Episode 27: Funny Games, In meinem Himmel
Von einer Zuhörerin sind zwei Filmwünsche reingeschneit, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Metafilm/Psychothriller Funny Games von Michael Haneke aus dem Jahr 1997 und das Fantasydrama In meinem Himmel von Peter Jackson aus dem Jahr 2009. Nicht nur genretechnisch sondern auch qualitativ nehmen wir die beiden Filme sehr unterschiedlich wahr. Einer kriegt das volle Lob und die volle Begeisterung ab, der andere sorgt für Stirnrunzeln und so manche Häme. Geschmäcker sind eben einfach verschieden, und das beweist sich in dieser Episode vielleicht mehr denn je.
Natürlich gibt es auch wieder passende Toplisten: Wir sprechen über die Filme und Filmszenen, die wir als Zuschauer am brutalsten und am unangenehmsten fanden, und wir werfen einen Blick auf unsere liebsten Teenagerfilme.
Wollt ihr uns auch einen Film vorschlagen, den wir gnadenlos zerreißen oder in unseren Himmel loben wollen? Dann schreibt uns unter florian@mussmansehen.de oder johannes@mussmansehen.de.
Funny Games [Michael Haneke]
(Österreich 1997)
Michael Hanekes Funny Games gehört zu jenen kontroversen Filmen, die zur Legendenbildung taugen. Als der Film 1997 in Cannes uraufgeführt wurde, verließ das Publikum der Erzählung nach reihenweise das Kino. Auch Kritiker und Experten wollten sich den Film nicht bis zum Ende anschauen. In der Folge wurde er gefeiert und verflucht, gehasst und geliebt, vergöttert und verspottet; bis zu seinem 1:1 US-Remake zehn Jahre später, bei dem die amerikanische Kritik das ganze Spiel nochmal von vorne durchexerzieren durfte.
Erzählt wird die Geschichte einer dreiköpfigen Familie, die von zwei brutalen jungen Männern zuerst belästigt, dann foltert und schließlich in Geiselhaft genommen wird für ein makaberes Spiel mit tödlichem Ausgang. Was im Ansatz wie ein klassischer Home Invasion Horrorthriller klingt, entwickelt sich jedoch zu einer makaberen Auseinandersetzung mit Mechanismen des Genres und der Rolle des Zuschauers darin; inklusive Bruch der vierten Wand und radikaler Dekonstruktion des Mediums in einer ebenso überraschenden wie surrealen Szene.
Über 30 Jahre ist der Film nun alt. Und da stellt sich natürlich die Frage: Kann er heute noch schocken? Besitzt sein postmoderner Ansatz heute noch Aktualität? Und ist an der Kritik was dran, das Michael Haneke hier letzten Endes paternalistischen Moralismus hinter einer schwer verdaulichen Horrorhandlung verbirgt? Was denkst du, Johannes?
In meinem Himmel [Peter Jackson]
(USA 2009)
Die Story ist schnell erzählt: Das Drama „In meinem Himmel“ aus dem Jahre 2009 arbeitet den gewaltsamen Tod einer 14 Jährigen auf, die aus dem Raum zwischen Leben und Tod berichtet wie es zum Mord kam und wie ihre Familie versucht den Tod zu verkraften und den Mörder zu finden.
Regie führte Peter Jackson…
Wait, what? Peter Jackson?
War das nicht der mit den Fantasy-Epen? Jupp. War das nicht der mit dem Trash-Horror? Jup. Hat Peter Jackson in diesem Film, völlig anderen Genres, alles das in der ein oder anderen Form auch versucht unterzubringen? Jup. Den Trash Faktor? Jupp. Die überbordende Fantasy? Jupp. Ist das gelungen? Uhmmm… Was meinst du Plor?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 27: Funny Games, In meinem Himmel Publishing Date: 2021-07-07T09:18:13+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/07/07/episode-27-funny-games-in-meinem-himmel/ Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast? Nein, eigentlich nicht, aber ich. Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können. Wie wär's mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee. Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme. Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeig dir Filme, die ich geil finde, und du zeigst mir Filme, die du geil findest. Das heißt so Musicals aus den 50ern? Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme? Mit russischen Untertiteln, von mir, für dich. Oh Gott, okay. Aber du weißt, dass das für Menge Streit sorgen kann. Definitiv, das wird lustig. Episode 27, Zuschauerwünsche. Wow, wir haben 27 Episoden, Flor. Wie krass ist das denn? Wir sind bald wieder rund. Und ich hab dir gar nicht gesagt, dass ich schon den Ton angemacht habe, wir laufen schon. Ich hab's mir schon gedacht, als du dich so nach vorne gebeugt hast, als ich geredet habe. Verdammt. Herzlich willkommen, liebes Publikum, zur 27. Episode vom Muss-Man-Sehen-Podcast. Wir nähern uns der 30, Flor. Oh mein Gott. Wenn wir es geschafft haben, dass es so viele Episoden gibt, wie wir Lebensjahre haben. Oh, das gibt richtig Party. Ja, auf jeden Fall. Es gibt zweimal Party, weil wir haben niemals die gleiche Zahl. Du bist älter. Du bist sehr viel älter. Ich bin so viel älter. Du bist so viel älter. Oh mein Gott. Ja, deswegen, du Jungspund, du musst noch ganz viel über Filme lernen. Danke, Flor. Ich kann so viel von dir lernen. Und da wir uns so freuen über die 27. Episode, weil das so was Besonderes ist, eine Primzahl. Nochmal kurz zur Einführung, wir reden hier über Filme. Wir reden über Filme, die wir mögen und von denen wir ahnen, dass der andere sie vielleicht nicht gucken würde normalerweise. Und drücken sie ihm aufs Auge, um den Horizont des anderen zu erweitern. Und genau das machen wir in dieser Episode nicht. Wir hatten nämlich mal wieder einen Zuschauerwunsch bzw. einen Zuschauerinnenwunsch. Vielen Dank, Laura. Wir haben uns deiner Filme angenommen. Und ich hoffe, dass du versucht hast, unseren Horizont zu erweitern und nicht nur uns zu ärgern. Wir haben von Laura zwei sehr unterschiedliche Filme bekommen, was ich total spannend finde, weil sie wirklich gefühlt an zwei unterschiedlichen Seiten des Spektrums stehen. Wir haben einmal einen österreichischen Independent-Film Arthouse, brutal, düster, trocken, aus den 90ern, Funny Games von Michael Hannecke. Und auf der anderen Seite haben wir großes Hollywood Melodrama von Peter Jackson. Und zwar in meinem Himmel, auf der anderen Seite. Die wirklich unterschiedlich hier nicht sein könnten, Blo. Es ist unglaublich. Ich hab sie hintereinander geschaut. Oh, interessant. Ich auch. Und ich wollte gerade sagen, und trotzdem sind das zwei Filme, die meiner Meinung nach bestimmte Problematiken teilen. Und zwar in einem bestimmten Gebiet, darauf werden wir nachher auf jeden Fall zu sprechen kommen, liegen diese Filme tatsächlich dicht beieinander. Das ist meiner Meinung nach die Art, wie sie mit Genre und Stimmung umgeben. Und beide Filme haben Probleme damit. Der eine etwas mehr, der andere etwas weniger. Aber beide haben so weit Probleme damit, dass auch drüber geredet wurde und dass wir heute auch drüber reden können. Ja, das Gewaltthema ist nun eines der großen Gemeinsamkeiten für mich. Das Gewaltthema auf jeden Fall. Ich dachte vor allem auch, wie sie versuchen, unterschiedliche Genres unter einen Hut zu bringen und dabei hin und wieder ins Stolpern geraten. Ja, durchaus. Aber das machen wir am besten, wenn wir in die Diskussion reinkommen. Wir fangen an mit Funny Games. Und dazu habe ich auch ein kleines Intro geschrieben. Ich wollte Schnick, Schnack, Schnuck machen. Bloß nicht. Okay, wir machen Funny Games als erstes. Dein Plur, führ doch mal in den Film ein. Michael Haneckers Funny Games gehört zu jenen kontroversen Filmen, die zur Legendenbildung taugen. Als der Film 1997 in Kanu aufgeführt wurde, verließ das Publikum der Erzählung nach reihenweise das Kino. Auch Kritiker und Experten wollten sich den Film nicht bis zum Ende anschauen. In der Folge wurde er gefeiert und verflucht, gehasst und geliebt, vergöttert und verspottet. Bis zu seinem 1 zu 1 US Remake 10 Jahre später, bei dem die amerikanische Kritik das ganze Spiel nochmal von vorne durch exerzieren durfte. Erzählt wird die Geschichte einer dreiköpfigen Familie, die von zwei brutalen jungen Männern zuerst belästigt, dann gefoltert und schließlich in Geiselhaft genommen wird für ein makaberes Spiel mit tödlichem Ausgang. Was im Ansatz wie ein klassischer Home Invasion Horror Thriller klingt, entwickelt sich jedoch zu einer makaberen Auseinandersetzung mit Mechanismen des Genres und der Rolle des Zuschauers darin, inklusive Bruch der vierten Wand und radikaler Dekonstruktion des Mediums in einer ebenso überraschenden visorialen Szene. Über 30 Jahre ist der Film nun alt. Und da stellt sich natürlich die Frage, kann er heute noch schocken? Besitzt sein postmoderner Ansatz heute noch Aktualität? Und ist an der Kritik was dran, dass Michael Haneke hier letzten Endes paternalistischen Moralismus hinter einer schwer verdaulichen Horrorhandlung verbirgt? Was denkst du, Johannes? Es ist schön, dass wir inzwischen so weit sind, dass ich, sobald du die ersten Fragen in deinem Text auftauchen lässt, ich ahne, oh, okay, diese Frage wird bald an mich gestellt. Ich weiß, es gibt eine gewissere Dundanz in den Einleitungen. Aber irgendwie muss man den Ball ja so pong rüber spielen. Ja, das war ein deutlicher Ball. Ich hab gedacht, beim Filmgucken, beim Wiederholtengucken, aber das ist lange her, dass ich den gesehen habe. Ich hab auch das US-Remake gesehen, aber das ist auch extrem lange her. Und ich war sehr überrascht über das ein oder andere. Aber ich hab die ganze Zeit gedacht, um auf deine Frage zu antworten, es ist schon ein bisschen süß, wie damals ich aufgeregt wurde darüber. Wenn wir mal an das denken, was inzwischen passiert ist, was es so an Filmen gibt und in welche Richtung das so geht. Ich kann mit Horrorfilmen nichts anfangen, aber dieser Film ist durch und durch großartig durchdacht und gemacht. Und an ganz vielen Stellen denke ich, ja, genau, Ass, hättet ihr das nicht so machen können? Weil einfach Hanneke genau die Mechanismen benutzt, die ich gerne sehen möchte, wenn ich Horror sehe. Nämlich, genau im richtigen Moment nicht hinzugucken. Oder im genauem richtigen Moment ist dem Zuschauer zu überlassen, was er so im Kopf hat an schrecklichen Bildern. Ja. Hanneke hat natürlich einen komplett anderen Zugang zur Gewalt als zum Beispiel Ass und auch als andere Horrorfilme. Also Ass gehört ja auch eher zu denen, die als künstlerische Beiträge betrachtet werden. Aber trotzdem ist Ass, was die Darstellung des Horrors betrifft und vor allem die Darstellung der Gewalt, sehr drin im Genre. Das heißt, Gewalt wird benutzt, um Spannung zu erzeugen. Begleitet von so ein bisschen makaberem Humor und vor allem mit vielen Horrorelementen. Und Funny Games, das funktioniert meiner Meinung nach auch heute noch so radikal in der Darstellung von Gewalt, weil er wirklich lange draufhält, was die Folgen von Gewalt betrifft. Und weil er wirklich die unangenehme und schmerzhafte Seite von Gewalt zeigt. Es gibt diese krassen Nahen von der Hauptdarstellerin, Susanne Lothar, die einfach nur gezeigt wird, wie sie total fertig ist mit den Nerven. Sie sieht so furchtbar aus. Sie ist richtig gequält und sie leidet richtig. Hannecke hat wohl unglaublich viele Takes für diese Szenen genommen, wo er einfach nur sie zeigen will, wie sie fertig ist. Und zwar hat er wohl nachher gesagt, das war total intendiert, er wollte Erschöpfung sehen. Und er hat sie so lange durch diese Tretmühle getrieben, dass die Schauspielerin Susanne Lothar komplett erschöpft war und einfach nur noch kaum noch reagieren konnte. Und ihre Sätze einfach nur noch so ausgeatmet hat mehr als zu sprechen. Was die Wirkung voll entfaltet, die es haben soll. Also wirklich beeindruckend, muss ich schon sagen. Es ist schwer zu sehen. Man hat wirklich immer wieder die Versuchung, mach ich vielleicht eine Pause oder mach ich den Film vielleicht doch aus. Also mich erwischt der Film mit allem, was er will. Also er macht das wirklich verdammt gut. Ja, das ist ein Film, der wirklich einfach wehtut. Auch diese Szene, nachdem der Sohn ermordet wurde, was schon komplett hoher Konventionen widerspricht. Das Kind ist das erste Mordopfer. Und dann sehen wir diese elend langen Totale. Die Mörder sind kurz weg. Und wir sehen diese wirklich elend lange Totale, wie sie sich irgendwie aufraffen und wie sie überlegen, was sie als nächstes machen und wie sie irgendwie versuchen klarzukommen damit, dass ihr Sohn gerade mit einem Kopfschuss getötet wurde. Und sie sitzt ja erst mal wirklich lange nur da, bevor sie überhaupt irgendwas macht. Und ich denke, die ganze Zeit ist sie jetzt gänzlich entrückt, weil man merkt, dass sie noch lebt, sonst würde sie nach vorne, hinten und überfallen. Bei ihm weiß man nicht genau, ob er nicht schon eigentlich tödlich verwundet da liegt. Bis sie sich irgendwann dazu durchringen kann, zu sagen, sie sind weg, hörst du mich? Sie sind weg und versucht irgendwie, ihre Fesseln loszuwerden und ihrem Mann zu helfen. Das ist in einer unglaublichen Länge ausgedehnt und ausgehalten einfach. Aber genau richtig, ne? Also es ist nicht so, dass ich dann dachte, nö, ach, kurz mir die Hälfte weg, sondern ich dachte, okay, das braucht der Film aber auch. Und das macht er gut, ein gutes Timing. Es ist ja noch nicht mal, wenn die Gewalt eskaliert, es ist ja auch schon vorher, wenn die Familie einfach von ihnen gefangen gehalten wird, diese realistische Ohnmacht, dieses Gefühl, nichts tun zu können und auch diese Hemmungen was zu tun. Sie werden nicht krass brutal festgehalten oder so, sondern sie werden bedroht und es wird auf sie eingeredet. Und sie sitzen da und sie versuchen irgendwie Widerstand zu leisten, aber es ist auch so ein schwacher Widerstand und es ist so unangenehm realistisch, dieses Ohnmachtsgefühl und diese Hilflosigkeit, die sie dann haben, während diese beiden Jungs permanent die Daumenschrauben anziehen und immer brutaler werden in ihren Spielchen, die sie mit ihnen treiben. Wollen wir mal ganz kurz von vorne durchgehen. Ich finde mich sehr gut, dass Vihanneke in den Film reingeht. Es ist so ein bisschen Stanley Kubrick, die Fahrt zum Hotel und mit der Klassik, die dann läuft im Radio. Ich habe ein kleines bisschen am Anfang, war ich zu self-conscious, weil es klang, als ob sie das alles im Studio aufgenommen hätten. Erst als sie ins Auto springen, kommt man wirklich in die Szene rein. Aber ich finde es trotzdem ganz gut, wie sie es macht und die Idee finde ich gut. Ich komme da trotzdem sehr schnell in den Film rein, nachdem diese erste Stolperer war, mit der Klassik und dann der gegengesetzten... Was ist das, Metal? Metalcore. Das ist John Thorn. Das ist ein Amorgant-Musiker, eigentlich ein Jazz-Musiker, der Anfang der 90er experimentiert hat mit Metal und mit Grindcore und mit wirklich harter Musik die verknüpft hat mit seinen avantgardistischen, experimentellen Sachen, die eigentlich aus einer komplett anderen Ecke kommen. Davon hört man tatsächlich nicht viel. Das sind die Metal-Parts, die sie spielen. Aber ich finde es total interessant, dass Hanneke ausgerechnet John Thorn gewählt hat, der jetzt nicht der typische Metal-Musiker ist. Aber genau, es kommt jetzt erstmal das Metal-Fegefeuer. Sie sitzen im Auto, man hört die klassische Musik, sie unterhalten sich, es scheint alles nett zu sein. Und dann wird das ganz abrupt unterbrochen und wir hören lautes Gekreiche und Gekreife unter tiefgestimmten Bässen und extremen Gitarren-Riffs. Das ist krass einfach, dieser Kontrast. Und das alles über den Bildern eines offensichtlichen Art-House-Independent-Films. Soll nicht heißen schlecht gefilmt oder soll nicht heißen Qualität ist irgendwie nicht da. Aber das Disgrading und die Filmauflösung an sich, man merkt sofort, das ist ein Independent-Movie, aber sehr sympathisch, auf eine sehr sympathische Art und Weise. Und ich mag Ulrich Mühe einfach sofort als Schauspieler. Ich mag ihn einfach, ich hab sofort Zugang zu ihm und sie ist auch toll. Und das mit dem Kind funktioniert auch sofort super. Man kommt irgendwie sofort in diese Familie rein. Ulrich Mühe ist einfach ein verdammt guter Schauspieler. Ja, muss man wirklich sagen. Der schon ewig lange zu den wirklich starken deutschsprachigen Schauspielern gehört. Und Susanne Lothar ist auch ganz fantastisch. Die hat ja auch unzählige Sachen gespielt. Die ist vor allem im Theater unterwegs gewesen, aber auch im Kino. Und genau, die sind super gespielt. Der Sohn ist von Stefan Klapczynski gespielt, der jetzt nicht so eine große Schauspielvite hat, aber der in den richtigen Momenten auch das total überzeugend spielt, diese Angst und Hilflosigkeit, die später kommt. Man ist schnell drin und man versteht auch, wie diese Familie funktioniert. Und ich glaube, man kommt auch nicht drum herum, gleich von Anfang an diese Familie so als satirischer Blick aufs Bildungsbürgertum zu lesen. Wie sie da im Auto sitzen und dann dieses Ratespiel spielen, wo sie die klassische Musik erkennen sollen. Wer ist das jetzt? List? Ja, List, klar, aber weiß genau. Also schon cool. Man liest sofort, welche Familie, woher die kommen. Wir haben hier Bildungsbürgertum, Besitzbürgertum. Sie fahren zu ihrem Ferienhaus in einem schicken Ort, ein sehr schönes Haus, direkt am Meer. Ganz toll. Und ich finde auch, was mir sofort aufgefallen ist, als Sie nur ein paar Mehrworte gewechselt haben, dass Hanneke ein wirklich guter Dialogschreiber ist. Muss man sagen. Wirklich, richtig gut. Realistische und sehr lebensnahe Dialoge einfach. Ganz toll. Ja, auch. Also Hanneke schafft es ja tatsächlich, banalen Dialogen Tiefe zu verleihen. Und das ist eine Gabe, die nur ganz wenige Filmmacher oder Filmmacherinnen haben, dass sie es schaffen, in diesen Alltäglichkeiten Menschen zu porträtieren, dass man versteht, wie diese Menschen ticken und in welcher Welt sich diese Menschen bewegen. Und nicht irgendwie so in jedem Satz am Anfang des Films unterbringen zu wollen, wo gehen die Figuren hin, was wollen die vom Leben und so, sondern man erfährt es ganz natürlich. Und es ist nicht so ein verzweifelter Versuch, über den Dialog alles zu erklären, wie das oft bei solchen Filmen ist. Also Hanneke macht das wirklich sehr, sehr gut. Genau, es kommt die Ankunft im Ferienhaus und es dauert tatsächlich nicht lange. Es gibt noch ein kurzes Zwischenspiel, wo wir mit den beiden Antagonisten konfrontiert werden, die offensichtlich bei Freunden sind. Da sehen wir sie einmal kurz, Paul und Peter. Zumindest zeitweise Paul und Peter. Die Namen können nämlich durchaus wechseln. Und sie kommen in ihrem Ferienhaus an, bereiten alles zu. Und dann kommt der Peter und fragt Susanne nach Ayhan. Ganz schüchtern, weißt du? Genau, und sehr höflich. Sehr höflich und distinguiert und so. Unsere beiden Antagonisten wirken eigentlich wie so klassische junge Snops. Also stellt man sich irgendwie so 20-jährige Julis vor, die gerade ihr Rechtsanwaltsstudium begonnen haben oder so. Die sich auch mit Golf auskennen. Sie sagen auch, interessante Golfschläger. Er kommt und fragt ganz höflich nach Ayhan. Und das wird aber ganz schnell unangenehm, als man merkt, da stimmt irgendwas nicht. Wenn er nämlich die Eier fallen lässt und dann überhöflich nochmal nach den Ayhan fragt und dann zufällig das Telefon ins Spielbecken fallen lässt. Und Susanne ist auch von Minute zu Minute genervter von ihm. Am Anfang findet sie das noch lustig, findet ihn einfach tollpattig. Aber dann merkt sie auch selbst, dass da offensichtlich irgendein perfides Spiel läuft und dass sie veralbert wird, erkennt aber noch nicht so wirklich die Gefahr. Und da muss ich mal sagen, das muss man erst mal schaffen, als Drehbuchautor A, das zu schreiben, so eine sehr subtile Entwicklung zu schreiben und B, dann das so zu inszenieren, dass du da wirklich ganz seicht reinkommst und als Zuschauer genau wie sie auch im Film erst nach und nach merkst, irgendwie, was macht der da? Und dann besteht er auf diese Eier? Das sind alles so ganz kleine Grenzüberschreitungen, wo du dann eigentlich noch sagen könntest, ja, irgendwie hat er vielleicht kein Gefühl für soziale Interaktion oder so. Und dann kommst du nach und nach, wird die Daumenschraube so angedreht und du merkst dann irgendwann, oh, Scheiße, das wird richtig unangenehm jetzt. Und dann ist auch tatsächlich der Moment erreicht, wo der Film unangenehm wird. Also schon bevor der Terror anfängt, wird der Film unangenehm und er hört dann auch nicht mehr auf, unangenehm zu sein. Hervorragend übrigens gespielt von den beiden, die Paul und Peter verkörpern. Um die Namen auch noch mal kurz zu nennen, das sind Arno Frisch und Frank Gehring. Arno Frisch, gerade mit Arno Frisch hat Michael Hanecker auch vorher schon zusammen gearbeitet in Bennys Video, als Arno Frisch noch ganz jung war und da auch sehr den psychopathisch veranlagten Jungen gespielt hat als Kind und das auch ganz, ganz hervorragend gemacht hat. Und das ist eigentlich so, du hast das Gefühl, der Film geht jetzt in eine bestimmte Richtung. Hier wird Gewalt gezeigt, der über eine Familie kommt und diese Gewalt wird tatsächlich realistisch dargestellt, so dass sie unangenehm ist, dass die Zuschauer damit konfrontiert werden, wie unangenehm Gewalt eigentlich ist und halt nicht so wie im klassischen Horrorfilm. Aber das ist natürlich nicht alles, was der Film macht und das ist das, was ich auch meinte mit den Genresprüngen. Der Film will ja offensichtlich zwei Dinge tun. Er will einmal einen Film zeigen, einen Gewaltfilm, in dem Gewalt maximal unangenehm ist. Dann will er aber gleichzeitig einen Film zeigen, der eine Satire ist auf den Horrorfilmen und auf das Medium und das macht er eben, indem er radikal die vierte Wand durchspricht. Nicht oft. Aber es ist auch keine Satire, über die man lachen kann. Es ist keine Satire, über die man lachen kann. Das ist die Frage, will der Film, dass wir darüber lachen? Wenn er will, dass man darüber lacht, dann scheitert er natürlich. Ja, also ich finde es wahnsinnig creepy, wie er das erste Mal die vierte Wand durchbricht. Es ist wirklich super ausgewählt, ein großartiger Moment dafür. Sie sucht den Hund, von dem wir als Zuschauer ahnen, dass er ihn erschlagen hat. Also, wie heißt der nicht Peter, sondern der andere? Wie heißt der Paul? Paul, da heißen die auch noch Peter und Paul. Aber er nennt ihn übrigens zwischendurch dann Tom. Als Paul dazukommt, fängt er an, Peter plötzlich Tom zu nennen. Und dann nachher nennt er ihn wieder Peter. Es ist nicht ganz klar, wo dieser Wechsel herkommt. Er nennt ihn auch irgendwann Jerry zwischendurch. Und sie nennen sich auch irgendwann mal Beavis und Butthead. Ja, genau. Na, es kommt von Tom und Jerry, oder? Genau. Aber als sie nach dem Hund sucht und wir schon wissen, okay, der ist erschlagen worden. Und er guckt ihr, amüsiert dabei zu, wie sie sucht. Und sagt so noch ganz zynisch von außen, warm, kalt, kalt, warm. Wie man das so macht mit Kindern, wenn sie was suchen. Und dreht sich dann einmal zur Kamera um und guckt in die Kamera und zwinkernt uns verschwörerisch zu. Ja, fröhlich, verschwörerisch. Hey, ihr habt doch Spaß daran. 30. Minute. Wow. Es ist einer von ein paar Brüchen mit der vierten Wand. Das sind tatsächlich nicht viele. Wir haben den in der 30. Minute, das ist der erste. Dann haben wir in der 42. Minute, wenn die Familie mittlerweile wirklich gefangen genommen ist und dann klar ist, die wollen sie töten. Und sagt, wir wetten, dass ihr in 12 Stunden alle drei tot seid. Dann guckt er wieder in die Kamera. Das ist dann so 40. Minute. Und er fragt uns, na, was denken Sie? Sie sind doch auf Ihrer Seite. Auf wen wetten Sie? Das ist der zweite Bruch der vierten Wand. Der dritte ist ein bisschen weniger spektakulär. Dann dauert es tatsächlich relativ lange, in der 90. Minute. Wenn Susanne geknebelt ist, wird ihr Gnebel gelöst von Tom, von Peter. Mit den Worten, Stummelein unspektakulär. Wir müssen dem Publikum etwas bieten. Natürlich ganz klar auch wieder Richtung uns. Dann gibt es den vierten, das ist in der 95. Minute. Wenn er sagt, wir sind doch noch unter Spielfilmlänge. Das sind schon genug. Sie wollen doch ein richtiges Ende mit plausibler Entwicklung, oder? Auch wieder in unsere Richtung. Und der fünfte ist in der 100. Minute mit der Fernbedienung. Und der sechste ist im Schlussbild, wenn der Blick vom Anfang wieder gespiegelt wird und uns guckt. Das sind also sechs Brüche mit der vierten Wand. Nicht mal Brüche mit der vierten Wand, sechs selbstreferenzielle Momente. Das ist alles. Aber die sind super platziert. Die sind so pervers, weil du als Zuschauer denkst, du kommst dir richtig schmutzig vor. Weil du reingezogen wirst und Mittäter wirst. Na, komm, machst du mit. Wir sind hier fröhlich dabei. Du willst doch, dass es unterhaltsam ist. Das macht keinen Hehl daraus, dass die beiden Killer das machen zu unserem Vergnügen. Dass wir Spaß haben, dass wir gestrilled sind. Sie sind sich auch bewusst, dass wir nicht auf ihrer Seite sind, sondern auf der Seite der Opfer. Aber die Opfer sind eigentlich auch nur die Opfer, weil wir da sind. Sie machen das für das Publikum. Was will uns Haneke damit sagen? Ihm wurde ja viel vorgeworfen, dass es total moralistisch wäre, was er da macht. Ich glaube, dass es ein bisschen heuchlerisch moralistisch wäre oder sogar wie Gott. Weil er natürlich die Rolle des Mediums komplett ausklammert. Oder seine eigene Rolle. Die Filmmacher sind nicht die Schuldigen. Die Schuldigen sind die Zuschauer. Was brauchst du? Der Film klagt uns an, aber er reflektiert sich nicht selbst. Er reflektiert nur unsere Rolle. Du musst ja den Zugang zum Zuschauer kriegen. Wenn du den Filmemacher dazwischen schaltest, verliert das an Wirkung. Weißt du, was ich meine? Ja, ich weiß, was du meinst. Aber es hat natürlich so was Selbstgerechtes, ne? Ja, ja gut. Ich habe sowieso das Gefühl, dass Haneke relativ viel so selbstgerecht ist. Wenn ich an Bennis Video zurückdenke, ich habe es auch echt lange nicht gesehen. Oder wenn ich an Cachet oder wie der heißt, der ist ja auch krass. Und der hat aber auch so, weiß ich nicht... Der Unterton ist irgendwie schon so ein bisschen da immer. Aber mir stört es nicht zu sehr. Das waren die drei großen Filme von Haneke, die das Medium referieren. In allen drei Filmen geht es darum, welche Rolle Medien bei der Gewalt spielen. In Bennis Video wird ein Kind zum Mörder, weil es Gewaltvideos konsumiert und weil es Gewaltvideos drehen will. Deswegen spielen gesendete Videos auch eine ganz große Rolle. Cachet kriege ich übrigens auch nicht mehr so wirklich zusammen. Ich auch nicht. Ich weiß nur, der hat so eine Lönch-Atmosphäre dadurch, dass er einfach dieses Motiv aus Lost Highway übernimmt, dass ein einfaches Ehepaar plötzlich Videos zugeschickt kriegt, wo nur ihr Haus zu sehen ist und ihre Türschwelle. Aber alle drei Filme reflektieren irgendwie, dass die Rolle medialität beim Thema Gewalt spielt. Ultra unangenehm. Ja, und Funny Games macht das am radikalsten. Funny Games macht das tatsächlich am konsequentesten und am unangenehmsten. Womit wir vielleicht ganz organisch sogar diesmal bei unserer Top 3 wären. Da sind wir. Schingel. Unsere Liste. So. Top 3. Die unangenehmsten Filme oder Filmmomente, die uns so einfallen. Müssen wir die Filme dazu mögen? Nein. Ich habe definitiv Filme dabei, die ich nicht mag und die ich auch nicht mag, weil sie unangenehm sind. Und teilweise auch Filme, die unabsichtlich was Unangenehmes haben. Also so Rassismus Zeug? Ja, tatsächlich. Das ist das richtige Wort für einen meiner honorable bzw. in diesem Fall dishonorable Menschen. Zwei Stück habe ich, zwei dishonorable Menschen. Und beide sind politisch extrem schwierig. Der erste ganz radikal, nicht ohne meine Tochter, aus dem Jahr 1991. Ein amerikanischer Film, eine Autobiografie ist von Betty Mahmoudi. Und zwar ist sie mit ihrem Mann in den 80ern, glaube ich, in den Iran gezogen. Er war iranischer Herkunft. Sie ist Amerikanerin. Und da wird sie dann unterdrückt. Und ihre Tochter wird von ihr ferngehalten. Und sie muss sich mehr und mehr der muslimischen Hausfrau fügen. Und irgendwann wird es ihr zu viel. Und sie hat dann auch Angst, dass ihr was angetan werden könnte, weil der Mann auch gewalttätig ist. Und sie hat Angst, dass ihre Tochter was angetan werden könnte. Oder dass ihre Tochter ihr komplett weggenommen wird. Und dann flieht sie mit ihr gemeinsam in die USA. Und dieser Film steckt so voller anti-islamischer Stereotype. Und ist gleichzeitig so ein krasses amerikanisches Propagandawerk. Weil sie ... Es ist wirklich dieses Bild am Schluss, wenn sie die amerikanische Flagge sieht, die auch noch wunderbar perfekt im Wind weht, weiß ich, sie hat jetzt die Freiheit erreicht. Und natürlich gibt es im Iran und in anderen aschalischen, muslimischen Gesellschaften sehr viel Unterdrückung der Frau und so weiter. Der hat penetrant mit so einer krassen Keule draufgehauen. Und es werden so viele rassistische Stereotype bedient, dass es aber im gewissen Punkt einfach unangenehm wird. Vor allem, wenn man den Hintergrund kennt, dass der Mann, der in dem Roman dargestellt wird, der hat sehr stark versucht, gegen den Roman zu kämpfen. Er hat gesagt, hey, diese Autobiografie entspricht nicht der Wahrheit. Das ist alles ganz anders gelaufen. Ich glaube, sehr viel, was sie geschrieben hat, stimmt auch. Aber das Schlimme ist halt auch, was Hollywood draus gemacht hat. Und das ist einfach mal so ein extrem patriotischer bis nationalistischer von rassistischen Vorurteilen und ethnischen Stereotypen durchsetzter Film. Der wirklich ab einem gewissen Punkt einfach unangenehm wird, weil es ein ideologisches Werk ist. Okay. Und sowas gibt es ja auch nun aus Nazi-Zeiten und so unangenehme Sachen, die man sich einfach nicht mehr angucken kann, weil man sich die ganze Zeit denkt, ach du Scheiße, was da alles propagiert wird und was da dranhängt, wo das alles hingeführt hat und so. Ich hätte es in die andere Richtung als honorable Menschen leg dich nicht mit Zoan an, weil er unangenehm fand, zu gucken. Der war doch witzig. Auch der Wunsch einer Zuschauerin, wir sollten nicht von Zuschauern sprechen, wenn wir ein Podcast machen. Sie gucken sich dabei das Handy an. Der Wunsch einer Zuhörerin, den wir vor einiger Zeit besprochen haben, und Johannes war nicht sehr glücklich mit dieser Wahl. Aber auch unangenehm, aber auf eine gute Art und Weise ist dann wieder Borat. Du hast einen Mehrwert davon und du weißt, es ist einfach ein Gesellschaftsbild, wenn auch einer unangenehm ist. Aber so ist das halt. Die habe ich nicht mit reingenommen in meine Liste, warum auch immer, keine Ahnung. Ich habe noch eine dishonorable Menschen, auch aus der politischen Ecke. Ich gehe davon aus, dass der Macher, Joffrey White, die besten Intentionen bei diesem Film hatte. Er versagt aber total. Und zwar Rompas Dompas aus dem Jahr 1992. Ein Film der Neonazi-Skinheads in Australien. Die Geschichte von Neonazi-Skinheads in Australien erzählt mit einem ganz jungen Russell Crowe. Ich glaube, es war seine erste große Rolle, wenn nicht sogar seine erste Rolle. Er versucht, diese Subkultur nachvollziehbar zu machen und gleichzeitig ihre Abgründe zu zeigen. Er zeigt ihren Alltag geprägt von Gewalt, Alkohol und neonazistischer Propaganda. Aber er läuft total in die Falle, dass er irgendwann, und das merkt man diesem Film an, er ist irgendwann total fasziniert von dieser Welt. Ganz vieles, was er zeigt, zeigt er mit einer sichtlichen Begeisterung für diese Figuren. Das ist etwas, was ich gar nicht will. Bis zu dem Punkt, wo sie prügeln die ganze Zeit auf Ausländern rum. Dann wird er auch teilweise zurückgeschlagen. In Australien sind sie ja v.a. asiatische Einwanderer. Die werden dann aber als identitätslose Masse gezeigt. Fast wie im Actionfilm. Dass die Skinheads, deren Motiv wir verstehen, plötzlich konfrontiert wird mit einer Horde von Asiaten, die sie dann verprügeln. Das ist fast wie im klassischen Actionfilm, wo der Held gegen viele gesichtslose Bösewichte kämpft. Diese Atmosphäre kommt in dem Film irgendwann auf. Der Film will das nicht. Der Film will kein Propagandawerk sein für Neonazis. Der Film will zeigen, Neonazis sind scheiße. Aber er scheitert darin total, weil er zu sehr von seiner Action begeistert ist und dadurch wird es zum total unangenehmen Werk, weil man merkt, diesen Film gucken 14-jährige Teens und denken, irgendwie ist es schon geil. So ein Hakenkreuz-Tattoo. Nee, okay, verstehe, was du meinst. Okay, machen wir deinen Platz 3. Keine Dishonorable Menschen, sondern einfach mein Platz 3. Ein wirklich, wirklich guter Film. Ein wirklich, wirklich schwer zu konsumierender Film. Gammo aus dem Jahr 1997. Ein amerikanischer Independent-Film und Budget 1,3 Mio., also gar nicht so low budget, der einen Vorort zeigt von Ohio, in dem es ist White Trash in Film von Ohio, in dem es ist White Trash in Film von Ohio, in dem es ist White Trash in Film von Ohio, in dem es ist White Trash in Film von Ohio, es ist White Trash in Filmform gegossen. Wir sehen Menschen, die ein wirklich schwieriges Leben haben, das geprägt ist von Drogen, von Gewalt, von Alkohol, von Schmutz und Perversion. Wir sehen einfach Figuren, die sich in dieser Welt bewegen. Es sind unglaublich träckige Bilder, schmutzige Bilder. Es ist ein unglaublich schmutziges Leben. Der Film ist irgendwie so ein bisschen zeitlos, aber man hat teilweise das Gefühl, man befindet sich in so einer Art Postapokalypse. Aber es ist eigentlich nur heruntergekommene, vergessene, amerikanische Vorstadt. Und es führt auch zu nichts. Es werden einfach Episoden gezeigt, und wir sehen Menschen, die da hinvegetieren. Das ist ein wirklich, wirklich starker Film und gleichzeitig ein wirklich, wirklich schwieriger Film, der irgendwie so dreckig ist und so hässlich, dass man ihn kaum genießen kann. Trotzdem hat er was, hat er eine ganz eigene Poesie. Toller Film, kann ich nur empfehlen, aber robuster Magen. Und man sollte auf einiges gefasst sein. Man muss damit klarkommen, was man da sieht. Meine Nummer 3, Gammo, 1997. Ich hätte... Auf meinem Platz 3... Ähm, Andalusischer Hund. Der Andalusische Hund. Wo das mit dem Auge... Wann ist der Film? 20ern, 30ern? Ende der 20er vielleicht. Ähm... Wo... 29 ist nicht gut. 29, ja. Wo dieser Frau einfach mit einer Rasierklinge das Auge aufgeschnitten wird. Und das ist so gut gemacht. Selbst heute noch. 29 haben sie es irgendwie hingekriegt. Mir im Jahr 2021 ein... Radikale Nahaufnahme auf den Augapfel. Das Rasiermesser hat direkt durchschneidet und sogar noch so Flüssigkeit drauf. Das ist wirklich eine der unangenehmsten Szenen, die ich je im Film sehen musste. Von Louis Bu Noël und Salvador Dalí. Louis Bu Noël, der sich dann aufgemacht hat, um so viele tolle surrealistische Filme zu drehen. Es ist ja ein bisschen schade, dass das Kino des Surrealismus so ein bisschen untergegangen ist. Ich liebe diese Filme. Ich glaube, wir müssen mal auf unsere Liste dem nächsten Surrealismus-Werk packen. Ich glaube auch. Obwohl ich von The Fall auch schon fast genug hatte. Aber The Fall war ja alles noch klar geordnet. Ja, na ja. Wenn ich Surrealismus reinpacken will, dann muss es so richtig abgehen. Du siehst einfach nur zwei Stunden einen einzigen Drogenrausch. Wie war das mit dieser ... Eine Taube saß auf einer Bank und dachte über das Leben nach. Ich weiß nicht ganz genau. Der Skandinavische Regisseur? Ja, genau. Den könnten wir auch sehen. Vielleicht müssen wir den mal gucken. Den hast du noch nicht gesehen. Ich habe von dem einen Film gesehen, aber ich muss jetzt noch mal suchen. Ich habe einen von diesen ... Warte, war das das jüngste Gewitter? Ich bringe bei so was die Filme irgendwann durcheinander. Wenn die so ähnlich sind, habe ich auch mal Schwierigkeiten zu sagen, wenn die Filme oft so episodisch sind und gleichzeitig so surreal. Aber auf jeden Fall stimmt. Das Surreal-Kino ist offensichtlich nicht ganz tot. Die Filme sind noch relativ jung. Relativ jung, genau. Okay, ja ... Schöne Nummer drei. Schöne Nummer drei. Mach du mal deine zwei. Meine zwei ist wieder eher so ein Dishonorable-Film. Das war Inside aus dem Jahr 2007, ein französischer Horrorfilm. Zu der Zeit rausgekommen, als zum einen diesen New French Extremity total en vogue war. Wir hatten ... Climax. Genau, wir hatten Climax von Gaspar Noé. In dieser New French Extremity hat sich das zweite Sub-Genre entwickelt, so eine Art Nouvel Vague des französischen Horrorfilms. Es sind sehr viele Horrorfilme rausgekommen, die alle sehr ähnlich waren und vor allem sehr brutal. Ich bin wirklich viel ab, was Horror betrifft. Aber Inside war ein Film, der mich wirklich wütend gemacht hat, weil er so exploitativ mit Gewalt umgeht. Und zwar geht es um eine schwangere Frau, die von einem unbekannten Killer in ihrer Wohnung bedroht wird. Der jagt sie und versucht, sie zu entkommen. Was an diesem Film wirklich krass ist, ist, dass immer wieder, was oft passiert, wenn sie stürzt, wenn sie geschlagen wird oder so, sehen wir Röntgenaufnahmen von ihrem Bauch, das Innere, das Baby, das rumgeschleudert wird in ihrer Gebärmutter und entsprechend mitleidet. Okay. Das war unglaublich unangenehm inszeniert, einfach weil sie hochschwanger war. Wir sehen ein Baby kurz vor der Geburt, das malträtiert wird im Bauch seiner Mutter. Es waren unschöne Gewaltszenen und es war unangenehm, weil man das Gefühl hatte, der Film nutzt das, klassisch exploitativ, um Spannung zu erzeugen. Aber bei mir hat er einfach nur Widerwillen erzeugt. Kein Film, für den ich eine Empfehlung aussprechen kann, weil ich es unangenehm fand, wie er mit der Gewalt umging und v.a. mit der Gewalt gegen ein Baby, das noch im Mutterleib ist. Uäh. Okay, mein Platz 2 wäre Black Swan. Oh, ja. Es gibt da dieses... Also alleine, wie sie ihre Flügel, wie ihre Federn wachsen. Sie reiste sich auch irgendwann aus, glaube ich. Und das irgendwie... Es gab so echt ein paar Momente in dem Film. So Body-Horror-Momente. Ja. Was ich nicht erwartet habe von dem Film. Ich bin da reingegangen ins Kino. Ich glaube, wann ist der Film rausgekommen? Ich habe noch deutlich mehr Verbindung zur Ballettschule gehabt. Ich war auf der Artistenschule und der Ballettschule. 2010, wir waren zusammen im Kino. Ich glaube, wir waren zusammen im Kino, ja. Da hatte ich meine Verbindung noch stärker. Das hat sich ein bisschen gelegt inzwischen. Aber damals habe ich mehr Ballett und so erwartet. Und dann kam da so ein krasser Horror bei raus. Und das war... Der Film war gut. Vor allem auch technisch wahnsinnig spannend gemacht. Wahnsinnig gut. Weil die auch diese Spiegel überall, da mussten sie die Kamera irgendwie rausretuschieren. Das hat ganz krasse Bildkompositionen erzeugt. Aber es waren unglaublich unangenehme Momente dabei. Darren Aronofsky, du darfst nicht weiter sagen. Sonst nehme ich deinen Platz eins vorweg. Nein, nein, nein. Nicht? Okay. Darren Aronofsky, der wirklich gut drin ist, Pathos mit unangenehmen Bildern zu verknüpfen. Also, sein... Mada habe ich zum Beispiel nicht gesehen. Einer seiner jüngsten Filme, Mada, war ziemlich unangenehm. Aber tatsächlich finde ich, der unangenehmste Film, der das macht von ihm, ist immer noch Requiem for Dream. Wo er zeigt, wie junge Heroinabhängige mehr und mehr abgleiten. Und dann in teilweise wirklich brutalen Montagen zeigt er, wie eine Frau bei so einer Sexshow mitmacht, um das Geld für ihr Heroin zu bringen, während ihrem Freund der Arm abgesägt wird, weil er eine Blutvergiftung hat. Das war ein wirklich übler Film. Und gleichzeitig die Elektroschocks gegen seine Mutter, die tablettenabhängig war und dadurch den Verstand verloren hat. Aus dem Jahr 2000, krasser Film, hab ich gar nicht dran gedacht. Aber Darren Aronofsky ist für sowas immer ganz gut. Requiem for a Dream hab ich einfach nicht mehr gut genug im Kopf gehabt. Hab ich gut genug verdrängt, was alles passiert ist. Danke für die Erinnerung. Das war wirklich ein krasser Regisseur, krasser Film. Dein Platz eins? Mein Platz eins, wir haben vor Kurzem über ihn gesprochen. Lars von Trier, und zwar Dancer in the Dark. Oh! Weil, ich mein, es ist ein Musical, es gibt keine radikale Gewaltdarstellung, aber es ist einfach mal 140 Minuten in Musicalform gegossenes Leid von Anfang bis Ende. Ich hab den Film geliebt. Ich liebe ihn auch, und wir sehen Björk leiden. Wenn du eine Zusammenfassung für diesen Film haben willst, Björk leidet 140 Minuten lang und wird dann umgebracht. Das ist der Film. Dazwischen dann diese kitschigen Musical-Momente, wo sie immer von mehr träumt und die Hoffnung nicht aufgibt. Aber es wird immer schlimmer und schlimmer und schlimmer. Und es hört einfach nicht auf, schlimm zu werden. Und du sitzt einfach ... Wenn ein Film Depressionen induzieren kann, dann ist es dieser Film. Dancer in the Dark von Lars von Trier, mein Platz eins. Das sind auch wirklich tolle Musiknummern, muss man schon wirklich sagen. Es ist unglaublich. Großartiges Musical, großartiges Drama. Und ich glaube, dass Björk zu Recht nicht mehr mit Lars von Trier zusammenarbeiten will. Es muss wirklich schlimm gewesen sein. Aber nein. Oh, nee, warte mal, das ist kein witziges Thema. Ich glaub, Björk hat gegen Lars von Trier Missbrauchsvorwürfe. Auch das noch? Ich glaube, ja. Ach du Scheiße, das wär jetzt wirklich krass. Was? Björk? Ah ja, ja. Ja, Björk hat über Missbrauch bei einem Dreh gesprochen. Fuck. Und zumindest, ich glaube, sie hat keinen Namen genannt. Und dann hat, was die Presse halt macht, hat versucht, zusammenzureimen, wer gemeint sein könnte. Und hat gesagt, das ist Lars von Trier, der wiederum sich auch zu den Vorwürfen geäußert hat. Und sagt, dass das nicht stimmt, was sie gesagt hat. Also, ich weiß es nur so vom Trüberhören. Ich weiß nicht genau, was sie ihm vorgeworfen hat und was er dazu gesagt hat. Aber ich glaube, Lars von Trier ist auch ein Mensch, mit dem man nicht unbedingt zusammenarbeiten will. Auch wenn es tatsächlich Gegenstimmen gab, es gab einige Leute, die haben gesagt, sie waren überrascht, weil er war. Zum Beispiel Melancholia, da hat sie ja gesagt, ich hab ihren Namen gerade nicht parat. Kirsten Danst. Die hatte gesagt, dass sie Angst davor hatte, wenn man aber gedacht hat, der ist super, super Typ. Also, es gibt halt dann irgendwie von allen Seiten was. Ich glaube, er eignet sich auch wirklich sehr, um Legendenbildung in eine negative Richtung zu betreiben. Weil er auch sehr gerne mal provoziert und sehr gerne mal Sachen sagt wie, ich bin ein Nazi, um seinen Film in die Gespräche zu bringen. Ich weiß nicht, irgendwie. Ich weiß nicht, ich liebe seine Filme, aber ich glaube, Lars von Trier ist kein sympathischer Mensch. Jedes Mal, wenn ich ihn in Pressekonferenzen sehe, denke ich, wie kann jemand, der so dummes Zeug redet, so kluge Filme machen? Das ist krass, ne? Das ist schon komisch. Gerade diese Nazi-Geschichte auch in Cannes, als er da angefangen hat, über Israel und die Juden zu reden. Da denkst du, oh Mann, halt lieber die Fresse, bitte. Halt die Fresse und mach Filme. Ach, na ja. Ja, mein Platz 1 ist auch Lars von Trier, aber Antichrist. Ja, total nachvollziehbar. Das war der Film, der einfach wirklich am meisten ekel und ich hab wirklich 5 min Pause gebraucht, um mich hinzulegen und durchzuatmen. Und einfach ein paar Mal zu schlucken und zu sagen, okay, jetzt können wir wieder weiter gucken. Diese 2 krassen Gewaltszenen am Ende, wo sie ihm einmal die Hoden zerschlägt und ihm dann Blut ejakulieren lässt. Ja, ich glaube, das war die Stelle. Oh Gott, nein. Dabei ist die andere Stelle noch viel schlimmer, wenn sie sich mit der Schere die Klitoris abschneidet. Und Lars von Trier hält halt drauf mit der Kamera. Bei beiden Szenen. Im Gegensatz zu Funny Games, der Gewalt nicht zeigt, Lars von Triers Kamera verschweigt nichts. Der Film startet ja schon mit einer expliziten Sex-Szene. Es war ja zu dem Dogma-Manifest, das Trier in den 90ern geschrieben hat, gehörte ja auch, dass sowohl Sex als auch Gewalt, wenn sie dargestellt werden, echt sein müssen. Also, der schwierige Mann, der großartige Filme gemacht hat. Scheiße. Aber Antichrist mochtest du, oder? Ich fand ihn gut, den Film, ja. Aber es war dann schon wirklich einfach... Ich glaube, Antichrist ist tatsächlich mein liebster Lars von Trier-Film. Okay. Und ich teile jedes Wort, was du gerade gesagt hast. Der Film ist teilweise einfach, wirklich unangenehm. Hm, na gut. Zurück zu Funny Games. Durchatmen und wieder zurück zum... Genau, durchatmen und jetzt reden wir über die Gewalt in Funny Games. Fuck. Er ist wirklich, also ich muss schon sagen, dass er den meisten Filmen, die wir gerade besprochen haben, nichts nachsteht, er ist unangenehm. Du bist halt wirklich die ganze Zeit, von Anfang bis Ende, dreht sich dir entweder der Magen um, oder du hast ein Herz flimmern, oder was? Also es ist so, ah, fuck, du willst eigentlich weg, die ganze Zeit. Das ist ein total unangenehmer Film. Ich will noch mal ganz kurz auf diese Genres zu sprechen kommen. Was macht der Film? Nein, er ist ein Torture-Porn oder Terrorfilm. Ja. So wie es die in den 70ern gab, mit Folter und Gewalt und so weiter. Und wie es dann später noch mal gab. Aber ohne, dass man es sieht. Aber vor allem die unangenehmen Seiten der Gewalt herauskehrend. Das machen diese Filme halt nicht. Die haben Gewalt benutzt, um Spannung zu erzeugen oder auf eine ganz perverse Art zu unterhalten. Das macht er nicht, er zeigt die unangenehmen Seiten von Gewalt. Ja. Aber mit diesen selbstreferenziellen Momenten ist er halt auch eine Satire. Er hat diese satirischen Momente. Ganz krass in der Rückspultszene. Die er irgendwie noch mal so ein komplett surreales Moment reinbringt. Wenn sie es endlich schaffen, wenn Susannes endlich schafft, das Gewehr zu greifen und einen von den Angreifern niederzuschießen. Und diese Katarsis und diese Freude, und sie hat es geschafft. Und dann greift sich der andere Wichser, die Fernbedienung, spult einfach zurück. Er nimmt eine Fernsehfernbedienung, die da rumliegt, drückt auf den Rückspulknopf, der Film läuft zurück, bis zu der Stelle, kurz bevor sie zum Gewehr greift. Er ist natürlich gewarnt, hält das Gewehr fest, Fehler. Deswegen, und es geht weiter. Die Katarsis wird uns weggenommen. Wir werden gar nicht rausgerissen aus dem Film. Irgendwie schafft es der Film, dass ich nicht einen Schritt zurückmache und sage, ach, ha, ha, ha, ha, ich gucke ja einen Film und so. Ich bin sofort wieder drin. Ich wurde damals total rausgerissen, als ich ihn das erste Mal gesehen habe. Deswegen kann ich mich so gut an diese Szene erinnern. Damals war es für mich der Gedanke, jetzt ist der Film zum Meisterwerk geworden. Ich war halt süßer 18 wahrscheinlich. Ich habe nachts im Bett gelegen und diesen Film geguckt. Oh, wow, fuck. Ich dachte für einen Moment, es wäre irgendwas kaputt. Das halte wirklich so plötzlich dieses Einfrieren des Bildes. Das Bild friert dann ja auch wirklich ein. Die Geräusche, du musst dir vorstellen, wie ein 18-Jähriger nachts um 12 da liegt und so halb verschlafen. Vielleicht hatte ich auch was getrunken. Ich weiß es nicht mehr genau. Diese Szene guckt und dann das plötzlich passiert. Das, was Andy Kaufmann erreichen wollte mit seinen Witzen, dass das Publikum denkt, der Fernseher ist kaputt und auf den Fernseher haut, das Gefühl hatte ich dafür. Deswegen hat mich diese Szene voll erwischt und komplett rausgerissen. Ah, okay. Vielleicht, weil ich auch wusste, irgendwo im Hinterstübchen war mir wahrscheinlich bewusst, dass es diese Szene gibt. Obwohl ich den Film wirklich extrem lange nicht gesehen habe und schon wieder vergessen hatte, was eigentlich alles passiert. Das ist eine andere Szene. Auch in dem, wenn er mit uns spricht, sehe ich einen schwarzen Humor durch Blitzen. Das bringt mich nicht zum Lachen oder zum Schmunzeln. Aber der Film ist in dem Moment eine Satire auf den Horrorfilm. Vor allem auf Zuschauer in einem Horrorfilm. Das ist das dritte Genre, was er aufmacht. Er ist eine moralische Anklage gegen uns. Er greift uns an. Und er macht dieses satirische Moment auch auf, als er dann eben darüber spricht, warum die beiden das machen. Er redet ja über Dicky, was er für eine schwierige Vergangenheit hat. Dann macht er einmal das Tor auf zu dieser Wohlstandslangeweile. Das ist halt auch ein satirischer Ansatz. Dass man sagt, Gesellschaftssatire, wo sind wir hier gelandet? Warum machen die das? Welche Motivation? So ein bisschen der Joker? Ja, das sind total die Fake-Erklärungen. Er fängt an, dass er in schweren Verhältnissen großgeworden ist. Dann sagt er, dass er missbraucht wurde. Seine Mutter hat es sich scheiden lassen. Nein, sein Vater hat es sich scheiden lassen. Es kommen ein paar Fake-Erklärungen. Am Schluss landet er bei dieser Wohlstandslangeweile. Aber das ist genauso Fake-Erklärung. Der Vater sagt dann auch, es ist gut, ich hab's kapiert. Er hat's kapiert. Die schweben die ganze Zeit drüber, über allem. Ich glaube, wenn man den Film befragen würde, würde er sagen, das sind die Avatare, die ihr geschaffen habt, um eure Unterhaltung zu haben. Uiuiui. Ich mag den Film total, um das gleich zu sagen. Aber ich finde schon, man kann diesem Film einen gewissen Moralismus vorwerfen, der nicht so selbst reflektiert ist, weil er sich gegen die Zuschauer richtet. Der Film ist eine Anklage gegen das Publikum. Ohne sich mit seiner eigenen Rolle auseinanderzusetzen. Aber er ist ja auch ... Und Hanneke klingt fast wie Handgürte. Ah, Gott, meine Güte. Aber dafür ist die Zuschauerbeschimpfung dann doch nicht offensiv genug, als dass ich das für ein Problem halte. Weißt du, was ich meine? Wenn er das offensiv ganz explizit machen würde, dann würde ich sagen, ein bisschen Reflektion wäre gut. Aber dadurch, dass er das nur durch die Hintertür macht und da mal so einen Blick und da mal einen Blick und da einen Kommentar, finde ich es okay. Er ist nicht so überheblich damit. Ja. Für meinen Begriff. Ich bin gerade so still, weil ich nicht weiß, ob er überheblich ist. Ich finde, er bringt so eine gewisse Arroganz mit. Ja. Ich kann es ihm auch nicht vorwerfen, weil er das einfach zu gut macht und weil es so billig wäre, zu sagen, hey, der ist so arrogant, der Film. Weil das natürlich davon befreit, darüber zu reden, dass dieser Film ein Angriff auf uns ist und ein Angriff, den wir auch verdient haben als Publikum. Weil das ist ja tatsächlich, das ist halt... Wie Gewalt in der Filmlandschaft ganz oft funktioniert. Gewalt ist zur Unterhaltung des Publikums da. Egal, ob es jetzt um Spannung zu erzeugen ist oder um Humor zu erzeugen, gibt es ja auch mehr als genug. Oder eben, um so eine Art Katarsis auszulösen. Aber die Gewalt ist da für das Publikum. Ganz kurz einmal den Ausflug zu der Szene, wo sie... Wo darüber diskutiert wird, ob Dicky jetzt wirklich dick ist, weil er seine Speckröllchen hat. Und ob sie Speckröllchen hat. Und sich dann einmal ausziehen soll. Das war der Moment, wo ich dachte, oh wow. Jetzt bin ich mal gespannt. 1997, andere Umgang mit Fleischbeschau von Frauen und so, wie machen sie das? Dann war ich aber sehr beeindruckt davon, dass er einfach nur gesagt hat, na gucken wir mal, ob sie Speckröllchen hat. Hat sie ihren Kleid ausziehen lassen. Und dann hat er gesagt, nö, gibt es keine, jetzt darfst du sie wieder anziehen. Es gibt kein echtes Fleischbeschau, sondern es gibt genau dieses eine Thema, was einmal angeguckt werden will. Und dann ist das wieder abgehakt. Und das fand ich sehr gut. Vor allem, weil er eben, der Vater, das dann sagen soll, dass sie sich ausziehen soll. Und das mit Liebling oder Schatz oder was auch immer. Eine furchtbare Szene, aber eine von vielen furchtbaren Szenen. Tatsächlich schafft das, diese sexuelle Übergrifflichkeit zu zeigen, ohne dass er sie sexualisiert. Genau das. Diese Exploitation-Filme machen das oft, sie zeigen sexuelle Übergrifflichkeit. Dann wird es sexualisiert, Und wir sehen sie halt nicht nackt. Wir sehen sie nicht nackt. Und er zeigt aber trotzdem, er verharmlost das nicht. Das ist trotzdem ein krass unangenehmer Moment für alle. Auch so, wo wirklich die Zeit fast stillsteht. Auch diese ganze Situation, der Sohn ist unter dem Sack gefangen, hat den Sack über dem Kopf. Der Mann wird gezwungen, seine Frau zu bitten, sich auszuziehen. Es ist unfassbar unangenehm, die Frau muss sich ausziehen vor ihn. Als nächstes passiert es, es ist eine krasse Szene. Fand ich auch super inszeniert. Man kann es immer nur wieder sagen, es ist einfach unangenehm. Das will der Film erreichen. Die Szene fühlt sich unfassbar schrecklich an. Krass, man. Ich finde es beeindruckend, weil wir es eben nicht sehen. Wir sehen sie wirklich nur halsaufwärts, wie es ihr damit geht. Und ahnen an ihrer Bewegung, was sie tut. Wir sehen aber ihren Körper nicht. Wir sehen nicht, was die anderen sehen. Es ist null Exploitation in der Richtung. Es ist nur eine pure Emotion, die wir damit bekommen. Und das macht Hannecke in jeder Minute in diesem Film so, dass er sich nicht dafür interessiert, das zu zeigen und dadurch eine Katarsis zu bekommen. Sondern einfach wirklich die Spannung aufrechtzuerhalten, indem wir es nicht sehen. Das finde ich die beste Variante und die beste Idee, die man als Filmemacher in der Richtung haben kann. Wir kriegen einfach keine Erlösung. Es gibt immer mal wieder diese Momente, wo es vielleicht das geben könnte. Direkt darauf kommt der Moment, wo der Sohn flieht. Erst mal uriniert in seine Hose, was auch super unangenehm ist. In diesem ganzen Setup. Und dann schafft er es zu fliehen. Aber es gibt keine Rettung. Sie kriegen ihn, sie fangen ihn ein. Und dann ist diese Szene mit dem Abzähl-Reim ... Es ist so krass, wie der Junge dann verschwindet. Und wie diese Verfolgungsjagd dann auch noch, wie er das schafft, diese wiederum richtig spannend und richtig gut zu erzählen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich d'accord damit gehe, dass er den Jungen tatsächlich da kriegt. Weil das ist schon ein großes Haus und ein Gelände. Man sollte sich nicht ganz gut irgendwo verstecken. Aber das Kind ist halt auch dumm, wie Kinder halt sind. Und ist nicht besonders klug darin, sich zu verstecken. Aber es hätte 80% Wahrscheinlichkeit, dass er ihn nicht findet. Die Ausweglosigkeit von diesem Film gebietet es quasi, dass er den Sohn findet. Und die gebietet es auch eigentlich, dass er dann, wenn er den Sohn zurückgebracht hat, dass der Sohn dann der Erste ist, der erschossen wird. Er erzählt, Paul macht sich essen, währenddessen macht Tom seinen Abzählreim und er schießt dann einfach. Wir hören den Schuss und wir hören Schreien. Und dann sehen wir das Blut am Fernseher und wir hören Tom und Paul diskutieren. Und dann sagt Paul, die Luft ist jetzt raus. Was voll unangenehm ist, weil man weiß, das ist der Moment, wo man realisiert, sie haben wahrscheinlich das Kind erschossen. Das unschuldige Kind, mit dem fiebert man am ehesten mit. Das ist jetzt eigentlich, dass die Luft jetzt raus ist. Dass das das Spannendste war vielleicht, ob das Kind davonkommt wenigstens. Was man so draufdrücken kann als Interpretation. Das fand ich super unangenehm, eine superkrasse Szene. Diese Bagatellisierung, weißt du? Genau, diese Bagatellisierung. Und er regt sich darüber auf, dass sein Freund den Falschen erschossen hat. Man erschießt nicht den, auf den man gezeigt hat, sondern den anderen. Dann kommt auch diese lange Leidtotale danach. Wo sie ganz lange da sitzt. Wir wissen, der Sohn ist tot, das ist einfach krass. Das ist vor allem krass, weil das komplett die Genre-Regeln untergräbt. Die Kinder werden nicht getötet, die Kinder sterben nicht. Aber das hat er gleich am Anfang mit dem Hund, der gestorben ist, auch schon. Keine Kinder, keine Hunde ist in dem Film sowieso schon am Anfang über Bord geworfen. Na ja, ich hab in dem Moment aber auch gedacht, als sie dann weg waren, hab ich dem Film schon abgenommen, dass er die beiden vielleicht leben lässt. Ich hab mich echt nicht mehr dran erinnert, was eigentlich kommt. Und sie rennt dann los und lässt ihn zurück, weil er sagt, ich bin schlecht zu Fuß. Geht doch mal los. Diese banale Essensszene. Er ist in der Küche und erföhnt das Telefon, damit er Hilfe rufen kann und ist dabei. Und beißt dabei zweimal in ein Baguette. Und wir müssen ganz kurz zu dem Remake zu sprechen kommen. Ah ja, gerne. Das Remake mit, wo es eben nicht Ulrich Mühe ist, der in das Brot beißt, sondern Tim Roth, der in dem Remake den Ehemann spielt. Ja. Und Hannecke hat gesagt, er wollte dieses Remake machen, er wollte in diesem Remake ganz kleine, feine Verbesserungen vornehmen. Und tatsächlich war der Film ja von Anfang an als amerikanischer Film eigentlich geplant. Und das konnte dann Hannecke wegen fehlendem Budget nicht umsetzen. Und das kaufe ich ihm total ab. Das hat er auch gesagt als Rechtfertigung für das Remake. Das Ding war eigentlich als amerikanischer Film geplant. Und es macht ja auch Sinn, weil es ist ein amerikanisches Thema. Die Deutschen oder die Österreicher sind jetzt nicht so groß, was Exploitation-Horror und was Terror-Film betrifft. Das ist ein amerikanisches Genre. Das war seine Rechtfertigung dafür. Es war von Anfang an als amerikanischer Film geplant. Deswegen macht es für mich Sinn, 10 Jahre später ein Remake zu machen. Ich würde kleine Verbesserungen vornehmen. In dieser Szene, in der George in das Brot beißt, spuckt er das Brot wieder aus. Er beißt rein, aber kann es nicht runterschlucken. Das ist eine der Verbesserungen, die Hannecke vorgenommen hat. Ich weiß nicht, ob es besser ist. Ich finde es im Original stärker, dass er nicht das Brot ausspuckt. Als ich ihn reingebissen habe, habe ich gedacht, kann er es schlucken? Geht das? Ich hätte es nicht gekonnt. Ich glaube, ich hätte als Regisseur wie Hannecke im Remake gesagt, er kriegt es nicht hin. Er kriegt es nicht hin. Das ist ein winziges Detail, aber es ist das, was das Remake betrifft, worüber man nur reden kann. Das Remake ist fast ein 1-3-Shot. Ich habe nicht mehr reingeguckt für diese Episode, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, dass das Remake rauskam. Ich dachte, ich muss noch mal ins Original gucken. Ich dachte, die Filme liegen dicht aufeinander. Ich finde das Remake gut. Er hat gut gecastet. Naomi Watts spielt die Susanne, die heißt Annem Remake. Tim Roth spielt den George. Michael Pitt und Brady Corbett spielen die Killer. Ich finde, die Killer sind im Original für mich überzeugender. Weil Anno Frisch und Frank Gehring diese Schüchternheit besser rüberbringen. Diese Sensibilität. Und diese unangenehme Höflichkeit. Aber ansonsten ist das Remake tatsächlich stark. Ich kann das Remake empfehlen, selbst wenn man das Original gesehen hat, um auch mal ein 1-1-Remake zu sehen, was funktioniert. Auch 1-1-Remakes können voll in die Hose gehen, wie Chris Van Sant mit seinem Psycho-Remake gezeigt hat. Um ein Beispiel zu nennen. Ohne ich im Kopf hab ich gehört, es war mal ganz schlimm gewesen. Da war ich schon im Original. Es gibt einen Film jüngeren Datums, wo so ein Pärchenabend ist und sie dann ihre Handys tauschen oder so. Das ist ein französischer Film. Sie treffen sich zum Abend und sie sagen, jetzt machen wir ein Spiel, jeder kriegt das Handy von jemand anderem. Dann passieren Dinge, dass sich die Affäre meldet. Davon gibt es ein französisches Original. Es wurde ein deutsches Remake gedreht. Ich glaube, fast ist ein Til Schweiger-Film. Ach du Scheiße. Mit Sicherheit, ich weiß aber nicht ganz sicher. Dann gibt es aber auch, glaube ich, noch ein amerikanisches Remake. Ich muss einmal kurz gucken. Das perfekte Geheimnis ist von 2019. Es gibt ein Original, das ist ein italienischer Film. Perfettos gonnos iuti, was ich garantiert falsch ausgesprochen habe, aus dem Jahr 2016. Der ist 2019 ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen worden, weil er der Film in der Filmgeschichte ist, der die meisten Remakes gekriegt hat. Insgesamt 18 Stück. What the fuck, 18? 18. Es gibt den deutschen Film, der nicht Til Schweiger ist. Es gibt einen griechischen Film, einen spanischen Film, einen türkischen Film, einen französischen Film, einen südkoreanischen, einen ungarischen, einen mexikanischen, einen chinesischen, einen russischen, einen polnischen, einen deutschen, einen armenischen, einen vietnamesischen, einen japanischen, einen tschechoslowakischen, einen israelischen, einen holländischen und einen arabischen. Und es gibt... Die Rechte am englisch-prachigen Remake wurden 2017 von der Weinstein Company gekauft und sind aber offensichtlich noch nicht gedreht, weil die Weinstein Company ist aus bekannten Gründen dann bankrott gegangen und irgendjemand anderes hat das Ding dann gekauft. Lustigerweise so viele Remakes und kein amerikanisches. Ich hätte wetten können, dass es auch einen amerikanischen Film gibt. Wow. Okay, ja, das Thema ist natürlich, ja, verführerisch, ne? Da kann man viel mitmachen. Die Frage ist, ob die Filme alle unterschiedliche Dinge damit gemacht haben oder ob alle sich sehr sklavisch an das gehalten haben, was im Original passiert. Und es ist so ein Film, der mich so null interessiert, tatsächlich. Also, deswegen dachte ich auch gleich an Til Schweiger. Das klingt halt relativ generisch, ne, so. Ja, und... Also, der deutsche Film hat auch ganz schlechte Kritiken gekriegt mit Caroline Herford. Ja, das, ich glaube, ich kenne das sogar, den Trailer. Elias und Barek, oh, ja, okay, mit großen Darstellern, Florian, David Fitz, Frederik Lau, Jessica Schwarz. Okay, sie haben wirklich einmal so alle jäller Hase, sie haben tatsächlich komplett mit deutschem Star, mit deutscher Star-Besetzung. Es, glaube ich, bei der Kritik komplett durchgefallen. Hmhm, schade. Wo waren wir vorher, Plor? Funny Games Remake. Ich wollte sagen, es ist sehenswert als 1 zu 1 Remake und es ist spannend, auch zu sehen, was Michael Hannecke sich im Jahr 2007 Neues hat einfallen lassen. Spoiler, es ist sehr wenig. Okay. Na, was mich ein bisschen wundert, ist eben, dass dann der ganze Zirkus noch mal losgegangen ist in Amerika, weil eigentlich haben wir inzwischen so viel erlebt an Zeug, was in diesem Genre-Horror-Film so passiert ist. Apropos, ist es genremäßig Horror-Film? Was sagt man denn dazu? Was ist für ein Genre? Unsere Zuhörerin, die das vorgeschlagen hat, hat ja auch geschrieben, über das Genre wird gestritten. Über das Genre kann man auch gut streiten. Post ist immer so doof, um sich rauszuwinden. Es ist schon ein selbstreferentieller Psycho-Thriller. Vielleicht ein Terror-Film, Torture-Porn. Aber Torture-Porn ist es nicht, weil das Porn-Element fehlt. Richtig, genau. Also Psycho-Thriller finde ich einigermaßen treffend. Er hat auch Experimental-Film anleihen, dadurch, dass er die vierte Wand bricht und diese Rückspulsszenen, die er einmal radikal mit dem Medium aufräumt. Für einen Experimental-Film ist er dann die meiste Zeit über zu geradlinig erzählt. Stimmt. Geradlinig Richtung Tod. Ja, oh Gott. Ich hab gedacht, als die alleine waren, hab ich gedacht, sie schafft das jetzt, und sie geht jetzt los, und dann fährt dieses Auto an ihr vorbei. Ich denke, ich würde mich auch verstecken. Und beim zweiten Auto würde ich mich vielleicht dann doch trauen. Das falsche Auto. Das falsche Auto. Scheiße, Mann. Ich finde es wieder gut, dass Hanneke in dem Moment abblendet und die andere Szene reingeht. Und wir nur sehen, wie sie dann wieder gefangen genommen zurückgebracht wird. Ich will nicht sehen, wie sie dann aus dem Auto aussteigen und sie daran wieder einkaschen, das ist Blödsinn. Übrigens, der Moment, wo er fast ein bisschen dem Suspense-Moment des Horrorfilms erliegt, wenn er diesen Golfball reinrollen lässt als große Antizipation der Killer, die wieder zurückkommen. Gott sei Dank ohne Musik. Wäre die Musik drunter, dann wäre es zu sehr dem Genre erlegen und zu sehr fasziniert von diesem Horror. Aber oh nein, da kommen sie wieder. Sie kommen zurück und dann kommt auch die witzigste Szene, die witzigste selbstreferenzielle Szene, wenn Paul noch nicht Schluss machen will und sagt, wir sind doch noch unter Spielfilmlänge, nach 95 Minuten. Ist es Ihnen schon genug? Sie wollen doch ein richtiges Ende mit plausibler Entwicklung, oder? Sehr höflich, übrigens, Paul ist sehr höflich. Diese österreichische Akzente noch dazu, weißt du. Ja, sie wollen doch ein plausibles Ende. Und dann spielen sie die liebende Gattin. Sie darf entscheiden, wer als Nächstes stirbt und mit welchem Werkzeug. Sie haben ein Messer und Sie haben ein Gewehr. Und das ist die Szene, wo du vorhin gesagt hast, dass sie ja so einfach immer wieder fertiggemacht wurde von dem Regisseur dann auch, dass sie dann einfach nur noch da hängt und nur noch die Worte rauspurzeln lässt aus ihrem Mund. Sie zwingen sie zu beten auf den Knien. Oh, fuck, Mann, oh. Lieber Gott, mach mich froh, dass ich in den Himmel komm. Es ist wirklich düster und abgefuckt. Und dann noch als Höhepunkt davon eben diese Gewehrszene, wo sie es schafft, das Gewehr zu greifen. Wir haben einen kurzen Moment der Katarsis, weil sie es schafft, den Bösewicht zu erschießen. Und dieser Moment wird direkt wieder aufgelöst, in dem die Fernbedienung die Szenerie zurückspult. Und dann wird natürlich Georg erschossen. Ja, Georg wird erschossen. Sie nehmen sie noch mal aufs Boot. Und diese mit dieser nebenbei, diese Nordschalance, mit der sie einfach hinten übergekippt wird und in den See fällt. Und wir sehen sie nicht weiter. Sie kippt aus dem Bild, und das war's. Das ist so krass, oh. Oh, aua. Und wir kommen zum Schlussbild, und das nächste Opfer ist dran. Helga, die Freundin von ihnen, die kurz vorbeigeschaut hat. Also, genauso auf die Killer gestoßen ist, wie sie auf die Killer gestoßen sind. Hey, das sind Freunde von unseren Freunden, die haben nichts Böses im Sinn. Und Paul kommt zu ihr, will wieder die Eier haben. Und Schlussbild, der letzte herausfordernde, leicht schmunzelnde Blick zu uns. 106 Minuten, es ist geschafft. Also, ein durch und durch unangenehmes Erlebnis, aber einfach so gut gemacht, das ist wirklich beeindruckend. Und ich hab noch mal nachgeschaut, von wann der Film ist und wie viel Haneke vorhergemacht hat. Er hat schon eine ganze Menge vorhergemacht. Ich hatte während des Guckens versucht zu sagen, oh, wow, einer der ersten Filme von Haneke, so genial schon. Und dann hab ich aber nachgeschaut und gesagt, na ja, okay, er hat genug Zeit gehabt, zu üben. Aber ich glaube, der erste Film von ihm, der wirklich auch international größere Aufmerksamkeit erregt hat, eben wegen dieser Kanngeschichte und wegen der Legendenbildung drumherum. Und Haneke hat in der Zeit eigentlich noch so sehr düstere und sehr spröde Filme gemacht. Und er sollte uns dann aber in der Folge zeigen, dass er wirklich viel, viel mehr kann. Weil er hat einige der besten österreichischen, deutschsprachigen Filme überhaupt gemacht mit Liebe, der französisch sprachisch war. Ja, aber der ist einfach absolutes Meisterwerk. Totales Meisterwerk. Das Weiße Band würde ich als zweiten Haneke-Film nennen, den ich liebe, der einfach unglaublich perfekt ist. Wenn ich beide filme, wenn ich Das Weiße Band oder Liebe sehe, denke ich immer, ich würde auch gern mal diese Akribie aufbringen können, Dinge zu tun, egal, ob es jetzt Schreiben ist oder Filmen oder was auch immer. Diese Detailversessenheit, wo du das Gefühl hast, hinter jedem Moment steckt so viel Perfektionismus. Und so viel Gedanken über Licht und über das richtige Bild, über das richtige Arrangement der Schauspieler. Haneke ist so gut da drin, Szenen zu arrangieren. Und das sieht man auch schon in diesem Film. Ja, der ist krass. Es gibt übrigens auch eine Verfilmung von Kafka's Das Schloss aus dem selben Jahr wie Funny Games von Haneke, die auch total sehenswert ist. Lass mich nichts Falsches sagen, auch mit Ullrich Mühr, der den K. spielt. War cool. Ist ein Fernsehfilm, irritierenderweise, aber ein ganz, ganz großartiger Film, eine wirklich gelungene Literaturverfilmung. Muss ich mir mal anschauen. Weil ich hab dann eben auch gemerkt, dass ich gar nicht so viel von Haneke gesehen habe. Da fehlt ja noch eine ganze Menge. Ich muss es mir einfach mal zu Gemüte führen. Bei seinen frühen Filmen hab ich so ein paar Bildungslücken. Den aktuellsten Film hab ich auch noch nicht gesehen. Der bestimmt auch wieder stark ist. Happy End aus dem Jahr 2017. Haneke nimmt sich auch Zeit für seine Filme. Der hat nicht so viel gedreht. So alle fünf Jahre mal ein Film. Da ist auch im 2000er ein bisschen mehr. Großartiger Regisseur und detailversessender und akribischer Regisseur. Ich glaube, für einen solchen Film brauchst du auch einen solchen Regisseur, der sich wirklich Zeit nimmt und sich Gedanken macht. Ja, genau. Der hat dann halt den Luxus, das auch machen zu können, weil die Filme erfolgreich genug waren und der dann finanziell auch die Möglichkeit hat. Es gibt ja genug andere Regisseure, die einfach weiter arbeiten müssen. Sonst verhungern sie. Das ist halt ein bisschen... Haneke hat tatsächlich auch in seiner Filmografie einiges hervorragend gesehen. Der hat gedreht, um nicht zu verhungern. Er hat unter anderem auch einen Tatort gedreht. 1993, Kessertreiben. Stimmt, ja. Unter einem Pseudonym. Hört wahrscheinlich nicht zu seinen großen Werken. Der hat sehr viele Fernsehfilme gedreht in den 90ern. Wäre dann interessant zu sehen, ne? Ja, auf jeden Fall. Ich möchte einmal die New York Times zum Remake zu Wort kommen lassen, was auch zum Original passen würde. Michael Haneke war schon immer mehr daran gelegen, das Publikum zu bestrafen, als es zu unterhalten. Wahrscheinlich betrachtet Herr Haneke das als Kompliment. Selbst die Freude am eigenen Massorismus möchte man uns nehmen. Herr Haneke scheint irgendwie ein Wesensverwandter von Eli Roth zu sein. Eli Roth sagt mir jetzt nichts, keine Ahnung. Ganz mieser Vergleich, ganz, ganz mieser Vergleich. Eli Roth ist vor allem bekannt für Hostel, das ist der erste Film, den mir von ihm einfallen würde. Der ist ein Regisseur des Terror-Horror-Films, der Anfang der 2000er-Jahre so eine kleine Resonance erlebt hat mit Filmen wie Hostel und Saw. Und dann gleichzeitig zu dieser Zeit auch diese französische Nouvelle Act des Horrors. Ich bin kein Eli Roth-Fan. Der wurde vor allem bekannt, weil Quentin Tarantino großer Fan von ihm war und ihn eine Zeit lang promotet und gepusht hat. Ich hab bis jetzt von Eli Roth noch keinen Film gesehen, der mich begeistert hätte. Aber spannend, dass die New York Times zum Remake, aber es passt nun wirklich auch zum Original, eher der Meinung ist, dass Haneke das Publikum mehr bestrafen als unterhalten möchte. Ich verstehe das irgendwie, diese Haltung. Dafür ist aber der Film einfach zu gut, ne? Ja, es ist ein sehr guter Film, aber wenn ich gefragt werde, ob ich ihn empfehlen kann, würde ich sagen, du musst wissen, worauf du dich einlässt mit diesem Film. Und ich kann auch verstehen, dass viele sagen, mir ist der Haneke zu moralistisch mit seiner Publikumsanklage, zu sehr Zeigefinger Richtung Publikum. Vorbei das bei dem Film ja auch fast... Man könnte auch in dem Moment gerade auf Toilette sein, wenn man den Film nicht ernsthaft guckt und so ein paar Sachen hinten runterfallen lässt, dann könnte man es auch verpassen. Würde der Film funktionieren ohne seine selbstreferenziellen Momente? Was wäre er dann? 100%, er würde genauso funktionieren. Das ist das Erstaunliche, dann wäre es wahrscheinlich ein noch unangenehmerer Film. Nicht unbedingt, das würde ich nicht sagen. Diese selbstreferenziellen Momente sind genauso unangenehm, weil sie einfach... Der Blick zum Zuschauer mit dem Zwinkern und ihn reinholen, das macht es so unangenehm und man fühlt sich so schmutzig. Aber vielleicht ist auch eine Einladung zum Philosophieren und dadurch kann man diese wirklich düstere Gewaltdarstellung so ein bisschen zur Seite stieben für einen Moment. Ich konnte es nicht. Aber es stimmt vielleicht, wenn man es auf eine bestimmte Art und Weise guckt, dann hat man eine philosophische Distanz dazu. Das könnte sein. Aber ich weiß nicht, der Film würde so oder so funktionieren. Ich finde es gut, dass es drin ist, weil es irgendwie ein spannendes Moment aufmacht und noch mal ein anderes Element und eine andere Ebene. Aber ja, der Film ist einfach großartig inszeniert. Die Dialoge sind toll, viel Gespür für Entwicklung, wie Menschen miteinander interagieren und wie so was ganz subtil creepy wird. Ja, definitiv. Er ist extrem unangenehm, aber er ist gut, weil er so unangenehm ist. Und viel zu viele Horrorfilme, Horrorthriller, ähnlichen Kalibers sind zu angenehm. Ja, und irgendwie in ihrer Katarsis dann sehr plump. Plump, genau. Deswegen mag ich es nicht, wenn man mir zeigt, was passiert. Sondern ich einfach viel lieber mag, wie Hanneke das macht. Einfach zu sagen, da drüben passiert jetzt eine ganze Menge, von denen du ausmalen kannst, was da alles passiert. Und es ist viel schlimmer. Es ist viel schlimmer. Es ist viel unangenehmer als die klassischen Gorwerke, wo Blut spritzt und wir Gemetzel sehen. Ja. In diesem Film, wir sehen keine Körper, die zerstört werden. Das Blutigste ist das Blut, das an den Fernseher spritzt. Das könnte man Hanneke vorwerfen, dass das wirklich ein plumpes Bild ist. Dass wir den blutbeschmierten Fernseher sehen, wo das Blut noch runterläuft. Aber ein plattes Bild sei ihm gegönnt in diesem Film. Ja. Das stimmt, ich fahre in dem Moment fast ein bisschen raus. Aber es kam sehr schnell wieder rein. Sind wir schon auf Podcast-Länge? Wir sind schon auf... Wir wollen ja auch eine plasible Entwicklung. Und ich würde sagen, bei 1, 10, 15, je nachdem... Shit, Johannes, dein Wiener Schmäh ist echt gut. Vielenste Danke. Dann machen wir eine Pause. Dann gehen wir zurück in die Pause. Dann werden wir uns den zweiten Film nähern. Und mal schauen, was der zu bieten hat. Ich freue mich drauf, glaube ich. Vielleicht auch nicht, ich weiß nicht. Bis gleich. Ja, das läuft wieder, Plur. Kannst du auch Bayerisch? Ja, das Problem ist... Nein, das ist der Wiener. Der Wiener kommt da durch. Ich weiß nicht. Ja, mei. Da legst du ihn nicht da und dann stellst du ihn auf. Aber passend zum neuen Film müsstest du jetzt Neuseelandisch. Ach du Scheiße. Ich bin schon mit dem deutschen Dialekt ein bisschen überfordert. Ich glaube, das kriege ich jetzt nicht noch. Ja, willkommen zurück. Willkommen zurück. Danke, dass ich dich noch mal über meine Immobilie in Form von Pfandflaschen aufgeregt hast. In meiner Küche. Ich weiß, hier kommt man schwer durch gerade, weil ich... Du hast ein echtes Malzbierproblem, wenn ich das richtig sehe. Nein, ich habe kein Problem mit Bier, nur ohne. Für richtigen Alkoholismus reicht es nicht. Nein. Was haben wir denn als zweites Plur? Peter Jackson. Peter, ja genau. 2009. Ja, In meinem Himmel heißt der Film und wurde auch von Laura empfohlen. Den sollen wir uns mal angucken und das haben wir getan. Du führst uns jetzt ein. Ich führe uns in diesem Film einmal ein. In meinem Himmel. Die Story ist schnell erzählt. Das Drama In meinem Himmel aus dem Jahre 2009 arbeitet den gewaltsamen Tod einer 14-Jährigen auf, die aus dem Raum zwischen Leben und Tod berichtet, wie es zum Mord kam und wie ihre Familie versucht, den Tod zu verkraften und den Mörder zu finden. Regie führte Peter Jackson. Wait, what? Peter Jackson, war das nicht der mit den Fantasy-Eben? Ja. War das nicht der mit dem Trash-Horror? Ja. Hat Peter Jackson in diesem Film völlig anderen Genres alles das in der einen oder anderen Form auch versucht, unterzubringen? Ja. Den Trash-Faktor? Ja. Die überbordende Fantasy? Ja. Ähm, was meinst du, Plor? Das ist ein schneller Ping-Pong-Wall. Nein. Um es kurz zu fassen. Um es kurz zu fassen, nein. Um es lang zu fassen, wir lästern hier immer gerne über Kritiker und sagen, dass Kritiker falsch liegen. Ja. Die gebalte Kritikerzunft hasst diesen Film. Er gehört wohl zu den meistgehassten Filmen der letzten 10, 20 Jahre. Und zwar mit einem Kaliber, das schon erstaunenswert ist, wurde über diesen Film hergezogen. Wurde dieser Film verrissen von Krallen. Und wird auch gerne noch so Postmortem verrissen. Also, wenn man nach dem Film googelt, findet man unfassbar vernichtende Kritiken, die sagen, Texte über diesen Film fangen normalerweise damit an, warum das der schlechteste Film aller Zeiten ist. Soweit würde ich nicht gehen. Soweit würde ich auch nicht gehen, tatsächlich. Aber es war ein Film, ich kann die Kritikpunkte nachvollziehen. Und es war ein Film, der mich teilweise tatsächlich fassungslos zurückgelassen hat. Und zwar nicht wegen seiner großen, dramatischen Geschichte. Sondern wegen der Art, wie er sie erzählt und wie er sie auch ausschlachtet, um sie so zu erzählen, wie er sie erzählen will. Ja. Gehört aber zu den Filmen, bei denen ich das Gefühl habe, wenn man in den Schnittraum gehen würde, nichts neu dreht, aber vieles neu arrangiert oder einfach gnadenlos rausnimmt, könnte ein guter Film bald rauskommen. Das fällt mir schwer. Ich denke gerade drüber nach, was man rausschneiden müsste. Und dann denke ich, dieser komplette Himmelpart. Aber dann denke ich auch, Mark Wahlberg komplett. Und dann denke ich, diese... Das Problem ist, wir können uns erst mal drauf konzentrieren, was wir an diesem Film gut fanden. Das heißt, wir enden mit dem schlechten... Na ja, Sandwich-Kritik, wir sagen zuerst das Gute und dann das Schlechte. Was ich gut fand. Aber das ist noch kein Sandwich. Erst das Gute und das Schlechte, dann das Schlechte. Dann hebe ich mir was auf. Was ich gut fand tatsächlich. Susan Sarandon ist großartig. Ich liebe Susan Sarandon, sie ist eine fantastische Schauspielerin. Sie rockt immer, wenn sie da ist. Ich liebe es. Es ist großartig, wie sie geschrieben ist, die Figur, und was sie draus macht. Es ist einfach toll. Susan Sarandon ist die Großmutter des Opfers. Und es ist ein absolutes Highlight im Film, wenn sie in einer total witzigen Szene den auseinanderbrechenden Haushalt übernimmt und dann mit der Zigarette im Mund kocht und das anbrennende Essen mit der Blumenvase löscht. Es ist superwitzig. Es passt überhaupt nicht in diesen Film. Da wurde gerade ein Mädchen vergewaltigt und umgebracht. Der Killer läuft noch frei rum und sucht sich das nächste Opfer aus. Der Vater ist am verzweifeln, die Mutter ist gegangen, weil sie das nicht aushält, dass der Vater am verzweifeln ist. Es ist eine superwitzige Szene. Sie passt überhaupt nicht in diesen Film. Ich weiß, ich hab gerade deinen Pegel ganz böse angegriffen. Aber Susan Sarandon ist großartig. Ganz schnell runter geregelt. Ja, Plor, möchtest du noch ein bisschen ranten? Du könntest mir vorher so zuzwinkern, wenn du einmal lauter werden möchtest. Dann versuche ich. Oh, Plor. Also der Film über eine Großmutter, die einen Haushalt zusammenhält, der am zerbrechen ist, wäre ein toller 5-minütiger Kurzfilm mit Susan Sarandon. Wir dürfen nicht erfahren, ob sie im Setup von einem Mord und einem zukünftigen möglichen Mord und einem Mädchen, das im Himmel rumläuft, in ihrem Himmel rumläuft, der eingeschlossen ist. Zweiter Punkt. Mhm, der gut war? Es wird viel über den CGI-Himmel gelästert, der in dem Film gezeigt wird von der Kritik. Ich fand die Bilder tatsächlich gut. Jackson beherrscht sein Handwerk, Jackson kann gute Bilder machen. Und er nutzt teilweise das, was er hat, auch, um gute Bilder zu erzeugen. Ich fand zum Beispiel, wenn der Vater verzweifelt über den Tod seiner Tochter, die die Flaschen mit den Schiffen, die sie vorher zusammengebaut haben, zerstört und die auf den Boden wirft, und sie läuft in ihrem Himmel rum, und dann sieht man diese riesigen zersprungenen Flaschen. Das ist nicht narrativ besonders clever, oder kein cleveres Bild, aber es ist gut inszeniert von Jackson. Was daran ist gut inszeniert? Ich fand es auf einer visuellen Ebene gut. Okay, das ist aber keine Inszenierung. Nee, es ist die visuelle Ebene. Okay, das heißt, das Post-Production-Haus hat das gut gemacht. Die Grafik ist gut. Ja, die Grafik ist gut. Also, ich finde, im ersten Moment, wo die ersten offensichtlichen CGI-Sachen kommen, denke ich, oh wow, gar nicht so schlecht. Beim zweiten Mal denke ich, ach du Scheiße, war das jemand völlig anderes, war das der Praktikant? Beim dritten Mal denke ich wieder, oh ja, das ist doch ganz nett. Es wechselt ein bisschen. Ich fand den Film grundsätzlich auf einer visuellen Ebene. Und zwar tatsächlich komplett auf der handwerklichen Ebene. Weil die Bilder waren meistens zu kitschig, zu dramatisch, zu sentimental, zu plump. Aber auf einer handwerklichen Ebene, hatte das schon irgendwie Hand und Fuß. Es war... Ich hatte auch nie so den krassen Praktikanten-Effekt. Ich hatte nie das Gefühl, ich lasse den Praktikanten nicht ran. Ich fand es handwerklich okay. Aber ich bin jetzt auch mit meinem Latein am Ende. Dann müsste ich halt anfangen zu renten jetzt. Das wären so die zwei Sachen, die mir wirklich positiv in Erinnerung geblieben sind. Ich hab noch ein paar andere Sachen. Also, was ich schön finde, ist, ich find die Schauspielerin, die Hauptfigur, sehr gut. Ja, das stimmt. Ich find, es ist eine ganz wundervolle Schauspielerin. Dass sie sie haben zu viel säuseln lassen, ist nicht ihre Schuld. Für die Texte kann sie auch nichts. Ja. Sie ist toll. Sie ist eine fantastische Schauspielerin, tatsächlich. Ich mag ihr gerne zusehen, ich mag ihr gerne zuhören. Ich möchte wissen, was mit ihr ist, alleine, weil sie es ist. Sie war in Lady Bird richtig, richtig gut. Richtig, richtig, richtig, richtig gut. Hat sie eine Oscar-Nominierung dafür gekriegt? Ich weiß es nicht mehr genau. Hat sie nicht für diesen Film eine Nominierung bekommen? Das weiß ich nicht. Ich hab das irgendwo aufgeschrieben, glaube ich. Verdammt, ich weiß es nicht mehr. Ich find's gerade nicht raus. Sie ist eine wirklich gute Schauspielerin. Ich finde, in diesem Film muss sie halt zu oft einfach mit strahlenden Augen durch diesen Himmel rennen oder mit eingeschüchterten Augen sehen, dass sie ermordet wurde. Und, nee, Oscar ... Academy Award Best Supporting Actor für Stanley Tucci. Ach, für Stanley Tucci. Verstehe, verdammt. Stanley Tucci ist eigentlich auch ein guter Schauspieler. Und ich fand ihn auch in diesem Film nicht allzu schlecht. Aber ich kann's diesem Film nicht verzeihen, dass er die billigste Serienkiller slash pedo Creepmaske benutzt hat überhaupt mit Schnurrbart und Brille. Das ist so ... Diese ganze Figur wirkt so überzeichnet. Du siehst ihn quasi durch den Vorort gehen und so ein bisschen merkwürdig gucken und du weißt, das ist der Killer. Ja, ein kleines bisschen verzeihen kann ich es ihm, weil's in einer Zeit spielt, in der das Brillengestell nicht ungewöhnlich war, in der der Bart nicht ungewöhnlich war. Das ist nicht völlig out of context oder so was. Aber es ist schon so, ja, Abziehbild. Wenn wir schon bei Schauspielleistungen sind, Rachel Weisz ist auch ein sehr guter Schauspieler. Ja, genau. Kriegt in dem Film zu wenig zu tun? Sie hätte, glaub ich, mehr zu tun gehabt, wenn sie rausgeschnitten hätten, bestimmte Sachen. Aber es gab noch irgendwie eine Geschichte mit einer Affäre mit jemandem und so. Und die haben irgendwie, da ist noch ein bisschen was gewesen. Aber was macht Mark Wahlberg in diesem Film? Ich frag mich das auch die ganze Zeit. Ich denke die ganze Zeit, hä, warum? Aber Mark Wahlberg, so schlecht ist er doch eigentlich normalerweise nicht. Wenn er einen guten Regisseur hat, offensichtlich. Ja, aber ich glaub ihm keinem Wort in diesem Film. Ich hab zwischendurch, während ich so meine Notizen gemacht habe, irgendwann geschrieben, uff, Mark Wahlberg. Weil er wirklich schlecht spielt. Und ich weiß, Mark Wahlberg kann besser spielen. Mark Wahlberg war in Boogie Nights toll, Mark Wahlberg war in Departed cool. Ich weiß nicht, was er da macht. Und ich hab mich teilweise erinnert gefühlt an deinen Lieblingsfilm, The Happening, M. Night Shyamalan, wo ich ein ähnliches Gefühl hatte bei ihm. Und ich hab das Gefühl, er ist krass abhängig vom Regisseur. Das heißt, wenn er einen Paul Thomas Anderson oder einen Martin Scorsese hat, dann spielt er richtig weit oben. Aber wenn er einen M. Night Shyamalan hat oder einen Peter Jackson, der jetzt auch nicht unbedingt der beste Schauspielführer ist, dann, also das war, ich fand ihn so schlecht in dem Film, dass es ein Störfaktor war, weil er hat ja auch eine wesentliche Rolle. Er soll den Vater spielen, der verzweifelt an der Suche nach dem Mörder seiner Tochter. Und wow. Wow, das war wirklich schlecht. Ja, traurig. Wirklich traurig. Und ich hab's erst nicht glauben wollen, so. Und dann kommt so eine Szene nach der anderen, wo man so nicht so reinkommt und dann nicht versteht, warum, wie, was, warum glaub ich ihm nicht. Und dann irgendwann muss man einfach akzeptieren, dass er in diesem Film einfach schlecht ist. Das ist traurig. Ja, und es ist wirklich schade, tatsächlich gehört seine Rolle zu den Spannendsten. Theoretisch, aber praktisch halt dann leider nicht mehr. Nee, überhaupt nicht. Ja. Trotzdem, muss ich sagen, hat mich der Film beeindruckt zurückgelassen. Ich muss das schon, er hat so viel aufgefahren, dass ich durchaus beeindruckt war am Ende davon. Und auch in der ein oder anderen Storyline mitgekommen bin und gedacht habe, okay, das will ich auch wissen und da will ich auch teilnehmen. Wenn man von vorne mal ein bisschen durchgeht, am Anfang, sie will Fotografin werden, das ist so ein bisschen, ja, Stapel auf Jugendlich, die will irgendwas, wir geben ihr irgendwas, was sie werden will, Fotografin und dann, das spielt gar keine Rolle mehr groß. Sie soll cool sein, sie darf ihren kleinen Bruder das Leben retten und mit ihrem Vater Schiffe in Flaschen aufstellen. Aber streckenweise gut inszeniert, zum Beispiel, dass der Junge fast erstickt und so, das ist eigentlich nicht schlecht gewesen. Ich hab so das Gefühl, sie haben darauf verzichtet, ihren Charakter zu geben und wollten sich stattdessen einfach so sympathisch und strahlend wie möglich machen, dass man wirklich erschüttert ist über ihren Tod. Und das fand ich tatsächlich am Anfang schon anstrengend, einfach wie sie etabliert wird. Da war ich nämlich noch gar nicht so negativ. Auch wenn sie diesen Typen anhimmelt und hat sich halt eine Beziehung und sie ist ein bisschen ängstlich. Sie waren ja zu sehr so strahlende Schablone, um irgendwie... Ich hab so das Gefühl, und das zieht sich durch den ganzen Film, dass es eine sehr aggressive, emotionale Inszenierung gibt. Dieser Film sagt die ganze Zeit Fühle, Fühle. Und das hat es mir unglaublich schwer gemacht, irgendwas zu fühlen. Also, als wir über die Artis gesprochen haben, haben wir über, hab ich zumindest das eingebracht, wie manipulativ Hollywood ist. Und dass es bei die Artist egal ist, weil es einfach so gut funktioniert und dass ich dem das ganze Manipulative verzeihe, weil er es einfach schafft, mir die Emotionen zu wecken. Und dieser Film ist jetzt vielleicht so das Gegenbild davon. Er schafft es nicht, weil seine Manipulativität so offensichtlich ist. Na, ich fühl mich noch nicht ganz so schlimm manipuliert Ich hab auch ein paar Szenen, wo ich zwar angefangen habe, darüber nachzudenken, wie es inszeniert ist. In beiden guten Filmen hätte ich nicht drüber nachdenken müssen. Aber ich hab oft gedacht, oh, sie hätten es viel schlimmer machen können. Zum Beispiel, wie sie nicht nach Hause kommt, hätten sie auch einfach eine weinende Mutter erst mal zeigen können. Aber nein, sie machen erst mal Abendessen und Essen und machen ihren Teller fertig und kriegen sich erst mal darüber auf, dass sie nicht kommt und sie werden sie dazu zwingen, diese Bohnen zu essen, die sie eigentlich nicht mag. Oder so was, weiß ich nicht mehr genau. Und dass sie zwischenschneiden, ihr Schritt, den sie mehr auf dieses Hideout, das er gebaut hat, zu macht, zwischengeschnitten wird mit den Tellern, die auf den Tisch kommen. Und nicht etwa mit den Worten der Mutter, wo bleibt sie denn? Sie ist doch normalerweise nicht so spät. Das haben wir in anderen Filmen auch schlechter. Ich fand es so rein montagemäßig und so, fand ich das nicht so schlimm und nicht so problematisch, wie es auch in anderen Filmen schon zu sehen war. Das ist das handwerkliche Ding, was ich meinte. Peter Jackson versteht halt sein Handwerk. Aber es war für mich einfach dann doch zu plump, zu sehr auf diesen Suspense-Faktor gedrückt. Was auch so ein Ding ist, was sich durch diesen Film zieht, dass er kriegt einfach nicht die Balance zwischen Suspense, Thriller, Fantasy, spirituelle Märchen. Er will viel zu viel. Und Comedy, warum plötzlich Comedy? Ich weiß nicht. Und dann noch, eigentlich will es ein Traum sein, aber das funktioniert überhaupt nicht, wenn du dazwischen so eine Mystery-Geschichte erzählst. Es funktioniert auch nicht, wenn sie die ganze Zeit sagt, ich bin tot, aber ist doch eigentlich gar nicht so schlimm. Das war einer der großen Kritikpunkte. Ich hab vorhin gerade noch in der Pause kurz noch mal über eine Kritik gelesen, die ich gefunden habe, die so hart damit ins Gericht gegangen ist, dass die Aussage des Films ist, naja, du wirst halt vergewaltigt und stirbst, aber hey, du bist in deinem Himmel und du kannst deine Lieben noch mal sehen. Und du bist best buddies mit den anderen Victims. Genau. Das ist ein Filmfoto, wo sie da steht und in diesen Himmelshorizont guckt, freudestrahlend, und unten drunter steht, I was raped. Oh nein! Aua. Aber das ist das, was der Film da aufwirft schon. Also, wenn man es wirklich hart sieht, kann man sagen, er ist wirklich eine Relativierung von Leid. Ja, das ist nicht die Absicht dahinter. Nein, es ist überhaupt nicht die Absicht dahinter, nein. Das ist ein ursprüngliches Buch von, ich hab's aufgeschrieben, Moment, von Alice Seybold, The Lovely Bones. Und das muss viel, viel besser sein als der Film. Also, es muss wirklich eine gute Vorlage sein. Und es wurden auch viele Entscheidungen, die im Film getroffen wurden, wurden auch von der Autorin kritisiert. Z.B. dass sie die Vergewaltigung nicht zeigen und dass sie es alles vermeiden, was zu extrem sein könnte. Den Artikel, den ich gelesen habe, ist übrigens Videogum, The Hunt for the Worst Movie of All Time. Okay. Ist aber eine Reihe, also sie reden über mehrere Worst-Movies, Potential Worst-Movies of All Time. Der beginnt mit der Aussage, I hate Alice Seybolds Novel, The Lovely Bones, und dann erst mal so ein Rant über die Novel. Oh, okay. Und dann kommt aber, so sehr ich dieses Buch hasse, es ist nichts im Vergleich dazu, wie ich diesen Film hasse. Oh Gott. Wow. Ich kann zur Vorlage nicht viel sagen, ich hab auch gelesen, dass sie einiges weggelassen haben. Die Vorlage ist auch offensichtlich eine Auseinandersetzung oder Verarbeitung ihrer eigenen Vergewaltigungserfahrung. Genau. Deswegen würde ich einfach mal in dem Punkt so, wie sagt man, den Zweifel, den Benefit of the doubt geben, dass das Buch besser ist, eben z.B. weil so was wie die Vergewaltigung nicht einfach rausgelassen wird. Aber viel mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Ja, also ich find's innerhalb Peter Jacksons Kopf nachvollziehbar, dass er diese Vergewaltigung weggelassen hat und dass er so ein paar Sachen einfach nicht gezeigt hat. Aber dann hätte er ja komplett woanders gehen müssen mit dem Film. Ich weiß gar nicht, ob ich so krass mit diesem Kritikpunkt mitgehen würde, dass die Vergewaltigung nicht gezeigt wird. Als ich den Film gesehen habe, war es für mich ziemlich eindeutig, dass das eine versuchte Vergewaltigung ist, die schiefgeht und deswegen wird das Matchin umgebracht. Für mich hat keine Vergewaltigung in dem Buch stattgefunden. Erst retrospektiv, als ich das gelesen habe und gesagt wurde, im Film wird die Vergewaltigung nicht gezeigt, kam erst mal der Gedanke auf, zwar klar, dass er sie vergewaltigen wollte, aber in meiner Rezeption des Films hat die Vergewaltigung nicht stattgefunden. Er hat es versucht, es hat misslungen, er hat sie umgebracht. Tatsächlich auch eine Okay-Szene, wenn sie dann flieht vor dem Mörder und wir sehen sie rausrennen und es gibt diesen kurzen Suspense-Moment, wir wissen irgendwie schon, dass sie tot ist, weil wir sehen, dass alles so nebulös ist. Die Offerzellerin hat uns davor zehnmal gesagt, dass sie gestorben ist. Ganz gut inszeniert, wie sie da wegrennt und nicht realisiert, dass sie tot ist. Das finde ich übrigens wirklich ganz cool. Also, jetzt nicht die grandioseste Idee in der Filmgeschichte, aber eine nette Geisterdarstellung. Du kommst dann als jemand, der aus seinem eigenen Körper rausstürmt und nicht realisiert, ich bin gestorben, in ein Dorf, renn an jemandem vorbei, der dich dann auch noch sieht. Aber eine nette Geisterdarstellung zwischen dem Dorf, was bevölkert und nicht bevölkert ist gleichzeitig und wo du dann bist oder nicht bist gleichzeitig. Hat mir 15 Jahre früher bei Gauss Nachricht von Sam. Ja, ja, ja, aber das Mittel ist nicht schlecht. Auf jeden Fall, ich finde es auch durchaus funktionierend, auch diese Realisierung von ihr dann, dass sie tot ist. Ich kann dem Film auch verzeihen, das wurde auch kritisiert, dass sie dann über ihren Mörder stolpert, dass das der erste Moment ist, dass sie es wirklich realisiert, dass sie tot ist, wenn sie ihren Mörder in der Badewanne sieht und das ganze Blut, fand ich war auch eine gute Szene. War halt, ja, war halt, dass den Aufhänger einer versuchten Vergewaltigung eines Mordes oder einer Vergewaltigung eines Mordes benutzt, um einen Krusemoment zu erzählen. Das ist vielleicht ein bisschen plump, ein bisschen exploitativ, aber es war gut inszeniert. Ja, und da hat mir auch der Effekt noch gefallen, der da drauf liegt auf der Szene und wie sie dann weggetragen wird vom Wind, keine Ahnung, ich weiß es nicht, aber das war effektmäßig vom Visual-Effects-Haus gut umgesetzt. Während die nächsten Sachen dann teilweise doch ein bisschen sind. Ja, also, ich weiß nicht, es gibt immer wieder, für mich ist es einfach sehr durchwachsen, es gibt immer wieder Momente, die gut inszeniert sind und es gibt immer wieder Momente, wo ich denke, ach du Scheiße, voll reingegriffen ins Klo, warum? Und ich frage mich halt, warum Peter Jackson da so inkonsistent ist, entweder richtig kacke oder, aber er hat immer wieder Szenen drin, die ich wirklich gut finde. Ja, das Problem ist, dass für mich halt wirklich über diesem ganzen Film war die ganze Zeit diese Atmosphäre, der Film ist mir, und das ist eins, was er beteilt mit Funny Games, der Film ist mir gegenüber extrem aggressiv und tatsächlich so weit, dass es auch eine unangenehme Filmerfahrung ist. Ich hab noch überlegt, ob ich den Witz mache, dass die unangenehmen Filme doch eigentlich, das gedacht war als für in meinem Himmel. Einfach, weil er mich so zwingt und mir so seine Emotionen aufdrücken will, aber auf so eine blumpe Weise und teilweise auch mit so, mit so hysterischen Bildern, diese extremen Nahen vom Killer mit seinen Händen, wenn er irgendwas baut oder so. Wir haben ganz oft diese, übrigens, frühes digitales Kino, sieht man da ganz, ganz krass in seinem hässlichsten Bild, diese, wenn man die Nahaufnahmen sieht, wie Hände etwas machen. Das gibt's immer mal wieder und das sieht so, das schreit so 2000er digitales Kino und wir können noch nicht so gut damit umgehen. Das wirkt irgendwie alles noch so ein bisschen fakey und ein bisschen TV, ein bisschen billig. Und dann sind diese Nahaufnahmen und die sind immer so aggressiv, auch wenn der Mörder zum Beispiel vom Polizisten befragt wird und immer mal wieder so in den Puppenhaus schaut und dann haben wir diese Kameraperspektiven, ein Mörderblick durchs Puppenhaus. Das ist so in your face, dass ich einfach, ich kann keine Beziehung zu diesem Film aufbauen, weil ich das Gefühl habe, dieser Film ist viel zu sehr daran interessiert, mich zu manipulieren und mir seine Gefühle aufzudrücken. Ich finde zum Beispiel an der Stelle, wo was du vorhin erwähnt hast mit den Schiffen in den Gläsern, wo wenn er in Zeitlupe die Gläser zu Boden wirft und voller Verzweiflung, die Mark Wahlberg nicht spielt, sondern einfach nur körperlich macht, es hat irgendwie echt Anleihen von, obwohl sie das nicht kennen, von Rosamunde Pilcher, was wir gesehen hatten. Weiß nicht, so plump Zeitlupe an der Stelle, irgendwie, ah, fuck. Er drückt halt voll drauf, der Film will Emotionen erzeugen. Ja. Und das will er sowohl in den Bildern der Familie, die durch den Mord aufgerieben wird, was ich halt irgendwie nicht so wirklich abkaufen kann, weil Mark Wahlberg schwach ist. Und er will aber auch Emotionen aufdrücken, indem er uns dieses spirituelle Bilderflut gibt von der Hauptfigur von Susi, wie sie im Himmel rumläuft, in ihrem Himmel, in diesem Vorhimmel. Und dann auch übrigens natürlich eine Art Fremdenführerin kriegt, die noch mal ganz viel erklären darf. Und ich find's ja grundsätzlich schwierig, wenn Filme spirituell sind. Ja. Und Jenseitsdarstellungen, haben wir ja schon mal festgestellt, sind grundsätzlich schwierig. Es gibt nicht wirklich viele Filme, die das beherrschen. Der beherrscht's halt wirklich gar nicht. Der beherrscht's auch nicht. Nein. Also, auch das ist eine Dialogstelle, die mir auch eben genau in die gleiche Kerbe fährt, als sie sagt, aber der Mörder hat nicht damit gerechnet, wie sehr ein Vater seine Tochter lieben kann. Weißt du, so ein Satz, wo man denkt, what the fuck, wie tief willst du noch reingreifen in diese Kitsch-Ding? Vor allem ist es nicht logisch, das hat ja nichts damit zu tun. Ja, und es macht vor allem auch nicht wirklich viel. Ich mein, er beschuldigt ja, er sucht ja überall nach Verdächtigen. Es gibt ja diese Montage, wo er dem Polizisten tausende Namen entgegenschleudert und sagt, untersuchen Sie mal den, man sieht einfach, der Vater ist dabei, den Verstand zu verlieren. Jeden. Was dann übrigens auch retrospektiv gesehen, was das total kaputt macht, wenn er dann tatsächlich herausfindet, dass sein Nachbar der Mörder ist, weil es reiht sich fast ein in diese falschen Verdächtigungen, die er gemacht hat. Er sieht halt eine Rose, er kriegt von seiner Tochter eine Vision geschickt und weiß dann, das ist der Mörder. Das ist genauso bullshit wie die Namen, die er vorher genannt hat. Sehen, der Vater mit seiner Energie schafft es, den Mörder zu stellen, wenn er davor genauso tausend andere wahrscheinlich genauso verdächtigt hat. Ja, es ist, also, es bleibt auf diesem Bullshit-Level. Du hast keine wirkliche Ermittlungsarbeit oder keine Beweise, was ja auch dann erzählt wird, du brauchst Beweise für so was. Und dann wird es aber nicht, weiß ich nicht, weiter aufgegriffen. Beziehungsweise, sie bringt ja dann die Beweise, die Schwester. Und die ist tatsächlich auch wieder eine spannende Rolle, die ist auch okay gespielt. Genau, finde ich auch. Da hatte der Film tatsächlich Potenzial, auch wenn er zeigt, wie Lindsay zur Jugendlichen wird, die eben Susi vorher war und dann Susi irgendwann überholt. Es gibt ja sogar diesen Moment, wo Susi sagt, sie hat mich jetzt überholt, jetzt hat sie ihren ersten Kuss gekriegt, den ich nie kriegen konnte. Oh Gott, die Kussszene. Dazu müssen wir gleich kommen, das ist ganz schrecklich. Die Inszenerolle mit Potenzial, dass aber nicht ausgeschöpft wird, weil sie zu wenig gezeigt wird. Sie dient dann letzten Endes doch vor allem als Vehikel, um den Mord aufzuklären, weil sie die ist, die sich in die Wohnung des Mörders traut. Ja. Aber wiederum, da die Inszenierung der Szene selbst, spannend. Wie sie da im Haus rumgeistert und versucht, und er kommt nach Hause und so. Das ist gut montiert und gut inszeniert. Aber innerhalb des Films selbst ist es halt ... Ja, es stört so, weil wir davor irgendwie das Drama hatten, das Melodrama davor, danach haben wir den Humor, davor noch mal ein bisschen Fantasy, ein bisschen Mystery. Das passt einfach auch alles nicht zusammen. Die Frage war ja, man kann darüber diskutieren, welches Genre das ist, aber Funny Games macht was Rundes draus. Genau. Und dieser Film schafft es nicht, was Rundes zu machen, weil das auch teilweise so deplatziert ist. Ich will nicht das Leid von der Familie kriegen und dann einen plumpen spannenden Thriller, egal wie spannend der ist. Dann hätten sie die unangenehme Spannung von Funny Games vielleicht eher einbauen sollen. Oder das nicht so meditramatisch machen, wie die Familie zerbricht. Oder eben nicht so eine total lustige Montage in der es Susan Sarandon durch die Wohnung tanzt. Das passt einfach nicht zusammen. Wenn wir uns mal den Vergleich zu Bildender Kunst erlauben, Funny Games hat wahnsinnig viele Farben auf der Palette. Deswegen kann man das Genre nicht eingrenzen, weil du viele Farben hast. Und dieser Film hier hat auch sehr viele Farben, aber eben auch viel Material, unterschiedliches. Dann wird Kork mit auf die Leinwand genagelt, neben Ölfarben und dann noch ein bisschen Waste von irgendwo anders. Und dann hast du so einen Chaos an Zeug. Ja, es fehlt einfach der Zusammenhalt. Du weißt nicht, was in der nächsten Szene für eine Stimmung erzeugt wird. Aber es ist nicht so, dass du das Gefühl hast, angenehm überrascht zu sein. Mir ging es so, ich hab mich dann eher geärgert. Ich dachte, die Szene ist toll, aber ich ärgere mich darüber, dass sie mir die Szene hinklatschen, nachdem sie vorher was ganz anderes erzählen wollten. Irgendwie ... Aber wiederum, weswegen ich so manche Szene wirklich toll finde und einfach nur verstört davon bin, wie Peter Jackson es nicht schafft, das alles einheitlich zusammenzubringen in einem Film, die Szene, wo der Detective bei dem Mörder ist, das Gespräch an sich ist wiederum gar nicht so schlecht. Ist auch gut inszeniert. Natürlich gibt es ein paar Stapel-Antworten und ein paar Stempel für ... Guck mal, so sind Mörder in den 80ern. Oder 80er, Spreet is in den 80ern. 70er. Aber ich fand das nicht schlecht inszeniert und gespielt. Das war mir zu sehr in your face. Handwerklich ist vieles wirklich gut gemacht, aber es war mir einfach zu aufdringlich. Der Film ist sehr aufdringlich, dabei zu sagen, welche Stimmung er gerade erzeugen will. Und zwar so aufdringlich, dass ich das Handwerk hinter der Stimmung sehe. Das ist immer blöd, wenn du anfängst, im Film nachzudenken und zu sagen, was will der jetzt, das will er jetzt, das will er jetzt. Na ja, und dann ... Da musste ich am meisten auflachen. Nicht bei Susan Sarandon, die ich sehr mochte, aber als diese beiden Herzhälften in den Ketten erinnerst du dich an diese ... Oh Gott, ich weiß nicht, ob das immer noch rumgeistert, ob Brigitte oder wie die heißt, die immer noch diese Herzenhälften als Ketten haben. Aber das ist so ein Stapel für mich, für 70er-, 80er-Jugendliche schenken sich was. In ihrer zweiten 80er-Teenager-Romanze kommt diese Kette mit zwei Herzteilen vor. Da gibt es auch immer dramatische Momente, wo die Ketten wieder zusammengefügt werden oder eine verloren geht. Oh Mann. Na ja. Ja, aber was ich auch schön finde, ist, dass die Fotografien immer wieder einen Monat neu entwickelt wird. Das fand ich ein tolles Motiv. Hat mich auch immer wieder sehr gefreut. Das Problem ist bloß bei den letzten Bildern, die er entwickeln lässt, kommen diese Rosen und der Vorgarten, die was in ihm auslösen, was überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Was? Plötzlich wird er zum Visionär. Irgendwie hat er plötzlich Visionen, das er erst war, völlig ohne handfeste Beweise oder Handfestes an irgendwas, woran er sich festhalten kann. Sie hat halt Nachbarn fotografiert. Ja und? Ich finde es tatsächlich gut, dass sie sehr vorsichtig damit umgehen, sie aus dem Jenseits ins Diesseits eingreifen zu lassen. Es gibt keine großen spirituellen Momente, sondern vielleicht von der Roof. Die Figur ist eine, die übersinnlich begabt ist und die sie irgendwie sehen kann oder von ihr etwas empfangen kann. Aber ansonsten haben sie das wirklich subtil gemacht. Nein, nicht subtil gemacht, aber es passiert wenig. Wenn sie zum Beispiel am Fenster ihrem Vater beobachtet durch das Fenster, wo sie keine große Geistererscheinung ist. Aber dadurch ist es natürlich total unplausibel. Es fehlt einfach so ein bisschen die Verknüpfung mit der Geschichte der Aufdeckung des Mordes. Es wäre natürlich spannend gewesen, wenn sie vielleicht doch ein bisschen mehr hätte eingreifen können in das Diesseits. Und wenn sie die Detektive ist, die hilft, ihren Mörder zu enttarnen, dann hätte das auch ein bisschen mehr Hand und Fuß gehabt, dass sie das überhaupt so nebeneinander stellen. Auch dieser, ich weiß nicht, kann mir nicht helfen, hat bei Herr der Ringe das super einsetzen können, ihr seinen Hang zu epischem Fantasy-Zeug. Aber der Himmel, in dem sie da ist, der ist einfach... Der rastet vollkommen aus mit Wechsel von Jahreszeiten, mit Wechsel von Location, mit Wechsel von Zeug. Und alles ist so furchtbar transzendental. Und es ist so ouch. Und wenn man alles 15 Nummern kleiner gemacht hätte, wäre wahrscheinlich alles viel glaubwürdiger geworden. Du hättest dann tatsächlich so was machen können, wie du jetzt gesagt hast, dass man wirklich eingreifen kann als Geist vielleicht. Macht man halt ne Geistergeschichte draus, das ist auch gut. Und dann ist es eben auch wirklich plausibler, dass sie dann den Mörder tatsächlich enttarnen. Ja, ich fand die Bilder, das ist so ein bisschen Hit und Miss. Die Bilder fand ich wirklich gelungen, vom CGI und sogar von der Bildsprache. Ich würde noch mal die Flaschen hervorheben. Ich fand, das waren ganz gute Zähne. Ich find's auch gut, wenn der Mörder... Also, das ist alles sehr simpel. Das sind wirklich ganz simple Allegorien. Aber ich find's visuell funktioniert's ganz gut, wenn der Mörder ihre Kette wegwirft ins Wasser und sie dann selbst im Wasser untergeht. Das sind irgendwie so Zeichnungen. Ich hab dafür auch durchaus so einen Softspot mit verschiedenen visuellen Reizen gespielt. Es war halt dann am Schluss auch ne Nummer zu kitschig und zu transzendental, hast du gerade gesagt. Ich hab eh so aufgeschrieben. Es war auf jeden Fall vom Gefühl her alles zu wabernd. Ja. Und das Problem war halt auch, dass das dann immer... nicht gut im Kontrast stand zu dem, was im Leben im Diesseits passiert, mit der Mördergeschichte, mit dem Mörder, der frei rumläuft. Was ich wieder gut fand, war, dass wir dann irgendwann ne Verordnung haben, dass sie im Safe ist. Das war so ein moment, ein realistischer Moment, wo du weißt, ah, okay, da ist sie. Da könnte man sich jetzt dran hangeln. Findest jemand, findet jemand raus, kann jemand den Safe öffnen und so weiter. Aber das hat ja alles keine Rolle gespielt. Er hat ja den Safe dann da ins Loch geworfen. Es ist eine komische Entwicklung insgesamt. Um noch mal zu Funny Games zurückzukommen, sie wollen doch eine plausible Entwicklung. Es gibt halt keine plausible Entwicklung. Diese Mördersuche führt auch zu nichts. Der Mörder flieht dann halt. Aber dann schafft der Film das nicht, Konsequenz zu machen, dass er uns sagt, dass die Mördersuche zu nichts führt, könnte er auch machen. Aber stattdessen gibt er uns so eine Katarsis in einer absurden Sterbe-Szene des Mörders, weil sie wollten, dass das, er ist zuerst nur eine Klippe runtergestürzt, dann war das wohl zu wenig. Deswegen mussten sie für das Publikum, damit sich das besser fühlt, noch mal zeigen, wie er auf verschiedenen Felsen aufdotzt und am Schluss blutend und schwer atmend da unten liegt und langsam schmerzhaft verreckt. Das haben sie echt über Testerführungen herausgefunden. Die haben sich das Publikum befragt und wie war der Film und so. Dann gab es halt viele Stimmen, die gesagt haben, ja, wir wollen mehr Gewalt, wir sind leideter Männer. Das war auch wieder so in-your-face-Emotionen. Du hast diesen Menschen, jetzt darfst du auch zusehen, wie er so richtig elend krepiert noch mal. Geht es dir jetzt besser? Geht es dir besser? I was raped. Ja, also ... Ich weiß nicht, es ist so schwer, dann noch irgendwie zu Fazit zu machen. Aber ich meine, es ist so all over the place, der Film. Dass ich ganz schlecht sagen kann, wie ich den ganzen Film fand. Weil es so viele Sachen gab, die ich wirklich gut inszeniert fand. Einzelteile. Die mich auch von einer Szene in die nächste getragen haben und mich motiviert haben, weiter zu gucken. Ich wollte wissen, wie es weitergeht und was mit ihr ist. Aber ich wollte auch echt zwischendurch sagen, liebe CGI-Abteilung, kündigt einfach und sagt, nee, das ist uns zu viel. Um das noch mal starkzumachen, ich finde es krass, wie derbe mit dem Film umgegangen wurde. Ich kann es nachvollziehen, woher das kommt. Ich fand es ärgerlich, wie der Film so Emotionen draufdrückt und wie aggressiv er mir diese Emotionen verkaufen will. Aber ich würde jetzt nicht so weit gehen und sagen, ich finde es ein schlechter Film. Keine Ahnung, mal kurz gucken. Es wurde wirklich böse über den Roger Ebert. Er hat ihn auf seiner Most-Hated-List. Genau. Er hat darüber geschrieben, es ist ein schrecklicher Film, der Botschaft, wenn du ein 14-jähriges Mädchen bist, das brutal vergewaltigt und ermordet wurde, kannst du dich auf den Himmel freuen, auf den du dann mit den anderen Opfern dieses Mörders herumtanzen darfst. Ja, dafür war das einfach... Klar, man kann sehen, dass hier eine Vergewaltigung erzählt wurde. Vor allem, wenn man die Buchvorlage dazu nimmt, hab ich allein dadurch, dass ich die Vergewaltigung nicht gesehen habe und gedacht habe, die wurde nicht gezeigt und hat dem Film nicht stattgefunden, wurde das für mich ein bisschen entschärft. Aber ich kann diese Wut total gut nachvollziehen. Ich fand, es war wirklich ein unterdurchschnittlicher Film, der mich kaltgelassen hat, weil er zu sehr auf die Emotionen gedrückt hat. Ja. Das Projekt hat ja auch eine lange Entwicklung hinter sich. Die hatten das relativ schnell geplant, das zu verfilmen, diese Vorlage. Dann haben das verschiedene Leute hin und her gereicht. Dann gab es da mal einen Entwurf und da mal einen Entwurf. Dann haben später auch Leute, die im frühen Stadium dabei waren und das anders gemacht hätten, danach gesagt, um Gottes willen, ich hätte diese My Little Pony heile Welt da komplett rausgelassen. Weißt du, es sind halt, es ist viel passiert mit diesem Skript und man hätte vielleicht an der einen oder anderen Stelle sagen sollen, das ist jetzt unsere Version, wir lassen Peter Jackson bitte raus. Peter Jackson hat ja gesagt, er wollte, wie wird der Name ausgesprochen, Sawas? Ich weiß es nicht, ich kann es nicht sagen. Sawas Ronan wollte diese Vergewaltigungs-Szene nicht zumuten, weil sie zu dramatisch wäre und sie wollten das alles ein bisschen anders machen. Ich habe das Gefühl, es ging vor allem um das PG-13-Ding. Ja, wahrscheinlich. Und das ist wohl das, was auch letzten Endes dem Film nicht gut getan hat. Er ist einer Zeit rausgekommen, als dieses Young Adult-Fantasy gerade so am Wachsen war. Tribute von Panem, ich muss einmal kurz gucken, wann der erste Hunger Games-Film war, der war 2012, der war tatsächlich später interessant. Aber Twilight war um die Zeit dann wahrscheinlich. Das weiß ich gerade nicht. Jetzt darf ich dem Film nämlich nicht unrecht tun, Twilight war 2009 und Twilight hat das ein bisschen losgetreten. Der erste Twilight-Film war 2008. Das heißt, dieser Film fällt irgendwie in die Zeit, als das gerade hochgekocht ist. Hunger Games war dann die intellektuelle Version davon. Aber sie haben Fantasy-Filme gemacht für ein Teenager-Publikum. Das wurde auch bei der Verfilmung von Tribute von Panem viel kritisiert, dass sie da auch das PG-13 gesucht haben, und dementsprechend die Gewalt sehr krass gekürzt haben in einem Film, in dem es eigentlich um Gewalt geht, weil die Teenager übereinander herfallen. Ich kann es einerseits verstehen, weil es ist natürlich auch ein Teenager-Thema. Es ist ein Film für Teenager. Ich weiß auch nicht, ob das ganze Thema funktionieren würde, wenn es für Erwachsene dreht. Die Protagonistin ist Teenager, es sind Teenager-Themen. Nein, das geht für Erwachsene. Das Buch ist auch für Erwachsene. Das Buch ist wirklich nicht an einen Teenager gerichtet. Das ist ein Erwachsenes Buch. Das Thema ist ganz klar an Erwachsene auch umgesetzt und beschrieben. Weil die Vergewaltigung auch ordentlich beschrieben wird. Ich bin mir ganz sicher, dass der Film funktioniert hätte und viel besser funktioniert hätte, wenn es wirklich für Erwachsene gemacht hätten. Wobei ich mir das auch gerade schwer vorstelle. Ich weiß nicht, ob mir das den Film noch madiger machen würde, wenn wir Vergewaltigung zeigen würden. Dann die Himmelsvision. Nein, da müsstest du ganz viel anders machen. Da müsstest du auf diese ganze... Auch die Off-Stimme von ihr, wie sie die ganze Zeit ach, jetzt bin ich tot und ich hoffe, dass ihr ein schönes, schönes, langes Leben habt. Darauf musst du alles verzichten. Weil das ist an die Jugendlichen gerichtet. Das ist die Stimme aus dem Off für die Jugendlichen, um ihnen zu sagen, wir haben jetzt gerade eigentlich traumatische Ereignisse, aber wir versuchen, dir das besser zu verpacken, damit du nicht traumatisiert aus dem Film rausgehst, weil du zu jung bist, um so was in der schlimmen Version und realistischen Version zu sehen. Vielleicht ist das das Hauptmanko des Films, dass er aus falsche Zielpublikum abgezielt hat. Ich bin mir ganz sicher, aber ich glaube auch, dass Peter Jackson einfach... Ich sehe das immer bei Peter Jackson. Und epischen Sachen und viel zu großen Sachen für so ein kleines Thema. Also nicht kleines Thema im Sinne von klein geredet, aber im Sinne von es ist eigentlich eine gute, intime Geschichte und kein Herr der Ringe. Das Krasse ist tatsächlich, dieser Film hat mich dazu gebracht, noch mal zurückzudenken an Peter Jackson-Filme und wie die inszeniert sind. Ich war ein großer Fan der Herr-der-Ringe-Trilogie. Aber wenn ich jetzt zurückdenke und noch mal drüber nachdenke, was für Szenen unangenehm waren in diesem Film, weil sie einfach zu aggressiv emotional waren. In Herr der Ringe, in der Trilogie, gab es in jedem Film auch solche Szenen, die einfach drüber waren. Wo einfach so ein Punkt überschritten wurde, an dem ich dann dachte, uff, das ist jetzt zu viel. Und jetzt will der Film zu sehr mir seine Emotionen aufs Auge drücken. Also Galadriel und Co. Diese Elben und diese... Ja, auch Frodo. Auch einfach so kleine Szenen, in denen Frodo irgendwas macht und wir extreme Nahaufnahmen haben und Zeitlupen und ein besonderes Gefühl vermittelt bekommen sollen. Die Beziehung. Zum Beispiel die schrecklichste Szene in Herr der Ringe. Ganz eindeutig. Wenn alles geschafft ist und Frodo in Der Ring wurde zerstört und dann wird er wach im Bett, nicht im Auenland, sondern bei den Elben liegt er im Bett. Und dann kommt Gandalf und dann lacht er. Und dann kommen die anderen und dann lachen sie auch. Dann gibt es diese Zeitlupenzene, in der alle lachen. Und es ist total, es ist bizarr. Ja, das stimmt. Es ist aber eine Szene, die uns erleichternde Emotionen bieten sollen. Es ist nur bizarr. Du kannst da so Horrorfilme drunter legen. Der hat viele von diesen Momenten. Und auch die Heavenly Creatures. Auch ein Teenagerfilm mit düsterer Thematik aus den 90ern. Den ich wirklich gerne mag. Ich mag den sehr gerne, den Film. Der hat, glaube ich, auch diese Momente. Da haben wir auch diese Verknüpfung von Mord und von im Lala-Land rumtanzen. Aber da passt es besser thematisch. Da passt es besser thematisch. Vielleicht hatte Peter Jackson das schon immer. Ich kann mich nicht zu verschleiern. Und in meinem Himmel, vielleicht auch, weil die Story dann zu schwach ist, weil das Grundset-up zu schwach ist, kommt das alles raus. Das ist so ein böses Urteil über den Film. Aber wir hatten ja ein bisschen Peter Jackson auch matig gemacht. Ja, aber wirklich. Aber ich glaube, ich finde den Film insgesamt besser als du. Weil ich immer wieder anknüpfen kann. Ich glaube, dass dir in der Szene gut gefallen hat. Und dich Themen, die er aufmacht, durchaus ernst nehmen konnte. Wo du dich schon zu sehr draufgestupst, mit der Nase draufgestupst oder dir das ins Gesicht geklatscht fühlst. Während ich noch denke, ja, okay, ist in Ordnung. Ich komme damit klar, dass es jetzt ein bisschen drüber ist. Mir war der Einstieg einfach schon zu aggressiv. Und dann schwebte das die ganze Zeit so drüber. Und irgendwann in der Mitte des Films dachte ich, wow, der Film ist bestimmt bei der Kritik durchgefallen. Der hat bestimmt schlechte Kritiken gekriegt. Und als ich dann danach draufgeguckt habe, ich fand den Film nicht gut, aber ich war trotzdem überrascht, wie krass mit dem Film ins Gericht gegangen wurde. Fast so, dass ich denke, eigentlich müsste man was zur Ehrenrettung sagen, weil das hässlich ist, wenn derart von allen auf den Film draufgehauen wird. Wusstest du übrigens, dass Ryan Gosling die Rolle von Mark Wahlberg spielen sollte? Nee, nicht von Mark Wahlberg. Doch, von Mark Wahlberg. Wirklich? Nee. Von Jack, oder? Jetzt muss ich auch noch mal gucken. Doch, doch, stimmt. Und es hieß dann in der offiziellen Erklärung, dass er rausgegangen ist, weil beide festgestellt haben, nee, er passt nicht in die Rolle. Man ist ja eigentlich erst viel zu jung für die Rolle usw. Und dann hat irgendwann Ryan Gosling zugegeben, dass er sich für die Rolle einiges angefressen hat und einen Schnurrbata hat wachsen lassen, ohne dass Peter Jackson Bescheid wusste. Und dann einfach rausgeflogen ist. Er ist da halt angekommen, in diesem Zustand. Und Peter Jackson hat gesagt, hallo, geht's noch? Ich wollte nicht Ryan Gosling. Ich wollte nicht diesen Ryan Gosling. Ryan Gosling. Genau. Ist wahrscheinlich auch besser so. Ja, Ryan Gosling hätte sich vielleicht mit dem Film nicht so viel Gutes getan. Es tut mir tatsächlich leid, wie auf dem Shroof, wenn alle jemanden mobben und ich komme dazu und mobbe mit. Weil der Film wirklich so schlecht, so fies runtergemacht wurde und man so viel Hate findet gegen diesen Film. Ich finde ihn halt wirklich nicht gut. Ich kann ihn nicht verteidigen. Ja, es tut mir noch nicht mal leid, dafür ist er mir halt doch zu aggressiv. Und dann denke ich, es ist selbst schuld, wenn er versucht, mir so krass die Emotionen aufzudrücken. Was soll ich dann machen? Ich bin ein bisschen gnädiger mit ihm. Weil ich wirklich ein paar Sachen davon ganz gut finde. Und ich glaube, wenn man 45 Minuten rauskürzen würde, die schlimmen Teile und die Geisterdarstellung von ihr vielleicht ein bisschen besser noch hinkriegt und den Himmel komplett weg und das Ganze ein kleines bisschen umstellt, ich glaube, es könnte gut sein. Ich weiß nicht. Und mal Warburg austauscht. Egal, was man rauskürzt. Kürzt man das eine raus, hat man einen lahmen Fantasy-Kitsch. Kürzt man das andere raus, hat man einen lahmen Thriller und daraus hat man eine lahme Familiengeschichte über Trauer und das Auseinanderbrechen einer Familie wegen des Verlusts eines Familienmitglieds. Aber es wäre doch mal spannend, das mal zu probieren. Sich wirklich hinzusetzen und zu sagen, okay, ich gehe jetzt mal mit der Schere ran und schneide mal meine Version des Films zusammen aus dem existierenden Material. Genau. Oh wow. Ich glaube, tatsächlich das Beste. Nee, es ist alles, dass das... Ja. Es waren einfach in jedem Moment zu wenig Highlights, als dass man daraus einen funktionierenden Film schneiden könnte. Auch wenn die Ansätze gut sind, ich finde es eigentlich spannend, sich damit auseinanderzusetzen, was passiert mit einer Familie, nachdem sie ihre älteste Tochter verloren hat durch ein Mord. Aber der Film, die Szenen, die das behandelt haben, hatten zu wenig Fleisch. In diesen Szenen allein kriegt man kein gutes Familientrama erzählt. Wie lame ist es eigentlich, so ein Hideout zu bauen und einer 14-Jährigen zu unterstellen, dass sie es total geil findet, dass ein Nachbar so ein Hideout gebaut hat. Das ist schon auch ein bisschen abwegig, oder? Ja, das ist vielleicht so ein 70er-Ding, ein 70er-Vorort-Ding. Man kennt sich und fühlt sich wohl, aber ja. Das ist schon ein bisschen weird. Ja, ist es. Also, dass er sie auch damit kriegt, dass er sagt, schade, ich wollte jetzt unbedingt jemandem zeigen, was ich da gemacht habe. Und sie ist voll begeistert von diesem Hideout und denkt sich nichts dabei. Weiß nicht, irgendwie. Und es ist noch so eine Kruselhöhle, die er da gebaut hat, mit den Kuppen, die da rumstehen und den Zeitschriften. Nee, irgendwie nicht. Wollen wir unsere Topliste machen? Nein, ich will über gute Filme reden. Okay, Jingle. Unsere Liste. Teenager-Filme. Filme für Teenager, Filme mit Teenagern, Filme über Teenager. Filme von Teenagern? Kennst du einen guten Film von einem Teenager? Nein, schade. Als ich 15, 16 war, haben wir einen Slasher-Film gedreht. Okay. Im Haus von einem Freund. Und es war wirklich groß ambitioniert. Was war das für eine Kamera? Das ist eine gute Frage. Also, es war natürlich nicht digital. Es war... Fuck, ich kenne mich mit den Kassettenformaten nicht mehr so gut aus. Es war so ein Mini-VHS-Format. Und dann haben wir auf jeden Fall mit einer Kamera und mit einem Halloween-Scream-Kostüm. Also mit dem... Ah ja, mit der Maske. Genau, mit der Maske und mit so einem Umhang. Und viel Theaterblut, was wir uns gekauft haben. Und so Messern, die sich eindrücken, wenn sie auf dem Körper gehalten werden, haben wir in einem Slasher-Film gedreht. Das ist mein Lieblings-Teenager-Film von einem Teenager. Okay, schön. Nicht so gut wie unser Star-Trek-Remake. Was? Star-Trek zu drehen, das war nicht so sonderlich toll. Geil. Und eigentlich, nee, eigentlich war am besten, aber da war ich noch kein Teenager, war Müllmann. Das war eine Superman-Parodie, die habe ich mit meinem besten Freund damals gedreht. Okay. Hast du irgendwas davon noch? Nein. Das war alles analog und wurde nie digitalisiert. Und ich könnte mal schauen, ob irgendwo noch Kassetten rumliegen, ich halte es aber für sehr unwahrscheinlich. Schade. Ich habe mich mit meinem Superman-Outfit auf ein Tisch gelegt und dann die Kamera von der Perspektive so gehalten, dass es aussieht, als wäre er in der Luft. Also einen Meter über dem Boden. Schön. Ja. Okay, die Top-3-Jugend-Filme. Hast du Honorable Mentions? Hab ich. Aber ich habe vorhin angefangen, das heißt, du solltest jetzt mal loslegen. Okay, Honorable Mentions, die nicht in der Liste gelandet sind, weil, wie sie einfach schon besprochen haben, was wahrscheinlich auf Platz 1 landen würde normalerweise. Oder, ähm... Oder Cruel Intentions. Oh, ja. Den hatten wir noch, über den haben wir noch gar nicht geredet. Den haben wir noch nicht geredet, aber den habe ich schon mal in den Top-Listen gehabt, ein paar Mal, glaube ich, oder ein, zwei Mal mindestens. Ich kann mich nicht erinnern, dass der im Zuge dieses Podcasts jemals erwähnt worden wäre. Doch, doch, ich weiß noch. Aber ich weiß nicht mehr, in welcher Episode. Aber Cruel Intentions, also gefährliche Liebschaften, das habe ich schon mal gehabt. Tolle neue Interpretationen mit... Ganz toll. Ach, das war die Top 3 der Filme, die aus literarischen Vorlagen sind, die schon ein bisschen länger her sind. Stimmt, da hatten wir auch über Romeo und Julia geredet, oder? Ich glaube, ja. Das war, glaube ich, die Shakespeare-Episode. Ja. Okay, ähm... Und ich hätte noch... Hethers. Den haben wir auch schon mal genannt. Ja, toller Film. Ganz, ganz weirder Film. Also total... Okay, das fängt an wie so ein typischer Teenager-Highschool-Film. Aber er hat irgendwie echt weirde Momente und seltsame Entwicklungen. Und dann wird verdammt viel getötet. Ja, das war da krass. Einer meiner liebsten Filme aus der Zeit, irgendwie. Cool. Ja. Und es gibt natürlich ganz viele Sachen, die in dieses Horn stoßen. Irgendwie ist Back to the Future auch so ein... Das ist alles so, weiß ich nicht, 90er-, 80er-, 90er-Filme, die irgendwie, weiß nicht, wahrscheinlich, weil wir einfach in den 80er-, 90ern sind. Wobei wir in den 80ern noch keine Teenager waren. Das war ja die große Zeit des Teenager-Films, als diese ganzen Brad-Pack-Filme rauskamen. Brad-Pack? Brad-Pack, die Großmäuler. Das war wirklich ein gängiger Name und zwar primär die Schauspieler, die in Breakfast Club mitgespielt haben. Aha, den hätte ich nämlich auch noch genannt. Hatten wir, glaube ich, bei Mikrokosmos Schule hattest du den damals genannt. Ja, genau, genau. Ich kriege die Namen nicht mehr zusammen. Die haben in ganz vielen Filmen mitgespielt. In Deutschland sind die nicht so groß rezipiert worden, nur so ein paar davon. Pretty in Pink gehört dazu zum Beispiel oder... Der ist in Deutschland gar nicht so bekannt. Und dann hieß dieser einer, St. Elmo's Fire, den auch kein Mensch in Deutschland kennt. Ich habe keinen von diesen Filmen auf meiner Liste, weil ich finde, 80er-Teenager-Filme sind doch manchmal echt problematisch. Ja, ja. Es gibt von College Humor so einen tollen Sketch, wo sie drüber reden, dass sie jetzt ein paar Streiche spielen wollen. Dann überlegen sie, was für Streiche sie machen könnten. Und lassen sich inspirieren von Teenager-Filmen aus den 80ern und stellen fest, dass 90% der Streiche in 80er-Teenager-Filmen einfach mal Rape-Jokes sind. Ach du Scheiße. Was tatsächlich der Fall ist. Die 80er-Teenager-Filme haben eine merkwürdige Sexualmoral, wo dann z.B. unser nerdiger Held in ein Kostüm schlüpft, um Sex mit der Freundin des coolen Footballspielers zu haben. Okay. Was einfach mal eine fucking Vergewaltigung ist. Krass. Das ist aber halt lustig. Und sie schämt sich dann furchtbar, wenn das rauskommt. Das ist halt ein netter Gag. Komm, lass uns eine Kamera in der Männchen-Kleide umstellen. Ah, lustig, unsere Helden. Lass uns Juckpulver machen, damit die Frauen sich alle ausziehen. Lustig. Stimmt, aber das ist der Umgang mit diesem Thema der 80er. Das ist richtig. Scheiße, man. Ich erinnere mich an die Zeit und meine Gedanken zu der Zeit und schäme mich ganz furchtbar dafür. Dito. Es ist krass, ne? Das war die Gesellschaft, in der wir groß geworden sind. Wir fanden das halt auch lustig. Das war halt guter, alter, sexistischer Humor. Wow. Ja, ja. Okay, und ich hätte noch als honorable mention, jetzt muss ich überlegen, was ich da rausnehme. Nee, mehr habe ich nicht. Mach du erst mal. Meine honorable mentions. Einmal zwei Serien, die ich einfach nicht drin habe, ich habe voll keine Serien mit drin. Weil ich einfach nicht, es ist einfach gerade, der Hotshit sind einfach Serien. Ich hoffe, ich nehme nichts aus deiner Liste, aber es sind keine aktuellen Serien. Meine honorable mention Nummer eins ist Willkommen im Leben aus dem Jahr 1994, My So-Cold-Life hat leider nur eine Staffel gekriegt mit Claire Danes, die damals einfach mal 13 Jahre alt war, als sie das gespielt hat. Wirklich ein Teenager, der ein Teenager spielt. Und eine wunderbare Serie, die den Zeitgeist der 90er Jahre zwischen Crunch und No Future und gleichzeitigem Aufbruch der Clinton-Ära perfekt einfängt. So ein bisschen auch spielt mit mythischen Themen. Manchmal wird es so ein bisschen zu esoterisch. Aber ganz großartige Themen hat und weit seiner Zeit voraus ist, zum Beispiel ist einer der Nebencharaktere ein homosexueller Teenager, der dann auch tatsächlich sein Coming Out hat und der beste Freund unserer Protagonisten. Es wird auch über Drogen geredet, es wird über sexuellen Missbrauch geredet. Und die Serie war, glaube ich, damals einfach zu hart und zu düster. Und man wusste nicht genau, wer das Zielpublikum ist. Weil teilweise spricht es wirklich Teenager an, weil es Teenager-Liebesgeschichten erzählt. Andererseits wirklich harte gesellschaftskritische Themen, ganz tolle Serie, leider nur eine Staffel. Gibt es bei Amazon aber, ich glaube, nur zu kaufen. Unbedingt ansehen. Und das zweite ist eine Serie, die von der Haltung ähnlich war, aus den 2000er-Jahren. Und zwar eine britische Serie Skins. 2007 bis 2013. Allerdings sind nur die ersten beiden mit Einschränkungen die ersten drei Staffeln wirklich sehenswert. Und sie zeigen auch Teenager, die sehr viel durchmachen. Viel Themen sind halt auch Drogen, Sex, Gewalt. Aber mehr Humor als bei Willkommen im Leben. Und einen wirklich lustigen, romantischen Blick auf das Teenager-Dasein. Und vor allem einen sehr authentischen Blick. Es wird nichts ausgelassen. Es wird nichts beschönigt. Es wird wirklich, aber auch gleichzeitig mit merkwürdigen, bizarren Humor erzählt. Tolle Serie, kann ich nur empfehlen. Okay, cool. Unhonorable Mansion hat es einfach nicht in die Liste geschafft. Kids von Larry Clark. Eine Sondersetzung mit den düsteren Seiten des Teenager-Lebens. 1995, Autofilm. Auch hart zu sehen. Schwer zu ertragen teilweise, ja. Ich bin mit meinem Platz 3 als erstes dran. Platz 3 Serie. Sex Education. Nein, kenn ich nicht. Schade. Du musst Sex Education auf Netflix gucken. Es ist wirklich richtig genial. Richtig, richtig gute Serie. Einfach im Grunde wieder so Highschool-Ding. Hat inzwischen 3 oder 4 Staffeln oder so was. Mit Scully. Mit wie heißt sie? Gillian Anderson. Gillian Anderson als Mutter eines Sohnes, der auf dieser Highschool ist. Und sie ist Sexualtherapeutin, wenn ich das richtig erinnere. Dass das der richtige Beruf ist. Aber sie hat irgendwas mit Sex auf jeden Fall zu tun. Und berät Leute. Und sie redet sehr offen über Sex mit ihrem Sohn. Und der weiß sehr viel mehr über Sex als alle seine Mitschüler. Und er macht dann quasi in der Schule eine Beratungsstelle für Sex auf. Und zwar auf dem Klo. Wie alt ist er? Er soll, glaube ich, so 17 sein oder so. Cool. Und das ist Comedy, oder? Das ist Comedy. Und das ist aber unglaublich großartig, weil es ist ein sehr diverses Cast. Also was ethnische Sachen betrifft als auch was sexuelle Orientierung betrifft und so. Und macht alle Themen auf, die mit Sex zu tun haben. Und auch alles drumrum. Es ist wirklich ganz toll aufgemacht. Cool. Nur empfehlenswert. Alle gucken. Absoluter Guckbefehl. Platz 3. Das ist mittlerweile auch so ein Running-Gag, dass du immer mit den Zahlen ein bisschen durcheinander kommst. Ich habe ja extra zu Karten liegen. Was mache ich heute falsch? Mein Platz 3 ist ein Kurzfilm. Oh. Von Spike Jonze. Okay, also nicht Spike Jonze wie du oft so sagst. Spike Jonze, ich habe es mir jetzt endlich eingetrichtert. Ich muss mir auch mal die Karten legen, weil ich alles falsch mache. Vor allem Namen aussprechen. Oder wie auch immer sie ausgesprochen wird, gehört dazu. Das werde ich nachher noch mal nachhören. Scenes from the Suburbs. Aus dem Jahr 2011. 30-Minuten-Film mit der Musik von Arcade Fire. Das ist eine kanadische Indie-Rockband. Ja. Und es geht um Jugendliche, die in einer Vorstadt groß werden, in der Krieg tobt. Es wird nicht genau erklärt, was für ein Krieg das ist. Es gibt irgendeinen Bürgerkrieg. Überall sind Soldaten. Und die überwachen alles. Wie so ein autoritäres System. Und die Jugendlichen versuchen trotzdem, irgendwie ihr Leben zu genießen. Und es ist eine wunderschöne Kombination von dieser Melancholie und auch Nostalgie des Großwerdens im Vorort. Mit dieser düsteren Seite, wenn einfach mal Krieg gezeigt wird. Und sie fahren halt mit ihren Fahrrädern rum und erleben Abenteuer. Und am Straßenrand stehen Soldaten, die Leute hinrichten. Okay, krass. Das war ein sehr merkwürdiges Erlebnis dieser Film. Unbedingt sehenswert. Auch mit großartiger Musik. Wie kommt man an so was ran? Den findest du wahrscheinlich bei Vimeo oder YouTube oder Dailymotion. Okay. Ich kann einen Link in die Show notes hauen. Ja, das wäre super, wenn das irgendwie einigermaßen legal ... Kennst du Kate Fire? Äh, nee. Dann noch mal eine Hörempfehlung dafür. Das ist eine kanadische Indie-Rock-Band und die ist so ein bisschen inspiriert von diesem kanadischen Ding der 2010er Jahre. So sehr bombastischer Indie-Rock. Die sind viele Leute. Und die haben diverse Instrumente. Und die, ähm ... Diese kanadischen Indie-Rock-Bands haben so eine Zeit lang das einfach gerne gemacht, dass sie sehr viele Tonspuren übereinander legen. Das heißt, da ist dann auch eine Violine im Hintergrund. Und dann kommt noch ein Benjo mit rein. Und dann kommt noch ein Chor. Und das ist sehr bombastisch und sehr überladen. Okay. Gefällt nicht jedem, ich liebe es. Okay. Also ein bisschen wie dieser Film, also für den wir gerade eigentlich am Wickel haben. Nein. Von allem zu viel. Von allem zu viel, das stimmt tatsächlich. Das ist auch teilweise echt kitschig, aber es ist irgendwie ein schöner Kitsch. Okay. Ähm, das war dein Platz 3. Dann muss ich jetzt Platz 2? Ja. Platz 2 ist für mich für deutsche Filme jetzt gerade reserviert. Das sind zwei Filme, bei denen ich dabei war. Ähm... Einfach Sommersturm. Es ist ein ganz toller Film über Erwachsenwerden und sexuelle Präferenz entdecken. Also ein Schwuler im Ruderclub. Zu einer Zeit, in der es echt schwierig war, sich da zu outen. Mit Tobias? Genau, mit Robert Stadelober. Und diversen anderen Kollegen. Es ist einfach wirklich ein... Von Marco Kreuzpeintner ein wirklich toller Film über, na ja, über das Erwachsenwerden und über wie man das jetzt macht. Mit dem Outing oder nicht. Oder in welchem Umfeld bewegt man sich da. Und es ist halt auch nur Komödie, aber eben eine dramatische Komödie. So typisches, deutsches Comedy-Drama. Den mochte ich auch sehr. Ich fand auch tatsächlich... Du hast gesagt, es sind beide Filme von dir. Ich nehme mir jetzt nicht irgendwas weg, wenn ich sage, dass ich auch Crazy sehr schön fand. Crazy war gut, ja, das stimmt. Genau. Und ich mochte auch diesen Film, obwohl ich sonst mit dem Schauspieler gar nicht so viel anfangen kann. Ich glaube, das ist auch so ungefähr die Zeit. Schule hieß der mit ganz bekannter deutscher Schauspieler, der damals noch jung war, Daniel Brühl. Ach, Daniel Brühl, der ist doch so omnipräsent. Genau, ich bin auch nicht der größte Daniel-Brühl-Fan. Nichts bereuen gemacht. Was auch ein schöner deutscher Teenager-Film war. Ich mag Daniel Brühl tatsächlich sehr gerne. Irgendwie mag ich seine Präsenz. Und ich mochte ihn auch in Goodbye Lenin sehr. Und später in seinen größeren Sachen. Auch internationalen Sachen sehr. Es gibt eine ganz tolle Serie, The Alienist, auf Netflix. Ganz toll mit ihm in der Hauptrolle. Wirklich ganz tolle Sachen gemacht. Wirklich gut. Er war mir irgendwann einfach zu präsent. Es gab wirklich eine Phase, wo er überall zu sehen war. Aber er ist ein sympathischer Mensch. Ja, wirklich toll. Solider Schauspieler. Solide ist fast schon gemein. Also wirklich guter Schauspieler. Wenn ich solide sage, meine ich das nicht böse. Wenn ich solide sage, meine ich wirklich solide. Okay, gut. Ein ganz toller Film war über Jugend und über drei Leute. Eine Frau und zwei Jungs, die rausfinden wollen, was sie dann eigentlich mit ihrem Leben machen wollen. Junge Menschen. Der eine will unbedingt amerikanische Luxusautos verkaufen in seinem Dorf, in dem er da ist. Wo es keinen, eigentlich niemanden interessiert. Wo sich auch keiner leisten kann. Wo es ein völliger Blödsinn ist. So wird es zumindest dargestellt. Sie will Schauspielerin werden. Er will Schauspielerin werden. Und er will Fotograf werden. Und alle haben so Semi-Erfolg oder versuchen es irgendwie. Und er verkauft dann seine Schlitten. Nicht wirklich hat sie alle dastehen. Und kommt aber in Pole und macht mit ihm irgendwie so einen Verschiebe-Bahnhof auf. Für geklaute Autos, was er mehr oder weniger ignoriert. Sondern einfach nur, ach, der gibt mir ein bisschen Geld, ich fahre nach Polen, ist doch nix dabei. So, weißt du. Und dann stirbt er am Ende. Und es ist wirklich ein trauriger Film. Über Wünsche und Träume, die mehr oder weniger schwierig zu erfüllen sind. Und sie ist zwischendurch in der Synchronisation eines Pornofilms. Und hat das als Tiefpunkt ihrer Karriere als Schauspielerin. Das ist halt wirklich, der greift tief in die Kiste der traurigen Entwicklungen eines eigentlich großen Lebenswunsches. Ja. Aber so viele schöne, gute Momente dabei. So viele liebevolle Ideen. Ganz toller Film. Vergiss Amerika, absolut empfehlenswert. Ich glaub, ich hab den noch nicht gesehen. Wir kennen uns so lange, aber das ist auch mein allererster Film gewesen, wo ich mitgespielt habe. Als kleiner 16-, 15-, 16-, 15-Jähriger. Ich spiel den kleinen Bruder von dem einen. Das war eine ganz tolle Erfahrung. Aber nicht nur deswegen finde ich den Film toll, sondern weil der Film wirklich gut geworden ist. Mein Platz 2 ist auch ein trauriger Film. Aus dem Jahr 1986, das Messer am Ufer. Und zwar ein Drama über eine Punk-Klicke, in der einer ohne ersichtlichen Grund einen Mord begeht. Sie überlegen, wie sie damit umgehen. Sie beschließen, dass sie die Leiche verschwinden lassen, weil sie zusammenhalten wollen. Mit einem ganz jungen Keanu Reeves. Ein Film, der zeigt den Zeitgeist der New-Future-Punk-Generationen, die nicht viel vom Leben erwarten und sich gegen jegliche Obrigkeit behaupten. Und die gleichzeitig aber von einer tiefen Sehnsucht getragen sind, aber eben auch von einem krassen Fleckma. Er pendelt dann auch die ganze Zeit dazwischen. Zwischen dieser Sehnsucht nach Leben und diesem Fleckma und diesem Gefühl, gefangen zu sein, in so einem ewigen Teenagerdasein. Dennis Hopper hat eine Nebenrolle als verrückter Typ, der über eine Sexpuppe geheiratet hat. Und mit der tatsächlich seinen Tag verbringt. Sehr faszinierender Film. Ist 80er-Punk, ist von der Ästhetik düster, ein bisschen dreckig und hat so einen traurigen Grundton, aber trotzdem immer mal wieder so ein paar witzige Momente. Cool. Ja, es gibt ganz viele tolle melancholische Annäherungen an das Thema Jugend und Erwachsenwerden. Ich hätte dann jetzt noch eine Serie auf Platz 1. Okay. Twilight. Nein. Das ist eine Freude. Nein, ich hätte Derry Girls. Hast du auch immer noch nicht gesehen? Ich empfehle dir Derry Girls schon seit Ewigkeiten. Aber du hast es immer noch nicht geguckt. Tut mir leid. Es ist auf Netflix, es ist alles zu kriegen. Du musst es nur anmachen. Derry Girls. Es geht um eine Gruppe von, vor allem Girls, mit einem Typen dazwischen, der irgendwie, weil er einfach durch Umstände, die erklärt werden, aber gar nicht wichtig sind, dass ein Internat dann irgendwie landet. Oder es ist ein Internat, ich weiß es nicht, auf jeden Fall auf einer Mädchenschule in den 90ern. Und zwar in Nordirland. Wo dieses große Thema und diese Kämpfe um Nordirland eben stattfinden. Und das ist halt die Kulisse der ganzen Geschichte. Und dreut da überall, aber eigentlich geht es gar nicht um diese Kämpfe. Aber dieses Lebensgefühl ist da mit drin. Ist mit verwoben. Und es ist eine ganz abgefahrene Comedy-Serie. Aber sehr tragisch auch zwischendurch. Man ist so emotional dran bei denen. Ich finde es ganz, ganz toll gemacht. Okay. Und es sind halt Mädchen, die verschiedene, die haben sich halt ein paar Sachen überlegt, was die erleben können. Aber das Wichtige ist der Ton, mit dem das Ganze erzählt wird. Und der ist einfach ganz toll. Gibt es schon mehrere Staffeln? Zwei Staffeln, okay. Und ich hoffe, es gibt demnächst die dritte. Derry Girls. Ja, ich sollte mal Teenager-Serien gucken. Und die eine Hauptdarstellerin von Derry Girls, nach der ersten Staffel, ist die wieder Kellnern gegangen. Wie das bei Schauspielern so ist, du hast einen Job, dann hast du ein bisschen Geld eine Weile. Und dann musst du halt irgendwie gucken, ob du wieder einen Job bekommst. Und sie hat halt nicht sofort wieder einen Job bekommen. Und weil auch der Fame von Derry Girls noch nicht da war. Und dann war sie Kellnern. Und dann ist die Produktion irgendwie essen gegangen. Und sie war als Kellnerin da. Krass. Und das war eine ganz weirde Situation. Ja, total schräg. Und der Typ guckt sie an und sagt, wieso musst du hier Kellnern? Und sie hat einen Mut genommen und gesagt, ihr wisst, wie ihr mich bezahlt habt. Natürlich muss ich Kellnern gehen. Wie geil. Und dann haben sie die 2. Staffel gedreht. Und seitdem muss sie sich da anscheinend nicht mehr kennen. Sehr cool. Ist es auch eine nordirische Serie? Oder eine irische Serie? Ich glaube ja. Cool. Mein Platz 1, oder? Ja, dein Platz 1. Mein Platz 1 ist ein Film aus dem Jahr 1995. Willkommen im Tollhaus. Welcome to the Dollhaus. Das ist der Ort Solons, den man vielleicht kennt, von dem Film Happiness. Der hat ein unglaublich gutes Gespür dafür, Tragik mit absurder Komik zu kreuzen. Und der Spiel ist fast zu jung, um schon als Teenager durchzugehen. Sie ist so 12, ungefähr die Protagonistin. Und sie ist ein totaler Außenseiter. Sie sieht auch nicht so gut aus. Und sie kämpft irgendwie um ihren Platz im Leben. Ihre kleine Schwester ist der Liebling der Familie, weil sie total hübsch ist. Und auf diese Art, Schönheitskönigin-Wettbewerbe geht und so weiter. Sie erzählt eigentlich so vom Alltag. Und was für ein Monster die Jugend sein kann, wenn man nicht so ganz dazugehört. Und er macht das aber nicht auf die Tränendrüse drücken. Sondern auch mit einem ganz tollen, gehässigen und zugleich liebevollen Humor. Und total viel Sympathie für diese Protagonistin. Schön. Ja, ich glaube, das ist ein tolles Film. Ich glaube, das ist ein tolles Film. Ich glaube, das ist ein tolles Film. Ich glaube, das ist ein tolles Film. Ich glaube, das ist ein tolles Film. Schön. Ein ganz fantastischer Film, der witzig ist, der traurig ist. Ein ganz fantastischer Film, der witzig ist, der traurig ist. Der nicht zurückhält mit etwas schwereren Themen. Der nicht zurückhält mit etwas schwereren Themen. Der einfach wunderbar ist und runtergeht wie Öl. Der einfach wunderbar ist und runtergeht wie Öl. Der einfach wunderbar ist und runtergeht wie Öl. Mit einem Lächeln und einer Trainer. Mit einem Lächeln und einer Trainer. Eine tolle Tragikomödie. Okay, cool. Weißt du, was mir gerade einfällt? Ich hab diverse Male. Als wir unsere Top 3 austauschen gedacht, ja, das muss ich unbedingt gucken, kommt auf meine Liste. Als wir unsere Top 3 austauschen gedacht, ja, das muss ich unbedingt gucken, kommt auf meine Liste. Und dann irgendwann festgestellt, scheiße, ich muss die Episode noch mal nachhören, was wir uns unterhalten haben. Um zu wissen, was für Empfehlungen du da rausgehauen hast. Um zu wissen, was für Empfehlungen du da rausgehauen hast. Vielleicht sollten wir das mal auch verbreiten irgendwo und mal schriftlich festhalten. Das ist gar keine schlechte Idee. Vielleicht sollten wir mal zumindest die Dinger in die Show Notes schreiben, jedes Mal unsere Top 3. Aber auf, muss man sehen, für die Empfehlungen, einfach Listen. Oder einen Artikel, der immer fortgeführt wird. Oder irgendwas in der Richtung. Oder ein Artikel, der immer fortgeführt wird. Oder irgendwas in der Richtung. Das find ich eine gute Idee. Lass uns mal drüber nachdenken, dass wir so was machen in der Richtung. Ich hab jetzt auch tatsächlich, und ich sag, vergess ich sie wieder. Weil ich während der Episode nicht mehr Sachen aufschreibe. Aber ich sollte eigentlich auch eine Liste haben von Sachen wie Derry Girls eben. Ich weiß nicht mehr, was du davor gesagt hast. Die andere Teenager-Serie, die du genannt hast. Sex Education. Klang auch super. Lass uns mal überlegen, dass wir so was machen. Jetzt haben wir unser Produktionsgespräch in der Öffentlichkeit geführt. Machen wir sowieso viel zu oft. Zurück zu In meinem Himmel. Ja, lass uns zurück in diesen Film gehen und gucken, ob wir noch ein Fazit haben. Plor, mach du mal als Erstes, damit ich vielleicht noch mal ein kleines... Weil eigentlich, wir hatten ja gesagt, ein Sandwich. Gutes, Schlechtes. Jetzt bitte noch mal Gutes. Ich find's wirklich hart, wie von der Kritik mit dem Film umgegangen wurde. Aber ich fand den Film auch nicht gut. Ich find nicht... Man muss nicht so draufhauen, wie das teilweise gemacht wurde. Aber verteidigen kann ich auch nicht. Dafür hat einfach... Dafür war das Pacing zwischen Melodrama, Thriller, Mystery, Fantasy, Comedy... Einfach zu schlecht. Es ist zu viel. Es funktioniert einfach nicht, weil es dann gewoben ist. Hm. Also doch nichts Gutes. Noch mal im Schluss. Susan Sarandon war großartig. Okay, da möchte ich auf jeden Fall zustimmen. Susan Sarandon hat mir so... Ich hab sofort, als die die ersten paar Sätze gesagt hat, hab ich aufgeschrieben, was für eine großartige Figur, was für eine großartige Großmutter, die da auftritt. Aber die passt, wie du auch sagst, nicht in den Rest rein. Aber es gibt so viele Momente, wo man sagt, das passt gar nicht in den Rest rein. Wobei man sich fragt, was ist denn der Rest? Der Rest besteht aus den Sachen, die nicht zum anderen Rest passen. Also es ist einfach ein Flickenteppich von Zeug. Und viele Sachen dabei, die ich wiederum wirklich gut fand. Und ich wollte tatsächlich auch der Hauptfigur folgen. Einfach weil die Schauspielerin gut war und weil ich auch inszenierungstechnisch teilweise... Peter Jackson hat wirklich ein Handwerk. Ich weiß bloß nicht welches. Aber er hat eins. Und vielen Sachen kann ich folgen und möchte ich auch folgen. Aber insgesamt natürlich, wenn man alles als... Wenn man ein Gemälde vor sich hätte, jetzt von dem Film, dann wäre das Gemälde schwer anzuschauen. Du würdest sagen, was für ein Chaos von Zeug. Aber wenn du mehrere Layer hättest, könntest du da einen Layer rausnehmen und sagen, der ist ziemlich geil. Aber der ist ziemlich gut, oder? Aber zusammen ist halt irgendwie schwierig. Ja. Ich glaube, ich fand den Film wirklich einiges besser als du. Aber ja, es ist vieles, was ich rausnehmen würde. Reicht es für Durchschnitt bei dir? Definitiv. Definitiv. Für Durchschnitt reicht es auf jeden Fall. Schwer konsumierbarer Durchschnitt, weil man eben einfach hin und her geworfen wird zwischen den ganzen Genres und dieser ganzen Fantasy-Krasse. Und man ganz oft denkt, oh Gott, jetzt ist mir viel zu transcendental. Aber doch, auf jeden Fall reicht es für Durchschnitt. Die klassische Internet-Filmkritik gibt ja gerne Punkte. Und ich habe das Gefühl, bei diesem Film kann ich das sehr genau sagen, dass es irgendwo zwischen drei und vier von zehn Punkten stattfinden würde bei mir. Na ja, also ich meine, nicht umsonst hat Roger Ebert 1,5 von vier Sternen gegeben. Also wirklich sehr vernichtend. Ja. Aber fünf von zehn Punkten zum Beispiel, was irgendwie so der Durchschnitt ist, würde er bei mir nicht kriegen. Er ist einfach unterdurchschnittlich. Ja. Ja. Ja, aber es sind Filme, wo ich wieder mal Schwierigkeiten habe, eine Komplettbewertung zu geben. Weil ich einfach Punkte habe, die ich wirklich toll finde an dem Film und Punkte, die einfach echt scheiße sind. Ja. Tja. Cool. Aber trotzdem vielen Dank, Laura, für deine Filmvorschläge. Ich fand es toll, Funny Games mal wieder zu sehen. Ja, es hat sich gelohnt. Auf jeden Fall. Ich bin auch froh, auch bei so einem Film bin ich froh, ihn gesehen zu haben. Weil ich habe das Gefühl, es gehört zur Filmgeschichte. Es ist so viel gesagt. Aber ja, es ist einfach, da hat sich ja auch jemand Gedanken gemacht und hat irgendwie eine Idee und eine Vision. Ja. Ich bereue es, nicht diesen Film gesehen zu haben. Das ist schon mal gut. Auch wenn ich ihn nicht gut fand. Ich bin froh, dass du diesen Vorschlag gemacht hast, auch einfach, weil ich mich dabei so sehr aus meiner Komfortzone bewegt habe, was bestimmte Darstellungen von Paterson so betrifft. Ich bin mir sicher, ich hätte mir diesen Film niemals angeschaut, wenn du ihn nicht empfohlen hättest. Ich bereue es, nicht ihn gesehen zu haben, auch wenn ich ihn nicht gut fand. Klingt paradox, ist aber irgendwie so. Danke, Laura, auch dafür, weil ich das, glaube ich, auch nicht vorgeschlagen hätte. Ich glaube, dass du das mal gucken musstest. Dass du diesen Schritt mal machen musstest in diesen Pathos. Genau. Weil das machst du ja sonst nicht. Genau. Schön, cool. Vielen Dank also und danke an die Zuhörer, die uns durch diese Folge gefolgt sind. Ich freue mich auf nächste Woche, wenn wir, Punkt, Punkt, Punkt, Vorschau gibt es nach dem Jingle. Bis dann, ciao. Bis dann, ciao. So, Ploy, jetzt haben wir aber ein bisschen diskutiert. Jetzt haben wir eine Weile gebraucht, aber wir sind zum Schluss gekommen. Was möchtest du mir für die nächste Woche aufgeben? Wir hatten jetzt doch einige Fisch-out-of-water-Episoden, weil wir Publikumswünsche erfüllt haben. Ich würde gerne mal wieder einen Film reinhauen aus meiner Filmvita. Was nicht dem motivieren soll, uns Vorschläge zu schicken. Nein, überhaupt nicht. Aber ich bin vor, dass du mir mal wieder einen Film gibst, von dem du glaubst, dass er gut ist. Und ich vielleicht... Ich bin so gespannt. Eher der Vorsitz und sage, oh Gott, nein. Ich glaube, es könnte eher ein, oh Gott, nein, Film sein. Wirklich, oh nein. Ich liebe surreale Filme. Und einer der Klassiker des Surrealismus ist neben Louis Buñuel, den wir vorhin schon erwähnt haben, der mexikanische Regisseur Alejandro Jodorowsky. Ich habe tatsächlich jetzt überlegt, er hat einige interessante Filme gemacht. Aber ich denke, Holy Mountain zählt neben El Topo zu seinen größten Klassikern. Ich finde El Topo ein bisschen besser. Tatsächlich, weil er ein bisschen stringenter ist. Aber ich glaube, wenn man Jodorowsky schauen will, dann sollte man Holy Mountain sehen. Aber mach dich auf was gefasst. Das ist ein wilder LSD-Trip von einem Film. Und ist es dem Namen entsprechend ein Mountain von einem Film? Oder wie? Ja, es ist einfach... Wie lange muss ich aushalten? Ich glaube, er hat ein Asertspiel-Film länger. Das heißt, in dem Fall, keine zwei Stunden. Okay. Naja, es ist eher ein Mountain von einem Film, weil... Schau ihn dir an. Ich kann wirklich nichts dazu sagen. Es ist so ein wilder Mix aus Fantasy und Surrealismus und ganz viel Zeitkritik, die ich wahrscheinlich nicht erkenne, den ich auskenne in der Geschichte Lateinamerikas. Er ist übrigens Alejandro Jodorowsky, kommt aus Chile. Der Film wurde in Mexiko gedreht. Okay. Dann werde ich mal den Gegenentwurf fragen. Ich weiß nicht genau. Andere Richtung. Und zwar bin ich neulich wieder darauf gestoßen, über einen Trailer gestoßen und gedacht, Scheiße, das gibt es ja auch. Das war ja auch damals so großartig. Tilda Swinton, wir haben noch gar keinen Film gehabt, wo Tilda Swinton dabei war. Die ganz großartig in Orlando war. Und Orlando ist wirklich so lange aus meinem Gedächtnis verschwunden, bis es eben vor ein paar Wochen bei mir wieder klick machte, als ich diesen Trailer auf Facebook begegnet, weil irgendjemand das noch mal gepostet hat. Ja, es ist großartig. Du kennst ihn. Ich kenne ihn, aber es ist auch länger her, dass ich ihn gesehen habe, das letzte Mal. Ich hab auch kaum noch Erinnerungen daran und würde ihn einfach gerne wieder sehen. Schön, wenn du schon weißt, dass du ihn mochtest, wenn ich das richtig verstehe. Ich mochte ihn sehr, ja. Dann können wir uns da noch mal beide unseren Horizont erweitern bzw. uns erinnern, wie weit er schon mal war. Von Sally Potter. Sally Potter? Das verrät mir gerade Wikipedia. Und Vorlage von Virginia Woolf. Ich hab nicht viel von Virginia Woolf gelesen, das ist total übertreibend. Ich hab ein bisschen was von Virginia Woolf gelesen, Orlando war nicht dabei, das heißt, ich kann keinen Vergleich Vorlage-Film machen in dem Fall. Okay, schade. Aber ich bin gespannt. Ich bin sehr gespannt und vielleicht gucke ich auch noch mal in ein paar andere Sachen rein, vielleicht aus der Vorlage noch mal, vielleicht gibt es irgendwo im Internet noch ein paar Vergleiche oder so was, wo wir klauen können. Vielleicht ist das Buch auch gar nicht so dick. Mal schauen. Liest du es noch bis nächste Woche? Ich glaube nicht. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass ich das schaffe. Mal gucken, wie lange das Buch von Orlando ist. Moment. Geduld. Ihr könnt übrigens schon abschalten, weil es kommt jetzt einfach nichts mehr. Ich versuche irgendwie zu finden, wie lange das Buch ungefähr ist. Ob das... Vielleicht versucht noch, sein Germanistikstudium zu retten. Genau, es ist ein englisches Buch. Ich bin fein raus, muss ich nicht gelesen haben, gehört nicht zum Kanon. 190 Seiten, ich glaube eher nicht. Wahrscheinlich eher nicht. Mal schauen, ich muss auf jeden Fall noch mal in die Bibliothek die Woche, das heißt, ich kreise mir mal, wenn ich es kriege. Ich muss ein bisschen rein. Schön, sehr gut. Okay, dann freue ich mich. Vielen Dank, Plor, für diese schöne Episode. Vielen Dank, Johannes, für diese schöne Episode. Bis nächste Woche. Bis dann, ciao.
