Florian Bayer: Und das ist natürlich auch angelegt. Gerade im ersten Teil ist es noch ziemlich offensichtlich. Es wird auch gar nicht so versucht, das irgendwie zu verschleiern oder ihm irgendwie ein moralisches Übergewicht zu geben, sondern ... Er agiert eigentlich auf einer Ebene mit dem Bösewicht dieses Films, nämlich Belloc. Das sind beides Leute, die eigentlich Interesse an Artefakten Ja, genau. Aber who cares?
Johannes Franke: Naja, das Ding ist halt, dass die Frage natürlich darin herrscht, wer arbeitet für wen? Arbeitet Belloc für den Bösen? Aus Sicht von Indiana Jones, ja. Aus unserer Sicht, ja, auch. Aber natürlich aus seiner eigenen Sicht nicht. Während Indiana Jones natürlich für uns das Gefühl vermittelt, dass er Dass er nicht versucht, mit dem Gewinnen dieses Artefakts einen bösen Plan voranzuschreiten. Wenigstens das nicht.
Florian Bayer: Na, was sehr offensichtlich ist, in jedem Indiana Jones Film ist es so, dass Indiana Jones selbst das Artefakt eigentlich nur haben will, um es ins Museum zu bringen. Dieses Kunstwerk gehört in ein Museum, ist ja so das, was ihm untergestellt wird.
Johannes Franke: Wobei er in zweiten Filmen sehr viel Fortune and Glory sagt.
Florian Bayer: Ja, stimmt. Aber letzten Endes geht es eigentlich darum, dass er verkauft, also ich habe das Gefühl, er ist ein Schmuggler, der das Zeug an Brody verkauft. Das ist immer so. Wenn er einem vermeintlichen Superbösewichten einen Schatz entrissen hat, dann bringt er ihn zu Brody und kriegt dafür Geld. Brody ist ein Dem müssen wir einfach sagen, das ist ein bewanderter Kulturhistoriker, der darf die Sachen dann nehmen und in die Museen für die Weißen stellen.
Johannes Franke: Wobei wir, wenn wir über den zweiten Film reden, das nochmal genauer machen müssen, weil Fortune und Glory kein unwesentlicher Satz ist für den Film. Ja, ja. Also da gibt es vielleicht doch eine Entwicklung. Aber grundsätzlich, finde ich, gibt es... Die Unterstellung zwar, dass der sich entwickelt zu einem weiseren, älteren, moralisch integrieren Typen, aber eigentlich... Stimmt das nicht. Eigentlich hast du recht, in jedem Film ist er irgendwie einfach ein Grabräuber, der die Sachen nach Amerika bringt.
Florian Bayer: Aber eben nicht nur. Also auch zum Beispiel Teil 2 ist ja ein Prequel zu Teil 1. Da ist er moralischer als ein Teil 1, weil er gibt ja den Stein zurück an das Dorf und er wird ja sogar gefragt. Okay, also wir sehen schon, Indiana Jones ist ein, sagen wir mal, ein ambivalenter Charakter. Und vielleicht auch ein inkonsistenter Charakter. Und wir werden vielleicht, wenn wir jetzt über den ersten Film reden, auch so ein bisschen herausfinden, ob er in diesem Film auch inkonsistent ist oder ob er...
Johannes Franke: Ist die Inkonsistenz vielleicht auch ein Grund dafür, warum wir ihn als... believable character sehen, weil wir Menschen einfach nicht 100% konsistent in unserer Moral sind.
Florian Bayer: Ja, vielleicht. Vielleicht macht ihn das auch gerade so sympathisch, weil er eben im Vergleich zu den sehr glatten Helden, die man so kennt, so seine Schwächen hat, seine moralischen Schwächen, aber eben auch im Vergleich zu denen, was in Anfang der 80er Jahre ja ganz stark beim amerikanischen Action-Cino, zu diesem Überwesen auch nicht so überstark ist. Er ist kein Muskelpaket wie Schwarzenegger. Er ist kein krasser Kung-Fu-Kämpfer wie Bruce Lee oder Chuck Norris. Und das waren alles Figuren der späten 70er und frühen 80er Jahre, Actionhelden der damaligen Zeit. Weil er ist halt auch oft überfordert, er ist oft tollpatschig. Wir sehen ihn als Lehrer, was total krass ist, einen Helden. der Grabräuber ist, gleichzeitig dann kurz darauf als Lehrer zu sehen, der sich vor der Klasse sowas zurechtstammelt, natürlich von seinen Studenten angehimmelt wird. Ja. Und gut gekleidet ist. Und sehr gut gekleidet ist.
Johannes Franke: Einer der wichtigsten Verkaufsgründe für mich.
Florian Bayer: Oh ja, die Kostüme in Indiana Jones sind immer erstes Ahner.
Johannes Franke: Auch einer der Verkaufsargumente für die Filme, finde ich, wenn wir jetzt von dem Charakter in Janet Jones einmal wieder weggehen, der Style. wirklich einen klaren, durchgezogenen Style, den man einfach mögen muss irgendwie, habe ich das Gefühl. Sowohl... Eben als Professor wirklich sehr gut angezogen und einfach sexy.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall, voll.
Johannes Franke: Und als Indiana Jones natürlich volle Ikone gewordene Lederjacke, was er trägt.
Florian Bayer: Wer wollte nicht Archäologe werden, weil er dachte, Archäologen sehen so aus.
Johannes Franke: Absolut. Also das hat wirklich Generationen, glaube ich, dazu inspiriert, Archäologie zu studieren und abzubrechen, weil sie feststellen, dass es... nicht so ist wie im Film. Wann darf ich endlich auf Abenteuerreise gehen? Ruhe, liest das Buch. Aber ich muss noch meine Latein-Scheide machen. Wie groß ist ein Archäologe im Schnitt? So groß. Aber das funktioniert nicht im Podcast, der wird es leider... Aber es ist ein Archäologenwitz. Ich kenne einen Archäologenwitz.
Florian Bayer: Du bist so ein Nerd. Okay, George Lucas hat mit Steven Spielberg rumhantiert, mit Castern zusammen und dann haben sie den Film finanziert gekriegt. Lucasfilms wurde gegründet, ne? Und zwar ein bisschen vorher. Gar nicht wegen diesem Film, aber ich glaube, er war der erste Film, der von Lukas Film produziert wurde. Und Lucasfilms hat sich ja auch als Ideenschmiede verstanden. nie, auch wenn es ein unabhängiges Studio war, übrigens kurz davor hatte George Lucas schon mit Francis Ford Coppola ein Studio zusammen gegründet. Ja, oh. Und Anfang der 80er hat er dann noch Lucas Film Games gegründet, was dann zu LucasArts wurde. Also wie gesagt, das waren Unternehmer auch. Auf jeden Fall, genau. Die haben nicht das Geld dran geschafft, sondern die haben zusammen mit Studios gearbeitet. Die haben dann versucht, das halt zu verkaufen an verschiedene Studios und halt irgendwie Geld aufzutreiben dafür und Paramount wurde dann darauf hat sich dann darauf geeinigt, das zu machen und es war offensichtlich gar nicht so einfach, weil George Lucas... anscheinend sehr absurde Forderungen gestellt hat, was die Zusammenarbeit betrifft. Der wollte, dass er Kontrolle über das Budget hat und dass das Studio keinen kreativen Input Und dass er komplett die Kontrolle über die Lizenz und über die Rechte an allen Fortsetzungen erhält. Und ein ganz schöner Paycheck. Der war auch dabei für ihn und Spielberg.
Johannes Franke: Also er hat natürlich schlechte Erfahrungen mitgebracht und gleich gedacht, Okay, ich weiß jetzt, was ich alles fordern muss, damit ich safe bin. Und natürlich auch den eigenen Wert darf man nicht unterschätzen.
Florian Bayer: Und er hatte ja, ich meine, er hatte halt auch so ein bisschen, durch Star Wars hatte er einfach auch einen Ruf zu der damaligen Zeit, der war ... So ein bisschen der, der das Popcorn-Kino, Blockbuster-Kino wieder richtig groß gemacht hat. Ja. Ja, ich kann verstehen, dass er gedacht hat, er kann sich ein bisschen mehr erlauben. Tatsächlich war das Studio gar nicht so kritisch gegenüber Lukas, sondern vor allem über Spielberg, weil der den Ruf hatte, Budgets zu überziehen. Und Drehpläne zu überziehen und sich an nichts zu halten. Aber Paramount hat dann gesagt, ja. Und zwar fünf, ne? Fünf Filme war der eigentlich die. Wenn wir darüber reden, dass der vierte Teil und jetzt der fünfte Teil, das ist ein Cash-Caus und so weiter. Nein, nein. Die erfüllen einen Deal, den sie mit Paramount hatten. Das war von Anfang an angelegt, dass die fünf Filme damit drehen.
Johannes Franke: Aber dass sie dafür so lange brauchen würden, war irgendwie nicht eingeplant eigentlich.
Florian Bayer: Ja, was ganz spannend ist, wozu wir bestimmt nochmal kommen, wenn wir zu den Pausen zwischen den einzelnen Filmen kommen. Was ist da passiert? Warum hat das so lange gedauert? Paramount ist ja insofern ganz witzig, weil der Paramount Berg spielt ja in den Intros von allen Filmen Und beim ersten Teil haben sie auch wirklich gesucht, um so einen Berg zu finden für diesen Übergang. Das Paramount-Logo sollte übergehen in eine natürliche Felsformation, die wie Paramount aussieht. Und dann war das wohl eine ziemliche Tortur für den Kameramann und für... bis sie den richtigen Hügel hatten, den sie im richtigen Winkel filmen konnten, damit das Paramount-Logo zu Natur wird.
Johannes Franke: Aber es hat sich gelohnt, ich sag's dir. Es hat sich gelohnt. Zumindest für den ersten Film. Na ja, gucken wir mal. Ob Wüstentiere, Hügel eine gute Idee sind für sowas.
Florian Bayer: Und springen wir da auch gleich ganz kurz rein in das Intro schon oder möchtest du noch was zur Entstehung sagen?
Johannes Franke: Ich glaube, zur Entstehung können wir immer wieder zurückspringen, wenn wir das Gefühl haben, da fehlt uns noch was. Aber eigentlich könnten wir theoretisch... in den ersten Film hineingehen.
Florian Bayer: Ins Intro, weil ich will über das Intro reden. Ich habe das schon tausendmal Intro gesagt, weil meiner Meinung nach Wahrscheinlich das beste Intro der Blockbuster-Filmgeschichte.
Johannes Franke: Wie weit siehst du das Intro jetzt?
Florian Bayer: Na, das Intro geht bis zur Flucht mit dem Flugzeug.
Johannes Franke: Ja, natürlich, das allerbeste Intro jemals. Volle Kanne, natürlich, du hast vollkommen recht.
Florian Bayer: Wie unser Held hier etabliert wird, dieses, man sieht sein Gesicht ganz lange nicht, er wird von der Seite getestet. Ihr werdet von hinten gezeigt, was für Shots genommen werden, wie Spannung aufgebaut wird, wie das Ganze kulminiert dann in diesem Gang in die Höhle. dann in die Action wechselt, dann die Clumsiness unseres Helden zeigt und dann zu einem großen Finale und das erste Mal ertönt das berühmte Theme von John Williams.
Johannes Franke: Ja. Es ist unglaublich gut. Da kommt George Lucas seine Liebe zu den alten Action-Pact- Martinet Serials, wie sie genannt werden, zugute, die wohl sehr viel solcher heroischen Darstellungen von Abenteurern drin hatten. Ja. Und das sind halt so die 30er, 40er Jahre Filme. Schwarz-Weiß. Spice-Masher. Buck Roger. Solche Sachen, genau. Und die haben halt alle schon auf die Kacke gehauen, auch was das betrifft. Zumindest was ihre Mittel betraf. Und es ist schon... Da steckt viel Verständnis für Film drin, zu verstehen, wie diese Filme der 30er, 40er Jahre so einen Helden aufgebaut haben und das dann... innerhalb von kürzester Zeit, ich weiß nicht, wie lange das Intro ist, das sind fünf Minuten oder sowas, diesen Typen so aufzubauen, dass man sofort weiß, okay, der ist der letzte Shit. Vor dem haben alle Angst. Bei dem wissen alle, der kriegt das irgendwie hin. Aber er hat einen ebenbürtigen Feind.
Florian Bayer: Genau, er wird so übermenschlich präsentiert, aber er hat auch schon dann in diesem Intro, spätestens wenn er in der Höhle war und Sachen schief gehen, haben wir ja auch diese Slapstick-Momente. Bei Indiana Jones ist Action auch immer ganz viel mit Slapstick gekreuzt und wir haben diese Momente, wo er hinfällt, seinen Hut verliert, nochmal um sich greift, erschrocken guckt, wenn er die die Ureinwohner sieht, dazu kommen wir gleich, wie andere Ethnien dargestellt werden in den Bonnetrons. Douglas Lowcomb, um den Namen einmal zu sagen, hat seit den 40ern Kameraarbeit gemacht für diverse Filme. Steven Spielberg spielt natürlich auch eine Rolle. Der hat ja gesagt, er will, dass dieser Film eine Liebeserklärung an das Filmemachen grundsätzlich ist. Aber die beiden, Lukas und Spielberg, haben sich schon sehr bewusst einen Klientel, Kameramann der alten Schule ausgesucht. 75 Jahre alt war er, als er diesen Film gedreht hat.
Johannes Franke: Meine Güte. Krasse.
Florian Bayer: Und er sollte die anderen beiden in die Filme der 80er Jahre auch noch mit drehen als Kameramann. wusste einfach, was geile Bilder sind und wie man mit Bildern erzählt, wie man mit Bildern Charaktere erschafft und gestaltet.
Johannes Franke: Und wie man Licht setzt offensichtlich. Es ist Der Hammer. Ich glaube, er hat aus den Noir-Filmen alles mögliche rausgenommen, was ihm gefallen hat. Dieser Palp und dieses Ganze. Die sind sehr palpig, habe ich das Gefühl. Ja, total.
Florian Bayer: Noah, du hast es richtig angesprochen, gerade die Etablierung des Helden, wie er so im Schatten steht. Voll. Es ist Film-Noor. Wir haben über Film-Noor geredet vor kurzem erst. Spur des Falken ist, glaube ich, die letzte Episode gewesen.
Johannes Franke: Oh, kann sein.
Florian Bayer: Vielleicht die vorvorletzte, aber so irgendwie ist noch nicht lange her. Und er benutzt es total. Dieses Stilmittel aus dem Schwarz-Weiß-Film, wie man mit wenig Licht... sehr pointiert Licht und Schatten setzt und entsprechend verbirgt und zeigt.
Johannes Franke: Und auch ... ein bisschen unrealistische Lichtszenarien herstellt, die aber irgendwie einfach ikonisch sind und damit verzeihbar.
Florian Bayer: Ich kann es nur nochmal wiederholen, was für ein krasses Intro. Die Kugel übrigens.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: 140 Kilo. Ach so, die Kugel, die ihn verfolgt?
Johannes Franke: Oh mein Gott, die sollte viel größer sein, aber haben sie nicht gemacht.
Florian Bayer: schon mächtig genug aus Fieberglas. Und Harrison Ford? In allen drei Filmen, in allen vier Filmen bekannt dafür, dass er viele Stunts selbst macht. Hat auch hier die Stunts selbst gemacht. Weil sie wollten nicht von vorne, wie er von der Kugel verfolgt wird. Das heißt, dieser Mann musste sehr oft vor dieser Kugel wegrennen.
Johannes Franke: Ja, sehr, sehr oft. Also er hat zehnmal gemacht. Und jeweils aus unterschiedlichen Winkeln. Es ist der Hammer. Er hat so viel gemacht, dass der Stuntmann ihn mal zur Seite genommen hat und gesagt hat, bitte kann ich auch mal einen Stunt machen.
Florian Bayer: Jetzt sagen wir den Stuntman, weil ich hab den Namen auch gerade nicht da stehen.
Johannes Franke: Vic irgendwas. Das ist der große Stuntman überhaupt zu der Zeit.
Florian Bayer: Und Harrison Ford hat ihn nicht arbeiten lassen, weil er alles selbst machen wollte. Und das haben wir auch in den späteren Filmen, dass Harrison Ford sehr viele Stunts selbst macht. Und natürlich kommt es einem Film zugute, wenn man auch solche Szenen ein bisschen näher zeigen kann. Also gerade in den 80ern gibt es ja auch den Effekt, dass man manchmal... jetzt gerade so vielleicht auch im HD-Zeitalter HD-Digital-Remastered-Filme sieht und dann feststellt, wenn man eine totale hat und irgendein Stunt gezeigt wird, Oh Moment, wer ist denn dieser 20-jährige Kerl, der gerade unsere 30-jährige Frau plötzlich als Stuntman verkörpert? Was ist da passiert?
Johannes Franke: Ja, das ist wirklich krass, weil der Unterschied zwischen dem, was wir jetzt als Remastered HD oder Blu-Ray oder was auch immer sehen, das ist wirklich ein Unterschied zu dem, was damals im Kino gelaufen ist.
Florian Bayer: Ja, total.
Johannes Franke: Es ist echt krass, was man für Details da sieht. Wahnsinn.
Florian Bayer: Und gerade bei Filmen mit vielen Stunts oder mit vielen Special Effects, Diana Jones setzt ja Gott sei Dank in allen drei alten Filmen sehr viel auf Practical Effects und sogar im vierten auch.
Johannes Franke: Ja, da müssen wir auch unbedingt drüber reden, was die großen Unterschiede auch sind zu denen. Practical Effects und dann zu CGI und so weiter. Aber das werden wir vor allem, glaube ich, im vierten Teil besprechen müssen. Darf ich einmal zusammenfassen, was überhaupt im ersten Film passiert? Raiders of the Lost Ark. 1981 rausgekommen, spielt 1936. Janet Jones wird angestellt die Bundeslater, nennt man sie im Deutschen?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Einmal zu recovern. Und die Nazis sind auch hinter der Bundeslade her. So, sein Rivale, René Bollock, hilft den Nazis und er wiederum hat so ein paar Vorteile, weil er von Marion... Ravenwood dieses Teil hat, auf dem die Anweisungen stehen, wie man dahin kommt.
Florian Bayer: Der Stab von Reh.
Johannes Franke: Genau. So, und das heißt, er hat eine Chance, das zu erreichen, ein Vorteil gegenüber den Nazis. Leider sind die Nazis nebenan und bemerken, was passiert und stehlen ihm die Bundeslade, die er einmal recovert. Und dann versuchte halt diese Bundeslade wieder zurückzubekommen. Das ist im Grunde das wesentliche Ereignis dieses Films. Das war's. Und dann am Ende haben die Nazis halt diese Bundeslade, öffnen die und sterben, weil die Bundeslade was dagegen hat. Und Indiana Jones und Marion überleben auf wundersame Art und Weise, weil sie die Augen schließen. Wow, okay. Was für ein Trick. Genau, das ist zusammengefasst im Grunde die Geschichte vom ersten Teil. Und Das große Verkaufsargument ist wahrscheinlich nicht unbedingt die besonders komplizierte, intellektuell erfordernde Geschichte, sondern einfach... Die Action.
Florian Bayer: Das Spektakel.
Johannes Franke: Das Spektakel. Von vorne bis hinten. Eins jagt das andere. Eins nach dem anderen passiert und man hat nie Pause zwischendurch.
Florian Bayer: Der Film hat so viele Momente, die ikonisch geworden sind. Wir fliegen von einem Schauplatz zum anderen und wir sehen diese Karte eingeblendet und die Linie.
Johannes Franke: jeder fucking Abenteuerfilm danach gemacht, oder?
Florian Bayer: Also Indiana Jones hat es auf jeden Fall konsequent durchgezogen. weil es ist einfach die Mittel der Serie. Aber es haben auch andere Filme auf diverse Art und Weise kopiert.
Johannes Franke: Ja, absolut.
Florian Bayer: Ganz wichtig ist, glaube ich, nicht nur das Spektakel. Sondern, und das ist das, was Indiana Jones besonders macht, im Vergleich zu anderen Blockbuster-Filmen der Zeit, Die Ironisierung des Spektakels. Diana Jones ist insofern auch Geburt des Popcorn-Kinos. Weil er unglaublich viel mit Referenz und Ironie arbeitet. Deswegen würde ich auch sagen, natürlich sind die ganzen Marvel-Filme, die wir heute sehen, sind alle von Indiana Jones inspiriert. Ja. Charaktere dargestellt werden, gerade diese ambivalenten Charaktere, dass die so in den Vordergrund gerückt werden. Wir haben Wir können als Kontrast immer mal wieder Star Wars in den Raum werfen. Bei Star Wars ist es anders. Star Wars ist natürlich ein Meilenstein der Popcorn-Filmgeschichte.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Aber Star Wars hat bei weitem nicht so viele Filme beeinflusst wie Indiana Jones, was die Darstellung von Charakteren betrifft. Ja, das kann sein. darstellen, von moralischer Ambivalenz darstellt. Und eben auch, was das Spiel mit Referenzen betrifft, so jemand wie Quentin Tarantino, Der hat sein Filmhandwerk auch von Indiana Jones gelernt, ne? Die Art, wie Indiana Jones Tropes nutzt und Klischees benutzt und damit strukturiert. spielt und die durcheinander würfelt und die ironisch einsetzt, das finden wir auch später bei Tarantino in anderer Weise natürlich. Aber wir finden es wieder. Und deswegen würde ich sagen, Indiana Jones ist ein Gerade für das amerikanische Kino, gerade für das Blockbuster-Kino. Unglaublich einflussreicher Film, wenn nicht sogar der einflussreichste Film aus der Zeit.
Johannes Franke: Ja, ist krass. Tarantino wäre mir jetzt nicht als erstes eingefallen, aber ich verstehe deinen Punkt. Es ist unglaublich viel von dem, was man wiedererkennt in anderen Filmen. eben das Pacing, das Retrieval von Schätzen aus gut gesicherten... Höhlen und so. Wobei ich einmal kurz fragen möchte, weil das alle Filme betrifft. Welche Kultur ist so paranoid drauf, hat solche Feinde, dass sie so viel Aufwand betreiben müssen, solche elaborierten Fallen zu... Was ist da los?
Florian Bayer: Und warum ist diese Kultur untergegangen, wenn sie so ein Stück bauen kann?
Johannes Franke: Was ist da los? Wir haben Lichtschranken erfunden.
Florian Bayer: Wie? Was habt ihr da? Welche Elektronik hattet ihr zur Verfügung? Wie soll das funktionieren?
Johannes Franke: Es ist natürlich sehr viel auch auf Physik abgestellt, was total funktionieren würde natürlich, wenn Indiana Jones irgendwo drauf tritt und mit seinem Gewicht etwas lostritt. Was dann passiert, vollkommen okay. Aber was ich mich abseits dessen, dass manche Sachen einfach überhaupt nicht erklärbar sind, frage ist, warum verdammt nochmal eine Kultur so viel Aufwand betreibt. Was hatten die für Feinde und was hatten die geglaubt, was das wert ist, was sie da haben? Diese goldene kleine Statue da. Pass auf, meine Theorie. Ja, jetzt bin ich gespannt.
Florian Bayer: Diese Kulturen, die hatten gar keine Angst vor Feinden. Die wollten einfach nur, dass die Leute... die auf die Schatzsuche gehen, auch ein bisschen Spaß haben. Weil, sind wir mal ehrlich, wenn wir Indiana Jones sehen, kommen wir ins Träumen. Wer würde nicht gerne mal über so ein Hindernisparcours laufen, verfolgt von einem riesigen Steinball, über eine Schlucht springen, mit einer Peitsche sich irgendwo festhalten, dann kommen noch Pfeile aus der Wand geflogen.
Johannes Franke: Die haben also Disneyland gehabt damals.
Florian Bayer: Sie hatten Disneyland.
Johannes Franke: Verstehe. Und dann haben sie Geld dafür bekommen, dass sie diese Dinger gebaut haben und der Preis war dann halt, dass man das Ding... gekriegt hat? Ich weiß nicht. Na gut.
Florian Bayer: Disneyland. Ich greife kurz vorweg. Die Lorenfahrt aus Teil 2. Der Sound. Original in Disneyland aufgenommen. Und auch diese Kugel, das war der Sound von einem Auto, ne?
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Also, ja. Die Sounddesigner haben einen krassen Job gemacht, muss man sagen. Ja, total. Durch alle Filme durch einen krassen Job.
Florian Bayer: Und haben unglaublich. Ich habe unglaublich viel drüber geredet.
Johannes Franke: Und haben auch hier und da übertrieben, muss man sagen, natürlich. Aber dieses ganze Comic-Hafte von den Schlägereien und so ist einfach... so ikonisch für Indiana Jones auch geworden.
Florian Bayer: Ja. Und wir können eine eigene Folge zum Sounddesign von Indiana Jones machen, auch weil die so gesprächig darüber waren. Was mir aufgefallen ist, ist jetzt im ersten Teil und in anderen Teilen ist es auch, aber ich hab da nochmal nachgeguckt und es kommt gar nicht so oft vor. Ich hatte das Gefühl, der Film besteht nur aus Wilhelm Screams.
Johannes Franke: Ja, aber wirklich.
Florian Bayer: Und es sind aber gar nicht so viele.
Johannes Franke: Es sind in jedem Film ein oder zwei.
Florian Bayer: Genau, es sind nicht viele. Aber der Wilhelm Scream ist der berühmte Schrei, den man kennt, der irgendwann mal benutzt wurde, den hatte jemand, der Wilhelm heißt, als er gefressen wurde von einem Krokodil. Eigentlich müssen wir jetzt ein Lexikon aufmachen, aber wir lassen es mal so stehen. Googled Wilhelm Scream ist ganz witzig, witzige Geschichte, ist ein Insider-Joke und wird in allen Hollywood-Filmen und darüber hinaus mittlerweile benutzt, wenn irgendjemand irgendwo runterfällt. Ich hatte das Gefühl, dieser Film ist voll mit Wilhelm Screams.
Johannes Franke: Ja, aber das ist nur im Kopf dann irgendwann so. dass man denkt, okay, dieser Film schlachtet das voll aus. Aber das liegt auch daran, muss man sagen, weil natürlich wahnsinnig viele Leute irgendwo runterfallen und irgendwelche Schreie loslassen.
Florian Bayer: Und zusätzlich ist er voll mit Nazis, die Sachen rufen wie Halt, was machen Sie? Da! Stehen bleiben! Wunderschönes Deutsch, oder? Die kämpfen wie Mädchen. Das ist Teil 3. Nicht voll ergreifend. Hier wird viel mehr Deutsch, obwohl im dritten wird auch viel Deutsch geredet. Aber hier ist es noch so auffällig, wenn... Stimmt. ist es besser, im dritten ist es nicht so komisch. Also hier wirkt es manchmal wirklich komisch, wenn die Indiana Johnson Flugzeug klaut und dann kommen so ein paar Deutsche und rufen irgendwelche deutschen Sätze und man hat so das Gefühl, Naja, die haben halt so ein paar deutsche Wörter da reingeworfen.
Johannes Franke: Und manchen nimmt man es ab und manchen nimmt man es gar nicht ab. Das ist so eine seltsame Mischung. Ja. Aber das ist denen natürlich vollkommen wurscht. Wer am Set hätte auch beurteilen können, ob das jetzt stimmt oder nicht.
Florian Bayer: Es wird auch konsequent nicht untertitelt. Also er kämpft gegen Nazis. Sprich, wir haben hier sehr viele deutsche Antagonisten. Die werden natürlich nicht alle von deutschen Schauspielern gespielt. Ich habe sogar das Gefühl... eher die Minderheit in diesem Film, wenn man sich die Akzente anhört. Und das heißt, es werden ständig Indiana Jones irgendwelche Sachen auf Deutsch zugerufen. Wenn er flieht, wenn er sich versteckt, wenn er entdeckt wird und so weiter. Und wir hören aber halt nie, es gibt keinen Dialog mit dem Deutschen, sondern wir hören halt immer nur diese Fetzen, die diese Nazis, die auch dann in der nächsten Szene umgehauen werden oder erschossen
Johannes Franke: Ich verstehe auch voll, warum er das macht. Natürlich, man will dieses ganze Ding verkaufen. Man will die Nazi-Umgebung verkaufen. Natürlich muss man dann Zeug reinschmeißen, das irgendwie als Hintergrundrauschen so ein deutsches Gefühl macht. Ja, klar.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Und Deutsch ist halt auch so eine schöne harte Sprache und wahrscheinlich haben sie da auch bei den Sätzen so ein bisschen drauf geguckt, dass viele... Und I feel so offended. Also echt, Indiana Jones die Deutschen darstellt. Das ist so rassistisch, oder? Da wird viel zu wenig drüber geredet, wie Indiana Jones uns Deutsche darstellt.
Johannes Franke: Diese Klischees. Alle anderen Klischees sind vollkommen in Ordnung, aber über die Deutschen.
Florian Bayer: Es fängt ja tatsächlich schon im ersten Teil an. Ich meine, nach dem Intro haben wir unsere Ureinwohner, die von Belloc, von dem Bösewicht... quasi verführt wurden. Der hat ihnen irgendwelchen Mist erzählt und deswegen sind sie auf seiner Seite. Und die jagen Indiana Jones dann und sind perfekt gekleidet, so wie man sich das vorstellt.
Johannes Franke: Wie man sich das vorstellt, ja.
Florian Bayer: Als europäischer Ignorant, wie so Eingeborene im Dschungel leben, wie sie mit ihren Pfeilen bewaffnet sind und ihren Speeren.
Johannes Franke: Es ist in jedem Film massiver Exotismus, muss ich sagen. Es zieht sich durch alle Filme durch.
Florian Bayer: Und nicht nur Exotismus, sondern es gleitet auch ganz oft in knallhartem Rassismus. Ja, absolut. Also die Darstellung, ich meine, der zweite Teil, da werden wir wahrscheinlich noch mehr drüber sprechen. Ja. Wir können auch kurz beim ersten bleiben. Das ist eigentlich egal, weil es ist in jedem Film so. In jedem Film werden irgendwelche Völker dargestellt und zwar auf rassistische Weise.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und es gibt auch sowas wie Blackfacing dabei. Wir haben zum Beispiel in diesem Teil haben wir halt John Rhys Davis als Salah, einen britischen Schauspieler, der unseren arabischen Ja, einen Araber spielt oder auf jeden Fall den tunesischen Sidekick spielt. Er macht das übrigens großartig. Er macht das großartig.
Johannes Franke: Aber es ist so rassistisch.
Florian Bayer: Er macht das so großartig. Er ist so toll, aber es ist so rassistisch.
Johannes Franke: Rassistisch müssen wir wohl leben, dass das gleichzeitig existiert. Rassistisch und großartig.
Florian Bayer: dann haben wir halt hier auch immer irgendwie diese Ureinwohner, die so ein bisschen austauschbar sind. Wir haben, auch wenn sie dann Später, wenn sie in Kairo sind, dann haben wir halt auch die Antagonisten und auch die Protagonisten, die zu einer anderen Kultur gehören. Wo man immer das Gefühl hat, die werden so als gesichtslose Masse dargestellt im Vergleich zu den anderen.
Johannes Franke: Das ist aber auch wirklich common practice gewesen, muss man sagen damals. Es hat sich keiner Gedanken darum gemacht. Es ging wirklich, Produzenten haben sich gedacht, wir brauchen unsere Namen und unsere Leute, die wir kennen, mit denen wir wissen, dass wir mit denen arbeiten können und wir haben keine Lust oder wollen das Geld nicht da reinstecken, uns dort umzusehen. Nach den entsprechenden Schauspielern. Das hat auch keiner in Frage gestellt. Also ich bin so froh, dass sich das entwickelt hat, dass dann irgendwann mal Leute eine Stimme bekommen haben, denen man zugehört hat, die gesagt haben, was macht ihr da irgendwie? wäre es anders nochmal ein bisschen besser. Aber es hat echt lange gedauert. Ich meine, das sind jetzt die Ende der 70er und wir sind 2023. Und das ist noch nicht so lange so, dass wir, also der Inclusion-Dingens von Amazon ist ja auch erst vor zwei Jahren rausgekommen.
Florian Bayer: Nein, das ist krass. Also es fällt halt besonders oft nochmal beim Kino der 80er Jahre und beim Kino der 70er Jahre. Und wir hatten das ja schon öfter in diesem Podcast. Ich hoffe, ihr habt nicht das Gefühl, dass das so eine Platte ist, die sich jetzt immer wieder abspult. Aber wenn wir diese Filme betrachten, müssen wir es halt immer sagen. Es kommt halt immer wieder vor. Man wird immer wieder mit der Nase drauf gestoßen, dass das eine Zeit war, wo das richtig extrem war, wie mit sowas umgegangen wurde.
Johannes Franke: Und Ich find's spannend bei Indiana Jones, weil wir ja nun vier Filme vor uns haben, dass das sich doch sehr unterschiedlich niederschlägt in das Vergnügen, die Filme zu gucken. Das werden wir im zweiten Teil rausfinden.
Florian Bayer: Werden wir rausfinden. Ich bin gespannt.
Johannes Franke: was du für eine Meinung dazu hast. Es gibt ein paar schöne Sachen, die eigentlich rein sollten, die aber dann nicht passiert sind. Und verschoben wurden auf den nächsten Teil zum Beispiel. Diese Mining-Scene, also dieser, wie heißt das Ding? Dieses Teil, wo man sich... Diese Loche, genau, in die man sich reinsetzt und die dann einfach wirklich wie ein Disney-Ride einfach da langfährt. eigentlich für diesen Film vorgestellt, ist rausgeflogen und dann ist es im zweiten Film gelandet. Und auch dieser große Gong.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: der im zweiten Teil kommt, der sollte auch schon im ersten Teil vorkommen und da sollte er sich auch schon gegen Gunfire wehren damit. Und das ist halt rausgeflogen. und dann hat er sich das halt aufgehoben fürs nächste Mal. Und so sind ein paar Sachen dabei.
Florian Bayer: Lukas und Steven Spielberg, wenn die zusammen waren, dann haben die so viele Ideen rumgeworfen und so viele Ideen gepitcht und dann gab es wahrscheinlich stapelweise Notizen. Ich stelle mir vor, dass das ganz schön schwer war für die, die verantwortlich waren, das Drehbuch zu schreiben. Das waren ja wirklich unterschiedliche Leute bei den verschiedenen Filmen. Dass die dann diese Ideen hatten und dann haben Spielberg und Lukas nochmal rumgekrittelt und gesagt, aber das muss auf jeden Fall rein. Und ich glaube, das war ein Höllenjob, aus diesen Notizen, aus diesen Ideen irgendwie ein Skript zusammenzubauen. Das funktioniert.
Johannes Franke: Und entsprechend lange dauert das auch immer.
Florian Bayer: Ja, genau.
Johannes Franke: Das ist schon krass.
Florian Bayer: Und teilweise wechseln die Leute auch, ne?
Johannes Franke: Ja, ja. Also ich meine, wenn ich daran denke, dass die sich für den ersten Film 1977 zusammengesetzt haben und 79 im Dezember war dann tatsächlich eine drehfertige Fassung da. Die dann auch immer wieder nochmal Änderungen erfahren hat. Aber das dauert extrem lange. 1973 hat er sich mit der ersten Idee schon hingesetzt und das Ganze aufgeschrieben. Und dann das Ganze durch ganz viele Sachen, durch ganz viele Mühlen gemahlen und Leute einfach damit beschäftigt. Man ist seit 80.
Florian Bayer: 1980 haben sie dann angefangen zu drehen. Das ist krass. Ja.
Johannes Franke: Einfach viel Zeit, dass da ins Land geht und auch viel Geld für irgendwelche Autoren, die am Ende keinen Credit mehr bekommen, weil sie mit dem Endprodukt gar nichts mehr zu tun haben, aber die ganze Vorarbeit geleistet. haben.
Florian Bayer: Was wir in dem Film auch haben und ich würde mal so den Punkt stark machen, dass das das schwächste Moment aller Indiananschauungsfilme ist, grundsätzlich. Eine Love Interest und eine Love Story. Und die Indiana Jones Girls unterscheiden sich doch deutlich von den Bond Girls.
Johannes Franke: Sind wir im ersten Film noch, ja? Marian Ravenwood. Dein Take auf Marian Ravenwood. Jetzt bin ich gespannt.
Florian Bayer: Na, ich finde, sie geben sich wirklich Mühe, einen coolen Charakter einzuführen. Und sie ist echt... Echt cool. In dieser großartigen Szene beim Kampftrinken mit diesem Typen in der Bar.
Johannes Franke: Ja, sie haben einen Mann geschrieben. Hahaha, wie toll, okay, super. Das finde ich das schwächste Glied an der ganzen Sache, muss ich sagen.
Florian Bayer: Das findest du das schwächste Glied, sie machen sie danach, machen sie sie dann doch zu einer kompletten Damsel in Distress.
Johannes Franke: Ja, das sowieso auch.
Florian Bayer: Und eigentlich hat sie grundsätzlich eine coole Anlage. Und dann wird es halt kaputt gemacht, dass sie Damsel in Distress ist und dass man irgendwann drüber nachdenkt, dass sie offensichtlich minderjährig war als Indiana Jones. Und so wie sie das erzählt, also wie sie über ihre vermeintliche Affäre redet, ist Indiana Jones einfach mal ein Vergewaltiger.
Johannes Franke: In früheren Versionen davon wäre sie elf gewesen. Wenn wir jetzt nachrechnen, wäre sie 17 gewesen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Was in keinem Falle gut ist, weil selbst wenn sie 17 ist, ist er immer noch Ende 20 gewesen zu dem Zeitpunkt und das ist nicht geil.
Florian Bayer: Ich hatte das nicht mehr so in Erinnerung. Und dann habe ich diesen Film nochmal geguckt und dann schreit sie ihm zu, was du mir angetan hast. I was a child. Und ich denke, what? Und google ganz schnell mal. Was? Und dann steigt man in einen wirklichen Rabbit Hole.
Johannes Franke: Oh, okay.
Florian Bayer: Und indem Indiana Jones einfach mal... Sexualstraftäter ist und ihr schlimme Dinge angetan hat.
Johannes Franke: Und wie er das spielt, ist auch wie typisch Sexualstraftäter ganz lange in Denial... Nein, du wolltest doch auch und es war doch alles in Ordnung. Das ist echt hart. Zum Glück dauert das nicht allzu lang und der Film holt einen da wieder aus dem Loch wieder ein bisschen raus, aber es ist schon, wenn man da nicht, wenn man da lange drüber nachdenkt, hat man echt.
Florian Bayer: ein Problem. Kann man verloren gehen. Aber auch sonst, also sie haben eine gewisse Chemie zusammen?
Johannes Franke: Sie haben eine sehr gute Chemie zusammen. Ich finde, die haben eine ganz tolle Chemie.
Florian Bayer: sie haben wenig Spielzeit zusammen. Also es gibt nicht viele Momente, wo man diese Chemie wirklich... spüren kann.
Johannes Franke: Das heißt ja nicht, dass sie nicht da ist, die Chemie.
Florian Bayer: Ja, aber es ist zu kurz. Ich würde sagen, die ist okay, aber ich finde nicht, dass die Zeit zusammen ausreicht, um zu sagen, das ist eine tolle Chemie.
Johannes Franke: Das ist einfach zu wenig. Millionen von Fans würden dir widersprechen.
Florian Bayer: Ich weiß, dass mir Millionen von Fans widersprechen würden.
Johannes Franke: Weil sie ja nicht umsonst auch Fan-Favorite für ganz lange gewesen ist.
Florian Bayer: Also pass auf, sie ist nicht das schlechteste Love Interest.
Johannes Franke: Ja, das sowieso nicht. Also das muss man mal auf jeden Fall sagen.
Florian Bayer: Aber es ist ein verheizter Charakter, finde ich. Ja, absolut. Und es ist auch die verheilste Love Interest Story.
Johannes Franke: Absolut. Und sie ist auch völlig unzufrieden gewesen. Währenddessen versucht, irgendwie Rewrites für die Dialogues zu haben. Vollkommen zu Recht. Natürlich vollkommen zu Recht.
Florian Bayer: Warum stecken sie sie in dieses blöde Kleid? Was soll die Scheiße? Das ist diese ganze Szene. Also ich meine, es hat schon fast so was Bizarres, dieses Duell von Ion Belloc, wo sie dann auch noch versucht, unter den Tisch zu trinken, reinzulegen und so weiter. Aber das ist so ein absurder Moment und
Johannes Franke: Man muss dazu sagen aber, dass im ursprünglichen Skript, das dann irgendwann rausgeflogen ist, dass sie dann tatsächlich eine Chemie mit Belloc hat. Das finde ich spannend. Tatsächlich was gewesen wäre zwischen den beiden. Es ist halt blöd, dass es rausgeflogen ist.
Florian Bayer: die Momente, wo der Charakter cool ist. Nicht, wenn sie mit Indiana Jones zusammen ist, sondern wenn sie bei Belloc ist und zu ihm sagt, was noch davon erhalten ist. Irgendwie so, ich interessiere mich nicht für Indie. Mir ist es vollkommen egal, lass uns einen Deal machen. Und sie einfach, wo sie nicht die ist, die einfach nur Indiana Jones hinterherläuft, sondern ihre eigenen Interessen hat.
Johannes Franke: Ganz genau.
Florian Bayer: Und das sind die geilen Momente. Aber die sind sehr wenig und sehr kurz. Und ansonsten ist sie halt Dämsel. Sie hängt halt irgendwo rum und Indiana Jones muss sie auffangen, wenn sie runterfällt. Und sie wird mit ihnen zusammen an einen Pfahl gebunden.
Johannes Franke: Und sie ist darauf angewiesen, dass er ihr sagt, dass sie die Augen schließen soll.
Florian Bayer: Wir können im Indiana Jones Universum gerne drüber reden, dass sie vielleicht sogar die beste Love Interest ist. Aber... Das ändert nichts daran, dass sie nicht gut ist.
Johannes Franke: Ich finde natürlich ganz viele schlechte Sachen darin, wie du sie aufzählst. Und wir finden noch zehn weitere. Also ganz viele Szenen, in denen wir wirklich große Probleme damit haben. Aber was ich wichtig finde mit... Ein zu kalkulieren ist die Schauspielerin, die einfach einen höllenguten Job macht.
Florian Bayer: Alter, auf jeden Fall. Ich bin voll bei dir. Karen Allen ist fantastisch. Absolut.
Johannes Franke: Und auch einer der Gründe, warum sie überhaupt Fan-Favorite geworden ist.
Florian Bayer: Ich spoilere mal ein bisschen für die nächste Episode von unserem Podcast.
Johannes Franke: Oh, okay.
Florian Bayer: Ich bin nicht der größte Fan des vierten Teils. Oha, Überraschung. Aber die Love Story von ihr mit Indiana Jones ist im vierten Teil deutlich besser als hier.
Johannes Franke: Das kann gut sein. Das weiß ich gar nicht so genau. Oh, ich hab darüber nicht nachgedacht. Oh, das wird spannend.
Florian Bayer: Und ich glaube ganz viel auch, und natürlich ist sie cool. Sie ist nicht cool wegen der Love Story. mit Indiana Jones, sondern sie ist dann cool, wenn sie nicht mit Indiana Jones zu sehen ist in diesem Teil. Sie ist cool, wenn sie den Typen unter den Tisch trinkt. Sie ist cool, wenn sie mit Belloc rumhantiert.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Sie ist nicht cool, wenn sie an der Decke hängt und unten Indiana Jones steht und sagt, halt dich fest, ich fang dich auf. Ich bin der Held. Dann ist sie nicht cool. Sie ist cool, wenn sie sagt, ich habe meine eigenen Interessen. Und diese Momente kriegt sie im vierten Teil deutlich mehr.
Johannes Franke: Aber ist das ein Nachteil, dass die Sachen passieren, wenn er nicht da ist?
Florian Bayer: Nö, nö, nö.
Johannes Franke: Ich find's ja gerade dann spannend, weil er, sobald er da ist, bedeutet das ja, dass nach der Physik dieses Films er sie retten muss und... und dann hat sie halt keine Chance, sich selbst zu retten und wenn sie aber eine Chance bekommt, in den Situationen selber zu agieren und zu versuchen, sich selbst zu retten, dann ist sie geil.
Florian Bayer: Ja. Das klang jetzt auch sehr grumpy, was ich gesagt habe. Natürlich ist sie irgendwie ein cooler Charakter. Ich finde einfach die Love Story nicht geil. Ich weiß auch nicht...
Johannes Franke: Also die Love Story wird natürlich sehr getrübt von der Vergewaltigung, die angedeutet wird.
Florian Bayer: Sehr getrübt von, ja, ja. Rede weiter. Wir haben da ein kleines Problem.
Johannes Franke: Ja, naja. Und dann, wie entwickelt sich das dann? Wie ist das am Ende?
Florian Bayer: Es gibt nicht mehr viele. Sie ist die ganze Zeit von Nazis gefangen genommen. Das ist ja das Ding. Wir haben eigentlich die Zähne in der Bar mit ihnen zusammen. Das war's.
Johannes Franke: Moment. Haben die nicht noch eine Szene später?
Florian Bayer: Naja, die sind dann halt, natürlich sind sie nochmal zusammen, wenn sie dann auf das Schiff gehen. Aber da ist ja nicht viel.
Johannes Franke: Oh doch, aber da gibt es ja so viele... So eine süße Szene zwischen den beiden und dem U-Boot. Ist das der erste Film? Ja, ne?
Florian Bayer: Es gibt keine Sex-Szenen, es wird im richtigen Moment rausgeblendet. Aber genau, es gibt diese. Aber das ist halt auch so wieder, ne? Ja, das stimmt. Zärtliche Frauenhände untersucht. Wir suchen den verletzten Körper unseres stahlharten Heroen.
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: Hab diese Strobes so satt, wo wir eine nackte Männerbrust haben, übersät von Narben und eine Frau vorsichtig entweder die Wunden heilt oder über die Narben geht und sagt, oh, du musst aber viel gekämpft und erlebt haben.
Johannes Franke: Ja, und er dann macht...
Florian Bayer: Er darf einmal seine sensible Seite zeigen, aber vor allem geht es darum zu zeigen, dass er der ist, der durchs Feuer gegangen ist für sie. Und ich bin dieses Trope so satt. Aber sie verführt ihn dann. Das ist süß. Ja, das finde ich schon süß.
Johannes Franke: Da haben sie Chemie und ich finde, dass er da sehr, sehr süß spielt. Wenn er versteht, worauf sie hinaus will und er dann ganz vorsichtig. weil sie fragt, wo bist du denn nicht verletzt? Er dann sagt hier und zeigt auf den Ellenbogen, dann zeigt er auf seine Stirn hier. Und sie küsst halt jede. Und dann stellt er fest, okay, vielleicht geht das jetzt irgendwo hin. Vielleicht gehe ich vorsichtig drauf ein.
Florian Bayer: Harrison Ford hat echt eine geile Art, Überraschung zu spielen. Ich glaube auch, die Indiana Jones Filme haben ganz viel Qualität dadurch, dass Harrison Ford einfach super witzig aussieht, wenn er von irgendwas überrascht ist. Und es passiert oft, egal ob das Eingeborene sind, die ihn mit Pfeilen jagen oder ob das eine Kugel ist, die ihn überrollen könnte. Ja, ja. Eine Frau, die ihn küsst. Das haben wir auch mehrmals, dass Frauen ihn küssen und er überrascht ist. Ja. Auf jeden Fall sieht er immer cool aus dabei.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Manchmal hat man das Gefühl, er bricht gerade die vierte Wand. Ich glaube, er macht das auch ein-, zweimal wirklich.
Johannes Franke: Echt?
Florian Bayer: Es fühlt sich zumindest ein bisschen so an. Aber es ist einfach nur frontal zu sehen. Harrison Ford überrascht. Großartig. Einer der wichtigsten Momente von Indiana Jones.
Johannes Franke: Vielleicht müsste man nochmal einen Zusammenschnitt machen. Kleiner Funfact am Rande, alle waren krank. Echt, es ist unglaublich, wie alle reihenweise umgefallen sind. Auch Harrison Ford, was zu einer der witzigsten Szenen überhaupt geführt hat. Dann kommen wir gleich zu. Aber Tunesien war wohl kein Scherz für die Leute, dort zu arbeiten. Und bei den hohen Temperaturen und so, die hatten alle irgendein Scheißproblem. Und auch... weil der Magen auch mit dem Essen dort nicht viel anfangen konnte.
Florian Bayer: Und Spielberg hat es irgendwie nicht geschafft, dem zu entgehen.
Johannes Franke: Genau, der hat sein eigenes Wasser und sein eigenes Essen mitgebracht. Der hat Spaghetti dabei gehabt, Dosenfutter und hat nur aus Flaschen getrunken, das Wasser.
Florian Bayer: Und was haben wir denn dann für eine Szene? Harrison Ford hat keinen Bock auf eine gewisse Szene und sagt zu Spieber, können wir das nicht anders machen?
Johannes Franke: Und es ist einer der witzigsten Szenen, weil wirklich, wir haben ganz viele Kämpfszenen gerade hinter uns und dann kommt wieder irgendein großer Kämpfer, der sich... die Menge zur Seite schiebt und ein großer Kreis entsteht und er furchtelt mit seinem Schwert rum und die ikonische Szene...
Florian Bayer: bedrohlich aus und man denkt, das wird der absolute Kampf gegen das Monster.
Johannes Franke: Das, was man bei Videospielen dann immer ausgestattet hat, okay, die beiden stehen voreinander. First Round! Und dann zieht Harrison Ford einfach nur die Knarre und schießt ihn nieder.
Florian Bayer: Er ist ein Mörder.
Johannes Franke: Er ist ein kaltblütiger Mörder. Gut, okay. Na gut, als Grabräuber ist man halt ein kaltblütiger Mörder.
Florian Bayer: Aber es wird so viel über dieses Han Solo Shot First geredet. Aber Indiana Jones ist, und das ist nicht das einzige Mal, dass er ein Killer ist. Indiana Jones tötet kaltblütig Menschen. Die ganze Zeit. Einfach so. Und das ist hilarious.
Johannes Franke: Und das ist hilarious, ja. Und eigentlich wäre geplant gewesen, dass in dieser Szene noch eine große Kampfszene konstant wird.
Florian Bayer: nutzen, um ihn zu entwaffnen.
Johannes Franke: Solche Sachen. Und es wäre aber auch viel mehr passiert. Und Harrison Ford war aber krank. Wie alle anderen am Set auch. Und Er hat dann gesagt, komm, können wir vielleicht das Ganze ein bisschen abkürzen? Wir machen jetzt einfach, ich schieße einfach und gut ist. Und dann haben sie gedacht, okay, ist irgendwie lustig, machen wir so.
Florian Bayer: Ja, und was für eine tolle Szene. Es wurde viel improvisiert. Also tatsächlich war das Script teilweise nicht so doll ausgearbeitet. Deswegen gab es sehr viel Raum für Improvisation oder, Improvisation ist vielleicht das falsche Wort, am Set nochmal Ideen entwickeln. Und Harrison Ford hatte viel Einfluss auch auf die Gestaltung der Figur Indiana Jones und auf viele Momente im Skript.
Johannes Franke: Er hat sich das auch vertraglich sichern lassen. Muss man dazu sagen. Nicht nur, dass er Prozente von dem Erfolg bekommt, sondern auch, dass er, wenn er es für nötig hält, den Dialog nochmal umschreiben lassen kann.
Florian Bayer: wenn so ganz viele Hustler zusammenkommen, dann entsteht so ein Film mit so einem Charakter, ne? Weil George Lukas Steven Spielberg offensichtlich auch Verhandlungsgeschick, Harrison Ford Verhandlungsgeschick. Natürlich müssen sie dann so eine Figur entwerfen, die die ganze Zeit Leute betrügt und gerissen ist.
Johannes Franke: Das ist On-Brand für den Film.
Florian Bayer: In Tunesien hatten wir, auf Hawaii haben sie gedreht für die Peru-Szene. Und ganz viele auf Sets in England. Und sie haben über 70 Tage gedreht insgesamt. 73 Tage. Und George Lucas hat trotz der Krankheit gesagt danach, das war der Film, mit dem er am wenigsten Probleme hatte in seiner Berufslaufbahn, woran lag es? Natürlich, weil die von Paramount sich nicht eingerichtet haben. Wir hatten hier Freiheiten und deswegen hat das alles, das ist geflutscht, smoother Dreh.
Johannes Franke: Also trotz allem hatte George Lucas aber auch seine Probleme mit den Temperaturen. Er hat riesigen, also unglaublichen Sunburn gehabt, also Sonnenbrand der schlimmsten Sorte und sein Gesicht ist angeschwollen und so. Also es sind schon Sachen passiert, die... Auch nicht geil sind, aber eben nicht so schlimm wie bei den anderen.
Florian Bayer: Und sie haben dann auch das Budget... haben sie gar nicht so schlimm überzogen. Sie sind bei 20 Millionen stehen geblieben irgendwie.
Johannes Franke: Was beeindruckend wenig ist.
Florian Bayer: Ja, total.
Johannes Franke: Für das, was da drin ist, ist das total der Hammer. Was ich noch sehr süß finde, ist, dass sie in der einen Location... 300 TV-Antennen aus den Häusern entfernen mussten und das sehr lange gedauert hat. Damit es alt aussieht? Ja, damit das nicht so ein modernes Zeug ist.
Florian Bayer: George Lucas und Steven Spielberg haben auch davor geredet und Spielberg meinte, ich will den Film schnell drehen, das soll rough gehen, das soll so ein bisschen B-Movie sein, weil davon waren sie halt beide beeinflusst. Und beide irgendwie so dieses Gefühl gehabt, wir wollen diesen Geist dieser klassischen Abenteuerfilme einfangen. Das heißt, es muss alles ein bisschen rougher sein, es muss ein bisschen... ungeschliffener sein. Und dann haben sie es halt auch gut geschafft, mit den 20 Millionen Dollar einen Film zu machen, der letzten Endes gar nicht so rough aussieht.
Johannes Franke: Überhaupt nicht. Der sieht echt so gut aus und man hat das Gefühl, die haben irgendwie 20 Takes, 30 Takes, 40 Takes gehabt für die Sachen, um das wirklich zu perfektionieren. Das waren einfach... Alles große Profis. Die wissen halt genau, was sie tun. Und die haben auch gut vorbereitet und so. Also... Was willst du mehr? Toll, muss ein guter Dreh gewesen sein, bis auf tunesische Temperaturen und so.
Florian Bayer: Wir müssen ganz kurz, bevor wir nochmal dazu übergehen von dem Budget von 20 Millionen zu dem enormen Erfolg, den der Film hatte.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ganz kurz über das Ende reden und zwar über die Frage, die seit Anfang der 2000er wie ein Damoklesschwert über diesen Film hängt. Ja. Dank Big Bang Theory. Indiana Jones hat keinen Einfluss auf den Ausgang der Handlung. Alles wäre ohne ihn genauso passiert.
Johannes Franke: Bist du dieser Meinung? Welche Position nimmst du eigentlich gerade?
Florian Bayer: der Seite von Amy. Natürlich. Wenn man diesen Film gesehen hat, kommt man nur zu dem Schluss, es ist vollkommen egal, dass Indiana Jones dabei ist.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Warum? Warum?
Johannes Franke: Oh fuck.
Florian Bayer: Warum?
Johannes Franke: Ich habe mich nicht gut genug vorbereitet für diese Frage.
Florian Bayer: Die Nazis hätten ohne ihn die Bundeslade gefunden.
Johannes Franke: Nein, hätten sie nicht.
Florian Bayer: Doch, sie hätten den Stab gehabt.
Johannes Franke: Aber sie wären nicht auf sie gekommen. Indiana Jones hat sie zu ihr, zu Marion geführt.
Florian Bayer: Aber die Nazis waren doch vorher schon bei Marion.
Johannes Franke: Wann?
Florian Bayer: Die Nazis kommen doch zu Marion, wenn Indiana Jones bei ihr ist.
Johannes Franke: Genau, aber nur weil sie Indiana Jones gefolgt sind.
Florian Bayer: Weil sie Indiana, bist du sicher?
Johannes Franke: Ja, der sitzt im Flugzeug bei Indiana Jones.
Florian Bayer: Das heißt, Indiana Jones hat eventuell einen kleinen Einfluss darauf, dass sie die Lade finden. Vielleicht. Sie hätten lange genug gekraben, um sie doch zu finden. Sie hatten ja die Ausrüstung, sie hätten einfach an anderen Stellen gekraben. Aber Indiana Jones hat dadurch mehrere Leute in Gefahr gebracht.
Johannes Franke: Das hat er auf jeden Fall, ja.
Florian Bayer: Und dann finden sie die Lade, die Nazis, und öffnen sie und ihre Gesichter lösen sich in nichts auf, unabhängig davon, was Indiana Jones macht, der einfach die ganze Zeit an den Fall gefesselt ist. Und ja. Das war's, die Nazis sind besiegt, dank der Nazis, nicht dank Indianaccio.
Johannes Franke: Ja, richtig. Aber woher will Indiana Jones das wissen vorher?
Florian Bayer: Das ist ja egal. Es ist keine Kritik an Indiana Jones selbst. Der hat es sein Bestes gegeben. Das ist eine Kritik an dem Film. Der Film erzählt eine Geschichte, bei der der Protagonist vollkommen überflüssig ist.
Johannes Franke: Also wie gesagt, ich glaube nicht, dass sie die Bundeslade gefunden hätten ohne ihn.
Florian Bayer: Ich glaube, die hatten lange genug Lust, um sie zu finden.
Johannes Franke: Zumal sie nur 50 Meter weiter war.
Florian Bayer: Es war jetzt nicht so, guck mal, die haben so groß gegraben. Es war jetzt nicht so, dass sie das nicht auch versucht hätten. Das war eine riesige Ausgrabungsstätte.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und sie hatten ja offensichtlich auch Unterstützung von den reichen Herrschaftshäusern.
Johannes Franke: Ja. Naja, ist das ein Problem? Ist das auch ein Problem des Films tatsächlich?
Florian Bayer: Quatsch! Natürlich nicht.
Johannes Franke: Also, es ist ja wurscht, oder?
Florian Bayer: Nein, es ist was, womit man Nerds findet. Ich glaube, das ist auch die sadistischste Folge von Big Bang Theory, in der das angesprochen wird.
Johannes Franke: Das war ja vorher irgendwo in einem Subreddit ein großes Thema und dann haben sie das übernommen.
Florian Bayer: Es stimmt halt einfach. Und man kann durchaus sagen, es ist ein Flaw in der Story von Indiana Jones. Aber dieser Film hat so viele Flaws in der Story, weil die Story auch echt vollkommen egal ist.
Johannes Franke: Ja, ja, genau, das ist es nämlich eigentlich.
Florian Bayer: Der Film ist eine Achterbahnfahrt und der schafft es... Du hast das Wort Pacing vorhin benutzt. So geil zu pacen, dass du alle Ungereimtheiten, und davon gibt es sehr viele, wirklich gut ignorieren kannst, weil du einfach wunderbar durchgefahren wirst durch diesen... Rausch. Ja, es ist ein Disney-Ride. Action-Abenteuer, Erkundung, es ist alles dabei.
Johannes Franke: Ich war total erstaunt, dass es nicht bei Disney zu finden ist. Ich hab's nicht bei Disney gekriegt.
Florian Bayer: Nee, es gibt's nicht bei Disney, aber es ist... Es ist halt Lukas Films, ne? Also es gehört eigentlich zu Disney. Also es sollte eigentlich bei Disney sein, ne?
Johannes Franke: Jaja, man ist überrascht, dass Disney den nicht damals produziert hat.
Florian Bayer: Und Disneyland hat ja auch Indiana Jones Fahrgeschäfte.
Johannes Franke: Ja, genau. Also es ist schon krass. Es ist voll on Brand auf das, was dann auch später mit Flucht der Karibik gemacht wurde.
Florian Bayer: Ja, Disney war damals glaube ich noch zu sehr auf dieser Zeichentrickschine und Disney hat damals relativ wenig Erwachsene Filme gemacht. Die haben Kinderfilme und Zeichenfilme gemacht. Also, dass Disney so ein großer Filmproduzent ist, ist ja eigentlich auch eher ein bisschen jüngeres Phänomen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und es ist geil, wenn man sich anschaut, was Disney für Realfilme damals produziert hat. Ja. So viel Schrott dabei.
Johannes Franke: Stimmt, ja. Meine Güte.
Florian Bayer: Dieser Film, es wurde nicht davon ausgegangen, dass er der große Hit wird. Also es war schon so, Paramount hat die ihn irgendwie mixt, die haben sich auch ein bisschen Mühe gegeben. Es gab so eine Pressevorführung mit zwei Kamelen und einem Elefanten und einer Python. Aber sie haben gesagt, ja okay, mal schauen, der wird schon ganz gut performen, wir machen auch Werbung dafür. und lassen ihn laufen. Und er hat dann in der ersten Woche gut performt, was normal ist für so einen Film. In der zweiten Woche wurde er schon ausgestochen von Superman 2 und von Cannonball Run und dann ging es hoch. Und das war, glaube ich, auch ganz viel Mund-zu-Mund-Problem.
Johannes Franke: Natürlich, also in dieser Entwicklung kannst du nur von Mund-zu-Mund-Polaganda ausgehen, weil wenn es in den ersten zwei Wochen nicht durch die Decke geht, wird in Paramount nicht viel Geld reinschießen, das noch weiter nach oben zu propellen, sondern das müssen halt die Zuschauer machen. Das ist schon beeindruckend.
Florian Bayer: Und dann hat er halt wirklich Superman 2 ausgestochen, was ein riesiges Ding war. Weil Superman... Also wenn wir wieder bei den großen Blockbustern Ende der 70er, Anfang der 80er sind, ist Superman ganz weit oben. Und Superman 2 war das Ding, wovon viel erwartet wurde. Und Superman 2 hat auch ordentlich performt. Aber Indiana Jones hat ihn dann einfach mal überrannt und... unglaublich abgegangen und wir sind dann auch in einer Zeit, in der Box-Office so ein großen zweiten, dritten, vierten, fünften Frühling erlebt. Und Indiana Jones wird oft ein großer Anteil daran zugesagt, dass das Kino einfach... aufgeblüht ist in der Zeit, dass Leute viel Geld ausgegeben haben, um Filme zu gucken.
Johannes Franke: Oh mein Gott, was ist das für eine Musik?
Florian Bayer: Was war das?
Johannes Franke: Wo sind wir?
Florian Bayer: Ich glaube, wir wurden rausgerissen.
Johannes Franke: Aber wohin?
Florian Bayer: Oh mein Gott, Johannes.
Johannes Franke: Ja?
Florian Bayer: Ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-Promo. Oh nein.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Shit. Ganz schnell, ganz schnell, damit wir ihn zurück zum Besprech können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen?
Johannes Franke: Wir müssen den Leuten unbedingt sagen, dass sie uns abonnieren sollen, wo auch immer sie sind. Also auf Spotify oder...
Florian Bayer: oder iTunes, Beam, whatever, was ihr auch benutzt.
Johannes Franke: Also abonnieren und anderen sagen, dass sie uns abonnieren sollen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch, was auch immer. euer Podcatcher anbietet.
Johannes Franke: Genau, und wenn sie euch nicht gefällt, dann schickt diese Episode weiter an eure Feinde oder eure Nachbarn oder sowas.
Florian Bayer: Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes-at-mussmann-sehen.de oder florian-at-mussmann-sehen.de Genau, schickt uns Filmvorschläge und so weiter.
Johannes Franke: Boah, wir sind schnell durchgekommen.
Florian Bayer: Ja, jetzt schnell raus, schnell wieder zurück ins Gespräch.
Johannes Franke: Es gibt einen Archäologen, Winifred Kramer, der einmal sagte, Indiana Jones is the worst thing that happened to archaeology. Also, he walks a fine line between what's an archaeologist and what's a professional looter. Ja. Und natürlich muss man ihm recht geben.
Florian Bayer: Auf jeden Fall.
Johannes Franke: Aber es gibt so viele... so viele Probleme mit diesem Film auf genau solchen Ebenen, aber man muss einfach sagen, Das Timing, der Spaß, den die damit haben, was ridiculous alles passiert. Es macht so wahnsinnig viel Spaß, dass man über vieles hinweg guckt. Wie eben das Problem mit Marion ganz viel. Das Problem mit dem Rassismus. Es passiert einfach so viel krasses Zeug, dass man nicht genug Zeit hat, darüber nachzudenken. Und das ist die große Stärke dieses Films.
Florian Bayer: Es ist in vielerlei Hinsicht die Geburt des postmodernen Blockbuster-Kinos. Zweite Geburt des postmodernen Blockbuster-Kinos, eben vor allem eines Blockbuster-Kinos, in dem der Spaß ... im Vordergrund steht. Und auch ein Blockbuster-Kino, das sich nicht so ernst nimmt. Und das haben wir ganz viel in den aktuellen Marvel-Filmen Aber auch davor im Superheldenkino der 2000er generell, dass wir Helden sehen, die auch ein bisschen albern sind, die ein bisschen dumm sind, die auch ein bisschen amoralisch sind. Nimmt Thor zum Beispiel. Ist natürlich nicht wie Indiana Jones, aber so diese Ambivalenzen, die reingeschrieben sind. Da ist Indiana Jones Blaupause. Und dann auch dieses Verliebtsein in Film und in Kino. Und das haben wir natürlich George Lucas und Steven Spielberg zu verdanken. dass die wirklich einen Film gemacht haben, der einfach mal tief in die Filmgeschichte reingreift, egal ob B-Movie oder Filmklassiker. und alles nimmt, was es an schönen Bildern gibt und schönen Momenten.
Johannes Franke: Wir könnten jetzt wahnsinnig viel ins Detail gehen, was den ersten Teil betrifft. Das Problem ist bloß, wir haben nicht genug Zeit, oder? Also wir können jetzt nicht... auch noch den Hitlergruß, den der Affe macht, wie der entstanden ist. Sie haben 40 Takes gebraucht und sie haben Weintrauben benutzt. Und vorher ganz viele andere Sachen versucht, die nicht geklappt haben.
Florian Bayer: Hau einfach noch ein paar Funfacts raus, wenn du noch so was hast. Was hast du noch? Die Nazis, die das lustige Deutsch sprechen, habe ich schon genannt. Das U-Boot. Das Nazi-U-Boot haben sie von das Boot geklaut aus dem Januar 1981. Sie haben sich das einfach ausgeliehen, weil damit halt gerade das Boot gedreht worden war. Die haben das aber vergessen zu sagen und die Crew von das Boot war dann ziemlich überrascht, dass das plötzlich gefehlt hat. Das ist unsere Hauptrequisite. Indiana Jones hat das nur gebraucht für so einen kurzen Moment, für eine kleine Szene. Ja, und genau, geklaut.
Johannes Franke: Oder dass die Händler, die diese Schlangen geholt haben, innerhalb von kürzester Zeit, in ein paar Tagen... zwischen 6.000 und 10.000 Schlangen besorgt haben, um das alles vollzuwerfen mit Schlangen. Was ziemlich seltsam ist und was auch nicht allen gefallen hat, weil es Leute gab, die gesagt haben, das kann ich nicht verantworten, Tierquälerei.
Florian Bayer: Eine Schlange wurde getötet, weil sie von einer anderen Schlange totgebissen wurde. Scheiße. Python und Cobra, aber ich weiß nicht mehr, welche Schlange er totgebissen hat.
Johannes Franke: Wer hat gewonnen?
Florian Bayer: Und es waren ganz viele Eidechsen dabei, keine Schlangen.
Johannes Franke: Ja, ja, genau.
Florian Bayer: Wenn ihr ein bisschen Ahnung habt von tierischer Anatomie, ich hab sie nicht. Dann könnt ihr das sehen, dass das Eidechsen eigentlich sind, die da rumlaufen da unten. Und wir hatten es vorhin schon angedeutet, die Anfangssequenz ist inspiriert von Disney-Ducks-Adventures, von Comic von Karl Barks, das dann auch später zu DuckTales wurde. Ja. Haben wir, glaube ich, auch so eine Geschichte, wo sich das Zeug gegenseitig beeinflusst.
Johannes Franke: Das ist das Ding. Das finde ich total spannend, weil natürlich DuckTales nach... Indiana Jones, ich glaube, den Regler auf elf gedreht hat. Ein Scrooge.
Florian Bayer: McDuck, beziehungsweise Dagobert, wie wir ihn hierzulande nennen, als Abenteurer, der eigentlich genau dasselbe macht wie Indiana Jones.
Johannes Franke: Genau das, ja.
Florian Bayer: Zeug für seine Schatzkammer suchen. andere Kulturen ausrauben.
Johannes Franke: Und wir feiern ihn alle.
Florian Bayer: Ich glaube, wir werden jetzt erstmal mit dem ersten Teil fertig. Wir würden dann eine kurze Pause machen, von der ihr, keine Sorge, nichts mitkriegt. Dann reden wir über Indiana Jones and the Temple of Doom aus dem Jahr 1984, den direkten Nachfolger, der auch kurz nach dem ersten Teil veröffentlicht wurde. Wir haben nur drei... Drei Jahre zwischen Teil 1 und Teil 2.
Johannes Franke: Ja, man muss die Cash kaum melken, also los. Und da sind wir schon im zweiten Teil. Und zwar im Film Indiana Jones and the Temple of Doom. 1984, also nur drei Jahre später. Dieser Film spielt 1935, ein Jahr vor Raiders of the Lost Ark, also ein Prequel, kein Sequel. Und ja, in Janet Jones entkommt gerade so einem chinesischen Gangster, Lao Tse.
Florian Bayer: Sie wollen in Shanghai Sachen tauschen und zwar hat Indiana Jones eine Urne mit der Asche eines alten Stammesfürsten, der für die Chinesen sehr wichtig ist. Und er möchte dafür einen Diamanten haben.
Johannes Franke: Über die Implikationen reden wir später.
Florian Bayer: Und er verliert seinen besten Sidekick, Wuhan, mit dem er so viele Abenteuer erlebt hat. Auch darüber reden.
Johannes Franke: wir später. Moment. Und er entkommt zusammen mit Willy und mit Shorty. Lass uns ganz kurz nur die Story aufreißen. Weil du hast schon die ersten großen, großen, großen Felder aufgemacht. entkommt mit Willy Scott und mit Short Round, was ein Kind ist. Und dann crashlanden sie mit einem Flugzeug in Indien und dort Geht die eigentliche Story los, nämlich, dass sie an ein Dorf geraten, wo Kinder entführt wurden und ein Stein weggekommen ist, ein Heiliger, den er... Indiana Jones dann wiederholen soll. Und der Film hangelt sich entlang dieser Story. Wer findet denn raus, dass so eine okkulte Gruppe dafür verantwortlich ist, uns Kindersklaven hält und diesen Stein geklaut hat. Den entreißt er dann wieder und tada, er bringt diesen Stein wieder zurück in dieses Dorf und die Kinder.
Florian Bayer: Du wirst so suggestiv, wenn du Storys zusammenfasst. War's wirklich? Man merkt direkt, was du von dem Film hältst.
Johannes Franke: Oh nein. Okay, lass es mich nochmal versuchen. Yay, und dann geht er da zu.
Florian Bayer: Nein, das wird nicht besser.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: And now without sarcasm.
Johannes Franke: Also, Plur, wie ist dein erster Eindruck von... Also allgemein gesprochen, wie ist dein erster Eindruck von diesem zweiten Instrument von Indiana Jones?
Florian Bayer: Ich kann den Film nicht ohne rosa-rote Brille gucken, weil ich den Film als Kind so oft geguckt habe. Das heißt, diesen Film hatte ich noch komplett im Kopf. Ich hätte diesen Film nicht gucken müssen für diese Episode. Ganz eindeutig. Ich wusste alles noch. Vom Anfang bis zum Ende.
Johannes Franke: Ganz im Kontrast zu mir. Ich wusste nicht mehr, wie scheiße rassistisch dieser Film ist.
Florian Bayer: Okay, diesmal mit einem neuen Drehbuch-Duo in diesem Fall und zwar Willard Heuk und Gloria Katz, ein Ehepaar. bei American Graffiti zusammengearbeitet haben. Und ein Film, der schnell entstehen musste, weil Spielberg nämlich mit E.T. 1982 einen großen Film gemacht hat. Und George Lucas hat gesagt, oh mein Gott, wir dürfen Spielberg nicht verlieren. Wir brauchen Spielberg als Regisseur. Legt mal los, macht diesen Film jetzt.
Johannes Franke: Und Harrison Ford hat auch Druck gemacht. macht. Der war nämlich auch so, dass er sagte, wenn das jetzt nicht passiert, dann bin ich weg.
Florian Bayer: Ein Film, der dadurch total gerusht war? Das Drehbuch? wurde sehr schnell zusammengezimmert.
Johannes Franke: Von den beiden, die engagiert wurden, weil sie sich für indische Kultur interessierten.
Florian Bayer: Ja, was ich sehr gut nehme für mit Niederlanden. schlägt, weil er sehr sensibel umgeht mit seinem Topos.
Johannes Franke: Oh Gott, was ist das für eine Begründung?
Florian Bayer: Ähm, ah. Tatsächlich, sie wollten in Indien auch drehen und die Inder haben gesagt, nachdem sie das Drehbuch geschaut und durchblendet haben. Leute, nein. Also diese Zähne, nein. Und diese Zähne, nein. Nein, nein, nein.
Johannes Franke: Wenn du so ein Drehbuch geschrieben hast, das den Leuten schickst, die es betrifft, also die du darstellen willst und die dann sagen... Nein, das dreht ihr nicht bei uns, das ist massiv rassistisch, was ihr da schreibt. Hätte man vielleicht nochmal drüber nachdenken können, ob man das Drehbuch vielleicht ändert.
Florian Bayer: Aber Gott sei Dank haben die in Sri Lanka gesagt, nehmen wir. Spielberg und Lukas sind damals offensichtlich durch Beziehungsprobleme gegangen. Ja, schon. Und es gibt so ein bisschen das Narrativ von den beiden, also vor allem von George Lucas, dass sie sehr beeinflusst hatten, dass sie deswegen einen düsteren Film gemacht haben. Zusätzlich mit dem Hinweis, dass Lucas sagt, naja, bei Empire Strikes Back hat es gut geklappt. Also das Imperium steckt zurück, der zweite Star Wars Film aus dem Jahr 1980. Der war deutlich düsterer als der erste Teil. Dann können wir das beim zweiten Indiana Jones auch noch mal probieren. Budget ein bisschen höher als beim ersten, nicht viel, 28 Millionen, macht wahrscheinlich, wenn man Inflation mitrechnet, gar nicht so viel aus. Box Office, ähnlich hoch wie der erste Teil, hat natürlich sehr viel davon profitiert, dass der erste Teil da schon so einen Kultstatus hatte.
Johannes Franke: Mhm. Wenn wir schon bei Steven Spielberg und so weiter sind. Spielberg sagte... The danger in making a sequel is that you can never satisfy everyone. Wenn du Menschen das gleiche Film geben, mit verschiedenen Szenen, dann sagst du, warum bist du mehr original? Aber wenn du ihnen den gleichen Charakter in einer Fantastik-Adventure, aber mit einem anderen Ton, you risk disappointing the other half of the audience who just wanted a carbon copy of the first film with a different girl and a different bad guy. You win and lose both ways.
Florian Bayer: Und er hat vollkommen recht.
Johannes Franke: Und er hat natürlich vollkommen recht. Das betrifft jedes Sequel oder Prequel oder was auch immer. Du kannst dich natürlich entscheiden für beides. Also ich finde, dass das noch keinen Kritikpunkt rechtfertigt. Daran, dass der Film vielleicht völlig anders im Ton ist oder sowas. Das kann man machen, ist vollkommen in Ordnung. Wenn ich jetzt allerdings daran denke, was Lawrence Kasdan gesagt hat, der eigentlich schreiben sollte dafür... der sich die Ideen angehört hat und dann gesagt hat, I didn't want to be assassinated with Temple of Doom. I just thought it was terrible. It's so mean. There's nothing pleasant about it. I think Temple of Doom represents a chaotic period in both their... Also Lukas und Spielbergs Lives. Und the movie is very ugly and mean-spirited.
Florian Bayer: Sowohl Lucas als auch Spielberg haben ja auch zu dem Film gesagt, dass sie keinen Spaß hatten am Dreh. Ja. Retrospektiv, dass das der Film ist, der ihnen am wenigsten Spaß gemacht hat aus der Serie. Und es war ja auch schon, bevor der vierte Teil rauskam, galt Temple of Doom immer als das schwarze Schaf unter den Indiana Jones Filmen. Bis hin zu dem Punkt, dass als sehr viel... sehr viel Hass oder sehr viel Ablehnung gegenüber dem vierten Teil geäußert wurde. Viele gesagt haben, ja, aber guckt euch doch mal Temple of Doom an. Und das ist doch eigentlich, also vielleicht grundsätzlich, versuchen wir mal ganz kurz die Wertung noch rauszuhalten. Es ist tatsächlich sehr anders als der erste Teil von der Stimmung. Das geht schon damit los, dass wir hier keine ... Abfolge von Reiseabenteuern haben. Das haben alle anderen Indiana Jones Filme, dass zu mehreren Schauplätzen gereist wird. Eigentlich spielt in diesem Film Reisen überhaupt keine Rolle. Die einzige Reise, die es gibt, ist die am Anfang und die endet sehr schnell mit einer Bruchlandung.
Johannes Franke: Ja, aber sie reisen dann quasi vom Dorf. Zur großen Stadt, wo dann der Tempel ist.
Florian Bayer: Ja, aber sie sind da zu Fuß unterwegs im Dschungel. Das gehört schon zum Abenteuer. Das ist was anderes als dieses typische, ich reise von... Südamerika nach Afrika oder nach Europa. Es ist einfach kein Reiseabenteuer, sondern es ist irgendwie, es ist vom Ton her anders. Es gab ja auch die Überlegung die Lukas die ganze Zeit rumgetragen hat, dass er eigentlich gerne so ein Spukhaus in Indiana Jones machen würde. Ja, ja, genau. Und Spielberg wiederum hat gesagt, ach nee, ich hab doch Poltergeist gemacht und ich hab doch meine Spukhausfilme gemacht. Und Spielberg hatte dann auch das Gefühl, dass dieser Film viel zu sehr von so einem Horror... Szenario hatte. Er hat ja wirklich krasse Horrormomente, in dem Sinne, dass wir hier einen Kult haben, der das Äquivalent zum christlichen Satan anbetet, quasi im indischen Raum. Und der dann auch Menschenopfer macht und wir haben eine Szene, in der einem Menschen das Herz rausgerissen wird und der wird dann in der Lava ertränkt und das Herz verbrennt in der Hand. Habe ich als Kind übrigens nie gesehen, weil die offensichtlich im deutschen Fernsehen damals eine geschnittene Version gemacht haben. Das heißt, wenn ich sage, ich erinnere mich an jede Szene dieses Films, muss ich feststellen, diese Szene, ich wusste, dass es die gibt, aber die habe ich nicht so präsent gehabt. Einfach weil dieser Moment, wo unser Oberbösewicht dem armen Typen das Herz rausreißt, komplett weggeschnitten wurde in der deutschen TV-Ausstrahlung.
Johannes Franke: Krass. Es wird Voodoo referenziert, was ein großes Ding ist in Indien natürlich.
Florian Bayer: Das ist ja auch eine Voodoo-Puppe. Moment. Also es ist schon offensive, wenn man Voodoo aus Südamerika, was wirklich einfach mal eine legit religion ist. Einfach eine Religion aus dem Bereich, aus der Karibik und Südamerika. Wenn man das so verbindet mit diesen Grausamkeiten, mit den Voodoo-Puppen, ist das schon absurd.
Johannes Franke: Das ist schon ein Problem, genau.
Florian Bayer: Aber das dann einfach mal so in dieses indische Setting reinzufropfen, weil es halt exotisch ist auch.
Johannes Franke: Es ist unglaublich, oder? Das ist wirklich einer der großen, großen Probleme, die ich in diesem Film sehe. Dieser Mix-up, Mash-up von Kulturen, der nicht zusammengehört und der einfach offensive ist.
Florian Bayer: Und wir haben, also ganz krass, natürlich auch in der viel diskutierten Szene, wo sie beim Essen sitzen. Und wir sehen einmal, was...
Johannes Franke: Alter!
Florian Bayer: Was die innen da so alles essen, ne? Dann haben wir diese Schlange, die aufgetischt wird und dir wird der Bauch aufgeschnitten. Wie nennt es? Snake Surprise?
Johannes Franke: Snake Surprise, ja, weil in der Schlange noch weitere Schlangen sind.
Florian Bayer: Und dann kommen diese Aal oder Schlangen rausgeflutscht und dann gibt es natürlich Affenhirn auf Eis.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Im Englischen, wie sagen sie, Clast Monkey Brain oder so?
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und das dritte ist dann... Die Suppe, in der umgerührt wird, in der die Augen rauskommen. Und wir haben dann auch die dicken Inder am Tisch. Es ist einfach so, wie ich es zeigen kann. Und der eine isst den Käfer dann und holst noch einmal kräftig und unsere beiden Sidekicks, Willy und Shortround, sitzen da und sind total schockiert von dem. diesem Menü.
Johannes Franke: Ich möchte gerne einmal jemanden zitieren. Einer, der dabei war, sagte, Stephen intended it as a joke. The joke being that Indians were so smart that they knew all Westerns think that Indians eat cockroaches So they served them what they expected. The joke was too subtle for that film. Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt glauben
Florian Bayer: Es gibt auch den Kommentar von den beiden Drehbuchautoren, von Willard und Gloria, die sagen, naja, und als wir diese Szene geschrieben haben, da dachten wir, was machen wir denn da, das ist irgendwie komisch. Und Steven Spielberg und George Lucas saßen, während sie diese Szene entworfen haben, die ganze Zeit da und haben wie kleine Kinder gegiggelt. Ja, ja, ja.
Johannes Franke: Wie wie Kakatschuk. Genau, genau. Ich finde, ich habe überhaupt nichts gegen kleine Kinder Pipikaka-Jokes zwischendurch, die machen Spaß. Aber wenn sie dann rassistisch und offensive sind, wird es halt schwierig.
Florian Bayer: Jetzt komme ich gleich mit meinem Hot Take.
Johannes Franke: Oh, okay.
Florian Bayer: Diese Szene. Ich gehe voll mit, dass das ein Witz ist und dass sich das drüber lustig macht, über die Erwartungen der westlichen Zuschauer und der westlichen Rezipienten und sich viel mehr über die Rezeption lustig macht. macht als über das eigentliche Essen und über die Inder. Und ich kann das auch begründen.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, mach mal.
Florian Bayer: Also grundsätzlich als Background, wo wir herkommen. Wir kommen von Indiana Jones, der im ersten Teil schon sehr viele Rassismen und sehr viele Exotismen hat. Aber der Raiders of the Lost Ark und alle weiteren Indiana Jones verbergen das hinter so einem ... hinter so einer weichgespülten Fassade, wo sie sagen, ja, und eigentlich ist ja Indiana Jones der die Leute respektiert und wir müssen das auch irgendwie respektieren. Es ist alles so ein bisschen weichgespült. Dieser Film holt voll auf die Kacke. Und deckt deswegen genau diese Exotismen auf und deckt sie vor allem auf als Rezeptionsverhalten. eben in diesem Verhalten von Willie und von Short Round. Weil, guck dir an, wie Indiana Jones an diesem Tisch sitzt und wie Indiana Jones mit diesem Essen umgeht. Es ist ein krasser Unterschied.
Johannes Franke: Absolut. Hilft mir nur noch nicht als Argument, dass das wirklich als Witz, es funktioniert ja nicht als Witz für uns.
Florian Bayer: natürlich funktioniert es nicht.
Johannes Franke: Das ist das große Problem. Ich glaube, dass der Gag funktionieren könnte. wenn sie sich darum gekümmert hätten, dass der Gag funktioniert. Und dann wäre es auch ein Legit-Gag, glaube ich. Dann wäre es auch ein Gag, den man tatsächlich gut machen kann, weil der dann wiederum die Rassismen aufdecken würde. Aber so haben wir nur die Rassismen als Reproduktion. Produktion, genau.
Florian Bayer: Ich glaube, der Gag funktioniert nur auf einer Rezeptionsebene. Ich glaube, da kommst du nicht drum herum. Und das ist eine Rezeptionsleistung, die man auch gerne als Überinterpretation sagt. definieren kann.
Johannes Franke: Ja, voll.
Florian Bayer: Wo ich auch total mitgehe. Also keine Frage, man guckt diesen Film und stellt fest, oh Gott, der ist voller Rassismen. Genauso wie man den ersten Teil guckt und feststellt, er ist voller Rassismen. Und den dritten Teil feststellt, er ist voller Rassismen. Ich finde, dieser Film macht es tatsächlich durch die Karikierung, durch die Übertreibung am besten. Ich finde, dieser Film ist natürlich, was die Stereotype betrifft, der Rassisten. Aber genau dadurch entsteht fast so eine Karikatur des Indiana Jones Universums. Und deswegen muss ich meinen zweiten Hot Take gleich reinbringen.
Johannes Franke: Oh Gott, oh Gott, oh Gott, es wird immer schlimmer. Dieses verteidigt Indiana Jones Rassismen.
Florian Bayer: Ich verteidige den Film. Ich glaube, dieser Film hat tatsächlich Vorteile gegenüber dem, wie andere Indiana Jones Filme damit umgehen. ich glaube, Indiana Jones grundsätzlich, das ist mein zweiter Take auf den Film, weil ich muss ihn jetzt schon verteidigen, weil du Pass auf, du hattest deine Zusammenfassung, in der du schon abhaten durftest. Jetzt musst du meine Verteidigung hören. Hättest du einen nüchternen Einstieg gebracht, wäre es anders gekommen.
Johannes Franke: Oh, okay.
Florian Bayer: Jetzt bist du selbst schuld. Also, und wir hatten diese Diskussion schon mal, als wir über James Bond Moonraker gesprochen haben. Indiana Jones ist ein Universum, das komplett albern ist, das komplett infantil ist. Voll von Rassismen, voll von Sexismen. Voll von idiotischen Stereotypen und so weiter. Das ist ein albernes, dummes, infantiles Universum. Jeder, der das ernst nimmt, Hat nicht verstanden, worum es geht.
Johannes Franke: Okay, verstehe ich.
Florian Bayer: Und der Film gibt uns das. Der Film gibt es uns on steroids. Das ist die Übertreibung dieses Indiana Jones Konzepts. Und deswegen liebe ich jede einzelne lächerliche, absurde, bizarre, übertriebene, dumme Minute von diesem Film. Weil der macht es einfach richtig. Der sagt, guckt euch an, was wir hier haben. Das ist B-Movie. Das ist Schund. Das ist Palp. Das ist dumm und lächerlich.
Johannes Franke: Ich gebe dir vollkommen recht, dass dieser Film volle Kanne Palp ist.
Florian Bayer: Und das sind die anderen Filme auch. Das ist der Geist von Indiana Jones, aber der Film macht es halt einfach Einmal konsequent. Das ist der konsequenteste und deswegen, ich sag nicht der beste, aber der konsequenteste und auf jeden Fall deswegen auch mutigste Indiana Jones Film.
Johannes Franke: Ja, okay, jetzt kommt der böse Vergleich. Nur weil er besonders stark darin ist, die Kontraste aufzumachen und klarzumachen, was da... passiert, heißt das ja nicht, dass es gut ist. Es ist gut, dass ein Nazi auf dem Dorf schnell erkennbar ist, weil er entweder sehr doof ist oder sehr... hart in seiner Meinung und man sehr schnell sehen kann, ah ja, das ist nicht mein Freund. Das macht nicht besser, was er tut.
Florian Bayer: Nee, das macht nicht besser, was er tut, aber ich wäre froh, wenn es mehr Dorfnazis gäbe. Als AfD-Politiker im Bundestag.
Johannes Franke: Ja, okay. Das stimmt vielleicht. Also du zehnt sich zu den Zeiten zurück, wo die NPD noch auf Dummenfang gegangen ist und offensichtlicher war als
Florian Bayer: Ich sehe nämlich tatsächlich ein bisschen in die Zeiten zurück, in denen Nazis eher dumme Schläger waren, als diese gewieften Assis. Ja, ja. In der Politik sitzen oder in den Medien?
Johannes Franke: Ich möchte dir leider recht geben, aber... Aber trotzdem macht es den Film nicht besser, nur weil er sehr gut darin ist, das sehr konsequent und sehr hart zu zeigen.
Florian Bayer: Was den Film besser macht... Was den Film gut macht, ist, dass er derbe und unterhaltsam ist. Weil er einfach in allem schreit, ich bin überhaupt nicht ernst zu nehmen. Das geht ja schon los, dass wir am Anfang ... Wenn wir in diesem kleinen chinesischen Nachtclub sind, dem Urbanclub, plötzlich dieses Broadway-Musical haben...
Johannes Franke: Und diese riesige Bühne. Und du denkst dir, what the fuck?
Florian Bayer: Dass die überhaupt nicht da reinpasst. Und dann singt Kate. Kate durfte singen. Ich bin so froh, dass Kate singen durfte. Also ihr Charakter ist grauenhaft darüber. Können wir gleich. noch reden, aber es ist so geil, dass sie singen kann und dass sie dann auf dieser riesigen Bühne ist, wo wir diese Broadway-Tänzerinnen haben und Und das ist alles drüber.
Johannes Franke: Und das ist viel zu groß für das, was der Raum eigentlich hergibt. Das ist super geil.
Florian Bayer: Und das gibt komplett den Ton des Films hier aus. Und natürlich tritt Indiana Jones am Anfang auch komplett als James Bond auf im Anzug. Und da ist er ganz eindeutig der Grabräuber, weil er macht nichts Moralisches, sondern er tauscht ein wertvolles Artefakt gegen... etwas, was offensichtlich ökonomisch wertvoller ist. Er will so einen Diamanten haben für einen, was historisch total bedeutsam ist. Das ist alles so drüber. Und das macht es so derbe unterhaltsam, dass der Film die ganze Zeit schreit, Spaß! Was? Jetzt geht's los. Und das ist von Anfang bis zum Ende haben wir eine Aneinanderreihung von dummen, albernen Szenen. That's Indiana Jones. Danke.
Johannes Franke: Ich gebe dir vollkommen recht, was den Anfang betrifft. Ich finde es total großartig. Das ist wirklich einer der unterhaltsamsten Momente des ganzen Films. Aber der Film geht ja die ganze Zeit so weiter.
Florian Bayer: Dieser Film hat ja keine Atempause mehr dann.
Johannes Franke: Das Problem ist bloß, dass dann ja die Rassismen und der Sexismus und so weiter... so stark wird, dass die Unterhaltung wirklich sehr stark trübt. Weil natürlich hast du recht, dass alles auf diesem Level, wie es am Anfang einmal dargestellt wird und ich denke, yes, geil, gib mir mehr von dem Scheiß. dass der halt wirklich leider getrübt wird.
Florian Bayer: Nee, natürlich wird es getrübt. Die Frage ist halt, es sind so viele nervige Momente in dem Film. Es sind so viele... Wir haben Willy zum Beispiel.
Johannes Franke: Willy ist nicht zu ertragen. Willy ist einfach... So schlecht geschrieben. Das ist so gemein.
Florian Bayer: Die arme Kate...
Johannes Franke: Die Frau tut mir echt leid.
Florian Bayer: Und sie war ja auch nicht glücklich mit dieser Rolle. Kate Capshaw, die dann später...
Johannes Franke: Spielberg hat gesagt, das einzige Gute in dieser Zeit, in diesem Dreh, was passiert ist, ist, dass ich sie kennengelernt habe.
Florian Bayer: Und sie spielt Willy und ich gebe jetzt nicht ihr größtes Charaktermerkmal raus, sonst muss Johannes den Tonregler umdrehen. Sie kreicht. Sie stolpert Indianathons hinterher und kreicht während des ganzen Films.
Johannes Franke: Ich habe so oft aufgeschrieben, haha lustig, die Frau wieder, wie toll. Also ich habe mir selbst immer wieder... Immer wenn ich gesehen habe, was für Scheiße diese Frau wieder gemacht, wie die Scheiße diese Frau wieder geschrieben wurde, habe ich aufgeschrieben, haha lustig, die Frau wieder. Nur ihre Nägel im Kopf. Hahaha, lustig. Er sucht an ihrer Brust nach dem Antidot. Haha, wie schön. Es ist so schlimm alles. Es ist wirklich, wirklich schlimm.
Florian Bayer: wieder, es sind die Sexismen, die wir im ersten Teil hatten und die wir auch im dritten Teil haben, und Steroids. Also es ist einfach eine Nummer drüber. Und diese Frau, diese Rolle ist ja Einfach nur noch eine Karikatur der Damsel in Distress.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Ganz radikal. Die fast nichts beiträgt zur... zu dem Geschehen, außer dass sie einmal tatsächlich Indiana Jones und Shorty rettet, indem sie durch die Käfer durchgreift und die ansonsten eigentlich nur darauf aus ist, irgendwie an Geld zu kommen. Und dass ihr Kostüm schick bleibt.
Johannes Franke: Es ist so schlimm. Jedes Mal, wenn irgendjemand Diamant sagt oder Geld oder so, horcht sie auf und sagt, ja, dann lass uns das machen. Was ist da los? Warum schreibt man die so? Also ich meine, okay, du kannst es als Karikatur meinen, aber dafür kommt mir der Film nicht an. Als Parodie genug rüber. Also ja, Indiana Jones war immer eine Karikatur von diesen Dingern, von diesen Abenteuersachen auch irgendwie. Obwohl da auch eine Hommage und Liebeserklärung drin ist, aber das sind Karikaturen ja auch oft. Aber ich finde nicht, dass die Karikatur des Rassismus und die Karikatur des dass Sexismus rüberkommt. Das kommt für mich nicht als Karikatur rüber.
Florian Bayer: Nee, total, kann ich total verstehen, dass du das sagst. Es ist halt einfach, in ihrer Figur sieht man natürlich auch ... Ein bisschen, glaube ich, so eine misogyne Seite von Lukas und Spielberg, die sie auch in anderen Filmen schon immer mal wieder gezeigt haben. Immer wieder, ja. gerade Entscheidungen. Das ist keine Entschuldigung. Nein, es ist nicht eine Entschuldigung. Entschuldigung, das ist eine Erklärung. Sie waren auf die Frauenwelt in dem Moment wahrscheinlich nicht so gut zu sprechen. Vielleicht haben Sie sogar Ihre Frauen, die Sie damals verlassen haben, als Golddigger betrachtet, weil Sie waren ja erfolgreich, Sie hatten Geld. Keine Ahnung. Ich spekuliere nur. Natürlich entschuldigt das nicht. Das kommt da voll rein. Was ich ganz interessant finde, ist, dass sie alle so drüber reden, dass sie den Film so düsterer machen wollten. Ich finde, der Film ist vor allem alberner. Ich weiß gar nicht, ob der so düsterer ist als der erste Teil.
Johannes Franke: Ja, ich habe dann auch nochmal drüber nachgedacht und ich habe den Film nochmal gesehen. Ich hatte ihn sowieso ein paar Wochen vorher schon mal gesehen und da habe ich dann schon noch im Kopf gehabt, wie das lief. Und habe dann auch gedacht, die denken alle, der ist so viel düsterer. Weiß ich gar nicht so sehr. Und vielleicht, ja, beim nochmal gucken habe ich schon gedacht, Ja, okay, die Themen, die sie behandeln oder wie sie damit umgehen, sind schon düsterer. Aber das ist für mich überhaupt nicht das Ding, was den Film ausmacht. Was für ein Film auch für mich überhaupt nicht aus der Indiana Jones Reihe rausreißt, wie viele das sagen. Das ist vollkommen okay. Klar, kannst du auch mal düster sein. Du kannst auch eine Sekte da reinbringen und auch Tod und Verderben und so weiter. Das ist vollkommen in Ordnung. Es passt voll rein. Aber für mich reißt halt bloß das. Sexismus in der Rassismus das raus.
Florian Bayer: Aber das ist doch nicht das Alleinstellungsmerkmal dieses Films. Die anderen beiden sind doch auch sexistisch und rassistisch.
Johannes Franke: Das Aschle-Einstellungsmerkmal ist, dass das hier so massiv in allem drin eingebacken ist, dass ich nicht mehr drüber hinweg gucken kann.
Florian Bayer: Ja, es geht eher so um einen graduellen Unterschied.
Johannes Franke: Ja, aber volle Kanne. Und vielleicht auch in der Art und Weise, auf wessen Kosten die Witze gehen. weil die im ersten Film und im dritten und im vierten nicht so massiv auf die Frau und auf die Ureinwohner und so weiter gehen. Und die Indians und so.
Florian Bayer: Ich habe das Gefühl, gerade ...
Johannes Franke: In diesem Fall schon.
Florian Bayer: Es geht voll gegen Willy, auf jeden Fall. Aber ich glaube, Willy ist halt auch so ein bisschen eine Repräsentation unserer, der westlich ignoranten, arroganten Sicht. Weil Willy kommt ganz oft in Kontakt mit anderen Kulturen und anderen Völkern als Duschbeck rüber. Wir haben ja auch diese Szene, wo sie in dem Dorf ankommen, wo die Dorfbewohner echt nett sind. Und wo wir diesen Dorfältesten haben, der tatsächlich kein Englisch konnte. ganz viele Pausen hat in seinem Dialog, weil der quasi auf den Einsatz gewartet hat. Spielberg, der ihm sagt, was er als nächstes sagen soll. Deswegen redet er auch so sehr langsam und hat immer diese Denkpausen drin, die dann so einen ganz spezifischen Rhythmus haben in der Sprache.
Johannes Franke: Passt aber. Also ich finde es passt gut zu ihm.
Florian Bayer: Und da ist sie ja voll der Duschback. Und Indianer sagen noch, hey das ist das Essen, davon können die sich eine Woche ernähren. Und sie sagt, ich will das nicht essen und so. Das ist alles, ihre Wahrnehmung, also der Rassismus, der im Film drin ist, ist ganz stark durch ihre Wahrnehmung gespiegelt und durch ihre Wahrnehmung auch meiner Meinung nach verzerrt. Das soll den Film nicht entschuldigen, aber ich finde, man kann da viel mehr das noch drin lesen. Und wie gesagt, unabhängig davon bin ich so sauderhaltsam ganz offen.
Johannes Franke: Also, wenn es um unterhaltsam geht, dann kommen wir an Short Round nicht vorbei.
Florian Bayer: Ja. Short Round ist geil.
Johannes Franke: Short Round ist supergeil. Großartige Figur, ganz toll gespielt. Der Hammer. Absoluter Hammer.
Florian Bayer: Ke Hui Kuan, der ein Jahr später in Goonies nochmal einen tollen Auftritt haben sollte.
Johannes Franke: dann aber ziemlich viel von der Bildschirmfläche verschwunden ist, bis er dann bei Everything Everywhere All At Once wieder aufgetaucht ist.
Florian Bayer: Short Run wird oft in diesem Film auch als zweiter nerviger Charakter genannt, neben Billy. Es wird oft gesagt, dieser Film ist nervig wegen Willie und wegen Short Run. Short Run schreit die ganze Zeit rum. Der schreit die ganze Zeit Indie an.
Johannes Franke: Ja, aber auf eine geile Art und Weise.
Florian Bayer: You're cheating, Dr. Jones!
Johannes Franke: Das ist so großartig. Das ist die Castingszene gewesen. Sie haben ihn ein Casting machen lassen, aber nur eigentlich sein Bruder sollte das Casting machen. Dann hat... Da hat Kay angefangen, seinem Bruder zu sagen, wie er es machen soll. Und dann haben sie gesagt, willst du vielleicht nicht ein Casting machen, wenn du schon besser weißt, wie es geht? Und er hat das Casting so gut gemacht und das war die Szene, wo er rausfinden sollte, dass Indiana Jones ihn beim Kartenspielen beschummelt. Und das muss so geil gewesen sein und so gut gewesen sein. Und auch in diesem Film finde ich es wieder so großartig. Es zeigt volle Kanne, wozu dieses Kind noch, ich will noch gar nicht sagen dieser Schauspieler in dem Moment, sondern dieses Kind fähig ist.
Florian Bayer: Ja, zwölf Jahre alt war er damals, als der Film gedreht wurde.
Johannes Franke: Das ist so der Hammer. Ich liebe es.
Florian Bayer: Ja, ich finde ihn auch super unterhaltsam. Ich finde ihn total witzig. Er hat auch Nervpotenzial, auf jeden Fall. Es gibt immer so diese Momente, wo er rumschreit, wo man denkt, okay, jetzt ist es vielleicht ein bisschen zu viel.
Johannes Franke: Nein, nicht im geringsten. Nicht ein einziges Mal. Dafür hat sie zu viele Crash-Momente.
Florian Bayer: Nein, sie schlägt alles natürlich. Aber ich finde es auch irgendwie geil, ich weiß nicht, ich finde es unglaublich charmant, Indiana Jones ein Kind als Sidekick zur Verfügung zu stellen.
Johannes Franke: Volle Kanne. Und dann wird es spannend, wenn wir über den dritten Teil reden, weil dann wiederum die Vater-Sohn-Dynamik umgedreht wird. Und wir im dritten Teil verstehen, warum er hier mit Short Run so umgeht, wie er es tut. Aber das können wir im dritten Teil mal besprechen dann. Das ist dann aber erst nächste Woche. Aber ich finde es total spannend. Weil er nimmt ihn die ganze Zeit mit auf Reisen, setzt ihn Gefahren aus und macht sich keine Sorgen drum, sondern wirft ihn einfach rein und sagt, komm damit klar und mach was dran.
Florian Bayer: raus.
Johannes Franke: Und das finde ich schon krass. Also ich meine, natürlich ist es etwas, es ist ein Film und er soll unterhaltsam sein und so weiter. Vielleicht sollte man nicht überpsychologisieren. Aber ich finde es einen interessanten Ansatz.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Wie ist denn die Dynamik zwischen Short Round und Indiana Jones? Es ist nicht nur so Vater, Sohn, sondern also Indiana Jones ist ja schon...
Johannes Franke: Ich finde es total geil, auf der einen Seite, dass er diesen zwölfjährigen Jungen total ernst nimmt. Also wirklich in allem, was er sagt. Er macht seine Späße mit ihm und so weiter, aber nie von oben herab. Sondern sie sind wirklich ein Team. Das macht eine total gute, geile Dynamik.
Florian Bayer: Und so wie man sich Indiana Jones im Team vorstellt, nämlich dass er auch mal seinen Teampartner übers Ohr haut. Ja, genau. Und dass beide auch so eigene Interessen verfolgen. Wenn die Karten miteinander spielen, Indiana Jones lässt das Kind nicht gewinnen, sondern Indiana Jones schummelt, damit er gewinnt. Und weil das Kind auch schummelt.
Johannes Franke: Es ist wirklich toll, wie sie das etablieren. Auf der anderen Seite weiß man natürlich als Zuschauer, der auch ein Leben hat, Und mit Kindern zu tun hat, dass man das niemals mit einem Kind so machen sollte. nicht zehn Prozent davon.
Florian Bayer: Aber Short Round ist ja auch kein richtiges Kind. Das wäre offensichtlich, was wir erfahren, so ein Informationshappen, der wurde von den Johnnetrons irgendwie auf der Straße. Wasser aufgegabelt? Der hat sich durchgeschlagen.
Johannes Franke: Indiana Jones hat ihn irgendwie dann beim Schwummeln erwischt. Also Short Round wollte ihn bescheißen.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Und hat ihn dann erwischt und dann aber gedacht, oh, der kann das so gut, den nehm ich mit.
Florian Bayer: Wir können uns vorstellen, dass der sich schon seit fünf Jahren wahrscheinlich irgendwie durchschlägt. Und das heißt, der hat so viel erlebt, dass er irgendwie so was Erwachsenes hat, was Altkluges. Und deswegen funktioniert die Dynamik zwischen ihnen einfach, weil er ist einfach nicht ein Kind im klassischen Sinne, das irgendwie mal geborgen aufgewachsen ist oder so, sondern er ist halt ein kleiner Ganova.
Johannes Franke: Aber Indiana Jones tut auch nicht viel dafür, ein behütetes und beschütztes Umfeld für ihn zu erschaffen.
Florian Bayer: Für uns ist ja auch ein großer Ganova. Und gerade in diesem Film haben wir das ganz oft. Und da haben wir das erste Mal, wir haben vorhin drüber geredet, dass Indiana Jones ambivalent ist und nicht konsistent zwischen den Filmen. Und hier haben wir diesen merkwürdigen Twist, dass Indiana Jones eigentlich die ganze Zeit als Ganovo gezeigt wird. Der mit Verbrechern arbeitet und mit Verbrechern zusammenarbeitet auch und dann am Schluss oder beziehungsweise in der Mitte der Story wird das schon ganz groß gemacht, dann haben wir halt so einen klassischen White Savior Plot.
Johannes Franke: Was auch zu dem Rassismus des Films dazugehört. Ich denke das so oft in diesem Film. Und das denke ich in den anderen Filmen nicht so stark. Also in den anderen Filmen ist das auch irgendwie angelegt, aber dieses White-Savior-Ding ist Das ist so übel.
Florian Bayer: Das ist total radikal in diesem Film.
Johannes Franke: Und dann auch noch zusammengemischt mit der Losung Fortune and Glory. Ja. Was er wirklich rausgibt. Was auch Short-Rund rausgibt. Und das in Kombination. White Savior und Fortune und Glory. Also das ist einfach nur, wir gehen hin und rauben andere Kulturen aus. Das ist alles.
Florian Bayer: Aber er bringt den Stein nachher zurück.
Johannes Franke: Und das ist das, glaube ich, was sie wollten... was er lernt, damit er in den ersten Teil hineingehen kann von der Timeline her.
Florian Bayer: Aber im ersten Teil wird er das Teil in ein Museum geben, ne? Ja. Und das macht er auch in den anderen Teilen. Wenn er an die Sachen rankommt, normalerweise ist der Weg, dass Indiana Jones das Zeug nicht zurückgibt, sondern er verkauft es an Marcus Brody. Er gibt es an einem Museum.
Johannes Franke: Aber er macht einen großen Unterschied zwischen, der Stein gehörte einem Dorf von Menschen, die ich... kennengelernt habe, die ich lieben gelernt habe. Es gibt ein Ziel und beim ersten Teil holt er das aus einem anonymen Cave raus und zieht es den Nazis unterm Arsch weg.
Florian Bayer: Nee, das kauf ich ihm nicht ab. Das ist ein Unterschied. Nein, das ist Bullshit. Er will eigentlich immer sagen, es ist Natürlich werden die Antagonisten gezeigt, damit seine Mission irgendwie eine heroische ist. Mhm. Wenn man die Bundeslade vor den Nazis schützen muss, ist das was anderes, als wenn man sie irgendwo klaut. Oder wenn man den Heiligen Kral vor den Nazis schützen muss. Warum muss er eigentlich mal christliche Insignien vor Nazis schützen?
Johannes Franke: Ein sehr westlicher Film.
Florian Bayer: Aber nein, das kaufe ich ihm nicht ab. Das ist Raubkunst. Was er macht, ist Raubkunst. Er kriegt Er klaut Sachen, die nicht in amerikanische Museen gehören, für amerikanische Museen. Und das wird als das moralisch Integre gezeigt. Das gehört in ein Museum. Das ist ein wütender Ausspruch. Nein, es gehört nicht in ein Museum, es gehört den Leuten, denen es gehört. Genau. Aber ich glaube, dass... Fucking Räuber, Raubkunst, Arschkolonialist.
Johannes Franke: Aber das ist, glaube ich, dummerweise George Lucas und Steven Spielberg eben nicht so richtig bewusst gewesen.
Florian Bayer: Genau, aber das passiert in diesem Film nicht und das ist eine Stärke von diesem Film, dass wir hier nicht diesen moralischen Überbau haben, dass es in ein westliches, weißes, amerikanisches Museum gehört, das gut ist. Das passiert in diesem Film nicht.
Johannes Franke: Ja, aber ich glaube, dass es einfach als... als Charakterentwicklung angelegt ist. Ob das am Ende funktioniert oder nicht und ob wir als Zuschauer heute das anders sehen oder nicht, ist nochmal eine andere Nummer, das stimmt. Aber ich glaube, das ist das, was intendiert ist.
Florian Bayer: Aber in diesem Film macht er das moralisch Vernünftigste am Schluss.
Johannes Franke: Ja, ja, absolut.
Florian Bayer: Na gut, werde Jens befreit im vierten Teil. Aber dazu kommen wir später. Das ist moralisch auch vernünftig. Genau.
Johannes Franke: Ja. Okay, also Short Round, großartiger Charakter. Ich würde sagen, nein, das machen wir später. Wir machen mal noch eine Sortierung später.
Florian Bayer: Wenn ihr wissen wollt, wie wir verschiedene Figuren einordnen, müsst ihr auf jeden Fall die nächste Episode hören, nämlich am Schluss von dem ganzen Machen wir ein Ranking unserer besten Sidekicks, besten Willens und so weiter. Wir haben zwei große Action-Szenen in diesem Film, um die dieser Film quasi gespannt ist. Und zwar einmal die Airplane-Flucht. Mhm. Mit dem Rettungsboot.
Johannes Franke: Ja, was voll on brand ist, wo sich viele aufregen und ich denke, ja, das ist halt Indiana Jones. Was habt ihr erwartet?
Florian Bayer: Das ist der Moment, wo eures das Pension of Disbelief aufhört? Ja, genau.
Johannes Franke: Ihr habt alles andere mitgenommen, oder was?
Florian Bayer: Ich find's total geil. Ich auch. Also natürlich ist es kompletter Bullshit. Kein Mensch überlebt diesen Shit. Sie springen aus dem Flugzeug mit dem Rettungsboot, sie fahren den Berg runter. Und die Szene könnte meiner Meinung nach noch länger gehen. Die könnten runterfahren bis in die Hölle. Absolut.
Johannes Franke: Es ist großartig und man versteht wieder, dass die eigentlich James Bond machen wollen.
Florian Bayer: Ja, total.
Johannes Franke: Bloß eben auf ridiculous. Ja, also nochmal auf, ja, parodistisch fast.
Florian Bayer: Und dann haben wir die große Lohrenfahrt in der Mine.
Johannes Franke: Ja, die auch... Ein Disney Ride, ein großartiger Disney Ride. Ich liebe ihn und ich liebe jede Sekunde davon. Also es gibt so viele Leute, die das draußen nervig finden und sagen, da passiert ja nicht viel. Es ist mir so egal, ob da auf der Geschichtenebene irgendwas passiert. Die haben einfach Spaß, da rumzucruisen. Ich find's super.
Florian Bayer: Und um diese Action-Szenen haben wir dann halt diese Horror-Aspekte. Weil also dieses ganze Ding mit dem Kult, es ist halt wenig Action. Indiana Jones wird gefangen genommen, er wird hypnotisiert. und der wird dann böse und so. Das ist wirklich so ein Horror-Setup.
Johannes Franke: Ja, und weißt du, was das große Problem ist, ich glaube, deswegen macht mir der Film so Probleme, weil der große Plot nur funktioniert, weil es diesen Rassismus da drin gibt.
Florian Bayer: Which Plot? Ja, du hast recht.
Johannes Franke: Das ist das Problem. Der eigentliche Plot ist...
Florian Bayer: Es ist um dieses White-Savior-Narrativ gesponnen. Es ist ja auch alles Zufall. Oder er wurde von Shiva gerufen. aber wir sagen jetzt mal, es ist Zufall, er landet halt mit diesem Boot dann da und dann kommt er in dieses Dorf und die sagen direkt, ah, da ist unser Erlöser und schicken ihn einfach da in die Richtung und er geht halt da hin. Ja, ja. Man merkt, dass es dem Film schwerfällt, den Dreien so ein bisschen Antrieb zu geben. Shorty, okay, ist halt dabei, weil er nicht ja dann schon hinterherläuft. Aber warum sollte sie weiterhin Jana Johnson hinterherlaufen? Okay, sie ist im Dschungel, sie kommt nicht klar.
Johannes Franke: Ja, aber das finde ich wirklich ein großes Problem des Films. Jede Minute frage ich mich, warum ist sie noch da?
Florian Bayer: Sie hat sie entführt. Der Film geht damit, dass Indiana Jones der Bösewicht ist, der das, der macht den Bösewicht nur.
Johannes Franke: Der hat sie nicht entführt. Die ist freiwillig mitgekommen und ich frag mich, warum? Ich habe keine Ahnung, warum die nicht dort geblieben sind.
Florian Bayer: Stockholm-Syndrom, weil, um nochmal zum Anfang zurückzukommen, er macht am Anfang den Bösewicht-Move. ich glaube, davor hat das noch nie ein Held in der Filmgeschichte gemacht, dass der Held die Frau nimmt und ihr eine Waffe an den Bauch hält und sagt, ich töte sie jetzt, wenn ihr mir nicht gebt, was ich will. Das ist ein ganz klassisches Trope. Das machen Bösewichter und sie lassen das Indiana Jones machen. Finde ich auch irgendwie ganz geil.
Johannes Franke: Ich finde es auch geil, Das führt nur dazu, dass ich am Anfang, wenn wir jetzt schon wieder am Anfang sind, dass ich am Anfang denke, sie gehört dazu. Weil ich ja denke, er ist ja der Held. Also muss sie doch dazugehören und jetzt mitspielen. Aber nein, es stellt sich heraus, sie hat nichts Und sie weiß überhaupt nicht, was das alles soll. Was ich natürlich als Turning Point dann schon wieder geil finde. Was ich ganz clumsy finde, ist dieser Typ, der da stirbt. Wir haben so viele Abenteuer erlebt.
Florian Bayer: Stopp, eine Gedenkminute für Wuhan. Das reicht. Länger kommt er nicht vor. Nein, nein. Ich find's voll gut, weil...
Johannes Franke: Warum findest du das? Ich find das total dämlich, weil wir nichts von ihm wissen, nichts kennen. Genau, das ist das. Das, was Star Wars macht.
Florian Bayer: Das ist das Geile, was Star Wars macht. Der Film startet im Geschehen. Weißt du, wir werden reingeworfen und wir kriegen ein Universum präsentiert. Und das macht Star Wars ja auch. Das sind Roboter. Wir steigen damit ein, dass ein Raumschiff von einem anderen beschossen wird, Roboter sind auf der Flucht. Wer ist das? Wo sind wir? Was soll das?
Johannes Franke: Das ist vollkommen in Ordnung, ist vollkommen richtig, aber der kann auch meinetwegen viele Abenteuer mit ihm erlebt haben und da sterben und das ist furchtbar traurig für Indiana Jones. Aber ist es furchtbar traurig für Indiana Jones? Offensichtlich. Ich sehe nur wenig davon. Und zum anderen, warum muss er dann einen Monolog kriegen, der Exposition schreit? Musst er dann sagen, also wir kennen uns schon seit Jahren, wir haben viele Abenteuer erlebt. Und das ist wahnsinnig traurig. Ich hätte alles für dich getan und jetzt bin ich anscheinend der Erste von uns beiden, der gehen muss.
Florian Bayer: Entschuldigung, da ich diese Antwort ständig wiederholen könnte, weil es Palp ist. Das macht Palp. Das ist geil. Natürlich ist es totaler Bullshit. Natürlich haben wir keine emotionale Bindung zu diesem Typen. Aber in diesem Moment wird ganz kurz so ein kleines Universum eröffnet, wo wir sehen, wie Indiana Jones mit dem durch halb China reist und diese tolle Motorradfahrt über die chinesische Mauer macht, die sie nicht machen.
Johannes Franke: Die sie nie machen konnten, ja. Aber dann gib mir doch irgendwas. Nein. Dann gib mir doch sowas Kleines, wo ich wirklich... Alter, du hast Fantasie.
Florian Bayer: Du hast doch einen eigenen Kopf.
Johannes Franke: Aber da muss ich den Film anhalten und mir erstmal eine eigene Geschichte ausdenken. Das Dämlich. Nein, nein, nein, nein. Es funktioniert so überhaupt nicht. Also es ist furchtbar. Aber ich finde den Anfang trotzdem noch okay. Ich komme damit gut klar, weil ich auch irgendwie cool finde, wie Indiana Jones diesen Handel treibt. Und dass er eben nicht nur der Gute ist, sondern eben, dass er in dem Moment einfach der Bösewicht ist eigentlich auch.
Florian Bayer: Bei dir bricht's, wenn sie in Indien ankommen, ne?
Johannes Franke: Ja, irgendwie schon. Die kommen da an, sehen den Typen mit den weißen Haaren und der... etwas dunkleren Haut als Sie und sagen, oh, wir sind in Indien.
Florian Bayer: Okay. Sie waren aber von China Richtung Westen unterwegs. Also dass Sie in Indien abgestützt sind, ist vielleicht auch einfach so ein bisschen, warum fliegt Indiana Jones eigentlich immer mit diesen kleinen Maschinen? Das ist im ersten Teil auch so. Ja, die sind sexy. Und immer wenn er unterwegs ist mit dem Flugzeug, ist es immer so ein kleines Frachtflugzeug, was ich kaum über dem Boden halten kann.
Johannes Franke: Es ist extra für ihn gechartert.
Florian Bayer: Aber ja, ich bin ja voll bei dir. Wir haben diese Rassismen und... Wir haben dieses Sexismus und ich muss immer dazu sagen, wenn ich diesen Film verteidige, ich habe natürlich meine Nostalgiebrille auf bei diesem Film. Das ist der Indiana Jones, den ich am meisten gesehen habe. Das ist der Film, der meine Liebe für Indiana Jones geweckt hat. Das war der erste Indiana Jones, den ich gesehen habe.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Das spielt eine große Rolle dabei. Und ich sehe die ganzen Flaws. Ich sehe diese White Xavier-Geschichte, die wir dann in Indien haben, das ist einfach das bestimmte Merkmal. Okay.
Johannes Franke: Du hast einfach Glück gehabt, dass du als Kind das alles nicht verstanden hast, was da an Scheiße drin ist.
Florian Bayer: Aber ich kann jetzt trotzdem zumindest honorieren, dass dieser Film mutig ist und wirklich was anderes macht als der erste Teil. Ich finde auch im ... um ein bisschen vorwegzunehmen zur nächsten Episode, auch im Kontrast zum dritten Teil, der ja wieder sehr nah am ersten ist, was Inszenierung betrifft und was Story betrifft, kann ich das einfach honorieren, dass er da was anderes versucht? Geht es schief? In ganz vielen Momenten. Ist es das schwarze Schaft der klassischen Filme? Auf jeden Fall. Aber er ändert nichts daran, dass er trotzdem irgendwie Spaß macht. Er ist rassistisch, er ist sexistisch, sehe ich alles. Aber irgendwie schafft er es, um seine beiden großen Action-Szenen und um diese komische Horror-Dämonen-Geschichte drumherum was zu entwerfen, was als Spektakel total gut funktioniert.
Johannes Franke: Ja, also ich finde tatsächlich das Spektakel an sich drumherum auch total gut.
Florian Bayer: Dir macht der Rassismus den Film... So kaputt, dass ich das Spektakel nicht mehr genießen kann.
Johannes Franke: Der Rassismus und der Sexismus. Weil sie wirklich den ganzen Film hindurch kreischt, werde ich immer wieder rausgerissen. Und sie ist so schlecht geschrieben und es tut mir so wahnsinnig leid um diese Frauenfigur, die eigentlich gut hätte sein können. Sie hätten wirklich was draus machen können. Aber sie haben sich dafür entschieden, eine ganz furchtbare Frau, die... Haha, sie kommt nicht auf den Elefanten klar. Haha, sie sagt, ich... Ich habe hier einen Sänger und ich kann nicht hin. Also was ist das alles? I hate development. Genau. Fuck, Alter. Und dann, oh nein, sie sind in der Wildnis und sie erschrickt vor jedem Tier, das da um die Ecke. geguckt, die natürlich alle da sind, weil sie nicht laut genug ist, um sie zu verscheuchen.
Florian Bayer: Aber ist es nicht geil, wenn wir die Schlangenzähne haben? Das mit dem Elefanten und dann mit dem Indiana Jones hat ja Angst vor Schlangen. Ja, ja, ja. Und Indiana Jones kriegt dann auch wieder diese... Überraschenden Blick. Ich liebe es, wenn Harry Potter überraschend guckt.
Johannes Franke: Ganz großartiger Blick in dem Moment. Das Problem ist bloß, dass ich habe, dass ich denke, okay, sie hätte dem Elefanten jetzt fast den Rüssel abgerissen mit der Wehemenz, die sie die Schlange da weggezogen hat.
Florian Bayer: Also das Parfüm, was sie da vorher auf seinen Kopf macht, war auch nicht besonders. Fuck. Wobei wir auch grundsätzlich drüber reden können, es ist nicht so geil, auf Elefanten zu reißen. Überhaupt nicht. Überhaupt nicht. Wenn ihr in Ägypten oder Afrika oder sonst wo Urlaub macht, reitet nicht auf Elefanten. Tut es nicht. Es ist ein No-Go.
Johannes Franke: Ja, absolut. Gut. Aber das war auch die Welt. Damals ist auch nochmal was anderes. Ja.
Florian Bayer: Temple of Doom. Riesiger Box-Office-Erfolg. Rekord gebrochen. 45 Millionen in der ersten Woche. All-Time-Rekord. Der ist voll abgegangen. Krass, Mann. Bei der Kritik nicht besonders gut angekommen.
Johannes Franke: Ja, das kann ich mir denken. Warum bloß? Aber offensichtlich gibt es genug Rassisten da draußen, die das gut fanden.
Florian Bayer: Entschuldigung. Roger Ebert hat ihm eine 4 von 4 Sternen geklärt. The most cheerfully exciting, bizarre, goofy romantic adventure movie since Raiders.
Johannes Franke: Es ist nicht das erste Mal, dass er rassistische Filme gut findet, die er am später dann in seiner Karriere nochmal kurz anschaut und sagt, ja vielleicht war es nicht so geil.
Florian Bayer: Ich glaube, Leute, die diesen Film nicht mögen, haben das Grundkonzept von Indiana Jones nicht verstanden und haben nicht verstanden, dass Indiana Jones silly, racist, dumm und albern ist.
Johannes Franke: Merk dir diesen Take. Merk dir diesen Take.
Florian Bayer: Merk ich mir gar nicht, ich weiß worauf du hinaus willst. Aber das, liebe ZuhörerInnen, erfahrt ihr in der nächsten Episode.
Johannes Franke: Aber wir sind noch nicht am Ende. Oh Gott, wir sind schon sehr weit, Plur. Ich gucke noch mal durch meine Notizen, ob mir noch was Wichtiges einfällt und dann versuchen wir zu rappen oder wie ist das? Hast du noch viel?
Florian Bayer: Ich hab nichts mehr.
Johannes Franke: Du hast nichts mehr?
Florian Bayer: Ich habe den Film verteidigt mit meinem Herzblut. Ich bin total glücklich.
Johannes Franke: Und du hast absolut gelost dabei.
Florian Bayer: Oh, großartige Szene. Wenn er an den Felsen ist, zwei Schwertmänner greifen ihn an und er will sie entdecken. erschießen.
Johannes Franke: Und er schafft es nicht, weil er keine Pistole hat. Es ist wirklich eine ganz tolle Referenz. Das ist wirklich toll gemacht, ja. Diese Brücke, die da einmal zerschlagen wird, also natürlich völlig ridiculous, weil sie zerschmettert werden würden. Aber finde ich auch on brand, volle Kanne. Wird ja auch viel kritisiert, aber ich finde es total in Ordnung, weil Julian Jones immer irgendwie ridiculous ist. Ich finde die Kindersklaven auch irgendwie lame, muss ich sagen. Kindersklaven, okay, ja, ja. Natürlich finden alle Scheiße und dann sind sie alle dafür, dass die armen Kinder, denkt dann keiner an die Kinder.
Florian Bayer: Das ist tatsächlich auch, wo Indianer schon so eine moralische Stärke kriegen soll, weil wir haben ja diese Szene, wie er die Steine entwendet und dann glücklich ist und dann hört er erst diese Peitschgeräusche. Ja, ja, ja, genau. Und, oh nein, jetzt kann ich nicht gehen, ich muss noch was tun.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann macht er das Dümmste überhaupt und wirft einfach mit einem großen Stein gegen diesen Typen mit der Peitsche.
Johannes Franke: Das Schlimmste, Idiote, Aber es passt wieder dazu, dass er auch mal Fehler macht und dass er impulsiv handelt. vollkommen in Ordnung. Ich finde bloß diese Kindersklavensache ein bisschen lame, ein bisschen billig.
Florian Bayer: Wir haben keinen richtigen Bösewicht in diesem Film. Also diese Figur des Bösewichts, der dann ja irgendwie so der occulte Hohepriester ist, wird öfter mal gelobt, dass er so cool aussehen würde. Ich finde, das ist ein echt lamer Bösewicht, weil er kein... Im Gegensatz zu anderen Bösewichten interagiert er nicht mit Indiana Jones außerhalb vom...
Johannes Franke: Ja, ja, ja, genau.
Florian Bayer: Während wir, wir haben so tolle Bösewichter bei Indiana Jones, die halt irgendwie eloquent sind und intelligent. Ja. Und Belloc ist ein toller Bösewicht. Ja, total.
Johannes Franke: Auch wenn er das Klischee des kultivierten Bösewichts volle Kanne erfüllt, aber das ist vollkommen okay.
Florian Bayer: Und ausgerechnet den Bösewicht, der von einer anderen Kultur ist, weil sonst sind es immer Europäer oder Amerikaner, die als Bösewicht fungieren. Oder Russen. Wie gut findest du, dass... Moment, ausgerechnet der aus einer anderen Kultur als der westlichen wird so tump dargestellt und eher so ein Hau-drauf-Bösewicht.
Johannes Franke: Naja. Wie gut findest du die Liebesgeschichte zwischen den beiden? Der ist ein kompletter Bullshit. Möchtest du da irgendwas verteidigen vielleicht?
Florian Bayer: Darin gibt es nicht zu fragen. verteidigen. Das ist keine sinnvolle Liebesgeschichte. Ich verstehe auch diese Szene nicht, wenn sie miteinander flirten und dann der Flirt zu einem Streit wird. Du hast lauter Fragezeichen. Warum flirtet ihr gerade? Warum streitet ihr gerade? Warum bist du jetzt weggegangen? Warum wartet ihr jetzt aufeinander? Es macht alles keinen Sinn.
Johannes Franke: Ich geb dir fünf Minuten, du musst hier sein. Und wie die überhaupt da reingerutschen Von 0 auf 100 fangen die an rumzuknutschen und ich verstehe nicht warum.
Florian Bayer: Dieser ganze Dialog wirkt, als wäre er von einer künstlichen Intelligenz geschrieben worden. Jawohl. Die keine Ahnung davon hat, wie Menschen miteinander interagieren.
Johannes Franke: Ein perfekter Vergleich, absolut. Es ist unglaublich und ich weiß überhaupt nicht, was sie da geritten hat, weil sie auch... Das einzige, was mir das vielleicht erklären könnte, aber auch nur schlecht, ist, dass die beiden einfach horny sind. Und sich gedacht haben, wir müssen jetzt aber irgendwie noch Sex haben, ich habe lange keinen Sex mehr gehabt. Was ich einen legit Grund finde, finde ich vollkommen okay, vor allem wenn sie sagt, ich hole mir das jetzt. Oder dann mach das, aber dann erklärt mir das auch. dann versucht man nicht eine Liebesgeschichte unterzumogeln, sondern die sind beide einfach horny und gut ist.
Florian Bayer: Ich glaube, es ist noch nicht mal das horne Ding, was mich stört, sondern dass sie dann so in so einen Streit plötzlich geraten. Sie sind kurz vorm Sex und kommen dann in den Streit darüber, wer wen merkt.
Johannes Franke: Ja, seid ihr zwölf? Vor allem, es geht ja nicht nur darum, dass sie will, dass er sie mehr will oder andersrum oder nicht will, dass er mehr will. Wer gewinnt eigentlich? Wer gewinnt eigentlich? Wer gewinnt derjenige, der mehr will, den anderen will oder gewinnt derjenige, der den anderen weniger will? Was ist die Psychologie dahinter?
Florian Bayer: Na, die Psychologie dahinter ist, ich bin sexier als du, du hast es nötiger als ich. Ah. Aha, glaube ich. Oder? Deswegen gingen sie ja dann am Schluss getrennte Wege und dann heißt es so, wer hält jetzt länger durch?
Johannes Franke: Ah, ja, ja, okay. Wer hat's nötiger als der andere? Das finde ich einen guten Punkt.
Florian Bayer: Ja, das ist komplett absolut.
Johannes Franke: Aber dass wir darüber reden müssen und dass der Film irgendwie uns nicht erklärt hat.
Florian Bayer: Die haben auch null Chemie zusammen, ne? Also ich habe ja vorhin so ein bisschen über Marion, über die Chemie zwischen Indiana und Marion abgehattet. Es ist was anderes. Und wenn man diesen, und ich kann es total gut verstehen, wenn man diesen Film gesehen hat, dass man dann sagt... die Chemie zwischen Marion und Indiana Jones ist doch total krass. Aber das liegt nur daran, dass man diesen Film als Referenz nimmt. Das sollte man vielleicht nicht nehmen.
Johannes Franke: Und dann am Ende das schlimmste Ende, was du dir vorstellen kannst. Sie sagt legit... Alter, das war ein Abenteuer, das will ich nie wieder erleben. Das ist totale Scheiße. Ich bin raus hier. Lass mich bloß in Ruhe mit deinem Müll. Ich komm nicht mit. Und alles, was er machen muss, ist, die Peitsche zu schwingen, sie wieder an der Hüfte zu packen und wieder ranzuziehen. Und sie schmelzt dahin. Was zur Hölle? Ist das George Lucas' Fantasie davon, wie er seine Frau hätte behalten wollen oder sollen oder nicht oder was?
Florian Bayer: In jedem einzelnen Indiana Jones Film haben wir so eine Szene, wo Indiana Jones knallhart, no means no, ignoriert.
Johannes Franke: Aber nicht so massiv wie hier. Hier ist wirklich so kondens.
Florian Bayer: Ich weiß nicht, nee.
Johannes Franke: Na, du kannst nochmal drauf zurückkommen. Im ersten Teil, hast du da irgendwas?
Florian Bayer: Lass mich mal im ersten Teil überlegen.
Johannes Franke: Da wird nur darauf referenziert...
Florian Bayer: Ja, im ersten Teil wird nur erzählt, aber im ersten Teil hat er offensichtlich das Schlimmste gemacht.
Johannes Franke: Ja, das stimmt wohl. Fuck, Alter.
Florian Bayer: Okay, wir brauchen, glaube ich, nicht groß. Wir haben offensichtlich hier einen Dissens, was die Qualität dieses Films betrifft.
Johannes Franke: Naja.
Florian Bayer: Weil ich ein Rassist bin und Johannes Humor nicht versteht. Um das nochmal so zusammenzufassen.
Johannes Franke: Sehr gut, genau. Okay, das ist doch gut. Das ist doch eine gute Zusammenfassung unseres Podcastes. Flo ist der Rassist und ich bin derjenige, der keinen Humor hat. In diesem Sinne werden wir diese Episode langsam abschließen. Und werden die nächsten beiden Filme von Indiana Jones in der nächsten Woche besprechen.
Florian Bayer: Bleibt dran, heute gibt es einfach nur ein Outro und soll euch Johannes noch einmal auf der Ukulele die wunderschöne Musik von John Williams spielen. Und wir haben noch nichts zu John Williams gesagt, deswegen müssen wir nächste Woche einfach kurz damit einsteigen, dass wir sagen, wie großartig John Williams ist.
Johannes Franke: Das kriegen wir auf jeden Fall hin. Kein Problem.
Florian Bayer: Bis dahin, Johannes, vielen Dank für das Gespräch über diese beiden Filme.
Johannes Franke: Vielen Dank dir durch das Chaos hindurch, weil es ja doch sehr viel ist und danke euch da draußen, dass ihr uns zugehört habt bis jetzt hin. Durch das Chaos hindurch.
Florian Bayer: Wenn es euch gefallen hat, wir haben noch ganz viele andere Episoden, wo wir über ganz viele andere Filme reden. Ansonsten, nächste Woche geht es weiter. Wir reden über Indiana Jones und der letzte Kreuzzug und Indiana Jones und den Kristallschädel. Da kommt noch was dazwischen. Also bis dahin, euch eine schöne Woche und wir hören uns.
Johannes Franke: Bis dann, ciao.
