Episode 15: Laurel und Hardy: In Oxford, Der Club der toten Dichter
Nachdem Johannes beim letzten Mal einen Film am Start hatte, der ihn in vielerlei Hinsicht beeinflusst hat, darf dieses Mal Plor eine sehr persönliche cineastische Erinnerung auffrischen. Wir sprechen über den Club der toten Dichter aus dem Jahr 1989, das Carpe Diem und die Liebe zur Poesie. Als Kontrastprogramm dient durch und durch klassischer Slapstick von Dick und Doof, beziehungsweise Stan Laurel und Oliver Hardy, A Chump at Oxford aus dem Jahr 1940.
In unseren dazu passenden Top 3 Listen beschäftigen wir uns mit dem Mikrokosmos Schule und wie dieser in verschiedenen Filmen auf die Leinwand gebracht wurde. Außerdem widmen wir uns einem etwas in Vergessenheit geratenen Subgenre des komischen Films, dem Slapstick, beziehungsweise der Physical Comedy. Und zum Ende der Episode gibt es sogar eine kleine Überraschung in Form unserer ersten Fanpost, die auch gleich als Vorlage für die Filmauswahl der kommenden Folge dient.
Wollt Ihr uns auch Filme vorschlagen oder eure persönlichen Gedanken zu den von uns besprochenen Filmen mitteilen? Dann schreibt uns unter johannes@mussmansehen.de oder florian@mussmansehen.de.
Der Club der toten Dichter [Peter Weir]
(USA 1989)
“Oh Captain, my Captain” so möchte der Englischlehrer John Keating – angelehnt an ein Gedicht des Romantikers Walt Whitman – von seinen Schülern genannt werden. Keating wurde gerade eben erst angestellt an einem hochrenomierten Jungeninternat in Vermont, sorgt aber schnell für Aufsehen mit seinen unorthodoxen Lehrmethoden, seiner hemmungslosen Liebe für Poesie und seinem Ziel, die Schüler zum selbständigen Denken anzuregen. Im Mittelpunkt steht jedoch nicht nur er, sondern ebenso eine Gruppe seiner älteren Schüler. Angespornt von Keatings Enthusiasmus lassen sie den geheimen Club der toten Dichter wieder neu auferstehen. In diesem treffen sie sich heimlich in der Nacht, tragen sich gegenseitig Gedichte vor und saugen das Mark des Lebens in sich auf. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieses rebellische Verhalten mit den konservativen Idealen ihrer Schule kollidiert.
Das Drama Der Club der toten Dichter von Peter Weir wurde im Jahre 1989 veröffentlicht und wurde schnell zum Box Office Hit und Instant Klassiker. Für Robin Williams, der zuvor nur als Comedian geachtet war, sorgte er fast im Alleingang für ein Dauerabo von melodramatischen und tragikomischen Rollen. Dem antiken Sinnspruch “Carpe Diem” (Nutze den Tag) verhalf er zu einer riesigen Berühmtheit und hatte auch darüber hinaus auf die Gestaltung zahlloser Poesiealben einen immensen Einfluss. Aber funktioniert er auch noch heute? Und besitzt er vielleicht auch problematische Seiten, die von seiner pathetischen und enthusiastischen Art vielleicht zu sehr verschleiert werden? Was denkst du Johannes?
A Chump at Oxford [Alfred J. Goulding]
(USA 1940)

Der in Deutschland unter dem Titel „Dick und Doof als Studenten“ erschiene Film aus dem Jahre 1940 unter der Regie von Alfred J. Goulding, hat mehrere Fassungen durchlaufen. Eigentlich war er ursprünglich als 40 minütige Featurette geplant und ist als solche auch in amerikanischen Kinos gelaufen. Für den europäischen Markt kam zu der Zeit allerdings schon nur noch ein Langfilm in Frage, so dass sie dem Film eine recht unmotivierte 20 minütige Sequenz hinzufügten. Eine 20 minütige Version des Films kam unter dem Titel „Alter Ego“ später ins Fernsehen. Scheinbar ließ sich, ohne große Verluste im Verständnis der Geschichte einiges wegstreichen.
Allerdings muss man sagen: das ist kaum zu merken. Nicht etwa weil die Story gut ergänzt wäre, sondern weil der ganze Film eigentlich aus einer Art Nummernprogramm bestand, wie sehr viele der Laurel und Hardy Filme dieser Zeit. Der Hauptplot ist recht simpel erzählt:
Laurel und Hardy gehen an eine Uni und werden nicht gut aufgenommen.
Der Rest sind Slapstick Nummern der alten Schule für kurzweil, ohne dem Publikum große Denkleistungen abzuverlangen. Oder musstest du viel grübeln, Plor?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 15: Laurel und Hardy: In Oxford, Der Club der toten Dichter Publishing Date: 2021-04-14T14:07:26+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/04/14/episode-15-laurel-und-hardy-in-oxford-der-club-der-toten-dichter/ Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast? Nein, eigentlich nicht, aber ich. Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können. Wie wär's mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee. Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme. Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeig dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest. Das heißt so Musicals aus den 50ern? Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme? Mit russischen Untertiteln, von mir, für dich. Oh Gott, okay. Aber du weißt, dass das für Menge Streit sorgen kann. Äh, definitiv. Das wird lustig. Mit guter Laune. Ja, Blor, mit guter Laune. Ach, es läuft schon. Darf ich dir das sagen, Blor? Gute Laune? Es läuft schon. Wann hast du ihn angemacht? Was hab ich als erstes gesagt? Was war als erstes zu hören, das du gesagt hast? Und mit guter Laune. Davor hab ich einmal gemacht, nur um das Publikum auf unseren Level zu bringen. Was? Welches Level willst du das Publikum? Du weißt ja gar nicht, wo das Publikum ist. Ich will raus aus dem März. Du willst aus dem März raus? Ja, wettertechnisch, coronatechnisch. Ich will einfach nur raus aus dem März. Und ihr hört das Ganze wahrscheinlich in zwei Wochen. Das heißt, ihr hört das in drei Wochen sogar. Ja, also plus, ne? Also wer hört es sich genau dann an? Frohe Oster, liebes Publikum. Herzlich willkommen zu unserer Osterausgabe. unserer Osterausgabe. Osterspecial. Und heute haben wir auch total passende Osterhasenfilme für euch. Ja, ja. Johannes, was ist dein Osterhasenfilm? Das kleine niedliche Kaninchen Bubu sucht nach... Babe. Babe, genau, Babe. Das Kaninchen namens Babe. Oh mein Gott. Ja, Babe ist der Spitzname von Olli gewesen. Oliver Hardy. Okay, das ist mein Film von Stan und Olli diese Woche at Jump in Oxford. Und ich hab für dich... Ich muss gerade kurz drüber nachdenken und er hat das wahrscheinlich nie gespielt, aber Robin Williams als Osterhase wäre echt ganz cool. Oh mein Gott. Nein. Man könnte daraus so ein tragik-komisches Märchen machen über einen Osterhasen, der ein bisschen den Glauben verloren hat und ihn zurückgewinnen muss. Also wenn ich einem zutraue, dann Robin Williams. In einer Nebenrolle eine junge Natalie Portman, die dem Osterhasen den Glauben an Ostern zurückgibt. Oh nein. Nein. Ich hab für dich den Club der Toten Dichter aus dem Jahre 1989. Nicht die erste, aber wahrscheinlich die wesentlich erste ernste Rolle für Robin Williams und einen Film, der wahrscheinlich gar nicht so viel vorgestellt werden muss, weil den die meisten kennen werden. Wahrscheinlich, ja. Wollen wir damit gleich anfangen? Ja. Dann lass uns doch mit diesem Film anfangen. Wir starten mit dem Club der Toten Dichter und mit dem Carpe Diem. Ich springe kurz zu meinem Einleitungstext. Ja, spring mal zu seinem Einleitungstext. Möchtest du Tee haben, Flor? Sehr gerne. Ah. So. Zucker ist wie immer hinter dir. Oder du nimmst hier den Klunt hier von vorne? Ich nehme ganz vulgär Rohrzucker. Einfach, weil ich Zucker brauche. Viel Zucker. So. Flor, dann leite doch einmal. Achso, du brauchst noch was. Flor geht noch in den Westflügel, um einen Löffel zu holen. Johannes, ich hab dir schon so oft gesagt, du sollst den Drachen anbinden, wenn wir aufnehmen. Wollte grad sagen, ignoriere die Löwen, aber ähm. Nein, ich war im Westflügel. Stimmt. Ja, das bringe ich immer durcheinander. Okay. Oh, Captain, my Captain. Da steht jedoch nicht nur er, sondern ebenso eine Gruppe seiner älteren Schüler. Angespornt von Keatings Enthusiasmus lassen sie den geheimen Club der Toten Dichter wieder neu auferstehen. In diesem treffen sie sich heimlich in der Nacht, tragen sich gegenseitig Gedichte vor und saugen das Markt des Lebens in sich auf. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieses rebellische Verhalten mit den konservativen Idealen ihrer Schule kollidiert. Das Drama Der Club der Toten Dichter von Peter Weir wurde im Jahr 1989 veröffentlicht und wurde schnell zum Box-Office-Hit und Instant-Klassiker. Für Robin Williams, der zuvor nur als Comedien geachtet war, sorgte er fast im Alleingang für ein Dauer-Abo von melodramatischen und tragikomischen Rollen. Dem antiken Sinsspruch Carpe Diem, nutze den Tag, verhalf er zu einer riesigen Berühmtheit und hatte auch darüber hinaus auf die Gestaltung zahlloser Poesiealben einen immensen Einfluss. Aber funktioniert er auch noch heute? Und besitzt er vielleicht auch problematische Seiten, die von seiner pathetischen und enthusiastischen Art vielleicht zu sehr verschleiert werden? Was denkst du, Johannes? Also es gibt definitiv eine Schattenseite von Carpe Diem. Aber von diesem Film? Also ja, natürlich. Der Film hat tatsächlich, ich muss das zugestehen, eine wesentliche große Schwäche, auf die wir gerne auch gleich am Anfang zu sprechen kommen können, um dann den Rest abzufeiern. Sehr gerne. Ich habe insgesamt vier Schwächen notiert. Nein, echt? Ja. Oh, wow. Und da ist noch nicht mal Nitpicking drin, das ich beim letzten Mal kurz angerissen habe, was ich das letzte Mal so hervorgehoben habe als große Schwäche, die ich gar nicht mehr so schlimm fand. Da hatte ich das Wort Rape Culture in den Raum geworfen. Und es ging um diese Szene, in der einer unserer Protagonisten, Nox Overstreet, das Mädchen küsst, in das er verliebt ist, die schläft. Sie schläft auf einer Party. Sie schläft auf einer Party und er küsst sie. Tatsächlich, ja, natürlich. Es ist problematisch, aber es ist eine sehr unschuldige Szene, finde ich. Nein, nein, nein. Oh, wir sind schon unterschiedlicher Meinung. Und ich verteidige. Und du verteidigst nur? Obwohl ich lästern wollte. Also, ich finde, das ist wirklich die ganze Geschichte, die ganze Liebesgeschichte kannst du in die Tonne kloppen. Die Liebesgeschichte ist Mist. Das stimmt. Wirklich. Ich habe mich wirklich geärgert zwischendurch. Aber das war tatsächlich das Einzige, wo ich immer wieder, wenn es über die Liebesgeschichte ging, habe ich gedacht, ach scheiße, warum haben sie da nicht was ordentliches draus gemacht? Auch wenn er mit ihr redet dann vor der Schule und sie dann irgendwie überzeugt und ihr dann nochmal und nochmal und nochmal sagt, aber du willst es doch auch so in der Art. Ich weiß nicht. Also, das fand ich wirklich immer cringe. Auch sie, dass sie gleich darauf anspringt. Sie ist eigentlich mit dem Jog zusammen, mit dem Sportler und Schläger, mit dem Proll, könnte man auch sagen. Und der merkwürdigerweise, obwohl seine Eltern ehemalige sind, nicht auf dieses hochrenommierte Junginternat geht, sondern auf eine ganz klassische Highschool, in die dann noch reingeht, um ihr das Gedicht vorzulesen. Und dass sie dann darauf anspringt. Also, mal abgesehen davon, okay, sie war mit einem Typen zusammen, der komplett anders ist als er, geschenkt. Aber die Art, wie er um sie wirbt, ist jetzt wirklich nicht besonders einfallsreich. Nein, nicht gut. Sie ist originell, aber sie ist nicht gut. Ja, also, man hätte das auch erzählen können, dass man sagt, okay, der ist einfach ein bisschen, der kriegt es halt nicht so richtig auf die Reihe, er versucht es aber, er kriegt es nicht hin. Aber sie reagiert halt nicht entsprechend, sodass man da irgendwas mitmacht, mit dieser Unbeholfenheit. Das ist ja auch okay, dass er sich direkt in sie verliebt und so. Ich meine, ja, das ist halt der jugendliche Hormonhaushalt, das ist total okay. Aber dass er es so leicht schafft, dass diese Liebe auf Gegenliebe stößt, in drei Szenen, in denen man sie zusammen sieht, wo sie auch wirklich nur in einer Szene davon sich tatsächlich, in zwei Szenen davon sich wirklich unterhalten. Und beide Gespräche sind, oh, geh mir nicht auf die Nerven. Doch, du bist die Frau meines Lebens. Hau ab. Nein, du liebst mich und ich liebe dich, sonst wärst du nicht hier. Das ist so bescheuert. Du wärst nicht hier und würdest mich nicht warnen. Und sie warnt ihn davor, dass er ihn umbringen würde. Natürlich bedeutet, dass ich ihn warne, dass ich ihn liebe. Das ist doch klar, oder, Flor? Natürlich, sonst würde ich ihn einfach ins offene Messer laufen lassen. Bestechende Logik. Hoffentlich wird keine Logik unterrichtet an dieser Schule. Es ist auf jeden Fall, das hat mich wirklich immer wieder geärgert zwischendurch. Und fandst du, das war ein Punkt von toxischer Maskulinität, wie er mit ihr umgeht? Wie er sie küsst, wenn sie schläft? Und wie er sie quasi überfällt mit seinem Gedicht und drängt in dieses romantische Bild, das er hat? Meine Antwort ist natürlich definitiv ja, aber ich möchte gerne erstmal die Definition von Toxic Masculinity. Oh, jetzt wird sie da groß. Jetzt wird es spannend. Plur. Weil ich habe damit tatsächlich Schwierigkeiten, das wirklich scharf zu umreißen. Ja. Es ist auch schwer, scharf zu umreißen. Also ich meine, deswegen, es ist nicht ohne Grund so, dass darüber seit Jahren debattiert wird. Also Punkt eins ist, es gibt so etwas wie Toxic Masculinity. Und unter Toxic Masculinity leiden sowohl Männer als auch, aber deutlich stärker Frauen. Ja, deutlich stärker würde ich auch unterschreiben. Und Toxic Masculinity umfasst ein gewaltiges Feld, das anfängt bei Klischees, was einen echten Mann ausmacht, der am Grill steht, nachdem er einen Bären erlegt hat und dann noch schnell sein Auto repariert mit öligen Fingern. Bis hin zu, naja, der Mann ist der, der das Sagen hat und der Mann muss sich die Frau nehmen und die Frau genießt es, genommen zu werden. Ja, und der Mann muss der Frau alle paar Worte in den Satz reinfallen und sagen, ich erkläre dir mal, wie du das meinst. Das ist die intellektuelle Variante der Toxic Masculinity, ganz schlimm, dieses Mansplaining, wenn ein Laie einer Astrophysikerin erklärt, wie der Urknall entstanden ist. Aber ich muss sagen, dass ich mich immer wieder dabei erwische, beim Mansplaining. Also bei diesem, ich falle anderen Menschen ins Wort, also wahrscheinlich überproportional Frauen ins Wort und erkläre, wie die Welt funktioniert. Und ich merke immer wieder, dass mir das so, irgendwie ist mir das durch die Gesellschaft so anerzogen. Ja. Und das ist ganz schrecklich und jedes Mal, wenn ich mich dabei erwische, denke ich, mein Gott, wie oft hast du dich nicht dabei erwischt? Das ist wirklich nicht geil. Also, ja, ich kann es auch nur sagen, es gibt so viele Punkte, wo ich merke, dass ich einfach durch meine Sozialisation Verhaltensweisen an den Tag lege, die man nicht anders bezeichnen kann als toxisch maskulin. Und ja, das ist auch tatsächlich was, ich verstehe mich selbst als Feminist, aber das ist was, womit ich mich ständig auseinandersetzen muss auch. Und ich merke auch, zu dieser toxischen Maskulinität gehört auch, dass es mir unglaublich schwerfällt, mich teilweise damit auseinanderzusetzen. Zum Beispiel, wenn es um Diskussionen geht mit meiner Freundin, was Haushaltsarbeit betrifft. Das ist mittlerweile nicht mehr so schlimm, aber es war deutlich schlimmer und ich weiß, dass es da auch einfach Punkte gab, wo ich mich einfach scheiße verhalten habe und in diese klassischen Rollenmuster gefallen bin. Und einfach gesagt habe, ja, ich stehe halt nicht so auf Ordnung wie du und auf Sauberkeit. Mir ist es halt nicht so wichtig, dir ist es halt wichtig. Ganz schlimme Ausrede. Ich merke es auch in meinem, wie ich auf andere Männer reagiere. Also, es gibt ganz viele Punkte, wo ich überhaupt nicht diese klassischen maskulinen Klischees erfülle. Und ich merke, dass es mich verunsichert, wenn ich mit Männern zusammen bin, die die eher erfüllen. Also so, die dann den ganzen Tag über Autos reden und sich voll gut auskennen mit irgendwelcher Technik und die wissen, wie man Grill anzündet und so. Das ist was, was mich total verunsichert. Also, ich mache mich auch lustig drüber, aber es verunsichert mich auch. Ja, ja. Wobei ich an dieser Stelle kurz zurückrudern möchte und sagen, nicht nur, weil man sich mit Autos auskennt und weiß, wie man Grill anwirft, ist man toxisch maskulin. Nee. Nee, das heißt das überhaupt nicht. Es gibt es in jedem Feld und in jedem Bereich. Definitiv. Genauso im Theater, wie wir das jetzt ganz oft auch wieder an der Volksbühne gemerkt haben und wie das wieder im Film zu merken ist, in der Kunst gibt es das genauso wie beim Autobau. Absolut, absolut. Man macht es sich zu leicht, wenn man das so in ein Feld von Prollkultur fasst und dabei noch klassistisch wird und sich noch über die einfachen Männer aufregt, die einfach nicht die Schönheit des Lebens sehen. Moment, wie wir wieder bei Club der Toten Dichter wären. Ja, genau. Möchtest du noch was sagen zu dem Thema? Ich wollte nicht so hart kappen. Nee, eigentlich, ja, ich glaube, es ist einfach, Toxic Masculinity ist einfach ein Feld, was ständig erobert werden möchte, gerade von Männern, die an sich arbeiten wollen. Und dann bin ich immer dankbar für Frauen in meiner Umgebung, die mir das auch einfach sagen. Ja. Die wirklich, also es ist zwar für den Moment erstmal so ein, okay, was machen wir jetzt mit dieser Info, aber es ist wichtig, es ist wirklich wichtig, dass man darauf hingewiesen wird. Und es sollte nicht ihre Aufgabe sein, sondern wir sollten das hinterfragen, wir sollten das bemerken. Definitiv, aber es ist toll, wenn es, wenn es, auch wenn Frauen, dass die sich oft nicht, nicht, nicht trauen, weil ihnen anerzogen wird, dass sie das nicht, dass sie da nichts zu sagen haben in der Richtung. Also es ist natürlich, verändert sich das alles und es ist besser als vor 20 Jahren, aber es ist immer bei weitem noch nicht dort, wo es ist. Kleine Trippelschritte. Ja, genau. Wenn ihr dabei sind, aktuelle Kritik an dem Film. Ja. Die in unsere Zeit passt. Ja. Da finde ich einen Punkt, der mich noch viel krasser und der viel mehr aus einer moralischen Perspektive und auch künstlerisch moralischen Perspektive unserer Zeit kritisch gesehen werden könnte. Ja. Und zwar den romantisierten Selbstmord, der auch so was, so ein bisschen was wie ein Revenge Suicide ist. Und das war auch, in den letzten Jahren war das ganz oft Thema, vor allem einfach durch die Serie. 13? War das 13? 13 Reasons Why? Ah, ach so, ja. Tote Mädchen lügen nicht. Stimmt. Hieß es auf Deutsch. Ja. Und da wurde ja auch wieder ganz viel drüber diskutiert, wie nicht nur wie Medien, nicht nur wie Medien, sondern auch wie Kunst sowas darstellt, das Thema. Und ich denke, Club der Toten Dichter hat eine Darstellung, die heute deutlich kritischer gesehen werden würde. Auch zu Recht, weil natürlich wird dieser Selbstmord wird sehr pathetisch und sehr elegisch inszeniert. Und dieser Selbstmord beinhaltet eine gewisse Rachefantasie, weil der Selbstmord ist natürlich, weil der Vater auf die Wünsche des Sohnes nicht eingeht und der Sohn sich dadurch in den Selbstmord gezwungen fühlt und der Vater damit quasi auch kriegt, was er verdient. Böse gesagt. Das erzählt der Film nicht so krass, aber das schwingt natürlich als Subtext mit. Okay, den Subtext habe ich nicht gelesen, deswegen habe ich das nicht so wahrgenommen. Ich bin natürlich, muss ich dazu sagen, im Laufe des Films immer weiter da hineingerutscht, in das Gefühl reingerutscht, was ich hatte, als ich ihn das erste Mal gesehen habe. Und ich habe ihn, glaube ich, wirklich nur dieses eine Mal gesehen als Jugendlicher und danach nicht nochmal. Ah, okay. Okay, wenn ich mich richtig erinnere. Und ich habe mich plötzlich, das wusste ich letzte Woche nicht, als du es vorgeschlagen hast, da war mir das gar nicht so klar, aber ich habe diesen Film gesehen als Jugendlicher und ja wahnsinnig beeindruckt und beeinflusst. Der hätte, wenn ich mich richtig erinnert hätte, in meine Liste eigentlich reingehört, der einflussreichsten Filme. Ja. Aber ich habe das alles verdrängt, weil das ein schwieriges Thema ist. Ich glaube, das war für mich wirklich so eindrucksvoll und so schwierig, mit diesem Selbstmord irgendwie klar zu kommen und auch meine Liebe zum Theater und zur Kunst eben, das hat mich einfach sehr stark angegriffen damals. Das war schon krass. Ja. Und deswegen war ich auch die meiste Zeit des Films jetzt, beim zweiten Gucken, genauso beklemmt wie damals. Ich habe es kaum geschafft, mich von dieser Beklemmung zu lösen, die ich damals gespürt habe. Aber es spielt ja tatsächlich erst so wirklich im letzten Drittel dieser Selbstmord. Und auch das Theaterspielen wird zwar am Anfang schon angestreift, wenn einer unserer Protagonisten offensichtlich andere Wünsche hat als sein Vater. Er arbeitet am Jahrbuch mit. Er will sich irgendwie kreativ austoben. Er ist ein Musterschüler. Neil Perry ist das. Das ist auch einer der wesentlichen Protagonisten von den Schülern. Also ich würde sagen, es gibt einmal Todd und einmal Neil. Das sind so die beiden zentralen Figuren. Ja. Und Neil ist auch irgendwie der, der den Club der Toten Dichter ins Leben ruft, der am meisten Initiative zeigt. Und durch diesen Club der Toten Dichter wird er dann irgendwann auch zum Schauspieler. Er entdeckt seine Liebe fürs Theater und wird gegen den Willen seines Vaters Schauspieler in einer jungen Theatergruppe. Wobei man sagen muss, dass er erzählt, dass er das schon bevor der Film einsetzt, schon mal versucht hat und schon mal abgelehnt wurde von seinem Vater. Also er entdeckt die Liebe zum Theater nicht erst neu während des Films, sondern es ist schon vorher klar. Es ist schon vorher in ihm drin. Und jetzt im Laufe des Films findet er halt die Courage, sich da wirklich zu engagieren. Aber es ist tatsächlich, es ist nicht das zentrale Thema. Also es ist eine von mehreren Geschichten in dem Film. Es spielen mehrere Schülergeschichten eine Rolle und jeder Schüler, es sind keine Archetypen, aber die Schüler, die den Club der Toten Dichter gründen, sind schon ziemlich klar definiert so in ihrem Charakter. Wir haben Todd, der am ehesten die Identifikationsfigur ist, weil das ist der Schüchterne, der neu an der Schule ist, der ein ganz schwaches Selbstbewusstsein hat und der erst lernen muss, dass auch seine Gedanken was wert sind. Dann haben wir Neil, den, wie gesagt, diesen Anführer, der auch wirklich, der immer wieder die Initiative ergreift, wenn es darum geht, die Ideen von Keating in die Tat umzusetzen. Wir haben Nox, unseren hormongesteuerten Verliebten. Dann haben wir eigentlich meine Lieblingsfigur in dem Film, Charlie, aka Nuanda, den Draufgänger und Hedonisten. Wieso ist das denn deine Lieblingsfigur? Ich weiß nicht, ich finde den irgendwie sympathisch und es ist der, der am ehesten das verstanden hat, was Keating ihnen sagen will. Eine meiner Lieblingsszenen in Bezug darauf, wie die Schüler auf das Gelehrte reagieren, ist, wenn Keating die Schüler im Hof laufen lässt, um ihnen zu zeigen, wie wichtig Nonkonformität ist. Und er sagt ihnen ja und geht einfach mal über den Hof und guckt und jeder soll sein eigenes Tempo finden, seinen eigenen Rhythmus. Und Charlie bleibt einfach nur stehen. Er steht da an der Säule und guckt. Und Keating fragt ihn, wollen sie nicht mitmachen? Und er sagt, nein, ich nehme von meinem Recht Gebrauch, nicht teilzunehmen. Und das ist so eine wunderschöne Szene, weil er in dem Moment der ist, der es am besten verstanden hat. Ja, also zumindest am eindrucksvollsten umsetzt. Am eindrucksvollsten umsetzt. Und er ist auch der größte Rebellin der Gruppe. Er ist der, der sich dann auch sehr aktiv mit der Schule anlegt, indem er im Namen der Club der Toten Dichter einen Brief veröffentlicht, in dem steht, dass die Schule auch Mädchen aufnehmen soll. Und dann in einer denkwürdigen Szene einen Anruf von Gott entgegen nimmt. Das war wirklich, ich habe mich gar nicht daran erinnert, dass es diese Szene gab. Ich habe sie sehr gefeiert. Es gibt, weil eben dieser Artikel in der Zeitung dann erscheint, in dieser Schulzeitung oder was das ist. Er hat den Artikel reingeschlichen. Dann gibt es eine große, große Versammlung und es wird sehr ernst und sehr böse. Der Direktor sagt, um Gottes willen, wie, das wird eine lückenlose Aufklärung dieser Situation geben. Und es ist fast ein bisschen peinlich, wie schlimm das aufgebaut wird. Und dann lässt er das Telefon klingeln, hat irgendwie ein Telefon dabei. Wie hat er das eigentlich gemacht? Das ist halt mit den Nerdfreunden. Das sind die zwei anderen, die leider gar keine große Rolle spielen. Es gibt da noch Pits und Meeks und das sind die beiden Nerds und die kleinen Genies, die am Anfang ein Radio bauen. Ah, ja, ja, stimmt. Und dann einmal zu La Cyber Party ordentlich auf dem Dach abrocken. Und die haben das offensichtlich für ihn gebaut. Ja, es gibt diesen großen Saal, wo die ganzen Schüler drin sitzen, alle betreten vor sich hin, starren und dann klingelt plötzlich ein Telefon. Und Charlie geht ran und sagt, Herr Direktor, es ist für Sie. Gott ruft an. Er meint, es sollte dringend Schüler, Schülerinnen aufgenommen werden in dieser Schule. Und er kriegt dermaßen Ärger. Ja. Er ist einfach der Rebelliste von allen. Er ist auch der, der bis zum Ende Keating verteidigt. Und der deswegen auch von der Schule fliegt, als einziger von den Jungs. Weil alle anderen unterzeichnen ein Papier, in dem sie sagen, Keating hat uns manipuliert und hat uns dazu gebracht, den Club der Toten Dichter zu gründen. Und hat Neil dazu gebracht, gegen seinen Vater zu rebellieren und ist deswegen quasi direkt schuld am Selbstmord von Neil. Die unterschreiben das alle und deswegen fliegt keiner von denen raus. Aber Charlie hält bis zum Ende den Kopf hoch und schlägt den Letzten in der Gruppe, Cameron. Jede Gruppe braucht eine Ratte, schlägt diesen Cameron nieder, der auch tatsächlich von Anfang an als der Unsympathen der Gruppe dargestellt wird. Das ist der, der immer sagt, wir müssen uns an die Regeln halten. Hey, es gibt hier einen Ehrenkodex. Und der auch immer so ein bisschen was Hinterfotziges hat und was Schleimiges auch. Aber es ist nicht dolle schlimm inszeniert, finde ich. Und das finde ich eigentlich ganz gut daran, dass man nicht, dass die Archetypen nicht zu übertrieben dargestellt wurden. Das fand ich schon sehr gut. Es sind auch spannende Charaktere und es sind tolle Schauspieler. Ja, alle Jungen. Tatsächlich hat keiner von ihnen danach großen Erfolg gehabt, mit Ausnahme von Ethan Hawke, der den Todd spielt. Na, aber hier unser Neil ist doch dann bei House spätestens. Ja, genau, stimmt. Neil Perry, ja. Neil Perry wird gespielt von Robert Jean Lennart, der später, genau, in Dr. House, als Dr. James Wilson sehr bekannt wurde. Ich habe Dr. House nie geguckt. Also, ich habe einzelne Folgen von Dr. House geguckt, aber ich fand es immer lahm. Was? Du fandst es lahm? Ich bin überhaupt kein Dr. House-Fan. Deswegen kann ich nicht viel dazu sagen. Ich stelle mal kurz meinen Tee zur Seite, kribbe meine Ärmel hoch und dann reden wir über Dr. House. Aber sonst lief er eigentlich immer so unterm Radar erst eher die Jahre davor. Also, er hat gespielt, er hat viele Filme gespielt und auch Theater, wenn ich das richtig sehe, genau, Off-Broadway. Aber es war jetzt nicht so, dass er groß in Erscheinung getreten wäre als Schauspieler. Und Ethan Hawke ist natürlich ein krasses Gegenbeispiel, weil durch die 90er hinweg hat er alles gespielt und in diesen ganzen Slacker-Comedys und Tragikomödien mitgespielt. Und dann immer ernstere Rollen, dann auch eine Zeit lang ganz viel im Genre-Kino, so Science-Fiction. Und ja, der ist einfach ein großer Darsteller und Dauergast bei Filmen von Richard Linklater, bei diesen Talk-Movies, wo er dann mit seiner Freundin durch Paris schlendert und sich einfach nur unterhält. Before Sunrise, Before Sunset, wer ist der dritte? Es gibt auch noch einen dritten davon. Before Midnight. Julie Delpy heißt übrigens seine Mitdarstellerin in diesen beiden Filmen. Genau, damit hätten wir unser Schüler-Panorama. Das sind die wesentlichen Protagonisten, alle so 16, 17 Jahre alt, eher ältere Semester. Und die versuchen, sich irgendwie in dieser Schule durchzuschlagen, die sehr konservativ ist, sehr orthodox. Und das ist das andere Beklemmende, was von Anfang an für mich war. Ich, der ich sowieso große Probleme mit Autoritäten habe, habe schon allein, wenn die Kamera nur durch die Gänge fährt von dieser Schule, bekomme ich Beklemmungen. Oh, Hilfe. Das schreit nach, keine Selbstbestimmung, bis ich 35 bin. Keine Ahnung, weiß ich nicht. Weißt du, es wird ja auch tatsächlich so inszeniert, dieser Neil, der Vater von Neil sagt zu ihm, naja, du machst jetzt die Schule fertig, danach studierst du Medizin, dann machst du deinen Doktor. Das heißt einfach mal, du gehörst mir bis Ende deiner 20er Jahre. Ja, ganz genau das. Und das ist schon echt krass. Und das hat mich, glaube ich, auch damals schon von Anfang an diesen Film nur unter Magenschmerzen gucken lassen. Krass. Also ich habe den, der Film hat mich emotional ja auch sehr bewegt. Ich fand den nie so beklemmend. Was auch daran liegt, dass es echt schön inszeniert ist. Die Bilder, die er hat aus der Schule und aus der Landschaft drumherum. Das sind wunderschöne Bilder. Das ist eine fantastische Kameraarbeit. Ja. Und unglaublich gutes Gespür für die richtige Mischung aus Eleganz und Komik. Und dann natürlich das Dramatische, was dann nach und nach mal mehr reinkommt. Und da wird aber auch, er nimmt sich auch Zeit. Und ich glaube, das hat für mich dieses Beklemmen ein bisschen unterstützt, weil ich dann auch genug Zeit hatte, mich darin zu wälzen in dieser Beklemmung. Weißt du, als Zuschauer, ich habe die Chance, alles, was auch immer ich an Emotionen habe, lange auszuleben. Dann wird so eine Beklemmung natürlich noch schlimmer. Wird stärker, auf jeden Fall, ja. Ich fand gerade diese Szenen, es gibt auch einfach Szenen, wo das wirklich schön anzusehen ist, wenn sie am Anfang das inszenieren, wie diese Schule ihren Jahresanfang zelebriert und die Schüler reinkommen. Aber das fängt doch schon beklemmend an, hör mal. Natürlich ist das beklemmend. Aber es ist, aber wenn ich an beklemmende Filme denke, dann denke ich irgendwie an eine düsterere Atmosphäre, eine engere Atmosphäre und nicht so eine Freude an den Farben und an den großen Räumen und an der riesigen Aula. Da reicht mir schon, wenn jemand eine Fahne mit dem Wort Tradition in der Gegend rumschwenkt. Excrement. Es ist wirklich hart gewesen. Für mich war es wirklich von der ersten Sekunde an, oh mein Gott, da will ich niemals landen. Sie machen das auch wirklich gut am Anfang, in nur ganz wenigen Sekunden diese Prinzipien der Schule im Unterricht zu zeigen. Sie haben wirklich, nach dieser Öffnungsszene haben sie so kurz, wir sehen den Alltag der Schüler. Und dann wird von einer Stunde zur nächsten geschnitten und jede Stunde kriegt maximal eine halbe Minute. Ja, und es reicht aus. Das reicht vollkommen. Wir sehen den Direktor als Mathelehrer, der sagt, so, sie kriegen die Aufgaben, die Aufgaben, die Aufgaben und stellen sie mich nicht auf die Probe. Wenn sie was vergessen zu machen, dann werden sie garantiert eine Note schlechter kriegen. Und wir sehen den Chemielehrer, der erstmal riesige Bücher auf den Tisch knallt und sagt, wir machen Aufgaben 10 bis 100 jede Woche. Und dann den Lateinlehrer, der an der Tafel steht und sie... Der steht ja nicht mehr, der geht ja in der Gegend rum von einer Ecke zur nächsten, pürscht er und brummelt vor sich hin. Agricular, Agricolam, Agricolars, Agricolaris. Du hattest auch Lateinunterricht, habe mir das letzte Mal festgestellt. Ja, und ich weiß das noch sehr gut. Ich kann das auch noch sehr gut. Allerdings nicht mit dieser Disziplin und diesem, ja, also ich meine, wir haben natürlich auch alle im Chor nachgesprochen, aber es war doch ein bisschen anders. Im Chor nachgesprochen haben wir nie, aber uns wurde das auch eingetrichtert und ich glaube, ich kann heute noch ganz gut Lateinisch deklinieren und konjugieren. Okay. Obwohl das mittlerweile 20 Jahre her ist. Wow. Ne, über 20 Jahre sogar. Ich glaube, ich würde es noch hinkriegen, wenn du mir ein lateinisches Wort hinlegst. Ich muss erst mal kurz überlegen, ist das U-Deklination? Ja, genau. Aber ich glaube, dann würde ich das tatsächlich noch runterrattern, einfach weil das so krass in meinen Kopf geprügelt wurde. Also entweder hängt dahinter eine Begeisterung, weswegen du das noch weißt, oder ein Trauma. Plum, müssen wir reden. Nein, Trauma. Definitiv Trauma. Aber ich muss unbedingt noch was zu diesem Lateinlehrer sagen. Was den Film tatsächlich auch heute noch für mich stark macht, sind seine Kleinigkeiten. Und dieser Lateinlehrer, so wenig Momente er kriegt, er hat eine ganz tolle Szene und das ist wirklich so eine winzige Kleinigkeit, in der man aber sieht, dass Keating etwas verändert hat an der Schule. Weißt du, was ich meine? Die entgeht einem fast, wenn man nicht genau darauf achtet. Gegen Ende des Films oder was? Ja, gegen Ende des Films. Und zwar, der Lateinlehrer sagt, er ist Realist und Zyniker und ich will die Kinder nicht zu Freidenkern erzählen und kritisiert Keating ganz stark dafür, dass er mit den Schülern auf dem Hof spazieren war. Und als Keating gefeuert wurde, nachdem die Schüler das unterschrieben haben, steht er am Fenster und packt seine Sachen und sieht nach draußen und dann ist der Lateinlehrer da und geht mit seinen Schülern über den Hof und sagt, da ist die Säule, die heißt so und so, da ist der Baum, der heißt so und so und das Ganze heißt so und so. Es ist so eine schöne Szene, weil sie so einen Optimismus versprüht. Er hat es geschafft, diesen Realisten, diesen harten Zyniker zu knacken und seine Art Unterricht zu machen, hat Früchte getragen, nicht nur zu den Schülern, sondern auch zu den Lehrern und das ist eine ganz tolle Szene und es ist so ein kleiner Moment, aber so ein ganz toller Moment. Ja, den habe ich verpasst. Ja, den verpasst man auch, glaube ich, wenn man es nicht zehnmal guckt und wirklich jede Szene auswendig kann. Ich liebe diese Szene einfach, weil es so klein ist, aber so stark in diesem Moment. Okay, das finde ich cool. Und er winkt ihm dann noch und lächelt und das ist toll. Ja, genau, das Winken und Lächeln, das habe ich im Kopf. Ja. Und ich habe mich immer gefragt, hä, was ist denn da los? Warum? Die können sich doch alle nicht leiden. Ja, aber er ist auf dem Hof unterwegs mit den Schülern. Er macht den Keating-Unterricht, also in einer abgeschwächten Variante. Ja, er ist halt kein Comedian. Ach, wie cool. Ja, das habe ich verpasst. Und das macht diesen Film nach wie vor auch stark, trotz aller Schwächen, auf die ich gleich zu sprechen kommen will, dass er diese Momente hat, in denen kleine Sachen passieren, die aber immer im Dienst der Geschichte oder der Ideale des Films stehen. Ja. Ja, cool. Bin ich aber auch mal gespannt, was die anderen Schwächen des Films sind. Also bis auf diese Liebesgeschichte, die dem wirklich gar nicht geht. Kommen wir zum Carpe Diem. Das Carpe Diem ist ein ganz zentraler Satz und ich habe es das letzte Mal schon gesagt und ich finde, das ist echt ein bisschen mies, das sozusagen. Ich habe das irgendwo mal gelesen und ich fand es einfach total witzig, dass das Carpe Diem das Arschgeweih unter den philosophischen Sinnsprüchen ist. Das Problem mit dem Carpe Diem ist, dieser Spruch besitzt natürlich sehr viel Wahrheit. Natürlich soll man den Tag nutzen. Tada. Aber dieser Spruch besitzt so viel Wahrheit, weil er maximal allgemeingültig verfasst ist. Jeder Mensch kann sich mit diesem Sinnspruch identifizieren. Natürlich ist ein Allgemeinplatz, klar. Du fragst den Banker, der zwölf Stunden am Tag arbeitet, der sagt, natürlich nutze ich den Tag, ich nutze ihn, indem ich für meine Familie sorge und er hat recht damit. Du fragst den Punk, der auf der Straße sitzt und schnort und er sagt, natürlich nutze ich den Tag, indem ich das mache, worauf ich Bock habe. Einfach nur rumhängen und das Leben genießen auf die einfachste Art. Natürlich hat er recht damit. Du fragst den Philosophen, du fragst den einfachen Arbeiter, du fragst die Hausfrau. Jeder wird sagen, natürlich nutze ich den Tag auf meine Weise. Er ist so allgemeingültig, dass er jede Gültigkeit verliert. Es ist einfach kein Sinnspruch, er hat keinen Sinn. Es ist sowas, wie wenn du sagen würdest, lebe. Ja, natürlich. Aber das, also, also, nun ganz so allgemein, also, natürlich passt er zu jedem und sagt jedem was, aber es gibt ja nun genug Menschen, die morgens aufstehen und denken, irgendwie mache ich doch nicht das, was ich will. Weißt du, und da gehört das schon rein, finde ich. Da gehört das schon rein. Ich glaube, das sagen tatsächlich die wenigsten Menschen. Ich glaube, es gibt Menschen, die das machen. Ich glaube, es gibt viel mehr Menschen, die sich in die eigene Tasche lügen und sagen, hey, das, was ich mache, ist total cool und das ist das, was ich machen will und die vielleicht eigentlich anders machen sollten. Und diese Menschen können das Carpe Diem natürlich auch für den Selbstbetrug nutzen. Weißt du, so nach dem Motto, eigentlich sollte ich jetzt rausfahren, ich sollte eine Weltreise machen, aber nee, Carpe Diem, ich nutze diesen Tag. Ich sorge dafür, dass ich mir, keine Ahnung, dass es hier weitergeht, dass der Betrieb am Laufen gehalten wird, ist ganz wichtig. Weißt du, das ist einfach so allgemeingültig, dass man es auch zum Selbstbetrug nutzen kann. Das stimmt vielleicht, ja. Und das Carpe Diem wird natürlich sehr groß gemacht in dem Film und das Carpe Diem wurde danach auch sehr groß und mittlerweile hat es, glaube ich, einen ziemlich beschissenen Ruf einfach, weil wenn du Leute nach lateinischen Sinnsprüchen fragst, dann kommt als erstes Carpe Diem und dann vielleicht als zweites mit einigem Abstand Per Aspera Ad Astra, keine Ahnung. Aber das war es dann auch, ne? Bei mir kommt an der Stelle Invinum Veritas. Ja, genau. None|Okay. Das ist, das ist cool, das ist wenigstens, das ist wenigstens konkret, auch wenn ich weiß, dass du überhaupt kein Weintrinker bist. Ist das wenigstens was, wo man sagen kann, okay, das ist vielleicht nicht allgemeingültig, darüber kann man streiten, darüber kann man diskutieren. Aber niemand streitet über das Carpe Diem, weil das einfach so ein Spruch ist, mit dem sich jeder identifiziert. Es gibt darüber nichts zu debattieren. Es ist so, wie wenn ein religiöser Mensch sagt, natürlich habe ich nicht die Vorstellung von einem Gott mit Rauschebart, der im Himmel sitzt. Gott ist für mich irgendwie alles, was uns umgibt. Gott ist der Urknall, Gott ist der Anfang des Universums und das Ende. Und dann sage ich, ja, aber was du gerade machst, ist Gott zu allem zu machen. Dann kannst du auch einen anderen Begriff dafür nehmen. Und dann lieber den alten Herrn mit Rauschebart, weil darüber können wir wenigstens streiten, aber nicht so was allgemeingültiges, was einfach nichts mehr sagt, weil es zu viel sagt. Ja. Der größte gemeinsame Nenner wird irgendwann halt zum kleinsten gemeinsamen Nenner, beziehungsweise zur Null-Aussage. Wenn du alles in deine Aussage packen willst, sagst du irgendwann einen Satz, der nichts mehr bedeutet. Okay. Ja. Okay. Ja. Ich habe diesen Film als Jugendlicher gesehen. Meinst du, die meisten Menschen werden diesen Film aus diesem Film am meisten rausziehen, wenn sie ihn als Jugendlichen sehen? Ich denke, ja. Ich habe ihn auch als Jugendlicher gesehen. Er hat mich umgehauen. Er hat mich ... Also, die Liebe zur Poesie ist daraus entwachsen. Ja. Die Liebe zur Philosophie. Hm. Auch zum Querdenken. Querdenken ist so ein scheiß Wort. Das ist mir rausgerutscht. Zum Querdenken. Okay. Ja. Viel besser. Viel, viel besser. Natürlich, der Film hat mich total beeinflusst. Und ich bin diesem Film auch absolut dankbar dafür. Wenn ihr hören wollt, welche Filme uns beeinflusst haben, müsst ihr in die letzte Episode reinhören. Da reden wir nämlich sehr viel und sehr ausführlich über Filme, die uns beeinflusst haben. Und zwar, weil wir über Benny und June reden, der für Johannes einer der wichtigsten Filme überhaupt war. Ja. Warum ich diesen Film nicht mit drin hatte, ich frage mich wieder, warum ... Irgendwie habe ich diesen Film verdrängt, aber der hat wirklich viel Einfluss auf mich gehabt als Jugendlicher. Und ich glaube, dass dieses Carpe Diem vielleicht ... Gut, ich meine, wir sind jetzt Ende 30, Mitte, Ende 30, sind wir schon Ende 30? Oh Gott, wir sind schon Ende 30. Oh, Blor. Okay, wir sind Ende 30. Und natürlich gibt uns das Carpe Diem was anderes, als wenn du mit 15, 16 diesen Film schaust. Natürlich, auf jeden Fall. Und er hat, es hat ja auch seine Berechtigung, es ist vielleicht allgemeingültig und vielleicht gibt es auch irgendwann den Punkt, wo man sich dann fragt, okay, soll das meine Lebensphilosophie sein? Wenn ich einfach ... Carpe Diem als Lebensphilosophie könnte ich nicht einfach Töd nehmen? Aber ich habe zum Beispiel eben, das merke ich jetzt in der Reflexion, das ganz so stark verinnerlicht, dass ich wirklich mich fast jeden Tag aktiv oder passiv frage, habe ich noch Spaß am Leben so? Will ich das, was ich gerade mache, machen? Und wenn die Antworten einleitet irgendwann, dann wird es einfach weggeworfen. Ich mache das nicht mehr. Ich mache nur das, worauf ich Spaß habe. Und das ist natürlich ein Luxus, den ich mir erarbeitet habe über die Jahre, durch viel Hungern. Aber weißt du, dass man wirklich das macht, worauf man Lust hat und auch wirklich jedes Mal sich fragt, ist es das noch? Ja, gut, okay, dann mache ich weiter. Und wenn nicht, nicht. Das wäre der zweite Punkt, den man am Carpe Diem kritisieren könnte und der jetzt natürlich ein bisschen auch dem ersten Punkt widerspricht. Aber diese Philosophie, die Keating hier entwirft, ist natürlich eine Philosophie für die reiche, gesättigte Gesellschaft. Du musst einen gewissen Status haben, um dir diese Philosophie überhaupt erlauben zu können. Und nicht ohne Grund sind die Protagonisten in diesem Film Anwaltssöhne, Ärztesöhne, die kommen aus reichen Häusern. Und tatsächlich wird es nur bei Neil ein bisschen gebrochen, dass gesagt wird, seine Familie hat nicht ganz so viel Geld. Und deswegen ist sein Vater auch so dahinter, dass er was wird im Leben, dass er es noch ein bisschen leichter hat. Aber die leben natürlich auch im Wohlstand. Es ist eine riesige Wohlstandsblase, in der dieser Film stattfindet. Und das Carpe Diem ist natürlich auch eine Philosophie für diese Wohlstandsblase. Der ganze Film, natürlich befindet sich alles in einer Wohlstandsblase. Aber ich bewege mich genauso in dieser Wohlstandsblase, muss ich sagen. Wir sind beide privilegierte Weißessismen, die irgendwie, weißt du, so. Auf jeden Fall. Es ist so, wir haben Geld, wir haben Macht. Ja, also zumindest im Vergleich, den man eben immer mal sich vergegenwärtigen muss. So ist das halt. Aber natürlich soll einen das nicht lähmen und dann sagen, nee, ich hab ja alles, ich darf mich nicht beschweren. Sondern ich muss natürlich trotzdem innerhalb meines Rahmens mich ja trotzdem bewegen irgendwie. Also sonst funktioniert es ja auch nicht. Die Frage ist halt, ob aus dieser Warte aus das Carpe Diem auch zu einem egoistischen Sinsspruch wird. Wenn du für dich den Tag nutzt, ob du dann aufhörst, über gesellschaftliche Missstände nachzudenken. Weil das nicht den Tag Nutzen ist, wenn du dir den Kopf zerbrichst darüber, dass es anderen Menschen schlecht geht. Und Carpe Diem sagt noch nichts darüber aus, wessen Diem gekarpt wird. Okay. Karten wir weiter das Diem. None|Ja. Aber ich glaube, man muss es zumindest mitdenken, dass hier natürlich so sehr spezifisch eine spezifische Philosophie, die sehr allgemeingültig ist und einen sehr allgemeingültigen Anspruch hat, propagiert wird. Und das wäre mein zweiter großer Kritikpunkt an dem Film, die über das Philosophische hinausgeht. Der Film beschäftigt sich sehr exzessiv mit Poesie und mit Literatur. Und der hat einen sehr, sehr, sehr spezifischen Zugang zur Poesie und Literatur, weil er feiert einfach mal die Epoche der Romantik ab. Das stimmt. Es geht um romantische Literatur. Und er nimmt diesen sehr spezifischen Zugang zur Literatur und universalisiert ihn. Er sagt, das ist, also Keating sagt, und der Film sagt uns natürlich auch, das ist die richtige Art, mit Literatur umzugehen. Und zwar das Kontempläre, das Genießen, das Schwelgen und das Auseinandersetzen mit dem eigenen, mit dem individuellen Lebenssinn. Und natürlich, das passt auf die Romantik. Das war die romantische Epoche. Aber, und das hat man ja auch gesehen in der Romantik, das war jetzt keine Literatur, die besonders gut dazu geeignet war, um die Welt zu verändern. Das ist eigentlich, eigentlich ist die romantische Literatur. Und diese Art Literatur zu genießen ist sehr regressiv und zurückgezogen. Und vor allem bei den deutschen Romantikern sieht man das auch sehr herrschaftsstützend. Und aus der Romantik ist natürlich auch der Nationalismus entwachsen. Und die Romantik hat ganz viel aufs Mittelalter zurückgegriffen. Und ich will das genießen und Schwelgen in Literatur nicht schlechtreden. Ich mag das auch, wenn Kunst einfach mal eskapistisch ist. Wenn man sagt, ich will einfach nur die Kunst genießen und auf der Zunge zergehen lassen. Der Film findet tolle Bilder und tolle Worte dafür. Aber Literatur kann viel mehr. Literatur kann und sollte auch viel mehr machen. Nicht immer, aber es gibt daneben auch noch, es gibt Literatur, die soziale Missstände aufdeckt. Die sich dokumentarisch, realistisch mit anderen Lebenswelten auseinandersetzt. Die den Leser auch damit konfrontiert. Und der Film, der hasst ja geradezu den Realismus. Und der hasst ja geradezu den Naturalismus und die Moderne. Und er hat ja offensichtlich auch einen Hass auf alles, was hässlich ist und was nicht schön ist. Was zu realistisch ist und was zu klar ist und pragmatisch von der Sprache. Aber das gibt es auch. Literatur kann auch pragmatisch sein. Und wissenschaftlich und rau und steril und kalt. Und der Film sagt, nein, es gibt diese Art, wie man Literatur genießen sollte. Und der folgt ihr jetzt. Wie lang müsste der Film sein, um das alles zu bedienen? Also ich verstehe, dass man sich da was raussucht, oder? Also es ist schon, es ist halt ein dramaturgischer Kniff. Es gibt wirklich viele Szenen mit Keatingsstunden. Es wäre kein Problem gewesen, mal einen Realisten mit reinzubringen. Und einfach auch mal zu sagen, und die Romantiker haben das ja auch teilweise gemacht. Gerade die englischen Romantiker, die sie lesen, das waren ja auch teilweise politische Revolutionäre. Also zumindest Thoreau, dessen Gedicht ganz stark im Mittelpunkt steht. Das ist das, ich ging in die Wälder, denn ich wollte bewusst Leben-Gedicht. Was nicht direkt von ihm ist, sondern so zusammengebaut aus seinen Texten. Der war jemand, der soziale Missstände angeklagt hat, der gegen die Sklaverei gewettert hat und so. Und diese politische Dimension oder diese gesellschaftliche Dimension, die die Literatur auch haben kann, die hätte man da reinbringen können. Und Keating und der Film, weil Keating spricht für den Film, der Film spricht für Keating. Er zieht seine Schüler dahin, dieses Rebellische, was dem vielleicht auch innerwohlen, zu benutzen, um eine individuelle Rebellion zu starten. Um selbstbestimmt zu leben, was total cool ist. Aber das gesellschaftliche und politische, das hätte man unterbringen können. Das hätte nicht viel gebraucht. Aber dafür schwägt der Film zu sehr in diesem Romantischen, in diesem, sei du selbst, sei frei, lebe für dich, lebe für die Schönheit und verführe die Frauen. Denn die Frauen zu verführen, das ist das, wofür wir hier Poesie machen. Ja, dann denkst du an diese Cave-Szenen, oder? Wo sie da in dieser Höhle sitzen und sich gegenseitig da irgendwie was vorlesen. Und dann aber der eine, der diesen Centerfault in der Hand hat mit der Frau. Ja, das ist ja putzig, das sind ja Jugendliche, das ist total okay. Aber ganz am Anfang ist ja schon die Szene, wo Keating fragt, so, wofür wurde Literatur gemacht? Und dann sagen die Schüler zu kommunizieren, was eine gute Antwort ist. Und die Ding sagt, nein, to wo, woman, um Frauen zu verführen. Und ja, das ist natürlich als halber Witz gemeint. Aber es passt zu der ganzen Haltung des Films, dass Literatur was Schwelgerisches ist, was Romantisches und nichts anderes. Die Realisten lassen wir raus. Und dass er am Anfang diese Seiten rausreißen lässt aus dem Buch, wo der Typ Bücher an der X- und Y-Skala, Gedichte an der X- und Y-Skala bewerten will. Geschenkt, das ist natürlich, das ist totaler Mumpitz, was da propagiert wird. Ich wollte nochmal nachgucken, ob es das wirklich gibt. Und? Keine, habe ich vergessen. Ach schade. Ich wollte wissen, ob es ein Strohmann ist, ob die quasi sowas ganz Negatives erfinden mussten. Ich kann mir vorstellen, dass es das wirklich gab. Geschenkt, das ist total okay. Aber trotzdem kann Literatur mehr als Keating vermittelt. Literatur kann politisch sein. Literatur kann ernst sein und hässlich und dokumentarisch. Sie muss nicht nur schwelgen. Das stimmt. Natürlich, du hast auch vollkommen recht. Und auch die gleiche Begeisterung, man kann auch die gleiche Begeisterung und das gleiche, also ein Schwelgen-Äquivalent finden für die Realisten oder für, naja, was du jetzt sagst. Was er sagt. Aber ich kann es dem Film verzeihen. Bis jetzt konnte ich das verzeihen. Jetzt muss ich nochmal drüber nachdenken, ob ich es wirklich kann. Aber bis jetzt konnte ich dem Film verzeihen, dass er sich einfach auf eine Sache stürzt, um die wirklich komplett ausheben zu können. Man muss ja sich dann auch irgendwie konzentrieren bei einem Film von anderthalb Stunden oder zwei. Der Film ist halt auch echt verdammt gut da drin, das zu machen. Der Film findet so starke Bilder und so eine starke Sprache. Und es gibt so viele Momente, wo er einfach on point ist und wo du ihm einfach nur folgen kannst. Das Problem der Romantik. Die Romantiker sind in den Krieg gezogen, begeistert und haben sich abschlachten lassen. Egal. Der Film macht das wirklich gut. Das ist ohne Frage. Ich weiß nicht, ob ich verzeihen sagen würde, aber ich genieße diesen Film. Ich finde diesen Film immer noch ganz fantastisch, weil er hat einfach so eine tolle Mischung aus Pathos und ganz wenig Humor. Nur tatsächlich ist es, also mittlerweile ist es nicht mehr überraschend, weil Robin Williams danach ganz viel anderes auch gemacht hat. Aber es ist keine Tragikomödie. Es ist wirklich ein Drama. Und Keating ist zwar witzig, aber dieser Humor dient immer zur Unterstützung des Ideellen, was der Film transportiert. Genau. Dass Keating einfach zeigt, Unterricht geht auch anders, Schule geht auch anders. Ich kann hier Shakespeare vorlesen und es ist witzig. Ich zeige euch, dass Shakespeare ein Komiker ist. Und das ist, also das hat jetzt beim zweiten Gucken, beim ersten hat es mich noch nicht so gepackt, weil ich da mit Shakespeare noch nicht so viel zu tun hatte. Aber jetzt beim Gucken, ich war wahnsinnig begeistert. Ich war so begeistert davon, dass er es geschafft hat, wirklich die Worte von Shakespeare in eine emotionale Delivery zu packen, die wirklich mitreißt. Wo Schüler dann wirklich da sitzen und den Witz verstehen. Den du einfach nicht verstehst, wenn du es nur liest. Ja. Wenn du es still vor dich hinliest und nochmal irgendwie möglichst noch irgendwelche Versmaße oder so analysierst, dann entgeht dir alles. Das kannst du nicht, das geht nicht. Du musst es einfach, Shakespeare hat ja auch geschrieben, um es zu spielen und nicht um es zu lesen. Dieser Keating ist halt auch einfach ein Comedian im wahrsten Sinne des Wortes. Im Lehreroutfit. Ja, ist toll. Tatsächlich inspiriert von einem echten Lehrer. Der Drehbuchautor Tom Schulman hat das Drehbuch auf seinen Erfahrungen mit dem Lehrer Samuel Pickering auf der Montgomery Bell Academy in Nashville, Tennessee basieren lassen. Wow. Und das war nicht so ein Romantiker und nicht so ein Schwelger und nicht so einer denkt für euch selbst wie Keating, aber es war jemand, der versucht hat, den Unterricht lustig zu gestalten. Und der gesagt hat, wir müssen die Schüler, wenn wir die Schüler für Literatur begeistern wollen, dann müssen wir einfach das einbauen, dass wir so Witze machen, dass wir im Hof mal rumlaufen und sie ein bisschen marschieren. Und dann feststellen, Moment, ich laufe gerade im Gleichschritt und so weiter. Und es war offensichtlich ein großer Entertainer und Alleinunterhalter. Dieser Pickering hat übrigens den Film selbst nochmal kommentiert. Echt? Er hat den Film dann gesehen und fand den Film offensichtlich ganz cool. Meinte aber, ich habe diese ganzen Sachen nicht gemacht, um die Schüler zu erwecken und um ihnen zu zeigen, wie toll das Leben ist, sondern eigentlich habe ich das nur gemacht, um mich selbst zu unterhalten. I did such things not so much to awaken students as to entertain myself. Oh Gott, ich kann es aber verstehen. Als Lehrer die ganze Zeit, man hat was vorbereitet irgendwann und dann zieht man es alles durch, Jahr für Jahr, Jahr für Jahr. Aber eigentlich ist es doch auch doof. Vor allem, wenn man irgendwie vielleicht eine kleine Ader hat für Dinge, die irgendwie witzig sind. Also es gibt genug Lehrer, die das einfach nicht haben. Und das ist auch eine Ordnung, dass man dann einfach Zahlen auch in die Tafel schreibt. Aber wenn man das schon hat, dann will man das ja nicht unterdrücken. Nee, genau. Das glaube ich auch. Ich glaube auch, es gibt wirklich Lehrer, die witzig sein können und die tollen Unterricht damit machen. Es gibt aber auch Lehrer, die versuchen witzig zu sein und dabei grandios scheitern. Und gerade bei den Lehrern denkt man, ach, könntest du nicht einfach wieder trockenen Unterricht machen? Musst du versuchen, witzball zu sein? Du bist kein Comedian. Wirklich nicht. Lass es lieber. Oder Touchdown Pictures, die den Film produziert haben, haben am Anfang vorgeschlagen, dass Begeisterung der Jungs doch vielleicht nicht für Literatur sein sollten, weil Literatur so trocken ist und so schwer. Begeisterung für Literatur ist so schwer zu vermitteln im Film. Was auch wirklich, ich finde, es ist schwer zu vermitteln und der Film schafft es. Die haben vorgeschlagen, dass es doch tanzen viel spannender wäre. Dass man die Schüler doch tanzen lassen sollte und das Tanz das begeisternde Element sein sollte. Und die wollten den Film Sultans of Swing nennen. Okay. Und wollten sich, und es gab auch Überlegungen, den Fokus mehr auf Mr. Keating zu setzen. Irgendwie auch nachvollziehbar, weil sie hatten einfach mal mit Robin Williams einen großen Star und der wäre wahrscheinlich ganz anders geworden. Und der Film wahrscheinlich hätten sie wirklich eher eine mehr Tragikomödie draus gemacht. Einfach so einen zweiten Good Morning Vietnam mit ein paar tragischen Elementen. Genau. Aber Gott sei Dank wurde das beides dann abgelehnt, weil dieser Fokus auf die Schüler, finde ich super. Der passt auch gut. Und Keating kriegt genau die Leinwandzeit, die er braucht. Ganz genau, ja. Weil der Keating ist natürlich auch ein bisschen ein Selbstdarsteller und es ist ganz schön, dass einfach der Fokus sehr schnell von ihm weggerückt wird und dahin, was sein Unterricht auslöst in den Schülern. Das wird super. Also das Pacing in diesem Film ist phänomenal. Phänomenal. Genau richtig. Genau an der richtigen Stelle. Abgebremst oder beschleunigt. Ich finde es super. Das geht so ein bisschen in die Richtung, was mir jetzt noch wichtig wäre. Dieses Gespräch zwischen dem Lateinlehrer und ihm und Keating. Wo der Lateinlehrer dann sagt, du sagst denen jetzt alle, die sind alle große Künstler und dann merken sie irgendwann, ich bin gar kein Shakespeare und ich bin kein Picasso. Und dann hassen sie dich. Und dann sagt er, es geht nicht darum, dass du Shakespeare oder Picasso bist, sondern es geht einfach darum, dass du selbstständig denken lernst. Selbstständige Jugendliche. Und das ist natürlich der Horror für so eine Schule, so eine durchorganisierte. Aber ich finde einfach einer der zentralen Gespräche dieses Films total wichtig. Deswegen ist es auch so schön, dass dieser Lateinlehrer nochmal diese Story-Ark kriegt, dass er am Schluss ein bisschen aufgeweicht ist. Ja, genau. Bei diesem Gespräch ist ja auch diese tolle Szene, wo der Lateinlehrer dann sagt, ich bin Realist und zeige mir einen Geist, der frei ist von komischen Träumen. Und ich zeige dir einen glücklichen Menschen. Und Keating antwortet dann, aber nur im Traum ist man frei. Oder irgendwie in einem schönen poetischen Zitat. Genau, und er hat ja auch ein Zitat von irgendjemandem mit uns. Und dann reden sie über Zitate, über Poesie und seine Funktion. Das finde ich sehr schön. Aber das Tolle ist dann, dass er dann ja Keating fragt, von wem ist das? Und er sagt, Keating. Zwinkert ihm zu, das ist super. Sehr schön. Ja, die Schule. Also bleiben wir mal ganz kurz bei der Schule. Die Schule ist halt wirklich auch ein krasser Ort und natürlich kollidiert das, was Keating macht. Und das, was die Schüler machen, kollidiert mit den Vorstellungen der Schule. Was auf den ersten Blick total absurd ist, weil sie treffen sich abends, ja, sie gehen aus der Schule und dürfen das eigentlich nicht. Aber sie treffen sich, um Gedichte vorzulesen. Also ich meine, kann man sich was Unschuldigeres vorstellen? Ja, sie rauchen dabei die ein oder andere Zigarette, aber soweit ich weiß, trinken sie keinen Alkohol. Sie haben einmal Frauen dabei, aber das ist auch total unschuldig. Die sitzen nur dabei und hören sich die Gedichte an. Und trotzdem ist das offensichtlich schon zu viel Subversion für einen solchen Rahmen, für ein solches Eliteinternat. Was mir auch meine ganze Beklemmung bestärkt hat. Weil, weißt du, wenn das schon Rebellion ist, dass du dir gegenseitig Literatur zur dunklen Stunde vorliest. Das ist Rebellion. Was muss das für eine Gesellschaft sein, in der das so krass ist? Das ist schon hart. Auf jeden Fall. Und es wird ja auch in einer Szene ziemlich explizit gezeigt, nachdem Nuanda diesen Anruf von Gott gekriegt hat, wird ja ins Büro des Schulleiters zitiert und wird da einfach mal ordentlich verprügelt. Ja, das ist total krass. Also so eine institutionalisierte Gewaltausübung. Wie heißen die Holzplatten nochmal? Das ist eigentlich so ein Cricket-Geschläger oder was? Nee, nee, Baseball. Nee, nicht Baseball. Aber irgend so ein anderes. Ich glaube, es ist tatsächlich wirklich ein Instrument zur Folterung von Schülern. Total krass. Norman Lloyd spielt den Schulleiter hervorragend. Also der Schulleiter. Und mit diesem Ernst und diesem Würdevollen, das, was er repräsentieren will, wie er die Schule versteht. Und dann gleichzeitig diese Kälte da drin und dieses Dunkle und Abgründige. Das ist sehr gut gespielt. In jeder Szene, in der er vorkommt, ist er unfassbar mächtig und unfassbar furchteinflößend. Umso beeindruckender ist es, dass Charlie dann einfach wirklich aufsteht und gegen ihn rebelliert. Ja, krass, ne? Und natürlich auch in der Abschlussszene dann. Wir müssen nur unsere Top-Schulfilme machen. Ich versuche die ganze Zeit irgendwie hinzukommen. Ja, weil ich schaffe das nicht. Ich habe schon gemerkt, warum hast du gesagt? Ja, und wir sind in diesem Schulkosmos und da ist ja auch... Und dann habe ich gedacht, jetzt könnte man einhaken, aber dann geht es schon weiter. Schule! Okay, Moment, wir müssen unsere Top 3, unseren Jingle... Jingle! Yeah! Unsere Liste... Puh, Top 3! Top 3 Schule! Wie heißt denn Schule? Einfach nur? Nein. Ich habe gesagt Mikrokosmos Schule, weil ich das ganz nett fand als Titel. Und ich wollte damit betonen, dass es Filme... Ich würde gerne... Ich wollte mir auf die Liste Filme packen, die primär in der Schule spielen. Ja. Ich hoffe, du hast es auch geschafft, weil es gibt natürlich auch viele Filme, in denen Schüler eine Rolle spielen, aber die Schule als Mikrokosmos nicht so einen großen Raum einnimmt. Doch, die Mikrokosmos Schule an sich ist schon wichtig. Super. Also, dass es mal auch dort bleibt. Sehr gut quasi. Und ich habe zu viele. Ich habe auch zu viele. Willst du mit Honorable Mentions anfangen? Aber weißt du, woran das liegt? Ich habe darüber nachgedacht, aber ich glaube, dass sie einfach in den 80ern einfach angefangen haben, nur noch dieses Zielpublikum von Schülern auf der Highschool, weiß ich nicht. Fuck, die 80er. Ich habe die gar nicht mit drin. Oh Mann, ich hatte die ganzen Teenager-Komödien. Aber das ist doch geil. Krass. Und unfassbar. Und ich dachte schon, meine Liste ist so lang. Ich hatte die überhaupt nicht auf dem Schirm. Und jetzt fallen mir gleich drei Filme ein, wo ich denke, natürlich können die auch rein. Ja. Oh, natürlich einer, der perfekt darauf passt, aber leg mal los mit deinen Honorable Mentions. Oh, krass. Ich habe noch gar nicht festgelegt, was bei mir auf Platz eins oder drei oder fünf ist. Ich weiß es nicht. Also, ich nehme als erstes das, was bei mir wahrscheinlich in eins oder zwei sein würde, aber was wir schon behandelt haben. Ten Things I Hate About You. Ja, ja, ja. Auf jeden Fall. Cool, ja. Der ist einfach sensationell. Das haben wir schon besprochen und so. Der gehört auf jeden Fall in diese Liste, aber eben wird jetzt als Honorable Mention erst mal. Und gerade, wie die Schule dargestellt wird, so als Mikrokosmos, in dem so die ganzen Gruppen aufeinandertreffen. Wo auch genau erklärt wird, das sind die, das sind die, das sind die. Genau. Also, vielmehr besser passen kann kaum ein Film auf dieses Thema. Ich habe zwei Honorable Mentions, die keine guten Filme sind, aber die ich nennen muss, weil das war meine erste Konfrontation mit dem Konzept Mikrokosmos Schule. Und einen von beiden würde ich auch heute noch hochhalten als guten Film, dem vielleicht auch ein bisschen Unrecht getan wurde. Der erste ist, und der Titel steht jetzt für eine ganze Reihe von Filmen, die Lümmel von der ersten Bank. Sagt dir das was? Oh Gott, nein. Das waren die Filme mit Hansi Kraus. Ja. Die Filme, die ich als Kind als erstes gesehen habe, die sich mit Schule auseinandergesetzt haben und Schüler immer die Lehrer foppen und verarschen. Und dann kommt irgendwann Peter Alexander auch mal noch dazu als progressiver Lehrer, als John Keating der bayerischen Provinz. Und das Witzige an diesem Film ist ja, sie zeigen Schüler, die die ganze Zeit rebellieren gegen die Institution Schule. Aber das ist so brav, wie es nur sein kann. Weil die einzige Art der Rebellion ist halt, dass sie irgendwelche albernen Streiche spielen und den Rauchmelder anwerfen und dass es plötzlich regnet im Schulgebäude und so. Jetzt kommt aber der große Unterschied zwischen uns zutage. Osten gegen Westen. Oh, sehr gut. Weil ich, also ich habe nichts aus dem Osten, weil es das nicht gab. Es gibt keine Rebellion im Osten. Keine Chance. Das ist es ja. Die gab es ja in der Bundesrepublik da auch nicht. Der Film ist von 1968. Da sind die Studenten auf die Straße gegangen und haben für eine gerechtere Gesellschaft demonstriert und dafür, dass die Nazis aus den großen Ämtern fliegen. Und diese Filme, die von 1968 bis spät in die 70er hineingedreht wurden, die machen nichts davon. Das sind keine rebellischen Filme. Das sind herrschaftsstützende Filme. Und das ist das Perfide daran. Sie tarnen sich als rebellisch, weil sie zeigen, hey, so könnt ihr gegen das System aufbegehren und ein bisschen Spaß haben. Aber eigentlich haben alle Spaß und das System ist ganz glücklich darüber. Der zweite Film, kann ich den gleich reinwerfen noch aus der Zeit, den ich wirklich immer noch schätze, auch wenn er unglaublich brav ist, das fliegende Klassenzimmer aus dem Jahr 1973. Okay. Den ich auch als Kind gesehen habe und davon gibt es ja mehrere Verfilmungen, aber mein fliegendes Klassenzimmer ist einfach der Film aus dem Jahr 1973 mit Joachim Fuchsberger als Justus, den gerechten Lehrer, der seine Schüler auch auf einem Internat, der seine Schüler einfach mit Respekt behandelt. Und kein unorthodoxer Lehrer ist vielleicht ein bisschen, aber eigentlich ist er einfach ein guter Lehrer. Ja. Und er kollidiert auch jetzt nicht so mit den Vorstellungen der Schule und alle haben Freude und alle sind glücklich und das ist eigentlich so eine totale Utopie eines Internatslebens. Ja. Mochte ich als Kind, ist aber auch ein unfassbar brav. Okay. Und ich habe noch einen, der noch in den Honorable Mention rein muss und ich weiß noch nicht, welchen ich da jetzt rausnehme, damit er, ich, ich, ich, ich. Dein Platz vier. Mein Platz vier. Und zwar Back to the Future. Ah ja, ist da Schule so ein Zentrum? Natürlich, der geht zurück in die Schule und bei seiner Mama. Das ist nur die Schule, deswegen ist er jetzt auf Platz vier, weil es eigentlich ein Zeitreisefilm und kein Mikrokosmos Schule ist, aber es spielt eigentlich an dieser Schule. Es spielt an dieser Schule auch, aber nicht nur. Er ist auch beim Doc und sie sind in diesem Café und auf der Straße und dann fährt er Skateboard. Fantastischer Film, einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Ja, wirklich. Groß, groß, großes Kino. Okay. Meine Nummer vier wäre Monsieur Lassart, glaube ich, der hat auch irgendwie nicht mehr in die Liste gepasst. Ein toller französischer Film aus dem Jahr 2011, wo ein, äh, ein, äh, Migrant, ich glaube, er, ich, ich, ich weiß nicht, es kann sogar sein, dass er illegal ist. Mhm. Mhm. Wächst, ohne, ohne jemals besonders krassen, unorthodoxen Unterricht zu machen, ohne irgendwie groß was didaktisch zu bewegen. Ja. Schöner Film, einfach tolle, tolle Tragikomödie. Da fällt mir dieser französische Film von, von einem Chorleiter ein, der auch an der Schule eigentlich, so ein Schulkor, ähm, ist nicht so alt, also so vielleicht 10, 15 Jahre höchstens. Mhm. Monsieur irgendwas und, äh, so, ne, weißt du, diese französischen. Die Franzosen mit ihren Mistiös. Ja, genau. Hm. Nummer drei. Nummer drei. Deine Nummer, achso, bin ich da jetzt dran? Tut mir leid, du bist dran. Okay, äh, meine Nummer drei, äh, ich rechne damit, dass dieser Film bei dir irgendwo in der Liste sein wird. Das ist nicht schlimm. Brick. Ist er nicht? Ist er nicht? Aber ist ein guter Film. Aber ist ein super Film, oder? Erzähl, der ist ein bisschen in Vergessenheit geraten, glaube ich. Aber warum? Ich, ich, ich fand den großartig, ich hab ihn irgendwann mal einer Freundin gezeigt, die gar nicht so begeistert davon war und ich war ganz irritiert. Und dann hab ich mich mit dir unterhalten und hab auch irgendwie verstanden, aber ich hab schon wieder vergessen, wieso das nicht so, weil es ist ein Noir-Film im Grunde. Ja, was für eine grandiose Idee, ein Noir-Krimi? Es ist ein Noir-Krimi in schwarz-weiß? Nee, er ist nicht schwarz-weiß. Er ist nicht schwarz-weiß? In meinem Kopf ist er schwarz-weiß. Aber er könnte schwarz-weiß sein, ich glaube, er ist in Farbe. Und, und, und, ähm, äh, Joseph Gordon-Lewitt? Ja. In der, in der Hauptrolle? Ja, Regisseur, ähm, Ryan Johnson, der für den, für den mittleren Teil der aktuellen Star Wars-Trilogie verantwortlich war. Ach, okay. Krass. Naja, jedenfalls, äh, völlig, völlig, Schüler-untypische, äh, Art und Weise zu erzählen, so ein Noir-Ding, weißt du? Und dann haben die aber so, so unglaublich bodenständige Probleme von Jugendlichen. Und das erzählt sich aber so, wie, wie so ein ganz krasser Noir-Krimi aus Frankreich. Es ist so unrealistisch, aber es macht so viel Spaß, weil sie die ganze Zeit diese Dialoge haben, die einfach von Humphrey Bogart sein können. Und sie geben ihm so einen, so einen Nerd an der Schule. Und, und der, im Laufe des Films, der schläft, glaube ich, überhaupt nur eine Stunde oder sowas im ganzen Film. Und, und sieht immer abgefuckter aus. Und seine Monologe drüber, seine Gedankenmonologe, die er da irgendwie hat, werden auch immer abgefuckter. Und es ist irgendwie so, ah, und dann musste ich das und das machen. Und es war ein totaler Low-Budget-Streifen, 450.000 Dollar hat das Ding gekostet. Was? Was? Oh mein Gott. Und es ist so, und es sieht überhaupt nicht danach aus, es ist so gut inszeniert, die Bilder, die Darsteller, es ist alles, es hat alles dieses Look and Feel von klassischen Norr-Filmen aus den 30ern und der 40ern. Es funktioniert einfach so gut. Ganz großartig. Toller Film, ja. Ja. Meine Nummer drei ist H.F. Nelson aus dem Jahr 2006 über einen drogenabhängigen Lehrer, der in einem harten Viertel in New York unterrichtet und irgendwie auch versucht, seine Schüler zu begeistern. Eigentlich wäre es eine Geschichte, eine klassische Geschichte von einem unkonventionellen Lehrer, der Menschen aus sozial schwierigen Verhältnissen versucht, was beizubringen, sowohl für die Schule als auch über das Leben. Aber dieser Lehrer ist komplett drogenabhängig und natürlich sind seine mit Drogenabhängigen oder auch seine Drogendealer hängen natürlich mit dieser Jugendszene zusammen mit Ryan Gosling als Lehrer. Oh. Und ein Drama, sehr trauriger Film. Okay. Und auch teilweise ein sehr düsterer Film und auch kein optimistischer Film, aber mit einer unfassbaren emotionalen Wucht. Und toll, dass einfach mal ein Lehrer gezeigt wird, der überhaupt nicht glorifiziert wird, sondern der sich bemüht, aber der auch echt einen ganzen Sack voll Probleme mit sich rumschleppt. Cool. Okay. Mein Platz zwei ist The Breakfast Club. Ja, das war der Film, an den ich dachte, oh nein, die 80er, stimmt. Das, ja, der Klassiker, oder? Ja, total. Also, viel besser kann man, ganz toll, die sitzen halt alle nach und müssen sich da irgendwie, die müssen miteinander klarkommen und sitzen dann halt da. Das Pratt-Pack. Angelehnt an das Red-Pack. Wurden diese Darsteller, die ganzen Jungen damals, Pratt-Pack genannt. Geil. Ja, also, tolle Gespräche, tolle Auseinandersetzungen miteinander. Und ganz toll das Spiel mit den Klischees, weil da gibt es natürlich auch die Klischeefiguren, den Sportler und den Rowdy und den Nerd. Und dann werden diese Klischees nach und nach aufgelöst und alle, und sie finden irgendwie zusammen für einen kurzen Moment bei diesem Nachsitzen und werden Freunde, zumindest für einen Augenblick. Zumindest für den Augenblick, ja. Man weiß nicht, ob sie danach irgendwie nochmal was miteinander anfangen können, aber es ist wirklich schön, diesen Moment zu erleben und dann, und diese ikonische Ende, dieses, dieses Bild, wie er auf die Kamera zuläuft, da irgendwie faustgereckt und das Musikstück. Won't you forget about me. Ich kann nicht singen. Es war gar nicht so schlecht, Flor. Danke. Du lügst nach. Ich muss dich doch bei Laune halten. Okay, dein Platz zwei. Mein Platz zwei ist der, der am ehesten dem Thema Mikrokosmos Schule gerecht wird, glaube ich, von Gus van Sant Elephant. Ein Film, der fast konsequent in der Schule spielt und der einen Amoklauf zum Thema hat in der Schule. Und zwar ist der tatsächlich sehr konkret, also das wirklich Anfang der 2000er, als das so stark in den Medien war, nach dem Columbine Amoklauf, der 1999 war. Und dieser Film zeigt wirklich einfach nur den Mikrokosmos Schule, Schüler, die rumlaufen und die ihren Alltag haben und keine großen Tramen, keine großen Geschichten, sondern einfach nur der deprimierende Alltag von Schülern, von Außenseitern, von Sportlern, von Helden und von Feiglingen. Und in diesen wirklich langweiligen und deprimierenden Tagesablauf platzt dann der Amoklauf von zwei Jungs, die aber auch relativ differenziert charakterisiert werden. Und die, ja, die halt einen Amoklauf geplant haben, wirklich wie ein Columbine und es ist ein unfassbar belastender Film. Und Gus van Sant inszeniert ja gerne sehr langsam und auch langatmig, würden auch viele sagen. Und er zeigt halt ganz oft einfach nur Schüler, wie sie durch diese Gänge dieser Highschool gehen. Also wenn du Club der Toten Dichter beklemmend findest, schau dir den an, der ist fucking beklemmend. Weil du siehst einfach nur Schüler, wie sie da rumlaufen, wie sie in ihren Klassen sitzen, wie sie, ja, wie sie irgendwie, man hat die ganze Zeit das Gefühl von verlorener Zeit. Und dann kommt diese brutale Attacke und raubt die Zeit wirklich im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Gewaltakt, der dann einfach einbricht in diesen sowieso schon deprimierenden Alltag. Krasser Film. Warum sind deine Filme so fröhlich und meine so deprimierend? Ja, es gibt so ein paar Unterschiede zwischen uns, Flor. Ich bin eigentlich kein pessimistischer Mensch, aber offensichtlich stehe ich auf diese deprimierenden Stimme. Was ich auch schon mich gefragt habe, während du das gesagt hast, gar nichts mit dem Thema zu tun, aber warum sagst du immer, wenn ich einen Film in die Liste setze, ach der, ja, der war toll. Und wenn du einen Film sagst, sag ich, aha, den gibt's auch. None|Fuck. Ist das schon auffällig? Ja, ich weiß nicht. Nein, ich glaub, das ist, wenn du mit deinen 30er Slapstick-Filmen kommst, dann kenn ich die auch nicht. Und dann kann ich nur allgemein sagen, na natürlich, weil es ja Charlie Chaplin ist, aber ich hab nicht alle Filme von ihm gesehen. Werden wir nachher nochmal besprechen. Platz 1. Ja, Platz 1. Heathers. Oh, krass. Ich weiß, welchen du meinst. Es geht auch um Amoklauf, ne? Warte mal. Naja, Amoklauf ist zu viel gesagt. Er will sie alle umbringen, ne? Naja, nee, er will sie nicht alle umbringen. Er will vor allem so den und die, also so ein paar, die es verdient haben. Und zieht sie so ein bisschen mit und irgendwie zwischendurch sagt sie, du hast einen Arsch offen, ich will nicht mehr, aber irgendwie funktioniert es trotzdem. Oh, der war krass. So ein krasser Film. Also, aber auch so ein bisschen trashig und so ein bisschen. War das bei Nona Ryder? Äh, oh Gott. Bei Nona Ryder? Ja, es war bei Nona Ryder. Ja. Krass. Und der Typ, der bei Mr. Robert mitspielt, wie heißt der Typ? Christian Slater. Ja, genau, Christian Slater. Das ist ewig her, dass ich den gesehen habe. Ich habe auch keine Erinnerung mehr dran. Und ich liebe es, wie er spielt und ich liebe es, wie, wie, wie diese, wie damit funktioniert und wie, wie sie sich da ausdenken, was sie machen wollen und das irgendwie so halb durchziehen und dann doch nicht und doch oder doch. Der war auch echt gehässig, der Film. Ja, der ist schon, der hat echt eine, keine. War das nicht so, dass sie dann die Mitschülerin irgendwie vergiften mit Plausäure oder so irgendwas und sie wirklich so einen krassen Anfall hat und in der Küche zu halten? Ja, ja, ja, sie hat dann irgendwie noch ein Messer in der Hand in der Küche und sagt ihm, sie hat keinen Willen nicht mehr und er zwingt sie, nötigt sie so ein bisschen mitzumachen. Und also der Film ist gehässig. Der Film ist nicht lebensbejahend irgendwie, aber auf eine ganz quere Art und Weise. Irgendwie habe ich den sehr gemacht. Der war auch lustig, ne? Es ist kein, du hast darauf aufhören, sondern er ist wirklich lustig. Der ist wirklich auch lustig und alles, aber irgendwie bleibt einem das ständig im Hals stecken, weil man sich denkt, oh mein Gott, was macht, was? Cool. Was machen die da? Danke, dass du mich an den Film erinnert hast, das ist wirklich geil. Den habe ich als Jugendlicher gesehen und ich weiß noch, dass ich ihn voll lustig fand, aber ich kann mich nicht mehr an Details erinnern. Ja, aber guck den mal wieder, den musst du unbedingt nochmal gucken. Ja, definitiv. Meine Nummer 1 ist das erste Mal, dass wir einen Dokumentarfilm in dieser Liste haben. Oh mein Gott, einen Dokumentarfilm über Schüler in der Schule? Aus dem Jahr 2002, Etre et Avon, Haben und Sein, von Nicolas Filibert, ich lese vor, ein Dokumentarfilm über eine Schule, eine Grundschule in der französischen Provinz, wo alle Schüler, weil es halt wirklich eine kleine Schule ist und ein kleiner Ort, in einer Klasse unterrichtet werden. Oh. Und er begleitet auch den Lehrer, der wirklich sehr sympathisch ist, aber vor allem auch die Schüler und ist immer auf Augenhöhe mit den Schülern und filmt die und dabei, was sie machen und schafft es wirklich zu erzählen, wie diese unterschiedlichen Charaktere schon in diesem jungen Alter sind und wie sie ihren Alltag bestreiten und wie sie das Leben entdecken und wie sie lernen. Und es ist ein unfassbar schöner Film und ein unfassbar warmherziger Film und auch so, naja, so ein französischer Dokumentarfilm, es wird halt nicht kommentiert, ne? Ja. Es sind einfach nur Bilder, du hast halt, du siehst halt einfach nur fast zwei Stunden lang den Alltag an dieser Schule und es ist toll. Du musst mir einen Link schicken zu dem, also es ist das erste Mal im Podcast, dass ich, dass ich so konkret werde, dass ich sage, schick mir einen Link, Plur. Okay. Ich muss gucken, ich weiß nicht, ob man den online findet. Das ist auch schon länger her, da ich den gesehen habe, aber ich weiß noch, dass ich den so schön fand. Das ist so ein Film, den man guckt und danach denkt man, ach, das Leben ist schön. Toll. Kindheit ist schön, Kindheit ist toll und Lernen und Leben und Wachsen ist was ganz Großartiges. Da fällt mir eine andere Sache ein, die habe ich jetzt nicht auf die Liste gesetzt, aber stimmt voll mit dem Thema überein. Denn auf Netflix gibt es eine schöne Doku über gehörlose Schüler an einer Galaudet oder wie heißt die in Amerika. Das ist eine Schule, eine Universität, die sich eben wirklich ausschließlich an Gehörlose richtet, wo auch von der ganzen Welt Gehörlose nach Amerika pilgern, um dort auf die Uni zu gehen, um dann wieder nach Hause zu fahren. Und da werden ein paar Schüler einfach begleitet und haben ihre eigenen Probleme wie jeder andere auch und das halt in Gebärdensprache und mit Untertiteln und allem. Ah, cool. Es ist total, total schön. Eine Miniserie oder eine? Es ist eine Miniserie, ja. Cool. Also guckt euch das an, das ist ganz toll und man hat einen ganz anderen Zugang nochmal zu einer Kultur, die man vielleicht sonst nicht so kennt, die Gehörlosenkultur. Das ist total schön. Ja. Aber du hast ja natürlich auch viele Anknüpfungspunkte, weil du oft mit Gehörlosen zusammenarbeitest, ne? Ja, natürlich, sonst wäre ich vielleicht auch nicht unbedingt darauf gekommen, aber ich finde es toll, dass es Netflix gemacht hat. Und Netflix, das eben in dieses, diesen ganzen Netflix-Kosmos einmal reingeworfen hat, gesagt hat, wir schauen mal, wer das außer der Gehörlosen-Community noch anguckt. Auf jeden Fall unterstützenswert. Ja, total unterstützenswert. Und ein weiterer Grund, Netflix zu mögen, dass sie auch sowas machen. Ja, genau. Und es ist wirklich gut gemacht. Es ist nicht so dahingerotzt. Also es ist kein, wir schicken da mal einen Kameramann hin und gucken mal, was passiert, sondern es ist wirklich mit Budget und allem. Cool. Toll. Ja. Springen wir noch mal kurz zurück zum Film. Ja, es gibt noch ein paar Sachen, gibt es schon noch zu sagen. Ja, willst du loslegen? Wie ist das, wie gut kommst du damit klar, wie aus Todd dieses Gedicht im Unterricht, während des Unterrichts rausgeholt wird? Ich finde die Zähne schon ziemlich geil. Aber die ist mir inzwischen ein bisschen zu erzwungen. Du meinst, der Lehrer wendet zu viel Zwang an in dem Moment? Also es ist für den Zuhörer, es ist so, dass es die Szene gibt, in der alle Schüler ihre Gedichte vorlesen sollen, die sie geschrieben haben sollen bis zu diesem Tag. Todd hat sich gequält damit, dieses Gedicht zu schreiben, weil es ihm auch wichtig ist, das gut zu machen, aber auch vor anderen dann reden zu müssen, das vortragen zu müssen. Und dann sagt er, ich habe es nicht gemacht, damit er nicht vortragen muss. Und er hat es auch vorher zerrissen. Also er hat es wahrscheinlich auch wirklich nicht dabei. Ja, mehrere hat er zerrissen. Ja. Man sieht aus der Szene, wo er schreibt, wo er auch wirklich gute Anfänge hat, wo man merkt, er hat tatsächlich Poesie in sich drin. Und man eigentlich erahnen könnte, dass der Film das noch erzählt, dass er wirklich irgendwie da wirklich Zukunft drin sieht. Man merkt, dass das brodelt. Und dann hat er halt nichts. Und dann sagt Ketting halt, komm nach vorne und macht es mit ihm live. Vor der Klasse kitzelt er irgendwas aus ihm raus, was irgendwie nach Gesicht, ja genau. Das barbarische Yorb. Genau, lässt ihn Yorb rufen, das barbarische, also immer lauter Ruf, Ruf, damit er erstmal überhaupt auf ein Energielevel kommt. Und dann hält er ihm die Augen zu und dreht sich mit ihm irgendwie so im Kreis und versucht ihn davon abzulenken, dass die Schüler da sind. Und sagt, komm, was siehst du, wenn du die Augen zu machst? Und dann holt er es aus ihm raus. Aber es ist halt wirklich sehr viel, also ich, gut, ich hätte kein Problem damit, vor Schülern was zu erzählen, mein Gedicht vorzulesen oder was. Aber ich wäre zu überforscht gewesen. Ja. Es ist natürlich, die ganze Szene hat natürlich was Übergriffiges. Also auch Füßesübergriffig. Ich meine, er nimmt ihn nach vorne und hält ihm die Augen zu und dreht ihn dann. Ja, ja. Die Szene ist natürlich unfassbar pathetisch und gewaltig erzählt, weil es gibt dann diesen Moment, wo er zuerst versucht, irgendwas rauszustammeln. Dann erzählt er was von einer Decke. Die Wahrheit ist wie eine Decke und man kriegt immer kalte Füße und so und alle lachen. Und dann sagt, Keating nochmal nicht ablenken lassen, mach weiter, mach weiter. Und dann fängt er an, weiterzureden und dann gibt es diesen Moment, wo plötzlich alle schweigen und er wirklich einfach mal so ein Vers da raushaut. Ja. Und dann sind alle still und alle sind schockiert und begeistert. Es ist dieser klassische Moment in dem Film, wenn die Person mit der Fiepsstimme plötzlich aus vollem Halse Tenor singt. Ja, so. Die Sister-X-Szene. Ja. Und alle sind überrascht und diese Person natürlich am meisten. Ja, natürlich. Es passt eigentlich so in den Kontext von meiner Kritik an dem Film, dass er uns verführt und auch ein bisschen manipuliert mit diesem Pathos und diese Seiten darüber wegspielt dadurch. Weil der Pathos ist so stark in dieser Szene und er schafft es so erfolgreich zu sein, dass man dann denkt, okay, cool, super und gar nicht mitkriegt, dass hier eigentlich was stattgefunden hat, was vielleicht ein bisschen Grenzen überschritten hat. Ja, grenzwertig. Ja, wirklich. Und ja, ich hatte das letzte Mal, als ich gesagt habe, manipulativ, wollte ich so auf Keating schießen. Ich finde, Keating ist gar nicht so manipulativ, aber der Film ist unfassbar manipulativ, weil der Film uns natürlich genau sowas dann verkauft mit seinem Pathos und mit seinem Eifer und sagt, das ist richtig. Und so verkauft er uns auch die Art, wie Keating Gedichte liest und so verkauft er uns auch den Selbstmord und es ist, es gibt eine manipulative Ebene in diesem Film, die ich nicht mal den Protagonisten Keating anlassen würde, der ist ja tatsächlich ein guter Lehrer. Ja. Er schafft es ja wirklich, was bei den Schülern rauszukitzeln, er manipuliert sie nicht. Sie haben Interesse am Club der Toten Dichter, sie fragen ihn, was das war und sie sind davon angetan und er kriegt das natürlich mit und gibt ihnen dann noch was an die Hand, ein Buch, aber eigentlich ist es ihre Initiative. Es ist nicht so, dass sie ihm folgen wie so Lemminge, sondern sie sind wirklich selbstdenkend und er erzieht sie zum Selbstdenken. Aber der Film, der Film ist nicht so, der Film erzieht uns nicht zum Selbstdenken, sondern der Film verkauft uns was, der verkauft uns diese Ideale, ohne sie zu hinterfragen. Ja. Und er macht das toll. Er macht es wirklich gut. Ja, ja, ja. Aber nur mal ganz kurz abschließend zum Thema Romantik und warum es Romantik sein muss, ich glaube, dass es schon ganz gut ist, weil genau das das Thema der Schüler in dem Moment ist. Also, du kannst es mit Realisten oder mit anderen, also, die Realisten sind jetzt so der böse Gegenentwurf, das ist gar nicht so gemeint, egal was. Es gibt so tolle Realisten. Ja, aber ich glaube, das Thema des Films braucht ja eben die Romantiker, um überhaupt das erzählen zu können, was er erzählen will. Also, ich finde es schon eine gute Entscheidung. Die Literaturausfall von dem Film ist auch tatsächlich top-notch. Also, sie haben, bei den Romantikern gibt es viele, die echt ätzend waren und irgendwie so rückwärtsgewandt und schwelgend und nationalistisch bis hin zum Proto-Faschistischen und die spart er alle aus. Er nimmt wirklich die top englischen Dichter Farrow und Whitman und Frost, die irgendwie alle cool waren und die wirklich, also, es sind einfach mal geile Gedichte, die in dem Film gelesen werden. Und jeder einzelne von diesen Texten, die da zitiert werden, ist ein kleines Meisterwerk. Und eine gute Seite des Films motiviert, wirklich sich mit den Dichtern auseinanderzusetzen. Und ich kann es auch nur empfehlen, Whitman zu lesen. Whitman ist einfach mal ein toller Poet. Und Farrow und Frost sind auch tolle Poeten. Und die haben wahnsinnige Gedichte geschrieben. Und in dem Film kriegt man einen guten Eindruck davon, was sie geschrieben haben, was im Mittelpunkt ihres Denkens und Schaffens stand. Und das sind einfach tolle Texte. Und der Film hat wirklich gute Texte ausgewählt. Mein Lächeln friert so ein bisschen ein. Und ich versuche, nicken zu überzeugen davon, dass ich die ja natürlich alle gelesen habe. Und dass das alles bei mir die gleiche Begeisterung hervorgerufen hat. Und in Wahrheit habe ich nichts davon gelesen. Google ist dein Freund. Ich habe auch nochmal ein bisschen nachgelesen. Achso. Hattest du nicht mehr alles im Kopf, ja? Nein. Tatsächlich, um das dazu zu sagen, ich kenne mich mit der englischsprachigen Romantik auch wirklich nicht gut aus. Ich habe mich mit der deutschsprachigen Romantik im Studium ziemlich viel beschäftigt. Und festgestellt, dass ich die deutschsprachige Romantik ziemlich doof finde. Okay. Naja. Okay, ja, das war so eben eine Szene, diese Unterrichtsszene, die ich ein bisschen schwierig dann fand zum Angucken. Weil ich gedacht hätte, mich hätte es vollkommen überfordert, wenn mich jemand so übergriffig... Mich auch, ich hätte kein Wort rausgekriegt. Das funktioniert nicht. Ich hätte den Lehrer dafür auch gehasst, für den Rest meines Lebens. Ja, ja. Was ich auch seltsam finde, ist, dass im ganzen Schulalltag nur noch dieser eine Unterricht zu gelten scheint. Also es gibt nichts anderes mehr. Dein Unterricht ist völlig unwichtig. Keiner lernt mehr für andere Fächer. Sie werden alle durchfallen. Das ist die eigentliche Freundin des Films. Wir haben hier fünf Schüler, die alle ihren Abschluss nicht schaffen werden. Nox sitzt wegen versuchter Nötigung im Gefängnis. Nuwanda hat sich eine Tripper geholt. Was ich sehr süß finde, ist, dass sie in der Höhle sitzen und die beiden Mädels sind dann da. Ja, das ist schön. Und er geht auf sie eine zu und sagt, shall I compare thee to a summer's day? Habe ich mir gerade ausgedacht. Und zintiert halt schamlos Shakespeare, um seine eigenen Dinge nach vorne zu bringen. Charlie, tatsächlich, nochmal, Charlie ist einfach cool. Auch am Anfang, also beim ersten Treffen, als er sein Gedicht vorträgt mit dem Saxophon und dann über Chaos und dieses Dissonante spielt. Und dann bleibt sich wirklich gut Saxophon spielt. Ja, stimmt. Und alle sind auch überraschend. Begeistert. Von Charlie hätte ich gerne mehr gesehen. Ich hatte noch die Abschlussszene, die natürlich, all das, diese großartige, pathetische Inszenierung, dieses On-Point, das kulminiert natürlich in dieser Abschlussszene, die wahrscheinlich emotional mit zum Verführerischsten gehört, was das amerikanische Kino der 80er und darüber hinaus je zustande gebracht hat. Denn die Schüler da sitzen, Keating muss gehen, weil er eben wegen dem Selbstmord gefeuert wurde. Und er geht dann, muss dann noch einmal durch die Klasse, der Direktor unterrichtet jetzt Englisch. Er packt seine Sachen zusammen. Todd hat einen kurzen Ausbruch und sagt, wir wurden dazu gezwungen, das zu unterschreiben. Es tut mir leid, sie sind unschuldig, ich weiß es. Der Direktor sagt, hören Sie auf, wenn Sie noch eine Sache sagen, dann fliegen Sie von der Schule. Und dann bricht Todd komplett aus sich heraus, tritt auf den Tisch. Andehnung an eine Szene vorher, wo Keating gesagt hat, sie müssen auf den Tisch steigen, um eine neue Perspektive aufs Leben zu kriegen, auf die Welt zu kriegen. Er tritt auf den Tisch und sagt dieses, oh Captain, mein Captain, womit Keating angesprochen werden wollte, was ein Zitat von Whitman ist, ein Gedicht von Walt Whitman. Aber das ist eigentlich vollkommen egal, was er in diesem Moment sagt. Er hätte auch Carpe Diem sagen können oder sonst was. Und der Direktor schimpft und andere Schüler trauen sich auch und nicht nur die aus dem Club, sondern verschiedene Schüler und dann stehen die Hälfte. Ja, es ist Gott sei Dank nicht die ganze Klasse. Tatsächlich sollte im Originaldrehbuch stand, dass Cameron, die Ratte, auch auf den Tisch steigen sollte. Und der Darsteller von Cameron, Dylan Kussmann, hat dann gesagt, ey, das passt überhaupt nicht zu meiner Rolle, Leute, darf ich bitte sitzen bleiben? Sehr gut. Und dann meinte Peter Wehr, natürlich, du musst sitzen bleiben, du hast vollkommen recht, bleib sitzen. Ja. Aber ganz toll, ein Schüler tritt auf den Tisch. Nochmal, jetzt sind wir wieder bei diesen Kleinigkeiten. Das ist dasselbe mit dem Lateinlehrer. Es gibt einen Schüler, der gegen Keatings Stil rebelliert, immer wieder in so kleinen Szenen. Ich glaube, der kriegt nicht mal einen Namen. Und zwar ist das der Schüler, der einmal, als sie das Gedicht vortragen sollen, dieses The Cat was on a map, vorträgt, einfach nur, um so zu sagen, das ist doch scheiße, was du hier machst. Und dann Keating reagiert eigentlich relativ cool und sagt, naja, selbst auf dieser komischen XY-Geschichte hättest du eine Negativpunktzahl gekriegt, auf dieser Pritchett-Skala. Und die nochmal sagt, don't let your poems be ordinary. Genau, genau. Ja, auch ein guter Satz. Und der hat noch eine zweite Szene, wo sie Fußball spielen, da müssen sie, sollen sie aufs Tor schießen und dabei große Sachen heraussagen. Und da sagt er auch nur so, keine Lust. Ja. Und dieser Schüler tritt auch auf den Tisch und guckt Keating dann auch nochmal bewusst an. Und es wird einmal kurz ins Bild genommen, dass er auch auf den Tisch tritt. Das finde ich auch eine schöne Szene. Er hat auch den Rebellen überzeugt, der so rebellisch war, dass er sogar gegen Keating rebelliert hat. Den hat er auch überzeugt, auch wenn diese Person sonst überhaupt keine Rolle spielt. Aber schön, dass er auch diesen Moment kriegt. Ja. Ja. Krasse Szene. Krasse Szene. Also wirklich unglaublich. Und ganz viele Filme danach, die versucht haben, irgendwie so dieses heroische Ende hinzukriegen. Es ist, ja, einmalig in diesem Film. Ich kriege immer noch eine Gänsehaut, auch wenn ich den Film als manipulativ ansehe. In dem Moment hat er mich. Ja, total. Er hat mich gewonnen. Ja. Und dann auch die Musik, die einsetzt. Und es ist einfach groß. Ja. Viel mehr gibt es dazu nichts zu sagen. Ja, jetzt hast du den Selbstmord ein bisschen übersprungen. Oh, stimmt. Du wolltest über das Theater reden, weil das für dich auch so was Wichtiges ist. Also das Zentrales, ne? Ja, wirklich. Was unglaublich wichtig ist und zentral ist für mich, ist eben diese Liebe zum Theater. Und dieser Versuch von Neil irgendwie, seinem Vater gegenüber zu bestehen, aber er dann einfach an der Übermacht scheitert und es auch nicht schafft zu sagen, jetzt möchte ich aber doch nochmal meine Haltung dazu erzählen oder meine emotionale Beteiligung am Theater erklären oder sowas. Das kriegt er einfach dann nicht hin. und ich finde eben nicht, wie du sagst, dass irgendwie einem dann diese Rache-Fantasie irgendwie noch unterkommt, sondern für mich ist es wirklich einfach nur tragisch. Das war's. Und ich finde es wahnsinnig gut erzählt. Ja. Also auch hergeleitet und die Bilder sind wahnsinnig gut. Du weißt sofort, was los ist und du kriegst diese Vorbereitung mit und es ist nie billig gezeigt. Es ist immer, immer gut gemacht. Jedes Bild ist gut ausgesucht und es ist nicht, obwohl es relativ lang ist, dann erzählt ist, finde ich alles vom Timing her richtig gut erzählt. Und du ziehst mich immer nur weiter rein. Ja. Es ist wirklich auch eine tragische Geschichte, die da erzählt wird, weil dieser Neil Perry wirklich, man merkt, er versucht was zu bewegen und er will was bewegen und er wird ständig ausgebremst und alle seine Versuche und er versucht es ja wirklich, Schlangen ins Leere. Und ja, es gibt diesen Moment, wo er seinen Vater dann hintergeht, indem er den Brief schreibt, der ihm erlaubt, Theater zu spielen. Aber er versucht ihn auch zu konfrontieren. Er sagt, ich muss doch darüber reden können, was ich fühle. Ich muss dir doch sagen können, was ich fühle. Und der Vater schmettert ihn da so nieder, weil er irgendwie, er fragt sogar, was fühlst du? Aber er macht das auf eine solch einschüchternde Art und Weise, dass klar ist, in diesem Moment kannst du nicht sagen. Ja. Und ich finde, er spielt das den ganzen Film über so gut, diese Not und dieses Ich will unbedingt und diese Freude, als er es bekommen hat und diesen Brief dann schreibt, der hätte das auch ganz anders spielen können. Aber er hat immer Lust daran. Energie. Und so viel Energie. Und ich will in jeder Sekunde, dass er das schafft. Und deswegen ist der Tod so tragisch. Ja. Das ist wirklich hart. Ja, definitiv. Und ich erinnere mich halt dann einfach nur an mich als Jugendlicher, der wirklich devastated war von diesem Ende. Das ist auch, ja, auch diese Szenen dann, wenn sie wach werden, wenn Todd wach wird und seine Freunde ihm sagen, dass das, dass Neil sich umgebracht hat, dann geht er ja noch raus in den Schnee und übergibt sich. Und es ist einfach so ein Moment, wo wirklich die Tragik voll reinhaut, wo der Film einfach mal so das komplette melodramatische Programm abzieht, aber total überzeugend. Also, da will ich überhaupt nicht kleinreden. Das ist wirklich unfassbar bewegend. Auch im Theater, wenn er im Theater anfängt zu spielen und dann sieht er seinen Vater und dann verstummt er kurz für einen Moment. Man merkt, er muss sich jetzt sammeln, aber er schafft es dann trotzdem und er spielt wirklich gut. Er spielt richtig gut, ja, ganz toll und die Leute rasten auch aus am Ende, aber der Vater lässt sich davon nicht überzeugen. Also, es ist noch der Moment, wo ich noch als Zuschauer denken könnte, okay, jetzt sieht der Vater, der Sohn hat Erfolg auf der Bühne und der ist wirklich gut und so, da könnte man dem das ja erlauben. Ja. Aber nein, nein, keine Chance. Und das ist jetzt der Rückgriff zu dem Satz von dem Lateinlehrer. Es geht nämlich nicht darum festzustellen, dass man kein Shakespeare ist, sondern festzustellen, dass ich kein Shakespeare sein darf. Ja. Und das ist hart. Ja. Du darfst es nicht mal versuchen. Ja, genau. Ich sehe die Enttäuschung schon kommen, deswegen probiere es gar nicht erst und ich als dein Vater schütze dich davor mit maximalem Einsatz, indem ich dir eher die Flügel abschneide, bevor du versuchst zu fliegen. Ja. Ich werde gerade voll emotional. Ja, Robert John Lennart, toller Schauspieler und sein Gegenspieler, also Kurtwood Smith, der den Mr. Perry spielt, auch ein ganz großartiger Darsteller, einer der Schauspieler in dem Film, die bekannter waren schon damals, als er das gespielt hat. Ja. Es gibt von Kurtwood Smith eine Aussage, ein Interview, wo er sagt, er war auf der Premiere von dem Film und er sah eine Familie mit einem Vater, der seinen Sohn vom Gefühl her auch so eng hatte wie Mr. Perry Neal, der ihn auch sehr dominiert hat und der so ganz klar die Vaterfigur war und der Herrscher des Hauses und so weiter. Und Smith hat dann gemeint, und dann hat er gesehen, als die Familie nach dem Film aus dem Kino gegangen ist, dass der Vater geweint hat und dass ihn das bewegt hat. Oh, wow. Ja, es kann sein, dass der Film dann das verändert hat. Also mich hat er auf jeden Fall immer erwischt. Ich glaube, der Film hat das Potenzial und manipulativ ist so ein böses Wort, aber der Film propagiert gewisse Ideale. Aber er hat tatsächlich das Potenzial, mit diesen Idealen auch viel Gutes zu tun. Ich glaube, der Film hat auch viel Gutes getan für viele, viele, viele Jugendliche, die irgendwie auf einer Sinnsuche waren, die irgendwie auf einer Suche nach was waren, was sie begeistert, die nicht wussten, wo es hingehen soll im Leben. Ich glaube, der Film hat wirklich viel Gutes getan und ich bin definitiv einer davon, dem der Film Gutes getan hat. Ja. Und das werde ich ihm auch immer zugute halten. Ja, ich auch. Dafür wird er immer einen Platz in meinem Herzen haben. Ja, und das muss man erstmal schaffen, eine breite Masse mit Literatur, davon zu überzeugen, dass eine ganze Klasse Literatur begeistert wird, nur weil ein Lehrer einmal Shakespeare lustig vorliest, also mal überspitzt formuliert. Also, aber es spielt Ende der 50er, insofern ist es auch noch eine andere Zeit. Heute ist es vielleicht noch schwerer, mit Literatur zu begeistern, so. Aber ich war hin und weg. Was der Film auch geschafft hat, war, dass er tatsächlich Peter Weir auch in Amerika ins Auge der Öffentlichkeit gerückt hat, etwas stärker. Der ist eigentlich ein australischer Regisseur und sein größter Film davor war Picknick at Hanging Rock, Picknick am Valentinstag, so ein Mystery-Drama. Okay. Über das wir uns auch, glaube ich, schon mal unterhalten haben. Ich glaube, das haben wir sogar zusammen geschaut und vielleicht hast du keine Erinnerung mehr dran, wo eine Mädchenklasse einen Ausflug macht und dann verschwinden Mädchen und es fehlt die ganze Zeit so ein Mysterium über den ganzen Film. Ich glaube, wir haben den zusammen geguckt. Das klingt nach Hausu gerade. Das kann auch sein, dass ich den zusammen mit Maya geguckt habe, aber dann kann ich mir gut vorstellen, dass du auch dabei warst. Das stimmt vielleicht, ja. Aber wenn du mit Maya geguckt hast, dann müsstest du doch einen gnadenlosen Verriss im Vorhaben. Nee, ich glaube, Maya fand den auch gut. Echt? Ich glaube, und zwar so. Maya fand das gut, was du vorgeschlagen hast? Nein, nein, nein, nein, nein. Ich habe diesen Film nicht vorgeschlagen. Ach so. Ich habe den damals zum ersten Mal gesehen. Oh. Und ich glaube, Maya hat ihn vorgeschlagen. Aber es kann auch sein, dass Maya ihn vorgeschlagen hat und dann habe ich ihn allein geguckt oder dass Maya davon erzählt hat und dann habe ich ihn allein geguckt. Das kriege ich nicht mehr so ganz zusammen. Wir haben jetzt so oft über Maya beim Podcast geredet. Ich glaube, wir müssen Maya einfach mal einladen. Müssen wir auf jeden Fall. Okay. Also wenn ihr glaubt, dass Johannes und ich einen unterschiedlichen Filmgeschmack, kam, dann müsst ihr euch. Müssen wir Maya hören. Es gibt eine krassere Antipode. Definitiv. Und Maya lässt kein gutes Haar und die hat sehr viel Spaß daran, kein gutes Haar zu lassen. Okay. Und der Film hat es geschafft, dass Robin Williams auch endlich mal mehr für dramatische Rollen besetzt wurde. Der große Comedian, der davor mit Good Morning Vietnam eigentlich zum ersten Mal so ein bisschen tragischere Rolle gespielt hat, aber da trotzdem sein Comedy-Talent im Zentrum stand. Und das war eigentlich zusammen mit Club der Toten Dichte, der Beginn von einer ganzen Reihe von Filmen mal mehr, mal weniger gut in den Robin Williams zwischen Tragedy und Comedy spielen durfte. Und egal wie schwach der Film war, es gab auch schwächere Filme davon. Er hat das immer überzeugend gemacht. Es sind einige tolle Filme mit ihm entstanden und das ist wirklich gut, dass jemand, der ja so Mitte seiner Karriere, man denkt eigentlich, der hat seine Nische gefunden. Der ist ein Entertainer und jemand, der derbe Witze macht. Aber nein, kann der plötzlich nochmal ganz anderes auf der 180-Grad-Wendung da nochmal richtig gut. Also wirklich beeindruckend. Und ich glaube, das ist auch der Moment, wo mir Robin Williams tatsächlich erst so richtig mit, in seiner ganzen, in seinem ganzen Talent klar wurde. Also vorher habe ich ihn halt irgendwie nicht so. Man sieht das auch überhaupt nicht, wenn man seine Filme davor sieht. Und ich kenne fast keine von seinen Filmen davor. Dann sieht man wirklich einen Clown. Ja. Und das war er ja. Es waren ja auch nicht nur die Filme, sondern er war ja auch einfach mal Stand-Up. Ja, er hat ja getourt in Amerika. Das war sein größtes Feld, Betätigungsfeld überhaupt erst mal. Aber wenn man sich die ganzen Interviews anschaut, er ist einfach auch wahnsinnig, wahnsinnig schnell, wahnsinnig witzig, wahnsinnig, also wahnsinnig, wahnsinnig. Ich liebe es immer, ihn in so einem Live-Kontext zu sehen, weil dieser Mann so unglaublich gut improvisieren kann und so toll genau, wie du sagst, so schnell ist. Und immer alle Leute an die Wand spielt, weißt du, wenn wir so ein Interview und dann sitzen alle mit Mund offen daneben und denken sich, what the fuck, was passiert hier gerade? Welcher Hurricane geht gerade über uns hinab? Das ist schon krass. Ja, aber Filme wie Good Will Hunting oder König der Fichter oder Zeit des Erwachens wären wahrscheinlich ohne diesen Film nicht möglich gewesen, wenn Robin Williams wirklich in dramatischen Rollen einfach nur geglänzt hat. Schön. Okay. Bluer, sind wir durch mit diesem Film? Ich glaube, wir sind durch. Schön. Ich bin sehr froh, ihn wieder gesehen zu haben und mich zu erinnern an diese Sache. Vielen, vielen Dank für diesen Vorschlag. Vielen Dank. Tatsächlich kam es ja von dir so ein bisschen. Du hast gemeint, hey, den könnten wir doch noch mal gucken, als wir das letzte Mal die Liste gemacht haben. Danke, dass du das vorgeschlagen hast. Dass du mir vorgeschlagen hast, das vorzuschlagen. Ich bin auch sehr froh, drüber den gesehen zu haben. Ja, schön. Cool. Ja, dann machen wir jetzt eine Pause und dann geht es ab in die 30er. In die 30er, in die ganz andere Richtung. Stan and Ollie. Bis gleich. So, jetzt haben wir es wieder ploppt. Es läuft wieder. Wir sind zurück mit der Auflösung einer Urban Legend, weil wir haben gerade neuen Tee aufgekocht und Johannes hatte fast vergessen, den Teebeutel reinzumachen. Da meinte ich, Moment, gab es nicht sogar so eine Urban Legend? Die Geschichte des Tees, dass zufällig irgendwie was reingefallen ist bei den Briten? Und dass die vorher nur heißes Wasser getrunken haben? Dass sie nur heißes Wasser getrunken haben? Ich weiß ja nicht. Turns out, it's a Urban Legend. Das kommt von Asterix und Obelix. Ja, ich weiß. Aber es gibt tatsächlich die Legende aus China von einem Herrscher, den ich jetzt nicht, ich habe es gerade geschlossen, der vor 4000 Jahren im Garten Wasser gekocht hat und dann ist ein Blatt reingefallen, dann hat sich das Wasser gefärbt und dann hat er gesagt, aha, das klingt genauso, wie nicht glaubwürdig. Okay. Naja. Okay, in diesem Sinne aber Prost. Prost. Plur. Wir trinken immer schwarzen Tee, Bündingtee, Grünpack. Wie viel Werbung darf ich machen? Es gibt auch noch von Ikea den schwarzen Tee, der ist auch ganz toll. Hier könnte Ihre Tierwerbung stehen. Okay, wir kommen im zweiten Teil, wo es um Physical Comedy geht in einem Podcast. None|Ja. Wir hören uns in zwei Stunden wieder. Zwischendurch machen wir hier Ratschlag und Kopfstand. Physical Comedy verliert wahrscheinlich auch ziemlich viel von ihrem Humor, wenn sie erklärt und erzählt wird. Plur zündet gerade seinen Furz an. Das war der Roadrunner gerade noch. Wir müssen eigentlich nichts machen, außer hier einfach gegen Sachen zu klopfen, die hier rumhängen. Naja, gut. Bevor wir das ausweiten, kannst du die Melodie von Dick und Doof? Die habe ich bestimmt schon tausendmal gehört, aber ich wüsste sie jetzt tatsächlich nicht so gut. Das ist das Wiedererkennungsmerkmal von Dick und Doof gewesen, wenn wir jetzt schon auf Dick und Doof einsteigen. Nennen wir sie jetzt eigentlich Stan und Ollie, Laurel und Hardy, Dick und Doof? Ich finde, alle drei sollten in diesem Podcast gewürdigt werden. Der einzig wahre Bezeichnung ist natürlich Laurel und Hardy. Für mich waren sie immer Dick und Doof. Ich habe das auch wirklich nur als Kind geguckt. Ich habe ja schon gesagt, ich habe nie einen Feature-length-Film von denen gesehen. Immer nur die Shorts halt. Gut, dass du das mal jetzt gemacht hast. Oder Ausschnitte, keine Ahnung. Ausschnitte ist auch sehr wahrscheinlich, aber darüber reden wir gleich. Ja. Ich würde mal eine kleine Einführung geben. Oh, hier klingelt gleich der Tee. Einen Moment, bevor wir die Einführung machen, muss ich noch den Tee einmal vom Beutel befreien. Wenn ihr das jetzt sehen könnt, wie Johannes das gerade macht. Aber ich kann das nicht erklären, weil Physical Comedy einfach nicht funktioniert. Okay. Wie, und dafür kriege ich jetzt keinen Applaus, oder was? Danke. Danke, danke, danke. Gut. Leg mal los. Dann lege ich mal los. A Jump at Oxford. Der in Deutschland unter dem Titel Dick und Doof als Studenten erschienene Film aus dem Jahre 1940 unter der Regie von Alfred J. Golding hat mehrere Fassungen durchlaufen. Eigentlich war er ursprünglich als 40-minütige Featured geplant und ist als solche auch in amerikanischen Kinos gelaufen. Für den europäischen Markt kam zu der Zeit allerdings schon nur noch ein Langfilm in Frage, sodass sie dem Film eine recht unmotivierte 20-minütige Sequenz hinzufügten. Eine gekürzte Fassung von 20 Minuten erschien unter dem Titel Alter Ego später im Fernsehen. Scheinbar ließ sich ohne große Verluste im Verständnis der Geschichte einiges wegstreichen. Allerdings muss man sagen, es ist kaum zu merken. Nicht etwa, weil die Story so gut ergänzt wäre, sondern weil der ganze Film eigentlich aus einer Art Nummernprogramm bestand, wie sehr viele der Laura und Hardy Filme dieser Zeit. Der Hauptplot ist recht simpel erzählt. Laura und Hardy gehen an eine Uni und werden nicht gut aufgenommen. Der Rest ist Slapstick-Nummern der alten Schule für kurzweil, ohne dem Publikum zu große Denkleistungen abzuverlangen. Oder musstest du viel grübeln, Plor? Ja, ich bin kaum mitgekommen. Du hast ja Stichwort schon gesagt. Nur mal eine Revue. Ich habe tatsächlich gedacht, das ist der erste Feature-Like-Film von Laura und Hardy, den ich gesehen habe. Aber wenn die so aussehen, dann ist es vollkommen egal. Dann habe ich auch genug von Laura und Hardy gesehen, was ich selbst zu einem Feature-Like-Film zusammengestückeln könnte. Man muss schon sagen, dass der besonders zusammengestückelt ist, dieser Film. Es gibt schon auch noch andere. Way Out West, finde ich, ist noch ein bisschen stärker von dem Thema an sich bestimmt. Nämlich, dass es wirklich im Wilden Westen spielt oder so. Und dann gibt es eben eine bestimmte, schon eine Storyline, die sich durch den ganzen Film durchzieht. Während sich in diesem Film eigentlich keine Storyline den ganzen Film durchzieht, sondern ganz am Ende hast du dann halt irgendwie diese Geschichte mit der Uni. Aber eigentlich, naja. Und es gibt ja tatsächlich etwas, was so Chancen für einen Mainplot hätte. Ja. Und das nimmt genau die letzten fünf Minuten des Films ein. Und eigentlich den tollsten Plot überhaupt. Also inhaltlich für den Film hätte ich es total großartig gefunden, wenn sie die ganzen Filme darauf aufgebaut hätten. Da hätte man locker 30 Minuten draus machen können. Aber sie haben wirklich, also es geht um den Sinneswandel von Stan, der einen Schlag auf den Kopf kriegt und dann fortan Professor Paddington ist. Ein distinguierter, höchstgebildeter Uniprofessor. Und Olli arbeitet auch für den dann. Aber dieses Ding dauert tatsächlich genau fünf Minuten und dann kriegt der Lieder was auf den Kopf. Und es ist wirklich am Ende des Films. Ja. Also die ganze Vorgeschichte, die es eigentlich überhaupt nicht braucht, ist aber, finde ich, genau in dem Rahmen, für den ich Laurel und Hardy so liebe. Das war auch, also ich bin kein Experte für Laurel und Hardy, aber das war für mich so klassisch dick und doof, wie ich es auch in Erinnerung habe. Ja, ja. Und auch die Rollen so ganz klar, ganz klar markant dargestellt. Ja. So wie man sie halt einfach kennt. Was würdest du sagen, wofür stehen die beiden Figuren? Also nicht nur dick und doof, sondern schon ein bisschen differenzierter. Gibt es das? Geht das? Kann man das Differenzierte sagen oder ist es nur platt das? Willst du jetzt eine freudianische Deutung? Nein. Nein, aber ich meine, es gibt auch so Sachen, für die, die berühmt wurden. Also ich, ich habe, ich glaube, es war sogar unter dem Film auf YouTube das Zitat und das finde ich total toll und das ist doof, dass ich das jetzt als YouTube-Zitat zitieren muss, weil ich das als YouTube-Common-Zitat, weil ich das davor eigentlich schon gedacht habe, Stan und Olli sind eigentlich charakterisiert als zwei dumme Menschen, wovon der eine weiß, dass er dumm ist und der andere es nicht weiß. Ja, das ist schön. Beziehungsweise eigentlich muss man fast sagen, ist Stan, der immer als der Dumme dargestellt wird, wenigstens bauernschlau. Ja. Weißt du, der bringt eine Schleuer mit, die manchmal echt gut ist. Also er hat manchmal richtig gute Pläne, die aber dann irgendwie, weil Olli sich so als der Kopf der ganzen Sache sieht, einfach alles boykottiert und seinen eigenen Stiefel durchdrücken möchte. Ja, was für eine Beziehung haben diese Stan und Olli, sie sind halt tatsächlich, irgendwie hängen sie aneinander und Stan macht daraus auch keinen Hehl, aber Olli ist ständig genervt von Stan und Olli hat auch das Gefühl, dass Stan ihm ständig irgendwie das Leben schwer macht durch seine Tollpatschigkeit, die Olli auch hat, aber Stan dann doch nochmal ein gutes Stück mehr. Sie sind nicht besonders schlau und sie versuchen halt irgendwie durchzukommen. Ja. Und sie versuchen es zu reflektieren, dass sie nicht besonders schlau sind, vor allem in diesem Film. Ja. Indem sie dann irgendwann, während sie Müll von der Straße sammeln als Job, da sitzen und sagen irgendwie, hm, warum kommen wir nie nach oben? Warum kommen wir nie weiter im Leben? Woran liegt das? Ja. Und damit reflektieren sie im Grunde auch die ganzen Filme, die sie vorher gedreht haben, die so immer nach dem gleichen Schema laufen, wie Serien auch oft so sind, du bist am Ende des Films, am Anfang des Films. Genau. Und das wird knallhartwisch gezogen. Aber in diesem Film ist es ja tatsächlich so, dass das Ende des Films, sind sie glücklich darüber, dass sie am Anfang sind. Ja. Meine Erinnerung an alte Stan und Olli-Nummern ist eigentlich immer, dass es damit endet, dass Olli stinksauer ist und Stan hinterherläuft oder Stan halb verprügelt und dann geht's ins Black. Und das ist wirklich, wirklich selten gewesen. Das ist wirklich so mal ein Ende. Und die haben viele, die haben über 100 Filme zusammen gemacht. 107 Filme. Feature-length oder alles? Alles zusammen. Also so Kurzfilme, ich glaube 40 Kurzfilme. Oh Gott, ich hab das, glaube ich, irgendwo. Moment. Das schneiden wir raus. Aber ich kann's dir sagen, ja. Nein, ich kann's dir nicht sagen. Ausgleich nicht, das hab ich mir nicht rausgeschrieben. Mal kurz gucken, ob ich's schnell finde. Aber ich muss das sagen. Ja, du darfst es sagen. Ich sag's dir und du darfst es sagen. Keine Sorge. Das ist definitiv dein Job, weil du hast ja schon angesetzt. Jetzt will ich das drin lassen, dass wir das... Ah, du hast, ja. 34 Silent Shorts, 45 Sound Shorts und 27 Full-Length. 34 Silent Shorts. Sprich mir nachts. Also es waren wirklich 40, also 40 so oder ungefähr 40 Silent Shorts, 34 mit Gesprochene. Nein, du wirst das so verändern. Mano, Herr Floa. 34 Stummfilme, 45 Soundfilme und 27 Full-Length. 34, 45, 27. None|Shit. Moment, ich halte dir die Augen zu und dreh dich. Schau dir das Bild von Laurel und Hardy an. An welche Zahl denkst du? None|Oh Gott. Also es gab, also es gab 34 dieser Stummfilme, wo sie noch keine Stimme hatten und es war eigentlich relativ smooth für die, dann in den Tonfilme einzugehen, was für viele Stummfilm-Stars damals überhaupt nicht möglich war. Die hatten dann halt eine piepsige Stimme oder so, wie das halt bei Singing in the Rain angespielt wird. Und dann haben sie 45 dieser Talkies gemacht und dann gab es eben die Langfilme und das sind 27 Stück und das ist schon echt viel. Das ist schon krass. Und sie haben, das habe ich gelesen, ein Großteil ihrer Karriere, ihrer filmischen Karriere bei diesem, bei dieser Produktion von Hale Roach gemacht. Und mit dem hat sich Stan Laurel ziemlich verstritten. Und was irgendwie offensichtlich eine ziemlich krasse Geschichte war, weil Stan Laurel war ja der, der die Filme geschrieben hat, ja, und der Regie gemacht hat. Beziehungsweise der Kopf, der Kopf der Bande. Was sehr schön ist, weil im Film sind sie halt andersrum, ne? Und Hale Roach, der Produzent, wollte dann immer mehr Einfluss auf die Filme haben, was Stan Laurel überhaupt nicht gefallen hat. Und Stan Laurel hat dann auch kurzfristig aufgehört, da zu arbeiten. Hale Roach hat offensichtlich versucht, Olli anderen doof an die Seite zu stellen, was gar nicht funktioniert hat. Das hat nicht funktioniert, nee. Obwohl er es versucht hat. Also Stan zum Beispiel hätte es nicht versucht. Olli hat sich da so ein bisschen breitschlagen lassen auf den Versuch. Aber Stan war da immer strikt dagegen. Aber Olli war auch einfach nur Schauspieler, ne? Der war eigentlich der, der das umgesetzt hat, was ihm gesagt wurde. Muss man schon sagen, ja. Und der hat auch sich dann nicht so geschert drumherum, was es nun genau ist, weil er eher der Hedonist von den beiden war, ne? Der hat dann einfach gelebt gerne und war so Frauenheld. Ah ja. Ja, ja. Aber er wurde Babe genannt, weil er keinen Alt getrunkenen hat von seinen Highschool-Freunden. Ja, weil seine Frau hat dafür aber sehr viel getrunken und das war ein bisschen, ja, problematisch. Naja. Und Stan hat übrigens siebenmal geheiratet. Wow. Ja, aber nur vier Frauen, glaube ich. Siebenmal. Wie war die Reihenfolge? Seine erste Frau hat er einmal geheiratet, seine zweite Frau zweimal, seine dritte Frau dreimal und seine vierte Frau einmal. Moment, er hat in einer Fibonacci-Reihenfolge geheiratet. Das war Absicht. Bestimmt. Auf jeden Fall. Krass. Ja. Wo waren wir eigentlich? Oh mein Gott. Ja, wir waren bei den beiden, wie sie nicht clevere Künstler sind, die sich toll vom Stummfilm zum Tonfilm. Ja. Und vom Kurzfilm zum Feature-Length-Film gearbeitet haben. Was auch krass ist, aber diese Feature-Length-Filme, wie man das eben merkt, die sind halt zusammengestückelt aus Revue-Nummern im Grunde. Und das finde ich so wahnsinnig spannend daran und deswegen habe ich das auch als Kind so wahnsinnig geliebt, weil du im Grunde, du kannst aus jedem Film so fünf Minuten machen. Ja, definitiv. Das ist schon krass. Die funktionieren auch, diese einzelnen Nummer funktionieren komplett losgelöst von der Story. Egal, ob die beiden einen Bankräuber fangen, weil sie eine Bananenschal auswerfen, ob sie sich im Labyrinth verirren und dann verarscht werden und mit einem Gespenst irgendwelche Slapstick-Nummern machen oder ob sie bei einer Tinder-Party nackt auftreten, weil es heißt, ohne Dressing, es sind einfach Shorts, die aneinander gestückelt sind und es wirkt auch tatsächlich so, dieser Film ist ein Flickenteppich an kleinen Slapstick-Shorts. Und das ist aber auch spannend dann zu sehen, weil das hier die Tradition der Woodville-Nummern von damals ist. Weswegen der Übergang ja so spannend ist zum Film, dass du erstmal verstehst, ich nehme hier nicht nur einfach Slapstick-Nummern von der Bühne auf. Das, was Chaplin viel gemacht hat, was die ganze Tradition von damals Keystone und die Produktionsfirmen einfach propagiert haben und immer rausgehauen haben, einfach diese ganzen Slapstick-Nummern von der Bühne. Und dann auch noch, Laurel und Hardy haben das ganz viel gemacht, alte Nummern aus alten Filmen nochmal verwertet in einem neuen Film. Also es ist im Grunde ein Haufen Remakes von Ideen, die nochmal und da nochmal genutzt werden und dort nochmal genutzt werden. Das hat auch dazu beigetragen, dass es einen Wiedererkennungswert gibt. Das traut sich heute keiner mehr, weil alle immer denken, ich kann Plagiat und so und dann werde ich verklagt oder sowas. Aber das war Tradition damals. Ja. Was mir tatsächlich aufgefallen ist und ich weiß nicht, ob das tatsächlich sich so zieht durch die Filme von Stan Loren und Oliver Hardy, dass sie, sie haben nicht diese Epicness von Buster Keaton oder Charlie Chaplin, weil also so diese Dinger, dass Charlie Chaplin in einer riesigen Fabrik durch die Zahnräder gezogen wird und dass Buster Keaton an der Uhr hängt, das haben wir hier nicht. Hier haben wir ja wirklich sehr reduziertes Slapstick. Es wird nicht eine große Kulisse eingesetzt, sondern es sind wirklich die beiden und sie kloppen sich halt oder rutschen aus und fallen hin. Aber es ist nicht diese Epicness, würde ich sagen, die andere, die anderen Slapstick-Künstler haben, die ich kenne. Es gibt ein ganz tolles Zitat von damals, von jemandem, der es gesehen hat, Graham Greene. Ich weiß nicht, es steht nur Spectator dabei. Ich weiß nicht, ob er einfach wirklich nur da war und gesehen hat und dann in irgendeiner Zeitung gesagt hat, das ist meine folgende Meinung. Und zwar sagt er, Laurel und Hardy sind wieder da. Das ist eine erfreulichere Nachricht als jede frohe Botschaft, welche Zeitungen sonst verkünden. A Jump at Oxford gehört zu ihren besten Filmen, die nach Urteil mancher Lästermäuler erfreulicher sind als die von Chaplin. Ihre Klaunerien sind pure. Sie geben nicht vor, eine unverbesserliche Welt verbessern zu wollen. Und sie hatten nie den Ehrgeiz, auch noch den Hamlet zu spielen. Das stimmt wohl. Ja, also es stimmt, absolut. Und das finde ich auch toll, dass man sagt, okay, Chaplin in allen Ehren und ich liebe ihn sehr dafür, für diesen Anspruch, diesen höheren Anspruch. Aber wenn man ehrlich zu sich selbst ist, wie Laurel und Hardy das waren, zu sagen, wir machen eine ganz bestimmte Form von Unterhaltung und die ziehen wir durch und da geben wir das Beste rein, was wir können. Das ist total schön. Ehrliche Unterhaltung. Es fehlt genau, es fehlt auch dieses melancholische Moment, dieses tiefenpsychologische Moment, auch wenn Stan, der ja doch öfter mal sensibel ist, weint oder so. Das ist was komplett anderes als Charlie Chaplin in seinen sensiblen Momenten. Diese Melancholie des traurigen Clowns, die gibt es da überhaupt nicht. Es ist von Anfang bis Ende purer Spaß. Genau, ja. Es gibt keinen psychologischen Subtext, es gibt keine tiefen Interpretation, sondern das sind diese Nummern und es ist Physical Comedy und zwar auch Barebone, wirklich so mit Slapstick-Stöcken, die gegen Köpfe hauen. Und du darfst halt auch nicht danach fragen, welchen tieferen Sinn eine Einbettung von irgendeiner Nummer in diesem Film hat. Also du weißt, okay, die haben sich gedacht, jetzt sind wir schon hier in diesem Labyrinth, da können wir noch eine Nummer durch eine Hecke durch mit einem Arm noch im Dritten machen. Was ein Klassiker ist, weißt du? Und dann sind das halt so klassische Nummern, über die du dich einfach freust. Das finde ich schön. Man muss aber dazu sagen, dass ich über Laurel und Hardy nicht so weine wie bei Chaplin, aber auch tatsächlich am Ende nicht so sehr lache wie über Chaplin. Es ist schon so. Diese Extreme in beide Richtungen habe ich nicht. Ja. Oder wie geht es dir da? Ja, ich bin nicht der größte Slapstick-Fan. Sowieso nicht Slapstick-Fan. Ja, und es gab definitiv Momente in diesem Film auch, wo ich schmunzeln musste. Ja. Aber ein lautes Lachen ist es nicht. Und wenn ich zurückdenke an Chaplin-Sachen, die ich gesehen habe, die bringen mich auch eher zum Lachen. Und emotional ist es eine ganz andere Liga emotional. Ja. Ich finde es tatsächlich, beim Gucken hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, ach, schön putzig und ja, nett und ja, sweet und gleichzeitig dachte ich immer, es ist so, ich gucke das so aus so einer filmhistorischen Perspektive und da komme ich nicht raus und ich kann verstehen, dass damals drüber gelacht wurde. Aber ich kann mit diesem Film nicht den Spaß haben, den die Leute damals hatten oder den heute vielleicht jemand anderes hat. Und so geht es mir nicht mit allen Filmen, mit allen Komödien aus der Zeit. Es gibt durchaus Komödien aus der Zeit, die mich wirklich begeistern und wirklich zum Lachen bringen. Ja. Aber das sind eher so die psychologischen Sachen, wo die Komponente eben dann mit reinkommt. Wo ich dann das Gefühl habe, dass dieser Film das ganz kurz anreißt, dass er es könnte mit eben dem Stan Laurel, der dann irgendwie einmal auf den Kopf bekommt und dann wieder richtig schlau ist und dann einen Akzent aufsetzt, den er nur, also er hat nie in seinem Film vorher und nachher nicht anders gesprochen als der typische Stan Laurel. Und in diesem Film hat er sich diesen Akzent beigebracht. Das ist toll. Also wenn dieser Film etwas kann, dann zeigen, wow, Stan Laurel ist ein guter Schauspieler. Ja. Krass. Das ist unglaublich. Das ist geil. Mach mal was anderes. Ja. Also es ist tatsächlich, denke ich, ich hätte es total spannend gefunden. Gibt es das? Du bist eher der Experte. Gibt es eine ernste Rolle von Stan Laurel? Nee, oder? Nicht, dass ich wüsste. Der hat auch konsequent mit Hardy zusammen das Ding durchgezogen und dann haben die auch beide aufgehört. Ja. Also haben getourt und. Genau, die haben halt Theater gespielt, ganz viel, diese Sketche, also wirklich als auch Laurel und Hardy und die haben eben diese Filme gemacht und die haben zusammen eben diese 107 Filme gemacht und vorher hat Stan aber auch schon 50 Filme gemacht. Ja. Also 50 ist so eine krasse Nummer, aber das sind alles so Kurzfilme, die so 10 Minuten sind. Und Oliver Hardy hat vorher 250 Filme schon gemacht. Hardy war der Dicke. Ja. Der wurde tatsächlich als der Dicke besetzt. Das finde ich total krass. Sie haben, wenn sie irgendwie jemanden gebraucht haben, der böse ist und der sollte dick aussehen und streng sein, dann haben sie den besetzt und haben den halt neben irgendwelche lustigen Leute gestellt. Und sieben Jahre bevor sie als Paar wirklich zusammengearbeitet haben, sind sie auch zusammen in einem Film aufgetreten, wo Hardy eine Nebenrolle hatte und Stan der lustige Protagonist war und Hardy einmal der Böse sein durfte in einer Szene, der dann kurz kommt und den fiesen Dicken mimt. Und da haben die aber noch nicht so zueinander gefunden, die kannten sich dann irgendwie so, aber ja gut. Und dann haben sie dann irgendwann dieses Duo zusammengecastet. Das war ja im Grunde nicht, die beiden haben sich nicht klickt und wir müssen unbedingt zusammen. Kein Schicksal. Sondern es war wirklich so, du machst jetzt mit dem zusammen das Ding und das Ding hat dann halt funktioniert und dann haben sie weitergemacht. Und dann von Anfang an funktioniert und dann plötzlich kamen Filme nach Film. Und was witzig ist, diese Iconic Wardrobe, die sie dann haben mit den Melonen, die haben sie auch erst seit einem Film, der deutlich später gedreht wurde, wo sie Detektive spielen mussten und dafür so angezogen wurden. Und 1929, nee, da war der Wechsel zum Tonfilm. Also irgendwann mittendrin in ihrer Stummfilmzeit haben sie mal die Detektive gespielt und seitdem hatten sie auch diese Kostüme. davor war es bunt gemixt, mal dies, mal jenes. Und dann irgendwann gab es plötzlich diesen Iconic Wardrobe, den sie immer anhatten. Toll. Wie sich sowas entwickelt hat und wofür man dann so bekannt ist. Und man überhaupt nicht sagen kann, was, also ich werfe jetzt ganz viel an die Wand und mal gucken, was da hängen bleibt. So. Wie zum Beispiel eben das so, so Sachen wie Kopfkratzen von Stan, wenn der einfach, wenn es so doof und dann, das ist halt ikonisch dann. Oder der Blick von Oli. Der Blick. In die Kamera. Dieses Brechen der vierten Wand. Toll. Das ist super. Das ist ganz großartig, wenn das passiert. Und tatsächlich hat Stan oft die Kamera ein bisschen länger laufen lassen, um den Blick zu kriegen, weil Oli dann einfach gucken wollte, ist die Zähne jetzt vorbei? Wir sehen tatsächlich, offensichtlich sehen wir in manchen Filmen den wirklich genervten Oli, der am Ende eines Drehtags keinen Bock mehr hat und einfach guckt jetzt so, okay, können wir jetzt weiter machen? Gut, fertig, kann ich jetzt nach Hause? Geil, Mann. Und dann sind sie ja wirklich zusammengewachsen und ja, man kennt sie einfach nur als Duo. Also ich hab nichts gesehen von Stan oder Oli mal solo, obwohl es offensichtlich davor ja einiges am Material gibt, aber das ist, hab ich auch nicht gesehen. Keine Ahnung. Nicht relevant. Obwohl, das sollte ich vielleicht wirklich mal machen, mal reingucken, aber das hab ich halt bis jetzt nicht geschafft. Ist dir übrigens aufgefallen, dass Peter Cushing zu sehen ist? None|Nein, es ist nicht. Wirklich? Peter Cushing als Student. Fuck. Geil. Ganz früh, also er ist 26. Oh, großartig. Und läuft dann mit den Studenten mit. Fantastisch. Das ist total geil. Ich hätte fast Dracula gesagt, aber Peter Cushing war immer der Vampirjäger eher, oder? Ah, er war Frankenstein. Ich kann dir gar nicht genau sagen, was er alles gemacht hat. Ja, er hat hauptsächlich, also Cushing war der Van Helsing in den Hammer-Dracula-Filmen. Daher kenne ich ihn. Ich musste kurz überlegen, aber genau. Er war nicht der Dracula, sondern der Dracula war natürlich Christopher Lee und Peter Cushing war der Van Helsing, der ihn gejagt hat. Aber er hat auch Frankenstein gespielt und er war irgendwie in diesen Hammer-Horror-Filmen aus UK, war er Dauergast. Ja. Ja, geil. Schräg, aber es war nicht seine erste Rolle, oder? Oder eine seiner ersten Rollen wahrscheinlich? Ja, ich glaube, es war seine erste. Ich glaube, es war wirklich seine richtige erste. Also, wenn ich das jetzt richtig, ne, also, wer weiß. Okay, ich muss noch mal schauen. Und, ob mir sein Gesicht auffällt, weil ich kenne ihn natürlich nur in dieser markanten viktorianischen Gothic-Horror-Rolle. Genau, ja. Und jetzt so bei Jump at Oxford als lausiger Student, der zwei Idioten verarscht. Ja, genau. Also, irgendwo dazwischen auch. Also, er ist ja nicht der Hauptstudent, der dann kommt und sagt, sondern es ist auch wieder irgendwo in der dritten Reihe, weiß ich nicht genau. Die Dinner-Szene, die ist ja davor geschoben. Das sind wirklich die ersten 20 Minuten. Das ist übrigens ein Remake. Also, Remake? Diese Dinner-Szene hatten sie schon mal in einem anderen Film. Ein bisschen anders, ne? Aber es ist ein Remake von dieser Szene. Und dann haben sie aus einem anderen Film noch das Ende der Dinner-Szene genommen und haben das da mit reingebaut. Also, sie haben alles verwurstet nochmal neu. So wenig die zum Rest des Films passt. Am wenigsten von allem. Und war ja auch genau das, was sie aus dem 42-Minuten-Cut ursprünglich rausnehmen wollten. Das war die lustigste Szene. An der hatte ich am meisten Spaß. Ja, die fand ich auch toll. Ich fand das Cross-Dressing toll. Ja. Ich meine, ich bin ein schlichter Mensch. Ich fand das mit dem Salat-Without-Dressing großartig. Weil es wirklich unerwartet kam. Also, es wird dann natürlich ein bisschen vorbereitet, wenn er zu Olli sagt, ey, die wollen, dass ich mich ausziehe. Und Olli sagt, naja, mach, was dein Gastgeber dir sagt. Es ist toll. Es ist sauwitzig. Das war die lustigste Szene des Films. Von Anfang bis Ende. Ein blöder Wortwitz und ich liebe es. Ich liebe es. Without Dressing. Und die Szene funktioniert halt auch so gut, weil wir so ein tolles Spiel haben zwischen dem obrigkeitshörigen Olli, der das alles richtig machen will, weil sie echt Geld brauchen, Stan, der einfach nur orientierungslos durch die Gegend läuft. Weil er betrunken ist. Genau. Und zwar, weil ihm der Gastgeber vorher gesagt hat, er soll jetzt den Wein wegschaffen. Aber eben auf Englisch in einer Art und Weise, wo man auch verstehen könnte, du musst ihn vernichten im Sinne von trink ihn. Und dann diese distinguierte Partygesellschaft. Toll. Wunderschöne Szene. Genau. Beste Szene des Films, meiner Meinung nach. Passt überhaupt nicht zum Rest. None|Super. Ja, ist schön. Ja, und dann muss ich natürlich an manche mögen es heiß denken, weil im Grunde ist dieses Cross-Dressing auch zustande gekommen, weil sie einen Job brauchen. Und im Grunde, ja, danach gefragt wurde, ein Butler und eine Maid, die verheiratet sind, brauchen sie und dann musste er sich halt als Maid verkleiden. Und er drückt nicht doll drauf auf das Cross-Dressing, es wird halt gezeigt, es wird als Witz gezeigt natürlich, am Anfang, wenn sie dann kommen, aber das war es auch, okay, es rutscht dann sein Schlüpper rutschen runter. Nein, aber die Szene war gut. Ja. Wirklich. Wirklich schön. Spaß gemacht. Ja, und dann landen sie aber, dann werden sie wieder rausgeschmissen natürlich, weil alles schief geht. Und dann müssen sie den Müll aufsammeln. Und da kommt für mich auch so eine ganz typische Stan und Olli Sache, die ich einmal rausziehen möchte als ganz typisches Ding. Deswegen, die essen, die sitzen dann da und essen. Und zwar holt Stan erstmal die Brotscheiben raus und sortiert die neu und Olli hat dann erstmal nichts zwischen den Brotscheiben, weil er die irgendwie so sortiert hat, dass es nicht geht. Und holt dann ein Ei raus, gibt Olli ein Ei, haut das Ei an seinem Bein auf und erst wirft da Salz drüber und haut es dann an seinem Bein auf. Und Olli sieht das und haut sein Ei halt auch auf sein Bein und er hat aber ein rohes Ei erwischt. Und das ist so ganz typisches, ich baue eine Erwartungshaltung auf, nämlich, dass ich jetzt mein Ei schäle und auf der anderen Seite wird sie gebrochen, weil das Ei halt roh war in dem Fall. Und dieses Konzept zieht sich durch fast alle Gags dieser Ära. Du hast einen Aufbau auf der einen Seite und eine Auflösung auf der anderen Seite, die dieser Erwartung widerspricht. Und es ist so ganz, ganz klassisch und heute kann man es kaum noch mehr anschauen, weil man, weil es eh mal gemacht wurde. Man kennt es. Man kennt es so sehr, aber damals ist das halt so wirklich, die haben alle sich auf die Schenkel geklopft vor Lachen. Wenn sie heute sowas machen, dann funktioniert es nur noch, indem sie die Erwartung nochmal brechen, weil jeder sieht das und weiß, was passieren wird und dann muss was anderes passieren zur Überraschung. Oder indem sie besonders edgy sind. Ja. Das ist ja irgendwie so. Oder besonders brutal. Genau, das meine ich auch mal, auch mit edgy so. Der Slapstick-Film der letzten, keine Ahnung, 30, 40 Jahre. Floor, das ist ein netter Versuch. Okay, du referierst jetzt auf die letzten 30, 40 Jahre. Wollen wir da vielleicht eine Top 3 draus machen? Ach ja, komm, lass uns mal eine Top 3 Liste machen. Begeisterung. Yay. Oh je, oh ja. Unsere Liste. War das Slapstick? Was ist mit dem Slapstick los? Was ist mit dem Slapstick der letzten 30 Jahre los? Ja, das war halt wirklich, damals war das geil und dann irgendwann haben, naja, ich meine, irgendwann nutzt es sich halt ab und dann sagt der Film, komm, lass uns mal was anderes machen. Und gab es das in den letzten 40 Jahren? Unsere letzten 40 Jahre, als ich den, ich muss dazu sagen, als ich das vorgeschlagen habe, habe ich gedacht, naja, dann haben wir die 70er, die 80er, Moment, wir sind 2021, die letzten 40 Jahre sind nur bis zum 80er. Johannes hat zuerst die letzten 30 Jahre vorgeschlagen, das heißt, wir würden 1990 starten. Und das ist natürlich tödlich, weil es gibt nicht viel, es gibt wirklich nicht viel, wirklich gute Slapstick in, weil alles so verkauft ist. Viele gute Slapstick gibt es nicht, es gab tatsächlich so ein Slapstick Revival, habe ich das Gefühl. Ja, aber war das ein gutes? Nein, überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, ganz schrecklich. Also Scary Movie und so, die haben das halt gemacht. Genau, diese ganze Ecke und diese Stelzer-Filme, die es bis heute gibt, Disaster Movie und Teen Movie und Spartaner, es gibt diese ganzen, die eigentlich so als Poof-Movies angelegt sind, aber vor allem mit Physical Comedy-Punkten und Physical Comedy, die besonders stark auf Ekel und Krassheit setzt. Ja. In meiner Liste ist, ist, ist, ist was drin, was so ein bisschen Schuld daran ist an dieser Entwicklung, glaube ich. Oh, okay. Ähm, ja, aber genau, wir, wir reden über Physical Comedy, wollte Johannes, Top 3 Physical Comedy und ich dachte, oh mein Gott. Und dann sagt er die letzten 30 Jahre und ich dachte, oh Gott, oh Gott, oh Gott. Ja. Weil ich habe gesagt, ich bin kein Slapstick-Fan. Ja, dann haben wir es ausgeweitet, ausgeweitet auf die letzten 40 Jahre, was ja immerhin schon was ist. Und dann immer noch die Sachen rausfallen, die ich eigentlich gedacht habe, dass ich sie unterbringen könnte, weil ich einfach vergessen habe, wie lange das her ist und wie alt ich bin. Cartoons machen das heute immer noch tatsächlich. Das stimmt. Aber die zählen da nicht wirklich rein, weil Physical Comedy ist ja so geil, weil es reale Menschen machen, denen es passiert. Natürlich ist es krass, was bei Simpsons, South Park und Family Guy teilweise passiert, aber es ist was anderes. Ja. Weil wenn du zeichnest, kannst du das halt alles machen. Genau. Aber es ist einfach nochmal was anderes, wenn du die Gewalt auf den Darsteller loslässt. Ja. Und trotzdem habe ich hier fünf Dinger stehen. Du hast fünf Dinger stehen? Ich habe fünf Dinger da stehen, aber natürlich Honorable Mentions, die eigentlich, ich weiß nicht, so richtig in der Top-Liste gehören. Ich habe noch nicht mal drei Dinger da stehen. Also ich habe schnell noch irgendwas hinzugefügt jetzt gerade, aber eigentlich ist es ja nicht, es ist ja ... Dann kann ich vielleicht dein Gedächtnis so ein bisschen aufrichten. Ja, bitte. Also Anfang der 90er. Ja. Slapstick Comedy ist nicht das große Ding, aber es gab einen Slapstick-Film, den ich Anfang der 90er gesehen habe, den ich echt witzig fand, als Kind. Ja. Kevin Allein zu Haus. Ach. Das war der große Slapstick-Hit Anfang der 90er Jahre. Oh, das stimmt. Und der funktioniert auch tatsächlich so gut, weil wir das haben, was für Slapstick total wichtig ist. Wir brauchen ernste, düstere Leute, denen der Slapstick passiert. Ja. Und bei Kevin Allein zu Haus haben wir einfach mal zwei fantastische Darsteller. Macaulay Culkin ist auch toll. Aber die beiden Räuber sind wirklich toll. Wir haben Joe Pesci und Daniel Stern, die wirklich als ernste Räuber, vor allem Joe Pesci, als wütender, der sonst eigentlich immer die Gangster spielt in den Brutalo-Filmen und auch immer brutale Gangster spielt. Und hier ist er einfach nur mal einer, der die ganze Zeit auf den Kopf kriegt von zehnjährigen Jungen und sich darüber tierisch aufregt. Ich wünschte mir, ich hätte damals gewusst, dass Joe Pesci sonst diese Sachen Gangster spielt. Das war mir nicht so bewusst. Das ist großartig. Ja, aber man muss schon dazu sagen, dass vieles davon doch auch sehr platt geworden ist. Also, ne, das ist größtenteils Gewaltausübung. Definitiv. Verbrennungen. Weißt du nicht, wie viel denn gerade ist? Also, es ist schon wirklich hart. Und der steht auch am Anfang, so ein bisschen am Anfang von diesem Trend Slapstick brutaler werden zu lassen. Ja. Es wird dann noch krasser in den 90ern. Und Slapstick war auch in den 80ern und 70ern schon brutal. Also, bei Monty Python zum Beispiel. Ja, aber ich hätte Monty Python wahnsinnig gerne auf die Liste gesetzt. Aber verdammt nochmal, die wichtigen Sachen sind erst in den 70ern passiert und nicht in den 80ern. Und bei Monty Python war halt auch nie reiner Slapstick, weil Monty Python hatte immer diese absurde, skurrile Note. Du hast keine Ordnung für Menschen. Aber es gibt bei Monty Python zum Beispiel, völlig egal, welche Intellektualität da drüber liegt oder nicht drüber liegt, aber wenn du dir den Ministry of Silly Walks anschaust, ich meine, ist doch, also ich meine, was? Es ist halt pur Slapstick. Großartig. Das Tolle bei Monty Python ist halt, dass sie den Slapstick mit wirklich bizarren, fast schon Kafka-esken Geschichten gekreuzt haben. Oder den Fisch-Slapdance, wo einfach einer, da stehen zwei Menschen voreinander, der eine holt zwei kleine Fische aus seiner Hosentasche oder was, keine Ahnung, tanzt da irgendwie vor dem anderen rum und haut ihm die beiden Fische um die Ohren, dann hört sein Part auf, er steht wieder da und der andere holt einen riesigen Fisch raus, haut ihm den einmal gegen die Umge und der fällt halt in den Fluss nebenan. Und das war's. Mehr hast du nicht. Dass du keine Intellektuellen überbaust, das ist einfach nur Slapstick. Ich überlege gerade, ich glaube bei Monty Python mag ich tatsächlich eher die Wortwitze. Ich liebe den Parrot is Dead zum Beispiel. Ja, ja, Parrot. Da gibt's auch so ein bisschen Physical Comedy dazwischen, aber eigentlich lebt's vor allem vom Wortwitz. Das stimmt, ja. Und ich würde behaupten, bei Monty Python gefallen mir die Wortwitz-Sachen besser als die Slapstick-Sachen. Oh, vielleicht muss ich das auch einschränken. Der Kampf mit dem Schwarzen Ritter bei Biden and the Holy Grail, das ist auch irgendwie eine Form von brutaler Slapstick. Ja, aber da bin ich mir gar nicht so sicher, ob ich den so sehr mag. Irgendwie finde ich die grundsätzliche Idee irgendwie geil, aber irgendwie, ich weiß nicht. Ja, oder es gibt eine ganz tolle Szene, ich weiß gar nicht, wo das herkommt. Ich könnte, könnte not the five o'clock news, nee, wie hießen die? Ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls, Hugh Laurie als Polizist steht da, guckt ganz ernst, wirft dann plötzlich seine Beine und Gliedmaßen von sich in alle Richtungen, irgendwelche verqueren Bewegungen, steht wieder ganz ruhig da und sagt, it's mostly like work this job. Der weiße, es ist halt, das ist wirklich schräg. Aber das ist alles so 70er, glaube ich. Ich weiß nicht genau, ob das jetzt auch in den 70ern war oder schon in den 80ern. Das ist wahrscheinlich 80er, aber ich weiß, Hugh Laurie kenne ich mich nicht auch. Aber es gibt ganz viele Sachen, ne, Stephen Fry und Hugh Laurie, die haben ganz, ganz viele, ganz großartige Slapstick und auch intellektuelle Sachen, die ich ganz großartig finde. Soll ich jetzt meine Nummer drei sagen, nachdem ich noch eine Mention hatte? Also, es gab zwei großen Namen, glaube ich, in den 90ern, die für einen Slapstick-Trend in der Mitte der 90er gesorgt haben. Und das sind zum einen die Farrelly-Brüder mit Filmen wie Verrückt nach Mary. Ah. Und auf der Hinter-der-Kamera-Seite und auf der Vor-der-Kamera-Seite ganz klar Jim Carrey. Ja, definitiv. Und die beiden zusammen ist natürlich eine Traumpaarung. Und das gibt es auch. Dumm und Dümmer aus dem Jahre. Oh, Dumm und Dümmer ist mir in der Recherche auch umgekommen. Und ich habe gedacht, naja, nein. Und ich habe diesen Film vor allem in der Liste, weil er eben eine Kombination ist von den Farrelly-Brüdern, die wirklich diesen edgy Slapstick-Humor gemacht haben. Ja. Und eigentlich ist aber der bessere Film von den Farrelly-Brüdern ist Verrückt nach Mary. Ja. Der aber auch so total edgy ist. Wo wir sehen, wie ein Hoden eingeklemmt wird und total dick anschwillt. Aber genau, das sind die großen Namen für mich, was 90er Jahre, Mitte 90er Jahre Slapstick betrifft. Und Dumm und Dümmer ist ein guter Film. Okay. Der ist ein total blöder Film. Der ist, wie der Titel schon sagt. Aber das ist auch nicht dümmer als dick und doof. Ja. Und es funktioniert auf andere Art, weil wir hier keine ernsten Typen haben, denen wirklich die ganze Scheiße passiert. Aber es sind so, ja, es ist die 90er-Variante davon, weil wahrscheinlich waren genau die 90er so, die Dummheit der 90er war wie Jim Carrey und Jeff Daniels, der übrigens krass, seltsamerweise als Komiker funktioniert in diesem Film. Ja, das kann der auch. Also das kriegt ja schon auch gut hin. Aber ja, der große Unterschied zwischen dick und doof und dumm und dümmer ist halt, zu dem einen trinkt man Tee und dann zu dem anderen Bier. Ja, genau. Das trifft es ganz gut. Definitiv. Okay, aber du hast einen meiner wichtigsten Slapstick-Menschen der letzten Jahrzehnte vergessen. Mr. Bean. Oh ja. Ron Atkinson ist für mich, für diese Zeit, der große, sogar vor Jim Carrey. Obwohl Jim Carrey Slapstick-mäßig wirklich der absolute Hammer ist, total krass ist. Aber Mr. Bean hat für mich sehr viel Tiefe immer mitgebracht, obwohl das sehr Slapstick-lastig ist und man irgendwie gar nicht so viel, aber der hat irgendwie immer eine Tragik mit drin gehabt, die ich wirklich sehr schön fand und immer sehr spannend und deswegen auch in meiner Liste gelandet ist. Blöderweise nicht auf Platz drei. Verdammt. Ich vergebe keine Plätze in dieser Runde. Mr. Bean. Mr. Bean, und zwar in jedem Film. Ich fand ja tatsächlich Roman Atkinson auch nicht als Slapstick-Darsteller, sondern als Der hat auch gute Sachen so gemacht, ja. Als Black-Comedy-Typen. Obwohl das auch, also Blackadder ist ja nun auch tiefstes Slapstick, aber eben auch intellektueller, kopflastiger Humor. Ja. Das ist eine gute Kombi. Ich hab's nicht als Slapstick-Ding in Erinnerung, sondern eher als wirklich schwarzhumorige Sitcom. Stimmt, die haben so viel Slapstick, es ist nicht. Ja. Okay. Also Mr. Bean ist, aber total natürlich, das ist der Slapstick-Typ, der das Erbe von den klassischen Slapstick-Leuten auch weitergetragen hat und auch weiterentwickelt hat. Ja, und der auch ganz eindeutig diese alten Meister als Vorbilder deklariert, also der wirklich sagt, Chaplin und Buster Keaton, das sind so seine großen Vorbilder. Das sieht man auch, weil er hat auch diese Ernsthaftigkeit, die das so schön konterkariert, wenn die ganze Welt brennt. Ja. Und er versucht immer seine Würde zu bewahren, genau das macht es so großartig. Ja. Ja. Und die Serie noch mehr als die Filme an sich. Die Filme waren teilweise ein bisschen draufgedrückt, also waren mir zu viel teilweise. Ich glaube, ich habe keinen Mr. Bean-Film gesehen. Ah, okay. Wahrscheinlich, es gibt wahrscheinlich irgendwas, was sich mir streut, wenn ich daran denke, Slapstick in Feature-Length zu sehen und dann habe ich halt die Sketche. Ja, wenn du sowieso nicht der große Fan von Slapstick bist, aber ja. Mein Platz Nummer zwei steht Anfang der 90er und ist auch meine letzte, ist die letzte Komödie in dieser Liste. Ich habe nämlich auf Platz eins was gefunden, was keine Komödie ist. Slapstick ohne Komödie? Ja, mein Platz zwei ist aber, wir waren bei Ernsthaftigkeit. Slapstick funktioniert am besten, wenn man es mit wirklich knallharter Ernsthaftigkeit kombiniert. Und meiner Meinung nach hat das in den letzten 40 Jahren niemand besser hingekriegt als Leslie Nielsen. Ja. Und ich habe auf Platz zwei die nackte Kanone. Ja. Da ist viel, viel Tolles drin, auf jeden Fall. Erster, seriöser Blick, ein Cop, der nur seine Arbeit macht. Und dabei zufällig an dem Penis einer Statue hängt, wenn er dann nach oben wiegt. Also Slapstick hat halt auch in den letzten Jahrzehnten diese Komponente der Unterhosen-Variante stark zugenommen und da bin ich immer nicht ganz so, weiß ich nicht. Das ist mir dann irgendwie zu, da kann ich nicht mehr den Tee trinken, den ich trinken möchte. Aber pass auf, wenn man zu dick und doof Tee trinkt, zu dumm und dümmer Bier, was trinkt man zur nackten Kanone? Alkopops. Alkopops. Nein, dem würde ich widersprechen. Ich glaube, man trinkt so einen riesigen Cocktail, der aussieht wie ein Urwald. Okay. Es gibt, glaube ich, sogar so eine Szene, wo er genau sowas bestellt. Okay. Nein, es stimmt, also Leslie Nielsen hat schon wirklich tolle Sachen, tolle Momente drin. Vor allem auch, tatsächlich ist geschafft, diese ganzen alten Konzepte, nach denen Physikal Comedy funktioniert, Dinge sind zu groß, als sie sein dürften, Dinge sind an der falschen Stelle, Dinge verschwinden ganz plötzlich aus dem Bild, wie zum Beispiel, ich weiß nicht, ist es bei ihm irgendwo in einem Gerichtsraum, dass er sich hinsetzt und beim Hinsetzen einfach hinter diese Wand verschwindet, die da noch ist. Und es rumpelt einmal und es ist einfach nur danach wieder still und irgendwie, also Leute, die plötzlich verschwinden oder plötzlich auftauchen, es sind einfach ganz klassische Muster für solche Dinge und die hat er da stark mit untergebracht. Wie Steve Martin. Ja. Auch ganz viel. Das Tolle an Leslie Nielsen ist natürlich auch, dass er einfach auch in die Kategorie Feld erlebte einen zweiten Frühling als Comedy-Darsteller, weil der hat 30 Jahre lang ernste Rollen gespielt und in Katastrophenfilmen und in Kopffilmen und in Science-Fiction-Filmen und dann, als er eine Nebenrolle hatte nur in der unglaublichen Reise in einem verrückten Flugzeug von Sucker Abraham, da hat er wirklich nur eine ganz kleine Rolle als dieser Arzt, der sich total bekloppt behält, aber da wurde er entdeckt und das Publikum hat ihn geliebt und dann durfte er diese Nackte-Kanone-Serie spielen und dann den Nackte-Kanone-Filmen und dann durfte er mit Mel Brooks zusammenarbeiten und war plötzlich ein reiner Comedy-Darsteller, nachdem er 30 Jahre lang einfach nur ernsthafte Rollen gespielt hat, ohne groß aufzufallen. Jetzt eine ganz schlechte Liste jetzt gerade, weil ich jetzt nur noch frei assoziiere. Ich komme jetzt an Mel Brooks natürlich nicht vorbei. Oh, Mel Brooks. Aber auch wieder die Frage, ist es Slapstick, was Mel Brooks macht? Frühling für Hitler, ich weiß nicht, da ist viel Slapstick dabei. Ja, Frühling für Hitler ist nicht die letzten 40 Jahre. Beim besten Willen nicht, das sind nicht mal die letzten 50 Jahre. Aber das Remake. Ach, fuck, okay. Ja, das Remake auf jeden Fall. Also es heißt auch nicht Frühling für Hitler, das heißt ja The Producers. Ja. Genau, aber da ist viel Slapstick dabei, auch bei der neuen. Mel Brooks hat in den 70ern total viel Slapstick gemacht. Also wir hatten ja, wenn ihr es hören wollt, wenn ihr was über Mel Brooks hören wollt, müsst ihr in unsere Blazing Settles-Episode reinhören. Du weißt wahrscheinlich auch nicht, was im Kopf welche Nummer das ist. Drei oder vier, drei, drei. Eine relativ frühe Episode. Aber danach so, er hat dann ja irgendwann wirklich so stark auf diese Parodiefilme gesetzt, so nach Spaceballs. Und da, ja, da gibt es natürlich auch Slapstick, ja, das stimmt schon. Aber die sind vor allem witzig, wegen der Referenzen und wegen der Verballhornung von anderen Titeln. Es gibt diesen Film The World's End, glaube ich. Mit, weiß ich das, Simon Peck oder wie heißt der? Ja, The World's End, wo sie durch die Kneipen gehen. Ja, genau. The Golden Mile machen einmal und alle Kneipen durchgehen wollen. Da ist wahnsinnig viel Slapstick dabei, was ich ziemlich geil finde. Und Visual Comedy im Sinne von, dass auch ein Schnitt, das Konzept eines Cutters auch in Slapstick ausarten kann. Weil du hast dann ganz knappe Bilder, die aneinandergereiht werden, ganz klare Geräusche wie ein Bier einschenken, Geräusch gegen Schlürfen und Glas auf dem Tisch. Weißt du, das irgendwie kann Schnitt auch Slapstick. Ja, definitiv. Das finde ich spannend. Simon Peck und Nick Frost unter der Regie von Edgar Wright. Genau. Dieser Zombie-Film, da gab es ja drei Filme, so diesen Zombie-Film, Shaun of the Dead. Ah, ja, ja. Und den Hot Fuzz, diesen Cop-Film. Stimmt. Und dann The World's End. Und die waren alle, ja, die hatten alle einen großen, großen Slapstick-Anteil. Ja. Und das ist, finde ich eben spannend, auch wegen, weil in diesen Filmen mir das so aufgefallen ist, dass der Schnitt viel mehr kann, als ich dachte, was so Slapstick betrifft. Weil das eigentlich irgendwie Physical Comedy ist, aber nur durch den Schnitt erstellt. Und das finde ich beeindruckend. Jetzt ist mir tatsächlich noch ein Name eingefallen, den ich überhaupt nicht auf der Liste habe. Aber ein Schauspieler, den ich wirklich gerne mag und der eigentlich total kleine Jungsfilm macht, Seth Rogen. Und der hat auch immer diese Physical-Comedy-Elemente drin, aber nicht nur, weil es bei ihm halt auch ganz viel ums Kiffen geht und ums Rumhängen zusammen. Aber vor allem, also Neighbors fand ich total gut. Ich weiß, kurz überlegen, wie der auf Deutsch heißt. Nachbarn? Bad Neighbors heißt der auf Deutsch. Und This is the End, wo er einmal so die kompletten, wo er einmal halb Hollywood eingeladen hat, in einem riesigen Haus zu feiern. Und dann geht die Welt unter drumherum. Und Emma Watson ist dabei und die ganzen Typen, mit denen er immer zusammentritt. James Franco und Jonah Hill und Michael Cera, der sonst immer den lieben, netten, jungen Typ spielt. Okay. Und der ist dann aber total verkokst und sie sind halt so die hedonistische Hollywood-Bande, die einfach nur feiert und total dekadent lebt. Und dann geht die Welt unter und sie landen nach und nach in der Hölle. Geil. Und Emma Watson klaut ihnen dann ihr letztes Bier oder so und haut ab. Okay, cool. Das weiß ich nicht. Das habe ich nicht gesehen. Aber ich weiß auch nicht mal, ich glaube, das fällt nicht so 100 Prozent in den Bereich von Slapstick. Aber es ist ein toller Film. Am Schluss tanzen sie zu den Backstreet-Boys im Himmel. Okay. Backstreet's back. All right. Das zweite Mal, dass ich in dieser Episode singe. Wow. Ich verspreche euch das letzte Mal. Sag nichts, was du nicht halten kannst. Versprich nichts, was du nicht halten kannst. So geht das. Wir sind in dieser Liste etwas merkwürdig hin und her gesprungen. Hast du eine Nummer eins? Ähm, Moment, da muss ich nochmal kurz. Ja, natürlich. Ich habe eine Nummer eins. Du hast eine Nummer eins. Sehr schön. Mr. Bean. Nein, ähm, die Dinger sind austauschbar. Äh, The Grinch. Jim Carrey. Jim Carrey in The Grinch. The Grinch ist einfach unglaublich. Ich, ich, oh, es ist, es spricht mir nicht nur aus dem Herzen. Ich bin The Grinch, aber, äh. Du bist The Grinch? Ja, ich bin ein ziemlicher Grinch. Weihnachtstechnisch? Ja. Oh, ist das traurig. Das hätte ich nicht von ihr gedacht. Wirklich? Du guckst so. Ich bin schockiert. Nein, wirklich? Ich liebe Weihnachten. Was? Weihnachten ist das Geilste. Nein, Weihnachten ist kommerzieller Scheiß. Es gibt Geschenke, es gibt riesigen Baum, es gibt Party. Es ist furchtbar. Es gibt leckeres Essen. Nein. Wie kannst du Weihnachten nicht mögen? Das kann doch nicht sein. Du bist der Grinch. Oh mein Gott. Du bist der Letzte, den ich als Weihnachtsgrinch gedacht hätte. Mann, man steht unterm Baum und singt Weihnachtslieder und, und packt Geschenke aus und dann gibt's ein Festessen und man stoppt viel zu viele Kekse in sich rein. Ja, genau. Christmas! The Who's in Whoville. Nein. Nein, ich finde Weihnachten hat keinen guten Einfluss auf die Menschen gehabt über die Jahre. Okay, und ich will auch einfach nur geliebt werden. Der Grinch ist eigentlich ja, eigentlich mag der Grinch ja Weihnachten, aber er gehört halt nicht dazu und deswegen. Ich hab extra schon eine Karte gebastelt für die Weihnachtsparty dieses Jahr. Oh nein. Für meinen liebsten Podcastpartner. Wenn man sie hochklappt, kommt ein Wichtel raus und winkt. Hallo, dein liebster Podcast? Ich bin dein einziger Podcastpartner. Das erklärt einiges. Oh Mann, du kriegst das nächste Mal sowas von Weihnachtsfilm aufs Auge getrückt. Oh nein. Gibt's ja nicht. Nein, ich find Weihnachten oft so geheuchelt. Also es ist nicht so, dass es aus meiner eigenen Erfahrung in meiner Familie kommen würde. Das stimmt nicht, weil ich eine gute, ich hab wirklich immer das Glück, dass Weihnachten in der Familie einigermaßen dort bleibt, wo es hingehört. Aber ich seh das viel zu sehr in dieser Welt, dass da viel zu viel kapitalistischer Scheiß betrieben wird, den ich einfach überhaupt nicht abkann und irgendwie überfordert mich das auch emotional. Das ist irgendwie, ich weiß nicht. Oh, ich weiß, was wir für mich hast. Wir gucken das nächste Mal. Ich mag diesen Blick nicht. Ich hab einen tollen Film für dich. Oh Gott. Ich hab Angst. Den Weihnachtsfilm überhaupt. Nein, jedenfalls die Slapstick bei The Grinch ist einfach unglaublich geil. Und Jim Carrey ist echt gut. Also man, die Filme sind teilweise dumm, die er gedreht hat. Also gerade in den 90ern, so in seiner Hochzeit. Aber er hat's voll drauf. Ja, und die Maske ist natürlich auch riesig, was den Slapstick betrifft bei ihm. Also Wahnsinn. Aber das wird natürlich durch die Special Effects nochmal unterstützt. Aber beim Grinch ist es einfach wirklich pur er, der das wirklich einfach hinkriegt. Die Maske ist halt auch geil, weil es so ein bisschen zeigt, wie man Slapstick erweitern kann. Weil es ist natürlich auch viel, was Carrey macht in diesem Film. Und dann wird es so sehr natürlich erweitert. Das ist krass. Mein liebster Carrey-Film, also reiner Carrey-Film, nicht seine ernsten Rollen später. Also natürlich ist Truman Show total cool, aber das ist kein Carrey-Film. Ja. Tatsächlich fand ich Liar Liar, der Dummschwätzer, fand ich total toll. Stimmt. Weil der so herzallerliebst ist und trotzdem diese derben Slapstick-Momente hat. Ja. Und sonst war mir Carrey oft zu, dann doch nicht zu derb. Ich meine, ich hab verrückt nach Mary drin, aber zu viele Krimassen. Zu drüber. Und ja, zu viele Krimassen und zu wenig emotionales Gegengewicht. Und beim Grinch hat er das natürlich auch das emotionale Gegengewicht. Ja, genau. Und das finde ich eben auch wichtig. Wegen Weihnachten, weil das einfach schön ist und jeder liebt Weihnachten. Ich geh mir gleich den Mund auswaschen. Okay, nach diesem Schock. Hopp, du kommst gar nicht mehr klar. Meine Nummer eins. Ist keine Komödie. Meine Nummer eins ist Evil Dead 2. Was? Von Sam Raimi, über den wir, glaube ich, schon mal gesprochen haben. Ja, der Name kommt mir inzwischen bekannt vor. Sam Raimi, Tanz der Teufel, war der große Horrorfilm mit Low Budget, der so einen Kultstatus erlangt hat. Mhm. Und der ernst gemeint war, zum größten Teil, aber einfach teilweise ziemlich goofy geworden ist, weil das Geld nicht da war und weil die Darsteller nicht so gut waren. Und dann hat Sam Raimi eine Fortsetzung gedreht, die eigentlich eher ein Remake ist. Okay. Und hat einfach noch mal denselben Darsteller genommen und hat den Anfang, also das, was in Teil 1 passiert, noch mal in den Film gepackt und zwar innerhalb von fünf Minuten abgehandelt. Und die restliche Zeit, es ist einfach nur ein Slapstick-Feuerwerk, wie er gegen Dämonen kämpft, die ihm versuchen, die Augen auszupiksen und die mit Beilen nach ihm schlagen. Und seine Freundin, die mittlerweile eine Art besessener Zombie-Hexe, irgendwas ist, jagt ihn und sein Kopf verdreht sich. Und es ist die wundervollste Kombination von Slapstick-Comedy und Splatter-Horror, die man sich vorstellen kann. Und es ist einfach mal einer der besten Horror-Komödien aller Zeiten. Bist du sicher, dass du die Definition von Slapstick durchdrummeln hast? Du musst diesen Film sehen. Ich weiß noch nicht, ob ich dir zuerst Weihnachten vorsehe oder Evil 2. Er ist sauwitzig. Und er ist natürlich auch ordentlich brutal. Und er ist aber nicht richtig düster. Es ist eine Horror-Komödie, ganz klar. Und der Nachfolger, Armedia Finsternis, genauso. Und der Hauptdarsteller in diesem Film ist einfach mal perfekt. Also der Protagonist, Ash, wird gespielt von Bruce Campbell. Und das ist nicht ein guter Darsteller. Aber er ist echt gut, was Physical Comedy betrifft. Und was Fratzen betrifft in Verbindung mit Physical Comedy. Und toller Film. Jeder Slapstick-Liebhaber sollte diesen Film gesehen haben. Okay. Ja. Gut. Wollen wir dann irgendwie zurückfinden von Horror-Slapstick zu richtigem, echten, ursprünglichen Slapstick? Das Original. Das Original. Obwohl natürlich das auch nicht stimmt. Ich meine, alles kommt von irgendwoher. Und auch die haben nur ihre Sachen ausgeliehen aus anderen Generationen von Komikern. Und Stan und Ollie sind mit ihrem Slapstick groß geworden, als Charlie Chaplin schon groß war mit seinem Slapstick. Und Buster Keaton auch, ne? Ja. Nicht so parallel, sondern... Chaplin war schon vorher ne Nummer. Ja, das stimmt. Chaplin war vorher ne Nummer. Chaplin hat ja schon 1909 oder sieben oder elf, ich weiß nicht mehr genau, aber um die Zeit seiner ersten Erfolge gefeiert und dann große Hochzeit in den Zwanzigern gehabt. Und dann Lauren Hardy waren ja erst in den... Dreißigern. Dreißigern. Obwohl, die haben auch in den Zwanzigern angefangen, aber in den Dreißigern, Vierzigern waren dann die... die großen... Ja. Großen Filme. Ähm, Funfact. Äh, bevor er zum Film kam, hat Stan Laurel als Tramp Imposter... Äh, Imposter. Als Tramp Impersonator... Wie krass. Erfolg gehabt. Das wusste ich gar nicht. Also nicht Erfolg gehabt. Er war Tramp Impersonator. Okay. Er hatte auch offensichtlich mal... Irgendwie haben sich seine und Chaplins Wege gekreuzt und in wirklich jungen Jahren. Ja. Aber Chaplin wurde erfolgreich und er erst eher nicht. Okay. Und ja, hat sich halt so durchgeschlagen. Und genau, Tramp Impersonator war eine Sache davon irgendwie. Ich glaub, frühe Zwanziger, aber ich krieg's jetzt nicht. Krass. Weißt du eigentlich, dass Chaplin mal in einem Wettbewerb der Tramp Impersonator selbst teilgenommen hat? Charlie Chaplin... Ich glaub, das ist geil. Es gab diese Wettbewerbe, ganz viel, weil Chaplin eben einfach so bekannt war, dass irgendwie das so ein Sport wurde. Und wer kann am besten aussehen und gehen wie Chaplin? Und Chaplin wurde in diesem Wettbewerb nur Zweiter. Ja. Sehr schön. Großartig. Es wäre natürlich geil, wenn sie sich herausstellen würden, dass Stan Laurel der bessere Chaplin war. Ja. Hast du irgendwie bei dem Film, gibt's noch irgendwelche Highlights, die du nach vorne stellen möchtest, die so, wo du sagst, das war noch ziemlich cool? Ich fand's, ich fand die Labyrinth-Szene irgendwie nett. Ja. Aber ich hab so viel nett da stehen. Aber es ist süß und es ist auch, es ist schön, weil es die Charaktere von Stan und Olli so schön auf den Punkt bringt, weil Olli sagt, hier lang geht's. Und Olli natürlich keine Ahnung hat, wo's lang geht. Und es ist toll geschnitten, weil wir dann haben auch diese Szene totale und sie laufen hin und her und laufen ständig im Kreis. Und die als Publikum wissen es. Ja. Und sie wissen es nicht. Und das ist toll, gut gemacht. Und in dem Moment, wo sie festlegen, okay, wir trennen uns, du gehst da lang, du gehst da lang, findet Stan den Weg innerhalb von einer Minute. Ja. Und dann ist er da, nimmt das Schild, Ausgangsschild, und geht zurück zu Olli und sagt, hier, ich hab den Ausgang, hat ihn dabei. Und dann laufen sie wieder stundenlang, weil der Weg natürlich nicht mehr. Genau. Also ich finde, die grundsätzlichen Ideen sind natürlich für heutige, aus heutiger Perspektive sehr naiv und sehr, weiß ich nicht, man lacht nicht mehr so laut drüber. Aber ich finde es immer noch schön, das einfach anzuschauen. Und ich finde schon, dass diese Szene, die dann kommt, wo dieser Typ, der sie da fobbt, durch die Hecke einmal seinen Arm legt, um dann die Zigarette einmal von einem zum anderen, das Bewehrtuch da auszutauschen. Und Stan einfach mal drei Hände hat, um zu rauchen. Und sich überhaupt nicht wundert sehr lange, dass da noch eine dritte Hand ist. Finde ich wunderschön. Die Konklusion ist ja tatsächlich, dass sie ärgern wollen und Stan und Olli sind einfach zu doof, um sich ärgern zu lassen in diesem Moment. Es ist wirklich toll. Und ich mag das sehr, diese Sequenz und diese Reminiszenz auf wirklich alte Woodville-Nummern, die einfach so funktioniert haben. Und die wirklich schön sind. Ich mag das sehr. Ja, süß. Ich mag total die Idee von dem Rollenwechsel. Aber sie wird halt fünf Minuten runtergebrochen. Ja, ist schade. Da könnte so viel passieren. Und der beste Gag der ganzen Geschichte, wenn Stan dann als Lord Paddington plötzlich ganz klug ist, weil ihm das Fenster auf den Kopf fällt, wie dann der Zeitsprung ist und er dann irgendwie auf seine Wand starrt, wo ganz viele, er hat innerhalb von kürzester Zeit unglaublich viele Urkunden sich erarbeitet, athletischer Art, intellektueller Art, auf jedem Gebiet. Und dann kommt auch noch der Dean der Universität und sagt, Professor Einstein möchte gerne eine Audienz haben, damit er... Er braucht Hilfe. Er braucht Hilfe bei seiner Theorie. Und dann kommt Olli, steht daneben als Butler angestellt jetzt und muss das machen, was Olli sonst mit ihm macht. Schickt ihn rum und sagt, hier, jetzt hol das und hol das. Und neben ihm, direkt neben ihm liegt sein Kalender. Und er will einen Termin raussuchen, ob das geht mit Professor Einstein, glaube ich. Und sagt, gib mir meinen Kalender und zeigt drauf und könnte nur zwei Millimeter weiter einfach die Hand aufmachen und danach greifen. Aber Olli muss kommen, um das Ding ihm in die Hand zu geben. Das war einfach eine der Szenen, die mich als Kind besonders begeistert haben. Ja, so eine tolle Dynamik zwischen den beiden. Und dann nennt er ihn noch Fetty und schubst ihn rum. Und es ist einfach schön, weil Stan mal der sein darf, der die Oberhand hat von den beiden. Das ist wunderschön. Und auch zu Recht, weil er ist der Kluge. Er ist der Gebildete. Und dann kriegt er leider wieder das Fenster auf den Kopf. Ja, und tja. Und Ende. Aber Olli freut sich darüber. Das ist eine schöne Szene. Das versöhnen sich dann wirklich. Olli ist wirklich froh. Den alten Stan wiederzuhaben. Ja, und man freut sich für Stan, dass er wieder doof ist. Warum? Ja, genau. Warum eigentlich? Das ist voll ätzend. Ja. Aber er hat seine wahre Bestimmung gefunden als Genie. Ja, tja. Und die Uni hat jetzt wieder einen Genie verloren, an dem wahrscheinlich die ganzen Gelder überhaupt gehangen haben, die diese Uni noch in Unterstützung bekommen hat. Und Einstein kriegt die Relativitätstheorie nicht gebacken, obwohl er sich vor 15 Jahren fertig geschrieben hat. Und ja, damit endet dieser Film. Ziemlich abrupt, weil es einfach nur noch bedeutet, oh ja, wir sind wieder so, wie wir sind. Und jetzt gehen wir zurück nach Amerika. Und dann war es das. Schlanke 62 Minuten. Ja. Ja. Mehr braucht der Film auch nicht. Nö. Überhaupt nicht. Und ich frage mich, sind die anderen Feature-Lengths auch ungefähr die Länge? Ich glaube, ja. Also, ich kann es gerade nicht genau sagen. Aber so vom Gefühl her ist es das. Ja. Ja. Dann würde ich mir wahrscheinlich so mal einmal die filmhistorische volle Trönung geben. Ja. Und einmal schauen, was sind die Besten von Laurel und Hardy. Ja, guck mal, Way Out West, den finde ich nämlich auch noch ziemlich geil. Weil der hat auch noch ein bisschen mehr Story. Dick und doof als Cowboys habe ich auf jeden Fall auch im Kopf. Ja. Davon habe ich definitiv Szenen gesehen oder was sie dann später für den Film verwurstet haben. Ja. Es gibt eine ganz tolle Sequenz, wo sie tanzen vor dem Saloon. So eine Musik, eine Choreografie, die super ist. Dann singen sie in dem Saloon. Plötzlich hat Stan so eine ganz hohe Stimme und singt da irgendwie so in höchsten Tönen und kriegt auf Kopf und dann singt er ganz, ganz tief. Also solche Slapstick-Sachen sind dabei. Und sein Daumen, der plötzlich brennt, weil er irgendwie, er hat kein Streichholz dabei, also zündet er seinen Daumen an, als wäre es ein Feuerzeug. Solche Sachen, weißt du? Da ist so ein Klassiker drin, die ganz toll sind. Ich habe einmal geschaut, was ich meinem Kind zeigen könnte und habe dann Babes in Toiland gefunden, der offensichtlich zu den Bekannteren gehört, weil es ein Weihnachtsfilm ist. Ein Musical, wo Stan und Olli in irgendeinem Spielzeugland sind aus dem Jahr 1934. Okay. Und der geht sogar ein bisschen länger, der geht 78 Minuten. Wow, den muss ich mal gucken. Ja. Aber auf jeden Fall, ja, ich einfach aus filmhistorischem Interesse, glaube ich, dass ich mir mal so zwei, drei von den Dinger noch geben werde. Die findet man bestimmt auch alle auf YouTube. Bestimmt. Den übrigens auch, ne? Ja, also wenn gucken möchte. Die 62-Minuten-Variante gibt es auf YouTube. Genau. In guter Qualität. Würde ich sagen. Ist okay. Also könnte ein bisschen besser. Ein bisschen weniger pixisch könnte es sein. Und das ist halt auch, also es ist wirklich, wenn man sich so ein bisschen informiert über Lauren Tardy, es ist eine Tortur, weil diese Filme so unterschiedliche Titel gekriegt haben und immer mal wieder neu aufgelegt wurden und zerstückelt und wieder neu zusammengesetzt und mal die länger und mal die länger. Und noch schlimmer, wenn man in Deutschland lebt und dann stellt man fest, es gibt dann 20 Dick-und-Doof-Titel für einen Film. Und man findet die Filme teilweise nur unter dem Titel oder nur unter dem Titel, wenn man bei Amazon zum Beispiel Babes in Toiland sucht, dann findet man den Film, es gibt 10 DVD-Veröffentlichungen von diesem Film, immer unter anderem Titel. Ach du Scheiß. Es gibt Leute, in Amazon-Rezensionen regen sich Leute auf, Überraschung, Leute empören sich in Amazon-Rezensionen, dass der Film, dass das nur Geschäftemacherei wäre, weil die Leute, wenn sie nicht genau hingucken, denselben Film zweimal bestellen, der einfach unter anderem Titel, mit anderem Artwork veröffentlicht wurde. Ja. Das ist halt auch, es wurde, das Schicksal hat viele Filme dieser Zeit ereilt, die so in dem Konzept gemacht wurden. Also es gibt ja so, die haben ja auch mit Harry Langdon, ich glaube das war das, was du vorhin angesprochen hattest, die haben wie Olli versucht mit einem anderen zusammenzubringen, das war Harry Langdon, glaube ich. Und der hat ja auch, der war auch wahnsinnig bekannt und hat wahnsinnig viele tolle Filme gemacht und ich glaube bei dem war das auch so. Oder bei Harold Lloyd, der übrigens derjenige ist, der an dieser Uhr hängt, wenn man so dieses ikonische Bild im Kopf hat, an dieser großen Turmuhr, an dem Zeiger hängt, das ist Harold Lloyd. War das nicht Basta Keaton? Ne, das ist nicht Basta Keaton. Ah. Das ist Harold Lloyd. Ah, okay. Der war auch sehr mit so viel Unfällen und über Dächerspringen und so. Ach krass, okay. Auch ein ganz toller, auch guckenswert, also 1923. Ja, ich sollte meinen Slapstick wissen. Etwas ausbauen. Ich habe noch als Zusatzinfo, das waren diese Hellroach Studios, die ganz viel diese Slapstick-Filme in den 30ern gemacht haben, wo dann auch Laurel und Hardy gearbeitet haben. Ja, und Keystone, Keystone waren die, die mit Chaplin viel gemacht haben, die so diese Keystone-Cops hatten. Die hießen extra so, weil das nur diese Verfolgungsjagden zwischen Gangster und den fahrenden Autos, die wirklich halsbrecherische Stunts da gemacht haben, wo einfach die Polizisten in Affenzahn hinterhergefahren sind. Das waren die Keystone-Cops. Wow, okay. Und die wurden auch am Fließband produziert und auch nicht so, das ging nicht darum, große Meisterwerke zu schaffen, sondern einfach rauszuholen. Dafür sind es auch Kurzfilme gewesen, so von 10 Minuten oder so. Und mit Sicherheit sind viele, viele Filme aus dieser Zeit auch einfach mal weg. Verschollen. Ja, tot. Wenn da nicht mit Liebe behandelt, nicht daran gedacht, dass das irgendwann mal einen historischen Wert haben könnte. Ja, definitiv, ja. Ja, schade drum. Aber ich mag diesen Blick in diese Vergangenheit, um auch ein bisschen den Bogen zu spannen zu dem, was wir heute so haben. Also Dick Van Dyck zum Beispiel, der Nachfolger quasi von Dick und Doof, weil der auch ein bisschen auch großer Fan war davon und der hat viel übernommen von Stan Laurel, ganz viel. Ach krass. Der hatte so einen Tanzstil, den er so ein bisschen von Stan Laurel übernommen hat. Und Dick Van Dyck gibt den Staffelstab weiter, weißt du, an andere Leute. Und dann haben wir irgendwie so ein, ich weiß nicht, gerade in der Comedy, finde ich, ist dieser Staffelstab, die Weitergabe, sehr schön verfolgbar und hat so eine Emotionalität, die ich sehr schön finde. Umso merkwürdiger, wie die Slapstick-Landschaft heutzutage aussieht. Ja, ich finde es schade, dass es gerade nicht so die rühmlichste Zeit ist für Slapstick. Aber es ist auch schwierig, also wie kann man das wiederbeleben, weil jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen, war Slapstick einfach eine Zeit lang tot, dann wurde es wiederbelebt und jetzt sieht es halt aus wie ein verwestert Zombie. Ist das das Problem? Wir müssen mit diesen Filmen, mit diesen Date und Scary Movies leben. Ich glaube, es liegt daran, wer das wiederbelebt. Und zwar eben Scary Movie belebt das wieder. Und das ist halt einfach der falsche Partner. Weil die halt einfach nur draufhauen und irgendwie relativ niveaulos das irgendwie versuchen zu melken. Aber das hat nichts mit der Liebe zum Slapstick zu tun. Das ist halt ein bisschen das Traurige. Und dann hast du eben Mr. Bean, der wirklich diese Liebe zum Slapstick hat. Ja. Und das ist ja auch tatsächlich geschafft hat, in den 90ern relativ bekannt zu sein. Ja, ja. Und der muss halt den Staffelstab weitergeben an wer auch immer dann noch. Es gab einen Versuch, einen Laurel & Hardy-Film zu machen, 1999. The All-New Adventures of Laurel & Hardy for Love or Mummy. Offensichtlich mit Mumie und ... Aber wer hätte das spielen sollen? Und das war geplant als Serie. Deswegen heißt es The All-New Adventures. Und es blieb aber bei diesem einen Film, weil der ein kompletter Flop war. Und zwar mit Bronson Pinchett. Okay, die Namen sagen mir nichts. Ich lese sie gerade nur vor. Ja. Und ... Gajaz, ist das ein Amerikaner? Oder Franzose? Ich weiß nicht, wie man den Namen ausspricht. Ich habe ein paar Szenen davon gesehen. Und die haben das gut gemacht. Die haben ... Man hat gemerkt, da ging's ... Das war ganz klar. Die versuchen, eins zu eins die Vorbilder zu treffen. Okay. Und das hat in dem Rahmen funktioniert, in dem so was halt funktioniert. Ja. Der Film drumherum soll ziemlich scheiße sein. Ich hab den Film nicht gesehen. 85 Minuten, 1999. Kann man vielleicht mal reingucken. Man merkt, man merkt den Film, also zumindest den Szenen, die ich gesehen habe, merkt man den Enthusiasmus an, den Geist der Vorlage zu treffen. Okay. Ich gehe davon aus, dass sie es halt nicht geschafft haben. Und dass sie es visuell und mit dem Schauspiel einigermaßen hingekriegt haben. Aber wahrscheinlich wird der Film sonst ein ziemliches Desaster sein. Naja, es ist auch so, wenn du jetzt versuchst, nach dem Vorbild von damals einen Film zu machen, dann hast du ja keine Story. Ja. Und dann hast du wirklich wieder dieses Nummernprogramm und das funktioniert halt beim Publikum halt eigentlich nicht. Ja, das ist auch ein bisschen schade. Ich finde es auch schade, dass so diese Tradition der Kurzfilme, die Silly Symphonies und die Mary Melodies, das, was Disney und Warner Bros. damals gemacht haben, das ist schade, dass das nicht mehr so da ist, weil dieses Konzept, wir machen hier keine Langfilme, sondern wir machen hier auch einfach mal so fünf Minuten, also Häppchen für zwischendurch, Comedy-Häppchen oder einfach nur Musik-Häppchen, weil die waren ja auch unglaublich vielfältig. Da gab es ja nicht nur Comedy, sondern es gab dann ja auch wirklich sowas wie Jahreszeiten als musikalisches Programm und dann sehen wir Frühling, Herbst und Winter und hören Musik dazu und das ist schön gezeichnet. Ja. Das ist so ein bisschen schade, dass es da keine große Tradition mehr gibt, weil alles vor allem aus kommerziellen Gesichtspunkten vom Langfilm verdrängt wurde. Ja, und Pixar hat das so ein bisschen mit seinen Vorfilmen gemacht, ne? Genau, Pixar, das hat das eigentlich wieder aufgegriffen. Aber ich hoffe, dass wir die Chance, ich glaube, da haben wir auch schon mal drüber gesprochen hier, die Chance durch Disney Plus und Netflix und so, die das eigentlich könnten. Die können das, ja. Also, warum nicht? Was spricht dagegen? Einfach mal eine zehn Minuten Rubrik zu erstellen. Vielleicht das Publikumsinteresse leider. Ich weiß, dass es Kurzfilme auf Netflix gibt. Ich stolpere immer mal wieder, wenn ich durchklicke auf zehn Minuten, 15 Minuten, dann denke ich tatsächlich, ach nee, ich will ja eigentlich was gucken, was mich jetzt dem Abend unterhält. Also, ich bin auch schuld daran. Okay, jetzt weiß ich, wen ich verprügeln muss. Ja, komm, hast du mal zehn Minuten auf Netflix geguckt? Ich habe noch keinen gefunden. Also, diese kleinen, ähm, es gibt Serien, die auf zehn Minuten basieren, ne? Dann hast du irgendwie eine Miniserie von insgesamt 60 Minuten, sechs Folgen, à zehn Minuten. Ja. Aber es ist was anderes. Dann bincht man diese Folgen und dann ist gut. Oh, eine Serie, die das ganz toll gemacht hat, war, ähm, Master of None. Die war ja eine super, ganz tolle Serie. Immer unterschiedliche Episodenlänge. Ja. Und zwar wirklich so, einfach das, was es halt braucht für diese Folge. Ranged 20 Minuten bis 60, 70 Minuten? Also, ich versuche gerade es zu finden, weil es ist total toll. Ja, genau, von 20 bis zu 60 Minuten war alles dabei. Geil. Und das ist mir nicht so aufgefallen von der Länge her. Das habe ich gar nicht so im Kopf gehabt. Aber ich habe es natürlich auch gebinget, ne? Und dann merkt man das nicht so. Ähm, ganz, ganz tolle Serie. Kann ich nur empfehlen. Großartig, ja. Und das ist mutig. Und ich glaube, viel zu viele Filmemacherinnen denken immer noch in klassischen TV-Formaten, was das betrifft. Oder in klassischen Kino-Formaten. Im schlimmsten Fall sogar in Überlänge-Formaten, dass plötzlich Filme immer 120 Minuten plus sein müssen, um noch drei Euro zusätzlich aus dem Kinopublikum rauspressen zu können. Ja. Aber dann musst du, wenn du für Netflix arbeitest, musst du das ja nicht bedenken. Nee, musst du eigentlich nicht. Aber ich glaube, das ist auch so, sowohl Produktionsseite als auch Publikumsseite ist so ein bisschen drauf konditioniert. Eine Serie, eine Episode in einer Serie dauert 45 Minuten. Also in einer Dramaserie und in einer Comedy-Serie 25 Minuten. Ja. Und ein Film dauert 90 Minuten. Vielleicht muss man anfangen, eine Serie zu erstellen wie bei Black Mirror, dass du eigentlich nur ein Oberthema hast. Und dann hast du halt einen Haufen Kurzfilme drin, die diesem Oberthema folgen, wo du das Gefühl hast, okay, das ist alles zwar in einem Guss, aber eigentlich ist alles eine Story für sich. Ja. Es gab dieses Love, Sex and Robots auf Netflix. Auch so ein bisschen der Versuch, was wie Black Mirror zu machen, wo halt irgendwie immer KI im Mittelpunkt steht. Okay. Aber ich glaube, die hatten auch alle die gleiche Länge, die Folgen. Weiß ich nicht mehr. Müsste ich nochmal nachschauen. Und es war natürlich Science-Fiction mit viel düsteren Geschichten und Gewalt. Okay. Na. Jetzt sind wir ein bisschen abgeschweift. Aber ich glaube, wir sind abgeschwoffen. Aber eigentlich sind wir ziemlich durch. Ja. Ja. Ich danke dir ganz ehrlich und total für diesen filmhistorischen Ausflug, der wirklich meinen Horizont erweitert hat. Auch ganz viel Wissen habe ich aufgesammelt auf dem Weg über Stan und Laurel. Ja. Das ist Stan und Oli, von denen ich vorher nichts wusste tatsächlich. Also nichts über ihre Karriere, nichts über ihre Filme. Ich wusste nicht, dass die so viele Langfilme gemacht haben. Ich wusste nicht, dass sie zuerst Stummfilme, dann Tonfilme, dann Langfilme gemacht haben und immer schön den Switch geschafft haben. Ich habe ganz viel gelernt über die beiden und das ist total toll. Also mein Filmwissen ist in dieser Episode und für diese Episode total gewachsen. Und vielen Dank dafür. Guck dir gerne noch den Biopic an. Die beiden Schauspieler machen das richtig gut. Den habe ich mir extra besorgt für diese Folge. Ich wollte ihn auch vorher gucken, habe es aber leider nicht geschafft. Aber der liegt auf meinem Zusehenstapel ziemlich weit oben jetzt. Ja. Und alle, die zuhören, guckt diesen Film unbedingt. Ja. Guckt euch zumindest irgendwas von Stan und Oli an. Und sei es nur, um nochmal so ein bisschen in die Filmgeschichte einzutauchen. Ja. Und der Film eignet sich auf jeden Fall gut, weil er lustig ist. Und weil er genau das wiederbringt, was Laurel und Hardy einfach ausgemacht hat. Diese leichtfüßige Slapstick. Ja. Und weil er sich wirklich gut innerhalb von 60 Minuten weg konsumieren lässt. Und danach habt ihr immer noch Zeit für die neueste Folge von, was guckt ihr gerade? Expanse. Die Expanse, okay. Oh Gott. Kontrastprogramm. Na dann. Ja gut, sehr schön. Dann wünschen wir euch eine schöne Woche. Wir hören uns dann nächste Woche wieder. Bleibt dran, wenn ihr wissen wollt, worüber wir nächste Woche reden werden. Ich bin schon gespannt. Ich auch. Bis dann. Bis dann. Ciao. Kloa. Ja. Wir sagen ja immer, dass uns die Leute schreiben sollen. Ja, stimmt. Tun wir. Hat uns mal jemand geschrieben? Ich befürchte nicht. Musst du nochmal nachschauen, bitte. Ich glaube, mein E-Mail-Posteingang hat Depressionen. Er ist zumindest gerade sehr still. Alles okay mit dir? Wir haben eine Mail. Die ist in meinem Spam-Ordner gelandet. Oh nein. Kannst du mal gucken, ob wir noch mehr Mails bekommen haben vielleicht? Ja, wir haben eine Mail, die in meinem Spam-Ordner gelandet ist vor drei Tagen. Mir wurde nämlich mitgeteilt, dass uns geschrieben wurde. Lies mal vor. Von Melanie. Ah ja, Melanie. Hallo lieber muss man sehen Podcast. Hallo lieber Plor. Hallo lieber Johannes Schatz. Geil, Mann. Eine Freundin aus München. Ich verfolge euren Podcast schon länger und in der Zwischenzeit ist es ein richtiges Ritual geworden, dass ich am Ende des Tages euren Podcast anmache und verfolge. Ich habe bis jetzt jede Folge gehört und bin aktuell bei Folge 9 angekommen. Ich habe wirklich so viel Spaß dabei und höre ihn wirklich gern und das nicht nur, weil ich den Johannes kenne und dann so ein bisschen ein Gefühl von Geborgenheit bekomme. Ich freue mich wirklich schon auf die Folge 10, dass endlich mal ein Film enthält, den ich gesehen habe. Ist das cool. Was ist denn unsere Folge 10? Ah, Soul und... Das sind Dinge, die ich an dir hasse? Nee, nee, nee, Soul und der... Ah, News of the World. News of the World. Bis jetzt habe ich keinen einzigen Film vorher geschaut, den ihr besprochen hattet und manchmal tut mir der Johannes schon ein bisschen leid, was er von dir so für Filme bekommt. Ich glaube, ich habe einen ganz anderen Filmgeschmack als du, sie, Chloa. Das ist total okay. Und du ist vollkommen in Ordnung. Ich würde wetten, du magst den Film The Big Lebowski, oder? Ja, den mag ich sehr gerne. Echt, ja? Ja. Ich habe, sie hatte mich schon mal gefragt und ich habe gesagt, ich frage mal. Und dann habe ich aber nicht gefragt. So würde ich dich zumindest einschätzen. Auf jeden Fall, Big Lebowski, toller Film. Das würde mich interessieren. Vielleicht kannst du da mal in einem Podcast was dazu sagen. Du wolltest ja in der letzten Folge, für mich Folge 8, wissen, wie das geht, wenn zwei Menschen auf sich zulaufen, dass dann einer in den Abgrund fällt. Ist mir auch etwas schleierhaft. Aber ich stelle es mir vor, dass wenn man auf sich zuläuft und dann ganz nah beieinander steht, um sich zu umarmen oder zu küssen, dass man sich ja auch noch etwas bewegt. Und gerade wenn man dann fertig ist, ja wieder auseinander geht. Moment, ich muss einmal ganz kurz gucken. Ich weiß nicht, ich kann mich an diese Diskussion aus der Folge erinnern. Ich auch. Ah, Annie Hall war das. Die tragische Geschichte einer Liebe, die nicht funktioniert, ne? Ist das Annie Hall gewesen? War das Annie Hall? Nee. War das Annie Hall, wo diese Beschreibung? Nein, das war, manche mögen es heiß, wo er das formuliert und sie sofort verständnisvoll sagt, ach ja, schlimm, tragisch. Und die davor sitzen und denken, Moment. Also, aber ich stelle es mir so vor, dass wenn man auf sich zuläuft und dann ganz nah beieinander steht, um sich zu umarmen oder zu küssen, dass man sich ja auch noch etwas bewegt. Und gerade wenn man dann fertig ist, ja wieder auseinander geht. Und oft geht die Frau ja weg und dann nach hinten. Und wenn man sich, während man sich umarmt hat, auch ein Stück nach hinten bewegt hat, dann passiert das Unglück. So stelle ich mir das zumindest vor. Ja, Melanie. Okay, gute, okay, ja. Dann hätte er die Geschichte aber anders erzählen müssen. Der Step Backwards, der hat irgendwie gefehlt in dieser Geschichte. Ja, okay. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich die Macher von Manche Mögenzeit so viele Gedanken darüber gemacht haben. Aber jetzt kommt's. Ich hätte da noch ein paar Filmanregungen oder Wünsche. Also hier mal ein paar Filme, die ich interessant fände oder die ich mag. Miss Marple Filme. Und besonders der Wachsblumenstrauß und 16 Uhr ab Paddington sind großartig. Ah, finde ich auch. Und auch für die damalige Zeit zeigen sie ein überraschendes Frauenbild, da Miss Marple ja von den älteren Männern am Ende umgabt wird. Beziehungsweise sie wird ja sogar gebeten, ob sie ihn heiratet. Oh. Ja, und sie sagt ab, das stimmt, Miss Marple ist echt eine coole, starke Frau. Sollten wir uns vielleicht Miss Marple mal vornehmen? Miss Marple könnten wir uns wirklich mal vornehmen, finde ich auch cool. Und 16 Uhr ab Paddington ist, glaube ich, der, wo sie den Mord im Zug beobachtet, wenn ich mich richtig erinnere. Und das war auch der erste mit Margaret Rutherford als Miss Marple. Ich hoffe, du meinst den. Es gibt ja mehrere Verfilmungen davon, aber für mich war es immer Margaret Rutherford. Und diese Filme sind toll, die funktionieren zwar alle nach dem selben Prinzip, aber 16.50 Uhr ab Paddington. Wirklich schön. 16 Uhr ab Paddington. Und das, obwohl sie weder schön, noch jung, noch damenhaft ist, scheint mir, ja, vollkommen recht, und sehr laut ist und sagt, was sie denkt. Das hat mir in dem Film sehr gut gefallen. Da bin ich ganz bei dir. Jedoch nicht bei dem, was folgt. Dann noch Jerry-Louis-Filme wurden auch noch nicht besprochen. Das ist voll deine Kategorie, oder? Melanie hat deinen Film geschmackt. Wie cool. Ich finde den so ultra witzig. Ich war nie ein großer Jerry-Louis-Fan. Tja, Jerry-Louis ist halt auch so ein spezieller Fall, muss man schon sagen. Aber kennst du die Schreibmaschinen-Szene von ihm, wo er zu Musik Luftschreibmaschine schreibt? Du guckst so, also wenn du sie nicht kennst. Das heißt, wir werden einen Jerry-Louis-Film gucken, Floor. Ich habe einigermaßen im Gedächtnis, das war so ein Gruselfilm, wo sie auf dem Mississippi-Dampfer unterwegs sind, wenn ich mich recht erinnere, und dann zu einer Gruselwilla fahre. Aha. Da war ich sehr jung, als ich den gesehen habe. Und ich glaube, es waren Jerry-Louis und Dean Martin. Aber ich bin mir nicht 100% sicher. Und dann noch, ich weiß nicht, wie man den Namen ausspricht, Louis de Finet? Ja. Finesse? Fünet? Louis de Finet sagen wir immer, aber keine Ahnung. Filme auch sehr unterhaltsam. Ist auch eher Johannes-Geschmack. Wahrscheinlich. Ich muss dazu sagen, also ich habe auf jeden Fall von dem Film gesehen, aber ich könnte jetzt nicht sagen, welchen... Nein, doch! Ja, genau. Nein, doch! Oh! Viel mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Ja. Die zwölf Geschworenen, aber das Original. Toller Film. Hatten wir auch bei den besten Kammerspielen dabei. Stimmt. Das ist wirklich ein guter Film. Ja, also Miss Marple hätte ich auf jeden Fall mal Lust drauf, mal wieder zu sehen. Big Lebowski fände ich mehr ein tolles Gesprächsthema. Hast du den gesehen? Ich habe ihn gesehen, klar. Und mochtest du ihn? Damals mochte ich ihn, aber vielleicht mochte ich ihn nur aus Gruppenzwang, weil wir den damals irgendwie... Der wurde so hochgejubelt von den Leuten, wo ich dazugehören wollte. Er ist so krass Kultfilm geworden. Ja. Und er ist ein Kohn-Film, aber eigentlich ein untypischer Kohn-Film, weil so für einen Kohn-Film sind sie nicht so trocken, sondern wild und lauter. Ja, ja, sehr. So, das waren die Filme, die ihr eventuell schon kennt oder mögt oder so. Einer der witzigsten Filme aller Zeiten ist für mich, leg dich nicht mit Sohan an. Der Titel kommt dir bekannt vor, aber ich kenne ihn nicht. Der würde mich besonders freuen, wenn der mal besprochen werden würde. Da erwischst du mich tatsächlich auf kaltem Fuß. Aus dem Jahr 2008 mit Adam Sandler in der Hauptrolle. Aha. Mhm. Okay. Nee. Interessant. Leg dich nicht mit Sohan an. Den Titel habe ich definitiv schon mal gehört. Adam Sandler ist natürlich ein Begriff. Ja. Aber vielleicht muss man den mal. Sollen wir den das nächste Mal machen. Und einen Miss Marple Film. Und einen Miss Marple Film. Wir machen eine spezielle Melanie Folge. Eine Melanie Folge. Melanie, schöne Grüße. Wir machen jetzt für dich. Moment, es kommt noch was. Achso, es kommt noch was. Ich muss die Melanie noch fertig lesen. Und da ihr euch mit Filmen so gut auskennt, würde mich eine Folge interessieren, wo ihr über Filme spricht, die etwas zum ersten Mal gemacht haben. Also so ein bisschen über Filmgeschichte. Das finde ich auch noch toll. Okay. Ich habe noch viel mehr Ideen und Wünsche, möchte euch aber nicht überfordern. Das hast du bereits getan. Deswegen beende ich jetzt diese Mail und sage, danke für so viele tolle Stunden mit euch. Passt auf euch auf. Liebe Grüße, Melli. Vielen Dank, Melanie. Geil. Unsere erste Fanpost, auch wenn sie am Anfang schreibt, keine Fan, ach kleine Fan-Mail. Doch, sie schreibt es jetzt eine Fan-Mail. Unsere erste Fan-Mail. Juhu. Melanie. Unsere Herzen sind ganz bei dir. Ach schön. Ja, dieser denkwürdige Tag wird in die Geschichte eingehen. Und es ist in meinem Spam-Ordner gelandet. Ich sollte öfter meinen Spam-Ordner überprüfen. Ich bin schon drei Tage alt. Melanie, tut mir schrecklich leid. Wir werden dir auf jeden Fall auch noch schriftlich antworten, weil diese Episode nehmen wir auf, drei Wochen, bevor sie gesendet wird. Ja, und wollen wir nicht erst antworten, wenn wir wirklich senden. Ja, vielen Dank, Melli. Schöne Grüße. Bis nachher. Ich rufe dich gleich an. Liebe Grüße nach München. Ja, genau, München. Cool. Ja, genau. Also nach diesem Vorbild schreibt uns gerne, was auch immer ihr auf dem Herzen habt, an Wünschen oder Gedanken oder wenn ihr uns widersprechen wollt oder wenn ihr uns beipflichten wollt. Alles schicken. Wir freuen uns über jede Mail. Ja. Und wir nehmen auch jede Anregung gerne an und ich glaube, wir haben Anregungen für die nächste Episode gefunden. Es gibt also keinen Weihnachtsfilm für Johannes. Yes. Glück gehabt. Und du hast es immer noch nicht. Flor, was ist denn los? Weihnachten ist so schrecklich. Nein. Was hast du von Weihnachten? Süßkram. Geschenke, Kekse, gutes Essen, Familie, Spaß, Streitereien, Ärger. Weihnachten ist großartig. Das kannst du alles ein ganzes Jahr über haben. Ja, aber nicht so konzentriert. Ja, Gott sei Dank. Wenn es nach mir gehen würde, würden wir jede Woche Weihnachten feiern. Okay. Okay. Das wäre mal ein Film wert. Weihnachtsmannmützen anziehen und durch die Wohnung springen zu einer Best-of-Weihnachtsmusik. Du gibst nach drei Wochen auf, Plor. Das glaube ich nicht. Challenge accepted. Oh mein Gott. Okay. Nun gut. Dann werden wir uns nächste Woche wieder hören. Das hatten wir schon. Wir haben die Verabschiedung, hatten wir schon. Aber das ist jetzt hinten dran gestellt. Wir sehen uns nächste Woche wieder. Plor wird völlig verkartet und mit einer Weihnachtsmütze auf den Kopf tauchen und sagen, nie wieder Weihnachten. Und wir werden Miss Marple geguckt haben, hoffentlich. Ja, Miss Marple und dann vielleicht den... Leg dich nicht mit Zohan an. Ja, cool. Bis dann. Bis dann. Ciao.
