Episode 12: Mary Poppins Returns, Commando
Auf zu unserer zwölften Episode. Nachdem wir beim letzten Mal mit The Hateful Eight und Serkarlo heavy Stuff besprochen haben, wird es dieses Mal deutlich beschwingter, fröhlicher und lustiger. Mary Poppins returns aus dem Jahr 2018 ist der Versuch Disneys den Zauber des klassischen Familienmusicals wiederaufleben zu lassen. Commando aus dem Jahr 1985 nimmt sicht dagegen ernst… todernst… und ist eben gerade darum umso witziger. Einmal Peak 80er Action, einmal Peak Disney Nostalgiewelle. Zusätzlich gibt es natürlich wieder unsere Toplisten. Dem Anlass entsprechend, reden wir über die besten Kombinationen von Realfilm und Trickfilmkunst, sowie die besten „so bad it’s good“-Movies.
Mary Poppins returns [Paul Greengrass]
(USA 2018)
54 Jahre nachdem die erste Verfilmung der gleichnamigen Kinderbuchreihe das erste mal Kinderherzen erfreute, kam 2018 endlich die lang und heiß ersehnte Fortsetzung in die Kinos. Mit Songs, mit Zeichentrick und Realfilmverquickung und tatsächlich einem Teil der Figuren aus dem ersten Film. Natürlich Mary Poppins, aber auch den Banks Kindern, die inzwischen erwachsen geworden sind und mit ihrem Leben hadern. Ganz besonders Michael Banks, der seine Frau verloren hat, und nun in dem Haus seiner Kindheit mit seinen drei Kindern und seiner Schwester lebt, allerdings in Geldnot. Das Haus geht an die Bank, die schon im ersten Teil eine düstere Rolle spielt, sofern Michael nicht den Kredit innerhalb weniger Tage zurückzahlen kann.
Commando [Mark L. Lester]
(USA 1985)
Nahezu jedes Genre hat seinen ultimativen, die dazugehörigen Tropes klar umreißenden und die Schublade definierenden Film: Wer an Tierhorror denkt, kommt am weißen Hai nicht vorbei, wer über Space Operas redet, muss über Star Wars reden, und wer an 80er Action denkt, dem muss als erstes Commando beziehungsweise Das Phantom Kommando aus dem Jahr 1985 in den Sinn kommen. Dieser Film ist Peak 80er Action: Wilde Verfolgungsjagden, übertriebene Explosionen, Waffenfetischismus, zahllose Schusswechsel, coole Oneliner, eine Liebe zum militärisch geschulten Einzelkämpfer, muskolöser Machoismus und unser Aller liebster Bodybuilder made in Austria Arnold Schwarzenegger. Dieser spielt den ehemaligen Offizier John Matrix, der mit seiner kleinen Tochter zurückgezogen in den Bergen. Die Idylle wird jedoch von dem brutalen Exdiktator Arius gestört. Der will die Macht im fiktiven Staat Val Verde zurückerlangen und hofft dabei auf Matrixs Hilfe. Kurzerhand entführt er dessen Tochter und zwingt ihn, nach Val Verde zu reisen, um den dortigen demokratisch gewählten Präsidenten zu ermorden. Aber Arnie wäre nicht Arnie, wenn er dieses Spiel einfach so mitspielen würde. Er begibt sich auf eine epochale Rettungsaktion, bei die Muskeln gestrafft und Häuser in die Luft gesprengt werden, sowie zahllose Bösewichter begleitet von coolen Onelinern ins Gras beißen:
Laut, schnell, Over the Top, geistlos und voll versteckter, bizarrer Komik. Hattest du auch so viel Spaß wie ich bei dieser kulturellen Zeitreise, Johannes?
Transkript
Um den Zugang für Menschen mit Behinderungen zu erleichtern und um eine Volltextsuche nach Themen zu ermöglichen, haben wir beschlossen unsere Gespräche auch als Transkription zur Verfügung zu stellen.
Allerdings muss man dazu sagen, dass die heutigen Techniken automatisiert Transkriptionen herzustellen, doch immer wieder an ihre Grenzen stoßen und streckenweise unlesbare Texte hervorbringen. Eine händische Korrektur der Texte, ist ein Aufwand, der die Möglichkeiten dieses Podcasts bei weitem übersteigt. Trotz dieser Nachteile, überwiegen für uns die Vorteile einer (wenn auch fehlerhaften) Verschriftlichung.

Sie können das Transkript aktivieren und mitlesen, indem sie oben im Player auf dieses Symbol klicken.
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 12: Mary Poppins Returns, Commando Publishing Date: 2021-03-24T16:19:10+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/03/24/episode-12-mary-poppins-returns-commando/
Florian Bayer: Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast?
Johannes Franke: Nein, eigentlich nicht, aber ich...
Florian Bayer: Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können.
Johannes Franke: Wie wäre es mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee.
Florian Bayer: Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme.
Johannes Franke: Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest.
Florian Bayer: Das heißt so Musicals aus den 50ern?
Johannes Franke: Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme?
Florian Bayer: Mit russischen Untertiteln. Von mir, für dich.
Johannes Franke: Oh Gott, okay.
Florian Bayer: Aber du weißt, dass das für eine Menge Streit sorgen kann.
Johannes Franke: Definitiv.
Florian Bayer: Das wird lustig. So.
Johannes Franke: Auf geht's. Auf geht's. Folge 12. Wuhu.
Florian Bayer: Und heute mit einer tollen Mischung. Wir haben einmal wunderschöne, zuckersüße Familienunterhaltung und einmal Mary Poppins.
Johannes Franke: Ja, Arnold Schwarzenegger, der Aube Bock sagt. Und Mary Poppen, die tatsächlich zurück ist. Employer, wollen wir erstmal kurz erklären, was wir überhaupt machen? Wir erklären uns nie so richtig, in letzter Zeit haben nie wieder so richtig gesagt, wer wir eigentlich sind, was wir wollen vom Leben. Plor, wer bist du?
Florian Bayer: Ich will, ich bin Plur. Was ich will, Filme schauen. Was ich noch mehr will mit Johannes, über Filme streiten und diskutieren.
Johannes Franke: Ich bin der Johannes. Willkommen in der Selbsthilfegruppe. Ich muss mir ständig Filme von Plur anschauen. Und naja, wir unterhalten uns dann darüber, wie dieser Film vielleicht dem anderen ein bisschen den Horizont erweitert hat. dazu geführt hat, dass man sagt, die gucke ich nie wieder.
Florian Bayer: Dass sich der Horizont komplett verschließt. Wir haben einen unterschiedlichen Filmgeschmack und wir geben uns jede Woche Hausaufgaben auf. Und auch diese Woche gab es wieder Hausaufgaben. Johannes, was hast du mir aufgegeben?
Johannes Franke: Ich habe dir Mary Poppins Returns gegeben, was so das Zuckersüßeste ist, was mir einverfallen ist. ich habe ihn vorher noch nicht gesehen, deswegen konnte ich noch nicht so richtig beurteilen, wie ich ihn mögen würde Ich bin gespannt, wie dein Urteil jetzt aussieht.
Florian Bayer: Ich habe ihn auch nicht gesehen.
Johannes Franke: Und was hast du für mich?
Florian Bayer: Ich hatte für dich Kommando, den ich in uns auswendig kenne. Mit Arnold Schwarzenegger 1985.
Johannes Franke: Den kennst du auch noch auswendig?
Florian Bayer: Natürlich.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Und ich kann mir schon denken, wie dein Urteil darüber sein wird. Aber wir werden sehr viel zu reden haben. Wir werden uns unterhalten über Mary Poppins. Sowohl über den Original, zumindest werden wir den anschneiden, als auch über Mary Poppins Rückkehr. Wir werden Viel über Musicals für Kinder wahrscheinlich und über Zeichentrick, der mit der Realität gekreuzt wird.
Johannes Franke: Ich bin gespannt.
Florian Bayer: Und wir werden uns über 80er Jahre Action unterhalten und über die merkwürdigen Tropes dieses Genres und natürlich über Arnold Schwarzenegger.
Johannes Franke: Oh Gott, können wir bitte die 80er Jahre Tropes hinter uns bringen als erstes und danach können wir dann entspannt über Mary Poppins reden.
Florian Bayer: Du willst einfach nur durch sein, kann das sein?
Johannes Franke: Vielleicht.
Florian Bayer: Na gut, dann legen wir los mit dem ersten Film. Kommando. oder Phantomkommando aus dem Jahr 1985. Nahezu jedes Genre hat seinen ultimativen, die dazugehörigen Tropes klar umreißenden und die Schublade definierenden Filmen. Wer an Tierhorror denkt, kommt am weißen Hai nicht vorbei. Wer über Space Operas redet, muss über Star Wars reden. Und wer an 80er-Action denkt, der muss als erstes Kommando, beziehungsweise deutscher Titel, das Phantom-Kommando aus dem Jahr 1985 in den Sinn kommen. Dieser Film ist Peak 80er Action. Wilde Verfolgungsjagden, übertriebene Explosionen, Waffenfetischismus, zahllose Schusswechsel, coole One-Liner, eine Liebe zu militärisch geschulten Einzelkämpfern, muskulöser Machoismus ... Und unser allerliebster Bodybuilder made in Austria, Arnold Schwarzenegger. Dieser spielt den ehemaligen Offizier John Matrix, der mit seiner kleinen Tochter zurückgezogen in den Bergen lebt. Die Idylle wird jedoch von dem brutalen Ex-Diktator Arius gestört. Der will die Macht im fiktiven Staat Valverde zurückerlangen und hofft dabei auf Matrix-Hilfe. Kurzerhand entführt er dessen Tochter und zwingt ihn nach Valverde zu reisen, um den dortigen demokratisch gewählten Präsidenten zu ermorden. Aber Arnie wäre nicht Arnie, wenn er dieses Spiel einfach so mitspielen würde. begibt sich auf eine epochale Rettungsaktion, bei der die Muskeln gestrafft und Häuser in die Luft gesprengt werden, sowie zahllose Bösewichte begleitet von coolen One-Linern ins Gras beißen. Laut, schnell, over the top, geistlos und voller versteckter, bizarrer Komik. Hattest du auch so viel Spaß wie ich bei dieser kulturellen Zeitreise, Johannes?
Johannes Franke: kulturelle Zeitreise? Ist das eine adäquate Zusammenfassung für diesen Film? Ich weiß ja nicht...
Florian Bayer: Wenn man verstehen will, wie das 80er Jahre Actionkino tickt, mit all seinem Konservatismus. Mit all seinen merkwürdigen Ticks und Macken, dann muss man diesen Film gesehen haben.
Johannes Franke: Okay, da möchte ich dir auf jeden Fall recht geben. Wenn man einmal verstanden haben möchte, wie dieses Genre funktioniert, um es möglichst zu meiden danach, dann muss man diesen Film gesehen haben.
Florian Bayer: Ich sehe schon, wo die Reise hingeht.
Johannes Franke: Nein, also natürlich hatte ich Spaß.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also da kommt da nicht drum rum, wenn man einfach, man muss sich einfach dann zurücklehnen und sagen, okay. Gut, ich werfe alles aus dem Fenster, was mir wichtig gewesen wäre für einen sinnvollen Film. Und dann bin ich auch dabei. Ist schon okay.
Florian Bayer: Ja. Das Gute ist ja, er führt uns kurz auf die falsche Fährte. Weil man könnte meinen, wenn man die ersten Szenen sieht, es ist ein knallharter Surrender. Wenn Arnis Truppe einer nach dem anderen ermordet wird. Und dann haben wir aber diesen tollen Schnitt auf Arnold Schwarzenegger.
Johannes Franke: Als Holzfäller. Nein, also der Anfang, der Anfang. Du hast erstmal nichts von Arnie. Du siehst erstmal, wie jemand in dein Auto steigt und einfach aus dem Autohaus durch die... Fensterfront durchfährt. Da weißt du schon, dass du eigentlich nicht viel vom Film erwarten kannst. schon krass. Sie haben den Schwarzen, der finstert reinblickt, nix sagt, sich ins Auto setzt und losfährt.
Florian Bayer: Wir haben unseren Bösewicht.
Johannes Franke: Also irgendwie, weiß nicht. Naja, aber das ist gut. dass es mir das gleich am Anfang sagt, so kann ich Arnold Schwarzenegger gleich mit der richtigen Attitüde begegnen und kann gleich... Feiern, wie sie im Grunde seine erste Einstellung nur auf seine Muskeln erstmal, da eine Detailaufnahme von Muskeln, da eine Detailaufnahme von Muskeln. Und dann ein fetter Baumstamm, den er durch den Wald trägt, nach Hause.
Florian Bayer: Es schreit alles Anabolika auf.
Johannes Franke: Oh Gott, ist das hart.
Florian Bayer: Man muss tatsächlich dazu sagen, es war eigentlich so der ... Wir sind ja tatsächlich noch in der Arnie-Frühphase.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Also es ist ein dritter großer Film. Nach Terminator, wo er den Bösewichten gespielt hat. Und ... nach Conan der Barbar, wo er den Barbaren gespielt hat. Und Arnie hat tatsächlich diesen Film auch angenommen. Nach eigenen Worten, weil er endlich mal nicht als Barbar in Unterhose rumläuft im Bärenfeld.
Johannes Franke: Und keine Maschine ist.
Florian Bayer: Ja, sehr schön. Aber eigentlich ist er ja beides in dem Film. Er ist sowohl Barbar als auch Maschine, weil dieser John Matrix, dieser Protagonist, er ist unbesiegbar.
Johannes Franke: Er kann einfach alles. Er nimmt einfach mal so eine Telefonzelle mitsamt Mensch, reißt sie aus der Wand und wirft. Es gibt gleich am Anfang diese Zähne, wo fünf
Florian Bayer: sechs Leute mit Maschinengewehren, mit bezückten Maschinengewehren um ihn rumstehen und ihm ist das scheißegal. Er schnappt sich einer nach dem anderen. Die kommen natürlich auch überhaupt nicht auf die Idee, auf ihn zu schießen. Das ist doch absurd. Sondern lassen sich einfach im Nahkampf einer nach dem anderen niederstrecken, bis er dann endlich überwältigt wird und K.O. geschlagen.
Johannes Franke: Auf dieses Thema, dass Arnie nun völlig unbeeindruckt von Waffen ist und es schafft, die Leute dann in einen Nahkampf zu zwingen. Das werden wir auch am Ende, wenn es um die Schlusspointe geht, nochmal. Also das hat mich wirklich nachhaltig verstört, aber gut, kommen wir später dazu.
Florian Bayer: Den Superbösewichten. Was für ein fantastischer Bösewicht.
Johannes Franke: Bennet. Bennet sieht aus wie eine Mischung aus Village People, Das A-Team und Rocky Horror Picture Show.
Florian Bayer: Und Ryan Wells, der Schauspieler, hat gesagt ... Sein Look wäre Freddie Mercury on steroids.
Johannes Franke: Oh nein, wie geil. Ja, es passt.
Florian Bayer: Ja, total, oder? Oh mein Gott. Und es gibt ja auch durchaus diese latent homoerotischen Subtöne.
Johannes Franke: Eigentlich ist Bennet in Schwarzenegger verliebt, oder?
Florian Bayer: Definitiv. Er ist in ihn verliebt und er kommt nicht damit klar, dass er verstoßen wurde, weil er wurde aus Schwarzeneggers super duper Militärtruppe rausgeworfen irgendwann.
Johannes Franke: Oh, wow.
Florian Bayer: Und seitdem will er sich rächen und das ist sein großes Ziel und deswegen arbeitet er auch mit dem Diktator, der zwar der eigentliche Oberbösewicht ist, aber... deutlich zurücksteht hinter diesem Bennet. Deswegen arbeitet er mit dem zusammen.
Johannes Franke: Plur, möchtest du Tee?
Florian Bayer: Ja, bitte.
Johannes Franke: Ich brauche Tee.
Florian Bayer: Aber wir haben ja auch Es gibt ja auch den ausgleichenden Faktor in diesem Film. Östrogen. In Form von ... der bezaubernden Alissa Milano.
Johannes Franke: Ich habe sie erst nicht erkannt. Dann habe ich gedacht, oh mein Gott, wie cool ist das denn? Und Ich habe mir nur darum Sorgen gemacht, weil ich gleich als erstes festgestellt habe, das Kind spielt besser als Arnie. Und da habe ich das erste Mal gedacht, ich müsste mal rausfinden, wer dieses Kind ist und ob sie noch mehr gemacht hat. Und dann habe ich aber nach ein paar Mal hinschauen gemerkt, ach nein, die kenne ich doch.
Florian Bayer: Mhm.
Johannes Franke: Ich glaube, ich kenne sie vor allem aus diesem, ist das Charmed? War sie bei Charmed dabei? Charmed. Krass, Mann.
Florian Bayer: Offensichtlich kennst du sie daher, sonst hättest du sie erkannt. Ich kenne sie vor allem aus Wer ist hier der Boss? 80er-Jahres-Sitcom und davon hatte sie auch schon zwei Staffeln gedreht, bevor sie bei dem Film angefangen hat.
Johannes Franke: Ach so.
Florian Bayer: Und wer ist hier der Boss ist, so ein bisschen auf Peak 80er Sitcom.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Kennst du wahrscheinlich auch? Das war ihre erste große Rolle. Da spielt sie das kleine Mädchen, die Tochter des Haushälters.
Johannes Franke: Das habe ich auch nicht mehr im Kopf, dass sie das war.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Krass, Mann. Ja.
Florian Bayer: Eine Kinderdarstellerin, die es offensichtlich geschafft hat, auch danach noch Sachen zu drehen und sowohl konstant Zeug abzuliefern. Wenn ich jetzt nach ihrem Lebenslauf google, kommen bestimmt ganz schreckliche Geschichten raus. Über Drogen und elterlichen Missbrauch und ähnliches.
Johannes Franke: Das befürchte ich halt auch. Willst du mal googeln, weil das interessiert mich jetzt, ob sie so ein McCallick-Halkin-Typ war oder ob sie dann so ein, weiß ich nicht, oder so Olsen-Zwillinge mäßig?
Florian Bayer: Es gibt Tatsächlich bei jungen Darstellern, die als Kinder Erfolg hatten, gibt es nur wenige. die es irgendwie geschafft haben, ohne krasse Drogenerfahrungen, ohne Selbstmordversuche oder sonstiges.
Johannes Franke: Das ist ganz schön krass, ne? Ich frage mich, wie das mit denen ist, die jetzt gerade oben sind. Also so, wie heißt sie, die von Stranger Things? Millie Bobby Brown?
Florian Bayer: Ja, ich glaube, es ist heutzutage ein bisschen entspannter, weil die 90er waren auch echt hart. zu ihren Kindern und Jugendlichen. Und mittlerweile gibt es so ein bisschen mehr Sensibilität, was das betrifft. Wir nehmen diese Episode Anfang März auf und es ist ja noch gar nicht lange her, dass diese Dokumentation rauskam, die ich unbedingt noch sehen muss zum Thema Britney Spears.
Johannes Franke: Stimmt, die habe ich auch noch nicht gesehen.
Florian Bayer: Und die ja immer noch von ihrem Vater quasi in einer Art Schutzhaft gehalten wird.
Johannes Franke: Eine schreckliche Geschichte. Also natürlich gab es Phasen in ihrem Leben und vielleicht ist die Phase auch noch immer mal wieder... da, in der sie wirklich Schwierigkeiten hat, selbst ordentlich für sich zu sorgen oder ordentlich Entscheidungen zu treffen, weil du unter Umständen Einfach zu sehr von Drogen und Alkohol und psychisches Zeug, was dann noch dazu kommt. Und brauchst du vielleicht jemanden, der dir hilft, aber jemanden, der dich dein Leben lang einsperrt quasi und dir sagt, das darfst du nicht, das ist schon krass.
Florian Bayer: Und Britney Spears wurde ja echt von der Presse fertig gemacht. Es gab einfach eine Zeit, sie hatte keine Ruhe. Und es gibt eine ganz tolle South Park-Folge, die sich damit auseinandersetzt, wie Britney Spears von der Presse fertig gemacht wurde. Es gibt eine South Park-Episode, im Zentrum steht Britney Spears. Und eigentlich weiß jeder, South Park ist wirklich knallhart und die machen wirklich brutale Sachen. Und sie schaffen es, eine Episode zu machen, wo sie nicht oder nicht zum Hauptheil Britney Spears verarschen, sondern wirklich diese ... promigeilen Paparazzi und Fans und Studios und so, die alle diese arme Frau ausnutzen wollen.
Johannes Franke: Wow, ist das cool.
Florian Bayer: Aber um jetzt noch mal zu Alessa Milano zurückzukommen. Offensichtlich keine tragische Geschichte. Konstant gute Filme gedreht.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: in den letzten Jahren politisch anscheinend sehr aktiv.
Johannes Franke: Oh, cool.
Florian Bayer: Ähm, Hat sich vor allem eingesetzt gegen, vor allem was Schusswaffen betrifft. Also hier steht was von der Diskussion mit Ted Cruz über Waffengewalt.
Johannes Franke: geil.
Florian Bayer: Sie hat, äh, she endorsed Joe Biden for President.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Im, äh, 2020. Okay. und Women's March lese ich hier und diverse andere Sachen und sie hat einfach mal seit 1984, da war offensichtlich ihr erster Film, hat sie konstant gedreht. 2018 ihr letzter Film. Also jetzt keine großen Sachen. aber konstant Film offensichtlich rausgehauen.
Johannes Franke: Sehr schön. Ach, das freut mich. Das ist toll. Ja, und sie ist tatsächlich besser als Arnie, muss man schon sagen.
Florian Bayer: Was aber nicht besonders schwer ist. Ist natürlich auch, Arni wird nicht gecastet, weil er total gut spielen kann.
Johannes Franke: Nein, nein, natürlich nicht.
Florian Bayer: Und es gibt so einen Korridor an Rollen, die für Arnie geeignet sind. Und dieser John Matrix fällt auch in diesen Korridor. Weil es ist einfach toll, er hat ... Er hat zwei Aufgaben. Er soll zum einen den wirklich lieben Vater mieben, der mit seiner Tochter Eis essen geht. Und wenn die einen Reh füttert. Das ist so wunderschön. Ich liebe diesen Anfang. Oh Gott. Diese Idylle, wenn sie in den Bergen zusammen unterwegs sind.
Johannes Franke: Aber es ist, ich muss, das ist ganz böse und so, aber Man muss schon sagen, dass es ein bisschen dahingestellt ist, ohne dass es wirklich liebevoll inszeniert wäre. Ja. Das ist schon ein bisschen traurig, weil sie stellen die beiden da so hin. So und jetzt füttert ihr das Reh und jetzt lacht ihr beide dabei und dann esst ihr zusammen Eis und lacht dabei und dann weiß ich nicht. Dann üben sie noch Kampfen und Lachen dabei.
Florian Bayer: Sie lachen immer.
Johannes Franke: Sie angeln und lachen dabei. Ich weiß nicht.
Florian Bayer: Aber diese Szenenabfolge gewinnt so viel einfach durch diesen Wüstenzusammenschnitt und es wird immer noch eins draufgesetzt. Und dann denkst du, ey ... Was zur Hölle erzählen die gerade auch, wie sie dieses Eis essen und sie pumpt ihm dieses Eis ins Gesicht und er hat Eis an der Nase hängen und lacht ganz doll, als ob das das Witzigste überhaupt wäre. Und man ist schon komplett fertig mit den Nerven. Und dann kommt diese Szene, wo sie das fucking Re füttert. Und es ist einfach nur so, wow, echt jetzt? Irgendjemand sagte, wir müssen diese Vater-Tochter-Beziehung, wir müssen die stark machen. Lasst sie zusammen Bambi füttern.
Johannes Franke: Da fällt mir eine ganz tolle Geschichte ein, die ich anonymisiert erzählen muss. Ich bin als Schauspieler bei einem Projekt dabei gewesen. Und manchmal kommen solche Szenen zustande, weil ein Produzent sich etwas in den Kopf gesetzt hat. In meinem Fall war es der Produzent ... saß mit dem Regisseur zusammen und sagte, im Eifer des Gefechts und vielleicht im Suff, aber ich will Kühe. Der Film hatte nichts mit Kühen zu tun, nichts. Es war überhaupt nirgendwo eine Kuh. Und der Produzent wollte unbedingt Kühe, also haben sie gesagt, okay, dann gehen die da irgendwo in der Landschaft lang und stoßen auf Kühe, was soll's. Aber das nur, weil der Produzent im Suff gesagt hat, ich will aber Kühe.
Florian Bayer: Man muss die Produzenten glücklich machen.
Johannes Franke: Oh Mann. Ja, und dann saß vielleicht jemand da und sagt, ich will ein Reh.
Florian Bayer: Es ist ja tatsächlich so, wie das 60er und 70er Exploitation Kino funktioniert ja ganz oft danach. dass die Regisseure komplett freie Hand haben, aber die Produzenten sagen, okay, wir brauchen mindestens drei Tittenzehen. Und drei abgetrennte Köpfe. Und drumherum dürft ihr machen, was ihr wollt. Und deswegen sind in dieser Zeit teilweise wirklich merkwürdige Filme entstanden, die so eine Mischung sind aus Kunst Dieser Film fällt da nicht drunter. Aus Kunst, Experiment und dann aber diesem klassischen Exploitation-Ding, das so klar ist, okay, wir müssen irgendwie noch eine Nacktszene finden.
Johannes Franke: Das haben sie auch diesem Film noch geschafft. Ich habe kurz Brüste gesehen. Und zwar in diesem Hotelzimmer.
Florian Bayer: Beste Action-Szene ever.
Johannes Franke: Ich glaube, dieser Film ist eigentlich ein verkappter Liebesfilm. Ich glaube, es geht eigentlich um dieses Pärchen nebenan.
Florian Bayer: Um dieses Pärchen nebenan. Ja, was machen die da? Sie drehen ein Porno. Sie drehen ein Privatporno. Das ist ja das Beste. Arnold Schwarzenegger kämpft gegen einen der Bösewichten im Hotel. Und dann fallen sie ins Nebenzimmer und da liegt ein Paar auf dem Bett und hat Sex und die Kamera steht.
Johannes Franke: Das ist ein bisschen, naja gut, okay, das mussten wir jetzt also auch noch einbauen. Und sie mussten natürlich nackt sein und sie mussten natürlich, also ich weiß nicht, irgendwie...
Florian Bayer: Es kommt so unerwartet. Es könnte tatsächlich sein, dass es wirklich einfach nur darum geht, Brüste in diesen Film reinzubringen.
Johannes Franke: Ja, natürlich. Ich bin ganz sicher.
Florian Bayer: Es war tatsächlich ursprünglich... Bestand der Gedanke, eine Liebesgeschichte zu erzählen zwischen Schwarzenegger und Ray Don Chong?
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: die seine Begleitung ist während des Films. Sie ist eigentlich keine Dämselrolle, weil sie ist nicht mal eine Dämselrolle. oder sie wird nicht mal entführt, sondern sie ist einfach nur dabei und schreit ihn manchmal an. Einmal die Anleitung für den Raketenwerfer. Aber ansonsten macht sie nicht viel, außer sich zu beschweren. Es sollte eine Liebesgeschichte erzählt werden. Und dann haben sie sich nebeneinander gestellt... und miteinander agieren lassen, haben gesagt, okay, null Chemie.
Johannes Franke: Geil, ist das so überliefert, ja?
Florian Bayer: Nee, Null Chemie war nicht das Wort, aber ich denke, das haben sie gesagt.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Die Macher hielten es offensichtlich für überhaupt nicht überzeugend. Es gibt ja auch nichts, was da hinführt.
Johannes Franke: Nein, das ist doch Blödsinn. Können wir dann mal über die erste Szene reden, in der sie auftaucht?
Florian Bayer: Lass uns ganz kurz gleich zu dieser Szene kommen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Die Idyll wird gestört. Sein ehemaliger vorgesetzter Colonel kommt und sagt, Arnie ... Wir haben ein Problem. Deine Leute werden umgebracht. Ich habe hier meine zwei besten Männer. Die werden auf dich und deine Tochter aufpassen. Ich bin wieder weg. Tschüss. Fünf Sekunden später. Die zwei besten Männer werden erschossen.
Johannes Franke: Vor allem, weil es kein... Also er steht ja noch dazwischen. Arnie steht noch zwischen den beiden Menschen. Der Chef ist gerade gegangen. Er ist gerade eben erst weg. Und Arnie schnuppert quasi in der Luft. hat, guckt irgendwie in die Gegend und spürt sofort, ah, da ist was im Busch. rennt los, genau, rennt los und die beiden Bodyguards werden erschossen. What the fuck? Und dann, die sind in diesem Haus gelandet Und der fragt der andere Typ irgendwas und es kommt raus, dass Schwarzenegger tatsächlich sagt, dass er sie... gerochen hat.
Florian Bayer: Er hat sie gerochen.
Johannes Franke: Er sagt, er hatte sie gerochen. Ist das euer Ernst?
Florian Bayer: Das Bild, was hier natürlich aufgebaut wird, das ist, was die 80er total an ihren Actionhelden lieben. Das ist zum einen diese Glorifizierung des Einzelkämpfers, der militärisch geschult ist. Und zum zweiten das absolute Misstrauen in alle Autoritäten drumherum. Die Polizei kann nix, die ist sowieso viel zu verweichlicht. Das Militär kann nix, die sind auch alle zu verweichlicht. Aber wir haben noch unsere Actionhelden, wir haben noch unsere Einzelkämpfer. die einfach mal in den Kriegen gekämpft haben, in denen es wirklich noch um was ging. Und die wissen ... Die wissen, wie man überlebt. Die wissen, wie man kämpft. Das kann heutzutage niemand mehr. Aber hier unsere 70er, unsere Veteranen, sie waren in Vietnam.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Das sind unsere John Rumbos, unsere G.I. Joes. Das sind die großen Helden des 80er-Kinos. Und diese Szene zeigt das ... Der Film steckt voll von diesen Szenen, in denen der Einzelkämpfer Arnie glorifiziert wird ... Und ganz klar gezeigt wird, alles drumherum, was es an staatlicher Autorität gibt, ist absolut unbrauchbar.
Johannes Franke: Aber sie versuchen ihn ja immer wieder in den Dienst zu holen. Genau, das ist ganz wichtig. Und der sagt immer wieder, nein, ich will nicht, keine Lust. Ich kümmere mich jetzt um meine Tochter.
Florian Bayer: Genau. Die wird entführt.
Johannes Franke: Und sie wird entführt.
Florian Bayer: Das ist so traurig.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Dieser Schurke, es gibt viele Schurken in dem Film und es sterben viele Schurken in dem Film. 102 ist der Bodycount. 102 Schurken tötet Arni. Und diese Schurken sind alle so unbrauchbar. Der hat dann ein tolles Setup. Der sitzt auf dem Stuhl im Zimmer von der Tochter, nachdem sie entführt wurde. und hat ein Herz in der Hand, was sie vorher gebastelt hat für ihn, für Dad, I love you. Und sagt, so Arnie. Du wirst jetzt mit uns zusammenarbeiten müssen, wenn du deine Tochter wiedersehen willst, richtig? Und Arnie sagt, wrong. Und er schießt ihn einfach. Und das ganze Setup ist voll für den Arsch. Das ist auch so ein typischer 80er-Jahre-Trope, dass Setups aufgebaut und komplett eingerissen werden. Der Film hat ja diese ... Man kann es nicht Grundstruktur nennen, weil es keine Rolle spielt. Es gibt diese Struktur, die für einen brauchbaren Thriller getaugt hätte. Nämlich, dass Arnold gezwungen werden soll, den Präsidenten zu erschießen, mit dem er befreundet ist und in das andere Land reisen soll. Aber das ist vollkommen egal, weil wir wissen nichts über dieses Land, wir wissen nichts über den Präsidenten. Es spielt einfach keine Rolle. Und Arni wird nie in diesem Land ankommen. Es ist vollkommen egal. Es ist einfach nur ein Setup, um den nächsten Schurken niederzuschießen.
Johannes Franke: Aber ich hatte echt Hoffnung.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Weißt du, da wird das einmal angerissen. Du wirst jetzt gezwungen, dass du einen Präsidenten töten musst. Und ich dachte, ah, okay, cool. So ein bisschen Taken, ein bisschen Kultur-Clash oder sowas, weiß ich nicht. Könnte man alles machen. Aber nein, da ist eine Begleitung, die auf ihn aufpassen soll, einfach ins Flugzeug. bricht ihm das Genick, lässt ihn da tot liegen und springt aus dem Flugzeug, das gerade startet.
Florian Bayer: Von den Flugzeugträgern und landet in einem Teich unversehrt.
Johannes Franke: Und weiter geht's. Das Flugzeug hat schon abgehoben und er springt noch raus. What the fuck?
Florian Bayer: Lass mich kurz was zu diesem Rahmen sagen, der überhaupt nicht genutzt wird.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Dann kommen wir nämlich zum zweiten wesentlichen Faktor von 80er Jahre Actionfilmen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Die 80er Actionfilme sind so was wie US-Redemption-Filme oder noch mehr US-Cope-Filme. in denen das konservative Amerika bewältigt, wie die Amerikaner in der Außenpolitik in den Jahren oder besser gesagt Jahrzehnten davor versagt haben. Und zwar ist das klassischste Beispiel dafür ist Rambo 2, der Auftrag. In dem Rambo, John Rambo, allein nach Vietnam reist und Bevor er losreist, seinen Vorgesetzten fragt, werden wir dieses Mal gewinnen. Darum geht es. Die USA haben in Vietnam den Arsch versohlt bekommen. Aber John Rambo richtet das wieder gerade. Und dieser Film... Und ich habe tatsächlich nicht so viel online dazu gefunden, aber es ist meine Interpretation. Dieser Film macht dasselbe. mit der Geschichte von Chile von 1973, der Militärputsch in Chile. Mhm. wo die USA, was später rauskam, Den Pinochet unterstützt haben, den militärischen Diktator, der dann den Präsidenten, den demokratisch gewählten Präsidenten. Allende gestürzt hat, der dann Selbstmord begangen hat in seinem Palast. Und die Amerikaner bewältigen das jetzt Anfang der 80er, indem sie eine Geschichte erzählen. Indem sie nicht die sind, die den Diktator stützen, sondern den demokratischen Präsidenten, unser einsamer Actionheld. ist nicht der Diktatorenfreund, weil das passt ja nicht zu den Amerikanern, sondern er ist der, der für die Demokratie steht und für die Freiheit, also dieses Selbstverständnis der Amerikaner. Und das ist in der Reagan-Ära, im Action-Kino ist das ganz... oft so, dass die Amerikaner außenpolitische Krisen von damals, Niederlagen von damals verarbeiten und einen Gegenentwurf liefern.
Johannes Franke: Oh Gott, wir sollten diese Folge einen speziellen Titel geben, und zwar die Reagan-Ära der Actionfilme. Ja!
Florian Bayer: Dazu findest du ganz viele Essays. Echt, ja? Zu diesem Film konkret jetzt nicht so viel, was das betrifft, das habe ich mir tatsächlich so ein bisschen aus den Fingern gezogen. Ich glaube, es passt aber da rein, du findest viele Auseinandersetzungen damit, dass Actionkino in der Reagan-Ära wie dieses ... einfach eine Bewältigung des konservativen Amerikas ihre vergangenen Krisen ist. Und Dieses Pinochet-Ding passt wirklich ganz gut auf diesen Film, weil es geht um einen südamerikanischen, mittelamerikanischen Staat, es geht um einen demokratisch gewählten Präsidenten, einen Ex-Diktator, der nie macht. kommen will. Und die Amerikaner hatten damals In Südamerika und Mittelamerika. Ein zweites Beispiel wäre Nicaragua, wo sie die Kontras unterstützt haben. Da hatten sie einfach... richtig Dreck an den Fingern, weil sie demokratisch gewählte Präsidenten abgelehnt haben, weil die sozialistisch waren. Und das waren die zwei großen Sachen. Das war einmal Chile und einmal Nicaragua. Und ich glaube... Dass sie hier versuchen, eine alternative Geschichte zu erzählen zu dem, was in den 70ern passiert ist, wo sie, wo ihre Einzelkämpfer die sind, die die Demokratie stützen. Ja. Während wir eigentlich wissen, dass es genau andersrum aussah, dass die Amerikaner einfach mal kein Problem damit hatten, Diktatoren zu unterstützen, solange denen ihr politisches Weltbild passten. Sprich...
Johannes Franke: Also im Grunde der verzweifelte Versuch, kulturhistorisch wenigstens in den Köpfen der Leute moralisch wieder auf der richtigen Seite zu stehen.
Florian Bayer: Genau, sich reinzuwaschen. Ich glaube auch tatsächlich, es ist eine verquere Auseinandersetzung mit sich selbst. Wie haben wir versagt? Wer kann es richten? Arnold kann es richten.
Johannes Franke: Ja, aber die Geschichte erzählt er ja nicht. Also er setzt das kurz an, aber im Grunde ist es nur der Rahmen, der dann überhaupt keine Bedeutung bekommt.
Florian Bayer: Der hat keine Bedeutung, aber er erschießt am Schluss den Niktator. Also er sorgt auf Umweg, sorgt er schon für Frieden in diesem fiktiven Staat. Vor dem Flugzeug kommt eine tolle Verfolgungsjagd, wo Arnold ... Ein Wagen den Hügel runterschiebt, weil sie haben natürlich seinen Wagen kaputt gemacht, dass er nicht mehr fahren kann. Und er schiebt den Wagen dann einfach an und fährt den Hügel runter, um sie zu verfolgen. Ich musste immer an diese Szene aus Spaceballs denken, wo Spaceballs das große Raumschiff auf... Pyper-Lichtgeschwindigkeit geht und dann an unseren Helden vorbeirauscht. Wer ist denn da gerade an uns vorbeigerast? Weil so wirkt es auch, wie er dann mit seinem Auto den Hügel herunterrast und überhaupt keine Chance hat. Das ist keine Verfolgungsjagd in dem Sinn, das ist einfach nur Arnold... Auf Steroiden, auf Amphetamin, der irgendwie die Bösewichter stoppen will. hinterher rollt mit allem, was er hat.
Johannes Franke: Natürlich ist das die nächste Gelegenheit, ihn als Strongman darzustellen, weil er das Auto erstmal mühsam anschieben muss, bevor es über diesen Muskeln!
Florian Bayer: Zeig die Muskeln! Wir wollen die Muskeln sehen!
Johannes Franke: Und es ist echt absurd. Ich weiß nicht. Also, ja, man muss wirklich... Ich weiß nicht, wie lange ich gebraucht habe, wirklich alles fallen zu lassen und zu sagen, okay, ist in Ordnung, mir ist es jetzt egal, ob es irgendwie... Stimmt, ich glaube, ich habe bis zum Schluss immer mal wieder so Momente gehabt, wo ich gedacht habe, oh mein Gott, bitte nicht, warum? Obwohl man eigentlich die ganze Zeit denken könnte, ja mach mal, mach mal, es ist Spaß.
Florian Bayer: Es gibt halt auch keine Pausen. Der Film hat einfach keine Längen. Die größten Längen sind wahrscheinlich genau die, zu der wir jetzt kommen, wo er mit den Bösewichten, wo er dann erfährt, dass er den Präsidenten ermorden soll und sie ihn zum Flughafen bringen.
Johannes Franke: Ja, das erste Mal, wo wirklich Story nach vorne getreten ist. Wo Geschichte passiert. Ja.
Florian Bayer: Aber da haben wir auch eigentlich meinen liebsten Schurken in dem Film und ich finde es schade, dass der so früh stirbt. Sully. Der hagere, schmierige Typ, der ihn dann mit dem Auftrag versorgt und zum Flughafen begleitet.
Johannes Franke: Dem er dann sagt, du bist mir irgendwie, irgendwie bist du ein lustiger Typ, dich töte ich als letztes. Und später hält er ihn dann an einem Bein über die Klippe. Lässt ihn dann zappeln und sagt dann, weißt du noch, wie ich gesagt habe, dich werde ich als Sitz zu töten?
Florian Bayer: I lied. Und Sully ist natürlich so toll, weil er der komplette Gegenentwurf zu Arnold ist. So ein schmieriger Gangster-Ganova, der irgendwie aus so einem ... 60er Jahre Ganovenfilm entliehen zu sein scheint. Einfach ein Arsch, ein Sexist.
Johannes Franke: Aber einer, der auch so eine feige Sau eigentlich ist. Genau.
Florian Bayer: Er ist kein Kämpfer. Er ist der, der im Hintergrund alles so ein bisschen regelt und sich dann fernhält, sobald es irgendwie zu großen Angriffen kommt.
Johannes Franke: schwierig an Frauen ranmacht, womit wir an unsere zweite weibliche Hauptfigur rankommen.
Florian Bayer: Und die, die bringt richtig Östrogen oder zumindest das, was das Actionkino für Östrogen hält in diesem Film hinein. Und
Johannes Franke: Oh Gott. Können wir noch einmal ganz kurz, jetzt ist diese Stelle, wo er zu Bennet sagt, kurz bevor er losfliegen soll, I'll be back. Wie oft sagt Arnie Al-Bübach in seinen Filmen?
Florian Bayer: Es gibt bestimmt eine Liste dazu. Ich habe nicht recherchiert. Es ist zum Running Gag geworden.
Johannes Franke: Aber vom Anfang an bei ihm, oder? Er sagt es doch in den Terminator-Filmen und das war so seine, seine erste Sache war Conan, oder? Aber da sagt er das noch nicht.
Florian Bayer: Nicht, dass ich wüsste. Im Terminator ist es berühmt geworden.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: da so eiskalt und trocken sagt und dann ein paar Sekunden später mit einem LKW ins Polizeirevier reinrast.
Johannes Franke: Ich habe kurz gegoogelt, er sagt es in acht Filmen.
Florian Bayer: In acht Filmen, ja. Macht Sinn. Moment. Moment, ohne zu googeln.
Johannes Franke: Oh, jetzt bin ich gespannt. Ich hab's irgendwo und ich konnte kontrollieren. Oh ja, kontrollier mal. Also, Plur, in welchen Filmen?
Florian Bayer: Terminator, natürlich. Ja. Dann ist es Kommando.
Johannes Franke: Richtig.
Florian Bayer: Dann wahrscheinlich Running Man. Ja. Acht, sagst du.
Johannes Franke: Da fehlt noch einer davor.
Florian Bayer: Oh, sagt er, sind City Cobra?
Johannes Franke: Nee.
Florian Bayer: Nee, ne? Moment, ich stopfe gleich die Lücken. Running Man. Last Action Hero.
Johannes Franke: Ähm, ja. Ja.
Florian Bayer: True Romans? Ah, nicht True Romans. Blödsinn. True Lies.
Johannes Franke: Die Liste ist nicht sehr gut übersichtlich gemacht. Nein, ich glaube nicht.
Florian Bayer: In True Life sagt er es nicht? Nein. Das war so sein selbstironischer Film.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Total Recall.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Sagt das in Terminator? In Terminator 2 sagt das bestimmt auch.
Johannes Franke: Ja, sagt das, glaube ich, in jedem Terminator.
Florian Bayer: Dann hätte ich sie alle, oder? Was fehlt denn? Was habe ich
Johannes Franke: Die Terminator sind nicht getrennt aufgelistet hier. The Sixth Day 2000? The Expendables 2. Ja, okay. Und Twins. Running Man Raw Deal. Da sagt er es auch noch. Es waren jetzt schon mehr als acht, oder? Der Artikel sagt acht Filme, aber irgendwie sind es mehr.
Florian Bayer: Twins ist ein toller Arnold Schwarzenegger-Film. Es gab so eine merkwürdige Phase. in der sowohl Arnold Schwarzenegger als auch Sylvester Stallone einfach nur alberne Komödien gedreht haben.
Johannes Franke: Das ist toll. Ich mag die Stallone-Komödie total.
Florian Bayer: Kennst du die Geschichte dazu? Zu Stopp oder meine Mami schießt?
Johannes Franke: Ach so, nee.
Florian Bayer: Tatsächlich, durch Commando und Rambo 2, die liefen beide im gleichen Jahr, hat sich diese Rivalität zwischen Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone entwickelt. Die sind mittlerweile gute Freunde und es ist alles cool zwischen denen. Aber es gab eine Rivalität. Es war klar, sie machen die größten Actionfilme und sie sind die größten Actionstars und sie nehmen sich auch gegenseitig die Rollen weg. Es gibt Dazu findest du jedem Film einen... Und meistens findest du irgendwie so, dass beide die Möglichkeit hatten, das zu spielen. Und es ging wirklich darum, wer darf jetzt in neun großen Actionstreifen die Rolle spielen. Oh Gott. Und Schwarzenegger ... Er hat, um Stallone zu verarschen, das Gerücht gestreut, dass er einen Stopp oder meine Mami schießt mit Spiegel. Nein, echt jetzt? Und dann hat Sylvester Stallone gesagt... Ich muss diesen Film spielen.
Johannes Franke: Ist das geil.
Florian Bayer: So retrospektiv betrachtet, wahrscheinlich die schlechteste Entscheidung seiner Karriere, weil dieser Film war ein kompletter Flop, der wurde so zerstört. von der Kritik und der wurde so gehasst vom Publikum und offensichtlich war es wirklich so, dass Stallone dachte, oh fuck, Arnie will mir diesen Film wegnehmen. Ich spiele das, ich mache das, ich ziehe Windeln an. Er trägt in diesem Film wirklich Wende.
Johannes Franke: Ach du Scheiße. Ja. Nein. Nein, es gibt einen anderen Film, dessen Titel mir nicht einfällt, den ich total mag, wo er auch so eine relativ albane... Kindergarten-Cop? Nee, das auch nicht. Wohl so albern ist er vielleicht gar nicht, nur in meiner Erinnerung. Aber sehr selbstironisch, was ich sehr cool fand.
Florian Bayer: Last Action Hero war sehr selbstironisch. Da setzt er sich mit seiner Rolle als 80er Jahre Actionheld auseinander und macht das auf wirklich sehr sympathische und komische Art und Weise.
Johannes Franke: Cool.
Florian Bayer: Der Film ist auch nicht so gut angekommen bei der Kritik, aber wir haben schon festgestellt, dass Kritiker meistens dumm sind.
Johannes Franke: Ja, Kritiker sind dumm. Anwesend ausgeholt genommen. Okay.
Florian Bayer: Aber Ironie gibt es irgendwie auch in diesem Film, aber sie wird so ... Zerstört durch den ganzen Pathos und so vollgepackt mit diesem...
Johannes Franke: Es ist so schwierig, weil ich immer... unsicher bin, ob der Film sich jetzt ernst nehmen will oder nicht oder was er ironisch meint und was nicht und an welcher Stelle er wirklich was vorantreiben will und es einfach nicht klappt oder was oder wie. Ich weiß es einfach nicht. Ich verstehe in jeder Sekunde, was er will. Aber es klappt eigentlich nicht.
Florian Bayer: Das Problem ist, dass dieser Humor, der reingebracht wird, Der besteht ja hauptsächlich aus den One-Linern.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Wenn jemand umgebracht wird, wird noch was Witziges gesagt.
Johannes Franke: Let off some steam.
Florian Bayer: Ja, genau. Ja. Und das ist natürlich eine merkwürdige Art von Ironie. zum einen so eine machoistische Ironie ist, weil es geht einfach mal um die coolen Typen, die sich nicht umdrehen müssen, wenn hinter ihnen was explodiert. Auch so ein Drop, was über das 80er-Actionkino hinausgeht. Und zum Zweiten ist es natürlich eine total gewaltverherrlichende Ironie.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es ist hilarious, wenn jemand getötet wird in diesem Film. Und wie gesagt, es sterben über 100 Bösewichter. Und keiner davon hat eine Story, keiner davon hat ein Gesicht, keiner davon hat irgendeine Persönlichkeit, die über das Archetypische oder Stereotypische hinausgeht.
Johannes Franke: Weißt du, warum es so viele Tote gibt in diesem Film?
Florian Bayer: Weil die Leute nicht treffen können, wenn sie auf A nicht schießen?
Johannes Franke: Nein. Der Regisseur hat im Drehzeitraum Rambo gesehen. Und hat gesagt, wir haben einen größeren Schwanz als Rambo, wir brauchen mehr Leute, die wir umbringen.
Florian Bayer: Aber in Rambo sterben mehr, oder? In Rambo 2 sterben mehr Leute, ne?
Johannes Franke: Ich weiß nicht, welchen Rambo er gesehen hat und wie oder was. Aber auf jeden Fall hat er wirklich original gesagt, we have a bigger dick. Wenn Rambo, we have to kill off more people oder sowas.
Florian Bayer: Das passt zu dieser Zeit und das passt auch zum Selbstverständnis, was der 80er Actionfilm hatte. Ja, und das ist wirklich hart. Und das gehört einfach mal zu den Tropes dieses Jahrzehnts. Das ist, wie das konservative Amerika in den 80ern Start gesehen hat. Und auch was für einen Blick auf Autoritäten das konservative Amerika hatte. Weil wir wissen, in Amerika gibt es halt ein tiefes Misstrauen, zumindest von der konservativen oder von der rechten Seite, ein tiefes Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen, vor allem gegenüber Bundesbehörden. Und es gibt natürlich diese NRA-Ideologie die sich durch die amerikanische Geschichte zieht, dieses meine Waffen gehören mir.
Johannes Franke: Ja, das ist furchtbar. Also das ist das, was einem echt... einen wirklich immer deprimiert, jetzt gerade mit dem, was Trump gemacht hat und wie sich das entwickelt hat. wo das nochmal so offen zu Tage gefördert wurde, das war wirklich sehr deprimierend. Und so diese ... 80er-Jahre-Filme in diesem Zusammenhang zu sehen, ist dann schon auch ein bisschen schmerzhaft.
Florian Bayer: Das ist merkwürdig, ne? Ja. Es ist tatsächlich... Ich glaube, es ist ein anderer Konservatismus damals, als den wir heute bei Trump finden, weil es ist dieser auch so merkwürdig familienfreundliche Konservatismus, dass wie Arnold Schwarzenegger mit seiner Tochter lebt. Ist natürlich das, wie Reagan sich die Familie vorstellt. Also okay, es fehlt die Mutter, aber die fehlt nicht. Die finden sie schon. Am Schluss wird ja zumindest angedeutet, dass sie seine Begleiterin, zu der wir gleich noch zu sprechen kommen müssen, irgendwie eine Art Mutterrolle übernehmen könnte, weil sie die Tochter so herzigt, als sie... Aber ja, es ist eine merkwürdige Mischung aus diesen konservativen Familienidealen und dieser Einzelkämpfer-Attitüde. Cindy. Cindy ist unsere zweite Frau. Die ordentliche Portion Östrogen.
Johannes Franke: Wo ich als erstes gedacht habe, ach, die kann auch ein bisschen spielen und später gedacht habe, ne, irgendwie nicht.
Florian Bayer: Es ist aber auch eine undankbare Rolle.
Johannes Franke: Es ist wirklich eine undankbare Rolle.
Florian Bayer: Und das ist ja ein schrecklicher Begriff, der eigentlich auch auf den Müllhofen der Geschichte gehört, aber sie wird einfach mal als Zicke inszeniert, die nichts anderes macht, als sich zu beklagen und zu beschweren.
Johannes Franke: Naja, obwohl sie zwischendurch echt ein paar ganz gute One-Liner bekommen hat. finde ich, also für das Universum, in dem wir uns bewegen. Ähm, Aber irgendwie ziehen sie es nicht durch. Und ich wusste nicht genau, ob sie... Also ich glaube, sie haben einfach der Figur keinen konsistenten Charakter gegeben, sondern sie einfach in dem Moment das sagen lassen, was in der Szene wichtig war. Und das hat nichts mit ihr zu tun, mit ihrem Charakter zu tun, sondern sie ist einfach der Unterstützer der ganzen Szenen.
Florian Bayer: Aber auch der Mäckerer, ne? Also gleich am Anfang, wenn Arnold will Sully verfolgen, weil er weiß, Sully kann ihn zu seiner Tochter führen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dazu nimmt er sie mit, weil Sully sie vorher angeflirtet hat, auf eine unglaublich charmante Art und Weise, wie man so Frauen anflirtet halt. Er stellt sich neben sie mit dem coolen Blick und sagt, hey, Babe. Ja, wie sieht's aus?
Johannes Franke: Du weißt es nur noch nicht, aber du willst es auch.
Florian Bayer: Ja, ich bin der Mann deiner Träume. Und dann verfolgt er sie... funktioniert.
Johannes Franke: Funktioniert immer einwandfrei.
Florian Bayer: Dating-Tipp, macht eine Frau Plöt von der Seite an, verfolgt sie bis in eine Tiefgarage, wenn ihr sie haben wollt.
Johannes Franke: Aber die Tiefgarage ist wichtig. Also es muss nur eine dunkle Tiefgarage sein, damit das klappt.
Florian Bayer: Und dann bricht sie sein Herz.
Johannes Franke: Das ist auch gemein. Sie hätte schon mal sagen können, ach komm, wenn du schon hier bist.
Florian Bayer: Und Sallis komplett natürliche Reaktion, you fucking whore.
Johannes Franke: eine Weile gebraucht, darüber wegzukommen. Und dann haben sie aber Arnie als Arnie dann so inszeniert, dass er hinterherkommt und so. Und ich dachte dann, ah, dann kommt er jetzt als Als Retter der Frau, was auch schon bescheuert, absurd und schlimm wäre, wenn sie jetzt Arnie als Retter der Frau inszenieren würden, dass er kommen muss, um sie zu retten. Vor dem bösen Mann. Aber nein. Er zieht sie noch weiter in die Scheiße rein.
Florian Bayer: Aber er sagt doch, I won't hurt you.
Johannes Franke: Ja, ganz toll.
Florian Bayer: Er braucht sie natürlich, weil offensichtlich hat Salih Interesse an ihr und deswegen will er, dass sie Salih verfolgt. Und es kommt zu dieser großartigen Szene. Wo er ihr Auto benutzen will. Und dazu muss er natürlich den Beifahrersitz rausreißen.
Johannes Franke: Definitiv, er muss ihn rausreißen.
Florian Bayer: Folge ihm. Und setzt sich dann neben sie. Und es sieht so verfluchtwitzig aus. Ich meine, es ist ein 1,90 Meter großer österreichischer Bodybuilder. Er ist nicht versteckt. Stattdessen sieht er aus so doof, wie so ein kleines Kind, das von seiner Mama zum Spielplatz gefahren wird, wenn sein Kopf so unter ihr ist.
Johannes Franke: Es ist so absurd. Und sie hätten auch einfach auf die Totalen verzichten können und erzählen können, dass er sich versteckt. Das hätte funktioniert.
Florian Bayer: Er hätte sich auf den Rücksitz legen können oder sonst was. Ja. Aber er reißt den Autositz natürlich nur raus, damit wir nochmal seine Kraft bewundern können. Es gibt so viele Zähne, in denen wir seine Kraft bewundern können. Aber niemand ist auf die Idee gekommen, dass das total albern aussieht, wenn Arnold Schwarzenegger daneben Cindy sitzt, während sie fährt. Auf dem Beifahrersitz, der kein Beifahrersitz mehr ist.
Johannes Franke: Aber sie müssen es doch gesehen haben. Sie müssen doch gesehen haben, dass es total Banane aussieht. Dass das überhaupt nicht geht.
Florian Bayer: Jeder dass sie diesen Ess ja auch nicht versteckt. Sein Kopf guckt so eindeutig raus. Es fällt noch mehr auf. Er ist viel auffälliger als vorher. Ich stelle mir vor, was ein Streifenpolizist denkt, wenn er daran vorbeigeht. What the fuck?
Johannes Franke: Also überhaupt den Sitz da rauszureißen, also...
Florian Bayer: Trinkt ja auch gar nichts.
Johannes Franke: Völlig absurd. Also wirklich, völlig. Ich habe so oft aufgeschrieben, hat er nicht gemacht. Oh Gott. Na gut. So.
Florian Bayer: Dann verfolgen sie Sully in dieses Einkaufszentrum. Können wir kurz in diesem Moment zu dem großartigen Soundtrack zu sprechen kommen?
Johannes Franke: Der großartige Soundtrack? Ja. Du meinst diese 80er Jahre sehr, sehr auf... Gott, ich kann diese Instrumente...
Florian Bayer: Es klingt, als ob jemand eine Bombe in ein großes Gebäude geworfen hätte, in dem verschiedene Tonstudios waren. die verschiedenen Soundtracks für 80er-Jahre-Filme aufgenommen hätten. Und das wäre dieses Gebäude in die Luft gesprengt worden. Und dieses Geräusch... Wenn so die Synthis und die Drums, die Steel Drums und die ... Bläser? Warum Zäule Bläser durch die Luft gefeuert werden? Es ist ein einziges Chaos. Oh Gott.
Johannes Franke: Ja, aber es ist auch nicht Jazz-Chaos, wenn man das mag oder so, sondern es ist einfach nur ... Hä?
Florian Bayer: Es klingt wie eine Explosion. Es ist komplett ... Ein sinnloser Sound für einen sinnlosen Film.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Weil du hast diese Synthies, dann diese Steeltrums, die die ganze Zeit da sind.
Johannes Franke: Cecil Jumps nerven derma.
Florian Bayer: Tierig.
Johannes Franke: Das ist unglaublich.
Florian Bayer: Rhythmus, Rhythmus, Rhythmus. Und dann kommen diese Bläsereien, die manchmal entspannt sind.
Johannes Franke: Es gab eine einzige Szene, wo ich dachte, oh, jetzt wird es richtig spannend auf der musikalischen Ebene. Es gab eine einzige Szene, ich weiß leider nicht mehr genau, an welcher Stelle.
Florian Bayer: Ja, ich
Johannes Franke: Aber ich erinnere mich, es gab eine Stelle, wo ich gedacht habe, oh, jetzt wird es interessant. Und dann dachte ich, ah, es liegt an der Musik.
Florian Bayer: Dieses Ding, dieser Soundtrack legt sich halt auch wie so ein Teppich über den ganzen Film und du hast diese Musik permanent und sie dröhnt irgendwann nur noch in deinen Ohren. Und das krasseste ist, James Horner heißt der Komponist. Und der hat viel gemacht. All over the place. Der hat unter anderem gemacht... Star Trek 3.
Johannes Franke: Was? Okay.
Florian Bayer: Sneakers? Aliens? Und da sind gute Soundtracks. Also Aliens ist ein toller Soundtrack. Sneakers ist ein fantastischer Soundtrack. Und jetzt kommt's, offensichtlich hat er irgendwann James Cameron... hat James Cameron Freude an ihm gefunden. Er hat Titanic gemacht. Und er hat Avatar gemacht. Er hat Braveheart gemacht.
Johannes Franke: Wow.
Florian Bayer: Dieser Mann hat eine riesige Liste an Filmsoundtracks. Und offensichtlich ist er verdammt gut darin, einfach das zu machen, was ein Regisseur will, um die Stimmung zu unterstreichen vom Film. Weil James Cameron... Ist ja so ein Diktator, der will ja alles kontrollieren bei seinen Filmen. Und ich glaube nicht, dass er da... bei den James Cameron Filmen, dass da ein Komponist viel Freiheit hat, wenn es um den Soundtrack geht.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und offensichtlich ist dieser James Horner genau der Richtige dafür, der einfach mal Auftragsarbeiten macht. Weil keiner dieser Filme klingt wie der andere.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Krass. Jeder dieser Filme hat seinen eigenen Klang. Offensichtlich war der Klang, der bei Kommando gewünscht war, Dreck. Es ist einfach Dreck. Es ist einfach eine merkwürdige Mischung aus Elektronik und Jazz. Es ist kein Jazz, es ist halt einfach Bläser. Es ist halt einfach Saxophon, so Porno-Saxophon eigentlich fast schon.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und dann aber auch so ein bisschen Rock und Metal mit drin.
Johannes Franke: Ja, das ist einfach absurd. Das ist eine wüste Mischung. Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Und die Musik läuft dann permanent. Die läuft bei der Autoverfolgungsjagd, die läuft dann, wenn sie in diesem Einkaufszentrum sind. Wo übrigens die zweite große Szene ist, wo Arnold gegen die gesammelten Autoritäten, die nichts auf die Reihe kriegen, kämpft, wenn er gegen diese Polizisten kämpft, die ihn dann festnehmen wollen.
Johannes Franke: Und er durchs ganze Einkaufszentrum springt auf den Lift rauf. von einer Galerie zur nächsten rüber. Weißt du, das ist völlig absurd. Und sich da langhangelt mit der Deko des Einkaufszentrums. Also es ist schon echt ein bisschen hart.
Florian Bayer: Ein bisschen seltsam. Und dann kommen die Polizisten, alle auf ihn gesprungen. Es gibt wirklich diese Bud Spencer und Terrence Hill Szene. wo alle Polizisten auf einem Pulk auf ihm sitzen, zehn Leute oder so, und dann geht dieser Pulk nach oben und die fliegen alle zur Seite weg und Arni hat sie alle zur Seite geschubst.
Johannes Franke: Das ist so krass. Ich habe echt gedacht, habe ich das gerade wirklich gesehen? Weil das ist wirklich so dieser Bud Spencer-Move. Genau. Das ist schon krass.
Florian Bayer: Unfreiwillig komisch, es passt auch eigentlich nicht in die Stimmung von diesem Film. Der will ja ein harter, rauer Actioneer sein, in dem viele Menschen sterben. Und es sterben viele Menschen. Aber dann gibt es diese alberne Kampfszene. Aber natürlich darf er die nicht töten. Nein, nein, nein. Das sind irgendwie auch... Er darf die Bösen, die Bösen darf er töten, die Schurken darf er töten, da braucht er sich auch keine Gedanken zu machen. Er darf auch diesem einen Typen im Flugzeug das Genick mal kurz brechen.
Johannes Franke: Ja, na eben, kein Problem.
Florian Bayer: Es ist so... die sterben halt, die haben es nicht anders verdient.
Johannes Franke: Können wir einmal zur Kenntnis nehmen, dass der Typ, der ihn erpresst, ihm zu helfen, genau einen Toten fordert. Während Arnie den ganzen Film 100 Tote fordert.
Florian Bayer: Ja, das ist eine wirklich spannende Frage. Ist es das wert? Ist Arnold der Bösewicht in diesem Film?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wir erfahren ja auch viel zu wenig über die Politik dahinter. Dieser Arius, okay, der ist natürlich so ein Abziehbild von einem James-Bond-Bösewicht, so mit seiner Villa, die er auf seiner Insel hat. Und dem fiesen Blick. Aber wer weiß, wie es in diesem Land aussieht, wo er in die Macht will. Vielleicht ist da echt alles im Arsch und vielleicht ist er die einzige Hoffnung für viele Leute, die sonst verhungern würden.
Johannes Franke: Garantiert, der Film will das nicht erzählen, damit der Arnie nicht in die Scheiße rettet, aber eigentlich ist es so. Bin mir ganz sicher.
Florian Bayer: Ja, denke ich auch. Kann man drüber nachdenken. Auf jeden Fall kriegt er dann Sully. Sully wird auch getötet mit einem One-Liner. Finde ich sehr schade. Aber der One-Liner ist toll.
Johannes Franke: Dieser Film ist ja nun nicht der erste dieser Art, aber eben auch nicht der letzte, sondern das haben nochmal ganz viele, sind nochmal auf diesen Zug aufgesprungen und damit hat es den Zuschauern wahrscheinlich irgendwann einfach... diese One-Liner auch ein bisschen kaputt gemacht.
Florian Bayer: Dieser Film passt halt auf 1985 wie Arsch auf Eimer, weil er ist ein Mittelpunkt und ein Höhepunkt dieses... dieses merkwürdigen, kaputten Action-Jahrzehnts.
Johannes Franke: Dann schmeißt du den Typen da den Abhaken hinunter. Und sie fragt, Was machen wir jetzt? Unser Auto ist kaputt. Sie hat gerade gesehen, wie jemand einen Abhang runtergestürzt, dass jemand getötet wurde. Und sie haben vorher eine unglaubliche Folkungsjagd hinter sich. Sie sind gegen einen Pfahl gefahren. Und das, was ihr einfällt, ist, unser Auto ist kaputt, wir kommen nicht weiter.
Florian Bayer: Die größte Absurdität in diesem Film ist, warum sie sich plötzlich nach all diesem Chaos, das Arnold verursacht hat, entscheidet ihm zu helfen. Es gibt keinen Grund dafür. In dem Kaufhaus, er sagt zu ihr, ja, meine Tochter ist entführt worden. Dieser Typ, Sally, ist meine letzte Hoffnung. Du musst mir helfen. Sie glaubt ihm nicht. Und geht dann zu den Polizisten, deswegen kommt es auch zu diesem Polizeikampf. Und dann aber nach diesem Polizeikampf, nachdem Arnie ein Dutzend Polizisten verprügelt hat, Nachdem er im Kaufhaus um sich geballert hat, nachdem er das halbe Kaufhaus zerstört hat, zahllose Menschenleben gefährdet, sagt sie, okay, ich helfe dir. Ich bin überzeugt. Du meinst es wirklich ernst. Lass uns loslegen. Was machen wir als nächstes? Auf zum Hotel.
Johannes Franke: Ich glaube, der Moment, den sie verkaufen wollen, als der Moment, wo sie sich entscheidet, ist eben, dass sie sieht. dass sie die ganzen Polizisten vermöbelt, weil sie das Gefühl hat, ah, da will jemand wirklich was tun. Oder, oh, der starke, tolle Mann. Weiß ich nicht, keine Ahnung. Aber das ist der Moment, wo sie den zu verkaufen wollen als den Moment.
Florian Bayer: Das ist auch eine spannende Frage. Was macht eigentlich... Was macht das Gesetz mit solchen Leuten? Weil ich meine, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Entführung, Erpressung. Die Liste an Vergehen ist verflucht lang. Und ich glaube nicht, dass in der realen Welt ein Gericht die Ausrede hat, ich musste meine Tochter retten, Durchgehen lassen würde.
Johannes Franke: Auf gar keinen Fall. Aber er war mal im Dienst und der Chef wird ihn vielleicht decken. Ich weiß nicht.
Florian Bayer: Illegaler Waffenbesitz, illegale Waffenbenutzung in der Öffentlichkeit, Mord in 102 Fällen.
Johannes Franke: Aber weißt du, was ich richtig gefeiert habe, was ich wirklich toll fand? Die steigen da ja in diesen Laden ein, um sich Waffen zu besorgen. Und dann scheint das alles zu klappen. Er sammelt die ganzen Waffen ein und macht plötzlich Klick, Klick. So, hier die Polizei, kommen Sie mal mit. Und er geht mit. Das ist so antiklimaktisch. Ich mag diesen Moment wirklich sehr. Ja. Das fand ich wirklich toll, dass die das so gemacht haben. Dann wirklich gesagt haben, ja, jetzt zeig mal ganz kurz, wie die Realität wäre. Hier ist die Polizei. Wir nehmen dich fest.
Florian Bayer: Und dann lassen wir Cindy einen Raketenwerfer benutzen, weil sie die Anleitung gelesen hat.
Johannes Franke: Schmeißen wir wieder alle Realität aus dem Fenster. lassen sie auf das fahrende Auto schießen, sodass eigentlich alle sterben würden, weißt du?
Florian Bayer: Das sind Kollateralschäden in diesem Film. Du willst nicht aufzählen, wie groß die Anzahl an Kollateralschäden in diesem Film ist.
Johannes Franke: So, wir haben jetzt schon wieder eine Stunde fast. Super geredet und wir sind in der Geschichte im ersten Drittel.
Florian Bayer: Nein, wir sind schon fast durch. Genau. Okay. Ich meine, es passiert dann ja auch tatsächlich nicht mehr viel. Genau, diesen Hotelkampf haben wir schon erwähnt. Ja. Wo sie in das Porno-Set reinfallen. Der nächste Bösewicht beißt ins Gras. Und dann haben wir einfach nur noch die letzte halbe Stunde Shootout. Arnold fliegt mit... Ihre Hilfe zu der Insel präpariert sich einmal und es kommt die Szene, die in jenen Arnold Schwarzenegger-Filmen gehört, wo ein einzelner Mann irgendwo einbricht in eine riesige Festung. Und 100 Leute schießen auf ihn und keiner trifft ihn. Maschinengewehre. Maschinengewehr salven links und rechts von ihm. Die Bösewichte verlieren, weil sie ihre Vasallen nicht zum Schusstraining schicken. Das ist das Hauptproblem. Also daneben, neben dem zweiten Problem, dass sie immer erklären müssen, wie ihr Masterplan ist, bevor sie den Helden umbringen. Eigentlich ist es logisch.
Johannes Franke: Aber es ist doch schon so, dass du noch nicht mal Schusstraining brauchst, um bei solchen... Salven, die du losschickst, wenigstens einer mal trifft.
Florian Bayer: Gesetz der Wahrscheinlichkeit, genau.
Johannes Franke: Das ist doch unglaublich. Das war völliger Blödsinn.
Florian Bayer: Ja, du könntest eigentlich Kindern diese Dinger in die Hand geben und die würden auf den Abzug greifen. Ja, es würde kollateral. Aber irgendjemand, irgendeine Kugel, wenigstens eine Kugel müsste doch irgendwo einschlagen. Das muss ja nicht mal tödlich sein, aber wenigstens mal so eine Verletzung, die ein bisschen bremst.
Johannes Franke: Er hat eine Verletzung.
Florian Bayer: Ja, stimmt.
Johannes Franke: Er hat dann eine Verletzung und geht in dieses Häuschen da rein und die anderen kommen und ballern das Haus nieder und natürlich überlebt er.
Florian Bayer: Das ist mal eine Fleischwunde.
Johannes Franke: Es ist nur... Währenddessen hat sich das Kind da auch rausgegraben aus dem Gefängnis, in das sie da gesteckt
Florian Bayer: Man muss auch Arnie zugutehalten, er wusste von Anfang an, dass sie seine Tochter töten wollen, dass sie sie nie befreien werden, wenn er macht, was sie wollen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das sagen sie auch, das wird auch klar kommuniziert, dass wir das bloß nicht vergessen, sagt Arius nochmal, ja, tötet die Kleine zu Bennet, der übrigens so ein toller Bösewicht ist, ich liebe Bennet. Ich liebe Bennetts, fände das wirklich cool. Zu Matrix, diese Hassliebe. Wir kommen gleich zu einem großen Storn zwischen den beiden. Weil der Endgegner ist in diesem Film tatsächlich nicht Arius. Der wird dann in der Villa ziemlich schnell in den Haufen geschossen. Ja, genau.
Johannes Franke: Was mich auch ein bisschen überrascht hat, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass dieser Film so mehrere Ebenen aufmacht und dann wirklich den Chef der ganzen Sache einmal killt. Und dann eine andere Person da hinstellt und sagt, übrigens, das ist ja eigentlich der Chef der ganzen Sache quasi.
Florian Bayer: Ja, es ist halt einfach, dieser Bennet... ist einfach so ein schräger Bösewicht. Wie gesagt, er hat diese Hassliebe zu Arni und er hat dann Arnis Tochter.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und steht vor ihm mit der Pistole. Der zweite große Fehler eines dummen Bösewichten. Arnie sagt, du brauchst doch die Pistole nicht. Du willst mich doch persönlich töten. Du willst doch sehen, wie das Messer in meine Rippen gestochen wird und wie ich verblute.
Johannes Franke: Alter, wie bescheuert ist das denn? Was soll das?
Florian Bayer: I don't need a weapon.
Johannes Franke: Rasselt völlig aus, kriegt den irren Blick. Und weiß ich nicht, ich muss immer an Jäger des verlorenen Schatzes, glaube ich, war das...
Florian Bayer: Dieser Typ, der die Kampfmoves macht.
Johannes Franke: Harrison Ford steht da. Ähm ... Im Drehbuch steht eigentlich, dass er tatsächlich mit ihm kämpfen soll, ne?
Florian Bayer: Ach, das ist improvisiert?
Johannes Franke: Ja, und Harrison Ford war krank an dem Tag. Er hatte keine Lust. Und er hat gesagt, komm, ich erschieße ihn einfach. Und es ist so großartig und so schön realistisch in dem Moment, Weil das so aufgebaut ist und dann mit einem Schuss die ganze Situation erledigt ist. Und es hätte in diesem Film halt jederzeit so sein können, weißt du? Ja. Also Arnie sagt, komm, du willst doch eigentlich mich im Zweikampf besiegen. Und er so, er könnte eigentlich auch jetzt sagen, nö, schießen.
Florian Bayer: Oder noch besser schießen und dann erst nö sagen.
Johannes Franke: Ja, genau. Und das war's, Filmende. Realistisch. Aber nein.
Florian Bayer: Sie kämpfen dann Mann gegen Mann, so wie es sein soll.
Johannes Franke: Und er überlebt einen Stromschlag. Einen ganz krassen. Stromschlag. High Voltage, er hängt an diesem Zaun, wird mit Strom durchspurt und seine einzige Reaktion ist, jetzt bin ich noch wütender. Und die beiden haben auch richtig viele Wunden von irgendwelchen Schnitten, die sie sich gegenseitig zugefügt haben. Und natürlich kriegen die das vollkommen ... Problemlos hin, sich gegenseitig noch in der Gegend rumzuschmeißen. Ja, und dann, wie gewinnt er jetzt eigentlich? Ah ja, er hat dieses Rohr, dieses mit dem Steam drin. Rammt ihn das irgendwie in den Körper und sagt dann noch seinen Satz?
Florian Bayer: Let off some steam.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und das Tolle ist genau, dass er erschießt, also Bennet kommt dann doch zur Vernunft offensichtlich und sagt, so jetzt werde ich dich doch erschießen. Und dann nimmt Arnold dieses Rohr und wirft es. Er wirft. durch den Bauch und dahinter ist, was ist es? Das ist ja dieser Dampf, der dann erzeugt wird. Irgendein Kanister. Und dann kommt der Dampf halt aus dem Rohr raus und dann ist er tot.
Johannes Franke: Ein letzter One-Liner.
Florian Bayer: Arnie nimmt seine Tochter Alyssa... auf den Arm und sie gehen raus. Die Behörden kommen natürlich zu spät.
Johannes Franke: Und die lachen natürlich auch gleich wieder zusammen. Also Alissa, die gerade gesehen hat, wie jemand ermordet wurde und die sowieso die ganze Zeit verstörende und traumatische Sachen erlebt hat.
Florian Bayer: Sie war 24 Stunden gefangen. Sie wurde fast umgebracht. Sie wurde gejagt. Und es ist auch, die Behörden landen dann, die Hubschrauber kommen so schön, der sagt wieder, hey Arni, ich will dich zurückhaben. Nein, ich bin fertig mit dieser ganzen Scheiße. Und niemand kommt auf die Idee, sollten wir uns vielleicht mal die Kleine angucken?
Johannes Franke: Ist sie vielleicht verletzt? Nein, ist sie nicht.
Florian Bayer: Und Arni, du hast da auch so ein bisschen Blut an dir. Sag mal, sollen wir nicht mal? Nein, das wird salutiert. Und Ali geht mit ihr zurück zu dem Wasserflugzeug, was übrigens auch hochriskant ist, weil als sie zu der Insel geflogen sind mit dem Wasserflugzeug, war das ja alles andere als ein sicherer Flugzeug. Wollen sie jetzt mit dem Ding wieder zurückfliegen?
Johannes Franke: Mit den Helikoptern könnte man super nach Hause ins Krankenhaus möglichst und zu psychologischer Betreuung.
Florian Bayer: Mit dem geklauten Wasserflugzeug. Und mit einer Flugbegleiterin und ihm. Und sie können eigentlich nicht wirklich fliegen. Wollen sie jetzt eine Zwölfjährige?
Johannes Franke: die vor sich hin strahlt. Das ist echt unglaublich. Ach, wie schön. Alles schick. Ja, gut. Okay, und das ist das Ende. Das ist schon das Ende. Sind wir schon am Ende angelangt?
Florian Bayer: Arnold rettet nicht die Welt, sondern seine Tochter. Das ist das Wichtige, das ist das Entscheidende. Die Familie ist intakt. Das wird übrigens nicht erwähnt, was mit der Mutter ist, ne?
Johannes Franke: Nee.
Florian Bayer: Mit keinem Wort. Also es gibt nicht mal so einen Hinweis, so seit Mara gestorben ist oder bla bla. Fehlt komplett tatsächlich.
Johannes Franke: Gibt es das nicht am Anfang? Meistens wird doch sowas erwähnt.
Florian Bayer: Ja, eigentlich wird sowas immer kurz erwähnt. Dass man einmal sich so verortet fühlt emotional. Ich kann mich nicht erinnern, in dem Film sowas gehört zu haben.
Johannes Franke: Ich auch nicht, ich auch nicht. Aber wer weiß, vielleicht ist das untergegangen zwischen Schießereien. Okay, naja, also kurzes Fazit, eines der absurdesten und sinnlosesten... So schlecht, dass er schon wieder gut ist fast, oder?
Florian Bayer: Ja, unsere Top-3-Liste.
Johannes Franke: Ja, wir wollten eine Top-3 machen. So schlecht, das ist wieder gut. Okay.
Florian Bayer: Intro.
Johannes Franke: Oh mein Gott. Unsere Liste. Top 3. So bad, it's good. So bad, but it's good. Es war schwer. Ich muss sagen, ich habe Schwierigkeiten damit, weil ich gucke mir tatsächlich... sehr selten so trashige Filme an. Aber warum? Warum mache ich das eigentlich? Ach ja, jetzt weiß ich wieder, dieser Film war schlecht.
Florian Bayer: Ich habe ein großes Herz für trashige Filme.
Johannes Franke: Ja, ich weiß. Ich weiß.
Florian Bayer: Willst du anfangen? Traditionell ist es immer so, dass der... anfängt, der nicht die Liste vorgeschlagen hat. Die Liste wurde von mir vorgeschlagen, du musst loslegen.
Johannes Franke: Die einzigen drei, die ich kenne. Okay. Und es gibt noch einen, den ich auch kenne und den fand ich so bäh und so schlimm. Freddy Got Fingered. Der ist so schlecht, dass er oft als so schlecht, also gut gehandhabt wird, aber der ist einfach nur schlecht. Der ist wirklich nur übel.
Florian Bayer: Es gibt die Kategorie so schlecht, dass er wieder gut ist und dass er schon wieder schlecht ist.
Johannes Franke: Vielleicht auch das.
Florian Bayer: Es ist tatsächlich, also ich glaube... Um ein Film zu sein, der in die Kategorie fällt, so schlecht, dass er gut ist, muss er bestimmte Kriterien erfüllen.
Johannes Franke: Oh, welche Kriterien sind denn das?
Florian Bayer: Naja, er darf zum Beispiel nicht darauf angelegt sein, schlecht zu sein. Das finde ich ganz wichtig. Deswegen fällt für mich sowas raus wie ... Wie hieß dieser Film mit den Nazis, die hinter dem Mond leben?
Johannes Franke: Ach so, ja, ja, ja.
Florian Bayer: Die Produktion, die ja auch so richtig gemacht war. Der fällt für mich da raus, weil... Und der ist auch nicht gut.
Johannes Franke: Der ist auch nicht schlecht genug, dass er nicht gut ist oder doch gut ist oder so? Nee, das funktioniert nicht. Ich finde den nicht gut, leider.
Florian Bayer: Ich glaube, so schlecht, dass sie gut sind, so bad-its-good-Filme sind am stärksten, wenn der Regisseur sich komplett selbst überschätzt hat. Aber ich habe auch eine Ausnahme da drin, deswegen haut es auch nicht 100 Prozent hin.
Johannes Franke: Okay, mein Platz drei. Ja.
Florian Bayer: Moonwalker. Ja, kann man auf jeden Fall da aufnehmen.
Johannes Franke: Also Michael Jackson, der versucht einen Film, also der so eine Ambition hat, die man echt, oh mein Gott, und das ist aber so schlecht eigentlich.
Florian Bayer: Das Krasse ist ja, dass Moonwalker wirklich ein, zwei Szenen hat, die super sind.
Johannes Franke: Ja, und die Musik. Du hast die Musik und du hast die Musikvideos. im Grunde.
Florian Bayer: Smooth Criminal, eines der besten Musikvideos aller Zeiten.
Johannes Franke: Ich liebe das. Ich gucke es mir immer wieder, ich kann es mir immer wieder anschauen und freue mich. Aber ... Aber der Film, einfach die Story oder was da auch immer sich da überlegt hat.
Florian Bayer: Michael Jackson als Roboter-Jesus.
Johannes Franke: Es ist alles wirklich sehr, es ist auch so cringe teilweise. es echt nicht, nein.
Florian Bayer: Und dann diese merkwürdigen Szenen, wo er mit den Kindern unterwegs ist.
Johannes Franke: Ja, und die auch ein bisschen... Platz 3 gefällt mir.
Florian Bayer: Mein Platz 3 ist auch tatsächlich Musik. Und der fällt ein bisschen raus, weil das ein Film ist, der sich durchaus bewusst darüber ist, dass er trashig ist. Spice World. Ein total unterschätzter Film. Die Spice Girls hochzeitigerer Karriere haben einen Film gemacht über sich als Band. Und natürlich haben sie so ein bisschen versucht, so Hard Day's Night so ein bisschen einen auf Beatles zu machen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Sie inszenieren ... Um ihre Tour und um ihre Plattenproduktion inszenieren sie irgendwie eine Art Abenteuer-Action-Geschichte und haben auch Roger Moore unter anderem mit dabei.
Johannes Franke: Klar. Krass.
Florian Bayer: Und noch zahlreiche andere Cameos und machen irgendwie einen absurd trashigen Film, der nach Spät-90er-Pop schreit.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: aber an ganz vielen Stellen einfach funktioniert als das, was er ist. Und zwar nicht nur als schlechter Film, Es ist tatsächlich sehenswert. Und ja, es ist kein guter Film. Sie können alle nicht Schauspieler. Die Witze sind ganz oft daneben.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es gibt so ein paar lustige Szenen, wo man merkt, sie wissen, dass sie Trash machen, wo sie dann keine richtigen Special Effects benutzen, sondern irgendwie so mit Pappmaché und so arbeiten. Die Ästhetik ist halt schrecklich, das ist total überholt, das ist einfach so sehr auf die Zeit angepasst, dass wenn man das heute sieht, denkt man, oh Gott, was wurde damals getragen, was wurde damals gehört? Was wurde damals als schön definiert?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Er macht einfach Spaß.
Johannes Franke: Cool. Es ist aber auch ein ganz eigenes Genre, Musiker, die Filme machen. Also ich meine... Da gibt es dann auch einen David Bowie, der hat den selbst gemacht, ich glaube nicht. Aber der Film war auf ihn zugeschnitten, auf den Star-Man-Charakter. Genau. Und da gibt es einen Haufen Filme, die ich alle nicht gesehen habe, die sehr spannend eigentlich sind. Wo man wirklich dann einfach davon ausgeht, okay, der Typ kann vielleicht nicht spielen oder die Frauen oder wer auch immer das... Aber die wollten einfach sehr ambitioniert was aufziehen, aus künstlerischem Interesse einfach und das ist toll.
Florian Bayer: Es funktioniert vor allem bei Musikern und Musikerinnen, die halt irgendwie so Typen sind. David Bowie funktioniert. Das ist das, was wahrscheinlich auch Spice World irgendwie rettet, dass sie halt ja auch so... Stereotype-Figuren sind, weil wir haben irgendwie Ginger Spice und Baby Spice und Sporty Spice, Posh Spice. Habe ich sie jetzt alle?
Johannes Franke: Fehlt nicht eine?
Florian Bayer: Vielleicht fehlt einer.
Johannes Franke: Du musst mehr an deinem Spice Girls Game arbeiten. Also wirklich. Als Kind der 80er, 90er. Okay. Ja, dann habe ich jetzt Platz zwei.
Florian Bayer: Platz zwei.
Johannes Franke: Plan 9 from Outer Space.
Florian Bayer: Natürlich. Klassiker, ja.
Johannes Franke: Also, Ed Wood ist wirklich... Die Königsdisziplin des überambitionierten, verzweifelt versuchenden und immer wieder scheiternden Filmemachers. der einfach so schlecht ist, dass man es schon wieder angucken kann und sich freuen kann.
Florian Bayer: Es gibt einfach viel zu entdecken, so Schnüre, an denen die UFOs hängen. Zahllose Szenen, diese total absurd eingebaute Szene von, wie heißt der? Toter Schauspieler.
Johannes Franke: Achso, Bela Lugosi.
Florian Bayer: Genau. überhaupt nicht reinpasst.
Johannes Franke: Das passt überhaupt nicht rein, gar nicht.
Florian Bayer: Und es ist so offensichtlich, dass es einfach nur so reingepackt gepfropft wurde, weil er diese Zähne haben wollte.
Johannes Franke: Aber es ist so eine Liebeserklärung. Ja, an Bela Lugosi. Und das finde ich so toll. Du musst natürlich dann irgendwie so ein bisschen mit dem Filmemacher mitgehen und mit ihm mitfühlen, um das zu verstehen. Aber ... Das ist schon schön. Also es lohnt sich dann natürlich auch die Verfilmung Edward mit Johnny Depp zu gucken, um den Filmemacher ein bisschen zu verstehen. Ja. Aber man sollte die Originalfilme, also zum Beispiel eben auch Glenor Glenda und so, man sollte wenigstens mal reingeschaut haben.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Würde ich auch sagen. Ed Wood ist einfach ein Phänomen der Filmgeschichte und gerade Plane 9 from Outer Space, das ist keine verschenkte Zeit.
Johannes Franke: Ja, während die anderen schon so ein bisschen, da kannst du wirklich vorspulen.
Florian Bayer: Ich habe Glenor Glen da nie ganz geguckt. Ich fand den zu langweilig.
Johannes Franke: Ich habe ihn gesehen komplett.
Florian Bayer: Ich muss Atwood, an meinem Atwood-Game sollte ich auch arbeiten. Da habe ich auch einiges nicht gesehen. Vielleicht sollte ich mir mal so eine Zeit nehmen, einfach einmal ... Ed Wood durchzugucken. Nee, ich hab tatsächlich genau Glen Orklander und Plan 9 from Outer Space und Glen Orklander nicht ganz. Das ist mein Ed Wood Wissen.
Johannes Franke: Ich glaube, ich habe noch zwei, drei andere gesehen, aber ich weiß nicht mehr welcher. Na, vielleicht machen wir mal ein Special.
Florian Bayer: Ja, ein Special, yay.
Johannes Franke: Okay, Platz zwei bei dir.
Florian Bayer: Platz zwei ist... ich habe es nicht geschafft. Ich konnte mich nicht mit mir selbst einigen. Platz 2 ist ein Teil zwischen... Der mir wirklich viel Freude gemacht hat. Den ich natürlich erst kennengelernt habe, nachdem die ganzen Filmkritiker online drüber geredet haben. Aber ... Ich hab's mir dann auch noch mal gegeben, ihn komplett zu gucken. Und es lohnt sich, selbst wenn man drei oder vier Videoreviews dazu gesehen hat, der Film ist so voll mit schlechtem Zeug.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: dass man ihn trotzdem nochmal gucken kann und noch Sachen entdeckt, über die noch keiner geredet hat. Und er teilt aber mit The Happening. Den musste ich einfach aufnehmen. Das ist gemein. Dass wir letzte Woche über M. Night geredet haben.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Und du gesagt hast, dass du alle seine Filme magst. Du kannst das Happening nicht mögen.
Johannes Franke: Ich weiß, ich weiß und der ist ja auch immer, also ich habe natürlich bei der Recherche dieser Liste natürlich auch nochmal im Internet so ein bisschen geguckt und so geschaut. Und natürlich taucht auch The Happening immer wieder bei so Listen auf, in denen schlechte Filme verarbeitet werden. Aber ich weiß nicht, irgendwie hat... M. Night Shyamalan immer für mich eine ganz bestimmte Art und Weise, mit Dingen umzugehen, an denen ich was finden kann, auch wenn sie noch so schlecht sind. auch so schlecht sind. Irgendwie mag ich ihn. Naja. Auch wenn es absurd und völlig daneben teilweise natürlich überhaupt Geschichte, wo du denkst, hä, was, warum jetzt das? Aber nein, nein, der kommt nicht in die Liste. Dein Platz 1. Mein Platz 1 ist The Room. Ja, das hast du schon gesagt. Das ist dein Platz 2 quasi. Ja, The Room, weil es im Grunde der Kultfilm geworden ist und auch einer der ersten Filme für mich mit. Berührung, noch vor Edward in Berührung gekommen mit einfach überambitioniertem Filmemacher
Florian Bayer: Ich würde von der Room wirklich gerne mal so eine Vorführung sehen. Es gibt einige Mitschnitte von den Vorführungen, wo die Leute reinstecken. reinwerfen und so. Aus, als ob es ein riesiges Vergnügen wäre.
Johannes Franke: Aber wie bei Rocky Horror Picture Show dann, ne?
Florian Bayer: Ja, genau.
Johannes Franke: Wirst du in Platz 1? Ja.
Florian Bayer: Mein Platz 1, genau, Beruven ist ja so toll, weil Tommy weiß so, wieso so ambitioniert ist und wirklich ernst nimmt, was er macht.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und Tom, er wurde geschlagen vor gar nicht allzu langer Zeit von einem anderen Rechisseur, der sich noch ernster nimmt und noch schlechtere Filme macht. Und mein liebster Film von ihm ist Fateful Findings. Aber der Regisseur ist an und für sich komplett sehenswert. Neil Preen heißt er.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Eigentlich ein Architekt. der offensichtlich auch relativ viel Geld hat und der dieses Geld nutzt, um dann Independent-Filme zu machen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und der so ein bisschen ... der David Lynch des Trashs ist, weil seine Filme machen überhaupt keinen Sinn. Er macht dasselbe wie Tommy Wiseau. Er besetzt sich immer in der Hauptrolle, er produziert die Filme, er dreht, er macht Regie, er hat zehn Rollen, die er erfüllen muss in diesen Filmen. Aber zumindest die Schauspieler, mit denen er arbeitet, Schauspieler, ich mache große Anführungszeichen, sagen, dass er ein Set echt fair ist, dass er sie gut bezahlt und dass er sich um alles kümmert.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und er nimmt sich wirklich ernst und erzählt sehr opulente, ambitionierte Filme, in denen es meistens irgendwie um den Untergang der Welt geht. und wie er die Welt entweder zum Untergang bringt oder retten will. Das sind so absurde, groteske... Filmische Erscheinungen, man kann nicht mal von Filmen reden.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Es ist billig und gleichzeitig überambitioniert. Und er benutzt CGI. Aber er benutzt dann halt so die Standard Final Cut oder Premiere Templates, die man so kennt für Explosionen und so.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Es sind wirklich merkwürdige Filme, die unglaublich viel Spaß machen, wie The Room, voll gefropft sind mit... Oh Gott. Und gleichzeitig hat man diesen Mann, der sich so unglaublich ernst nimmt. Der sympathischer ist übrigens als Tommy Visor. Es gibt Interviews mit ihm und er meint so, ja, und mir sind meine Filme wirklich wichtig. Ich weiß, dass es so ein Cult-Following gibt und ich kann damit umgehen, ist alles okay, aber er nimmt sich wirklich ernst und es sind tolle Filme. Sehenswerte Filme und sie sind wirklich schlecht. Fadeful Findings. Wenn man einfach... Wenn man aufsteigen will mit Neil Preen empfehle ich Fateful Findings. Wenn man seinen krassesten Film sehen will, empfehle ich Twisted Pear, weil er da angefangen hat CGI zu benutzen. Aber auch mit den anderen Filmen, wo er so einen Cyber-Jesus spielt, zum Beispiel I Am Here Now oder Double Down, wo er einen Agenten spielt und die ganze Zeit auf seinen 90er-Jahre-Laptops rumhackt. die nicht angeschlossen sind. Toller Regisseur.
Johannes Franke: Gut, ja, das waren unsere Top 3. schlechtesten gute Filme. Ja, schlechtesten gute Filme? Wie nennt man es uns?
Florian Bayer: Kommen wir ganz kurz zurück noch zu Kommando. Ein Abschlusswort von dir. Du fandst ihn...
Johannes Franke: Also, ich fand den Film schlecht, aber natürlich auch unterhaltsam, wenn man erstmal alles aus dem Fenster geworfen hat, was einem irgendwie an Filmen wichtig wäre. Und einfach nur Unterhaltung haben möchte. Ich finde ein kleines bisschen, das haben wir aber auch festgestellt, ein kleines bisschen gefährlich. Weil er eben so gewaltverherrlichend und Stereotype und so weiter... einfach nach vorne stellt, ohne sie zu hinterfragen und auch die Die ironische Überhöhung, die so ein Film eigentlich noch bräuchte, um wirklich vollends entspannt guckbar zu sein, die fehlt im Film.
Florian Bayer: Ich mag den Film tatsächlich. Also ich hab Spaß, wenn ich ihn gucke. Aber auch, weil ich ... Also zum einen, weil er wirklich so ... viel unfreiwillige Komik besitzt, dass es einfach Spaß macht. Es gibt in jeder Ecke was zu entdecken. Aber auch, weil er so als Zeitzeugnis so gut funktioniert, wie ich gesagt habe. Es ist ein Peak-80er-Actionfilm. Und ... Wenn jemand mich fragen würde, wie ist das 80er-Actionkino, wie funktioniert das? Wäre das wahrscheinlich der erste Film, den ich nennen würde. Weil wenn du den gesehen hast, dann verstehst du das Genre. Dann verstehst du, was da abgegangen ist. Mit all den ganzen konservativen Seiten, mit all den... waffenfetischistischen Seiten, mit der Gewaltverherrlichung, mit den One-Linern. Es ist Peak 80er, es ist Es definiert das Genre, es macht nichts weiter damit. Es gibt ihm keine neuen Impulse, es dekonstruiert es nicht, es definiert einfach das Genre. Und deswegen ist es ganz gut, dass es ihn gibt, einfach so ... als Monolith, der im Zentrum dieses merkwürdigen Action-Jahrzehnts steht. Und ich finde, die ganze Geschichte hat auch irgendwie so ein kleines Happy End. Weil Schwarzenegger, um ganz kurz noch zu dem zu sprechen zu kommen, hat Ende der 80er irgendwann, nachdem er, also ... Kommando ist so der Beginn von einer ganzen Reihe von geistlosen Action-Years. Aber Ende der 80er Jahre hat dann Arnold wirklich die Ironie entdeckt. Und hat einige Filme gedreht, wo er sich toll mit seiner Rolle als Action auseinandersetzt. Last Action Hero und True Lies wären so die größten, die ich nennen würde ... Kindergartenkorb fällt da auch irgendwie rein. Und dann, nachdem er in den 90ern mal gute, mal schlechte Filme gedreht hat, hat sie ihn ja in die Politik gezogen. Und es ist, ich meine, er ist Republikaner und er war Gouverneur in Kalifornien von 2003 bis 2010, zwei Amtszeiten lang und war ziemlich beliebt. Und wenn man einen republikanischen Gouverneur haben will, dann ist wahrscheinlich Schwarzenegger die beste Wahl, weil er gehört eher zu der moderaten Ecke.
Johannes Franke: Also ich habe auch wirklich sehr Gutes gehört über seine Politik, die er da gefahren hat. Also gerade für Republikaner.
Florian Bayer: Er hat natürlich diese konservativen Trademarks, also seine Haltung zur Todesstrafe war ziemlich bedingungslos, ganz klar und dafür wurde er auch viel kritisiert. Aber umweltpolitisch hat er eher nach links tendiert, hat sich schon sehr früh auch mit Klimawandel auseinandergesetzt. Mhm. Der Vorteil bei ihm war, er war halt in Kalifornien. Das heißt, in Kalifornien gibt es einfach eine demokratische Mehrheit, im Senat zumindest. Er musste immer mit den Demokraten zusammenarbeiten. Und das hat er gut gemacht und er hat sich ziemlich klar gegen Trump positioniert und hat auch 2016 gesagt, Er wollte selbst zur Wahl stehen, übrigens. Kann er aber nicht, weil er natürlich nicht in Amerika geboren ist. Pech gehabt. Aber er hat gesagt, es ist das erste Mal, dass ich nicht republikanisch wähle. Und er ist ja mittlerweile auch gut befreundet mit Sylvester Stallone, der eher Demokrat ist und die diskutieren auch öfter über Politik und Ich glaube, Schwarzenegger ist so ein Beispiel von einem rechten Politiker, irgendwie Mitte-Rechts- der kompromissbereit ist und der nicht die Gegenseite verteufelt, sondern mit dem man wirklich Politik machen kann.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und nachdem er solche Filme gedreht hat, ist das für mich so ein kleines Happy End auch. Weil von einem Typen, der in ... derart krass konservativen, Reagan-Nixon-geprägten, militärverherrlichenden Actionfilme mitspielt, ist sowas nicht unbedingt zu erwarten.
Johannes Franke: Ja, okay. Na, ich kann mir aber vorstellen, dass er schon auch noch europäisch geprägt ist, einfach als Mensch. Und dass deswegen so ein paar in die Extreme gehenden Haltungen einfach bei ihm eher auf abwägen stößt, weil die Tradition in Amerika, Extreme zu haben, eine andere ist als in Europa. Was in Europa diese Extremrechte nicht so dolle...
Florian Bayer: Weil ich nicht weiß, wie viel Europa noch in ihm vorhanden ist, weil er auch diese ganze 80er- und 70er-Sache, diesen ganzen Körperkult, Er ist total krass in dieser Bodybuilding-Welt Amerikas sozialisiert. Es gibt ja diese Doku mit ihm als Bodybuilder, wo er eigentlich zum ersten Mal so wirklich Aufmerksamkeit hatte, in Hercules in New York. wo er dann erzählt, wie es ist, wenn er trainiert. Und dann sagt er halt so, ich habe jedes Mal, wenn ich trainiere, habe ich einen Orgasmus. Mal orgasmen, das ist besser als Sex. Geht dann so total ab.
Johannes Franke: Oh Gott.
Florian Bayer: Und es hat lange gebraucht, bis er zugegeben hat, dass er Anabolika genommen hat.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Was auch geil ist, wenn man sich seinen Körper anguckt. Ja, ja, genau. Nein, kein Training und keine Diät bringt das zustande. Wem willst du was weiß machen?
Johannes Franke: Krass, Mann.
Florian Bayer: Ja, Kommando.
Johannes Franke: Kommando.
Florian Bayer: Schön, dass du ihn geguckt hast.
Johannes Franke: Ja, danke, dass du mir ihn aufgedrückt hast. Dann habe ich jetzt auch mal da ein bisschen... Also mein Bildungsstand hat sich verbessert. Das kann ich auch darüber... ablästern. Und dann machen wir jetzt eine Pause. Und dann gehen wir in eine völlig andere Richtung. Ich bin sehr gespannt.
Florian Bayer: Es geht weiter mit Mary Poppins. Und zwar mit dem neuen Film 2018.
Johannes Franke: Mary Poppins Returns.
Florian Bayer: Wir sehen uns gleich.
Johannes Franke: Bis gleich.
Florian Bayer: Ciao.
Johannes Franke: So, da sind wir wieder zurück aus der Pause. Ich hoffe, ihr habt Mary Poppins Returns geguckt, während wir hier noch ein bisschen... gesprochen haben und geschrieben. Ich habe meinen Text geschrieben. Ich habe vergessen, ihn zu schreiben. Wie das immer so ist.
Florian Bayer: Was ich unbedingt noch sagen muss.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Also.
Johannes Franke: Das Problem bei Kommando ist... Jetzt willst du wieder zum Kommando zurück.
Florian Bayer: Viel Muskeln, wenig Fleisch.
Johannes Franke: nicht so geärgert, dass du diesen Satz nicht untergebracht hast. Jetzt musstest du auch noch nochmal, ja. Möchtest du den Satz nochmal sagen?
Florian Bayer: Viel Muskeln, wenig Fleisch. Bei der Nachbesprechung ist es uns eingefallen. Wir müssen nämlich immer kurz eine Therapiesitzung machen, auch nachdem wir über den Film geredet haben. Mal sehen, ob wir das bei Mary Poppins Returns auch brauchen.
Johannes Franke: Dringend.
Florian Bayer: Johannes.
Johannes Franke: Mary Poppins Returns. 54 Jahre nachdem die erste Verfilmung der gleichnamigen Kinderbuch Ja, ja. Endlich die lang und heiß ersehnte Fortsetzung in die Kinos. Mit Songs, mit Zeichentrick und Realfilmverquickung. und tatsächlich einem Teil der Figuren aus dem ersten Teil. Natürlich Mary Poppins. aber auch mit den Banks-Kindern, die inzwischen erwachsen geworden sind und mit ihrem Leben hadern. Ganz besonders Michael Banks. der seine Frau verloren hat und nun in dem Haus seiner Kindheit mit seinen drei Kindern und seiner Schwester lebt. Allerdings in Geldnot. Das Haus geht an die Bank, die schon im ersten Teil eine düstere Rolle spielt, sofern Michael nicht den Kredit innerhalb weniger Tage zurückzahlen kann. Wird er sein Haus retten können? Natürlich. Aber werden wir auf dem Weg dahin genauso viel Spaß haben wie beim ersten Film? Was meinst du, Plur? War die Fortsetzung superkalifragalistisch expiale Doshis oder eher a spoonful of meh?
Florian Bayer: A spoonful of meh.
Johannes Franke: Oh nein. So eine deutliche Antwort?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist ja hart.
Florian Bayer: Und das liegt nicht daran, dass es ein schlechter Film war?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich fand ihn okay.
Johannes Franke: Du fandst ihn okay?
Florian Bayer: Es gibt einige Momente, die wirklich stark sind. Aber der Film hat ein ganz großes Problem.
Johannes Franke: Jetzt bin ich gespannt. Ein großes Problem?
Florian Bayer: Ja. ein ganz großes Problem und das ist, dass er auf Teufel komm raus zu sehr den Fans des Originals gefallen will.
Johannes Franke: Ja, und das ist so traurig.
Florian Bayer: Das macht er in der Struktur, das macht er in den Referenzen, das macht er in den Songs. Und das Problem ist, dass man zu allem, was er auffährt, was findet, was im Original besser war. Und auch bei den guten Sachen. Das ist das Traurige. Zum Beispiel... um zu den Songs zu kommen. Can you imagine that? Schöner Song. Aber es ist eben kein zweites Spoonful of Sugar.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Der Song Triple Little Light Fantastic, toll. Aber es ist kein zweites Chim Chim Chiri. Und das hast du eigentlich bei jedem der Songs, bis auf eine Ausnahme.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann auch die Figuren sind toll, sind teilweise blass, sind teilweise sympathisch. Aber sie müssen sich halt immer den Vergleich mit dem Original gefallen lassen. Emily Plant gibt sich wirklich Mühe. Und sie macht es auch in einigen Momenten wirklich stark, aber sie ist halt keine zweite Julie Andrews. Es führt keinen Weg dran vorbei. Es ist einfach so.
Johannes Franke: Ich hätte ja eher den Bird-Ersatz angeführt, der die Lichter an- und ausmacht. den der Schornsteinfeger ersetzen soll vom ersten Teil, den fand ich nämlich viel schwieriger als Ersatz als bei Julie Andrews und Emily Blunt, weil Emily Blunt finde ich Hat es ganz hervorragend gemacht.
Florian Bayer: Geil, wir sind komplett anderer Meinung. Ich fand den, den Bird ...
Johannes Franke: Er ist ja nicht Bert.
Florian Bayer: Wie heißt er? Jack, John. Jack heißt Jack. Ich finde, er hat das voll gut gemacht. Der hat das voll getroffen. Er ist natürlich kein Dick Van Dijk.
Johannes Franke: Nein, er ist kein Dick Van Dijk.
Florian Bayer: Und er versucht aber auch kein Dick Van Dijk zu sein. Und das fand ich gut an ihm. Ja, er macht diesen Akzent so ein bisschen, er versucht da diese... Es ist schwierig, über den Film zu reden, weil wirklich alles aufs Original hinweist.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber er hat auch irgendwie noch eine gewisse Eigenständigkeit drin.
Johannes Franke: Also das Ding ist, er soll zu sehr Abziehbild von Burt sein. Man merkt es im Film an. Und bei Emily Blunt ist es so, dass die ja eine Figur spielt ... die exakt diese Figur sein soll. Das heißt, sie muss sich daran orientieren. Während ich eigentlich erwartet hätte, dass sie kein Abziehbild von Burt machen, sondern dass sie Jack einfach eine eigenständige Figur sein lassen. Und das haben sie nicht geschafft, finde ich.
Florian Bayer: Aber Jack war doch ... Also, Jack ist doch zumindest in dem Punkt eine andere Figur, dass dieser Bird ... So einer ist, der alles macht. Also Bert ist ein Künstler. Bert ist ein Schornsteinfeger.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Bert ist halt irgendwie jemand, der durch den Film führt. Bert ist der, der die Zuschauer begrüßt im Original.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und Jack, finde ich, funktioniert doch irgendwie ein bisschen anders. Jack ist viel mehr Vertreter der Hard-Working-Class, als dass Bert im ersten Film war. Bert ist eher so einer ... Burt ist ein Fremdenführer.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Und Jack ist kein Fremdenführer, sondern Jack ist einfach mal der, der das Licht anmacht. Und der, der auch Mary Poppins kennt. Und ja, ich sehe alles, was du meinst. Natürlich ist seine Rolle ... Natürlich ist seine Rolle eine Bird-Kopie. Natürlich macht er das, was Dick Van Dijk im Original gemacht hat. Aber es hat mich nicht so viel gestört. Jetzt verteidige ich den Film, was soll. Bei dem Berg an Problemen, den ich sehe bei diesem Film ... Weil er eher so ein geringeres. Das größte Problem sind für mich einfach die Songs. Es ist kein einziger wirklich geiler Ohrwurm dabei.
Johannes Franke: Kein einziger und das ist so traurig. Warum, warum, warum, warum, warum? Ich will alle schütteln und sagen, kommt, ihr hättet euch doch, das wäre doch, da wäre doch so viel möglich gewesen.
Florian Bayer: Weil man halt einfach, also es ist einfach nicht leicht, gute Songs zu schreiben. Ganz banal.
Johannes Franke: Ich weiß nicht. Also, lass uns mal durchgehen. Lass uns mal wirklich stringent durchgehen. Ich habe gleich am Anfang große Probleme mit Bird. Ich glaube deswegen ... Weil die ersten Sequenzen mit ihm, er führt ja ein, wie im Original, ist er derjenige, der quasi in die Geschichte führt.
Florian Bayer: Lovely London Sky.
Johannes Franke: Der erste Song. Der Song passt nicht zu seiner Stimme.
Florian Bayer: Findest du?
Johannes Franke: Es stimmt überhaupt nicht. Die ist überhaupt nicht in seiner Range, seine komfortable, richtige, gute Range.
Florian Bayer: Okay, wir sind bei Musiktheorie.
Johannes Franke: Das ist er nicht. Er ist ein großartiger Musical-Typ, aber dieser Song passt nicht zu ihm. Das stimmt nicht. Das heißt, er kann seine Kraft gar nicht entfalten. Das heißt, dieser Song ... Der könnte so viel Wumms haben, hat er aber nicht, weil er nicht das ausnutzt, was dieser Schauspieler mitbringt.
Florian Bayer: Manuel Miranda. Heißt der Schauspieler.
Johannes Franke: Ein ganz toller Typ.
Florian Bayer: Ja, ich war glücklich mit der Besetzung tatsächlich.
Johannes Franke: Ja, also so rein optisch und von dem, was ich gedacht hätte, was es sein müsste, wäre ich auch glücklich gewesen. Aber mit dem, was sie daraus gemacht haben ... Überhaupt nicht. Ich finde, der ist blass und ich finde, dass dieser Songlass ist und ich finde, dass er hat nichts von dem, was er am Anfang macht, mit voller Liebe und mit dieser Detailverliebtheit ausgestattet, wie der erste Film das gemacht hat.
Florian Bayer: Ich finde es tatsächlich, also was mir am Anfang gleich aufgefallen ist, was mir positiv aufgefallen ist und was ich wirklich angenehm fand an dieser Figur, Der Original Mary Poppins ist ein sehr weißer Film.
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: und er hat puertorikanische und mexikanische Wurzeln. Und das sieht man ihm auch an. Und ich fand das tatsächlich schön und dachte erst mal so, hey ...
Johannes Franke: Ja, gut.
Florian Bayer: Und es geht ja gerade in dieser Rolle und auch in der Rolle des Bert im Original geht es ja auch ganz viel darum, Irgendwie so die Perspektive der Working Class zu zeigen. Und da fand ich sehr schön, dass sie ... keinen Dick Van Dijk genommen haben, sondern ihn.
Johannes Franke: Grundsätzlich ja, grundsätzlich gute Besetzung, aber eben nur theoretisch. Die Besetzung ist nur theoretisch, aber nicht praktisch wirklich gut umgesetzt und damit gespielt und so. Er hat viel mehr Potenzial, dieser Mensch. Also dieser Tarspiele ist einfach wirklich gut eigentlich, aber er hat überhaupt nicht ausspielen können, was er eigentlich kann. Geht nicht.
Florian Bayer: Bin ich gut reingekommen. Am Anfang fand ich die nostalgischen Referenzen noch sehr schön. Also auch dieser Gemäldevorspann. Ja, super. Ich fand ich sehr schön. Love Me London Sky, das war alles irgendwie nett, das hat alles irgendwie funktioniert und man hat sich Ach, so heimlich wohlgefühlt, ne? Man dachte, okay, ja, schön, das ist ja wie damals.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und ... Es gab dann irgendwann den Punkt, wo das angefangen hat zu nerven, wo man eher dachte, oh, das ist ja wie damals.
Johannes Franke: Ja, genau. Voll schade. Naja und dann merke ich halt, dass diese Figuren alle im Grunde Abziehbilder sind und dass keine dieser Figuren und nicht mal Meryl Streep, was so schön gewesen wäre.
Florian Bayer: Das ist für mich die Ausnahme. Echt, wirklich? Ich werde ein paar kontroverse Meinungen in dieser Episode reinbringen. Und das wäre mein erster kontroverser Punkt. Ich fand den Song Turning Turtle und ich fand die Szene mit Meryl Streep Besser als diese I love to love Szene aus dem Original.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Auch weil das eine Szene ist, die mich nie besonders angesprochen hat und ich nie besonders aufregend fand.
Johannes Franke: Also ich bin auch, ich musste auch erst mir das 20.000 Mal anschauen, bevor ich auch diese Szene zu lieben begonnen habe. Ich erinnere mich als Kind, mochte ich diese Szene am wenigsten tatsächlich.
Florian Bayer: Ich fand die immer doof. Und die Turning-Turtle-Szene ist ja so eins zu eins das Spawner. Wie gesagt, bei jedem Song ... Bei jeder Szene, bei jeder Figur findet man das Paul Nord zum Original. Mit der Ausnahme der Figuren, die schmerzlich fehlen.
Johannes Franke: Ja, traurig.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Warum? Wer fehlt dir denn zum Beispiel?
Florian Bayer: Also es fehlen Pendants. Ein ganz großes Problem ist, es fehlt einfach mal das Pendant zu Mr. Banks, zu George Banks. Das ist das Maike ... kann diese Rolle nicht füllen, einfach weil Michael anders angelegt ist. Michael ist nicht der Vater, der nur auf seine Karriere achtet, sondern Michael ist der, der seine Kinder liebt, der verwitmet ist, der traurig ist. Und ich fand diesen Michael auch die ganze Zeit plass. Mhm. Und ich fand ihn auch im Vergleich zum Original.
Johannes Franke: Ja, ja, er hat es nicht ausgefüllt, diese Funktionen. Ich weiß nicht.
Florian Bayer: David Tomlinson im Original, Mr. Banks, war so eine tolle Rolle. Dieser Vater, der alles in Ordnung halten will, der ein bisschen streng ist, der irgendwie Herr des Hauses ist, dafür auch ein Lied bekommt und der seine Ordnung liebt und der seine Ruhe liebt und der an seiner Karriere denkt. aber natürlich ein gutes Herz hat. Das war eine wundervolle Rolle. Und dieser Michael Banks ... Er ist einfach plass. Und er muss auch ans Geld denken, aber er hat einen klaren Grund, warum er ans Geld denkt. Das ist nicht diese ... bürgerliche Saturiertheit, sondern er ist einfach so, weil er muss ums Überleben kämpfen. Das ist das zweite große Ding, was mir fehlt. Das zweite große Pendant. Es gibt keine Bird Lady. Schlimmer noch, sie haben die Protagonisten zur Bird Lady gemacht. Das Tolle im Original war ja, dass wir hier eine großbürgerliche Familie sehen, der es total gut geht mit ihren kleinen Problemen, die sie haben. Aber das sind alles Nichtigkeiten. Und in Mary Poppins werden die konfrontiert mit einer anderen Welt, mit der Working Class durch die Schornsteinfeger.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und eben mit radikaler Armut durch die Bird Lady. Und diese Bird Lady, die gibt es hier nicht. Stattdessen sind unsere Protagonisten die, die ums Überleben kämpfen müssen.
Johannes Franke: Ja. Und das...
Florian Bayer: Also da weichen sie ja tatsächlich vom Original ab. Aber genau an dem Punkt hätten sie, glaube ich, nicht abweichen sollen. An dem Punkt funktioniert es nicht, weil sie so ein ... Weil es dadurch so ein Klischee amerikanischer Traum-Setting wird. Die, die ums Überleben kämpfen müssen, am Schluss dann feststellen, dass sie doch ein Vermögen haben und yeah, und alle sind glücklich. Aber es ist hart und sie sind die Kämpfer und es
Johannes Franke: nee, funktioniert leider nicht. Irgendwie fehlt dadurch der Kontrast und so ein bisschen... Man liebte es, den Vater zu hassen, mehr oder weniger, als Kind. Weißt du, was ich meine?
Florian Bayer: Ich weiß, was du meinst, total.
Johannes Franke: Und das braucht man in dem Film. Der Film braucht seine verschrobenen, viel zu übertriebenen Charaktere.
Florian Bayer: Auf jeden Fall die Kontrastfiguren.
Johannes Franke: Und du hast es in der Returns-Variante, hast du sie einfach nicht. Du hast keine Kontraste mehr, sondern du bist halt ganz modern psychologisch. Es funktioniert nicht, es geht nicht.
Florian Bayer: Es gibt einen Bösewicht und dieser Bösewicht kriegt nicht einmal einen Song spendiert. Im Original haben wir diesen tollen Song. in dem Dick Van Dyke versucht, den jungen Michael zu überzeugen, seine Pennies an die Bank zu geben. Und das ist ein super Bösewichts-Song. Der ist gar nicht so lang, aber der ist großartig. So ein Musical braucht einen Bösewichtsong. Die Bösewichter dürfen hier nicht singen. Der einzige Bösewicht, den es gibt,
Johannes Franke: Obwohl ich ihn schon mochte, den Bösewicht in Returns.
Florian Bayer: Ja, der war gut gespielt.
Johannes Franke: und der ist auch einfach, ich mag ihn einfach als Menschen, als Schauspieler, ich gucke ihm gerne zu und ich gucke ihm, ich liebe es ihn zu hassen tatsächlich auch in diesem Aber irgendwie ist das alles, der Rest insgesamt irgendwie zu blass und die Spannung fehlt.
Florian Bayer: Er kriegt zu wenig Raum. Und ich verstehe es nicht. Ich verstehe es wirklich nicht. Warum geben sie ihm keinen Song? Es gibt die Gelegenheiten. Er spricht mit seinen Anwälten. Es gibt diese finsteren Machenschaften, die er macht. Warum geben sie ihm nicht einen Song? es mir unbeschreiblich, weil so ein Film, der die ganze Zeit zuckersüß ist und liebevolle Menschen singen, Braucht wenigstens einen Bösewichtssong. Ich würde ihm sogar eher zwei Bösewichtssongs spendieren. Warum lassen sie den Wolf nicht singen, wenn er die Uhr klaut?
Johannes Franke: Ja, stimmt.
Florian Bayer: Warum...
Johannes Franke: Also es ist halt wie bei König der Löwen, du brauchst diesen, so Scar heißt er, ne?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und die Hyänen und so. Diese Songs sind essentiell. Genau. Und in diesem Film fehlt es halt einfach.
Florian Bayer: Colin Firft, das spielt, der könnte.
Johannes Franke: Ich hab ihn nie singen hören, keine Ahnung, ob er das kann.
Florian Bayer: Er hat eine coole Stimme, das reicht. Mittlerweile wissen wir doch, dass man nicht gut singen können muss, um ein gutes Musical zu machen. Dass das auch durchaus spannend sein kann, wenn nicht jeder Ton getroffen wird.
Johannes Franke: Ja, irgendwie, ich weiß nicht. Also mir fehlt die, dadurch, dass es alles so ein bisschen... Dass die Kontraste fehlen, fehlt mir die Monumentalität des ersten Teils. Ja. In diesem Punkt weichen sie halt vom Original ab und dafür hätten sie aber im zweiten Film eben sich von der Geschichte her viel freier bewegen können, finde ich.
Florian Bayer: Ja. Der Film ist insgesamt so ein bisschen der Typ, der sich wirklich, wirklich bemüht, dir zu gefallen. Und dann tut es dir leid, dass du davon genervt bist, aber du bist ab einem gewissen Punkt zu genervt. Ich habe das Gefühl, das ist gerade so eine Disney-Konstante auch ein bisschen. Das ist das, was sie mit Eiskönigin 2 gemacht haben, mit Frozen 2.
Johannes Franke: Okay, keine Ahnung.
Florian Bayer: Das war kein schlechter Film.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Aber ist bei weitem nicht an den ersten Teil rangekommen. Da war es auch so, dass sie ganz klar so drauf geachtet haben ... Fanservice zu liefern. Aber noch schlimmer war es bei Star Wars Force Awakens. Das wurde dann im zweiten Teil davon ein bisschen korrigiert von Rian Johnson.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber im ersten Teil Force Awakens war das auch so radikaler Fanservice. Bis zu dem Punkt, wo du gedacht hast, okay, ich hab's verstanden. Ihr wollt, dass ich diesen Film mag, weil ich mit dem Original nostalgisch gefühle verbinde. Bitte hört auf damit, gebt mir was Neues, gebt mir ein bisschen mehr Wucht, ein bisschen brecht irgendwie damit. Und zwar nicht nur, indem ihr dieses Mal das politische Engagement positiv besetzt, sondern brecht ein bisschen mehr damit.
Johannes Franke: Ja, okay. Ich kann mich gerade gar nicht erinnern, wie das war. Force Awakens. Ich habe den Film gesehen, aber...
Florian Bayer: Das war ein Remake vom ersten Star Wars Film. Von Episode 1, ganz klar. Aber um vielleicht noch was Zweites zu sagen, es hat mich tatsächlich nicht ganz so doll geärgert. Weil jetzt kommt die zweite große kontroverse Meinung und die ist wirklich kontrovers für diese Episode. Ich bin nicht der größte Mary Poppins-Fan.
Johannes Franke: Und das raus.
Florian Bayer: Und das habe ich jetzt auch festgestellt, als ich ihn wieder gesehen habe. Und dann, es gibt nämlich eine Szene, da haben wir einen kurzen Cameo-Auftritt von Engineer Lansbury.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und da dachte ich, ach ja, stimmt. Ich mochte immer lieber die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett. Bettknobs und Broomsticks. der die ganze Zeit kritisiert wurde immer, als er rauskam. Das war fünf Jahre, sechs Jahre nach Mary Poppins. dass er eine Kopie davon wäre und Disney würde versuchen, nochmal den Mary Poppins-Feeling zu erzeugen. Ich mochte diesen Film als Kind immer mehr. Und verbinde damit deswegen auch immer noch nostalgisch stärkere Erinnerungen als an Mary Poppins. Weil Mary Poppins Meine Erinnerung als Kind hat sich ein bisschen gewandelt, als Erwachsener war. Langweilig, langweilig, langweilig, langweilig. Geil, Zeichentrick. Langweilig, langweilig, langweilig, langweilig.
Johannes Franke: Echt, wirklich?
Florian Bayer: Das ist meine Erinnerung an Mary Poppins als Kind. Wow. Später habe ich dann auch die anderen Sachen zu schätzen gewusst. Okay, langweilig, geil, Zeichentrick langweilig, langweilig, langweilig. coole Performance von den Schornsteinfegern.
Johannes Franke: Langweilig.
Florian Bayer: Und später habe ich auch die anderen Sachen geschätzt. Aber Mary Poppins war für mich nie ... Der große, fantastische Märchentrip, den offensichtlich viele Kinder drin sehen. Das war die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett.
Johannes Franke: Okay, das habe ich zum Beispiel nicht gesehen.
Florian Bayer: Ah, interessant, guck ihn dir an, würdest du mögen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und würdest sagen, ist aber bei weitem nicht so gut wie Mary Poppins. Ja ...
Johannes Franke: Bestimmt. Nein, Mary Poppins ist, da lasse ich niemanden ran. Das ist einfach großartig. Und Julie Andrews ist natürlich unglaublich. Und natürlich ist ... hat niemand irgendwie eine Chance, aber ich finde, sie hat es sehr gut gemacht. Also Emily Blunt war wirklich Wirklich gut. Und sie hat ein paar Punkte hervorgehoben und vorangestellt, wo ich gedacht habe, genau das ist mein Bild von Mary Poppins. Nämlich sich dann hinzustellen, die Kinder in die Badewanne zu schmeißen Und dann nochmal vor sich hin zu grinsen und sich drauf zu freuen, das jetzt zu machen. Also sie hat diese Mary Poppins, diese Version von Mary Poppins hat sehr viel mehr Spaß, Also viel offensichtlicheren Spaß an den eigenen kleinen Sachen, die sie mit den Kindern unternimmt.
Florian Bayer: Interessant, interessant. Meine ersten Notizen waren ... Ja, die Kombination aus Strenge und Abenteuerlust ist da. Die Herzlichkeit fehlt ein bisschen. Und dann habe ich gelesen, dass sie offensichtlich ein bisschen näher an der Buchvorlage ist, dass die Buchvorlage Mary Poppins unter anderem nicht so hübsch ist. Also, ich mein, Emily Plant ist auch hübsch. Aber dass sie nicht so ... Bei Julie Andrews hat sie deswegen nicht direkt den Segen gekriegt von der Autorin. des Originals, weil sie zu hübsch war. Und sie ist auch herzlich. Und das ist ein Buch, das ich nie gelesen habe. Offensichtlich nicht so krass der Fall. Und vielleicht ist Emily Blunt da näher am Buch. Dadurch, dass sie ein bisschen kälter ist, kalt ist zu hart. Aber sie hat das Herzliche ein bisschen weniger. Und das Putzige, sie ist ein bisschen weniger putzig.
Johannes Franke: Das stimmt, das stimmt. Aber P. L. Travers übrigens, die Autorin der ersten der Bücher und die Hast du den Film Saving Mr. Banks gesehen?
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Da geht es um die Entstehungsgeschichte von Mary Poppins. Ja. Also der Verfilmung. Und das ist ganz großartig zu sehen, mit welcher Hartnäckigkeit... Disney an ihr gekratzt haben, diesen Film machen zu können von dieser Buchvorlage und wie wundervoll ernsthaft und unglaublich verteidigend P.L. Travers war, wenn es darum ging, Sachen abzugeben. Sie wollte eigentlich keine Verfilmung davon. Und alles, was sie ihr vorgelegt haben, hat sie immer gesagt, nein, das geht so nicht. Und das rote Kleid da, das können wir gar nicht benutzen. Rot trägt sie nicht. Und weißt du, solche Sachen.
Florian Bayer: Und diese Julie Andrews ist viel zu hübsch.
Johannes Franke: Ja, was du sagst. Und der Film zeigt das wunderbar. Macht natürlich dann irgendwie so Hollywood-typisch ein Happy End raus und so weiter. Aber Peter Travers war nie glücklich mit der Verfilmung. Ja. Nie. Und ich bin natürlich trotzdem froh, dass dieser Film gemacht wurde. Aber ich find's ... ich kann diese Autoren sehr gut verstehen, dass man sagt, nee, ich hab da, es ist mein Baby, ich möchte, dass das so wird, wie ich mir das vorgestellt habe. Naja und jetzt haben sie die Verfilmung natürlich erst gemacht, nachdem sie gestorben ist in den 90ern und dann die Nachkommen von ihr. die das ganze, dieses Estate, wie man das so nennt, besitzen, die haben sich auch eine Weile geziert. Ja. Und jetzt ging es halt 2016 oder sowas. Nee, 2012, glaube ich, gab es das erste Go und dann haben sie angefangen, daran rumzubasteln.
Florian Bayer: Ich würde in den Raum stellen, dass Mary Poppins zu jedem Film gehört, wo die Verfilmung die Buchvorlage überholt hat, nicht nur was Popularität betrifft, sondern auch was Ikonität betrifft. Du hast die Buchvorlage auch nicht gelesen. Und ich glaube, vielleicht ist es in England anders, aber ich glaube, die meisten Leute kennen eher die Mary Poppins aus dem Film. Und dadurch gibt es einfach eine Ikonität von der Rolle, wie sie von Julie Andrews gespielt wird. Und deswegen denke ich auch bei Emily Plant, okay, sie ist vielleicht näher an der Vorlage. Dadurch, dass sie ein bisschen weniger herzlich-süßlich ist.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Aber wenn ich an Mary Poppins denke, denke ich eben nicht an die Vorlage, sondern dann denke ich an die Mary Poppins, die von Julie Andrews gespielt wurde. Und ich gehe davon aus, dass es 95% des Publikums genauso gehen wird.
Johannes Franke: Ja, wahrscheinlich. Aber trotzdem, ich fand Emil Blunt auch unabhängig davon, was die Autorin ursprünglich wollte, tatsächlich sehr gut. Also auch egal, wie viel Herzigkeit jetzt drinsteckt oder nicht, ich komme voll mit, ich gehe mit ihr voll mit in dem, was ihr macht. Und das ist die einzige Figur, mit der ich mitgehe.
Florian Bayer: Es ist halt auch so, es ist auch ähnlich wie beim Rest des Films für mich. Es ist das Bemühen, man merkt es ihr an. Und dadurch ist das fast so uncanny. Weil sie trifft es wirklich gut. Sie macht es wirklich verdammt gut. Sie ist so nah dran an der Julie Andrews-Figur. Und wenn sie viel weiter weg wäre, dann wäre es was anderes. Dann würde es mich weniger stören. Aber sie ist so nah dran, trifft es aber natürlich nicht 100%. Dass es anfängt, so einen Uncanny-Valley-Effekt für mich zu erzeugen. Es wird was imitiert, aber es ist es nicht 100%. Merkwürdig. Und das kann ich ihr nicht mal vorwerfen. Wie gesagt, sie bemüht sich.
Johannes Franke: Der ganze Film macht das halt. Der ganze Film will im Original so nah dran sein, wie es nur irgendwie geht und dann denkst du die ganze Zeit, das ist eine schlechte Kopie von dem, was du mal hattest.
Florian Bayer: Und es ist nicht mal eine schlechte Kopie. Es ist einfach so eine, also für mich zumindest, so eine Mac-Kopie.
Johannes Franke: Ja, wirklich schlecht ist es natürlich nicht. Das stimmt natürlich nicht. Und die Lieder sind alle irgendwie solide, aber keiner davon ist so, dass ich das im Kopf summen möchte nochmal.
Florian Bayer: Ich hatte tatsächlich am Anfang Also der Song kommt im Bad. Mary Poppins ist gerade frisch in der Familie. Und dann kommt ja Can You Imagine That? Und sie springen in das Bad und wir haben erst mal diese Zeichentrick-Opulenz.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Da hatte ich kurz die Befürchtung, was dann Gott sei Dank sich nicht bewahrheitet hat, dass der Film ein Film wird für Leute, die das Zeichentrickmoment im Original überbewerten. Wenn man sich Mary Poppins anguckt, gibt es diese Zeichentricksequenz, die zehn Minuten dauert und in der nicht viel Story passiert.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Die nur Eskapismus ist. Aber wenn du Zuschauer fragst ... glaube ich, bei den meisten, die mit Mary Poppins groß geworden sind, diese Sequenz das, was sie am stärksten in Erinnerung haben. Und das ist bei mir auch so, als Kind war das einfach die Sequenz, Und die spielt eine ganz geringe Rolle in dem Film. Aber die ist so berühmt geworden. Viele denken wahrscheinlich bei Mary Poppins an, Mary Poppins rennt mit den Kindern im Zeichentrickland rum und dann gibt es irgendwann noch tanzende Scharnsteinfeger auf dem Dach und drumherum ist das aber mal ein über zwei Stunden langer Film. Und als dann dieses Ding im Bad war und kurz danach kommt ja das Ding auf der Vase, dachte ich erst, oh, sie versuchen hier einen Film zu machen, der... der das, was damals alle Kinder geil fanden, komplett macht. Jetzt gibt's 120 Minuten Zeichentrick mit Live-Action gekreuzt. Und dann habe ich festgestellt, Gott sei Dank machen sie es nicht. Und im Nachhinein denke ich, vielleicht hätten sie das besser gemacht. Vielleicht war das tatsächlich das Beste an Mary Poppins. Und vielleicht hätten sie einfach das durchziehen sollen. Dann wäre es eher so ein zweiter tollkühner Hexe im fliegenden Bett geworden. Und vielleicht wäre das die richtige Entscheidung gewesen. Vielleicht hätten sie einfach noch drei von diesen zehn da dranhängen sollen. Und dann wäre ich happy gewesen.
Johannes Franke: Nein, nein, nein, nein, nein. Da möchte ich dir ganz dolle widersprechen, weil ich finde, an Mary Poppins ist viel mehr dran als diese... Natürlich ist der Zeichentrickteil von Mary Poppins wahnsinnig toll und wahnsinnig beeindruckend gewesen. Aber es gibt so viel, gerade das Kennenlernen der Kinder mit der Mary Poppins, wie sie aus ihrer Tasche... absurd große Sachen holt. Wie sie mit ihr aufräumen. Der alte Film hat so viele tolle, schöne Momente. Auch das, natürlich hat mich als Kind die Frau mit den Tauben überhaupt nicht interessiert. Später ist es natürlich ein Da kriegst du andere Dimensionen mit. Aber das mit der Bank und so weiter, das ist sehr prägend für mich gewesen. Das ist schon wirklich wichtig und toll und spannende Sachen. Und Dick van Dijk war einfach immer... Mir fehlt die Dick Van Dyke-Figur in dem neuen Film und deswegen war ich auch so wahnsinnig enttäuscht von dieser Sache, die sie jetzt damit gemacht haben. Weil Dick Van Dijk hat einfach wirklich 50% des Films getragen. So, gefühlt. Weißt du, was ich meine? Das ist irgendwie mit seinem völlig absurden Akzent, der
Florian Bayer: Das hat das Original übrigens tatsächlich, dass diese ... Eine Stärke des Originals, die der Fortsetzung fehlt, ist, dass die Magie im Original nie zu übertrieben ist, sondern dass es so kleine ... nette Gimmicks sind, die sie finden. Eben wie du gesagt hast, wie sie die Tasche auspackt und wie sie dann aufräumt. Und es befindet sich auf so einer Ebene, wo man immer noch sagen kann, die Kinder spinnen auch ein bisschen rum. Und dieser Kontrast ist ja auch schön, wenn sie immer sagt, das ist total albern und sowas. Was redet ihr da für einen Blödsinn? Und das fehlt in diesem Film so ein bisschen ... weil er auf ganz viel, was er an Magie macht, eine ordentliche Schippe draufsetzt. Die Zeichentricksequenz zum Beispiel auf der Vase. Toll, die ist visuell großartig gemacht. Und es ist die Verfolgungsjagd, die dann da drin ist. Aber es ist so deutlich, dass sie sich die Zeichentricksequenz aus dem Original angeschaut haben und gesagt haben ... wie können wir den ganzen Steroiden verpassen. Wir packen da noch einen Bösewicht rein, wir machen zwei Songs rein.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und wir machen übrigens einer der Songs, der mir am besten gefallen hat. A Cover is not a book. Das ist einer der besten Songs des Films. Und ja, sie haben da einfach mal eine Schiffe draufgesetzt. Und dadurch geht so ein bisschen dieser ... Taschenspieler, kleinmagische Kram des Originals verloren.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Im Original war es halt nie zu groß und nie zu opulent, sondern es waren so kleine Tricks und Kniffe.
Johannes Franke: Da kommt das nächste Problem, was ich damit habe und warum ich glaube, dass das Original genau deswegen funktioniert, weil es in der Zeit passiert ist, die haben damals nicht die Effekte gehabt, die wir haben. Die konnten das nicht umsetzen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das, was wir jetzt in diesem Film sehen. Und das, was sie da machen mussten, ist viel mehr Physik nötig gewesen für Also du musstest viel mehr tatsächlich Sachen praktisch umsetzen und machen. Du hast natürlich viele Special Effects für damalige Verhältnisse, Special Effects, aber wir haben das jetzt Alles mit Computer umgesetzt, mit Zeug. Und natürlich haben sie... Ich bin sehr froh, dass sie Zeichentrick gemacht haben und keine... 3D-animierten irgendwas. Aber trotzdem, die Die Mühelosigkeit, mit der das heute passiert, verleitet dazu, Sachen zu übertragen.
Florian Bayer: Rob Marshall musste die Produzenten überzeugen, dass er Zeichentrick nehmen darf und kein CGI. Die wollten CGI drin haben. Echt? Es waren wirklich Verhandlungen mit Disney. dass er gesagt hat, nee, Leute, es ist viel näher am Original dran und viel schöner, wenn ich Zeichentrick mache.
Johannes Franke: Ich hatte gedacht, dass das von Anfang an klar war. Die Fortsetzung ist ja nicht, das war ja nicht der erste Versuch, ne? Die haben ja schon ein Jahr, nachdem der erste Film rausbekommen ist, haben die versucht, eine Fortsetzung zu machen. Travers hat sich dann mit denen überworfen, die haben aber mehrere Versionen hin und her geschickt und überlegt. Irgendwann haben sie es nochmal versucht, dann hat Julie Andrews irgendwann gesagt, ich werde diese Rolle nicht nochmal spielen. Dann ist es auch wieder begraben worden und dann ist es sozusagen... rausgekleckert irgendwo hinter der Tür, dieser Plan.
Florian Bayer: Und jetzt ist es tatsächlich die Fortsetzung der Guinness-Buch. Die längste Zeit zwischen Original und Fortsetzung in der Filmgeschichte.
Johannes Franke: Das ist krass. Und es ist halt leider... 1964 bis 2018.
Florian Bayer: 54 Jahre.
Johannes Franke: Ich glaube, der Charme des alten Films liegt einfach auch in der Zeit, in der es gemacht wurde und mit der Technik, mit der es gemacht wurde. Und das Neue ist zu glossy quasi.
Florian Bayer: Was ich zum Beispiel auch merkwürdig finde, ich fand, sie haben sich wirklich bemüht, die Ästhetik des Originals zu treffen, der komplett im Studio gedreht wurde. Aber warum haben sie dann nicht im Studio Studio gedreht. Warum haben Sie denn? Sie haben Außenaufnahmen. Das ist draußen gedreht. Sie treffen es ja tatsächlich. Ich dachte auch, ich habe es gesehen und dachte, ach schön, Sie haben diese Studioatmosphäre. Genau. Super, finde ich total toll. Und dann habe ich gelesen, okay, sie haben draußen auch getreten. Dann frage ich mich, warum machen sie es dann nicht gleich? Warum machen sie es nicht? Vielleicht haben sie auch, vielleicht haben sie wirklich nur so ein paar Park-Szenen und so außen gedreht, aber ... Ja, und das ist halt auch so dieses Uncanny-Ding, dann ist es nicht so 100% getroffen und je mehr man es versucht zu treffen und nicht 100% trifft, umso irritierender ist es. Ach ja, ich meine, ich kann jetzt keinen Tipp an Disney geben, was sie hätten anders machen sollen. Sie hätten einfach ein bisschen mehr Mut beweisen müssen. Ein bisschen weniger Fanservice, ein bisschen mehr... eigenständiges Erzählen. Und das Original gäbe das ja durchaus her. Und sie... Es gibt immer so diese Momente, wo man denkt, jetzt brechen sie mit dem Original an der richtigen Stelle. Zum Beispiel, dass Jane von Emily Mordheimer gespielt. Übrigens fand ich gut. Gehört zu den Casting-Entscheidungen, die ich gut fand.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: dass die für Spruce arbeitet, für Society for the Protection of the Rights of the Underpaid Citizens of England.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Im Original haben wir ja die Mutter, die bei den Suffragetten ist und sich fürs Frauenwahlrecht einsetzt. Und im Original wird das ja eher negativ belegt.
Johannes Franke: Nein, würde ich so nicht sagen.
Florian Bayer: Oder zumindest ... Naja, es wird schon gezeigt als was, was sie daran hindert, sich um ihre Kinder zu kümmern.
Johannes Franke: Ja, aber sie haben einen guten Song am Anfang, der das mit erklärt und der das gut ... Der dem Ganzen einen guten Willen mitgibt. Natürlich hast du das in einer Zeit.
Florian Bayer: Aber das macht sich auch ein bisschen drüber lustig, oder?
Johannes Franke: Ja, na ja.
Florian Bayer: Wie sie ihre Dienstmädchen dann so animiert so mitmachen, Kameradinnen.
Johannes Franke: Aber das ist der Kinderfilmanteil.
Florian Bayer: Ja, okay.
Johannes Franke: Weißt du, irgendwie musst du es ja übertreiben und du musst ja so quirky Characters haben.
Florian Bayer: Aber dieses politische Engagement hat schon ein bisschen Mehrwert, weil auch so die... Arbeiterklasse ein bisschen mehr Bedeutung kriegt im Film. Und das fand ich gut und das hätten sie noch stärker machen können. Das waren so Momente, wo ich dachte, hey ... Macht ein bisschen mehr draus. Und tatsächlich war ich, als sie darüber geredet hat, was sie da macht, dachte ich irgendwann so, okay, jetzt habt ihr so viel aus dem ersten Teil genommen. Was macht ihr mit der Bird Lady? Wo ist mein Feed the Birds? Und dann gibt es kein Feed the Birds.
Johannes Franke: Ja. Sie haben die Chance, da politisch reinzuhauen, völlig verpasst. Und das fand ich sehr, sehr schade. Ich habe das wirklich vermisst. Ja. Meine Güte. Aber sie haben trotzdem ein paar schöne Sachen. Ich bin natürlich... Wenn sie da runtergeschwebt kommt, ist es natürlich sehr schön, weil du einen sehr schönen nostalgischen Moment hast. Also in diesen kleinen Momenten sind sie natürlich ganz nett, aber insgesamt finde ich, dass sie diese... diese liebevolle Art von dem alten Film leider nicht haben und dass sie irgendwie so Ich habe mir das jetzt so nach Lehrbuch überlegt, wie das aussehen muss. Und irgendwie die Liebe auf dem Weg dahin verloren.
Florian Bayer: Genau, das ist das Problem. Aber kommen wir dann doch noch mal kurz zu der Szene, wo ich sage, die ist besser als ihr Pendant im Original. Und das ist Turning Turtle. Meryl Streep als Topsy ist wirklich... Fantastisch. Ich habe sie gesehen und habe direkt gedacht, geil, interessante Figur. Dann mit diesem, dass das alles durcheinander ist. Interessantes Thema.
Johannes Franke: Das fand ich auch sehr schön. Das Thema an sich fand ich wirklich toll. Das hat viel Potenzial.
Florian Bayer: Und dann fand ich den Song auch einfach super. Und ich war einfach hin und weg. Und wie gesagt, für mich ist die Szene im Original, die wahrscheinlich am ehesten ihr Pendant ist, dieses der lachende Onkel. der an der Decke schwebt. Ich finde die bis heute lame. Ja.
Johannes Franke: Nee, ich finde sie nicht mehr lame. Als Kind fand ich sie nicht die stärkste. Nee, irgendwie Meryl Streep, und es tat mir wahnsinnig leid, weil ich sie sah und dachte, oh ja, cool, Meryl Streep, geil. Lass uns jetzt, dann machen wir was draus. Aber irgendwie fand ich es nicht. Weißt du was?
Florian Bayer: Es gibt übrigens eine nette Anekdote zu dieser Topsy-Figur.
Johannes Franke: Was denn?
Florian Bayer: Das ist ja, also der Film orientiert sich ja auch an dem Buch von Mary Poppins. Es gibt ja mehrere Mary Poppins Bücher und es gibt diese Topsy Figur auch in dem Buch Mary Poppins Comes Back. Und in der Geschichte ist Topsy ein Mann. Und seine Welt ist upside down. Einmal in der Woche. Weil seine Mutter ein Mädchen wollte. Und er in einem gewissen Gender-Konflikt steckt, weil er so großgezogen wurde.
Johannes Franke: Oh mein Gott, wie cool ist das denn?
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Ach, ist das schön.
Florian Bayer: Ja. Oh.
Johannes Franke: Ich fand den grundsätzlichen Gedanken, Upside Down und so, das ist total schön. Aber irgendwie ... Ich glaube, mein Problem, auch mit den anderen Szenen im Film, die mit Tanz und Gesang und so sind und mit diesen 90er BMX-Anleihen, Beim X-Radler, nein. Oder irgendwie die Leute mit dem Fahrrad durch das Bild huschen. Ich weiß nicht, keine Ahnung, es kam mir so komisch 90er vor. 90er?
Florian Bayer: Ich muss nicht an 90er denken. Egal.
Johannes Franke: Diese Szenen sind alle A, zu schnell geschnitten und B, zu nahe. Du brauchst für Tanzszenen eine ordentliche Totale, in der du genießen kannst, was sie da an Choreografie machen. Und gerade bei Topsy fand ich, hat man ganz selten mal einen ordentlichen Durchblick, wo was wie passiert und kann das genießen, dieses Setting.
Florian Bayer: Ja, auch weil die Kamera, ja genau, also der Raum steht ja auf dem Kopf und die Kamera fliegt dann auch immer so ein bisschen rum, aber ich glaube, ich weiß, was du meinst, ist dann sehr nah dran an ihr und an ihnen. Und es ist nicht so eine Stage-Choreografie, sondern eher ein filmischer... Auch in unsere Sehgewohnheiten angepasst mit vielen Schnitten.
Johannes Franke: Genau, also der ganze Film versucht sich an unsere Sehgewohnheiten anzupassen und eben an vielen Stellen zu dolle.
Florian Bayer: Wie fandst du denn die Trip A Little Light Fantastic Choreografie, die ja ganz klar das Pendant zu den tanzenden Schornsteinfegern ist?
Johannes Franke: Das ist so geil. Jedes Mal, wenn wir uns ein neues Thema aufmachen, wissen wir ganz genau, welches Pendant im Film zu suchen ist. Das ist so krass. Und genau das habe ich auch gedacht. Ich weiß es nicht. Nein, na ja. zwischendurch ja wieder ja und dann wieder nein und irgendwie Zu blass.
Florian Bayer: Ja. Das stimmt nicht. Meine Notiz dafür war ... Der Song kommt einfach nicht weder an Jim Chiri noch an Step in Time heran.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Was ja die beiden großen Dinger sind. Es gibt sogar zwei Songs für die Scharnsteinfeger. Aber ich fand die Choreografie gut. Ich war von der Choreografie wirklich angetan und dachte, Auch wenn es der Song nicht ganz trifft, auch wenn natürlich diese Schornsteinfinger-Szene einfach so ikonisch ist und so krass, dass klar ist, dass sie das nicht schaffen. Aber hey, hier haben sie es trotzdem so stark gemacht ... dass ich drin bin und zwischenzeitlich sogar vergesse, dass sie versuchen, eins zu eins noch mal einen Working-Class-Tanz zu inszenieren. Das war für mich total okay, das gehört ... für mich zu den Szenen, wo es in Ordnung war, nicht vom Song, sondern von der Performance. Ich mochte den Tanz, ich fand den gut.
Johannes Franke: Mhm. Okay, ja, also ich glaube, ich habe nichts Schlimmes auszusetzen, außer dass ich glaube, dass die Kameraarbeit nicht gut ist. weil sie einfach und vom Schnitt her, weil es einfach zu schnell und zu modern einfach ist. Aber ich glaube, an der Choreografie habe ich jetzt nicht viel auszusetzen. Ich glaube, es ist okay gewesen. Aber sie ist mir tatsächlich aber auch nicht besonders positiv aufgefallen.
Florian Bayer: Ja, krass. Ich glaube, das ist die Szene, auf die sie am meisten stolz sind. Also abgesehen von ihren Trickkünsten auf der Vase, die wirklich super sind. Das fand ich auch visuell beeindruckend, wenn sie auf dieser Vase unterwegs sind. Aber ich glaube ... Die ist das Herz und Zentrum des Films und da haben sie, glaube ich, richtig, richtig, richtig viel Energie reingesetzt, um nochmal so ein zweites... nochmal so ein zweites Step in Time hinzukriegen. Ja. Ja, es ist einfach das Bemühen. Es ist so viel Mühe.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es war keinem egal, der daran beteiligt war. Sie sind alle engagiert. Sie wollen ... Sie wollen den Zauber wieder haben und sie versuchen einfach den Zauber zu treffen und irgendwie fehlt ein bisschen der Funke.
Johannes Franke: Ja, schade, ne? Die kleinen süßen Sachen, wie dass der Nachbar fünf Minuten nachgeht, weil er fünf Minuten zu spät, die... Die Kanone zündet, finde ich sehr süß. Und so kleine ... Dialogfetzen sind immer sehr süß und so schön. Und vor allem, dass Mary Poppins, als sie kommt ... Sagt, dass sie kommt, um die Banks-Kinder zu retten. Und die Banks-Kinder sagen, unseretwegen. Und sie so, ach ja, ihr auch. fand ich sehr schön, weil sie ja im ersten Teil im Grunde auch Nicht die Kinder rettet, sondern Mr. Banks rettet. Und das ist so toll.
Florian Bayer: Naja, sie rettet die ganze Familie. Den Kindern bringt sie auch ordentlich Respekt und Benehmen bei.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wollen wir über die Erziehungsmethoden von Mary Poppins reden?
Johannes Franke: Oh, jetzt bin ich gespannt.
Florian Bayer: Drogen an Kinder geben? Mary Poppins ist ja jetzt... Ich glaube, als Kind merkt man das nicht so ganz. Als Kind ist man so fasziniert von der tollen, zaubernden Nanny.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Aber Mary Poppins ist natürlich auch ganz schön streng und Mary Poppins ist keine anti-autoritäre Träumerin, sondern Mary Poppins ist benehmen wichtig, auftreten wichtig, sitzt gerade. Nimm deinen Hustensaft abends. Nimm deine Opiate, liebes Kind, damit du schön ruhig bist.
Johannes Franke: Aber das ist auch das Wichtige für die Autorin gewesen, für Travers. Weswegen sie auch so ganz große Probleme mit der Verfilmung hatte. Weil in ihren Büchern ist Mary Poppins sehr, sehr streng und sehr bedacht auf bestimmte Dinge.
Florian Bayer: Und das ist natürlich schon ... Etwas antiquiertes Erziehungsideal, was da teilweise vermittelt wird?
Johannes Franke: Ja. Naja, es ist so ein bisschen der Vorstoß in Richtung, dass man zwar bestimmte Verhaltensmuster nach vorne stellt, aber dass man damit ein bisschen Spaß verbindet oder damit ein bisschen Magie und ein bisschen Fantasie. Ja, Spoonful of Sugar.
Florian Bayer: Das ist witzig, weil die Kinder, Michael und Angela... Nee, habe ich jetzt den falschen Namen?
Johannes Franke: Im Neuen oder im Alten?
Florian Bayer: Im Alten.
Johannes Franke: Michael und... Achso, im Neuen heißen sie natürlich auch genauso.
Florian Bayer: Genau. Schnitt, Schnitt, Schnitt. Michael und Shane. Michael und Shane. Die sind ja keine bösen Kinder. Die sind nur böse dadurch, dass die ganze Zeit drüber geredet wird, wie böse sie sind und ein Polizist bringt sie nach Hause, weil sie weggelaufen sind. Ja. Und sie singen halt das eine Lied, wo sie sagen, wir vergiften dir nicht den Tee, wenn du nett zu uns bist, Nanny. Aber sonst sind das voll liebe und höfliche und gut erzogene Kinder. Ja. Und jeder präsentiert dich so als Albtraum und selbst Mary Poppins kommt ja auch an und sagt so, ja, du hast kein Benehmen, mach mal den Mund zu. Und das sind eigentlich total liebe Kinder. Es ist, glaube ich, auch so dieses ... Ja. Jetzt könnte ich eine Familiengeschichte erzählen, aber ich anonymisiere alle Personen. Aber es gibt ... Leute, die ich kenne, Großeltern, die manchmal, wenn die Enkelkinder dabei sind, die irgendwie so in Belas Alter sind ungefähr, die dann sagen, oh Gott, jetzt werden die Kinder unruhig. Jetzt müssen wir was machen. Hey, benehmt euch. Und ich gucke hin und die Kinder machen gar nichts. Sie spielen einfach nur ruhig miteinander. Was? Und das ist so ein bisschen dieses Erziehungsideal, was ich da auch bei Mary Poppins sehe, dass die Kinder eigentlich total lieb sind, aber das drauf geguckt wird und, ah, ich seh doch da so einen frechen Blick. Du hast doch irgendwas Böses vor. Und natürlich werden die Kinder dann böse, weil sie keinen Bock haben, unterdrückt zu werden. Da sind diese Kinder, die vergiften die Nannys doch nur, oder was sagen sie, sie machen Salz in ihren Kaffee und...
Johannes Franke: Ich weiß es nicht mehr genau.
Florian Bayer: Es gibt dieses Lied, wo sie sich die Super-Nanny wünschen, dann singen sie ja, was sie da nicht mit ihr machen und man weiß genau, okay, das haben sie alles mit den Nannys davor gemacht. Aber natürlich haben sie das mit denen davor gemacht, weil die Nannys davor wahrscheinlich krasse faschistoide, diktatorische Monster waren. Und selbst Mary Poppins ist so, ja, das ist auch nicht die Traum-Nanny. Also ich weiß nicht, ob ich als Kind Bock drauf gehabt hätte, als erstes gesagt zu kriegen, da ich den Mund zu machen sollte.
Johannes Franke: Sie macht das aber auch auf liebevolle Art und Weise. Sie sagt das schon liebevoll.
Florian Bayer: Spoonful of Sugar ist eigentlich nichts anderes als Zuckerbrot und Peitsch.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, ist schon richtig. Ja, das waren halt die Sachen, die Travers ebenso wichtig waren und warum sie das so geschrieben hat, wie sie es geschrieben hat und so haben wollte. Ich würde, ich muss glaube ich mir einfach die Bücher tatsächlich mal bestellen. Weil es ist natürlich interessant zu gucken, was für ein Ideal sie nach vorne gestellt hat und was ihr daran so wichtig war.
Florian Bayer: Ich find's zutiefst verstörend, jetzt aktuell mit meinem Kind noch mal ... Bücher zu lesen, Kinderbücher, die vor 50 bis 100 Jahren geschrieben wurden.
Johannes Franke: Hast du ein Beispiel?
Florian Bayer: Also was ich jetzt wirklich krass fand, war zum Beispiel Peter Pan.
Johannes Franke: Oh. Ah, stimmt. Aber da hat man auch nur in Erinnerung die tollen magischen kleinen Sachen.
Florian Bayer: Das ist auch 120 Jahre alt. Ja, das ist voll von Rassismus, Sexismus, Adultismus. Also es ist wirklich hart und Ich kann mir vorstellen, dass es bei Mary Poppins ähnlich sein wird. Oder auch Sachen, die neuer sind, wenn du sowas liest, wie wo die wilden Kerle wurden.
Johannes Franke: Ja?
Florian Bayer: Denkst du auch, ja? Nein, das ist nicht meine Art, ein Kind zu erziehen. Auch in so Kleinigkeiten einfach, wo man merkt, dass so ein gewisser... naja, autoritärer Zeitgeist mitschwingt. Und bei Mary Poppins haben sie es offensichtlich entschärft, aber es schwingt in den Filmen immer noch mit. Und der Film ist ja natürlich auch von 1964. 1964, glaube ich, ja.
Johannes Franke: Ja, Pippi Langstrumpf.
Florian Bayer: Pippi Langstrumpf ist cool. Auf die lasse ich nichts kommen. Ja, da gibt es auch die Rassismen drin. Aber die lernt man zumindest von den Erziehungsidealen. Das stört es auch. Aber Pippi Langstrumpf hat wirklich dieses anarchische Moment, wo sich Kinder gegen die Bevormundung der Älteren so auflehnen, wie ich es mag.
Johannes Franke: Ja, sehr gut. Ist dir das schon mal auf die Füße gefallen mit deinem Kind?
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Was für eine blöde Frage.
Florian Bayer: Egal, was man macht bei einem Kind, es fällt einem immer auf die Füße. So viele Referenzen auf das Original, die alle daneben gehen. Was hältst du denn von Dick Van Dykes Auftritt?
Johannes Franke: Ich liebe es. Ich liebe Dick Van Dyke. Ich liebe ihn einfach. Hast du die Dick Van Dyke Show gesehen? Seine eigene Sitcom, die er damals hatte? Mhm. Groß, ich hab alles durchgeschaut. Ich bin kein Dick-Van-Dyke-Typ. So geil. Also es ist natürlich alles voller komischer... 50er Jahre Art und Weise Dinge zu sehen. Aber es ist einfach... Dick van Dijk war einfach ein großartiger Typ.
Florian Bayer: 93 Jahre alt war er bei seiner Performance in Mary Poppins Rückkehr.
Johannes Franke: Das ist Wahnsinn.
Florian Bayer: Und sie haben ihn älter geschminkt.
Johannes Franke: Absolut. Wahnsinn.
Florian Bayer: genug aussah.
Johannes Franke: Und ich sehe immer mal Interviews mit ihm und er taucht immer mal da und mal dort wieder auf und es ist einfach immer großartig. ein großartiger Mensch einfach. Ist toll. Und der hat sich so agil da irgendwie auf dem... Tisch dann irgendwie zum Tanzen hingerissen und... Wahnsinn! Der ist einfach ein alter... Der hat so viel... Handwerk gehabt und sein Leben lang getanzt und sein Leben lang irgendwie immer Spaß gehabt.
Florian Bayer: Wir haben ihm vier verschiedene Tanzsequenzen hingelegt und gesagt, entscheide, welche du machen willst. Und jeder hatte einen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad. Und er hat darauf bestanden, die schwerste zu machen. Wow. Ja, das ist auch abgelehnt, dass ihm irgendwie geholfen wird oder dass irgendwie Stuntleute einspringen. Er wollte das Ding einfach durchziehen.
Johannes Franke: Geil, Mann.
Florian Bayer: Und dann mussten sie noch älter springen.
Johannes Franke: Das ist ja unglaublich. Krass.
Florian Bayer: Wahrscheinlich haben sie dieselbe Schminke genutzt wie im Original. auch diese Rolle des Alten. Und er sieht auch tatsächlich, sie haben es wirklich geschafft, ihn so nah, sehr nah an dieser Rolle, ähm,
Johannes Franke: Aber es ist eine andere Rolle, ne? Es ist ja nicht der gleiche. Es ist der Sohn, genau.
Florian Bayer: Es ist der Sohn von dem Alten, den er im Original gespielt hat, ja.
Johannes Franke: Das ist großartig. Ganz toll. Also Dick Van Dijk war wirklich ein Highlight. Und Julie Andrews wurde ja auch gefragt, ob sie wieder auftauchen will. Aber sie hat dann gesagt, nee, es sollte Emilys Show sein und nicht ihre.
Florian Bayer: Finde ich total sympathisch.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und deswegen haben sie ja für diesen Cameo, den sie eigentlich spielen sollte, ganz am Schluss, die Lady mit den Luftballons, haben sie Angela Lansbury genommen.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Die auch ... geplant war für Mary Poppins, die auch eine, also nicht fest geplant war, aber Angela Lansbury war auch eine der Kandidatinnen, die auf der Liste standen für den Original Mary Poppins und wahrscheinlich haben sie sie deswegen dann später in der tollkühnen Hexe in dem fliegenden Bett besetzt, was halt einfach versucht war, ein zweites Mary Poppins zu schaffen.
Johannes Franke: Okay, cool. Ach, wie schön. Da wurde es auch noch mal rund. Die macht ja jetzt am Ende diese Ballon-Nummer.
Florian Bayer: Genau, und ich mag die total. Und es war schön, die da zu sehen. Und sie hat mich halt dann auch wieder daran erinnert, dass ich diesen Broomstick-Film
Johannes Franke: Besser fand. Gemein. Was hältst du denn von diesem... Von diesem Ende dann. Also sie haben das Vermögen dann gefunden am Drachen, den sie fliegen lassen. Da ist quasi dann die Anteile an der Bank, sie kleben da dran. Der Bösewicht wird abgesetzt von Dick van Dijk.
Florian Bayer: Es gibt davor noch diese wirklich schöne Action-Sequenz, wo sie die Zeit zurückstellen. Das war wirklich eine gute Action-Sequenz.
Johannes Franke: Das ist wirklich eine gute Action-Sequenz. Das fand ich sehr schön. Und ich war ein bisschen enttäuscht, dass sie niemanden am Zeiger haben hängen lassen.
Florian Bayer: Falsche Zeit. Falsche Referenz. Es gibt ein Referenzwerk, was wir hier haben. Daran orientieren wir uns. Wir werden nicht in stumpfen Zeiten zurückspringen.
Johannes Franke: Schade. Und dann eben die Gesangsnummer, wo sie alle in der Luft hängen, an Luftballons? Und typisch, das ist eine gute Referenz zu Mary Poppins, finde ich. Eine, die passt, eine, die irgendwie cool ist.
Florian Bayer: Am besten gefallen hat mir in der Szene tatsächlich, dass sie dann auf diesem Rummel sind und dieser Rummel eine 1 zu 1 Kopie von dem Zeichentrickrummel aus dem Original Mary Poppins ist.
Johannes Franke: Das ist mir gar nicht aufgefallen.
Florian Bayer: Ich weiß nicht, ob es eins zu eins ist, aber daran muss ich direkt denken. Sie haben das in der Realität nachgebaut, was mir Bei Mary Poppins in der Zeichensequenz war dieses Kinderkarussell und diese Stände und alles so ein bisschen schön ... pittoresk und süßlich. Ja, stimmt. Und das hat gut funktioniert. Ich fand's eine schöne Reminiscenz ans Original, weil sie es einfach ... Weil sie ein bisschen was anderes gemacht haben. Auch wenn es nur ist, dass sie was aus dem Zeichentrick in Realfilm gebracht haben.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Ich mochte das Ende. Das war okay, das war stimmig.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ich mochte auch den Abschlusssong Nowhere to go but up von Angela Lansbury, weil es dann auch irgendwie noch mal diese Referenzen gab auf die ... auf die Originalsongs, was einen auch wieder daran erinnert hat, dass die Songs im Original alle besser sind.
Johannes Franke: Ja, schade. Bist du emotional reingekommen in den Film? Hast du das Gefühl gehabt, du fieberst ein bisschen mit? Nee. Schade, weil das habe ich schon gehabt. Ich habe dann schon emotionale Momente gehabt, wo ich dann dabei sein wollte. Allein durch die Nostalgie, die sich erzeugt ab dem Moment, wo Mary Poppins auftaucht. Und wo so ein paar magische Sachen passieren, ein paar schöne Ideen mich dann irgendwie dann doch in den Film hineinholen.
Florian Bayer: Ich mochte die Figur des Georgie, der kleinste. Den fand ich ... Also väterliche Emotionen werden dann partiell geweckt, zum Beispiel, dass das einfach süß mit der Giraffe, die ihm so wichtig ist. Und dass er dann Angst hat, dass die geklaut wird. Und das war die Figur, wo ich am ehesten irgendwie so ein bisschen emotionalen Bezug hatte. Und ansonsten, es hat mir einfach, es hat mich, es gab diesen nostalgischen emotionalen effekte aber das hat sich sehr schnell abgenutzt also am anfang als man zum beispiel die pinguine sieht dann bei der stimmt bei der variante schon dachte ich Toll. Aber das ist halt immer weniger geworden. Dann war es irgendwie, ah, okay. Okay. Und das war für mich wirklich ein Hauptproblem, dass das Original hat so ein wirklich starkes emotionales Zentrum in dieser Feed-the-Bird-Szene. Und dass sie das nicht geschafft haben, dass sie das Ganze... die ganze Thematik, so das Überleben und das Untensein auf die Familie gezogen haben und denen dann ja auch einen Song dazu gegeben haben. Es gab ja diesen ... Einen Song, den sie auch als Schlaflied singte, The Place Where Lost Things Go, wo sie ihrem Mutter betrauern, die gestorben ist.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und sie singt dann darüber. Das ist ja auch ein Schlaflied, genau wie das Feed the Bird war ja auch ein Schlaflied im Original.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es war wirklich, ich glaube, es war einfach die falsche Entscheidung, dass dieses, das wirklich tragische alles auf die Familie zu beziehen. Wohingegen im Original wurde das Tragische stark, weil es als was außen gezeigt wurde. Wozu sie aber erst durch Mary Poppins dann Bezug kriegen. Weil Marginal ist eigentlich der schönste Moment, wenn Michael, der alten Dame, seinen Kleingeld geben will und dann gezwungen wird, das in der Bank auszugeben. Das ist für mich die emotional schönste Szene im Original.
Johannes Franke: Stimmt.
Florian Bayer: Und die fehlte dadurch einfach. Ja.
Johannes Franke: Irgendwo noch unsere Top 3 einflechten irgendwie.
Florian Bayer: Du warst am Anfang so enttäuscht, als ich gesagt habe, dass ich ihn mehr fand. Fandst du ihn... Also was wäre denn dein Urteil? Du hattest offensichtlich Freude daran, aber du siehst auch die Schwächen. Kann ich das so richtig getroffen?
Johannes Franke: Ja, also... Nein, also ich habe von Anfang an aufgeschrieben, ach schade.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Aber das Ach-Schade kommt zustande, weil man nicht nur, weil ich ... gehofft habe, dass sie es schaffen, irgendwie ans Original ranzukommen von der Emotionalität und von der Erzählstruktur und überhaupt von dem, wie der Film ist, aber Aber auch, weil ich sehe, dass sie vor den Toren stehen. Sie gehen halt bloß nicht durch. Also sie haben die Chance und das Material eigentlich, aber sie nutzen es nicht und sie sind zu verbissen daran, was du sagst. wieder zu keulen, was da mal funktioniert hat. Schade.
Florian Bayer: Das Traurige ist, dass sie sich wirklich bemühen. Man merkt, ich sehe in diesem Film auch nicht so Dollarzeichen in den Augen, sondern es ist wirklich das ernsthafte Bemühen. das ehrliche Bemühen, den Zauber des Originals zu wiederholen.
Johannes Franke: Geht halt nicht. Schade.
Florian Bayer: Ja. Unsere Liste. Und Intro.
Johannes Franke: Unsere Liste. Okay, jetzt schauen wir noch die Top 3 an, bevor wir gänzlich in Hoffnungslosigkeit und Trauer über diese... Und das nach einem Mary Poppins-Film.
Florian Bayer: Das muss man auch erst mal schaffen. Top 3, Zeichentrick trifft Realfilm.
Johannes Franke: Yeah. Das war ein bisschen leichter, weil es da ein paar schöne Beispiele gibt.
Florian Bayer: Aber tatsächlich ist es so ... Es gibt auch nicht so viele. Ich habe so das Gefühl, die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kreuzungen, Doppelungen geben auf uns... beiden Listen, die ist gegeben.
Johannes Franke: Weiß ich nicht genau.
Florian Bayer: Honorable Mention.
Johannes Franke: Ja, davon habe ich auch ein paar.
Florian Bayer: Also meine Honorable Mention ist, weil es keine Zeichentricksequenz ist, sondern Stop Motion. Aber Realfilm trifft Stop Motion und wirklich... hervorragend umgesetzt von Jan Zwangmeier, Alice. aus dem Jahre 1988. Eine Verfilmung von Alice im Wunderland. die allerdings sehr frei mit dem Stoff umgeht und animierte Stop-Motion-Animationen mit einer kindlichen Schauspielerin kreuzt. und dabei so sehr sprunghaft sich zwischen diesen Szenen bewegt. Kein Film für Kinder? Ich glaube nicht, dass ich ihn meinem Kind zeigen würde. Dafür ist er zu düster und zu surreal und verkopft auch.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ein großartiger Film. Tolle visuelle Einfälle.
Johannes Franke: Okay, cool.
Florian Bayer: Das ist mein Honorable Mention. Wie gesagt, kein Zeichentrickfilm. Platz Nummer 3. Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett. Der bessere Mary Poppins.
Johannes Franke: Oh nein!
Florian Bayer: Hat glaube ich auch, ich habe auch nicht mehr so 100% große Erinnerungen dran. Ich glaube, die Zeichentricksequenz ist auch gar nicht so lange in dem Film. Und wir... Begleitet von ganz viel, was drumherum passiert. Aber es ist die bessere Zeichentricks-Signalance auf jeden Fall.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Wo sie mit den Tieren Fußball spielen.
Johannes Franke: Oh, okay. Krass. Ich habe Honorable Mentions. Zum einen The Three Caballeros. Oh ja. Also ganz am Anfang von Disney. Disney? Disney. Wie sie angefangen haben mit den ganzen... Da haben sie... Das ist eigentlich ein ziemlich langwieriger Film am Ende. Man muss da sich ganz schön durchquellen.
Florian Bayer: Es ist Donald Duck, ne?
Johannes Franke: Es ist Donald Duck, glaube ich, der sich ein Buch anschaut und mit... mit diesem Buch quasi dann Infotainment betreibt für den Zuschauer. Die Version von Infotainment, die man damals hatte. Ja. Und tanzt und singt sich durch diesen Film. Und die Three Caballeros an sich kommen relativ spät erst im Film, tauchen die erst auf. Kann man auf Disney Plus sich einfach anschauen.
Florian Bayer: Disney Plus ist tatsächlich, hat allein deswegen schon eine Berechtigung, weil es eine Fundgrube ist für Klassiker.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Das ist echt ganz schön. Ganz cool.
Johannes Franke: Und die Sequenz, die so wahnsinnig spannend mit der Verquickung von Real und Trick ist, da Da tanzen Spanierinnen, glaube ich, mit den Zeichentrickfiguren in einem Dorf, das irgendwie so halb gezeichnet, halb real da ist.
Florian Bayer: 1944 Krass, ne?
Johannes Franke: Mein Platz drei ist eigentlich, beziehungsweise Paddington und so könnte ich auch noch alles erwähnen, Paddington ist ja nur eine 3D-Animation oder so, aber das ist... passt alles nicht rein. Pumunkel. Nein. Ja.
Florian Bayer: Die Serie.
Johannes Franke: Die Serie.
Florian Bayer: Du bringst schon wieder eine Serie.
Johannes Franke: Ja, weil du das letzte Mal in deiner Liste auch eine Serie hattest. Du hast mich beschwert.
Florian Bayer: Pumuckl, okay.
Johannes Franke: Aber Pumuckl ist doch toll für sowas.
Florian Bayer: Ja, Pumuckl ist toll. Ich verstehe Meister Eder nicht. Ich habe echt Probleme mit diesem bayerischen Akzent.
Johannes Franke: Du bist viel näher an denen dran aufgewachsen als ich.
Florian Bayer: Pumokel, okay, interessante Wahl.
Johannes Franke: Ich mochte Pumokel einfach.
Florian Bayer: Also es ist krass, dass eine deutsche TV-Produktion sowas hingekriegt hat, was gut aussah.
Johannes Franke: Ja, gut gemacht.
Florian Bayer: Und schöne Effekte hatte. Ja, der Platz 2. Mein Platz 2, Gott, ich hab hier so schräge Sachen. Mein Platz 2 ist der Film The Conquerors.
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: The Conquerors aus dem Jahre 2013. Von Ari Fulman? der, ich glaube, am bekanntesten ist für seinen Film Balls with Bashir, wo er sich mit dem ... Libanon-Krieg auseinandergesetzt hat.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: The Conquerors mit Robin Wright, die in einem House of Cards ... Die Frau von dem Bösewichten spielt, dessen Namen ich gerade nicht weiß. Und Robin Wright spielt sich selbst als Schauspielerin.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: In einer Welt, in der ... Jetzt muss ich wieder so weit ausholen. Es ist eine Verfilmung des futurologischen Kongresses von Stanislavs Leben. Es geht um eine Welt, in der die Menschen in einer ... Parallelrealität leben und sich das Leben schön machen im Zeichentrick und sich da irgendwie in einer fantastischen Welt bewegen und ... eine nicht so ferne Zukunft und sie schafft es da irgendwie auszubrechen. Und Zeichentrick und Real sind eigentlich nicht oft parallel zu sehen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber sie fließen sehr elegant ineinander über. Und im Zeichentrick gibt es eben diese romantisierte, fantastische Welt. Und in der Realität sehen wir dann stattdessen einen verwüsteten, apokalyptischen Planeten. großartiger, surrealer Science-Fiction-Film. der so ein bisschen in Vergessenheit geraten ist und auch irgendwie nie große Aufmerksamkeit gekriegt hat.
Johannes Franke: Krass.
Florian Bayer: Der mich aber total umgehauen hat damals. Okay.
Johannes Franke: Okay. Ja, mein Platz zwei, Trommelwirbel. Elliot, das Schmunzelmonster.
Florian Bayer: Oh, schön. Den hatte ich auch auf der Liste stehen, bevor er dann verdrängt wurde von der tollkühlen Hexe.
Johannes Franke: Ach so, okay.
Florian Bayer: Ja, schön.
Johannes Franke: Cool, das ist doch toll, oder? Ich kann leider nicht mehr viel davon erzählen, weil ich habe es nicht wieder geguckt. Ich habe es als Kind gesehen und habe seitdem... Ganz tolle Erinnerungen daran, aber keine konkreten, richtigen... Ich kann nicht viel dazu erzählen, aber ein ganz tolles Monster, das sie da einem Kind an die Seite stellt.
Florian Bayer: Ein so sympathisches Monster, verpressen und so ein bisschen verspielt und naiv. Ich habe ihn ... Ich habe ihn mit Bela versucht zu gucken.
Johannes Franke: Oh, okay. Und?
Florian Bayer: Vor einiger Zeit, er fand es langweilig. Und deswegen haben wir es nie weitergeguckt, was echt schade war.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Ich glaube, so klassische Musicals funktionieren. Gerade noch nicht so gut. Vielleicht ist es auch eine Generationenfrage.
Johannes Franke: Was würdest du denn sagen, in welchem Alter du Elliot das Schmunzelmonster damals gesehen hast?
Florian Bayer: Wahrscheinlich in dem Alter.
Johannes Franke: Echt, ja?
Florian Bayer: Ich denke schon. Aber ich weiß auch nicht, ob er mich damals schon so begeistert hat. Hast du das Remake gesehen?
Johannes Franke: Nein, es gibt ein Remake.
Florian Bayer: Das findest du bestimmt auch auf Disney Plus aus dem Jahr 2016.
Johannes Franke: Ja, dann muss ich das auf jeden Fall gucken.
Florian Bayer: Und vor allem von, haha, Achtung, jetzt kommt's, von dem Regisseur von A Ghost Story.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: David Lowery. Okay.
Johannes Franke: Und dann Elliot das Schmutzelmonster. Na gut, okay.
Florian Bayer: Wahrscheinlich in der Auftragsarbeit Ich hab ihn auch noch nicht gesehen, deswegen kann ich nicht viel sagen. um einmal zu sehen, was so ... Also natürlich mit CGI dann. Mhm. Und die Critical Response war ziemlich gut. Den sollte ich gucken. Hm.
Johannes Franke: Ja. Vielleicht müssen wir denen mal gucken.
Florian Bayer: Ja, vielleicht nicht als Hausaufgabe, sondern einfach
Johannes Franke: Ja, einfach so.
Florian Bayer: Genau, und dann nächste Woche kurz, jeder darf fünf Minuten was dazu sagen. Pete's Dragon, genau. Schöner Film. Toll. Wenn ich schön, dass du ihn auf der Liste hast, dann tut es mir nicht ganz so weh, dass ich ihn nicht drauf habe.
Johannes Franke: Dass du ihn nicht drauf hattest, ja. Dein Platz 1.
Florian Bayer: Ja, das ist die befürchtete Doppelung. Falsches Spiel mit Roger Rabbit. großartige Mischung aus Noah und Zeichentrick und nie wieder und nie davor und nie danach in der Geschichte des Films wurden so toll Zeichentrick und Realsequenzen gekreuzt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Detektivgeschichte, Slapstick-Komödie, Fantasy, Märchen, alles drin.
Johannes Franke: Und es ist wirklich die gefürchtete Doppelung. Ich hab's auch Platz 1.
Florian Bayer: Hab ich mir schon gedacht. Aber es ist wahrscheinlich einfach der ultimative Film, Zeichentrick trifft Realfilm und wird es auch noch lange bleiben.
Johannes Franke: Also ich meine, mit Space Jam haben sie es auch versucht. Aber Space Jam war ein... Naja, aber das ist doch auch ein Klassiker geworden.
Florian Bayer: Space Jam ist aber ein Nike-Werbespot.
Johannes Franke: Ja. Ja, okay. Und natürlich nicht so gut wie falsches Spiel mit Roger Rabbit.
Florian Bayer: Also ich weiß noch, dass ich Space Jam als Jugendlicher, ich habe mich, glaube ich, eher lustig darüber gemacht. Und es ist, Nike-Werbespot, sag ich so, ist so dahergesagt. Ich glaube, es ist wirklich, Nike hat da ordentlich Geld rein investiert. Oh Gott. Ihre großen Stars, Michael Jordan, ne?
Johannes Franke: Ja, Michael Jordan.
Florian Bayer: Und noch... Fünf andere Basketballspieler, die ich nicht kenne. Aber immerhin Bill Murray.
Johannes Franke: Oh, stimmt.
Florian Bayer: Und Bugs Bunny. Und Duffy Duck.
Johannes Franke: Oh Mann. Ja, nein, also Falsches Spiel mit Roger Rabbit ist wirklich der ultimative Film in diese Richtung. Wirklich toll.
Florian Bayer: 1988 ist krass eigentlich, dass der Film auch schon über 30 Jahre alt ist. Oh mein Gott.
Johannes Franke: Krass, Mann.
Florian Bayer: Ja, dass es so was auch nicht wirklich wieder in der Qualität gab. Und heute ist es halt mit CGI drin. Dann sind die Anforderungen andere. Das Tolle ist ja bei Zeichentrick und Realität, dass ... Der Unterschied so offensichtlich ist, dass man sich gar nicht bemühen muss, irgendwie... das realistisch einzubetten, weil es nicht funktioniert, weil was Zweidimensionales, auf was Dreidimensionales trifft. Und bei sowas wie Paddington... Den würde ich einfach nicht in diese Liste packen. Ich liebe diesen Film, aber der passt da einfach nicht rein, weil Pattingen soll nicht als Fremdkörper in der Welt erscheinen, sondern ist einfach ein Bär. Würde es Bären geben, die sprechen könnten, dann hätten sie einen Bären genommen, der sprechen kann. So mussten sie halt auf den Computer zurückgreifen.
Johannes Franke: Ja, wobei Paddington ja seine eigene, also er ist schon verfremdet als Bär. Er ist ja kein realistischer Bär.
Florian Bayer: Das stimmt. Aber er wirkt nicht so wie ein Fremdkörper wie Roger Rabbit. Mhm. Einfach weil es genau dieser 2D-3D-Unterschied ist es vor allem, denke ich.
Johannes Franke: Was aber eben auch eine spezielle Herausforderung ist, muss man schon sagen, das irgendwie zusammenzubringen. Das war der Film, der mich nachhaltig beeindruckt hat, dass man als realer Schauspieler irgendwo in die Luft greift, um die Ohren des Hasens zu erwischen. Und das dann einigermaßen verkauft zu bekommen, dass der Zuschauer das nicht ständig hinterfragt, das ist schon gut.
Florian Bayer: Das ist das Krasse bei Roger Rabbit, dass sie es da geschafft haben, das dreidimensional zu erzählen, weil in den Klassikern, auch Mary Poppins oder so, sind es halt einfach Schauspieler, die sich auf Leinwänden bewegen. Es gibt keine richtige Tiefe. Und bei Roger Rabbit ... haben sie den Zweidreh-Zeichentrick-Look total getroffen und sie haben trotzdem Tiefe im Raum erzeugt damit. Und das ist schon beeindruckend, ja.
Johannes Franke: Hm. Ja, mir ist auch noch eingefallen Wizard of Oz. Da gab es auch Zeichentrickverquickungen, aber ich kann dir nicht mehr sagen, welche. Deswegen habe ich sie nicht mehr in die Liste gepackt, weil ich nicht mehr rausgefunden habe, wo eigentlich genau... Mit Judy Garland. Ja. Da gab es irgendwas, aber ich weiß nicht mehr, was es war.
Florian Bayer: Das ist noch gar nicht so lange her, als ich den gesehen habe. Aber ich könnte jetzt auch nicht sagen, wo, wenn sie mit dem Haus rumfliegt vielleicht in einem Sturm.
Johannes Franke: Ich weiß nicht genau.
Florian Bayer: Weil sonst bewegen sie sich da ja ziemlich kleinen Kulissen.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Es gibt noch den Erwachsenen Roger Rabbit. Das ist auch kein schlechter Film. Der heißt Cool World aus dem Jahr 1992. Mit Brad Pitt. What? Und ich glaube, wie heißt sie ... Ah, von Raph Bakshi. Mit Kim Basinger noch. Das ist halt eher so eine coole Detektivgeschichte für Jugend. übliche zumindest, aber auch so eine Mischung aus Live-Action und Zeichentrick. Und Ralf Bakshi ist ja der ... der unter anderem, lass mich nichts Falsches sagen, den Herr der Ringe gemacht hat. Aus den 70ern, wo er dieses Stratoskopie-Verfahren angewendet hat. Ja. Sachen live gedreht und dann einmal drüber gepinselt.
Johannes Franke: Ja, cool.
Florian Bayer: Was für tolle Effekte gesorgt hat. Und dann hat er sowas gemacht wie Fritz the Cat. Der 60er-Jahre-Katzen-Zeichentricks-Sexfilm und Drogenfilm.
Johannes Franke: Ich glaube, den habe ich nie richtig gesehen. Aber ich kenne Ausschnitte daraus. Naja, und dann fällt einem noch natürlich Pink Panther ein. Darf man nicht vergessen. Aber die sind alle irgendwie nicht da reingelandet bei mir.
Florian Bayer: Aber Pink Panther ist doch eigentlich nur die Intros, oder?
Johannes Franke: Ne, es gibt Verfilmungen damit mit dem Zeichentrick Panther, soweit ich das weiß.
Florian Bayer: Wenn ich an Rosarote Panther denke, denke ich an diese Geschichten mit dem Polizisten. Und das Intro ist der Rosarote Panther. Also ich weiß, es gibt auch diese Zeichentrickserie, das stimmt. Pink Panther. Gott, das ist wahrscheinlich nochmal so ein Thema für sich. Ja.
Johannes Franke: Also ist mir jetzt nur in der Recherche nochmal ein paar Mal aufgestoßen, also dass es auf Listen landete und ich dachte, ah ja, okay, ja, cool. Aber die habe ich halt nie so richtig, richtig geguckt.
Florian Bayer: War das Kloso? Hieß der Kloso? Ist das so? Nee, doch. Ja, Inspektor Clouseau. Peter Sellers.
Johannes Franke: Ah, Peter Sellers.
Florian Bayer: Und Blake Edwards Regie. Aber ich habe die Dinge in Erinnerung, dass da die Zeichentricksequenzen wirklich nur als Intro und Outro dienen und der Rest drumherum halt irgendwie so Krimi-Komödie ist.
Johannes Franke: Nee, es gab auch noch mal Verfilmungen. Es gab sogar, glaube ich, eine Verfilmung, wo er ja 3D animiert ist, der Pink Panther.
Florian Bayer: Okay, da bin ich raus.
Johannes Franke: Ja, also nur in meinem Hinterstübchen irgendwo im Kopf.
Florian Bayer: Meine Erinnerung ist jetzt tatsächlich Inspektor Klosow, Krimi-Komödie. Mit einem Intro, in dem der rosa-rote Panther einfach mal so 10 Minuten Quatsch machen darf. Aber den Rest des Films spielt ja keine Rolle mehr.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Aber es kann gut sein, dass es da auch ... Also offensichtlich gibt es da eine ganze Reihe davon.
Johannes Franke: Ja, das waren die drei. Unsere drei.
Florian Bayer: Unsere Top drei. Und wir sind auch bei Mary Poppins ziemlich durch.
Johannes Franke: Ja, ziemlich durch. Möchtest du noch irgendwas sagen dazu?
Florian Bayer: Welcher Song hat dir am besten gefallen?
Johannes Franke: Keine Chance. Die sind bei mir in ein Ohr rein. Da haben sie vielleicht ein bisschen Spaß gemacht und dann sind sie wieder raus.
Florian Bayer: Kein einziger Song ist hängen geblieben. Es ist echt krass. Ich fand, ja... A cover is not a book fand ich gut. Aber ausgerechnet der muss sich messen mit ... Supercalifragende ... Guck mal.
Johannes Franke: Supercalifragilistisch-Expialigatisch. Im Englischen Dosis. Supercalifragilistisch-Expialigatisch-Dosis. Oder in Deutschland ist überhaupt keine Frage, ist die XP alligotisch.
Florian Bayer: Und deswegen ist er halt auch keine Chance. Das war, glaube ich, der beste Song des Films, aber der muss sich auch mit ... dem Song von Mary Poppins messen. Und sonst, ja, schade.
Johannes Franke: Schade. Ja, ich werde ihn trotzdem, glaube ich, irgendwann mal nochmal gucken, einfach aus, weil irgendwie gehört das jetzt dazu, das ist jetzt halt da. Es ist nicht so schlecht geworden, dass man sagen will, man will das aus dem Kanon möglichst wieder rauswerfen. Es ist nicht wie Jar Jar Binks.
Florian Bayer: Nee, bin ich bei dir. Es ist auch schön, dass sie es gemacht haben. Ich finde es gut. Es hat bestimmt Spaß gemacht, den Film zu drehen. Wenn es eine Berechtigung ist, dass er uns auch allen noch mal dran erinnert, warum wir Mary Poppins so mochten.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Oder so durchschnittlich fand. Okay, nur um das klarzustellen. Ich finde Mary Poppins ist ein großartiger Film.
Johannes Franke: Danke. Oh Mann.
Florian Bayer: Dick Van Dijk kann nicht tanzen. Damit verabschieden wir uns von dieser Folge. Bleibt dran, wenn ihr wissen wollt, wie es... was nächste Woche drankommt.
Johannes Franke: Das war die letzte Folge mit Plor. Nächste Woche führe ich Selbstgespräche. Wir sehen uns dann nächste Woche wieder. Viel Spaß und vielleicht haben wir noch was für euch. Tschüss.
Florian Bayer: Richtigstellung. Weder Florian Bayer noch Johannes Franke noch irgendwer sonst, der an dem Muss-man-sehen-Podcast oder Muss-man-sehen-Blog beteiligt ist. findet, dass Dick Van Dijk ein schlechter Tänzer ist. Diese Aussage wurde... unüberlegt getroffen und war als Witz gemeint. Falls wir Dick Van Dyke oder irgendjemand anderen, der an ... jetzt habe ich den Namen vergessen, verletzt haben, möchten wir uns hier mit... Hier möchten wir uns jetzt sehr... Wir möchten uns entschuldigen. Es war nur ein Witz. Dick Van Dijk ist wirklich ein guter Tänzer. Ein hervorragender Schauspieler und Comedian. Und was er mit 96 Jahren in diesem Film macht, ist einfach unglaublich.
Johannes Franke: Danke, Plur. Es hat mich sehr getroffen.
Florian Bayer: Ich weiß, das hat man gemerkt. Ich habe es deutlich gespürt. Hahaha.
Johannes Franke: Was der geneigte Zuhörer nicht weiß. Ich würge plur ab und zu. Man darf sich Homer Simpson vorstellen, wie er seinen Sohn wirkt.
Florian Bayer: Ich flüge auch manchmal zurück.
Johannes Franke: Flo, wir müssen aber eigentlich, was wir jetzt eigentlich noch machen müssen, wir müssen noch eine Vorausschau machen für nächste Woche.
Florian Bayer: Ja, stimmt, stimmt. Was hast du denn für mich nächste Woche?
Johannes Franke: Flo, ich habe eine Antwort.
Florian Bayer: Frage. Nein.
Johannes Franke: Ich will schon wieder das Konzept sprengen. Es tut mir so leid.
Florian Bayer: Oh nein, was kommt diesmal? Ein Werbespot?
Johannes Franke: Wir reden eine Stunde lang über einen 5-Sekündigen Werbesport. Ich bin super.
Florian Bayer: Nee, es gibt einige Werbespots, aus denen man viel rausnehmen kann, was Subtext betrifft.
Johannes Franke: Okay, nein, nein, ich würde gerne auf Theater umgehen. Weil also natürlich aufgenommenes Theater, abgefilmtes Theater, aber... Ich komme einfach in letzter Zeit so schlecht an Shakespeare vorbei. Ich liebe Shakespeare und seit wir Ten Things I Hate About You gemacht haben. haben, bin ich noch mehr drin und denke mir, ach du scheiße, das ist alles so cool.
Florian Bayer: Lass mich raten, es ist eine Komödie.
Johannes Franke: Überraschung, es ist eine Komödie. Ich mag die Komödie lieber als die Tragödien. Obwohl es natürlich ganz gemein ist, weil die Tragödien sind natürlich auch großartig. Also nicht alles von Shakespeare, dafür hat er zu viel geschrieben, ist 100% großartig. Wir haben auch das letzte Mal schon festgestellt, Merchant of Venice zum Beispiel kann man überhaupt nicht mehr verteidigen.
Florian Bayer: Also welche Dinner Theater Vorstellung hast du denn für mich?
Johannes Franke: Also, ich habe für dich Much A Do But Nothing... Kennst du das Stück?
Florian Bayer: Shakespeare-Komödien mit Intrigen und Menschen, die sich missverstehen, fallen bei mir immer durcheinander. Das heißt, es gibt eine reelle Chance, dass ich das Stück kenne, aber ich kann es dir nicht 100% sagen.
Johannes Franke: Du kennst das Stück, auch wenn du es nicht gesehen hast.
Florian Bayer: Also es gibt irgendeinen Edelmann und irgendwer intrigiert gegen irgendwen und es sieht ganz schrecklich aus zwischendurch, aber dann ist alles gut und löst sich in Wohlgefallen auf. Und es gibt einen lustigen Sidekick, der für Humor sorgt.
Johannes Franke: Genau. Also die Liebenden wollen sich finden, dürfen aber nicht oder so. Und dann am Ende dürfen sie nicht.
Florian Bayer: Aber die spannende Frage ist, was für eine Vorstellung?
Johannes Franke: Genau, das macht ja einen riesengroßen Unterschied. Es gibt eine ganz, ganz tolle... Aufzeichnung einer Performance von David Tennant. Als Benedikt und Catherine Tate als Beatrice. Beatrice? Beatrice? Beatrice. Und die sind einfach großartig als Schauspieler zusammen auf der Bühne. Und das ist nur die Side Story eigentlich. Und ich finde die so großartig. Die haben das wirklich ganz toll gemacht und deswegen möchte ich dir ausgerechnet diese Inszenierung aufs Auge drücken.
Florian Bayer: Bei Shakespeare-Comedians sind ja die Side-Stories meistens viel spannender und witziger als der Hauptplot.
Johannes Franke: Ja, wobei das in diesem Falle immer größer wurde über die Jahrhunderte. Aber darüber sprechen wir vielleicht das nächste Mal.
Florian Bayer: Genau, nichts vorwegnehmen. Okay, ich bin sehr gespannt.
Johannes Franke: Ja, was hast du denn für mich?
Florian Bayer: Ich habe für dich, ich habe das Gefühl, ich habe dich die letzten Male so ein bisschen gequält mit so sehr anstrengenden Filmen, deswegen wollte ich dir mal puren Eskapismus entgegenwerfen. The Fall aus dem Jahr 2006 von Tarsem Singh.
Johannes Franke: Tarsem Singh Was hat der gemacht?
Florian Bayer: Nicht sehr viel. Und deswegen ist der Film auch so ein bisschen vergessen. Am bekanntesten ist er wahrscheinlich ... durch den Mystery-Thriller The Cell mit Jennifer Lopez, die in die Träume eines Serienkillers reist.
Johannes Franke: nicht sehr verrissen worden.
Florian Bayer: Das ist auch kein guter Film.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Tarsem Singh ist ähnlich wie ähnlich wie M. Night Shyamalan. Ein Regisseur, der einen Volltreffer gelandet hat und das ist sein Volltreffer. Aber darüber können wir auch geteilter Meinung sein eventuell.
Johannes Franke: Okay, ich bin gespannt. Jetzt stehe ich unter Druck, wenn du den mit... Mensch, der man da vergleichst, wo ich alles verteidige von ihm.
Florian Bayer: Tatsächlich haben sie einiges gemein, was Inszenierung betrifft und was... was Umgang vor allem mit Plot betrifft. Aber das werden wir dann beim nächsten Mal herausfinden.
Johannes Franke: Okay, ich bin gespannt. Ich auch. Okay, sehr schön. Vielen Dank, dass du diese Episode mit mir gemacht hast.
Florian Bayer: Vielen Dank, dass du mitgemacht hast.

Guten Abend, ich bin erst vor kurzem auf diesen Podcast gestoßen., bei instagram mit der Vorschau auf „Nobody“ .
Das Konzept ist interessant, man muß aber aufpassen nicht zu langweilen. Ich höre den in der Badewanne. Bei dem Beitrag über den sowjet. „Spiegel“ dachte ich „ich hab nasse Hände & kann nicht skippen“.
Hier haben wir 2 Filme die interessieren.
„Phantom Kommando“ ist ein typischer Videothekenfilm in Boom der Branche der frühen 90er..
Ich kann der Interpretation, er wäre eine Art Entschuldigung („diesmal sind wir auf der richtigen Seite“ ) nicht zustimmen. Das würde der Monroe-Doktrin widersprechen. Sobald der demokratische Präsident dort in dem fiktiven Land anfangen würde die natürlichen Ressourcen zu verstaatlichte & transnationale Konzern rausschmeißen würde, wäre in Langley das „Regime change playbook“ ausgepackt worden. Genau das zeigt nämlich ein anderer Film der mittleren/späten 80er: „Heartbreak Ridge“ mit Clint Eastwood. Er drill eine Gruppe Marienes für den Einsatz. Am Ende wird eine kleine Insel in der Karibik angegriffen. Eine Insel, kleiner als New York, ist eine Bedrohung für die mächtigen USA : Grenada Die „rechtmäßige Ordnung“, gemäß der Monroe Doktrin, muß wieder hergestellt werden.
Zu den top3 „Spiel – /Zeichentrickfilm Kombi“ werfe ich mal noch das Musik-Video von Paula Abdul „Opposites Attract“ in die Runde
Zu der erwähnten battle zwischen Schwarzenegger & Stallone über den jeweiligen nächsten Film & den damit verbundenen Fehlgriffen gebe ich euch „Rhinestone“ mit Stallone zu sehen, am besten zum Vergleich mit „A star is born “ mit Lady Gaga.
Wie wäre es mit „The best little whorehouse in Texas “ gegen „Bodyguard „?
„Solaris “ : Tarkowski gegen Siderberg?
„Lederstrumpf“ Lex Barker gegen „Chingachgook, die große Schlange“ Gojko Mitic?
Die letzten beiden Vorschläge entsprechen nicht unbedingt Eurem Konzept, aber sind scheinbar gleich, aber doch verschieden.
Viele Grüße
Hallo Ronald! 🙂
Herzlichen Dank für den ausführlichen Kommentar! Spannende Vorschläge hast du da. Wir besprechen allerdings schon lange nicht mehr zwei Filme in einer Episode, also keine Gegenüberstellungen mehr, sorry :/
Trotzdem sind ja interessante Filme dabei! Nehmen wir mal in die Liste auf! Beste Grüße!