Episode 13: Much Ado About Nothing, The Fall
Regeln sind da, um gebrochen zu werden. Frei nach diesem Prinzip wenden wir in unserer dreizehnten Episode ein wenig vom klassischen Film ab und wenden uns dessen geistigen Ahnen zu, den Brettern, die die Welt bedeuten. Die Shakespeare-Komödie Much Ado About Nothing erhielt im Jahr 2011 im Wyndham’s Theatre in London von Josie Rourke eine denkwürdige Aufführung, die für die Nachwelt Gott sei Dank auf Film festgehalten wurde. Abgefilmtes Theater, höchst professionell inszeniert, aber dennoch mit spürbaren Unterschieden zu unseren sonstigen cineastischen Erlebnissen. Dass dies keineswegs ein Nachteil sein muss, kommt nicht nur in unserem Gespräch zum Tragen, sondern wird auch in der dazu passenden Top 3 „Film trifft Theater“ mehr als deutlich. Ganz anders dagegen funktioniert das Fantasyepos The Fall von Tarsem Singh aus dem Jahr 2006. Die Ode ans Geschichtenerzählen fährt alles auf, was das Medium Film zu bieten hat, vielleicht sogar zu viel des Guten. In der dazu gehörigen Topliste beschäftigen wir uns mit den spannendsten Kind/Erwachsenen-Duos der Filmgeschichte, bei der wir sogar überraschend konsensuell unterwegs sind.
Much Ado About Nothing [William Shakespeare, Regie: Josie Rourke]
(GB 1599/2011)
Wir schreiben das Jahr 1599. Genauer gesagt: Shakespeare schreibt das Jahr 1599 und zwar unter die gerade fertiggestellte Komödie „much ado about nothing“. Shakespearetypisch dreht es sich um intrigen, Liebende die um ihre Liebe Kämpfen und deren Antagonisten, die dagegen arbeiten. Oder, wie in der spannenden Variante des zweiten Pärchens: Antagonisten, die sich um die Liebe der Protagonisten bemühen, während diese davon überzeugt sind, dass sie einander hassen.
Gerade dieser Nebenplot, macht für mich das Stück besonders sehenswert. Insbesondere aber auch wegen ihrer grandiosen Schauspieler, allen voran David Tennant und Catherine Tate, in der Inszenierung des Wyndham’s Theatre in London, im Jahre 2011 unter der Regie von Josie Rourke.
Das Stück kann man einfach bei Youtube finden. Einfach „much ado about nothing“ und „Catherine Tate“ oder „David Tennant“ eingeben. (ok, ok, hier ist der LINK) Und wer dann erschrocken feststellt, dass seine oder Ihre Englischkenntnisse nicht ausreichen, um Shakespeare zu verstehen und mir schon Kultursnobismus vorwerfen will, dessen Atem sei gespart, ich versteh auch nur die Hälfte der Worte. I Shit you not! Wer Shakespeare emotional nicht versteht, war in einer schlechten Inszenierung. Punkt. Danke, Plor, dass du dich darauf eingelassen hast, einen Ausflug ins Theater zu unternehmen.
Und jetzt wüsste ich gern, ob sich der Ausflug für dich gelohnt hat, oder ob du in Zukunft nicht mehr am all inclusive Sommertrip für Senioren teilnehmen möchtest.
The Fall [Tarsem Singh]
(USA 2006)
The Fall von Tarsem Singh aus dem Jahr 2006 gehört ein wenig zu den vergessenen Fantasyperlen der frühen 2000er Jahre. Von der Kritik wurde ihm damals vorgeworfen zu eskapistisch, zu sehr auf visuelle Reize aus zu sein, und in den folgenden Jahren wurde kaum noch über ihn geredet, nicht zuletzt auch weil Singh als Regisseur nicht mehr groß in Erscheinung getreten ist. Dabei gehört The Fall zu den schönsten Vertretern einer filmischen Gattung, die in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren immer wieder durch herausragende Produktionen aufgefallen ist: Das Loblied auf die kindliche Fantasie in einer Geschichte, die sich tendenziell eher an Erwachsene richtet.
Für den düsteren, erwachsenen Ton sorgt in diesem Fall der Protagonist Roy, ein Stuntman, der nach einem schweren Unfall am Set und dem Verlust seiner Freundin in einem Krankenhaus im Kalifornien der 1920er Jahre dahin vegetiert. Er hat jede Hoffnung und jeden Lebensmut verloren und will sich mit einer Überdosis Morphium das Leben nehmen. Um an dieses zu gelangen will er eine Mitpatientin, die 5jährige Alexandria, ein Kind rumänischer Einwanderer, das sich bei der Arbeit auf einer Orangenplantage den Arm gebrochen hat, ausnutzen. Sie soll ihm die weggschlossenen Medikamente für seinen Freitod beschaffen. Um sie auf seine Seite zu ziehen, beginnt er, ihr eine eklektische Geschichte von fünf Abenteurern zu erzählen, die unterwegs sind um den tyrannischen Gouverneur Odius zu stürzen. The Fall bleibt allerdings nicht bei der Erzählung von Roy stehen. Alexandria beginnt sich in die Geschichte einzumischen, um deren Brutalität und Düsternis – verursacht durch Roys Depressionen – aufzubrechen. Es entspinnt sich ein faszinierender Zweikampf zwischen dem naiven Kind und dem lebensmüden Stuntman um die narrative Hoheit in dem entworfenen Märchen. Das alles inszeniert in visuell beeindruckenden, pittoresken und opulenten Bildern.
Sind diese so dominant, dass Plot und Subtext verloren gehen? Oder steckt in diesem Film doch mehr als ein bloßer Bilderreigen eines in seinen Fantastereien Amok laufenden Werbefilmers? Was denkst du Johannes?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 13: Much Ado About Nothing, The Fall Publishing Date: 2021-03-31T19:29:41+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/03/31/episode-13-much-ado-about-nothing-the-fall/
Florian Bayer: Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast? Nein, eigentlich nicht, aber ich. Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können. Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme. Das heißt so Musicals aus den 50ern? Mit russischen Untertiteln? Von mir, für dich. Oh Gott, okay. Aber du weißt, dass das für eine Menge Streit sorgen kann. Ja, wozu Regeln, wenn man sie nicht ordentlich brechen kann. Richtig. Ich bin schon die ganze Zeit überlegen, wie ich mich rächen könnte. Vielleicht mit so einem YouTube-Video. Was? Einem Influencer-Clip auf Instagram. Einen Werbespot habe ich das letzte Mal vorgeschlagen. Ja, stimmt. Oder ein Musikvideo. Mal schauen. Irgendwas wird mir einfallen. Nein. Aber total okay. Also ich meine, abgefilmte Theaterstücke, da ist es spannend und darüber kann man auch reden. Ja. Und es ist ja auch nicht einfach nur ein Totale auf die Bühne und das war es dann. Richtig. Und es ist filmig inszeniert. Einen wirklich Filmfilm. Einen Filmfilm. Der alles das macht, was das Medium machen kann. The Fall von Tarsem Singh aus dem Jahr 2006. Mhm, der wirklich alles macht, was das Film macht. Also ein bisschen viel macht, aber egal. Was angenehmer ist, als es auf den ersten Blick klingt. Stimmt, ja. Ich habe nicht damit gerechnet. Ja, ich auch nicht tatsächlich. Wer bist du? Möchtest du dich nochmal kurz vorstellen? Ich bin Florian bzw. Plur, wie mich Johannes in 99% der Fälle nennt. Eher 100%. Ja. Und ich bin Web-TV-Produzent und ich liebe auch Filme. Und ich liebe es, über Filme zu reden. Und ich liebe es vor allem, mit Johannes über Filme zu streiten. Weil wir nicht immer der Meinung, der gleichen Meinung sind. Ja. Und hoffentlich streiten wir heute auch ein bisschen. Mal schauen. Ja, okay. Wenn ihr wissen wollt, was es damit auf sich hat, dann müsst ihr die letzte Folge hören. Da reden wir nämlich über Kommando mit Schwarzenegger. Das war so schrecklich. Nein, es war nicht. Es war einfach wirklich sehr, sehr weird. Aber diesmal sind wir nicht bei den großen amerikanischen Action-Kloppern, sondern bei den würdevollen Briten. Wir sind bei Hochkultur. Ja, und bei den würdevollsten Briten überhaupt, ne? William Shakespeare. Willst du William Shakespeare wirklich als würdevollsten Briten einstufen? Ich weiß nicht, man könnte mal eine Umfrage machen, aber ich denke, er würde in den Top Ten landen. Das ist so schrecklich. Tatsächlich hat mir die Inszenierung, die wirklich Spaß gemacht hat, gezeigt, wie sehr ich Theater gerade vermisse. Und es ist nicht nur so ein Covid-Ding, weil ich war auch vor dem Lockdown, war ich lange nicht mehr so, gerade in so klassischen Shakespeare-Aufführungen. Ich war mit meinem Kind viel im Kindertheater, aber so klassisches, erwachsenes Theater ist ein bisschen hinten übergefallen. Und die ganze Zeit, während ich das geguckt habe, dachte ich, ach ja, das fehlt. Das ist wirklich schade. Ich muss wieder öfter ins Theater gehen. Auch generell Live-Veranstaltungen. Und es ist natürlich so, ich habe mich vorhin ein bisschen weiter aus dem Fenster gelehnt, als ich gesagt habe, es ist sehr filmig. Es ist natürlich ein abgefilmtes Theaterstück und man sieht das die ganze Zeit. Aber das macht den Schmerz umso stärker. Es fehlt mir einfach. Und auch Publikumsreaktionen zu hören, es irgendwie als Teil des Publikums zu fühlen. Übrigens, um kurz über das Technische drüber zu bürsten, da haben die wirklich eine gute Arbeit gemacht. Es ist gut abgemischt. Toll, oder? Das Publikum ist hörbar, gut hörbar, aber nicht störend. Es gibt ein, zwei Szenen, wo sie so ein bisschen krass drüber lachen. Das ist aber auch der Inszenierung verschuldet, weil sie in ein, zwei Szenen sehr stark auf Slapstick-Humor setzt. Und es gab Momente, also du hast es bereits gesagt, ich verstehe bei Shakespeare auch nur die Hände. Ich hatte auch die Untertitel an, die automatisch generiert wurden. Ja, genau, ich auch. Ich habe mich dann da so ein bisschen durchgehangen. Und es gibt ein, zwei Szenen, wo das Publikum dann einfach wirklich so laut wird und so ausrastet, dass man auf der auditiven Ebene nichts versteht. Und ich glaube, es geht nicht nur mir so, sondern wahrscheinlich sogar Native Speakers aus Großbritann. Überhaupt, ja, genau. Shakespeare ist ja so ein bisschen für die Briten das, was für uns Goethe ist. Ja, viele Schüler werden auf Shakespeare schimpfen, einfach weil sie wahrscheinlich viel zu früh dadurch gequält werden, ohne den Spaß, den es auch in Shakespeare zu finden gibt, wirklich zu verstehen. Und dann wird das schnell zu so einer Fingerübung, dass man Textstellen interpretiert und Wortspiele interpretiert und fast so ein Vokabelheft führt. Was hat er damit gemeint? Was hat er damit gemeint? Und das ist auch tatsächlich schwierig. Also wie man mit literarischen Klassikern umgeht, ist eine spannende Frage, denke ich. Weil ich weiß nicht, ob Shakespeare das Beste ist, um einem Neulernenden die Schönheit der englischen Sprache deutlich zu machen. Oder ob das nicht eher was ist für den Fortgeschrittenen, der sich schon ein bisschen damit auseinandergesetzt hat und einfach eine gewisse Grundkenntnis mitbringt. Die Frage ist, was ist eine gute Inszenierung? Es gibt natürlich die Möglichkeit, und das macht dieses Stück auch, nicht nur den Wortwitz hervorzuheben, sondern auch Situationskomik und auch das Emotionale. Und die Snopps und Literaturgummis werden dann natürlich sagen, naja, naja, naja, die haben aus Shakespeare eine Lachnummer gemacht. Shakespeare ist ein Komödiant natürlich, also gerade in dem Stück auch. Shakespeare ist Volkstheater. Aber man kann durchaus sagen, ja, man kann Shakespeare auch vulgarisieren, auch zu sehr vulgarisieren und dann ist es ziemlich enttäuschend für Leute, die in der Hochkultur frönen. Ja. Was es bei Shakespeare natürlich gibt, ist das radikale Primat des gesprochenen Wortes. Shakespeare ist kein Dramatiker, der viele Bühnenanweisungen gibt, der viele Schauspielanweisungen gibt, viel Bewegung macht, viel Raum erklärt, sondern bei Shakespeare steht das Wort. Und der Rest ist dann tatsächlich auch der Inszenierung überlassen. Und dann ist die Frage, wie man Shakespeare inszenieren will. Will man ihn so inszenieren, dass man sagt, ich bin am Urstoff, am nächsten dran, wenn ich wirklich versuche, das so radikal minimalistisch wie möglich zu machen. Ich denke an so eine Hamlet-Aufführung, die ich mal im Berliner Ensemble gesehen habe, wo die Bühne kein dreidimensionaler Raum war, sondern wo sie wirklich nur die Rampe vorne hatten. Oh. Und dahinter plain white, wenn ich mich recht erinnere. Okay. Die Schauspieler auch nicht kostümiert. Und dann haben die sich auf dieser zweidimensionalen Ebene bewegt. Und es war wirklich so, es gab keine große Bewegung im Raum. Okay. Ist was, was man machen kann, wenn man sagt, ich nehme Shakespeare's Text radikal ernst. Ja. Da steht nicht viel drin, dass die jetzt an der Lampe hängen soll oder eher mit Farbe beschmiert wird. Also mache ich das so. Das gibt es alles nicht bei Shakespeare. Bei Shakespeare steht komplett das Wort im Mittelpunkt. Und ich will nicht von dem Wort ablenken. Ja. Mit Sicherheit. Das ist dann die zweite Ebene. Da denke ich, und das ist tatsächlich auch die, zu der ich eher tendiere, zu sagen, er hat so wenig Anweisungen gegeben, wenn ich den Shakespeare-Text ernst nehmen will, dann ist der Kern davon eigentlich, ey, mach damit, was du möchtest. Bleib am Text dran, aber inszeniere selbst und finde deinen eigenen Inszenierungsstil. Und was du mit deinen Kostümen machst und was du mit deinen Kulissen machst, das ist komplett dir überlassen. Und diese Inszenierung geht definitiv in diese Richtung, dass du sagst, ich habe hier den Text liegen und jetzt schauen wir mal, was wir mit den Kostümen machen können und wie wir das Set aufbauen und wie wir diese Farce inszenieren, wie wir dieses Intrigenspiel inszenieren. Und das macht sie auch wirklich schön. Also die Kostüme sind toll. Der große, heldenhafte Soldat. Der zurückkehrt. Der auch ganz toll in der Schlacht gekämpft hat und den alle lieben. Er ist der Star. Ja, bei Shakespeare ist man mit 14 im heiratsfähigen Alter. Ich muss gerade kurz an die tolle Zusammenfassung von Romeo und Julia denken, die ich vor kurzem gelesen habe. Romeo und Julia dreht sich darum, dass ein 17-Jähriger eine 14-Jährige verführt und 60 Leute sterben. Genau, das ist der illegitime Bruder des Prinzen Don Pedro. Und der ist einfach der Bösewicht. Er sagt es einfach knallhart heraus, ich bin der Bösewicht. Ich habe keine großen Intentionen, ich will Chaos stiften. Übrigens ein total spannender Bösewicht, weil der auch ein bisschen abweicht von dem klassischen Bösewicht. Er ist kein Nebenbuhler, er hat überhaupt kein Interesse an Hero. Er hat kein Interesse daran zu heiraten, er hat kein Interesse an Macht und Geld. Er will einfach Chaos sehen. Ja, und er kann seinen Bruder nicht leiden. Er kann seinen Bruder nicht leiden und will deswegen Chaos sehen. Er will die Welt brennen sehen. Er ist eigentlich der Joker. Sein Fleisch ist, dass er nicht viel redet. Sein erster Auftritt ist, er fährt da rein und hier ist mein Bruder, sagt Don Pedro und zeigt ihn und er steht auf und sagt, ich bin ein Mann weniger Worte. Pause. Pause, Pause, Pause. Stammelt er irgendwas und verschwindet wieder. Ich bin mehrere Intrigen. Seine erste Intrige ist, dass er, also Don Pedro, der Feldführer, Vorgesetzte von Claudio, sagt, hey, wir machen das ganz klassisch. Ich werde für dich bei Hero, um Hero werben und ich werde als ich um sie werben. Das fand ich tatsächlich etwas merkwürdig. Was macht er da genau? Er will um sie werben? Genau. Das ist die erste Intrige. Don John sagt zu Claudio, hey, pass auf, ich habe mitgekriegt, dass Don Pedro in sie verliebt ist. Der benutzt das. Der will gar nicht, dass du sie am Schluss kriegst, sondern der will einfach den ersten Schritt machen und der will dich aus dem Weg haben. Wird auch tatsächlich im Originaltext. Ich habe einmal kurz reingeguckt, wird es auch schnell aufgeklärt. Das ist eine total absurde Intrige, einfach weil sie keine großen Folgen hat. Es gibt dieses kurze Missverständnis dadurch und dann wird das Missverständnis geklärt und alles ist gut. Und Claudio und Hero werden heiraten. Es ist ausgemachte Sache, sie sind verliebt. Und hey, ganz toll. Was ist los mit diesem Typen? Also dieser Claudio ist sowieso so ein komischer Typ. Der ist ein Kriegsheld und der sieht gut aus. Sie haben einen Extraymann genommen, sie haben einen Schauspieler genommen, der wirklich so ein typischer Schönling ist. Tom Bateman spielt den Claudio und das ist einfach mal so alles, was man halt von einem Claudio erwartet. Markantes Kinn, groß, hellen Brust oder Lühnerbrust, er tritt gekleidet, er ist Soldat in seiner schicken Navy-Uniform. Genau. Und ja, es gibt eigentlich keinen Grund, warum er schüchtern sein sollte. Er kommt auch nicht schüchtern rüber in dem Stück. Er ist nicht großmäulig oder so, aber er ist selbstbewusst und nachdem das geklärt ist, ist er auch, er weiß, was er will und er sagt auch, was er will, frei heraus. Claudio ist so ein Abziehbild von so einem dummen Helden, der macht was, was ihm befohlen wird und der nicht wirklich nachdenkt und der halt irgendwie so sehr gerade, sehr gerade heraus sein Leben gestaltet. Er glaubt auch alles, also er ist, er ist auch ein totaler Naivling. Ja. Er hat was gesagt und er glaubt es. Er hinterfragt es nicht. Und es wird ihm von Don schon gesagt, der wirklich von Anfang an wie so ein Abziehbild eines Bösewichten auftritt, auch wenn er nicht viel sagt. Er ist ja zu klein gewachsen, dann in diesem, äh, schwarzen Anzug und irgendwie mit so einem fiesen, rattigen Blick die ganze Zeit. Ja, und, aber wie gesagt, Gott sei Dank wird diese, wird diese Intrige schnell aufgelöst, beziehungsweise nicht als Intrige, es wird einfach, äh, niemand weiß, dass Don schon dahinter steckt, sondern es wird dann einfach aufgelöst und Tiro und Claudia sind bereit zu heiraten und deswegen muss Don schon die nächste Intrige spinnen, die deutlicher fieser ist und deutlich hinterhältiger. Das macht er dann auch, ne? Ja, es, es kommt noch zu dieser, zu dieser Hochzeit. Ja, genau. Also, die Hochzeit wird vorbereitet. Claudio sagt vor der Hochzeit, okay, sie hat mich betrogen. Ich, ich werde ihr am Altar, werde ich ihr das, werde ich ihr das entgegenschleudern. Dieses Miststück. Slut-Shaming, Slut-Shaming, Slut-Shaming. Und so kommt es dann auch und sie wird ohnmächtig und er zieht davon, nachdem er seine Worte gesagt hat, nachdem sie ohnmächtig wurde, noch von ihrem Vater ordentlich, äh, verdroschen wurde. Mhm. Kann es nicht anders sagen. Und dann wird das Ganze, äh, äh, wird kurz inszeniert, als ob sie tot wäre. Mhm. Und übrigens, ganz kurz dazu, sie haben eine Striptease-Tänzerin bei ihrem Junggesellenabschied, die ordentlich mit Claudio abgeht und Claudio zeigt auch keinerlei Hemmnisse und macht da einfach mal mit und kurz darauf hat er wirklich die Eier zu sagen, sie ist eine Schlampe, sie hat mit jemand anderem geschlafen. Ja, das war wirklich gut. Also es war einfach, sie haben diese Szene Claudio mit der Striptease-Tänzerin und direkt danach den vermeintlichen Betrug von Hiro. Und es ist einfach toll zusammengeschritten dadurch, weil du hast einfach ganz klar diesen Slutshaming-Moment und siehst einfach diese, ähm, diese Doppelmoral. Es gibt, es gibt so eine absurde Szene, wo er nochmal rumlacht und rumspottet. Ja. Wo du denkst, what the fuck, was für ein Arsch. Es gibt zumindest davor einmal diesen Remorse-Moment, der auch tatsächlich für mich der emotional starkste Moment des Stück war, wo er wirklich irgendwie trauert und auch, äh, kurz gucken, äh, ja, sie sich fast umbringt, ne? Sie sich fast umbringt? Ja, er sitzt da und er jammert darüber, dass sie tot ist und es ist auch so ein, ähm, wie so ein Grab aufgestellt für sie und er hat dann die Pistole auch in der Hand und hält sie sich an die Schläfe. Ah ja, stimmt, ja. Und dann gibt's auch direkt danach nochmal diese bizarre, ähm, Hochzeit, also der Vater, der Eingewalt ist in dem Plan und gesagt hat, dass seine Tochter tot wäre wegen dieser Schande, der sagt dann, naja, ich hab ne Nichte, die sieht genauso aus wie sie. Und ein Sexist und ein Macho und er ist irgendwie kein, kein geiler Held, aber auf jeden Fall bei der, bei dieser bizarren Mischung aus Trauerfeier für Hiro und Hochzeitsfeier von Claudio mit der Nichte, macht dann die Nichte, die unter dem schwarzen Schleier war, ihren Schleier hoch und Claudio erkennt, ah, es ist Hiro, sie lebt. Da kommt raus, da Plott, Intrige und so weiter und tatsächlich. Es ist dann vorbei und alle sind glücklich und die A-Story ist eigentlich ein bisschen lahm, wenn ich jetzt nochmal so drüber gucke. Claudio ist halt auch wirklich ein lahmer Held. Ja. Ist ein lahmer Protagonist, weil er ist einfach so ein plasser Superheld, der dann immer arschiger wird im Laufe der Handlung. Also vor allem in der zweiten Hälfte, wenn so, ja, wenn es einfach, es gibt bei Shakespeare, das ist typisch Shakespeare eigentlich in den Komödien oft, diesen Moment, wo es so Richtung Tragödie kippt, wo alles wirklich kacke aussieht und das ist hier auch in der zweiten Hälfte so inszeniert, wo der Humor deutlich zurückgefahren wird, beziehungsweise nur noch die lustigen Sidekicks sind für den Humor verantwortlich und Claudio und Hiro haben einfach so eine tragische Handlung, die sich dann aber doch in Wohlgefallen auflösten, dann wird es wieder zur Komödie. Aber ja, Claudio ist eigentlich zu plass und zu doof, um ein guter Protagonist zu sein und Hiro ist zu plass und zu leer. Sie macht ja nicht viel. Ja. Ich überlege gerade, ob es von Hiro, Hiro, Hiro. Spielen sie wirklich einmal Hiro an? Ich bin mir nicht sicher. Das ist sie. Wirklich? Du, du, I need a Hiro. Es ist die Melodie am Anfang, also sie spielen ein Lied, was dazwischen gespielt wird. Ach so, doch, natürlich, das ist Bonnie Tyler, ne? Du hast recht. Aber mit einem anderen Text und es ist ein sehr merkwürdiger Moment, weil sie halt, also es gibt auch ein paar Wortspiele mit Hiro und Hiro und Hiro, das ist eigentlich so ein Running Gag auch in dem Stück. Ja. Ja, genau, aber sie hat eigentlich keinen besonders starken Moment, ja, er ist doof, sie ist plass und die A-Story ist relativ vernachlässigungswert, würde ich sagen. Und das macht diese Inszenierung auch, also allein schon durch die Besetzung. Ja. Für die B-Story, für den Benedikt. David Tennant spielt das fantastisch, großartig, aber Catherine Tate rockt das Ding. Catherine Tate als Beatrice, die weibliche Protagonistin der B-Story. Sie ist das Herz des Stücks. Und ich finde David Tennant total großartig, er macht das wirklich super, er spielt diese Rolle fantastisch und mit dem richtigen Zynismus und dem richtigen Sarkasmus oder so, aber sie toppt das immer noch. Und immer wenn die zusammen sind, sie haben viele, viele, viele Duelle, viele verbale Duelle. Sie geht immer als Siegerin hervor. Immer. Weil ihre Figur einfach so geil ist und weil sie so geil spielt. Okay, die B-Story. Der beste Freund von Claudio ist Benedikt. Benedikt, genau. Auch ein Soldat, der sich geschworen hat, niemals zu heiraten. I will die, a bachelor. Genau. Und er hat eine Vergangenheit in Messina, die nicht so richtig geklärt wird, aber offensichtlich kennt er diese Beatrice, die die Cousine ist von Hiro, von unserer Protagonistin. Und sie ist so, sie ist eigentlich, sie ist ein Spiegelbild. Sie ist genauso zynisch wie er, sie ist genauso sarkastisch wie er. Sie hat keinen Bock auf Männer, sie hält Männer für dumm im besten Fall, gefährlich im schlimmsten Fall. Ja, ja. Und die beiden kennen sich, haben eine Vergangenheit. Es wird nicht genau erzählt, welche, aber sie hassen sich. Ich denke, sie haben sich gegenseitig traumatisiert. Ja, wahrscheinlich. Dass er nicht heiraten will, ist ihre Schuld. Und dass die Männer hassen, ist seine Schuld. Ja. Und wenn man diese beiden Charaktere sieht und wie sie agieren auf der Bühne, nicht nur miteinander, sondern auch drumherum, versteht man auch direkt warum. Weil sie sind beide, sie sind die letzten zynischen Ärsche und sie sind so toll dabei. Und was sie sagt über ihn. Weil ihr erster Auftritt ist ja, dass sie tatsächlich über ihn redet, ne? Stimmt. Beatrice, wir lernen diese Benedikt nicht als solchen erst, nicht als solchen kennen, sondern wir lernen ihn zuerst einmal durch sie kennen. Und dann, und zwar indem sie den, indem sie den Boten ausfragt, der kommt und sagt, naja, die Schlacht ist jetzt vorbei und jetzt, jetzt kommen sie zurück, jetzt kommt der Prinz zurück und Claudio. Und dann fragt Beatrice, ah, und ist da auch dieser Benedikt dabei? Und dann sagt der Bote, oh ja, dieser Benedikt, der ist doch ganz toll. Und dann legt sie los. Und ich habe nur die Hälfte verstanden, aber das, was ich verstanden habe, war echt böse und bitter. Hier war es eher nicht so inszeniert. Es war nicht so inszeniert, ja. Aber sie redet tatsächlich auch schlecht über ihn, wenn er nicht dabei ist. Also sie hasst ihn und jeder, jeder, mit dem sie redet, jedem muss sie das mitteilen. Also sie ist auch ungefragt. Ja, genau. Ist übrigens Benedikt in der Armee. Ja, oh, Moment, Benedikt, dazu habe ich doch ein, zwei Sachen zu sagen. Das ist toll. man, but for the stuffing, well, we are all mortal. Ja, ja. Schön wie die Wortspiele, ne. Wir müssen zum Titel kommen, aber vielleicht schieben wir das noch. Vielleicht schieben wir das noch. Ihr Männerhass funktioniert auf jeden Fall anders, als dein Frauenhass. Ja, genau. I see, the messenger, I see lady, the gentleman is not in your books. Und sie antwortet, no, and if he were, I would burn my study. Das ist so großartig. Ich hab auch den Satz aufgeschrieben. Ganz toll. Und genau, das ist wirklich tatsächlich Beatrice, die werden wir erstmal dadurch kennen, dass sie einfach nur über Benedikt herzieht. Geil. Und dann werden wir Benedikt kennen und er ist ja auch ein arroganter Dreckszack. Also das ganze Ding hat natürlich auch so dieses frühes 20. Jahrhundert Screwball Comedy Flair. Ja. Die Kulissen sind auch so ein bisschen, die Kostüme sind so. Sie ist am Anfang im blauen Badeanzug. Dann haben sie diese Navy Uniformen an und wechseln aber auch ständig die Klamotten. Das ist alles so 80er, 90er so angehaucht. Ja, 80er ist auch ganz viel drin. Und gerade bei den Masken haben sie so viele popkulturelle Referenzen. Weil da mal Mario dazwischen rumtankst. Und sie als Lady Di? Oh, das habe ich nicht. Ich weiß nicht, ob das eine Lady Di Maske war. Ich kann es nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Aber in Verbindung mit dem Kostüm könnte es eine Lady Di Maske sein. Aber ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Na gut. Genau, sie kommen mit dem Golfwagen an. Dann ist es toll. Und er tritt halt, also sie treten alle drei total arrogant auf sich. Sie sind so eine richtige Dreier-Männer-Clicker. Also Don Pedro, der Prinz, ihr Vorgesetzter. Dann unser Claudio, über den wir jetzt genug gesagt haben. Der Dovi. Und dann der arrogante, aber intelligente Drecksack. Benedict. Don Pedro tut einem echt leid, weil, also ich meine, das ist so eine Dreier-Männer-Clicker und das sind echt so drei Kerle, die teilweise tierisch nerven, zusammen rumprollen. Der Höhepunkt ist wirklich, der schon erwähnte Junggesellenabschied ist, die Tänzerin. Aber dieser Don Pedro ist von den Dreien irgendwie noch so der Anständigste. Ja. Der irgendwie auch wirklich gute Absichten hat, auch dass er Claudio helfen will, Hero zu erobern. Mhm. Und genau, er macht sich an Beatrice ran, aber relativ ungelenk auch und auch wirklich vorsichtig zurückhaltend und das klappt halt nicht und im Folgenden ist ja so ein bisschen der Trauerkloß auch. Ja, ja. Immer so am Rand, gerade am Schluss da, wenn es das Happy End gibt, steht Don Pedro echt so ein bisschen am Rand. Ja. Auch wenn sein Arschlochbruder festgenommen wurde. Ist ja irgendwie, er hat nicht so ein richtiges Happy End. Aber seine, dass er so ein toller Kerl ist und so ein ehrenhafter Kerl zeigt sich halt darin, dass er, nachdem er von Beatrice abgelehnt wurde, einen anderen Plan hat. Ja. Und zwar ist es seine Idee, ne? Ja, ja. Dass Beatrice und Benedikt, die müssen wir verkuppeln. Es geht gar nicht anders und darum dreht sich eigentlich diese Behandlung. Ja, genau. Dass die Helden und Heldinnen jetzt eine Intrige spinnen vor der Hochzeit, um Benedikt und Beatrice zu verkuppeln und sie machen das, was natürlich am besten funktioniert. Sie erzählen einem von den beiden jeweils, dass der andere hoffnungslos verliebt wäre und dieser ganze Zweikampf eigentlich nur vorgeschoben wäre. Okay. Sie ist, danke. Einfach nur fies. Aber vielleicht ist es auch der Moment, wo er merkt, okay, diese Frau ist vielleicht nicht so das Richtige. Ich brauche vielleicht was ein bisschen Solideres. Also ich kaufe mir das ab, dass es tatsächlich ein süßer Plan ist und sie wollen sich auch einfach die Zeit vertreiben. Ja, ja. Das ist jetzt noch ein bisschen bis zur Hochzeit hin. Was machen wir denn? Oh, pass auf. Ich habe hier einen Plan. Wir kriegen Beatrice und Benedikt zusammen. Wir erzählen, dass Beatrice in Benedikt verliebt ist, während Benedikt uns beobachtet und machen so, als ob wir das nicht mitkriegen würden. Und ihr macht dasselbe mit Beatrice. Das funktioniert garantiert. Ein absolutes Highlight. Ganz tolle Szene auf jeden Fall. Es ist auch so stark mit dem Maskenball davor. Also dieser Maskenball und dieser Monolog danach, das sind einfach zwei großartige Szenen, weil bei dem Maskenball... Er macht das danach natürlich auch, weil er... Es sticht ihn ganz schön, dass sie so über ihn herziehen. Ja. Er ist verkleidet und Beatrice ist verkleidet und er erkennt Beatrice. Und sie erzählt dann, dass sie Benedikt total zum Kotzen findet. Und er kennt Benedikt vermeintlich nicht hinter seinem Kostüm. Wir wissen nicht hundert Prozent, ob sie ihn erkennt. Aber sie zieht halt echt ganz schön böse über ihn her und das trifft ihn auch. Ganz schön, ja. Und auch zu Recht, weil Claudio ist natürlich... Wir haben festgestellt, Entschuldigung, nicht Claudio, der Lappen, ist ein ganz schöner Schwärmer. Ja. Und er ist dann auch so, ah, und sie ist verliebt und ja, ah, und ich bin verliebt und es ist alles toll und was jetzt so wunderbar wären. Und dann haben wir einen Benedict, der hinten dran sitzt und nur einen Moment. Natürlich, und das ist ja auch sein Ziel. Also man kauft es ihm tatsächlich ab, er will eigentlich Junggeselle bleiben. Aber gleichzeitig ist es auch so, er will auch geliebt werden. Ja. Und es ist auch, es wird fast so ein bisschen, also die Liebesgeschichte wird fast so ein bisschen kaputt gemacht, dadurch, dass sie durch diese Intrige dann zustande kommt. Ja. Aber eigentlich ist dieser Maskenball, wo sie ihn beleidigt, inkognito, und er danach so frustriert ist und dann diese Sachen raushaut, das ist eigentlich ein viel schönerer Start für die Liebesgeschichte. Und dann gibt es nochmal diese zusätzliche Starthilfe durch das Spiel, was die anderen mit ihnen treiben. Ja. Was so ein bisschen schade ist, weil man hätte diese Liebesgeschichte auch durchaus erzählen können, ohne dass es diese Intrige braucht. Naja, aber es ist Shakespeare. Es ist Shakespeare. Er braucht Intrigen, um da irgendwo hinzukommen. Dieses Stück ist sowieso voll mit Intrigen. Und zwar hauptsächlich mit wohlmeinenden Intrigen. Ja. Der wirklich böse Intrigant in diesem Stück ist Don John, der halt diese Claudia-Höre-Geschichte macht. Aber ansonsten drumherum spinnen die Figuren ständig irgendwelche Intrigen, irgendwelche Ränkespielchen. Aber alle nur, um sich zu unterhalten. Ja, ja. Die haben einfach Spaß daran. Hey, wäre das nicht geil, wenn wir irgendwie Benedikt und Beatrice verkuppeln? Komm, lass uns mal ein bisschen Spaß haben. Ja. Sehr viel Slapstick. Ja. Er ist dann einmal komplett mit Farbe beschmiert und dann kommt Beatrice, die noch nicht weiß, dass er vermeintlich in sie verliebt ist. So großartig. Die gebeten wurde, ihn zum Dinner abzuholen. Und sie ist natürlich wie immer drauf und sie sagt, against my will I am sent to bid you to come to dinner. Fair Beatrice, I thank you for your pains. Und ihr Zusammenspiel ist sowieso immer fantastisch, wenn ihre Sarkasmen aufeinander treffen und dann trifft aber ihr Sarkasmus auf seine wirklich ernst gemeinte Höflichkeit und sie hält es natürlich nach wie vor für Sarkasmus und haut ordentlich zurück. Und er sieht es aber nicht, weil er nur die Frau sieht, die vermeintlich in ihn verliebt ist. Ja, und dann kommt die Szene in der Hiro und ihre Sofa. Du hörst gerade vor allem ab. Ich hab gar nicht so viele Sätze notiert. Ich komm nicht mit. Ja, genau. Es ist wieder Slapstick. Im Vordergrund reden drei Frauen über Benedikt, der verliebt sei. Du verstehst auch nicht, was sie sagen, weil das ist die Szene, die ich vorhin gemeint habe, wo das Publikum so laut drüber lacht, wie sie da an der Decke hängt und das sieht und total schockiert guckt die ganze Zeit dabei. Und ich hab tatsächlich nichts mehr verstanden und ich glaube, es war dann auch nicht nur Unverständnis des Textes, sondern wirklich Unverständnis der Worte, weil so laut drüber gelacht wurde, dass die komplett untergehen. Diese Szene wurde viel kritisiert tatsächlich, weil es zu viel Slapstick wäre. Ich finde, es passt total gut. Ich finde es auch großartig. Es brauchte diese Spiegelung. Wir brauchten eine zweite Slapstick-Szene und sie ist die ganze Zeit so zynisch und so überlegen. Sie hat diese Slapstick-Szene verdient. Einfach, um sie so ein bisschen physisch auch zu prägen, dass sie auch ihren Slapstick-Moment bekommt. Ja, dass sie nicht immer nur würdevoll da ist, sondern dass sie nicht immer nur als Sieger aus allem rausgeht. Um auch einfach ihrem Zynismus zu begegnen. Es braucht diesen Moment, wo beide aus den Angeln gehoben werden. Er mit der Farbe und sie im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Haken. Ich habe tatsächlich, ich habe auch zwischendurch drüber nachgedacht, aber ich fand es tatsächlich dann auch zu witzig und zu passend. Schön. Es waren, also das war auch der Moment, es ist einfach eine Abfolge von Szenen, wo man viel lacht. Weil angefangen bei dem Maskenball, es wird kurz wirklich zur Farce und auch mehr als Shakespeare das wohl angelegt hat, weil Shakespeare hat seine Farce-Figuren da drin und das sind halt diese beiden Wächter, die total dumm sind. Aber in dem Moment wird es auch zur Farce in dieser Haupt-Nebenhandlung. Aber es passt gut. Weil es ist natürlich auch so, eigentlich zumindest aus unserer heutigen Perspektive, so was total Abgedroschenes. Dieses, wir erzählen den Verliebten, wir erzählen den Nicht-Verliebten, dass sie ineinander verliebt sind und dann klappt das schon. Das hat man einfach schon oft gesehen. Und das muss nicht sprachlich dann komplett ausdividiert werden, sondern es reicht, wenn wir eine Vorstellung davon haben und wenn wir dann aber sehen, was mit den Verliebten passiert, wenn die im Zentrum stehen und durch die Slapstick-Szenen passiert das, dass das Publikum einfach seine Aufmerksamkeit auf den Zuhörenden lenkt. Und im Originaltext, wenn du diese beiden Szenen durchliest, die kommen einfach nicht vor, die stehen am Rande und es gibt keine Anweisung weiter, für die wir hören, einfach nur, was die Intrigierenden sagen. Genau. Und dann am Schluss dürfen sie nochmal sagen, oh, jetzt bin ich aber überrascht und dann ist die Szene vorbei. Genau, ja. Und diese Entscheidung der Inszenierung, die beiden so in den Mittelpunkt zu rücken, die zuhören. Das ist großartig. Ganz toll, ganz toll. Und sie sind ja auch die zentralen Figuren dabei, weil was bei ihnen emotional passiert, Und immer die Frau, die dann auch trotzdem noch leiden muss, obwohl wir alle wissen, dass sie unschuldig ist. Ja, genau, genau. Es gibt so für die Frau eine merkwürdige Redemption-Arc, in dem sie durchs Leid geschickt wird, im wahrsten Sinne des Wortes stirbt, was auch oft genug vorgekommen ist, oder halt wie hier im übertragenen Sinne des Wortes. Ja. Die Leute in Romantik haben das dann auch ganz viel gemacht, ne? Ja. Bei Schiller und Goethe findest du auch diese ganzen Handlungen, wenn du sowas guckst wie, ähm, Kabale und Liebe und blablabla. Es gibt zu viel davon. Ja. Übrigens, meine liebste gespielte Szene, ohne viele Worte, ich muss nicht viel Shakespeare zitieren, what? Nachdem, nachdem, nachdem Beatrice gelauscht hat und dann endlich runtergelassen wurde vom Haken und die anderen weg sind, das erste, was sie sagt, ist einfach nur ein richtig schönes, herzhaftes what? Und sie spielt es so on point. She nailed it. Großartig. Weil das für einen Moment, wo das alles aufgelöst, alle hatten Spaß, alle sind fröhlich. Pause und dann nochmal. Und das ist, das ist die Pointe der Szene. Und sie trifft es so auf den Punkt. Und es ist nur ein einziges Wort. Es ist nur ein einziges Wort und es trifft es so gut. Toll. Oh Gott. Und dann kommt tatsächlich die eigentliche Phase, nämlich dieses, die, können wir zumindest kurz drauf eingehen, diese Wachmänner. Ja, genau. Die Bürgerwehr quasi, ne? Ja, die angeleitet sind, aufzupassen und vor allem auf den Prinzen zu achten. Ja. Und die für das Stück so ein bisschen den Deus Ex Machina nachher spielen, weil sie, die sind die, die Intriganten, die diese Kopulation von, von Hiro, dies war meint, die Kopulation, aufdecken. Ja. Weil sie die beiden, die das inszeniert haben, gefangen nehmen und dazu bringen, dann zuzugeben, dass das Ganze nur inszeniert war und dass Hiro unschuldig ist und dann ab und sie heiraten kann. Ja. Es hieß damals immer, Dim as a Constable. karnevalesk, das ist, ich fand's lustig. Ja. Ich hab jetzt kein, es war einfach so drüber, ich hab kein, kein großes Schauspiel erkannt, sondern einfach nur eine lustige, typische, absurde Szene, die Shakespeare immer einbaut in seinen Kolonien. Ja, ja. Immer diese, diese bizarren Randfiguren, die meistens ziemlich dumm sind und die meistens so durch die Szenerie stolpern, ohne zu verstehen, was vor sich geht. Mhm. Und dann eventuell doch noch eine kleine Rolle spielen in dem, in dem Drama, in der Komödie. Aber eigentlich vor allem so zur Belustigung da sind, um wirklich so, ja, karnevalesk und so ein absurdes, wirklich bizarres Moment zu bringen. Ja, ja. Und als das hat die Szene auch funktioniert und sie haben sie auch ordentlich drüber inszeniert, so mit dieser, mit dieser Tafel, die er dann hat. Er hat so ein Whiteboard und blättert dann nach und nach die Bilder hoch, was müsst ihr machen? Und ich würd sagen, die Dummheit der beiden Wachleute kommt ganz gut zur Geldung. Ja, genau. Ich will meine Pflichten erfüllen, so gut es geht. Ja. Was muss ich nochmal tun? Natürlich. Sie haben das perfekt eingefädelt. Ja. Und das ist der Moment, wo sich jetzt die B-Handlungen, die A-Handlungen kreuzen. Genau. Weil jetzt ist diese Hochzeiten tatsächlich passiert das, was wir vorhin schon erwähnt haben, was bei Shakespeare immer passiert in so einer Komödie, dass es so einen Moment gibt, wo alles ins Tragische fällt. Und das ist tatsächlich in dieser Inszenierung sehr stark gemacht in der zweiten Hälfte, weil der Comedy-Aspekt kommt eben nur noch in diesen bizarren Randfiguren vor, in diesen Wachleuten. Und die Haupthandlung ist sehr lange ohne Lacher. Es gibt jetzt wirklich auch tatsächlich dritte Geschichte von Beatrice und von Benedict ein bisschen in den Hintergrund. Bei dieser Hochzeit und bei dieser Anklage gegen sie und wenn sie dann in Ohnmacht fällt. Und dann hat Beatrice nochmal einen starken Moment. Und zwar einen starken Moment, der nicht komödiantisch ist, weil sie die Einzige ist, die ihre Cousine verteidigt. Ja. Sie ist die Einzige, die sagt, ey Moment mal, ihr glaubt wirklich alles, was ihr hört, was soll das? Und lasst uns doch erstmal gucken, was da passiert ist. Und sie, noch ein Grund für mich, warum ich Catherine Tate grundsätzlich irgendwie noch stärker finde als David Tennant in dem Stück, weil sie auch diese emotionalen Parts, die nichts mit ihrer Romanze zu tun haben, kriegt. Sie hat diesen starken emotionalen Moment, wo sie sich einfach für ihre Cousine einsetzt, wenn alle gegen sie sind. Ja. Ja. Das ist wirklich ein düsterer Moment, weil das ist der Moment, wo alles in sich zusammenstürzt. Jetzt, es gab dieses große Drama in der Kirche und dann gestehen sie sich gegenseitig ihre Liebe. Also vor allem zuerst Benedikt, der dann das kommentiert mit, it's not that strange, was ich echt schön fand. Ja. Und dann reden sie über ihre Liebe und dann sagt sie irgendwann, okay, ja, du musst für mich was tun. Ja. Und er würde alles für sie tun und sie sagt, kill Claudio, weil er hat sich wie der letzte Arsch verhalten und er hat meine Cousine total krass und unvernünftigerweise angegriffen. Aber Benedikt weiß mittlerweile oder glaubt mittlerweile auch, dass das irgendwie eine Intrige war. You kill me to deny it. Farewell, sagt sie zu ihm. Also er sagt, not for the white world. Sagt er als Antwort, wenn sie sagt kill Claudio und dann sagt sie, you kill me to deny it, farewell. Und dann sagt er, Terry, sweet Beatrice. Und dann sagt sie, naja, ich sehe keine Liebe in dir. Also lass mich bitte gehen. Und dann gibt's wirklich dieses Hin und Her, was auch ganz interessant ist. Wir hatten davor wirklich tolle, witzige Wortduelle zwischen den beiden. Wo sie sich einfach gegenseitig geneckt haben, die Spaß gemacht haben. Und jetzt haben wir das erste Mal ein wirklich ernsthaftes Wortduell zwischen den beiden. Sie sagt übrigens, wenn sie ein Mann wäre, würde sie's machen. Oh Gott, that I wear a man, I would eat his heart. Wow. Aber ich bin jetzt im Originaltext, ich weiß nicht, ob sie das gekürzt haben. Ja, weiß man nicht genau, ja. Aber es könnte sein, dass sie das sagt. Ich weiß es nicht mehr. Es ist ein super Wortduell zwischen den beiden und sie geht als Sieger hervor. Und es ist auch irgendwie convincing, ne? Und, genau, Benedikt fragt sie dann auch nochmal, ob sie wirklich glaubt, tief in ihrem Herzen, dass Claudio falsch liegt und dass er sie zu Unrecht verdächtigt hat. Und dann antwortet sie, yeah, as sure as I have a thought or soul. Und dann sagt Benedikt, enough, I'm engaged. I will challenge him. Der Kontrast ist halt tatsächlich spannend. Weil, wie gesagt, wir hatten viele Kämpfe zwischen den beiden und das ist aber der erste ernsthafte Kampf. Und, ja, super Text und auch wirklich stark inszeniert in dem Moment, weil sie auf den Humor einfach verzichten. Weil wir jetzt in dem, in der ernsten, in dem tragischen Teil des Stückes sind. Ja, dann wird's nämlich wieder lustig. Ich hab geschrieben, zwei Stunden, neun Minuten, der erste Lacher in der zweiten Hälfte. Aber ich hab nicht dazu geschrieben, was der Lacher ist. Die ist schön, ja. Das Kind hat ja auch davor schon diesen schönen Auftritt in seinem Monolog, der da total verkatert und total abgefuckt liegt. Es gibt diesen tollen Moment, wo er ein Gedicht für sich schreibt. Ich überlege gerade, wo das war. Und dann irgendwie so anfängt, so ansetzt, so ah, und ich liebe sie mit meinem Herzen und so weiter. Und dann abbricht mittendrin. Ja, ich glaube auch. Wirklich schöne Szene, ja. Wie er mit den Worten kämpft und er ist kein Poet. Er ist kein Liebender. Nee. Sie ist auch keine Liebende. Aber irgendwie schaffen sie es ja. Es gibt wieder diesen Moment, wo sie in diese ganz alten Muster zurückfallen und einfach reinfoppen, nach dem anderen raushauen. Ja. Genau, das Stück hat ja die ganze Zeit immer so diese Musical-Lesken-Einschübe. Ja. Das, ähm, aber sie machen es nicht zu krass. Es war, es war, also es war nie so, dass es mich gestört hätte, sondern es war einfach okay und hat zu der Inszenierung gepasst, auch weil es immer gebrochen ist ein bisschen und weil es immer auch so im Dienste der Geschichte steht. Ja. Ja, eine sehr leichte Inszenierung dann letzten Endes, auch wenn es diesen tragischen Moment gibt, auch wenn ich diese Hochzeitsfeier, die inszeniert wird, toll düster inszeniert fand, weil sie hatte eben diese bizarre Totenfeier-Komponente, was nicht im Originalstück unbedingt drin ist, sodass man wirklich ein Trauer, dass die Trauerfeier und die Hochzeitsfeier gekreuzt werden, sie sind alle in schwarz gekleidet, also es ist irgendwie wie eine Beerdigung. Es wird auch nicht mehr aufgelöst, sondern sie bleiben dann so und die Hochzeitsfeier findet dann in diesem Rahmen statt, aber sonst drumherum ist das Ganze schon, ähm, ich habe aufgeschrieben, ähm, als Screwball-Comedy inszeniert und es passt auch irgendwie. Ja, ja, total. Und es passt auch, dass sie sich voll draufsetzen und die B-Handlung zur A-Handlung machen, die wir jetzt auch viel länger gesprochen haben, weil der Lappen und Hiro einfach relativ langweilig sind. Ja. Und das, wie sie diese B-Handlung inszenieren, ist einfach toll, was natürlich vor allem an den beiden Schauspielern liegt. Sowohl David Tennant als auch und insbesondere Catherine Tate. Sind so großartig und ihre Wortduelle sind super und versprühen einfach diesen Charme von klassischen, kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht Komödien, lieben sie sich oder hassen sie sich. Wir wissen ja, dass sie sich lieben, aber das wirkt die ganze Zeit so, als würden sie sich hassen und es ist so toll zu sehen, wie sie da drum herum spielen. Ja. Charles, der Zweite, der König von Schottland, hat neben den Titel des Stückes geschrieben Benedict and Beatrice. Ja. David Tennant rockt ordentlich mit. Ja. Wirklich toll. Und das Stück wäre auch, wenn ich nur die A-Handlung betrachten würde, würde ich zu dem Stück sagen, ja, okay, okay, Shakespeare-Inszenierung, die sehr, sehr, das Leichte sehr betont. Aber durch die B-Handlung, dass die im Vordergrund ist. Ja. Und dass die auch ihre Slapstick-Momente kriegt, wird es zu einer wirklich, wirklich amüsanten Komödie. Möchtest du einsteigen mit dem anderen? Mit dem Noting, ich guck gerade, ob ich sie überhaupt aufgeschrieben habe Ich hab's tatsächlich nicht da stehen, deswegen würde ich mich jetzt verhaspeln Also es gibt dieses Wortspiel Noting Much about Noting Genau, dass sie etwas bemerken oder etwas beachten Zum Beispiel Der Lappen bemerkt die Schönheit von Hiro an Benedikt und Beatrice beobachten die Worte ihrer Freunde Die sie dazu führt, dass sie sich verlieben Es geht sehr stark auch um den Blick, um das Hinblicken Und das Spannende an dem Stück ist tatsächlich, dass die Zuschauer von Anfang an von allen Mitwisser sind Wir sind die krassen Voyeure Weil wir wissen von Anfang an, wer der Bösewicht ist, was der Bösewicht plant Wir sehen alles noch einmal mehr von außerhalb Und ich fand ein schönes Zitat von einer Kritikerin dazu Ingeborg Bolz schrieb In Much a Do About Nothing wird der Voyeurismus auf die Spitze getrieben In keinem anderen Stück Shakespeare's wird so viel belauscht, spioniert, weitererzählt, kolportiert, bewusst fehlinformiert oder denunziert Wobei wir als Zuschauer die größten Voyeure sind Da wir alle sich bespitzende Parteien gleichzeitig im Blickfeld haben Fand ich ziemlich schön auf den Punkt gebracht Nicht zu dieser Inszenierung, sondern generell zu dem Stück Es geht eigentlich die ganze Zeit drum, dass Leute sich bespitzeln, dass Leute sich hintergehen, dass Leute intrigieren Und zwar sowohl die guten als auch die bösen Sowohl mit guten Absichten als auch mit bösen Absichten Primär mit guten Absichten Ich würde in den Raum stellen, dass das Stück noch besser funktionieren würde, wenn die A-Story keinen Bösewicht hätte Und nicht diese Tragik Und nicht dieses Missverständnis Ich würde die Tragik weglassen Echt? In diesem Stück würde ich die Tragik weglassen Oh wow Weil in diesem Stück das Komödiantische so stark ist und so gewaltig ist Dass die Tragik ein bisschen reingepfropft wirkt Auch weil Claudio und Hiro so klasse Charaktere sind Ich finde, für mich ist die A-Handlung so ein bisschen Die A-Handlung erinnert uns die ganze Zeit daran, wie toll die Liebesgeschichte der B-Handlung ist Weil die Liebesgeschichte der A-Handlung so blöd ist Ja Ja, es ist, also ich meine Wenn man böse wäre, könnte man den Titel so interpretieren Das ist ja wirklich das ganze Stück It's about nothing, weil irgendwie Diese ganzen Intrigen sind so albern Ja, genau Und es passiert auch nicht wirklich was Schlimmes Es passiert fast was, also es passiert schon was Schlimmes Aber es kommt nicht zur großen Tragödie Und es ist alles so Jetzt kann ich nur die deutsche Phrase nehmen Viel Lärm um nichts tatsächlich Ja, ja, ja, genau Ja Aber ich hatte, ja, ich hatte viel Spaß dran Ich bin kein Fan, kein großer Fan der Shakespeare-Komödien Also sie machen mir Spaß, es ist Shakespeare letzten Endes Ja Ich bin einfach eher, ich mag seine Tragödien einfach lieber Aber sie ist toll Und sie, sie hat Spaß gemacht Und die Inszenierung war auch großartig Und ja, vor allem Dachte ich die ganze Zeit mal wieder ins Theater gehen Und jetzt lass uns endlich unsere Top-Liste machen Okay Okay Moment, Moment, Moment Achtung, seid ihr bereit? Seid ihr bereit? Jetzt kommt nämlich der Jingle Oh, der Jingle Den Johannes komponiert hat Auf drei, zwei, eins
Johannes Franke: Unsere Liste
Florian Bayer: Toll, oder? Hast du ihn dir auch vorgestellt? Weil wir spielen ihn natürlich nicht live ein Der wird nachher in der Audio reingeschnitten Hast du ihn dir aber auch trotzdem so vorgestellt Und tatsächlich kurz diese Die richtige Pause genommen dafür Ja Das war ein eindeutiges Nein Top drei Top drei Theater Ja Das Ja, definitiv Es gibt Beim Film Gibt es meiner Meinung nach auch viel zu wenig Die Die Freude an der Neuinterpretation Ja Weil Wenn es Remakes gibt Es gibt viele Remakes Die letzten zehn Jahre Also wenn Wenn du Leute fragen würdest Würden die meisten sagen Die letzten zehn Jahre gab es viel zu viele Remakes Weil alles irgendwie Was erfolgreich war Und das ist der springende Punkt Kriegt irgendwann ein Remake spendiert Wenn es älter als 20 Jahre ist Oder 30 Jahre Oder manchmal auch nur älter als zehn Jahre Oder wenn es aus einem anderen Land kommt Und die Amerikaner wollen noch ein Remake drehen Und das Problem dabei ist Dass es zum einen halt darauf zielt Dass die Filme, die erfolgreich waren Ein Remake kriegen Ja Und dass diese Remakes meistens Unfassbar feige sind Ja Und im schlimmsten Fall Passen sie es noch mehr An die Bedürfnisse Eines Mainstream-Publikums an Also was mir jetzt einfällt So aus den letzten zehn Jahren Ist das Remake von Oldboy Einen koreanischen Film Der echt krass düster war Und dann Wurde ein amerikanisches Remake gedreht Der Wo sie einfach alle Ecken und Kanten Abgeschliffen haben Und wirklich einen Laschen Film gemacht haben Es gibt ein paar positive Gegenbeispiele Ich würde mir viel mehr wünschen Dass filmische Remakes gemacht werden Die wirklich nochmal Neue Ideen bringen Und das machen Was das Theater halt macht Neu inszenieren Ja Und komplett neue Ästhetik Komplett neue visuelle Reize Naja Das ist irgendwie Das Problem ist tatsächlich Dass unter Filmfans Auch Remakes So einen schlechten Ruf haben Was auch daran liegt Und Also zumindest was klassischer Rahmen betrifft Gibt es ja durchaus Gerade Shakespeare Ja Gibt es unzählige Verfilmungen Und jedes Jahrzehnt Hat seine Shakespeare Verfilmungen Ja Die auch nochmal Komplett Aber auch meistens Sehr klassisch sind Ne Wenn Shakespeare inszeniert wird Wird selten Wenn Shakespeare In Filmen inszeniert wird Wird selten Zum Beispiel Das ganze Im 20. Jahrhundert Verpflanzt Was Aufführungen Theateraufführungen Ganz oft machen Was zum Standardrepertoire gehört Dass du Dein Bühnenbild Nach 21. Jahrhundert Aussehen lässt Oder komplett anders Ja Und das passiert Im Film ganz selten Wenn Shakespeare inszeniert wird Dann meistens klassisch Oder wenn sie es mal In eine andere Zeit verpflanzen Dann bloß nicht zu weit Nach vorne Sondern eher Keine Ahnung Sowas wie Die Diese letzte Macbeth-Verfilmung Von 2015 Wo sie das glaube ich Ins Mittelalter gepackt haben Ich weiß es nicht mehr genau Aber irgendwie so Also es ist so Ja sie trauen sich nicht so Sie trauen sich nicht so ganz Das mit Shakespeare zu machen Was die Bühne mit ihm macht Mir fällt gerade nur Romeo und Julia ein Und so ein Hamlet-Film Der in der Rave-Szene spielt Aber sonst fällt mir nicht viel ein Es gibt von Much to do but nothing was Das sah total spannend aus Bin ich auch drüber gestolpert Als ich gesucht habe Ich hab ihn nicht gesehen Noch nicht Ich muss ihn aber noch gucken Ja 2012 Ein Jahr nach der Nach der Aufführung Die wir gerade besprochen haben Ah Und Joss Whedon Ist natürlich vor allem deswegen spannend Weil der hat Viel gemacht Ja Er hat unter anderem An Toy Story mitgeschrieben Ja Der hat An Cabin in the Woods Von 2012 mitgeschrieben Er hat Einige Marvel Filme inszeniert Zum Beispiel Avengers Und Avengers Age of Ultron Und wenn ich jetzt ganz schnell Die Filmografie finde Kann ich noch mehr nennen So Filmografie Joss Whedon Als Hat Buffy Buffy Buffy 1992 Das ist der Film Nicht die Serie Television Ja du hast recht Buffy Ja okay Ah krass Ich kenn ihn von Buffy Er hat 25 Episoden geschrieben Aber nur bei einer Regie geführt Er hat bei Roseanne mitgeschrieben Oh Bei Firefly Er hat bei The Office Hat er in einigen Episoden Regie geführt Ja Er hat einiges gemacht Ja Oh Kosten eines Theaterstückes Independent Film Da drin die sie jeden Abend Beherbergen Krass Also gerade weil du halt einfach Gäste hast Ja Du hast Barbetrieb Du hast Garderobe Du hast Licht und Ton Und Ausstattung und so weiter Und das dann für mehrere Abende Das hast du jeden Abend Genau Interessant Das wäre mal ein Spannendes zum Recherchieren Was so ein Ding kostet Die Gerade die Aufführung jetzt zum Beispiel Die man so als Top-Notch UK Große Theater Große Aufführungen nehmen könnte Ja Was kostet so ein Ding Aber gerade das kannst du ja beim Theater nicht Also wenn du Gesamtkosten nehmen willst Dann willst du ja auch die Kosten nehmen Ja ja Hm Werde ich mal Vielleicht mal recherchieren In der freien Minute Weil es mich tatsächlich interessiert Ja Aber jetzt Theaterfilm Theaterfilm Sehr klassisch Dann fang du mal an Ja Meine Nummer 3 Theater trifft Film Ich habe versucht alles einmal unterzubringen Also einmal abgefilmtes Theater Einmal Film über Theater Und einmal Film mit Theaterstilmitteln Beeindruckend Wow Danke Ja aber das ist doch krass Film über Theater Meine Nummer 3 Ist das Regiedebüt von Charlie Kaufman Aus dem Jahr 2008 Synecdoche New York Okay Ein wahnwitziges Größenwahnsinniges Projekt Sowohl der Film Als auch das Thema des Films Und zwar inszeniert Charlie Kaufman Die Geschichte eines Theaterregisseurs Der beschließt Sein Leben Zu einem Theaterstück zu machen Und zwar In einer In einer leerstehenden Lagerhalle In New York Baut er New York nach Er engagiert Schauspieler Und fängt an mit denen zu proben Er engagiert auch einen Schauspieler Der ihn selbst spielen soll Und der soll ihm dann Auf Schritt und Tritt folgen Damit er Quasi sein Leben aufsaugen kann Damit er sich in die Rolle reinfühlen kann So richtig klassisches Method-Acting Geil Aber es ist Charlie Kaufman Das heißt Realität und Fiktion Verschwimmen mehr und mehr Das Theaterstück entwickelt So ein eigenes Leben Es gibt kein Theaterstück Dieses Theaterstück Wird nicht aufgeführt Es geht um den Bau der Kulissen Um die Proben Und das ist total Größenwahnsinnig Und der Film selbst Ist aber auch so Größenwahnsinnig Und sehr surreal Sehr merkwürdig Einfach ein Meisterwerk Einer meiner liebsten Filme Der 2000er Jahre Ja es ist auch typisch Kaufman Das ist halt sein Regie-Debüt Und es ist nochmal so ein bisschen Entfesselter Kaufman In seinen Arbeiten Mit Spike Jonzee Zum Beispiel Ist viel mehr Humor drin Und wenn man diesen Film sieht Merkt man, dass Spike Jonzee Oder die anderen Regisseure Mit denen er gearbeitet hat Viel Humor reingebracht haben In seine Filme Weil der Film ist deutlich düsterer Deutlich tragischer Und deprimierender Als die anderen Filme Hat auch seine lustigen Momente Auch seine bizarren Momente Und er ist deutlich surrealer Und konfuser Sehenswerter Film Und Ja Kaufmann ist ja immer So ein bisschen Masturbation Seine Filme sind ja immer So Auseinandersetzungen Mit seinem Inneren Und seinem Seelenleben Ja genau Und der ist nochmal Besonders krass Weil er halt Niemanden hatte Der im Fesseln anlegt Okay cool Ja Gespielt hat Er läuft Und das fand ich total spannend Dieses Katakomben Man sieht viel zu wenig Viel zu selten in Filmen Das hinter der Bühne Ja Und er läuft so oft Durch diese Katakomben Und vorbei an den An den Garderoben Und an den Seinen Mitschauspielern Mitschauspielerinnen Und es ist total spannend Weil dieser Film Eigentlich so ein Pfad Hinter der Bühne ist Die ganze Zeit Ja Und es ist toll War auch Ein ziemlicher Überraschungsabräumer Bei den Oscars 2014 Bester Film Beste Regie Bestes Originaldrehbuch Wow Krass man Und beste Kamera Und Michael Keaton War nominiert Als bester Darsteller Aber hat nicht gewonnen Und Edward Norton Und Emma Stone waren Als Supporting Act Nominiert Ja super Ganz toll Dein Platz Nummer Platz 2 Jetzt kommen wir zum Abgefilmten Die Zauberflöte Aus dem Jahr 1975 Von Ingmar Bergmann Ach Ingmar Bergmann Dreht Inszeniert Mozarts Zauberflöte Auf der Bühne Und dreht das ab Und zwar Eine sehr klassische Inszenierung eigentlich Ja Und es ist auch Es macht keinen Hild Daraus Dass es abgefilmtes Theater ist Wir sehen Publikum Das finde ich total toll Der filmt Bei den Bei einigen Stücken Filmt der ins Publikum Auch auf Kinder zum Beispiel Die das gucken Und fängt ihre Blicke ein Wie sie reagieren Also wir haben ganz viele Reacting Shots
Johannes Franke: Ja
Florian Bayer: Und Es ist größtenteils Abgefilmtes Theater Ähnlich wie In diesem Fall Wie in Much to do about nothing Aber es bricht Manchmal raus Und manchmal geht es In die Geht es so weit nach hinten Dass klar ist Wir sind jetzt nicht mehr Auf einer Bühne so wirklich Jetzt bewegen wir uns Irgendwie so in Kulissen Die nicht für ein Theaterpublikum Sondern für ein Filmpublikum Wird ganz selten gemacht Wird sehr vorsichtig eingesetzt Hat aber Wenn es passiert Einen tollen Effekt Weil man sich plötzlich Von der Bühne Reingezogen fühlt In die Handlung Und nochmal Ein ganz neues Gefühl hat Für Für die Zauberflötenhandlung Ja Ich bin kein großer Operetten Fan Aber ich mag die Zauberflöte Tatsächlich sehr gerne Ja das ist schön Dann musst du das mal schauen Ich mag das auch total Ich glaube Er lässt seine Darsteller Schwedisch singen Okay Ein Stapel an DVDs Blu-rays Die ich irgendwie noch Gucken will Und da liegt er Relativ weit oben Mittlerweile Und ich freue mich auch Richtig drauf Den zu sehen Das wird bestimmt Nochmal so ein Auch so ein kleiner Nostalgischer Trip 1952 Also ich habe es gerade aufgemacht Ich kenne den Film nicht Und er klingt direkt so Als müsste ich ihn unbedingt Auf meine Liste setzen Okay cool Schön Mein Platz 1 Könnte sich mit deinem Platz 1 überschneiden Ja Mein Platz 1 ist Dogville aus dem Jahr 2003 Von Lars von Trier Wir sind bei Filmen der sich Theater Mitteln bedient Mhm Und dennoch Sehr filmig rüberkommt Und gerade bei dem Film Ist es besonders krass Weil Sowohl was Also was Ästhetik betrifft Als auch was Inszenierung betrifft Ist er eigentlich Ganz nah dran Am Prächtchen Theater Könnte man schon fast sagen Weil Aber auch nur fast Minimalistisch Die Bühne Und die Häuser sind nur Aufgezeichnet Und so Aber dann Inszeniert Lars von Trier So Dass du komplett drin bist Im Geschehen Ja Und ich würde sogar behaupten Das ist sein filmigster Film Weil das ist eigentlich Kurz nachdem er dieses Dogma 95 Ding gemacht hat Wo alles sehr dokumentarisch war Und sehr trocken
Johannes Franke: Ja
Florian Bayer: Und dann inszeniert er mit So viel Pathos Und so viel Gewalt Im wahrsten Sinne des Wortes Ja Dass es total mitreißend ist Und dass du nichts mehr Von diesem Prächtchen Verfremdungseffekt hast Du bist voll drin Du bist voll drin Und emotional aufgewühlt Und dass das funktioniert Dass man so Vermeintlich Diese Bühne hat Die als Bühne Identifizierbar ist Mit Häusern Die nur aufgezeichnet sind Und dann bist du plötzlich Trotzdem voll im Geschehen drin Krass Mandalay war doch auch Mandalay war die Fortsetzung Sollte eigentlich eine Triologie werden Und Mandalay war aber Nicht erfolgreich Fand ich auch nicht so gut Und deswegen hat er es dann Glaube ich gelassen Hat sich einfach um andere Sachen gekümmert Aber es ist wirklich Wirklich beeindruckend Einer der besten Filme Von Lars von Trier Der echt viele gute Filme gemacht hat Ja Ich habe mehr Stärkere Erinnerungen An das Remake Weil ich das öfter gesehen habe Ja Und weil ich das auch als erstes gesehen habe Vor dem Original Und deswegen würde ich behaupten Also wenn ich mit einem Film Mehr verbinde Dann verbinde ich eher Mit dem Remake Mehr Aber ich sollte das Original Einfach auch nochmal gucken Und vielleicht die Filme Gegeneinander halten Ja vielleicht Na Also Der Film ist von 1942 Wurde in den USA inszeniert Und spielt tatsächlich In der Zeit des Zweiten Weltkriegs Und zwar In Polen Soweit ich weiß Und Es geht um Die Gruppe spielt halt Irgendwie so Eine antifaschistische Komödie Und soll das dann aber absetzen Und dann spielen sie stattdessen Hamlets Und der Hauptdarsteller Dessen Frau Hat eine Affäre Die Szene des Films Und wenn er Den klassischen Monolog macht Aus Hamlets Sein oder nicht sein Dann Trifft sie sich Mit dem Mit ihrer Affäre Weil sie genau weiß Weil so ein langer Monolog Und er findet es aber voll kacke Dass der Typ immer aufsteht Steht genau an dieser Stelle Steht immer dieser Typ Auf und geht Er fühlt sich nicht respektiert Ganz toll Genau Und dann Viel drumherum Und es ist eigentlich Eigentlich ist es auch Eine Auseinandersetzung Mit der Freiheit der Kunst Mit der Freiheit des Theaters Genau Und das wird alles Rumgesponnen Um diese Geschichte Von der Affäre Und von dem Schauspieler Auf der Bühne Der Damit nicht klarkommt Und gilt als Klassiker Und ich muss den unbedingt Auch mal wieder sehen Das ist echt lange her Da ich den gesehen habe Ja Also gerade Ja genau Vor den Nazis Weil genau Weil die Nazis Dann in Marschau Einmarschieren Und ihnen Ja genau Jetzt kriege ich Und Ernst Lubitsch War ein Migrant Aus Deutschland Der geflohen weiß Er war Jude Und War aber Ne Er war nicht geflohen Jetzt bin ich bei Wikipedia Er ist Er war schon 1922 In die USA Ausgewandert Ah Aber 22 Ist er sehr früh Da wusste man noch gar nicht Was da ist Nein Ja genau Er ist einfach Einfach ausgewandert Wie viele In der damaligen Zeit Und Hat aber natürlich Sehr hellhörig Betrachtet Was da in Deutschland Vor sich geht Ja Und genau Das war dann ja auch schon Die Zeit Übrigens wie Chaplin Mit seinem Diktator Er hat Probleme gehabt Geldgeber für den Film zu finden Warum Als er den inszeniert hat Im Jahre 41 War das noch nicht so Dass die Nazis So offen angegriffen wurden Aus den USA Ja Und genau Chaplin hatte ja auch das Problem Dass sein Diktator Nicht gespielt wurde In einigen Kinos Weil die gesagt haben Wir haben zu viele deutsche Zuschauer Können wir nicht machen Und offensichtlich Hatte Lubitsch Auch ähnliche Probleme Und Schwierigkeiten Das Geld zu kriegen Für den Film Und Auch schon überlegt haben Zu kürzen Und da wurde auch Ein bisschen gekürzt Und dann sagst du Irgendwann noch so Nach 59 Minuten Plor Wir haben schon Eine Stunde Zehn Minuten Sehr viele Zuschauer Sitzen da kopfkratzend Wo sind diese Ich habe Vielleicht eine Mach-To-Do-About-Nuffing Inszenierung gesehen Wahrscheinlich irgendwann mal So in jungen Jahren Ja Und ich fand diese Inszenierung toll Ich mag den B-Plot Ich finde den A-Plot Langweilig Aber das ist egal Weil der B-Plot Im Vordergrund steht Und Spaß macht Schön Vielen Dank Dass du es geguckt hast Ja danke Dass du es mir gezeigt hast Das war wirklich
Johannes Franke: Ist okay Kein Problem Ich komme damit zurecht Echt
Florian Bayer: Oder was meinst du Ja ja Wir haben uns The Fall angeschaut Von Tarzan Sing Und ich werde einfach mal Vorlesen Was ich geschrieben habe Eine kleine Einführung The Fall von Tarzan Sing Aus dem Jahr 2006 Gehört ein wenig Zu den vergessenen Fantasy Perlen Der frühen 2000er Jahre Von der Kritik Wurde ihm damals Vorgeworfen Zu eskapistisch Zu sehr auf Visuelle Reize Aus zu sein Und in den folgenden Jahren wurde kaum noch Über ihn geredet Nicht zuletzt auch Weil Sing als Regisseur Nicht mehr groß Erscheinung getreten ist Dabei gehörte Fall zu den Schönsten Vertretern Einer filmischen Gattung Die in den letzten 10 bis 15 Jahren immer wieder durch Herausragende Produktionen Aufgefahren ist Das Loblied auf die Kindliche Fantasie In einer Geschichte Die sich tendenziell eher An Erwachsene richtet Für den düsteren Erwachsenen Ton Sorgt in diesem Fall Der Protagonist Roy Ein Stuntman Der nach einem Schweren Unfall Am Set Und dem Verlust Seiner Freundin In einem Krankenhaus In Kalifornien Der 1920er Jahre Dahin Vegetiert Er hat jede Hoffnung Und jeden Lebensmut Verloren Entschuldigung Mein Handy hat reagiert Alexa Ist dir schon mal aufgefallen Wenn das passiert Sagen wir was anderes War das Google Es war Google Es war Google Hat Google einen Namen Ne du musst Halt die Schnauze Ich sag's dir Aber Google Google braucht keinen Namen Wie Siri oder wie Alexa Sondern es ist einfach Nur Okay Google Ja Es ist einfach nur Okay Google Er hat jede Hoffnung Und jeden Lebensmut Verloren Und will sich mit einer Überdosis Morphium Das Leben nehmen Um an diese zu gelangen Will er eine Mitpatientin Die 5-jährige Alexandria Ein Kind rumänischer Einwanderer Das sich bei der Arbeit Auf einer Orangenplantage Den Arm gebrochen hat Ausnutzen Sie soll ihm Die weggeschlossenen Medikamente Für seinen Freitod beschaffen Um sie auf seine Seite zu ziehen Beginnt er ihr Eine eklektische Geschichte Von 5 Abenteurern zu erzählen Die unterwegs sind Um den tyrannischen Gouverneur Odius zu stürzen The Fall bleibt allerdings Nicht bei der Erzählung Von Roy stehen Alexandria beginnt sich In die Geschichte Einzumischen Um deren Brutalität Und Düsternis Verursacht durch Roy's Depressionen Aufzubrechen Es entspinnt sich Ein faszinierender Zweikampf Zwischen dem naiven Kind Und dem lebensmüden Stuntman Um die narrative Hoheit In dem entworfenen Märchen Es wird im Laufe der Handlung gesagt Aber es wird nicht Also es wird nicht Einfach so platt eingeführt Der Charakter ist am Anfang Im Krankenhaus Es wird viel Im Verborgenen drüber geredet Also so um die Ecke Wir sehen oft auch Gespräche Aus der Perspektive des Kindes Eigentlich Ich habe jetzt Roy So zum Protagonisten gemacht Aber eigentlich ist Alexandria Die Protagonistin Und ihre Erlebniswelt Und auch ihre Eindrücke Der Realität Und deswegen kriegen wir Auch nur bröckchenweise Informationen Was mit diesem Mann geschehen ist Weil wir es einfach Durch ihre Augen sehen Und sie kennt sich Überhaupt nicht aus Mit Stuntman Und mit Filmen Sie erzählt ihr ja am Anfang Dass er für Filme arbeitet Und sie versteht das überhaupt nicht Also er sagt Pictures Und sie ist okay Bilder Und dann sagt er nochmal Konkretisiert er nochmal Moving Pictures Und versucht das zu erklären Und wir merken Dass sie ein Kind ist Das überhaupt keinen Kontakt Damit hat Und das liegt nicht nur An der Zeit Das sind die 1920er Jahre Kino hat noch Einen gewissen Exotenstatus Aber es liegt Auch vor allem daran Dass sie einfach mal Kinderarbeit macht Sie arbeitet auf einer Orangenplantage Und sie hat sich auch Offensichtlich beim Orangenpflücken Den Arm gebrochen Ja Es wird Wirklich Pö a pö Und röpfchenweise Wird uns erzählt Was er gemacht hat Aber es wird Es wird alles erzählt Wir erfahren Wir erfahren von ihm Dass er einen Film macht Und wir erfahren von ihm Auch irgendwann Dass er sein Geld Damit verdient Dass er fällt Und dass er springt Und diese Verknüpfung Mit den Anfangsszenen Kommt dann natürlich auch Wenn sie ganz am Schluss Seinen Film gucken Ja am Schluss Wo diese eine Szene ist Wo er auf das Pferd springt Und wo klar ist Okay ist er dieser Stuntman Und dann erzählt sie Auch nochmal Und sie hat die Filme gesehen Und da hat sie ihn Immer wieder erkannt Wie er was abgekriegt hat Auf den Kopf Beziehungsweise Ich glaube schon viele Also er hat ihr ja Tatsächlich gesagt Das sind meine Stunts Und ich bin ein Stuntman Und das stimmt Der Film fällt Überhaupt nicht Mit der Tür ins Haus Was seine Was seine Protagonisten sind Was sie antreibt Und auch nicht Du hast es verpasst Tatsächlich Ach das ist schade Ich muss dazu sagen Ich habe den Film jetzt Natürlich auch schon Mehrmals gesehen Ja das ist halt das Ding Das gehört zu den Filmen Die ich gerne wieder sehe Weil er mich damals Wirklich beeindruckt hat Beim ersten Sehen Und gerade weil er In dieses Genre fällt Kindliche Geschichten Oder kindliche Fantasie Und deren düsteren Seiten Und da gibt es Mittlerweile wirklich Eine ganze Handvoll Hervorragender Filme Ja Und ich finde Er gehört immer noch Zu den Stärksten Und er macht das Auf eine ganz starke Art und Weise Gerade weil er uns In diese Perspektive Des Kindes entführt Und auch teilweise rein Zwingt und auch diese Naivität die das Kind hat In seiner Vorstellung In den Vordergrund rückt Also eine Eine wirklich schöne Sache Die ganz banal ist Ist es der Roy wenn er seine Geschichte anfängt Von dem Indien erzählt Und Roy ist Ein Western Stuntman Er hat offensichtlich In vielen Western Die damals viel gedreht Wurden gespielt Und natürlich meint er Ein Indianer Sie kennt überhaupt Keine Indianer Sie hat keine Vorstellung Davon was das sein soll Sie kennt kein Kino Und wenn du 120 lebst Kennst du keine Indianer Wenn du nicht Irgendwo in der Nähe Eines Reservates lebst Und deswegen stellt Sie sich einen Inder vor Weil ein Inder bei ihr Auf der Orangenplantage arbeitet Und das fand ich So einen netten Twist Und von diesen Twists Gibt es mehrere Dass er Sachen erzählt Und sie das nicht Richtig versteht Und sie macht halt Ihre Sache draus Sie macht ihre Geschichte draus Und davon lebt der Film Wir haben diese Wir haben eigentlich Wir haben Drei Perspektiven Wir haben zum einen Die Perspektive von Roy Der dieses Märchen entwirft Und der dabei Total eklektisch vorgeht Der sammelt einfach Wild zusammen Er ist kein Geschichtenerzähler Und dann nimmt er halt Das was er kennt Dann sagt er Okay da kommt Charles Darwin vor Das ist der Wissenschaftler Der mit dem Affen unterwegs ist Und dann haben wir Einen Indianer Und noch einen Sklaven Also offensichtlich Irgendwie so zusammengeklaubt Aus der Geschichte Und packt sich selbst Noch als Banditen mit rein Und sie macht dann daraus Ihr naives Märchen Und die dritte Figur Die dann natürlich auch drin ist Unfreiwillig ist der Regisseur Der darüber seine opulenten Bilder spannt Weil die Bilder die wir sehen In dem Film Sind nicht nur die Bilder Die sie sieht Sondern das sind auch einfach Die Bilder von Tarsem Singh Und das sind natürlich krasse Bilder Und das sind auch erschlagene Bilder Und das sind eskapistische Bilder Und das ist natürlich einfach mal so Hey Was haben wir visuell drauf Womit kann ich das Publikum reizen Und das ist Ich weiß ja nicht wie du es empfunden hast Aber Das ist natürlich das was total hervorsticht Diese krassen gewaltigen Aufnahmen Absolut Crazy shit Alter Wahnsinn Es ist tatsächlich Tarsem Singhs Werbefilmer gewesen Und er hat wie gesagt Nicht viel inszeniert Also das selber So sein größter Film Und auch sein erfolgreichster Film Der bei der Kritik Komplett durchgefallen ist Auch zu Recht Hast du den gesehen? Aber Du hast es zu der vollen Kritik gelesen Ah okay Weil The Cell war wirklich kein guter Film Der ist visuell auch total beeindruckend Da macht er genau dasselbe Allerdings ist die Story Mist Es ist ein Mystery Thriller Mit Jennifer Lopez Die nicht das schlechteste an dem Film ist Oh Genau Ups Aber Jennifer Lopez hat auch ein, zwei Mal Ganz gut gespielt In Out of Side war sie ganz gut Okay Aber genau Es ist ein Film mit einer schwachen Story Und es ist so eine typische Mystery Thriller Serienkiller Geschichte Halt mit diesem Twist Dass sie in die In den Kopf Dieses Dieses Killers reißt Und dann gibt es diese beeindruckenden Bilder da Und die sind auch wieder toll Aber der Film ist Müll Aber im Grunde ist es doch das gleiche Konzept Sind ja auch Schön inszeniert Und beeindruckend inszeniert Also ich meine Es spielt zwar in diesem Krankenhaus Und das ist eher ein trister Ort Aber er findet ja trotzdem Immer wieder so Szenen Die visuell reizen Diese Schattenspiele Wenn sie irgendwas durch die Tür beobachtet Und dann verglich ein bisschen rein Dann sehen wir sich nur Und Schatten bewegen Wenn sie den Typen Der die Röntgenaufnahmen macht Sieht Und der für sie Wie sie ein Ritter aussieht Und dann auch in Zeitlupe kommt Und durch den Raum stolziert Und sie hat total Angst vor ihm Und versteckt sich Die Realität ist auch Permanent durchflossen Von dieser kindlichen Vorstellungskraft Ich glaube es geht dem Film nicht um Kontrast Von Realität und der Fantasie Nee aber mir wäre es Weil der Film die Perspektive Des Kindes einnimmt Und das Kind Sieht die Welt einfach Mit den Augen Eines Phantasten Ja Das Kind sieht Immer merkwürdige Dinge Und fantastische Dinge Und sehr vieles Ist für das Kind neu Deswegen macht es für das Kind Auch keinen Unterschied In der Bedrohungslage Ob da jetzt Ein Kind Ein anderes Kind Geröntgt wird Von einem komischen Typen Mit einem Metallhelm Auf dem Kopf Wie es halt damals Einfach aussah Oder ob da Düstere Ritter kommen Das ist beides Gleich erschreckend Da gibt es Und dieser Diese Fluidität Zwischen Realem Erleben Und Fantastisch Das finde ich Hat der Film getroffen Und das kauft ihm auch ab Dass das auch sein Ziel war Dass er nicht die Realität Irgendwie als harten Kontrast Machen wollte Zu der Fantasie Das ist eher das Was zum Beispiel Auch ein Film Der in diese Gattung fällt Pan's Labyrinth Das ist ein Film Der das gemacht hat Der hat die Realität Auf der einen Seite Hartkrieg Und dann die Fantasie Auf der anderen Seite Und auch da Überlappen sie sich ein bisschen Aber es gibt einen deutlicheren Cut Zwischen der Fantasiewelt Und der realen Welt Da fand ich es sehr gut gemacht Pan's Labyrinth war großartig Naja der ist Also was diese Gattung Film betrifft Gehört Pan's Labyrinth Natürlich zu den Referenztiteln Die immer wieder erwähnt werden Ich finde tatsächlich The Fall Ist für mich auf einer Ebene Mit Pan's Labyrinth Und ich kann auch nicht verstehen Dass ihm so viel vorgeworfen wurde Dass er so eskapistisch wäre Weil ich finde Er trifft die kindliche Wahrnehmung Teilweise viel besser Eben weil er diese Naivität immer wieder Ins Spiel bringt Dieses Unschuldige Das das Kind hat Das hat Pan's Labyrinth Der auch eine ältere Protagonistin hat Ein bisschen Ein bisschen verzockt Indem er zu sehr dem Kind Auch einen düsteren Blick Auf die Welt gegeben hat Und dieser Film Schafft es besser Dass das naive Und das düstere Parallel existieren zu lassen Und auch immer wieder Miteinander ringen zu lassen Ich verstehe Die Geschichte Nicht nur die Geschichte In der Fantasiewelt Was du zur Realität gesagt hast Das stimmt auch total Die Inszenierung Ich glaube Die Art des Erzählens Ist teilweise Ich glaube man könnte Clumsy sagen Im Englischen Tollpatschig Es stolpert so ein bisschen Hin und her Es hat keine Klare Stringenz Und ich glaube Das ist auch eine Schwäche Von Tarsem Singh Dass er nicht Klar Kohärent Inszenieren kann Es passt halt In diesem Film so gut Weil die Wahrnehmung Des Kindes Auch keine Kohärenz hat Und die Geschichte Die er sich zusammenwürfelt Die hat auch keine Kohärenz Er improvisiert Er will Antismorphium Er will nichts anderes Als diese scheiß Tabletten haben Und natürlich Fängt er dann an Zu überlegen Was mache ich denn jetzt Okay Pass auf Da sind fünf Leute Da ist Darwin Und da ist Der Sprengmeister Und man merkt Das Improvisierte Merkt man dieser Geschichte an Und das finde ich auch Wiederum stark Weil es ist Es ist natürlich Ein komplett Durchinszenierter Film Aber dadurch Dass das so ein bisschen Tollpatschig Ein bisschen stolpernd wirkt Hat es diesen Improvisationscharme Den so eine Geschichte hat Aber an irgendwas Sie haben Versprecher von ihr Haben sie teilweise Indie-Story mit eingebaut Ja Dieses Ding mit dem Morphin Ja Wo sie das eher als eine 3 liest Ja Das haben sie einfach Das fanden sie witzig Und haben das reingelassen Und haben das sogar Zu einem wesentlichen Story-Element gemacht Nämlich dass sie ihm am Anfang Erstmal nur drei Morphium-Tabletten bringt Weil sie gedacht hat Morphin-Free Mhm Und dann fragt ihr Was hast du mit den anderen gemacht Naja die habe ich das Klo runtergespült Und sie haben Sie haben sie teilweise Sie hatten wenig Wenig Crew am Set Wenn sie mit ihr gedreht haben Und sie haben Sie so weit es ging In dem Glauben gelassen Dass Roy sich tatsächlich Nicht bewegen kann Dass der tatsächlich Ans Bett gefesselt ist Um ihr Um ihr diesen Rahmen zu geben Dass das glaubwürdig ist Dass sie das glaubwürdig spielen kann Dass sie Ja Dass er von ihr abhängig ist Und das hat wirklich Offensichtlich gut funktioniert Schön Ja weil sie ist wirklich Ja Das gehört aber auch dazu Sie ist halt auch Ein kindrumänischer Einwanderer Also was sie spielt Die Rolle die sie spielt Kann nicht gut Englisch Und kann nicht gut reden Ja ja Und lispelt Und nuschelt sich was zurecht Und versteht auch teilweise Nur die Hälfte Wenn du nach einem roten Faden suchst Für mich ist der rote Faden Ganz klar die Beziehung Zwischen Roy und Alexandria Ja Und das wird auch In dieser Geschichte Wieder gespiegelt Dass Roy ist lebensmüde Und Roy will sterben Und Roy hat eigentlich Keinen Kopf Für eine schöne Putzige Geschichte Und das ist ja Und dadurch ist das Das Spiel in der Geschichte Ist eigentlich permanent Dieses Spiel zwischen ihnen beiden Teilweise Zuerst Zuerst ist sie nur passiv Dann fängt sie irgendwann an Mit ihm zu kooperieren In der Geschichte Und irgendwann wird die Geschichte Auch zu einem Kampf Zwischen den beiden Ja und sie Steigt mit in die Geschichte ein Sie steigt mit in die Geschichte ein Das ist der Kampf Sie sagt jetzt Okay Es gibt diesen Moment Wenn die fünf Helden Gefangen genommen sind Und er sagt Es gibt keine Hoffnung Und alles ist verloren Und dann sagt sie Nein doch Wir müssen da raus Pass auf Ich bin's Deine Tochter Und dann kommt sie aus diesem Sack raus Der da stand Und dann ist sie in der Geschichte drin Und dann rettet sie ihn Ja Verbalisiert sie ja auch Genau Das ist auch meine Geschichte Und es ist Es sind nicht nur diese Szene Das ist schon ganz am Anfang Wir haben diese fünf Helden Die unterwegs sind Und der Dieb Der zuerst als ihr Vater Inszeniert wird Mhm Und dann sagt sie Mein Vater ist aber tot Und dann sagt er Okay Dann bin ich das jetzt Und dann schreibt Roy Sich selbst in die Geschichte Weil ihr Vater tot ist Mhm Und sie wollen eigentlich Er will seinen Bruder retten Und Parallel passiert Im Krankenhaus Dass Roy will Dass sie ihren Zeh Dass sie seinen Zeh anfasst Weil er wissen will Ob er noch was spürt im Bein Weil er hat irgendwie Angst Dass er nicht mehr laufen kann Und dann sagt sie Ich hab deinen Zeh angefasst Und er glaubt ihr nicht Und ist dann sauer auf sie Und deswegen macht er der Geschichte Ein schlechtes Ende Und deswegen lässt er den Bruder hängen Sie kommen dann Deswegen Das ist diese Szene Wo sie ihm den Zeh anfasst Und sagt Ja ich hab dein Zeh angefasst Und er ist total sauer Er hat nichts gespürt Du hast meinen Zeh nicht angefasst Du hast gelogen Okay ich erzähl dir die Geschichte jetzt weiter Sie kommen in den Palast des Bruders an Da hängt der Bruder Und dann sehen wir das Wie der Bruder quasi geopfert wurde Und blutend da hängt Und diese Parallelisierung von Realität Von ihrer Beziehung Und der Geschichte gibt's ständig Dass er auf sie reagiert Er ist wütend auf sie Und deswegen knallt er ja einfach mal So ein krass böses Ende Von dieser ersten Von diesem ersten Subplot da hin Warum? Da gibt es auch diese Beerdigung von seinem Bruder Dann von Roy Von den Banditen in der Geschichte Und er sagt Oh und ich werde jetzt Odios vernichten Und alles Spanische Und dann schnitt zu ihr Wie sie sagt Ich dachte der wäre Spanisch Ähm nein Er ist französisch Und dann redet er kurz Mit französischem Akzent weiter Also es ist ständig auch Wenn er in seiner Geschichte Durcheinander kommt Was ihm halt auch passiert Einfach diese Tabletten hat Und weil er durcheinander ist Und kaputt ist Dann hinterfragt sie das auch Und er versucht die Geschichte Ad hoc anzupassen Und ich find diese Momente Sind total toll Und davon lebt Lebt halt auch diese Fantasy Geschichte Die Natürlich hat sie diese Opulenten Reize Und diese komplett chaotische Story Die keine richtige Story ist Ja Aber sie lebt davon Dass sie halt ständig hinterfragt wird Und dass ständig das Was zwischen ihr und ihm passiert In diese Geschichte mit eingeflochten wird Wenn er wütend auf sie ist Wird die Geschichte düster Wenn er verzweifelt ist Wird die Geschichte tragisch Und wenn sie keinen Bock mehr darauf hat Dann wird die Geschichte nochmal kurz heroisch Oder kriegst du gar nie ironische Note Das ist ja eine ganz banale Geschichte Fünf Helden sind unterwegs Um den bösen Gouverneur zu töten Treffen unterwegs auf eine Frau In die sich der Bandit verliebt Die Frau stellt sich als der Verlobte Des Gouverneurs heraus Und er will sie deswegen töten Aber dann heiraten sie Und dann schließlich beschließen sie Den Gouverneuren Zur Strecke zu bringen Und brechen bei ihm ein Und dann bricht das Chaos aus Und so eine simple Geschichte Mich dann noch zu verwirren Das musst du erstmal schaffen Ich glaube es ist zum Teil Wirklich der Tollpatschigkeit Der Narration von Thasem Singh verschuldet Ich glaube aber auch Dass es teilweise Konzept ist Oder zumindest passt es Passt es einfach zu dem Rahmen der Geschichte Es passt wie Arsch auf Eimer Dass sie Dass das eine Geschichte ist Die ein lebensmüder Typ im Krankenhaus Einen kleinen Mädchen erzählt Das ihn ständig unterbricht Und dass die Geschichte auch ständig ändert Und dass diese Geschichte ständig angepasst wird Das ist nur weil Maya Die Duck Walker Kritik zu The Cell geguckt hat Da macht Duck Walker das Ja Maya hat zu viel Channel Awesome geguckt Ich fand tatsächlich Ben The Cell Gebe ich dir total recht Da hat er versucht einmal so Ich mach jetzt Psychoanalyse Guckt euch die Bilder an Hier ist das Trauma Hier ist das Bild Versteht das Versucht das zusammen zu bringen Ich finde er macht das überhaupt nicht in diesem Film Diese Bilder sprechen einfach für sich Und zwar in dem Sinne Dass sie Und das ist ja auch das Was ihm viel vorgeworfen wurde von der Kritik Dass sie einfach nur purer Eskapismus sind Dass sie einfach nur Auf die visuelle Kacke gehauen sind Ich hab da nicht große Intellektuelle Anspielungen gesehen Sondern einfach nur wunderschöne Bilder Wenn der Priester Der sie verrät Böse lacht Und dann gibt es den Schnitt Auf die Wüstenszene Wo sie liegen Aber das wird von dem Gesicht des Priesters Auf die Wüste geschnitten Die dann kurz noch dieses Antlitz hat Das ist ganz toll Ja aber das muss man nicht interpretieren Das ist keine Das ist keine groß symbolische Kunst Darum geht es auch nicht Und wenn Wenn die Tänzer dann bei der Hochzeit Da rumtanzen Und er vorher einmal Einmal gewedelt hat Und dann wedeln die Tänzer auch so Das ist einfach Ich finde da gibt es keine großen doppelten Böden Sondern das ist einfach Dem Film geht es da einfach um die schönen Bilder Naja Was es natürlich gibt Es gibt diese Anspielungen auf Reale Persönlichkeiten Also er hat Charles Darwin zum Beispiel dabei Was ganz süß ist Der den Affen namens Wallace hat Das soll Alfred Russell Wallace sein Der auch Evolutionsbiologe war Und der mit Darwin Sich viel ausgetauscht hat Und der eigentlich so der zweite große Evolutionsbiologin Neben Darwin war Und von der Geschichte So ein bisschen vergessen wurde Aber auch weil er sich irgendwann Zum Spiritisten Und zum religiösen Menschen entwickelt hat Und Dann von Darwin und den anderen Evolutionstheoretikern So ein bisschen verstoßen wurde Ja Dann gibt es den Sklaven Den nennt er Otter Das ist inspiriert von Otter Benger Einem Afrikaner Kurz gucken Woher der ursprünglich kam Der von einem Sklavenhändler Verkauft wurde An eine Für die Völkerschau von New York Im Jahr 1906 Und der später Traurige Bekanntheit Erreicht hat Weil er In New York Im Zoo Ausgestellt wurde Im Affenhaus Zusammen mit einem Orang-Utan Oh Gott Und im Käfig Okay Und dann irgendwann Gab es ganz große Proteste Von verschiedenen Bürgerbewegungen Bürgerrechtsbewegungen Und Er Durfte sich dann irgendwann Im Zoo frei bewegen Hat es aber auch Total kacke gefunden Und hat dann Hat dann wohl auch angefangen Sich mit Besuchern anzulegen Und war ziemlich aggressiv Und Ist dann schließlich Komplett raus Und war kurze Zeit Wieder zurück in Afrika Da hat er keinen Anschluss gefunden Und hat dann in Amerika Weitergearbeitet Zu den verschiedenen kleinen Jobs Irgendwie so eine Total traurige Geschichte Von einem modernen Sklaventum In Verbindung mit Rassismus Mit völkischem Denken Ja Aber auch diese Anspielungen Sind jetzt nicht besonders Intellektuell Sondern es ist so ganz klar Der Roy Der Geschichtenerzähler Nimmt halt Personen Die er irgendwie so im Kopf hat An die er sich erinnert Er hat offensichtlich mal Von Darwin gehört Er hat das nicht Er hat von diesem Ota Banger gehört Das war halt auch In der Zeit damals Also es war damals Einfach eine Berühmtheit Die man kannte Wenn man ein zweimal Zeitungen gelesen hat Okay Und er baut die in seine Geschichte Ein Es muss nicht groß interpretiert werden Und zwar nicht in dem Sinne von Es ist so realist Sondern einfach Es ist ein Bild Ein spannendes Fantasy Bild Ich meine Da ist einfach der Punkt Den Priester mit Orangen Sie sagt zu ihm Ich habe heimlich den Priester mit Orangen beworfen Sagt die Prinzessin in der Geschichte Und das ist natürlich eine Anspielung auf das kleine Mädchen Weil das den Priester mit Orangen beworfen hat Und das Mädchen sagt dann auch direkt Ne das habe ich nicht gemacht Wie kommst du darauf Das stimmt doch gar nicht Es ist einfach niedlich Es wird diese Dieses Kindliche wird die ganze Zeit reingeflochten Und nein Ich sehe da keine Keine große Seht mich an Ich bin Intellektuelle Surreale Kunst Oder kryptische Kunst Sondern ich sehe da einfach nur Ich bin ein schönes Bild Und ich bin übrigens das Produkt Von einem lebensmüden Mann Der diese Geschichte erzählt Und einer kindlichen Vorstellung Und naja Hoppla Ungewollt Und die Der opulente Größenwahn Von Tarsem Singh Der wundervolle Bilder inszenieren will Ich bin Der Film schreit die ganze Zeit It means nothing Echt ja Okay Ja I am art But Eskapistische Kunst Halt Einfach Ästhetizismus Okay Es will vor allem gut aussehen Und es will visuell beeindrucken Tarsem Singh übrigens War Werbefilmer Ja ja ja Und war unterwegs in Europa Und hat dann Hat bewusst Jobs angenommen Die ihn nach Paris gebracht haben Und nach Rom Weil er hat gesagt Er will dieses Zeug Diese Bilder Ja Will er nicht im Studio drehen Sondern er will Bilder vor Ort haben Und hat dann extra Die Darsteller aus dem Film besetzt Damit er die günstig Nach Europa kriegt Und das alles Für eine Szene Die 30 Sekunden dauert Es gibt diesen tollen Zeitraffer Sie sind unterwegs zu Odeos Und dann laufen sie Durch die Wüste Und durch den Dschungel Und dann laufen sie Am Eiffelturm vorbei Und am Kolosseum Und es ist Es ist so eine schöne Szene Und es ist so übertrieben Ja Und man kann sich das auch so Bildlich vorstellen Wie er da sitzt Und das erzählt Ja Und wie er einfach sagt Und dann kamen sie ja noch An einem großen Turm vorbei Und so nach und nach Irgendwie so Was ihm halt gerade einfällt Womit er das Kind beeindrucken könnte Ja Das stimmt Finde ich toll Ja Ja Es gibt auf jeden Fall Es gibt auch dieses Exotistische Moment Wo sie die Eingeborenen zeigen Wenn der Ja Wenn der Mystiker Die Karte ist Und dann in diesem Ritual Wohlwollend könnte man sagen Er kolportiert Vorstellungen der damaligen Zeit Ja Sklavenhandel Ja Und wie schwarz behandelt wurden Und Bös will ich vielleicht nicht Aber kritisch könnte man Definitiv anmerken Dass er Damit natürlich Klischees und Stereotype Reproduziert Genau Die eigentlich Überholt sind Dass er so halb nackt rumläuft Zum Beispiel Ja und wie er sich gebärdet Eine relativ kleine Rolle Genau Und er ist der Wilde Und Er ist nicht sehr zentral Ja Kann ich verstehen Ja Gerade bei dem Film Der natürlich so ein Film ist Der eigentlich will Dass man sich dem Ganzen hingibt Genau Denke ich Jammerfilm Okay Erzähl Für mich ist das emotionale Epizentrum Nicht seine Geschichte Sondern ganz klar ihre Geschichte Und das gibt es auch In einem ganz zentralen Moment Auch ein bisschen kryptisch erzählt Wirklich im Zentrum des Filmes Nachdem er zum ersten Mal Viele Tabletten genommen hat Und Moment ich muss einmal kurz schauen Genau Und zwar Er hat vermeintlich Viele Tabletten genommen Er wollte, dass sie von Seinem Zimmernachbarn Tabletten stiehlt Und es stellt sich dann heraus Dass das nur Zucker war Und er rastet total aus Und sie kriegt das ein bisschen mit Und ist total traurig Und Will dann für ihn Nochmal die richtigen Tabletten holen Und dann gibt es diesen Horror Moment Wo sie den Wo sie den Ritter sieht Den vermeintlichen Ritter Und das ist ja eigentlich nur der Mensch, der das Röntgengerät bedient Und dann greift sie zu dem Morphiumglas Und fällt dabei Und dann fällt sie auf den Kopf Und dann gibt es diese Traumsequenz Und wir erfahren zum ersten Mal So ein bisschen stärker Zusammen Auch mosaikhaft Was ihre Geschichte ist Und offensichtlich wurden sie in Rumänien Von Dieben überfallen Wo sie herkommen Und dabei ist ihr Vater gestorben Also man sieht irgendwie Das Haus hat gebrannt Es sind Diebe Sie ruft auch Papa, they steal our horse Und offensichtlich War ein Pferd damals Verdammt viel wert Insbesondere da Wo sie gelebt haben Und man sieht Wie die wütenden Menschen Das Haus abbrennen Das ist so eine Mischung Aus Erinnerung Und Albtraum Und dann sehen wir ja auch Wie dieser Puppe Das Papier aus dem Kopf genommen wird Das offensichtlich sie ist Also sie Sie ist gefallen Und sie hat irgendwie Eine Vision Wie ihr das Gehirn rausgenommen wird Und für mich Ist das emotionale Epizentrum Zum einen Dass sie eine viel Tragischere Geschichte Erlebt hat als er Also du hast vollkommen recht Er ist ein Jammerer Und er Sein Todeswunsch Ist auch sehr merkwürdig Ausdekliniert Weil er Genau Er ist halt vom Pferd gefallen Er ist eventuell Querschnittsgelähmt Und hat seine Freundin verloren Aber das mit der Freundin verloren Ist halt auch wirklich Kein großer relevanter Plot Der spielt eher eine Rolle In der Geschichte Aber was für mich Emotional viel stärker ist Ist was mit dem Kind passiert Zum einen Was dieses Kind schon Für Scheiße erlebt hat In ihrem Leben Ja Und wie sie lebt Ich meine sie ist Sie ist halt Sie arbeitet Sie geht in keine Schule Sondern sie muss Auf der Orangenplantage arbeiten Ja Und zum Zweiten Wie für sie so eine Geschichte Eine Möglichkeit ist Rauszukommen Und eine eigene Welt Aufzubauen Und wie viel aber auch Durch seine Schuld In ihr kaputt gemacht wird In ihr Angst erzeugt wird Sie ist ein traumatisiertes Kind Und in dieser Geschichte Erlebt sie ja nochmal Fast sowas wie eine Traumatisierung Und ich fand das total stark Und ich finde am Schluss Wenn dann Wenn die letzte Version Der Geschichte kommt Wenn sie einbrechen Wird das besonders stark Dass man mit ihr mitfiebert Und dass man ihr wünscht Dass sie da irgendwie rauskommt Dass sie da irgendwie Einen Ausweg findet Ja Also ich Ich hab mich total Ich hab mich total von ihr Emotional mitreißen lassen Und gerade Und auch in so wenigen Momenten So kleine Momente Die in Kindern viel auslösen können Und das ist die Der letzte Teil der Geschichte Wenn sie in den Palast einbrechen Und er dann anfängt Er ist betrunken Und er ist sauer Dass das nicht geklappt hat Mit dem Mit dem Selbstmord Und er ist betrunken Und er erzählt ihr Dass die Story nur ein Trick war Und sie will unbedingt die Geschichte Und er sagt Aber die hat kein HBN Aber sie will trotzdem die Geschichte Und dann fängt er an zu erzählen Wie sie da rein stürmen Und dann fängt er an Alle umzubringen Und ich leide da so mit ihr Ja absolut Und sie gehen zusammen In diesen Palast Und einer nach dem anderen Wird umgebracht Und sie sagt Nein du kannst doch nicht Den auch noch umbringen Was machst du da Warum lässt du alle sterben Und er sagt Alle müssen sterben Und sie sagt Ich mag die Geschichte nicht mehr Und es hat mich emotional Total berührt Und bewegt Und ich fand es richtig krass Wie das Kind verletzt wird In der Geschichte Und wie das Kind Gleichzeitig dagegen aufbegehrt Und ja es war einfach Für mich war das Ein totaler emotionaler Anker Und der ist natürlich In diesem Moment am krassesten Aber den hatte ich auch vorher schon Ich fand ihre Geschichte Wie wir so nach und nach erfahren Was sie erlebt hat Wie sie lebt Das hat mich die ganze Zeit gehalten Ich bin einfach bei ihr Ich bin nicht bei ihm Ich finde Ich gebe dir vollkommen recht Dass er rumjammert Und dass seine Selbstmordabsichten Noch irgendwie merkwürdig sind Und Ja das Okay genau Stell dich nicht so an Ist eine blöde Aussage Aber irgendwie ist Ist er einfach nicht Der Typ an dem man sich Emotional festhält Aber dafür ist sie das Umso mehr Und das kulminiert In diesem letzten Moment Wenn sie wirklich Gegeneinander kämpfen Und sie sagt Nein du kannst doch nicht Alle umbringen Und er bringt sich trotzdem Alle um Das ist wirklich Ein tragischer Moment Der mich total fesselt Bin ich ganz bei dir Ich brauche seine Geschichte nicht Ich muss an seine Geschichte Nicht andocken können Weil ich an ihre Geschichte Genug andocken kann Und vor allem an dieses An dieses Gefühl Als Kind Eine Vorstellung davon zu haben Wie Geschichten funktionieren Ja Wie Fantasie funktioniert Und das auch erfüllt Das erfüllt Die Erfüllung davon zu wollen Ja Und dann Was für eine Irritation Das auslöst Wenn das nicht erfüllt wird Und was für eine Irritation Das auslöst Wenn man plötzlich mit einer Erwachsenenwelt konfrontiert ist Und mit erwachsenen Ängsten Und mit erwachsenen Problemen Weil Er ist natürlich Also Es ist eigentlich total düster Was da ja auch erzählt wird Er nutzt sie total aus Ja Er erzählt diese Geschichte Weil er Er trickst sie eigentlich nur aus Weil er unbedingt die Tabletten haben will Und wenn das nicht klappt Was er vorhat Dann wird der nochmal richtig arschig Und macht ihr wirklich Albtraumhafte Geschichten Ja Und sie ist da drin Und sie kämpft dagegen Und will da raus Und ja Das hat mich einfach bewegt Ich finde der Typ wird halt Der Protagonist wird halt eigentlich Erst stark Dadurch dass er mit dem Kind interagiert Es ist die Paarung Die Also das Kind ist der Das emotionale Epizentrum des Films Und der Typ gewinnt einfach In der Paarung mit ihr Also Erwachsene Kindkonstellation Da gibt es ja auch Haben wir vielleicht auch da Haben wir Haben wir Haben wir Oh mein Gott
Johannes Franke: Unsere Liste
Florian Bayer: Die Bestenliste heißt Ganz ganz ganz ganz klassisch Ich muss kurz einmal scrollen Unsere Bestenliste ist heute Erwachsenen-Kind-Duos Müssen nicht unbedingt Eltern und Kind sein Können natürlich Eltern und Kind sein Ich habe versucht tatsächlich auf Eltern-Kind-Konstellation zu verzichten Vor allem weil wir auch schon Top-Mütter hatten Ich hatte übrigens bei Kommando kurz überlegt Ob ich eine Top-Väter-Liste mache Was Wäre auch ganz interessant gewesen So als Kontrast zur Top-Mütter-Liste Aber genau Wir haben eine Eltern-Kind-Konstellation In jeder Vorstellbaren Variante Und Ja Du musst loslegen Ich habe vorhin losgelegt Ja sind sie auf jeden Fall Wenn ihr mehr zu Jojo Rabbit hören wollt Unsere erste Episode überhaupt Ja Da reden wir sehr lange Stimmt Nicht so lange wie jetzt Wie wir im Moment über Filme reden Nein Aber 45 Minuten Bestimmt Reden wir über Jojo Rabbit Ja Und über die Rolle von Hitler in dem Film Und wie Hitler mit dem Film interagiert Das ist mein Platz 3 Verdammt Den hätte ich dir auf der 1 gesetzt Also hätte ich gedacht Dass du den auf der 1 setzt Okay Aber ja The Kid Ja ich hätte ihn wahrscheinlich Auf die Platz 1 Also ich hab Es ist ein Tie einfach Eins sind zwei Okay Oder bin ich gespannt Was dein Platz 1 ist Dann ist das auf jeden Fall Was ich gerade nicht auf dem Schirm habe Mein Platz 3 The Kid The Kid Doch 21 Gerade mal Originalfassung 67 Minuten Neufassung von 1971 Gerade mal 53 Minuten Jede einzelne Sekunde wert Ja Fantastisch Für mich Chaplin Ja Peak Chaplin Klassischer Tramp Film Das könnte man auch dazu sagen Stumm Film Chaplin ist Tramp Ja Und wird wunderbar ergänzt durch dieses Kind Fuck Okay Dein Platz 2 Genau Dann wäre das jetzt mein Platz 2 Fahrraddiebe Aus dem Jahr 1948 Von Vittorio Des Zika Ein Klassiker Des italienischen Neorealismus Du guckst mich total fragend an Ja Und ich kann nur sagen Schau dir diesen Film an Es ist großartig Aha Es ist ein Film Der sich ganz stark mit Armut beschäftigt Oh Und mit Ja Ein sozialistischer Film zu sagen Ist vielleicht ein bisschen viel Aber er beschäftigt sich mit Mit der Arbeiterschaft Mit dem Proletariat Und vor allem mit den Tagelöhnern in Rom Es geht darum Dass ein Oh ich habe ja doch Eine Eltern-Kind-Konstellation drin Antonio Der Protagonist Der erwachsene Protagonist Arbeitet als Tagelöhner Als Und kriegt einen Job Als Plakatkleber Und braucht dafür Ja sein Fahrrad Und sein Fahrrad Wird ihm gestohlen Und dann Ist er mit seinem Sohn In Rom unterwegs Um die Fahrraddiebe zu schnappen Um das Fahrrad zurück zu kriegen Und ich will jetzt auch nicht spoilern Was passiert Also es ist Ein sehr trauriger Film Sehr bewegender Film Und es ist toll Wie Der Vater Wie der Sohn auf seinen Vater blickt Und wie der Vater auf seinen Sohn blickt Weil das wird nach und nach erzählt Während sie unterwegs sind In der verzweifelten Suche nach dem Fahrrad Das ihre Lebensgrundlage ist Es geht einfach mal ums Überleben Toller Film Ja Also wenn Wenn man Wenn man den ultimativen Neorealistischen Film sehen will Aus dieser Zeit Dann muss man diesen Film sehen Auch hochgelobter Klassiker Also ich glaube Wenn du Neorealismus Und in Italien googelst Kommt das als allererstes Okay Sehr bewegender Film Sehr spannender Film Und Nach wie vor politisch auch brisanter Film Cool Ja Gute Wahl Ja schön Warum hast du daran nicht gedacht Den hatte ich Also Zum einen hätte ich den nicht als Johannes Film auf dem Schirm zwingt Ich weiß dass du den Film magst Weil wir haben uns schon über den Film unterhalten Vielleicht haben wir ihn sogar schon zusammen geguckt Kann auch sein Ja Aber es ist jetzt einfach kein klassischer Johannes Film Also ich würde Wenn ich Wenn ich sage Welcher Film ist eher Johannes Ähm Leon der Profi Oder The Kid Dann würde ich sagen The Kid Jean Reno Ja Anfang 90er Ne Muss ich googeln Hab ich nicht im Kopf 1994 Okay Und ist ein Amerikanischer Film Aber von Luc Besson Ne Der Viele gute Filme gedreht hat Dann mal dein Platz 1 Mein Platz 1 ist Ich bin schon wieder in Italien Cinema Paradiso Aus dem Jahr 1988 Du nix Ich hoffe du kennst den Film Nein du kennst den nicht Ah schade Das ist auch Das ist ein Johannes Film Okay Es wird erzählt von dem äh Filmregisseur Salvatore Mhm Der sich an seine Kindheit In einem kleinen Fischerdorf In Italien erinnert Und Es geht darum Dass er Er fährt an den Ort seiner Kindheit zurück Und er erinnert sich Wie es als Kind war Und im Zentrum dieser Kindheit Steht seine Freundschaft Mit einem Filmvorführer Mit dem Filmvorführer Alfredo Und er darf als Kind Bei ihm arbeiten Weil der nicht mehr Nicht mehr sehen kann Okay Und darf die Filme vorführen Und bekommt durch ihn die Liebe zum Kino gezeigt Ah Und es ist eine Genau eine Erwachsenen-Kind-Kombi Die vor allem die Liebe zum Film Und die Liebe zum Kino Erzählt Okay Und es ist Der Film ist die schönste Liebeserklärung an das Kino Die man sich vorstellen kann Schön Ganz nostalgisch Ganz romantisch Teilweise vielleicht auch ein bisschen romantisiert Aber toll erzählt zwischen Gegenwart und Vergangenheit Und immer wieder mit der Liebe zum Film Und wie diese Liebe zum Film in einem Kind durch einen Erwachsenen geweckt wurde Großartiger Film 1988 kann ich nur empfehlen Schön Ja Irgendwie habe ich das Gefühl Jede einzelne meiner Top 3 Filme Wird dir besser gefallen als The Fall Ich glaube du hast dich An der falschen Figur festgehalten Du hast zu sehr versucht Dich am Erwachsenen festzuhalten Ja Ich mache dir keinen Vorwurf Ich bin ein bisschen enttäuscht Nicht wütend Enttäuscht Nur enttäuscht Was ist denn dein Fazit Für mich Eine der schönsten Liebeserklärungen An die kindliche Fantasie Und an die Möglichkeit Geschichten zu erzählen Und Geschichten zu variieren Das visuell atemberaubende Alles zur Seite gekehrt Auch einfach Eine tolle Auseinandersetzung damit Was passiert Wenn erwachsene und kindliche Bedürfnisse Aufeinandertreffen Und Die Auch die Stärke erzählt Die Kinder haben Wenn sie ihre Bedürfnisse Durchsetzen wollen Im Fantastischen Ja Eine tolle Fantasterei Ein bisschen gesponnen Ein bisschen Konvolutet Auf jeden Fall Gebe ich dir vollkommen recht Aber in seinen emotionalen Momenten In den wichtigen emotionalen Momenten So stark Dass das alles vergessen ist Und zwar die emotionalen Momente des Kindes Ja Ja Und Visuell beeindruckend genug Dass man über sehr viele Kleinere Storyputzer hinwegseht Plus Die Storyputzer passen auch einfach Zu der Art der Geschichte Ein Fünfjähriger Oder eine Fünfjährige Kann keine Klar stringente Geschichte erzählen Aber ausgerechnet Realistisch erzählen zu wollen Dass ein Kind das halt nicht kann Da ist nichts realistisch Und alles andere ist unrealistisch Ja Es passt einfach Der einzige Treffer von Tarsem Singh Er hat ja sonst nichts gemacht Das zählt halt noch Und irgendwie so ein paar Auftragsarbeiten Und viel Werbung Aber hier hat er in Volltreffer gelandet Und wir werden von dem nichts mehr sehen Was Diese Qualität hat Und es ist schade Dass dieser Film vergessen wurde Weil ich glaube Dieser Film hat eigentlich Das Zeug zum Klassiker Auch wenn viele, viele Leute Was weiß ich Anderer Meinung sind Schaut ihn euch an Macht euch selbst Bildet euch selbst ein Urteil Danke, Johannes Dass du Dass du ihn geschaut hast Nein, wir brauchen Wir brauchen mehr Kontroversen Das Tolle bei Siskel und Ibert Ist ja, dass ich ständig Unterschiedlicher Meinung sind Und sich dabei gegenseitig beleidigen Wir sind eigentlich viel zu nett Zueinander zu unseren Filmen Wen meinst du Siskel und Ibert? Ja Was ist das? Das müssen wir rausschneiden Was? Das ist eine große Wissenslücke Roger Ibert und Gene Siskel Die Filmkritiker Amerikas Der 60er, 70er, 80er, 90er, 2000er Okay Und die haben zusammen Oh, du musst Okay Google auf YouTube Weil, also Aber Siskel und Ibert Ist geil Also guckst dir an Das sind 5 Minüter Wo sie sich über Filme streiten 5 Minüter?
Johannes Franke: Ja
Florian Bayer: Wir reden eine Stunde und eine Dreiviertel Fürs amerikanische Fernsehen aktuelle Filme Und sie hatten dann immer so 10 Filme pro Sendung Und jeder hat Aber jeder hat auch so 5 ausgesucht Und sie waren oft unterschiedlicher Meinung Und das Geile ist Also sie sind Sie sind so die geachtetsten Kritiker In Amerika Ihr Wort ist Gold Okay Aber Sie haben ganz oft auch daneben gehauen Und auch so zukünftige Klassiker Total falsch eingeschätzt Ah geil Und dann sowas gesagt wie Taxi Driver ist totaler Müll Fiktives Beispiel Okay Taxi Driver waren sie sich wahrscheinlich einig Aber es gibt so einige Filme Wo sie echt drüber herziehen Und so im Nachhinein haben die sich Als total Klassiker entpuppt Das ist die Konklusion dieser Folge Okay Bleibt dran Wenn ihr wissen wollt Wie es nächste Woche weitergeht Oh ich bin schon gespannt Ich freu mich drauf Ich kann leider keinen sächsischen Akzept machen Was haben wir denn Ich habe für dich einen Film aus den 70ern wieder Ich mache hier gerade meine 70er Liste Und zwar Okay verstehe Und einen Film den ich auf meiner noch zu sehen Liste habe Das heißt einen Film den ich selbst auch noch nicht gesehen habe Oh okay Der aber zum einen als Klassiker des Historienfilms gilt Und zum anderen von einem Regisseur ist Den ich sehr schätze Sowohl für seine visuelle Stärke Als auch für seine narrative Stärke 1900 von Bernardo Bertolucci Aus dem Jahr 1976 Der berühmte 1900 Ja ja Okay Novogento ist tatsächlich nicht so ein berühmter Film Ist auch ein bisschen in Vergessenheit geraten Eine Zeit lang Und hat jetzt Ein Vor einigen Jahren Ein neues Release gekriegt Als Blu-ray Oder DVD Im Directors Cut Aha Hätten wir jetzt eine Kamera Würde ich das Ding in die Kamera halten Das ist nämlich eine wirklich total schöne Edition Die ich jedem Philippaba ans Herz legen kann Auch wenn ich noch nicht weiß wie der Film selbst ist Es ist einfach eine wunderschöne DVD-Box von Koch Media Soweit ich weiß Okay dann werde ich mir Kennst du sicher oder? Diesen Film habe ich zum ersten Mal mit dir zusammen gesehen Vor zehn Jahren wahrscheinlich Oh wirklich? Ja Das heißt ich habe auch dich infiziert Du hattest damals auch mich infiziert Ach wie schön ist das denn Cool Aber es ist cool Ich habe ihn das letzte Mal vor zehn Jahren gesehen Okay Zusammen mit dir Und ich bin sehr gespannt Cool
