Episode 12: Mary Poppins Returns, Commando
Auf zu unserer zwölften Episode. Nachdem wir beim letzten Mal mit The Hateful Eight und Serkarlo heavy Stuff besprochen haben, wird es dieses Mal deutlich beschwingter, fröhlicher und lustiger. Mary Poppins returns aus dem Jahr 2018 ist der Versuch Disneys den Zauber des klassischen Familienmusicals wiederaufleben zu lassen. Commando aus dem Jahr 1985 nimmt sicht dagegen ernst… todernst… und ist eben gerade darum umso witziger. Einmal Peak 80er Action, einmal Peak Disney Nostalgiewelle. Zusätzlich gibt es natürlich wieder unsere Toplisten. Dem Anlass entsprechend, reden wir über die besten Kombinationen von Realfilm und Trickfilmkunst, sowie die besten „so bad it’s good“-Movies.
Mary Poppins returns [Paul Greengrass]
(USA 2018)
54 Jahre nachdem die erste Verfilmung der gleichnamigen Kinderbuchreihe das erste mal Kinderherzen erfreute, kam 2018 endlich die lang und heiß ersehnte Fortsetzung in die Kinos. Mit Songs, mit Zeichentrick und Realfilmverquickung und tatsächlich einem Teil der Figuren aus dem ersten Film. Natürlich Mary Poppins, aber auch den Banks Kindern, die inzwischen erwachsen geworden sind und mit ihrem Leben hadern. Ganz besonders Michael Banks, der seine Frau verloren hat, und nun in dem Haus seiner Kindheit mit seinen drei Kindern und seiner Schwester lebt, allerdings in Geldnot. Das Haus geht an die Bank, die schon im ersten Teil eine düstere Rolle spielt, sofern Michael nicht den Kredit innerhalb weniger Tage zurückzahlen kann.
Commando [Mark L. Lester]
(USA 1985)
Nahezu jedes Genre hat seinen ultimativen, die dazugehörigen Tropes klar umreißenden und die Schublade definierenden Film: Wer an Tierhorror denkt, kommt am weißen Hai nicht vorbei, wer über Space Operas redet, muss über Star Wars reden, und wer an 80er Action denkt, dem muss als erstes Commando beziehungsweise Das Phantom Kommando aus dem Jahr 1985 in den Sinn kommen. Dieser Film ist Peak 80er Action: Wilde Verfolgungsjagden, übertriebene Explosionen, Waffenfetischismus, zahllose Schusswechsel, coole Oneliner, eine Liebe zum militärisch geschulten Einzelkämpfer, muskolöser Machoismus und unser Aller liebster Bodybuilder made in Austria Arnold Schwarzenegger. Dieser spielt den ehemaligen Offizier John Matrix, der mit seiner kleinen Tochter zurückgezogen in den Bergen. Die Idylle wird jedoch von dem brutalen Exdiktator Arius gestört. Der will die Macht im fiktiven Staat Val Verde zurückerlangen und hofft dabei auf Matrixs Hilfe. Kurzerhand entführt er dessen Tochter und zwingt ihn, nach Val Verde zu reisen, um den dortigen demokratisch gewählten Präsidenten zu ermorden. Aber Arnie wäre nicht Arnie, wenn er dieses Spiel einfach so mitspielen würde. Er begibt sich auf eine epochale Rettungsaktion, bei die Muskeln gestrafft und Häuser in die Luft gesprengt werden, sowie zahllose Bösewichter begleitet von coolen Onelinern ins Gras beißen:
Laut, schnell, Over the Top, geistlos und voll versteckter, bizarrer Komik. Hattest du auch so viel Spaß wie ich bei dieser kulturellen Zeitreise, Johannes?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 12: Mary Poppins Returns, Commando Publishing Date: 2021-03-24T16:19:10+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/03/24/episode-12-mary-poppins-returns-commando/
Florian Bayer: Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast? Nein, eigentlich nicht, aber ich. Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können.
Johannes Franke: Wie wäre es mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee. Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme. Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest. Das heißt so Musicals aus den 50ern? Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme? Mit russischen Untertiteln? Von mir, für dich.
Florian Bayer: Oh Gott, okay. Aber du weißt, dass das für eine Menge Streit sorgen kann.
Johannes Franke: Äh, definitiv. Das wird lustig. So, auf geht's. Auf geht's, Folge 12.
Florian Bayer: Und heute mit einer tollen Mischung, ne? Oh mein Gott. Wir haben einmal wunderschöne, zuckersüße Familienunterhaltung und einmal Mary Poppins.
Johannes Franke: Ja, Arnold Schwarzenegger, der Aube Bock sagt. Und Mary Poppins, die tatsächlich zurück ist. Ähm, Plor, wollen wir erstmal kurz erklären, was wir überhaupt machen? Genau. Wir erklären uns nie so richtig, in letzter Zeit haben wir nie wieder so richtig gesagt, wer wir eigentlich sind, was wir wollen vom Leben. Plor, wer bist du?
Florian Bayer: Ich will, ich bin Plor. Was ich will, Filme schauen. Was ich noch mehr will mit Johannes, über Filme streiten und diskutieren. Johannes, was willst du vom Leben?
Johannes Franke: Und, naja, wir unterhalten uns dann darüber, wie dieser Film vielleicht dem anderen ein bisschen den Horizont erweitert hat oder dazu geführt hat, dass man sagt, die gucke ich nie wieder.
Florian Bayer: Dass sich der Horizont komplett verschließt. Ja. Wir haben einen unterschiedlichen Filmgeschmack und wir geben uns jede Woche Hausaufgaben auf. Ja. Und auch diese Woche gab es wieder Hausaufgaben.
Johannes Franke: Johannes, was hast du mir aufgegeben? Ich habe dir Mary Poppins Returns gegeben, was so das Zuckersüßeste ist, was mir einzufallen ist. Ich habe ihn vorher noch nicht gesehen, deswegen konnte ich noch nicht so richtig beurteilen, wie ich ihn mögen würde. Ich bin gespannt, wie dein Urteil jetzt aussieht. Ich habe ihn auch nicht gesehen. Und was hast du für mich?
Florian Bayer: Ich hatte für dich Kommando, den ich in uns auswendig kenne. Mit Arnold Schwarzenegger 1985. Den kennst du auch noch auswendig? Natürlich. Und ich kann mir schon denken, wie dein Urteil darüber sein wird. Aber wir werden sehr viel zu reden haben. Wir werden uns unterhalten über Mary Poppins. Sowohl über den Original, zumindest wenn wir den anschneiden, als auch über Mary Poppins Rückkehr. Wir werden viel über Musicals für Kinder reden wahrscheinlich. Und über Zeichentrick, der mit der Realität gekreuzt wird.
Johannes Franke: Ich bin gespannt.
Florian Bayer: Und wir werden uns über 80er Jahre Action unterhalten. Und über die merkwürdigen Tropes dieses Genres. Und natürlich über Arnold Schwarzenegger.
Johannes Franke: Oh Gott. Können wir bitte die 80er Jahre Tropes hinter uns bringen als erstes? Und danach können wir dann entspannt über Mary Poppins reden.
Florian Bayer: Du willst einfach nur durch sein. Kann das sein? Vielleicht. Na gut. Okay. Dann legen wir los mit dem ersten Film. Kommando. Oder Phantomkommando aus dem Jahr 1985. Nahezu jedes Genre hat seinen ultimativen, die dazugehörigen Tropes, klar umreißenden und die Schublade definierenden Filmen. Wer an Tierhorror denkt, kommt am weißen Hai nicht vorbei. Wer über Space Operas redet, muss über Star Wars reden. Und wer an 80er Action denkt, der muss als erstes Kommando, beziehungsweise deutscher Titel, das Phantomkommando aus dem Jahr 1985 in den Sinn kommen. Dieser Film ist Peak 80er Action. Wilde Verfolgungsjagden, übertriebene Explosionen, Waffenfetischismus, zahllose Schusswechsel, coole One-Liner, eine Liebe zu militärisch geschulten Einzelkämpfer, muskulöser Machoismus und unser allerliebster Bodybuilder Made in Austria, Arnold Schwarzenegger. Dieser spielt den ehemaligen Offizier John Matrix, der mit seiner kleinen Tochter zurückgezogen in den Bergen lebt. Die Idylle wird jedoch von dem brutalen Ex-Diktator Arius gestört. Der will die Macht im fiktiven Staat Valverde zurückerlangen und hofft dabei auf Matrix Hilfe. Kurzerhand entführt er dessen Tochter und zwingt ihn nach Valverde zu reisen, um den dortigen demokratisch gewählten Präsidenten zu ermorden. Aber Arnie wäre nicht Arnie, wenn er dieses Spiel einfach so mitspielen würde. Er begibt sich auf eine epochale Rettungsaktion, bei der die Muskeln gestrafft und Häuser in die Luft gesprengt werden, sowie zahllose Bösewichte begleitet von coolen One-Linern ins Gras beißen. Laut, schnell, over the top, geistlos und voller versteckter, bizarrer Komik. Hattest du auch so viel Spaß wie ich bei dieser kulturellen Zeitreise, Johannes? Kulturelle Zeitreise? Ja, natürlich. Ist das eine adäquate Zusammenfassung für diesen Film? Ich weiß ja nicht. Wenn man verstehen will, wie das 80er Jahre Action-Kino tickt, mit all seinem Konservatismus, mit all seinen merkwürdigen Ticks und Macken,
Johannes Franke: dann muss man diesen Film gesehen haben. Okay, da möchte ich dir auf jeden Fall recht geben. Wenn man einmal verstanden haben möchte, wie dieses Genre funktioniert, um es möglichst zu meiden danach, dann muss man diesen Film gesehen haben. Ich sehe schon, wo die Reise hingeht. Nein, also, natürlich hatte ich Spaß. Ja. Also, da kommt da nicht drum rum, wenn man einfach, man muss sich einfach dann zurücklehnen und sagen, okay, gut, ich werfe alles aus dem Fenster, was mir wichtig gewesen wäre für einen sinnvollen Film. Und dann bin ich auch dabei. Ist schon okay.
Florian Bayer: Ja. Das Gute ist ja, er führt uns kurz auf die falsche Fährte, weil man könnte meinen, wenn man die ersten Szenen sieht, das ist ein knallharter Thriller. Wenn Arnis Truppe einer nach dem anderen ermordet wird. Und dann haben wir aber diesen tollen Schnitt auf Arnold Schwarzenegger als Holzfäller.
Johannes Franke: Oh Gott. Nein, also der Anfang, der Anfang. Du hast erst mal nichts von Arni, ne? Du siehst erst mal, wie jemand in dein Auto steigt und einfach aus dem Autohaus durch die Fensterfront durchfährt. Da weißt du schon, dass du eigentlich nicht viel vom Film erwarten kannst. Das ist schon krass. Sie haben den Schwarzen, der finstert reinblickt, nichts sagt, sich ins Auto setzt und losfährt. Wir haben unseren Bösewisch. Also irgendwie, weiß nicht. Naja. Aber das ist gut, dass es mir das gleich am Anfang sagt. So kann ich Arnold Schwarzenegger gleich mit der richtigen Attitüde begegnen und kann gleich feiern, wie sie im Grunde seine erste Einstellung nur auf seine Muskeln erst mal. Da eine Detailaufnahme von Muskeln, da eine Detailaufnahme von Muskeln. Und dann ein fetter Baumstamm, den er durch den Wald trägt nach Hause.
Florian Bayer: Es schreit alles anabolika. Oh Gott, ist das hart. Man muss tatsächlich dazu sagen, es war eigentlich so der ... Wir sind ja tatsächlich noch in der Arnie-Frühphase. Ja. Also es ist sein dritter großer Film. Nach Terminator, wo er den Bösewichten gespielt hat. Und nach Conan, der Barbar, wo er den Barbaren gespielt hat. Und Arnie hat tatsächlich diesen Film auch angenommen. Nach eigenen Worten, weil er endlich mal nicht als Barbar in Unterhose rumläuft. Und keine Maschine ist. Und keine Maschine ist. Ja, sehr schön. Aber eigentlich ist er ja beides in dem Film. Er ist sowohl Barbar als auch Maschine. Weil dieser John Matrix, dieser Protagonist, er ist unbesiegbar.
Johannes Franke: Er kann einfach alles. Er nimmt einfach mal so eine Telefonzelle mitsamt Mensch aus der ... Reißt sie aus der Wand und wirft sie hinter sich. Also es ist halt irgendwie echt einfach nichts.
Florian Bayer: Es gibt gleich am Anfang diese Zähne, wo fünf, sechs Leute mit Maschinengewehren, mit bezückten Maschinengewehren um ihn rumstehen. Ohne ihm ist das scheißegal. Er schnappt sich einer nach dem anderen. Die kommen natürlich auch überhaupt nicht auf die Idee, auf ihn zu schießen. Das ist absurd. Sondern lassen sich einfach im Nahkampf einer nach dem anderen niederstrecken, bis er dann endlich überwältigt wird und K.O. geschlagen.
Johannes Franke: Auf dieses Thema, dass Arnie nun völlig unbeeindruckt von Waffen ist und es schafft, die Leute dann in einen Nahkampf zu zwingen, das werden wir auch am Ende, wenn es um die Schlussproante geht, nochmal ... Also das hat mich wirklich nachhaltig verstört. Aber gut, dann kommen wir später dazu. Den Superbösewichten. Ja. Was für ein fantastischer Bösewicht. Bennet. Bennet sieht aus wie eine Mischung aus Village People, das A-Team und Rocky Horror Picture Show.
Florian Bayer: Und Vernon Wells, der Schauspieler, hat gesagt, sein Look wäre Freddie Mercury on steroids. Oh nein, wie geil. Ja, es passt. Ja, total, oder? Oh mein Gott. Und es gibt ja auch durchaus diese latent-homoerotischen Subtöne ... Eigentlich ist Bennet in Schwarzenegger verliebt, oder? Definitiv. Er ist in ihn verliebt und er kommt nicht damit klar, dass er verstoßen wurde. Weil er wurde aus Schwarzeneggers super-duper-Militärtruppe rausgeworfen irgendwann. Oh. Wupp, wupp, wupp, wupp. Und seitdem will er sich rächen. Und das ist sein großes Ziel. Und deswegen arbeitet er auch mit dem Diktator, der zwar der eigentliche Oberbösewicht ist, aber deutlich zurücksteht hinter diesem Bennet. Deswegen arbeitet er mit dem zusammen. Plur, möchtest du Tee? Ja, bitte. Ich brauche Tee. Aber wir haben ja auch ... Es gibt ja auch den ausgleichenden Faktor in diesem Film. Östrogen. In Form von der bezaubernden Alyssa Milano.
Johannes Franke: Ich habe sie erst nicht erkannt. Dann habe ich gedacht, oh mein Gott, wie cool ist das denn? Und ich habe mir nur darum Sorgen gemacht, weil ich gleich als erstes festgestellt habe, das Kind spielt besser als Arnie. Und da habe ich das erste Mal gedacht, ich müsste mal rausfinden, wer dieses Kind ist und ob sie noch mehr gemacht hat. Und dann habe ich aber nach ein paar Mal hinschauen gemerkt, ach nein, die kenne ich doch. Ich glaube, ich kenne sie vor allem aus diesem ... Ist das Charmed? War sie bei Charmed dabei? Charmed. Krass, Mann.
Florian Bayer: Offensichtlich kennst du sie daher, sonst hättest du sie erkannt. Ich kenne sie vor allem aus Wer ist hier der Boss? 80er-Jahres-Sincom. Und davon hatte sie auch schon zwei Staffeln gedreht, bevor sie bei dem Film angefangen hat. Ach so. Und Wer ist hier der Boss ist, so ein bisschen auch Peak-80er-Sitcom. Ja. Kennst du wahrscheinlich auch?
Johannes Franke: Ja, ja, ja, ja.
Florian Bayer: Das war ihre erste große Rolle. Da spielt sie das kleine Mädchen, die Tochter des Haushälters.
Johannes Franke: Das habe ich auch nicht mehr im Kopf, dass sie das war. Ja. Krass, Mann. Ja.
Florian Bayer: Eine Kinderdarstellerin, die es offensichtlich geschafft hat, auch danach noch Sachen zu drehen und so konstant Zeug abzuliefern. Wenn ich jetzt nach ihrem Lebenslauf google, kommen bestimmt ganz schreckliche Geschichten raus. Ja.
Johannes Franke: Über Drogen und elterlichen Missbrauch und ähnliches. Das befürchte ich halt auch. Würdest du mal googeln? Weil das interessiert mich jetzt, ob sie so ein Mekale-Kalken-Typ war oder ob sie dann so ein, weiß ich nicht, oder so Olsen-Zwillinge mäßig.
Florian Bayer: Es gibt tatsächlich bei jungen Darstellern, die als Kinder Erfolg hatten, gibt es nur wenige, die es irgendwie geschafft haben, ohne krasse Drogenerfahrungen, ohne Selbstmordversuche oder sonstiges.
Johannes Franke: Das ist ganz schön krass, ne? Ich frage mich, wie das mit denen ist, die jetzt gerade oben sind. Also so, wie heißt sie, die von Stranger Things? Millie Bobby Brown?
Florian Bayer: Ja, ich glaube, es ist heutzutage ein bisschen entspannter, weil die 90er waren auch echt hart zu ihren Kindern und Jugendlichen. Und mittlerweile gibt es so ein bisschen mehr Sensibilität, was das betrifft. Wir sind kurz, wir nehmen diese Episode Anfang März auf und es ist ja noch gar nicht lange her, dass diese Dokumentation rauskam, die ich unbedingt noch sehen muss, zum Thema Britney Spears. Stimmt, die habe ich auch noch nicht gesehen. Und die ja immer noch von ihrem Vater quasi in einer Art Schutzhaft gehalten wird.
Johannes Franke: Eine schreckliche Geschichte. Also natürlich gab es Phasen in ihrem Leben und vielleicht ist die Phase auch noch immer mal wieder da, in der sie wirklich Schwierigkeiten hat, selbst ordentlich für sich zu sorgen oder es ordentlich zu haben, Entscheidungen zu treffen, weil du unter Umständen einfach zu sehr von Drogen und Alkohol und so, ne? Und dann psychisches Zeug, was dann noch dazu kommt. Brauchst du vielleicht jemanden, der dir hilft, aber niemanden, der dich dein Leben lang einsperrt quasi und dir sagt, das darfst du nicht, das ist schon krass.
Florian Bayer: Und Britney Spears wurde ja echt von der Presse fertig gemacht. Es gab einfach eine Zeit, sie hatte keine Ruhe. Und es gibt eine ganz tolle South Park-Folge, die sich damit auseinandersetzt, wie Britney Spears von der Presse fertig gemacht wurde. Es gibt eine South Park-Episode, im Zentrum steht Britney Spears und eigentlich weiß jeder South Park, das ist wirklich knallhart und die machen wirklich brutale Sachen. Und sie schaffen es, eine Episode zu machen, wo sie nicht oder nicht zum Hauptteil Britney Spears verarschen, sondern wirklich diese Promi-geilen Paparazzi und Fans und Studios und so, die alle diese arme Frau ausnutzen wollen. Wow, ist das cool. Aber um jetzt nochmal zu Alessa Milano zurückzukommen, offensichtlich keine, keine tragische Geschichte. konstant gute Filme gedreht. In den letzten Jahren politisch anscheinend sehr aktiv. Oh, cool. Hat sich vor allem eingesetzt gegen, vor allem, weil was Schusswaffen betrifft, also hier steht was von der Diskussion mit Ted Cruz über Waffengewalt. Geil. Sie hat, sie endorsed Joe Biden vor Präsident im 2020. und Women's March lese ich hier und diverse andere Sachen und sie hat einfach mal seit 1984, da war ja offensichtlich ihr erster Film, hat sie konstant gedreht, 2018 ihr letzter Film und also jetzt keine großen Sachen, aber konstant Film offensichtlich rausgehauen.
Johannes Franke: Gut verhört. Sehr schön. Ja, freut uns. Das freut mich, ja. Das ist toll. Ja, und sie ist tatsächlich besser als Arnie, muss man schon sagen.
Florian Bayer: Was aber nicht besonders schwer ist und Arnie ist natürlich auch Arnie wird nicht gecastet, weil er total gut spielen kann. Nein, nein, natürlich nicht. Und es gibt so ein Korridor an Rollen, die für Arnie geeignet sind und dieser John Matrix fällt auch in diesen Korridor, weil es ist einfach toll. Er hat zwei Aufgaben. Er soll zum einen den wirklich lieben Vater mieben, der mit seiner Tochter Eis essen geht und mit ihr einen Reh füttert. Das ist so wunderschön. Ich liebe diesen Anfang. Oh Gott, ist das diese Idylle,
Johannes Franke: wenn sie in den Bergen zusammen unterwegs sind. Aber es ist, ich muss, das ist ganz böse und so, aber man muss schon sagen, dass es ein bisschen dahingestellt ist, ohne dass es wirklich liebevoll inszeniert wäre. Das ist schon ein bisschen traurig, weil sie stellen die beiden da so hin, so und jetzt füttert ihr das Reh und jetzt lacht ihr beide dabei und dann esst ihr zusammen Eis und lacht dabei und dann, weiß ich nicht, dann üben sie noch Kampfen und Lachen dabei. Sie lachen immer. Sie angeln und lachen dabei. Ich weiß nicht.
Florian Bayer: Aber diese Szenenabfolge gewinnt so viel einfach durch diesen Wüstenzusammenschnitt und es wird immer noch eins draufgesetzt und dann denkst du, ey, was zur Hölle erzählen die gerade auch, wie sie dieses Eis essen und sie tippt ihm dieses Eis ins Gesicht und er hat Eis an der Nase hängen und lacht ganz doll, als ob das das Witzigste überhaupt wäre und man ist schon komplett fertig mit den Nerven. Und dann kommt diese Szene, wo sie das fucking Reh füttert und es ist einfach nur so, wow, echt jetzt? Das ist so absurd. Wir müssen diese Vater-Tochter-Beziehung, wir müssen die stark machen, lass sie zusammen Bambi füttern.
Johannes Franke: Da fällt mir eine ganz tolle Geschichte ein, die ich anonymisiert erzählen muss. Ich bin als Schauspieler bei einem Projekt dabei gewesen und manchmal kommen solche Szenen zustande, weil ein Produzent sich etwas in den Kopf gesetzt hat. In meinem Fall war es, der Produzent saß mit dem Regisseur zusammen und sagte, im Eifer des Gefechts und vielleicht im Suff, aber ich will Kühe. und stoßen auf Kühe. Was soll's. Aber das nur, weil der Produzent im Suff gesagt hat, ich will aber Kühe. Man muss die Produzenten glücklich machen. Oh Mann. Ja,
Florian Bayer: und dann saß vielleicht jemand da und sagt, ich will ein Reh. Es ist ja tatsächlich so, wie das 60er und 70er Exploitation Kino funktioniert ja ganz oft danach, dass die Regisseure komplett freie Hand haben, aber die Produzenten sagen, okay, wir brauchen mindestens drei Tittenzehen und drei abgetrennte Köpfe und drumherum dürft ihr machen, was ihr wollt und deswegen sind in dieser Zeit teilweise wirklich merkwürdige Filme entstanden, die so eine Mischung sind aus Kunst, dieser Film fällt da nicht drunter, aus Kunst, Experiment und dann aber diesem klassischen Exploitation Ding, das so klar ist, okay, wir müssen irgendwie noch eine Nacktszene finden. Das haben sie auch diesem Film noch geschafft.
Johannes Franke: Ich glaube, dieser Film ist eigentlich ein verkappter Liebesfilm und ich glaube, es geht eigentlich um dieses Pärchen nebenan. Um dieses Pärchen nebenan? Ja. Was machen die da? Sie drehen ein Porno.
Florian Bayer: Sie drehen ein Privatporno. Das ist ja das Beste. Es ist Arnold Schwarzenegger kämpft gegen einen der Bösewichten im Hotel und dann fallen sie ins Nebenzimmer und da liegt ein Paar auf dem Bett und hat Sex und die Kamera steht da.
Johannes Franke: Es ist ein bisschen, naja gut, okay, das mussten wir jetzt also auch noch einbauen und sie mussten natürlich nackt sein und sie mussten natürlich, also ich weiß nicht, irgendwie. Es kommt so unerwartet. Also völlig.
Florian Bayer: Es könnte tatsächlich sein, es könnte tatsächlich sein, dass es wirklich einfach nur darum geht, Brüste in diesen Film reinzuhalten. Ja, natürlich. Ich bin ganz sicher. Also, weil es war tatsächlich ursprünglich bestand der Gedanke, eine Liebesgeschichte zu erzählen zwischen Schwarzenegger und Ray Don Chong, die seine Begleitung ist während des Films dann, die die klassische, sie ist eigentlich keine Dämselrolle, weil sie, sie ist nicht mal eine Dämselrolle, sie wird nicht mal entführt, sondern sie ist einfach nur dabei und schreit ihn manchmal an und sie ist einmal die Anleitung für den Raketenwerfer. Aber ansonsten macht sie nicht viel, außer sich zu beschweren. Es sollte eine Liebesgeschichte erzählt werden. Das hat nicht geklappt. Dann haben sie sie nebeneinander gestellt und miteinander agieren lassen und haben gesagt, okay, null Chemie. Geil.
Johannes Franke: Ist das so überliefert, ja?
Florian Bayer: Nee, null Chemie war nicht das Wort, aber ich denke, das haben sie gesagt. Okay. Die Macher hielten es offensichtlich für überhaupt nicht überzeugend. Es gibt ja auch, es gibt nichts,
Johannes Franke: was das dahin führt. Nein, das ist doch Blödsinn. Können wir dann mal über die erste Szene reden, in der sie auftaucht? Lass uns ganz kurz, lass uns gleich zu dieser Szene kommen. Mhm, okay.
Florian Bayer: Die Idyll wird gestört. Sein ehemaliger vorgesetzter Colonel kommt und sagt, Arnie, wir haben ein Problem, deine Leute werden umgebracht. Ich habe hier meine zwei besten Männer, die werden auf dich und deine Tochter aufpassen. Ich bin wieder weg. Tschüss. Fünf Sekunden später. Die zwei besten Männer werden erschossen.
Johannes Franke: also er steht ja noch dazwischen. Der Hupfraumer fliegt noch. und spürt sofort, ah, da ist was im Busch. Im Busch. Rent los. Genau. Rent los. Und die beiden Bodyguards werden erschossen. What the fuck? Und dann, die sind in diesem Haus gelandet und der fragt der andere Typ irgendwas und es kommt raus, dass Schwarzenegger tatsächlich sagt, dass er sie gerochen hat. Er hat sie gerochen. Er sagt, er hatte sie gerochen. Ist das euer Ernst?
Florian Bayer: What the fuck? Das Bild, was hier natürlich aufgebaut wird, das ist, was die 80er total an ihren Actionhelden lieben. Das ist zum einen diese Glorifizierung des Einzelkämpfers, der militärisch geschult ist und zum zweiten das absolute Misstrauen in alle Autoritäten drumherum. Die Polizei kann nix, die ist sowieso viel zu verweichlicht. Ja gut. Das Militär kann nix, die sind auch alle zu verweichlicht, aber wir haben noch unsere Actionhelden, wir haben noch unsere Einzelkämpfer, die einfach mal in den Kriegen gekämpft haben, in denen es wirklich noch um was ging und die wissen, wie man überlebt, die wissen, wie man kämpft und das kann heutzutage niemand mehr. Aber hier unsere 70er, unsere Veteranen, sie waren in Vietnam. Ja genau, das sind unsere John Rumbos, unsere G.I.J.Os. Das sind die großen Helden des 80er Kinos und diese Szene zeigt das und der Film steckt voll von diesen Szenen, in denen der Einzelkämpfer aniklorifiziert wird und ganz klar gezeigt wird, alles drumherum, was es an staatlicher Autorität gibt, ist absolut unbrauchbar.
Johannes Franke: Aber sie versuchen ihn ja immer wieder in den Dienst zu holen. Genau, das ist ja auch ganz wichtig. Ganz wichtig. Und der sagt immer wieder, nein, ich will nicht, keine Lust, ich kümmere mich jetzt um meine Tochter. Genau. Die wird entführt. Und sie wird entführt. Das ist so traurig.
Florian Bayer: Und dann sitzt da dieser Schurke, es gibt viele Schurken in dem Film und es sterben viele Schurken in dem Film. 102 ist der Bodycount. 102 Schurken tötet Arnie. Und diese Schurken sind alle so unbrauchbar. Der hat dann ein tolles Setup. Der sitzt auf dem Stuhl im Zimmer von der Tochter, nachdem sie entführt wurde und hat ein Herz in der Hand, was sie vorher gebastelt hat für ihn, für Dad, I love you. Und sagt, so Arnie, du wirst jetzt mit uns zusammenarbeiten müssen, wenn du deine Tochter wiedersehen willst. Richtig. Und Arnie sagt, wrong. Und er schießt ihn einfach. Und das ganze Setup ist voll für den Arsch. Das ist auch so ein typischer 80er-Jahre-Trope, dass Setups aufgebaut und komplett eingerissen werden. Der Film hat ja diese, es ist, man kann es nicht Grundstruktur nennen, weil es keine Rolle spielt. Es gibt diese Struktur, die für einen brauchbaren Thriller getaugt hätte. Nämlich, dass Arnold gezwungen werden soll, den Präsidenten zu erschießen, mit dem er befreundet ist und in das andere Land reisen soll. Aber das ist vollkommen egal, weil wir wissen nichts über dieses Land, wir wissen nichts über den Präsidenten. Es spielt einfach keine Rolle, und Arnie wird nie in diesem Land ankommen. Es ist vollkommen egal. Es ist einfach nur ein Setup, um den nächsten Schurken niederzuschießen. Aber ich hatte echt Hoffnung.
Johannes Franke: Ja. Weißt du, da wird das einmal angerissen. Du wirst jetzt gezwungen, dass du einen Präsidenten töten musst. Und ich dachte, ah, okay, cool. So ein bisschen Taken, ein bisschen Kultur-Clash oder sowas. Weiß ich nicht. Könnte man alles machen. Aber nein. Da setzt seine Begleitung, die auf ihn aufpassen soll, einfach ins Flugzeug, bricht ihm das Genick, lässt ihn da tot liegen und springt aus dem Flugzeug, das gerade startet. Von den Flugzeugträgern
Florian Bayer: und landet in einem Teich, unversehrt. Und weiter geht's. Lass mich kurz was zu diesem Rahmen sagen, der überhaupt nicht genutzt wird. Okay. Dann kommen wir nämlich zum zweiten, wesentlichen Faktor von 80er-Jahre-Actionfilmen. Ja. Die 80er sind sowas wie, die 80er-Actionfilme sind sowas wie US-Redemption-Filme oder noch mehr US-Cope-Filme, in denen die, das konservative Amerika bewältigt, wie die Amerikaner in der Außenpolitik in den Jahren oder besser gesagt Jahrzehnten davor versagt haben. Und zwar ist das klassischste Beispiel dafür ist Rambo 2, der Auftrag. In dem Rambo, John Rambo, allein nach Vietnam reist und bevor er losreist, seinen Vorgesetzten fragt, werden wir dieses Mal gewinnen. Darum geht's. Die USA haben in Vietnam den Arsch versohlt bekommen, aber John Rambo richtet das wieder gerade. Okay. Und dieser Film, und ich hab tatsächlich nicht so viel online dazu gefunden, aber es ist meine Interpretation, und dieser Film macht dasselbe mit der Geschichte von Chile, von 1973, der Militärputsch in Chile, wo die USA, was später rauskam, den Pinochet unterstützt haben, den militärischen Diktator, der dann den Präsidenten, den demokratisch gewählten Präsidenten, Allende gestürzt hat, der dann Selbstmord begangen hat in seinem Palast. Und die Amerikaner bewältigen das, jetzt Anfang der 80er, in dem sie eine Geschichte erzählen, in dem sie nicht die sind, die den Diktator stützen, sondern den demokratischen Präsidenten. Unser einsamer Actionheld ist nicht der Diktatorenfreund, weil das passt ja nicht zu den Amerikanern, sondern er ist der, der für die Demokratie steht und für die Freiheit, also dieses Selbstverständnis der Amerikaner. Und das ist in der Reagan-Ära, im Actionkino ist es ganz oft so, dass die Amerikaner außenpolitische Krisen von damals, Niederlagen von damals verarbeiten und einen Gegenentwurf liefern.
Johannes Franke: Oh Gott, wir sollten diese Folge in einem speziellen Titel geben, und zwar die Reagan-Ära der Actionfilme. Ja! Dazu findest du ganz viele Essays. Echt, ja?
Florian Bayer: Zu diesem Film konkret jetzt nicht so viel, was das betrifft, das habe ich mir tatsächlich so ein bisschen aus den Fingern gezogen. Ich glaube, es passt aber da rein, du findest viele Auseinandersetzungen damit, dass Actionkino in der Reagan-Ära, wie dieses, ja, einfach eine Bewältigung des konservativen Amerikas ihre vergangenen Krisen ist. Und dieses Pinochet-Ding passt wirklich ganz gut auf diesen Film, weil es geht halt, es geht um einen südamerikanischen, mittelamerikanischen Staat, es geht um einen demokratisch gewählten Präsidenten, einen Ex-Diktator, der in die Macht kommen will. Und die Amerikaner hatten damals in Südamerika und Mittelamerika, ein zweites Beispiel wäre Nicaragua, wo sie die Kontras unterstützt haben, da hatten sie einfach richtig Dreck an den Fingern, weil sie demokratisch gewählte Präsidenten abgelehnt haben, weil die sozialistisch waren. Ja, okay. Und das waren die zwei großen Sachen, das war einmal Chile und einmal Nicaragua. Und ich glaube, dass sie hier versuchen, eine alternative Geschichte zu erzählen, zu dem, was in den 70ern passiert ist, wo ihre Einzelkämpfer die sind, die die Demokratie stützen. Während wir eigentlich wissen, dass es genau andersrum aussah, dass die Amerikaner einfach mal kein Problem damit hatten, Diktatoren zu unterstützen, solange die in ihr politisches Weltbild passten, sprich gegen den Ostblock waren.
Johannes Franke: Also im Grunde der verzweifelte Versuch, kulturhistorisch wenigstens in den Köpfen der Leute moralisch wieder auf der richtigen Seite zu stehen.
Florian Bayer: Genau, sich reinzuwaschen. Ich glaube auch tatsächlich, es ist eine verquerere Auseinandersetzung mit sich selbst. Wie haben wir versagt? Wer kann es richten? Arnold kann es richten.
Johannes Franke: Ja, aber die Geschichte erzählt er ja nicht. Also er setzt das kurz an, aber im Grunde ist es nur der Rahmen, der dann überhaupt keine Bedeutung bekommt. Der hat keine Bedeutung. Aber er erschießt am Schluss den Diktator.
Florian Bayer: Also er sorgt auf Umweg, sorgt er schon für Frieden. Ja gut. In diesem fiktiven Staat.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Vor dem Flugzeug kommt eine tolle Verfolgungsjagd, wo Arnold einen Wagen den Hügel runterschiebt, weil sie haben natürlich seinen Wagen kaputt gemacht, dass er nicht mehr fahren kann. Und er schiebt den Wagen dann einfach an und fährt den Hügel runter, um sie zu verfolgen. Ich musste immer an diese Szene aus Spaceballs denken, wo Spaceballs das große Raumschiff auf Hyperlichtgeschwindigkeit geht und dann an unseren Helden vorbeirauscht. Und so, wer ist denn da gerade an uns vorbeigerast? Weil so wirkt es auch, wie er dann mit seinem Auto den Hügel herunterrast und überhaupt keine Chance hat. Das ist keine Verfolgungsjagd in dem Sinne. Das ist einfach nur Arnold auf Steroiden, auf Amphetamin, der irgendwie die Bösewichter stoppen will
Johannes Franke: und ihn hinterherrollt mit allem, was er hat. Natürlich ist das die nächste Gelegenheit, ihn als Strongman darzustellen, weil er das Auto erstmal mühsam anschieben muss, bevor es über diesen... Muskeln!
Florian Bayer: Zeig die Muskeln!
Johannes Franke: Und es ist echt absurd. Ich weiß nicht. Also, ja, man muss wirklich... Ich weiß nicht, wie lange ich gebraucht habe, wirklich alles fallen zu lassen und zu sagen, okay, ist in Ordnung, mir ist es jetzt egal, ob das irgendwie stimmt. Ich glaube, ich habe bis zum Schluss immer mal wieder so Momente gehabt, wo ich gedacht habe, oh mein Gott, bitte nicht, warum? Obwohl man eigentlich die ganze Zeit denken könnte, ja, mach mal, mach mal, es ist nur Spaß.
Florian Bayer: Also es gibt halt auch keine Pausen, ne? Also der Film hat einfach keine Längen. Die größten Längen sind wahrscheinlich genau die, zu der wir jetzt kommen, wo er mit den Bösewichten, wo er dann erfährt, dass er den Präsidenten ermorden soll und sie ihn zum Flughafen bringen. Ja, das einzige Mal, wo wirklich Story nach vorne getrieben wird. Wo wirklich was... Wo Geschichte passiert. Aber da haben wir auch eigentlich meinen liebsten Schurken in dem Film und ich finde es schade, dass der so früh stirbt. Sully, der hagere, schmierige Typ, der ihn dann mit dem Auftrag versorgt und zum Flughafen begleitet. Den man dann sagt, du bist mir irgendwie, irgendwie bist du ein lustiger Typ,
Johannes Franke: dich tötig als letztes. I like you, Sully. I will kill you last. Und später hält er ihn dann
Florian Bayer: I like you. Und Sully ist natürlich so toll, weil er der komplette Gegenentwurf zu Arnold ist. Ja. So ein schmieriger Gangster-Ganova, der irgendwie aus so einem 60er-Jahre-Ganoven-Film entliehen zu sein scheint. Einfach ein Arsch, ein Sexist.
Johannes Franke: Aber einer, der auch so eine feige Sau eigentlich ist.
Florian Bayer: Er ist kein Kämpfer. Nein. Er ist der, der im Hintergrund alles so ein bisschen regelt und sich dann fernhält, sobald es irgendwie zu großen Angriffen kommt. Und sich dann ganz schwierig an Frauen ranmacht. Womit wir an unsere zweite weibliche Hauptfigur rankommen. Und die, die bringt richtig Östrogen oder zumindest das, was das Action-Kino
Johannes Franke: für Östrogen hält
Florian Bayer: in diesem Film hinein.
Johannes Franke: Oh Gott. Können wir noch einmal ganz kurz, jetzt ist diese Stelle, wo er zu Bennett sagt, kurz bevor er losfliegen soll. I'll be back. Wie oft sagt Arnie I'll be back in seinen Filmen? Es gibt bestimmt eine Liste dazu. Ich hab nicht recherchiert. Es ist zum Running Gag geworden. Aber vom Anfang an bei ihm, oder? Er sagt es doch in den Terminator-Filmen und das war so seine, seine erste Sache war Conan, oder?
Florian Bayer: Ja, im Terminator. Aber da sagt er das noch nicht. Nicht, dass ich wüsste. Im Terminator ist es berühmt geworden. Genau. Weil er es da so eiskalt und trocken sagt und dann ein paar Sekunden später mit einem LKW in das Polizeirevier reinrast.
Johannes Franke: Ich hab kurz gegoogelt. Er sagt es in acht Filmen.
Florian Bayer: In acht Filmen, ja. Macht Sinn. Moment, ohne zu googeln. Oh, jetzt bin ich gespannt. Ich hab's irgendwo und ich konnte kontrollieren. Oh ja, kontrollier mal. Also, Plur, in welchen Filmen? Terminator, natürlich. Ja. Dann ist es Kommando. Richtig. Dann wahrscheinlich Running Man. Ja. Acht, sagst du. Da fehlt noch einer davor. Oh, sagt er es in City Cobra? Nee. Nee, ne? Moment, dann, ich stopf gleich die Lücken. Running Man. Mhm. Last Action Hero. Ähm, äh, ja. Ähm, True Romance? Äh, nicht True Romance. Blödsinn. True Lies. Ähm, ähm.
Johannes Franke: Das ist eine, die Liste ist nicht sehr gut übersichtlich gemacht. Nein, ich glaube nicht. In True Lies sagt er es nicht?
Florian Bayer: Nein. Das war so sein selbstironischer Film. Okay. Total Recall. Ja. Sagt er es in Terminator? Ja, in Terminator 2 sagt er es bestimmt auch. Ja, er sagt es, glaube ich, in jedem Terminator. Dann hätte ich sie alle, oder?
Johannes Franke: Was fehlt denn? Was habe ich in den Terminator? Ähm, die Terminator sind nicht weiter, die sind nicht getrennt aufgelistet hier. The Sixth Day 2000. Mhm. The Expendables 2. Ah, ja, okay. Ähm, und Twins. Running Man Raw Deal. Da sagt er es auch noch. Es waren jetzt schon mehr als acht, oder? Ja.
Florian Bayer: Der Artikel sagt acht Filme, aber irgendwie sind es mehr. Twins ist ein toller Arnold Schwarzenegger Film. Es gab so eine merkwürdige Phase, in der sowohl Arnold Schwarzenegger als auch Sylvester Stallone einfach nur alberne Komödien gedreht haben. Das ist toll. Ich mag die Stallone-Komödie total. Kennst du die Geschichte dazu? Zu Stopp oder Meine Mami Schießt? Ach so, nee, das, nee. Tatsächlich, durch Commando und Rambo 2, die liefen beide im gleichen Jahr, hat sich diese Rivalität zwischen Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone entwickelt. Die sind mittlerweile gute Freunde und es ist alles gut zwischen denen. Aber es gab eine Rivalität. Es war klar, sie machen die, ähm, die größten Actionfilme und sie sind die größten Actionstars und sie nehmen sich auch gegenseitig die Rollen weg. Dazu findest du jedem Film einen, äh, meistens findest du irgendwie so, dass beide die Möglichkeit hatten, das zu spielen und es ging wirklich darum, wer darf jetzt in neun großen Actionstreifen die Rolle spielen? Oh Gott. Und Schwarzenegger hat, um Stallone zu verarschen, das Gerücht gestreut, dass er in Stopp oder Meine Mami Schießt mit Spielen will. Nein, echt jetzt? Und dann hat Sylvester Stallone gesagt, ich muss diesen Film spielen. Ist das geil. Und so, ähm, äh, retrospektiv betrachtet, wahrscheinlich die, die, die schlechteste Entscheidung seiner Karriere, weil dieser Film war ein kompletter Flop, der wurde so zerrissen von der Kritik und der wurde so gehasst vom Publikum und offensichtlich war es wirklich so, dass Stallone dachte, oh fuck, Arnie will mir diesen Film wegnehmen, ich, nimm mich, ich, ich spiel das, ich mach das, ich zieh Windeln an. Er trägt in diesem Film wirklich Windeln.
Johannes Franke: Ach du Scheiße. Ja. Nein. Nein, es gibt einen anderen Film, dessen Titel mir nicht einfällt, den ich total mag, wo er auch so eine relativ alberne... Kindergarten-Cop. Nee, das auch nicht. Obwohl so albern ist er vielleicht gar nicht, nur in meiner Erinnerung. Aber sehr selbstironisch, was ich sehr cool fand. Last Action Hero war sehr selbstironisch.
Florian Bayer: Da setzt er sich mit diesem, mit seiner Rolle als 80er Jahre Actionheld auseinander und macht das auch wirklich sehr sympathische und komische Art und Weise. Cool. Der Film wurde nicht, ist auch nicht so gut angekommen bei der Kritik, aber wir haben schon festgestellt, dass Kritiker meistens dumm sind.
Johannes Franke: Ja, Kritiker sind dumm, anwesend ausgeholt.
Florian Bayer: Okay. Aber Ironie gibt, also ja doch, Ironie gibt es irgendwie auch in diesem Film, aber sie wird so zerstört durch den ganzen Pathos und so vollgepackt mit diesem...
Johannes Franke: Es ist so schwierig, weil ich immer unsicher bin, ob der Film sich jetzt ernst nehmen will oder nicht oder was er ironisch meint und was nicht und an welcher Stelle er wirklich was vorantreiben will und es einfach nicht klappt oder was oder wie. Ich weiß es einfach nicht. Ich verstehe in jeder Sekunde, was er will, aber es klappt eigentlich nicht. Das Ding, das Problem ist,
Florian Bayer: dass dieser Humor, der reingebracht wird, der besteht ja hauptsächlich aus den One-Linern. Ja, genau. Wenn jemand umgebracht wird, wird noch was Witziges gesagt. Let off some steam. Ja, genau. Und das ist natürlich eine merkwürdige Art von Ironie, weil es zum einen so eine machoistische Ironie ist. Genau. Weil es geht einfach mal um die coolen Typen, die sich nicht umdrehen müssen, wenn hinter ihnen was explodiert. Auch so ein Drop, was über das 80er Actionkino hinausgeht. Und zum Zweiten ist es natürlich eine total gewaltverherrlichende Ironie. Weil es ist hilarious, wenn jemand getötet wird in diesem Film. Und wie gesagt, es sterben über 100 Bösewichter und keiner davon hat eine Story, keiner davon hat ein Gesicht, keiner davon hat irgendeine Persönlichkeit, die über das Archetypische oder Stereotypische hinausgeht. Weißt du, warum es so viele Tote gibt in diesem Film? Weil die Leute nicht treffen können, wenn sie auf Arne schießen?
Johannes Franke: Nein. Der Regisseur hat im Drehzeitraum Rambo gesehen und hat gesagt, wir haben einen größeren Schwanz als Rambo, wir brauchen mehr Leute, die wir umbringen. Aber in Rambo sterben mehr, oder? In Rambo 2 sterben mehr Leute, ne? Ich weiß nicht, welchen Rambo er gesehen hat und wie oder was. Aber auf jeden Fall hat er wirklich original gesagt, we have a bigger dick than Rambo, we have to kill off more people oder sowas.
Florian Bayer: Das passt zu dieser Zeit und das passt auch zum Selbstverständnis, was der 80er Actionfilm hatte. Oh Mann. Ja, und das ist wirklich hart und das gehört natürlich auch, das gehört einfach mal zu den Tropes dieses Jahrzehnts. Das ist, wie das konservative Amerika in den 80ern Staat gesehen hat und auch was für einen Blick auf Autoritäten das konservative Amerika hatte. Weil wir wissen, Amerika gibt es halt ein tiefes Misstrauen von der konservativen oder von der rechten Seite ein tiefes Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen, vor allem gegenüber Bundesbehörden. Und es gibt natürlich dieses, diese NRA-Ideologie, die sich durch die amerikanische Geschichte zieht, dieses meine Waffen gehören mir.
Johannes Franke: Also das ist das, was einem echt, einen wirklich immer deprimiert, jetzt gerade mit dem, was Trump gemacht hat und wie sich das entwickelt hat, wo das nochmal so offen zu Tage gefördert wurde. Das war, das ist wirklich sehr deprimierend. Und diese 80er-Jahre-Filme in diesem Zusammenhang zu sehen, ist dann schon auch ein bisschen schmerzhaft. Ist merkwürdig, ne? Ja.
Florian Bayer: Es ist tatsächlich, es ist, ich glaube, es ist ein anderer Konservatismus damals, als den wir heute bei Trump finden. Weil es ist dieser auch so merkwürdig familienfreundliche Konservatismus, dass wie Arnold Schwarzenegger mit seiner Tochter lebt, ist natürlich das, wie Reagan sich die Familie vorstellt. Also okay, es fehlt die Mutter, aber die finden sie schon. Am Schluss wird ja zumindest angedeutet, dass sie seine Begleiterin, zu der wir gleich noch zu sprechen kommen müssen, irgendwie eine Art Mutterrolle übernehmen könnte, weil sie die Tochter so herzigt, als sie zusammenkommen. Aber ja, es ist eine merkwürdige Mischung aus diesen konservativen Familienidealen und dieser Einzelkämpfer-Attitüde. Cindy. Cindy ist unsere zweite Frau.
Johannes Franke: Cindy, unsere zweite Frau. Die ordentliche Portion Östrogen. Wo ich als erstes gedacht habe, ah, die kann auch ein bisschen spielen und dann später gedacht habe, nee, irgendwie nicht. Es ist aber auch eine undankbare Rolle. Es ist wirklich eine undankbare Rolle.
Florian Bayer: Sie wird einfach mal, und das ist ja ein schrecklicher Begriff, der eigentlich auch auf den Müllhaufen der Geschichte gehört, aber sie wird einfach mal als Zicke inszeniert, die nichts anderes macht, als sich zu beklagen und zu beschweren.
Johannes Franke: Ja, obwohl sie zwischendurch echt ein paar ganz gute One-Liner bekommen hat, finde ich. Ja. Also für das Universum, in dem wir uns bewegen. Aber irgendwie ziehen sie es nicht durch und ich wusste nicht genau, ob sie, also ich glaube, sie haben einfach der Figur keinen konsistenten Charakter gegeben, sondern sie einfach in dem Moment das sagen lassen, was in der Szene wichtig war. Und das hat nichts mit ihr zu tun, mit ihrem Charakter zu tun, sondern sie ist einfach der Unterstützer der ganzen Szenen.
Florian Bayer: Aber auch der Meckerer, ne? Also gleich am Anfang, wenn Arnold will Sully verfolgen, weil er weiß, Sully kann ihn zu seiner Tochter führen und dazu nimmt er sie mit, weil Sully sie vorher angeflirtet hat, auf eine unglaublich charmante Art und Weise, wie man so Frauen anflirtet halt. Er stellt sich neben sie mit dem coolen Blick und sagt, hey Babe, wie sieht's aus? Du weißt es nur noch nicht, aber du willst es auch. Ja, ich bin der Mann deiner Träume und dann verfolgt er sie, funktioniert eins a. Funktioniert immer einwandfrei. Dating-Tipp, macht eine Frau blöd von der Seite an, verfolgt sie bis in eine Tiefgarage,
Johannes Franke: wenn ihr sie haben wollt. Aber die Tiefgarage ist wichtig. Ja. Also es muss nur eine dunkle Tiefgarage sein, damit das klappt. Und dann bricht sie sein Herz. Das ist also auch gemein. Ja, ne? Sie sagt, ich will nicht. Sie hätte schon mal sagen können, ach komm, wenn du schon hier bist.
Florian Bayer: Und Sully's komplett natürliche Reaktion, you fucking whore.
Johannes Franke: Ich hab echt eine Weile gebraucht, darüber wegzukommen. Und dann haben sie aber Arnie, als Arnie dann so inszeniert, dass er hinterherkommt und so. Und ich dachte dann, ah, dann kommt er jetzt als Retter der Frau, was auch schon bescheuert, absurd und schlimm wäre, wenn sie jetzt Arnie als Retter der Frau inszenieren würden, dass er kommen muss, um sie zu retten, vor dem bösen Mann. Ähm, aber nein, er zieht sie noch weiter in die Scheiße rein.
Florian Bayer: Aber er sagt doch, I won't hurt you. Ja, ganz toll. Er braucht sie natürlich, weil offensichtlich hat Sully Interesse an ihr und deswegen will er, dass sie Sully verfolgt. Und es kommt zu dieser großartigen Szene, wo er ihr Auto benutzen will. Und dazu muss er natürlich den Beifahrersitz rausreißen. Definitiv, er muss ihn rausreißen. Folge ihm und setz dich dann auf diesen, setz dich dann neben sie. Und es sieht so verfluchtwitzig aus. Ich meine, es ist ein 1,90 Meter großer österreichischer Bodybuilder. Er ist nicht versteckt. Stattdessen sieht er aus, so doof, wie so ein kleines Kind, das von seiner Mama zum Spielplatz gefahren wird, wenn sein Kopf so unter ihr ist.
Johannes Franke: Und sie hätten auch einfach auf die Totalen verzichten können und erzählen können, dass er sich versteckt. Das hätte funktioniert.
Florian Bayer: Er hätte sich auf den Rücksitz legen können oder sonst was. Ja. Er reißt den Autositz natürlich nur raus, damit wir nochmal seine Kraft bewundern können. Es gibt so viele Szene, in denen wir seine Kraft bewundern können. Aber niemand ist auf die Idee gekommen, dass das total albern aussieht, wenn Arnold Schwarzenegger daneben Cindy sitzt, während sie fährt, auf dem Beifahrersitz, der kein Beifahrersitz mehr ist. Sein Kopf guckt so eindeutig raus. Es fällt noch mehr auf. Er ist viel auffälliger als vorher. Ich stelle mir vor, was ein Streifenpolizist denkt, wenn er daran vorbei fährt. What the fuck?
Johannes Franke: Also überhaupt den Seiten, den Sitz da rauszureißen. Es bringt ja auch gar nichts. Völlig absurd. Also wirklich, völlig. Ich habe so oft aufgeschrieben, hat er nicht gemacht. Oh Gott. Na gut.
Florian Bayer: So. Dann verfolgen Sie Sully und in dieses Einkaufszentrum. Können wir kurz in diesem Moment zu dem großartigen Soundtrack zu sprechen kommen?
Johannes Franke: Der großartige Soundtrack? Ja. Du meinst diese 80er Jahre, sehr, sehr auf, Gott, ich kann diese Instrumente.
Florian Bayer: Es klingt, als ob jemand eine Bombe in ein großes Gebäude geworfen hätte, in dem verschiedene Tonstudios waren, die verschiedene Soundtracks für 80er Jahre Filme aufgenommen hätten. Und das wäre dieses Gebäude in die Luft gesprengt worden. Und dieses Geräusch, wenn so die Synthies und die Drums, die Steel Drums und die Bläser, warum zu Hölle Bläser, durch die Luft gefeuert werden. Es ist ein einziges Chaos.
Johannes Franke: Oh Gott. Ja, aber es ist auch nicht Jazz-Chaos, wenn man das mag oder so, sondern es ist einfach nur, hä? Es klingt wie eine Explosion.
Florian Bayer: Es ist komplett ein sinnloser Sound für einen sinnlosen Film. Ja. Weil du hast diese Synthies, bam, bam, bam, bam, bam, dann diese Steel Drums, die die ganze Zeit da sind. Also die Steel Drums nerven derma.
Johannes Franke: Die nerven tierisch. Das ist unglaublich.
Florian Bayer: Rhythmus, Rhythmus, Rhythmus. Und dann kommen diese Bläser rein, die manchmal entspannt sind.
Johannes Franke: Es gab eine einzige Szene, wo ich dachte, oh, jetzt wird es richtig spannend auf der musikalischen Ebene. Es gab eine einzige Szene, ich weiß leider nicht mehr genau, an welcher Stelle. Ja, ich weiß. Aber ich erinnere mich, es gab eine Stelle, wo ich gedacht habe, oh, jetzt wird es interessant. Und dann dachte ich, ah, es liegt an der Musik.
Florian Bayer: Dieses Ding, dieser Soundtrack legt sich halt auch wie so ein Teppich über den ganzen Film und du hast diese Musik permanent und sie dröhnt irgendwann nur noch in deinen Ohren. Und das krasseste ist, James Horner heißt der Komponist und der hat viel gemacht. All over the place. Der hat unter anderem gemacht Star Trek 3. Was? Okay. Sneakers, Aliens und jetzt, und das sind gute Soundtracks, also Aliens ist ein toller Soundtrack. Sneakers ist ein fantastischer Soundtrack und jetzt kommt es, der hat offensichtlich, hat er irgendwann James Cameron, hat James Cameron Freude an ihm gefunden. Er hat Titanic gemacht. Oh. Oh. Und er hat Avatar gemacht. Er hat Preyfart gemacht. Wow. Dieser Mann hat eine riesige Liste an Filmsoundtracks und offensichtlich ist er verdammt gut da drin, einfach das zu machen, was ein Regisseur will, um die Stimmung zu unterstreichen vom Film. Weil James Cameron ist ja so ein Diktator, der will ja alles kontrollieren bei seinen Filmen. Ja. Und ich glaube nicht, dass er da bei den James Cameron Filmen, dass da ein Komponist viel Freiheit hat, wenn es um den Soundtrack geht. Und offensichtlich ist dieser James Horner genau der Richtige dafür, der einfach mal Auftragsarbeiten macht. Weil keiner dieser Filme klingt wie der andere. Krass. Und jeder dieser Filme hat seinen eigenen Klang und offensichtlich war der Klang, der bei Kommando gewünscht war, Dreck. Weil es ist, nee, wirklich, es ist einfach Dreck. Es ist einfach, es ist einfach eine merkwürdige Mischung aus Elektronik und Jazz. Nee, nicht mal, es ist kein Jazz, es ist halt einfach Bläser. Es ist halt einfach Saxophon, so Porno-Saxophon eigentlich fast schon. Mhm. Okay. Und dann aber auch so ein bisschen Rock und Metal mit drin. Ja,
Johannes Franke: es ist einfach absurd.
Florian Bayer: Es ist eine wüste Mischung. Ja, ja, ja, ja. Und die Musik läuft dann permanent, die läuft bei der Autoverfolgungsjagd, die läuft dann, wenn sie in diesem Einkaufszentrum sind. Ja. Wo übrigens die zweite große Szene ist, wo Arnold gegen die gesammelten Autoritäten, die nichts auf die Reihe kriegen, kämpft, wenn er gegen diese Polizisten kämpft, die ihn dann festnehmen wollen. Und er durchs ganze Einkaufszentrum springt
Johannes Franke: von einer Galerie zur nächsten rüber. Weißt du, das ist völlig absurd. Und er hat sich da langhangelt mit der Deko des Einkaufszentrums. Also es ist schon echt ein bisschen hart. Ja. Ein bisschen seltsam. Ja, genau.
Florian Bayer: Und dann kommen die Polizisten, alle auf ihn gesprungen. Es gibt wirklich, es gibt wirklich diese Bud Spencer und Terence Hill Szene. Es ist unglaublich. Wo alle Polizisten auf einem Pulk auf ihm sitzen, zehn Leute oder so. Und dann geht dieser Pulk nach oben und die fliegen alle zur Seite weg und Arnie hat sie alle zur Seite geschubst.
Johannes Franke: Das ist so krass. Ich habe echt gedacht, habe ich das gerade wirklich gesehen? Weil es ist wirklich so dieser Bud Spencer Move. Genau.
Florian Bayer: Es ist unfreiwillig komisch. Es passt auch eigentlich nicht in die Deko von diesem Film. Der will ja ein harter, rauer Action hier sein. Ja. In dem viele Menschen sterben und es sterben viele Menschen. Aber dann gibt es diese alberne Kampfszene. Aber natürlich darf er die nicht töten. Nein, nein, nein, nein. Also das sind irgendwie Autoritäten. Er darf die Bösen, die Bösen darf er töten. Die Schurken darf er töten. Da braucht er sich auch keine Gedanken zu machen. Er darf auch diesem einen Typen im Flugzeug das Genick mal kurz brechen.
Johannes Franke: Ja, na eben, kein Problem.
Florian Bayer: Das ist so, die sterben halt.
Johannes Franke: Die haben es nicht anders verdient. Können wir einmal zur Kenntnis nehmen, dass der Typ, der ihn erpresst, ihm zu helfen, genau einen Toten fordert. Während Arnie den ganzen Film 100 Tote fordert. Ja. Hm. Ja, das ist eine wirklich spannende Frage.
Florian Bayer: Ist es das wert? Ist Arnold der Bösewicht in diesem Film? Ja. Wir erfahren ja auch viel zu wenig über die Politik dahinter. Dieser Arius, okay, der ist natürlich so ein Abziehbild von einem James-Bond-Bösewicht, so mit seiner Villa, die er auf seiner Insel hat. Und dem fiesen Blick. Aber wer weiß, wie es in diesem Land aussieht, wo er in die Macht will. Vielleicht ist da echt alles im Arsch und vielleicht ist er die einzige Hoffnung für viele Leute, die sonst verhungern würden.
Johannes Franke: Garantiert. Der Film will das nicht erzählen, damit der Arnie nicht in die Scheiße rettet. Aber eigentlich ist es so. Bin mir ganz sicher.
Florian Bayer: Ja, denke ich auch. Kann man drüber nachdenken. Auf jeden Fall kriegt er dann Sully. Sully wird auch getötet mit einem One-Liner. Finde ich sehr schade. Aber der One-Liner ist toll.
Johannes Franke: Dieser Film ist ja nun nicht der erste dieser Art, aber eben auch nicht der letzte, sondern das haben noch mal ganz viele, sind noch mal auf diesen Zug aufgesprungen und damit hat es den Zuschauern wahrscheinlich irgendwann einfach diese One-Liner auch ein bisschen kaputt gemacht.
Florian Bayer: Dieser Film passt halt auf 1985 wie Arsch auf Eimer, weil er ist ein Mittelpunkt und ein Höhepunkt dieses merkwürdigen, kaputten Action-Jahrzehnts.
Johannes Franke: Dann schmeißt du den Typen da den Abhaken hinunter und sie fragt, was machen wir jetzt? Unser Auto ist kaputt. Sie hat gerade gesehen, wie jemand einen Abhang runtergestürzt, dass jemand getötet wurde. Und sie haben vorher eine unglaubliche Folkungsjagd hinter sich. Sie sind gegen einen Pfahl gefahren. Und das, was ihr einfällt, ist, unser Auto ist kaputt. Wir kommen nicht weiter.
Florian Bayer: Die größte Absurdität in diesem Film ist, warum sie sich plötzlich nach all diesem Chaos, das Arnold verursacht hat, entscheidet, ihm zu helfen. Völlig absurd. Es gibt keinen Grund dafür. Er sagt zu ihr, meine Tochter ist entführt worden. Dieser Typ, Sally, ist meine letzte Hoffnung. Du musst mir helfen. Sie glaubt ihm nicht. Natürlich nicht, nein. Und geht dann zu den Polizisten. Deswegen kommt es auch zu diesem Polizeikampf. Und dann aber nach diesem Polizeikampf, nachdem Arnie ein Dutzend Polizisten verprügelt hat, nachdem er im Kaufhaus um sich geballert hat, nachdem er das halbe Kaufhaus zerstört hat, zahllose Menschenleben gefährdet, sagt sie, okay, ich helfe dir. Ich bin überzeugt. Du meinst es wirklich ernst. Lass uns loslegen. Was machen wir als Nächstes? Auf zum Hotel.
Johannes Franke: Ich glaube, der Moment, den sie verkaufen wollen, als der Moment, wo sie sich entscheidet, ist eben, dass sie sieht, dass sie die ganzen Polizisten vermöbelt. Weil sie das Gefühl hat, ah, da will jemand wirklich was. Oder, oh, der starke, tolle Mann. Weiß ich nicht, keine Ahnung. Aber das ist der Moment, den sie verkaufen wollen als den Moment. Das ist auch eine spannende Frage. Was macht eigentlich,
Florian Bayer: was macht das Gesetz mit solchen Leuten? Weil ich meine, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Entführung, Erpressung. Die Liste an Vergehen ist verflucht lang. Und ich glaube nicht, dass in der realen Welt ein Gericht die Ausrede,
Johannes Franke: ich musste meine Tochter retten, durchgehen lassen würde. Auf gar keinen Fall. Aber er war mal im Dienst. Und der Chef wird ihn vielleicht decken. Ich weiß nicht.
Florian Bayer: Illegaler Waffenbesitz. Illegale Waffenbenutzung in der Öffentlichkeit. Mord in 102 Fällen.
Johannes Franke: Aber weißt du, was ich richtig gefeiert habe, was ich wirklich toll fand? Die steigen da ja in diesen Laden ein, um sich Waffen zu besorgen. Und dann scheint das alles zu klappen. Er sammelt die ganzen Waffen ein und macht plötzlich klick, klick. So, hier hat die Polizei. Kommen Sie mal mit. Und er geht mit. Und es ist so antiklimatisch. Ich mag diesen Moment wirklich sehr. Das fand ich wirklich toll, dass die das so gemacht haben. Dann wirklich gesagt haben, ja, jetzt zeig mal ganz kurz, wie die Realität wäre. Hier ist die Polizei. Wir nehmen dich fest.
Florian Bayer: Und dann lassen wir Cindy einen Raketenwerfer benutzen. Weil sie die Anleitung gelesen hat. Dann schmeißen wir wieder alle Realität aus dem Fenster.
Johannes Franke: sodass eigentlich alle sterben würden.
Florian Bayer: Das sind Kollateralschäden in diesem Film. Du willst nicht aufzählen, wie groß die Anzahl an Kollateralschäden in diesem Film ist.
Johannes Franke: So, wir haben jetzt schon wieder eine Stunde fast darüber geredet. Und wir sind in der Geschichte im ersten Drittel.
Florian Bayer: Nein, wir sind schon fast durch. Ja, okay. Ich meine, es passiert dann ja auch tatsächlich nicht mehr viel. Genau, diesen Hotelkampf haben wir schon erwähnt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wo sie in das Pornoset reinfallen. Der nächste Bösewicht beißt ins Gras.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann haben wir einfach nur noch die letzte halbe Stunde Shootout. Arnold fliegt mit ihrer Hilfe zu der Insel. Mhm. Präpariert sich einmal. Und es kommt die Szene, die in jenen Arnold Schwarzenegger-Film gehört, wo ein einzelner Mann irgendwo einbricht in eine riesige Festung. Und hundert Leute schießen auf ihn und keiner trifft ihn. Keiner trifft, ja. Maschinengewehre. Ja. Maschinengewehrsalven links und rechts von ihm. Die Bösewichte verlieren, weil sie ihre Vasallen nicht zum Schusstraining schicken. Das ist das Hauptproblem. Also daneben, neben dem zweiten Problem, dass sie immer erklären müssen, wie ihr Masterplan ist, bevor sie den Helden umbringen.
Johannes Franke: Eigentlich ist es logisch. Aber es ist doch schon so, dass du noch nicht mal Schusstraining brauchst, um bei solchen Salven, die du losschickst, wenigstens einer mal trifft. Gesetz der Wahrscheinlichkeit, genau. Das ist doch unglaublich.
Florian Bayer: Das ist doch völliger Blödsinn. Ja, du könntest eigentlich Kindern diese Dinger in die Hand geben. Die würden auch nachzugreifen, ja, es würde kollateral. Aber irgendjemand, irgendeine Kugel, wenigstens eine Kugel müsste doch irgendwo einschlagen. Das muss ja nicht mal tödlich sein, aber wenigstens mal so eine Verletzung, die ein bisschen bremst. Er hat eine Verletzung.
Johannes Franke: Ja, stimmt. Er hat dann eine Verletzung und geht in dieses Häuschen da rein und die anderen kommen und ballern das Haus nieder und natürlich überlebt er.
Florian Bayer: Es ist nur eine Fleischwunde. Es ist nur eine.
Johannes Franke: Währenddessen hat sich das Kind da auch rausgegraben aus dem Gefängnis, in das sie da gesteckt wurde.
Florian Bayer: Man muss auch Arnie zugutehalten, er wusste von Anfang an, dass sie seine Tochter töten wollen, dass sie sie nie befreien werden, wenn er macht, was sie wollen. Und das sagen sie auch, das wird auch klar kommuniziert, dass wir das bloß nicht vergessen, sagt Arius noch mal, ja, tötet die Kleine zu Bennet, der übrigens so ein toller Bösewicht ist. Ich liebe Bennet. Ich liebe Bennets. Bennet ist wirklich cool. Zu Matrix, diese Hassliebe. Wir kommen gleich zu einem großen Schroren zwischen den beiden. Weil der Endgegner ist in diesem Film tatsächlich nicht Arius, der wird dann in der Villa ziemlich schnell in den Haufen geschossen.
Johannes Franke: Was mich auch ein bisschen überrascht hat, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass dieser Film so mehrere Ebenen aufmacht und dann wirklich den Chef der ganzen Sache einmal killt. Und dann eine andere Person da hinstellt und sagt, übrigens, das ist ja eigentlich der Chef der ganzen Sache quasi. Ja.
Florian Bayer: Es ist halt einfach, dieser Bennet ist einfach so ein schräger Bösewicht. Wie gesagt, er hat diese Hassliebe zu Arnie und er hat dann Arnies Tochter und steht vor ihm mit der Pistole. Der zweite große Fehler eines dummen Bösewichten. Arnie sagt, du brauchst doch die Pistole nicht. Du willst mich doch persönlich töten. Du willst doch sehen, wie das Messer in meine Rippen gestochen wird und wie ich verblute. Alter, wie bescheuert ist das denn? I don't need a weapon.
Johannes Franke: Er rasselt völlig aus, kriegt den irren Blick. Und weiß ich nicht, ich muss immer an Jäger des verlorenen Schatzes, glaube ich, war das. Ja, Jäger des verlorenen Schatzes. Dieser Typ, der die Kampfmoves macht. Harrison Ford steht da. Im Drehbuch steht eigentlich, dass er tatsächlich mit ihm kämpfen soll. Ach, das ist improvisiert? Ja. Und Harrison Ford war krank an dem Tag. Er hatte keine Lust. Und er hat gesagt, komm, ich erschieße ihn einfach. Das ist so eine schöne Szene. Und es ist so großartig und so schön realistisch in dem Moment. Weil das so aufgebaut ist und dann mit einem Schuss die ganze Situation erledigt ist. Und es hätte in diesem Film halt jederzeit so sein können, weißt du? Also Arnie sagt, komm, du willst doch eigentlich mich im Zweikampf besiegen. Und er so, er könnte eigentlich auch jetzt sagen, nö, schießen. Oder noch besser schießen und dann erst nö sagen. Ja, genau. Und das war's. Filmende.
Florian Bayer: Realistisch. Aber nein. Sie kämpfen dann Mann gegen Mann. So, wie es sein soll. Und er überlebt einen Stromschlag. Einen ganz krassen Stromschlag. Das ist unfassbar. High Voltage. Er hängt an diesem Zaun, wird mit Strom durchspurt und seine einzige Reaktion ist, jetzt bin ich noch wütender.
Johannes Franke: Und die beiden haben auch irgendwelche, also richtig viele Wunden von irgendwelchen Schnitten, die sie sich gegenseitig zugefügt haben. Und natürlich kriegen die das vollkommen problemlos hin, sich gegenseitig noch in der Gegend rumzuschmeißen. Ja, und dann, wie gewinnt er jetzt eigentlich? Ah ja, er hat dieses Rohr, dieses mit dem Steam drin, rammt ihm das irgendwie in den Körper und sagt dann noch seinen Satz. Let off some steam. Genau.
Florian Bayer: Und das Tolle ist genau, dass er erschießt, also Bennet kommt dann doch zur Vernunft offensichtlich und sagt, jetzt werde ich dich doch erschießen. Und dann nimmt Arnold dieses Rohr und rammt es, wirft es. Er wirft es, ja. Durch den Bauch. Und dahinter ist, was ist es? Das ist ja dieser Dampf, der dann erzeugt wird. Irgendein Kanister. Und dann kommt der Dampf halt aus dem Rohr raus und dann ist er tot. Und der letzte One-Liner. Let off some steam. Arnie nimmt seine Tochter, Alyssa, auf den Arm und sie gehen raus. Die Behörden kommen natürlich zu spät.
Johannes Franke: Und die lachen natürlich auch gleich wieder zusammen. Also Alyssa, die gerade gesehen hat, wie jemand ermordet wurde und die sowieso die ganze Zeit verstörende, traumatische Sachen erlebt hat.
Florian Bayer: Sie war 24 Stunden war sie gefangen. Sie wurde fast umgebracht. Sie wurde gejagt. Und es ist auch, die Behörden landen dann, die Hubschrauber kommen so schön. Der sagt schon wieder, hey Arnie, ich will dich zurückhaben. Nein. Ich bin fertig mit dieser ganzen Scheiße. Und niemand kommt auf die Idee, sollten wir uns vielleicht mal die Kleine angucken? Ist sie vielleicht verletzt? Nein, ist sie nicht. Und Arnie, du hast da auch so ein bisschen Blut an dir hingegen. Sag mal, sollen wir nicht mal? Nein. Das wird salutiert. Und Arnie geht mit ihr zurück zu dem Wasserflugzeug, was übrigens auch hochriskant ist, weil als sie zu der Insel geflogen sind mit dem Wasserflugzeug, war das ja alles andere als ein sicherer Flugzeug. Wollen sie jetzt mit dem Ding wieder zurückfliegen? Das ist der Plan. Aber mit dem geklauten Wasserflugzeug und mit einer Flugbegleiterin und ihm und sie, sie können eigentlich nicht wirklich fliegen. Wollen sie jetzt eine Zwölfjährige nach Hause fliegen?
Johannes Franke: Ja. Ja, gut. Okay. Und das ist das Ende. Das ist das Ende. Das ist schon das Ende. Sind wir schon am Ende angelangt?
Florian Bayer: Ja. Arnold rettet nicht die Welt, sondern seine Tochter. Das ist das Wichtige. Das ist das Entscheidende. Die Familie ist intakt. Das wird übrigens nicht erwähnt, was mit der Mutter ist, ne? Mit keinem Wort. Also es gibt nicht mal so einen Hinweis, so seit Ma gestorben ist oder bla bla. Fehlt komplett tatsächlich.
Johannes Franke: Gibt's das nicht am Anfang? Das muss doch, meistens wird doch sowas.
Florian Bayer: Ja, eigentlich wird sowas immer kurz erwähnt, ne? Ja. Dass man einmal sich so verortet fühlt, emotional. Ich kann mich nicht erinnern, in dem Film, sowas gehört.
Johannes Franke: Ich auch nicht. Ich auch nicht. Aber wer weiß, vielleicht ist das untergegangen zwischen Schießereien. Okay. Naja, also kurzes Fazit, eines der absurdesten und sinnlosesten. So schlecht, dass er schon wieder gut ist fast, oder?
Florian Bayer: Ja, unsere Top 3-Liste.
Johannes Franke: Ja, wir wollten eine Top 3 machen. So schlecht, dass wieder gut. Okay. Top 3. Top 3. So bad, it's good. So bad, but it's good. Es war schwer. Ich muss sagen, ich habe Schwierigkeiten damit, weil ich gucke mir tatsächlich sehr selten so trashige Filme an. Aber warum? Warum mache ich das eigentlich? Ach ja, jetzt weiß ich wieder, dieser Film war schlecht.
Florian Bayer: Ich habe ein großes Herz für trashige Filme. Ja, ich weiß. Ich weiß. Willst du anfangen? Traditionell ist es immer so, dass der anfängt, der nicht die Liste vorgeschlagen hat. Die Liste wurde von mir vorgeschlagen, du musst loslegen.
Johannes Franke: Die einzigen drei, die ich kenne. Und es gibt noch einen, den ich auch kenne und den fand ich so bäh und so schlimm. Freddy Got Fingered. Der ist so schlecht, dass er oft als so schlecht, also gut gehandhabt wird, aber der ist einfach nur schlecht. Er ist einfach wirklich nur übel. Es gibt die Kategorie so schlecht, dass er wieder gut ist
Florian Bayer: und dass er schon wieder schlecht ist.
Johannes Franke: Ja, vielleicht auch das.
Florian Bayer: Es ist tatsächlich, also ich glaube, um ein Film zu sein, der in die Kategorie fällt, so schlecht, dass er gut ist, muss er bestimmte Kriterien erfüllen.
Johannes Franke: Oh, welche Kriterien sind denn das?
Florian Bayer: Naja, er darf zum Beispiel nicht darauf angelegt sein, schlecht zu sein. Das finde ich ganz wichtig. Ah. Deswegen fällt für mich sowas raus, wie hieß dieser Film mit den Nazis, die hinter dem Mond leben. Ach so, ja, ja, ja. Die Produktion, die ja auch so richtig gemacht war. Weil der fällt für mich da raus,
Johannes Franke: weil... Und der ist auch nicht gut. Der ist auch nicht schlecht genug, dass er nicht gut ist oder doch gut ist oder so. Nee, das funktioniert nicht. Genau. Ich finde den nicht gut, leider.
Florian Bayer: Ich glaube, so schlecht, dass sie gut sind, so bad-its-good-Filme sind am stärksten, wenn... Wenn die Intention eigentlich gut war? Wenn der Regisseur sich komplett selbst überschätzt hat. Aber ich habe auch eine Ausnahme darin, und deswegen haut es auch nicht 100 Prozent hin. Okay, mein Platz drei. Ja.
Johannes Franke: Moonwalker.
Florian Bayer: Ach, ja. Kann man auf jeden Fall da aufnehmen.
Johannes Franke: Also Michael Jackson, der versucht einen Film... also der, also so eine Ambition hat... Ja, doch, der passt da auf jeden Fall rein. Oh mein Gott. Und das ist aber so schlecht eigentlich.
Florian Bayer: Das Krasse ist ja, dass Moonwalker wirklich ein, zwei Szenen hat, die super sind.
Johannes Franke: Ja. Also, und die Musik. Also ich meine... Und die Musik. Du hast die Musik und du hast die Musikvideos, ne? Im Grunde. Smooth Criminal,
Florian Bayer: eines der besten Musikvideos aller Zeiten.
Johannes Franke: Ich liebe das. Ich gucke es mir immer wieder, ich kann es mir immer wieder anschauen und freue mich. Aber der Film, einfach die Story oder was da auch immer sich da überlegt hat... Michael Jackson als Roboter-Jesus. Es ist alles wirklich sehr... Und so cringe teilweise.
Florian Bayer: Und das ist echt nicht... Nein. Und dann diese merkwürdigen Szenen, wo er mit den Kindern unterwegs ist. Ja, und die auch ein bisschen... Und der Platz 3. Ja, Platz 3, genau. Mein Platz 3 ist auch tatsächlich Musik. Ah. Und der fällt ein bisschen raus, weil das ein Film ist, der sich durchaus bewusst darüber ist, dass er trashig ist. Spice World. Ein total unterschätzter Film. Die Spice Girls hochzeitiger Karriere haben einen Film gemacht über sich als Band. Und natürlich haben sie so ein bisschen versucht, so Hard Day's Night so ein bisschen einen auf Beatles zu machen. Sie inszenieren, um ihre Tour und um ihre Plattenproduktion inszenieren sie irgendwie eine Art Abenteuer-Action-Geschichte und haben auch Roger Moore unter anderem mit dabei. Krass. Und noch zahlreiche andere Cameos. Und machen irgendwie einen absurd trashigen Film, der nach 90er, spät 90er Pop schreit. Aber an ganz vielen Stellen einfach funktioniert als das, was er ist. Und zwar nicht nur als schlechter Film. Es ist tatsächlich sehenswert. Und ja, es ist kein guter Film. Sie können alle nicht Schauspieler. Die Witze sind ganz oft daneben. Ja. Es gibt so ein paar lustige Szenen, wo man merkt, sie wissen, dass sie Trash machen, wo sie dann keine richtigen Special Effects benutzen, sondern irgendwie so mit Pappmaché und so arbeiten. Ja. Die Ästhetik ist halt schrecklich. Das ist total überholt. Das ist einfach so sehr auf die Zeit angepasst, dass wenn man das heute sieht, denkt man, oh Gott, was wurde damals getragen? Was wurde damals gehört? Was wurde damals als schön definiert? Er macht einfach Spaß.
Johannes Franke: Cool. Es ist aber auch ein ganz eigenes Genre, Musiker, die Filme machen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also ich meine, da gibt es dann auch einen David Bowie, der, also, hat er den selbst gemacht? Ich glaube nicht, aber der, der, aber der Film war auf ihn zugeschnitten, auf diesen Starman-Charakter. Genau. Ja. Und da gibt es einen Haufen, Haufen Filme, die ich alle nicht gesehen habe, die total spannend eigentlich sind, wo man wirklich dann einfach davon ausgeht, okay, der Typ kann vielleicht nicht spielen oder die Frauen oder die, wer auch immer das ins Leben ruft, aber die wollten einfach sehr ambitioniert was, was aufziehen aus künstlerischem Interesse einfach und das ist toll.
Florian Bayer: Es funktioniert vor allem bei Musikern und Musikerinnen, die halt irgendwie so Typen sind.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: David Bowie funktioniert bei den, deswegen, das ist das, was wahrscheinlich auch Spice World irgendwie rettet, dass sie halt ja auch so stereotype Figuren sind, weil wir haben irgendwie Ginger Spice und Baby Spice und Sporty Spice, Posh Spice, haben sie jetzt alle?
Johannes Franke: Ja. Fehlt nicht eine? Vielleicht fehlt eine. Plot, du musst mehr an deinem Spice Girls Game arbeiten, also wirklich. Als Kind der 80er, 90er. Okay, ja, dann habe ich jetzt Platz zwei. Platz zwei. Plan Nine from Outer Space. Natürlich. Klassiker. Klassiker, ja. Also Ed Wood ist wirklich die Königsdisziplin des überambitionierten, verzweifelt versuchenden und immer wieder scheiternden Filmemachers, der einfach so schlecht ist, dass man es schon wieder angucken kann und sich freuen kann.
Florian Bayer: Es gibt einfach viel zu entdecken, so Schnüre, die an den UFOs hängen. Zahllose Szenen, diese total absurd eingebaute Szene von, wie heißt der? Toter Schauspieler. Achso, Bella Loguzzi. Genau. Die überhaupt nicht reinpasst.
Johannes Franke: Das passt überhaupt nicht rein, gar nicht.
Florian Bayer: Und es ist so offensichtlich, dass es einfach nur so reingepropft wurde, weil er diese Szenen haben wollte.
Johannes Franke: Aber es ist so eine Liebeserklärung an Bella Loguzzi und das finde ich so toll. Es ist irgendwie, du musst natürlich dann irgendwie so ein bisschen mit dem Filmemacher mitgehen und mit ihm mitfühlen, um das zu verstehen. Aber das ist schon schön. Also es lohnt sich dann natürlich auch die Verfilmung, Ed Wood mit Johnny Depp zu gucken, um den Filmemacher ein bisschen zu verstehen. Ja. Aber man sollte die Originalfilme, also zum Beispiel eben auch Glenor Glenda und so, man sollte wenigstens mal reingeschaut haben. Auf jeden Fall. Würde ich auch sagen.
Florian Bayer: Ed Wood ist einfach ein Phänomen der Filmgeschichte und gerade Plan 9 from Outer Space, das ist keine verschenkte Zeit. Ja.
Johannes Franke: Während die anderen schon so ein bisschen, da kannst du wirklich vorspulen.
Florian Bayer: Ich hab Glenor Glenda nie ganz geguckt, ich fand den zu langweilig. Ich hab ihn gesehen
Johannes Franke: komplett.
Florian Bayer: Ich muss Ed Wood, an meinem Ed Wood Game sollte ich auch arbeiten, da hab ich auch einiges nicht gesehen. Vielleicht sollte ich mir mal so eine Zeit nehmen, einfach einmal Ed Wood durchzugucken. Nee, ich hab tatsächlich genau Glenor Glenda und Plan 9 from Outer Space und Glenor Glenda nicht ganz. Das war, das ist mein Ed Wood Wissen.
Johannes Franke: Ich glaub, ich hab noch zwei, drei andere gesehen, aber ich weiß nicht mehr welche. Na, vielleicht machen wir mal ein Special. Ja, ein Ed Wood Special, Okay, Platz zwei bei dir. Platz zwei ist,
Florian Bayer: ich hab's nicht geschafft, ich konnte mich nicht mit mir selbst einigen. Platz zwei ist ein Teil zwischen The Room, der mir wirklich viel Freude gemacht hat, den ich natürlich erst kennengelernt habe, nachdem die ganzen Filmkritiker online drüber geredet haben, aber ich hab's mir dann auch nochmal gegeben, ihn komplett zu gucken und es lohnt sich, selbst wenn man drei oder vier Videoreviews dazu gesehen hat, der Film ist so voll mit schlechtem Zeug, dass man ihn trotzdem nochmal gucken kann und noch Sachen entdeckt, über die noch keiner geredet hat. Ja. Und er teilt aber mit The Happening. Nein, das ist gemein. geredet haben und du gesagt hast, dass du alle seine Filme magst
Johannes Franke: Ich weiß, ich weiß und er ist ja auch immer, also ich hab natürlich bei der Recherche dieser Liste natürlich auch nochmal im Internet so ein bisschen geguckt und so geschaut und natürlich taucht auch The Happening immer wieder bei so Listen auf, in denen schlechte Filme verarbeitet werden, aber ich weiß nicht, irgendwie hat M. Night Shyamalan immer für mich eine ganz bestimmte Art und Weise mit Dingen umzugehen, an denen ich was finden kann, auch wenn sie noch so schlecht sind. Irgendwie mag ich ihn. Naja. Auch wenn es absurd und völlig daneben teilweise natürlich überhaupt Geschichte, wo du denkst, hä, was, warum jetzt das? Aber nein, nein, der kommt nicht in die Liste. Dein Platz 1. Mein Platz 1 ist The Room. Ja, das hast du schon gesagt. Das ist dein Platz 2 quasi. Ja, The Room, weil es im Grunde der Kultfilm geworden ist und auch einer der ersten Filme für mich mit Berührung, noch vor Ed Wood in Berührung gekommen mit einfach überambitioniertem Filmemacher Wunschdenken.
Florian Bayer: Ich würde von The Room wirklich gerne mal so eine Vorführung sehen. Es gibt einige Mitschnitte von den Vorführungen, wo die Leute
Johannes Franke: reinschreien
Florian Bayer: und das Volk reinwerfen und so sieht aus, als ob es ein riesiges Vergnügen wäre. Aber wie bei
Johannes Franke: Rocky Horror Picture Show dann, Ja, genau. Wirst du denn Platz 1?
Florian Bayer: Mein Platz 1, genau, The Room ist ja so toll, weil Tommy weiß so, wieso so ambitioniert ist und wirklich ernst nimmt, was er macht. Und Tom, er wurde geschlagen vor gar nicht allzu langer Zeit von einem anderen Regisseur, der sich noch ernster nimmt und noch schlechtere Filme macht. Und mein liebster Film von ihm ist Faithful Findings, aber der Regisseur ist an und für sich komplett sehenswert. Neil Preen heißt er. Okay. Eigentlich ein Architekt, der offensichtlich auch relativ viel Geld hat und der dieses Geld nutzt, um dann Independent-Filme zu machen. Okay. Und der so ein bisschen der David Lynch des Tracks ist, weil seine Filme machen überhaupt keinen Sinn. Er besetzt sich, also er macht dasselbe wie Tommy Viseau, er besetzt sich immer in der Hauptrolle, er produziert die Filme, er dreht, er macht Regie, er hat zehn Rollen, die er erfüllen muss in diesen Filmen. Aber zumindest die Schauspieler, mit denen er arbeitet, Schauspieler, ich mache große Anführungszeichen, sagen, dass er ein Set echt fair ist, dass er sie gut bezahlt und dass er sich um alles kümmert. Und er nimmt sich wirklich ernst und erzählt sehr opulente, ambitionierte Filme, in denen es meistens irgendwie um den Untergang der Welt geht und wie er die Welt entweder zum Untergang bringt oder retten will. Das sind so absurde, groteske, filmische Erscheinungen. Man kann nicht mal von Filmen reden. Okay. Es ist billig und gleichzeitig überambitioniert und er benutzt CGI, aber er benutzt dann halt so die Standard-Final-Cut oder Premiere-Templates, die man so kennt für Explosionen und so. Ja, okay. Es sind wirklich merkwürdige Filme, die unglaublich viel Spaß machen, wie The Room vollgefropft sind mit Albernheiten. Oh Gott. Und gleichzeitig hat man diesen Mann, der sich so unglaublich ernst nimmt und der Sympathie ist übrigens als Tommy Visor. Es gibt Interviews mit ihm und er meint so, ja, und mir sind meine Filme wirklich wichtig. Ich weiß, dass es so ein Cult-Following gibt und ich kann damit umgehen, ist alles okay, aber er nimmt sich wirklich ernst und es sind tolle Filme. Es sind sehenswerte Filme und sie sind wirklich schlecht. Fateful Findings. Wenn man einsteigen will mit Neil Preen, empfehle ich Fateful Findings. Wenn man seinen krassesten Film sehen will, empfehle ich Twisted Pair, weil er da angefangen hat, CGI zu benutzen. Aber auch mit den anderen Filmen, wo er so einen Cyber-Jesus spielt, zum Beispiel I Am Here Now oder Double Down, wo er einen Agenten spielt und die ganze Zeit auf seinen 90er-Jahr-Laptops rumhackt, die nicht angeschlossen sind. Toller Regisseur.
Johannes Franke: Uiuiui. Gut. Ja, das waren unsere Top 3 schlechtesten gute Filme. Ja. Ja, schlechtesten gute Filme?
Florian Bayer: Wie nennt man das so? Kommen wir ganz kurz zurück noch zu Kommando. Ein Abschlusswort von dir. Du fandst ihn schlecht.
Johannes Franke: Also, ich fand den Film schlecht, aber natürlich auch unterhaltsam, wenn man erstmal alles aus dem Fenster geworfen hat, was einem irgendwie an Filmen wichtig wäre und einfach nur Unterhaltung haben möchte. Ich finde ihn ein kleines bisschen, das haben wir aber auch festgestellt, ein kleines bisschen gefährlich, weil er eben so gewaltverherrlichend und Stereotype und so weiter einfach nach vorne stellt, ohne sie zu hinterfragen und auch die ironische Überhöhung, die so ein Film eigentlich noch bräuchte, um wirklich vollends entspannt guckbar zu sein, die fehlt im Film.
Florian Bayer: Ja. Ich mag den Film tatsächlich. Also, ich hab Spaß, wenn ich ihn gucke. Ich muss, ähm, aber auch, weil ich, also zum einen, weil er wirklich so viel unfreiwillige Komik besitzt, dass es einfach Spaß macht. Es gibt in jeder Ecke was zu entdecken. Aber auch, weil er so als Zeitzeugnis so gut funktioniert, wie ich gesagt habe, es ist ein Peak-80er-Action-Film. Und wenn jemand mich fragen würde, wie ist das 80er-Action-Kino, wie funktioniert das? Wäre das wahrscheinlich der erste Film, den ich nennen würde. Weil wenn du den gesehen hast, dann verstehst du das Genre. Dann verstehst du, was da abgegangen ist. Mit all den ganzen konservativen Seiten, mit all den, ähm, waffenfetischistischen Seiten, mit der Gewaltverherrlichung, mit den One-Linern. Es ist Peak-80er, es definiert das Genre, es macht nichts weiter damit. Es gibt ihm keine neuen Impulse, es dekonstruiert es nicht, es definiert einfach das Genre. Und deswegen ist es ganz gut, dass es ihn gibt, einfach so als Monolith, der im Zentrum dieses merkwürdigen Action-Jahrzehnts steht. Und ich finde, die ganze Geschichte hat auch irgendwie so ein kleines Happy End. Weil Schwarzenegger, um ganz kurz noch zu dem zu sprechen zu kommen, hat Ende der 80er irgendwann, nachdem er, also, Kommando ist so der Beginn von der ganzen Reihe von geistlosen Action-Years. Aber Ende der 80er-Jahre hat dann Arnold wirklich die Ironie entdeckt und hat einige Filme gedreht, wo er sich toll mit seiner Rolle als Action-Head auseinandersetzt. Last Action Hero und True Lies wären so die größten, die ich nennen würde. Kindergartenkopf fällt da auch irgendwie rein. Und dann, nachdem er in den 90ern mal gute, mal schlechte Filme gedreht hat, hat sie ihn ja in die Politik gezogen. Und es ist, ich meine, er ist Republikaner und er war Gouverneur in Kalifornien von 2003 bis 2010, zwei Amtszeiten lang und war ziemlich beliebt. Und wenn man einen republikanischen Gouverneur haben will, dann ist wahrscheinlich Schwarzenegger die beste Wahl, weil er gehört eher zu der moderaten Ecke.
Johannes Franke: Also ich habe auch wirklich sehr Gutes gehört über seine Politik da, die er da gefahren hat. Also gerade für Republikaner.
Florian Bayer: Ja, er hat natürlich diese konservativen Trademarks. Also seine Haltung zur Todesstrafe war ziemlich bedingungslos. Ganz klar. Und dafür wurde er auch viel kritisiert. Aber umweltpolitisch hatte er eher nach links tendiert, hat schon sehr früh sich auch mit Klimawandel auseinandergesetzt. Der Vorteil bei ihm war, er war halt in Kalifornien. Das heißt, in Kalifornien gibt es einfach eine demokratische Mehrheit im Senat zumindest. Er musste immer mit den Demokraten zusammenarbeiten. Und das hat er gut gemacht. Und er hat sich ziemlich klar gegen Trump positioniert und hat auch 2016 gesagt, er wollte selbst zur Wahl stehen übrigens. Kann er aber nicht, weil er natürlich nicht in Amerika geboren ist. Pech gehabt. Aber er hat gesagt, es ist das erste Mal, dass ich nicht republikanisch wähle. Ja. Und er ist ja mittlerweile auch gut befreundet mit Sylvester Stallone, der eher Demokrat ist. Und die diskutieren auch öfter über Politik. Und ich glaube, Schwarzenegger ist so ein Beispiel von einem rechten Politiker, irgendwie Mitte rechts, der kompromissbereit ist. Und der nicht die Gegenseite verteufelt, sondern mit dem man wirklich Politik machen kann. Und nachdem er solche Filme gedreht hat, ist das für mich so ein kleines Happy End auch. Weil von einem Typen, der in derart krass konservativen, Reagan-Nixon geprägten, militärverherrlichenden Actionfilme mitspielt, ist sowas nicht unbedingt zu erwarten.
Johannes Franke: Ja, okay. Na, ich kann mir aber vorstellen, dass er schon auch noch europäisch geprägt ist, einfach als Mensch. Und dass deswegen so ein paar in die Extreme gehenden Haltungen einfach bei ihm eher auf Abwägen stößt, weil die Tradition in Amerika, Extreme zu haben, eine andere ist als in Europa. Du hast in Europa diese Extremrechte nicht so dolle.
Florian Bayer: Weil ich nicht weiß, wie viel Europa noch in ihm vorhanden ist, weil er auch diese ganze 80er und 70er Sache, diesen ganzen Körperkult hat er mitgemacht. Er ist eigentlich total krass in dieser Bodybuilding-Welt Amerikas sozialisiert. Es gibt ja diese Doku mit ihm als Bodybuilder, wo er eigentlich zum ersten Mal so wirklich Aufmerksamkeit hatte, in Hercules in New York, wo er dann erzählt, wie es ist, wenn er trainiert. Und dann sagt er halt so, ich habe jedes Mal, wenn ich trainiere, habe ich einen Orgasmus. Ich habe tausendmal Orgasmen, das ist besser als Sex. Und geht dann so total ab. Oh Gott. Und es hat lange gebraucht, bis er zugegeben hat, dass er Anabolika genommen hat. Was auch geil ist, wenn man sich seinen Körper anguckt. Ja, ja, genau. Nein. Kein Training und keine D-Ad bringt das zustande. Wem willst du was weiß machen? Krass, Mann.
Johannes Franke: Ja, Kommando. Kommando. Schön, dass du ihn geguckt hast. Ja, danke, dass du mir ihn aufgedrückt hast. Dann habe ich jetzt auch mal da ein bisschen. Also mein Bildungsstand hat sich verbessert. Das kann ich auch darüber ablästern. Und dann machen wir jetzt eine Pause. Ja. Und dann gehen wir in eine völlig andere Richtung. Ich bin sehr gespannt. Es geht weiter mit Mary Poppins. Mary Poppins.
Florian Bayer: Und zwar mit dem neuen Film 2018.
Johannes Franke: Mary Poppins Returns.
Florian Bayer: Wir sehen uns gleich. Bis gleich. Ciao.
Johannes Franke: So, da sind wir wieder zurück aus der Pause. Ich hoffe, ihr habt Mary Poppins Returns geguckt, während wir hier noch ein bisschen gesprochen haben und geschrieben. Ich habe meinen Text geschrieben. Ich habe vergessen, ihn zu schreiben.
Florian Bayer: Wie das immer so ist. Was ich unbedingt noch sagen muss. Ja. Also, das Problem bei Kommando ist. Jetzt wirst du wieder zum Kommando zurück.
Johannes Franke: Viel Muskeln, wenig Fleisch. Du hast dich so geärgert, dass du diesen Satz nicht untergebracht hast. Jetzt musstest du auch noch mal. Möchtest du den Satz noch mal sagen?
Florian Bayer: Viel Muskeln, wenig Fleisch. Bei der Nachbesprechung ist es uns eingefallen. Wir müssen nämlich immer kurz eine Therapiesitzung machen, auch nachdem wir über den Film geredet haben. Mal sehen, ob wir das bei Mary Poppins Returns auch brauchen.
Johannes Franke: Dringend.
Florian Bayer: Johannes.
Johannes Franke: Mary Poppins Returns. 54 Jahre, nachdem die erste Verfilmung der gleichnamigen Kinderbuchreihe das erste Mal Kinderherzen erfreute, kam 2018 endlich die lang und heiß ersehnte Fortsetzung in die Kinos. Mit Songs, mit Zeichentrick und Realfilmverquickung und tatsächlich einem Teil der Figuren aus dem ersten Teil. Natürlich Mary Poppins. Aber auch mit den Banks-Kindern, die inzwischen erwachsen geworden sind und mit ihrem Leben hadern. Ganz besonders Michael Banks, der seine Frau verloren hat und nun in dem Haus seiner Kindheit mit seinen drei Kindern und seiner Schwester lebt. Allerdings in Geldnot. Das Haus geht an die Bank, die schon im ersten Teil eine düstere Rolle spielt. Sofern Michael nicht den Kredit innerhalb weniger Tage zurückzahlen kann. Wird er sein Haus retten können? Natürlich. Aber werden wir auf dem Weg dahin genauso viel Spaß haben wie beim ersten Film? Was meinst du, Plur? War die Fortsetzung superkalifragalistisch-experialidocious oder eher a spoonful of meh? A spoonful of meh. So eine deutliche Antwort?
Florian Bayer: Ja. Das ist ja hart. Und das liegt nicht daran, dass es ein schlechter Film war? Ja. Ich fand ihn okay. Du fandst ihn okay? Es gibt einige Momente, die wirklich stark sind. Aber der Film hat ein ganz großes Problem. Jetzt bin ich gespannt. Ein großes Problem? Ja. Ein ganz großes Problem. Und das ist, dass er auf Teufel komm raus zu sehr den Fans des Originals gefallen will.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das ist so traurig. Das macht er in der Struktur. Das macht er in den Referenzen. Ja. Das macht er in den Songs. Und das Problem ist, dass man zu allem, was er auffährt, was findet, was im Original besser war. Und auch bei den guten Sachen. Das ist das Traurige. Zum Beispiel, um zu den Songs zu kommen. Can you imagine that? Schöner Song. Aber es ist eben kein zweites Spoonful of Sugar. Ja. Der Song Triple Little Light Fantastic. Toll. Aber es ist kein zweites Jim Jim Chiri. Und das hast du eigentlich bei jedem der Songs. Bis auf eine Ausnahme. Und dann auch die Figuren sind toll. Alle sind teilweise blass, sind teilweise sympathisch. Aber sie müssen sich halt immer den Vergleich mit dem Original gefallen lassen. Emily Plunt gibt sich wirklich Mühe. Und sie macht es auch in einigen Momenten wirklich stark. Aber sie ist halt keine zweite Julie Andrews. Es führt keinen Weg dran vorbei. Und es ist einfach so.
Johannes Franke: Ich hätte ja eher den Burt-Ersatz angeführt. Der die Lichter an und aus macht. Der Schornsteinfeger ersetzen soll vom ersten Teil. Den fand ich nämlich viel schwieriger als Ersatz als bei Julie Andrews und Emily Blunt. Weil Emily Blunt, finde ich, hat es ganz hervorragend gemacht.
Florian Bayer: Geil. Wir sind komplett anderer Meinung. Ich fand den, den, den, ähm, Burt. Er ist ja nicht Burt. Wie heißt er? Ähm, Jack, John. Jack, er heißt Jack. Ich finde, der hat das voll gut gemacht. Der hat das voll getroffen. Er ist natürlich kein Dick Van Dyke. Nein, er ist kein Dick Van Dyke. Und er versucht aber auch kein Dick Van Dyke zu sein. Und das fand ich gut an ihm. Ja, er macht diesen Akzent so ein bisschen. Er versucht da diese... Es ist, es ist, es ist schwierig über den Film zu reden, weil wirklich alles aufs Original hinweist. Ja. Aber er hat auch irgendwie noch eine gewisse Eigenständigkeit drin.
Johannes Franke: Also, also das Ding ist, ähm, er soll zu sehr Abziehbild von Burt sein. Man merkt es im Film an. Und bei Emily Blunt ist es so, dass die ja eine Figur spielt, die exakt diese Figur sein soll. Das heißt, sie muss sich daran orientieren. Während ich eigentlich erwartet hätte, dass sie kein Abziehbild von Burt machen, sondern dass sie Jack einfach eine eigenständige Figur sein lassen. Und das haben sie nicht geschafft, finde ich.
Florian Bayer: Aber Jack war doch... Also, Jack ist doch zumindest in dem Punkt eine andere Figur, dass dieser Burt so einer ist, der alles macht. Also, Burt ist ein Künstler. Ja. Burt ist ein Schornsteinfeger. Ja. Burt ist halt irgendwie jemand, der durch den Film führt. Burt ist der, der die Zuschauer begrüßt im Original. Ja. Und Jack, finde ich, funktioniert doch irgendwie ein bisschen anders. Aber anders. Jack ist viel mehr Vertreter der Hardworking-Class, als das Burt im ersten Film war. Burt ist eher so einer... Burt ist ein Fremdenführer. Ja.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und Jack ist kein Fremdenführer, sondern Jack ist einfach mal der, der das Licht anmacht. Und der, der auch Mary Poppins kennt. Und ja, ich sehe alles, was du meinst. Natürlich ist seine Rolle eine Burt-Kopie. Natürlich ist er das, er macht das, was Dick Van Dijk im Original gemacht hat. Ja. Aber es hat mich nicht so viel gestört. Es war, es war, jetzt verteidige ich den Film, was soll das. Bei dem Berg an Problemen, den ich sehe bei diesem Film, war eher so ein geringeres. Das größte Problem sind für mich einfach die Songs. Es ist kein einziger wirklich geiler Ohrwurm dabei.
Johannes Franke: Kein einziger. Und es ist so traurig. Warum? Warum, warum, warum, warum? Ich will alles schütteln und sagen, kommt, ihr hättet euch doch, das wäre doch, da wäre doch so viel möglich gewesen.
Florian Bayer: Weil man halt einfach, also es ist einfach nicht leicht, gute Songs zu schreiben.
Johannes Franke: Ja. Ganz banal. Ich weiß nicht. Also, lass uns mal durchgehen. Lass uns mal wirklich stringent durchgehen. Ich habe gleich am Anfang große Probleme mit Burt. Ich glaube deswegen, weil die ersten Sequenzen mit ihm, er führt ja ein, wie im Original, ist er derjenige, der quasi in die Geschichte führt. Lovely London Sky. Lovely London Sky. Der erste Song. Der Song passt nicht zu seiner Stimme. Findest du? Es stimmt überhaupt nicht. Der ist überhaupt nicht in seiner Range, seine komfortable, richtige, gute Range. Okay, wir sind bei Musiktheorie. Das ist er nicht. Das ist, er hat, er ist ein großartiger Musical Typ, aber dieser Song passt nicht zu ihm. Das stimmt nicht. Das heißt, er kann seine Kraft gar nicht entfalten. Und das heißt, dieser Song, der könnte so viel Wumms haben, hat er aber nicht, weil er nicht das ausnutzt, was dieser Schauspieler mitbringt. Also Manuel Miranda heißt der Schauspieler. Genau. Ein ganz toller Typ. Ja, ich finde, ich war glücklich mit der Besetzung tatsächlich. Ja, also so rein optisch und von dem, was ich gedacht hätte, was es sein müsste, wäre ich auch glücklich gewesen. Aber mit dem, was sie daraus gemacht haben, überhaupt nicht. Ich finde, der ist blass und ich finde, dass dieser Song blass ist und ich finde, dass er hat nichts von dem, was er am Anfang macht, mit voller Liebe und mit dieser Detailverliebtheit ausgestattet, wie der erste Film das gemacht hat.
Florian Bayer: Ich finde es tatsächlich, also was mir am Anfang gleich aufgefallen ist, was mir positiv aufgefallen ist und was ich wirklich angenehm fand an dieser Figur, dass der Original Mary Poppins ist ein sehr weißer Film. Ja, das stimmt. Sie haben jemanden genommen, er ist Amerikaner und er hat puerturikanische und mexikanische Wurzeln und das sieht man ihm auch an. Und ich fand es tatsächlich schön und dachte erst mal so, hey, ja, gut. Und es geht ja gerade in dieser Rolle und auch in der Rolle des Bird im Original geht es ja auch ganz viel darum, irgendwie so die Perspektive der Working Class zu zeigen. Und da fand ich sehr schön, dass sie keinen Dick van Dijk genommen haben, sondern ihn.
Johannes Franke: Grundsätzlich ja, grundsätzlich gute Besetzung, aber eben nur theoretisch. Die Besetzung ist nur theoretisch, aber nicht praktisch wirklich gut umgesetzt und damit gespielt und so. Er hat viel mehr Potenzial, dieser Mensch. Also dieser Schauspieler ist einfach wirklich gut eigentlich, aber er hat überhaupt nicht ausspielen können, was er eigentlich kann. Geht nicht.
Florian Bayer: Ich glaube, am Anfang war ich tatsächlich, bin ich gut reingekommen. Also ich fand die, am Anfang fand ich die nostalgischen Referenzen noch sehr schön, also auch dieser Gemäldevorspann.
Johannes Franke: Ja, super, den fand ich sehr schön.
Florian Bayer: Love the London Sky, das war alles irgendwie, das war alles irgendwie nett, das hat alles irgendwie funktioniert und man hat sich so heimlich wohlgefühlt. Ja. Man dachte, okay, ja, schön, das ist ja wie damals. Ja, genau. Und es gab dann irgendwann den Punkt, wo das angefangen hat zu nerven, wo man eher dachte, oh, das ist ja wie damals.
Johannes Franke: Ja, genau. Voll schade. Naja, und dann merke ich halt, dass diese Figuren alle im Grunde Abziehbilder sind und dass keine dieser Figuren und nicht mal Meryl Streep, was so schön gewesen wäre.
Florian Bayer: Das ist für mich die Ausnahme. Echt, wirklich? Meryl, ich fand, und jetzt, also, ich werde ein paar kontroverse Meinungen in dieser Episode reinbringen. Und das wäre mein erster kontroverser Punkt. Ich fand den Song Turning Turtle und ich fand die Szene mit Meryl Streep besser als diese I love to love Szene aus dem Original. Auch weil das eine Szene ist, die mich nie besonders angesprochen hat und die ich nie besonders aufregend fand.
Johannes Franke: Also, ich bin auch, ich musste auch erst mir das 20.000 Mal anschauen, bevor ich auch diese Szene zu lieben begonnen habe. Ich erinnere mich als Kind, mochte ich diese Szene am wenigsten tatsächlich. Ich fand die immer doof.
Florian Bayer: Und die Turning Turtle Szene ist ja so eins zu eins das Pendant. Also, wie gesagt, bei jedem Song, bei jeder Szene, bei jeder Figur findet man das Pendant zum Original. Mit der Ausnahme der Figuren, die schmerzlich fehlen. Ja, traurig. Ja. Warum? Wer fehlt dir denn zum Beispiel? Also, es fehlen Pendants. Ein ganz großes Problem ist, es fehlt einfach mal das Pendant zu Mr. Banks, zu George Banks. Das ist das. Michael kann diese Rolle nicht füllen, einfach weil Michael anders angelegt ist. Michael ist nicht der Vater, der nur auf seine Karriere achtet, sondern Michael ist der, der seine Kinder liebt, der verwitwet ist, der traurig ist. Ja. Und ich fand diesen Michael auch die ganze Zeit plass. Und ich fand ihn auch plass, auch im Vergleich zum Original.
Johannes Franke: Ja, ja. Er hat es nicht ausgefüllt, diese Funktion. Ich weiß nicht.
Florian Bayer: David Tomlinson im Original, Mr. Banks, war so eine tolle Rolle.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Dieser Vater, der alles in Ordnung halten will, der ein bisschen streng ist, der Herr des Hauses ist, dafür auch ein Lied bekommt und der seine Ordnung liebt und der seine Ruhe liebt und der an seine Karriere denkt, aber natürlich ein gutes Herz hat. Das war eine wundervolle Rolle. Und dieser Michael Banks ist einfach plass. Und er muss auch ans Geld denken, aber er hat einen klaren Grund, warum er ans Geld denkt. Das ist nicht diese bürgerliche Saturiertheit, sondern er ist einfach so, weil er muss ums Überleben kämpfen. Das ist das zweite große Ding, was mir fehlt. Das zweite große Pendant. Es gibt keine Birdlady. Schlimmer noch. Sie haben die Protagonisten zur Birdlady gemacht. Das Tolle im Original war ja, dass wir hier eine großbürgerliche Familie sehen, der es total gut geht mit ihren kleinen Problemen, die sie haben. Aber das sind alles Nichtigkeiten. Ja. Und in Mary Poppins werden die konfrontiert mit einer anderen Welt. Mit der Working Class durch die Schornsteinfeger. Ja. Und eben mit radikaler Armut durch die Birdlady. Mhm. Und diese Birdlady, die gibt es hier nicht. Stattdessen sind unsere Protagonisten die, die ums Überleben kämpfen müssen. Und das, also da weichen sie ja tatsächlich vom Original ab. Aber genau an dem Punkt hätten sie, glaube ich, nicht abweichen sollen. An dem Punkt funktioniert es nicht, weil sie so ein, weil es dadurch so ein Klischee amerikanischer Traumsetting wird. Die, die ums Überleben kämpfen müssen und am Schluss dann feststellen, dass sie doch ein Vermögen haben und yeah und alle sind glücklich. Ja. Aber es ist hart und sie sind die Kämpfer und es, ah, nee.
Johannes Franke: Nee. Funktioniert leider nicht. Nee. Man, äh, irgendwie fehlt dadurch der Kontrast und so ein bisschen, ähm, dem Vater, man liebte es, den Vater zu hassen, mehr oder weniger, als Kind. Weißt du, was ich meine? Ich weiß, was du meinst, total. Und guckt sie sich, und, und, und, und das braucht man in dem Film. Ja. Der Film braucht seine verschrobenen, viel zu übertriebenen Charaktere. Auf jeden Fall die Kontrastfiguren. Und du hast es in diesem, in der Returns-Variante hast du sie einfach nicht. Du hast keine Kontraste mehr, sondern du bist halt ganz modern psychologisch. Das funktioniert nicht, es geht nicht.
Florian Bayer: Es gibt einen Bösewicht und dieser Bösewicht kriegt nicht einmal einen Song spendiert. Im Original haben wir diesen tollen Song, in dem Dick van Dijk versucht, den jungen Michael zu überzeugen, seine Pennies an die Bank zu geben. Und das ist ein super Bösewicht-Song. Der ist gar nicht so lang, aber der ist, der ist großartig. Und so ein Musical braucht einen Bösewicht-Song. Die Bösewichter dürfen hier nicht singen. Der einzige Bösewicht, den es gibt.
Johannes Franke: Obwohl ich ihn schon mochte auch, den Bösewicht jetzt in Returns. Ja, der war gut gespielt. Ich fand ihn gut gespielt und der ist auch ein, einfach, ich mag ihn einfach als, als, als Menschen, als, als Schauspieler. Ich gucke ihm gerne zu und ich gucke ihm, ich liebe es, ihn zu hassen tatsächlich auch in diesem Film. Aber irgendwie ist, ist das alles, der Rest insgesamt irgendwie zu blass und die Spannung fehlt.
Florian Bayer: Er kriegt zu wenig Raum und ich verstehe es nicht, ich verstehe es wirklich nicht. Warum geben sie ihm keinen Song? Es gibt die Gelegenheiten, er spricht mit seinen Anwälten, es gibt diese, diese finsteren Machenschaften, die er macht. Warum geben sie ihm nicht einen Song? Es ist, es ist mir unbeschreiblich, weil so ein Film, der die ganze Zeit zuckersüß ist, in der liebevolle Menschen singen, braucht wenigstens ein Bösewichtssong. Ich würde ihm sogar eher zwei Bösewichtssongs spendieren. Warum lassen sie den Wolf nicht singen, wenn er die Uhr klaut? Ja, stimmt. Warum?
Johannes Franke: Also es ist halt wie bei König der Löwen, du brauchst diesen, so Scar heißt er, ne?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Der, der, und die Hyänen und so. Diese Songs sind essentiell. Genau. Und in diesem Film fehlt es halt einfach. Colin Firff, der das spielt, der könnte das auch. Ich hab ihn nie singen hören, keine Ahnung, ob er das kann. Er hat eine coole Stimme, das reicht.
Florian Bayer: Mittlerweile wissen wir doch, dass man nicht gut singen können muss, um ein gutes Musical zu machen, dass das auch durchaus spannend sein kann, wenn nicht jeder Ton getroffen wird.
Johannes Franke: Ja, irgendwie, ich weiß nicht. Also mir fehlt die, dadurch, dass es alles so ein bisschen, dass die Kontraste fehlen, fehlt mir die Monumentalität des ersten Teils. In diesem Punkt weichen sie halt vom Original ab und dafür hätten sie aber im zweiten Film eben sich von der Geschichte her viel freier bewegen können, finde ich.
Florian Bayer: Ja. Er ist so ein bisschen, der Film ist insgesamt so ein bisschen der Typ, der wirklich, sich wirklich, wirklich bemüht, dir zu gefallen. Und du willst, und dann tut es dir leid, dass du davon genervt bist, aber du bist ab einem gewissen Punkt zu genervt. Ja. Ich hab das Gefühl, das ist gerade so eine Disney-Konstante auch ein bisschen. Das ist das, was sie mit Eiskönigin 2 gemacht haben, mit Frozen 2. Okay, keine Ahnung. Das war kein schlechter Film. Aber ist bei weitem nicht an den ersten Teil rangekommen. Da war es auch so, dass sie ganz klar so drauf geachtet haben, Fanservice zu liefern. Aber noch schlimmer war es bei Star Wars Force Awakens. Das wurde dann im zweiten Teil davon ein bisschen korrigiert von Rian Johnson. Aber im ersten Teil Force Awakens war das auch so radikaler Fanservice. Bis zu dem Punkt, wo du gedacht hast, okay, ich hab's verstanden. Ihr wollt, dass ich diesen Film mag, weil ich mit dem Original nostalgische Gefühle verbinde. Bitte hört auf damit. Gebt mir was Neues. Gebt mir ein bisschen mehr Wucht. Ein bisschen brecht irgendwie damit. Ja. Und zwar nicht nur, indem ihr dieses Mal das politische Engagement positiv besetzt, sondern brecht ein bisschen mehr damit.
Johannes Franke: Ja. Ja, okay. Ich kann mich gerade gar nicht erinnern, wie das war. Force Awakens. Ich hab den Film gesehen, aber... Das war ein Remake vom... Ist nicht hängen geblieben.
Florian Bayer: Vom ersten Star Wars-Film. Okay. Von Episode 1, ganz klar. Aber um vielleicht noch was Zweites zu sagen. Es hat mich tatsächlich nicht ganz so doll geärgert, weil jetzt kommt die zweite große kontroverse Meinung und die ist wirklich kontrovers für diese Episode. Ich bin nicht der größte Mary Poppins-Fan. Und das raus. Und das hab ich jetzt auch festgestellt, als ich ihn wieder gesehen habe. Und dann, es gibt nämlich eine Szene, da haben wir einen kurzen Cameo-Auftritt von Engineer Lansbury. Ja. Und dann dachte ich, ach ja, stimmt. Ich mochte immer lieber die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett. Bedknobs und Broomsticks. Der die ganze Zeit kritisiert wurde immer, als er rauskam. Das war fünf Jahre, sechs Jahre nach Mary Poppins. Ja. Dass er eine Kopie davon wäre und Disney würde versuchen, nochmal den Mary Poppins-Feeling zu erzeugen. Okay. Ich mochte diesen Film als Kind immer mehr und verbinde damit deswegen auch immer noch nostalgisch stärkere Erinnerungen als an Mary Poppins. Weil Mary Poppins, meine Erinnerung als Kind, hat sich später ein bisschen gewandelt, als er Erwachsener war. Langweilig, langweilig, langweilig, langweilig. Geil, Zeichentrick. Langweilig, langweilig, langweilig, langweilig. Echt, wirklich? Das ist meine Erinnerung an Mary Poppins als Kind. Und später habe ich dann auch die anderen Sachen zu schätzen gewusst. Ja. Okay, langweilig, geil. Zeichentrick, langweilig, langweilig, langweilig. Coole Performance von den Schornsteinfegern. Langweilig, langweilig, langweilig. Ja, ja. Und später habe ich auch die anderen Sachen geschätzt. Aber Mary Poppins war für mich nie der große, fantastische Märchentrip, den offensichtlich viele Kinder drin sehen. Das war die Tolkien-Hexe in ihrem fliegenden Bett. Okay.
Johannes Franke: Das habe ich zum Beispiel nicht gesehen.
Florian Bayer: Ah, interessant. Guck ihn dir an, würdest du mögen. Okay. Und würdest sagen, na, ist aber bei weitem nicht so gut wie Mary Poppins.
Johannes Franke: Ja, bestimmt. Nein, Mary Poppins ist, da lasse ich niemanden ran. Nein, das ist einfach großartig. Und Julie Andrews ist natürlich unglaublich. Und natürlich hat niemand irgendwie eine Chance. Aber ich finde, sie hat es sehr gut gemacht. Also Emily Blunt war wirklich, wirklich gut. Und sie hat ein paar Punkte hervorgehoben und vorangestellt, wo ich gedacht habe, genau das ist mein Bild von Mary Poppins. Nämlich sich dann hinzustellen, die Kinder in die Badewanne zu schmeißen und dann nochmal vor sich hin zu grinsen und sich darauf zu freuen, das jetzt zu machen. Also sie hat, diese Mary Poppins, diese Version von Mary Poppins hat sehr viel mehr Spaß, also viel offensichtlicheren Spaß an den eigenen kleinen Sachen, die sie mit den Kindern unternimmt.
Florian Bayer: Interessant, interessant. Meine ersten Notizen waren, ja, die Kombination aus Strenge und Abenteuerlust ist da, wie bei
Johannes Franke: der ersten Mary Poppins.
Florian Bayer: Das ist richtig, ja. Die Herzlichkeit fehlt ein bisschen. Und dann habe ich gelesen, dass sie offensichtlich ein bisschen näher an der Buchvorlage ist. Ja, das ist richtig. Dass die Buchvorlage Mary Poppins unter anderem nicht so hübsch ist. Also ich meine, Emily Blunt ist auch hübsch, aber dass sie nicht so, bei Julie Andrews war ja unter anderem, hat sie deswegen nicht direkt den Segen gekriegt von der Autorin des Originals, weil sie zu hübsch war. Und sie ist auch herzlich und das ist im Buch, das ich nie gelesen habe, offensichtlich nicht so krass der Fall. Und vielleicht ist Emily Blunt da näher am Buch, dadurch, dass sie ein bisschen kälter ist, kalt ist zu hart, aber sie ist, sie ist, sie hat das Herzliche ein bisschen weniger und das Putzige, sie ist ein bisschen weniger putzig.
Johannes Franke: Das stimmt, das stimmt. Aber P.L. Travers übrigens, die Autorin der ersten, der Bücher und die, hast du den Film Saving Mr. Banks gesehen? Nein. Da geht es um die Entstellungsgeschichte von Mary Poppins.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und, also der Verfilmung und das ist ganz großartig zu sehen, mit welcher Hartnäckigkeit Disney an ihr gekratzt haben, das diesen Film machen zu können von dieser Buchvorlage und wie wundervoll, ernsthaft und unglaublich verteidigend P.L. Travers war, wenn es darum ging, Sachen abzugeben. Sie wollte eigentlich keine Verfilmung davon. Und alles, was sie ihr vorgelegt haben, hat sie immer gesagt, nein, das geht so nicht. Und das rote Kleid da, das können wir gar nicht benutzen. Rot trägt sie nicht.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und weißt du, solche Sachen. Und diese Julie Andrews ist viel zu hübsch. Ja, was du sagst, ne? Und der Film zeigt das wunderbar, macht natürlich dann irgendwie so Hollywood-typisch ein Happy End raus und so weiter. Aber P.L. Travers war nie glücklich mit der Verfilmung. Nie. Und ich bin natürlich trotzdem froh, dass dieser Film gemacht wurde. Aber ich kann diese Autoren sehr gut verstehen. Dass man sagt, nee, es ist mein Baby. Ich möchte, dass das so wird, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber naja, und jetzt haben sie die Verfilmung natürlich erst gemacht, nachdem sie gestorben ist in den 90ern. Und dann die Nachkommen von ihr, die das Ganze, dieses Estate, wie man das so nennt, besitzen, die haben sich auch eine Weile geziert. Und jetzt ging es halt 2016 oder sowas. Nee, 2012, glaube ich, gab es das erste Go und dann haben sie angefangen, daran rumzubasteln.
Florian Bayer: Ich würde in den Raum stellen, dass Mary Poppins zu jedem Film gehört, wo die Verfilmung die Buchvorlage überholt hat, nicht nur was Popularität betrifft, sondern auch was Ikonität betrifft. Ja. Also wir haben beide, du hast die Buchvorlage auch nicht gelesen.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Und ich glaube, vielleicht ist es in England anders, aber ich glaube, die meisten Leute kennen eher die Mary Poppins aus dem Film. Und dadurch hat sie, gibt es einfach eine Ikonität von der Rolle, wie sie von Julie Andrews gespielt wird. Ja. Und deswegen denke ich auch bei Emily Plant, okay, sie ist vielleicht näher an der Vorlage, dadurch, dass sie ein bisschen weniger herzlich-süßlich ist. Aber wenn ich an Mary Poppins denke, denke ich eben nicht an die Vorlage, sondern dann denke ich an die Mary Poppins, die von Julie Andrews gespielt wurde. Und ich gehe davon aus, dass es 95 Prozent des Publikums genauso gehen wird.
Johannes Franke: Ja, wahrscheinlich. Eigentlich. Aber trotzdem, ich fand Emily Plant auch unabhängig davon, was die Autorin ausspringlich wollte, tatsächlich sehr gut. Also auch egal, wie viel Herzigkeit jetzt drin steckt oder nicht, ich komme voll mit. Ich gehe mit ihr voll mit in dem, was ihr macht. Und das ist die einzige Figur, mit der ich mitgehe.
Florian Bayer: Es ist halt auch so, es ist auch ähnlich wie beim Rest des Films für mich. Es ist das Bemühen, man merkt es ihr an. Und dadurch ist es fast so an Kenny. Weil sie trifft es wirklich gut. Sie macht es wirklich verdammt gut. Sie ist so nah dran an der Julie Andrews-Figur. Und wenn sie viel weiter weg wäre, dann wäre es was anderes. Dann würde es mich weniger stören. Aber sie ist so nah dran, trifft es aber natürlich nicht 100 Prozent, dass es anfängt so einen Uncanny Valley-Effekt für mich zu erzeugen. Es wird was imitiert, aber es ist nicht 100 Prozent und merkwürdig. Und das kann ich ihr nicht mal vorwerfen. Wie gesagt, sie bemüht sich.
Johannes Franke: Der ganze Film macht das halt. Der ganze Film will im Original so nah dran sein, wie es nur irgendwie geht. Und dann hast du irgendwie, denkst du, die ganze Zeit ist eine schlechte Kopie von dem, was du mal hattest. Und es ist nicht mal eine schlechte Kopie. Es ist einfach so eine, also für mich zumindest so eine Mäh-Kopie. Ja, wirklich schlecht ist es natürlich nicht. Das stimmt natürlich nicht. Und die Lieder sind alle irgendwie solide. Genau solide. Aber keiner davon ist so, dass ich das im Kopf summen möchte noch eine Weile.
Florian Bayer: Ich hatte tatsächlich am Anfang, als der Song kommt im Bad, Mary Poppins ist gerade frisch in der Familie. Und dann kommt ja Can You Imagine That? Und sie springen in das Bad und wir haben erst mal diese Zeichentrick-Opulenz. Ja. Da hatte ich kurz die Befürchtung, was dann Gott sei Dank sich nicht bewahrheitet hat, dass der Film ein Film wird für Leute, die das Zeichentrick-Moment im Original überbewerten. Wenn man sich Mary Poppins anguckt, gibt es diese Zeichentrick-Sequenz, die zehn Minuten dauert und in der nicht viel Story passiert, die nur Eskapismus ist. Aber wenn du Zuschauer fragst, ist glaube ich bei den meisten, die mit Mary Poppins groß geworden sind, diese Sequenz das, was sie am stärksten in Erinnerung haben. Und das ist bei mir auch so, als Kind war das einfach die Sequenz. Und die spielt eine ganz geringe Rolle in dem Film. Aber die ist so berühmt geworden. Also viele denken wahrscheinlich bei Mary Poppins an, Mary Poppins rennt mit den Kindern im Zeichentrickland rum und dann gibt es irgendwann noch tanzende Schornsteinfeger auf dem Dach. Und drumherum ist das aber mal ein über zwei Stunden langer Film. Und als dann dieses Ding im Bad war und kurz danach kommt ja das Ding auf der Vase, dachte ich erst, oh, sie versuchen hier einen Film zu machen, der das, was damals alle Kinder geil fanden, komplett macht jetzt. Jetzt gibt es 120 Minuten Zeichentrick mit Live-Action gekreuzt. Und dann habe ich festgestellt, ah, Gott sei Dank machen sie es nicht. Und im Nachhinein denke ich, vielleicht hätten sie das besser gemacht. Vielleicht war das tatsächlich das Beste an Mary Poppins. Aus meiner Warte. Und vielleicht hätten sie einfach das durchziehen sollen. Dann wäre es eher so ein zweiter tollkühne Hexe im fliegenden Bett geworden. Und vielleicht wäre das die richtige Entscheidung gewesen. Vielleicht hätten sie einfach noch drei von diesen zehn da dranhängen sollen.
Johannes Franke: Und dann wäre ich happy gewesen. Nein, nein, nein, nein, nein, nein. Nein, da möchte ich dir ganz dolle widersprechen, weil ich finde, an Mary Poppins ist viel mehr dran als dieser Zeichentrick. Natürlich ist der Zeichentrickteil von Mary Poppins wahnsinnig toll und wahnsinnig beeindruckend gewesen. Aber es gibt so viel, gerade das Kennenlernen der Kinder mit der Mary Poppins, wie sie aus ihrer Tasche absurd große Sachen holt, wie sie mit ihr aufräumen. Der alte Film hat so viele, so viele tolle, schöne Momente. Auch das, natürlich hat mich als Kind die Frau mit den Tauben überhaupt nicht interessiert. Später ist es natürlich, da kriegst du eine andere Dimension mit. Aber das mit der Bank und so weiter, das ist sehr prägend für mich gewesen. Ja. Das ist schon wirklich wichtig und toll und spannende, weiß ich nicht, spannende Sachen. Und Dick Van Dyke war einfach immer, weil mir fehlt die Dick Van Dyke Figur in dem neuen Film. Und deswegen war ich auch so wahnsinnig enttäuscht von dieser Sache, die sie jetzt da mitgemacht haben, weil Dick Van Dyke hat einfach wirklich 50 Prozent des Films getragen. So. Gefühlt. Weißt du, was ich meine? Das ist irgendwie mit seinem völlig absurden Akzent, der ...
Florian Bayer: Das hat das Original übrigens tatsächlich, dass diese ... Eine Stärke des Originals, die der Fortsetzung fehlt, ist, dass die Magie im Original nie zu übertrieben ist, sondern dass es so kleine, nette Gimmicks sind, die sie finden. Eben, wie du gesagt hast, wie sie die Tasche packt, auspackt und wie sie dann aufräumen. Und es ist, es befindet sich auf so einer Ebene, wo man immer noch sagen kann, die Kinder spinnen auch ein bisschen rum.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dieser Kontrast ist ja auch schön, wenn sie immer sagt, das ist total albern und sowas. Was redet ihr da für ein Blödsinn? Ja. Und das fehlt in diesem Film so ein bisschen, weil er auf ganz viel, was er an Magie macht, eine ordentliche Schippe draufsetzt. Die Zeichentricksequenz zum Beispiel auf der Vase. Toll. Die ist visuell großartig gemacht. Ja, ja. Und es ist die Verfolgungsjagd, die dann da drin ist. Aber es ist so deutlich, dass sie sich die Zeichentricksequenz aus dem Original angeschaut haben und gesagt haben, wie können wir den ganzen Steroiden verpassen. Wir packen da noch einen Bösewicht rein, wir machen zwei Songs rein. Und wir machen übrigens einer der Songs, der mir am besten gefallen hat, Cover is not a book. Ja. Das ist einer der besten Songs des Films. Und ja, sie haben da einfach mal eine Schippe draufgesetzt und dadurch geht so ein bisschen dieser Taschenspieler-Kleinmagische Kram des Originals verloren. Im Original war es halt nie zu groß und nie zu opulent, sondern das waren so kleine Tricks und Kniffe.
Johannes Franke: Weißt du, da kommt das nächste Problem, was ich damit habe und warum ich glaube, dass das Original genau deswegen funktioniert, weil es in der Zeit passiert ist. Die haben damals nicht die Effekte gehabt, die wir haben. Ja. Die konnten das nicht umsetzen. Ja. Das, was wir jetzt in diesem Film sehen. Und das, was sie da machen mussten, ist viel mehr Physik nötig gewesen für. Also du musstest viel mehr tatsächlich Sachen praktisch umsetzen und machen. Du hast natürlich viele Special Effects für damalige Verhältnisse, Special Effects, aber wir haben das jetzt alles mit Computer umgesetzt, mit Zeug. Und natürlich haben sie, ich bin sehr froh, dass sie Zeichentrick gemacht haben und keine 3D-animierten irgendwas. Ja. Aber, aber trotzdem, die, die Mühelosigkeit, mit der das heute passiert, verleitet dazu, Sachen zu übertreiben.
Florian Bayer: Rob Marshall musste die Produzenten überzeugen, dass er Zeichentrick nehmen darf und kein CGI, ne? Die wollten CGI drin haben. Echt? Es waren wirklich Verhandlungen mit Disney, dass er gesagt hat, nee, ey Leute, es ist viel näher am Original dran und viel schöner, wenn ich Zeichentrick mache.
Johannes Franke: Ich hatte gedacht, dass die das von Anfang an, dass das klar war. Die haben ja, die Fortsetzung ist ja nicht, das war ja nicht der erste Versuch, ne? Die haben ja in den, schon ein Jahr, nachdem der erste Film rausbekommen ist, haben die versucht, eine Fortsetzung zu machen. Travers hat sich dann mit denen überworfen, die haben aber mehrere Versionen hin und her geschickt und überlegt. Irgendwann haben sie es nochmal versucht, dann hat Julie Andrews irgendwann gesagt, ich werde diese Rolle nicht nochmal spielen. Dann ist es auch wieder begraben worden und dann ist es sozusagen rausgekleckert irgendwo aus der Hintertür, dieser Plan.
Florian Bayer: Und jetzt ist es tatsächlich die Fortsetzung, Guinness Buch, die längste Zeit zwischen Original und Fortsetzung in der Filmgeschichte.
Johannes Franke: Das ist krass. Ja. Und es ist halt leider...
Florian Bayer: 1964 bis 2018. Ja. Das sind 54 Jahre.
Johannes Franke: Und ich glaube, der Charme des alten Films liegt einfach auch in der Zeit, in der es gemacht wurde und mit der Technik, mit der es gemacht wurde. Und das Neue ist zu glossy quasi.
Florian Bayer: Was ich zum Beispiel auch merkwürdig finde, ich fand, sie haben sich wirklich bemüht, die Ästhetik des Originals zu treffen, wenn ihr komplett im Studio gedreht wurde. Ja. Aber warum haben sie dann nicht im Studio gedreht? Warum haben sie denn... Sie haben Außenaufnahmen, das ist draußen gedreht. Sie treffen es ja tatsächlich. Ich dachte auch, ich habe es gesehen und dachte, ach schön, sie haben diese Studioatmosphäre. Genau. Super, finde ich total toll. Und dann habe ich gelesen, okay, sie haben draußen auch gedreht und dann frage ich mich, warum machen sie es dann nicht gleich? Warum machen sie es nicht? Ja. Vielleicht haben sie auch, vielleicht haben sie wirklich nur so ein paar Park-Szenen und so außen gedreht, aber... Ja, und das ist halt auch so dieses Uncanny-Ding. Dann ist es nicht so 100% getroffen und je mehr man es versucht zu treffen und nicht 100% trifft, umso irritierender ist es. Ach ja, ich meine, ich kann jetzt keinen Tipp an Disney geben, was sie hätten anders machen sollen. Sie hätten einfach ein bisschen mehr Mut beweisen müssen, ein bisschen weniger Fanservice, ein bisschen mehr Eigenständiges erzählen. Und das Original gäbe das ja durchaus her und sie... Es gibt immer so diese Momente, wo man denkt, jetzt brechen sie mit dem Original an der richtigen Stelle. Zum Beispiel, dass Jane von Emily Mordheimer gespielt hat, übrigens fand ich gut. Gehört zu den Casting-Entscheidungen, die ich gut fand. Dass die für Spruce arbeitet, für Society for the Protection of the Rights of the Underpaid Citizens of England. Im Original haben wir ja die Mutter, die bei den Suffragetten ist und sich fürs Frauenwahlrecht einsetzt. Und im Original wird das ja eher negativ belegt. Nein, würde ich so nicht sagen. Oder zumindest... Naja, es wird schon gezeigt als was, was sie daran hindert, sich um ihre Kinder zu kümmern.
Johannes Franke: Ja, aber sie haben einen guten Song am Anfang, der das mit erklärt und der das gut... Der dem Ganzen einen guten Willen mitgibt. Natürlich hast du das in einer Zeitquote... Aber der Song macht sich auch ein bisschen drüber lustig, oder? Ja, naja... Wie sie ihre Dienstmädchen dann so animiert, so mitmachen, Kameradinnen. Aber das ist der Kinderfilmanteil. Ja, okay. Weißt du, irgendwie musst du es ja übertreiben und du musst ja so quirky Characters haben.
Florian Bayer: Aber dieses politische Engagement hat schon ein bisschen mehr Wert, weil auch so die Arbeiterklasse ein bisschen mehr Bedeutung kriegt im Film. Und das fand ich gut. Und das hätten sie noch stärker machen können. Das waren so Momente, wo ich dachte, hey, macht ein bisschen mehr draus. Ja. Und tatsächlich war ich, als sie darüber geredet hat, was sie da macht, dachte ich irgendwann so, okay, jetzt habt ihr so viel aus dem ersten Teil genommen. Was macht ihr mit der Bird Lady? Wo ist mein Feed the Birds? Und dann gibt es kein Feed the Birds.
Johannes Franke: Ja. Sie haben die Chance, da politisch reinzuhauen, völlig verpasst. Und das fand ich sehr, sehr schade. Ich habe das wirklich vermisst. Ja. Meine Güte. Aber sie haben trotzdem ein paar schöne Sachen. Ich bin natürlich, wenn sie da runtergeschwebt kommt, ist es natürlich sehr schön, weil du einen sehr schönen nostalgischen Moment hast. Also in diesen kleinen Momenten sind sie natürlich ganz nett. Aber insgesamt finde ich, dass sie diese liebevolle Art von dem alten Film leider nicht haben. Und dass sie irgendwie so, das ist jetzt alles so nach, ich habe mir das jetzt so nach Lehrbuch überlegt, wie das aussehen muss. Ja. Und irgendwie die Liebe auf dem Weg dahin verloren. Genau. Das ist das Problem.
Florian Bayer: Aber kommen wir dann doch nochmal kurz zu der Szene, wo ich sage, die ist besser als ihr Pendant im Original. Und das ist Turning Turtle. Meryl Streep als Topsy ist wirklich fantastisch. Ich habe sie gesehen und habe direkt gedacht, geil, interessante Figur. Dann mit diesem, dass das alles durcheinander ist, interessantes Thema. Das fand ich auch sehr schön. Das Thema an sich fand ich wirklich toll. Das hat viel Potenzial. Und dann fand ich den Song auch einfach super. Und ich war einfach hin und weg. Und wie gesagt, für mich ist die Szene im Original, die wahrscheinlich am ehesten ihr Pendant ist, dieses der lachende Onkel, der an der Decke schwebt. Ich finde die bis heute lame.
Johannes Franke: Nee, ich finde die nicht mehr lame. Als Kind fand ich sie nicht die stärkste. Aber nee, irgendwie Meryl Streep, und es tat mir wahnsinnig leid, weil ich sie sah und dachte, oh ja, cool, Meryl Streep, geil. Lass uns jetzt, da machen wir was draus. Aber irgendwie fand ich es nicht. Weißt du was?
Florian Bayer: Es gibt übrigens eine nette Anekdote zu dieser Topsy-Figur. Was denn? Das ist ja, also der Film orientiert sich ja auch an dem Buch von Mary Poppins. Es gibt ja mehrere Mary Poppins Bücher und es gibt diese Topsy-Figur auch in dem Buch Mary Poppins Comes Back. Und in der Geschichte ist Topsy ein Mann und seine Welt ist upside down. Einmal in der Woche, weil seine Mutter ein Mädchen wollte. Und er in einem gewissen Gender-Konflikt steckt, weil er so großgezogen wurde.
Johannes Franke: Ach, ist das schön. Ja. Ja, ich fand den grundsätzlichen Gedanken, upside down und so, das ist total schön. Aber irgendwie, ich glaube, mein Problem, auch mit den anderen Szenen im Film, die mit Tanz und Gesang und so sind und mit diesen 90er-BMX-Anleihen, BMX-Rad-Anleihen, wo dann irgendwie die Leute mit Fahrrad durch das Bild huschen. Ich weiß nicht, keine Ahnung, es kam mir so komisch 90er vor. 90er? Ich muss nicht an 90er denken. Okay. Egal. Diese Szenen sind alle A, zu schnell geschnitten und B, zu nah. Du brauchst für Tanzszenen eine ordentliche Totale, in der du genießen kannst, was sie da an Choreografie machen. Und gerade bei Topsy, fand ich, hat man ganz selten mal einen ordentlichen Durchblick, wo was wie passiert.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und kann das genießen, dieses Setting genießen.
Florian Bayer: Ja, auch weil die Kamera, ja genau, also der Raum steht ja auf dem Kopf und die Kamera fliegt dann auch immer so ein bisschen rum. Aber ich glaube, ich weiß, was du meinst, ist dann sehr nah dran an ihr und an ihn. Und es ist nicht so eine Stage-Choreografie, sondern eher filmische, auch an unsere Sehgewohnheiten angepasst mit vielen Schnitten.
Johannes Franke: Ja, genau. Also der ganze Film versucht sich an unsere Sehgewohnheiten anzupassen und eben an vielen Stellen zu dolle.
Florian Bayer: Wie fandst du denn die Trip A Little Light Fantastic Choreografie, die ja ganz klar das Pendant zu den tanzenden Schornsteinfegern ist?
Johannes Franke: Das ist so geil. Jedes Mal, wenn wir uns ein neues Thema aufmachen, wissen wir ganz genau, welches Pendant im Film zu suchen ist. Das ist so krass. Und genau das habe ich auch gedacht. Ich weiß es nicht. Nein. Na ja. Zwischendurch ja, wieder ja und dann wieder nein.
Florian Bayer: Und irgendwie zu blass. Ja, es stimmt nicht. Meine Notiz dafür war, der Song kommt einfach weder an Chim Chim Chiri noch an Step in Time heran. Ja, genau. Was ja die beiden die beiden großen Dinger sind. Es gibt sogar zwei Songs für die Schornsteinfeger. Ja. Aber ich fand die Choreografie gut. Ich war von der Choreografie wirklich angetan und dachte, auch wenn es der Song nicht ganz trifft, auch wenn natürlich diese Schornsteinfeger Szene einfach so ikonisch ist und so krass, dass das klar ist, dass sie das nicht schaffen. Aber hey, hier haben sie es trotzdem so stark gemacht, dass ich drin bin und zwischenzeitlich sogar vergesse, dass sie versuchen, eins zu eins nochmal einen Working Class Tanz zu inszenieren. Das war für mich total okay. Das gehört für mich zu den Szenen, wo es in Ordnung war. Nicht vom Song, sondern von der Performance. Ich mochte den Tanz. Ich fand den gut.
Johannes Franke: Gut. Okay. Ja, also ich glaube, ich habe nichts Schlimmes auszusetzen, außer dass ich glaube, dass die Kameraarbeit nicht gut ist. Weil sie einfach, und vom Schnitt her, wenn es einfach zu schnell und zu modern einfach ist. Aber ich glaube, an der Choreografie habe ich jetzt nicht viel auszusetzen. Ich glaube, es ist okay gewesen. Aber sie ist mir tatsächlich aber auch nicht besonders positiv aufgefallen.
Florian Bayer: Ja, krass. Weil das ist, ich glaube, das ist die Szene, auf die sie am meisten stolz sind.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Also abgesehen von ihren Trickkünsten auf der Vase, die wirklich super sind.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Also die fand ich auch visuell beeindruckend, wenn sie auf dieser Vase unterwegs sind. Aber ich glaube, die ist das Herz und Zentrum des Films und haben sie, glaube ich, richtig, richtig, richtig viel Energie reingesetzt, um nochmal so ein zweites Step in Time hinzukriegen. Ja. Und sie, ja, es ist einfach das Bemühen. Es ist so viel Mühe. Ja. Sie sind so wirklich, es war keinem egal, der daran beteiligt war. Sie sind alle engagiert. Sie wollen, sie wollen den Zauber wiederhaben und sie versuchen, sie versuchen einfach den Zauber zu treffen und irgendwie fehlt ein bisschen der Funke.
Johannes Franke: Ja, schade, ne? Die kleinen süßen Sachen, wie das der Nachbar fünf Minuten nachgeht, weil er fünf Minuten zu spät die Kanone zündet, finde ich sehr süß. Ja. Und so kleine Dialogfetzen sind immer sehr süß und so schön. Und vor allem, dass Mary Poppins, als sie kommt, sagt, dass sie kommt, um die Banks-Kinder zu retten. Und die Banks-Kinder sagen, unseretwegen. Und sie so, ach ja, ihr auch. Fand ich sehr schön, weil sie ja im ersten Teil im Grunde auch nicht die Kinder rettet, sondern Mr. Banks rettet. Und das ist so toll. Naja, sie rettet die ganze Familie. Den Kindern bringt sie auch ordentlich Respekt und Benehmen bei.
Florian Bayer: Ja. Wollen wir über die Erziehungsmethoden von Mary Poppins reden? Oh, jetzt bin ich gespannt. Drogen an Kinder geben? Mary Poppins ist ja jetzt, also, ich glaube, als Kind merkt man das nicht so ganz. Als Kind ist man so fasziniert von der tollen, zaubernden Nanny. Ja. Aber Mary Poppins ist natürlich auch ganz schön streng. Und Mary Poppins ist keine anti-autoritäre Träumerin, sondern Mary Poppins ist Benehmen wichtig, Auftreten wichtig, sitzt gerade, nimm deinen Hustensaft abends. Nimm deine Opiate, liebes Kind, damit du schön ruhig bist.
Johannes Franke: Aber das ist auch das Wichtige für die Autorin gewesen, für Travers. Ja. Weswegen sie auch so ganz große Probleme mit der Verfilmung hatte, weil in ihren Büchern ist Mary Poppins sehr, sehr streng und sehr bedacht auf bestimmte Dinge. Ja. Naja, es ist so ein bisschen der Vorstoß in Richtung, dass man zwar bestimmte Verhaltensmuster nach vorne stellt, aber dass man damit ein bisschen Spaß verbindet oder damit ein bisschen Magie und ein bisschen Fantasie. Spoonful of Sugar.
Florian Bayer: Das ist witzig, weil die Kinder, Michael und Angela, nee, habe ich jetzt den falschen Namen gesagt. Im Neuen oder im Alten?
Johannes Franke: Im Alten. Michael und... Michael und... Achso, im Neuen heißen sie natürlich auch genauso. Genau.
Florian Bayer: Ja, schnitt, schnitt, schnitt, schnitt. Jane, Michael und Jane. Michael und Jane, die sind ja keine bösen Kinder. Die sind nur böse dadurch, dass die ganze Zeit drüber geredet wird, wie böse sie sind und ein Polizist bringt sie nach Hause, weil sie weggelaufen sind. Ja. Und sie singen halt das eine Lied, wo sie sagen, wir vergiften dir nicht den Tee, wenn du nett zu uns bist, Nanny. Aber sonst sind das voll liebe und höfliche und gut erzogene Kinder. Ja. Und jeder präsentiert dich so als Albtraum und selbst Mary Poppins kommt ja auch an und sagt so, ja, du hast kein Benehmen, mach mal den Mund zu. Und das sind eigentlich total liebe Kinder. Also es ist, glaube ich, auch so dieses, ja, jetzt muss ich so, jetzt könnte ich eine Familiengeschichte erzählen, aber ich anonymisiere alle Personen. Aber es gibt Leute, die ich kenne, Großeltern, die manchmal, wenn die Enkelkinder dabei sind, die irgendwie so in Belas Alter sind ungefähr, die dann sagen, oh Gott, jetzt werden die Kinder unruhig, jetzt müssen wir was machen. Hey, benehmt euch. Und ich gucke hin und die Kinder machen gar nichts. Ich bin einfach nur ruhig miteinander. Was? Und das ist so ein bisschen dieses Erziehungsideal, was ich da auch bei Mary Poppins sehe, dass die Kinder eigentlich total lieb sind. Aber dass drauf geguckt wird und, ah, ich sehe doch da so einen frechen Blick. Du hast doch irgendwas Böses vor. Und natürlich werden die Kinder dann böse, weil sie keinen Bock haben, unterdrückt zu werden. Ja. Das sind diese Kinder, die vergiften die Nannys doch nur, weil, oder was sagen sie, sie machen Salz in ihren Kaffee und.
Johannes Franke: Ich weiß es nicht mehr genau.
Florian Bayer: Dieses Lied, wo sie sich die Super-Nanny wünschen, dann singen sie ja, was sie da nicht mit ihr machen und man weiß genau, okay, das haben sie alles mit den Nannys davor gemacht. Aber natürlich haben sie das mit denen davor gemacht, weil die Nannys davor wahrscheinlich krasse, faschistoide, diktatorische Monster waren. Und selbst Mary Poppins ist so, ja, es ist auch nicht die Traum-Nanny. Also ich weiß nicht, ob ich als Kind Bock drauf gehabt hätte, als erstes gesagt zu kriegen, da ich den Mund zu machen soll.
Johannes Franke: Sie macht das aber auch auf liebevolle Art und Weise. Sie sagt das schon liebevoll. Spoonful of Sugar ist eigentlich nichts anderes als Zuckerbrot und Peitsch. Ja, ja, ja, ist schon richtig. Ja, das waren halt die Sachen, die die Travers eben so wichtig waren und warum sie das so geschrieben hat, wie sie es geschrieben hat und so haben wollte. Ich würde, ich muss, glaube ich, mir einfach die Bücher tatsächlich mal bestellen. Weil, weil es natürlich interessant zu gucken, was für ein Ideal sie nach vorne gestellt hat und warum, was ihr daran so wichtig war.
Florian Bayer: Ich finde es zutiefst verstörend, jetzt aktuell mit meinem Kind nochmal Bücher zu lesen, Kinderbücher, die vor 50 bis 100 Jahren geschrieben wurden. Hast du ein Beispiel? Also was ich jetzt wirklich krass fand, war zum Beispiel Peter Pan.
Johannes Franke: Oh, stimmt. Aber da hat man auch nur in Erinnerung die tollen magischen kleinen Sachen.
Florian Bayer: Das ist auch 120 Jahre alt. Ja, das ist voll von Rassismus, Sexismus, Adultismus. Ja. Also es ist wirklich hart und ich kann mir vorstellen, dass es bei Mary Poppins ähnlich sein wird. Oder auch Sachen, die neuer sind, wenn du sowas liest, wie wo die wilden Kerle wurden. Ja. Denkst du auch, ja, nein, das ist nicht meine Art, ein Kind zu erziehen. Auch so in so Kleinigkeiten einfach, wo man merkt, dass so ein gewisser, naja, autoritärer Zeitgeist mitschwingt. Und bei Mary Poppins haben sie es offensichtlich entschärft, aber es spielt in den Filmen halt immer noch, schwingt in den Filmen immer noch mit.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Und der Film ist ja natürlich auch von 1964.
Johannes Franke: 1964, glaube ich, ja. Ja, ähm, Pippi Langstrumpf, ne?
Florian Bayer: Pippi Langstrumpf ist cool. Auf die lasse ich nichts kommen. Ja, da gibt es auch die Rassismus drin. Aber Pippi Langstrumpf ist zumindest von den Erziehungsidealen. Das stört es auch. Aber Pippi Langstrumpf hat wirklich dieses anarchische Moment, wo sich Kinder gegen die Bevormundung der Älteren so auflehnen, wie ich es mag. Ja, sehr gut.
Johannes Franke: Ist dir das schon mal auf die Füße gefallen mit deinem Kind? Nein. Nein.
Florian Bayer: Was für eine blöde Frage. Egal, was man macht bei einem Kind, es fällt einem immer auf die Füße. Oh Mann. Ja, was, ähm, so viele Referenzen auf das Original, die alle daneben gehen. Was hältst du denn von Dick Van Dykes Auftritt?
Johannes Franke: Oh, ich liebe es. Ich liebe Dick Van Dyke. Ich liebe ihn einfach. Hast du die Dick Van Dyke Show gesehen? Nee. Seine eigene Sitcom, die er damals hatte. Groß, ich habe alles durchgeschaut. Ich bin kein Dick Van Dyke Typ. Das ist so geil. Also es ist natürlich alles voller komischer 50er Jahre Art und Weise Dinge zu sehen. Aber es ist einfach großartig. Dick Van Dyke war einfach ein großartiger Typ.
Florian Bayer: 93 Jahre alt war er bei seiner Performance in Mary Poppins Rückkehr. Das ist Wahnsinn. Und sie haben ihn älter geschminkt. Der absolute Wahnsinn. Der lerne ich alt genug aussagen.
Johannes Franke: Und ich sehe immer mal Interviews mit ihm und der taucht immer mal da und mal dort wieder auf. Und es ist einfach immer großartig. Es ist ein großartiger Mensch einfach. Es ist toll. Und der hat sich so agil da irgendwie auf dem Tisch dann irgendwie zum Tanzen hingerissen. Und Wahnsinn. Der ist einfach ein alter, der hat so viel Handwerk gehabt und sein Leben lang getanzt und sein Leben lang irgendwie immer Spaß gehabt.
Florian Bayer: Wir haben ihm vier verschiedene Tanzsequenzen hingelegt und gesagt, entscheide, welche du machen willst. Und jeder hatte einen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad. Ja. Und er hat darauf bestanden, die schwerste zu machen. Wow. Er hat es auch abgelehnt, dass ihm irgendwie geholfen wird oder dass irgendwie Stuntleute einspringen. Er wollte das Ding einfach durchziehen. Geil, Mann. Und dann mussten sie ihn auch älter schminken. Wahrscheinlich haben sie dieselbe Schminke genutzt wie im Original. Weil er hat ja auch diese Rolle des Alten. Und er sieht auch tatsächlich, sie haben es wirklich geschafft, ihn so nah, sehr nah an dieser Rolle aussehen zu lassen. Aber es ist eine andere Rolle, ne? Es ist ja nicht der gleiche.
Johannes Franke: Es ist der Sohn, genau. Es ist der Sohn von dem Alten, den er im Original gespielt hat. Ja. Es ist großartig. Ganz toll. Also Dick Van Dijk war wirklich ein Highlight. Und Julie Andrews wurde ja auch gefragt, ob sie ihm wieder auftauchen will. Aber sie hat dann gesagt, nee, es sollte Emilys Show sein. Ja. Und nicht ihre.
Florian Bayer: Finde ich total sympathisch.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und deswegen haben sie ja für diesen Cameo, den sie eigentlich spielen sollte, ganz am Schluss, die Lady mit den Luftballons, haben sie Angela Lansbury genommen, ne?
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Die auch geplant war für Mary Poppins. Die auch eine, also nicht fest geplant war.
Johannes Franke: Aha.
Florian Bayer: Aber Angela Lansbury war auch eine der Kandidatinnen, die auf der Liste standen für den Original Mary Poppins. Und wahrscheinlich haben sie sie deswegen dann später in der tollkühnen Hexe in dem fliegenden Bett besetzt, was halt einfach versucht war, ein zweites Mary Poppins zu schaffen.
Johannes Franke: Okay, cool. Ach, wie schön. Dann, da wurde das auch nochmal rund. Die macht ja jetzt am Ende diese Ballon-Nummer.
Florian Bayer: Genau. Und ich mag die total. Und es war schön, die da zu sehen. Und sie hat mich halt dann auch wieder daran erinnert, dass ich diesen Broomstick-Film besser fand.
Johannes Franke: Oh. Gemein. Was hältst du denn von diesem Ende dann? Also sie haben das Vermögen dann gefunden am Drachen, den sie fliegen lassen wollten. Da ist quasi dann die Anteile an der Bank, sie kleben da dran. Der Bösewicht wird abgesetzt von Dick van Dijk.
Florian Bayer: Ja. Es gibt davor noch diese wirklich schöne Action-Sequenz, wo sie die Zeit zurückstellen. Das war wirklich eine gute Action-Sequenz.
Johannes Franke: Das ist wirklich eine gute Action-Sequenz. Das fand ich sehr schön. Und ich war ein bisschen enttäuscht, dass sie niemanden am Zeiger haben hängen lassen. Falsche Zeit.
Florian Bayer: Falsche Referenz. Es gibt ein Referenzwerk, was wir hier haben. Und daran orientieren wir uns. Nichts anderes. Wir werden nicht in stumpfen Zeiten zurückspringen. Schade.
Johannes Franke: Und dann eben die Gesangsnummer, wo sie alle in der Luft hängen, an Luftballons. Und typisch, das ist eine gute Referenz zu Mary Poppins, finde ich. Eine, die passt. Eine, die irgendwie cool ist.
Florian Bayer: Am besten gefallen hat mir in der Szene tatsächlich, dass sie dann auf diesem Rummel sind und dieser Rummel eine 1 zu 1 Kopie von dem Zeichentrick-Rummel aus dem Original Mary Poppins ist.
Johannes Franke: Das ist mir gar nicht aufgefallen.
Florian Bayer: Das fand ich, also ich weiß nicht, ob es 1 zu 1 ist, aber daran muss ich direkt denken. Ah, okay. Sie haben das in der Realität nachgebaut, was bei Mary Poppins in der Zeichensequenz war. Dieses Kinderkarussell und diese Stände und alles so ein bisschen schön pittoresk und süßlich. Stimmt, ja. Und das hat gut funktioniert. Ich fand es eine schöne Reminiscenz ans Original, weil sie es einfach, weil sie ein bisschen was anderes gemacht haben. Auch wenn es nur ist, dass sie was aus dem Zeichentrick in Realfilm gebracht haben. Ich mochte das Ende. Das war okay. Das war stimmig. Ja. Und ich mochte auch den Abschlusssong Nowhere to go but up von Angela Lansbury, weil es dann auch irgendwie nochmal diese Referenzen gab auf die Original-Songs, was einen auch wieder daran erinnert hat, dass die Songs im Original alle besser sind als diese Remake.
Johannes Franke: Ja, schade. Bist du emotional reingekommen in den Film? Hast du das Gefühl gehabt, du fieberst ein bisschen mit? Nee. Schade. Das habe ich schon gehabt. Ich habe dann schon emotionale Momente gehabt, wo ich dann dabei sein wollte. Und allein durch die Nostalgie, die sich erzeugt ab dem Moment, wo Mary Poppins auftaucht und wo so ein paar magische Sachen passieren, ein paar schöne Ideen mich dann irgendwie dann doch in den Film hineinholen.
Florian Bayer: Ich mochte die Figur des Georgie, der kleinste. Den fand ich, also väterliche Emotionen werden dann partiell geweckt. Zum Beispiel, dass das einfach süß mit der Giraffe, die ihm so wichtig ist. Und dass er dann Angst hat, dass die geklaut wird. Und das war die Figur, wo ich am ehesten irgendwie so ein bisschen emotionalen Bezug hatte. Und ansonsten, es hat mir einfach, es hat mich, es gab diesen nostalgischen emotionalen Effekt, aber das hat sich sehr schnell abgenutzt. Also am Anfang, als man zum Beispiel die Pinguine sieht, dann bei der Varieté-Show dachte ich, ah, toll. Ja. Aber das ist halt immer weniger geworden. Dann war es irgendwie, ah, okay. Okay. Ja. Und das war für mich wirklich ein Hauptproblem, dass das Original hat so ein wirklich starkes, emotionales Zentrum in dieser Feed-the-Bird-Szene. Mhm. Und dass sie das nicht geschafft haben, dass sie das Ganze, die ganze Thematik, so das Überleben und das Untensein auf die Familie gezogen haben und denen dann ja auch einen Song dazu gegeben haben. Und es gab ja diesen, einen Song, den sie auch als Schlaflied singte, The Place Where Lost Things Go, wo sie ihrem Mutter betrauern, die gestorben ist. Ja. Und sie singt dann darüber, das ist ja auch ein Schlaflied, genau wie das Feed-the-Bird war ja auch ein Schlaflied im Original. Ja. Es war wirklich, ich glaube, es war einfach die falsche Entscheidung, dass dieses, das wirklich Tragische, alles auf die Familie zu beziehen. Wohingegen im Original wurde das Tragische stark, weil es als was außen gezeigt wurde. Wozu sie aber erst durch Mary Poppins dann Bezug kriegen. Und weil im Original ist eigentlich der schönste Moment, wenn Michael, der alten Dame, sein Kleingeld geben will. Ja. Und dann gezwungen wird, das in der Bank auszugeben. Das ist für mich die emotional schönste Szene im Original. Stimmt. Und die fehlte dadurch einfach. Ja.
Johannes Franke: Wollen wir noch unsere Top 3 einflechten irgendwie.
Florian Bayer: Du warst am Anfang so enttäuscht, als ich gesagt habe, dass ich ihn mehr fand. Fandst du ihn? Also was wäre denn dein Urteil? Du hattest offensichtlich Freude daran, aber du siehst auch die Schwächen. Kann ich das, habe ich das so richtig getroffen? Ja.
Johannes Franke: Also, also. Nein. Also ich habe von Anfang an aufgeschrieben, ach schade. Also, aber, aber das ach schade kommt zustande, weil man, nicht nur, weil ich gehofft habe, dass sie es schaffen, irgendwie ans Original ranzukommen von der Emotionalität und von der Erzählstruktur und überhaupt von dem, wie der Film ist, aber, aber auch, weil ich sehe, dass sie vor den Toren stehen. Sie gehen halt bloß nicht durch. Also sie, sie haben die Chance und das Material eigentlich, aber sie nutzen es nicht und sie sind zu verbissen daran, eben, was du sagst, das wieder zu keulen, was da mal funktioniert hat. Schade.
Florian Bayer: Das Traurige ist, dass sie halt sich wirklich bemühen. Man merkt, das ist, ich sehe in diesem Film auch nicht irgendwie so Dollarzeichen in den Augen, sondern es ist wirklich das ernsthafte Bemühen, das ehrliche Bemühen, den Zauber des Originals zu wiederholen. Geht halt nicht. Klappt nicht.
Johannes Franke: Schade.
Florian Bayer: Ah ja. Unsere Liste.
Johannes Franke: Und Intro. Yeah. Top 3. Okay, jetzt haben wir ja noch die Top 3 an, bevor wir gänzlich in Hoffnungslosigkeit und Trauer über diese.
Florian Bayer: Und das nach einem Mary Poppins Film. Das muss man auch erst mal schaffen. Oh Mann. Top 3. Zeichentrick trifft Realfilm. Yeah.
Johannes Franke: Das war ein bisschen leichter, weil es da ein paar schöne Beispiele gibt.
Florian Bayer: Aber tatsächlich ist es so, es gibt auch nicht so viele. Also man, ich habe so das Gefühl, die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kreuzungen, Doppelungen geben auf unseren beiden Listen, die ist gegeben. Weiß ich nicht genau. Honorable Mention. Ja, davon habe ich auch ein paar. Also mein Honorable Mention ist, weil es keine Zeichentricksequenz ist, sondern Stop Motion. Ja. Aber Realfilm trifft Stop Motion und wirklich hervorragend umgesetzt von Jan Swankmeyer, Alice, aus dem Jahre 1988. Eine Verfilmung von Alice im Wunderland, die allerdings sehr frei mit dem Stoff umgeht und animierte Stop Motion Animationen mit einer kindlichen Schauspielerin kreuzt. Und dabei so sehr sprunghaft sich zwischen diesen Szenen bewegt. Kein Film für Kinder. Ich glaube nicht, dass ich ihn in meinem Kind zeigen würde. Okay. Dafür ist er zu düster und zu surreal und verkopft auch. Ja. Ein großartiger Film. Tolle visuelle Einfälle. Okay, cool. Das ist mein Honorable Mention. Wie gesagt, kein Zeichentrickfilm. Platz Nummer drei. Die tollkünen Hexe in ihrem fliegenden Bett. Der bessere Mary Poppins. Hat glaube ich auch, ich habe auch nicht mehr so 100% große Erinnerungen dran. Ich glaube, die Zeichentricksequenz ist auch gar nicht so lange in dem Film und wird begleitet von ganz viel, was drumherum passiert. Aber es ist die bessere Zeichentricksequenz auf jeden Fall. Okay. Wo sie mit den Tieren Fußball spielen.
Johannes Franke: Oh okay. Krass. Ich habe Honorable Mentions. Zum einen The Three Caballeros. Oh ja. Von, von, also ganz am Anfang von Disney, wie sie angefangen haben mit den ganzen, da haben sie, das ist eigentlich ein ziemlich langwieriger Film am Ende. Man muss da sich ganz schön durchquellen. Es ist Donald Duck, ne? Es ist Donald Duck, glaube ich, der sich ein Buch anschaut und mit, mit, mit diesem Buch quasi dann Infotainment betreibt für den Zuschauer. Aber die Version von Infotainment, die man damals hatte. Und tanzt und singt sich durch diesen Film und die Three Caballeros an sich kommen relativ spät erst im Film, tauchen die erst auf. Kann man auf Disney Plus sich einfach anschauen.
Florian Bayer: Disney Plus ist tatsächlich, hat allein deswegen schon eine Berechtigung, weil es eine Fundgrube ist für Klassiker. Ja, genau. Das ist echt ganz, ganz schön.
Johannes Franke: Das ist ganz cool. Und die Sequenz, die so wahnsinnig spannend mit der Verquickung von Real und Trick ist, da, da tanzen Spanierinnen, glaube ich, mit den Zeichentrickfiguren in einem Dorf, das irgendwie so halb gezeichnet, halb real da ist.
Florian Bayer: 1944. Krass, ne?
Johannes Franke: Ja. Mein Platz drei ist eigentlich, beziehungsweise Paddington und so könnte ich auch noch alles erwähnen, Paddington ist ja nur eine 3D-Animation oder so, aber das ist, ne? Passt alles nicht rein. Äh, Pumuckl. Nein. Ja. Die Serie. Die Serie. Ja, weil du das letzte Mal in deiner Liste auch eine Serie hattest. Du hast angefangen. Und ich mich beschwert habe. Pumuckl, okay.
Florian Bayer: Aber Pumuckl ist doch toll für sowas. Ja, Pumuckl ist toll, ich verstehe Meister Eder nicht. Ich habe echt Probleme mit diesem bayerischen Akzent. Du bist viel näher an denen dran aufgewachsen als ich.
Johannes Franke: Pumuckl, okay, interessante Wahl. Ich mochte Pumuckl einfach sehr.
Florian Bayer: Ja, ich mochte das auch als Kind.
Johannes Franke: Das ist toll zusammengestellt auch.
Florian Bayer: Und es ist krass, dass eine deutsche TV-Produktion sowas hingekriegt hat, was gut aussah. Ja, gut gemacht. Und schöne Effekte hatte. Ja. Ja. Mein Platz zwei. Mein Platz zwei. Gott, ich habe hier so schräge Sachen. Mein Platz zwei ist der Film The Conquers. Was? The Conquers aus dem Jahre 2013. Mit, ähm, von Ari Fulman. Der, ich glaube, am bekanntesten ist für seinen Film Balls with Bashir, wo er sich mit dem Libanon-Krieg auseinandergesetzt hat. Okay. The Conquers mit Robin Wright, die in, ähm, ähm, ähm, House of Cards, die Frau von, von, ähm, dem Bösewichtenspiel, dessen Namen ich gerade nicht weiß. Und Robin Wright spielt sich selbst als Schauspielerin. In einer Welt, in der, ähm, ähm, jetzt muss ich wieder so weit ausholen. Es ist eine Verfilmung des, äh, futurologischen Kongresses von Stanislavs Leben. Es geht um eine Welt, in der die Menschen in einer, äh, Parallelrealität leben und sich das Leben schön machen im Zeichentrick und sich da irgendwie in einer fantastischen Welt bewegen. Und, äh, eine, ähm, nicht so ferne Zukunft und sich schafft es da irgendwie auszubrechen. Mhm. Und Zeichentrick und Real sind eigentlich nicht oft parallel zu sehen. Ja. Aber sie fließen sehr elegant ineinander über. Okay. Und im Zeichentrick gibt es eben diese romantisierte, fantastische Welt und in der Realität sehen wir dann stattdessen einen, äh, einen verwüsteten, apokalyptischen Planeten. Großartiger, surrealer Science-Fiction-Film. Der so ein bisschen in Vergessenheit geraten ist und auch irgendwie nie große Aufmerksamkeit gekriegt hat. Krass. Der mich aber total umgehauen hat damals.
Johannes Franke: Okay. Hm. Ähm, ja. Mein Platz zwei. Trommelwirbel. Elliot, das Schmunzelmonster.
Florian Bayer: Oh, schön. Den hatte ich auch, ähm, den hatte ich auch auf der Liste stehen, bevor er dann verdrängt wurde von der, von der tollkühlen Hexe.
Johannes Franke: Ach so, okay. Ja, schön. Cool, das ist doch toll, oder? Also, ich kann leider nicht mehr viel dazu erzählen, weil das wirklich, ich habe es nicht wieder geguckt. Ich habe es als Kind gesehen und habe seitdem ganz tolle Erinnerungen daran, aber keine konkreten, richtigen, echten, ich kann nicht viel dazu erzählen. Aber ein ganz tolles Monster, das sie da einem Kind an die Seite stellt.
Florian Bayer: Ein so sympathisches Monster, verpressen und so ein bisschen verspielt und naiv. Ich habe ihn, ähm, ich habe ihn mit Bela versucht zu gucken. Oh, okay. Und? Vor einiger Zeit, er fand es langweilig und deswegen haben wir es nie weiter geguckt, was echt schade war. Ich glaube, so klassische Musicals funktionieren gerade noch nicht so gut. Vielleicht ist es auch eine Generationenfrage.
Johannes Franke: Ähm, weiß nicht, was würdest du denn sagen, in welchem Alter du Elliot das Schmunzelmonster damals gesehen hättest?
Florian Bayer: Wahrscheinlich in dem Alter mit 5. Echt, ja? Ich denke schon.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Aber ich weiß auch nicht, ob er mich damals schon so begeistert hat dann.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Hast du das Remake gesehen? Nein. Es gibt einen Remake? Das findest du bestimmt auch auf Disney Plus aus dem Jahr 2016. Oh.
Johannes Franke: Ja, dann muss ich das auf jeden Fall gucken.
Florian Bayer: Und vor allem von, haha, Achtung, jetzt kommt's, von dem Regisseur von A Ghost Story.
Johannes Franke: Nein. David Lowery. Okay. Und dann Elliot das Schmunzelmonster. Na gut, okay.
Florian Bayer: Ja. Ich hab ihn auch noch nicht gesehen, deswegen kann ich nicht viel dazu sagen, außer wenn ich jetzt hier mal ganz kurz durchscrolle, um einmal zu sehen, was so. Also natürlich mit CGI dann. Mhm. Und die Critical Response war ziemlich gut. Den sollte ich gucken. Ja.
Johannes Franke: Ja. Vielleicht müssen wir den mal gucken.
Florian Bayer: Ja. Vielleicht nicht als Hausaufgabe, sondern einfach. Ja, einfach so.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und dann nächste Woche kurz, jeder darf fünf Minuten was dazu sagen. Pete's Dragon. Genau. Elliot das Schmunzelmonster. Schöner Film.
Johannes Franke: Toll.
Florian Bayer: Ich auch. Find ich schön, dass du ihn auf der Liste hast. Dann tut es mir nicht ganz so weh, dass ich ihn nicht drauf habe.
Johannes Franke: Dass du ihn nicht drauf hattest, ja. So.
Florian Bayer: Dein Platz eins. Ja, das ist die befürchtete Doppelung. Falsches Spiel mit Roger Rabbit. Großartige Mischung aus Noir und Zeichentrick und nie wieder und nie davor und nie danach in der Geschichte des Films wurden so toll Zeichentrick und Realsequenzen gekreuzt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Detektivgeschichte, Slapstick-Komödie, Fantasy, Märchen, alles drin. Und es ist wirklich die befürchtete Doppelung. Ich habe es auch Platz eins. Habe ich mir schon gedacht.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber es ist auch der, es ist wahrscheinlich einfach der ultimative Film, Zeichentrick trifft Realfilm und wird es auch noch lange bleiben.
Johannes Franke: Also ich meine, sie haben es mit Space Jam, haben sie es auch versucht. Aber Space Jam waren. Naja, aber das ist doch auch ein Klassiker geworden. Ja, Space Jam ist aber ein Nike-Werbespot. Ja, okay. Und natürlich nicht so gut wie Falsches Spiel mit Roger Rabbit.
Florian Bayer: Also ich weiß noch, dass ich mit Space Jam als Jugendlicher, ich habe mich glaube ich eher lustig drüber gemacht. Und es ist, Nike-Werbespot sag ich so, ist so dahergesagt. Ich glaube es wirklich, Nike hat da ordentlich Geld rein investiert.
Johannes Franke: Oh Gott.
Florian Bayer: Ihre, ihre großen Stars, Michael Jordan, ne? Ja, Michael Jordan. Und noch fünf andere Basketballspieler, die ich nicht kenne. Aber immerhin Bill Murray. Oh, stimmt. Und Bugs Bunny. Duffy Duck.
Johannes Franke: Oh Mann. Ja, nein, also Falsches Spiel mit Roger Rabbit ist wirklich der ultimative Film in diese Richtung. Wirklich toll.
Florian Bayer: 1988 ist krass eigentlich, dass der Film auch schon über 30 Jahre alt ist. Oh mein Gott. Oh.
Johannes Franke: Krass, Mann.
Florian Bayer: Ja, dass es sowas auch nicht wirklich wieder in der Qualität gab. Und heute ist es halt mit CGI drin und dann sind die Anforderungen andere. Das Tolle ist ja bei Zeichentrick und Realität, dass der Unterschied so offensichtlich ist, dass man sich gar nicht bemühen muss, irgendwie das realistisch einzubetten, weil es nicht funktioniert, weil was Zweidimensionales, auf was Dreidimensionales trifft. Und bei sowas wie Paddington, den würde ich einfach nicht in diese Liste packen. Ich liebe diesen Film, aber der passt da einfach nicht rein, weil Paddington soll nicht als Fremdkörper in der Welt erscheinen, sondern ist einfach ein Bär und würde es Bären geben, die sprechen könnten, dann hätten sie einen Bär genommen, der sprechen kann. Und so mussten sie halt auf den Computer zurückgreifen.
Johannes Franke: Ja, wobei Paddington ja seine eigene, also der ist schon verfremdet als Bär, ist ja kein realistischer Bär. Das stimmt.
Florian Bayer: Aber er ist nicht so, er wirkt nicht so jeden Fremdkörper wie Roger Rabbit. Einfach weil es, genau, dieser 2D-3D-Unterschied ist es vor allem, denke ich.
Johannes Franke: Was aber eben auch eine spezielle Herausforderung ist, muss man schon sagen, das irgendwie zusammenzubringen. Und das war der Film, der mich nachhaltig beeindruckt hat, dass man als realer Schauspieler irgendwo in die Luft greift, um die Ohren des Hasens zu erwischen, weißt du, und das dann einigermaßen verkauft zu bekommen, dass der Zuschauer das nicht ständig hinterfragt.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist schon gut.
Florian Bayer: Das ist das Krasse bei Roger Rabbit, dass sie es da geschafft haben, das dreidimensional zu erzählen, weil in den Klassikern, auch Mary Poppins oder so, sind es halt einfach Schauspieler, die sich auf Leinenwänden bewegen. Ja. Es gibt keine richtige Tiefe. Und bei Roger Rabbit haben sie den 2D-Zeichentrick-Look total getroffen und sie haben trotzdem Tiefe im Raum erzeugt damit. Ja. Und das ist schon beeindruckend, ja.
Johannes Franke: Hm. Ja, mir ist auch noch eingefallen Wizard of Oz. Da gab's auch Zeichentrick-Verquickungen, aber ich kann dir nicht mehr sagen, welche. Ja? Deswegen hab ich sie nicht mehr in die Liste gepackt, weil ich nicht mehr rausgefunden habe, wo eigentlich genau mit Judy Garland. Ja. Da gab's irgendwas, aber ich weiß nicht mehr, was es war.
Florian Bayer: Das ist noch gar nicht so lange her, dass ich den gesehen habe. Aber ich könnte jetzt auch nicht sagen, wo, wenn sie mit dem Haus rumfliegt vielleicht in dem Sturm. Ich weiß nicht genau. Weil sonst bewegen sie sich da ja ziemlich kleinen Kulissen. Ja, genau. Es gibt noch den Erwachsenen, Roger Rabbit. Das ist auch kein schlechter Film. Der heißt Cool World. Okay. Aus dem Jahr 1992 mit Brad Pitt. What? Und ich glaube, wie heißt sie? Ah, von Ralph Bakshi. Mit Kim Basinger noch. Oh. Das ist halt eher so eine coole Detektivgeschichte für Jugendliche zumindest, aber auch so eine Mischung aus Live-Action und Zeichentrick. Und Ralph Bakshi ist ja der, der unter anderem, lass mich nichts Falsches sagen, den Herr der Ringe gemacht hat. Aus den 70ern, wo er dieses Stratoskopie-Verfahren angewendet hat. Also Sachen live gedreht und dann einmal drüber gepinselt. Was für tolle Effekte gesorgt hat. Ja. Und dann hat er sowas gemacht wie Fritz the Cat. Das war der 60er Jahre Katzen-Zeichentricks-Sexfilm und Drogenfilm.
Johannes Franke: Ich glaube, den habe ich nie richtig gesehen, aber ich kenne Ausschnitte daraus. Naja, und dann fällt einem noch natürlich Pink Panther ein. Darf man nicht vergessen. Aber die sind alle irgendwie nicht da reingelandet bei mir.
Florian Bayer: Aber Pink Panther ist doch eigentlich nur die Intros, oder?
Johannes Franke: Nee, es gibt Verfilmungen damit mit dem Zeichentrick Panther, soweit ich das weiß.
Florian Bayer: Wenn ich an Rosarote Panther denke, denke ich an diese Geschichten mit dem Polizisten. Und das Intro ist der Rosarote Panther. Also ich weiß, es gibt auch diese Zeichentrick-Serie, das stimmt. Pink Panther.
Johannes Franke: Oh Gott. Das ist wahrscheinlich nochmal so ein Thema für sich. Ja. Also ist mir jetzt nur in der Recherche nochmal ein paar Mal aufgestoßen, also dass es auf Listen landete. Und ich dachte, ah ja, okay, ja, cool. Aber die habe ich halt nie so richtig, richtig geguckt. War das Clouseau?
Florian Bayer: Hieß der Clouseau? Ist das so? Nee, doch. Ja, Inspektor Clouseau.
Johannes Franke: Inspektor Clouseau.
Florian Bayer: Peter Sellers. Ah, Peter Sellers. Und Blake Edwards, Regie. Aber ich habe die Dinge in Erinnerung, dass da die Zeichentrick-Sequenzen wirklich nur als Intro und Outro dienen. Und der Rest drumherum halt irgendwie so Krimi-Komödie ist.
Johannes Franke: Nee, es gab auch nochmal Verfilmungen. Es gab sogar, glaube ich, eine Verfilmung, wo er ja 3D animiert ist, der Pink Panther. Okay, da bin ich raus. Ja, also nur in meinem Hinterstübchen irgendwo im Kopf.
Florian Bayer: Meine Erinnerung ist jetzt tatsächlich Inspektor Clouseau, Krimi-Komödie mit einem Intro, in dem der rosa-rote Panther einfach mal so 10 Minuten Quatsch machen darf. Aber den Rest des Films spielt ja keine Rolle mehr. Aber kann gut sein, dass es da auch, also offensichtlich gibt es da eine ganze Reihe davon.
Johannes Franke: Ja. Ja, das waren die drei. Unsere drei. Unsere Top drei. Und wir sind auch bei Mary Poppins ziemlich durch.
Florian Bayer: Ja, ziemlich durch. Möchtest du noch irgendwas sagen dazu? Welcher Song hat dir am besten gefallen?
Johannes Franke: Keine Chance. Ich kann, die sind bei mir in ein Ohr rein, da haben sie vielleicht ein bisschen Spaß gemacht und dann sind sie wieder raus.
Florian Bayer: Ich fand, ja, nee, ja, a cover is not a book fand ich gut.
Johannes Franke: Aber der muss, aber ausgerechnet der muss sich messen mit Supercalifragilistisch-Expialigotisch-Expialigotisch. Ja. Genau.
Florian Bayer: Und deswegen ist er halt auch keine Chance. Das war, glaube ich, der beste Song des Films, aber der muss sich auch mit dem Song von Mary Poppins messen. Tja. Und sonst, ja, ja, schade. Schade.
Johannes Franke: Ja, ich werde ihn trotzdem, glaube ich, irgendwann mal nochmal gucken, einfach aus, weil irgendwie gehört das jetzt dazu. Das ist jetzt halt da. Das ist nicht, es ist nicht so schlecht geworden, dass man sagen will, man will das aus dem Kanon möglichst wieder rauswerfen. Nee, es ist nicht wie Jar Jar Binks. Nee, bin ich bei dir.
Florian Bayer: Es ist auch schön, dass sie es gemacht haben. Ich finde es gut, es hat bestimmt Spaß gemacht, den Film zu drehen und wenn es eine Berechtigung ist, dass er uns auch alle nochmal daran erinnert, warum wir Mary Poppins so mochten. Ja, genau. Oder so durchschnittlich fand. Ach man, Plur. Okay, nur um das klarzustellen. Ich finde, Mary Poppins ist ein großartiger Film. Danke. Oh Mann. Dick Van Dijk kann nicht tanzen.
Johannes Franke: Das war die letzte Folge mit Plur. Nächste Woche führe ich Selbstgespräche. Wir sehen uns dann nächste Woche wieder. Viel Spaß und vielleicht haben wir noch was für euch. Tschüss. Ciao.
Florian Bayer: Richtig Stellung. Weder Florian Bayer noch Johannes Franke noch irgendwer sonst, der an Muss-man-sehen-Podcast oder Muss-man-sehen-Blog beteiligt ist, findet, dass Dick Van Dijk ein schlechter Tänzer ist. Diese Aussage wurde unüberlegt getroffen und war als Witz gemeint. Falls wir Dick Van Dijk oder irgendjemand anderen, der an, jetzt habe ich den Namen vergessen, verletzt haben, möchten wir uns hier mit, hier, möchten wir uns jetzt sehr, wir möchten uns entschuldigen. Ah, es war nur ein Witz, Dick Van Dijk ist wirklich ein guter Tänzer, ein hervorragender Schauspieler und Comedian und was er mit 96 Jahren in diesem Film macht, ist einfach unglaublich. Ich weiß, das hat man gemerkt. Ich habe es deutlich gespürt.
Johannes Franke: Was der geneigte Zuhörer nicht weiß, ich würge, Plur, ab und zu, man darf sich Homer Simpson vorstellen, wie er seinen Sohn wirkt.
Florian Bayer: Ich würge auch manchmal zurück.
Johannes Franke: Plur, wir müssen aber eigentlich, was wir jetzt eigentlich noch machen müssen, wir müssen noch eine Vorausschau machen für nächste Woche. Ja, stimmt, stimmt, stimmt. Was hast du denn für mich nächste Woche? Plur, ich habe eine Anfrage. Ich will schon wieder das Konzept sprengen. Das tut mir so leid. Oh nein, was kommt diesmal? Ein Werbespot?
Florian Bayer: Wir reden eine Stunde lang über einen fünfsekündigen Werbespot. Ich finde es super. Es gibt einige Werbespots, aus denen man viel rausnehmen kann, was Subtext betrifft.
Johannes Franke: Okay, nein, nein, nein, ich würde gerne auf Theater umschwenken. Weil, also, natürlich aufgenommenes Theater, abgefilmtes Theater, aber ich komme einfach in letzter Zeit so schlecht an Shakespeare vorbei. Ich liebe Shakespeare und seit wir Ten Things I Hate About You gemacht haben, bin ich noch mehr drin und denke mir, ach du Scheiße, das ist alles so cool. Lass mich raten, das ist eine Komödie. Überraschung, es ist eine Komödie. Ich mag die Komödien lieber als die Tragödien. Obwohl es natürlich ganz gemein ist, weil die Tragöden sind natürlich auch großartig. Also, nicht alles von Shakespeare, dafür hat er zu viel geschrieben, ist 100% großartig. Wir haben auch das letzte Mal schon festgestellt, Merchant of Venice zum Beispiel kann man überhaupt nicht mehr verteidigen. Also, welche Dinner Theater Vorstellung hast du denn für mich? Also, ich habe für dich Much A Do About Nothing. Kennst du das Stück?
Florian Bayer: Shakespeare-Komödie und mit Intrigen und Menschen, die sich missverstehen, fallen bei mir immer durcheinander. Das heißt, es gibt eine reelle Chance, dass ich das Stück kenne, aber ich kann es dir nicht 100% sagen.
Johannes Franke: Du kennst das Stück, auch wenn du es nicht gesehen hast. Ja.
Florian Bayer: Also, es gibt irgendeinen Edelmann und irgendwer intrigiert gegen irgendwen und es sieht ganz schrecklich aus zwischendurch, aber dann ist alles gut und löst sich in Wohlgefallen auf. Und es gibt irgendeinen lustigen Sidekick, der für Humor sorgt.
Johannes Franke: Genau. Also, die Liebenden wollen sich finden, dürfen aber nicht oder so und dann am Ende dürfen sie.
Florian Bayer: Aber die spannende Frage ist, was für eine Vorstellung?
Johannes Franke: Genau. Das macht ja einen riesengroßen Unterschied. Es gibt eine ganz, ganz tolle Aufzeichnung einer Performance von David Tennant als Benedikt und Catherine Tate als Beatrice. Beatrice? Beatrice? Beatrice. Und die sind einfach großartig als Schauspieler zusammen auf der Bühne. Und das ist nur die Side-Story eigentlich. Und ich finde die so großartig. Und die haben das wirklich ganz toll gemacht. Und deswegen möchte ich dir ausgerechnet diese Inszenierung aufs Auge drücken.
Florian Bayer: Bei Shakespeare-Comedians sind ja die Side-Stories meistens viel spannender und witziger als der Hauptplot.
Johannes Franke: Ja, wobei das in diesem Falle immer größer wurde über die Jahrhunderte. Aber darüber sprechen wir vielleicht das nächste Mal. Genau, nichts vorwegnehmen. Okay, ich bin sehr gespannt. Ja, was hast du denn für mich?
Florian Bayer: Ich hab für dich, ähm, ich hab das Gefühl, ich hab dich die letzten Male so ein bisschen gequält mit so sehr anstrengenden Filmen. Deswegen wollte ich dir mal puren Eskapismus entgegenwerfen. Okay. The Fall aus dem Jahr 2006 von Tarsem Singh. Okay. Tarsem Singh, wer, was hat der gemacht? Nicht sehr viel. Und deswegen ist der Film auch so ein bisschen vergessen. Am bekanntesten ist er wahrscheinlich, ähm, durch den Mystery-Thriller The Cell mit Jennifer Lopez, die in die Träume eines Serienkillers reist.
Johannes Franke: Ist er nicht sehr verrissen worden? Das ist auch kein guter Film.
Florian Bayer: Okay. Tarsem Singh ist ähnlich wie, ähm, ähnlich wie M. Night Shyamalan. Ein Regisseur, der einen Volltreffer gelandet hat. Und das ist sein Volltreffer. Aber darüber können wir auch geteilter Meinung sein eventuell.
Johannes Franke: Okay, ich bin gespannt. Jetzt stehe ich unter Druck, wenn du den mit M. Night Shyamalan vergleichst, wo ich alles verteidige von ihm.
Florian Bayer: Tatsächlich haben sie einiges gemein, was Inszenierung betrifft und was, ähm, was Umgang vor allem mit Plot betrifft. Aber das werden wir dann beim nächsten Mal herausfinden. Okay, ich bin gespannt. Ich auch. Bis dann.
Johannes Franke: Okay, sehr schön. Vielen Dank, dass du diese Episode mit mir gemacht hast. Ja, vielen Dank, dass du mitgemacht hast.

Guten Abend, ich bin erst vor kurzem auf diesen Podcast gestoßen., bei instagram mit der Vorschau auf „Nobody“ .
Das Konzept ist interessant, man muß aber aufpassen nicht zu langweilen. Ich höre den in der Badewanne. Bei dem Beitrag über den sowjet. „Spiegel“ dachte ich „ich hab nasse Hände & kann nicht skippen“.
Hier haben wir 2 Filme die interessieren.
„Phantom Kommando“ ist ein typischer Videothekenfilm in Boom der Branche der frühen 90er..
Ich kann der Interpretation, er wäre eine Art Entschuldigung („diesmal sind wir auf der richtigen Seite“ ) nicht zustimmen. Das würde der Monroe-Doktrin widersprechen. Sobald der demokratische Präsident dort in dem fiktiven Land anfangen würde die natürlichen Ressourcen zu verstaatlichte & transnationale Konzern rausschmeißen würde, wäre in Langley das „Regime change playbook“ ausgepackt worden. Genau das zeigt nämlich ein anderer Film der mittleren/späten 80er: „Heartbreak Ridge“ mit Clint Eastwood. Er drill eine Gruppe Marienes für den Einsatz. Am Ende wird eine kleine Insel in der Karibik angegriffen. Eine Insel, kleiner als New York, ist eine Bedrohung für die mächtigen USA : Grenada Die „rechtmäßige Ordnung“, gemäß der Monroe Doktrin, muß wieder hergestellt werden.
Zu den top3 „Spiel – /Zeichentrickfilm Kombi“ werfe ich mal noch das Musik-Video von Paula Abdul „Opposites Attract“ in die Runde
Zu der erwähnten battle zwischen Schwarzenegger & Stallone über den jeweiligen nächsten Film & den damit verbundenen Fehlgriffen gebe ich euch „Rhinestone“ mit Stallone zu sehen, am besten zum Vergleich mit „A star is born “ mit Lady Gaga.
Wie wäre es mit „The best little whorehouse in Texas “ gegen „Bodyguard „?
„Solaris “ : Tarkowski gegen Siderberg?
„Lederstrumpf“ Lex Barker gegen „Chingachgook, die große Schlange“ Gojko Mitic?
Die letzten beiden Vorschläge entsprechen nicht unbedingt Eurem Konzept, aber sind scheinbar gleich, aber doch verschieden.
Viele Grüße
Hallo Ronald! 🙂
Herzlichen Dank für den ausführlichen Kommentar! Spannende Vorschläge hast du da. Wir besprechen allerdings schon lange nicht mehr zwei Filme in einer Episode, also keine Gegenüberstellungen mehr, sorry :/
Trotzdem sind ja interessante Filme dabei! Nehmen wir mal in die Liste auf! Beste Grüße!