Episode 18: Tatis herrliche Zeiten (Playtime), Die Rechnung ging nicht auf (The Killing)
In unserer 18. Episode kommen wir zu einem epischen Zweikampf zwischen Frankreich und den USA. Playtime von Jaques Tati ist eine ungewöhnliche Slapstickkomödie zwischen Utopie und Dystopie. Das Frühwerk von Stanley Kubrick The Killing ist ein kleiner, dreckiger und roher Pulp Thriller zwischen Film Noir und Gangsterballade. Auf der einen Seite haben wir also die Monumentalversion, feinsinniger, intellektueller und vor allem französischer Komik, auf der anderen Seite haben wir ein Destillat des knüppelharten, amerikanischen Krimis. Ob wir mit der Wahl des jeweils anderen etwas anfangen können, führt in dieser Episode zu heftigen Rededuellen.
Für Harmonie dagegen sorgen unsere dazu passenden Bestenlisten. Wir werfen einen Blick auf die besten nonlinear erzählten Geschichten und schwelgen in den schönsten Filmen in, von und über Paris.
Playtime [Jaques Tati]
(Frankreich 1967)
Man kann Jacques Tati als Komiker beschreiben. Wenn man gewillt ist hinter die Komik zu schauen, kann man ihn auch als Zivilisationskritiker oder gar als Visionär bezeichnen. Gerade letzteres wird in seinem 4. Film Playtime deutlich, vor dessen Hintergrund all seine vorherigen Filme wie Fingerübungen für genau dieses Meisterwerk wirken. Playtime ist eine Zukunftsvision. Monsieur Hulot erlebt die Zukunft, viel mehr lässt sich kaum dazu sagen. Es werden einfach Situationen aneinander gereiht, die keinem erkennbaren dramaturgischen Erzählstrang folgen.
Er schlachtet in diesem Film einfach all seine Trademarks aufs äußerste aus. Seine langsame Erzählweise, die dadurch erst ihre Absurditäten preisgibt. Die leise und bedächtige Komik, die nie in große Slapstick ausartet. Der Verzicht auf allzu viel störende Handlung. Die Modernismuskritik. Die Liebe zum Detail. Selbst sein charakteristisches Kostüm, lässt er hier absurd oft auftreten, ohne dass wirklich seine Person drin steckte. All das wird einem in diesem Film 2 Stunden lang um die Ohren gehauen. Wenn man seine Erzählweise mag, wird man diesen Film lieben. Plor hast du den Film geliebt?
Die Rechnung ging nicht auf [Stanley Kubrick]
(USA 1956)
Regisseur Stanley Kubrick kennt man vor allem als strengen und präzisen, in seinem Perfektionismus oft tyrannischen Autorenfilmer, der in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts große Meisterwerke des amerikanischen Kinos geschaffen hat. Egal ob seine Filme im Weltraum, im Krieg, im historischen Setting oder in einer dystopischen Zukunft spielen, sie besitzen immer etwas Epochales, Monumentales und zugleich etwas Kaltes, Steriles, was ihnen eine gewaltige und gewalttätige Größe gibt.
Sein Frühwerk und dritter Langfilm The Killing – zu deutsch Die Rechnung ging nicht auf – aus dem Jahr 1957 besitzt wenige dieser Trademarks. Die Geschichte eines perfekt geplanten Überfalls auf die Geldreserven einer Pferderennbahn ist Pulp der alten Schule: Ein kleiner, dreckiger und roher Film, der kein Gramm Fett zu viel auf den Rippen hat. Kubrick gestaltet hier einen makaberen Thriller zwischen Film Noir und Gangsterballade, der vor allem durch seine verschachtelte Struktur einen nicht zu leugnenden Einfluss auf den postmodernen Gangsterfilm eines Guy Ritchie oder Quentin Tarantino hatte.
Kein typischer Kubrick aber dennoch ein spannender Genrefilm? Was denkst du Johannes?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 18: Tatis herrliche Zeiten (Playtime), Die Rechnung ging nicht auf (The Killing) Publishing Date: 2021-05-05T13:57:07+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/05/05/episode-18-tatis-herrliche-zeiten-playtime-die-rechnung-ging-nicht-auf-the-killing/
Johannes Franke: Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest. Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme? Äh, definitiv, das wird lustig. Tada, da sind wir wieder. Ich habe jetzt angemacht, bevor wir klären konnten, welcher Film als erstes anguckt. Ah, ich will keinen Schnickschnack-Schnuck spielen. Nein, nein, wir spielen keinen Schnickschnack-Schnuck. Wir machen folgendes. Wir diskutieren aus, welcher Film der bessere ist und der kommt dann als erstes dran. Okay, aber dann werden wir ganz lange drüber diskutieren. Mein Film hat aber, hat aber. Oh nein. Und jetzt bist du dran. Ich würde dir nicht wirklich zustimmen, aber ich ahne, aus welcher Ecke du kommst, weil natürlich Kubrick den Film mehr geradeaus erzählt als Tati. Also, Tati hat keinen Film erzählt, sondern ganz viele Episoden. Okay, dann herzlich willkommen beim Muss man sehen Podcast. Wo Johannes und ich über Filme diskutieren und zwar, er hat einen Film für mich, ich habe einen Film für ihn. Und wir hoffen, dass wir den Horizont des jeweils anderen erweitern können. Oh schön. Oh boy, bin ich nicht erweitert worden. Naja. Okay, dann fangen wir doch mit meinem Werk an. Und ich gebe eine Einführung in Jacques Tati's Playtime. Man kann Jacques Tati als Komiker bezeichnen. Wenn man gewillt ist, hinter die Komik zu schauen, kann man ihn auch als Zivilisationskritiker oder gar als Visionär bezeichnen. Gerade Letzteres wird in seinem vierten Film Playtime deutlich. Vor dessen Hintergrund all seine vorherigen Filme wie Fingerübungen für genau dieses Meisterwerk wirken. Playtime ist eine Zukunftsvision. Monsieur Hulot erlebt die Zukunft. Viel mehr lässt sich kaum dazu sagen. Es werden einfach Situationen aneinandergereiht, die keinem erkennbaren dramaturgischen Erzählstrang folgen. Er schlachtet in diesem Film einfach all seine Trademarks aufs Äußerste aus. Seine langsame Erzählweise, die dadurch erst ihre Absurditäten preisgibt. Die leise und bedächtige Komik, die nie in großes Slapstick ausartet. Der Verzicht auf allzu viel störende Handlung, die Modernismuskritik, die Liebe zum Detail. Selbst sein charakteristisches Kostüm lässt hierher absurd oft auftreten, ohne dass wirklich seine Person drin steckte. All das wird einem in diesem Film zwei Stunden lang um die Ohren gehauen. Wenn man seine Erzählweise mag, wird man diesen Film lieben. Plor, hast du diesen Film geliebt? Das ist gleich die härteste Frage am Anfang. Johannes, möchtest du Tee haben? Oh, ja gerne, Tee. Lenk mich ab, lenk ab vom Thema. Lange Pause. Ich hätte die letzte Woche die Erlaubnis geben sollen, den Film in den Tappen zu gucken, wie ich ihn auch mal irgendwie. Weil es ist tatsächlich so, man nach, weiß ich nicht, einer halben Stunde denkt man, jetzt brauche ich vielleicht mal kurz einen Kaffee oder sowas oder ich brauche irgendwie mal Ablenkung woanders oder so. Aber ich finde, es lohnt sich trotzdem volle Kanne. Ich war jetzt, ich hatte jetzt Besuch von meiner Mutter und wir haben ihn zusammen nochmal gesehen und dann habe ich Notizen gemacht und ich war nicht nur über den Film amüsiert, sondern auch über meine Mutter amüsiert, die neben mir saß und sagte, will der Film überhaupt, dass ich mitkomme? Ich muss genau das sagen, ich habe diesen Film jetzt in kürzester Zeit eben zweimal gesehen, einmal ohne meine Mutter und dann nochmal und jedes Mal wird einem der Film klarer. Man muss ihn mehrmals sehen. Und das sind halt zwei Stunden, die man nochmal und nochmal gucken muss, aber ich finde absolut, dass sich das lohnt, weil er so viel, so viel rein inszeniert und so viele Details hat und so dolle irgendwie. Du hast so, ich weiß nicht, jedes Mal beim neuen Gucken fällt dir auf, ah, die Brille kommt später nochmal wieder oder ah, da in der Restaurantszene ganz hinten in der Ecke passiert nochmal was Wesentliches, was irgendwie richtig witzig ist. Klar hast du nie diese Momente, wo du so richtig laut lachst, wobei das stimmt nicht ganz, ich habe die Momente, aber ich glaube, ich bin einfach da sehr getriggert, ich mag das einfach zu sehr. Ich liebe die ganzen Einfälle, die in diesem Film stecken. Und deswegen werde ich ihn auch noch drei oder vier Mal gucken. Und er hat es extra in 70 Millimeter gedreht, damit man, weil das das Format ist, nicht im digitalen, sondern analog gedreht, damals 70 Millimeter bedeutet, dass du die meiste Information in das kompakteste Bild bekommst. Also du hast so viel wie möglich kann passieren gleichzeitig im Bild, ohne dass du den Bildausschnitt verändern musst. Und es gibt null Fokus. Null Fokus. Ja, Wahnsinn. Er hat das gebaut. Er hat ja extra ein Set gebaut für viel, viel Geld. Und dann gab es auch noch einen Sturm, der das Ganze zerstört hat und dann irgendwie 1,6 Millionen Franc irgendwie gekostet hat, das wieder aufzubauen. Also, der hat wirklich auch Pech gehabt damit, aber es war einfach schweineteuer und es war der teuerste Film zu der Zeit bis dahin. Ja, genau. Powerplans, sie hatten ein eigenes. Damit das alles irgendwie, das waren zwei große Gebäude, weißt du, die sie gebaut haben und mit Ampeln und Straßen und allem drum und dran. Das haben die alles gebaut, damit das genau so aussieht, wie es soll. Und ich finde, es geht voll auf. Also, das, was er davor hatte, geht volle Kanne auf, finde ich. Was die Architektur betrifft auf jeden Fall. Ja, naja, natürlich. Also ich glaube, das, was Tathita will, ist natürlich die gegebenen Umstände kritisieren. Den Hang der damaligen Zeit und auch unserer heutigen Zeit zum radikalen Modernismus. Ja, und das, ich finde es total geil. Ich finde diese Zivilisationskritik, die da drin steckt, so wahnsinnig cool. Ja. Ganz toll gemacht. Das ist fast wie eine Choreografie gemacht. Ja. Es ist ja wirklich so, dass er die Geräusche, er hat ja den Geräuschen fast den gleichen oder noch höheren Stellenwert eingemessen als dem gesprochenen Wort. Es gibt gesprochenes Wort, aber du kannst es nicht entziffern, weil die Geräusche in der Umgebung gleichwertig sind und deswegen eigentlich überhaupt nichts ausmachen kannst so richtig. Du hörst mal so den Ami, wie er ein bisschen lauter was ruft oder sowas. Manchmal kriegst du weitergegriffen und du hast Englisch dabei und Französisch und du merkst schon, dass es so ein Mischmasch. Ja und es ist toll, ich finde das Konzept toll, aber das bedeutet natürlich, dass du schnell ermüdest, weil du nicht selektieren kannst. Es wird nicht für dich selektiert, was ist wichtig an Geräuschen und was nicht. Aber in dieser Szene, die du ansprichst, sind Geräusche halt so wahnsinnig wichtig. Dieser quietschende Stuhl, diese Geräusche, die das macht, wenn man sich draufsetzt, wenn man da sich bewegt und wenn man, er hat ja auch noch einen Stock dabei, er rutscht da auf diesem Boden, der viel zu glatt ist, auch noch aus und so. Ich finde dieses, gerade bei der Szene merkt man diese Choreografie, die dahinter steckt, die er will, was fast schon, meine Mutter sagte dann, er könnte jetzt zum Rap ausatmen. Und das Krasse daran ist, was mir dann aufgefallen ist, was ich ganz großartig fand, war, dass das bedeutet, dass du als Zuschauer nie den Relief hast. Also du bist nie durch ein Lachen erleichtert. Du hast nie diesen Moment der Auflösung eines Gags oder einer Situation, weil es fällt niemand, also schon manchmal, aber ganz wenig, fällt niemand hin und unterbricht die Situation. Sondern du hast eigentlich, bist du von einer visuellen Sache in die nächste geworfen und die nächste in die nächste in die nächste und deine Bannung steigert sich immer weiter. Du kommst nicht in dieses erlösende Lachen und das finde ich so krass. Weswegen das Ganze auch irgendwie realistisch bleibt, obwohl es nicht wirklich realistisch ist. Also diese Absurditäten von, also das Absurdeste, was eben nicht passieren würde, würde mir einfallen, dass das Flugzeug, was in dem Restaurant als Deko steht, der Raum wird zu heiß und das Flugzeug fängt an einzusinken und zu schmelzen quasi in Anführungsstrichen. Das würde natürlich nicht passieren. Aber alles andere, was er erzählt, was er so macht, könnte durch Verkettung von Umständen wirklich genau so passieren. Aber halt nicht in der Häufigkeit und nicht in der, weiß ich nicht, er bringt das so zusammen. Das ist natürlich absurd, aber es ist alles möglich. Lass uns mal ganz kurz nochmal den Schritt zurück machen. Du wolltest am Anfang einmal zusammenfassen, was eigentlich wie wo ist. Der Film hat sechs Szenerien im Grunde. Das erste ist der Flughafen, wo er ankommt, wo ganz viele Reisegruppen ankommen. Das zweite ist das Office, wo er den Chef von dieser Firma sucht. Und dann stolpert er in die Exhibition, in so eine Handelsausstellung rein. Und dann ist er in diesem Apartment, was du gerade angesprochen hast, weil irgendein Freund darauf bestanden hat, ah komm mit, ich zeig dir mein Zuhause und da gucken wir dann im Fernsehen noch was, keine Ahnung. Und dann der Royal Garden, das ist dieses Restaurant, was gerade neu eröffnet. Ja. Genau. Und ich würde, eigentlich bietet es sich an, da so ein bisschen durchzugehen, weil es so viele tolle Situationen gibt. Ich finde es halt wirklich großartig. Ich weiß nicht, ob du auch nur zehn Prozent meiner Begeisterung bist. Wahrscheinlich sind es ungefähr zehn Prozent. Vielleicht elf oder zwölf. Weil ich diese, ich liebe einfach visuelle Komik und die Absurdität, die einfach visuell einmal dargestellt wird, ohne dass du intellektualisiert drüber sprichst und das nochmal auf eine Ebene hebst. Du kannst den Film halt wirklich überall auf der Welt zeigen und das wird jeder verstehen. Es ist ein internationaler Film, obwohl er Paris als Ort hat. Und das finde ich eben an Visual Comedy und an visueller Erzählweise so großartig. Und er macht das so unglaublich meisterhaft. Er kommt ja erst in den Filmen, nachdem er schon zweimal für jemanden anders gehalten wurde. Ja, das passt aber natürlich auch so total gut dazu, dass man irgendwie so, ah, na, okay. Das finde ich sowieso toll, weil ich glaube, Jacques Tati versucht hier den Zuschauer ein bisschen zu trollen, ne? Ja, definitiv. Also er steckt andere Schauspieler in sein eigenes Kostüm, lässt andere handelnde Figuren Ulo rufen und er dreht sich um und wir stellen fest, oh nee, das ist er nicht. Ja. Und dann tritt er aber das erste Mal auf, ganz irgendwo im Hintergrund, lässt seinen Schirm fallen, das Geräusch springt uns da drauf und er hebt nur den Schirm auf und geht wieder aus dem Bild. Das ist sein erster Auftritt, also völlig unscheinbar, nichts passiert, eigentlich nicht. Ich hab's verpasst quasi. Ja, genau. Ich glaube, das war auch tatsächlich sein Problem damals. Also ich glaube, gelesen zu haben, dass er versucht hat, damals diese Figur eigentlich komplett rauszustreichen. Und er hat aber dadurch, dass dieser Film jetzt ein solches Desaster war finanziell, musste er danach noch einen Film machen, wo die Figur Ulo wieder in den Vordergrund gerückt ist. Und leider, also auch schon gegen seinen eigentlichen Willen, er wollte es eigentlich nicht. Aber, naja, er hat diesen einen Film dann noch gemacht und ich glaube, er hat noch einen für ein Kinderfernsehen gemacht und das war's dann. Also er hat auch, sein Oeuvre ist ja nicht so groß. Ja, also Playtime, ja, dieser. Ja, und ich würde ihn trotzdem in diese ganze Riege von Chaplin und von Buster Keaton und so setzen wollen, obwohl er eben nicht diese krasse Slapstick, die hat er in einem Film ein bisschen mehr, aber auch nicht, also er ist immer ein bisschen zurückgenommen gewesen. Aber trotzdem, er hat all diese Trademarks, die sowas braucht, so Slapstick-Humor braucht. Er hat einen speziellen Gang, ne? So dieses neugierige, nach vorn gereckte und auf Zehenspitzen laufende. Chaplin hat das ja eher mit seinem Watschelgang und Buster Keaton hat so sein Stoneface, was so keine Reaktion auf nix, ne? So in der Art. Ich finde es ganz toll, eine ganz tolle Erfindung und irgendwie, ja, deswegen gehört er mir auch in diese Zeit und in diese Art und Weise, Komik zu machen, aber eben auch, was ich eingangs schon sagte, eben sehr visionär nach vorne gedacht und nicht, wie viele Slapstick-Komiker eben in ihrer Zeit verhaftet, sondern versucht wirklich nach vorne zu drängen, noch. Wie Chaplin das später auch versucht hat, aber eben mit anderen Figuren, nicht mit seinem Trump. Du hast Trump gesagt. Trump. Trump. Trump. Trump? Oh mein Gott, nein. Böse Vergleich. Ja, also der Film ist ein einziges Wimmelbild, wie du sagst. Und wir merken dann ziemlich schnell, glaube ich, dass der Film vor allem auf diese Glasfronten setzt. Und ich finde den Gedanken toll. Also natürlich ist es heute für uns viel selbstverständlicher, dass es so wahnsinnig viele Glasfronten gibt. Aber ich weiß nicht, wie das in den 60ern war. Du hattest technisch eigentlich noch nicht die Möglichkeit, so riesige Produkten zu machen. Aber in dieser Reisegruppe gibt es eine Frau, die wir ja trotzdem auch noch ein bisschen herausgestellt bekommen und die quasi eine Rolle spielt. Neben ihm im Grunde sind die beiden gleichberechtigten Nebencharaktere. Oder der Hauptcharakter in der ganzen Sache ist ja eigentlich die Ausstattung. Du denkst nur, ah, geil, ja, danke, weil Paris. Es soll ja in Paris spielen. Und in Paris, du siehst nichts in dem Film aus Paris, außer eben in diesen Spiegelungen. Genau. Ja, die Blumenverkäuferin ist übrigens, ist meiner Mutter dann auch nochmal aufgefallen, die einzige lebendige Sache, die so an Paris erinnert, an dieses alte, an dieses Touristen-Bild. So, alles andere ist grau und da passiert nichts und das ist alles kalt und unwirklich. Während diese Verkäuferin quasi für die Touristen dahingestellt quasi das einzige, was an Paris noch erinnert. Das ist so ein tolles Konzept, das finde ich. Die haben halt dann Fotos, dann hast du auch in dem Set und irgendwo gegenüber ein Foto gehabt von Paris an der Stelle und das ist wahnsinnig toll funktioniert. Ja, das ist toll. Ich finde es ganz großartig. Ja, es soll Paris sein. Wollen wir den Bogen mal schlagen?
Florian Bayer: Unsere Liste.
Johannes Franke: Es gibt halt einfach viele Filme. Okay, aber dann hast du eine Honorable Mention. Hast du noch eine? Okay. Wow. Ja, meine Filme sind eher die romantisierten Varianten von Paris. Bei mir kommt auch gleich die Romantik. Okay, sehr gut. Ich habe auch eine Honorable Mention und zwar Before Sunset und diese ganzen, alle die drei, ne? Ja. Die sind drei, oder? Before Sunrise war... Weiß ich nicht genau. Ich habe es einfach nicht mehr... Aber ich fand dieses Konzept so geil und so wahnsinnig spannend, dass das so aufgegangen ist, dass man einfach nur in der Stadt rumläuft und redet. Das ist so krass. Das ist einfach nur ein Quasselfilm, aber es ist super. Richtig toll. Totaler Talk-Movie. Ganz großartig. Richard Linklater. Ja. Ja, und zwar, jetzt aber mein Platz drei. Moment, ich hätte noch eine Honorable Mention. Aber welcher von den Filmen wird jetzt degradiert zur Honorable Mention? Ähm, äh, äh, ich nehme La Jetée. Oh, ja. La Jetée ist, äh, haben wir schon ein paar Mal angesprochen, der Kurzfilm von Chris Marker, ähm, der nur in Standbildern erzählt wurde. Unbedingt gucken, wenn ihr eben noch nicht geguckt habt von unseren Empfehlungen letzten Male. Unbedingt gucken. Äh, gibt's auf YouTube und, und so, also... Online-Leicht zu finden. Dauert auch nur eine halbe Stunde. Genau. Ähm, spielt in Paris, aber eben in der Zukunft von Paris in einer zerstörten Stadt, die verzweifelt versucht, in die Vergangenheit zu reißen, um dort die Zukunft zu retten. Ähm, mein Platz drei wäre jetzt... Äh, fabelhafte Welt der Amelie. Ich weiß, dieser Film, äh, äh, verursacht Zahnschmerzen. Äh, äh, Blorn nickt. Ja, rede weiter. Äh, ähm, dieser Film hat mir damals, als er rausgekommen ist, ähm, wahnsinnig viel, äh, Freude bereitet und mich wahnsinnig begeistert. Irgendwann hab ich ihn einfach einmal zu oft gesehen. Und dann wird er halt wirklich, dann wird er zu süß. Und dann hat man einfach keine Lust mehr, nochmal zu hören, wie wahnsinnig fantasievoll die Hauptdarstellerin ist. Mein Platz zwei. Ja. Ach, wirklich? Betonung auf Märchen irgendwie. Ja, aber wirklich, also gesehen muss man ihn auf jeden Fall haben. Man muss ihn nicht 20.000 Mal sehen, so wie ich. Und mit fantastischer Musik. Unglaublicher Musik. Von Jan Thiersen. Jan Thiersen, Y-A-N-N, Thiersen, wie man spricht. Plus mit I-E-R-S-E-R, egal. Ein unglaublich toller Musiker und was der noch für Sachen rausgehauen hat danach. Das ist ja so sein großes Aushängeschild, diese Musik. Aber er hat so viele tolle Sachen danach gemacht. Und so viele andere Sachen. Ja, und so experimentelle Sachen. Oh, ist so lieb. Ich liebe das. Wahnsinn. Ganz toll. Läuft bei mir rauf und runter. Ja, dann... Mein Platz zwei. Mein Platz zwei. Mein Platz zwei wäre dann Midnight in Paris von Woody Allen. Ja. Was ich... Ich war so begeistert. Ich war so begeistert. Es ist halt auch romantisiertes Paris und so. Und dann auch noch die Zeitreise zurück in die große Zeit, wo die ganzen Künstler zusammen in Paris sitzen. Ich habe diesen Film nicht gesehen. Ach, du hast ihn gar nicht... Ich kann es gleich reinwerfen. Oh, okay. Ganz tolle Darstellung von Dali. Von einem Schauspieler, dessen Namen mir nicht einfallen will. Der ganz, ganz toll... Irgendwie weiß man sofort, wer gemeint ist. Auch die ganzen anderen Künstler, die sind ganz toll dargestellt. Gucken, Dali. Wer spielt Dali in Midnight in Paris? Also Adrian Brody ist, glaube ich, ein relativ bekannter Darsteller. Der hat so viel gedreht. Es lohnt sich bei YouTube einfach einzugeben, diesen Namen von dem Schauspieler Adrian Brody. Und dann Dali. Und da kommt ein Filmausschnitt, der ist großartig. Ist einfach wundervoll. Okay. Den muss ich mir anschauen. Du musst dir diesen Film auf jeden Fall anschauen. Weil er einfach eine Liebeserklärung an die Kunst in Paris und an dieses künstlerische, naja, sehr romantisiert dargestellt, aber diesen Schaffensprozess und so. Ja. Na, seit 20 Jahren, würde ich sagen, ungefähr. Nee, nicht ganz 20 Jahre. Ich wollte einfach nur mal hören, wie du sagst, wir gucken seit 20 Jahren Filme. 20 Jahre, Plor, 20 Jahre. Es sind 15 Jahre. Ja, es sind, nein, es ist, ja, es sind 17 Jahre wahrscheinlich. Ja, so around about. Ja. War schön. Okay, gut. Dann werde ich das wohl nochmal nachholen müssen. Also nochmal in Erinnerung rufen. Mein Platz 1 ist ein Kurzfilm. Ich war wahnsinnig verzaubert, aber eigentlich habe ich jetzt gerade herausgefunden, als wir kurz drüber geredet haben, dass es ja gar kein Kurzfilm ist, sondern nur Teil eines ganzen Films. Ich habe damals aber bei der Berlinale das als Kurzfilm in der Kurzfilmrubrik gesehen. Und zwar Paris Saint-Hermes, der Film, der 18 kleine Filmchen zusammenfügt, und zwar der Teil von Tom Tickwer mit Natalie Portman, wo sie einen blinden Freund hat, und sie ist Schauspielerin, übt ihren Monolog, und der Blinde läuft da gerade vorbei. Und der Monolog ist aber so, dass sie groß in Not gerät, und er versucht ihr irgendwie am Fenster stehend, kann ich helfen? Ist irgendwas? Kann ich was tun? Und sie sagt, kannst du nicht sehen, dass ich meinen Text übe? Und dann fängt deren Romanze an, weil er irgendwie, sie ist zu spät zu ihrem Vorsprechen, und er führt sie durch Paris in einem Affenzahn, kennt die ganzen Abkürzungen. Und der Film fängt aber damit an, dass sie ein Jahr schon zusammen sind, oder weiß ich nicht, irgendwie eine ganze Weile, und er angerufen wird von ihr, und sie sagt, ja, der Sommer war wunderschön, aber es ist Herbst, und vielleicht sollten wir das Ganze beenden. Und sich dann am Ende des Films wieder rausstellt, dass es eigentlich auch nur ein Monolog von ihr war, den sie geübt hat. Und sie ruft dann wieder an und sagt, du hast plötzlich aufgelegt, was war denn los? War das gut so? So war es believable. Ganz, ganz, ganz toller Kurzfilm. Ich hab mich so gefreut darüber, und der hat mich immer wieder begleitet, und ich hab immer wieder gesucht nach diesem Kurzfilm. Und es ist schön, dass ich das jetzt weiß, dass der in dieser Zusammenstellung ist. Voll cool. Cool. Ja, mein Platz eins. Wahnsinn. Ja. Ob es genauso viele Istanbul-Filme gibt? Ich weiß nicht. Ja, das machen ja alle im Bus, ne? Alle stecken ein und halten sich an dieser Stehlampe fest. Das ist großartig. Und das Schöne ist, die sind ja alle gleich, die Wohnungen, ne? Und dann haben die an der gleichen Wand quasi, aber aneinander gegenüber, den Fernseher an der Wand. Und dann geht die Kamera so dazwischen und man sieht, man hat den Eindruck, dass beide Wohnungen eigentlich zusammengehören, dass da keine Wand dazwischen ist. Sodass dann beide aufeinander zustarren, weil sie Fernseher gucken, aber man sieht den Fernseher nicht mehr. Und auf der einen Seite fängt der eine an, sich die Jacke auszuziehen und auf der anderen Seite schicken die ihr Kind ins Kinderzimmer. Das ist toll damit gespielt. Es ist so großartig, diese Zusammenhänge, die dann hergestellt werden, die so zufällig eigentlich sind. Es ist so toll. Also ich finde, genau solche Highlights ist, der Film reiht ein Highlight an das andere. Man muss halt irgendwie durch die Zwischen-, also durch den Tunnel durch zum nächsten Highlight. Ich habe ganz, ganz, ganz viel aufgeschrieben. Ich kann das nicht alles abarbeiten, aber es ist einfach so viel Tolles drin. So viele tolle, absurde Situationen. Ich liebe es. Ich muss zugeben, dass diese 45 Minuten Restaurantszene tatsächlich der schwächere Teil des Films ist, finde ich. Weil er sich dann doch zu viel Zeit dort nimmt und du kein neues Visual Interest Ding hast. Du hast keinen neuen Input so richtig. Ja, ja. Aber es gibt wirklich ganz tolle Ideen, wie zum Beispiel, dass der Typ, der immer die Tür öffnet, irgendwann innerhalb dieser Sache geht die Tür kaputt. Aber es ist ja eine Glastür gewesen, das heißt, er kann eigentlich den Griff genau an die Stelle ranhalten und man sieht nicht, dass die Tür nicht existiert, weil es einfach alles Glas ist. Und dann tut er so, als ob er sie öffnet, indem er einfach nur den Knauf dann einmal so entsprechend aufmacht. Ja. Und er kommt dann halt einfach nur mit dem Cashoff und Besen, räumt es auf und flucht ein kleines bisschen, aber das war es dann auch. Hast du übrigens bemerkt, dass er vorher noch in diesem, da war so eine Art Reisebüro oder sowas, auf jeden Fall Plakate, Werbung von verschiedenen Reisezielen im Hintergrund, was man eben verpassen kann. Aber eines der großen Highlights für den Hintergrund fand ich, Plakate von Moskau, von Rio, wo man überall hin kann und das Motiv ist alles das gleiche. Es ist alles ein graues Hochhaus. Nicht gesehen. Und das ist so großartig. So ein toller Kommentar auf diese Uniformisierung der ganzen Welt durch die Globalisierung, weil alles immer noch gleich. Also du hast überall McDonalds und du hast überall Kentucky Fried Chicken und das war's. Also im Grunde sieht alles gleich aus dann nur noch. Ja. Da gibt es diese, die sind alle irgendwie so in Kuben zueinander orientiert. Das heißt, du kannst im Grunde sehr sklavisch gerade alles, bist du angeordnet. Und dann hast du aber in der Mitte diese Sekretärin, die da genau in der Mitte sitzt. Und Ulo kommt auf sie zu, prägt sich also ein. Ah, okay, hier bin ich, an diesem Punkt bin ich also. Geht einmal um sie drumherum, aber sie dreht sich, was er nicht mitbekommt. Womit er wieder völlig verwirrt ist. Wo bin ich jetzt eigentlich? Sie hat doch da gerade noch dahin geguckt. Wie komme ich jetzt da wieder vorbei? Und ich bin so beeindruckt, wie du das schaffst, das alles im Kopf vorher zu, weil der Film muss 100% geplant sein vorher. Du kannst es nicht improvisieren, weil das ja alles gebaut werden muss. Das heißt, er muss das alles im Kopf gehabt haben. Wie kannst du Visual Gags erfinden mit etwas, was noch nicht da ist? Ich bin wahnsinnig beeindruckt. Das ist total krass. Ja. Vielleicht ist es auch, was vielleicht mich auch ein kleines bisschen stört, aber das gehört zur Figur Li Ulo, dass er so durchs Leben stolpert. Es passiert ihm alles. Es passiert ihm alles, definitiv. Er hat ja keinen eigenen Willen quasi. Der einzige Wille, den er wirklich hat, ist am Ende noch dieses Geschenk für diese Frau zu kaufen. Also du hast keine emotionale Beteiligung an diesen Charakteren. Ist klar, du willst nicht unbedingt, dass die jetzt zueinander finden. Beziehungsweise vielleicht willst du es schon, damit endlich was passiert, aber es würde auch nicht zu dem Film passen. Es würde nicht zum Film passen, genau. Ich erkläre dir den Witz mal kurz, ja. Er hat ja beschlossen, dass er jetzt mehrere Schauspieler mit seinem Mantel und seinem Hut und seiner Pfeife ausstattet. Und da gab es einen Schauspieler, den er durch die Szenerie geschickt hat, der sich wie ein Rüpel benommen hat, der von einem Aussteller zum nächsten gegangen ist, um dort einfach durch die Sachen durchzugehen, irgendwelchen Kram mitzunehmen und Zeug zu machen. Ich weiß, das ist im Film mit Bild untergegangen. Aber dieser Typ hat dann eben noch so einen Schal, den unser Ulo nicht hat und wird aber trotzdem eben beschrieben als großer Typ mit Hut und mit Pfeife und mit Schirm in der Hand. Weswegen der Chef von diesem einen Aussteller-Dingens da eben das Chaos in seiner Box da ihm zuschreibt, unserem Ulo zuschreibt, weil er den verwechselt mit dem anderen. Ja. Und deswegen schreit er ihn an. Und das Witzige daran ist, dass dieser Typ eine Tür hergestellt hat, die, wenn man sie hinter sich zuwirft, kein Geräusch macht. Weil diese ganze Welt darauf aus ist, möglichst glatt irgendwie zu sein. Und es macht kein Geräusch mehr. Und das ist toll, weil er sich so wahnsinnig aufregt und die Tür hinter sich kraftvoll zuwirft und wir haben nicht mal das Geräusch, das zufriedenstellende Geräusch einer klappernden Tür. Also er hat einfach wahnsinnig viel da reingepackt und das alles überlagert durch einen Soundtrack, der keinen Fokus auf bestimmte Sachen legt. Manchmal auf bestimmte Geräusche, aber eigentlich nicht. Und auch seine Bilder sind total fokusfrei, fokusbefreit. Und deswegen lohnt es sich eben, den Film ein paar Mal zu sehen und würde ich jedem empfehlen. Und ich würde das einfach mal als Challenge raushauen. Ja, Challenge ist gut. Wie viele Visual Gags finde ich in diesem Film? Du hast eine Liste? Naja, ich habe ein bisschen mitgeschrieben mit den schönsten Sachen, die ich halt toll fand. Aber das kann ich jetzt hier nicht. Das ist viel zu lang. Das ist viel zu viel. Okay. Ich glaube aber, du hast vollkommen recht, das ist ein Film, den man sich schön gucken kann. Und vielleicht auch sollte, weil die Belohnung wirklich sehr groß ist. Ja. Wenn man ihn wirklich dann kennt und beim zweiten Mal gucken dann schon weiß, ich muss mich nicht darauf konzentrieren, was will mir der Film erzählen, sondern ich weiß schon, wo es lang geht. Kann ich genießen, was da alles passiert. Und das ist einfach toll. Und ich möchte gerne noch über das Ende reden und dann können wir diesen Film zur Seite legen. Weil das Ende gehört zum absoluten Highlight, finde ich. Zum absoluten, absoluten, großartigsten Highlight dieses Films. Wie er den Kreisverkehr darstellt, der am Ende noch passiert. Du hast da einen Kreisverkehr, man stelle sich einen Kreisverkehr vor, in drei Spuren, wo überall Autos sind, die einfach nur im Kreis waren. Also es fährt keiner raus oder so, sondern die waren halt alle im Kreis. Und das ein paar Mal. Und das sehr ausgewalzt über einen längeren Zeitraum, aus allen Perspektiven und mit Jahrmarktsmusik drunter. Ja. Sodass der Eindruck entsteht, dass du ein Kettenkarussell hast oder sowas, oder mit so Pferden, die hoch und runter gehen. Weil er auch das imitiert durch zum Beispiel eine Frau, die auf dem Motorrad hinten drauf bei jemandem fährt und dann immer hoch und runter wippt. Und man sich fragt, hä, was soll das denn? Aber dann durch die Jahrmarktsmusik ergibt es plötzlich Sinn. Und dann hast du einen Blick auf eine Autowerkstatt, wo das eine Auto gerade hochgefahren wird, während das andere gerade runtergefahren wird. Auch so typisch wie diese Pferde bei diesen Karussellen, hoch und runter. Und dann wirft der Typ tatsächlich noch eine Münze in den Parkautomaten und das Karussell dreht sich weiter. Toll, oder? Fantastisch. Ich hab's nicht gesehen. Und das hast du ganz viel. Der hat ganz viele Anleihen aus dem Jahrmarkt. Und das ist so großartig zusammengebaut. Also das, allein das muss man einmal in voller Länge gesehen und genossen haben. Visuell wirklich beeindruckend. Und dann auch noch die Geräuschebene. Da haben sie noch die Frauen, die machen, während es einmal gekippt wird und dann wieder zurück. Ach, natürlich nicht auf die Art, von der ich gehofft hätte, dass du jetzt am Ende dann auch noch so begeistert bist wie ich. Aber ich hätte, weil die Erzählweise ja sehr langsam ist und so, hätte ich fast erwartet, dass es ein Film von dir sein müsste, der dann kommt. Weil ich ja eher derjenige bin, der sehr gerne kurzweilige und schnellere Filme mag. Aber deswegen habe ich auch ein bisschen gehofft, heimlich, dass es auf deiner Welle schwimmt. Ja, okay. Also in Episoden gucken, so immer so halbe Stunde und dann Kaffee machen. Ja, gerne. Also Episoden gucken und dann schickt uns gerne Feedback, wie ihr den Film fandet und ob ihr ihn, inwiefern ihr ihn verdauen konntet. Und auf welche Art und Weise. Vielleicht gibt es so eine Top 3 der Möglichkeiten, diesen Film zu gucken. Das glaube ich auch. Schön. Du musst mir bitte ein Update geben, wenn du den Film nochmal gesehen hast. Ja, mache ich auf jeden Fall. Ob es für dich besser wurde. Okay, gut. Das heißt, du hast ihn gestern gesehen. Du hast ihn nicht morgen nochmal geguckt. Na toll. Das ist ein Konkrastinationsmorgen. Guckst du gerade in meine Küche und sagst, ich glaube, das kennst du auch mit dem lieber morgen. Eine abstrakte Zukunft, so wie Tatisi beschreibt. Ja, okay. Das ist ein schönes Schlusswort. Cool. Na dann, bis gleich. Willkommen zu Teil 2. Ja, mit einem deutlich kürzeren und schlankeren Film. So deutlich kürzer? Ja. Ist mir gar nicht aufgefallen, echt? 85 Minuten. 85 Minuten? Ja. Na sowas. Okay. Na gut. Ja, und er erzählt ein bisschen mehr als in zwei Stunden der andere. Ja, definitiv das auch. Aber schauen wir uns doch mal an. Ich gebe zurück ins Studio. Irgendwie haben wir jetzt immer diese Fragen an den anderen am Ende unserer... Okay. Ich finde, dass dieser Film halt leider wirklich sehr wenige von den Kubrick-Sachen mit vereint. Und deswegen mich ein bisschen fast gelangweilt zurücklässt. Gelangweilt? Ja, fast. Also, das furchtbarste Urteil, was man es überhaupt einem Film geben kann, ja, war ganz okay. Aber weiß ich jetzt nicht. So, ne? Man kommt gut durch den Film durch und man guckt sich das an. Aber irgendwie frage ich mich die ganze Zeit, hm, ja, aber hat mich das jetzt, irgendwie musste ich das jetzt wissen? Weiß nicht. Hat mir der Film irgendwas erzählt, was ich noch nicht wusste? Ja klar, ich kannte die Geschichten nicht, aber hat mir der irgendwas Wesentliches erzählt? Hat er mir eine Botschaft mitgegeben? Irgendwie nicht. Nee, definitiv, würde ich dir zustimmen. Und an diesen habe ich einfach Freude. Also, ich muss sagen, dass ich an dieser Noir-Anleihe, die er hat, also, ne? Die hat er auch, das ist zweiter. Da habe ich sehr viel Freude dran. Das finde ich wirklich toll. Das betrifft vor allem die Inszenierung, ne? Vor allem, was dann natürlich spannend ist, wenn die Charaktere alle unsympathisch sind, dass man irgendwie trotzdem will, dass es klappt. Ja, definitiv. Und das tut man, ne? Und das will man. Irgendwie schon. Was ich mich gefragt habe die ganze Zeit ist, warum zur Hölle nennt man einen Film, die Rechnung ging nicht auf? Das ist wie, als wenn ich den Miss Marple-Film genannt hätte, der Arzt, der die Frau im Zug umbringt. Der Arzt war der Mörder. Das frage ich mich auch tatsächlich. Was ist das für ein Titel? Was soll denn das? Ja. Ja, aber erst, also er verrät das Ende. Ich weiß sofort, okay, die Rechnung wird nicht aufgehen. Ja. Das ist doch blöd. Ja, das stimmt. Und der Film ist ja nicht darauf ausgerichtet. Also wenn der Film, es gibt ja genug Filme, die von Anfang an sagen, okay, dahin geht es. Aber der Film will das ja nicht. Der Film will eigentlich, dass der Zuschauer denkt, na mal schauen, ob sie es schaffen oder wie kriegen sie es hin und wie machen sie es und wer wird vielleicht auf der Strecke bleiben. Aber wenn du von Anfang an weißt, diese Rechnung geht nicht auf. Das ist doch scheiße. Ja. Insofern passt es natürlich zum Film. Also insofern ist der Titel des Films im Grunde ja sehr passend und unterstützt das Grundgefühl des Films irgendwie. Aber ich will ja die Pointe nicht vor dem, der Witz darf sowas ruhig mittragen, das Ende. Und viele Sachen sind ja witzig, gerade weil das bei rauskommt, was man erwartet hat. Aber du willst ja die Pointe nicht vorwegnehmen. Irgendwie weiß ich nicht. Naja. Für mich ist auch das Ende zu unklimaktisch erzählt. Ja. Also der Film baut das nicht so schlimm auf, dass am Ende so ganz dramatisch das Geld wegweht und so. Nee, es passiert halt. Sondern irgendwie passiert es halt. Ja. Ja. Ja. Ja, ich hatte an so einer Polizei so einen Bericht einfach, ne? So, vor dem Bericht wird nochmal verlesen, das und das ist passiert. Ja. Ja, das stimmt. Ich finde es nicht schlecht an sich. Ich kann da auch drin verschwinden. In diesem Fall, weiß ich nicht, war ich vielleicht ein bisschen, war es mir zu schnell, zu lächerlich, dass dieser Typ so sehr amerikanisch diese Narrator durchzieht. Und da irgendwie, und auch keine ironische Überhöhung, sondern wirklich ganz knallhart, das und das und das und das ist passiert. Und dann haben sie auch noch eine Stimme, die eigentlich Trailer sprechen würde und, weißt du, so irgendwie, weiß ich nicht, das war mir zu viel. Ich kam dann nicht in die Stimmung so richtig rein, obwohl ich es mochte, aber so richtig, richtig gut rein kam ich nicht. Wir haben die Verbrecher, damit kann ich auch mitgehen, das ist vollkommen in Ordnung, ich muss da nicht unbedingt, mir geht's fast schon auf den Geist, dass mir George zu viel erzählt wird, wie, was für ein Lappen er doch ist und wie, dass seine Frau überhaupt nicht mehr mit ihm irgendwie und dann ihn dann abziehen will und so. Also irgendwie hätten sie da sogar schon einsparen können. Ich fand George tatsächlich einfach witzig. Nee, es ist halt einfach, also einfach überhaupt, er hat nicht das Nervenkostüm dafür, um nur in dieser Sprache zu bleiben. Das geht einfach nicht. Das ist eine ganz schlechte Wahl. Man denkt auch, wenn es an jemandem scheitert, muss es an ihm scheitern. Und das ist auch klar von Anfang an. Das ist doch aber, also das Problem ist, es macht ja noch nicht mal deutlich nur dieses beschissene Frauenbild auf, was ich immer doof finde, sondern es ist irgendwie inkonsistent für sich. Irgendwie finde ich, hat diese Frau so ein, ich weiß nicht, die haben ja einfach alles gegeben, was sie brauchen, damit der Plan nicht aufgeht. Weißt du, irgendwie, ich weiß nicht, das ist doch keine konsistente Frau, das ist doch keine Figur, die wirklich, nee. Ja, irgendwie, sie kriegt dann auch keinen, keine große Backstory oder sowas und kriegt ja keiner so richtig, aber, aber gerade bei Leuten, wo man dann sagt, ich muss die Motivation verstehen, damit ich dem Film folgen will, gerade da wäre es vielleicht schon gut gewesen, so ein bisschen. Aber George hat auch keine Gier. George will einfach nur seine Frau behalten. Der Typ, der das alles plant. Genau. Genau. Und der sich auch im kriminellen Milieu bewegt. Und dem man es tatsächlich wünscht, weil irgendwie haben sie es geschafft, die Frau sympathisch zu machen, obwohl die fast gar nichts zu tun hat in dem Film. Aber am Anfang und am Ende kommt sie irgendwie. Ja, ich mach das halt so. Ja, genau. Aber ihr hätte ich gerne mehr zugeguckt. Definitiv. Irgendwie. Sie fand ich cool irgendwie, obwohl sie halt so, naja, dieses 50er Jahre Bild von Ich macht, Schmacht und Ach, Schatz. Genau. Obwohl der Zug an sich schon einmal draufgesetzt wird auf die Schienen und dann geradeaus fährt. Ich habe nicht als Zuschauer das Gefühl, dass ich jetzt irgendwie Überraschungen erleben werde. Das nicht. Nee. Ich will bloß dann wissen, okay, wie machen sie es denn jetzt? Ja. Aber die Erzählstruktur an sich wird ja dann verschachtelter, weil sie nochmal versuchen, irgendwie aus jeder Perspektive, jetzt ist es so und so viel Uhr, der hat das und das gemacht und jetzt springen wir mal zurück in der Zeit, um die andere Perspektive zu zeigen, wie der seinen Teil des Plans durchzieht. Ja. Was übrigens auch nur, das war auch kein Schauspieler, oder? Der war wirklich, weißt du was über diesen Typen? Ich hätte irgendwas gelesen. Ja. Da wird er ja angeworben. Genau. Und Kubrick hatte damals, glaube ich, auch Schach gespielt. Der war so ein begeisterter Schachspieler. Und deswegen kam das irgendwie zustande, glaube ich. Ja. Auch dieses Non-Lineare ist ja auch irgendwie ein bisschen Kubrick. Kann das sein? Weil The Shining ist ja auch ein bisschen so mit Rückgriffen und dort und da. Ich weiß nicht, ob das so ein bisschen ... Ja, quasi dein Gesicht in die Torte gestoßen. Schingel! Schingel! Das war zu laut, Blur. Ja, ich weiß. Schingel!
Florian Bayer: Unsere Liste.
Johannes Franke: Okay. Ja, wir haben eine Top 3 und du hattest vorgeschlagen, was mich dann sofort schockiert hat, weil ... Da muss ich drei Tage drüber nachdenken. Filme, die genau das machen, eben nicht in einem durchzuerzählen, sondern dann irgendwie da nochmal einen Rückgriff, dann nochmal dorthin, dann nochmal dorthin, in der Zeitebene irgendwie hin und hergesprungen oder so. Schaut euch die an. Auf jeden Fall anhören, ja. Und schaut euch den Film auch an, auch wenn er schwer konsumierbar ist, schreckenweise. Aber ja, doch, doch, es lohnt sich. Mein Platz 3 ... Ich bin dran, oder? Du bist dran, ja. Ich muss anfangen. Okay. Mein Platz 3 wäre ... Nein, ich mach eine Honorable Mention. Weil das als Erste ist, was allen einfallen wird und ich es nicht in die Liste packen will, ist Memento. Memento, der einfach von hinten das Ganze, ne, so versucht jemand sich zu erinnern, was er eigentlich gemacht hat, obwohl er sich ... Also er hat sich ständig Notizen hinterlassen, was er jetzt eigentlich so ... Er versucht rauszufinden, was passiert ist. Ja. Und dann erzählt der Film sich sozusagen rückwärts. Und das finde ich ein tolles Konzept. Das ist lange her, dass ich den gesehen habe. Vielleicht bringe ich jetzt auch noch ein paar Sachen durcheinander im Kopf. Aber der war schon vom Konzept her einfach wirklich so ein Film, der auch jedem einfällt, wenn man diese Form der Erzählung erwähnt. Kommt aber nicht in die Liste, weil ich ihn auch nicht mehr präsent genug habe im Kopf, um sagen zu können, ob er wirklich so gut war, wie ich jetzt ... Mein Platz drei wäre dann ... Und den habe ich in der anderen Liste auch schon La Jetée. Ja, okay, der bietet sich aber auch tatsächlich an. La Jetée ist einfach großartig und der Versuch, die Zukunft zu retten, indem man in die Vergangenheit reist. Das heißt, ich liebe Zeitreisefilme und ich liebe dieses Hin und Her und dieses, was beeinflusst das Andere. Und einfach toll. Und da bist dann irgendwann bei La Jetée bist du halt all over the place. Du weißt nicht mehr, bist du jetzt in der Vergangenheit oder bist du ein Stückchen weiter oder ein Stückchen früher. Die Hauptfigur besucht halt die weibliche Hauptfigur in allen möglichen Zeitebenen. Und wann was war, weißt du ja halt auch schon nicht mehr. Und es springt wie so ein Traum dann auch so zwischen den Zeiten, ne? Ja, und das ist so ganz toll irgendwie. Ist man dann so ein bisschen lost, aber gut lost. Ja. Super. Ganz toll. Tolle Struktur. Es ist unglaublich. Ich habe ihn total abstrus im Kopf. Also das Einzige, was mir im Kopf geblieben ist, ist einfach das Wort abstrus. Es ist auch zu lange her und ich könnte nicht mehr sagen, worum es geht. Es ist gut, dass du das nochmal gesagt hast, weil ich habe es nicht mehr im Kopf. Es gibt keine logische Auflösung. Ja und dass das funktioniert, dass man da dran bleibt, obwohl Filme sich manchmal wie bei Playtime so weit von der eigenen Realität entfernen. Das ist schon cool. Okay, dann Platz zwei. Eine Frage, ob das da reingehört. Manglolia. Oh, hm. Weil mir kommt er sehr nonlinear vor, erzählt vor, aber wenn ich daran denke und versuche das zu sortieren, denke ich, naja, eigentlich passiert schon eins nach dem anderen. Okay. Der ist wirklich sehenswert. Hört euch die Folge an, gleich am Anfang, weiß nicht, zweite oder dritte Episode. Genau. Also, es lohnt sich wirklich. Ja, und ich weiß nicht, ob der jetzt so in diese Kategorie nonlinear wirklich reinpasst. Sonst hätte ich noch Annie Hall zu bieten, was wir auch schon hatten. Ja. Annie Hall ist halt auch all over the place, weil hier mal die Erinnerung an diese eine Liebschaft, die Erinnerung an die andere. Ja. Und dann so episodenhaft einfach erzählt. Episodisch verschachtet, verschnörkelt. Und man hat dann irgendwann so ein Bild, das hast du vorhin gesagt, ein Bild von unserem Musik, äh, Musik, Filmgeschmack. Ähm, da kann ich nur dem geneigten Zuhörer empfehlen, auf den Blog zu gehen, auf das Blog, auf das, das, das, das Blog, das Web-Blog. Von, von Plor, der auf muss man sehen.de ganz viele Filme, ähm, verreist, wollte ich gerade sagen. Aber das stimmt ja gar nicht. Hätt man Roger Ebert mal sagen, sagen. Ja, aber ich find's sympathisch, dass du eher das versuchst, dann im Positiven zu bleiben und da nicht noch mehr Energie reinzuwerfen in Dinge, die einfach nicht geil sind. Ja, ja, ja. Ja, wobei mir der Pop manchmal überhand nimmt in den Dialogen. Also gerade das im Auto, wo das mit den Burgern, glaube ich, passiert, da war ich dann überfordert, da hab ich dann gedacht, oh, nee. Nee, aber sonst macht es Tarantino sehr gut und ich finde die Dialoge von Tarantino oft wirklich sehr, sehr gut. Nein. Kein Mensch redet so bedeutungsschwanger über Triviales. Ja. Aber er schafft es auch, die Schauspieler dazu zu bringen, das so zu machen dann. Ja. Weil ich glaube, viele Schauspieler in unseren Breitengraden wären relativ überfordert von solchen Dialogen. Wahrscheinlich. Es gibt einen Tatort, den ich eigentlich ganz geil fand. Ja, ich weiß, wie du meinst. Garantiert im Schmerzgeboren. Ja, im Schmerzgeboren. Da merke ich auch manchmal, naja, ein bisschen zu bemüht. Aber ich fand es schon ganz geil. Schaut, wie cool ich bin. Ja, genau. Aber der war gut. Das war schon nicht schlecht. Der einzige Tatort, der mir wirklich Freude gemacht hat. Im Schmerzgeboren. Und es gab auch noch einen Tatort. Ich glaube, es war ein Tatort. Wo sie nur auf einer Polizeiwache, die eigentlich schon zum Museum gemacht wurde, spielt. Wo sie dann irgendwie sich zurückziehen müssen, um gegen die Gangster sich zu verteidigen, die kommen. Die alle gut bewaffnet sind und die sich ja verschanzen müssen in einem Museum von Polizeiwache. Ganz toll. Das ist ein gutes, klaustrophobisches Moment. Schöner Mittagkommentar auch. Es wird nur zu selten genutzt. Das ist das Problem. Ich glaube, es liegt an den Produzenten, denn die Ideen sind eigentlich da. Ja, es gab auch eine tolle, fand ich auch super, eine Version von täglich grüßt das Murmeltier als Tatort. Wo der Kommissar immer wieder rankommt an den Tatort und er scheitert beim ersten Mal. Dann wacht er wieder auf, ist total verwirrt und genervt, geht wieder hin und merkt schon, okay, irgendwie stimmt das gerade nicht und bekommt einfach wahnsinnig oft die Möglichkeit, diesen Fall zu lösen. Und der Täter in der ganzen Geschichte, der irgendwo in einem Gebäude irgendwie Geiselnahme hat, der weiß auch davon. Ah, cool. Alle anderen nicht, aber die sitzen dann irgendwann zusammen und sagen einander, komm, wollen wir es nochmal probieren? Das ist cool. Ja, der Versuch, ein Milieu zu erzielen, der dann auch in die Hose geht und irgendwie, ich weiß nicht. Ja, leider, leider. Aber es gibt ein paar gute Beispiele und allein dafür lohnt es sich, dieses Konzept aufrecht zu halten. Ja. Und bitte nichts, wo man auch nebenher bügeln könnte, weil einem dann 20.000 Mal die Story nochmal erzählt wird. Und weil ich nicht gut bügeln kann. Ja, haut uns das um die Ohren und wo waren wir stehen geblieben? Du hast deinen Platz zwei schon gesagt? Du musst Platz eins. Ich muss Platz eins. Und zwar hätte ich da I'm Not There. Das ist über Bob Dylan. Das Biopic, wo fünf Leute, glaube ich, fünf verschiedene Schauspieler Bob Dylan spielen. Tilda Swinton auch, ne? Tilda, nee, wohl Tilda Swinton. Nee, das ist Cate Blanchett. Ja, Cate Blanchett. Cate Blanchett. Und sie macht das großartig. Sie ist der beste Bob Dylan. Ja. Es ist unglaublich. Sie ist so cool. Sie trifft es so gut. Das ist der Wahnsinn. Und Bob Dylan ist das beste, perfekteste, man kann das nicht steigern, aber die beste Idee für ein Biopic von Bob Dylan, weil Bob Dylan einfach fünf Gesichter mindestens hat. Mindestens. Und das einmal aus all diesen Perspektiven, all diesen Gesichtern zu zeigen, wie diese Person sich zusammensetzt, das ist einfach beeindruckend. Ein unglaublich toller Film. werden. Dringend, dringend. Läuft bei mir auch immer wieder rauf und runter. Bob Dylan ist großartig. Ganz, ganz, ganz toll. Ach, jetzt schwärmen wir über Bob Dylan. Ich muss diesen Film einfach nochmal sehen. Ich auch. Hast du den gesehen schon? Und der wirft einen auch von einer Situation in die nächste. Es wird einem nie langweilig, man hört sofort immer wieder, ach und da passiert dann wieder was und dann da lang und dann, du gehst überall freiwillig und gerne mit und sagst dir, wow, da noch ein Aspekt von Bob Dylan, den ich auch noch nicht kannte oder der. Ah, der ist schön, ja. Wahnsinn. Cool. Ach, wieder schöne Filme. Cool. Ja, ich freue mich über die Top 3 jetzt in letzter Zeit besonders, weil das immer so kleine Perlen nochmal reinwirft. Wir schmeißen uns Filmtitel entgegen und jubeln dann zusammen oder gucken uns fragend Und dass ich dir mal was vor die Füße werfe, was du noch nicht kennst, ist schon echt selten. Ja. Ja. Also da muss ich schon wirklich tief in die 50er Jahre Kiste greifen. Und das ist das, was auch bei The Killing passiert. Naja, also er geht ja nicht wie Tarantino einfach drauf los und schießt alle nieder, sondern es ist ja, dann wird der, der das Pferd anschießen sollte, wird halt einmal umgebracht. Nachdem er einmal richtig den Rassisten raushängen lassen durfte. Oh Gott. Ich habe mich schon gefreut. Am Anfang, er kommt da so rein, versucht irgendwie den Sympathien mit dem Wärter, der da das aufmachen soll, herzustellen. Versteht sich sehr gut mit dem und irgendwann nervt er halt leider. Ja, ich finde auch, dass das dann, dieser Überfall an sich wird ganz gut erzählt. Du kommst ja gut mit, ah ja, okay, jetzt rennen die da rein, weil die sind alle abgelenkt und dann wird das Geld da zusammengesammelt. Und diese Waffe ist nun natürlich typischerweise in einem Instrumentenkoffer am Anfang, als er sie holt. Und in einem Blumenkasten. diesen Film. Das stimmt. Gibt es sowieso. Es gibt ja mehrere Leute, die sich auf diesen Film beziehen. Was war denn das? Ich weiß es nicht mehr genau. Ja. Ja, aber das ist so ein, wenn man böse sagen will, das ist so kleine-Jungen-Streich-artig. Du hast so das Gefühl, das sind so Sachen für, weiß ich nicht, so böse Buben, hast du gerade gesagt. Das ist so ein typisches, eigentlich süßes Wort für das, was es sein soll. Das ist irgendwie so eine Fantasie von so kleinen Jungen. Definitiv. Ja, weil mir nämlich auch nur Ausnahmen entfallen. Im Kopf habe ich schon auch so, wo viel so geschossen wird und dann so Sprüche noch hinten dran und solche Sachen. Aber es ist auch schwer, weil natürlich rettet sich aus dieser Zeit nur das hinüber zu uns, was wir als Ausnahmen, als besondere Spitzen dieser Zeit sehen. Natürlich sehen wir nicht den ganzen breiten Brei, den es damals gab an Zeug, der weniger brutal war, der einfach zur Unterhaltung irgendwie, wenn da nichts Außergewöhnliches dabei ist, dann hat man das nicht im Kopf, klar. Also betreffen wir uns jetzt in der Mitte zwischen Miss Marple und, also, Miss Marple Oh Gott. Okay, also Amis. Ja, brutale Amis. Also, hast du noch irgendwie was, was bei dem Film jetzt besonders hervorsticht, was du noch besprechen möchtest? Ansonsten könnte man auch zum Fazit übergehen, oder hast du noch was? Johnny überlebt als Einziger, oder? Mit seiner Frau. Aber er hat nicht mehr viel von seiner Frau. Ja, menschliches Versagen, genau. Ich finde, das Ende wird, es hat mich kurz gestört, als ich es gesehen habe, aber dann habe ich gedacht, das ist eigentlich wirklich passend, dass wirklich so nebenbei erzählt wird. Es ist ja kein, es gibt zwar dieses Drama um die Aufgabe des Koffers. Ich will es gerne mit reinnehmen als Handgepäck, darfst du nicht, weil zu groß und so. Aber es wird nicht überdramatisiert. Nee. Sondern es wird dann halt, ja, da fällt der Koffer halt runter, geht auf. Und ich dachte schon, als er das Geld in den Koffer getan hat, kannst du nicht irgendwas drumrum machen? Was ist denn los? Ja, aber das ist auch klar, das ist man dann halt einfach. Und dann, naja, dann rennen sie nochmal kurz weg, aber eigentlich bringt es ihnen nichts. Und der bleibt dann auf der Stehen und sagt, ja, was soll's, Pech. Es ist cool, wir haben nichts mehr. Nein, nein. Und es ist gut durchgeplant, es ist gut gemacht, aber was soll man da kurz erzählen drüber? ist ganz schnell abgehandelt. Ja, ja, dann wird das Geld halt eingesackt und er schmeißt es aus dem Fenster, damit es abtransportiert werden kann und dann ist gut. Genau. Na ja, am Ende ist es halt für mich dann doch ein bisschen zu egal gewesen alles. Also ich hatte schon das Gefühl, dass ich irgendwie da einer Sache zusehe, die ich potenziell cool finden könnte und dass die Stimmung auch so ganz nice ist, so von der Erzählung her und gut aufgebaut und so. Aber irgendwie vielleicht, vielleicht hätte es wenigstens eine Figur gebraucht, der ich wünsche, dass es schafft. Also ich, natürlich wünsche ich tatsächlich der Geschichte, dass es funktioniert, aber vielleicht wäre Johnny der geeignete gewesen, dem ich noch ein bisschen mehr, mehr Background gebe, von dem ich sagen kann, okay, jetzt, jetzt, jetzt will ich wirklich, dass er das schafft und ich, ich fieber mit ihm mit und so. Bei George, da kannst du nicht mitfiebern, da kannst du eigentlich nur hoffen, dass er umkommt. Ja, beziehungsweise ist es ja so der Anfang und bei Anfängen ist es ja oft so, dass man merkt, ah, da ist jemand noch zurückgenommen, da weiß jemand noch nicht so genau, was er darf und was er nicht darf. Also dieses Bombastische muss man sich ja auch erstmal trauen und dann ist klar, dass der Anfang erst vielleicht ein bisschen zurückgenommen ist. Okay. Ja, ähm, ich glaube mich zu erinnern, dass sie weniger Geld hatten, als sie eigentlich wollten, oder? Aber kann man denn sagen, dass Harris Kubrick, ähm, entdeckt hat? Ich würde eher sagen, sie haben sich gegenseitig entdeckt. Aber es hat trotzdem gereicht, um Kubrick ein bisschen nach vorne zu schieben für die nächsten Filme. Ja. Ja, sehr cool. Ja, dann, ähm, es lohnt sich auch mal in die langweiligen Anfänge eines, äh, Regisseurs in Nine zu schauen. Ja, Plur. Ähm, nein, also, ähm, ähm, spannend. Ähm, ich weiß nicht. Wie ich da jetzt wieder rauskomme. Ähm, nein, es war, es war schön, dass du das vorgeschlagen hast, Plur. Ich hab bloß leider eben immer wieder gedacht, ich weiß noch nicht genau, warum ich mir das anschaue. Ja.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ja, okay, aber dafür kann ich ihn auch auf jeden Fall schätzen. Also, wie ich anfangs schon sagte, für seinen Noir-Charakter und für seinen Umgang mit Licht und Schatten und mit seiner einfach Bildsprache und seinem klaren, gerade ausgelaufenen, auf die Katastrophe hin steuernden. Finde ich schon ganz cool. Er hat ja auch die Spannung, aber irgendwie, ja. Und frankly, mehr will der Film nicht. Das stimmt wohl. Ja, das ist es. Ja. Ein ehrlicher Film. Ja. Okay, danke, dass du ihn gesehen hast, Johannes. Ja, gerne, gerne. Lasst uns da ein Like. Florian-At-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss-Muss- Hat schon viel zu bieten, das stimmt, ja. Kein, okay, okay. Also ich kenne ihn nicht, mir sagt es gerade gar nichts. Er wird dich umhauen. Er wird mich, okay. Darauf nagel ich dich aber auch fest. Das nächste Mal. Alles klar. Okay. Ja, ich habe auch was für dich. Ich habe mir, während wir geredet haben, gedacht, wir müssen, wir haben es kurz angesprochen, wir müssen, Bob Dylan, dieses Biopic, was Biopic ist fast zu viel gesagt, aber wir müssen den Film I'm Not There gucken. Finde ich super. Ganz dringend. Nee. Moment. Nein, zu meinen jüngeren Entdeckungen. Okay. Ja, der macht ja auch noch nicht so lange Musik. Na gut. Okay. Dann halten wir das als Slogan für das nächste Mal fest und sehen uns dann. Ich wünsche dir eine schöne Woche. Ciao. Ciao.
