Episode 156: Die Feuerzangenbowle …Und einen guten Rutsch ins neue Jahr
Für den weihnachtlichen Kater, vielleicht auch für das Vorglühen zu Silvester hat Johannes diese Woche „Die Feuerzangenbowle“ von Helmut Weiss mit Heinz Rühmann aus dem Jahr 1944 mitgebracht. Wie schlägt sich der Film im Vergleich zur Vorlage von Heinrich Spoerl? Wie schlägt sich die Endzeit des Nationalsozialismus in dieser locker leichten und nostalgischen Komödie wider? Und funktioniert dieser Klassiker auch heute noch zu Weihnachten oder Silvester?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 156: Die Feuerzangenbowle …Und einen guten Rutsch ins neue Jahr Publishing Date: 2023-12-27T13:15:49+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/12/27/episode-156-die-feuerzangenbowle-und-einen-guten-rutsch-ins-neue-jahr/
Florian Bayer: die stehen nicht auf gegen das System oder gegen die Personen, sondern die spielen in diesem System die Streiche, die in diesem System funktionieren.
Johannes Franke: Weil kein System mehr attraktiv ist, wenn man nicht ein Minimum an Subversivität zulässt.
Florian Bayer: Genau. Eine Feuerzangenbowle hat es in sich. Nicht wegen des Katers, das ist eine Sache für sich. Eine Feuerzangenbowle ist keine Bowle. Sie ist ein Mittelding zwischen Gesöff und Hexerei. Bier sackt in die Beine, Wein legt sich auf die Zunge, Schnaps kriecht ins Gehirn, eine Feuerzangenbowle aber geht ans Gemüt. Weich und warm hüllt sie die Seelen ein, nimmt die Erdenschwerien weg und löst alles auf in Dunst und Nebel.
Johannes Franke: Das hast du aber schön gesagt, Flor.
Florian Bayer: Ich muss dir sagen, ich habe mich in Vorbereitung auf diese Episode...
Johannes Franke: Ich dachte, du wolltest sagen, du hättest dich in Vorbereitung auf die Episode besoffen.
Florian Bayer: Hätte ich vielleicht auch machen sollen, aber ich habe mich tatsächlich komplett nicht wiederverliebt, weil ich habe das vorher noch nie gelesen, Ich habe mich in das Buch verliebt, zu dem Film, über den wir heute reden. Die Feuerzangenbowle von Heinrich Spörl.
Johannes Franke: Die hast du nochmal gelesen, das Buch?
Florian Bayer: Eine Mischung aus Lesen. Und dann vor allem hören. Und zwar ganz große Empfehlung an alle auditiven Menschen da draußen. Ihr hört ja gerne zu, wenn Menschen Sachen erzählen und Einer, der viel besser erzählen kann als Johannes und ich, ist Götz Alsmann.
Johannes Franke: Danke, dass du das für mich jetzt irgendwie festlegst, dass ich das nicht so gut kann wie Götz Alsmann.
Florian Bayer: Ich habe 2004 die Feuerzangenbowle eingelesen, den ganzen Text von Heinrich Börl und es ist fantastisch. ich nur mal so ein bisschen reinhören und dachte auch so, ja, so als Vorbereitung ein bisschen nochmal hören, wie der Roman ist, dass ich vielleicht ein bisschen vergleichen kann und ich habe das Ding dann einfach komplett gehört. Und bin hin und weg. Was für ein schönes Buch.
Johannes Franke: Oh, wie toll. Das Lustige ist, ich habe diese Werbung immer wieder eingespielt bekommen auf meinem Handy, weil ich ja so viel Feuerzangenbowle kriege. gegoogelt habe und gezeugt gemacht habe. Und dann wurde mir das natürlich wieder vorgeschlagen, immer wieder und immer wieder. Ich habe widerstanden. Ich habe gedacht, ach Götz Alsmann, ja, okay. Macht er bestimmt gut.
Florian Bayer: Macht er unglaublich gut. Das ist wirklich toll. Wie er die Stimmen der Lehrer... imitiert, also wie sie ja auch schon im Text festgelegt sind und wie sie auch von unseren Schauspielern gesprochen werden. Er macht das ganz fantastisch und es ist wirklich ein Hörerlebnis. Man findet das Ganze auf Spotify. Es lohnt sich. Es ist wirklich schön und ich kann es jedem wärmstens ans Herz legen, der das Buch vielleicht noch nicht kennt, noch nicht gelesen hat, noch nicht gehört hat. Aber heute wollen wir natürlich über den Film reden.
Johannes Franke: Juhu!
Florian Bayer: Und zwar nicht über den Film aus dem Jahr 1970.
Johannes Franke: Und auch nicht über den Film aus dem Jahre 1934. Nein. Obwohl ich auch diesen gesehen habe.
Florian Bayer: Oh, sehr gut. Dann kannst du mir was davon erzählen. Den habe ich nämlich nicht gesehen. Wir reden über den großen Klassiker von Helmut Weiß. Naja, eher von Heinz Rümer aus dem Jahr. 1944, der in die deutsche Filmgeschichte eingegangen ist, als eine der besten Komödien, die jemals in Deutschland gedreht wurden und der jedes Jahr auch regelmäßig wiederholt wird an Weihnachten und an Silvester und vor allem zwischen den Jahren, wo wir uns jetzt befinden.
Johannes Franke: Genau, und um mal jetzt, wo ihr wisst, worum es geht, den Schritt nochmal zurückzumachen. Los, wir sind zwischen den Jahren, wir dürfen Freitag. Was sollen wir denn jetzt noch machen? Weihnachten hinter uns, ich hab's überlebt. Hast du? Ja, ich habe. Was hast du geschenkt bekommen?
Florian Bayer: ganz viele tolle Geschenke. Was für eine gemeine Frage. Ihr wisst, dass wir diese Episoden vorher aufnehmen. Das heißt, wir sind leider noch nicht da, wo ihr jetzt gerade seid. Ihr habt den Weihnachts... Kater hoffentlich überstanden. Seid bereit für das Silvesterfeiern und den Silvesterkater und habt hoffentlich auch ein bisschen Zeit, euch einzulassen auf einen echten zwischen den Jahren Klassiker. Genau das. wo er hingehört.
Johannes Franke: Ich bin ja mit Silvester besser als mit Weihnachten, muss ich sagen.
Florian Bayer: Ach echt?
Johannes Franke: weil Weihnachten hat so einen komischen Ursprung, mit dem ich nichts anfangen kann, religiöser Natur und so. Das ist nicht meins. Aber Silvester ist so ein selbstgewähltes Ding, wo man sagt, Okay, ich habe ein Jahr geschafft, das ist hinter mir. Ich habe entweder ein gutes oder ein schlechtes Jahr gehabt und ich überlege, wie das neue Jahr aussehen soll.
Florian Bayer: Du bist auch so jemand, der sich dann schick macht und rausgeht, oder? Du gehst an Silvester weg.
Johannes Franke: Nicht immer, aber ich mache das tatsächlich sehr gerne. Ich finde, es gibt Böller immer schlimm und so weiter. Das sind so Sachen, mit denen ich wieder nichts anfangen kann. Aber ich finde das Grundkonzept... Und auch sich dafür schick zu machen, zu sagen, ich schaue mal, was das neue Jahr bringt und es ist ein Moment zum Zurückblicken und ein Moment zum Vorausschauen. Und das finde ich spannend. Und irgendwie macht dieser Film das auch.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Also es ist wirklich ein Film, er hat noch so ein bisschen diese Melancholie, die auch sehr gut zu Weihnachten passt, so diese sanfte, warme Melancholie. Aber er hat natürlich auch so ein bisschen diesen Feiertrang. Dieses wir blicken zurück, wir blicken nach vorne und wir feiern dabei und haben ordentlich Spaß.
Johannes Franke: Wobei das nach vorne blicken nicht so viel Gewicht bekommt. Das nach vorne blicken ist ja eher, oh Gott, da möchte ich gleich ein Zitat einbringen.
Florian Bayer: Bitte.
Johannes Franke: Und zwar hat nämlich die EPD-Film im März 1994 geschrieben über diesen Film. Die Feuerzangenbowle gehört zu jenen schizophrenen Filmen aus der Spätzeit des Nationalsozialismus, die zugleich dem Regime dienen und über sein Ende hinausblicken wollen, die voller offener oder unterschwelliger Nazi-Ideologien sind? Und zugleich von einer Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung zeugen, die sozusagen schon mit der Verdrängung der Schuld beginnt, während sie noch geschieht.
Florian Bayer: Ja, jetzt hast du gleich einen riesigen Ballast ausgepackt, über den wir natürlich auch reden müssen. Inwieweit ist die Feuerzangen wohl ein Propagandafilm? Inwieweit ist ja... Extrem konservativ, extrem reaktionär. Aber vielleicht auch inwiefern hat er schon was Progressives oder zumindest was, was sagt... hey, die Nazi-Zeit wird auch irgendwann vorbeigehen.
Johannes Franke: Deswegen sage ich, der Film guckt eben auch in die Zukunft irgendwie. Und zwar auch, wie das hier das Zitat sagt im letzten Satz, dass er schon mit der Verdrängung der Schuld beginnt, während sie noch passiert. Und das ist schon krass. Das finde ich am Film tatsächlich ziemlich krass, weil man natürlich den Film nicht gucken kann, ohne ihn einzusortieren in seine Zeit.
Florian Bayer: Ganz wichtig. Darüber werden wir auf jeden Fall auch reden. Fangen wir einfach mal mit der Vorlage an von Heinrich Spörl, die ja auch in der Nazi-Zeit entstanden ist und zwar in der jungen Nazi-Zeit, in den frühen 30er Jahren. Spörl, der wenig Geld hatte, der sich in der Zeit viel durchgeschlagen hat und es mit verschiedenen Jobs versucht hat, ist zusammengekommen mit einem... damals sehr guten Freund von ihm, und zwar Reimann. Und dann gab es auch tatsächlich Urheberrechtsstreitigkeiten, weil Reimann in einer Autobahn... Biografie später nochmal von sich behauptet hat, er hätte eigentlich den Großteil geschrieben, während Spörl gesagt hat, ja, Reimann hat mich inspiriert und hat auch geholfen mit Ideen. Und es war ein bisschen Pingpong und dann habe ich das geschrieben.
Johannes Franke: Aber hat Reimann nicht die erste Verfilmung maßgeblich beeinflusst?
Florian Bayer: Reimann war da auf jeden Fall irgendwie immer so ein bisschen mit drin und Reimann war auch ein wirklich wichtiger Weggefährte von Spörl. Ich glaube, es ist schwer, das so auseinander zu klamüstern, wer jetzt genau für welchen Part verantwortlich ist. Aber das Ding ist auf jeden Fall Spörl zugeschrieben worden. Und es wurde auch von ihm geschrieben, sehr gezielt auf eine Verfilmung hinarbeitend. Das war eigentlich schon so ein bisschen im Entstehen als Skript angelegt und es kam dann ja auch ein Jahr später dieser Film so ein Flegel, den du offensichtlich gesehen hast.
Johannes Franke: Ja, auch mit Rübern in der Hauptrolle. Und zwar eine Doppelrolle in diesem Fall. Er spielt zwei Brüder, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen und so weiter. Und der eine ist in der Schule und der andere ist schon ein sehr erfolgreicher Schriftsteller. Theatermacher. Du guckst so oft den Tee. Soll ich dir Tee geben? Bitte, ja.
Florian Bayer: Ich warte die ganze Zeit.
Johannes Franke: Dann musst du aber eingießen, damit ich erzählen kann, was mit dem Film ist.
Florian Bayer: Du musst mir nur die Kanne rüberreichen, weil ihr seht das jetzt nicht, aber wir haben ein sehr kompliziertes Setup mit zwei...
Johannes Franke: mit Hörspiel.
Florian Bayer: Moment, noch nicht loslassen.
Johannes Franke: Man muss das alles, ja genau, hast du es?
Florian Bayer: Zwei Computer, zwei Mikrofone, dazwischen auch noch andere, auf jeden Fall viele Kabel dazwischen.
Johannes Franke: Du vergisst den Elefanten, der hier an der Seite steht. Ja, ruhig Dumbo, alles gut, alles gut. Wir kommen gleich wieder zu dir. Der Film, der erste Film, was für ein Pflege. Das ist, ich muss sagen, ich habe mir den Film angeschaut und ich finde... dass da schon sehr viel schöne Satire dabei ist. Allerdings 1934 und es ist noch nicht so ausgearbeitet wie der Film später aus dem Jahre 44. Der ist ein bisschen lose vom Gefühl her. Da sind viele Szenen aneinandergereiht und hält sich auch nicht ganz so stark an die Vorlage. sondern er hat irgendwie andere Erzählmittel noch mit drin. Er erfindet ein Theater, in dem der Bruder arbeitet, der sehr erfolgreich ist als Schriftsteller. Sehr jung anscheinend, sehr erfolgreich. Und dann wird er immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass sein Bruder, der irgendwo auf dem Dorf in der Schule ist, doch irgendwie nicht so gut in der Schule aufgehoben sei. Die Bildung, die er da bekommt, kann er sowieso nicht würdigen. Und ist sehr schlecht darin, Bildung zu genießen, in Anführungsstrichen. Und naja, ist derjenige, der in der Schule immer den Scheiß macht, also der Klassenklon. Und dann geht der ältere Bruder, beziehungsweise ich habe das Gefühl, dass er der Ältere ist, wird aber nicht gesagt. Jedenfalls, der Ältere reist in die Schule und... um ihn da entweder runterzunehmen oder mal rauszufinden, was eigentlich mit dem ist. Der andere jedoch... Macht genau das Gegenteil. Der sagt sich, ich muss mal zu meinem Bruder, irgendwie gibt es hier Stunk an der Schule, ich muss da hoch. Fahren die gleichzeitig los und verpassen sich und nehmen die Rolle des jeweils anderen ein. Das doppelte Lottchen im Grunde.
Florian Bayer: Ah, und wird auch erzählt, wie der Junge sich schlägt als Doktor oder als Mann von Welt?
Johannes Franke: Es wird genau in beide Richtungen erzählt, was der eine mit der Rolle des anderen macht und vice versa. Und naja, dann wird der Schulteil irgendwie abgehandelt, dann wird aber auch der Theaterteil abgehandelt, in dem der Lausbub als Theaterregisseur da ist. Und auch nicht so richtig weiß, wer es machen soll. Natürlich kommt es zu lustigen Situationen und so. Aber der Film ist nicht ganz so auf den Punkt natürlich. Weil er auch viel zu viele Themen behandelt oder viel zu viele Schauplätze hat und Figuren hat, als dass er sich so sehr auf dieses Thema Schule begrenzen könnte. Und das ist ja das, was diesen Film hier verkauft, den wir besprechen.
Florian Bayer: Wobei die Feuerzangenbowle sowohl das Buch als auch der Film... Sind ja auch sehr episodisch geschrieben. Es gibt zwar so Haupthandlungsstränge, die sich durchziehen. Aber er setzt schon sehr darauf, dass vor allem diese einzelnen Streiche, diese Lausbuben-Geschichten als einzelne Episoden verkauft werden, die irgendwie so für sich stehen könnten.
Johannes Franke: Aber das macht der Film, der kleinere, der von 1934 macht das nicht so sehr. Der erzählt nicht in Episoden, deswegen in Episoden, weil er die Streiche erzählen will. In dem Film ist es einfach, ich habe das Gefühl, ein bisschen unfreiwillig, weil er sich von einer Szene in die nächste wirft, um irgendwie... Ein bisschen unbeholfen, die Sachen zusammen zu flicken.
Florian Bayer: Es war ein großer Erfolg, der Film. Er ist gut angekommen. Er hat gut Geld eingespielt und genau die Ufa war das, die dafür verantwortlich war und dann befanden befinden wir uns in der Zeit des Nationalsozialismus und Spörl ist jetzt einfach ein gemachter Mann. den Erfolg sowohl von dem Film als auch von seinem Buch, vor allem von seinem Buch und schreibt fleißig lustige Unterhaltungsromane. die Mitte der 30er Jahre noch nicht so dieses Verruchte haben wie dann in den 40ern, wo klar ist, hier soll irgendwie der Bombenhagel etwas übertünscht werden mit einem lustigen Lachen. und er wird dann auch schließlich mitverantwortlich für das Drehbuch des des zweiten Wurfes, für den Heinz Rühmann sich ganz stark verantwortlich zeigt. Und Heinz Rühmann, über den müssen wir ja eigentlich reden in dem Zusammenhang. Eine deutsche Comedy-Legende.
Johannes Franke: Ich würde sagen... Wir fangen mit Rühmanns Geschichte ein bisschen an, bevor wir uns genauer mit dem Film auseinandersetzen. Gehen aber in Rühmanns Geschichte nur bis zu diesem Film und versuchen danach mal noch die Aftermath so ein bisschen zu klären. Ja. Weil das ist auch interessant, was ist mit Heinz Rühmann eigentlich passiert, nachdem der Krieg vorbei war, nachdem alles verloren war und nachdem sein Arbeitgeber... einfach nicht mehr existierte und auch sein Publikum, naja, nicht ganz so weitermachte wie zuvor. Sagen wir mal so. Das muss man sehen. Lexikon.
Florian Bayer: Heinz Rühmann wurde 1902 in Essen geboren, Hoteliers Sohn. Er hatte eine Schullaufbahn, von der er dings... später dann als Jugendlicher schon nicht mehr so begeistert war, weil es sehr früh sich in ihm verfestigt hat, dass er eigentlich als Schauspieler arbeiten will, vor allem am Theater.
Johannes Franke: Und die Eltern waren nicht so begeistert.
Florian Bayer: Nee, seine Eltern waren wie bei so vielen Künstlerbiografien nicht begeistert von der Idee. Und er ist dann schon sehr früh als junger Mann in einer Münchner Laien-Spielgruppe gelandet. in der Augustenstraße und hat dann Friedrich Basil vom Hoftheater kennengelernt, der ihm Schauspielunterricht gegeben hat und
Johannes Franke: dass der gleiche Typ, der Hitler auch seine Gesten beigebracht hat? Weil das habe ich aufgeschrieben.
Florian Bayer: Oha!
Johannes Franke: Ja, Heinz Ullmann.
Florian Bayer: Heinz Ullmann und Adolf Hitler hatten denselben Schauspiellehrer.
Johannes Franke: Richtig.
Florian Bayer: Sehr gut zu wissen. Ging in komplett unterschiedliche Richtungen ihre Karriere. Mhm. Auf jeden Fall hat er dann unter Basel gearbeitet und war in Preslau und war dann in Hannover und an verschiedenen anderen Orten. Und Rühmann hatte immer so ein ganz kleines Problem. Rühmann wollte eigentlich die Helden spielen, die großen. tapferen Kämpfer, die Drachen besiegen und Jungfrauen retten etc. Rühmann war aber relativ klein und relativ untersetzt.
Johannes Franke: In diese Zeit und auch, also dann gerade bei den Nazis dann später, das hat nicht so gepasst eigentlich. umso erstaunlicher ist, was für eine Karriere er gemacht hat. Aber das Rollenfach ist nicht der Held geworden. Er ist nie der große Held, der die Drachen erlegt geworden hat.
Florian Bayer: gelernt, was besser bei ihm funktioniert, nämlich wenn er Leute zum Lachen bringt.
Johannes Franke: Und das ist im Grunde der kleinen Bürger... der irgendwie, also Identifikationsfigur ist für den Kleinbürger, der es durch Witz... Und verschmitztem Lächeln irgendwie schafft, aus jeder Situation rauszukommen.
Florian Bayer: Er ist der Proto-Lausbub. Wir haben ja später in der Bundesrepublik so eine Zeit Peak-Lausbubengeschichten als Unabhängige. unglaublich viele Verfilmungen von diesen Helmut-Thoma-Romanen rausgekommen sind. Hansi Kraus hieß der, glaube ich, der das immer gespielt hat. Diese Lausbubengeschichten. Und er ist eigentlich so ein bisschen Vorbild davon. Jemand, der sehr ernst sein kann. Und der sich sehr genau an die Regeln hält und genau weiß, in welchen Momenten er die Regeln brechen muss mit einem verschmitzten Lächeln, um das dann trotzdem mit Charme nochmal einfangen zu können und dann lachen alle mit ihm. Und er hat dann über das Theater, kam er auch zum Fernsehen und eine seiner großen Rollen war 1930 die drei von der Tankstelle.
Johannes Franke: Das ist auch bis heute ein Film, der immer wieder geguckt wird. Ja, ein Schweizer Klassiker. Das ist schon echt krass. Also das muss man auch erstmal schaffen. Aus den 30ern etwas ins Fernsehen bis heute. Also wer guckt sich Metropolis im Fernsehen abends an? Weißt du, es ist nicht Arte, sondern es ist wirklich regulär bei RTL oder sowas abends im Fernsehen.
Florian Bayer: Es ist wirklich Massenunterhaltung. Und das hat er perfektioniert. Und er war dann auch in den 30ern. Als eben die Zeit des Nationalsozialismus begonnen hat, in den frühen 30er Jahren war er Einfach einer der berühmtesten und einer der bestbezahltesten Schauspieler in Deutschland. Und er hatte Werbeverträge. Er war ein Star. Er war das, was wir heute als Star verstehen. Er hat Werbung gemacht, er war auf Plakaten zu sehen, er war in Werbespots zu sehen und er hat zahllose Filme gedreht. Jeder kannte sein Gesicht, jeder fand ihn witzig, jeder fand ihn cool.
Johannes Franke: Es ging so weit, dass die Nazis ihm dann eine eigene Arbeitsgruppe gegeben haben. Also er hat wirklich quasi wie selber Produzent seine Crew gehabt, die mit ihm gearbeitet haben.
Florian Bayer: Sowohl Goebbels als auch Göring waren ausgesprochener Heinz-Rühmann-Fans. Und mit Goebbels war er auch tatsächlich persönlich bekannt, was ihm dann auch in einigen Momenten den Arsch gerettet hat, zu denen wir gleich auf die wir gleich zu sprechen kommen. Er war mit ihnen bekannt und die Nazis fanden das auch witzig, was er gemacht hat und fanden das gut. Das heißt, er hatte Was seine Kunst betrifft, hat er überhaupt keine Probleme. Es war halt auch unpolitisch, es war Unterhaltung, es war seicht. Es ist überhaupt nicht angeeckt mit dem neuen Regime. Und dementsprechend konnte er seinen Shit machen, aber... Also, Moment, ganz kurz zwischenwerfen.
Johannes Franke: Es gibt ja nur zwei Gründe, warum man bei den Nazis ein Stein im Brett hat. Und der eine ist, entweder man ist es völlig unpolitisch, was Heinz Rühmann war, Oder man ist der Kollege von Heinz Röhmann, der sich voll ranwirft und bei Jutz Süß die schlimmsten Sachen spielt und bei allen möglichen... Es gab wirklich Schauspieler, wo man denkt, ach du Scheiße, wie krass haben die sich da rangeworfen, um Karriere zu machen und um vielleicht auch eigene Ideologien mit einzubringen. Ich weiß es nicht.
Florian Bayer: Und ganz wichtig, das ist kein Freispruch für Heinz Rühmann, weil natürlich gab es auch noch andere Optionen. Es gab sehr viele, die sich mit dem Regime angelegt haben, Es gab viele, die fliehen mussten. Es gab viele, die richtige Probleme hatten. Heinz Rühmann ist vielleicht das, was man so am ehesten bei den Schriftstellern als inneres Exil bezeichnet hat. Er hat halt einfach sein Ding gemacht, das war einfach nicht politisch. Er hat sich wenig mit der Politik auseinandergesetzt, hat sich versucht gut zu halten, soweit, dass er sich nicht verbiegen musste. Und jetzt nochmal, um zu dem Aber zurückzukommen, er war mit einer Jüdin verheiratet, beziehungsweise mit einer Frau, die vom Regime als Jüdin gesehen wurde, Maria Bernheim.
Johannes Franke: Ich habe mich in dem Zusammenhang nochmal damit beschäftigt, wer wie von den Nazis eingestuft wurde als Halb- oder Vierteljude oder was auch immer. Und ich denke die ganze Zeit... Fuck, Alter, wie pervers ist das denn? In der Religion und dann auch noch irgendwie so halb und viertel und was auch immer. Es ist so absurd. Es ist wirklich so absurd.
Florian Bayer: Und das hat dazu geführt, dass er als Ehemann von einer Frau auf der Judenliste von der Reichsfilmkammer ausgeschlossen wurde und zwar 1936, was damals de facto einem Berufsverbot Gleichkram. Das heißt, du konntest nichts mehr drehen. Deine Karriere war zu Ende.
Johannes Franke: Ja, aber bei Rühmann ging das ja dann andere Wege.
Florian Bayer: Heinz Rühmann? war gut bekannt mit Goebbels und hat sich dementsprechend mit Goebbels auseinandergesetzt. Und es gibt auch mehrere Einträge zu Heinz Rühmann in Goebbels Tagebüchern, Und das ist einer von den bedeutendsten, wo er nämlich darüber schreibt, dass Heinz Rühmann Probleme hat. Und Heinz Rühmann klagt uns sein Eheleid mit einer Jüdin. Ich werde ihm helfen. Er verdient es, denn er ist ein ganz großer Schauspieler.
Johannes Franke: Wie sieht denn die Hilfe aus? Das klingt gerade sehr, also wenn man weiß, welcher Bösewicht Goebbels quasi ist, wenn man sich den als Filmbösewicht vorstellt. Dann ist das ein Eintrag, der dazu führt, dass diese Frau umgebracht wird. Aber das ist ja nicht der Fall.
Florian Bayer: Nein, nein, es gab eine Sonderangenehmigung. Wir sind auch noch Mitte der 30er Jahre. vor Beginn des Zweiten Weltkriegs und vor der Eskalation der Shoah. Und da war es jetzt so, dass er erstmal eine Sondergenehmigung gekriegt hat, die allerdings auch sehr wackelig war. Und eigentlich war der Deal, dass ihm dann von mehreren Seiten angetragen wurde, du musst dich scheinen lassen, sonst geht das nicht weiter. Und er hat es eine Zeit lang versucht.
Johannes Franke: Er hat ja auch bei dem Fragebogen, den er bekommen hat am Theater... reingeschrieben, dass seine Frau keine Religionsgehörigkeit hat. Was natürlich keiner zu irgendeiner Sekunde geglaubt hat, aber er hat es trotzdem gemacht und das war ein Mut, der nicht immer belohnt wurde. Es gab ja auch andere Schauspieler, die das gemacht haben und die hatten mehr Probleme als Röhmann.
Florian Bayer: Auf jeden Fall hat er sich dann tatsächlich scheiden lassen. Etwas, was ihm retrospektiv lange vorgehalten wurde von der Öffentlichkeit, von den Medien, von... Von kritischer Seite. Es gibt das Narrativ, dass sie sich schon vorher auseinandergelebt hatten.
Johannes Franke: Ja, sie wohnte in Wien schon länger.
Florian Bayer: Sie wohnten auseinander und sie hat dann auch... Kurz darauf hat sie ja auch einen schwedischen Schauspieler geheiratet.
Johannes Franke: Was ja aber eher eingefädelt hat. Das muss man
Florian Bayer: Was wiederum allerdings wahrscheinlich eher so eine Ehe war, damit sie sich den Ärger erspart hat, weil sie war natürlich, sie war die auf der Abschlussliste.
Johannes Franke: Nicht Heinz Rühmann.
Florian Bayer: Aber auf jeden Fall wurde ihm vorgeworfen, er hat sie im Stich gelassen und er hat sich von ihr scheiden lassen, um sich mit dem Regime gutzustellen. Das war 1938.
Johannes Franke: Ja, aber man muss schon dazu sagen, dass er tatsächlich quasi Verkuppler zwischen diesem Schweden und seiner zukünftigen Ex-Frau war. Hat sie auch noch finanziell danach unterstützt?
Florian Bayer: Genau. Also es gab wirklich noch ein Band zwischen ihnen?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und er hat sie nicht in dem Sinne fallen lassen, dass er sich entscheiden lassen und gesagt hat, naja, guck, wie du klarkommst, sondern er hat versucht, sie weiter zu unterstützen. Er hat sich mit dem schwedischen Schauspieler Rolf von Naukow zusammengebracht. Den hat sie auch geheiratet und sie war dann auch in Schweden und damit irgendwie geschützt vor Verfolgung durch die Nazis. Jetzt hat der Zweite Weltkrieg schon angefangen. Und Heinz Frühmann hat sie weiter unterstützt.
Johannes Franke: Es gibt ein Foto von der Frau, von der Ex-Frau und ihm und... Rühmanns neuer Frau. Wie sie alle zusammen in Wien, glaube ich, in einer Wohnung sitzen, noch mit zwei, drei anderen Freunden zusammen und feiern. Und die sind sehr ausgelassen und sehr sorgfältig. Ja. Ich glaube, es gibt sogar Filmmaterial davon. Ja. Also es ist schon schön, dass die sich irgendwie dann alle zusammenraufen und irgendwie helfen. Ich weiß bloß nicht, wie viel davon Rühmanns Narrativ ist. Ja, ja. was er später rausgegeben hat und wie viel davon wirklich so ist.
Florian Bayer: Ich glaube, das ist auch Ganz schwer zu beurteilen und ich finde es auch wirklich, weil wir wissen, wie Menschen, die wirklich eng drin waren in den nationalsozialistischen Kreisen, Und die wirklich scheiße gebaut haben, sich später quasi eine weiße Weste gekauft haben und es geschafft haben, irgendwie sanft in der Bundesrepublik zu landen. Und deswegen wäre ich mit sowas sehr vorsichtig zu sagen, ja und es ist schön, sie haben sich zusammengerauft und alles cool, weil... Also zum einen wissen wir natürlich nicht genau, was da passiert ist und zum anderen wissen wir aber einfach, wie es in Deutschland damals ausgesehen hat und wie sich die Deutschen verhalten haben gegenüber ihren Geschwistern, Freunden, Verwandten, Geliebten in Not.
Johannes Franke: Also wir werden es folgendermaßen machen, den Podcast über, weil das immer wieder auftauchen wird. Es gibt sehr viele Themen, die genau daran hängen, was Röhmann später gesagt hat und was nicht. Ich werde auf jeden Fall immer auf Röhmanns Seite sein und darf den Kritischen spielen, okay? Ja.
Florian Bayer: Heinz Rühmann hat 1940 ein Geburtstagsfünfjahr über Sefgabels gedreht.
Johannes Franke: Ja, das musste er aber auch. Er hätte ja Nein sagen sollen, oder was?
Florian Bayer: Happy Birthday to you. Happy Birthday, lieber Josef.
Johannes Franke: Das war ein sehr süßer Film. Ich habe ihn gesehen.
Florian Bayer: Ein Propagandafilm.
Johannes Franke: Hast du ihn gesehen? Nee, habe ich nicht. Der ist sehr süß. Die Kinder sitzen da und sagen, Papi, herzlichen Glückwunsch und spielen dann irgendwelche Trompeten, die sie nicht spielen können.
Florian Bayer: Schatz, möchtest du noch ein bisschen Gift zu deinem Kuchen haben?
Johannes Franke: Genau, man denkt die ganze Zeit, oh, das ist wirklich hart. Du guckst diesen Film an, siehst diese Kinder und denkst dir, scheiße. Fünf Jahre habt ihr noch. Wer hat noch fünf Jahre und dann seid ihr einfach vergiftet von Eltern. Wie krass ist das denn bitte?
Florian Bayer: Und das ist ja auch was, wenn wir von Römern jetzt in dieser Zeit liegen. Wir haben den Zweiten Weltkrieg. Und es gibt verschiedene Arten von Propaganda. Und die Filme, die Rühmann gemacht hat, fallen, wie du schon gesagt hast, nicht in die Kategorie Jut Süß oder der ewige
Johannes Franke: Jude.
Florian Bayer: Aber das ist ja auch eine Form von Propaganda. Rühmann hat den lustigen, sentimentalen Kitsch Als Begleitmusik zu den Kriegen, zum Genozid und so weiter geliefert.
Johannes Franke: Das Ding ist, Röhmann hat sich gerne dann am Ende natürlich immer wieder dazu geäußert zu sagen, also er hat sich nicht gerne geäußert, er hat tatsächlich sehr... wenig und sehr ungerne über die Vergangenheit geredet nach dem Krieg, aber er hat sehr gerne betont, Dass er immer versucht hat, die Dreharbeiten so lange wie möglich rauszuzögern, damit die Leute nicht an die Fronten müssen. So einzelne kleine Aktionen mit seiner Frau das und so weiter, das hat er alles irgendwie nach vorne gebracht. und hat dann auch gesagt, dass er eben nicht politisch war, genau auch deswegen, damit er sich nicht einspannen lässt, das ist natürlich blauäugig, weil natürlich bist du eingespannt für genau das, was du sagst. Diese... Die fröhlichen Töne zu den Marschgesängen.
Florian Bayer: Sei wie Quacks, steig in dein Flugzeug. Er schießt ein paar Briten und ein paar Russen und vielleicht auch ein paar Juden.
Johannes Franke: Das ist ein richtig schlimmer Film gewesen, muss man sagen.
Florian Bayer: Quax der Bruchpilot 1941.
Johannes Franke: Das war hart. Also da gibt es wirklich Szenen, also ich habe den Film nicht komplett gesehen, ich habe ein paar Auszüge gesehen, Szenen, wo du denkst, ach du Scheiße, da konnte er wirklich kaum mehr Einfluss nehmen auf abgemilderte Dialoge. Es gab wirklich Dialoge, die einfach nicht gut sind.
Florian Bayer: Und das Ganze war als Komödie inszeniert. Das war auch die weitere Unterhaltung. die dazu führen soll, dass die Leute sich fröhlich in die Flieger setzen, um für die Deutschen Krieg zu führen. Und das war auch, Grümann ist der Front entgangen, weil er als Schauspieler so wichtig war, weil er eben diese lustigen, netten Töne geliefert hat, die die Leuten auch an die Nazis gebunden haben. Das ist ein Ding, was man einfach nicht wegreden kann. Was du, glaube ich, auch nicht wegreden willst.
Johannes Franke: Nein, nein.
Florian Bayer: Es ist einfach so. Rühmann war der Komödiant für die Nazis.
Johannes Franke: Also Marlene Dietrich hat es sehr schnell und sehr früh geschafft auszuwandern. Einfach abzuhauen und zu sagen, ich komme dann mal wieder, wenn es soweit ist, wenn ihr fertig seid. Mit eurem Scheiß hier. Sie ist ja dann als eine der ersten, als US-Armee-Mitglied wieder zurückgekommen und wurde auch ausgebotet damals.
Florian Bayer: Ja, natürlich.
Johannes Franke: Verräterin. Landesverräterin.
Florian Bayer: Dem Schicksal ist Rühmann entgangen.
Johannes Franke: Das Ding ist, hätte er das machen können oder hätte es nicht machen können? Hätte er wie sie losziehen können? Er hatte eine Karriere vorher. Es ist nicht so, dass er die Karriere durch die Nazis hatte. Er hätte auf einem Erfolg, den er in Deutschland hatte, vielleicht auch im Ausland aufbauen können. Aber weiß man das als Schauspieler?
Florian Bayer: Das Problem ist, dass seine Karriere eben auch sehr stark darauf gefußt hat, dass er mit den richtigen Kreisen bekannt war und das waren auch die Nazi-Kreise. Er hat Anfang der 30er, bevor die Nazis die Macht ergriffen haben, war er schon der Star.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Aber dass seine Karriere so weiterging... Das hing eben auch damit zusammen, dass er ein Goebbels-Darling war. Und das war er nicht nur als passiver Goebbels-Darling, sondern das war auch jemand, der mit Goebbels gesoffen hat und gesagt hat, Josef. Du bist ein lustiger Kerl. Du kannst mir nicht erzählen, dass er da stand und die gesagt haben, oh, wir finden den so toll und er nichts dazu beigetragen hat. Das kaufe ich ihm nicht ab. Heinz Rühmann stand damals auch so in der Öffentlichkeit und war auch so beliebt, weil er mit den Nazis gut stand.
Johannes Franke: Also ich glaube es ist Charakterschwäche.
Florian Bayer: Ich glaube es ist keine Ideologie. Wir müssen gar nicht sagen, ob es Charakterschwäche oder Ideologie ist. ist, aber wir müssen es einmal festhalten.
Johannes Franke: Ich möchte es sagen. Ich möchte einmal festhalten, dass ich nicht glaube, dass es Rühmanns Ideologie war.
Florian Bayer: Heinz Rühmann war viel zu unpolitisch, um Hast du irgendwas mal gehört von Heinz Rühmann politisch? Heinz Rühmann hat es nie politisch geäußert.
Johannes Franke: Null.
Florian Bayer: Das war kein politischer Mensch.
Johannes Franke: Und das auch nicht nur durch die Nazis, weil er gedacht hat, oh Gott, da darf ich mich nicht anwanzen. Politisch, sondern auch vorher schon. Er hat ja nie was Politisches großartig gesagt.
Florian Bayer: Das Ding ist halt, Rühmann war auch kein Humanist oder so. Der hat auch nicht in seinen Filmen irgendwas... Gerade so Komödien, gerade auch sowas wie die Feuerzangenbowle. Das bietet sich natürlich an und dazu kommen wir jetzt gleich zu sprechen, weil jetzt sind wir gegen Ende des des Zweiten Weltkrieges, wenn die Feuerzangenbowle gedreht wird, 1944, 43, 44. Er hat darauf verzichtet, irgendwie so humanistische Ideen reinzubauen. So universelle Menschenrechtsideen kann man in solche Filme sehr gut reinbauen. Da hat er auch komplett drauf verzichtet. Der wusste sehr genau, Was die Nazis sehen wollen und was sie nicht sehen wollen. Und darauf werden wir auch zu sprechen kommen, was in diesem Film gezeigt wird, was ganz klar offensichtlich das ist, was die Nazis sehen wollen.
Johannes Franke: Natürlich. Aber das sticht aus diesem Film so raus wie so ein Dorm, der so reingepflanscht ist. Es ist so ein bisschen seltsam.
Florian Bayer: Weiß ich nicht. Ich glaube, da werden unsere Meinungen auch auseinander gehen, was das betrifft. Das ist sehr gut platziert und es passt auch sehr genau in diesen Film rein und es ist sehr, sehr pointiert und sehr gezielt gesetzt und es ist total irritierend.
Johannes Franke: Ja, voll.
Florian Bayer: Trotzdem. Aber wir kommen jetzt zu dem Film, der gedreht wurde und wie du schon gesagt hast, auch einer der Filme, bei denen Heinz Rühmann sich ein bisschen Zeit gelassen hat für seine Schauspieler, dass die nicht an die Front müssen.
Johannes Franke: Ja, also das nehme ich ihm auch ab. Ich glaube auch tatsächlich, dass er genau das irgendwie versucht hat, so naja, ach, wir brauchen da noch ein bisschen. Damit nicht alle irgendwie...
Florian Bayer: Aber es ging nicht darum, die Leute von der Front zu verschonen, dass sie für die Nazis kämpfen, sondern zu verschonen, dass sie getötet werden können.
Johannes Franke: Ja, der weiß ja auch, was Front bedeutet. Natürlich. Aber ob das jetzt auch wegen der Nazis war oder ob es nur darum ging, nicht an der Front zu verrecken, das würde ich jetzt nicht sagen.
Florian Bayer: Ich glaube es ging darum. Ich glaube dafür war Heinz Rühmann einfach zu wenig, er war einfach kein Oppositioneller. Er war nicht mal im Inneren ein Oppositioneller. Er war einfach jemand, der weiter sein Ding durchgezogen hat und das hat funktioniert. Und das hat er halt gemacht. Er hat den Film ja quasi selbst produziert. Es gab die Herstellungsgruppe Heinz Rühmann. die in der Produktion ganz tief involviert war, zusammen mit der Terra Filmkunst. Und er hat diesen Film gemacht und hat sich dafür als Regisseur Helmut Weiß gesucht. der auch mit Heinz Rühmann viel zusammengearbeitet hat. Unter anderem der Engel mit dem Seitenspiel und... Quacks und Quacks in Fahrt, das ist die Fortsetzung von Quacks, der Bruchpilot. Da haben sie zusammengearbeitet. Die Feuerzangenbowle allerdings war Weiß Regie Debüt und ihre erste so enge Zusammenarbeit. Er hat vorher schon bei Römern Filmen im Drehbuch mitgewirkt. Aber das war so sein Regie-Debüt und ihre erste wirklich enge Zusammenarbeit.
Johannes Franke: Wir sind, um das genauer einzusortieren, weil es wirklich sehr knapp alles ist mit Kriegsende und wann was war. Die Dreharbeiten haben am 18. März begonnen 1943 und zogen sich bis Juni 1943. März, April, Mai, Juni, das sind nur vier, fünf Monate. Das ist gar nicht so viel, wie ich jetzt dachte, wenn man sagt, Man will seine Leute möglichst lange von der Front verschonen. Verdammt. Scheiße. Oh oh, naja, gut, man kann ja auch nur so und so lange irgendwie rechtfertigen, was zu drehen. Das hat größtenteils im Ufergelände einfach stattgefunden, Babelsberg, Drehbetten in Babelsberg. Es gibt so eine Aussicht aus dem Fenster in dem Film auf eine Burg. die irgendwo in Deutschland steht, die haben sie da einfach hinmontiert als Foto. Und seitdem gibt es hartnäckig das Gerücht, dass die Dreharbeiten dort vor Ort waren. Babenberg. Ja, ja, genau.
Florian Bayer: Babenberg ist der Ort, in dem das Ganze spielt.
Johannes Franke: Ja, aber das stimmt natürlich nicht.
Florian Bayer: Und wir befinden uns, wie gesagt, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. eigentlich schon klar, dass 1943 schon so ein Zeitpunkt, wo wir eigentlich wissen, es geht abwärts mit Deutschland und Deutsche Städte brennen, es wird geschossen, immer mehr werden an die Front gezogen. Die Ostfront ist nicht so gelaufen, wie die Nazis sich das erhofft haben.
Johannes Franke: Und wer sich jetzt fragt, wie das überhaupt funktionieren konnte mit den Dreharbeiten, wenn die ganze Zeit alles brennt, man dreht, während alles brennt. Sie haben tatsächlich immer wieder unterbrochen wegen Bombenangriffen und so weiter und es muss wirklich wahnsinnig seltsam gewesen sein. Hans Richter, der den Rosen aus der letzten Bank gespielt hat, der hat sich erinnert mit dem Zitat, die Arbeit war wie ein Tanz auf dem Vulkan. Wir haben jeden Tag genossen, wenn uns wieder einmal gelungen war, heil aus dem Bombardement herauszukommen. Und das war echt schlimm. Also... Das Benzin war knapp, Röhmann konnte gar nicht mit seinem Auto kommen, sondern er ist mit Kutsche gekommen, mit Pferdekutsche zur Arbeit. Der wohnte auch nicht weit am kleinen Wannsee. Und Papier wurde rationiert und da durften die Stars keine Autogramme mehr geben, weil Papier knapp war. Und Hans Richter hat trotzdem Autogramme gegeben.
Florian Bayer: Was macht man am besten in einer solchen Situation, wenn es Bomben hagelt, wenn alles brennt, wenn geschossen wird? Man flieht in die Vergangenheit. Das ist das, was dieser Film dann sehr radikal macht, was ja auch das Buch schon vorher gemacht hat. Willst du einmal kurz zusammenfassen, worum es geht?
Johannes Franke: Ach guck mal, worum geht es eigentlich? Das habe ich versucht in der ersten Verfilmung schon mal ein kleines bisschen klarzustellen. Aber die zweite ist ja ganz anders. Also es geht eigentlich um einen Schriftsteller, sehr erfolgreichen Schriftsteller und Doktor, Dr. Pfeiffer, der am Anfang mit seinen Kumpels die Filistik. viel älter aussehen als er, aber das muss wohl der Film irgendwie so machen.
Florian Bayer: Aber auch er sieht älter aus. aus, als er im Buch dargestellt wird. Also ich finde, er wirkt, er ist auf alt geschminkt. Also er hat schon so und den Schnauzer. Also er soll nicht der Jüngling der Gruppe sein. Im Buch wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass er der Jüngling der Gruppe ist, dass es ein bisschen glaubwürdiger ist, dass er jetzt gleich in diese Schule gehen wird.
Johannes Franke: Aber in diesem Film versuchen sie es, aber man sieht es trotzdem einfach. Obwohl, man muss sagen, Rühmann ist ja schon 41, als es gedreht wird. Und mit 41 so jung auszusehen, wow. Ich glaube aber auch, dass das Schwarz-Weiß-Film-Ding... Das schmeichelt seinem Gesicht. Das schmeichelt seinem Gesicht auch einfach. Jedenfalls haben die am Anfang ihren Umtrunk mit der Feuerzangenbude, die dann titelgebend ist, Aber irgendwie haben sie es geschafft, über den Alkohol an ihre Schulzeit sich zu erinnern, während Rühmann... keinerlei Erinnerungen an seine Schulzeit hat, weil er keine Schulzeit hatte in der Form.
Florian Bayer: Der arme Privatschüler...
Johannes Franke: Er war privat erzogen und gebildet worden und deswegen vermisst er ein bisschen, dass er gar keine Chance hatte, diese ganzen Schulerlebnisse zu sammeln, die jetzt die Kumpels irgendwie auspacken.
Florian Bayer: Wohlgemerkt, die Schulerlebnisse bestehen vor allem daraus, dass die Kumpel sich drüber lustig machen, wie sie damals die Lehrer verarscht haben.
Johannes Franke: Was den Nazis auch nicht so gefallen hat, aber das können wir auch später nochmal besprechen. Jedenfalls beschließt die Gruppe dann, fast schon über seinen Kopf hinweg, dass er doch bitte zurück in die Schule soll. Dass er das einmal irgendwie mitmachen soll, wenigstens ein paar Tage oder Wochen mal in die Schule zu gehen und sich als Schüler zu verdingen und all die Sachen zu machen. die er verpasst hat. Nämlich diese ganzen Streiche.
Florian Bayer: Das ist das Wesentliche. Nicht das Lernen für die Prüfung, nicht das Ablegen des Abiturs. Nein, die Streiche sind das Wesentliche. Genau. Und wir wohnen dann auch dieser Verwandlung bei, wie aus Johannes Pfeiffer, Hans Pfeiffer wird, mit so ein paar sehr unfreiwilligen Jump Cuts, die glaube ich eigentlich als Move Transition gedacht waren.
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Aber die sind sehr schön. Ich finde das sehr gut.
Florian Bayer: Und auf jeden Fall enden wir damit, dass dann Hans Pfeiffer, unser Jüngling, Als Oberprimaner auf dem Schulhof steht und in die neue Schule eingeführt wird, wo er neben seinen Klassenkameraden... Kameraden auch einen Haufen origineller Lehrer kennenlernen. Das Wort Originale wird im Film gar nicht benutzt, im Buch wird das immer so schön gesagt. dass die Lehrer Originale sind. Und warum sind sie Originale? Sind sie Originale, weil sie unter den Schülern leiden oder waren sie schon vorher Originale? Das ist so ein Teil des darüber debattierens. Aber der Film widmet sich dann tatsächlich sehr, sich diese Lehre anzuschauen und zu schauen, wie diese Lehre von den Schülern gequält werden. Man kann es nicht anders sagen. Da haben wir zum Beispiel den Professor Krey, genannt Schnauz. Schäler! Schäler! Mit einem wunderschönen Akzent, der auch wirklich ganz toll gespielt ist von seinem Darsteller.
Johannes Franke: im Buch so geschrieben ist. Man kann nicht anders, als ihn so zu lesen.
Florian Bayer: Erich Ponto spricht ihn genau so, wie er im Buch geschrieben ist. Und das finden wir bei allen Lehrern, mit einer Ausnahme finden wir sie wirklich, dass sie das sehr gut verkörpern, das, was im Buch... hervorgehoben wurde, wie sie sich verhalten.
Johannes Franke: Außer Herr Brett.
Florian Bayer: Genau, das ist unsere Ausnahme, zu der wir nachher zu sprechen kommen. Auf jeden Fall haben wir zum einen den Schnauz, den Professor Greil, dann haben wir unseren Direktor Knauer, der Zeus genannt wird, vor allem wegen seinem wallenden Bart. Der versucht den Laden irgendwie zusammenzuhalten.
Johannes Franke: Hast du auch den Eindruck, dass dieser Schauspieler seine ganze Würde und seine ganze Kraft nur durch diesen Bart erzeugt.
Florian Bayer: Absolut.
Johannes Franke: Der Bart ist das Entscheidende. Seine absurde, große Gestik kann jedenfalls nicht dafür zeugen, dass er irgendein eine vorvolle Autorität hat.
Florian Bayer: Ja. Dann haben wir den Professor Bömmel. Das ist der dritte im Der mit als rheinische Frohnatur am meisten von den Schülern verarscht wird, der aber auch so ein bisschen der gelassenste von allen ist, der die Streiche sehr über sich ergehen lässt. Und sich offensichtlich einfach damit abgefunden hat, dass er so ein bisschen der Bud of the Joke ist, immer.
Johannes Franke: Wie sehr hast du das Gefühl, diese Stereotype an Lehrern wieder zu erkennen aus deiner Schulzeit?
Florian Bayer: Also natürlich ist das alles maßlos überzeichnend, aber ja. Ich kenne solche Lehrer. Jeder von uns hatte Lehrer, die zumindest so ein bisschen in die eine Richtung tondieren oder in die andere. Andere, was wirklich besonders ist und was ich jetzt schon mal hervorhebe, kurz bevor ich zu unserem vierten wichtigen Lehrer komme, nämlich Dr. Brett, dass es eine ganz absurde Darstellung gibt der Lehrer. Nämlich wir haben die alten Lehrer und wohlgemerkt, der Film spielt irgendwie... Anfang des 20. Jahrhunderts sehr unklar, wann er spielt. Irgendwann auf jeden Fall in der guten alten Zeit.
Johannes Franke: 1900 ungefähr. Das können wir nachher noch auseinandernehmen. Es gibt viele Hinweise in die eine oder andere Richtung.
Florian Bayer: Im Buch gibt es sehr klare Hinweise, dass er ein mindestens 1905, wahrscheinlich eher 1910 spielt. Na, auf jeden Fall in der guten alten velminischen Zeit eigentlich und die alten Lehrer in diesem Film zeichnen sich alle dadurch aus, dass sie anti-autoritär sind.
Johannes Franke: Spannend, ne?
Florian Bayer: Das Anti-Autoritäre ist das Alte und Überkommene, Und das ist falsch, wie wir lernen durch unseren einzigen wirklich sympathischen Lehrer, nämlich unseren Oberlehrer Dr. Brett, der jüngste von denen.
Johannes Franke: Der ist total sympathisch.
Florian Bayer: Wer für einen neuen Lehrstil steht und dieser Lehrstil beinhaltet, dass Schüler festgebunden werden müssen, damit sie ordentlich in die richtige Richtung wachsen.
Johannes Franke: Ich hab das Zitat. Junge Bäume, die wachsen wollen, muss man anbinden, dass sie schön gerade wachsen, nicht nach allen Seiten ausschlagen. Und genau so ist es mit den jungen Menschen. Disziplin muss das Band sein, das sie bindet, zu schönen, geraden Wachstum.
Florian Bayer: Und er ist der Progressive. Und das ist so irritierend für das Kinopublikum von heute, weil jeder kennt tausend Schulfilmer. Und wenn es etwas gibt, was alle Schulfirme gemein haben, ist, dass es einen progressiven Lehrer gibt und der ist aber der Anti-Autoritäre. Das ist der, der sagt, nehmt die Schüler ernst. Sie brauchen Freiheiten, sie müssen sich entfalten. Egal, ob das jetzt Robin Williams in der Club der Toten Dichter ist oder Michael Pfeiffer in Dangerous Minds, ist egal. Der coole Lehrer ist, der progressive coole junge Lehrer ist immer der... Anti-Autoritäre. Und hier ist es genau umgekehrt.
Johannes Franke: Es ist so der Hammer. Es gibt ja Vorführungen in Göttingen und so weiter und da wird ja immer ausgebucht. Ja, aber das können wir nachher auch nochmal besprechen. Es gibt so viele Sachen.
Florian Bayer: Kurz zu sagen, im Unterschied zum Roman, da ist der Brett nämlich auch nur einer unter vielen. Der wird nicht besonders hervorgehoben, das ist nicht der progressive, das ist tatsächlich der, vor dem die Schüler am meisten Respekt haben im Buch. Aber ansonsten ist es nicht so, dass der jetzt als der Besondere dargestellt wird, sondern das ist halt einfach auch ein Original, auch eine Art von Lehrer. Neben diesen Lehrern lernt Pfeiffer auch seine Mitschüler kennen. Wobei das so ein bisschen meiner Meinung nach unterliefert wird, wie diese Mitschüler sind. Tut mir leid, ich werde heute ein bisschen Buch-Film-Vergleich machen, auch wenn ich das sonst total doof finde. ist es tatsächlich wirklich schön, wie unterschiedlich die einzelnen Schülertypen auch dargestellt werden und das kommt im Film ein bisschen kurz. Er hat eine Romanze, eine typische Penela-Romanze mit Eva, so wie sie damals aussah. Das heißt, man geht Händchen halten durch den Park, aber es gibt keinen Abschiedskuss. Und es wird gesiezt, oder? Und es wird gesiezt und es ist wirklich sehr unschuldig. inklusive Dreiecksbeziehung mit Schnauz, weil Eva soll eigentlich Schnauz heiraten. Was? Was im Film auch nicht so richtig rauskommt, was im Buch komplett einmal durchgespielt wird und im Film gibt es so ganz vorsichtige Andeutungen dafür, wenn sie da zusammensitzen bei diesem fest und da Hans sich dazu setzt und vor allem Schnauz fühlt sich dadurch gestört. Nein, nein, Schnauz soll Eva heiraten.
Johannes Franke: Ach du Scheiße, okay, okay, okay.
Florian Bayer: Und es wird zumindest auch ein bisschen dadurch angedeutet, dass dann zum Beispiel Hans sagt, ja, sie wissen ja, mit wem ich mich getroffen habe, sind sie jetzt wütend auf mich? Und dann sagt Schnauz, ja. Ja, lassen Sie doch. Ich kann Stauz nicht nachmachen. Sie sind albern.
Johannes Franke: Sie sind albern.
Florian Bayer: Lassen Sie sich diese junge Frau in Ruhe. Auf jeden Fall gibt es diese Dialoge, die das so ein bisschen andeuten. Es ist eine kleine Dreiecksbeziehung zwischen den dreien.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und Zusätzlich haben wir dann auch eine sehr schöne Figur, die Witwe Winterscheid, bei der er unterkommt, die sich sehr mütterlich um ihn kümmert und Tonnen an Essen kocht. aber auch so sehr mütterlich hinterher ist, was er alles macht. Und dann werden wir durch den Film getragen, durch diese verschiedenen... Durch diese verschiedenen Lausbubenstreiche, die die Jungs mit den Lehrern anstellen, mit denen sie es machen können. Also mit allen, außer mit Brett.
Johannes Franke: Brett kommt in dem Fall auch tatsächlich zu kurz. Ich hätte gerne gesehen, wie sie ihn verarschen, aber das war ja nazimäßig nicht möglich.
Florian Bayer: Einmal wird Brett gezeigt bei einem Streich und zwar bei diesem Lichtvorsagen, wenn Hans einem Mitschüler versucht, mit Licht an der Weltkarte zu zeigen, wo er gerade hin muss und wo es hingelangen ist und er fliegt natürlich auf. Dieser Lehrer ist schlau. Brett lässt sich nicht verarschen. Gab es einen Streich, der dir besonders gut gefallen hat?
Johannes Franke: Nein, ich finde, dass allgemein dieser Einfallsreichtum einfach großartig ist. Es ist ein Feuerwerk. Ich liebe es. Ich finde es wirklich toll. Wir haben überhaupt noch nicht darüber geredet, wie wir den Film eigentlich finden. Wie findest du den Film, Flo? Ich find's großartig. Ich liebe diese Streiche. Ich find's ganz toll aneinandergereiht, auch wenn der Rest der Geschichte mehr ziemlich
Florian Bayer: Es ist natürlich wieder ein Film der Reihe. Johannes empfiehlt mir einen Film, den mein Vater mir empfohlen hat. Tut mir leid, so ist es. Ich kenne diesen Film eben vor allem durch meinen Vater und ich glaube, ich habe den auch nie alleine geguckt. Ich habe den nur als Kind mit meinem Vater geguckt.
Johannes Franke: Kennst du diese blöden Tests, die man auf Facebook und so weiter bekommt? Dein biologisches Alter, oder wie ist das? Da muss man irgendwelche Fragen beantworten und dann wird gesagt, ah, du bist viel jünger, als du eigentlich bist. Wenn ich diese Test machen würde, würde man irgendwelche Filme nennen müsste, würde man mich auf 83 schätzen.
Florian Bayer: Das Problem ist ja, du hast das Alter von meinem Vater, das mein Vater hatte, als er diese Filme mit mir geguckt hat.
Johannes Franke: Ja gut, aber das ist ja lange her.
Florian Bayer: Lass das kurz mal sacken, du bist mein Vater. Also ich bin mein Vater. Ich bin über 40. Ich bin mein Vater. Scheiße.
Johannes Franke: Vor der Pause mache und du gehst kurz auf die Couch, dass du mir ein bisschen was erzählst.
Florian Bayer: Ich finde diesen Film schön. Ich finde den auch wirklich witzig. Ich mag diese melancholische Atmosphäre. Es gab zwei Sachen, die es mir diesmal schwer gemacht haben. Zum einen dieses tiefere Eintauchen in den Kontext, was ich noch nie gemacht habe. Wie ist der entstanden und was für Ideen stecken darin? Ich hatte auch keine Erinnerung daran, dass dieser Brett doch so deutlich diese Nazi-Ideologie verkörpert. Und dann zum Zweiten eben dadurch, dass ich das Buch parallel gehört habe und das Buch dann halt doch wirklich um... einiges besser finde als den Film. Das hat es mir ein bisschen vermiest, aber nicht so, dass ich sagen würde, das ist ein schlechter Film oder so. Der ist vollkommen zu Recht ein Komödienklassiker. Aber er kann mit dem Buch nicht mithalten.
Johannes Franke: Wie lang ist das Hörspiel? Hörbuch.
Florian Bayer: Das kann ich dir nicht sagen. Das war aber der ganze Text. Ich habe nochmal nachgelesen, das ist alles mit drin. Und es gibt im Hörbuch Sachen, wo ich denke, ja, natürlich, ein Film muss Schnitte machen. Ein Film kann nicht das alles reinbringen.
Johannes Franke: Ja, das funktioniert aber nicht.
Florian Bayer: Es gibt Sachen im Hörbuch, wo ich denke, ach, es ist schade, dass sie das im Film nicht ein bisschen mehr gemacht haben, weil es einige wirklich nette Momente gibt. die im Film so ein bisschen verloren gehen und ich würde versuchen, das jetzt erstmal auszuklammern, wenn wir über den Film reden, weil das macht es wirklich anstrengend, vor allem, weil du das Buch nicht gelesen hast.
Johannes Franke: Ja, ja, genau.
Florian Bayer: Aber das hat mich zum einen gestört. Und dann, ja, natürlich der Kontext. Also es ist Es ist immer noch ein schöner, witziger, nostalgischer Film. Das macht Spaß, den zu gucken, aber es verursacht doch auch Bauchschmerzen, wenn man sich anschaut, in welcher Zeit ist er entstanden. und was steckt da drin, was ganz klar eine Reminiscenz an dieser Zeit ist und macht ihn vielleicht, wenn man genauer drauf schaut, eben Doch nicht so zeitlos, wie er eigentlich gerne wäre und wie er auch offensichtlich rezipiert wird. Durch seine tausende Reruns im Fernsehen und bei verschiedenen Veranstaltungen.
Johannes Franke: Darauf können wir mal ein bisschen eingehen. Die Story haben wir jetzt quasi umrissen. Der kommt ja nur dahin, hat einen Haufen Streiche und sagt am Ende... So, ich hab jetzt meine Eva und jetzt hau ich wieder ab. Das war's im Grunde. Zwischendurch kommt noch seine eigentliche Frau?
Florian Bayer: Marion. Marion ist fantastisch. Wenn Marion kommt, Marion ist eine... Johannes Pfeiffer, also der Schriftsteller, der dann Hans Pfeiffer wird, ist eigentlich ein Berliner Schriftsteller. Das heißt, er ist auch in diesen Zirkeln unterwegs. Und Marion... Seine Freundin ist entsprechend extravagant. Die sieht schick aus, die steht mitten im Leben, die ist sehr selbstbewusst und die ist ein Partygirl aus der Stadt. Und die ist natürlich stinksauer, dass sie gerade in der Stadt rumläuft und alle fragen, ey, sag mal, was ist mit deinem Johannes, der fehlt? Und deswegen fährt sie ihm natürlich hinterher und kriegt eine wirklich schöne Szene, wo sie im Bett liegt.
Johannes Franke: Das ist großartig.
Florian Bayer: Und die Jungs kommen rein, das übrigens tatsächlich, ne ich wollte nichts zum Buch sagen, Das ist wirklich eine schöne Szene, wenn sie dann im Bett liegt und die Jungs kommen rein und unterhalten sich und sie ist da so wirklich überlegen und sagt, ey Jungs, wie sieht's aus? Und die stehen da so beschämt. Aber die Schauspieler sind leider zu alt. Ich dachte, es ist wirklich schwer, sich vorzustellen, wie dieser 40-jährige Johannes Pfeiffer, den 17-jährigen Hans Pfeiffer spielt. Aber er hat den Vorteil, dass er in einer Klasse mit lauter 35-Jährigen landet. Das macht es ihm wirklich leichter, in seiner Rolle aufzugehen.
Johannes Franke: Obwohl, der eine ist auf jeden Fall 24 gewesen, das weiß ich. Bei den anderen habe ich es nicht nachgeschaut.
Florian Bayer: Alter, es ist wirklich schwer, weil wir sind in unserer Zeit, liebes junges Publikum, wirklich verwöhnt, was die Darstellung von Teenagern in Filmen und Fernsehen betrifft. Weil wir sehen mittlerweile 16-Jährige, die 16-Jährige verkörpern. Und das ist noch nicht lange so. In den 90ern, als wir großfilmig sozialisiert wurden, da war das auch noch nicht so. Wir haben noch 25- bis 30-Jährige gesehen, die 15-Jährige spielen.
Johannes Franke: Das war ein riesen Trope, über das man sich immer lustig machen konnte. wahr sich sicher, wenn ein Film über die Highschool rauskommt, da werden da mindestens 25-Jährige sitzen, wenn nicht sogar noch älter.
Florian Bayer: Und in diesem Film ist es halt nochmal ein Stück krasser gefühlt. Und man fragt sich wirklich, ey Leute, also ja, ich kann ein bisschen Suspension of Disbelief. Aber dass ich jetzt glauben soll, dass das so ein 16-jähriger Penela ist, ich weiß ja nicht.
Johannes Franke: Eher nicht. Und gerade in dieser Szene, die du gerade gesagt hast mit der Frau, die dann kommt, mit Marion. Die stehen da so und spielen verschämt. Aber man denkt die ganze Zeit ... Na, du bist halt genug, um dich ordentlich zu verhalten jetzt. Was machst du da? Das ist ein bisschen peinlich.
Florian Bayer: Was ein großer Vorteil davon ist tatsächlich, dass es diese Romanze zwischen... Hans Pfeiffer und Eva deutlich weniger unangenehm macht. Stellt ihr mal vor, sie wäre von einer 15-Jährigen gespielt worden, von einer 16-Jährigen oder 17-Jährigen auch.
Johannes Franke: Aber das ist trotzdem etwas, was wirklich sehr unangenehm ist. Da muss ich auch wirklich, da sind die Seite dieses Films. Die mir Schwierigkeiten machen. Es ist nicht nur die Nazizeit, sondern eben auch tatsächlich, dass er zum einen eine Freundin in Berlin hat und zum anderen, dass er hier eine 16-Jährige aufreist als 41.
Florian Bayer: Aber es ist so eine unschuldige Schülerromanze. Ich glaube, so unschuldig waren nicht mal Schülerromanzen damals.
Johannes Franke: Keine Ahnung, das weiß ich nicht. Aber das ist natürlich Wunschdenken der Nazis.
Florian Bayer: Ja natürlich, sie sind beide 17 und auch Wunschdenken von unserem Autoren. Und Wunschdenken von der Geschichte. Sie sind beide 17 und es ist komplett entsexualisiert, diese Beziehung. Es gibt diese Beziehung, da steckt nichts Sexuelles drin. Nix. Es ist komplett unschuldig. Man könnte meinen, es ist so Barbie und Ken. Also es gibt gar keine Genitalien. Es gibt nichts. Küssen sie sich? Es gibt irgendwann einen Kuss, oder?
Johannes Franke: Ich glaube, ja. Er schächelt ihr auf jeden Fall das Gesicht, was ich ja sehr unangenehm finde.
Florian Bayer: Ja, und es gibt auch diesen einen Moment, so an ihre Hand rangeht und sie ihre Hand immer kokett wegzieht. In dem Buch wird übrigens sehr oft betont, dass Frauen, wenn sie Nein sagen, Ja meinen.
Johannes Franke: Nein, wirklich? Ach du Scheiße. Okay.
Florian Bayer: Es ist tatsächlich niedlicher. Es ist sogar so, ich muss noch mal drauf gucken, wo man denkt, oh, das ist schlimm, aber es... Ich kann es zitieren. Es ist nicht ganz so schlimm, aber es ist schlimm. Frauen sagen Nein, wenn sie Ja meinen. Frauen sagen Ja, wenn sie Nein meinen. Oder Frauen sagen Ja, wenn sie Ja meinen. Frauen sagen Nein, wenn sie Nein meinen. verteufelt schwer sich auszukennen. Junge Mädchen sind keine Frauen. Sie sagen Ja, wenn sie Ja meinen, meinen gleichzeitig Nein, möchten das Nein rückgängig machen, sagen Ja und meinen Nein. Wenigstens ungefähr so. Für einen Primaner eine vertrackte Aufgabe in Evas Seele zu lesen. Es ist schlimm.
Johannes Franke: Es ist schon schlimm. Es ist schon schlimm. Man kann solche... Natürlich weiß ich, was er ungefähr beschreiben will mit einem Gefühl, was man als Jugendliche hat und nicht so richtig weiß... das oder das oder wie oder was und welches Gefühl habe ich da eigentlich gerade und was will ich und was will ich nicht. Und da irgendwie Schwierigkeiten hat sich... mit sich selbst irgendwie zu einigen. Aber es gibt wesentlich bessere Wege, das zu beschreiben, als den Leuten zu sagen, sie meint eigentlich ja, wenn sie nein sagt.
Florian Bayer: Vor allem, weil es so als Frauending gezeichnet wird. Auch das noch. Jungs sind genauso verwirrt. Ganz genau das Gleiche. Genauso orientierungslos in ihrer Jugend.
Johannes Franke: Es ist wirklich hart.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall gibt es diese Romanze und du findest sie offensichtlich unangenehmer als ich. Ich find sie okay, weil die Darstellerin... Die, die Eva spielt, Katrin Himboldt, Karin Himboldt, die war damals 24. Ja.
Johannes Franke: Aber das Ding ist ja, mir geht es ja nicht darum, was sie da an den Dreharbeiten gemacht haben. Da hoffe ich doch bitte, dass sie keine... Gott, Hilfe, dass sie keine schlimmen Sachen gemacht haben, sondern das, was der Film erzählen will. Der Film will erzählen, dass dieser 41-Jährige sich nichts dabei denkt und nichts daraus macht. An eine Schule zu gehen und da irgendeine junge Schülerin aufzureißen. Was zur Hölle?
Florian Bayer: Beifer, sie sind kriminell, sie gehören hinter Gitter.
Johannes Franke: Jawohl, das stimmt wohl.
Florian Bayer: Jetzt wollen wir uns doch mal ganz dumm stellen. Dieser Pfeifer, das ist ja nicht der Johannes Pfeifer, das ist ja der Hans Pfeifer. Und der Hans Pfeifer ist... Es ist ja was anderes als der Johannes Pfeiffer. Was ist der Hans Pfeiffer? Wollen wir uns mal ganz dumm stellen. Der Hans Pfeiffer ist einfach jung. Nicht so wie Johannes Pfeiffer. Johannes Pfeiffer ist alt. Okay, danke. Danke, Flo.
Johannes Franke: Ich erlöse dich. Ich verstehe, was du meinst.
Florian Bayer: Das ganze Ding ist ja auch eine elaborierte Traumsequenz. Und spätestens am Ende wissen wir das. Und wir wissen es aber auch am Anfang.
Johannes Franke: Es ist ja noch schlimmer. Dieser Lustmolch träumt davon, diese Frau zu verführen, obwohl er eine Freundin hat.
Florian Bayer: Nicht mal dieser Lustmonch. Dieser Lustmonch existiert ja eigentlich gar nicht. Am Schluss wird ja komplett mit der vierten Wand aufgeräumt. Und Johannes Pfeiffer, der jetzt wieder Johannes Pfeiffer ist, sagt einmal, naja, ich bin eigentlich auch erfunden. Alter, du wolltest den Film verteidigen von mir.
Johannes Franke: Ich liebe diesen Film. Aber man muss schon echt ein bisschen was ertragen können.
Florian Bayer: Ich finde, wie gesagt... Diese Romanze ist so unschuldig und es gibt einfach diese Konterkarierung durch diesen arrangierten Eheversuch von Evas Eltern. Und ich finde es ganz spannend, dass du es nicht so gesehen hast oder schwierig oder jetzt erst so drauf kommst, weil im Buch ist es halt eindeutig. Im Buch gibt es mehrere Momente, wo das gesagt wird. Bis zu dem Punkt, wo ganz klar gesagt wird, der Schnauz, der Professor Kreis soll Eva heiraten. Und im Film wird es nur so angedeutet und wahrscheinlich habe ich es dann halt auch gesehen, weil ich es aus dem Buch kannte. Aber ich finde, im Film sind die Andeutungen halt doch auch da. Also es ist schon nicht da.
Johannes Franke: Habe ich gar nicht gesehen.
Florian Bayer: Kai soll Eva heiraten und dadurch ist er der Antagonist und wir denken, natürlich soll Eva lieber bei dem Johannes Pfeiffer, bei dem weltmännischen Schriftsteller enden, als bei diesem Krei, der seit Jahrzehnten in Babenberg festhängt.
Johannes Franke: Macht es das besser, dass er am Ende tatsächlich sagt, okay, ich heirate die? Ich habe übrigens meinen letzten Steuerbescheid dabei, was ich so seltsam finde.
Florian Bayer: Aber den brauchst du, ne? Das ist wichtig. Wenn du Knauer bist und deine Tochter an irgendeinen Typen gibst, dann willst du natürlich wissen, wie sein Einkommen ist.
Johannes Franke: einen Steuerbescheid einfach so dabei. Er ist nicht nochmal nach Berlin gegangen, um diesen Steuerbescheid zu holen. Nein, er hatte ihn die ganze Zeit dabei.
Florian Bayer: Und es ist jetzt ja auch nicht so exotisch im Jahre 1944, dass ein 40-Jähriger einer 18-Jährige heiratet.
Johannes Franke: Fuck, hör auf, nein, erinnere mich nicht an sowas, tu das nicht.
Florian Bayer: Ladies and Gentlemen, ihr zeitloses Meisterwerk.
Johannes Franke: Ja, okay. Es ist schon sehr in der Zeit verhaftet. Ich gebe dir recht. Aber... Aber der Erfolg dieses Films hängt ja gar nicht so sehr daran, dass er vielleicht in der Nazi-Zeit festgefangen ist oder sowas, sondern daran... dass man sich einfach gern an seine Schulzeit erinnert.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist doch eigentlich das Verkaufsargument des Films.
Florian Bayer: Und wir haben nicht solche Streiche in unserer Schulzeit gemacht, aber wir haben andere Streiche gemacht.
Johannes Franke: Aber ihr hättet sie gemacht.
Florian Bayer: Gerne gemacht. Wir haben ja auch andere Streiche gemacht.
Johannes Franke: Ich habe diesen Film als Kind geschaut und habe gesagt, ich kann es kaum erwarten, diese Streiche zu machen und habe es dann doch nicht gemacht.
Florian Bayer: Was wir gemacht haben, jeder muss einen tollen Schulstreich rauspacken.
Johannes Franke: Ach du Scheiße, ich hab keine Ahnung.
Florian Bayer: Wir haben mithilfe unseres Musiklehrers, das war nämlich der coole Junge, der war anti-autoritär natürlich. haben wir in einer Musikstunde mit einem Diktiergerät, liebes junges Publikum, damals hat man Kassetten in Geräte gesteckt, um was aufzunehmen.
Johannes Franke: Klingt wie ein Boomer.
Florian Bayer: Wir haben den Pausengong aufgenommen mit diesem Diktiergerät und haben den in der anschließenden Deutschstunde nach 30 Minuten oder 35 Minuten gespielt. Um dann früher aus dem Raum gehen zu dürfen.
Johannes Franke: Hat das geklappt?
Florian Bayer: In Deutsch hat das nicht geklappt?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Der Lehrer hat irritiert hingeguckt, hat auf seine Uhr geguckt und hat gesagt, da ist offensichtlich irgendwas kaputt und hat einfach weitergemacht, dass ob nichts passiert wäre.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Im anschließenden Chemieunterricht. hat es funktioniert und wir konnten 10 Minuten früher rausgehen.
Johannes Franke: Nein! Wie krass ist das denn?
Florian Bayer: Das war ein sehr stolzer Streich, den wir gespielt haben.
Johannes Franke: Siehst sehr stolz aus, muss ich sagen. Als die Gesichtsausdruck ist, Gold wert gerade.
Florian Bayer: Und das Schlimmste ist, wir sind damals... Wir sind damals drauf gekommen, es war wahrscheinlich nicht im Deutschunterricht, da haben wir es gelesen im Politikunterricht, War es dann wahrscheinlich. Wir sind drauf gekommen, weil wir im Deutschunterricht eine Geschichte gelesen haben, wo genau dieser Streich gespielt wurde und nach hinten losgegangen ist. Die Schüler machen diesen Streich genauso. Aber dann gibt es, glaube ich, hitzefrei oder so und sie kriegen das nicht mit, weil sie halt draußen sind und deswegen müssen sie länger sind sie länger an der Schule als alle anderen. Alle sind schon nach Hause gegangen und sie sind draußen und denken, sie würden ihren Erfolg feiern haben, eine Niederlage. Das war bei uns nicht. Wir hatten einfach zehn Minuten länger Pause.
Johannes Franke: Geil. Okay. Ja, ich weiß nicht, ich glaube, wir haben nichts Schlimmes gemacht. Wir haben so Furzkissen auf irgendwelche Stühle gelegt.
Florian Bayer: Oh, wir haben einmal am 1. April haben wir die Klasse getauscht mit der, also wir waren dreigliedrig, wir waren die 1B, die 5B damals. Südwestdeutschland, da ist man in der fünften Klasse schon gewechselt auf eine weiterführende Schule. Wir waren die 5b und wir haben dann mit der 5a die Klassenräume getauscht.
Johannes Franke: Ich glaube, das haben wir auch gemacht, ja.
Florian Bayer: Und eine Lehrerin war sehr irritiert, als sie reinkam und ist dann raus und ist nicht mehr wiedergekommen.
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: Aber ein Lateinlehrer, wir hatten kein Latein, die 5a hatte Latein, wir waren die Französischklasse. Der Lateinlehrer kam rein und hat süffisant gegrinst, das war so ein bisschen ein Bretttyp offensichtlich und hat dann einfach den Unterricht durchgezogen. und uns Fragen gestellt und fand das sehr witzig, dass wir nicht antworten konnten.
Johannes Franke: Das ist super.
Florian Bayer: Das war eine coole Art zu reagieren.
Johannes Franke: Ja, weil man dann irgendwie gemeinsam in on the game ist und dann einfach Spaß hat damit. Ich finde das super. Warum habe ich sowas nicht gemacht? Ich glaube doch, wir haben die Klassen auch mal gewechselt.
Florian Bayer: Das bringt mich auf eine Idee. Du hast das noch nie gemacht. Vielleicht könnte man ja.
Johannes Franke: Dazu hast du nicht genug Feuerzeigen, Bruder, um mich jetzt davon zu überzeugen, zurück in die Schule zu gehen. Oh mein Gott, was ist das für eine Musik?
Florian Bayer: Was war das?
Johannes Franke: Wo sind wir?
Florian Bayer: Ich glaube, wir wurden rausgerissen.
Johannes Franke: Aber wohin?
Florian Bayer: Oh mein Gott, Johannes.
Johannes Franke: Ja?
Florian Bayer: Ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-Promo. Oh nein.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Shit. Ganz schnell, ganz schnell, damit wir ihn zurück zum Besprech können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen?
Johannes Franke: Wir müssen den Leuten unbedingt sagen, dass sie uns abonnieren sollen, wo auch immer sie sind. Also auf Spotify oder...
Florian Bayer: oder iTunes, Beam, whatever, was ihr auch benutzt.
Johannes Franke: Also abonnieren und anderen sagen, dass sie uns abonnieren sollen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch, was auch immer. euer Podcatcher anbietet.
Johannes Franke: Genau, und wenn sie euch nicht gefällt, dann schickt diese Episode weiter an eure Feinde oder eure Nachbarn oder sowas.
Florian Bayer: Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes-at-mussmann-sehen.de oder florian-at-mussmann-sehen.de Genau, schickt uns Filmvorschläge und so weiter. Boah, wir sind schnell durchgekommen.
Johannes Franke: Jetzt schnell raus, schnell wieder zurück ins Gespräch.
Florian Bayer: Aber kommen wir mal zu den Streichen in diesem Film. Ich mochte ja sehr das Betrunken spielen im Chemieunterricht.
Johannes Franke: Das war eine der schönsten und einfach harmlosesten Sachen. Baldrian. Das ist so großartig. Einfach eine süße Idee.
Florian Bayer: Und es ist auch süß durch das anschließende Geständnis von Hans. Ja. Also sie spielen Betrunken, der... Und zwar gibt der Lehrer, offensichtlich gehört zu seiner Tradition, dass er seinen selbst gebrauten Schnaps einmal, nicht Schnaps, nicht mal Schnaps, Likör
Johannes Franke: Heidelbeerlikör, ja.
Florian Bayer: Der wenig Prozent hat, an die Schüler gibt, jeder darf mal nippen.
Johannes Franke: Heidelbeerlikör, glaube ich.
Florian Bayer: Hans Pfeiffer hat mit ihnen abgesprochen, dass, wenn er das Stichwort sagt, nämlich Baltrian, alle anfangen betrunken zu spielen, dass der Lehrer, es ist natürlich Schnauz. Schnauz, ja. denkt er hätte alle betrunken gemacht und dann spielen sie betrunken und riesen Gaudi und dann kommt allerdings der Direktor rein und staucht den Schnauz zusammen und schickt die Schüler raus. Und Hans Pfeiffer hört das und geht dann hin und sagt, ich möchte ein Geständnis machen, woraufhin er zum Star der Schule wird.
Johannes Franke: Ich finde es ganz toll, wie Heinz Rühmann es tatsächlich schafft, diese übertriebene Betrunkenheit zu spielen und dann tolle Zeilen hat. Der gehrende Alkohol beginnt zu faseln und so entsteht Heidelbeerfasel oder Heidelbeerfusel. Solche Sachen. Ich finde es großartig. Ja. Und das ist ein längerer Monolog, der wirklich sehr, sehr süß und sehr durcheinander delivered wird. Ist wirklich schön.
Florian Bayer: Das war auf jeden Fall ein sehr schöner Streich. Wir haben auch so Standardstreiche wie Papierkügelchen, die verschossen werden. Das ist der erste Streich. Nachdem wir in dem Film sehen, Schuhe, die geklaut werden.
Johannes Franke: Ja, geklaute Schuhe ist geil, weil aber auch die Szene dazu geil ist, weil... der Lehrer mit seiner Dampfmaschine, das ist ja einer der großen Zitate dieses Films, oder? Ich weiß nicht, wie oft dieses Zitat irgendwo in der Familie rumgegangen ist oder zu allen möglichen Anlässen sagt irgendjemand plötzlich, stellen wir mal, das war ganz dumm. Was ist eine Dampfmaschine? Das ist ein großer, leerer Raum und das hat zwei Löcher. Das eine Loch kommt der Dampf rein und das andere Loch, das behandeln wir später. Ich finde das so geil. Gerade dieses andere Loch, das behandeln wir später, ist so ein absurder Satz. Das ist großartig.
Florian Bayer: Das eine Loch, das ist eine Feuerung. Und das andere Loch, das kriegen wir später. Und wenn die jose-schwarze Raumräder hat, dann ist es ein Lokomotiv. Vielleicht aber auch ein Lokomobil.
Johannes Franke: Das ist im Buch oder was?
Florian Bayer: Ich habe gerade das Buch so schön vorliegt, um zu zitieren. Es ist fantastisch.
Johannes Franke: Es gibt diese Szene auch in dem Film davor, auch mit diesem Text, aber bei weitem nicht so charmant und geil.
Florian Bayer: Reinig? Auch Rheinisch. Okay, schön. Das finde ich sehr wichtig. Ich finde die Dialekte, das ist so albern, die Dialekte, Akzente von den Lehrern machen unglaublich viel von dem Spaß an diesen Personen aus. Sowohl Krei als auch Bömmel, das sind die beiden, die die krassen Akzente haben, die klingen einfach toll. Ich hab's schon gesagt, aber ich sag's gerne nochmal, die Schauspieler machen das ganz fantastisch. Dieses Rheinische auf die Bühne zu bringen.
Johannes Franke: Die sind alle gut besetzt. Auch die Schüler sind gut besetzt, finde ich. Die sind alle sehr, sehr gut. Es ist ein bisschen traurig, dass das eben in dieser Zeit gedreht wurde und zur Premiere nicht mehr alle gelebt haben. wirklich aus dieser Schule, aus diesem Kreis an Schülern, einfach Schüler Die die Premiere nicht mehr erlebt haben, weil sie an die Front mussten.
Florian Bayer: Ja, krass.
Johannes Franke: Bitter.
Florian Bayer: Sehr bitter.
Johannes Franke: Jetzt hab ich die Stimmung wieder runtergezogen.
Florian Bayer: Du hast es voll runtergezogen. Wir hatten gerade so viel Spaß. Vielleicht, um zu den Schülern zu kommen. Und jetzt kommt nochmal ein Vergleich mit dem Buch. Im Buch sind die Schüler nicht nur besser ausgearbeitet, sondern es wird auch viel mehr auf diesen Werdegang von Hans eingegangen, der zuerst als der Neue kommt und verlacht ist. Und sich dann aber hocharbeitet zum angesehenen Streichespieler. Das kommt im Film sehr kurz. Und dabei trifft er auch auf Leute, die wir auch im Film erleben, zum Beispiel diesen Knebel. der so sein bester Freund ist. Und diesen Look, der im Film ja auch hin und wieder erwähnt wird, aber die haben viel mehr Nuancen und viel mehr Persönlichkeit. Zum Beispiel Look... ist halt der Streber der Klasse und wird immer verlacht. Das kommt im Film noch rüber. Aber Luke kämpft dagegen an und zum Beispiel ist im Film Buch, es ist nicht Hans Pfeiffer, der das Schild aufhängt, dass die Schule geschlossen ist, sondern dass es Look Und zuerst glaubt ihm keiner und er sagt, es gibt ja diesen Plot. dass sie das Schild aufhängen, die Schule ist geschlossen und die Lehrer sagen, okay, wir dürfen jetzt nicht wie Idioten dastehen, wir spielen das jetzt einfach mit und sagen, es wird wirklich umgebaut.
Johannes Franke: Was ich übrigens sehr, sehr schlau finde. Auch einer meiner Lieblingsstreiche, die eben dann schief gehen, weil gerade wie er da in der Besprechung der Lehrer hinten sitzt, in der hintersten Ecke sitzt. wie heißt er, Bömmel, und sagt dann, naja, ob das jetzt echt ist, das Schild oder nicht, das entscheiden ja wir, nicht wahr? Und das finde ich so großartig. Ganz, ganz toll für diesen Film.
Florian Bayer: Und im Buch ist das halt viel stärker. Wer kann auch mal, dass Look das macht. Dass Look halt auch einen Streich spielen darf und versucht halt den großen Streich zu machen. Und dann ist dieser Streich aber quasi nicht präsent. Keiner von dem Streich weiß, weil das halt schiefgegangen ist. Und dann gibt es noch diesen Mehlwurm, der kommt im... Film, glaube ich, gar nicht vor. Das ist ein Schüler, der politisch ist.
Johannes Franke: Der
Florian Bayer: der dafür bekannt ist, dass er, oder religiös-politisch, das wird nicht so genau gesagt, aber er schreibt Traktate, er macht nichts anderes als Traktate zu schreiben und Und feiert nie richtig mit und den kriegen sie dann aber auch irgendwann weichgekocht und dann feiert er doch mit. Das sind so Kleinigkeiten, so Details aus dem Schülerleben. Ja. die im Film echt verloren gehen. Ich hätte gerne ein bisschen mehr von den Schülern erlebt im Film, ein bisschen mehr Schülerpersönlichkeiten kennengelernt.
Johannes Franke: Wahrscheinlich wäre das der bessere Move gewesen, als diese Eva-Geschichte da irgendwie unterzubringen.
Florian Bayer: Ja, die Eva-Geschichte ist ein Buch. aber auch deutlich länger und deutlich mehr, habe ich ja schon gesagt. Dieses Dreieck zwischen Eva und Hans und Schnauz gehört im Buch auch zu den wirklich anstrengenden Sachen, weil es Weil immer wieder drauf referiert wird und immer wieder kommt es auch zum Gespräch, dass Eva sich jetzt gutstellen soll mit dem Kreis, sie soll den doch später mal heiraten und so weiter.
Johannes Franke: Lass uns mal zu dem Problem der Nazis mit dem Film kommen, weil das finde ich ganz interessant. Die Nazis haben ja gesagt, das können wir nicht machen. Also das war der, wie heißt der Typ?
Florian Bayer: Das waren nicht die Nazis. Das ist ganz wichtig. Der Reichserziehungsminister hat gesagt, dieser Film untergräbt die Autorität des Lehrkörpers.
Johannes Franke: Ja, vor allem im Hinblick darauf, dass die ja gerade sowieso Mangelware sind, weil sie im Krieg sind. Ja. verbliebenen Lehrer, die auch teilweise gar keine Lehrer sind, sondern einfach ersatzschnell rein sind, wenn wir deren Autorität jetzt noch untergraben, dann haben wir ein ganz großes Problem. Und das war natürlich, klar aus seiner Sicht kann ich es voll verstehen, Aber der Film, der macht das ja gar nicht so sehr, finde ich. Also er verarscht zwar die Lehrer, aber eigentlich macht er eine Nostalgie auf. für Schule, pro Schule.
Florian Bayer: Ja, und vor allem liefert er ja auch das Gegenexempel. Wie soll ein Lehrer aussehen? Was soll ein Lehrer machen?
Johannes Franke: Ja, also zumindest für die Nazis, aber auch, muss ich sagen, für uns, weil wenn ich mir Bömmel anschaue, dann denke ich mir, ja, genau. Also ich meine, na gut, der sagt zwar auch, nein. Oh, ich sitze jetzt hier einfach so lange, bis mein Schuh wieder da ist. Ich finde dich lässig, aber Brett ist ja sozusagen zwar geframed als das Vorbild und der Junge und der Progressive, Aber eigentlich gibt es ja nun alle Möglichkeiten, die dir vorgestellt werden, wie man als Lehrer sein kann. Und zu welchem Schluss du kommst als Zuschauer, das ist ja dann dir überlassen.
Florian Bayer: Es hat ja auch wirklich keine große Rolle gespielt. Der Bernhard Rust hat gesagt, der Film soll nicht gezeigt werden, ich will den verhindern. Und wir haben einfach, und das hatten wir im Krieg besonders, aber auch davor schon, im Nationalsozialismus gab es eine ganz merkwürdige Form von Ämterchaos. Weil die alle, letzten Endes war klar, was die Großen sagen, das heißt Hitler, Goebbels, Göring, Himmler, meinetwegen auch noch Das war entscheidend. Und darunter war aber eine riesige Masse an Leuten, die sich unglaublich wichtig genommen haben. Und die aber alle ihre Politik durchsetzen wollten. Und im Zweifel war es halt der, der am besten Kontakt zu einem von dem Großen hatte, der es dann geschafft hat, seine Politik durchzusetzen. Und das war in diesem Fall nicht Bernhard Rust, das war nämlich in diesem Fall Heinz Rühmann.
Johannes Franke: Heinz Rühmann ist zu groß.
Florian Bayer: Göring gefahren und hat gesagt, guck dir bitte diesen Film an.
Johannes Franke: Der ist nicht zur Wolfschanze gefahren. Zu Hitler, zu Goebbels und Hitler. Und Hitler hat den Film nicht gesehen, sondern... Goebbels hat ihn nicht angeschaut und dann Hitler hat... Göring hat ihn angeschaut und dann hat Hitler gefragt, ja, ist der Film denn zum Lachen? Und dann sagt Göring, ja, ich musste mehrmals lachen, das war lustig. Und dann sagt Hitler, dann ist dieser Film sofort für das deutsche Volk freizugeben. Moment, das habe ich nicht... nicht im richtigen Ton gesagt. Dann ist dieser Film sofort für das deutsche Volk freizugeben.
Florian Bayer: dass es dann auch passiert. Wie gesagt, wir sind im Jahr 1944 am 28. Januar. Drei Tage nachdem die Anweisung von Goebbels kam, über diese Ecke, wurde der Film gezeigt, während Bomben geregnet sind, während der Krieg getobt.
Johannes Franke: Das war vormittags, weil sie Angst hatten, dass nachmittags oder abends dann die Bomben kommen. Also es war... sehr darauf ausgerichtet, wie die Zeit eben einfach gerade ist.
Florian Bayer: Und deswegen, um das nochmal stark zu machen, was mir wichtig ist, ich glaube nicht, dass das Narrativ zieht, die Nazis waren gegen diesen Film. Die Nazis fanden diesen Film toll. Es gab einen, der gegen diesen Film war. Göring hat gelacht. Goebbels hat ihn vielleicht auch noch geguckt, bevor er seine Kinder vergiftet hat. Wir wissen es nicht genau, aber Goebbels hat... Goebbels war sowieso immer ein Fan, nachdem er diesen Film mit seinen Kindern gedreht hat. dieser Film war ganz im Geiste der Nazis. Die Nazis wollten diesen Film lehnen. Das war der richtige Film zur richtigen Zeit für die Nazis. Und jede Umdeutung
Johannes Franke: Passt nicht, funktioniert nicht. Jawohl, so ist das. Und wehe, jemand anderes sagt was anderes. Ich finde interessant, dass der Film doch sehr antiautoritäre Züge hat trotzdem. Der Film sagt zwar an manchen Stellen mit dem Brett, dass die Disziplin die Jungen anbinden muss, damit sie zu geraden Bäumen wachsen. Was ein schlimmes Zitat ist. Aber sonst ist die Nostalgie ja vor allem auf dieses Streichespielen ausgelegt und auf diese... Antiautoritäre Sache. Deswegen finde ich es schon ein kleines bisschen bemerkenswert, dass der Übereifer der Nazis, die sie sonst immer hatten... nicht diesen Film getroffen hat.
Florian Bayer: Ich finde, dieser Film hat nichts Anti-Autoritäres. Wir erleben in diesem Film Insubordination, aber die Art, wie diese stattfindet, ist die bravste und netteste Variante, die du dir vorstellen kannst. Das sind alles brave Schüler, die ihr Abitur machen, die das lernen, was sie lernen sollen und die dahin laufen, wo sie laufen sollen. Naja, bürgerliches Aufbegehren, das ist auch das, was diese Lausbubengeschichten in den 70ern gemacht haben. die stehen nicht auf gegen das System oder gegen die Person, sondern die spielen in diesem System die Streiche, die in diesem System funktionieren.
Johannes Franke: Naja, also du hast vollkommen recht. Aber ich denke an die doofen Nazis, die damals sehr übereifrig alles Mögliche verboten haben, was nicht irgendwie 100% augenscheinlich auf alles gepasst hat. Was ich gewohnt bin, was ich... kenne, ist, dass das auf den ersten Blick passen muss. Und dass du nicht nochmal dreimal um die Ecke denken willst, ob dieser Film jetzt passt oder nicht passt.
Florian Bayer: Aber auch da, diese Form von Auflehnung ist eine Form von Auflehnung, die auch im Nazisystem funktioniert hat. Wenn du dir eine nationalsozialistische Schule vorstellst mit einem Lehrer, der keine Ahnung... Mitte 50 ist, der nicht mehr so ernst genommen wird und ein Schüler schießt ein paar Papierkügelchen und dann kommt der strenge Nazi-Lehrer in die Klasse, den sie alle ernst nehmen. Und sagt, jetzt will ich sofort wissen, wer das war. Und der Schüler stellt sich. Und dann grinst der Nazilehrer und sagt, ja, Bömmel, da haben sie sich mal wieder verarschen lassen. Sie, alter schwacher Typ. Das funktioniert. Diese Art von Auflehnung gegen Schule funktioniert auch wunderbar in der nationalsozialistischen Schule. Zumindest solange die Schüler so blond und blauäugig sind wie in diesem Film.
Johannes Franke: Was wäre denn, wenn Pfeiffer als absolut strammer Nazi erzählt worden wäre? Dann wäre er der Streber? der da hinkommt, brav alle Aufgaben macht, Sport liebt. Und diese ganzen Streiche nicht macht. Dann wäre er der Schlechteste für eine Story, die zu erzählen ist. Der gute ist halt das Ding.
Florian Bayer: Nein, der gute Nazi ist kein Streber. Der Streber in der Klasse ist der kleine Look. Das ist der kleinste, der schwarzhaarigste, der schwächste. Der gute Nazi ist nicht ein Intellektueller. Das ist kein Streber. Das ist der, der sich bereit ist, in den Krieg zu gehen. Und diese Jungs, die sportlich sind und ihre Streiche machen, sind alle bereit, in den Krieg zu gehen.
Johannes Franke: gehen. Das ist richtig, aber die Disziplin fehlt denen ja doch.
Florian Bayer: Aber im Krieg haben sie die Disziplin. Sie können die Disziplin jederzeit haben. Wir sehen, dass sobald Brett reinkommt, stehen die alle stramm.
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: Und sie stehen stramm und sind höflich und spielen dann ihre Streiche, aber wenn sie funktionieren müssen, funktionieren sie.
Johannes Franke: Ja, und ich glaube, das ist halt auch das, was am Ende so ein bisschen rauskommt. Das ist alles eine Flucht irgendwie in eine Fantasie. Aber am Ende, wenn er seinen Steuerbescheid rausholt und man wartet schon, dass noch der Arianachweis rauskommt. Ja, stimmt. Das ist schon so, dass man denkt, okay, man erlaubt sich so eine kleine Fantasie und dann geht's wieder zurück. In den braven Bürger. Ja, total. eigentliche Botschaft, warum das überhaupt so gut dann auch durchkommt und ankommt. Wenn das Ende nicht so wäre, wäre es schwieriger geworden, den Film durchzuboxen. Das glaube ich.
Florian Bayer: Wobei ganz interessant, Johannes Pfeiffer ist ja jetzt nicht der brave Bürger, sondern ist der Berliner Autor. Also ich meine, er ist angesehen, er hat einen Doktortitel.
Johannes Franke: Aber er darf nicht mehr im Theater sein. spielen. Er darf nicht im Theater, wie der erste Film, die erste Verfilmung spielt, im verruchten Theater. Das ist schon eine Umgebung. Das ist, das darf nicht mehr sein.
Florian Bayer: Ja, das ist auf jeden Fall eine Änderung, das stimmt. Aber ich finde, der Film ist voll auf Stromlinie. Diese Art von von Auflehnung gegen die höhere Gewalt fast vollkommen ins Konzept der Nazis. Und deswegen können die Nazis auch sagen, der Film ist absolut in Ordnung, weil die... Schüler werden ganz klar definiert durch ihre Stärke und auch durch ihr Streben nach mehr und so weiter. Und volle in diesem Sinne... Und das sind alles tolle Soldaten und die werden alle toll in den Krieg ziehen. Außer der kleine Look vielleicht, der ist ein bisschen zu intellektuell. Und das ist der Schreber der Klasse. Das ist der, der gut mitmacht und das ist der, der sich nichts zu Schulden kommen lässt.
Johannes Franke: Wobei man sagen muss, dass dieses Ausbrechen, diese Fantasie des Ausbrechens und des Streichespielens und mal nicht der brave Bürger sein, um dann wieder am Ende in das System hinein zurückzufallen und dann irgendwie... wieder ein gutes Mitglied dieser Gesellschaft zu sein, das gibt es ja bis heute. Also das ist ja nichts Neues und nichts Altes. Das ist einfach immerwährend eine Form der Erzählung.
Florian Bayer: Ja. Konzept von Propaganda und von Manipulation, dass die Helden eben auch mit Ecken und Kanten gezeigt werden. Jetzt einen sehr großen Sprung nach vorne. Gucken wir uns so einen Film an wie Top Gun, 80er Jahre Tom Cruise, der eine riesige US-Militär-Flugzeug-Propaganda-Show ist. Werde Pilot für uns, kämpf an unserer Seite gegen die bösen Irakis oder wie auch immer. Und da wird Tom Cruise ja auch nicht als der gezeigt, der sich an die Regeln hält, sondern er ist der Held, weil er sich nicht an die Regeln hält. Es gibt eine Form von... gibt eine Form von aus dem Rahmen ausbrechen, der hervorragend in den Rahmen passt.
Johannes Franke: Ich glaube, das ist wichtig, vor allem, weil kein System mehr attraktiv ist, wenn man nicht ein Minimum an Subversivität zulässt.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Und das zeigt der Film für mich. Deswegen mache ich den ganzen großen Bogen um dieses ganze, ich wollte ja auch was hinaus.
Florian Bayer: Die Subversion ist Teil des Systems.
Johannes Franke: Ja genau, das ist es halt.
Florian Bayer: Ja, trotz dieser Verwandlung mit dem Nationalsozialismus hatte er ja dieses zeitlose Moment. Er wurde 1964 in der DDR zum ersten Mal im Fernsehen ausgestrahlt, im deutschen Fernsehen. und 1969, fünf Jahre später dann in der Bundesrepublik und war Ein großer Erfolg. Heinz Rühmann war damals natürlich auch ein Star. Also Heinz Rühmanns Karriere ging ja nach dem Krieg auch weiter. Vielleicht verbinden wir das auch schon mit dem Erfolg des Films.
Johannes Franke: Ja, also Heinz Rühmann selbst, kurz nach Kriegsende, Man hat schon das Gefühl, wenn man sich so Sachen anschaut von ihm vor dem Krieg und nach dem Krieg, der war ganz schön mitgenommen davon. Dass das System, in dem er da funktioniert hat, den Bach runtergegangen ist und dass er dann sehr viel Rede und Antwort stehen musste um seine Beteiligung und so weiter. Das hat ihn sehr gebeutelt.
Florian Bayer: Ja, gleichzeitig hatte er keine Probleme, seine Karriere fortzuführen.
Johannes Franke: Naja, am Anfang schon. Er hat eine Theatertour gemacht. die dann auch wieder erfolgreich war. Aber eine Zeit lang hat das Publikum sich schon auch von ihr abgewandt, muss man sagen. Bis dann Lali Luca.
Florian Bayer: kam. Es gab ja ein ganz kurzes Auftrittsverbot und Und dann war es aber, er war so einer, der super locker durch die Entnazifizierung gekommen ist. So, okay, der kann weitermachen.
Johannes Franke: Ja, so super locker ist keiner da durchgekommen.
Florian Bayer: Zu locker. Alle sind die zu locker da durchgekommen. Und er hat dann in den 50ern wieder Filme gedreht. 1966 hat er das Bundesverdienstkreuz gekriegt. Und hat dann auch teilweise, er hat dann ja auch sowas gespielt wie Hauptmann von Köpenick und das geschah am helligsten Tag später raus.
Johannes Franke: Ja, aber Hauptmann von Köpenick ist schon viel später, muss man dann sagen.
Florian Bayer: Aber er war dann schon, er war schon so eine Eminenz, eine große, des deutschen Films. Ich habe seinen letzten Auftritt gesehen nochmal von Wetten darf. Und er tritt auf und 1994 und mit 90 Jahren. und zu Tränen gerührt ist, als das Publikum ihn richtig feiert. Das war ja das Tolle am 90er Jahre Showwesen. Man wusste bei Wetten, dass tatsächlich nicht was passiert, weil das ein Live-Show war und man alles passieren konnte und auch wirklich wilde Sachen passiert sind. Und da ist das Wilde, was da passiert ist, ist das Publikum überhaupt nicht mehr aufgehört, da zu klatschen. Die standen. Standing Ovations und haben einfach weitergeklatscht und er steht da fassungslos und es ist wirklich ein schönes Bild, aber der war ein großer Mann des deutschen Films und ja, er hat da ein bisschen Probleme, aber eigentlich ist er sehr sanft In der Bundesrepublik angekommen.
Johannes Franke: Ihm hat nichts mehr gehört danach. Er hat erstmal in einer Baracke gelebt. Ihm wurde so ein kleines Barackchen zugewiesen nach Kriegsende. Und hatte Schulden ohne Ende. Und das musste er alles aufarbeiten erst mal.
Florian Bayer: Ja, aber er hat wie blöd getreten noch, oder? Ich meine, wenn wir uns angucken, was Heinz Rühmann gedreht hat nach 1945, dann haben wir noch eine wirklich, wirklich lange Filmografie mit verschiedenen Filmen. Quacks durfte weiter gedreht werden. Quacks wurde veröffentlicht. wurde veröffentlicht, den er 1944 gedreht hatte. Der wurde 1953 veröffentlicht und dann aber sowas wie Keine Angst vor großen Tieren 1953. Charlies Tante 1956. Es geschah am helligsten Tag 1958. Der Pauker 1958.
Johannes Franke: Wie viele Sachen davon hast du tatsächlich gesehen und hast jetzt erfolgreich wahrgenommen.
Florian Bayer: Aber die sind erfolgreich, die Dinger.
Johannes Franke: Also, 1945 hat er noch, sagt die Wahrheit gedreht, das ist unverändert geblieben. Da ist nichts davon geblieben. Vier Jahre später, nach dem letzten Film, nach Feuerzeugenbulle, 48, kamen die ersten Filme wieder. 48, 49, zwei Filme, dann 52, zwei Filme. Vorher hat er mindestens fünf Filme im Jahr gedreht. Natürlich ist das eine Frage auch der Politik. Du musst dann wieder aufbauen und so weiter. Du hast jetzt mal andere Sachen zu tun. als Filme zu drehen. Aber das wurde ja auch vorangetrieben. Und er hatte wirklich am Anfang... Also du kannst sagen, man hat keinen Mitleid mit ihm, weil er total wieder auf die Beine gekommen ist. Aber es gab einfach diese Phase. Es gab die Phase, wo er wirklich Schwierigkeiten hatte. Und ich finde, dass man ihm das total ansieht. Der vor dem Krieg, der Heinz Rühmann, hat eine Unbekümmertheit und nach dem Krieg ziemlich schnell. gucke ich mir in den Filmen an und denke, da steckt so viel Trauer in seinen Augen. Natürlich heißt das nicht, dass das zu Unrecht ist. Oder so. Und er musste auch sehr genau durchleuchtet werden, ob er nicht irgendwelche Scheiße noch direkt am Stecken hat. Und vielleicht hat er auch ein bisschen mehr Freifahrtschein bekommen, als er sollte. Aber es ist einfach so, dass er natürlich für sich trotzdem Schwierigkeiten hatte.
Florian Bayer: Aber er war kein Opfer des Nationalsozialismus und auch nicht des Kriegsendes.
Johannes Franke: Das habe ich nicht gesagt. Das möchte ich auch wirklich nicht sagen. Ich möchte auch überhaupt nicht urteilen, ob er... Schuld hat oder nicht Schuld hat, die er auf sich geladen hat, die bestraft oder nicht bestraft wurde. Das ist völlig unbenommen von all dem, was ich sage darüber, dass er einfach Schwierigkeiten hatte, danach wieder ordentlich auf die Füße zu kommen. Natürlich hatten ganz viele danach Schwierigkeiten, auf die Füße zu kommen. Das ganze Volk hatte Schwierigkeiten, wieder auf die Füße zu kommen. Und jeder hat irgendwo in irgendwelchen runtergerockten, bombardierten Häusern gelebt und musste erstmal wieder neu aufbauen. Aber er musste das auch machen.
Florian Bayer: Bist du Rühmann-Fan?
Johannes Franke: Nein, würde ich so nicht sagen. Ich finde, er hat einen großen Charme, den man sehr selten sieht. Deswegen ist er auch der Star gewesen. Aber ich würde nicht sagen, dass ich der große Rühmann-Fan bin. Aber ich kann verstehen, warum er so bekannt und so wahnsinnig erfolgreich war.
Florian Bayer: Ich bin kein Rüman-Fan und ich kenne Rüman jetzt auch wirklich nicht so gut. Ich weiß nur, dass der eine Zeit lang in meiner Kindheit in Filmen, die geguckt wurden und zwar von allen Generationen ständig präsent war. Und zwar aus verschiedenen Zeiten. Wenn du eine Komödie geguckt hast, die irgendwann zwischen 1940 und 1970 gedreht wurde, war die Chance ziemlich groß, dass Rühmann irgendwo eine kleine oder meistens auch eine größere Rolle spielt. Das war einfach Das war ein Typ, der über Jahrzehnte in verschiedenen Filmen auch von Schwarz-Weiß bis Farbe präsent war.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und deswegen habe ich den auch so krass immer wahrgenommen als eine Konstante war in der deutschen Filmgeschichte und zwar nicht nur in der Reichszeit oder Nazizeit. sondern wirklich die ganze Zeit durchgehend. Egal was war, es gab viele politische Umbrüche in den Jahren von 1920 bis 1990. Er war immer da. Er hat das alles gestanden.
Johannes Franke: Natürlich, der Eindruck entsteht dann natürlich, dass er durchweg immer Glück hatte und immer gearbeitet und immer irgendwie Zeug hatte. Und vielleicht hat er auch mehr Glück gehabt als viele andere. Also nicht nur vielleicht, garantiert. Er hatte sehr, sehr viel Glück in seinem Leben und er hat auch sehr viel gearbeitet und er war auch nicht immer einfach. Muss man auch dazu sagen. Aber eben gerade nach dem Krieg war er ein schwierigerer Mensch.
Florian Bayer: Wollen wir mal Richtung von unseren Top-Listen springen?
Johannes Franke: Oi, oi, oi. Können wir einen Top-Listener? Unsere Top 3. Was haben wir denn für eine Top-Liste? Ich habe eine Top-Liste angeführt, die ich nicht ausfüllen kann. Ich habe gesagt, back to school. Warum zur Hölle habe ich back to school gesagt?
Florian Bayer: Warum? Das ist eine echt gute Frage.
Johannes Franke: Keine Ahnung, ich habe es auch nicht geschafft ordentlich. Ich bin sehr unzufrieden mit dir.
Florian Bayer: was ich habe. Ich bin auch unzufrieden mit mir. Wir kämpfen uns da jetzt einfach durch. Ich würde gerne eine honorable oder eher dishonorable Menschen nennen. Vielleicht auch so ein bisschen Guilty Pleasure von mir.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Mr. Adam Sandler. Was? Hat mit Billy Madison in den 90ern einen seiner dümmsten Filme gedreht, der irgendwie ganz witzig ist. Ja. 1995 spielt einen verwöhnten Rich Spoiled Kid, also das Das ist das falsche Wort. Es soll nämlich irgendwie erwachsen sein, schon über 20 deutlich, also Anfang 30. Der zurück zur Schule muss, um das Geld und die Firma von seinem Vater übernehmen zu dürfen und der dann die Schulbank drückt und zwar von der Grundschule bis zum Highschool-Abschluss. Und am Anfang sitzt du halt wirklich mit den sechsjährigen Kindern da zusammen und dann später mit den Teenagern und es ist einfach nur dumm und albern und total bescheiden und es ist ein Typischer Adam-Sendler-Film. Wenn ihr die Quintessenz eines Adam-Sendler-Films sehen wollt, guckt den.
Johannes Franke: Aber der musste seinen Charme haben, hab ich gehört. Der ist so dumm.
Florian Bayer: Ich meine, Steve Buscemi macht mit und wenn Steve Buscemi in einem Film, ganz kleine Rolle, wenn Steve Buscemi mir in einem Film mitmacht, ist der schon mal 10 Punkte besser als davor.
Johannes Franke: Ja, der hat in jedem Film.
Florian Bayer: Ansonsten ist es schon ziemlich dumm. Mein Platz drei.
Johannes Franke: Ich habe noch eine Honorable Menschen, die ich vorher machen will. Back to school. Alle meine Albträume. Alle meine Albträume, einfach so. Ich werfe sie einfach mal rein. Keine Ahnung, was ich träume nachts, aber wenn ich von Schule träume, dann ist es meistens... dass ich irgendwo sitze und versuche verzweifelt nochmal das Abi nachzuholen, weil ich irgendwas verpasst habe im Leben.
Florian Bayer: In meinen Träumen denke ich dann tatsächlich, gibt es immer den Punkt, wo ich realisiere und denke, ach nee, Quatsch, den ganzen Scheiß habe ich doch schon gemacht. Ja, genau. Dann bin ich erleichtert und drohig. Okay, gut. Platz 3, auch ein alberner Film, aber ein wirklich guter Film. 21 Jump Street aus dem Jahre... 2012 ein verfilmtes Remake von der Serie aus den 90ern mit Johnny Depp und Richard Crico und der Film ist total albern und total drüber. Und echt gut. Überraschend gut. Ein wirklich cooler Spoof mit Jonah Hill und Jenning Tatum. Die zwei Cops spielen, die wieder die Schulbank drücken müssen. Und ich war überrascht, wie gut dieser Film ist.
Johannes Franke: Okay, habe ich nicht gesehen. Ich habe auch die Serie nicht gesehen, aber immer Gutes darüber gehört, weil die ja auch Johnny Depp so groß gemacht hat und der muss wirklich sehr gut gewesen sein damals.
Florian Bayer: Ja, die Serie ist schon so 90er-Kitsch. 90er-Thriller-Teeni-Kitsch. Die Serie ist schlecht gealtert, glaube ich.
Johannes Franke: Okay, na gut. Dann kommt die ganz unten auf die Liste. Ich hätte auf Platz 3 bei mir Legally Blonde. Uff. Ich muss sagen, ich kann mich an nichts erinnern, aber ich kann mich daran erinnern, dass ich den Film mochte. Warum landet der in der Liste? Weil ich nichts anderes habe.
Florian Bayer: Rhys Wilderspoon als blonde Anwalts... Jurastudente?
Johannes Franke: Ja, genau. Irgendwie sowas. Die studiert halt und man sagt so, man setzt sich voll auf dieses blonde... Aber sie versuchen das Ganze zu umgehen, indem sie sie wirklich sehr clever darstellen. Und das finde ich ganz nett. Ich glaube, ich fand den Film tatsächlich überraschend clever. Aber das sage ich aus einer Entfernung von mindestens 15 Jahren.
Florian Bayer: Mein Platz zwei, irgendwie Back to School, irgendwie auch ein bisschen geschummelt, Club der Totendichter.
Johannes Franke: Der Lehrer kommt zurück zur Schule. Das ist sehr geschummelt. Das ist dein Platz eins. Nein.
Florian Bayer: Er kommt zurück zur Schule, auf der er vorher war und arbeitet da jetzt als Lehrer und hat dann diese ganzen Schüler unter sich und versucht ihnen das zu erklären, was seine Schülerzeit damals besonders gemacht hat. dass er diesen Club gegründet hat und daraufhin gründen die Schüler den Club und es passt. Wenn ich drüber nachdenke, ist es gar nicht so viel geschummelt.
Johannes Franke: Naja. Er kommt zurück zur Schule als Lehrer. Er ist halt Lehrer. Naja, mein Platz zwei ist auch so ein bisschen back to ... Das ist School of Rock. Ja, genau, siehst du. Es ist im Grunde auch, er kommt wieder zurück als Lehrer. Na gut, okay, ja, schön, toll.
Florian Bayer: Aber so viele Möglichkeiten gibt es auch nicht, zur Schule zurückzukommen, außer wenn man als Lehrer arbeitet.
Johannes Franke: Na, mein Platz 3, Legally Blonde, sie kommt tatsächlich zurück ins Bildungssystem.
Florian Bayer: Mein Platz 1? Ich habe was gefunden. Toller Film. Peggy Sue hat geheiratet. Aus dem Jahre... 1986 mit Kathleen Turner und Nicolas Cage von... Francis Ford Coppola. Eine wunderschöne Tragikomödie, wo eine Frau, die zu ihrem Klassentreffen fährt, also sie ist mittlerweile, keine Ahnung, 40 oder so, eine unfreiwillige Zeitreise macht und dann tatsächlich wieder in ihren Teenager-Jahren landet und auch mit ihrem damaligen Boyfriend und es ist so ... Einiges ist im Leben nicht so gelaufen, wie sie wollte und deswegen versucht sie das dann wieder zu kitten und sie steckt halt in dieser Vergangenheit und ist plötzlich wieder Schülerin und Teenager und versucht irgendwie... versucht irgendwie das zu retten, was ihrer Meinung nach schiefgelaufen ist in ihrem Leben. Wunderschöner Film, wirklich tolle Tragikomödie.
Johannes Franke: Mein Platz 1 ist total geschummelt. Es geht nur um Erinnerungen an Schulzeit. Oh. Den ich einfach... als Film überraschend gut fand.
Florian Bayer: Voll geschummelt.
Johannes Franke: Aber total geschummelt. Es geht irgendwie auch um Schulzeit. Sie erinnert sich halt...
Florian Bayer: Petro Almodovar. Wunderschöner Film. Toller Film. Haben wir vor gar nicht so langer Zeit besprochen. Auf jeden Fall sehenswert. Cool.
Johannes Franke: Okay, dann gehen wir doch wieder zurück, wa?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das war... Unsere, äh, Top 3.
Florian Bayer: Bevor wir zu unserem Fazit kommen, vielleicht mal eine ganz banale Frage, die wir eigentlich hätten am Anfang klären müssen. Magst du Feuerzangenbohle, Johannes?
Johannes Franke: Ich habe nie Feuerzangenbohle getrunken. Nein.
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: in meinem Leben. Okay. Warum haben wir keine vorbereitet für heute?
Florian Bayer: Hätten wir machen müssen? Ich finde Feuerzangenbulle ziemlich scheußlich. Ich mag total das Ritual. Also das ist wirklich schön, wenn du so einen Zuckerhut anzündest und dann tropft das runter und dann hast du den Rum und den Rotwein, das sieht schön aus und das riecht auch gut. Ich mag überhaupt nicht so alkoholische Getränke, die mit so Gewürzen und Obst und so angereichert sind. Feuerzangenbulle ist ja und dann kommt so Shit rein, Nelken und Orangen und keine Ahnung.
Johannes Franke: Also mit Glühwein kannst du auch nicht sagen?
Florian Bayer: Nee, Glühwein mag ich auch nicht. Ich bin echt kein Fan von diesen Alkoholika mit so Obst- und Gewürzzeug. Und das ist halt eine Feuerzangenbulle. Aber das Ritual ist toll.
Johannes Franke: Ja, okay. Okay, aber dann gehen wir doch wieder in den Film zurück.
Florian Bayer: Franker, sie sind albern. Franker, sie sind albern.
Johannes Franke: Kommen wir in die Verlegenheit, den Film heute zu sehen und die Nazi-Zeit komplett auszublenden und zu verharmlosen, wenn wir den Film sehen? Wenn wir nicht viel wissen darüber?
Florian Bayer: Nee, glaube ich nicht. Ich glaube, da hat es sich dann doch... Also es gibt natürlich diese Brettfigur... ist halt krass und es gibt sehr viele so kleinere Spitzen, eben da haben wir jetzt ausführlich drüber geredet, müssen wir nicht alles wiederholen. Aber ich glaube, man kann den Film auch gucken und sehr viel davon ausklammern. Und ich glaube, der Film hat auch irgendwie seine Berechtigung, hat auch seine Zeitlosigkeit. Auch wenn es viel gibt, wie wir jetzt festgestellt haben, dass ihn irgendwie in diese Zeit verhaftet, in der er spielt. Ja. Hat er ein Stück Zeitlosigkeit durch diese Atmosphäre durchgeführt?
Johannes Franke: Auch das Thema einfach, eine Erinnerung an die Schule. Was ich toll finde, ist, dass es tatsächlich... sehr komödiantisch übertrieben teilweise herkommt, weil der Lehrer im Grunde nur so von seinem Bart lebt und Weil die anderen Lehrer auch sehr comichaft fast daherkommen. Wir haben ja alle beinahe Slapstick-Elemente. An sich.
Florian Bayer: Eine Sache, die ich dann auch als letztes erwähnen möchte, das Buch ist meiner Meinung nach deutlich zeitloser. Was unter anderem auch daran liegt, dass der Grundton viel nostalgischer und viel melancholischer ist und weniger albern als im Film. Es gibt dieselben Streiche, es gibt viele Witze, es gibt auch viele Albernheiten, die im Film nicht da sind. aber dadurch einfach durch die Länge, dass mehr an Fleisch drumherum ist, fühlt sich das Buch doch melancholischer an und dadurch irgendwie noch stärker auf diesen Punkt, wie er versuchen hier so ein allgemeines Erinnern an die Schulzeit und an die tolle Jugend zu etablieren.
Johannes Franke: Was ich mich immer noch gefragt habe, ist, in welcher Zeit, verdammt nochmal, spielt das Ganze? Es gibt mehrere Hinweise. Das eine ist die Kleidung. Die Kleidung, die ich mich sofort aufschreibe. an das Jahr 1900 irgendwie erinnert. Das ist nicht 1930. Es wird aber auch nicht genau gesagt, wann das spielt. Es wird nur gesagt, gute alte Zeit, glaube ich, irgendwann. Und gute alte Zeit kann alles bedeuten. Und also die Kleidung ist sehr stark 1900. Im Direktorenzimmer hängt ein Bild vom Kaiser Wilhelm I. Mhm. Der ist 1888 gestorben. Das heißt, wenn die 1908 spielen würden, dann wären die ganz schön spät dran. Mit diesem Bild, muss man mal sagen. Aber für 1908... sprich dafür, dass das Mädchengymnasium überhaupt erst dann möglich wurde, weil vorher der preußische Staat keine Verpflichtung für höhere Schulbildung für Mädchen. Rädchen rausgegeben hat. Das gab es also vorher gar nicht in der Form. Ansonsten das Element Radium wurde 1998 erst entdeckt. Also 1898.
Florian Bayer: Ich kann noch eine Sache reinwerfen aus dem Buch. Da wird nämlich auf Einstein referiert. Und Einstein hat seine Relativitätstheorie erst 1905 veröffentlicht. Das ist aber auch... Eine Schülerin, die ist nämlich die, die das, oder sie kennt ihn auch. Also ich glaube, Hans Pfeiffer bringt Rede darüber, aber Eva kennt ihn auch. Einer Schülerin wird ja bestimmt erst so um den Dreh 1907 bekannt sein. Das heißt, wir nähern uns plötzlich gefährlich nahe dem Beginn des Ersten Weltkrieges.
Johannes Franke: Ja. Das ist so ein bisschen das Ding. Ich glaube, dass es so 1908 oder 1910 spielen müsste.
Florian Bayer: Wahrscheinlich. Was heißt, dass alle diese jungen, schönen, netten, lustigen Leute werden in den Ersten Weltkrieg ziehen und genauso sterben, wie die Schauspieler im Zweiten Weltkrieg gestorben sind? Richtig.
Johannes Franke: Jetzt sind wir schon wieder deprimiert. Wie fandst du den Film, Johannes? Ich möchte das Buch Die Gerechtigkeit des Lehrers unter besondere Rücksichtigung. der höheren Lehranstaltern. Es gibt ein Buch von... Karl Christian Tadei, die höhere Bürgerschule mit besonderer Berücksichtigung? Der Herzogin von Schleswig und Holstein. wenn ich das richtig, oder vom Herz der Herzogin, das HZGZT was auch immer das heißt.
Florian Bayer: Herzogtum.
Johannes Franke: Herzogtum, Schleswig und Holstein. Das ist 1836 erschienen in Schleswig. Das ist schön. Ich finde es super. Eine Reminiscence an so ein Buch.
Florian Bayer: Es ist so großartig. wenn er diesen Titel nennt und alle können es mitsprechen. Alle können alles mitsprechen, weil diese Lehrer funktionieren eigentlich nur so in Wiederholungen.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Ich liebe auch die Stelle, wir schreiben heute eine Klassenarbeit über Druckluft. Herr Professor, können wir nicht über Thermometer schreiben? Das können wir besser. Das wäre egal. Schreiben Sie über, was Sie wollen. Auf Unsinn wird es ja sowieso. Ganz toll. Ich werfe jetzt eigentlich nur Sachen rein, die mir noch so auffallen. Ich liebe es einfach, weil so viele schöne Sachen dabei sind. Eine der schlimmeren Sachen ist, dass die Aufführungsrechte für den Film bei einer Frau von der AfD
Florian Bayer: Warum sind sie wohl da gelandet? Und schon wieder, du schaffst es schon wieder von einer lustigen Anekdote zu einer Sauernot zu kommen.
Johannes Franke: Das ist Dramaturgie-Plot. Man muss den Zuhörer von einem Gefühl ins nächste werfen.
Florian Bayer: Wir erleben heute zum Abschluss des Jahres 2023 noch einmal ein Wechselbad der Gefühle. Angeleitet von Dr. Johannes Franke. Mit zwei N. Zwei hinter dem O. Hinter dem A.
Johannes Franke: Frau Cornelia Meier, bitte schreibt ihr alle, schreibt ihr irgendwelche Briefe, die... Nein, nein, nein, auf keinen Fall, wir können nicht Leute an...
Florian Bayer: Wir können nicht Leute anleiten, Briefe zu schreiben.
Johannes Franke: Das geht nicht. Aber diese Frau hat die Aufführungsrechte und als 2013. historische Museum den Film vorführen wollte, in einem Rahmen einer Reihe zu NS-Streifen und natürlich dazu eine Einordnung machen wollte. Hat diese Frau gesagt, nö, dürft ihr nicht.
Florian Bayer: Natürlich, das ist die AfD, Leute.
Johannes Franke: Wie krass ist das denn?
Florian Bayer: Lasst diese Frau in Ruhe, schreibt ihr keine Briefe, aber denkt euch euren Teil dabei, das machen wir auch.
Johannes Franke: Die Frau hat in diesem Moment gesagt, in einem Interview mit der Welt, in einem Ein-Mann-Betrieb entscheide ich das Kraft souveräner Willkür.
Florian Bayer: Natürlich.
Johannes Franke: Was für ein krasser Satz.
Florian Bayer: Naja, es ist klar, die AfD ist nicht so dafür, dass Geschichte aufgearbeitet wird. Und das gehört halt auch zur Geschichtsaufarbeitung, dass solche Filme... auch mal kritisch gesehen werden und auch in den Kontext eingeordnet werden. Was uns heute hoffentlich gelungen ist und Vielleicht ist es uns trotzdem gelungen, auch zu zeigen, warum dieser Film auch neben diesem problematischen Kontext auch was Zeitloses hat und auch irgendwie zu Recht heute noch rezipiert wird als... Wirklich schöne Lausbuben-Schülergeschichte.
Johannes Franke: Lasst euch den Film von seinem Kontext nicht kaputt machen. Denn wie Plor immer so schön sagt, es ist mir egal, was der Filmemacher wollte, ich nehme den Film so, wie ich ihn heute sehe.
Florian Bayer: Genau. Aber der Film hat halt das drin. Das sehe ich auch heute noch.
Johannes Franke: Nein, das hat er nicht. Das siehst du nicht. Das ist dein kultureller Kontext, den du mitbringst. Das macht der Film überhaupt nicht.
Florian Bayer: Johannes, vielen Dank, dass du mir ihn gegeben hast. Und vielen Dank für diesen tollen Jahresabschluss mit Feuerzangenbowle, mit Schülererinnerungen. Mit ein wenig Lachen, mit ein wenig Weinen, mit ein wenig Nazis. Alles, was zu einem guten Jahresabschluss dazugehört.
Johannes Franke: Oh Gott, lasst uns für 2024 die Nazis wieder irgendwie loswerden und schauen wir mal, was kommt.
Florian Bayer: Vielen Dank fürs Zuhören euch allen und vielen Dank fürs Zuhören über das ganze Jahr, also gerade an unsere treuen Fans. Vielen Dank, dass ihr uns jetzt mittlerweile seit über zwei Jahren bereitet habt.
Johannes Franke: Und an unsere neuen Fans, die erst seit drei, vier Episoden dabei sind. Bleibt dran, ich krieg genau mit, wenn ihr eine Episode auslasst. Dann gibt's Nachsitzen.
Florian Bayer: Habt einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wenn ihr wissen wollt, womit wir das Jahr 2024 starten, bleibt noch kurz dran, dann gebe ich nämlich Johannes einen Film auf. Ansonsten euch alles Gute, kommt gut durch den Rest des Jahres.
Johannes Franke: Kommt gut durch den Umschwung des Jahres. Ja, guten Rutsch, rutsch nicht aus, dieser ganze Scheiß, was weiß ich, keine Ahnung, bollert nicht, bollert nicht, das ist mir wichtig. Aber habt Spaß. Und wenn ihr euch daran erinnern könntet, was ihr gemacht habt, dann hattet ihr nicht genug Spaß. Wir hören uns. Bis dann. Ciao. Joplor, was gibt's denn nächstes Jahr von dir? Oh, das klingt so seltsam. Was gibt's nächstes Jahr von dir?
Florian Bayer: Ich will das Jahr mit einem Bang starten.
Johannes Franke: Mit einem Bang?
Florian Bayer: Ja, ich habe dich schon so oft damit gedroht und jetzt will ich es in die Tat umsetzen.
Johannes Franke: Chit, chit, chit.
Florian Bayer: Ich will ne fucking Folge, wo ich nur über Wrestling reden kann.
Johannes Franke: Was? Nein!
Florian Bayer: Ich geb dir einen Wrestling-Film und nicht nur das, ich geb dir einen hoch angesehenen Wrestling-Film, der als einer der besten Wrestling-Filme überhaupt gilt, einen Dokumentarfilm noch dazu. der sich mit Wrestling in den 90ern auseinandersetzt. Und ich hab so Bock drauf. und ganz lange über Wrestling zu reden und ich freu mich so drauf.
Johannes Franke: Du willst unser Filmjahr 2024 damit beginnen, über irgendwelche Typen zu reden, die sich gegen aufs Maul geben?
Florian Bayer: Hell yeah, brother.
Johannes Franke: Oh Gott.
Florian Bayer: Das wird ein großes Vergnügen. Ah, fuck. Und zwar gebe ich dir, ich sollte dir sagen, was ich dir aufgebe.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Und was ich euch aufgebe, guckt euch den Film an, bevor ihr nächste Woche einhört. Ich gebe dir auf. Wrestling with Shadows, ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 1998. Und ich werde aber auch ganz viel über die Geschichte des Wrestlings reden und über die WWE und alles, was damit zusammenhängt und mit dieser Geschichte um Hitman Hart und um Vince McMahon. Großes Vergnügen. Ich freue mich drauf. Bis dann.
Johannes Franke: WWE? Nicht WWF?
Florian Bayer: Nein, die wurden verklagt. Das ist aber auch schon sehr lange her.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Formerly known as WWF und dank dieses doofen Naturschutzbundes. Müssen Sie sich jetzt WWE nennen.
Johannes Franke: Der doofe Naturshowsbund.
Florian Bayer: Wir hören uns.
Johannes Franke: Wir werden das alles aufarbeiten und wir werden wohl eine Folge haben, in der es weniger um Film, sondern mehr um Wrestling geht. Lass ich dir einmal durchgehen, Flo. Gott, jetzt muss ich mir kämpfende Leute in Spandex anschauen. Na gut, bis dann, ciao.
