Episode 128: Scream und das Slasher-Genre
Wir sprechen über Wes Cravens Scream aus dem Jahr 1996, der ein großes Revival des Slashers ausgelöst hat. In unserem Gespräch geht es um die Ursprünge des Genres, seine absurden Tropes und seinen mörderischen Konservatismus. Außerdem reden wir über den Spaß am selbstreferenziellen Kino, Filme, die sich sehr bewusst sind, Filme zu sein, und mit diesem Status spielen. Kann Scream mit diesen Zutaten auch bei einem Horror-Verächter wie Johannes auftrumpfen oder zünden die Inside Jokes nur bei wahren Genreinsidern? Macht in Scream die Gewalt den Spaß kaputt? Oder der Humor den Horror? Und warum muss Drew Barrymore in den ersten Minuten sterben?
In der Top 3 werfen wir einen Blick auf die besten Masken der Filmgeschichte: Ob lustig, ob schräg, ob gruselig, oder einfach nur schön.
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 128: Scream und das Slasher-Genre Publishing Date: 2023-06-14T08:59:06+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/06/14/episode-128-scream-und-das-slasher-genre/
Florian Bayer: Aber ich find's geil. Du mochtest du? Ja. Niemand, niemand mochtest du. Ich weiß. Hab ich im Nachhinein auch rausgefunden und hab gedacht... So, da wären wir wieder. Herzlich willkommen, liebes Publikum, zu einer neuen Episode vom Muss man sehen Podcast. Hallo Johannes.
Johannes Franke: Hallo Plor, hier wieder willkommen in meiner Küche. Das ist so mein Standardsatz geworden. Man wird ihn in 100 Jahren noch zitieren.
Florian Bayer: Ich freue mich jedes Mal wieder hier zu sein. Es ist schön dich zu sehen und es ist schön wieder über einen Film zu reden mit dir.
Johannes Franke: Schön, dass ihr alle da draußen eingeschaltet habt in zehn Jahren von jetzt an. Wenn wir tatsächlich mal irgendwann eine größere Zuschauer-Zuhörerschaft haben.
Florian Bayer: Wenn wir endlich zum Weltkulturerbe erklärt werden. Zum immateriellen Weltkulturerbe.
Johannes Franke: Wir müssen zum Goethe-Institut schreiben und sagen... Die UNESCO. Die UNESCO. Die UNESCO macht das.
Florian Bayer: Die musst du anschreiben. Es gibt Filme, die als materielles Weltkulturerbe ernannt wurden. Frag mich nicht welche, aber so Kunst... Und auch Videospiele, Musik. Also es gibt mittlerweile so einen Fundus an kulturellen Gütern.
Johannes Franke: Und du willst uns dazu zählen?
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Okay, gut. Was denn sonst? Also wenn Podcast dann dieser hier. Okay.
Johannes Franke: Müssten wir aber konsequenterweise jetzt in diesem Podcast, in dieser Folge über keinen Film sprechen, sondern über einfach ein paar persönliche Sachen, die wir so haben.
Florian Bayer: Nein, wir müssen ja über einen Film reden, um quasi diese Meta-Ebene drin zu haben. Wir sind Kultur über Kultur.
Johannes Franke: Ach, Kultur über Kultur.
Florian Bayer: Kulturception?
Johannes Franke: Oder Kultur-Scream-Konzept?
Florian Bayer: Oder so? Denn das ist das, worüber wir heute reden, über einen Metafilm.
Johannes Franke: Schon wieder.
Florian Bayer: Ich kann es nicht lassen. Ich liebe tatsächlich Metafilme und ich glaube, Mal unabhängig davon, wie du den Film jetzt gefunden hast, du bist auch ein sehr großer Fan von Filmen, die irgendwie das Medium selbst thematisieren und reflektieren, oder?
Johannes Franke: Das auf jeden Fall. Was ich besonders beeindruckend finde bei dieser Folge ist, dass ich ahne, dass du es schaffen wirst, selbst bei Scream einen kulturhistorischen Diskurs zu machen. draus zu machen.
Florian Bayer: Natürlich!
Johannes Franke: Der Gleichzusetzen ist mit der Nouvelle Vague als Entwicklung.
Florian Bayer: Nein, nein, nein. Okay, gut, gut.
Johannes Franke: Das beruhigt mich schon mal ein bisschen, weil ich habe ein bisschen Angst gehabt.
Florian Bayer: Um ganz kurz das Publikum abzuholen. Nein, wir reden nicht über das Scream-Reboot, sondern wir reden tatsächlich über den Original-Scream. Also um das vielleicht einmal in den Raum zu werfen, Scream hat ja mittlerweile... mehrere Fortsetzungen nach sich gezogen. Fünf, um genau zu sein. Und der letzte ist aus dem Jahr 2023, Scream 6. Und davor war der fünfte Teil, der wurde, wie man das halt irgendwie so macht in einer Franchise, wenn man dumm ist, einfach nur Scream genannt.
Johannes Franke: Ach du Scheiße.
Florian Bayer: Sylvester Stallone hat das vorgemacht mit seinen Rambo- und Hockey-Filmen.
Johannes Franke: Ja, aber da ging es viel früher los, das Problem...
Florian Bayer: Und es ist einfach so, es ist so eine Unart, nicht vernünftig durchzunummerieren. Wir haben Scream 1996, Scream 2 1997, Scream 3 2000, Scream 4 2011... Cream 2022. Ihr uns verarschen.
Johannes Franke: Aber das war ja auch nicht der gleiche Regisseur.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Wes Craven hat die ersten drei gemacht, oder? Wenn ich das richtig erinnere.
Florian Bayer: Raven hat bei den ersten drei Regie geführt, genau.
Johannes Franke: Ja, und wenn man das zum Beispiel... das ja aus der Hand nimmt, bzw. der dann irgendwann gesagt, reicht jetzt auch, dann vielleicht einfach die Finger davon lassen?
Florian Bayer: Maybe, I don't know. Also ich hab tatsächlich die letzten beiden Teile nicht gesehen. Aber was auch daran liegt, dass ich mit Teil 3 und 4 schon ziemlich unglücklich war. Und dann auch irgendwie jetzt nicht so sehr das Bedürfnis hatte, das Ganze aufzubauen. nochmal zu sehen und nochmal erzählt zu kriegen.
Johannes Franke: Okay. Um auf Null zu setzen. Ich habe diesen Film nie gesehen. Ich habe keine Ahnung gehabt, was mich erwartet, außer dass es ein Slasher ist und Plur genau weiß, was ich von Slashern halte. Und ihr das auch nach dieser Episode wissen werdet. Das heißt, ich werde sehr jungfräulich darüber reden und habe auch jetzt, was die ganzen popkulturellen Referenzen betrifft, auch nicht viel Ahnung. weil ich eben auch sonst kaum Horrorfilme gucke.
Florian Bayer: Das ist ganz spannend, weil du ja eigentlich vom Alter her so voll reinfallen müsstest. Ja, natürlich, 90s. Der Film ist in den 90ern rausgekommen, 1996, als ich 14 war und du auch, 13, 14. Ja, 13, ja. Und ein seltenes Zeitfenster, in dem Horrorfilme für ein jugendliches Mainstream-Publikum, das eigentlich zu jung ist für diese Filme, populär gemacht wurden. Also es gab wirklich so einen Horrorfilm-Hype dann, gerade bei Jugendlichen. Scream 2 habe ich im Kino gesehen. Mit einem gefälschten Schülerausweis habe ich mich reingestrichen. Nein, wirklich? Mit anderen Klassenkameraden, ja.
Johannes Franke: Aber wer hat den gefälscht? Hast du das gemacht?
Florian Bayer: Ja, ich glaube schon.
Johannes Franke: Echt?
Florian Bayer: Aber unsere Schülerausweise waren ohne Fotos. Du bist ins Sekretariat gegangen und hast gesagt, ich habe meinen Schülerausweis verloren. Und zwar bist du dann gegangen, wenn die total gestresst waren, dann musstest du nämlich, dann haben die einfach nur schnell die Schule hingeschrieben und einen Stempel drauf gemacht und haben dich den Rest eintragen lassen. Du konntest dann kreativ werden beim Geburtsdatum. Und mit diesem Schülerausweis bin ich in mehrere Filme reingekommen und habe mir sogar Alkohol an der Tankstelle gekauft. Nein!
Johannes Franke: Das ist eine kriminelle Vergangenheit.
Florian Bayer: Es waren die 90er Jahre, es war eine andere Zeit. Es geht wahrscheinlich nicht mal als Urkundenfälschung durch, aber frag mich nicht. Auf jeden Fall bin ich damals in diesen Film gegangen. Und dann haben wir auch mit 15 einen eigenen Slasher gedreht, weil Slasher waren damals einfach das Ding. Und ich war ja ein Horrorfilmfan, ich mochte ja Horror. Ich habe ja auch Stephen King gelesen und so weiter. Aber was geil war, dass plötzlich meine Klassenkameraden, die sonst weniger Bezug dazu hatten, dass die das dann auch cool fanden.
Johannes Franke: Oh, du warst Trendsetter.
Florian Bayer: Nein, Scream war der Trendsetter. Ich war froh, dass endlich mal der Trend zu mir gekommen ist. Scream hat dazu geführt, dass das so populär wurde... dass andere Leute auch Interesse hatten an Horrorfilmen. Den hätte ich trotzdem nicht irgendwelche, keine Ahnung, Cronenbergs die Fliege oder so zeigen können, dann wären die ausgerastet, aber ... Es hat dafür gesorgt, dass Slasher-Filme bei einem Teenager-Publikum sehr beliebt waren. Und ich war da halt auch mit drin und war sehr glücklich, dass Horror endlich populär ist. Yay, Popular Kid, endlich! Und ja, genau, dann haben wir einen Slächer-Film gedreht und ich habe mir auch den zweiten Teil im Kino angeguckt und auch einige von denen... Naja, von den Nachahmern. Es gab dann ja so eine richtige Slasher-Welle, so das zweite große Revival des Slashers, auf das wir nochmal zu sprechen kommen im Zuge von Scream. Und es kamen sehr viele Teenager-Horrorfilme raus, bis das Ganze dann abgeebbt ist. Und es war schon was Besonderes, weil gerade so die 80er und 90er... waren keine gute Zeit für das klassische Horrorkino. Da gab's nicht viel.
Johannes Franke: Das Problem war ja, dass die Leute immer weniger hingegangen sind, weil es irgendwie... Wahrscheinlich immer dieselbe Rezeptur.
Florian Bayer: Nee, das war es gar nicht so. Nee, es war eher in den 80ern gab es, also die Videotheken waren eigentlich schuld. In den 80ern gab es diesen Trend zu, und da sind die Slasher auch mitgeritten auf dieser Welle. diesen Trend dazu, Filme zu machen, die eher so für den Direct-to-Video und später Direct-to-DVD-Markt gedacht waren.
Johannes Franke: Also billig scheiße.
Florian Bayer: Genau, billig scheiße. Viele B-Movies und Splatter. Es gab dann auch mal so Ende der 80er Durch Sam Raimi und Peter Jackson, Brain Dad und Tanz der Teufel gab es diesen Moment, wo Splatterfilme... in guter Qualität gemacht wurden. Die sind dann ja auch alle irgendwie beim Popcorn-Kino gelandet, diese Regisseure. Sam Raimi hat das Spiderman gemacht zehn Jahre später, Peter Jackson hat zehn, 15 Jahre später Herr der Ringe gedreht. Also die sind da sehr sanft im Popcornkino gelandet. Aber ansonsten waren die 80er und 90er also komplett unfokussiert. Die hatten irgendwie nicht so... Die hatten nicht so die greifbare Horrorwelle, weißt du? Die 70er, die hatten zum Beispiel den Cialo und den übernatürlichen Horror wie bei Der Exorzist. Die 60er, die hatten... Alfred Hitchcock und Psycho und sowas und auch den Chalo so im Anfang. Die 50er hatten die Universal-Horrorfilme und die Hammer-Horrorfilme.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Du kannst zurückgehen, du findest immer in jedem Jahrzehnt im Genre-Kino was passiert ist, was geil war.
Johannes Franke: Jetzt will ich aber die 20er, 30er noch.
Florian Bayer: Die 20er, 30er, naja, Expression ist sicher Stummfilm, ganz klar. Also zum einen die alten Universal-Horrorfilme. Aber zum anderen vor allem halt auch sowas wie Caligari und Nosferatu und Mabusa. Also alles, was der Expressionismus. Die Deutschen waren richtig gut im Horror.
Johannes Franke: Aber das, was mir als erstes einfällt, sind halt diese Mary Shelley, Edgar Allan Poe-Verfilmungen.
Florian Bayer: Genau, diese Gothic-Horror, Gothic-Noble-Horror, Universal-Horror-Monster und so. Genau. Auf jeden Fall. Und die 90er, die 80er hatten das nicht wirklich. Die 80er hatten halt den klassischen Slasher. Der dann aber sehr schnell halt verkommen ist zu diesen B-Movies. Und die 90er hatten dann irgendwie gar nichts mehr so richtig. Und Scream... Hat dann im Prinzip, und zwar erst in der zweiten Hälfte der 90er Jahre, dieses Slasher-Revival ausgelöst, was dann so Ende des Jahrzehnts dominiert hat. Vielleicht auch nicht zum Besseren, also kamen Es kamen viele, viele langweilige Filme auch raus. Viele Filme, die versucht haben, genau dasselbe zu sein wie Scream. Ja, das ist halt das Ding. Oder wie ich weiß, was du letzten Sommer getan hast.
Johannes Franke: Wobei... Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast, war ja auch eher auf der Scream-Welle geritten. Genau. Nicht immer Original.
Florian Bayer: Nee, genau. Ich weiß, was... Ja... Gehört noch zu den Besseren. Ich verstehe. Kevin Williamson, der das Drehbuch zu Scream geschrieben hat, hat ja auch, ich weiß, was du letzten Sommer getan hast, geschrieben.
Johannes Franke: Ah.
Florian Bayer: Und das, was er geschrieben hatte, gehörte noch zu den besseren Filmen davon. Wobei die jetzt auch nicht grandios waren. Also ich weiß, was du letzten Sommer getan hast. Halt auch sehr brav. Und das war ja auch so ein bisschen, deswegen haben die auch so gut mit dem Teenager-Publikum angedockt. diese Filme, weil die für Horrorverhältnisse ziemlich brav waren. Auch Scream, obwohl er ab 18 war. Ist er für einen Horrorfilm eher ein braver Film, auch wenn er krasse Gewaltszenen hat, die damals und dann später im Fernsehen auch rausgeschnitten waren, sowohl in der Videothek als auch im Kino als auch im Fernsehen.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Ich glaube sogar bei Scream war es so, dass es zwei Versionen gab im Kino, die 16er und die 18er Fassung in Deutschland.
Johannes Franke: Kann sein. Das Ding ist, dass ich glaube, dass der Rest der Story, da werden wir ja noch zu kommen, sehr Teenager-lastig wird. Und deswegen natürlich genau sein Publikum dort abholt, wo vielleicht die Leute, die die romantischen Komödien wie 10 Dinge, die ich an dir hasse oder so, dann vielleicht... leicht zu seicht finden und dann eher die edgy Leute sein wollen, aber trotzdem diese Teenager-Sache in sich tragen.
Florian Bayer: Es ist ja ganz interessant, weil er fällt ja auch zusammen mit so einem Trend zum Teenager Film Revival. Ja, genau. 10, 15 Jahre nach den erfolgreichen Brad-Pack-Filmen. Gab's ja Mitte, Ende der 90er. So eine ganze Reihe an Teenie-Filmen. Wir haben auch über einen gesprochen. Wir haben über Zehn Dinge an dich an die Hasse gesprochen. Die meisten Rom-Coms waren... Sowas wie American Pie gab es dann doch, der ist von 1999 und eine ganze Reihe, die daran anschließt, an mehr oder weniger guten Teenager-Filmen, meistens eher weniger gut. Also das ist ganz interessant, deswegen hat das vielleicht auch so gut gepasst, weil das auch so die Zeit war der Filme, die halt mit dem Soundtrack von Blink-182 nette Geschichten von Teenagern an der Highschooler. erzählt haben, die eigentlich nur Sex haben wollten.
Johannes Franke: genug von diesem Thema.
Florian Bayer: Auch hier geht es um Sex. Steigen wir kurz ein in die Story. Es geht um das beschauliche Örtchen Woodsboro. dass von einem Killer heimgesucht wird, der in der Maske des Gefatertods, einem Kostüm, das... überall im Supermarkt ausliegt, deswegen ist es so schwer zu wissen, wer es ist, Teenager umbringt. Und zwar, indem er ein perfides Spiel mit ihnen treibt. Er ruft sie nämlich an und stellt Fragen über Horrorfilme. Und wenn sie die Fragen nicht beantworten können, dann werden sie abgeschlachtet. Im Zentrum des Films steht Sidney, deren Mutter vor einem Jahr ermordet wurde. und noch sehr darunter leidet unter dem Tod von der Mutter und die von dem Killer besonders stark belästigt wird, warum auch immer, man weiß es noch nicht. Und natürlich auch die Frage, wer könnte der Killer sein? Es gibt dann ein lustre Schar an Teenagern, zum Beispiel der Freund von der auch sehr schnell in Verdacht gerät, weil er ein Handy dabei hat. Wir befinden uns Mitte der 90er. Das ist die gute alte Zeit, als sein Handy reichte, um verdächtig zu sein, der Killer in diesem Spiel zu sein.
Johannes Franke: Das Schöne ist, beim Gucken habe ich wirklich gedacht, Moment, wie ruft der die an? Es gab doch noch gar keine Handys. Und dann kommt dieses Handy und ich denke, ah, okay, das ist also genau der Moment, Wo es gerade so die Handys schon gab.
Florian Bayer: Und dann haben wir diese Teenager und es werden Leute umgebracht. Und es gibt eine große Party im Finale, wo sich dann nachher der Killer offenbart. Und es stellt sich heraus, dass es tatsächlich Sidneys Freund war.
Johannes Franke: Moment, Spoiler, Spoiler. Mit einem Komplizen.
Florian Bayer: Ein Film, der über 25 Jahre alt ist, darf gespoilert werden. Und... Was der Film aber natürlich auch hat, ist diese Meta-Ebene. Es ist ein Film über Sledger-Filme. Das heißt, die Charaktere wissen... Dass sie im Film sind bzw. verhalten sich ganz viele so, als ob sie in einem Film wären. Das ist zum einen, dass sie diese Metadialoge führen.
Johannes Franke: Vor allem, dass sie speziell in einem Slasher-Film sind.
Florian Bayer: Dass sie in einem Slasher-Film sind. Sie führen diese Metadialoge. Wir haben auch einen Filmkenner, einen der Verdächtigen, das ist Randy, viel weiß über Horrorfilme und auch dann mal die Regeln erklärt und sagt, wer verdächtig sein könnte, wer sterben könnte.
Johannes Franke: Ja, auch ein absolut gutes Händchen dafür hat, die Killer zu identifizieren. Ja. Ja, genau, natürlich.
Florian Bayer: Gleichzeitig ist es auch so, dass die Dialoge teilweise sehr filmig sind. Also es ist alles so ein bisschen überhöht. Es sind keine realistischen Teenager-Dialoge. Die Teenager werden auch konsequent von 20-Jährigen, mit 20-Jährigen. fast 30-jährigen Leuten gespielt und es gibt unfassbar viele Referenzen auf den klassischen Horrorfilm und vor allem den klassischen Slasher-Film, sprich Halloween, Nightmare on Elm Street, Freitag der 13. und so weiter. Ich hab mich tatsächlich jetzt beim Rewatchen gefragt. Das ist echt lange her, dass ich den das letzte Mal gesehen habe. Funktioniert der Film überhaupt, wenn man die klassischen Horrorfilme nicht kennt, auf die der referiert? Und ich glaube, ich kann die Antwort schon vorwegnehmen, eher nicht wahrscheinlich. Und hat er mehr zu bieten als die Referenzen? Und da würde ich sagen, hat er auf jeden Fall.
Johannes Franke: Aber das kannst du nicht wirklich beurteilen, weil du kennst den ganzen Scheiß, ich kenn den ganzen Scheiß nicht.
Florian Bayer: Du kennst den ganzen Scheiß nicht und du warst wahrscheinlich mehrmals lost, wenn Sachen erwähnt wurden, wenn über Sachen geredet wurde.
Johannes Franke: Ja, wollen wir da schon so tief reingehen? Müssen wir. Floor. Hm... Ich ahne beim Gucken die ganze Zeit, dass es ein Riesenvergnügen sein könnte, wenn ich Teil der Community wäre. Ich denke die ganze Zeit, oh, what a rollercoaster, aber ich bin nicht auf diesem Rollercoaster. Ich gucke
Florian Bayer: Ja, das habe ich mir schon ein bisschen gedacht, dass es sich so wie eine Party anfühlt, zu der man die Einladung nicht gekriegt hat.
Johannes Franke: Man steht vor dem Fenster und guckt rein, wie sie alle Party machen.
Florian Bayer: Oder noch schlimmer, du bist auf einer Party und irgendjemand erzählt einen Running Gag. Alle lachen und machen weiter und der Running Gag wird weitergetragen. Und du merkst, du bist der Einzige in dieser Gemeinde gerade, der den Running Gag nicht kennt und der nicht mitmacht. machen kann. Und du magst es natürlich auch nicht, irgendwie versuchen einzusteigen, weil du weißt, dann ist Schweigen im Raum, das ist noch schlimmer.
Johannes Franke: Ja, vor allem macht dann diese Party auch noch irgendwelche ekelhaften Sachen, die alle irgendwie lustig finden und deswegen auch den Ekel ertragen. Ich verstehe halt den Witz nicht und deswegen habe ich nicht die Chance, über diesen Ekel hinweg zu kommen. Weißt du, was ich meine?
Florian Bayer: Ja, ich weiß, was du meinst. Was ganz interessant ist, der Film hat ja in den 90ern diesen Hype ausgelöst, diese zweite Slasher-Revival. Und die Leute, die da mit drin waren, das waren ja Leute, die... erstens solcher Firmen nicht zwingend kannten. Also natürlich haben Leute wie ich, ich habe Halloween gekannt, als der Film rauskam. ich hab dann mal einen Amstream gekannt. Ich fand die geil. Ich hab über die Witze lachen können. Aber die Leute, die mit mir dann in den Filmen ins Kino gegangen sind, das waren nicht die Horrorfilm-Kenner und es waren auch nicht die Horrorfilm-Freunde. Und die hatten auch trotzdem Spaß dran. Ich glaube, das lag zum einen natürlich an diesem Teenager-Ding. Dass du es als Teenager irgendwie geil findest, 25-Jährige zu sehen, die Teenager spielen, die viel mehr Sex haben als du und viel mehr Alkohol trinken. Und viel geilere Partys feiern als du. Das spielt auf jeden Fall eine Rolle, glaube ich.
Johannes Franke: Möchtest du Tee, Flo?
Florian Bayer: Oh ja, sehr gerne, bitte. Aber jetzt beim Widersichten, ich kann das total nachvollziehen, dass du das sagst. Ich habe auch zwischendurch gedacht... Es gibt diese Momente, die wirklich stark sind, so diese Szenen, die voll reinhauen, also die ich auch wirklich unterhaltsam finde, unabhängig von den Metaebenen, aber im Mittelteil. Ist der Film natürlich schon so eine sehr große Genremasturbation. Und wenn du dir darauf keinen runterholen kannst, dann bleibt er halt schlapp. Ich weiß, Entschuldigung, ich habe die Masturbationsmetapher gerade überstrapaziert.
Johannes Franke: Ein bisschen überstrapaziert. Ich habe gerade Bilder im Kopf. Kannst du das bitte ändern? Oh nein. Also folgendes, ich habe den Film über trotzdem sehr viel Spaß, weil der Film tatsächlich es schafft, auch immer wieder Sachen einzubauen, die mich einfach nur so als Filmliebhaber begeistern. Ich habe Spaß an der Slapstick tatsächlich. Und zwar ist das nicht die Slapstick, die du mir versucht hast zu verkaufen als Slapstick bei Evil Dead 2?
Florian Bayer: Nein, es ist die Slapstick des Killers, oder?
Johannes Franke: Es ist die Slapstick des Killers zum Beispiel? und so und die Slapstick des Killers, den ich noch nicht weiß, dass er der Killer ist, von Stu, der wirklich ein Over-the-top-Spiel hat, wo ich denke... What the fuck? Was macht der in diesem Film? Aber ich find's geil.
Florian Bayer: Du mochtest du?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Niemand. Niemand mochtest du.
Johannes Franke: Ich weiß. Habe ich nachher dann auch rausgefunden und habe gedacht, muss ich mich schämen? Nein, ich finde es großartig.
Florian Bayer: Du bist so gestaltet, um einen neuen Charakter zu sein.
Johannes Franke: Ich liebe es. Ich find's so großartig. Und das Tolle ist, dass der Schauspieler von Billy, oh Gott, der hat so einen seltsamen Namen. Skeet Ulrich. Genau. Dass der gedacht hat, beim Dreh noch, am Anfang hat er gedacht, er ist in einem ernsthaften, dramatischen Horrorfilm. Und dann hat er das Spiel von seinem Spielpartner gesehen, ist zum Regisseur gegangen, hat zu Wes Craven gesagt, Alter, was macht der Typ? Ich weiß nicht, was er da macht. Seid ihr sicher, dass das richtig so ist? Weil er dachte, das ist doch nicht... es passt doch nicht in diesen ernsthaften Film hinein, bis ihn Wes Craven dann aufgeklärt hat und gesagt hat, nein, es ist auch eine Parodie und wir wollen das so.
Florian Bayer: Matthew Lillard, der auch eher durch Zufall in dem Film gelandet ist, der hat nämlich eine Freundin zum Casting begleitet und dann fanden die, die das Casting gemacht haben, fanden ihn einfach freundlich.
Johannes Franke: Der war ja gar nicht beim gleichen Casting. Also die Casterin, zu der die Freundin gegangen ist, war ja von einem anderen Film. Und gegenüber... In diesem Bürokomplex saß halt die Casterin von diesem Film hier. Und die hat ihn halt rübergeholt. Und der muss wirklich sehr lustig gewesen sein. Der muss auch am Set so viele lustige Sachen gemacht haben, weil ich hab immer wieder gefunden, diese Line hat er dazu gefunden und Wes Craven fand's lustig und diese Line und diese Line.
Florian Bayer: Na, berühmt ist ja dieser Moment mit dem Telefon, wo ihm sein Partner, also wenn schon klar ist, dass sie die Killer sind und sie haben sich gegenseitig... aufgeschlitzt, um als Opfer dazustehen, wo er ihm das Telefon auf die Schulter feuert und er wirklich einfach nur so Was soll das?
Johannes Franke: Das Ende ist großartig, aber wir müssen unbedingt mal von vorne anfangen. Lass uns mal so ein bisschen durch den Film durchgehen, weil ich glaube, das ist einer der Filme, wo es sich lohnt.
Florian Bayer: Na, wir steigen ein mit unserer Hauptdarstellerin und mit unserer Protagonistin, gespielt von True Barrymore. Super, sehr gut. Die wird jetzt also uns den Film über begleiten. Ja, sie haben einen Star und wir wissen, das ist toll. Weil dann haben wir irgendwie auch gleich so jemanden, wo wir wissen, die kann gut spielen. die kennen wir, da fühlen wir uns wohl und dann hängt sie am Baum.
Johannes Franke: Dann hängt sie am Baum und wir haben nichts mehr von ihr. Ja, sie machen den Psycho-Move quasi.
Florian Bayer: Ja, aber noch Krasser als Psycho, ne? Hitchcock hat seine Protagonistin wenigstens 20 Minuten. oder zu überleben lassen. Sie schafft gerade mal die ersten fünf bis zehn Minuten.
Johannes Franke: Das Schöne ist, dass Drew Barrymore ja eigentlich eingeplant war für den ganzen Film. Die sollte ja die Hauptfigur spielen, Sidney.
Florian Bayer: Ja, vor allem war sie auch das Lockmittel für Wes Craven, der hatte nämlich gar keinen Bock. den Film zu drehen.
Johannes Franke: Der hat das echt ein paar Mal abgelehnt. Und dann war Drew Barrymore dabei und er so, vielleicht überlegst du es mir doch nochmal und bin dabei und mach das Und dann hat Drew Barrymore aber gesagt, nachdem sie zugesagt hatte, ach nee, ich kann doch nicht, ich hab da noch ein anderes Projekt. Könnte ich nicht vielleicht die kleinere Rolle spielen? Und dann war Chris Craven schon wieder am Telefon und hat gesagt, vielleicht mache ich es doch nicht. Hat sich dann aber doch wieder dafür entschieden... Und sie hat wirklich, es war ihre Idee zu sagen, es wäre doch viel geiler, Wenn ich, der ich ja als Star jetzt immer wieder besetzt werde und die Hauptrollen bekomme, am Anfang einfach da bin. Und man denkt, okay, die ist jetzt unsere Hauptfigur den ganzen Film über. Und ich denke auch, also ich habe den Film gesehen, aber... Zum einen habe ich gedacht, oh my fucking God, wie schnell geht dieser Film rein. Was soll den Rest des Films passieren, wenn unsere Hauptfigur jetzt schon so heimgesucht wird? Und so krass, wirklich am Rande der Verzweiflung, also auch mit einer schauspielerischen Leistung, die ich ihr gar nicht zugetraut hätte, ehrlich gesagt. wirklich gut das Ding durchzieht und dann hängt die am Baum und es geht nicht mehr um sie. Also es ist schon gut gemacht.
Florian Bayer: Ja, und sie ist trotzdem auf dem Plakat ganz groß zu sehen. Ja, ja, genau. Auf dem Plakat, Drew Barrymore ist im Vordergrund. Drew Barrymore ist auf dem Plakat präsenter als Neff Campbell, die dann unsere eigentliche Protagonistin spielt.
Johannes Franke: Und es muss auch wirklich maßgeblich ihr Ding gewesen sein. Also Drew Barrymore sagte wirklich, nehmt doch einfach wirklich mich als Hauptfigur am Anfang an. damit wir die Leute einmal richtig gut, naja, reinlegen.
Florian Bayer: Ja, und es funktioniert tatsächlich. Also, wenn man True Barrymore kennt, denkt man, wow, ja, cool, schön. Die war Mitte der 90er, war die ja wieder groß, nachdem sie, als Kind hatte sie viel gespielt, da hatte sie auch viel Horror gespielt, in dem Stephen King Film.
Johannes Franke: IT war der erste, um das kurz nochmal für alle da draußen.
Florian Bayer: Und dann aber vor allem auch, nicht vor allem auch, IT war das vor allem auch. Aber sie hat eben auch sowas gespielt wie Feuerteufel von Stephen King und Katzenauge. Also sie hatte Horrorerfahrung und dann ist sie so ziemlich in den Drogensumpf abgerutscht. leider vielen jungen Stars passiert ist, um dann wiederum Mitte der 90er Jahre als Sexsymbol wieder aufzuerstehen. Sie hat dann einige wirklich eher durchschnittliche Erotik-Thriller gedreht, für einen Playboy posiert und ist dann eben bei Scream gelandet. Aber sie war wieder irgendwie ein Star.
Johannes Franke: Das hab ich gar nicht alles auf dem Schirm. Wirklich? Hat die so viel Erotik-Scheiße gemacht?
Florian Bayer: Ich kannte sie vor allem aus Poison Ivy damals. Also ich wusste natürlich, dass sie die aus E.T. ist. Aber Poison Ivy war der Erotik-Thriller, der irgendwie Anfang der 90er gelaufen ist. Das ist so ein typischer Film, den ich irgendwann mal abends wahrscheinlich so halbheimlich im Fernsehen geguckt habe. Und der auch jetzt nicht so, naja der halt so in diesem Erotik-Thriller-Trend mitgeritten ist. Basic Instinct und Sliver und so was, Sharon Stone. Und da hat sie eine junge, erwachsene Femme Fatale gespielt. Wahrscheinlich ist das ganz schrecklich, wenn man das heute guckt. Man stellt fest, dass das immer diese Vibes hat, oh, der ist so eine verführerische Minderjährige. Aber dafür habe ich nicht mehr genug Erinnerungen an den Film. Genau, dann war sie ein Playboy, ein Jahr bevor sie in Scream gespielt hat. Sie spielt toll, du hast recht.
Johannes Franke: Wirklich, sie holt einen voll rein in diese Geschichte und vor allem glaubt man wirklich alles, was sie sagt. Und das sind teilweise Texts. den sie spielen muss, wo ich als Schauspieler sage, um Gottes Willen, wie willst du das jetzt glaubhaft rüberbringen? Das ist doch wirklich der schlimmste... Ein Klischee-Text? Ein Klischee-Text, der überhaupt da stehen kann auf diesem Papier. Und sie bringt das sehr gut rüber.
Florian Bayer: Ich finde das krasse ist, und das macht der Anfang sehr stark, trägt sich nicht durch den ganzen Film, aber die meiste Zeit über. Es gelingt ihm, mit diesen Klischees zu spielen, also diese Klischees auch so volle Kacke reinzuhauen. Und irgendwie dadurch diese ganze Zeit einen ironischen Unterton zu haben, weil sie redet, wie du sagst, es ist ein komischer Text, weil sie redet eigentlich nicht wie ein Mensch redet, wenn wir nur auf den Text achten. Er schafft es aber trotzdem, trotz dieser ironischen Brechung, eine Dramatik inne zu haben. Also wir sind bei ihr am Anfang. Ich finde das spannend, ich finde das unheimlich, also unheimlich vielleicht nicht unbedingt, aber zumindest spannend und energierend. Und das, obwohl das Obwohl das von Anfang an dieses Meta-Ebenen-Setup hat und obwohl es dieses Skurrile drin hat. Wir haben einen Killer mit dieser Ghostface-Maske.
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Ich finde auch, dass das überhaupt so dramaturgisch die ersten paar Minuten, bis Drew Böhmer stirbt, einfach dramaturgisch auch sehr gut gemacht sind. Er ruft da an. Ich glaube, dass... Viele Frauen, viel mehr als wir Männer, das Gefühl kennen, dass einen jemand ein bisschen... Zu sehr sich aufdrängt am Telefon und sagt, hier komm, ich habe mich zwar verwählt, in Anführungsstrichen, aber lass uns doch ein bisschen reden, wenn wir nicht irgendwie mal ein bisschen Informationen austauschen. oder richtig mal abholen und wir mal gehen auf ein Date. Und sie versucht das irgendwie so abzubügeln, aber irgendwie findet sie auch spannend dann mit der Zeit. Irgendwann fängt sie da Tatsächlich ein bisschen mit ihm zu flirten, ne?
Florian Bayer: Ja, ich würde nicht flirten sagen, aber sie hat auf jeden Fall, sie findet es amüsant genug, um am Telefon zu bleiben. und sich ein bisschen mit ihm zu unterhalten.
Johannes Franke: Und ihm auch zu verheimlichen, dass sie einen Freund hat.
Florian Bayer: Stimmt, macht sie auch, ja.
Johannes Franke: Also irgendwie scheint da etwas drin zu sein, wo sie denkt, naja, vielleicht, mal gucken, was passiert. Und dann dreht sich das von einer Sekunde auf die andere, wenn er sagt, ich möchte wissen, wen ich da sehe.
Florian Bayer: Also ein schönes Eskalationsmoment, weil er sagt es so, also wir hören es als Zuschauer, aber er macht natürlich gleich danach dieses Gaslighting. dass sie sagt, was hast du gesagt? Und er sagt, nee, nee, ich hab nur gesagt, dass ich wissen will, mit wem ich rede.
Johannes Franke: Ja. Und
Florian Bayer: Und das ist fies.
Johannes Franke: Das ist so fies, vor allem, weil wir natürlich sehen, wie sie immer unangenehmer berührt ist und sich denken, um Gottes Willen, was ist hier los? Und wir natürlich auch wissen, wir sitzen in einem Horrorfilm. Natürlich ist das der creepy Guy. Aber...
Florian Bayer: Und dann diese großartige Eskalation, wenn sie ihn anschreit am Telefon und er zurückschreit. Und es ist... Schön, weil es so ein Fake-Fake-Out ist. Normalerweise im Horrorfilm ist es ja klassisch, sie schreit ins Telefon rein und dann ist es plötzlich jemand anderes. Sie geht dran und sagt so Asshole und dann ist so ihre Mutter. Und das wird aber hier nicht gemacht, sondern er schreit dann zurück und sagt, ich werde dich aufschlitzen.
Johannes Franke: Wenn du nochmal auflegst.
Florian Bayer: Genau. Und von da an ist es einfach nur Horror, weil sie weiß, er ist irgendwie da, er weiß, wie sie aussieht. Er weiß, wo sie ist im Haus und er hat ihren Freund, der auf der Terrasse ist und dann spielt er dieses perfide Spiel mit ihr, dass sie ihm Horrorfilmfragen beantworten muss. Hättest du die Fragen beantworten können?
Johannes Franke: Natürlich nicht. Woher denn? Flo, ich habe nichts davon gesehen.
Florian Bayer: Du hast Halloween auch nicht gesehen?
Johannes Franke: Nein. Ich habe dank dir Evil Dead 2 gesehen. Es ist aber ein ganz anderes Spiel.
Florian Bayer: Genre. Was? Was ist das ein anderes Genre? Das ist Cabin in the Woods und Backwood Horror.
Johannes Franke: Was? Da gibt's doch noch was?
Florian Bayer: Wir machen jetzt, stopp, wir machen jetzt hier einen Cut und wir gehen jetzt ganz kurz ins Lexikon. Ich kann dich nicht so stehen lassen.
Johannes Franke: Oh mein Gott. Das muss man sehen. Lexikon. Okay, los, erzähl mir ein bisschen was.
Florian Bayer: Slasher. Der Slasher-Film ist ein Horror-Subgenre, das Ende der 70er, Anfang der 80er entstanden ist. Ich würde behaupten, auch wenn oft gerne noch so mit anderen Filmen rumjongliert wird, dass Halloween eigentlich der erste richtige Slasher ist. Eventuell Black Christmas aus dem Jahr 1974, der hat schon sehr viele Zutaten davon, aber es fehlt so ein bisschen diese soziale Ebene. die wir dann in Halloween viel stärker drin haben und auch in den folgenden Slasher-Filmen. Also, was ist der Slasher? Grundsätzlich geht es um Filme, in denen die Protagonisten meistens Teenager sind. fast immer Teenager, eigentlich immer Teenager, sonst ist es schon kein Slasher mehr, von einem Killer bedroht werden. Mal bei einem Killer, dessen Identität wir von Anfang an wissen. Mhm. Mal von einem übernatürlichen Killer, zum Beispiel in den Freitag der 13. Fortsetzung und auch bei Nightmare on Elm Street. Mal von einem Killer, dessen Identität unbekannt ist, wobei das Whodunit, das Murder Mystery Moment eigentlich keine Rolle spielt. Also es gibt keine Chance für uns zu rätseln, wer der Mörder sein könnte und es wird auch nicht von uns erwartet, dass wir rätseln. Das ist einfach ein Teil davon, ist aber nicht wesentlicher Bestandteil. Das Ganze ist, glaube ich, vom Cialo sehr stark inspiriert. Beim Cialo waren Teenager auch oft Opfer. Wir hatten auch diese POV des Täters. Was wir im Slasher dann ganz viel finden, dass wir die POV des Täters haben auf die Opfer. Dass es so einfach diesen Voyeurismus-Aspekt gibt. Was die Slasher-Filme, die richtigen Slasher-Filme von diesen Prototypen dann abhebt, ist, dass sie dieses amerikanische Moment mit reinbringen. Und vor allem dieses amerikanische konservative Moment. Slasher spielen... Oft an vermeintlich sicheren Orten, sehr gerne in der Vorstadt oder in kleinen Ortschaften, wo die Welt noch heil ist, wo jeder jeden kennt, wo man nichts zu befürchten hat. Und das Böse wird ins Lächern externalisiert, dadurch, dass das Böse in diese Stadt einbricht. Es sind eigentlich immer Menschen, Wesen, wie auch immer, die von außerhalb kommen. Das ist das, was Halloween so besonders macht. der von 1978, da kommt das Böse nämlich aus der Kleinstadt selbst und kommt wieder rein. Das heißt, das Böse wird so als inhärenter Bestandteil dieser Vorortidylle gezeigt. Der Killer hat als Kind schon gemordet und kommt aus einer gutbürgerlichen Familie. Keiner kann erklären, warum er das tut. Er tut es einfach. Und es steht irgendwie für das Böse an und für sich, was in diese Welt einbricht. Und dann das, was in Scream halt viel thematisiert wird, es gibt so bestimmte Stereotype, so Tropes, die sich einfach durchgesetzt haben. Zum Beispiel, dass der Killer immer fast wie so eine göttliche Sühneinstanz wirkt. Sprich, die Teenager, die sich daneben nehmen, die erwischt es. Teenager werden getötet, wenn sie Sex haben. In der Eröffnungsszene von Freitag der 13. haben wir einfach zwei die Vögeln und dann werden sie erstochen. Teenager werden getötet, wenn sie Drogen nehmen. Teenager werden getötet, wenn sie irgendwie gegen Regeln verstoßen, weil sie sich auf ein Gelände schleichen, auf dem sie eigentlich nicht sein dürfen, weil sie in Häuser einbrechen, weil sie irgendwelchen Blödsinn machen.
Johannes Franke: Also haben wir es mit einem Genre zu tun, das eigentlich ein konservativer Heimatfilm ist?
Florian Bayer: Ja. Auf jeden Fall. Das Genre des Slashers trägt ganz viel von konservativen Amerika der 80er Jahre und vor allem von Amerika der Reagan-Ära. in sich. Was ganz interessant ist, weil die Konservativen haben am härtesten gegen den Slasher-Film gekämpft, damals.
Johannes Franke: Spannend.
Florian Bayer: Also die Herublikaner haben damals quasi so das Programm gemacht, unser Kino muss wieder braver werden. Ja. Und schöner, von Reagan gibt es ja auch diesen berühmten Satz oder von seiner Frau. Ich weiß es nicht genau, dass die amerikanische Familie mehr sein sollte wie die Waltons und weniger wie die Simpsons.
Johannes Franke: Ja stimmt, ich erinnere mich sogar.
Florian Bayer: Und dementsprechend wurden diese Filme dann Ja, die hatten ganz schön zu kämpfen mit Zensurmaßnahmen und dann gab es natürlich auch die Selbstzensur, aber das ist schon vorweggegriffen. Es gibt diese Regeln und dazu gehört eben auch, dass es meistens das sogenannte Final Girl gibt. Das Final Girl ist das Mädchen, das sich... an die Regeln hält. Dass keinen Sex hat, dass ein bisschen Brüder ist, dass so ein bisschen die Verkörperung des Brüten Amerikas auch ist. das keinen Sex hat, keine Drogen nimmt, sich nicht auf illegale Aktivitäten einlässt, trotzdem gleichzeitig mit den Leuten, die das machen, befreundet ist und die auch immer so ein bisschen eine Vorahnung davon hat, dass was Böses passiert. Jamie Lee Curtis ist das berühmteste Final Girl, ganz eindeutig. Die ist viel braver als all ihre Kollegen und deswegen darf sie auch überleben. Und meistens auch sich dem Killer stellen. Das ist nämlich auch ein Moment des Final Girls, was oft übersehen wird. Das Final Girl ist nicht nur das brüde Mädchen, sondern das Final Girl hat auch so eine Badass-Attitüde. Das Final Girl kämpft auch gegen den Killer und das Final Girl besiegt auch den Killer. Auch wieder Halloween. Der Film wird jetzt sehr oft genannt werden, weil es gibt nicht viele gute Slasher-Filme da draußen. Um das gleich vorweg zu sagen, die meisten Slächerfilme sind ziemlich schlecht, aber auf Halloween lasse ich nichts kommen. Einer der besten Horrorfilme seiner Zeit.
Johannes Franke: Außer Blut.
Florian Bayer: Halloween ist auch gar nicht so blutig. Das gehört nämlich auch dazu. Der Kill-Count in Slasher-Filmen muss gar nicht sonderlich hoch sein.
Johannes Franke: Aber dafür muss dann, wenn man es sieht, was jemand umgebracht wird, besonders scoremäßig sein?
Florian Bayer: Nein, auch nicht.
Johannes Franke: Aber es ist ein Slasher, das heißt doch schon Slasher.
Florian Bayer: Ja, deswegen hat unter anderem auch die Filmwissenschaftlerin Vera Diker... den Slasher-Film als Stalker-Film bezeichnet. Weil das vielleicht viel mehr das Moment des Slashers ist. Das Stalking viel wichtiger ist als das Slashen, weil wir haben ganz viel den Killer, der auflauert. Der Killer, der seine Opfer lange beobachtet, lange quält und auch verfolgt, bevor sie ihn wahrnehmen. Halloween ist natürlich wieder das tolle Beispiel, wo wir Michael Myers, den Killer in diesem Film, die ganze Zeit irgendwie hinter den Büschen haben. Wir haben ganz oft seine Perspektive und wie er einfach nur unsere Protagonisten verfolgt. Aber auch bei Nightmare on Elm Street, wo Freddy Krueger sehr lange wartet, bis er sein Opfer tötet und einfach mal durch die Schule jagt und hinterherläuft.
Johannes Franke: Aber natürlich muss der Film trotzdem Slasher-Film heißen, weil wenn der nur Stalker-Film heißen würde, dann würde das bedeuten, dass darunter auch Filme fallen, Wo seltsame Menschen Leuten auflauern und ihnen immer Witze erzählen. Mit so einer Trompete. Immer wieder.
Florian Bayer: Okay, welchen Film hast du oder welches Filmkonzept hast du gerade im Kopf? Was für einen Film willst du drehen? Erzähl mir mehr.
Johannes Franke: Ich hab gerade Lust, so einen Slasher-Film zu drehen. Bloß, dass der Killer kein Killer ist, sondern einfach...
Florian Bayer: Notorischer Trompeter.
Johannes Franke: Nein, so ein Stand-Up-Comedian, der kein Publikum hat. hinterherrennt und Witze erzählen will und denen einfach hinterherrennt und sie einfach zu Boden tackelt, um ihnen einen Witz zu erzählen. Ja.
Florian Bayer: Fantastisch. Würde ich direkt gucken. Notwitze funktionieren einfach nicht im Deutschen.
Johannes Franke: Tja.
Florian Bayer: Not.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Halloween 1978 hat diesen Trend ausgelöst und das Krasse war halt niedriges Budget und riesiger Erfolg. Riesiger Box-Office. Und das hat dazu geführt, dass die Leute angefangen haben, überhaupt Slasher-Filme zu drehen und dass auch die großen Studios das Zeug gedreht haben.
Johannes Franke: Statt eines Messers möchte ich ihn Furz kissen.
Florian Bayer: Ja, das hör auf. Es muss übrigens kein Messer sein. Es kann auch ein Beil sein. Es können Klauenhände sein. Aber zum Beispiel... Auch so ein Proto-Film, der ein bisschen beeinflusst hat, aber Texas Chainsaw Massacre ... Aus 1974 ist kein Slasher-Film, weil er einfach deutlich mehr Backwood-Horror ist. Weil es darum geht, dass die, und der Unterschied ist eben bei Texas Chainsaw Massacre, geht es darum, dass unsere Protagonisten sich im Hinterland verirren und draußen aus ihrem Safe Space. Während beim Slasher befinden sich die Protagonisten eigentlich in ihrem vermeintlichen Safe Space. Sie sind in ihren Dörfern, in ihren Vororten, in ihren Feriencamps. Da, wo sie eigentlich sicher sein sollten, aber sie sind nicht sicher.
Johannes Franke: Darf ich einen reinwerfen, von dem ich glaube, dass er... Fast noch besser als Halloween in dieses Genre passt, aber viel mehr Spaß macht.
Florian Bayer: Ja, bitte.
Johannes Franke: Tucker und Dale vs. Liebe. Versus Evil. Also es ist natürlich einer, der auf die Stream-Sache aufgesprungen ist, mehr oder weniger.
Florian Bayer: Deutlich später.
Johannes Franke: Genau, der einfach die Ironie irgendwie mit rein nimmt, aber da komme ich dann wieder klar und das sind auch die Teile in Scream, mit denen ich klarkomme.
Florian Bayer: Taka und Dale vs. Evil ist aber tatsächlich eher ein Bezug auf den Cabin in the Woods Horror oder Backwood Horror?
Johannes Franke: Nein, ich bin Slasher. Was gibt es noch für Schaubes? Das ist einfach ein Horrorfilm. Was soll das?
Florian Bayer: Naja, auf jeden Fall wurden dann wirklich viele Slasher-Filme gedreht. 1978 bis 1984 gilt es so als das Golden Age. Nach Halloween kam Freitag der 13.1980, der von der Qualität schon deutlich, deutlich, deutlich schlechter ist als Halloween. Fast so eine pervertierte, dumme Variante davon. Ganz spannend allerdings, dass er sehr konsequent bei den Killer-Szenen die POV des Killers hat. Und man sehr lange rätselt, wer der Killer ist. Und dann kam, groß ist natürlich auch noch Nightmare on Elm Street. Da sind wir bei Wes Craven wieder. Das ist sein großer Beitrag zum Slasher-Genre. Und dann unzählige Filme wie Prom Night, Muttertag. Ich lese gerade ganz viele Titel, die mir nichts sagen. Camp des Grauens. Ich habe viele von denen auch nicht gesehen. Und natürlich, das ist nämlich dann der Moment, in dem wir in das Silver Age eingehen, was eigentlich schon so ein bisschen das Schmuddel Age ist. Okay. Videotheken werden groß und die großen Slasher-Filme, sprich Halloween, Nightmare on Elm Street und Freitag der 13., Krieg. Fortsetzungen. Die kriegen sehr viele Fortsetzungen. Und jeder dieser Filme... Hat dann irgendwie so einen Rattenschwanz an Teilen, fünf, sechs Teile, wenn nicht sogar mehr, die alle schlecht sind. Nightmare on Elm Street ist so ein bisschen eine Ausnahme. Nightmare on Elm Street hat ein paar gute Treffer dazwischen. Aber die meisten sind einfach nur noch mal Variationen von demselben Spiel. Und deswegen ist es dann ja auch so Meta geworden, dass man sagt, okay, das Genre des Lächers ist so stereotyp, dass man immer wieder dieselben Figuren erkennt, dass man immer wieder dieselben Handlungsmuster erkennt und nochmal wieder dieselben subtilen soziologischen Subtexte erkennt. die halt nicht sonderlich subtil sind. Und die wirkten, als ob das irgendwie so Gefährten wären für das konservative Amerika, um eine Ideologie durchzudrücken, die sagt, nehmt keine Drogen. Habt keinen Sex und geht nachts nicht vor die Tür. Bleibt schön zu Hause und seid nett zu euren Eltern im Vorort, wo es euch allen gut geht. Übrigens ein sehr weißes Genre. Wahrscheinlich das weißeste Filmgenre von allen.
Johannes Franke: Das ist mir aber auch nochmal aufgefallen. Vor allem leben die alle in riesigen Häusern, in Luxus. Ja. Auch in einem Alter, wo man denkt, oh mein Gott, was ist da los?
Florian Bayer: Und die Eltern sind nicht präsent. Das ist auch so ein Moment, dass Lächerfilms... Was aber auch wieder ganz spannend ist, es gibt natürlich auch sozialen Subtext, die man reinlesen kann, der sich sehr kritisch mit dieser Welt auseinandersetzt. Eben in Halloween zum Beispiel, dass das Böse aus dieser Welt kommt. aber externalisiert wird, haben wir auch in Nightmare on Elm Street, in dem zweiten wirklich guten Slasher-Film, Freddy Krueger ist ein Produkt dieser Welt, weil die Eltern haben ihm vorgeworfen, ein Kinderschänder zu sein und deswegen haben sie ihn bei lebendigem Leib verbrannt. Und dann kommt er, um ihre Kinder in ihren Träumen heimzusuchen. Das ist die Hintergrundgeschichte von Freddy Krueger. Und dazu gehört unter anderem auch, dass Eltern nicht präsent sind. Die Teenager sind auf sich gestellt. Sie leben in diesem krassen Luxus. Sie haben diesen vermeintlichen Safe Space. Aber Ihnen fehlen die Ansprechpartner, die Ihnen irgendwie Schutz geben. Die Eltern von Stu, von Billy. Von Randy und von Tatum sehen wir gar nicht. Diese Eltern existieren in dem Film nicht. Billy sitzt einmal neben seinem Vater in der Polizeiwache. Ist das sein Vater?
Johannes Franke: Oh ja, natürlich, klar. Der holt ihn gerade ab.
Florian Bayer: Der Vater von Sid. Nee, den sehen wir nur in der Eröffnungssequenz. Einmal kurz und am Ende. Ihre Mutter ist tot. Es fehlt dieser elterliche Schutz. Und die vermeintlichen Autoritätsfiguren... Sind entweder Selbstpsychos, wie der Direktor, Fonzi.
Johannes Franke: Ist großartig.
Florian Bayer: Oder taugen nicht als Autoritäten, weil sie halt selbst sehr schwach und sehr weich sind. Dewey.
Johannes Franke: Der große Bruder, der... Also da hast du auch eine der großartigsten Figuren erwähnt. Du bist noch mit drin im Lexikon, oder?
Florian Bayer: Ich bin noch im Lexikon drin. Und genau, der Videomarkt Sorgt dafür, dass unzählige von diesen Filmen gedreht werden, teilweise für direkt in Videotheken, damit Leute, die sich aus dem Regal greifen können. Ich habe zu viel von diesem Scheiß gesehen. Freitag der 13. Fortsetzung. Ich habe zu viel davon gesehen. Ich habe zu oft dann irgendwann Ende der 90er in Videotheken irgendwie mit Freunden in vier Teil von Jason gegriffen und gesagt, ja komm lass uns ein Ding gucken. Und die sind halt alle schlecht. Es ist eine Gaudi, wenn du betrunken bist und wenn du Popcorn hast und mit Freunden guckst und du machst dich drüber lustig, dann macht es Spaß, aber es sind keine guten Filme. Und dann war der Slasher tot, ne? Das heißt so, das war die Zeit, in der der Slasher einfach verkümmelt zu billige Videothekenproduktionen. Der Horrorfilm hatte seine Schwierigkeiten in der damaligen Zeit. Und dann gibt es diese zweite große Slasherwelle und an deren Anfang steht eben Scream. aufgreift und genau diese Schwächen des Genres thematisiert und auch irgendwie persifliert. Teilweise subtil, teilweise weniger subtil. Und trotzdem immer noch ein Horrorfilm. Er ist keine Parodie, er ist nicht ein Spoof, er ist nicht sowas wie Scary Movie dann später. sondern er ist trotzdem noch ein Film, der ins Genre reinpasst. Und Scream hat ja entsprechend Fortsetzungen nach sich gezogen und so Ende der 90er sind dann unfassbar viele. weiteres Lächer entstanden, bis das Genre dann wieder gestorben ist, einfach weil es zu viele von diesen Teenager-Horrorfilmen gab.
Johannes Franke: Das heißt, wir sind jetzt gerade in einer Dead Phase und müssen warten, bis irgendjemand wieder das Stronger wiederbelebt?
Florian Bayer: Nee, bloß nicht. Das reicht. Ich glaube, der Slächer hat seine Zeit gehabt und ich wüsste nicht, wie man das, also sie versuchen es ja offensichtlich, gesagt, in den letzten zwei Jahren wurden zwei Scream-Filme veröffentlicht. Ich glaube, das Genre hat seine Es ist wirklich kein Genre, wo man noch was rausholen könnte. Zumindest nicht über die Meta-Ebene. Das war's jetzt. Mit der Meta-Ebene ist durchgespielt. Vielleicht findet noch mal jemand was. Aber vielleicht ist es auch einfach an der Zeit, das erstmal ruhen zu lassen. Also ich bin jetzt nicht erpischt auf ein großes Sledger-Revival, ganz ehrlich.
Johannes Franke: Naja, es ist wahrscheinlich wie mit den meisten Genres. Du hast irgendwie dann deine Fanbase, die sich normalisiert, wo du dann sagst, okay, das ist jetzt Das können wir erwarten an Publikum für diesen Film. Und gut ist, es gibt keine neuen Impulse oder sowas, sondern es gibt einfach Leute, die es weiter... gerne konsumieren und mögen und dann hast du deine Subkultur und gut ist.
Florian Bayer: Ich glaube, die potenzielle Fanbase ist auch vielleicht ein bisschen zu alt für diese Art von Filmen. Also es gab ja die Reboots von Halloween und von Texas Chainsaw Massacre, von Halloween. Das von Scream kann man auch irgendwie mit reinrechnen.
Johannes Franke: Das mit Saw?
Florian Bayer: Nee, Saw ist kein Saw ist Torture Porn. Saw ist kein Slasher.
Johannes Franke: Ach Gott, ich verstehe es nicht. Ich verstehe es einfach nicht.
Florian Bayer: Hast du Saw gesehen?
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Bei Saw sind die Opfer keine Teenager? Bei Saw... Aber es gibt doch... Da steht die Täterperspektive nicht so im Mittelpunkt. Es geht nicht darum, dass jemand eindringt in den vermeintlich sicheren Ort. Es hat einfach nicht diese Tropes drin. Und einige Slasher-Reboots und Revivals hatten diese Tropes halt auch nicht mehr drin. Also das Halloween-Remake war eine Katastrophe, weil sie einfach nicht verstanden haben, was Halloween angeht. ausgemacht hat.
Johannes Franke: Okay. Ist deine PowerPoint durch?
Florian Bayer: Meine PowerPoint ist durch. Das war Das muss man sehen Lexikon. Aber jetzt, wo du alles über Slasher weißt, was du wissen musst, kannst du den Rest des Films genießen. Wo waren wir?
Johannes Franke: Also ich will nochmal ganz kurz wenigstens Kevin Williamson reinnehmen, der das Ding innerhalb von drei Tagen geschrieben hat.
Florian Bayer: Sein Debüt, ne?
Johannes Franke: Der hat sich ganz viele Horrorfilme angeschaut. wie man das so macht, wenn man einen Film schreiben will und hat sich gedacht, die sind alle gleich. Dann mache ich mal die Meta-Variante davon und halt innerhalb von drei Tagen dieses Ding runtergeschrieben und ich denke mir die ganze Zeit, ja, seems legit, alles gut. Natürlich, wenn du weißt, wie sowas funktioniert, und es ist ja offensichtlich, wie sowas funktioniert, dann kannst du das auch in drei Tagen schreiben.
Florian Bayer: Unter Geldnot?
Johannes Franke: Ja, und dann hat er richtig schlimme Scheißjobs gemacht, der Arme. Also ich habe alles durchgelesen, aber ich erspare euch jetzt, was er alles gemacht hat. Aber dann hat er das Ding für... 400.000 Dollar verkauft.
Florian Bayer: An die sympathischsten Figuren in ganz Hollywood. Ganz toll. Die Weinstein-Brüder. Yay!
Johannes Franke: Aber nicht an Harvey. An Bob.
Florian Bayer: Ja, aber Bob ist auch ein Arsch. Bob ist nicht so schlimm wie Javi, hab ich das Gefühl, aber Bob ist auch ein Arsch.
Johannes Franke: Ja, genau. Also insofern, es nimmt sich nicht so wahnsinnig viel. Aber das Tolle ist, er hat das Ding geschrieben und angeboten und dann gab es so eine Art Bidding-War. Also dass wirklich mehrere Paramount und so weiter einfach interessiert waren und sich dann Angebote hin und her geschoben haben. Was ist denn das für eine krasse Scheiße, wenn du als Autor dein erstes Ding schreibst und du bist voll in Geldnot und Und dann hast du was geschrieben und schickst es los und plötzlich fangen sie alle an zu streiten. Nein, ich will das haben. Ich gebe dir viel Geld. Ja.
Florian Bayer: Ja, ich frage mich auch, wie konnte das sein? Weil der Horrorfilm war in den 90ern wirklich, der hatte eine dürre Phase. Horrorfilm? Horror war nichts, womit man Geld gemacht hat im Kino. Wes Craven hatte ja tatsächlich auch so eine Art Metafilm versucht mit dem Nightmare on Elm Street davor. Nee, nee, nee. Ich rede von was anderem. Freddy's New Nightmare, 1995. 94, das war der sechste, der siebte Teil von Nightmare on Elm Street. Und da hat er auch schon eine Metaebene gemacht. Da spielt das Ganze nämlich ... In einer Welt, in der Nightmare on Elm Street als Film existiert und die Hauptdarstellerin spielt sich selbst und sie wird von Freddy Krieger gejagt.
Johannes Franke: Okay. Ich dachte, das Ding hieß Wes Craven's New Nightmare, aber egal.
Florian Bayer: Wes Craven's New Nightmare, genau. Freddy's New Nightmare war der deutsche Titel.
Johannes Franke: Aha, verstehe.
Florian Bayer: Ja, deswegen. Aber ansonsten, das war auch kein großer Erfolg. Und irgendwie ist es merkwürdig, dass... Also warum haben die plötzlich alle gedacht, dass Meta Horror Geld bringen würde? Und es hat ja auch Geld gebracht.
Johannes Franke: Ich glaube, dass das Buch an sich einfach lustig war und dass viele das auch als... als Komödie einfach gelesen haben und das irgendwie geil fanden. Und das Interessante ist ja dann, nachdem das Buch verkauft wurde, gab es ganz im Gegenteil wieder Probleme in Weil Wes Craven hat es ja eben erst mal abgelehnt und Sam Raimi hat es auch abgelehnt und andere haben es auch abgelehnt.
Florian Bayer: Sie haben verstanden, worum es geht, weil sie haben bei den alten Horrorregisseuren nachgefragt. Sie haben bei Wes Craven nachgefragt, sie haben bei George A. Romero nachgefragt. über den wir in unserer Zombie-Film-Retrospektive geredet haben. Sie haben bei Sam Raimi gefragt. Tanz der Teufel, Evil Dead. Und dann haben sie noch so ein paar, die offensichtlich, naja, die halt so für das postmoderne Kino stehen. Sie haben Robert Rodriguez gefragt. Der Regisseur von From Dusk Till Dawn war damals so sein aktuelles Projekt.
Johannes Franke: Der wurde nur Tarantino.
Florian Bayer: Der mexikanische Tarantino.
Johannes Franke: Ja, mexikanische Tarantino.
Florian Bayer: Danny Boyle haben sie gefragt, das ist der, der 28 Days Later dann später machen sollte. Und sie, ja genau, sie hatten einfach Interesse dran, einen einen guten Richter dafür zu finden, der Erfahrung hat. Der weiß entweder, wie man einen referenzvollen Film inszeniert oder der weiß, wie man Horror inszeniert. Und genau, Wes Craven, das hatten wir ja schon, haben sie da mit Drew Barrymore geködert und das hat auch funktioniert.
Johannes Franke: Ich habe irgendwo gelesen, dass die auch so ein bisschen das Problem hatten, dass viele Regisseure das Ding gelesen haben und doch einen starken Akzent auf die Komödie haben wollten. die Morde, die passieren, noch komödiantischer haben wollten. Das dass Wes Craven dann später auch moniert hat und gesagt hat, nee, dass das einen Mord an sich oder den Killer an sich, den Akt, Kann man nicht komödiantisch erzählen. Das ist der Moment, wo man ernst bleiben muss. Und dazwischen kann ganz viel Zeug passieren. Aber es gibt so feste Punkte, die klar sein müssen und die auch ernsthaft inszeniert werden müssen. Und ich glaube, das rettet den Film auch.
Florian Bayer: Du würdest auch sagen, er hat recht damit.
Johannes Franke: Absolut, absolut, richtig.
Florian Bayer: Es gibt ja dieses komödiantische Moment, wir haben von Slapstick geredet, der Killer, und das ist ungewöhnlich für einen Slasher-Film, der Killer kriegt ganz schön oft auf die Fresse.
Johannes Franke: Aber nicht ungewöhnlich ist, dass der Killer offenbar indestructible ist.
Florian Bayer: Ja, genau. Es ist nicht so indestructible wie zum Beispiel Jason oder wie Michael Myers, weil die kriegen auf die Fresse und gehen einfach weiter und er fällt halt wirklich um, er stolpert über seine eigenen Füße.
Johannes Franke: Ich denke die ganze Zeit, okay, das ist du. Das ist ganz eindeutig. die Körperlichkeit findest du.
Florian Bayer: Was ja wirklich unrealistisch ist, eigentlich hättet ihr ja beide überall blaue Flecken und irgendwann, Moment, du siehst aus, als hättest du ein Telefon gegen den Kopf gekriegt. Könnte es sein, dass du gestern Nacht unterwegs warst, um Leute zu töten? Das ist total unrealistisch, dass die nicht daran identifizierbar sind.
Johannes Franke: Aber das ist nicht das einzige unrealistische Film.
Florian Bayer: Aber es ist großartig, wie der Killer rumstolpert, wie der Killer auf die Fresse kriegt und das ist besonders, das kennt man vom Slasher sonst nicht, weil der Killer ist immer so wirklich übergroß. übermächtig und unheimlich und hier ist halt einfach mal goofy und komisch.
Johannes Franke: Ja, eine Slapstick-Figur.
Florian Bayer: Und ich finde das mit der Maske auch echt gut. Das funktioniert, warum auch immer, mit dieser Maske. Manchmal wirkt der Killer dann so total überrascht, wenn er was gegen den Kopf kriegt. So ein bisschen ist es Edward Munch, dieses ...
Johannes Franke: Ja, genau. Weißt du was, die Geschichte von der Maske ist ja auch so ein Ding. Die haben natürlich als erstes angefangen, ihre Produktionsleute dagegen zu werfen. Die Designer, die einfach alles mögliche entworfen haben an Masken und Wes Craven die ganze Zeit gesagt hat, Nee, das ist jetzt irgendwie noch nicht so. Und dann waren die unterwegs bei irgendeinem Location-Scout in einem Haus. Und dann haben sie dieses Haus später nicht benutzt, aber da lag so eine Maske rum.
Florian Bayer: Mhm.
Johannes Franke: Von Fun World. Fun World, genau. Eine kleine Klitsche damals. Die hatten nicht, das war keine große Firma, die haben halt solche Masken, also so einfach Kostüme hergestellt.
Florian Bayer: 1991 wurde die von Brigitte Slayatin entworfen. Und das heißt also zumindest der Part, dass die Maske im Handel war? Stimmt. Allerdings nicht so, im Film wird es so sehr stark gemacht, dass das ein Kostüm wäre, was tausend Menschen hätten. Also sie finden das direkt auch im Superman. mag das was nicht. Es war eine Fun-World-Maske, aber die war Teil von einer Masken-Kollektion, Fantastic Faces.
Johannes Franke: Genau. Und hieß Ghostface, glaube ich. Aber erst danach, nach dem Film.
Florian Bayer: Genau, sie hieß damals noch The Peanut-Eyed-Ghost und sie war inspiriert ganz stark von einem Gespenst, was in einem Betty Boop Cartoon im Jahr 1930 vorkommt. das so ein Gesicht hat.
Johannes Franke: Oh mein Gott, das wusste ich nicht, aber ich glaube, ich habe ein Bild im Kopf.
Florian Bayer: Und es ist auch nur die Maske? Ja. Weil es gab dann ja später noch Diskussionen darüber, welche Farbe das Kostüm haben sollte. Ach so, ja, ja. Und die wollten... Ich weiß, ja, ursprünglich. Und da haben sie sich dann Gott sei Dank dagegen entschieden. Genau, und da haben sie die Maske gefunden und haben dann gesagt, die wollen wir haben. Und dann haben sie erst mal mit... so ein bisschen verhandelt?
Johannes Franke: Naja, sie haben ja erst mal versucht, diese Maske eben nicht von OneFunWorld kaufen zu müssen. Wir haben erstmal gesagt, liebe Designer, wir haben jetzt so viele Masken hinter uns, wir haben hier die richtige, aber bitte verende diese Maske mit so 20%, damit wir die Royalties uns sparen. Und dann haben die wieder Veränderungen von dieser Maske vorgelegt und Wes Craven irgendwann auch beim Dreh. Ich glaube, es war schon echt, die haben schon... bald angefangen zu drehen. Das war kurz davor, glaube ich. Und dann sagt er, nee, also ich mag das Original lieber. Und dann haben sie angefangen, mit der Firma sich auseinanderzusetzen.
Florian Bayer: Und daher kommt dann der Name, nämlich RJ Torbert. Der war damals für die Lizenzvergabe bei Fun World verantwortlich. Der hat dem Ding den Namen Ghostface gegeben.
Johannes Franke: Echt? Ich dachte, das stand schon im Drehbuch drin, dieser Begriff.
Florian Bayer: Meine Informationen stimmen dann bei R, der den Begriff Ghostface geprägt hat. Und im Film benutzt es ja Tatum, nennt es Ghostface. Aber ansonsten ist es ja das... Wie haben sie das Vaterdreff? Jaja, genau. Und Bob Weinstein war immer noch nicht glücklich mit der Maske. Als sie die ersten Zähne gedreht hatten, hat er gesagt, ey Leute, macht mal fünf verschiedene Masken. Ich will mal gucken, was am gruseligsten wird.
Johannes Franke: Das ist so ein Arschloch-Move. Was ist das? Macht fünf verschiedene Masken und dreht damit mal bitte die Szenen, damit wir wissen, was am besten ist. Und es war nicht nur so, dass er mit der Maske unzufrieden war. Er hat die Dailies gesehen, also das, was man täglich dann... zurückbekommt vom Set. Das war damals natürlich noch was anderes, als es noch nicht digital war. Da wurde es erst entwickelt und so. Das heißt, er hatte ein gewisses Delay und hat sich dann angeschaut, was sie gemacht haben, jeden Tag gedreht haben. Und hat echt den Arschlofenmuch gemacht und gesagt, Alter, ihr macht totale Scheiße. Ich glaube, wir hören lieber auf. Und dann haben sie gesagt, naja, wir schneiden mal zusammen, was wir hier haben an erster Szene. Also das mit Drew Bermond. Und haben ihm das dann geschickt und dann kommt von ihm zurück, ja, ja, offenbar habe ich keine Ahnung, lasst mal, mach Aber ruhig, ist es in Ordnung? Ihr habt das sehr gut im Griff alles.
Florian Bayer: Was ein Stress. Aber zumindest was die Maske betrifft, kann ich ihn verstehen. Weil wenn man die Maske sieht, die sieht nicht aus wie ein unheimlicher Horrorfilmmaske.
Johannes Franke: Ja, ich bin auch jedes Mal, wenn ich diese Maske vorher gesehen habe, bevor ich den Film jetzt gesehen habe, habe ich gedacht, das kann nichts werden. Es ist genauso wie bei Ghost Story, wo du ein Bettlaken über dem Kopf hast. Ja. ins Geist und denkst, das klappt nie, das wird ein lächerlicher Film. Und am Ende hast du doch irgendwie etwas, was sehr gut funktioniert.
Florian Bayer: Ja, Ghostface wirkt ja die meiste Zeit über. Also die Maske wirkt, wenn man sie sieht, out of context, eher verzweifelt, ängstlich, vielleicht sogar ein bisschen traurig, melancholisch. Aber nicht böse. Also einfach wie die Augen geformt sind und wie der Mund geöffnet ist.
Johannes Franke: Ich glaube, man kann einfach in diese Maske einen Haufen Zeug reininterpretieren. Also wenn man dann Kontexte setzt, kannst du da glaube ich relativ viel rausholen. Ich glaube, das ist auch ein bisschen das Ding, was in dem Film dann zum Tragen kommt.
Florian Bayer: Das haben wir ja ganz viel. Also wir haben diese tolle Szene, wenn Tate mit dem Killer in der Garage steht und zu ihm sagt... Bin ich jetzt das arme Opfer? Wirst du mich jetzt umbringen? Und da wirkt die Maske einfach nur ratlos. Ja, genau. Wir sehen so ein ratloses Gesicht. Ja, genau. Hat sie immer noch keine Angst? Was soll ich denn noch machen?
Johannes Franke: Ja, genau. Es ist großartig. Stimmt, wirklich, je nach Kontext.
Florian Bayer: Ja, und wenn er auf die Fresse kriegt, dann wirkt er so, als ob er... Als ob es ein Schmerzensschrei wäre. Aber wenn er über sein Opfer gebeugt ist und ein Messer gezückt hat und wir sehen zum Beispiel die Maske nur gespiegelt im Auge des Opfers,
Johannes Franke: Holy shit, holy shit, ja, absolut. Oh mein Gott, was ist das für eine Musik?
Florian Bayer: Was war das? Wo sind wir? Ich glaube, wir wurden rausgerissen.
Johannes Franke: Aber wohin?
Florian Bayer: Oh mein Gott, Johannes.
Johannes Franke: Ja?
Florian Bayer: Ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-Promo.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Shit. Ganz schnell, ganz schnell, damit wir zurück zum Gespräch können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen?
Johannes Franke: Wir müssen den Leuten unbedingt sagen, dass sie uns abonnieren sollen, wo auch immer sie sind, also auf Spotify oder Apple.
Florian Bayer: iTunes, Beam, whatever, was ihr auch benutzt.
Johannes Franke: Also abonnieren und abonnieren. Auf jeden Fall.
Florian Bayer: Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch, was auch immer. euer Podcatcher anbietet.
Johannes Franke: Genau, und wenn sie euch nicht gefällt, dann schickt diese Episode weiter an eure Feinde oder eure Nachbarn oder sowas.
Florian Bayer: Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes-mussmann-sehen.de oder florian-mussmann-sehen.de Genau, schickt uns Filmvorschläge und so weiter.
Johannes Franke: Boah, wir sind schnell durchgekommen. Ja, jetzt schnell raus, schnell wieder zurück ins Gespräch.
Florian Bayer: Nach der ersten Szene kommen wir ja in unsere eigentliche Story rein. Das heißt, wir lernen unsere Protagonistin Sydney kennen. Wir lernen unseren ersten verdächtigen Billy kennen, der dann auch am Horrorfilm typisch durchs Fenster kommt. Und wir lernen diese ganze Highschool-Klitsche um sie rum kennen. Es sind ja gar nicht so viele. Allein deswegen ist es schon ein bisschen albern zu sagen, wir müssen raten, wer der Killer ist, weil es gibt halt nicht viele Verdächtigen. Es gibt du, den besten Freund von Billy. Ja. Es gibt Randy, den Horrorfilm-Freak und es gibt Tatum, die Freundin von Stu.
Johannes Franke: Es gibt aber auch noch ganz viele Schüler an dieser Highschool und irgendwelche Erwachsenen, die irgendwo sind. Genau. Die Reporterin gibt es auch noch.
Florian Bayer: Aber wer von denen ist denn tatsächlich verdächtig? Sind's du, Randy, und Billy sind eigentlich die einzigen so verdächtigen, oder?
Johannes Franke: Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, dass der Film mir zwar sagen will, es gibt diese Verdächtigen hier, ich versuche jetzt jedem irgendwie ein Motiv zu geben. Aber ich als Zuschauer, der ich vielleicht auch einfach nicht genug Ahnung von Horrorfilmen habe, denke die ganze Zeit, er zaubert am Ende irgendjemanden aus dem Hut, der nichts mit irgendwas zu tun hat.
Florian Bayer: Ja, machen die Slasher-Filme auch erstaunlich oft. Im Scream 2 ist einer der Killer, kommt raus und sagt... Ja, ich bin es. Und ich sitze da im Kino und denke, Moment, wo warst du nochmal? Was für eine Rolle hattest du nochmal während des Films?
Johannes Franke: Okay, verdammt.
Florian Bayer: Und noch schlimmer in Scream 3, auch wieder der Killer kommt raus und dann hat der Killer, glaube ich, sogar noch mal eine Erklärszene, wo er sagt, wer er ist. Weil er einfach so eine geringe Rolle gespielt hat im Film. Ja, und dann haben wir halt diese Teenie-Dialoge, also nicht Teenie-Dialoge, sondern Teenie-Film-Dialoge. Und Teenie-Horror-Film-Dialoge, wo die Leute sich so gegenseitig die Phrasen an den Kopf werfen und ganz merkwürdig elaboriert und natürlich reden.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Wie störend war das denn für dich?
Johannes Franke: Das Ding ist, dass der ganze Film ja so selbstreferenziell ist und immer wieder diese Dialoge anstößt. wo irgendjemand sagt, es gibt Rules. Und dann werden irgendwelche... Sachen erklärt, warum ein Horrorfilm so aufgebaut ist, wie er aufgebaut ist und so. Und ich denke, irgendwann... Ja, reicht auch langsam. Ja, wirklich. Es hat vielleicht was damit zu tun, dass ich damit nicht viel anfangen kann, weil ich diese Horrorfilme nicht gesehen habe. Aber ich glaube auch sonst, wenn ich die Filme gesehen hätte, irgendwann würde ich denken... Ja, okay, aber du hast das ja schon ein paar Mal gesagt. Warum musst du denn jetzt nochmal jemanden hinstellen, der eine PowerPoint darüber hält, wie... Ob jetzt jemand rausgehen darf und sagen darf, ich komme gleich wieder. Ich weiß nicht.
Florian Bayer: Aber kommt das tatsächlich so auf? Wir haben zweimal Randy, der über Horrorfilme referiert, der einem vorm Fernseher steht und sagt, es gibt diese Regeln. Genau.
Johannes Franke: In der Videothek sagt, alle sind verdächtig. Und da verdächtigt ja richtig die beiden Killer. Aber nein, das gibt es ja vorher auch. Irgendjemand lässt immer wieder was fallen. Es gibt immer wieder irgendwelche... Live her alone.
Florian Bayer: Live her alone, live her.
Johannes Franke: Ja, solche Sachen, genau. Wo es immer wieder so Anspielungen gibt, wo ich denke, Ja, okay, ich hab's kapiert. Und es ist schon so weit, dass ich ... schon in der Szene, wo sie in der Videothek stehen und er seinen ersten größeren Monolog dazu hat, schon da denke ich, ja, ich hab's jetzt aber auch verstanden schon.
Florian Bayer: Ja. Interessant, weil ich hatte das Gefühl, gerade so am Anfang, nach der Eröffnungsszene, sind viele von den Referenzen so versteckt, Nein. Na zum Beispiel, go to the McKenzie's. Siehst du, du guckst mich jetzt absolut zu Recht ratlos an, weil du Halloween noch nicht gesehen hast.
Johannes Franke: Ich weiß, ich weiß, was es ist. Natürlich, weil du es nachgelesen hast. aus der Recherche und das heißt, ich hab's nicht verstanden.
Florian Bayer: Und Billy Loomis, der den Namen hat wie der Psychiater aus Halloween und der durchs Fenster kommt und aussieht wie Johnny Depp aus Nightmare on Elm Street, inklusive diesem komplett nicht in die die zeitpassenden halbstarken Looks.
Johannes Franke: Ja, aber er sieht aus wie Johnny Depp, das weiß man sofort.
Florian Bayer: Ja, das weiß man sofort. Vor allem sieht er aus wie Johnny Depp in Cry Baby. Nein, wie Johnny Depp in... Wie Johnny Depp in Nightmare on Elm Street, total verschlafen und dicke Ringe unter den Augen.
Johannes Franke: Und dann steht Freddy Krueger als Hausmeister. Wes Craven als Freddy.
Florian Bayer: Kruger als Hausmeister.
Johannes Franke: Also es ist natürlich, ich verstehe nicht alle Anspielungen, aber ich verstehe ganz, ganz, ganz viel, weil ich einfach Filme kenne. Ja. Hat noch nicht immer was mit den Horrorfilmen zu tun, sondern dass sie immer wieder versuchen, da reinzupoken. Ich habe das Gefühl, dass mir das zu viel gemacht wurde auch danach und deswegen, dafür kann der Film nichts, dass das danach so viel gemacht wurde, aber irgendwie ist es inzwischen ein alter Hut für mich.
Florian Bayer: Ja, verstehe. Die erste große Referenz nach der im Intro ist ja, und die finde ich fantastisch. dass Sydney zum ersten Mal vom Killer angerufen wird und er fragt, ob sie Horrorfilme mag. Und sie sagt, es ist total doof, dass das Mädchen die Treppe rauf rennt. Ja, genau.
Johannes Franke: Das sind die ersten Anspielungen, die ich meine.
Florian Bayer: Und dann macht es sich zwei Minuten später selbst. Und das finde ich wirklich... Und das ist ja wirklich nur dieser eine Satz, den sie sagt. Und das finde ich gut clever gelöst. Und sie macht es, weil sie hat einen Grund dafür. Sie kommen nämlich nicht aus der Tür raus. Da finde ich, ist das sehr clever eingewoben.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, vielleicht.
Florian Bayer: Vor allem, weil der Moment auch so spannend ist, dass man gar nicht wirklich Zeit hat, drüber nachzudenken, wie absurd es ist, dass sie gerade genau das macht, was sie noch vor fünf Minuten an Horrorfilmen kritisiert hat.
Johannes Franke: Oh, doch. Die Zeit hat man sehr wohl. Die hattest du? Sehr wohl. Die Zeit hatte ich sehr. schon bei Drew Barrymore, als der Anruf kommt und dieses Questionnaire macht über den Horrorfilm. Das ist ja auch Das ist ja schon die erste Referenz, wo man dann denkt, ja, okay, das ist ein netter Aufhänger, okay. Aber wenn du das jetzt immer weiter und immer weiter und immer weiter ausschöpfst, hast du dann irgendwann kein Material mehr zum Ausschöpfen.
Florian Bayer: musst dich reinziehen lassen in den Film. Du darfst den nicht als Referenz...
Johannes Franke: Aber das funktioniert ja nicht. Wenn ich...
Florian Bayer: Aber wir haben doch gerade festgestellt, dass das spannend ist. Dass der Killer fies aussehen kann. Du hast mir zugelassen.
Johannes Franke: Das Ding ist, wir müssen dazu wissen, dass ich jedes Mal, wenn irgendjemand auch nur einen Schnitt irgendwo in die Haut bekommt von einem Messer, so dermaßen Schmerzen habe für den anderen, dass ich denke, warum gucke ich mir das an? Nein. Und bei mir zieht sich alles zusammen. Und natürlich bin ich dann auch schon, dann habe ich auch schon keine Gefühle mehr, wenn ich die ganzen Innereien von jemandem rausploppen sehe, weil das natürlich dann... schon so over the shop ist, dass ich nichts mehr fühlen kann dafür. Aber bei so Schnitten und so einem Stich in den Magen und so, kriege ich halt... So viel Schmerzen, dass man sich das jedes Mal aus dem Film rausholt.
Florian Bayer: Wir hatten ja jetzt schon... Also auch gerade im Zuge dieses Podcasts ein paar Horrorfilme oder ein paar brutalere Filme geguckt. Wie würdest du den denn auf einer Skala von 1 bis 10 einordnen, was so bei dir löst Schmerzen aus, unangenehm und so weiter?
Johannes Franke: Also es ist kein Wizard of Gore. Und Wizard of Gore hast du mir versucht schmackhaft zu machen, indem du gesagt hast, das ist so komödiantisch drüber, dass man das nicht ernst nehmen kann und deswegen auch... die Schmerzen nicht spüren kann, was ich nicht zustimmen kann. Wo ich einfach davor sitze und trotz Und alledem, trotz dass ich finde, dass es totaler Trash ist und total schlecht, fühle ich mit.
Florian Bayer: Also es ist kein Wizard of God, das heißt es ist nicht so schlimm wie bei Wizard of God.
Johannes Franke: Es ist nicht so schlimm wie bei Wizard of God. of Gore. Aber es ist trotzdem so, dass ich die ganze Zeit denke, eigentlich will ich hier nicht sitzen. Und mir das anschauen. Weswegen ich natürlich den Film nur in den Momenten genießen kann, wo er... Slapstick-Momente hat, wo er ein paar Referenzen hat, die ich dann wieder clever finde. Solche Sachen. Aber sobald es an den Slasher-Teil geht... bin ich halt mehr oder weniger raus. Das ist nicht mein Genre, Flor. Es tut mir sehr leid.
Florian Bayer: Es ist krass, weil wir haben ja im Mittelteil dann einen wirklich niedrigen Bodycount. Wir haben den Direktor, der getötet wird.
Johannes Franke: Acht Leute oder sowas im ganzen Film.
Florian Bayer: Und das kommt aber am Schluss, wenn alles eskaliert. Wir haben sie und wir haben... Wir haben Casey und ihren Freund, die am Anfang ermordet werden. Dann haben wir ganz lange nichts. Dann wird der Direktor ermordet.
Johannes Franke: Was auch völlig absurd ist, was ja nur der Produzent meinte.
Florian Bayer: Jetzt ist 30 Minuten keiner umgebracht worden. Aber ich finde es so toll, dass sie, was ja komplett raus ist aus der Horrorreferenz, dass sie einfach mal den Fonzi-Darsteller... als Direktor haben. Und zwar Henry Winkler. Der den Fonzi in Happy Days gespielt hat, kennt man, glaube ich, nicht so hierzulande, weil es so eine sehr amerikanische Serie ist. Happy Days ist vor allem dafür bekannt, dass das Jump the Shark Sprichwort von dieser Serie ist. Fonzi ist der, der mit Wasserskiern über den Hai springt. Irgendwie in der Staffel 10 oder so. jetzt haben sie keine Ideen mehr, deswegen lassen sie den Protagonisten, der nicht mal der Hauptprotagonist war, über den Hals springen. Aber Fonzi sah immer cool aus und Fonzi hat sich immer die Haare gekämmt und Fonzi darf hier Direktor sein.
Johannes Franke: ähnlichen Move erlauben mit den Haaren. Ja. Das ist sehr süß.
Florian Bayer: Und seine Jacke, seine Lederjacke, die Ponzi-Lederjacke hängt im Principal's Office im Schrank. Und dann haben wir aber lange keinen Mord. Und dann ist halt am Schluss, wo alles auf einmal kommt, Schlag auf Schlag. Und deswegen finde ich tatsächlich den Schluss am stärksten. Ich finde die letzten 20, 30 Minuten von diesem Film unfassbar gut. Aber das ist natürlich nur, dann irgendwann nur noch Leute rennen vom Killer weg oder werden vom Killer umgebracht. Und es ist eigentlich, ja, sehr viel Blut und sehr viele Leute, die mit Blut besudelt rumlaufen und sagen, hilf mir, er ist der Killer, dein er und so weiter. Und die fandst du dann wahrscheinlich am wenigsten gut.
Johannes Franke: Naja, man muss dann schon verschiedene Ebenen aufmachen. Ich bin natürlich kein Fan von Gore und von... dem Slasher-Genre an sich, aber der Film macht natürlich auf einer Ebene Spaß. Der Film macht an ganz vielen Stellen keinen Sinn.
Florian Bayer: Ja, total. Absolut.
Johannes Franke: Und das ist der Teil der Spaßmannschaft.
Florian Bayer: Ja, absolut, bin ich auch bei dir.
Johannes Franke: Weil man nicht das Gefühl hat, dass der Film versucht, ernsthaft rüberzubringen, sondern dass der Film sich einfach über... Der einfach sagt, ich will jetzt Spaß haben und wenn ihr uns folgt beim Spaß haben, dann könnt ihr, setzt euch mit in the ride. Rollercoaster setzt euch rein und wenn ihr euch nicht reinsetzt, dann habt ihr keinen Spaß am Film. Pech gehabt. Und das finde ich okay, das finde ich legit und das macht der Film von Anfang an klar, nicht ganz von Anfang an, sondern dann nachdem Drew Barrymore tot ist. Das heißt, der erste Teil des Films, der ein tatsächlicher, fast ernsthafter Slasher ist, Ist auch sehr gut für sich als Kurzfilm. Danach kommt für mich ein Slapstick-Film. Und dann kommt immer mal wieder ein Slasher reingesprenkelt. Den Slapstick-Film zwischendurch... der sich nicht ernst nimmt und der einfach keinen Sinn ergibt, macht sehr viel Spaß.
Florian Bayer: Kommen wir mal zu diesem Mittelteil, zu diesem großen Teil zwischen den beiden Killer-Aktionen. Du hast schon gesagt, dass du es du magst.
Johannes Franke: Und du magst es nicht, oder was?
Florian Bayer: Es du soll ja nervig sein. Und ich finde die Figur witzig. In diesem nervigen. Ich find's du so krass, weil Stu wirkt so ein bisschen wie so eine Blaupause für jeden nervigen Charakter in Teenie. Comedies in den 90ern. Du bist so der Prototyp für, wie heißt der? The Stifler bei American Pie. Oh Gott. So ein Kasper, der sich für den Geilsten hält und dabei die ganze Zeit so Fratzen macht und rumstolpert. Aber sie hält sich für den Geilsten. und für den coolsten. Also er hat ja schon dieses enorme Selbstbewusstsein.
Johannes Franke: Ich muss auch sagen, dass ich ein bisschen brauche. Nachdem der auftaucht, denke ich erst mal, Oh Gott, oh Gott, oh Gott, was passiert hier? Wo bin ich hier gelandet? Was ist das? Was soll das? Und irgendwann, wenn ich dann verstehe, was der Film da macht, kann ich mich drauf einlassen und dann finde ich es wirklich großartig. Aber ich glaube, dass ich verstehen kann, wenn jemand sagt, ich kann mich nicht darauf einlassen, dass dieser Stu so furchtbar ist.
Florian Bayer: Ich mag Randy lieber. Ich mag den Nerd, der so ein bisschen das genervte Publikum widerspiegelt, der sagt, ey Leute, ich sehe doch genau, was hier passiert. Ich weiß, wer der Killer ist. Ich weiß, wer sterben wird. Aber niemand hört mir zu. Und das Mädchen krieg ich auch nicht. Er ist die Verkörperung des Filmnords.
Johannes Franke: Ja, aber da kann ich nicht andocken. War ich anders? Vielleicht war ich gar nicht so ein Film-Nerd. Ich habe ja... Ich war ja eher so ein Zauber- und Jonglier-Nerd, was ein Nerd unter Nerds sein dürfte.
Florian Bayer: Aber du könntest dir Randy auch als so ein Zauber- und Jonglier-Nerd vorstellen, oder? Das stimmt auch, ja. Ja, immer noch ein Nerd, würde halt nur dann nicht über Horrorfilme referieren, sondern über Jongliertechniken.
Johannes Franke: Ja, dafür waren wir dann zu sozial, das war ich früher nicht. Egal.
Florian Bayer: Jamie Kennedy spielt Randy und ich finde ihn wirklich witzig.
Johannes Franke: Ja, was ich ganz toll finde, ist eben genau da, wo der Film lustige Momente... wie er stoned oder betrunken auf diesem Sofa sitzt. Und Jamie Lee Curtis im Fernsehen anschaut und die ganze Zeit sagt, behind you, Jamie.
Florian Bayer: Jamie looked behind you. behind you.
Johannes Franke: Und er heißt Jamie. Der Schauspieler heißt Jamie. Sagt zu sich selbst, look behind you, während im Film, in dem man da gerade mitspielt, der Killer hinter ihm steht. Ja. Es ist wirklich sehr, sehr schön. Also es ist natürlich irgendwie sehr obvious und platt, aber es ist sehr geil gemacht. Das ist eine gute Idee.
Florian Bayer: Was mich wirklich fertig macht bei Randys Filmreferenzen. Ich komme da nicht drüber hinweg. In der Videothek.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es wird einmal E.T. 's Mutter und einmal E.T. selbst erwähnt. The Howling. Also irgendjemand sucht den Film mit E.T. 's Mutter. Okay. Okay, das heißt, wir wissen, E.T. existiert in diesem Film auch.
Johannes Franke: Ja, in der Welt existiert E.T.
Florian Bayer: Hat irgendjemand mal Casey gesagt, dass sie aussieht wie Drew Barrymore?
Johannes Franke: Verdammt.
Florian Bayer: Das geht nicht, oder? Ich finde, es gibt Regeln. Für Metafilme. Und dazu gehört unter anderem auch, wenn du Referenzen hast auf andere Filme Oder Regisseure dürfen die in dieser Welt nicht existieren. Also wenn du sie, beziehungsweise anders, dürfen keine Personen in dieser Welt existieren. Dürfen keine Schauspieler aus diesen Rollen in dieser Welt spielen. Du kannst nicht einen Film machen, in dem du dich über Arnold Schwarzenegger-Filme lustig machst? Und dann Arnold Schwarzenegger die Hauptrolle spielen lassen. Weil jeder denkt doch, Moment, aber da ist doch Arnold Schwarzenegger. You know what I mean?
Johannes Franke: Ja, ich weiß, was du meinst. Aber das ist mir zu verkopft für diesen Film. Ich verstehe, wenn es so speziell ist wie bei Arne... dann verstehe ich die Referenz oder die Idee, dass es nicht geht. Aber bei diesem Film hier, das ist so versteckt und so klein.
Florian Bayer: Okay. Was halten wir denn von, jetzt nähern wir uns den Protagonisten an, Tatum.
Johannes Franke: Taton.
Florian Bayer: Sidneys beste Freundin, die offensichtlich das Popular Girl sein soll. Die auch immer die Kleidung trägt, die ihre großen Brüste sehr zur Geltung bringt. Auch ein typisches Stereotyp aus dem Horrorfilm. Du siehst sie und weißt, sie wird sterben.
Johannes Franke: Ja, vor allem wird sie Harvey Weinstein begegnen. der dann keine schönen Sachen mit ihr macht. Nur um das mal kurz unterzubringen, die Schauspielerin Rose McGowan. Er war einer derjenigen, die vor Ort gekommen sind und von Harvey Weinstein sexuell Sexuell belästigt worden. Keine schöne Erfahrung. Die hat auch aufgehört zu spielen, oder? Zwischendurch? Oder? Ach nee, dann war das jemand anderes. Die hat viel gespielt. Die hat ziemlich viel, also Charmed, glaube ich, hat die ganz groß gemacht.
Florian Bayer: Sie hat mit Rodriguez zusammengetreten. Sie war mit Rodriguez auch verheiratet. Und sie war mit Manson verheiratet. Nee, sie war mit ihm nur liiert. Sie war mit Marilyn Manson liiert.
Johannes Franke: Stimmt, ja.
Florian Bayer: Und dann war sie mit Robert Rodriguez verheiratet. nicht verheiratet, sondern nur verlobt. Sie ist eine gute Schauspielerin.
Johannes Franke: Ja, aber in diesem Film zeigt sie das noch nicht.
Florian Bayer: In diesem Film ist sie halt das popular Teenie Girl, ne?
Johannes Franke: Ja, ich finde, dass die Schauspieler, abgesehen von Drew Barrymore, leider fast alle irgendwie ihr, ne außer Dewey, sehr durchschnittlich bis unterdurchschnittlich sind.
Florian Bayer: Neff Campbell auch?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Oh, wow. Gerade sie. Kommen wir gleich drauf zu sprechen.
Johannes Franke: Leider gerade sie.
Florian Bayer: Genau, ich wollte nämlich Tatum. Okay, dann haben wir Tatum und dann haben wir ihren Bruder Dewey. Ja, Dewey. Gespielt von David the Cat.
Johannes Franke: Der übrigens gar nicht den spielen sollte. Das sollte ein Teenie spielen. Er sollte einen von den Teenies spielen. Und dann hat er gesagt, nee, aber ich muss diesen Typen spielen, diesen Polizisten. Und ich liebe diesen Polizisten von Anfang an.
Florian Bayer: Das sollte ja eigentlich... eher so eine breitschultrige, wirklich starke Erscheinung sein. Und dann haben wir diesen kleinen Schuljungen.
Johannes Franke: Oh, es ist so toll.
Florian Bayer: Ich liebe diese Szene, wo er mit dem Eis da steht. Er hat seinen Vorgesetzter eine Zigarette raucht und er steht daneben mit seinem Erdbeer-Soft-Eis. Und schlägt das so in seinen Vorgesetzter, guckt irgendwann so abwertend zu ihm rüber.
Johannes Franke: Und er hat auch eine geile Begründung drauf, ich weiß gar nicht mehr genau wieso. Aber von einer Szene davor bis in diese wissen wir ganz genau, dass es sehr witzig ist, dass er jetzt mit dem Eis in diese Szene reinläuft und dann... neben ihm da steht mit diesem Eis. Es ist so geil.
Florian Bayer: Es sieht aus, als würde er neben seinem Papa stehen.
Johannes Franke: Sie sind zusammen auf dem Rummel. Papa, darf ich nochmal Achterbahn fahren? Ich finde auch ganz toll, eine der ersten Szenen mit ihm. Wo die Schwester ihn nicht als Polizisten wahrnimmt, sondern einfach nur als Bruder wahrnimmt und ihn entsprechend fertig macht. Und es ist super geil. Und keiner nimmt ihn ernst. Und er ist auch nicht ernst zu nehmen. Und er versucht sich an diese Reporterin ranzumachen. denkt die ganze Zeit, um Gottes Willen, was tust du da? Was ist da los?
Florian Bayer: Kommen wir zu unserer nächsten Person, die natürlich ganz wichtig ist im Zusammenspielen mit Thewey. Gail Weathers, eine der wirklich bekannten Schauspielerinnen auch in In dem Film, das war nämlich gespielt von Courtney Cox, die damals durch Friends einfach schon eine ziemlich hohe Popularität hatte.
Johannes Franke: Und die gar nicht die Rolle kriegen sollte. Sie haben sie echt lange abgewiesen. Und sie hat echt lange angerufen und gesagt, ich will diese Rolle spielen. Vor allem, weil sie die Rolle wirklich als Bitch angelegt hat, in ihren eigenen Worten als Bitch, um das mal zu zitieren. Weil sie wirklich eine Rolle brauchte, die ganz anders ist als ihre Rolle bei Friends.
Florian Bayer: Hast du Friends viel geguckt?
Johannes Franke: Ich hab Friends viel geguckt, ja. Ich mochte das, ja.
Florian Bayer: Ich mochte Friends nämlich nie so doll. Ich weiß ungefähr... Nee, warte mal. Sie war nicht die, die mit Ross liiert war.
Johannes Franke: Das war... Monika hat sie gespielt, aber ich... Weiß nicht mehr, wer mit wem zusammen war.
Florian Bayer: Moment, die andere große Schauspielerin aus Friends... Jennifer Aniston. Jennifer Aniston, Courtney Cox waren die beiden großen Schauspielerinnen aus Friends. Ich hab's nie so viel geguckt, ich fand's Einfeld immer lustiger. Ich habe das Gefühl, es gibt so einen Spalt, der durchs Universum geht, zwischen Leuten, die Seinfeld mögen und Leuten, die Friends mögen.
Johannes Franke: Nein, Seinfeld ist großartig. Und ich mochte Friends auch. Also insofern, es gibt diesen...
Florian Bayer: Du magst hier Sitcoms generell. Sobald irgendwo Dosengelächter ist, bist du glücklich. Was? Was? Ey, du erzählst mir, du legst mir ständig Sitcoms vor und sagst, was für geile Serien das sind. Was?
Johannes Franke: und nach fünf Sekunden... Dick Van Dijk war das letzte, was ich dir vorgeschlagen habe.
Florian Bayer: Ja, genau. Und das ist noch nicht so lange her, oder?
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Kotnikox fandst du auch nicht gut?
Johannes Franke: Ach so, nein. Stimmt, eigentlich. Stimmt, stimmt. Sie war auch noch eine derjenigen, die tatsächlich gut waren als Schauspieler. Sie ist eine gute Schauspielerin.
Florian Bayer: Sie spielt ja auch irgendwie eine sympathische Bitch. Natürlich sieht es auf Ruhm aus. macht sie auch ihre Kamera klar, den sie die ganze Zeit rumscheucht.
Johannes Franke: Den sie rumscheucht, aber so dermaßen, also auch abwertend rumscheucht.
Florian Bayer: Aber sie meint das zumindest, dass sie den, der im Gefängnis sitzt und hingerichtet werden soll für den Mord an Sidneys Mutter, dass sie den raushauen will. Das meint sie wirklich ernst. Das ist ihr auch wichtig. Und sie findet das auch wirklich ungerecht, dass er im Gefängnis sitzt, weil Sidney vor Gericht ausgesagt hat, dass er weggerannt ist von der Mordstelle. der Subplot, der läuft. Es wurde jemand verhaftet für den Mord an Sidneys Mutter, aber es ist wahrscheinlich der falsche, zumindest glaubt, dass Gail, die Reporterin. Und deswegen hat Sidney auch überhaupt keinen Bock darauf, dass die da ist, weil Gail hat offensichtlich fiese Sachen über sie geschrieben während der Prozesse.
Johannes Franke: Können wir einmal sagen, dass diese Szene, diese Exposition-Szene, nachdem Sidney... Courtney Cox schon einmal richtig hart geboxt hat und keinerlei Konsequenzen davon bekommen hat. vorlaufender Kamera, dann in der nächsten Szene wieder zu ihr hingeht und sagt, nein, nein, ich will nur reden. Und warum? Natürlich, damit wir dem Zuschauer einmal erzählen können, was eigentlich die Backstory Und die wird nur in diesem einen Gespräch eingeführt. Und dieses Gespräch existiert nur deswegen, damit die einmal zusammen sagen können, was früher passiert ist. Und das ist so... unbeholfen Hölzern gemacht. Es ist furchtbar.
Florian Bayer: Absolut. Wir haben diese Exposition ja davor auch ein paar Mal. Wir haben ja diesen Moment, wo sie im Fernsehen rumsappt und kurz gesagt wird, Morde hier und da wurde die Miss Prescott ermordet.
Johannes Franke: Auch schon ein bisschen hölzern.
Florian Bayer: Und dann haben wir den der zu ihr sagt, du sterbst wie deine Mutter. Ja, Hölzern, da bin ich bei dir, dass das ein bisschen Hölzern und Ungelenk ist. Ich hab das Gefühl, das ist so schwer zu sagen, weil diese Hintergrundgeschichte fast schon zu komplex ist für einen Slasher-Film. Und ein Slasher würde es sich eigentlich nicht so kompliziert machen oder macht es sich selten so kompliziert. Ich habe das Gefühl, es ist ein bisschen auch Teil des Spaßes. Das ist natürlich mies, weil man kann alles damit rausreden und sagen, das ist bewusst tölzern, das ist bewusst schlecht gespielt. Ist es vielleicht nicht, es stört mich aber auch einfach nicht. Vielleicht ist das auch einfach, es stört mich nicht. Es ist okay, es ist eine doofe Szene. Es ist ein bisschen überflüssig, weil diese Backstory auch echt nicht so ein Gewicht hat. Im zweiten Teil hat das Mehrgewicht dieser Content, kommt da wieder vor und ist auch wieder einer der Verdächtigen dann.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Da hat diese Hintergrundgeschichte mit ihm und Gail und Sidney deutlich mehr Gewicht. Der zweite Teil ist auch ein bisschen besser als der erste. Aber es stört mich einfach nicht. Ich sehe, was du meinst. Ich würde dir sogar zustimmen.
Johannes Franke: Aber es stört dich nicht. Ja, mich hat es in dem Moment schon so ein bisschen, wo ich dachte, ach komm, das kannst du besser. Warum?
Florian Bayer: Und dann haben wir Billy. unseren Lover, Skit Ulrich, der, ich finde, Und wenn du jetzt sagst, dass er schlecht spielt, dann bin ich voll bei dir. Aber ich finde, das ist dieses Hölzern, die Art, wie er sich bewegt, wie er redet. Und immer verdächtig und immer irgendwie mysteriös cool und vermeintlich cool. Und ich finde, es passt so voll. Er ist ein wandelndes... Ein wandelndes Slasher-Stereotyp, ich finde ihn super.
Johannes Franke: Ja, das stimmt schon, dass ihm das in die Karten spielt. Das muss man schon sagen. Aber irgendwie, ich weiß nicht. Es gibt so viele Momente, wo ich dann denke, ah komm, da hättest du nochmal einen besseren Ton finden können, nochmal ein bisschen glaubhafter spielen können oder nochmal so ein bisschen, weiß nicht, das ist mir zu... zu geradeaus und nicht glaubwürdig genug gespielt zwischendurch.
Florian Bayer: Er muss die ganze Zeit mit dem Blick gucken, wie du hältst mich für den Mörder und ich bin kein Mörder, wirklich nicht, wirklich nicht. Guck mich an, ich sehe voll aus. Und er macht das so viel, dass man irgendwann denkt, er kann niemals der Mörder sein, weil kein Film würde so obvious den Mörder inszenieren.
Johannes Franke: Ja, das ist tatsächlich so. Ich denke wirklich die ganze Zeit, oh mein Gott, der Film versucht uns wirklich reinzureiben, dass das unser Verdächtiger ist. Und das ist er am Ende und ja, okay, ist das vielleicht ein okayer Spin auf die ganze Sache, aber naja.
Florian Bayer: Und dann haben wir unsere Protagonistin Sydney und du sagst, Neff Campbell spielt nicht gut und ich muss nicht verpassen.
Johannes Franke: Rügel. Okay, Moment, wir machen kurz.
Florian Bayer: Neff Campbell, die auch aus der Sitkomwelt kommt, hast du Party of Five gesehen? Natürlich hast du es gesehen und du liebst die Serie. Zirp, Zirp. Nicht? Eine Sitcom, die du nicht magst?
Johannes Franke: Ja, keine Ahnung.
Florian Bayer: Okay, machen wir weiter. Party of Pfeiffer. Sie kommt auch aus dem Fernsehen. Aber eigentlich ihre erste große, richtige Filmrolle. Beziehungsweise sie hat auch danach nicht so viel gemacht. Und sie mag keine Horrorfilme und kriegt aber nur noch Horrorfilme angeboten seit Scream.
Johannes Franke: Oh, ist das hart.
Florian Bayer: Ich finde sie super. Ich finde sie wirklich gut. Natürlich ist sie auch drüber. Sie hat einfach diese Melodramatik mit drin. Was nochmal so ein anderes Bindes auf das drüber sein. Ich find's cool.
Johannes Franke: Irgendwie hab ich bei ihr das Gefühl, dass immer drunter liegt... dass sie nicht am Set sein will. Ich weiß nicht warum. Ich kann es hier nicht genau auseinandernehmen.
Florian Bayer: Aber das ist doch die Figur. Die Figur will nicht in diesem fucking Horrorfilm sein. Die hat echt keinen Bock drauf. Sie hat vor einem Jahr ihre Mutter verloren. Aber für sie ist es kein Spaß. Sie ist die Einzige, für die es kein Spaß ist.
Johannes Franke: Ja, aber nicht im Sinne von, ich habe wirklich eine Interesse hier wegzukommen, sondern im Sinne von ich bin einfach erneut wie so ein Teenager und sie spielt natürlich ein Teenager, ja, ja. Aber ich sehe das mehr in ihrer Schauspielleistung als in ihrer Figur.
Florian Bayer: Schade. Sidney ist die einzige Figur, die nicht mit Horrorfilm-Referenzen um sich wirft. Alle anderen machen diese Horrorfilm-Anspielungen. Und sie wirkt die ganze Zeit so ein bisschen wie die, die versucht halt das rauszuholen, die versucht das zu zeigen, was hier passiert. Hier sterben Menschen, das ist schrecklich, was hier passiert, Leute.
Johannes Franke: Ja, und das Krasse ist, Der Rest der Schule, nachdem da zwei Mitschüler ermordet wurden, scheint das null zu interessieren oder sich darüber lustig machen zu wollen, was da passiert ist.
Florian Bayer: Das ist eine große Party für die, genau.
Johannes Franke: Es ist wirklich, also das verstört mich zwischendurch ein bisschen. Bei mir in der Schule ist ein Schüler durch Selbstmord gestorben. Ich glaube, die ganze Schule war eine Woche lang fix und fertig.
Florian Bayer: Natürlich, weil das die Realität ist. Das ist ja auch das, was man erwartet. Deswegen ist Sydney das Final Girl. Sydney ist die einzige, die... So eine moralische Instanz ist ein bisschen. Sie ist die Einzige, die keinen Bock auf diese Metareferenzen hat, sondern sie will einfach nur leben. Und für sie ist das einfach keine große Party, wenn ein Killer rumläuft, sondern das, was es ist.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Mich versteht halt, dass der Rest dann denkt. oh ja, cool, lustig, lass uns zwei Masken besorgen und nochmal durch die Gegend rennen, damit sie besonders viel Angst hat.
Florian Bayer: Aber das wird ja auch offensichtlich geframed als, das ist Kacke, was die da machen. machen. Wir sind kurz bei Fonzi, der sie aufschlitzen will.
Johannes Franke: Die Reaktion des Rektors ist ja wirklich auch so over the door. fuchtelt da mit dieser riesen Schere rum und hat sie offenbar gezwungen, die Masken noch aufzulassen, damit er sie dramatisch von ihren Köpfen ziehen kann. Was ist das? Oh Gott, oh Gott, oh Gott, oh Gott, oh Gott.
Florian Bayer: Aber Sidney, also ich finde Sidney ist einfach eine starke Protagonistin dadurch und sie darf auch nachher gegen den Killer kämpfen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und sie wird in den Fortsetzungen noch ein bisschen stärker. Sie ist halt auch dieses Final Girl im Sinne von, ich meine, wenn wir sie das erste Mal sehen, hat sie dieses Blümchen-Nachthemd an. Und sexuelles Highlight ist, dass sie kurz einmal das Blümchen-Nachthemd öffnet für ihren Freund. Der sich auch mehrmals darüber echauffiert, dass sie keinen Sex mehr haben. Sie ist nämlich Jungfrau. Muss sie sein.
Johannes Franke: Weswegen sie am Anfang nicht umgebracht wird, obwohl sie es versuchen. Jetzt kommt das zum nächsten, was ich ein bisschen schwierig finde. Ja. Folgendes. Okay, der Film nimmt sich nicht ernst und der sollte auch keine Logik, man soll nicht so sehr fragen nach Logik, ist in Ordnung. Aber die versuchen sie am Anfang umzubringen und zwar am falschen Tag. Weil der nächste Tag ist ja erst der Tag, an dem ihre Mutter gestorben ist und das wird ja am Ende von ihnen so revealed als großer Plan, das wollten wir machen, sie wollten sie am gleichen Tag umregeln. wie die Mutter gestorben ist. Aber sie wird vorher so attackiert, dass sie wirklich hätte sterben können am Tag davor.
Florian Bayer: Sie wollen sie nicht töten.
Johannes Franke: Aber hallo?
Florian Bayer: Das gehört mit zur Inszenierung und zur Show. Das Final Girl muss sehr früh mit dem Killer in Kontakt kommen.
Johannes Franke: Sie wollen sie nicht töten. Also guck dir die Szene nochmal an, wie sie versuchen sie umzubringen. Natürlich versuchen sie es ernsthaft sie umzubringen.
Florian Bayer: Die sind ja als Killer auch irgendwie ziemlich inkompetent. Warum stechen sie aufeinander ein, bevor sie die töten?
Johannes Franke: Die hätten sie umbringen müssen, bevor sie dann irgendwie versuchen, sich gegenseitig Alibis zu geben. Warum ernsthaft?
Florian Bayer: Stellen Sie so ewig von Ihrem Plan, lassen die Pistole da liegen, stechen. Sie sind inkompetente Killer. Das ist aber auch Teil des Spaßes.
Johannes Franke: Das ist absolut Teil des Spaßes.
Florian Bayer: total geil. Billy hat auf jeden Fall dieses Bösartige, das uns auch Angst macht, aber dass du einfach nur ein Clown ist, Das bleibt ja auch, wenn er ein Killer ist. Und diese Inkompetenz gehört einfach dazu.
Johannes Franke: Einer meiner liebsten... Also wirklich absolut liebsten Stellen dieses Films. Wenn sie aus Billy rausbekommen hat, dass er ein Motiv hat ... Das ich schon gar nicht mehr weiß, wäre so egal. Und sie dann ihn, Stu fragt, was hast du denn für ein Motiv? Und er ist dann schon halb am Verbluten. und sagte noch, Peer Pressure, I'm too sensitive.
Florian Bayer: Dann sagt er es noch so geil ins Telefon rein. Das ist auch der Moment, wo Billy ihm das Telefon auf die Schultern haut.
Johannes Franke: Es ist so geil. Ich hab flach gelegen. Es ist so eine geile Antwort. Und er spielt das so geil. Ich hab ihm nicht zugetraut, dass er so... So Klassenclown-mäßig, dass sie das die ganze Zeit durchziehen. Das ist so geil. Er fragt sich doch, ob sie die Polizei gerufen hat. Wie jetzt sonst wirklich die Polizei gerufen? My mom and dad will be so mad at me. Und das hat er auch improvisiert am Set. Das ist so geil. Ja. Okay, also das sind wirklich die Highlights des Films. Finde ich total großartig. Schade...
Florian Bayer: Schade, dass du Neff Campbell, ich finde Neff Campbell bringt diese Melodramatik mit rein, die irgendwie notwendig ist, um ihm irgendwie nochmal ein bisschen mehr Gewicht, ein bisschen Stärke zu geben.
Johannes Franke: Also natürlich ist es wahnsinnig wichtig, dass sie das tut und sie tut das ja auch auf einer gewissen Ebene. Aber eben leider nicht schauspielerisch so gut, wie ich das gerne hätte.
Florian Bayer: Schade.
Johannes Franke: In so einem Film.
Florian Bayer: Sie ist halt ihre Figur. Ich meine, ihre Figur ist natürlich auch so eine Reißbrettfigur. Ich habe gesagt, sie macht keine Horrorfilmreferenzen, aber sie macht... Sie macht ja auch diese Filmreferenzen. Sie sagt ja irgendwie, ich würde ja gerne mal in einer romantischen Komödie mitspielen.
Johannes Franke: Ja, oder in einem Porno. Ah, toll.
Florian Bayer: Dazu kommen ja gleich die obligatorische Tittenzene.
Johannes Franke: Mann, Mann, Mann.
Florian Bayer: Ja, dann haben wir halt diesen Mittelteil, wo wirklich gar nicht so viel passiert, außer dass die Party geplant wird und dass der Direktor umgebracht wird. Und dann haben wir halt dieses Finale.
Johannes Franke: Und den Direktor, anscheinend schaffen sie es, den Direktor durch die halbe Stadt zu schleppen und da an einem Mast aufzuhängen.
Florian Bayer: Ja, das ist sowieso, also der Direktor wird umgebracht, warum kriegt der Hausmeister das nicht mit, der direkt nebendran liegt und aussieht wie Freddy Krueger?
Johannes Franke: Und wie soll bitte der Typ in der Maske da ins Büro reingekommen sein? Das funktioniert alles nicht.
Florian Bayer: Aber wie Ghostface, wie die beiden Killer, die so Inkompetenzen wieder festgestellt haben, das schafft sich so einzuschleichen, Leute zu fesseln. Sachen zu präparieren, macht überhaupt keinen Sinn.
Johannes Franke: Alles Pflegequatsch.
Florian Bayer: Der Vater war doch im Schrank bei Instus Haus die ganze Zeit dann. Sie holen doch den Vater aus dem Schrank raus. Da war eine Party im Gang. Er hätte ja nicht mal ein bisschen rumpeln
Johannes Franke: Der war einfach bewusstlos. Und es ist auch keiner zufälligerweise da reingegangen, um mal zu gucken, was da so... Egal.
Florian Bayer: Aber wir kommen zu diesem Finale, wo sich die Ereignisse überschlagen und ich finde das Finale von Anfang an, also von Anfang der Party an bis zum Ende grandios, wie sich so alles entwickelt, wie sie überschreitet. Filme reden nochmal. Das ist halt alles so, was wir vorher so ein bisschen angedeutet hatten.
Johannes Franke: Nicht nur ein bisschen angedeutet. Nein, es ist nicht nur angedeutet. Das ist mir schon rub it in the face, würde ich sagen.
Florian Bayer: Aber wenn Jamie, sag ich jetzt schon, wenn Randy über die Rules redet, es ist doch geil, oder? Es ist ein wunderbares Tutorial, wie Horrorfilme funktionieren.
Johannes Franke: Das schönste daran ist, Dass er genau an der Stelle Pause gemacht hat im Film, dass das so aussieht, als ob der Typ im Fernsehen gerade auf ihn einstecht.
Florian Bayer: Wenn du genervt bist. Ist es nicht cool, diese Inszenierung mit dem Delay, das sie haben mit der Überwachungskamera?
Johannes Franke: Das stimmt, ist gut. Aber das Problem ist, das weiß der Typ und er weiß das auch bevor er es sagt schon und er öffnet trotzdem die Tür, um da rauszugehen aus dem Auto, um sich dann umbringen zu lassen.
Florian Bayer: Achso, ja, aber das hat er vergessen in dem Moment.
Johannes Franke: Das hat er nicht vergessen in dem Moment, das hat er genau dann gesagt und wusste vorher schon.
Florian Bayer: Ne, er sagt doch nur, wir zeichnen alles aus. Er sagt doch dann danach, oh verdammt, das DLA habe ich ganz vergessen. Und dann macht er die Tür, also nachdem er die Tür aufgemacht hat.
Johannes Franke: Na, das sagt er erst, nachdem er die Tür aufgemacht hat. Genau. Und dann wird er abgeschmetzt. Das ist ein Kameramann.
Florian Bayer: Ich finde, das funktioniert total als Spannungsmoment. Und das kannst du ja auch als Suspense-Moment. entnehmen. Wir wissen noch, dass da Play drin ist. Vielleicht denken wir selbst auch nicht mehr dran.
Johannes Franke: Ne, wir denken auch nicht dran. Tatsächlich, in dem Moment habe ich nicht dran gedacht, Natürlich ist es clever und gut, das stimmt schon. Aber es ist schade, dass der Typ nicht dran gedacht hat. Also ich find's halt doof, wenn Figuren in diesen Filmen doof sind. Weil das uns nicht...
Florian Bayer: Aber Slasher-Figuren müssen sich auch doof halten. Auch zum Beispiel, dass Tatum umkommt. Tatum, die durch das Garagentour klettern will. Es gibt einen Schauspieler, der hätte wirklich durchgepasst.
Johannes Franke: Sie hätte durchgepasst. Sie hat festgestellt, ich passe da durch. Verdammte Scheiße, ich muss so tun, als ob nicht.
Florian Bayer: Es gibt ein mechanisches Objekt in diesem Raum, das tödlich ist, neben dem Killer, der tödlich ist. Das ist ein mechanischer Objekt, das ist dumm, das machst du einfach nicht.
Johannes Franke: Das Schöne ist, dass die es gar nicht so geplant hatten. Sie hatten ja gedacht, dass sie drunter durch versucht und dann fällt es da runter, das Garagentor auf sie rauf. Aber irgendjemand hatte dann am Set gesagt, das wäre doch viel cooler so. Und dadurch, dass sie da immer wieder rausgefallen ist, mussten sie sie quasi festtackern. Out.
Florian Bayer: Aber es ist tatsächlich eine ziemlich coole Mordszene, finde ich.
Johannes Franke: Ja, das ist ganz okay.
Florian Bayer: Als Nicht-Horror-Fan sagt man sowas nicht, oder? Als Nicht-Horror-Fan kannst du eigentlich nicht sagen, oh, das ist eine coole Mordszene. Weil das macht natürlich was vom Horrorfilm aus, wenn ich zum Beispiel sage, ja, ich finde diese Tötungsszene geil. Macht mich das zu einem gefährlichen Menschen?
Johannes Franke: Einen Psychopathen? Nein, nein, nein. Aber ich glaube tatsächlich, dass ich das sehr selten sagen würde. Wenn ich mal sagen würde, das ist eine gute Tötungsszene, dann würde ich das auf andere Dinge beziehen als du, wenn du das sagst, als Horrorfilm. Ich würde das dann eher auf inszenierungstechnische Aspekte setzen, die einen anderen Aspekt haben als deiner.
Florian Bayer: Es ist halt auch total die Frage, in welchem Genre wir uns bewegen. Eine coole Tötungsszene in so einem Horrorfilm wie Scream, der zur Unterhaltung dient ist. was komplett anderes als eine coole Tötungsszene im, keine Ahnung, in einer Tragödie. Im Kriegsfilm oder so. Also das ist klar. Und Es gibt auch Horrorfilme, wo ich das auch, wo ich coole Tötungsszene auch anders interpretieren würde. Einfach weil das intensive... mehr im Mittelpunkt steht, wenn ich bei Scream von coolem Tötungssequenzen rede, rede ich tatsächlich von dem moment ja und das ist es natürlich auch es ist ein spektakel und es geht darum auch dass gewalt spaß macht in diesen filmen Das siehst du wahrscheinlich als nicht tocher Fan anders, aber irgendwie ist es Teil des Spaßes. Wenn Gail dann im Auto sitzt und die Scheibenwächer anmacht und das Blut erstmal wegwischt, das ist irgendwie unterhaltsam.
Johannes Franke: Oh Gott, das ist ein Moment, wo ich das wirklich nicht verstehe. Was daran unterhaltsam. Vor allem kommt sie erst, sie ist drin und denkt sich... Was ist denn da? Ich versuche mal von innen wegzuwischen, obwohl man sofort sieht, dass das ein Haufen Blut ist. Das ist nicht übersehbar.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und dann macht sich die Scheibenwischer an und dann merkt man das besonders stark und dann rutscht auch noch dieser Typ da runter. Der irgendwie aufs Dach gekommen ist und ich glaube nicht, dass der Killer Zeit hatte, ihn aufs Dach zu bringen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall war das der Killer. Es ist alles Teil der Inszenierung, ganz wichtig.
Johannes Franke: Aber wie zur Hölle hat er es geschafft, den da hochzuhieven noch in der Zeit, die er hatte?
Florian Bayer: Das darf man nicht fragen. Nicht suspension of disbelief.
Johannes Franke: Es macht ja auch Spaß, diese Sachen, Inkonsistenzen machen ja auch Spaß. Darum geht es ja in dem Film auch. Es ist ja vollkommen okay.
Florian Bayer: Ich weiß auch gar nicht, was es ist. Bei Horrorfilmen spielt es auf jeden Fall eine Rolle, dass wir irgendwie Voyeur sind. Also es gibt diesen Voyeurismus, deswegen wird bei den Slashern ja auch oft die POV des Killers benutzt. Es gibt diesen Jurismus-Moment, dass du fast nicht eine Identifikation mit dem Killer hast, aber irgendwie... Das ist das, was Michael Haneke in Funny Games ankreidet, dass wir so Spaß daran haben, wie die Opfer gequält werden und getötet werden.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und in Funny Games inszeniert er es so, dass es keinen Spaß macht. Und wir damit konfrontiert werden, dass es keinen Spaß macht. Und er zeigt uns, hey, aber sonst habt ihr doch Spaß da dran. Das ist auf jeden Fall wichtig. Es ist aber auch ein Spannungsmoment. Wir sind ja auch irgendwie bei den Opfern. In dem Moment sind wir ja bei Gail und hoffen, dass sie überlebt. Also ich zumindest.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Und wir sind auch bei Sydney und hoffen, dass sie überlebt in diesen Momenten, wo sie vom Killer wegläuft. Also das ist auch irgendwie mit drin. dann ist es auch vielleicht ganz banal wirklich ein visuelles, ästhetisches Ding. dass es eine gewisse Schönheit in der Grausamkeit gibt, wenn Blut spritzt, weil ein Messer durch Haut fährt.
Johannes Franke: Mhm. Also ich kann die Ästhetik da nicht so richtig für mich gewinnen. Funktioniert für mich nicht so.
Florian Bayer: Und das ist ja auch älter als das Genre des Horrorfilms, dass Gewalt irgendwie als ästhetische Spielerei auch eingesetzt wird. Das haben wir auch beim Grand Guignol. Anfang der Jahrhundertwende.
Johannes Franke: Das haben wir auch bei den Nazis.
Florian Bayer: Das haben wir auch bei William Shakespeare. Das haben wir auch in den griechischen Tragödien. Wenn sich Oedipus die Augen aussteht, Das ist ja auch eine ästhetische Spielerei, die da betrieben wird. Es ist nicht nur einfach ein moralisches ...
Johannes Franke: Ich glaube, das ist eine Frage der Katharsis.
Florian Bayer: Du hast schon wieder einen Nazi-Vergleich gebracht. Ich hab einfach drüber weiter geredet. Sind wir jetzt so weit, dass du mich jede Episode als Nazi bezeichnest?
Johannes Franke: Es gibt doch diese tolle Theorie, dass man oder wenn man online irgendwelche Foren durchsucht. War es Murphy?
Florian Bayer: Es war nicht Murphy's Law, es war irgendein anderes Gesetz.
Johannes Franke: Irgendein anderes, aber dass man... Immer bei Hitler lang. Nach einer ganz bestimmten Anzahl von Hin und Hers in Diskussionen online immer auf Hitler. Irgendwann kommt der Hitler-Vergleich.
Florian Bayer: Aber Gewalt als ästhetisches Stilmittel ist alt.
Johannes Franke: Ich glaube, dass das... Immer auch damit zusammenhängt, dass es irgendwie kathartisch sein muss. Und okay, dass es dann der ästhetische Aspekt dazu kommt, aber ich glaube die Psychologie ist immer kathartisch. Auf jeden Fall.
Florian Bayer: Und Horrorfilme sind für mich der Inbegriff von Katharsis.
Johannes Franke: Verstehe ich. Darin das Geheimnis verborgen liegt, warum manche Leute mit Horrorfilmen mehr anfangen können und manche mit Horrorfilmen weniger anfangen können. Weil jeder ein bisschen ein anderes Gefühl dafür hat, was für ihn kathartisch ist und was nicht.
Florian Bayer: Ja, wahrscheinlich nicht.
Johannes Franke: Und ich kann damit nicht viel anfangen. Vor allem kommt mir natürlich auch in den Weg, dass ich einfach zu viel, was ich schon gesagt hatte, zu viel mitfühle. Also jedes Mal, wenn irgendjemand verletzt wird, habe ich... Schmerzen. Also es ist schon so, nein, tu es nicht.
Florian Bayer: Und dann gibt es ja in den letzten, gerade so in den letzten 15 Minuten viele Schmerzen zu haben, ne?
Johannes Franke: Ja, ich meine, wenn der Overkill kommt, dann kommt mein Körper auch nicht mehr mit und schaltet ab irgendwann. Also irgendwann geht es dann tatsächlich auch wieder. Bei Wizard of War zum Beispiel ging es nicht. immer mitgelitten, aber irgendwie hier hat mich das so dran gewöhnt, irgendwann ist einfach der Overkill so stark, dass mein Körper da nicht mehr groß reagiert. Ob das jetzt was Gutes ist oder nicht, weiß ich nicht genau. Aber es geht so weit, dass ich den Moment wieder ganz nett finde. Wenn am Ende der Typ sagt, so ein Horrorfilm wäre jetzt der Moment, wo der... totgeglaubte Killer nochmal ein letztes Aufbäumen hat, um nochmal für einen Scare da zu sein. Und sie dann... Den Typen erschießt, der gerade hochkommen will und sagt, nicht in meinem Film.
Florian Bayer: Ist sie eine Mörderin?
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Im zweiten Teil ist es noch viel krasser. Da liegt der Killer auch vermeintlich tot, man weiß es nicht genau, auf dem Boden. Und dann haben sie wieder so einen Dialog und dann schießt Sidney ihm in den Kopf, bevor er überhaupt hochgehen kann.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Also er bewegt sich gar nicht und sie schießt ihm einfach in den Kopf und sagt, diesmal gibt es nicht mal einen Jumpscare oder sowas.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Ich finde die letzten 20 Minuten grandios. Ich finde, die Stärke liegt darin, dass der Film wirklich einen guten Rhythmus findet, das so nach und nach eskalieren zu lassen. Und dann am Schluss haben wir halt alle irgendwie blutbesudelt dastehen. Und ich finde die Szene grandios, wenn Stu und Randy Sidney hinterherlaufen und ihr sagen... Oh, er ist der Mörder. Nein, er ist der Mörder. Er ist es. Lass mich nicht draußen hier mit ihm allein. Sie ist total gestresst von ihnen beiden und wir einfach nur ihre Ruhe haben und macht die Tür zu und schreit sie auch noch an.
Johannes Franke: Ja, ja, genau.
Florian Bayer: Finde ich super. Und dann haben wir halt einfach... Dann kommt Billy noch mal runter, der mit Blut besudelt ist und stellt sich heraus, er hat das alles nur gefakt. Es ist einfach toll. Es ist einfach so eine total eskalierte Szene mit viel Blut. Alle sind irgendwie blutbeschämt. Alle liegen irgendwie fertig da rum. Mhm. Und dafür überleben dann erstaunlich viele. Gail überlebt es? Ja. Dewey überlebt es? Yes.
Johannes Franke: Aber das war nicht geplant. Der hätte eigentlich tot sein sollen. Und dann haben sie den Film gezeigt und dann haben sie nochmal eine Szene nachgedreht, damit er dann im Krankenhaus landen kann und noch lebt.
Florian Bayer: Was auch total gut ist, weil er ist ganz wichtig für den zweiten und dritten Teil.
Johannes Franke: Ja, er ist auch einfach als Figur großartig. Also ich finde das so toll. Ich kann gar nicht richtig beschreiben, was der da spielt, was für eine Figur der da spielt.
Florian Bayer: Wenn er mit Unterhose bekleidet und mit der Waffe an das Telefon geht, nochmal an den Hörer. So adorable.
Johannes Franke: Ja, wir sind schon ziemlich fortgeschritten in der Zeit, Plur. Ich habe auch noch extrem viel aufgeschrieben, was ich aber alles gar nicht brauche. auch glaube ich, weil es gibt so viele Produktionsnotizen, die man alle noch irgendwie unterbringen könnte. Ja. ist gar nicht wichtig. Wir haben die wesentlichen Sachen besprochen vielleicht, oder? Wollen wir uns langsam in die Top 3 robben?
Florian Bayer: Lass uns mal in die Top 3 vorwagen.
Johannes Franke: Unsere Top 3. Wir haben eine Top 3. Plur, was wolltest du gerne für eine Top 3 haben?
Florian Bayer: Metafilme hatten wir, glaube ich, schon mal.
Johannes Franke: Wir hatten schon mal Metafilme, glaube ich.
Florian Bayer: Deswegen wollte ich dann einfach mal ganz banal die schönsten Masken ausfilmen.
Johannes Franke: Die Masken, die schönsten Masken.
Florian Bayer: Die besten Masken, nicht nur schönen. Also schöne Masken habe ich gar nicht dabei.
Johannes Franke: Oh, okay. Ja, ähm, bruh, ich muss anfangen, ne? Ich hab mal wieder nicht sortiert. Okay, ich hätte für dich auf Platz 3 Eyes Wide Shut.
Florian Bayer: Oh, diese Venedig-Maske, ne?
Johannes Franke: Diese alten, Rokoko-anmutenden... venezianischen Masken auf diesem, weiß ich nicht, was ist das? Dieser Org hier?
Florian Bayer: Ja, dieser Kult.
Johannes Franke: Ja, dieser Kult, der irgendwie... Ja, ist das nicht schön?
Florian Bayer: Jetzt sind wir bei Traumnovelle. Arthur Schnitzler.
Johannes Franke: Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich den Film wirklich mag, weil ich auch ein Problem mit... Ich finde...
Florian Bayer: Tom Cruise einfach nicht... Moment, bist du bei einer moralischen Bewertung seiner Persönlichkeit, bei seinem Schauspiel oder bei seinem körperlichen Aussehen?
Johannes Franke: Ich kann die Figur... nicht vom Schauspieler trennen meistens. Weil ich den Schauspieler so... seltsam finde und so. Ich habe immer, immer im Kopf, was ich von ihm persönlich obwohl ich ihn gar nicht persönlich kenne. Aber das, was man hört, ist immer so schrecklich. Und so wie er rüberkommt, ist immer so schrecklich für mich. dass ich immer Schwierigkeiten habe, ihn in Filmen zu sehen. Und das nicht trennen kann. Und deswegen habe ich bei dem Film auch Schwierigkeiten gehabt, Obwohl ich damals noch gar nicht so viel über ihn wusste, als ich den Film gesehen habe.
Florian Bayer: Ich finde er und Nicole Kidman zusammen, die sind ja nur in wenigen Szenen zusammen zu sehen, in den Filmen sind schon verzweifelt. Verdammt sexy. Die sind schon ein verdammt sexy Paar, wenn sie da so sitzen und zusammen joint rauchen und irgendwie dann so vorm Spiegel rum machen. Das hat schon was.
Johannes Franke: Ich weiß nicht warum, ich habe ihn gesehen als Jugendlicher, wo ich eigentlich in the prime of my sexual... Awakening gewesen wäre oder war, aber der Film hat mich mehr unangenehm berührt als alles andere.
Florian Bayer: Ich kann den Film nie so ganz von der Vorlage trennen und ich liebe die Vorlage. an der Vorlage ist, dass sie nicht so viel erklärt. Der Film erklärt am Schluss so viel und wir wissen eigentlich, was da passiert ist. Und die Vorlage passiert bleibt deutlich nebulöser. Aber der Film ist trotzdem gut. Ja, ist ja quasi der letzte Film von Kubrick. Der letzte Solo-Film von Kubrick. Ich finde den Film gut. Doch, also ich bin bei dir. Du hast ihn in die Liste gebracht.
Johannes Franke: Aber die Masken sind großartig.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Und die haben ja auch diese... Die sorgen für die richtige Atmosphäre, dass man nicht so unsicher ist. Man weiß, da sind Menschen, die erkennt, aber man sieht ihre Gesichter nicht und das ist so eine merkwürdige Stimmung. Komplett radikaler Gegenentwurf. Ich wollte mal neue Sachen nehmen. Es gibt so ein paar Sachen, die ich weggelassen habe, die ich hätte nehmen können. Ich habe auf meinem Platz drei Five Deadly Venoms aus dem Jahr 1978, ein Shaw Brothers Film, ein Martial-Arts-Film. Ich bin echt nicht der größte Martial-Arts-Fan.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Aber der ist echt unterhaltsam. Da geht es darum, dass ein Schüler von seinem Meister gesagt bekommt, naja, ich habe damals diese Typen ausgebildet. Und die haben alle unterschiedliche Kräfte. Zum Beispiel hat der die Kraft von einer Schlange und der hat die Kraft von einem Lizard und so weiter. Aber ich weiß nicht, ob die gut oder böse geworden sind. Könntest du mal nach dem Rechten sehen. Deswegen hast du jetzt die Kräfte von allen gekriegt. Und dann zieht der Schüler los, um herauszufinden, ob die gut oder böse sind. Dann haben wir diese Deadly Venoms und das sind halt Kung-Fu-Kämpfer mit Masken an. Und dann gibt es deren Pendant natürlich in der Realität. Also deren Pendant, die haben auch andere Jobs. Der eine ist Polizist, der andere ist Gangster und so weiter. Und manchmal gibt es eben diese Kampfszenen, wo sie diese wirklich schönen, krassen, bunten Und gleichzeitig so ein bisschen albern und auch so ein bisschen mysteriösen Masken tragen, wenn sie gegeneinander kämpfen. Man weiß nicht, wer sich hinter den Masken verbirgt, wer von denen wer ist, wer böse ist, wer gut ist und das ist einfach nett. Das ist ein Martial-Arts-Film aus den 70ern, so wie man sich so einen Kung-Fu-Film aus den 70ern vorstellt. Ein bisschen cooler Akrobatik, sehr alberner Story.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Die Masken sind geil. Der Film ist auch gut. Ich mag den Film.
Johannes Franke: Okay. Aber der ist nicht in der Liste gelandet wegen des Films, sondern schon wegen der Masken.
Florian Bayer: Ja. Ja, ich würde den Film auch, der Film würde auch so in den besten Lüsten von mir landen. Der Film ist gut, der macht wirklich Spaß. Also so ein Film, den man ironisch gucken muss, aber dann ist er toll. Vielleicht geb ich ihn dir mal.
Johannes Franke: Oh, oh, okay. Marshal Arts hatten wir schon. Muschel vielleicht nicht unbedingt zu oft.
Florian Bayer: Nein, wir hatten Wuscher.
Johannes Franke: Ja, stimmt.
Florian Bayer: Das ist nicht...
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Heute bringst du alles durcheinander. Slasher und Backwood Horror, Mushir und Martial Arts, Kung-Fu-Filme.
Johannes Franke: Alter, die kämpfen halt, was soll's.
Florian Bayer: ist, wir sind ein Filmpodcast.
Johannes Franke: Get your facts straight. Weißt du, die Folge ist wie dieser Film. Wir nehmen uns nicht ernst. Was soll's. Dein Nummer zwei. Mein Nummer zwei ist, egal welcher, aber Zorro. Perfekte Maske.
Florian Bayer: Niemand wird hinter dieser Maske versteckt.
Johannes Franke: Wir wissen sofort, wer es ist.
Florian Bayer: Ein schwarzer Lappen mit ausgeschnittenen Augen.
Johannes Franke: Ich liebe es. Ich find's toll. Das ist ja auch in allen Superheldenfilmen so und so. Suspension of Disbelief, dass man glaubt, sobald sich jemand so einen kleinen Lappen vor die Augen hält, dass man nicht mehr erkennt, wer es ist. Es ist großartig und bei Zorro ist es halt einfach die Uhr. Die Urversion dieses Tropes.
Florian Bayer: Okay, um mal so eine ganz krasse Bandbreite aufzumachen, wenn es um Zorro geht, lieber Aaron Flynn oder lieber Antonio Banderas?
Johannes Franke: Errol Flynn, aber nur, weil ich so ein, ja, einfach die gute alten Zeiten quasi immer feier. Und das hat... Eigentlich ist es nur eine Frage des Stils. Also, dass ich den Stil der alten Filme interessanter und spannender finde, als das, was dann mit Antonia Banderas passiert.
Florian Bayer: Ich bin ja echt überhaupt kein Zorro-Fan. Ich finde Antonio Banderas als Zorro schon ganz cool. Ich mag diesen Mitte-90er. Diesen Film, wo eigentlich kein Mensch gedacht hätte, dass man nochmal mit einem Zorro-Film Geld machen kann. Dann hat Antonio Banderas echt einen ganz guten Film mitgespielt, der
Johannes Franke: Es ist halt auch Antonio Banderas, muss man sagen. Der hat das halt auch getragen, das Ding. Also er hätte auch das Telefonbuch vorlesen können, es hätte funktioniert.
Florian Bayer: Und Errol Flynn, ich weiß nicht, ich bin nicht so ein Fan von den alten Errol-Flynn-Filmen. So was musst du mir mal geben. Ja, vielleicht musst du dir mal so was geben.
Johannes Franke: Ja, mal gucken.
Florian Bayer: Mein Platz zwei ist ein Film, den ich auch schon mal genannt habe, nämlich Frank aus dem Jahr 2014. Oh, stimmt. als Mastermind und Sänger von einer experimentellen Indie-Rockband.
Johannes Franke: Und der ist nie zu sehen eigentlich.
Florian Bayer: Der einen riesigen Styropor-Plastik-Holzkopf als Maske trägt. Und ein ganz tolles bewegendes Drama, irgendwie zwischen Tragikomödie und Drama. über diese Band und über jemanden, der neu in diese Band kommt und wie die versuchen, ein Album aufzunehmen und an ihren eigenen Ansprüchen scheitern. Absolut liebenswert. Toller Film.
Johannes Franke: Ist das nur so ein Gimmick, dass er das Ding trägt?
Florian Bayer: Nein, er hat richtige Probleme. Es wird später erklärt, warum er das trägt und es gibt auch die eine Szene, wo er die Maske, glaube ich, verliert. Es ist nicht Gimmick, es ist seine Lebensweise und es gibt Gründe dafür.
Johannes Franke: Ich würde an Platz 1 gerne, typisch für Johannes vor 20 Jahren, die Maske. Jim Carrey. Oh, Comic. Naja, Realfilm-Comic quasi. Und es gibt einfach niemanden, der mir einfallen würde, außer Jim Carrey, der das hätte... hinkriegen können, das so zu machen. Und es ist natürlich over the top und es ist total albern und ich glaube, es gibt sehr viele Menschen da draußen, die sich diesen Film nur fünf Minuten lang angucken können und dann sagen, um Gottes Willen, mach's aus, ich krieg Augenkrebs. Aber... Ich fand den Film so großartig und unterhaltsam.
Florian Bayer: Ich versuche gerade irgendwie einen Gag zu formulieren, der was mit CGI zu tun hat. Weil der Film hat natürlich viel CGI, aber jetzt irgendwie so einen Witz zu machen, dass er gar kein CGI hat und dass das alles wirklich Jim Carreys Gesicht ist. Ist ein guter Film. Ich frage mich, wie gut der gealtert ist. Das frage ich mich auch. Das ist ein 90er Jahre Produkt und die Special Effects werden mit Sicherheit... etwas Out-of-State wirken.
Johannes Franke: Definitiv.
Florian Bayer: Ja, wäre auch mal interessant, ihn wiederzugucken, auch so im Hinblick auf neue Comic-Verfilmungen. Ich würde mir ja wünschen, ich bin ein großer Fan der Mask Comics.
Johannes Franke: Echt?
Florian Bayer: Die sind fantastisch und die sind ganz anders als der Film. Ich mag den Film auch. Aber der Film ist eine brave Umsetzung der Comics. Die Comics sind deutlich zynischer, misantropischer und es gibt auch nicht so einen Protagonisten als Helden. sondern wechselnde Protagonisten und die Maske ist eigentlich der Protagonist. Und zum Beispiel die Rolle, die Jim Carrey in dem Film spielt, die Figur kommt auch im ersten Comic vor. Und ist da ein total krasser Choleriker, der am Schluss von seiner Frau erschossen wird.
Johannes Franke: Geil.
Florian Bayer: Das hätte ich aber auch gerne gesehen. von Dark Horse, unter Dark Horse veröffentlicht. Also düsterer und abgefuckter als das, was man von Marvel oder DC kennt.
Johannes Franke: Geil. Okay.
Florian Bayer: Auf jeden Fall lesenswert. Lies, ähm, Entschuldigung, ich will deinen Film... Platz 1 nicht kapern, aber lest euch unbedingt die Mastercomics durch. Es gibt mehrere Bände davon.
Johannes Franke: Okay. Geil. Dein Platz 1.
Florian Bayer: Mein Platz 1. Ich bin im Slasher. Ich bin im Horror. Michael Myers aus Halloween hat einfach eine geile Maske, weil es ist die unheimlichste Horrorfilm-Maske, die ich kenne. Es ist einfach voll gruselig, diese Dieses ausdruckslose Gesicht, dieser Gipsabdruck, es ist William Shatner, ne?
Johannes Franke: Es ist William Shatner?
Florian Bayer: Es ist ein Gipsabdruck von William Shatner aus einer Star Trek Episode, die sie dafür genommen haben.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Und es ist einfach nur dieses leere Gesicht mit den Löchern, wo Augen sein sollten. Man weiß, da ist ein Mensch dahinter, aber sobald er diese Maske anhackt, wirkt er nicht mehr wie ein Mensch. Im ersten Teil schon verliert er die Maske und kriegt kurz seine Menschlichkeit zurück. Man sieht, er ist eigentlich ein... Er ist einfach geistig krank.
Johannes Franke: Achso, okay. Ich dachte, das wäre so ein attraktiver Johnny Depp-Typ aus den 90ern.
Florian Bayer: Aber ja, die Maske macht ihn so unheimlich und so übermenschlich und die Verkörperung des Bösen und besser hat es einen Slasher nie getroffen.
Johannes Franke: Na gut.
Florian Bayer: Ich habe dir ja ehrlicherweise, ich habe mir überlegt, dir Halloween zu geben und dann dachte ich, ich gebe dir lieber einen Film, bei dem du auch ein bisschen Spaß hast, weil Halloween ist halt ohne die Meta-Ebene und ohne die Ironie und Halloween ist einfach nur knallharter Slasher von Anfang bis Ende.
Johannes Franke: Okay, dann bin ich dir sehr dankbar. Warum haben wir in dieser Liste Darth Vader nicht drin?
Florian Bayer: Weil ich nicht sowas nehmen wollte. Starfader habe ich bei meinen Honorable Mentions stehen. Ist natürlich eine coole Maske.
Johannes Franke: Ist eine gute Maske, ne? finde ich nämlich auch eigentlich.
Florian Bayer: Warum hast du nicht die Babymaske aus Brasil genommen? Die ist nämlich auch ziemlich geil, wenn er verhört wird. Und wenn unser Protagonist verhört wird von seinem besten Freund, dann sitzt er in diesem... In diesem Sessel und der ist über ihn gebeugt und trägt diese irre, absurd, gruselige Babymaske.
Johannes Franke: Sehr, sehr gruselig. Aber geiler Moment. Sehr gut inszeniert.
Florian Bayer: Nur ein paar Sekunden zu sehen. Aber auch eine coole Maske.
Johannes Franke: Ja, hast du noch Honorable Mentions oder ist es irgendwie?
Florian Bayer: Wir können wieder zurückspringen in den Filmen.
Johannes Franke: Das war unsere Top 3. Haben wir denn noch irgendwas?
Florian Bayer: Ich möchte zumindest einmal kurz erwähnen, wir können auch gleich zu unserem Urteil kommen. Scary Movie war der Arbeitstitel des Films und ein paar Jahre später sollte ja dann ein Scary-Movie rauskommen, der auch unter... auch von Miramax produziert wurde, also von den Produzenten, also von den Weinsteins, die quasi diesen Film gemacht haben. Das Problem ist bei Scary Movie, hast du den gesehen?
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Es ist ein Spoof auf diesen Film. Ja. Es zeigt einfach hervorragend, dass man keine krasse Parodie von einer subtilen Parodie machen kann. Ich mag Scary Movie nicht. Also auch den ersten Teil, der wird von vielen so hochgehoben als noch ein wirklich guter Film davon. Es gibt ja auch tausend Teile. Er ist halt so wie ein Zucker-Abrahams-Film. Also einfach eine Derbe-Parodie von... von Scream. Und es funktioniert einfach nicht, weil Scream selbst schon Parodie ist und du kannst es einfach nicht machen, es funktioniert nicht. Und Scary Movie macht so, als ob Scream das unabsichtlich gemacht hätte, was es absichtlich macht.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Ja, funktioniert leider nicht. Scream dagegen ist für mich eine wirklich gute Mischung aus Horror und selbstreferentieller Ironie, die die Balance gut hinkriegt, also die ganze Zeit, dass, finde ich, wirklich stark ein Horrorfilm bleibt. Mhm. Ein Slasher-Film bleibt und es trotzdem schön aufpoliert mit Ironie, mit Meta-Ebenen, mit Referenzen. Im Mittelteil vielleicht ein bisschen lamer, als ich in Erinnerung habe. Da auch vielleicht nicht so gut gealtert. Aber allein schon wegen dem ersten Drittel und wegen dem letzten Drittel. absolut sehenswert und vor allem der Schluss gehört für mich zu den coolsten Finalen in Horrorfilmen überhaupt.
Johannes Franke: Mhm. Ich möchte, bevor ich mein Urteil rausblase, noch ein, zwei kleine Sachen erwähnen. Zum Beispiel, dass Drew Barrymore... Tatsächlich während der Dreharbeiten unabsichtlich die Polizei angerufen hat. Und die mehrmals, dann irgendwann haben sie auch zurückgerufen und gefragt, Alter, was macht ihr da? Und dann haben sie das Telefon abgestellt. Und es gibt ein T-Shirt, auf dem steht I survived scene 118. Das ist die Partyszene, die 42 Minuten lang dauert und die haben 21 Drehtage dafür gebraucht und das ist echt, echt hart. Alles in diesem einen Haus, was wir da irgendwie gefunden haben?
Florian Bayer: Stus großartiges Elternhaus ohne Eltern.
Johannes Franke: Und ich finde es sehr, sehr spannend, dass sie tatsächlich die erste Woche gar nicht so richtig gut anliefen im Kino. sondern das wirklich dann erst über Mundpropaganda eine Woche nach der anderen... der Film besser und besser und besser im Kino lief.
Florian Bayer: Budget von 14 oder 15 Millionen. Ein Box-Office von über 170 Millionen. Es ist echt krass, ne? Teilweise wurden Drehorte noch danach ausgesucht, dass sie günstiger sind. Deswegen haben sie in Vancouver gedreht. Das hat einen ganz schönen Ärger mit der Schule, in der sie gedreht haben. Die wollte das dann nämlich nicht.
Johannes Franke: Die haben das Drehbuch gelesen und dann haben sie... Kurz vorher, vor dem Dreh, haben sie gesagt, oh, wir haben mal nachgelesen. Nein, das dreht ja auf gar keinen Fall bei uns. Die haben schlechte Erfahrungen schon vorher gehabt und es ist wohl so, dass es auch irgendwie... Morde oder sowas gab, an die das ganz ungünstig erinnerte dann auch. Und deswegen kann ich die Entscheidung voll verstehen, aber er hat dann im Abspann auch noch geschrieben. No thanks to this school.
Florian Bayer: Santa Rosa City School District Governing Board.
Johannes Franke: Das ist ein bisschen ein Arschloch-Move, finde ich. Es ist nicht, also ich meine natürlich ist man nicht begeistert, wenn einem die Location dann kurz vorher absagt, aber naja, das muss vielleicht nicht sein.
Florian Bayer: Ich möchte die Gelegenheit noch einmal ergreifen. Ich habe es einfach nicht untergekriegt in der Episode, mich einmal zu verbeugen vor Wes Craven, der leider im Jahr 2015 gestorben ist. Einer der größten Horrorfilm-Regisseure unserer Zeit, der... Seit den 70ern Last House on the Left, was übrigens ein Remake war von einem Ingmar Bergmann Film.
Johannes Franke: Oh, okay.
Florian Bayer: Der seit den 70ern grandiose Horrorfilme macht und man hat immer das Gefühl, er will eigentlich kein Horrorfilmregisseur sein. Er hat immer mal wieder versucht, andere Filme zu machen. und ist immer wieder zurück beim Genre gelandet und hat so oft Sachen abgelehnt zu drehen, weil er einfach nicht nur Horrorfilme drehen wollte. Und genau deswegen, aus diesem Grund, sind seine Filme, seine Horrorfilme auch immer ein Stück mehr. verarbeiten, gesellschaftliche Themen, politische Themen. Last House on the Left ist eigentlich ein ganz große Parabel auf das Funktionieren von Familie auf Rache und Sühne. The Hills Have Eyes ist eine Auseinandersetzung mit dem Amerika, das die Leute auf dem Land zurückgelassen hat und mit der Angst vor Atomkriegen. Nightmare on Elm Street ist die Auseinandersetzung mit dem Horror, der in der Kleinstadt schlummert. Freddy's New Nightmare ist genauso wie Scream eine großartige, artige Auseinandersetzungen mit dem Horror-Genre an und für sich, mit ganz viel Ironie. Und Wes Graven hat auch viele Filme gemacht, die eher so durchschnittlich waren. Aber wenn Wes Craven richtig gut war, dann war er verflucht gut. Und dann hat er es wirklich geschafft ... Horror zu erzählen und gleichzeitig da Sachen reinzuweben, die man in einem Horrorfilm so nicht erwarten würde.
Johannes Franke: Was ja in diesem Film tatsächlich passiert, also auch als Auseinandersetzung mit dem Genre an sich, für mich war es eben einfach und jetzt zu meinem Urteil. Für mich war es einfach als nicht gerade Liebhaber dieses Genres. ein Zacken zu drüber als selbstreferenzielles Ding, weil man alle paar Minuten das um die Ohren gehauen bekommt, das Ding. Und ich dann denke, ja, okay, ich bin nicht Teil der ganzen, I'm not in on the joke, aber du versuchst es mir trotzdem zu verkaufen. Irgendwie funktioniert es nicht ganz. Aber es gibt sehr, sehr viele schöne Momente, es gibt sehr, sehr viele gute Ideen und ich kann dem Ganzen das geben, was du darin siehst. Aber da schon das Slasher-Genre an sich nichts für mich ist, geht das natürlich an mir als Zul-Publikum vorbei. Das tut mir sehr leid. Aber not my cup of tea. Pech gehabt.
Florian Bayer: Wenn ihr wissen wollt, welchen Film von Johannes ich dafür nächste Woche zerreißen werde.
Johannes Franke: Oh nein!
Florian Bayer: Bleib dran.
Johannes Franke: Okay, ich werde mir aussuchen, was du zerreißen darfst. Vielen Dank.
Florian Bayer: Dank euch fürs Zuhören. Ich kann nur empfehlen, guckt euch die alten Slasher-Filme an, zumindest so ein, zwei, um einfach mal zu sehen, was für merkwürdige Subgenres der Horror hervorgebracht hat. Und was für formalisierte Subgenres. Und wenn ihr Slasher-Filme guckt, dann guckt die guten. Und das sind Halloween, Nightmare on Elm Street und Scream. Das sind die drei guten. Slasher-Filme.
Johannes Franke: Have you seen one? Have you seen all?
Florian Bayer: Pass auf, sonst gebe ich dir noch Halloween.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Vorsicht.
Johannes Franke: Johannes, vielen Dank. Ja, Flor, vielen, vielen Dank, dass du mich durch alle Subgenres des Horrorfilms durchschleppst und ich... immer mal wieder auf dich einschlagen darf. Dann als Dank. Und was nächste Woche ist, hört ihr gleich.
Florian Bayer: Bis dahin. Ciao.
Johannes Franke: Ciao. Leute, es wird eine volle Woche. Ihr müsst vier Filme gucken. Du musst vier Filme gucken.
Florian Bayer: Oh mein Gott. Okay, ich bin bereit.
Johannes Franke: Moment, du sagst einfach so, ja okay, ich bin bereit. Matrix. Egal, ob jetzt Matrix oder was anderes, aber ich sag dir einfach so, du musst jetzt vier Filme gucken und du sagst, kein Problem.
Florian Bayer: Es gibt nur wenige Filmreihen, die vier Filme haben. Das ist eine Filmreihe, oder?
Johannes Franke: Ja, sonst wären es keine vier Filme.
Florian Bayer: Es gibt nur wenige Filmreihen, die vier Filme haben und meistens ist es dann doch so aus Hollywood. Das heißt, es wird, gucken wir schnell weg.
Johannes Franke: Also es gibt da aus Tokio einen Filmemacher, der hat eine ganz großartige vierteilige... Was hast du denn für mich?
Florian Bayer: Ich habe einen Indiana Jones für dich. Wunderbar. Ja, cool. Oh, der vierte.
Johannes Franke: Ja, es wird einen fünften geben. Ja, stimmt. Mit Phoebe Waller-Bridge. Der kommt dieses Jahr raus. Der kommt dieses Jahr raus und zwar bald. Und wenn diese Folge rauskommt, wird er auch noch viel baldiger rauskommen und deswegen müssen wir alle vier Filme vorher besprechen. Und ich nagel dich jetzt schon drauf fest, wir werden auch den neuen Film zusammen gucken müssen.
Florian Bayer: Oh, krass. Ja, okay, super, machen wir. Und dann machen wir wahrscheinlich zwei Episoden draus. Vier Filme in einer Episode. Das stimmt.
Johannes Franke: Vielleicht hast du recht.
Florian Bayer: Also guckt euch für nächste Woche vielleicht die ersten beiden an. Ja, genau. Und dann machen wir das ganz krass in der Mitte einfach so einen Cut, auch wenn das nicht so ganz hinhaut, weil der fährt ja sehr spät.
Johannes Franke: Ja, das kriegen wir hin. Das ist kein Problem.
Florian Bayer: Wir machen einen Cut und wir besprechen nächste Woche Indiana Jones. Eins und zwei. Ja, Moment. Jäger des verlorenen Schatzes und Tempel des Todes.
Johannes Franke: Oh, wow. Ich bin beeindruckt.
Florian Bayer: Und dann die Woche drauf, den... Dritten und vierten. Letzten Kreuzzug und irgendwas mit Kristallschädel.
Johannes Franke: Oh mein Gott.
Florian Bayer: Ja, ich liebe Indiana Jones. Nur nicht den vierten.
Johannes Franke: Nur nicht den vierten?
Florian Bayer: Ja. Aber den vierten hab ich auch nur einmal gesehen.
Johannes Franke: Aber der zweite ist vollkommen okay.
Florian Bayer: Reden wir dann früher. Ich glaube, ich werde vielleicht wieder ein, zwei Takes raushauen, mit denen du nicht einverstanden bist.
Johannes Franke: Oh oh. Okay. Ich bin gespannt drauf. Schaut euch gerne alles nochmal an oder lasst es. Ihr habt es sowieso im kulturellen Gedächtnis. Wir hören uns nächste Woche wieder mit Indiana Jones 1.2.
Florian Bayer: Sehr cool. Bis dann. Bis dann. Ciao.
