Episode 18: Tatis herrliche Zeiten (Playtime), Die Rechnung ging nicht auf (The Killing)
In unserer 18. Episode kommen wir zu einem epischen Zweikampf zwischen Frankreich und den USA. Playtime von Jaques Tati ist eine ungewöhnliche Slapstickkomödie zwischen Utopie und Dystopie. Das Frühwerk von Stanley Kubrick The Killing ist ein kleiner, dreckiger und roher Pulp Thriller zwischen Film Noir und Gangsterballade. Auf der einen Seite haben wir also die Monumentalversion, feinsinniger, intellektueller und vor allem französischer Komik, auf der anderen Seite haben wir ein Destillat des knüppelharten, amerikanischen Krimis. Ob wir mit der Wahl des jeweils anderen etwas anfangen können, führt in dieser Episode zu heftigen Rededuellen.
Für Harmonie dagegen sorgen unsere dazu passenden Bestenlisten. Wir werfen einen Blick auf die besten nonlinear erzählten Geschichten und schwelgen in den schönsten Filmen in, von und über Paris.
Playtime [Jaques Tati]
(Frankreich 1967)
Man kann Jacques Tati als Komiker beschreiben. Wenn man gewillt ist hinter die Komik zu schauen, kann man ihn auch als Zivilisationskritiker oder gar als Visionär bezeichnen. Gerade letzteres wird in seinem 4. Film Playtime deutlich, vor dessen Hintergrund all seine vorherigen Filme wie Fingerübungen für genau dieses Meisterwerk wirken. Playtime ist eine Zukunftsvision. Monsieur Hulot erlebt die Zukunft, viel mehr lässt sich kaum dazu sagen. Es werden einfach Situationen aneinander gereiht, die keinem erkennbaren dramaturgischen Erzählstrang folgen.
Er schlachtet in diesem Film einfach all seine Trademarks aufs äußerste aus. Seine langsame Erzählweise, die dadurch erst ihre Absurditäten preisgibt. Die leise und bedächtige Komik, die nie in große Slapstick ausartet. Der Verzicht auf allzu viel störende Handlung. Die Modernismuskritik. Die Liebe zum Detail. Selbst sein charakteristisches Kostüm, lässt er hier absurd oft auftreten, ohne dass wirklich seine Person drin steckte. All das wird einem in diesem Film 2 Stunden lang um die Ohren gehauen. Wenn man seine Erzählweise mag, wird man diesen Film lieben. Plor hast du den Film geliebt?
Die Rechnung ging nicht auf [Stanley Kubrick]
(USA 1956)
Regisseur Stanley Kubrick kennt man vor allem als strengen und präzisen, in seinem Perfektionismus oft tyrannischen Autorenfilmer, der in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts große Meisterwerke des amerikanischen Kinos geschaffen hat. Egal ob seine Filme im Weltraum, im Krieg, im historischen Setting oder in einer dystopischen Zukunft spielen, sie besitzen immer etwas Epochales, Monumentales und zugleich etwas Kaltes, Steriles, was ihnen eine gewaltige und gewalttätige Größe gibt.
Sein Frühwerk und dritter Langfilm The Killing – zu deutsch Die Rechnung ging nicht auf – aus dem Jahr 1957 besitzt wenige dieser Trademarks. Die Geschichte eines perfekt geplanten Überfalls auf die Geldreserven einer Pferderennbahn ist Pulp der alten Schule: Ein kleiner, dreckiger und roher Film, der kein Gramm Fett zu viel auf den Rippen hat. Kubrick gestaltet hier einen makaberen Thriller zwischen Film Noir und Gangsterballade, der vor allem durch seine verschachtelte Struktur einen nicht zu leugnenden Einfluss auf den postmodernen Gangsterfilm eines Guy Ritchie oder Quentin Tarantino hatte.
Kein typischer Kubrick aber dennoch ein spannender Genrefilm? Was denkst du Johannes?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 18: Tatis herrliche Zeiten (Playtime), Die Rechnung ging nicht auf (The Killing) Publishing Date: 2021-05-05T13:57:07+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/05/05/episode-18-tatis-herrliche-zeiten-playtime-die-rechnung-ging-nicht-auf-the-killing/ Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast? Nein, eigentlich nicht, aber ich. Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können. Wie wäre es mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee. Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme. Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest. Das heißt so Musicals aus den 50ern? Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme? Mit russischen Untertiteln? Von mir, für dich. Oh Gott, okay. Aber du weißt, dass das für Menge Streit sorgen kann. Äh, definitiv, das wird lustig. Tada, da sind wir wieder. Ich hab jetzt angemacht, bevor wir klären konnten, welcher Film als erstes anguckt. Ich will keinen Schnickschnack-Schnuck spielen. Nein, wir spielen keinen Schnickschnack-Schnuck, wir machen folgendes. Wir diskutieren aus, welcher Film der bessere ist und der kommt dann als erstes dran. Okay, aber dann werden wir ganz lange drüber diskutieren. Mein Film hat aber, hat aber. Oh, welcher Film ist der bessere? Das ist wirklich eine schwere Frage. Was würdest du denn sagen? Also, filmhistorisch betrachtet und was Technik betrifft, würde ich Tati sagen, ist der bessere Film. Okay, ja. Aber was Vergnügen betrifft, den ich beim Schauen hatte, ganz eindeutig Kubrick. Oh nein. Jetzt bist du dran. Ich würde dir nicht wirklich zustimmen, aber ich ahne, aus welcher Ecke du kommst, weil natürlich Kubrick den Film mehr geradeaus erzählt als Tati. Also Tati hat keinen Film erzählt, sondern ganz viele Episoden. Du gibst das Stichwort, wir fangen einfach mit Tati an, weil wir letzte Woche meinen Film als erstes hatten. Nein, jetzt bekrämpfst du meinen Versuch, uns in ein Streitgespräch zu verwickeln. Das Problem ist, wir spoilern die ganze Folge. Ja. Wir haben dann eine riesige Diskussion über die Qualität der Filme und das Publikum sitzt da und denkt so, okay, könnt ihr wenigstens so eine kleine Einführung geben? Okay, dann herzlich willkommen beim Muss-Man-Sehen-Podcast, wo Johannes und ich über Filme diskutieren. Und zwar, er hat einen Film für mich, ich habe einen Film für ihn. Und wir hoffen, dass wir den Horizont des jeweils anderen erweitern können. Und oh boy, hat diese Woche meinen Horizont erweitert. Oh schön. Oh boy, bin ich nicht erweitert worden. Naja. Okay, dann fangen wir doch mit meinem Werk an. Und ich gebe eine Einführung in Jacques Tati's Playtime. Man kann Jacques Tati als Komiker bezeichnen. Wenn man gewillt ist, hinter die Komik zu schauen, kann man ihn auch als Zivilisationskritiker oder gar als Visionär bezeichnen. Gerade letzteres wird in seinem vierten Film Playtime deutlich, vor dessen Hintergrund all seine vorherigen Filme wie Fingerübungen für genau dieses Meisterwerk wirken. Playtime ist eine Zukunftsvision. Monsieur Hulot erlebt die Zukunft. Viel mehr lässt sich kaum dazu sagen. Es werden einfach Situationen aneinandergereiht, die keinem erkennbaren dramaturgischen Erzählstrang folgen. Er schlachtet in diesem Film einfach all seine Trademarks aufs Äußerste aus. Seine langsame Erzählweise, die dadurch erst ihre Absurditäten preisgibt. Die leise und bedächtige Komik, die nie in großes Slapstick ausartet. Der Verzicht auf allzu viel störende Handlung. Die Modernismuskritik. Die Liebe zum Detail. Selbst sein charakteristisches Kostüm lässt hierher absurd oft auftreten, ohne dass wirklich seine Person drin steckte. All das wird einem in diesem Film zwei Stunden lang um die Ohren gehauen. Wenn man seine Erzählweise mag, wird man diesen Film lieben. Plor, hast du diesen Film geliebt? Uff. Das ist gleich die härteste Frage am Anfang. Johannes, möchtest du Tee haben? Oh, ja gerne, Tee. Lenk mich ab, lenk ab vom Thema. Lange Pause. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja. Uff. Das war tatsächlich, also ich würde von mir behaupten, ich habe schon viele Filme gesehen und schon viele abstrakte Filme und surreale Filme und experimentelle erzählte Filme. Und auch wenn das mit Sicherheit nicht der experimentellste Film war, den ich je gesehen habe, war das doch tatsächlich ein Filmerlebnis, das ich in der Form noch nie hatte. Also wirklich nochmal, also auch beim experimentellen Kino ist es so, irgendwann denkst du, okay, ich kenne das alles, ich habe schon gesehen, wie Zeiten durcheinander gewürfelt werden, ich habe gesehen, wie Realität und Fiktion vermischt werden, wie Geschichten aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden. Aber so eine Art von Film habe ich definitiv noch nicht gesehen. Toll. Die Frage, habe ich ihn geliebt? Ich kann nur nochmal mit Uff antworten. Ich weiß es nicht so genau. Ich finde, er hat was. Ich sehe auch total, wo die Kritiken herkommen, die sagen, das ist ein Meisterwerk, das muss man gesehen haben. Einfach, weil er wirklich so eigenständig ist, wie kein anderer Film. Aber in dieser Eigenständigkeit ist er unglaublich anstrengend. Und natürlich auch mit all dem, was er beabsichtigt, dieses Angestrengte, dieses Anstrengende, das gehört ja auch einfach dazu. Ja, ist wichtig. Wir sind ja auch die, die genau wie die Protagonisten und Protagonistinnen gestresst werden sollen durch dieses Gewusel. Aber solch ein krasses Wimmelbild von einem Film, wo ständig Leute übereinander und durcheinander stolpern, wo du einfach nur diese Panoramen hast von einer Szene, in der 50 bis 100 Leute gleichzeitig Dinge tun. Und du merkst, an jeder Ecke passiert was. Ja. Nichts wird in den Fokus gerückt. Ich fand das ab einem gewissen Punkt einfach krass ermüdend und anstrengend, weil es so ungefiltert war einfach. Und weil es einfach Kopfschmerz war. Ich hätte die letzte Woche die Erlaubnis geben sollen, den Film in den Tappen zu gucken, wie ich ihn auch mal irgendwie. Weil es ist tatsächlich so, man nach, weiß ich nicht, einer halben Stunde denkt man, jetzt brauche ich vielleicht mal kurz einen Kaffee oder sowas. Oder ich brauche irgendwie mal Ablenkung woanders oder so. Aber ich finde, es lohnt sich trotzdem volle Kanne. Ich war jetzt, ich hatte jetzt Besuch von meiner Mutter. Und wir haben ihn zusammen nochmal gesehen. Und dann habe ich Notizen gemacht. Und ich war nicht nur über den Film amüsiert, sondern auch über meine Mutter amüsiert, die neben mir saß und sagte, will der Film überhaupt, dass ich mitkomme? Der Film will, dass du verloren gehst. Das ist das zentrale Element des Films. Monsieur Hulot geht verloren. Und wir sehen gar nicht so viel von Monsieur Hulot. Das ist ja das Krasseste. Es war immer so, wenn mir Monsieur Hulot dann mal durchs Bild stolpert, denkst du, ja, danke, da ist etwas, woran ich mich festhalten kann. Was passiert jetzt mit ihm? Und dann kommt so eine Reisetruppe und drückt ihn weg und plötzlich stehen wir irgendwo ganz anders, suchen, verzweifelt nach Hulot, sehen, dass da links am Bildrand irgendjemand gerade irgendwas komisches macht. Wir müssen unbedingt drüber reden oder eher diskutieren, wie dieser Film Humor versteht. Weil es ist kein Humor und es ist kein Love Out Loud Slapstick Zeug. Überhaupt nicht. Überhaupt nicht, nein. Und du merkst, dass dieser Film als Witz gedacht ist, als epischer Witz ohne Pointe. Und das macht er auch irgendwie, das erfüllt er auch irgendwie, weil es irgendwie die ganze Zeit so einen komischen Humor mit sich trägt, weil alles absurd ist und alles albern ist, was passiert. Und du verpasst halt die Hälfte, ne? Du merkst, du müsstest diesen Film eigentlich hundertmal gucken und dann jedes Mal deinen Blick auf einen anderen Bildausschnitt richten, weil Sachen parallel passieren, weil Leute sich unterhalten und du verstehst kein Wort. Ich muss genau das sagen. Ich habe diesen Film jetzt in kürzester Zeit eben zweimal gesehen. Einmal ohne meine Mutter und dann nochmal. Und jedes Mal wird einem der Film klarer. Man muss ihn mehrmals sehen. Und das sind halt zwei Stunden, die man nochmal und nochmal gucken muss, aber ich finde absolut, dass sich das lohnt, weil er so viel rein inszeniert und so viele Details hat und so dolle irgendwie. Du hast so, ich weiß nicht, jedes Mal beim neuen Gucken fällt dir auf, ah, die Brille kommt später nochmal wieder oder ah, da in der Restaurantszene ganz hinten in der Ecke passiert nochmal was Wesentliches, was irgendwie richtig witzig ist. Klar hast du nie diese Momente, wo du so richtig laut lachst, wobei das stimmt nicht ganz, ich habe die Momente, aber ich glaube, ich bin einfach da sehr getriggert, ich mag das einfach zu sehr. Ich liebe die ganzen Einfälle, die in diesem Film stecken und deswegen werde ich ihn auch noch drei oder vier Mal gucken. Ja, er zwingt einen ja auch quasi dazu, ihn mehrmals zu gucken und vielleicht das generelle Setting mal so zum Reißen. Er spielt in einem futuristischen Paris und es gibt wirklich nur so eine Handvoll von Szenarien, von Orten, in denen wir uns bewegen. Einige werden relativ kurz gezeigt, andere sehr lange und sehr ausgedehnt. Und in diesen Szenarien erleben wir tatsächlich einfach Wimmelbilder. Wir sehen Leute, die Dinge tun. Monsieur Hulot ist einer von wiederkehrenden Charakteren, der durch diese Wimmelbilder stolpert, aber er steht keineswegs so krass im Zentrum, wie man es erwarten würde, sondern es wird auch immer viel Zeit dafür aufgebraucht, einfach zu zeigen, was die anderen Menschen tun. Wir sind gleichzeitig in einem Restaurant, das ist das Setup, was am längsten gezeigt wird. Wir sind in einem Restaurant und sehen, wie Vorbereitungen für das abendliche Dinner getroffen werden. Und dann sehen wir, wie Kellner durcheinander stürzen, übereinander stolpern, wie da was aufgebaut wird, hier was gekocht wird, hier was angerichtet wird, hier nochmal Stühle korrigiert werden. Und Tati setzt fast konsequent auf Totalen. Das heißt, wir haben dieses breite Bild und wir sehen einfach nur diese Totale und Leute quatschen durcheinander und stolpern übereinander. Und er hat es extra in 70 Millimeter gedreht, weil das das Format ist, nicht im Digitalen, sondern in Analog gedreht. Damals 70 Millimeter bedeutet, dass du die meiste Information in das kompakteste Bild bekommst. Also du hast so viel wie möglich kann passieren gleichzeitig im Bild, ohne dass du den Bildausschnitt verändern musst. Und es gibt null Fokus. Null Fokus, ja. Du hast diese Panoramen und das sind die Szenen, bei denen ich am ehesten lachen musste. Also laut lachen musste ich nie, aber es gibt einzelne Szenen, in denen ein bisschen weniger passiert und in denen dann mal die Protagonisten, Ulo, meistens im Fokus stehen und tatsächlich man sich auf das, was ihnen geschieht, konzentrieren kann. Und da waren einige Szenen dabei, die ich lustig fand. Aber ansonsten ist es eher so ein Setting, das so auf ein permanentes Schmunzeln setzt, weil es ist einfach witzig, wie alle Menschen, die sich in dieser Welt bewegen, überfordert sind von dieser Welt, von ihrer Technik, von ihren Dekors, von ihrem Design. Und ja, natürlich ist es wirklich nicht schwierig, viele Sachen auf der Haben-Seite zu finden, was das betrifft. Großartige Architektur. Ja, Wahnsinn. Er hat das gebaut. Er hat ja extra ein Set gebaut für viel, viel Geld. Und dann gab es auch noch einen Sturm, der das Ganze zerstört hat und dann irgendwie 1,6 Millionen Franc irgendwie gekostet hat, das wieder aufzubauen. Also der hat wirklich auch Pech gehabt damit. Aber es war einfach schweineteuer und es war der teuerste Film zu der Zeit bis dahin. 17 Millionen Franc, was damals wohl so 3,4 Millionen Dollar entsprochen hat. Sie hatten ihr eigenes Kraftwerk. Ja genau, Powerplans, sie hatten ein eigenes, damit das alles irgendwie, das waren zwei große Gebäude, weißt du, die sie gebaut haben und mit Ampeln und Straßen und allem drum und dran. Das haben die alles gebaut, damit das genau so aussieht, wie es soll. Und ich finde, es geht voll auf. Also das, was er da vorhatte, geht volle Kanne auf, finde ich. Was die Architektur betrifft auf jeden Fall. Du bist einfach erschlagen von dieser Umgebung. Du hast vorhin gesagt, es ist eine Zukunftsvision. Ich habe das letzte Mal, glaube ich, auch gesagt, ach, das ist doch dieser Science-Fiction-Film. Würde ich ein Fragezeichen tatsächlich dran machen, weil er sehr abstrakt mit dem Konzept Zeit umgeht in dem Film. Es gibt definitiv diese futuristischen Elemente, wo ganz klar ist, das entspricht nicht dem Stand der Technik der 60er Jahre. Aber vieles von dem Futuristischen, was er so zeigt, ist, findet man, also gerade was Design betrifft, was Dekor betrifft, findet man auch in der damaligen Zeit schon so diesen Hang zum zukünftigen, zum Utopischen. Ja. Und er übertreibt es nicht. Es ist nie so der Moment, wo du das Gefühl hast, jetzt erzählt er aber wirklich, dass das eine Gesellschaft im Jahre 2020 sein soll. Das ist richtig, ja. Sondern es bleibt irgendwie, es bleibt diese Ebene, ja, das könnte in unserer Zeit sein und Stadtplaner sind einfach amok gelaufen. Ja, naja, natürlich. Also ich glaube, das, was Tathita will, ist natürlich die gegebenen Umstände kritisieren, den Hang der damaligen Zeit und auch unserer heutigen Zeit zum radikalen Modernismus. Ja. Und das, ich finde es total geil. Ich finde diese Zivilisationskritik, die da drin steckt, so wahnsinnig cool. Und es ist natürlich total pointiert, dass wir auch Opfer werden von diesem Modernismus. Ja. Das passiert natürlich in diesem Film. Wir sind, wir stolpern durch diese Umgebung wie der Protagonist und wir fühlen uns einfach verloren. Ja. Und wir wissen, oh Gott, wo werden wir jetzt hingedrängt? Und nein, jetzt eröffnet sich ein neuer großer Raum. Büros sind wie Labyrinthe gebaut. Ja. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ganz toll gemacht. Wo man sich nicht zum Beispiel findet, es gibt diese eine tolle Szene ganz am Anfang, wenn er, er hat ein Date in einem Büro, er muss sich offensichtlich mit irgendeinem Geschäftsmann treffen. Wir erfahren nicht viel darüber, weil dieser Film praktisch keine Dialoge hat. Uloh redet nicht. Man denkt ganz oft, jetzt sag doch was. Wenn du was sagen würdest, dann würdest du nicht von A nach B geschoben werden und der würde dich nicht für den Käufer halten oder so. Aber er redet nicht viel. Wir wissen, er will jemanden treffen, ein Geschäftsmann, er ist in diesem Bürogebäude, soll dann auf ihn warten und sie verpassen sich mehrmals. Ja. Da gab es tatsächlich eine wirklich schöne Szene, wenn er in diesem Wartezimmer sitzt dann und sich in einen Ledersessel setzt. Ganz toll. Der unglaublich ungemütlich und viel zu weich und vor allem zu quietschend ist. Und dann kommt dieser Business-Typ und setzt sich auch dahin und quietscht eben so. Das ist fast wie eine Choreografie gemacht. Ja. Es ist ja wirklich so, dass er, dass er die Geräusche, er hat ja den Geräuschen fast den gleichen oder noch höheren Stellenwert eingemessen als dem gesprochenen Wort. Es gibt gesprochenes Wort, aber du kannst es nicht entziffern, weil die Geräusche in der Umgebung gleichwertig sind und deswegen eigentlich überhaupt nichts ausmachen kannst so richtig. Du hörst mal so den Ami, wie er ein bisschen lauter was ruft oder sowas. Manchmal kriegst du weitergegriffen und du hast Englisch dabei und Französisch und du merkst schon, das ist so ein Mischmasch. Ja und es ist toll, ich finde das Konzept toll, aber das bedeutet natürlich, dass du schnell ermüdest, weil du nicht selektieren kannst. Es wird nicht für dich selektiert, was ist wichtig an Geräuschen und was nicht. Aber in dieser Szene, die du ansprichst, sind Geräusche halt so wahnsinnig wichtig. Dieser quietschende Stuhl, diese Geräusche, die das macht, wenn man sich draufsetzt, wenn man da sich bewegt und wenn man, er hat ja auch noch einen Stock dabei, er rutscht da auf diesem Boden, der viel zu glatt ist, auch noch aus und so. Also ich finde dieses, gerade bei der Szene merkt man diese Choreografie, die dahinter steckt, die er will, was fast schon, meine Mutter sagte dann, er könnte jetzt zum Rap ausatmen. Aber es ist krass, wenn man den amerikanischen Slapstick dagegen hält, weil es so viel subtiler ist, es passiert so viel weniger. Es gibt keine großen Katastrophen, also es gibt vielleicht eine Szene später im Restaurant, wenn die Decke einstürzt, das ist das einzige, das Maximum. Aber sonst gibt es keine Slapstick-Action, die Physical Comedy beschränkt sich auf ein wenig zur Seite neigen, ein bisschen stolpern, ein bisschen verloren sich umgucken. Es ist kein Buster Keaton und kein Charlie Chaplin, es ist keine laute Comedy. Und das Krasse daran ist, was mir dann aufgefallen ist, was ich ganz großartig fand, war, dass das bedeutet, dass du als Zuschauer nie den Relief hast. Also du bist nie durch ein Lachen erleichtert, du hast nie diesen Moment der Auflösung eines Gags oder einer Situation, weil es fällt niemand, also schon manchmal, aber ganz wenig, fällt niemand hin und unterbricht die Situation. Sondern du hast eigentlich, bist du von einer visuellen Sache in die nächste geworfen und die nächste in die nächste in die nächste und deine Bannung steigert sich immer weiter. Du kommst nicht in dieses erlösende Lachen und das finde ich so krass. Ja, es gibt keinen Höhepunkt und keine Pausen, es gibt keine stillen Momente und es gibt keine großen Katastrophen. Wenn jemand fällt, dann fällt er halt auch beiläufig, dann rutscht mal der Kellner aus, dann steht er wieder auf, klopft sich die Hose ab und trägt sein Tablet dahin, wo er es hintragen wollte. Und es hält auch niemand inne, das ist halt auch krass, es passieren ständig Missgeschicke, aber die Leute reagieren relativ wenig drauf, sie sind einfach in den Alltag integriert. Sie sind Teil des Lebens, weswegen das Ganze auch irgendwie realistisch bleibt, obwohl es nicht wirklich realistisch ist. Also diese Absurditäten von, also das Absurdeste, was eben nicht passieren würde, würde mir einfallen, dass das Flugzeug, was in dem Restaurant als Deko steht, der Raum wird zu heiß und das Flugzeug fängt an einzusinken und zu schmelzen quasi in Anführungsstrichen. Das würde natürlich nicht passieren. Aber alles andere, was er erzählt, was er so macht, könnte durch Verkettung von Umständen wirklich genau so passieren. Halt nicht in der Häufigkeit und nicht in der, weiß nicht, er bringt das so zusammen, das ist natürlich absurd, aber es ist alles möglich. Es sind ja diese kleinen Missgeschicke und der Alltag besteht aus ganz vielen kleinen Missgeschicke, die man auch ganz schnell wieder vergisst. Also man stolpert halt mal und man lässt halt mal was fallen und dann flucht man und hebt es wieder auf und dann geht es halt weiter. Also es ist so, dann funktioniert mal ein Licht nicht und man haut drauf und es funktioniert wieder. Slapstick-Realismus. Ich konnte mich übrigens sehr gut mit Monsieur Hulot identifizieren, wenn er im Hausflur von seinem Freund steht, der ist später am Abend, ist er beim Apartment von einem Freund zu besuchen und dann ist er in diesem Hausflur verloren, weil er nicht weiß, wie sich die Tür öffnen lässt. Weil er einfach nicht, weil es ist natürlich alles automatisiert und elektronisch gesteuert und er findet halt den Schalter nicht und er sagt aber nicht zu seinem Freund und wir wissen das auch nicht. Wir sehen es dann erst nachher, der Freund ist halt in der Wohnung, nachdem Hulot sich verabschiedet hat und hört dann offensichtlich was im Flur und geht in den Flur so fünf Minuten, nachdem Hulot gegangen ist. Und da stochert halt Hulot so an den Wänden rum, weil er verzweifelt eine Möglichkeit sucht, die Tür zu öffnen und der Freund sagt dann, hier, push und zeig ihm den Knopf und mach die Tür auf, damit Hulot rauskommt. Und auch so dieses, das ist natürlich auch realistisch, dieses Hulot traut sich nicht nochmal zu klopfen und zu sagen, Hilfe, ich kann euer Haus nicht bedienen, ich muss hier raus, helft mir mal bitte. Lass uns mal ganz kurz nochmal den Schritt zurück machen, du wolltest am Anfang einmal zusammenfassen, was eigentlich wie wo ist. Der Film hat sechs Szenerien im Grunde. Das erste ist der Flughafen, wo er ankommt, wo ganz viele Reisegruppen ankommen. Das zweite ist das Office, wo er den Chef von dieser Firma sucht. Dann stolpert er in die Exhibition, in so eine... Handelsausstellung? Ja, so eine internationale Handelsausstellung rein und dann ist er in diesem Apartment, was du gerade angesprochen hast, weil irgendein Freund darauf bestanden hat, ah, komm mit, ich zeig dir mein Zuhause und da gucken wir dann im Fernsehen noch was, keine Ahnung. Und dann der Royal Garden, das ist dieses Restaurant, was gerade neu eröffnet und was Katastrophen... Das ist dann am Abend, also am Abend ist er im Apartment bei seinem Freund und dann auch im Restaurant. Genau. Und das Restaurant nimmt auch tatsächlich ziemlich viel Zeit ein. 45 Minuten, glaube ich. Und Ulo ist ganz lange nicht zu sehen. Das betrifft übrigens fast alle zehn. Wir sehen das Szenario lange bevor Ulo durchstolpert und es ist tatsächlich, wir sehen einfach erstmal, wie andere Menschen was machen. Und dann irgendwann stolpert er rein und ich habe jedes Mal gedacht, oh Gott sei Dank, da ist er wieder. Und jetzt habe ich wieder was, woran ich mich kurz festhalten kann. Ja. Und das sechste ist dann die Straße am Morgen und der absurde Kreisverkehr, wo sich alles dreht. Ja. Genau. Und ich würde eigentlich, bietet es sich an, da so ein bisschen durchzugehen, weil es so viele tolle Situationen gibt. Ich finde es halt wirklich großartig. Ich weiß nicht, ob du auch nur zehn Prozent meiner Begeisterung... Wahrscheinlich sind es ungefähr zehn Prozent. Vielleicht elf oder zwölf. Weil ich diese, ich liebe einfach visuelle Komik und die Absurdität, die einfach visuell einmal dargestellt wird, ohne dass du intellektualisiert drüber sprichst und das nochmal auf eine Ebene hebst, die... Du kannst den Film halt wirklich überall auf der Welt zeigen und das wird jeder verstehen. Es ist ein internationaler Film, obwohl er Paris als Ort hat. Und das finde ich eben an Visual Comedy und an visueller Erzählweise so großartig und er macht das so unglaublich meisterhaft. Aber fandst du die Slapstick-Momente nicht teilweise redundant bis hin zur Monotonie, weil halt doch Szenen lange gezeigt werden und Missgeschicke sich auch wiederholen oder zumindest so dieselbe Art von Missgeschicken, weil es eben nicht dieses große eine Action-Szene und da gibt es diesen, wie du schon gesagt hast, diese Erleichterung, dass sich alles auflöst. Ja. Hast du ein Beispiel, wo dich das besonders gematert hat? Also tatsächlich hat es angefangen in der dritten Sequenz, wenn er in diese Handelsausstellung stolpert. Davor fand ich, war der Fokus irgendwie eigentlich sehr stark auf Ulo, wenn er im Flughafen ist und da so ein bisschen orientierungslos herumläuft. Er kommt ja erst in den Filmen, nachdem er schon zweimal für jemanden anders gehalten wurde. Ja, das passt aber natürlich auch so total gut dazu, dass man irgendwie so, ah, na, okay. Das finde ich sowieso toll, weil ich glaube, Jacques Tati versucht hier den Zuschauer ein bisschen zu trollen, ne? Ja, definitiv. Also er steckt andere Schauspieler in sein eigenes Kostüm, lässt andere handelnde Figuren Ulo rufen und er dreht sich um und wir stellen fest, oh nee, das ist er nicht. Ja. Und dann tritt er aber das erste Mal auf, ganz irgendwo im Hintergrund, lässt seinen Schirm fallen, das Geräusch springt uns da drauf und er hebt nur den Schirm auf und geht wieder aus dem Bild. Das ist sein erster Auftritt, also völlig unscheinbar, nichts passiert, eigentlich nicht. Ich hab's verpasst quasi. Tatsächlich, ich hab dann, ah, okay, ah, ah, ah, ja, da ist er, ja. Und es ist bestimmt eine Trollerei, weil Ulo, die Figur des Ulo war damals natürlich schon ein Star und er hat seine großen Filme gedreht, die Ferien des Monsieur Ulo und Mononkel. Genau. Und in diesem Film lässt er sich wirklich Zeit zu sagen, hey, Ulo ist vielleicht nicht unbedingt das Zentrum meiner Filme, sondern alles, was drumherum geschieht. Konzentriert euch mal auch ein bisschen auf andere Sachen. Ja, genau. Ich glaube, das war auch tatsächlich sein Problem damals. Ich glaube, gelesen zu haben, dass er versucht hat, damals diese Figur eigentlich komplett rauszustreichen. Und er hat aber dadurch, dass dieser Film jetzt ein solches Desaster war finanziell, musste er danach noch einen Film machen, wo die Figur Ulo wieder in den Vordergrund gerückt ist und leider, also auch schon gegen seinen eigentlichen Willen, er wollte es eigentlich nicht. Aber, naja, er hat diesen einen Film dann noch gemacht und ich glaube, er hat noch einen für ein Kinderfernsehen gemacht und das war's dann. Also er hat auch, sein Oeuvre ist ja nicht so groß. Ja, genau, relativ überschaubar. Also vor allem das Ulo-Oeuvre, er hat davor schon einiges gedreht, aber tatsächlich eher so als Autor und dann mal Co-Regie gemacht und dann mal hier Regie. Aber tatsächlich sind seine großen Filme, wenn man an die denkt, sind Beginn 1949 mit Tatis Schützenfest. Ja. Und endet eigentlich 1971 mit Trafik, was der letzte große Ulo-Film war. Genau. Und Tatis Herrliche Zeiten ist halt der vorletzte, ne? Ja. Also Playtime, ja, dieser. Ja, und ich würde ihn trotzdem in diese ganze Riege von Chaplin und von Buster Keaton und so setzen wollen, obwohl er eben nicht diese krasse Slapstick, die hat dann in einem Film ein bisschen mehr, aber auch nicht, also er ist immer ein bisschen zurückgenommen gewesen. Aber trotzdem, er hat all diese Trademarks, die sowas braucht, so Slapstick-Humor braucht. Er hat einen speziellen Gang, so dieses neugierige, nach vorn gereckte und auf Zehenspitzen laufende. Chaplin hat das ja eher mit seinem Watschelgang und Buster Keaton hat so sein Stoneface, was so keine Reaktion auf nix, so in der Art. Wie los, Trademark ist vor allem, dass er viel zu groß ist und nicht gerade stehen kann, dass er immer so ein Stück geneigt ist. Man hat immer das Bedürfnis, hat die Figur so gerade zu rücken, dass sie in einem schönen, sauberen 90-Grad-Winkel steht und es passiert einfach nicht. Ich finde es ganz toll, eine ganz tolle Erfindung. Und irgendwie, ja, deswegen gehört er mir auch in diese Zeit und in diese Art und Weise, Komik zu machen, aber eben auch, was ich eingangs schon sagte, eben sehr visionär nach vorne gedacht und nicht, wie viele Slapstick-Komiker eben in ihrer Zeit verhaftet, sondern versucht wirklich nach vorne zu drängen noch. Wie Chaplin das später auch versucht hat, aber eben mit anderen Figuren, nicht mit seinem Trump. Ja, ja. Trump. Du hast Trump gesagt. Trump. Trump. Trump. Trump? Oh mein Gott, nein. Böse Vergleich. Ja, also der Film ist ein einziges Wimmelbild, wie du sagst. Der Flughafen, tatsächlich hat der Flughafen gar nicht so viel Eindruck bei mir hinterlassen. Ich fand den Flughafen toll, um diese Verlorenheit in der sterilen Welt zu symbolisieren. Ja. Weil das ist auch die Szene, wo er wirklich weit weg ist, wo er nicht einfach nur eine totale, quasi auf Augenhöhe auf den Raum hat, sondern ganz oft auch fast diesen Überwachungskamera-Modus von oben steil herab. Und am Anfang denkt man, man ist im Krankenhaus. Ja, es ist tatsächlich, es ist total steril. Es ist eine riesige Halle, es ist wirklich steril und sauber. Und die Menschen bewegen sich auch darin so, das ändert sich nachher. Aber an dem Flughafen hat man das Gefühl, dass alles noch so ein bisschen geordnet ist, alles seinen geordneten Gang geht. Jeder, abgesehen von Ueloh, weiß, wo er hin will. Jeder hat gerade Linien. Wir haben Leute, die das Bild kreuzen von links nach rechts, von rechts nach links und von vorne nach hinten. Aber jeder hat sein Ziel. Jeder hat sein Ziel. Und dann haben wir Ueloh, der eher so ein bisschen entspannter dadurch stolziert. Und wir merken dann ziemlich schnell, glaube ich, dass der Film vor allem auf diese Glasfronten setzt. Und ich finde den Gedanken toll. Also natürlich ist es heute für uns viel selbstverständlicher, dass es so wahnsinnig viele Glasfronten gibt. Aber ich weiß nicht, wie das in den 60ern war, ob da, du hattest technisch eigentlich noch nicht die Möglichkeit, so riesige Glasfronten zu machen. Ich glaube, damals hat dieser Trend so ein bisschen angefangen, dass Transparenz als besonders schick gesehen wurde. Und damit spielt der Film ja auch total gerade in späteren Szenen, wenn wir die Wohnungen sehen, die einfach hinter Schaufenstern sind. Ja, ganz, ich finde gerade diese Szene, aber da kommen wir gleich noch zu. Und im Büro ist tatsächlich auch noch dieser sterile Look, wenn er mit dem Wachmann redet. Er ist in der riesigen Bürohalle, er geht in das Wartezimmer und dann verpasst er seinen Freund und versucht, den zu finden. Und da wird es langsam, da löst sich es eigentlich auch noch nicht auf, weil Ueloh immer noch relativ im Zentrum steht und allein ist einfach. Und dann kommt die Welle, die den ganzen Film mitreißt, wenn Ueloh von dieser Reisegesellschaft zu der Handelsausstellung getrieben wird und es explodiert alles. Und wir haben plötzlich eingewuselt und gewimmelt und das hört dann auch nicht mehr auf. Aber in dieser Reisegruppe gibt es eine Frau, die wir ja trotzdem auch noch ein bisschen herausgestellt bekommen und die quasi eine Rolle spielt. Und neben ihm, im Grunde sind die beiden gleichberechtigt Nebencharaktere. Der Hauptcharakter in der ganzen Sache ist ja eigentlich die Ausstattung. Ja, genau. Definitiv. Ja, auf jeden Fall. Ich habe auch tatsächlich die Frau, es hat ein bisschen gedauert, bis ich tatsächlich gesehen habe, dass sie auch wirklich nicht nur recurring sein soll, sondern auch tatsächlich zusätzliche Identifikationsfigur. Ja. Weil es gibt genug Charaktere, die immer mal wieder vorkommen und die durchs Bild stolpern. Und man denkt, ah, habe ich den nicht schon mal gesehen? Ah, die sehen doch alle so gleich aus. Ja. Und dann irgendwann gibt es so einen Moment, wo ich gemerkt habe, ah, okay, diese Frau spielt nochmal eine besondere Rolle. Sie ist kein Love Interest oder sowas, sondern sie ist halt auch einfach eine Touristin, die durch Paris stolpert. Ja. Wie Ueloh auch. Ja. Und genau, sie ist in dieser Reisegruppe und bei der Handelsausstellung treffen sie eigentlich zum ersten Mal aufeinander oder rauschen, besser gesagt, ineinander. Ja. Und da passiert aber noch gar nicht so viel zwischen den beiden. Nee, überhaupt nicht. Die sind halt einfach in derselben Gruppe von Menschen unterwegs. Ja. Und dann ist es auch der Moment, wo du erstmal, also wo ich zum ersten Mal überfordert war, weil diese Handelsausstellung ist halt einfach ein reines Chaos. Und es wird geplappert und es wird verkauft und da passiert das, da wird ein Produkt vorgestellt. Und dann gibt es diesen tollen Moment, wenn die Tür geöffnet wird und wir sehen kurz den Eiffelturm. Ja. Wie er sich im Glas spiegelt. Oh, ist das toll. Und es setzt auch so eine romantische Musik ein und es ist der absolut krasse Nostalgie-Moment. Du denkst nur, ah, geil, ja, danke, weil Paris. Es soll ja ein Paris spielen. Ja. Und in Paris, du siehst nichts in dem Film aus Paris, außer eben in diesen Spiegelungen. Genau. Und es war drei Mal, ne? Also den Arc de Triomphe finden wir nachher noch gespiegelt und dann den Dom. Mhm. Und das war's, glaube ich. Es gibt diese Spiegelungen, aber die lassen immer einen kurzen Moment des Innerhaltens. Es ist sehr bewusst inszeniert. Die Tür wird aufgemacht, wir sehen die Spiegelung. Eine, die ich noch aufgeschrieben habe und die ist halt auch nicht im Gewusel, deswegen fand ich sie cool. Und deswegen ist sie mir wirklich hängen geblieben, wenn diese Frau ein Foto machen will von der Blumenverkäuferin und das nicht so richtig klappt, weil Leute durchs Bild stolpern. Und dann kommt irgendwie ein hilfsbereiter Typ, der sagt, oh, ich mach von euch zusammen das Foto, obwohl das gar nicht die Intention war der Frau. Aber es passiert halt einfach in diesem Gewusel, weil sie einfach nicht Nein sagen kann. Und dann wird halt ein Foto von ihr zusammen mit der Blumenverkäuferin gemacht. War eine super Szene, aber war halt auch cool, weil sie im Fokus stand, weil nicht so viel drumherum passiert. Ja, die Blumenverkäuferin ist übrigens, ist meiner Mutter dann auch nochmal aufgefallen, die einzige lebendige Sache, die so an Paris erinnert, an dieses alte, an dieses Touristen-Bild. So, alles andere ist grau und da passiert nichts und das ist alles kalt und unwirklich. Während diese Verkäuferin quasi für die Touristen dahingestellt, quasi das einzige, was an Paris noch erinnert. Es gab drei Paris-Bilder und das waren halt einfach mal die Gebäude, die sich in der Tür spiegeln, die auch immer wieder so einen Moment des Innehaltens geliefert haben. Was so ein tolles Konzept ist, finde ich. Die haben halt dann Fotos, dann hast du auch in dem Set und irgendwo gegenüber ein Foto gehabt von Paris an der Stelle und das ist wahnsinnig toll funktioniert. Man fühlt sich dann auch so direkt nach Paris gezogen in dem Moment und denkt so, ach ja, da wäre ich jetzt gerne. Toll, toll, toll, toll. Übrigens, das war tatsächlich das Erste, was mir in dem Film aufgefallen ist, dass der Score von Francie Lemarque fantastisch ist. Ja, das ist auf jeden Fall. Also was für ein toller, Jessica, chaotischer, hektischer Score, der einfach super zur Umgebung passt. Und auch immer mal wieder so ein bisschen die Spitzen Richtung Melancholie findet und Nostalgie eben zum Beispiel in diesem Moment, wenn der Eiffelturm zu sehen ist. Ja. Das ist toll. Ich finde es ganz großartig. Ja, es soll Paris sein. Wollen wir den Bogen mal schlagen? Wir haben eine Top 3. Eine Top 3. Und diesmal kriegen wir sie vernünftig in die Episode integriert. Wahnsinn. Johannes. Jingle. Jingle. Liste. Die Top 3. Top 3. Paris-Filme. Wo es tatsächlich erstaunlich viel zu finden gibt. Man denkt so, das ist so ein enges Thema, aber es gibt wirklich viele Paris-Filme. Es gibt halt einfach viele Filme. Aber auch viele Filme. Also, ich meine, dass ein Film in der Stadt spielt, ist ja eine Sache. Aber es gibt auch unglaublich viele Filme, die die Stadt, in dem Fall halt Paris, wirklich ins Zentrum rücken. Ja, gut. Und zu einem Protagonisten machen, wie du vorhin gesagt hast. In diesem Film, in Playtime, ist eigentlich die Stadt und ist eigentlich die Architektur der Protagonist. Genau. Ist in meiner Liste bei meinen Paris-Filmen gar nicht so krass der Fall. Aber ich habe versucht, Filme zu nehmen, in denen tatsächlich die Stadt im Mittelpunkt steht. Deswegen, es gibt es auch eine Honorable Mention, die ich nicht 100% nehmen kann. Und zwar Jules und Jim von François Truffaut. Einer der großen Liebesfilme der Nouvelle Vague aus dem Jahr 1962. Habe ich dann aber darauf verzichtet, weil der spielt in seinem ersten Teil in Paris. Und bricht dann aber raus und läuft auch an verschiedene Orte. Und dann dachte ich, okay, ja, ist nicht so 100% ein Paris-Film. Dafür steht Paris doch zu wenig im Zentrum. Auch wenn es tolle Paris-Szenen gibt. Okay, aber dann hast du eine Honorable Mention. Hast du noch eine? Ja, ich habe mehrere Honorable Mention. Erzähl mal. Ich hoffe, ich habe keinen von den Filmen, den du dabei hast. Direkt anschließend an Jules und Jim, Die Träumer. Der quasi so eine Liebeserklärung an die Nouvelle Vague ist aus dem Jahr 2003. Von einem Regisseur, mit dem wir uns erst vor kurzem auseinandergesetzt haben. Von Bernardo Bertolucci. Oh. Dem Regisseur von 1900. Okay. Der viele tolle Filme gemacht hat. Und Die Träumer erzählt er aus dem Paris der 60er Jahre. Und zitiert irgendwie eine Mischung aus Drama und Erotikfilme. Und er zitiert dabei aber unglaublich viele Nouvelle Vague-Filme. Und hat da sichtlich Spaß daran. Cool. Okay. Darf ich noch zwei Honorable Mentions? Ja, mach, mach, mach, mach. Alles angucken, liebe Zuhörer. Nochmal Stichwort Nouvelle Vague. Außer Atem von Jean-Luc Godard. Hat es aber auch nicht ganz reingeschafft, weil die Stadt nicht so ganz im Zentrum steht. Aber fantastischer Film. Und zeigt zumindest so auch dieses Verlorensein in der urbanen Moderne. Weil viele Autos fahren durchs Bild. Und es ist hektisch und chaotisch auf den Straßen. Und letztlich meine vierte Honorable Mention ist die Liebenden von Ponneuve, der einen Blick auf die Außenseiter in Paris wirft. Auf die Obdachlosen. Ja. Und damit komme ich endlich zu meinem Platz drei. Tut mir leid. Der auch einen Blick auf die Außenseiter wirft. Ja. Auf die, die im Umkreis von Paris leben, aber nie von der Stadt profitieren und die Stadt auch wie in diesem Film tatsächlich nur mal ausnahmsweise zu Gesicht bekommen. La Henn, Hass aus dem Jahr 1995, der in einem Bonlieue spielt und Jugendliche betrachtet, die irgendwie versuchen klarzukommen im Leben und ständig Ärger mit der Polizei haben. Es geht halt auch um die Ausschreitung damals zwischen Jugendlichen, vor allem mit Migrationshintergrund und Polizei. Und die sich halt irgendwie versuchen durchzuschlagen, aber ständig mit dem Gesetz kollidieren. Und zwar nicht nur, weil sie es schuld sind, sondern einfach auch mal, weil sie permanent mit Rassismus und anderen Vorurteilen konfrontiert sind. Großartiger Film. Der beste Film, der die Schattenseiten von Paris zeigt. Und kein romantisiertes Bild der Großstadt, sondern die Großstadt als Moloch und als Ort, an dem ums Überleben gekämpft wird. Okay. Wow. Ja, meine Filme sind eher die romantisierten Varianten von Paris. Bei mir kommt auch gleich die Romantik. Okay, sehr gut. Ich habe auch eine Honorable Mention und zwar Before Sunset und diese ganzen, alle die drei, ne? Ja, es sind drei, oder? Ja, es sind drei, aber nur Before Sunset spielt in Paris. Ah, okay. Before Sunrise war... Weiß ich nicht genau. Ich habe es einfach nicht mehr... Ja. Aber ich fand dieses Konzept so geil und so wahnsinnig spannend, dass das so aufgegangen ist, dass man einfach nur in der Stadt rumläuft und redet. Ja. Fantastisch. Das ist so krass. Das ist einfach nur ein Quasselfilm, aber super. Richtig toll. Richtig toll. Richtig toll. Ganz großartig. Richard Linklater. Ja. Ja, und zwar jetzt aber mein Platz drei. Moment, ich hätte noch eine Honorable Mention. Aber welcher von den Filmen wird jetzt degradiert zur Honorable Mention? Ähm, äh, äh, ich nehme La Jetée. Oh, ja. La Jetée ist, äh, haben wir schon ein paar Mal angesprochen, der Kurzfilm von Chris Marker, ähm, der nur in Standbildern erzählt wurde. Unbedingt gucken, wenn ihr eben noch nicht geguckt habt von unseren Empfehlungen letzten Male. Unbedingt gucken. Äh, gibt's auf YouTube und, und so. Also, also. Online leicht zu finden. Dauert auch nur eine halbe Stunde. Genau. Ähm, spielt in Paris, aber eben in der Zukunft von Paris in einer zerstörten Stadt, die verzweifelt versucht, in die Vergangenheit zu reißen, um dort die Zukunft zu retten. Ähm, mein Platz drei wäre jetzt, äh, fabelhafte Welt der Amelie. Ich weiß, dieser Film, äh, äh, verursacht Zahnschmerzen. Äh, äh, Blorn nickt. Ja, rede weiter. Äh, ähm, dieser Film hat mir damals, als er rausgekommen ist, ähm, wahnsinnig viel, äh, Freude bereitet und mich wahnsinnig begeistert. Irgendwann habe ich ihn einfach einmal zu oft gesehen. Und dann wird er halt wirklich, dann wird er zu, zu süß. Und dann hat man einfach keine, keine Lust mehr nochmal zu hören, wie wahnsinnig fantasievoll die Hauptdarstellerin ist. Ja. Mein Platz zwei. Ja. Die fabelhafte Welt der Amelie. Ach, wirklich? Ich weiß, er verursacht Zahnschmerzen. Als ich ihn damals zum ersten Mal geguckt habe, hat er riesige Begeisterung in mir ausgelöst. Hat mich wirklich total verzaubert. Und ich glaube, ich habe ihn dann aber auch ein oder zwei Mal zu oft gesehen. Und vielleicht auch ein oder zwei Mal zu oft gehört, wie verzaubernd die Protagonistin und Hauptdarstellerin ist. Ja. Ach, schön, danke, Flo. 2001, Jean-Pierre Genet. Wenn ihr ihn noch nicht gesehen habt, ist wirklich ein Klassiker des französischen Kinos um die Jahrtausendwende. Und wenn man ihn zum ersten Mal sieht und ein bisschen Zynismus und Sarkasmus zur Seite kehrt, ist es wirklich ein wunderschönes Erlebnis. Irgendwo zwischen Tragikomödie, Romantik und Märchen. Ja, genau. Betonung auf Märchen irgendwie. Ja, definitiv Märchen. Ja, aber wirklich, also gesehen muss man ihn auf jeden Fall haben. Man muss ihn nicht 20.000 Mal sehen, so wie ich. Und mit fantastischer Musik. Unglaublicher Musik. Von Jan Thiersen. Jan Thiersen, Y-A-N-N, Thiersen, wie man spricht. Plus mit E-E-R-S-E-R, egal. Ein unglaublich toller Musiker und was der noch für Sachen rausgehauen hat danach. Das ist ja so sein großes Aushängeschild, diese Musik. Aber er hat so viele tolle Sachen danach gemacht. Und so viele andere Sachen. Ja, und so experimentelle Sachen. Oh, ist so lieb. Ich liebe das. Er wird viel zu oft mit dieser romantischen, französischen Paris-Norchalant-Musik in Verbindung gebracht. Dabei hat er teilweise wirklich düsteren und experimentellen Post-Druck gemacht. Großartige Songs, die wirklich einfach mal durch Haut und Knochen gehen. Wahnsinn. Ganz toll. Läuft bei mir rauf und runter. Ja, dann Platz zwei. Mein Platz zwei. Mein Platz zwei wäre dann Midnight in Paris von Woody Allen. Ja. Was ich, ich war so begeistert. Ich war so begeistert. Es ist halt auch romantisiertes Paris und so. Und dann auch noch die Zeitreise zurück in die große Zeit, wo die ganzen Künstler zusammen in Paris sitzen. Ich habe diesen Film nicht gesehen. Ach, du hast ihn gar nicht gesehen. Jetzt kann ich gleich reinwerfen. Oh, okay. Ganz tolle Darstellung von Dali. Von einem Schauspieler, dessen Namen mir nicht einfallen will. Der ganz, ganz toll, irgendwie weiß man sofort, wer gemeint ist. Auch die ganzen anderen Künstler, die sind ganz toll dargestellt. Guck mal, Dali. Wer spielt Dali in Midnight in Paris? Jetzt bin ich gespannt. Oh, das ist doch, Moment. Adrian Brody. Wow, okay. Ich habe immer noch kein Gesicht vorm Kopf. Adrian Brody, okay. Also als erstes würde mir jetzt einfallen, da der Klavierspieler, wofür er einen Oscar gewonnen hat. Oh. Wenn ich mich richtig erinnere. Der Pianist. Wie ist der Film? Und offensichtlich viel mit Wes Anderson gedreht. Ich habe den einfach, ja. Also Adrian Brody ist, glaube ich, ein relativ bekannter Darsteller. Der hat so viel gedreht. Es lohnt sich bei YouTube einfach einzugeben, diesen Namen von dem Schauspieler Adrian Brody und dann Dali. Und da kommt ein Filmausschnitt, der ist großartig, ist einfach wundervoll. Okay. Den muss ich mir anschauen. Du musst dir diesen Film auf jeden Fall anschauen, weil er einfach eine Liebeserklärung an die Kunst in Paris und dann dieses künstlerische, naja, sehr romantisiert dargestellt, aber diesen Schaffensprozess und so. Ja. Okay, cool. Mein Platz 1, ich befürchte so ein bisschen, es könnte auch dein Platz 1 sein. Ein Film, der vier Jahre vor Playtime dieses hektische und konfuse und Gewusel der Großstadt deutlich stärker, meiner Meinung nach, inszeniert hat. Nouvelle Vague, einer, wahrscheinlich sogar mein Lieblingsregistrier der Nouvelle Vague, Louis Mal. Und zwar Sassi Dolle Metro, ein wunderschöner Film zwischen Slapstick, Fantasy, groteske Märchen. Gibt es einen deutschen Titel? Sassi, Sassi fährt Metro? Sassi, im Deutschen heißt er einfach Sassi. Okay, ich kenne den nicht, glaube ich. Den haben wir zusammen geguckt. Haben wir den zusammen geguckt? Den haben wir definitiv zusammen geguckt und Maya war auch dabei. Ich glaube, Katrin war auch dabei, also ganz sicher. Ein kleines Mädchen reist nach Paris zu ihrem Onkel und rennt dann von da weg und läuft durch Paris. Und dieser Film ist eine Komödie, die alles auffährt, was es an experimenteller Filmkunst gibt. Es werden Szenen im Zeitraffer gespielt, es werden Szenen teilweise rückwärts ablaufen lassen. Es finden total surreale Momente statt. Und dieses kleine Mädchen rennt durch Paris irgendwie so zwischen Rotzlöffel und begeisterter... Ich kann es nicht fassen, dass du dich nicht an diesen Film erinnerst. Es tut mir so leid. Der ist so gut, dass es... Und ich weiß, dass... Okay, wenn du dich erinnern würdest, würdest du sagen, ja natürlich, der ist... Ich bin ziemlich sicher, dass wir den zusammen geguckt haben. Ganz fantastischer Film. Albern, absurd, grotesk, liebenswert und durch und durch eigen und besonders. Das ist ein wilder Ritt. Plor, seit wann gucken wir zusammen Filme? Na, seit 20 Jahren, würde ich sagen, ungefähr. Nee, nicht ganz 20 Jahre. Ich wollte einfach nur mal hören, wie du sagst, wir gucken seit 20 Jahren Filme. 20 Jahre, Plor, 20 Jahre. Es sind 15 Jahre, aber... Ja, es sind... Nein, es ist... Ja, es sind 17 Jahre wahrscheinlich. Ja, so roundabout. Ja. Und das Beste ist, sie hat diesen total irren Tag in Paris, wo wirklich nur verrückte Sachen passieren. Am Schluss wird sie von ihrer Mutter abholten, die fragt sie, und wie war es? Und sie sagt, geht so. Toller Film, fantastischer Film. War schön. Okay, gut. Dann werde ich das wohl nochmal nachholen müssen. Also nochmal in Erinnerung rufen. Mein Platz 1 ist ein Kurzfilm. Ich war wahnsinnig verzaubert, aber eigentlich habe ich jetzt gerade rausgefunden, als wir kurz drüber geredet haben, dass es ja gar kein Kurzfilm ist, sondern nur Teil eines ganzen Films. Ich habe damals aber bei der Berlinale das als Kurzfilm in der Kurzfilmrubrik gesehen. Und zwar Paris Je t'aime, der Film, der 18 kleine Filmchen zusammenfügt. Und zwar der Teil von Tom Tickwer mit Natalie Portman, wo sie einen blinden Freund hat und sie ist Schauspielerin, übt ihren Monolog und der Blinde läuft da gerade vorbei. Und der Monolog ist aber so, dass sie groß in Not gerät und er versucht ihr irgendwie am Fenster stehend, kann ich helfen? Hast du irgendwas? Kann ich was tun? Und sie sagt, kannst du nicht sehen, dass ich meinen Text übe? Und dann, so fängt deren Romanze an, weil er irgendwie, sie ist zu spät zu ihrem Vorsprechen und er führt sie durch Paris in einem Affenzahn, kennt die ganzen Abkürzungen. Und der Film fängt aber damit an, dass sie ein Jahr schon zusammen sind oder, weiß ich nicht, irgendwie eine ganze Weile und er angerufen wird von ihr und sie sagt, ja, der Sommer war wunderschön, aber es ist Herbst und vielleicht sollten wir das Ganze beenden. Und sich dann am Ende des Films wieder rausstellt, dass es eigentlich auch nur ein Monolog von ihr war, den sie geübt hat. Sie ruft dann wieder an und sagt, du hast plötzlich aufgelegt, was war denn los? War das gut so? So war es believable. Cool. Ganz, ganz, ganz toller Kurzfilm. Ich habe mich so gefreut darüber und der hat mich immer wieder begleitet und ich habe immer wieder gesucht nach diesem Kurzfilm. Und es ist schön, dass ich das jetzt weiß, dass der in dieser Zusammenstellung ist. Voll cool. Cool. Mein Platz eins. Da haben wir tatsächlich ganz viele tolle und sehenswerte Paris-Filme zusammen. Wahnsinn. Ja. Ob es genauso viele Istanbul-Filme gibt? Ich weiß nicht. Und tatsächlich auch alles Paris-Filme, bei denen ich einfach mehr Freude hatte als an Playtime. Was so ein bisschen schade ist, weil ich total sehe. Ich sehe doch, was er will. Ich sehe, was er macht und ich finde es auch total großartig. Ich finde es wirklich, ich finde es einfach verdammt mutig, einen Film so zu machen. Und ich finde es total, es verdient absolut Respekt. Also, Jacques Tati hat als Filmmacher hat meinen ganzen Respekt für seine Ausstattung, für seine Art der Inszenierung, für seinen Mut, Experimente einzugehen. Aber der Film hat mich einfach nicht gepackt gekriegt, weil er mich zu sehr gestresst hat. Weil er mir einfach, und wo man mir als letztes genau bei dieser Handelsausstellung, da war es, das war halt der Moment, wo der Film mich irgendwie, ja, er ist mir einfach so ein bisschen auf die Nerven gegangen. Das hat dann in der nächsten, im vierten Setting hat das dann nochmal ein bisschen nachgelassen, wenn wir die Apartments sehen am Abend. Weil einfach alles wieder ein bisschen ruhiger wird. Und da gab es auch wieder einige Momente, die ich wirklich lustig fand. Und zum Beispiel, wenn Ueloh aus dem Bus aussteigt und sich an der Lampe eines anderen Fahrgastes festhält, die er für eine Fahrstange gehalten hat, offensichtlich. Ja, das machen ja alle im Bus, ne? Alle stecken ein und halten sich an dieser Stehlampe fest. Das ist großartig. Und Ueloh ist der Letzte, der dann, wenn sie aussteigen, und es ist kein, ein Chaplin hätte das jetzt inszeniert, dass das zu einer großartigen Verfolgungsjagd wird und viel Ärger oder so. Aber der Herr mit der Lampe sagt einfach nur, pardon, Monsieur, das ist meine Lampe, bitte. Und Ueloh, oh, und lässt los. Und damit ist die Szene aufgelöst. Ja, ganz toll. Ich finde das super. Dieses Zurückgenommene finde ich großartig. Und ich finde es dann auch toll, wie die Wohnungen gezeigt werden. Ja, der Wahnsinn. Natürlich so radikal Transparenz. Und die wohnen einfach im Erdgeschoss mit diesen riesigen Glasfassaden und jeder kann in ihr Wohnzimmer gucken. Und das Schöne ist, die Fassaden, die sind ja alle gleich, die Wohnungen. Und dann haben die an der gleichen Wand quasi, aber aneinander gegenüber, den Fernseher an der Wand. Und dann geht die Kamera so dazwischen und man sieht, man hat den Eindruck, dass beide Wohnungen eigentlich zusammengehören, dass da keine Wand dazwischen ist. Sodass dann beide aufeinander zustarren, weil sie Fernseher gucken, aber man sieht den Fernseher nicht mehr. Und auf der einen Seite fängt der eine an, sich die Jacke auszuziehen. Und auf der anderen Seite schicken die ihr Kind ins Kinderzimmer. Es ist toll damit gespielt. Es ist so großartig, diese Zusammenhänge, die dann hergestellt werden, die so zufällig eigentlich sind. Auch wenn der Mann im einen Apartment und die Frauen im anderen Apartment am Schluss nur noch alleine übrig sind und sich dann anfangen auszuziehen. Wir haben plötzlich so eine sexuelle Konnotation, als ob sie sich jetzt auch für den Beischlaf vorbereiten würden. Es ist so toll. Also ich finde, genau solche Highlights ist, der Film reiht ein Highlight an das andere. Man muss halt irgendwie durch die Zwischen-, also durch den Tunnel durch zum nächsten Highlight. Man verpasst die Highlights aber auch, ne? Ja, natürlich. Es gibt einfach Highlights, die man verpasst. Ich weiß genau, dass ich ganz viel nicht gesehen habe, was da passiert ist. Definitiv, ich kann dir meine Liste geben. Ich habe ganz, ganz, ganz viel aufgeschrieben. Ich kann das nicht alles abarbeiten, aber es ist einfach so viel Tolles drin. So viele tolle, absurde Situationen. Ich liebe es. Und am krassesten fand ich es dann tatsächlich im Restaurant, wo wirklich unfassbar lange kein Udo zu sehen ist. Es wird vorbereitet, es wird gegessen und Kellner bringen Menschen zu ihren Tischen. Und Stühle werden verrückt und die Stühle sind auch irgendwie so ein bisschen unbequem. Ein Fisch wird mehrmals gewürzt und auch überwürzt, weil jeder von den Bediensteten verpasst hat, dass der schon gewürzt wurde. Und das sind so die Highlights, die ich da aufgeschrieben habe. Mehr habe ich nicht aufgeschrieben, obwohl da so viel passiert. Es ist unglaublich. Es ist so ein Chaos. Die Leute rennen durcheinander und quatschen durcheinander. Und du merkst einfach nur noch, das ist diesen Stress, den ich habe. Ich meine, wenn ich das haben will, dann gehe ich ins Ringscenter oder so. Das ist genau der Stress, den man hat, wenn man in einer Großstadt irgendwo, wo es crowded ist, hinläuft. Wenn man über einen Alex läuft und gerade viel los ist oder so. Also ich muss zugeben, dass diese 45 Minuten Restaurantszene tatsächlich der schwächere Teil des Films ist, finde ich. Weil er sich dann doch zu viel Zeit dort nimmt und du kein neues Visual Interest Ding hast. Du hast keinen neuen Input so richtig. Ja, es passiert so viel. Und es passiert auch so viel, wo man gar nicht genau weiß, woran setzt das gerade an. Man merkt, da ist eine lustige Szene, da muss da vorher irgendwas passiert sein, was zu diesem Gag geführt hat. Aber ich habe es nicht gesehen, weil ich gerade damit beschäftigt war, zu gucken, wie die Leute tanzen wollen und ständig Essen hingestellt kriegen und deswegen nicht tanzen können. Also habe ich verpasst, was links im Bild passiert. Hilfe. Und während ich darüber nachdenke, ist rechts schon wieder was passiert. Und irgendwann habe ich einfach nur noch diesen Affen im Kopf, der aufs Becken schlägt, weil ich einfach nicht mitkomme und auch abschweife tatsächlich. Ich habe die ganze Zeit das Bedürfnis, Where's Waldo zu spielen. Ja, genau. Genau das ist es aber. Und man sucht nach Ulo und Ulo taucht ganz lange nicht auf in diesem Restaurant. Ja, ja. Aber es gibt wirklich ganz tolle Ideen, wie zum Beispiel, dass der Typ, der immer die Tür öffnet, irgendwann innerhalb dieser Sache geht die Tür kaputt. Aber es ist ja eine Glastür gewesen. Das heißt, er kann eigentlich den Griff genau an die Stelle ranhalten. Und man sieht nicht, dass die Tür nicht existiert, weil es einfach alles Glas ist. Und dann tut er so, als ob er sie öffnet, indem er einfach nur den Knauf dann einmal so entsprechend aufmacht. Übrigens der einzige laute Slapstick-Moment und wirklich klassisches Slapstick-Moment, wenn die Tür kaputt geht. Es geht einmal, es geht eine Glasscheibe zu Bruch und wir denken, wow. Ja. Das ist das Krasseste, was so passiert, ja. Und es hat auch kein großes Aufregen. Also Ulo wird nicht drangsaliert deswegen. Nö, nö. Ich meine, sie wissen ja auch all, dass die Architektur schuld daran ist, was da passiert. Und er kommt dann halt einfach nur mit dem Cashoff und Besen, räumt das auf und flucht ein kleines bisschen. Aber das war es dann auch. Hast du übrigens bemerkt, dass er vorher noch in diesem, da war so eine Art Reisebüro oder sowas, auf jeden Fall Plakate, Werbung von verschiedenen Reisezielen im Hintergrund, was man eben verpassen kann. Aber eines der großen Highlights für den Hintergrund fand ich, Plakate von Moskau, von Rio, wo man überall hin kann und das Motiv ist alles das gleiche. Es ist alles ein graues Hochhaus. Nicht gesehen. Nein, genau. Das ist es so. Ja, verpasst. Und das ist so großartig. So ein toller Kommentar auf diese Uniformisierung der ganzen Welt durch die Globalisierung, weil alles immer noch gleich. Also du hast überall McDonalds und du hast überall Kentucky Fried Chicken und das war's. Also im Grunde sieht alles gleich aus dann nur noch. Ja. Und diese Angleichung von Kulturen, ich fühle es super. Ja, es ist der Film, genau, er zeigt die ganze Zeit diese Sterilität und es ist auch, tatsächlich werden die Orte austauschbar, wenn man einfach, wenn man andere Möblierungen reinstellt. Ja, genau. Es ist alles, alles dieser krasse, brutale, modernistische Bau mit großen Glasfassaden und alles ausufern und gleichzeitig trotzdem labyrinthisch, dass man verloren geht. Ja, genau. Ich finde ganz toll. In dem Office, da gibt es diese, die sind alle irgendwie so in Kuben zueinander orientiert. Das heißt, du kannst im Grunde sehr sklavisch gerade alles, bist du angeordnet. Und dann hast du aber in der Mitte diese Sekretärin, die da genau in der Mitte sitzt und Ulo kommt auf sie zu, prägt sich also ein, ah, okay, hier bin ich, an diesem Punkt bin ich also, geht einmal um sie drumherum, aber sie dreht sich, was er nicht mitbekommt. Und womit er wieder völlig verwirrt ist, wo bin ich jetzt eigentlich, sie hat doch da gerade noch dahin geguckt, wie komme ich jetzt da wieder vorbei. Das ist tatsächlich, das haben wir auch diese Momente, wo wirklich Ulo vor allem sich einfach verirrt und weil alles gleich aussieht und weil eine einfache Veränderung des Setups für totales Chaos sorgt. Und ich bin so beeindruckt, wie du das schaffst, das alles im Kopf vorher zu, weil der Film muss 100% geplant sein vorher. Du kannst es nicht improvisieren, weil das ja alles gebaut werden muss. Das heißt, er muss das alles im Kopf gehabt haben. Wie kannst du Visual Gags erfinden mit etwas, was noch nicht da ist? Ich bin wahnsinnig beeindruckt. Total krass. Kann ich total gut verstehen. Ich bin auch beeindruckt. Ich bin nur nicht amüsiert. Und das ist halt wirklich schade. Ja, vielleicht ist es auch, was vielleicht mich auch ein kleines bisschen stört, aber das gehört zur Figur Li Ulo, dass er so durchs Leben stolpert. Es passiert ihm alles. Es passiert ihm alles, definitiv. Er hat ja keinen eigenen Willen quasi. Der einzige Wille, den er wirklich hat, ist am Ende noch dieses Geschenk für diese Frau zu kaufen. Und er ist erfolgreich und ist so glücklich darüber. Wie so kleine Dinge einem dann Freude bereiten. Aber es ist auch merkwürdig, weil sie ja keine richtige Beziehung zueinander hatten. Also ihre Beziehung zueinander ist so nichts. Sie sind keine irgendwie groß formierten Charaktere, wo man denkt, ah, finden sie sich, entwickeln sie Sympathie zueinander, sondern sie stolpern halt abends übereinander. Und es gibt dann auch diesen netten Moment, wenn sie Klavier spielt und er ihr den Wein gibt. Und dann gehen sie auch zusammen in diese Bar. Aber es ist alles so, ja, es passiert halt irgendwie. Und eigentlich, ja, sie sind einfach nicht genug im Zentrum, als dass wir irgendwas über sie erfahren würden. Also du hast keine emotionale Beteiligung an diesen Charakteren. Ist klar, du willst nicht unbedingt, dass die jetzt zueinander finden. Beziehungsweise vielleicht willst du es schon, damit endlich was passiert. Aber es würde auch nicht zu dem Film passen. Es würde nicht zum Film passen, genau. Es passiert halt die ganze Zeit was und gleichzeitig passiert irgendwie nichts. Und das ist toll und beeindruckend, wirklich. Aber ja, es ist so schwierig, da dran zu bleiben dann. Und es ist so schwierig, da nicht mit den Gedanken abzuschweifen. Und die Details zu erkennen, es gibt ja keine wichtigen Details. Es ist alles gleich wichtig. Mir ist alles gleich wichtig. Und Ueloh ist auch irgendwie, Ueloh ist natürlich keine Figur, keine Persönlichkeit. Sondern Ueloh ist eigentlich die Verkörperung unserer Orientierungslosigkeit in diesem Großstadtdschungel. Wir sind genauso verloren wie Ueloh und alle anderen. Und wir werden halt rumgetrieben und stolpern rum und werden dann angeschrien und wissen nicht warum. Die Zähne, die ich überhaupt nicht verstanden habe, wenn er am Anfang in dieser Handelsausstellung ist und der Verkäufer ihm was verkaufen will. Und dann plötzlich zu so einem kolorischen Vortrag ausholt und mit Wut die Tür hinter sich zuschlägt. Ich erkläre dir den Witz mal kurz. Oh ja, bitte. Er hat ja beschlossen, dass er jetzt mehrere Schauspieler mit seinem Mantel und seinem Hut und seiner Pfeife ausstattet. Ja. Und da gab es einen Schauspieler, den er durch die Szenerie geschickt hat, der sich wie ein Rüpel benommen hat. Der von einem Aussteller zum nächsten gegangen ist, um dort einfach durch die Sachen durchzugehen, irgendwelchen Kram mitzunehmen und Zeug zu machen. Ich weiß, das ist im Wimmelbild untergegangen. Das habe ich komplett verpasst. Ich habe davon nichts mitgekriegt. Aber dieser Typ hat dann eben noch so einen Schal, den unser Ulo nicht hat und wird aber trotzdem eben beschrieben als großer Typ mit Hut und mit Pfeife und mit Schirm in der Hand. Weswegen der Chef von diesem einen Aussteller-Dingens da eben das Chaos in seiner Box da ihm zuschreibt, unserem Ulo zuschreibt, weil er den verwechselt mit dem anderen. Und deswegen schreit er ihn an. Und das Witzige daran ist, dass dieser Typ eine Tür hergestellt hat, die, wenn man sie hinter sich zuwirft, kein Geräusch macht. Weil diese ganze Welt darauf aus ist, möglichst glatt irgendwie zu sein. Und es macht kein Geräusch mehr. Und das ist toll, weil er sich so wahnsinnig aufregt und die Tür hinter sich kraftvoll zuwirft. Und wir haben nicht mal das Geräusch, das zufriedenstellende Geräusch einer klappernden Tür. Das ist fantastisch. Und das wäre so toll gewesen, wenn ich das mitgekriegt hätte. Und ich habe mir wirklich Mühe gegeben. Ich finde, ich bin jetzt nicht so jemand, der bei Filmen Sachen verpasst. Aber es war einfach zu viel. Ich habe davon nichts mitgekriegt. Diese ganze Story, die du jetzt erzählt hast, die ist komplett untergegangen in all dem anderen, was passiert. Weil wir einfach nur diese Totale haben, wo Leute über diese Handelsmesse wuseln. Ich habe nichts davon mitgekriegt. Die ist komplett an mir vorbeigegangen. Eine tolle Geschichte. Lass uns den nochmal zusammen gucken. Also er hat einfach wahnsinnig viel da reingepackt. Und das alles überlagert durch einen Soundtrack, der keinen Fokus auf bestimmte Sachen legt. Manchmal auf bestimmte Geräusche, aber eigentlich nicht. Und auch seine Bilder sind total fokusfrei, fokusbefreit. Deswegen lohnt es sich eben, den Film ein paar Mal zu sehen. Und würde ich jedem empfehlen. Und ich würde das einfach mal als Challenge raushauen. Ja, Challenge ist gut. Wie viele Visual Gags finde ich in diesem Film? Du hast eine Liste? Naja, ich habe ein bisschen mitgeschrieben mit den schönsten Sachen, die ich halt toll fand. Aber das kann ich jetzt hier nicht. Das ist viel zu lang. Das ist viel zu viel. Also. Ich glaube tatsächlich, es ist ein Film, den man unbedingt gesehen haben sollte. Ich glaube, es ist ein Film, der beim ersten Mal keinen Spaß macht. Ich glaube, es ist ein Film, den ich noch ein paar Mal gucken muss. Und ich bin mir sicher, dass er mir mehr Spaß machen wird, wenn ich ihn öfter gucke. Es gibt ja so dieses Klischee von sich Musik schön hören. Ja, stimmt. Und das ist vielleicht ein Film, den man sich schön gucken muss. Aber das soll überhaupt nicht negativ sein. Ich respektiere total, was dieser Film da macht. Ja. Und ich war wirklich beeindruckt davon, es ist wirklich eine andere Art zu erzählen. Ich habe so eine Art zu erzählen noch nicht gesehen. Und ich habe, wie gesagt, mit meinem Vater auch Hülo-Filme gesehen. Und da blitzt das so ein bisschen raus, aber es ist nicht so konsequent umgesetzt wie da. Und es ist wirklich krass, dass es... Also ich finde es allein schon deswegen toll, dass ich jetzt einen Film entdeckt habe, der nochmal komplett eine Geschichte ganz anders erzählt, als ich überhaupt gedacht habe, dass es möglich ist. Aber Spaß gemacht hat er mir, wie gesagt, eher nicht. Und er hat mich eher angestrengt. Es gab lustige, tolle Momente. Viel Respekt, wen ich liebe. Okay. Ich glaube aber, du hast vollkommen recht. Das ist ein Film, den man sich schön gucken kann. Und vielleicht auch sollte, weil die Belohnung wirklich sehr groß ist. Ja. Wenn man ihn wirklich dann kennt und beim zweiten Mal gucken dann schon weiß, ich muss mich nicht darauf konzentrieren, was will mir der Film erzählen, sondern ich weiß schon, wo es lang geht. Kann ich genießen, was da alles passiert. Und das ist einfach toll. Und ich möchte gerne noch über das Ende reden und dann können wir diesen Film zur Seite legen. Weil das Ende gehört zum absoluten Highlight, finde ich. Zum absoluten, absoluten, großartigsten Highlight dieses Films. Wie er den Kreisverkehr darstellt, der dann am Ende noch passiert. Du hast da einen Kreisverkehr, man stelle sich einen Kreisverkehr vor, in drei Spuren, wo überall Autos sind, die einfach nur im Kreis fahren. Also es fährt keiner raus oder so, sondern die laufen da halt alle im Kreis. Und das ein paar Mal. Und das ist sehr ausgewalzt über einen längeren Zeitraum. Ja. Aus allen Perspektiven. Und mit Jahrmarktsmusik drunter. Ja. Sodass der Eindruck entsteht, dass du ein Kettenkarussell hast oder sowas. Oder mit so Pferden, die hoch und runter gehen. Weil er auch das imitiert durch zum Beispiel eine Frau, die auf dem Motorrad hinten drauf bei jemandem fährt und dann immer hoch und runter wippt. Und man sich fragt, hä, was soll das denn? Aber dann durch die Jahrmarktsmusik ergibt es plötzlich Sinn. Und dann hast du einen Blick auf eine Autowerkstatt, wo das eine Auto gerade hochgefahren wird, während das andere gerade runtergefahren wird. Auch so typisch wie diese Pferde bei diesen Karussellen hoch und runter. Und dann wirft der Typ tatsächlich noch eine Münze in den Parkautomaten und das Karussell dreht sich weiter. Toll, oder? Fantastisch. Ich hab's nicht gesehen. Und das hast du ganz viel. Der hat ganz viele Anleihen aus dem Jahrmarkt. Ja. Und das ist so großartig zusammengebaut. Also das, allein das muss man einmal in voller Länge gesehen und genossen haben. Ich mochte ja sehr diese Momente, in denen sich der Bus im Fenster spiegelt und der Fensterputzer kippt das Fenster runter, um sauber zu machen. Der Bus wird dann halt einmal runtergekippt und das sieht super aus. Toll, ganz toll. Toll, das Bild visuell wirklich beeindruckend. Und dann auch noch die Geräuschebene. Dann haben sie noch die Frauen, die machen, während es einmal gekippt wird und dann wieder zurück. Super. Also tolle Ideen auf jeden Fall. Ja. Und ja, es ist auch eine schöne Konklusion für diesen Film. Ja. Auch dann, er fadet dann einfach aus. Es wird Abend, wir sehen den Verkehr, es wird Nacht, wir sehen mehr Verkehr, Verkehr, Verkehr, Verkehr. Genau. Ende. Ende. Und man denkt sich, uff. Das, was ich heute, glaube ich, schon zwei, dreimal gesagt habe. Uff, uff, uff. Geschafft. Schön. 120 Minuten, zwei Stunden geht der Film. Und es ist wirklich, es ist anstrengend. Du hast gesagt, es ist eine Challenge. Ja. Definitiv. Ich bin froh, dass ich die Challenge eingegangen bin. Und ja, dieser Film hat definitiv meinen Horizont erweitert. Schön. Das freut mich sehr. Ach. Natürlich nicht auf die Art, von der ich gehofft hätte, dass du jetzt am Ende dann auch noch so begeistert bist wie ich. Aber ich hätte, weil die Erzählweise ja sehr langsam ist und so, hätte ich fast erwartet, dass es ein Film von dir sein müsste, der dann kommt. Weil ich ja eher derjenige bin, der sehr gerne kurzweilige und schnellere Filme mag. Aber deswegen habe ich auch ein bisschen gehofft, dass es auf deiner Welle schwimmt. Könnte es auch. Ich bin nicht begeistert, ich bin beeindruckt. Ich bin wirklich beeindruckt von diesem Film. Und wie gesagt, ich habe total viel Respekt dafür, was da passiert. Und ich sehe, was der Film will. Und er ist dabei auch total erfolgreich. Es war einfach ein Brocken. Ja. Okay, also in Episoden gucken. Immer so halbe Stunde und dann Kaffee machen. Und bietet sich ja auch an. Das sind sechs Sequenzen. Das sind schlanke 20 Minuten pro Sequenz. Abgesehen von der Restaurantszene, die halt einfach mal sehr viel Zeit frisst. Das stimmt. Ja, gerne. Also Episoden gucken und dann schickt uns gerne Feedback, wie ihr den Film fandet und inwiefern ihr ihn verdauen konntet. Und auf welche Art und Weise. Vielleicht gibt es so eine Top 3 der Möglichkeiten, diesen Film zu gucken. Das glaube ich auch. Schön. Du musst mir bitte eine Update geben, wenn du den Film nochmal gesehen hast. Ja, mache ich auf jeden Fall. Ob es für dich besser wurde. Dann live vor dem Mikro. Live vor dem Mikro, sehr schön. Mal schauen, wann ich die Nerven habe, den nochmal zu gucken. Aber ich bin mir sicher, ich will ihn nochmal schauen. Das hat er nämlich auch geschafft. Er hat, obwohl ich ihn anstrengend fand, obwohl ich froh war, dass er dann vorbei war, hatte ich gleich danach das Gefühl, wow, den müsste ich eigentlich nochmal gucken. Aber vielleicht lieber morgen. Okay. Gut. Das heißt, du hast ihn gestern gesehen. Nein. Du hast ihn nicht morgen nochmal geguckt. Na toll. Dieses vielleicht lieber morgen ist ein universelles vielleicht lieber morgen. Das ist so. Ich sollte hier mal aufräumen. Vielleicht lieber morgen. Ich glaube, du kennst das auch. Nein. Das Prokrastinationsmorgen. Guckst du gerade in meine Küche und sagst, ich glaube, das kennst du auch mit dem lieber morgen. Eine abstrakte Zukunft, so wie Tatisi beschreibt. Ja. Okay. Das ist ein schönes Schlusswort. Ja. Vielen Dank, Plot, dass du den Film geguckt hast. Vielen Dank, dass du ihn mir gezeigt und vorgeschlagen hast. Ich bin wirklich froh, diesen Film gesehen zu haben, auch wenn ich viel über ihn gelästert habe gerade. Toll. Okay. Sehr schön. Dann machen wir jetzt eine Pause. Und danach geht es weiter mit Kubrick. Cool. Na dann. Bis gleich. Willkommen zu Teil 2. Ja. Mit einem deutlich kürzeren und schlankeren Film. So deutlich kürzer? Ja. Ist mir gar nicht aufgefallen. Echt? 85 Minuten. 85 Minuten? Ja. Na sowas. Okay. Na gut. Ja. Und er erzählt ein bisschen mehr als in zwei Stunden der andere. Ja. Definitiv. Das auch. Aber schauen wir uns doch mal an. Sehr schön. Und zwar, die Rechnung ging nicht auf. Die Rechnung ging nicht auf von Kubrick. Aus dem Jahr 1956. Regisseur Stanley Kubrick kennt man vor allem als strengen und präzisen, in seinem Perfektionismus oft tyrannischen Autorenfilmer, der in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts große Meisterwerke des amerikanischen Kinos geschaffen hat. Egal ob seine Filme im Weltraum, im Krieg, im historischen Setting oder in einer dystopischen Zukunft spielen, sie besitzen immer etwas Epochales, Monumentales. Und zugleich etwas Kaltes, Steriles, was ihnen eine gewaltige und gewalttätige Größe gibt. Sein Frühwerk und dritter Langfilm, The Killing, zu deutsch, die Rechnung ging nicht auf, aus dem Jahr 1957, besitzt wenige dieser Trademarks. Die Geschichte eines perfekt geplanten Überfalls auf die Geldreserven einer Pferderennbahn ist Palp der alten Schule. Ein kleiner, dreckiger und roher Film, der kein Kram fett zu viel auf den Rippen hat. Kubrick gestaltet hier einen makaberen Thriller zwischen Film-Noor und Gangster-Ballade, der vor allem durch seine verschachtelte Struktur einen nicht zu leugnenden Einfluss auf den postmodernen Gangster-Film eines Guy Ritchie oder Quentin Tarantino hatte. Kein typischer Kubrick, aber dennoch ein spannender Genre-Film. Was denkst du, Johannes? Ich gehe jetzt zurück ins Studio. Irgendwie haben wir jetzt immer diese Fragen an den anderen am Ende unserer. Das ist aber ganz gut, um so ins Gespräch reinzukommen. Und ich habe gemerkt, bei dir gibt es einen Pattern, du antwortest öfter mal mit Gegenfragen, was voll unfair ist. Einfach den Ball so pong zurückzuspielen. Verdammt. Ich habe jetzt gelesen, du musst jetzt was sagen. Okay, ich finde, dass dieser Film halt leider wirklich sehr wenige von den Kubrick-Sachen mit vereint und deswegen mich ein bisschen fast gelangweilt zurücklässt. Gelangweilt? Ja, fast. Also das furchtbarste Urteil, was man es überhaupt einem Film geben kann, ja war ganz okay, aber weiß ich jetzt nicht. So, ne? Man kommt gut durch den Film durch und man guckt sich das an, aber irgendwie frage ich mich die ganze Zeit, hm, ja, aber hat mich das jetzt, irgendwie musste ich das jetzt wissen? Weiß nicht. Hat mir der Film irgendwas erzählt, was ich noch nicht wusste? Ja klar, ich kannte die Geschichten nicht, aber hat mir der irgendwas Wesentliches erzählt? Hat er mir eine Botschaft mitgegeben? Irgendwie nicht. Ne, definitiv. Würde ich dir zustimmen. Es ist ein Film, der ohne Botschaft und auch ohne Moral funktioniert. Es ist ein Film, der keinen großen philosophischen Überbau oder Unterbau hat, sondern es ist wirklich eine kleine Geschichte. Und ich hab die ganz in der Tradition eben von diesen Pulp Fictions, nicht dem Tarantino-Film, sondern wirklich den klassischen Pulp Fictions rezipiert. Ja. Und an diesen hab ich einfach Freude. Also ich muss sagen, dass ich an dieser Noir-Anleihe, die er hat, also die hat er auch, das ist zweiter. Da hab ich sehr viel Freude dran. Das find ich wirklich toll. Das betrifft vor allem die Inszenierung, ne? Ja. Die Kamera und das Spiel mit Licht und Schatten, das ist ganz fantastisch. Ganz fantastisch, ja. Auch teilweise einige so Orson-Wells-Vibes hab ich die ganze Zeit gespürt. Ja, genau. Ja. Dieses, ähm, auch ein gutes Stück. Also er ist halt kein Noir-Film, weil er dafür eigentlich zu brutal ist und zu direkt ist und zu dreckig ist. Hm. Okay. Also er ist deutlich dreckiger, find ich, als so diese, diese Bogart-Klassiker, die man so kennt. Die haben auch versiffte Charaktere. Aber das Krasse, weil die Rechnung ging nicht auf, ist nochmal, dass er wirklich komplett auf Sympathieträger verzichtet. Ja, aber sowas kann man komplett. Wir haben eigentlich nur unsympathische Menschen, die was Unsympathisches machen. Ja. Und trotzdem ist es ihnen gelungen, mich da hineinzuziehen. Vor allem, was dann natürlich spannend ist, wenn die Charaktere alle unsympathisch sind, dass man irgendwie trotzdem will, dass es klappt. Ja, definitiv. Und das tut man, ne? Und das will man. Irgendwie schon. Was ich mich gefragt habe die ganze Zeit ist, warum zur Hölle nennt man einen Film, die Rechnung ging nicht auf? Das ist wie, als wenn ich den Miss Marple-Film genannt hätte, der Arzt, der die Frau im Zug umbringt. Der Arzt war der Mörder. Ja, genau. Das frage ich mich auch tatsächlich. Was ist das für ein Titel? Was soll denn das? Ich finde tatsächlich, es ist wirklich ein cooler Titel irgendwie. Ich mag tatsächlich diesen Titel. Es gibt deutsche Synchrontitel, die ich ganz schrecklich finde. Ja. Ich finde den irgendwie galant und ich finde, der trifft auch so ein bisschen den Nerv des Films ganz gut. Ja, aber erst, also er verrät das Ende. Ich weiß sofort, okay, die Rechnung wird nicht aufgehen. Ja. Das ist doch blöd. Ja, das stimmt. Und der Film ist ja nicht darauf ausgerichtet. Also wenn der Film, es gibt ja genug Filme, die von Anfang an sagen, okay, dahin geht es. Aber der Film will das ja nicht. Der Film will eigentlich, dass der Zuschauer denkt, na mal schauen, ob sie es schaffen oder wie kriegen sie es hin und wie machen sie es und wer wird vielleicht auf der Strecke bleiben. Aber wenn du von Anfang an weißt, diese Rechnung geht nicht auf, ist das scheiße. Ich finde tatsächlich, dieser Film hat von Anfang an, und das fand ich total spannend, das Scheitern in sich getragen. Nicht nur durch den Titel, sondern auch durch die Charaktere, die diesen Film bevölkern. Ja, aber. Das sind irgendwie so sechs Hauptcharaktere. Ja. Und das sind alles gescheiterte Existenzen und das sind alles Versager. Ja. Und zwar einige im großen Stil, andere im kleinen Stil, aber letzten Endes sind es alles irgendwie Menschen, denen man ihre Abgelebtheit, ihr Scheitern ansieht. Ja. Insofern passt es natürlich zum Film. Also insofern ist der Titel des Films im Grunde ja sehr passend und unterstützt das Grundgefühl des Films irgendwie. Aber ich will ja die Pointe nicht vor dem, der Witz darf sowas ruhig mittragen, das Ende. Und viele Sachen sind ja witzig, gerade weil das bei rauskommt, was man erwartet hat. Aber du willst ja die Pointe nicht vorwegnehmen. Irgendwie, weiß ich nicht. Naja. Liebe deutsche Titelgeber. Ja, vielleicht. Ja. Aber ich fand tatsächlich, für mich war der Kern des Films gar nicht so sehr, ob sie es schaffen oder nicht. Dafür ist auch das Ende zu unklimaktisch erzählt. Ja. Also der Film baut das nicht so schlimm auf, dass am Ende so ganz dramatisch das Geld wegweht und so. Nee, es passiert halt. Irgendwie passiert es halt. Ja. Und das ist schon gut. Für mich war der Kern des Films tatsächlich, diesen Menschen dabei zuzusehen. Wie sie was wirklich, eigentlich ein klassisches Verbrechen planen. Und wie sie sich dabei abgefuckt und scheiße verhalten. Und wie sie dabei sich selbst auch nie so 100% trauen. Ja. Ich habe als Kind, tatsächlich eher so als Kind, habe ich diese Pulp Novels, habe ich wirklich gemocht. Ah. Und zwar so diese kleinen Heftchen, die es am Bahnhofskiosk gibt. Damals, als es noch sowas wie ein Kiosk gab. Und die halt, keine Ahnung, 50 bis 100 Seiten haben und die knackige kurze Geschichten erzählen, ohne sich viel mit psychologischen Feinheiten aufzuhalten, mit Charakteren. Und diese Dinger, die am Fließband entstanden sind, wo du schon weißt, der Name des Autoren ist ein Pseudonym und steht entweder für ein Autorenteam oder für einen Autoren, der mit seinen guten Sachen nicht genug Geld verdient. Ja. Und manchmal waren auch Perlen darunter und ich mochte auch einfach diese Vielfalt. Also natürlich waren viele Thriller in diesem Pipe-Format publiziert, aber auch Horror-Geschichten. Ich weiß, ich habe, keine Ahnung, mehrere Vampir-Geschichten gelesen, die eigentlich alle gleich waren. Ja. Und halt alle, wo so klar war, die Story erzählt, was man kennt. Ja. Und es geht nicht darum, die Charaktere zu begreifen. Es geht nicht darum, sich überraschen zu lassen, sondern man saugt das einfach in sich auf, weil es so eine gewisse Dramatik hat. Und so eine gewisse dreckige Dramatik. Ja. Und dieses Gefühl, das ich damals hatte bei den Büchern, das hat der Film auch vermittelt. Und das hat der Film wirklich hervorragend vermittelt. Auch diese Kombination aus wirklich Straffen, Heruntererzählten. Das wird jetzt allein durch den Narrator, wird das total krass. Wir haben hier diesen Erzähler, der fast wie so ein Nachrichtensprecher. Ja, ich hatte an so einer Polizei so einen Bericht einfach. So, vor dem Bericht wird nochmal verlesen. Und das und das ist passiert. Das sehen Sie Menschen am Abgrund. Wir sehen, wie der und der das und das macht. Um Punkt 8 Uhr ist der da und da. Genau. Und es hatte zum einen eine Trockenheit und wirklich eine Nüchternheit, um irgendwie das alles zusammenzuhalten. Weil es wird dann ja auch nachher ziemlich verschachtelt. Und gleichzeitig hat es so eine gewisse Dramatik. So einen gewissen Ernst. Ja. Hier passieren schlimme Sachen. Hier werden Menschen überfallen. Hier werden Menschen ermordet. Aber es ist auch leicht lächerlich sein. Ja, definitiv. Das gehört auf jeden Fall dazu. Auch diese Musik. Weil eigentlich war der Film sehr kalt. So von den Charakteren. Die sind alle, ja, sind keine Sympathieträger. Sie haben keine großen Emotionen. Also es ist alles kalt. Aber dann wird das durch diese überdramatische Musik immer so Richtung Melodramatik geschickt. Und dann aber total gebrochen, indem sie halt in dieser Melodramatik wirklich abgefuckte Sachen machen. Und sich gegenseitig beleidigen und rumschubsen und eine verpassen. Das fand ich geil. Das war einfach, das ist einfach dieses Pulp-Feeling. Ja. Und ich glaube, das muss man auch mögen. Ja, das stimmt. Ich finde es nicht schlecht an sich. Ich kann da auch drin verschwinden. In diesem Fall, weiß ich nicht, war ich vielleicht ein bisschen, war es mir zu schnell, zu lächerlich, dass dieser Typ so sehr amerikanisch diese Narrator durchzieht und da irgendwie, und auch keine ironische Überhöhung, sondern wirklich ganz knallhart, das und das und das und das ist passiert. Und dann haben sie auch noch eine Stimme, die eigentlich Trailer sprechen würde. Und weißt du so, irgendwie, weiß ich nicht, das war mir zu viel. Ich kam dann nicht in die Stimmung so richtig rein, obwohl ich es mochte, aber so richtig, richtig gut rein kam ich nicht. Die ironische Überhöhung habe ich so ein bisschen in der Zeichnung der Charaktere gesehen, weil das waren teilweise Karikaturen. Ich würde gerne ganz kurz einmal auf die Charaktere eingehen. Wir haben, das ist, wie ich schon vorgelesen habe und es gibt eigentlich erstmal nicht viel mehr dazu zu erzählen. Wir haben die Geschichte eines Überfalls auf einer Pferderennbahn und für diesen Überfall finden fünf Typen zusammen, die alle irgendwie das Geld brauchen. Und zwar haben wir zum einen den, der das Ganze plant, der auch der einzige richtige Verbrecher ist in der Bande. Das ist Johnny, das ist ein klassischer, großer, blonder, raubeiniger Gangster, der irgendwie mit seiner Puppe, wir sind in den 50ern, wir sind in Palp, deswegen sage ich mit seiner Puppe abhauen will. Wir werden gleich nochmal auf Frauen- und Männerrollen zu sprechen kommen. Dann haben wir den Financier, den Marvin, den alten Buchhalter, der am ehesten noch so als Sympathieträger taugt, der aber auch beim Verbrechen gar nicht dabei ist, der einfach das Geld dahin pulvert. Und die meiste Zeit ist er damit beschäftigt, im Appartement darauf zu warten, dass die Leute kommen und sein Appartement nutzen, um zu planen. Dann haben wir Mike, den Barkeeper, der sich um eine, der auch etwas älter ist und sich offensichtlich um eine kranke Frau kümmern muss. Wir haben Randy, den Polizisten, der pleite ist und der nicht nur korrupt ist, sondern auch zu Brutalität neigt, der sich irgendwie so im Laufe des Films auch als die brutalste und rücksichtslosste Figur entpuppt. Und dann haben wir so ein bisschen die spannendste Figur und auch die komischste Figur und zwar ist das George, der Kassierer, der mit eingeweiht ist und mitmacht, der in einer wirklich überzeichneten Art als Schwächling inszeniert wird. Ja, wieder der Lappen. Der Lappen und zwar mit dem Männlichkeitsbild der 50er Jahre und was gehört dazu? Dieser George hat eine femme fatale als Frau, Sherry, die aber auch so absolut die Blaupause einer femme fatale ist, die ihren Mann die ganze Zeit fertig macht, hintergeht natürlich, sie hat eine Affäre, die dann auch später dazu führt, dass die Rechnung nicht aufgeht, weil eigentlich machen sie alles richtig mit dem Coo, das funktioniert wunderbar. Das Problem ist, dass George sich bei seiner Frau verplappert, die eben wie gesagt ein rücksichtsloses Vibe ist, wir sind in den 50er Jahren und die dann schließlich ihre Affäre, einen jungen Lover, den sie hat, einweiht und der beschließt dann, okay, hey, wenn der Coo vorbei ist, dann können wir denen ja das Geld abnehmen und das ist die Geschichte, die aufgebaut wird und zwar wird uns diese Geschichte knallhart an den Charakteren erzählt. Wir haben unseren Narrator, der wirklich geschwätzig ist, der uns spätestens, wenn es zum Coo kommt, auf die Minute genau sagt, wie viel Uhr es ist, wenn der eine das macht und wenn der andere das macht und die planen eben diesen Überfall. Sie ziehen dann noch zwei andere Leute rein, die aber keine großen Rollen haben, sondern einfach als Ablenkung dienen und auch wirklich nicht groß nuanciert werden, aber es wird auch keiner groß nuanciert. Wir haben hier schon so Abrissfiguren aus einer Pulp-Novel. Ja. Wir haben die Verbrecher. Das ist auch, das kann ich auch, damit kann ich auch mitgehen. Das ist vollkommen in Ordnung. Ich muss da nicht unbedingt, mir geht es fast schon auf den Geist, dass mir George zu viel erzählt wird, wie, was für ein Lappen er doch ist und wie, dass seine Frau überhaupt nicht mehr mit ihm irgendwie und dann ihn dann abziehen will und so. Irgendwie hätten sie da sogar schon einsparen können. Ich fand George tatsächlich einfach witzig. Ich finde, das ist so eine Figur, die für irgendwie zwischen Gewollter und Ungewollter Ironie immer wieder für komische Momente sorgt. Einfach, weil er so als der Feige, aber nicht sympathisch Feige, er ist jetzt auch nicht so ein Schwächling, wo man sagt, vielleicht in einer anderen Zeit würde er als sympathisch angesehen werden, sondern er ist hinterhältig, er ist misstrauisch, er ist paranoid. Und zwar nicht gegenüber seiner Frau, sondern ausgerechnet gegenüber denen, die sich total an den Plan halten und die alles genau strukturiert machen. Er hat furchtbar Panik, als Johnny nach dem Überfall nicht zum vereinbarten Treffpunkt rechtzeitig kommt. Er ist ja furchtbar paranoid und die ganze Zeit ängstlich. Und er ist halt wirklich überhaupt nicht für diesen Job gemacht. Nee. Nee, es ist halt einfach, er ist einfach überhaupt, er hat nicht das Nervenkostüm dafür, um in dieser Sprache zu bleiben. Ja. Das geht einfach nicht. Das ist eine ganz schlechte Wahl. Man denkt auch, wenn es an jemandem scheitert, muss es an ihm scheitern. Ja. Und das ist auch klar von Anfang an. Der eigentliche Kuh scheitert dann ja witzigerweise nicht an ihm, sondern er macht dann in dem Moment, wo er das machen soll, was er machen muss, was nicht viel ist, er muss die Tür aufhalten, macht er eigentlich halt, was getan werden muss. Das Problem ist seine Frau. Und ja, was hältst du von dem Frauenbild, das diese Frau vermittelt? Das ist doch aber, also das Problem ist, es macht ja noch nicht mal deutlich nur dieses beschissene Frauenbild auf, was ich immer doof finde, sondern es ist irgendwie inkonsistent für sich. Irgendwie, finde ich, hat diese Frau so ein, ich weiß nicht, die haben ja einfach alles gegeben, was sie brauchen, damit der Plan nicht aufgeht. Weißt du? Irgendwie, ich weiß nicht, das ist doch keine konsistente Frau, keine Figur, die wirklich, nee. Also wenn man es hart ausdrücken will und ich glaube nicht mal, wenn man es hart ausdrücken will, sondern wenn man es auf den Punkt bringen will, das ist eine misogyne Projektion. Ja, genau, genau. Also durch und durch, sie hat auch keinen eigenen Charakter, sie ist halt herablassend. Sie ist arrogant, sie macht ihren Ehemann die ganze Zeit fertig und sie hat einen jungen Lover und sie ist total bereit für das Geld, ihren Mann zu hintergehen, um mit ihrem jungen Typen abzuhauen. Ja, irgendwie, sie kriegt dann auch keine große Backstory oder sowas und kriegt ja keiner so richtig, aber gerade bei Leuten, wo man dann sagt, ich muss die Motivation verstehen, damit ich dem Film folgen will, gerade da wäre es vielleicht schon gut gewesen, so ein bisschen. Gier ist ihre Backstory und das ist die Backstory von fast allen, außer von Johnny tatsächlich. Der Gangster ist der, der am ehesten glaubwürdig sowas verkörpert. Aber George hat auch keine Gier. George will einfach nur seine Frau behalten. Ja, George ist ein Feigling, ja. George ist einfach nur Feigling. Ja. Was ich tatsächlich bei Johnny ganz spannend fand, dass er tatsächlich irgendwie eine Vision hat von einer Zukunft, die nicht mehr im Verbrechermilieu stattfindet. Ja. Er will ja mit seiner Freundin abhauen und dieser Film hat keinen emotionalen Halt. Es ist nicht so, dass man sich an Johnny festhält. Dafür ist Johnny auch zu sehr ein Arsch. Vor allem, wenn es dann um den Umgang mit Sherry geht, die sie dann ja ausspioniert. Ja. Johnny ist auch ein Arsch. Aber Johnny ist jemand, der zumindest die Vision von einem besseren und auch ehrlicheren Leben hat. Und bis zum Ende gibt es dann doch immer noch so ein Stück Hoffnung, dass Johnny vielleicht wenigstens rauskommt aus dem ganzen Ding. Ja. Johnny ist der Chef der Bande, ne? Genau. Der Typ, der das alles plant. Genau. Der einzige Gangster, der einzige Kriminelle und der sich auch im kriminellen Milieu bewegt und dem man es tatsächlich wünscht, weil irgendwie haben sie es geschafft, die Frau sympathisch zu machen, obwohl die fast gar nichts zu tun hat in dem Film. Aber am Anfang und am Ende kommt sie irgendwie. Ja, die Schmacht hat halt so. Ja, genau. Aber ihr hätte ich gerne mehr zugeguckt. Definitiv. Irgendwie. Sie fand ich cool irgendwie, obwohl sie halt so, naja, dieses 50er Jahre Bild von Ich Schmacht, Schmacht und Ach Schatz. Das tatsächlich verhindert die Straffheit in der Narration, dass wir viel über sie kennenlernen. Genau. Und ich denke, das ist auch gewollt. Dieser Film sagt, ich erzähle euch die Geschichte von einem Kuh und zwar, passt mal auf, so ist das Ganze gelaufen und was wirklich dann ein bisschen abweicht von diesen klassischen Pipe Novels, die sind eigentlich, eigentlich sind solche Geschichten auf Verstehen ausgelegt. Das heißt, du weißt von Anfang an, wo du dran bist. Du kriegst dein Setup, du kriegst deine Protagonisten und du kannst dich einfach zurücklehnen. Und dieser Film erzählt das Ganze ein bisschen verspielter und ein bisschen verpuzzelter. Also wahrscheinlich ist die Erzählerstimme auch so ein Moment, um uns Halt zu geben. Weil, wenn es dann zum Kuh kommt, wird es ein bisschen verschachtelter. Genau. Obwohl der Zug an sich schon einmal draufgesetzt wird auf die Schienen und dann geradeaus fährt. Ich habe nicht als Zuschauer das Gefühl, dass ich jetzt irgendwie Überraschungen erleben werde. Das nicht. Ich will bloß dann wissen, okay, wie machen sie es denn jetzt? Ja. Aber die Erzählstruktur an sich wird ja dann verschachtelter, weil sie nochmal versuchen, irgendwie aus jeder Perspektive, jetzt ist es so und so viel Uhr, der hat das und das gemacht und jetzt springen wir mal zurück in der Zeit, um die andere Perspektive zu zeigen, wie der seinen Teil des Plans durchzieht. Das Spannende ist, dass er eigentlich gar nicht so verschachtelt sein müsste. Er könnte sich auch straightforward erzählen. Es könnte funktionieren, die Personen auch nebeneinander zu zeigen. Ja. Und was er aber dann tatsächlich macht, ist, wir haben den Tag des Kuhs und er erzählt, was Johnny macht. Und dann springt er nochmal zurück an den Tag und an den Anfang des Tages und erzählt, was George macht. Und dann hält er kurz inne und springt tatsächlich komplett zu dem Rennen und er präsentiert uns mehrmals den Beginn des entscheidenden Rennens, dass das dazu dienen soll, dass sie ungestört den Kuh machen können. Und zwar ist ein zentrales Element davon, dass bei dem Rennen Dinge passieren, die die Wachleute ablenken. Dafür haben sie ihre zwei Komplizen und zwar zum einen den Schützen, der soll nämlich das Pferd erschießen, auf das alle gesetzt haben, um für einen Tumult auf der Rennbahn zu sorgen. Und dann, was ganz witzig ist, ein Wrestler, der für einen Tumult an der Bar sorgen soll, damit die Wachleute abgelenkt sind. Was übrigens auch nur, das war auch kein Schauspieler, oder? Der war wirklich, weißt du was über diesen Typen? Ich hätte irgendwas gelesen. Nee, aber es ist definitiv ein Wrestler. Das sieht man einfach daran, was er mit den Wachleuten macht und wie er gegen sie kämpft. Weil das ist so total dieses überstilisierte Kämpfen, wie keine Schlägerei aussieht. Weil mit diesen Wrestling-Moves verlierst du natürlich auch jede Schlägerei, wenn du dir der Zeit nehmen musst, um jemanden über die Schulter zu werfen und dann einmal im Kreis zu drehen, dann verlierst du. Also, ich meine, Wrestling-Match und Straßenschlägerei, wenn man die nebeneinander hält, dann sieht man ziemlich schnell, warum ein Wrestling-Match eine komplette Inszenierung ist. Witzig ist tatsächlich, dass sie ihn wrestlen lassen. Ja, und sie lassen ihn gegen die Wachleute, lassen sie ihn wrestlen. Er sorgt für Ärger. Und zwar einer nach dem anderen. Genau. Sie stehen alle schön drumrum und warten, bis sie dran sind. Genau. Lass mich einmal kurz gucken. Cola Quariani heißt der Typ, der den gespielt hat. Das ist Maurice, der Wrestler. Der wird von Cola Quariani gespielt. Quariani. Und das war ein professioneller Wrestler und Schachspieler. Was ganz witzig ist, weil sie haben ja auch eine Szene im Schachclub. Da wird er ja angeworben. Genau. Und Kubrick hatte damals, glaube ich, auch Schach gespielt. Er war so ein begeisterter Schachspieler. Und deswegen kam das irgendwie zustande, glaube ich. Ja, es passt ja auch tatsächlich zu dem Thema des Films. So die Figuren in Stellung bringen. Ja, genau. Und dann loslegen. Und Kubricks Filme haben immer so ein bisschen was von einer Schachpartie. Ja, stimmt. Also zumindest diese etwas größeren Filme. Weil viel in Stellung gebracht wird. Und dann gibt es diesen großen Ausbruch, wenn die Stellung geöffnet wird. Wenn eine Bauer durchkommt und dann plötzlich alles offen ist und dann alle aufeinander einschlagen. Ich finde auch, der Film hat durchaus diese Kubrick-Momente. Die sind halt sehr gut versteckt. Aber man sieht so ein bisschen, wenn man es weiß wahrscheinlich eher, sieht man, wo der Regisseur vielleicht landen wird, wenn er ein bisschen ernsthafter wird, wenn er ein bisschen weniger sich am Trash orientiert und ein bisschen mehr an edleren Stoffen. Ja, auch dieses Non-Lineare ist ja auch irgendwie ein bisschen Kubrick. Kann das sein? Weil The Shining ist ja auch ein bisschen so mit Rückgriffen und dort und da. Ich weiß nicht, ob das so ein bisschen ... Ja, dieses Verweben von Zeiten. Also bei 2001, die sie im Weltraum haben, haben wir natürlich diese Vision, wo dann Zukunft und Vergangenheit irgendwie ineinander fließen. Bei Kubrick ist es auf jeden Fall dieses Erzählen, was ... Non-Lineares Erzählen wäre zu viel gesagt. Aber auf jeden Fall erzählen, was nicht einer stringenten Spur folgt, sondern gerne einen Umweg nimmt, gerne noch mal in einer anderen Ecke vorbeiguckt. Ja. Aber jetzt, wo ich schon Non-Lineares Erzählen gesagt habe, wo du schon so mich mit der Nase reingestoßen hast ... Ja, quasi dein Gesicht in die Torte gestoßen. Jingle! Jingle! Das war zu laut, Blur. Ja, ich weiß. Gott sei Dank war die ... Übersteuerung ist nicht so schlimm, weil das kannst du wunderbar rausschneiden. Ich mach's nochmals an. Jingle! Das war zu leise, Blur. Ich mach's nicht noch mal. Liste! Okay. Ja, wir haben eine Top 3. Und du hattest vorgeschlagen, was mich dann sofort schockiert hat, weil ... Da muss ich drei Tage drüber nachdenken. Filme, die genau das machen. Eben nicht in einem durchzuerzählen, sondern dann irgendwie da noch mal einen Rückgriff, dann noch mal dorthin, dann noch mal dorthin, in der Zeitebene irgendwie hin und her gesprungen oder so. Non-lineare Narration, wenn man's ganz akademisch ausdrücken will. Okay. Nicht-Lineares Erzählen. Und mir ist die Liste super schwer gefallen. Ich hab auch keine Honorable Mentions und ich ... Ich war traurig. Ich dachte, es gäbe viel mehr und mir würde viel mehr einfallen. Meine einzige Honorable Mention, ein Film, über den wir wirklich ausführlich in einer anderen Episode gesprochen haben, wäre Der Spiegel. Sehr kalt. Von André Tarkowski. Da ist es wahrscheinlich meine Nummer 1. Und den hab ich jetzt aber mal außen vor gelassen, weil es gibt eine Episode, in der wir sehr, sehr lange und sehr ausführlich über dieses komplexe, filmische Werk reden. Schaut euch die an. Auf jeden Fall anhören, ja. Und schaut euch den Film auch an, auch wenn er schwer konsumierbar ist, schreckenweise. Aber ja, doch, doch. Es lohnt sich. Mein Platz 3. Ich bin dran, oder? Du bist dran. Ich muss anfangen. Okay. Mein Platz 3 wäre ... Nein, ich mach eine Honorable Mention. Weil das das Erste ist, was allen einfallen wird und ich es nicht in die Liste packen will, ist Memento. Memento, der einfach von hinten das Ganze, so versucht jemand sich zu erinnern, was er eigentlich gemacht hat, obwohl er sich, also er hat sich ständig Notizen hinterlassen, was er jetzt eigentlich so ... Er versucht rauszufinden, was passiert ist. Ja. Und dann erzählt der Film sich sozusagen rückwärts. Und das finde ich ein tolles Konzept. Das ist lange her, dass ich den gesehen habe. Vielleicht bringe ich jetzt auch noch ein paar Sachen durcheinander im Kopf. Aber der war schon vom Konzept her einfach wirklich so ein Film, der auch jedem einfällt, wenn man diese Form der Erzählung erwähnt. Kommt aber nicht in die Liste, weil ich ihn auch nicht mehr präsent genug habe im Kopf, um sagen zu können, ob er wirklich so gut war, wie ich jetzt ... Mein Platz drei wäre dann ... Und den habe ich in der anderen Liste auch schon La Jetée. Ja, okay, der bietet sich aber auch tatsächlich an. La Jetée ist einfach großartig und der Versuch, die Zukunft zu retten, indem man in die Vergangenheit reist. Ich liebe Zeitreisefilme und ich liebe dieses Hin und Her und dieses, was beeinflusst das andere? Und einfach toll. Und du bist dann irgendwann bei La Jetée, bist du halt all over the place. Du weißt nicht mehr, bist du jetzt in der Vergangenheit oder bist du ein Stückchen weiter oder ein Stückchen früher. Die Hauptfigur besucht halt die weibliche Hauptfigur in allen möglichen Zeitebenen und wann was war, weiß der halt auch schon nicht mehr. Ja. Und es springt wie so ein Traum dann auch so zwischen den Zeiten, ne? Ja, das ist so ganz toll irgendwie. Ist man dann so ein bisschen lost, aber gut lost. Ja. Super. Tolle Struktur. Gott, bei mir ist tatsächlich, offensichtlich waren die Endneunziger und frühen 2000er eine total gute Zeit für dieses Nicht-in-den-Jahre-Erzählen, weil ich hab nur Filme aus der Zeit. Mein Platz drei ist, ja, mittlerweile so ein Klassiker, das, das, der Kombination von Neonor und Surrealismus, Lost Highway von David Lynch. Ja, ja. Ein wirklich verschrobener Film, der sich wie so ein Möbius-Band einmal um sich selbst dreht und irgendwie merkwürdig, einen merkwürdigen Anfang rauskommt, der sich gleichzeitig mit dem Ende Paart erzählt wird, werden eigentlich zwei Geschichten. Zum einen die Geschichte von dem eifersüchtigen Jazz-Saxophonisten Madison, der irgendwann seine Frau umbringt. Und dann direkt kurz darauf von die Geschichte von dem Autoverkäufer und Gelegenheitsverbrecher Pete, der in der Zelle von Fred Madison wach wird, während der auf die Todesstrafe wartet und dann natürlich freigelassen werden muss und der dann noch mal eine Geschichte erlebt, die Parallelen hat zu der vorherigen Handlung. Es kommen Schauspieler tauchen wieder auf, die wir vorher gesehen haben. Teilweise in den gleichen, teilweise in anderen Rollen. Und dann dreht sich das auf ganz merkwürdige Art einmal so um sich selbst, dass man nicht mehr weiß, wo Anfang und Ende ist. Er fühlt sich lange straight erzählt an und dann plötzlich merkt man, dass es kippt und dass der Film zu so einer Spirale wird, die sich eigentlich nicht auflösen lässt. Großartiger Film. Was Filme alles können. Es ist unglaublich. Ich habe ihn total abstrus im Kopf. Also das Einzige, was mir im Kopf geblieben ist, ist einfach das Wort abstrus. Es ist auch zu lange her und ich könnte nicht mehr sagen, worum es geht. Es ist gut, dass du das nochmal gesagt hast, weil ich habe es nicht mehr im Kopf. Es gibt keine logische Auflösung. Er ist insofern dem Surrealismus verpflichtet, dass er sich nicht erklärt und dass er auch nicht einfach symbolisch interpretiert werden kann, sondern dass er wie eine Kombination aus Realität und Albtraum für sich steht. Wahnsinn. Ja, und dass das funktioniert, dass man da dran bleibt, obwohl Filme sich manchmal, wie bei Playtime, so weit von der eigenen Realität entfernen. Das ist schon cool. Was bei Lynch faszinierend ist, es gab ja mal so ein Backlash gegen Lynch, wo es dann hieß, der kann einfach nicht mit den klassischen Surrealisten mithalten, der macht keinen coolen Surrealismus. Was ich an Lynch total schätze, ist, dass er es schafft, surrealistisch zu erzählen und sich dabei auch ganz stark anlehnt an den klassischen Surrealismus, aber gleichzeitig Storys zu erzählen, die emotional mitreißen, die spannend sind, die gruselig sind und auch tragisch. Und ja, dadurch ist er so ein bisschen der Mainstream-Surrealist. Also er ist kein Experimentalfilm-Regisseur, aber trotzdem schafft er es wirklich, verworren zu erzählen und gleichzeitig mitzureißen. Und das muss man auch erst mal hinkriegen. Definitiv, ja. Hm. Okay. Dann Platz zwei. Eine Frage, ob das da reingehört. Manglolia. Oh. Hm. Weil mir kommt er sehr nonlinear vor, erzählt vor, aber wenn ich daran denke und versuche, das zu sortieren, denke ich, na ja, eigentlich passiert schon eins nach dem anderen. Ja, er hat so dieses Parallelisieren von Handlung. Ja. Und er hat diese Rückgriffe und am Ende zitiert er noch mal den Anfang. Ich finde es total toll, dass du den aufgenommen hast. Das war eine der ersten Episoden, die wir gemacht haben. Ja, und ich fand ihn so toll. Das ist schön. Magnolia ist wahrscheinlich mein Lieblingsfilm. Also, habe ich damals schon gesagt. Ja, ja. Wahrscheinlich steht der, wenn ich eine Top-Ten-Liste der besten Filme machen müsste, würde er wahrscheinlich immer noch auf der Eins stehen. Wow. Okay. Der ist wirklich sehenswert. hört euch die Folge an, gleich am Anfang, ich weiß nicht, zweite oder dritte Episode. Genau. Also, es lohnt sich wirklich. Ja, und ich weiß nicht, ob der jetzt so in diese Kategorie nonlinear wirklich reinpasst. Sonst hätte ich noch Annie Hall zu bieten, was wir auch schon hatten. Annie Hall ist halt auch all over the place, weil hier mal die Erinnerung an diese eine Liebschaft, die Erinnerung an die andere. Ja. Und dann so episodenhaft einfach erzählt. Episodisch verschachtet, verschnörkelt. Haben wir auch eine Episode, in der wir drüber reden. Wir wiederholen uns tatsächlich auf, das haben wir vorhin schon festgestellt. Ja. Dass wir, ja, dass einige Filmtitel bei uns immer wieder auftauchen, aber natürlich, was daran liegt, dass es wirklich sehenswerte Filme sind. Also sowohl Annie Hall als auch Magnolia, finde ich, gehören einfach so ins cineastische Pflichtprogramm. Ja. Und man hat dann irgendwann so ein Bild, das hast du vorhin gesagt, ein Bild von unserem Musik, äh, Musik, Filmgeschmack, ähm, da kann ich nur dem geneigten Zuhörer empfehlen, auf den Blog zu gehen, auf das Blog, auf das, das Blog, das Weblog, von, von Plor, der auf muss man sehen.de ganz viele Filme, ähm, verreißt, wollte ich gerade sagen, aber das stimmt ja gar nicht. Du machst ja vor allem wirklich Filme, die du einfach liebst. Ich hab früher auf Seite 360 hab ich öfter mal Verrisse geschrieben, mittlerweile, ich hab's mir fast komplett abgewinnt. Nur wenn ein Film wirklich so phänomenal schlecht ist, ich hab das Gefühl, aber ich muss das rauslassen. Aber eigentlich mag ich keine Rezensionen, die Filme schlecht reden. Das heißt, ich sehe wirklich genug Schlechtes und Mittelmäßiges, aber ich hab keine Lust, da nochmal drüber zu schreiben. Ich finde, dafür ist mir die Zeit zu schade und ich schreibe lieber über mich begeistern. Hätte man Roger Ebert mal sagen sollen. Ja, aber ich finde es sympathisch, dass du eher das versuchst, dann im Positiven zu bleiben und da nicht noch mehr Energie reinzuwerfen in Dinge, die einfach nicht geil sind. Ja, dein Platz 2? Platz 2, Klassiker, hast du vielleicht auch in der Liste, Pulp Fiction. Ja, ja, ja. ich bin Mitte, Ende der 90er, Pulp Fiction 1994, sogar Anfang, Mitte der 90er. großartig erzählt. Tarantino ist wahrscheinlich ähnlich wie Lynch, so wie Lynch, der Regisseur ist, der es schafft, Surrealismus zum Mainstream zu machen, ist Tarantino der Regisseur, der es schafft, Pulp zum Mainstream zu machen. Ja. Und in dem Fall sagt es ja auch der Titel und in dem Fall ist es auch ganz nah dran an The Killing, einfach Geschichte von Gangstern, die schräge Sachen machen, ein bisschen verschachtelt erzählt, keine wirklichen Sympathieträger, aber trotzdem Geschichten, die einen reinziehen und Tarantino schafft das, das mit so viel Pop zu vermischen, dass es einfach pure Freude ist und Spaß ist. Ja, wobei mir der Pop manchmal überhand nimmt in den Dialogen. Ja, das stimmt und es ist oft manchmal, es ist, Sinnlosigkeit ist Teil des Programms, aber es ist toll, wenn sie anfangen, sich über Burger in Europa oder über Fußmassagen zu unterhalten. Also gerade das im Auto, wo das mit den Burgern, glaube ich, passiert, da war ich dann überfordert, da habe ich dann gedacht, oh, nee. Aber sonst macht es Tarantino sehr gut und ich finde die Dialoge von Tarantino oft wirklich sehr, sehr gut. Der schreibt so, wie kein Mensch redet, aber man verzeiht es ihm, weil diese Dialoge so lebendig sind und so viel Spaß machen einfach. Der kriegt das irgendwie hin. Aber kein Mensch ist so schlagfertig im realen Leben. Nein. Kein Mensch ist so, redet so, so bedeutungsschwanger über Triviales. Ja. Aber er schafft es auch, die Schauspieler dazu zu bringen, das so zu machen dann. Ja. Weil ich glaube, viele Schauspieler in unseren Breitengraden wären relativ überfordert von solchen Dialogen. Wahrscheinlich. Es gibt ja tatsächlich Versuche, deutsche Tarantinos zu machen und gar nicht so wenige und die sind alle in die Hose gegangen, wenn ich so drüber nachdenke. Ich würde nicht sagen alle, es gibt einen Tatort, den ich eigentlich ganz geil fand. Ja, ich weiß, wie du meinst, garantiert im Schmerzgeboren. Ja, im Schmerzgeboren. Da merke ich auch manchmal, na ja, ein bisschen zu bemüht, aber ich fand es schon ganz geil. Schaut, wie cool ich bin. Ja, genau. Aber der war gut. Das war schon nicht schlecht. Der einzige Tatort, der mir wirklich Freude gemacht hat, im Schmerzgeboren. Und es gab auch noch einen Tatort, ich glaube, es war ein Tatort, wo sie nur auf einer Polizeiwache, die eigentlich schon zum Museum gemacht wurde, spielt, wo sie dann irgendwie sich zurückziehen müssen, um gegen die Gangster sich zu verteidigen, die kommen, die alle gut bewaffnet sind und die sich ja verschanzen müssen, in einem Museum von Polizeiwache. Ganz toll. Das ist ein gutes, klaustrophobisches Moment. Das ist toll. Schöner Metakommentar auch. Ja, total schön. Das Coole am Tatort ist ja eigentlich, also grundsätzlich, an der Theorie von Tatort ist, dass das total die Möglichkeit ist, für Filmemacherinnen, sich auszutoben. zu sagen, hey, ich habe hier 90 Minuten, das gehört grob zu einer Serie, ich kriege einen Kommissar und ich kriege irgendwie so ein kleines Setup in einer gewissen Stadt und dann darf ich mich aber austoben und ich darf alles damit erzählen. Ich darf eine Krimi-Komödie erzählen, ich darf einen düsteren Thriller erzählen, ich darf eine Tragödie erzählen. Es wird nur zu selten genutzt. Ja. Das ist das Problem. Ich glaube, es liegt an den Produzenten, denn die Ideen sind eigentlich da. Es gab auch eine tolle, fand ich auch super, eine Version von täglich grüßt das Murmeltier als Tatort, wo der Kommissar immer wieder rankommt an den Tatort und er scheitert beim ersten Mal. Dann wacht er wieder auf, ist total verwirrt und genervt, geht wieder hin und merkt schon, okay, irgendwie stimmt das gerade nicht und bekommt einfach wahnsinnig oft die Möglichkeit, diesen Fall zu lösen. Ja. Und der Täter in der ganzen Geschichte, der irgendwo in einem Gebäude irgendwie Geiselnahme hat, der weiß auch davon. Ah, cool. Alle anderen nicht, aber die sitzen dann irgendwann zusammen und sagen einander, komm, wollen wir es nochmal probieren? Das ist cool. Das Problem ist, ich kenne zu wenige Tatorte und es ist halt so ein Glücksspiel und meistens hast du eine Niete gezogen. Wenn du im Tatort guckst, wenn du sagst, heute guck ich mal den aktuellen Tatort und dann ist es halt der typische saarländische Tatort, wo irgendwie nichts groß passiert, wo sie so ein bisschen Gesellschaftskritik versuchen reinzubringen, die dann auch meistens so total kitschig erzählt ist und der Versuch, ein Milieu zu erzählen, der dann auch in die Hose geht und irgendwie, ich weiß nicht. Ja, leider, leider. Aber es gibt ein paar gute Beispiele und allein dafür lohnt es sich, dieses Konzept aufrecht zu halten. Leute, ich will gute Tatorts sehen, tatsächlich, ich habe total Interesse dran. Wenn ihr einen guten Tatort kennt, der irgendwie ein bisschen das Konzept sprengt, irgendwie so ein bisschen mit der Grundidee von einem Tatort, was Intelligentes macht, was Frisches macht, schreibt uns das. Sag mal deine E-Mail-Adresse nochmal. Florian-At-Mussmann-Sehen.de oder Johannes-At-Mussmann-Sehen.de. Bitte, wirklich. Ich habe so Interesse an Tatorte, aber ich habe keine Lust, mich durch 50 mittelmäßige deutsche Krimiserien-Episoden zu quälen, um dann die eine Perle zu finden. Ja. Und bitte nichts, wo man auch nebenher bügeln könnte, weil einem dann 20.000 Mal die Story nochmal erzählt wird. Und weil ich nicht gut bügeln kann. Ja. Und bitte sagt nicht, oh, und übrigens, Jan-Josef Liefers ist mein Liebling beim Tatort, weil ja, ich habe zwei, drei Episoden gezwungenermaßen gesehen mit Jan-Josef Liefers, weil mir immer gesagt wurde, die musst du gucken, das sind die coolen. Ja, das ist nicht das, was ich meine. Das sind nette Krimi-Komödien, aber ich will was, was wirklich, so wie im Schmerz geboren oder wie du gesagt hast, diese untäglich größtes Moment hier folgen. Ich will Sachen, die das Konzept Tatort aufbrechen oder damit spielen oder experimentieren. Obwohl ich sagen muss, dass ich Jan-Josef Liefers tatsächlich sehr mag. Der ist ja auch sympathisch und ist ein toller Schauspieler und diese ist bayerisch, ne? Münchner? Ist das Münchner? Ne, das ist der saarländische, glaube ich. Ne, definitiv nicht der saarländische. Okay. Der saarländische ist nämlich aus Heinz Becker, wie heißt der? Der Schauspieler, der in Heinz Becker den Sohn gespielt hat, der war ganz lange jetzt im saarländischen Tatort, der kommen wir, mittlerweile glaube ich, nicht mehr. Okay. Aber irgendwo im Süden? Ja, im Süden, ja genau. Ich glaube Jan-Josef Liefers ist München, aber ich weiß nicht sicher. Okay. Ja, haut uns das um die Ohren und wo waren wir stehen geblieben? Du hast deinen Platz 2 schon gesagt? Du musst Platz 1. Ich muss Platz 1 und zwar hätte ich da I'm Not There. Das ist über Bob Dylan. Ah, ja. Das Biopic, wo fünf Leute, glaube ich, fünf verschiedene Schauspieler Bob Dylan spielen. Tilda Swinton auch, ne? Tilda, nee, obwohl Tilda Swinton, nee, nee, das ist Kate Blanchett. Ja, Kate Blanchett. Kate Blanchett und sie macht das großartig. Sie ist der beste Bob Dylan. Ja, es ist unglaublich. Sie ist so cool. Sie trifft es so gut. Das ist der Wahnsinn. Und Bob Dylan ist das beste, perfekteste, man kann das nicht steigern, aber die beste Idee für ein Biopic von Bob Dylan, weil Bob Dylan einfach fünf Gesichter mindestens hat. Mindestens. Und das einmal aus all diesen Perspektiven, all diesen Gesichtern zu zeigen, wie diese Person sich zusammensetzt, das ist einfach beeindruckend. Ja. Ein unglaublich toller Film. Toll auch so zwischen tatsächlich realen Geschehnissen und dann auch so irgendwie eher so Gedankenfetzen aus Dillens Songs. Es ist tatsächlich ein Film, der das Gefühl der Musik von Bob Dylan, die gerade dieses Diversifizierte so total gut auf die Leinwand gebracht hat. Ja. Bob Dylan sollte sowieso viel mehr gehört werden. Dringend, dringend. Läuft bei mir auch immer wieder rauf und runter. Bob Dylan ist großartig. Ganz, ganz, ganz toll. Ach, jetzt schwärmen wir über Bob Dylan. Ich muss diesen Film einfach nochmal sehen. Ich auch. Hast du den gesehen schon? Ja, es ist schon wirklich lange her. Ich habe gerade geguckt, 2007 kam der Film raus und ich habe den, ja, relativ zeitnah dann gesehen und das ist wirklich lange her und ich habe auch eher so, ich habe von diesem Film tatsächlich eher so einzelne Bilder und Sequenzen im Kopf. Ich kann mich nicht mehr so an die komplette Struktur erinnern. Ich weiß, es waren mehrere Episoden, ich weiß, es gab mehrere Dillens, ich weiß, Cate Blanchett, die ich gerade noch für Tilda Swinton gehalten habe, war großartig als Dylan. Aber ich weiß noch, dass der Film einfach von vorne bis hinten Spaß gemacht hat, weil er so dieses Dylan-Gefühl wirklich gut vermittelt hat. Und der wirft einen auch von einer Situation in die nächste. Ich meine, es wird einem nie langweilig, man hört sofort immer wieder, ach, und da passiert dann wieder was und dann da lang und dann, du gehst überall freiwillig und gerne mit und sagst dir, wow, da noch ein Aspekt von Bob Dylan, den ich auch noch nicht kannte oder der irgendwie. Ja. Ah, der ist schön, ja. Wahnsinn. Unbedingt wieder gucken. Auf jeden Fall kommt auf die Liste nochmal sehenswert. Vielleicht müssen wir den mal hier besprechen. Das wäre, auf jeden Fall. Eigentlich würde es sich lohnen. Glaube ich auch, definitiv. Bin ich ganz bei dir. Okay. Mein Platz 1 hast du schon bei den Honorable Mentions genannt. Es ist halt doch eben Memento dann geworden. Echt, wirklich? Einfach, weil Memento, die Struktur des nonlinearen Erzählens, perfekt mit der Geschichte verbindet. Ja. Oft hat man das Gefühl, dass es auch ein bisschen Gimmick ist, wenn nicht linear erzählt wird, einfach um den Film aufregender zu machen. Und das ist übrigens auch, was The Killing macht. The Killing macht sich selbst spannender, indem er einfach das sich ein bisschen verschachtelt, ein bisschen auseinanderzieht. Ja. Und bei Memento ist die Art des Erzählens, es geht um einen Charakter, der sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat. Das heißt, sich immer nur an die letzten zwei Minuten oder so erinnern kann. Es macht halt total Sinn. Weil er weiß, was er als nächstes tun wird, aber er weiß nicht, was er als letztes getan hat. Und das wird hier radikal konsequent erzählt, indem der Film von hinten nach vorne erzählt wird. Und gleichzeitig gibt es aber eine Parallelhandlung, die von vorne nach hinten erzählt wird. Und dann treffen sie sich in der Mitte. Also es ist super strukturiert. Am Anfang ist es erst mal so ein Wow-Effekt. Da muss man sich da reinfinden. Aber dann ist es einfach mal einer der besten Thriller, Mystery-Thriller der letzten 30 Jahre. Ich muss kurz gucken, von wann er ist. Ich habe ihn jetzt so Ende der 90er eingeordnet. Aber das kann sein, dass er schon 2000er ist. Genau 2000. Genau das Jahr 2000. Von einer der frühen Filme von Chris Nolan, der dann später mittlerweile so zu den großen Ikonen des Actionkinos gehört. Durch die Dark Knight-Trilogie, durch Inception und Interstellar. Und zuletzt Tenet, der eher so mäh war und deswegen auch keinen Platz in der Liste verdient hat. Okay. Ja. Cool. Ach, wieder schöne Filme. Cool. Ja, ich freue mich über die Top 3 jetzt in letzter Zeit besonders. Weil das immer so kleine Perlen nochmal reinwirft. Wir schmeißen uns Filmtitel entgegen und jubeln dann zusammen. Oder gucken uns fragend an. Ja. Das sind die besten Momente bei den Top 3, wenn ich so, was hat er da genannt? Habe ich noch nie gehört. Oh Gott, muss ich sehen. Unbedingt. Und dass ich dir mal was vor die Füße werfe, was du noch nicht kennst, ist schon echt selten. Ja. Ja. Naja, ich weiß nicht. Also da muss ich schon wirklich tief in die 15er-Jahre-Kiste greifen. Ja, wenn du mit den Musicals ankommst. Aber tatsächlich hast du gar nicht so viele Musicals dann drin. Ich glaube, bei dir als Musicals gibt es auch so eine abstrakte Ebene. So ein riesiger Korb, wo du manchmal reingreifst und was rausziehst. Ja. Aber in Wirklichkeit weißt du, was die eigentlich guten Filme sind. Nämlich dreckige kleine Gangster-Geschichten, in denen Menschen am Schluss alle über den Haufen geschossen werden. Und das ist das, was auch bei The Killing passiert. Naja, also es geht ja nicht wie Tarantino einfach drauf los und schießt alle nieder. Sondern es ist ja, dann wird der, der das Pferd anschießen sollte, wird halt einmal umgebracht. Nachdem er einmal richtig den Rassisten raushängen lassen durfte. Oh Gott. Ich habe mich schon gefreut. Am Anfang, er kommt da so rein, versucht irgendwie den Sympathien mit dem Wärter, der da das aufmachen soll, herzustellen. Versteht sich sehr gut mit dem und irgendwann nervt er halt leider. Ja, genau. Es ist ganz eindeutig, dass er in dem Moment den Rassisten spielt, um den Wärter loszuwerden. Er fährt auf den Parkplatz, er soll das Pferd erschießen und es gibt diesen einen Parkplatz, wo er den beste Sicht hat auf die Rennbahn. Dann unterhält er sich eben nett mit dem Wärter, der da steht, der schwarz ist. Und er schmeichelt ihm natürlich auch, weil er rein will auf den Parkplatz. Ja. Und dann ist dieser Wärter auch angetan von dem Schmeicheln und kommt zu seinem Auto und unterhält sich mit ihm. Und er muss dir eigentlich das Gewehr rausziehen und muss dieses blöde Pferd erschießen. Und dann fällt ihm halt nichts anderes ein, als das N-Wort rauszuhauen und einmal ordentlich rassistisch zu agieren. Und genau. Und dann hat er seine Ruhe. Kann das Pferd tatsächlich erschießen. Und bei der Flucht wird es aber dann problematisch. Bei der Flucht wird er abgeknallt. Ja. Das ist unser erstes Opfer, wenn man das Pferd nicht mitrechnet. Ja, ich finde auch, dass das dann, dieser Überfall an sich wird ganz gut erzählt. Du kommst da gut mit. Ah ja, okay, jetzt rennen die da rein, weil die sind alle abgelenkt. Und dann wird das Geld da zusammengesammelt. Es ist tatsächlich cool, dass man lange nicht weiß, also dass es wirklich so Stück für Stück offenbart wird, wie die einzelnen Rollen bei dem Überfall sind. Weil der Film springt mehrmals zurück zu dem Start des Rennens. Das ist irgendwie so sein Zentrum, wenn es zu dem Überfall kommt. Und dann erzählt er eben den Start des Rennens aus der Perspektive von dem Mike, der an der Bar steht. Und dann erzählt er es aus der Perspektive von dem Maurice, dem Wrestler, der da einen Stress macht. Und dann erzählt er es aus der Perspektive. Und schließlich, letztendlich erzählt er es aus der Perspektive von Johnny, der von George reingelassen wird in die Mitarbeiterräume. Und in der Garderobe hat George zuvor eine Waffe versteckt, die sich Johnny dann krallt. Nee, nicht George, sondern Mike. Jetzt komme ich auch durcheinander mit den Namen. Und diese Waffe ist nun natürlich typischerweise in einem Instrumentenkoffer am Anfang, als er sie holt. Und in einem Blumenkasten. Das Tolle ist ja, aber das sind Bilder, wir sind hier in den 50ern, das sind Bilder, die damals im Film noch nicht so populär waren. Ja, okay. Und beide Bilder wurden dann später zu Tode getrampelt. Und zuletzt dann natürlich auch von Tarantino oder Rodriguez oder auch von James Cameron in Terminator noch mal zitiert, wo man auch merkt, da gibt es so ein bisschen Liebe für diesen Film. Das stimmt. Gibt es sowieso. Es gibt ja mehrere Leute, die sich auf diesen Film beziehen. Was war denn das? Ich weiß es nicht mehr genau. Na, Tarantino hat ihn in Reservoir Dogs als eine wichtige Quelle genannt. Und zwar vor allem hat sich Tarantino auch auf die Autoren bezogen. Also, die Autoren ist jetzt viel gesagt. Zum einen basiert der Film auf einer Novel von dem Autoren Clean Break, beziehungsweise eben später The Killing, der von Lionel White geschrieben wurde. Und Lionel White war einfach so ein typischer Pulp-Autor, der viele kleine, dreckige Gangster-Geschichten geschrieben hat. Und der so im Nachhinein einfach große Achtung erfahren hat, als jemand, der weiß, wie man Thriller-Handlungen schön kompakt und trotzdem interessant schreibt. Und wie schon gesagt, Gwenden Tarantino hat diesen Autoren explizit als Quelle, als Inspiration für seinen Reservoir Dogs genannt. Okay. Was auch nicht besonders schwerfällt, wenn man diesen Film sieht, merkt man schon auch die verschachtelte Struktur. Ja, ja, ja, genau. Die bösen Buben, auch so der Showdown, bei dem alles schief geht, so diesen Hang zum Katastrophalen. Die Katastrophe bahnt sich an, man weiß genau, das wird nicht gut ausgehen. Ja. Ja, aber das ist so ein, wenn man böse sagen will, das ist so ein kleiner Jungen-Streich-artig. Du hast so das Gefühl, das sind so Sachen für, weiß ich nicht, so böse Buben, hast du gerade gesagt. Das ist so ein typisches, eigentlich süßes Wort für das, was es sein soll. Das ist irgendwie so eine Fantasie von so kleinen Jungen. Definitiv. Das ist auch das, was Tarantino macht. Ja, total. Also das sind Filme für kleine Jungs. Und zwar kleine Jungs im universellen Sinne. Ja, ja. Jede von Frauen können auch kleine Jungs sein. Ja, ja. Was das betrifft. Und auch in jedem Alter. Ja. Aber so vom Gefühl her. Ich, wie gesagt, ich habe diese Dinger auch gerne als Kind gelesen und habe dann irgendwann aufgehört, als ich angefangen habe, Stephen King zu lesen. Aha. Der eigentlich aber auch kleine Jungs Literatur macht. Und ja, es geht um den Spaß an dem Moment. Ja. Und um das ein bisschen auch Dreckige, auch etwas Gewalttätige, so ein bisschen Schock. Mhm. Daran sollte man auch immer noch denken, der Film ist Anfang, Mitte der 50er. Ja. Der hatte schon eine gewisse Brutalität zu der damaligen Zeit, die man sonst nicht so gesehen hat. Das Fließblut. Ja. Es gibt brutale, raue Sprache. Mhm. Und brutale, raue Typen. Und das ist eigentlich was, also wenn man es ganz krass sagt, könnte man sagen, da wird schon so ein bisschen New Hollywood vorweggegriffen. Aber so weit würde ich gar nicht gehen. Mhm. Aber es ist zumindest, es ist für seine Zeit, ist der Film ganz schön dreckig. Okay. Also auch die Norr-Geschichten und auch die Thriller der 50er Jahre hatten nicht so eine schmutzige Ebene, sondern waren ein bisschen gediegener, ein bisschen braver, ein bisschen biederer. Es war nicht ganz so ein Morast. Du denkst an die Bogart-Filme, oder? Ja, nee, nicht nur Bogart. So auch, lass mal überlegen, was sind, jetzt fallen mir die Ausnahmen ein, aber die würde ich ja gerade nicht nennen. Mal gucken, von wann Rappen ist. Weil mir nämlich auch nur Ausnahmen entfallen. Im Kopf habe ich schon auch so, wo viel so geschossen wird und dann so Sprüche noch hintendran und solche Sachen. Ja, das Kiss Me Deadly zum Beispiel, das Ratten ist. Das ist auch ein Film aus 1955 und der ist noch mal ein ganzes Stück brutaler und abgefuckter. Das heißt, der eignet sich gerade überhaupt nicht. Aber Robert Aldrich, das war doch so ein Regisseur aus der damaligen Zeit. Was hat denn der sonst noch gemacht? Der hat doch auch Filme gemacht, die, aha, jetzt hänge ich so kurz ein bisschen. Aber es ist auch schwer, weil natürlich rettet sich aus dieser Zeit nur das hinüber zu uns, was wir als Ausnahmen, als besondere Spitzen dieser Zeit sehen. Natürlich sehen wir nicht den ganzen breiten Brei, den es damals gab an Zeug, der weniger brutal war, der einfach zur Unterhaltung irgendwie, wenn da nichts Außergewöhnliches dabei ist, dann hat man das nicht im Kopf, klar. Was zum Beispiel so, also tatsächlich, ich würde ihn nicht total schätzen, aber Orson Welles, nehmen wir Orson Welles, im Zeichen des Bösen, 1958. Das heißt, zwei Jahre, ein Jahr nach The Killing. Ja. Und das ist auch ein Thriller und auch ein Film, der mit düsteren Elementen spielt, der aber, ja, der einfach nicht so abgefuckt ist. Abgefuckt ist das Wort, was das, glaube ich, am ehesten trifft. Und ja, es gab damals auch diese abgefuckten Filme. Aber die großen Filme, die großen Mainstream-Thriller, die damals vom Publikum rezipiert wurden, die von den Studios finanziert wurden, die waren alle einfach mal eine Spur braver, weniger dreckig, sauberer, steriler. Also treffen wir uns jetzt in der Mitte zwischen Miss Marple und ... Also Miss Marple ist okay, die sind heute noch so. Das ist eine andere Ecke. Die können nur dreckig, wenn es mit Humor sein soll. Oh Gott. Okay, also Amis. Ja, brutale Amis. Also, hast du noch irgendwie was, was bei dem Film jetzt besonders hervorsticht, was du noch besprechen möchtest? Ansonsten könnte man auch zum Fazit übergehen, oder hast du noch was? Ja, es gibt nicht mehr viel zu sagen. Also, am Schluss haben sie der Coup gelinkt. Die Gangster treffen sich in ihrem Unterschlupf und warten auf Johnny mit dem Geld. Und dann kommt aber nicht Johnny, sondern dann kommt eben der junge Lover von Sherry zusammen mit seinem Kumpan. Und die wollen das Geld natürlich, die wollen die abziehen. Und dann kommt es zur Schießerei. Und der Einzige, der die Schießerei überlebt, ist George, der dann noch einmal blutüberströmt seine Frau erschießen darf. Ganz traditionell. Weil sie muss natürlich auch büßen für ihre Sünden. Traditionell. Und Johnny schafft es fast, mit seiner Freundin wegzurennen. Und es ist tatsächlich so ein Moment, wo man denkt, okay, einer kommt davon. Und es ist ja auch öfter mal so in diesen Filmen und in diesen Geschichten, dass dann einer mit dem Geld davonkommt. Aber Johnny muss seinen Koffer aufgeben. Ja, am Flughafen. Verdammte Behörden. Und der Koffer öffnet sich dann natürlich, als er zum Flugzeug transportiert wird. Und dann fliegt das Geld rum. Und dann kommt die Polizei. Und dann Johnny wird verhaftet. Johnny überlebt tatsächlich. Johnny überlebt. Als Einziger, oder? Ja. Mit seiner Frau. Aber er hat nicht mehr viel von seiner Frau. Aber der Film ist eigentlich ein Bild des Scheiterns. Eines tragischen Scheiterns. Weil alles perfekt durchgeplant war. Und alles, was geplant war, so funktioniert hat, wie es funktionieren sollte. Und dann kam dann eben der Störfaktor rein. Ja. Menschliches Versagen. Genau. Ich finde, das Ende wird ... Es hat mich kurz gestört, als ich es gesehen habe. Aber dann habe ich gedacht, das ist eigentlich wirklich passend. Dass wirklich so nebenbei erzählt wird. Es ist ja kein ... Es gibt zwar dieses Drama um die Aufgabe des Koffers. Ich will es gerne mit reinnehmen als Handgepäck. Darfst du nicht, weil du so groß und so. Aber es wird nicht überdramatisiert. Nee. Sondern es wird dann halt ... Ja, da fällt der Koffer halt runter, geht auf. Und ich dachte schon, als er das Geld in den Koffer getan hat, kannst du nicht irgendwas drumherum machen? Was ist denn los? Warum? Musst du das so hektisch machen? Denk nochmal drüber. Ja. Du könntest davon kommen, wenn du nicht so hektisch und nervös wärst am Schluss. Ja. Aber das ist auch klar. Das ist man dann halt einfach. Und dann, naja, dann rennen sie nochmal kurz weg. Aber eigentlich bringt es ihnen nichts. Und der bleibt dann einfach stehen und sagt, ja, was soll's, Pech. Es ist cool, wir haben kaum ein Wort über den eigentlichen Überfall verloren. Aber es gibt da auch nicht viel dazu zu sagen. Nein, nein. Er zieht sich eine Maske an und er überfällt sie und packt das Geld ein. Ja. Und es ist gut durchgeplant. Das ist gut gemacht. Aber was soll man da groß erzählen drüber? Es nimmt kaum Laufzeit auch einfach. Der Film besteht hauptsächlich aus der Planung und dann aus dieser verschachtelten Struktur immer bis zu dem Punkt, wo der Überfall stattfindet. Wo die Waffe gezogen wird und gesagt wird, drückt das Geld raus. Ja. Und dieser Punkt, der da hinführt, der wird mehrmals erzählt. Aber das Eigentliche, das ist ganz schnell abgehandelt. Ja, ja, dann wird das Geld halt eingesackt und er schmeißt es aus dem Fenster, damit es abtransportiert werden kann und ist gut. Genau. Keine, keine großen Sachen drumherum. Wie gesagt, ich hab's in meinem Intro-Text gesagt und ich sag's gerne nochmal. Es ist, dieser Film hat kein Krampfett zu viel. Er ist einfach unglaublich lang, dreckig und es ist so wie, es ist die filmische Variante von einer Pulp-Novel und das weiß ich sehr zu schätzen. Ich hatte sehr viel Freude daran. Naja, am Ende ist es halt für mich dann doch ein bisschen zu egal gewesen alles. Also ich hatte schon das Gefühl, dass ich irgendwie da einer Sache zusehe, die ich potenziell cool finden könnte und dass die Stimmung auch so ganz nice ist, so von der Erzählung her und gut aufgebaut und so. Aber irgendwie, vielleicht, vielleicht hat es wenigstens eine Figur gebraucht, der ich wünsche, dass es schafft. Also ich, natürlich wünsche ich tatsächlich der Geschichte, dass es funktioniert, aber vielleicht wäre Johnny der geeignete gewesen, dem ich noch ein bisschen mehr, mehr Background gebe, von dem ich sagen kann, okay, jetzt, jetzt, jetzt will ich wirklich, dass er das schafft und ich, ich fieber mit ihm mit und so. Bei George, da kannst du nicht mitfiebern. Dann kannst du eigentlich nur hoffen, dass er umkommt. Gnadenschuss. Was ich noch an dem Film zu schätzen weiß, ist, dass er, wenn man weiß, wie sich Kubrick entwickelt, hat. Und wahrscheinlich muss man das tatsächlich wissen, um das mitzukriegen. Dann sieht man aber eben doch Elemente vom späteren Kubrick in diesem Film. Und zwar diese kühle Präzision bei der Strukturierung der Geschichte. Wie er die einzelnen Sachen zusammenfädelt und vor allem auch bei den Bildern, wie er mit Licht und Schatten spielt, wie er es schafft, Noah mit modernem Thriller zu kombinieren, wie er es schafft, das Elegante aus der damaligen Welt mit dem dreckigen Grauen zu mischen. Trotzdem ist es natürlich kein Kubrick im Film. Komplett dieses Epische, dieses Gigantische, was Kubrick-Filme sonst oft mit transportieren. Aber Kubrick kann auch klein. Ja, beziehungsweise ist es ja so der Anfang. Und bei Anfängen ist es ja oft so, dass man merkt, da ist jemand noch zurückgenommen. Da weiß jemand noch nicht so genau, was er darf und was er nicht darf. Also dieses Bombastische muss man sich ja auch erst mal trauen. Und dann ist klar, dass der Anfang vielleicht ein bisschen zurückgenommen ist. Das war sein erster Film, in dem er mit professionellem Cast und Crew zusammengearbeitet hat. Okay. Und sein dritter Film. Und es war der letzte, den er ausschließlich in den USA gedreht hat. Danach ist er immer schön hin und her gesprungen zwischen verschiedenen Drehorten bei seinen einzelnen Filmen. Und er hat den Film zusammengeschrieben mit, kurz gucken, das war nämlich der zweite große Autor, der noch reinpasst, mit Lionel White. Den hat er extra, nee Quatsch, nicht Lionel White, das war der falsche. Jim Thompson. Den hat er extra, den hat er extra angeheuert, um mit ihm zusammen das Skript zu schreiben, weil er Jim Thompson sehr gemocht hat. Das ist, Jim Thompson ist auch ein großer Pulp-Novelist. Und am bekanntesten ist er wahrscheinlich dafür, der Film, der wurde 1972 verfilmt, so als einer der großen New-Hollywood-Action-Filme. Okay. Und genau, Kubrick hat sich offensichtlich da, hat da einfach auch Hilfe gewollt, um das Skript umzusetzen. Aber Jim Thompson selbst hat gesagt, es war viel im Buch, in der Romanvorlage von Lionel White vorgegeben. Das heißt, sie haben da keine großen Experimente damit gemacht, sondern die Vorlage, Clean Break, war schon so verschachtelt, strukturiert. Und das haben sie einfach übernommen. Ja. Ich glaube mich zu erinnern, dass sie weniger Geld hatten, als sie eigentlich wollten, oder? Ja, sie hatten auf jeden Fall nicht sonderlich viel Geld. Also es ist tatsächlich kein Big-Budget-Film. Das Ding ist, dass eigentlich sollte das Buch, eigentlich wollte United Artists die Rechte an dem Buch haben. Mhm. Und der Produzent James Harris, der schon vorher Filme produziert hat und eigentlich immer so nach Leuten gesucht hat, mit denen er zusammenarbeiten kann. Die irgendwie spannende, interessante, neue Filme, der ist da irgendwie auf Kubrick gestoßen. Deren Rechte haben, äh, deren Wege haben sich bei diesem Projekt quasi zum ersten Mal gekreuzt. Mhm. Und daraus ist eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit entstanden. Also, genau. Ne, das war, ah, sowas. Also bevor ich das falsch sage, tatsächlich hat James Harris schon vorher in der Filmindustrie gearbeitet. Mhm. Aber The Killing war seine erste Arbeit, die er wirklich allein produziert hat. Ah. Wie gesagt, und seine und Kubricks Wege haben sich gekreuzt. Die haben sich beim Schachspielen. Aha. Im Schachclub. Sehr schön. Und daraus ist eine fruchtbare Zusammenarbeit entstanden. Die haben dann danach Paths of Glory 1957 und Lolita 1962 zusammen gemacht. Also Kubrick hat mit ihm drei Filme, bei drei Filmen zusammengearbeitet. Cool. Ansonsten ist die Filmografie von, von, ähm, von diesem James Harris ziemlich überschaubar. Aber er hat auch selbst Regie gemacht. Ähm, aber er war einfach eine Produzentengröße in Hollywood, der halt überall so seine Finger drin hatte. So ein bunter Hund, den jeder kennt. Irgendwie so ein Veteran des Showbusiness, der respektiert wird. Und genau. Okay, cool. Aber kann man dann sagen, dass Harris Kubrick, ähm, entdeckt hat? Ich würde eher sagen, sie haben sich gegenseitig entdeckt. Weil es war, es war halt auch das erste Projekt von ihm. Das heißt, also zumindest das, wo er wirklich, wirklich selbst gesagt hat, ich bin der Produzent. Ich übernehme die Produzentenrolle. Ähm, 330.000 Dollar hat der Film gekostet. 24 Tage Dreharbeiten. Ah ja. War allerdings kein besonders großer Erfolg dann bei der Veröffentlichung. Hm. Schade. Ja. Aber es hat trotzdem gereicht, um Kubrick ein bisschen nach vorne zu schieben für die nächsten Filme. Bei Kubrick ist das ja tatsächlich dann doch ein relativ natürlicher Wachstumsprozess. Bis er dann schließlich in den, äh, 60er Jahren und 70er Jahren bei seinen wirklich, wirklich, wirklich großen Filmen ankommt. Und zu dem direkt, zu dem, äh, Regisseur wurde, der heute so sehr geschätzt wird. Ja. Hat eigentlich eine ganz coole Karriere hingelegt. Ja, sehr cool. Hm. Ja, dann, ähm, es lohnt sich auch mal in die langweiligen Anfänge eines, äh, Regisseur hineinzuschauen. Oh man, all diese Worte für nichts. Das ist die Konklusion. Ja, Plur. Ähm, nein, also, ähm, ähm, spannend. Ähm, ich weiß nicht, wie ich da jetzt wieder rauskomme. Ähm, nein, es war, es war schön, dass du das vorgeschlagen hast, Plur. Ich hab bloß leider eben immer wieder gedacht, ich weiß noch nicht genau, warum ich mir das anschaue. Ja, das kann ich gut verstehen. Ich glaube, die Antwort ist auch, um eine, um filmliche Wissenslücken zu schließen. Ja. Weil Kubrick ist so ein spannender Regisseur, der hat so tolle Filme gemacht und so interessante Filme, dass es einfach auch faszinierend ist, auf sein Frühwerk zu schauen. Ja. Bei mir ist die Antwort noch ein bisschen mehr, weil ich einfach auch kleine, palpige Stoffe mag und weil es Spaß gemacht hat, mal wieder so einen hohen, dreckigen Thriller aus der Zeit zu sehen. Ja. Der keine Gefangenen macht und der einfach mal sein Programm durchzieht. Ja. Ja, okay, aber dafür kann ich ihn auch auf jeden Fall schätzen. Also, wie ich anfangs schon sagte, ne, für seinen Noir-Charakter und für seine, ähm, seinen Licht, äh, Umgang mit Licht und Schatten und mit seiner, ähm, einfach, ähm, Bildsprache und seinem klaren, gerade ausgelaufenen, auf die Katastrophe hin steuernden. Finde ich schon ganz cool. Er hat ja auch die Spannung, aber irgendwie, ja. Und frankly, mehr will der Film nicht. Das stimmt wohl. Ja, das ist es. Ja. Ein ehrlicher Film. Ja. Okay, danke, dass du ihn gesehen hast, Johannes. Ja, gerne, gerne. Ich bin gespannt, was noch kommt, das Nächste. Ja. Und vielen Dank, dass du meinen Horizont so erweitert hast mit Playtime. Ja, vielen Dank, dass du versucht hast, meinen Horizont zu erweitern. So, Leute, wenn ihr wissen wollt, womit wir unseren Horizont das nächste Mal kitzeln, bleibt dran. Dann reden wir darüber, was wir nächstes Mal machen. Und wenn ihr Wünsche habt, schreibt uns. Ja. Florian-At-Mussmann-Sehen.de, Johannes-At-Mussmann-Sehen.de. Hört uns auf Spotify in eurer Podcast-App des Vertrauens. Das tun sie gerade. Ich glaube, die Herausforderung. Lasst uns da ein Like. Blor zeigt gerade nach. Und abonniert uns. Ja. Ja, sehr schön. Bis zum nächsten Mal. Schöne Woche wünsche ich euch. Ja, bitte ich auch. Bis dann. Ciao. Ciao. Da war doch noch was. Da ist noch was, ne? Flor, was hast du denn für mich für nächste Woche? Also, weil wir in letzter Zeit so oft in der Filmgeschichte herumgesprungen sind und wirklich weit zurückgegriffen haben. Ja. Dachte ich, es wird Zeit nochmal zu sagen, hey, es gab auch gute Filme in den letzten 10, 20 Jahren in der jüngeren Filmgeschichte. Es gab solche Filme? Das soll keine, früher war alles besser Nummer werden, weil das 21. Jahrhundert, obwohl es noch so jung ist, hat wirklich schon hervorragende Filme hervorgebracht. Hat schon viel zu bieten, das stimmt, ja. Und einer meiner liebsten Filme aus dieser neuen, jungen, frischen Film-Epoche ist mittlerweile auch schon echt alt. Okay. Ist aus dem Jahr 2003. Die frische Neue. Okay, jetzt wird das 3, die frische Neue. Oldboy von, Entschuldigung, jetzt sag ich den Namen falsch, Park Chan-wook, koreanischer Film, Südkorea, aber. Wie kommen die koreanischen Filme mit den spanischen Untertiteln? So ein Film ist es meiner Meinung nach nicht, sondern es ist ein Film, der beim westlichen Publikum auch ziemlich viel Anklang gefunden hat und für westliche Sehgewohnheiten im Vergleich zu vielen anderen Filmen aus der Region gut konsumierbar. ist, aber kein leichter Film. Kein, okay, okay. Also ich kenne ihn nicht, mir sagt es gerade gar nichts. Oh, da bin ich sehr gespannt. Okay, okay. Er wird dich umhauen. Er wird mich, okay. Darauf nagel ich dich aber auch fest. Alles klar. Okay, ja, ich habe auch was für dich, ich habe mir, während wir geredet haben, gedacht, wir müssen, wir haben es kurz angesprochen, wir müssen, Bob Dylan, dieses Biopic, was Biopic ist fast zu viel gesagt, aber. Wir müssen den Film I'm Not There gucken. Finde ich super. Das ist ganz dringend. Ich habe nicht mehr viele Erinnerungen dran. Es ist wirklich, wirklich lange her, dass ich den gesehen habe. Immerhin ist der auch schon uralt, nämlich aus dem Jahr. 2007. 2007. Ja. Also der hat ja auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel und als ich ihn gesehen habe, war ich nicht der größte Dylan-Fan. Und als ich dann. Du warst damals nicht der größte Dylan-Fan? Nee. Moment. Mehr zu meinen jüngeren Entdeckungen. Okay. Ja, der macht ja auch noch nicht so lange Musik. Das Leben ist kurz und es gibt zu viel gute Musik. Okay. Na gut. Das ist das Slogan dieser Episode. Das Leben ist kurz und es gibt zu viel gute Musik. Na gut. Okay. Dann halten wir das als Slogan fürs nächste Mal fest und sehen uns dann. Ja, ich freue mich. Dir auch, danke. Ciao. Ciao.
