Episode 27: Funny Games, In meinem Himmel
Von einer Zuhörerin sind zwei Filmwünsche reingeschneit, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Metafilm/Psychothriller Funny Games von Michael Haneke aus dem Jahr 1997 und das Fantasydrama In meinem Himmel von Peter Jackson aus dem Jahr 2009. Nicht nur genretechnisch sondern auch qualitativ nehmen wir die beiden Filme sehr unterschiedlich wahr. Einer kriegt das volle Lob und die volle Begeisterung ab, der andere sorgt für Stirnrunzeln und so manche Häme. Geschmäcker sind eben einfach verschieden, und das beweist sich in dieser Episode vielleicht mehr denn je.
Natürlich gibt es auch wieder passende Toplisten: Wir sprechen über die Filme und Filmszenen, die wir als Zuschauer am brutalsten und am unangenehmsten fanden, und wir werfen einen Blick auf unsere liebsten Teenagerfilme.
Wollt ihr uns auch einen Film vorschlagen, den wir gnadenlos zerreißen oder in unseren Himmel loben wollen? Dann schreibt uns unter florian@mussmansehen.de oder johannes@mussmansehen.de.
Funny Games [Michael Haneke]
(Österreich 1997)
Michael Hanekes Funny Games gehört zu jenen kontroversen Filmen, die zur Legendenbildung taugen. Als der Film 1997 in Cannes uraufgeführt wurde, verließ das Publikum der Erzählung nach reihenweise das Kino. Auch Kritiker und Experten wollten sich den Film nicht bis zum Ende anschauen. In der Folge wurde er gefeiert und verflucht, gehasst und geliebt, vergöttert und verspottet; bis zu seinem 1:1 US-Remake zehn Jahre später, bei dem die amerikanische Kritik das ganze Spiel nochmal von vorne durchexerzieren durfte.
Erzählt wird die Geschichte einer dreiköpfigen Familie, die von zwei brutalen jungen Männern zuerst belästigt, dann foltert und schließlich in Geiselhaft genommen wird für ein makaberes Spiel mit tödlichem Ausgang. Was im Ansatz wie ein klassischer Home Invasion Horrorthriller klingt, entwickelt sich jedoch zu einer makaberen Auseinandersetzung mit Mechanismen des Genres und der Rolle des Zuschauers darin; inklusive Bruch der vierten Wand und radikaler Dekonstruktion des Mediums in einer ebenso überraschenden wie surrealen Szene.
Über 30 Jahre ist der Film nun alt. Und da stellt sich natürlich die Frage: Kann er heute noch schocken? Besitzt sein postmoderner Ansatz heute noch Aktualität? Und ist an der Kritik was dran, das Michael Haneke hier letzten Endes paternalistischen Moralismus hinter einer schwer verdaulichen Horrorhandlung verbirgt? Was denkst du, Johannes?
In meinem Himmel [Peter Jackson]
(USA 2009)
Die Story ist schnell erzählt: Das Drama „In meinem Himmel“ aus dem Jahre 2009 arbeitet den gewaltsamen Tod einer 14 Jährigen auf, die aus dem Raum zwischen Leben und Tod berichtet wie es zum Mord kam und wie ihre Familie versucht den Tod zu verkraften und den Mörder zu finden.
Regie führte Peter Jackson…
Wait, what? Peter Jackson?
War das nicht der mit den Fantasy-Epen? Jupp. War das nicht der mit dem Trash-Horror? Jup. Hat Peter Jackson in diesem Film, völlig anderen Genres, alles das in der ein oder anderen Form auch versucht unterzubringen? Jup. Den Trash Faktor? Jupp. Die überbordende Fantasy? Jupp. Ist das gelungen? Uhmmm… Was meinst du Plor?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 27: Funny Games, In meinem Himmel Publishing Date: 2021-07-07T09:18:13+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/07/07/episode-27-funny-games-in-meinem-himmel/
Johannes Franke: Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest. Das heißt so Musicals aus den 50ern? Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme? Äh, definitiv, das wird lustig. Wow, wir haben 27 Episoden, Flo. Ja. Wie krass ist das denn? Wir sind bald wieder rund. Und ich hab dir gar nicht gesagt, dass ich schon den Ton angemacht habe. Wir laufen schon. Wir nähern uns der 30. Ja. Das gibt richtig Party. Ja, auf jeden Fall. Aber dann gibt es zweimal Party, weil du bist, wir haben niemals die gleiche Zahl. Du bist älter. Du bist sehr viel älter. Stimmt. Ich bin so viel älter. Du bist so viel älter. Oh mein Gott. Wir reden über Filme, die wir mögen und von denen wir ahnen, dass der andere sie vielleicht nicht gucken würde normalerweise und drücken sie ihm aufs Auge, um den Horizont des anderen zu erweitern. Vielen Dank, Laura. Wir haben uns deiner Filme angenommen und ich hoffe, dass du versucht hast, unseren Horizont zu erweitern und nicht nur uns zu ärgern. Die wirklich unterschiedliche nicht sein könnten, Laura. Es ist unglaublich. Ich habe sie hintereinander geschaut. Ja, das Gewaltthema ist nun eines der großen Gemeinsamkeiten für mich. Das Gewaltthema auf jeden Fall. Ich wollte Schnick-Schnack-Schnuck machen. Los, Lied. Okay, wir machen Funny Games als erstes. Dann, Plor, führ doch mal in den Film ein. Es ist schön, dass wir inzwischen soweit sind, dass ich, sobald du die ersten Fragen in deinem Text auftauchen lässt, ich ahne, oh okay, diese Frage wird beinahe an mich gestellt. Ja, das war ein deutlicher Ball. Ich habe gedacht, beim Film gucken, beim wiederholten Gucken, aber das ist lange her, dass ich den gesehen habe. Ich habe auch das US-Remake gesehen, aber das ist auch extrem lange her und ich war sehr überrascht über das eine oder andere. Aber ich habe die ganze Zeit gedacht, um auf deine Frage zu antworten, es ist schon ein bisschen süß, wie damals sich aufgeregt wurde darüber. Wenn wir mal an das denken, was inzwischen passiert ist, was es so an Filmen gibt und in welche Richtung das so geht. Ich kann mit Horrorfilmen nichts anfangen, aber dieser Film ist durch und durch großartig durchdacht und gemacht. Und an ganz vielen Stellen denke ich, ja genau, Ass, hättet ihr das nicht so machen können? Weil einfach Hannecke genau die Mechanismen benutzt, die ich gerne sehen möchte, wenn ich Horror sehe. Nämlich genau im richtigen Moment nicht hinzugucken. Oder genau im richtigen Moment es dem Zuschauer zu überlassen, was er so im Kopf hat an schrecklichen Bildern. Ja. Ja.
Florian Bayer: Mhm.
Johannes Franke: Ja. Also wirklich beeindruckend, muss ich schon sagen. Es ist schwer zu sehen, also man hat wirklich immer wieder die Versuchung, ah, mach ich vielleicht eine Pause oder mach ich den Film vielleicht doch aus. Also mich erwischt der Film mit allem, was er will. Also er macht es wirklich verdammt gut. Und sie sitzt ja erstmal wirklich lange nur da.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Bevor sie überhaupt irgendwas macht. Ja. Und ich denke, die ganze Zeit ist sie jetzt, ist sie jetzt gänzlich entrückt, weil man merkt, dass sie noch lebt, sonst würde sie nach vorne, hinten und unten überfallen. Bei ihm weiß man nicht genau, ob man nicht schon eigentlich tödlich verwundet da liegt. Ja. Bis sie sich irgendwann dazu durchringen kann, zu sagen, sie sind weg, hörst du mich, sie sind weg und versucht irgendwie ihre Fesseln los zu werden und ihrem Mann zu helfen. Das ist in einer unglaublichen Länge ausgedehnt und ausgehalten einfach. Aber genau richtig, ne? Ja. Also es ist nicht so, dass ich dann dachte, nö, ach, kürz mir die Hälfte weg, sondern ich dachte, okay, das braucht der Film aber auch. Und das macht er gut, ein gutes Timing. Wollen wir mal ganz kurz von vorne durchgehen. Ich finde nämlich sehr gut, dass wie Hanneke in den Film reingeht. So ein bisschen Stanley Kubrick, die Fahrt zum Hotel und mit der Klassik, die dann läuft im Radio. Ich habe ein kleines bisschen am Anfang, war ich zu self-conscious, weil es klang, als ob sie das alles im Studio aufgenommen hätten. Erst als sie ins Auto springen, kommt man wirklich in die Szene rein. Aber ich finde es trotzdem ganz gut, wie er es macht und die Idee finde ich gut und ich kann das, komme da trotzdem dann sehr schnell in den Film rein, nachdem sie der erste Stolperer war. Mit der Klassik und dann der gegengesetzten, was ist das, Metal? Und das alles über den Bildern eines offensichtlichen Arthouse-Independent-Films, soll nicht heißen, schlecht gefilmt oder soll nicht heißen, Qualität ist irgendwie nicht da, sondern aber das Disgrading und die Filmauflösung an sich, man merkt halt sofort, das ist ein Independent-Movie, aber sehr sympathisch, also auf eine sehr sympathische Art und Weise. Und ich mag, wie heißt er, Mühe, ne, wie heißt er, Ulrich Mühe, einfach sofort als Schauspieler, ich mag ihn einfach, ich bin, bin, hab sofort Zugang zu ihm und sie ist auch toll und das mit dem Kind funktioniert auch sofort super. Man kommt irgendwie sofort in diese Familie rein irgendwie. Ulrich Mühe ist einfach ein verdammt guter Schauspieler. Muss man wirklich sagen. Ja, wer, wer ist das jetzt? List, ja, List, klar, aber was genau? Also, schon cool. Man liest sofort, welche Familie, woher die kommen und was das… Ganz toll. Und ich finde auch, was mir sofort aufgefallen ist, als sie nur ein paar mehr Worte gewechselt haben, dass Haneke ein wirklich guter Dialogschreiber ist. Muss man sagen. Wirklich richtig gut. Realistische und sehr lebensnahe Dialoge einfach. Ganz toll. Ja, und nicht irgendwie so in jedem Satz irgendwie am Anfang des Films unterbringen zu wollen, wo gehen die Figuren hin, was wollen die vom Leben und so, sondern man erfährt es ganz natürlich. Und es ist nicht so ein verzweifelter Versuch, über den Dialog alles zu erklären, wie das oft bei solchen Filmen ist. Also, Haneke macht das wirklich sehr, sehr gut. Genau, und sehr höflich. Sehr höflich und distinguiert und so. Und da muss ich mal sagen, das muss man erstmal schaffen, als Drehbuchautor A, das zu schreiben, so eine sehr subtile Entwicklung zu schreiben und B, dann das so zu inszenieren, dass du da wirklich ganz seicht reinkommst. Und als Zuschauer genau wie sie auch im Film erst nach und nach merkst, irgendwie, was macht der da? Und dann besteht er auf diese Eier und warum, das sind alles so ganz kleine Grenzüberschreitungen, wo du dann eigentlich noch sagen könntest, ja, irgendwie hat er vielleicht kein Gefühl für soziale Interaktion oder so, aber und dann kommst du nach und nach, wird die Daumenschraube so angedreht und du merkst dann irgendwann, au scheiße, das wird richtig unangenehm jetzt. Ja. Also ich finde es wahnsinnig creepy, weil er das erste Mal die vierte Wand durchbricht. Es ist wirklich super ausgewählt. Ein großartiger Moment dafür. Sie sucht den Hund, von dem wir als Zuschauer ahnen, dass er ihn erschlagen hat. Also der, wie heißt der nicht, Peter, sondern der andere? Ja, wie heißt der, Paul? Paul, ähm, da heißen die auch noch Peter und Paul, weißt du, sind so... Genau. Aber als sie nach dem Hund sucht, und wir schon wissen, okay, der ist ja erschlagen worden. Und er guckt ihr, amüsiert dabei zu, wie sie sucht, und sagt so noch ganz zynisch von außen, warm, kalt, kalt, warm, wie man das so macht mit Kindern, wenn sie was suchen. Und dreht sich dann einmal zur Kamera um und guckt in die Kamera und zwinkernd uns verschwörerisch zu. Und die sind so pervers, weil du als Zuschauer, dann kommst du dir richtig schmutzig vor, weil du einfach reingezogen wirst und Mittäter irgendwie wirst und dann, na komm, machst du mit. Wir sind hier fröhlich dabei. Du willst doch, dass es unterhaltsam ist und so. Ja, aber du musst ja den Zugang zum Zuschauer kriegen. Du musst ihn ja direkt kriegen. Und wenn du dann den Filmemacher dazwischen schaltest, dann verliert das an Wirkung. Weißt du, was ich meine? Ja, ich weiß, was du meinst. Aber es hat natürlich so ein, es hat natürlich so was Selbstgerechtes, ne? Ja, ja gut. Ich habe sowieso das Gefühl, dass Haneke relativ viel so selbstgerecht ist. Also wenn ich an Bennys Video zurückdenke, ich habe es auch echt lange nicht gesehen. Oder wenn ich an Caché oder wie der heißt, der ist ja auch krass und der hat aber auch so irgendwie so, weiß ich nicht. Der Unterton ist irgendwie, ist der schon so ein bisschen da immer. Aber mich stört es nicht so sehr. Ja, womit wir vielleicht, ganz organisch sogar diesmal bei unserer Top 3 wären. Das sind wir. Jingle. Yeah. So. Top 3. Die unangenehmsten Filme oder Filmmomente, die uns so einfallen. Müssen wir die Filme dazu mögen? Nein. Okay. Ja gut, sowas gibt es ja auch nun aus so Nazi-Zeiten und so, so unangenehme Sachen, die man sich einfach nicht mehr angucken kann, weil man die ganze Zeit denkt, ach du Scheiße, was da alles propagiert wird und was da dran hängt und wo das alles hingeführt hat und so. Also, ich hätte es in die andere Richtung als honorable Menschen, leg dich nicht mit Zorn an, den ich wirklich sehr unangenehm fand zu gucken. Nein. Aber auch unangenehm, aber auf eine gute Art und Weise ist dann wieder Borat. Ja, stimmt. Borat ist wirklich unangenehm teilweise, oh ja. Ja, aber eben auf eine gute Art und Weise, weil du am Ende irgendwie wirklich ein, du hast einen Mehrwert davon und du weißt, du hast ein, ja, es ist einfach ein Gesellschaftsbild. Wenn auch ein unangenehm ist, aber naja, so ist das halt.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Die hab ich nicht mit reingenommen in meine Liste, warum auch immer, keine Ahnung, aber das wären so, ja. Nee, shit. Okay, verstehe, was du meinst. Okay, machen wir deinen Platz 3. Ich hätte auf meinem Platz drei Andalusische Hund. Und der Andalusische Hund, wo das mit dem Auge, von wann ist der Film? Zwanzigern, Dreißigern? Ende der Zwanziger vielleicht? 29, sehr gut. 29, ja. Wo dieser Frau einfach mit einer Rasierklinge das Auge aufgeschnitten wird. Und das ist so gut gemacht. Selbst heute noch, also 29 haben sie es irgendwie hingekriegt. Mir im Jahr 2021 ein... Das ist wirklich, wirklich eine der unangenehmsten Szenen, die ich je im Film sehen musste. Ich glaube auch, ich glaube auch. Obwohl ich von The Fall auch schon fast genug hatte. Aber The Fall war ja alles noch klar geordnet. Ja, naja. Wie war das mit dieser, eine Taube saß auf einer Bank und dachte über das Leben nach oder sowas? Ich weiß nicht ganz genau. Der skandinavische Regisseur? Ja, genau. Vielleicht müssen wir den mal gucken. Der wäre auch spannend, auf jeden Fall, ja. Relativ jung, genau. Okay, ja. Schöne Nummer drei. Schöne Nummer drei. Mach du mal deine zwei. Okay. Mein Platz zwei wäre Black Swan. Oh, ja. Es gibt da dieses... Also alleine, wie sie ihre Flügel, wie ihre Federn wachsen, sie reißte sich auch irgendwann aus, glaube ich. Und das irgendwie... Oh, es gab so echt ein paar Momente in dem Film. So Body-Horror-Momente. Ja, was ich nicht erwartet habe von dem Film. Ich bin da reingegangen ins Kino. Ich glaube, wann war denn... Wann ist der Film rausgekommen? Ich habe noch deutlich mehr Verbindung zur Ballettschule gehabt. Ich war ja auf der Artistenschule und der Ballettschule. Und... 2010. Wir waren zusammen im Kino. Ich glaube, wir waren zusammen im Kino, ja. Genau. Und da hatte ich meine Verbindung noch stärker. Das ist... Hat sich ein bisschen gelegt inzwischen. Aber damals habe ich mehr, weiß nicht, so Ballett und ach, schön und so erwartet. Und dann kam da so ein krasser Horror bei raus. Und das war... Oh, der Film war gut, ne? Also vor allem auch technisch wahnsinnig spannend gemacht und wahnsinnig gut. Ja. Weil die auch diese Spiegel überall und dann mussten sie die Kamera irgendwie rausretuschieren. Und das hat ganz krasse Bildkompositionen erzeugt. Aber es waren einfach unglaublich unangenehme Momente dabei. Ja. Nee, Requiem for a Dream habe ich einfach nicht mehr gut genug im Kopf gehabt. Habe ich gut genug verdrängt. Was da alles passiert ist? Danke für die Erinnerung. Es ist unglaublich. Großartiges Musical, großartiges Drama. Und ich glaube, dass Björk zu Recht nicht mehr mit Lars von Trier zusammenarbeiten will. Es muss wirklich schlimm gewesen sein, aber nein. Ach du Scheiße, das wäre jetzt wirklich krass. Ja. Na, zum Beispiel Melancholia. Da hat sie ja gesagt, wie heißt sie, ich habe ihren Namen gerade nicht parat. Kirsten Danst. Kirsten Danst. Die hatte gesagt, dass sie Angst davor hatte, mit ihm zusammenzuarbeiten. Und dann aber gedacht hat, ja, der ist super, super Typ. Also, ne, es gibt halt dann irgendwie, ja, von allen Seiten was. Und ich glaube, er eignet sich halt auch wirklich sehr, um da Legendenbildung in eine negative Richtung zu betreiben. Weil er halt auch sehr gerne mal provoziert und sehr gerne mal Sachen sagt, wie, ich bin ein Nazi, um seinen Film in die Gespräche zu bringen. Ich weiß nicht. Ja, halt die Fresse und mach Filme. Ach, naja. Ja, mein Platz 1 ist auch Lars von Trier, aber Antichrist. Ja, total nachvollziehbar. Das war der Film, der einfach wirklich am meisten ekel und ich habe wirklich fünf Minuten Pause gebraucht, um mich hinzulegen und durchzuatmen und einfach ein paar Mal zu schlucken und zu sagen, okay, jetzt können wir wieder weitergucken. Ja, scheiße. Aber Antichrist mochtest du, oder? Ich fand ihn gut, den Film, ja. Aber es war dann schon wirklich einfach... Na gut. Er ist wirklich... Also ich muss schon sagen, dass er den meisten Filmen, die wir jetzt gerade besprochen haben, nichts nachsteht in den unangenehmen. Du bist halt wirklich die ganze Zeit von Anfang bis Ende dreht sich dir entweder der Magen um oder du hast ein Herzflimmern oder... Also es ist so, ah, fuck. Du willst eigentlich weg, die ganze Zeit.
Florian Bayer: Mhm.
Johannes Franke: Und die Katharsis wird uns weggenommen. Wir werden gar nicht rausgerissen aus dem Film. Irgendwie schafft es der Film, dass ich nicht einen Schritt zurück mache und sage, ach ja, ich gucke ja einen Film und so. Ich bin sofort wieder drin.
Florian Bayer: Echt, ja?
Johannes Franke: Ah, okay. Ja, mich hat sie nicht, vielleicht weil ich auch wusste, irgendwo im Hinterstübchen war mir wahrscheinlich bewusst, dass es diese Szene gibt. Obwohl ich den Film wirklich extrem lange nicht gesehen habe und schon wieder völlig vergessen hatte, was eigentlich alles passiert. Er greift uns an. Und er macht dieses satirische Moment auch auf, als er dann eben darüber spricht, warum die beiden das machen. Er redet ja über Dickie darüber, was er für eine schwierige Vergangenheit er hat und so. Und dann lässt er halt irgendwie, macht er einmal das Tor auf zu dieser Wohlstandslangeweile. Und das ist halt auch ein satirischer Ansatz, dass man sagt, okay, Gesellschaftssatire, wo sind wir hier gelandet, warum machen die das, welche Motivationen, so ein bisschen der Joker. Ja, die schweben die ganze Zeit so drüber über allem. Aber dafür ist die Zuschauerbeschimpfung dann doch nicht offensiv genug, als dass ich das für ein Problem halte. Weißt du, was ich meine? Ja. Also, wenn er das jetzt offensiv ganz explizit machen würde, dann würde ich sagen, ja, ein bisschen Reflexion wäre gut. Aber dadurch, dass er das nur so durch die Hintertür macht und da mal so einen Blick und da mal einen Blick und da einen Kommentar, finde ich es okay. Er ist nicht zu überheblich damit. Ja. Für meinen Begriff. Ja. Ganz kurz einmal den Ausflug zu der Szene, wo sie, wo darüber diskutiert wird, ob Dickie jetzt wirklich dick ist, weil er seine Speckröllchen hat und ob sie Speckröllchen hat und sich dann einmal ausziehen soll. Und das war der Moment, wo ich dachte, oh wow, jetzt bin ich mal gespannt, 1997, anderer Umgang mit Fleischbeschau von Frauen und so, wie machen sie das? Dann war ich aber sehr beeindruckt davon, dass er einfach nur gesagt hat, na gucken wir mal, ob sie Speckröllchen hat, hat sie ihr Kleid ausziehen lassen? Und dann hat er gesagt, nö, gibt's keine, darfst du sie wieder anziehen. Es gibt kein echtes Fleischbeschau, sondern es gibt genau dieses eine Thema, was einmal angeguckt werden will und dann ist das wieder abgehakt. Und das fand ich sehr gut. Oh, ist das so eine unangenehme Szene. Aber es ist unglaublich unangenehm, vor allem, weil er eben, der Vater, das dann sagen soll, dass sie sich ausziehen soll und das mit Liebling oder Schatz oder was auch immer, eine furchtbare Szene, aber eine von vielen furchtbaren Szene. Ja, krass, Mann. Es ist, und ich finde es eben auch deswegen beeindruckend, weil wir es eben nicht sehen. Wir sehen sie wirklich nur halsaufwärts, wie es ihr damit geht und ahnen an ihrer Bewegung, was sie tut. Wir sehen aber ihren Körper nicht, wir sehen nicht, was die anderen sehen. Es ist null Exploitation in der Richtung, sondern es ist nur eine pure Emotion, die wir da mitbekommen. Und das macht Hannecke in jeder Minute in diesem Film so, dass er sich nicht dafür interessiert, das zu zeigen und dadurch eine Katharsis zu bekommen, sondern einfach wirklich die Spannung aufrecht zu erhalten, indem wir es nicht sehen. Und das finde ich die beste Variante und die beste Idee, die man als Filmemacher in der Richtung haben kann. Und dann ist diese Szene mit dem Abzählreim, es ist so krass, wie der Junge dann verschwindet und wie diese Verfolgungsjagd dann auch noch, wie er das dann auch schafft, diese wiederum richtig, richtig spannend und richtig gut zu erzählen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich d'accord damit gehe, dass er den Jungen tatsächlich da kriegt. Weil das ist schon ein großes Haus und ein Gelände. Man könnte sich ganz gut irgendwo verstecken, aber das Kind ist halt auch dumm, wie Kinder halt sind. Und ist nicht besonders klug darin, sich zu verstecken, aber es hätte also 80 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass er ihn nicht findet. Die Kinder sterben nicht. Aber das hat er ja gleich am Anfang mit dem Hund, der gestorben ist. Ja, genau. Auch schon. Also, keine Kinder, keine Hunde ist ja in dem Film sowieso schon am Anfang über Bord geworfen. Naja, ich habe in dem Moment aber auch gedacht, als sie dann weg waren, habe ich dem Film schon abgenommen, dass er dann jetzt die beiden vielleicht leben lässt. Weil ich habe mich echt nicht mehr daran erinnert, was eigentlich dann kommt. Und sie rennt dann los und lässt ihn zurück, weil er sagt, komm, ich bin schlecht zu Fuß. Ich habe, während er reingebissen hat, habe ich gedacht, na, kann er es schlucken? Geht das? Und ich hätte es nicht gekonnt. Und ich glaube, ich hätte als Regisseur wie Haneke jetzt im Remake gesagt, er kriegt es nicht hin. Honig im Kopf habe ich gehört, es ist immer ganz schlimm gewesen zu sein. Da war ich schon im Original irgendwie, naja. 18? Wow. Okay. Ja, das Thema ist natürlich, ja, verführerisch, ne? Da kann man viel mit machen. Die Frage ist, ob die Filme alle unterschiedliche Dinge damit gemacht haben oder ob alle sich sehr sklavisch an das gehalten haben, was im Original passiert. Ja, das, ich glaube, ich kenne es sogar, den, den, den, den, die... Tja, schade. Okay. Na, äh, was mich ein bisschen wundert ist eben, dass, dass dann der ganze Zirkus nochmal losgegangen ist in Amerika, weil eigentlich haben wir inzwischen so viel erlebt an, an Zeug, was in diesem Genre Horrorfilm so passiert ist. Ähm, ähm, apropos, ist das, ist es genremäßig Horrorfilm tatsächlich? Hm. Ja. Also Psycho-Thriller finde ich einigermaßen treffend. Ja, geradlinig Richtung Tod. Ja, oh Gott. Nein, ich habe dann wirklich gedacht, als die erstmal alleine waren, habe ich gedacht, okay, sie schafft das jetzt und sie geht jetzt los und dann fährt dieses Auto an ihr vorbei und ich denke, ja, natürlich, ich würde mich auch verstecken und dann, ja, natürlich, beim zweiten Auto würde ich mich vielleicht dann doch trauen. Das falsche Auto. Das falsche Auto. Scheiße, Mann. Und ich finde es wieder gut, wieder gut, dass Haneke genau in dem Moment abblendet und die andere Szene reingeht und wir nur sehen, wie sie dann halt wieder gefangen genommen zurückgebracht wird. Ich will nicht sehen, wie sie dann aus dem Auto aussteigen und sie da wieder einkaschen oder, weißt du, das ist Blödsinn. Sehr höflich übrigens, Paul ist sehr höflich gegenüber. Ja, und diese österreichische Akzent dann noch dazu, weißt du? Ja, genau. Ja, mei. Ja, sie wollen doch ein plausibles Ende. Und dann spielen sie die liebende Gattin. Und das ist die Szene, wo du vorhin gesagt hast, dass sie ja so einfach immer wieder fertig gemacht wurde von dem Regisseur dann auch. Dass sie dann einfach nur noch da hängt und nur noch die Worte rauspurzeln lässt aus ihrem Mund. Sie zwingen sie zu beten auf den Knien. Ja. Georg wird erschossen. Sie nehmen sie nochmal aufs Boot und diese mit dieser nebenbei, diese Nonchalance, mit der sie einfach hinten übergekippt wird und im See fällt. Und wir sehen sie nicht weiter. Sie kippt aus dem Bild und das war's. Also ein durch und durch unangenehmes Erlebnis, aber einfach so gut gemacht, das ist wirklich beeindruckend. Und ich hab nochmal nachgeschaut, von wann der Film ist und wie viel Haneke vorher gemacht hat. Er hat schon eine ganze Menge vorher gemacht. Ich hatte während des Guckens versucht zu sagen, oh wow, einer der ersten Filme von Haneke, so genial schon. Und dann hab ich aber nachgeschaut und gesagt, naja, okay, er hat genug Zeit gehabt zu üben. Ja, aber der ist einfach absolutes Meisterwerk.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Muss ich mir mal anschauen. Weil ich hab dann eben auch gemerkt, dass ich ja gar nicht so viel von Haneke gesehen habe. Also, da fehlt ja noch eine ganze Menge. Ich muss es mir einfach mal zu Gemüte führen. Ja, er hat dann halt irgendwie den Luxus, das auch machen zu können, weil die Filme erfolgreich genug waren und der dann irgendwie finanziell auch die Möglichkeit hat. Es gibt ja nur genug andere Regisseure, die einfach weiter arbeiten müssen, sonst verhungern sie, weißt du. Es ist halt ein bisschen... Ja. Ich möchte einmal die New York Times zum Remake zu Wort kommen lassen. Was auch zum Original passen würde. Michael Haneke war schon immer mehr daran gelegen, das Publikum zu bestrafen, als es zu unterhalten. Wahrscheinlich betrachtet Herr Haneke das als Kompliment. Selbst die Freude am eigenen Masochismus möchte man uns nehmen. Denn Herr Haneke scheint irgendwie ein Wesensverwandter von Eli Roth zu sein. Eli Roth sagt mir jetzt nichts, keine Ahnung. Aber spannend, dass die New York Times zum Remake, aber es passt nun wirklich auch zum Original, eher der Meinung ist, dass Haneke das Publikum mehr bestrafen, als unterhalten möchte. Ich verstehe das irgendwie, diese Haltung. Wobei das bei dem Film ja auch fast, man könnte auch in dem Moment gerade auf Toilette sein, weißt du, wenn man im Film nicht ernsthaft guckt und so ein paar Sachen einfach hinten runterfallen lässt, dann könnte man es auch verpassen. Ja. Nicht unbedingt. Das würde ich nicht sagen. Diese selbstreferentiellen Momente sind genauso unangenehm, weil sie einfach, also der Blick zum Zuschauer mit dem Zwinkern und ihn reinholen, das macht es so unangenehm und man fühlt sich so schmutzig. Aber es stimmt vielleicht, wenn man es auf eine bestimmte Art und Weise guckt, dann hat man eine philosophische Distanz dazu plötzlich. Das könnte sein. Aber ich weiß nicht. Der Film würde so oder so funktionieren. Ich finde es gut, dass es drin ist, weil es irgendwie ein spannendes Moment aufmacht und nochmal ein anderes Element und eine andere Ebene. Aber ja, der Film ist einfach großartig inszeniert. Die Dialoge sind toll, viel Gespür für Entwicklung, für wie Menschen miteinander interagieren und wie sowas ganz subtil creepy wird. Ja, und irgendwie in ihrer Katharsis dann sehr plump. Plump, genau. Weswegen ich eben es nicht mag, wenn man mir zeigt, was passiert, sondern ich einfach viel lieber mag, wie Haneke das macht. Einfach zu sagen, so, und da drüben passiert jetzt eine ganze Menge, von denen du dir ausmalen kannst, was da alles passiert. Das stimmt, ich war in dem Moment fast ein bisschen raus, aber es kam sehr schnell wieder rein. Sind wir schon auf Podcast-Länge? Wir sind, sind wir schon auf, ja, wir wollen ja auch eine plausible Entwicklung und ich würde sagen, bei 1, 10, 15, je nachdem. Finste, danke. Dann machen wir eine Pause. Ja, dann gehen wir doch zurück in die Pause und dann werden wir uns den zweiten Film nähern und mal schauen, was der zu bieten hat. Ja, das läuft wieder, Plur. Kannst du auch bayerisch? Ja, das Problem ist, nee, das ist der Wiener. Der Wiener kommt da durch. Ich weiß nicht. Ja, mei. Da legst du dich nieder und dann stehst du dir auf. Nee, ich bin schon mit den deutschen Dialekten ein bisschen überfordert. Ich glaube, das kriege ich jetzt nicht noch hin. Ja, willkommen zurück. Willkommen zurück. Danke, dass du dich nochmal über meine Immobilie in Form von Pfandflaschen aufgeregt hast in meiner Küche. Ich weiß, hier kommt man schwer durch gerade, weil ich... Nein, ich habe kein Problem mit Bier. Nur ohne. Für richtigen Alkoholismus reicht es nicht. Nein. Was haben wir denn als zweites Plur? Peter Jackson. Ja, genau. 2009. Ja, In meinem Himmel heißt der Film und wurde auch von Laura empfohlen. und den sollen wir uns mal angucken und das haben wir getan. Und du führst uns jetzt ein. Ich führe uns in diesem Film einmal ein. In meinem Himmel. Die Story ist schnell erzählt. Das Drama In meinem Himmel aus dem Jahre 2009 arbeitet den gewaltsamen Tod einer 14-Jährigen auf, die aus dem Raum zwischen Leben und Tod berichtet, wie es zum Mord kam und wie ihre Familie versucht, den Tod zu verkraften und den Mörder zu finden. Regie führte Peter Jackson. Wait, what? Peter Jackson? War das nicht der mit den Fantasy-Ebenen? Ja. War das nicht der mit dem Trash-Horror? Ja. Hat Peter Jackson in diesem Film völlig anderen Genres alles das in der einen oder anderen Form auch versucht unterzubringen? Ja. Den Trash-Faktor? Ja. Die überbordende Fantasy? Ja. Ist das gelungen? Ähm. Was meinst du, Plur? Soweit würde ich nicht gehen. Soweit würde ich auch nicht gehen, tatsächlich. Ja. Gehört aber zu den Filmen, bei denen ich das Gefühl habe, wenn man in den Schnittraum gehen würde, nichts neu dreht, aber vieles einfach neu arrangiert oder einfach gnadenlos rausnimmt, könnte ein guter Film bei rauskommen. Ich liebe es. Es ist großartig, wie sie, auch was sie geschrieben, wie sie geschrieben ist, die Figur und wie, was sie draus macht. Es ist einfach toll. Ganz schnell runtergeregelt. Ja, Plur, möchtest du noch ein bisschen ranten? Möchtest du vielleicht, du könntest mir vorher so zuzwinkern, wenn du einmal lauter werden möchtest, dann würde ich hier runter. Was daran ist gut inszeniert? Okay, das ist aber keine Inszenierung. Es ist die visuelle Ebene. Okay, das heißt, das Post-Production-Haus hat das gut gemacht. Die Grafik ist gut. Ja, die Grafik ist gut. Also, ich finde, im ersten Moment, wo die ersten wirklich offensichtlichen CGI-Sachen kommen, denke ich, oh wow, gar nicht so schlecht. Beim zweiten Mal denke ich, ach du Scheiße, war das jemand völlig anderes? War das der Praktikant? Beim dritten Mal denke ich wieder, oh ja, das ist doch ganz nett. Es wechselt ein bisschen. Ich hab noch ein paar andere Sachen. Okay. Also, was ich schön finde, ist, ich finde die Schauspielerin, die Hauptfigur, sehr gut. Ja, das stimmt. Ich finde, es ist eine ganz wundervolle Schauspielerin, dass sie sie haben zu viel säuseln lassen, ist nicht ihre Schuld. Für die Texte kann sie auch nichts. Ja. Sie ist toll. Sie ist eine fantastische Schauspielerin, tatsächlich. Ich mag ihr gerne zusehen, ich mag ihr gerne zu hören, ich möchte wissen, was mit ihr ist, alleine, weil sie es ist. Hat sie nicht für diesen Film irgendeine Nominierung bekommen? Das weiß ich nicht. Ich hab das irgendwo aufgeschrieben, glaube ich, aber verdammt, ich weiß es nicht mehr. Sorry, ich krieg's gerade nicht raus. Ach, für Stanley Tucci, verstehe, verdammt. Ja, es ist, also ein kleines bisschen verzeihen kann ich es ihm, weil es in einer Zeit spielt, in der das, ähm, in der das Brillengestell nicht ungewöhnlich war, in der der Bart nicht ungewöhnlich war. Das ist, das ist nicht völlig out of context oder sowas. Aber, aber es ist schon so, so, ja, abziehbild. Ja, genau. Kriegt in dem Film zu wenig zu tun? Sie hätte, glaube ich, mehr zu tun gehabt, wenn sie nicht rausgeschnitten hätten, bestimmte Sachen, ähm, aber, ähm, also es gab noch irgendwie eine Geschichte von, mit einer Affäre mit jemandem und so und die haben irgendwie, da ist noch ein bisschen was, wäre da noch gewesen. Ich frage mich das auch die ganze Zeit. Ich denke die ganze Zeit, hä, was war, warum, aber Mark Wahlberg, so schlecht ist er doch eigentlich normalerweise nicht. Wenn er einen guten Regisseur hat, offensichtlich. Und wow, wow, das war wirklich schlecht. Ja, ja, traurig. Wirklich traurig. Und ich habe es erst nicht glauben wollen, so. Und dann kommt so eine Szene nach der anderen, wo man so nicht so reinkommt und dann nicht versteht, was, warum, wie, was, warum glaube ich ihm nicht. Und dann irgendwann muss man einfach akzeptieren, dass er in diesem Film einfach schlecht ist. Ja. Traurig. Theoretisch, aber praktisch halt dann leider nicht mehr. Nee, überhaupt nicht. Ja. Trotzdem muss ich sagen, hat mich der Film beeindruckt zurückgelassen. Ich musste es schon, also er hat so viel aufgefahren, dass ich durchaus beeindruckt war am Ende davon. Und auch in der einen oder anderen Storyline mitgekommen bin und gedacht habe, okay, das will ich auch wissen und da will ich auch teilnehmen. Wenn man von vorne mal ein bisschen durchgeht, am Anfang, sie will Fotografin werden, das ist so ein bisschen, ja, Staple of Jugendlich, die will irgendwas, wir geben ihr irgendwas, was sie werden will, Fotografin und dann, ne, das spielt gar keine Rolle mehr groß. Sie soll cool sein, sie darf ihrem kleinen Bruder das Leben retten, mit ihrem Vater Schiffe in Flaschen aufstellen. Aber streckenweise gut inszeniert, wie der zum Beispiel, dass der Junge fast erstickt und so, das ist eigentlich nicht schlecht gewesen. Mhm. Na, ich fühle mich noch nicht ganz so schlimm manipuliert und ich habe auch ein paar Szenen, wo ich zwar angefangen habe, darüber nachzudenken, wie es inszeniert ist, und bei einem guten Film hätte ich nicht drüber nachdenken müssen, ähm, aber ich habe oft gedacht, oh, sie hätten es viel schlimmer machen können. Zum Beispiel, wie sie, ähm, nicht nach Hause kommt, hätten sie auch einfach eine weinende, ähm, Mutter erst mal zeigen können. Aber nein, sie, sie machen, sie machen erst mal Abendessen und, und, und, ähm, Essen und machen ihren Teller fertig und, und, äh, regen sich erst mal darüber auf, dass sie erst einfach nicht kommt und sie werden sie dazu zwingen, diese Bohnen zu essen, die sie eigentlich nicht mag oder sowas, weiß ich nicht mehr genau. Ähm, und dass sie zwischenschneiden, ihr Schritt, den sie mehr auf dieses, dieses Hideout, äh, der, das er gebaut hat, zumacht, zwischengeschnitten wird mit den Tellern, die auf den Tisch kommen. Und nicht etwa mit den Worten der Mutter, ach, wo bleibt sie denn? Sie ist doch normalerweise nicht so spät. Das haben wir in anderen Filmen auch schlechter. Hm. Ich fand's, so rein montagemäßig und so, finde ich, fand ich das nicht, nicht so schlimm und nicht so problematisch, wie, wie es auch in anderen Filmen schon zu sehen war. Und, ja, es funktioniert auch nicht, wenn sie die ganze Zeit sagt, ich bin tot, aber ach, ist doch eigentlich gar nicht so schlimm. Ja, ja, oh Gott. Oh nein. Aua. Ja, das ist nicht die Absicht dahinter. Nein, es ist überhaupt nicht die Absicht dahinter, nein. Und es gibt ja ein ursprüngliches Buch, ne, von, von, ich hab's aufgeschrieben, Moment. Von Alice Sebald, The Lovely Bones. Und es muss viel, viel besser sein als der Film. Also es muss wirklich eine gute Vorlage sein. Und es wurde auch viele, viele Entscheidungen, die im Film getroffen wurden, wurden auch von der Autorin kritisiert. Wie zum Beispiel, dass sie die Vergewaltigung nicht zeigen. Ja. Und dass sie es alles vermeiden, was zu sehr, zu extrem sein könnte. Ja, genau. Ja, also ich finde es innerhalb Peter Jacksons Kopf nachvollziehbar, dass er diese Vergewaltigung weggelassen hat und dass er so ein paar Sachen einfach nicht gezeigt hat. Aber dann hätte er ja komplett woanders hingehen müssen mit dem Film. Das finde ich übrigens wirklich ganz cool. Also jetzt nicht die grandioseste Idee in der Filmgeschichte, aber eine nette Geisterdarstellung. Du kommst dann als jemand, der aus seinem eigenen Körper rausstürmt und nicht realisiert, ich bin gestorben, in ein Dorf, renn an jemandem vorbei, der dich dann auch noch sieht. Ja, okay. Aber eine nette Geisterdarstellung zwischen dem Dorf, was bevölkert und nicht bevölkert ist gleichzeitig und wo du dann bist oder nicht bist gleichzeitig. war gut inszeniert. Ja. Und da hat mir auch der Effekt noch gefallen, der da draufliegt auf der Szene und wie sie dann weggetragen wird vom Wind. Keine Ahnung, ich weiß es nicht. Aber das war effektmäßig vom Visual Effects Haus gut umgesetzt. Während die nächsten Sachen dann teilweise doch ein bisschen sind. Ja, also... Ich weiß nicht. Es gibt immer wieder... Für mich ist es einfach sehr durchwachsen. Es gibt immer wieder Momente, die gut inszeniert sind und es gibt immer wieder Momente, wo ich denke, ach du Scheiße, voll reingegriffen ins Klo. Warum? Und ich frage mich halt, warum Peter Jackson da so inkonsistent ist. Entweder richtig kacke oder... Aber er hat immer wieder Szenen drin, die ich wirklich gut finde. Also ich finde zum Beispiel an der Stelle, wo was du vorhin erwähnt hast mit den Schiffen in den Gläsern, wo er, wenn er in Zeitlupe die Gläser zu Boden wirft und voller Verzweiflung, die Mark Wahlberg nicht spielt, sondern einfach nur körperlich macht, das hat irgendwie echt Anleihen von, obwohl sie das nicht kennen, von Rosamunde Pilcher, was wir gesehen hatten. Ja. Oh, weiß nicht, so plump, Zeitlupe an der Stelle irgendwie, ah, fuck. Der beherrscht es halt wirklich gar nicht. Der beherrscht es auch nicht. Nein. Also, das ist eine Dialogstelle, die mir auch eben genau in die gleiche Kerbe fährt, als sie sagt, aber der Mörder hat nicht damit gerechnet, wie sehr ein Vater seine Tochter lieben kann. Weißt du, so ein Satz, wo man denkt, what the fuck, wie tief willst du noch reingreifen in diese Kitschdinge? Vor allem ist es nicht logisch. Es hat ja nichts damit zu tun.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ja, es ist, also, es bleibt auf diesem Bullshit-Level. Ja. Du hast keine wirkliche Ermittlungsarbeit oder keine Beweise, was ja auch dann erzählt wird. Du brauchst Beweise für sowas. Und dann wird es aber nicht, weiß ich nicht, weiter aufgegriffen, beziehungsweise sie bringt ja dann die Beweise, die Schwester. Lindsay. Aber wiederum da die Inszenierung der Szene selbst, spannend, wie sie da im Haus rumgeistert und versucht und er kommt nach Hause und so. Das ist gut montiert und gut inszeniert. Ich finde es super, aber innerhalb des Films selbst ist es halt ... Wenn wir uns mal den Vergleich zu bildender Kunst erlauben, Funny Games hat wahnsinnig viele Farben auf der Palette und deswegen kann man das Genre nicht eingrenzen, weil du viele Farben hast. Und dieser Film hier hat auch sehr viele Farben, aber eben auch viel Material unterschiedliches. Dann wird Kork mit auf die Leinwand genagelt, während neben Ölfarben und dann noch ein bisschen Waste von irgendwo anders. Und dann hast du so ein Chaos an Zeug. Das ist krass. Irgendwie. Aber das wiederum, weswegen ich so manche Szene einfach wirklich toll finde und einfach nur verstört davon bin, wie Peter Jackson es nicht schafft, das alles einheitlich zusammen zu bringen in dem Film, die Szene, wo der Detective bei dem Mörder ist, das Gespräch an sich ist wiederum gar nicht so schlecht. Ist auch gut inszeniert. Also natürlich gibt es da so ein paar Staple-Antworten und ein paar Stempel für, guck mal, so sind Mörder in den 80ern oder 80er, Spreeders in den 80ern? 70ern. Aber ich fand das nicht schlecht beinszeniert und gespielt. Ja, okay. Ja, das ist immer blöd, wenn du dann anfängst, in einem Film nachzudenken und zu sagen, oh Gott, was will denn der jetzt, das will er jetzt, das will er jetzt. Ja. Naja, und dann, da musste ich am meisten auflachen, nicht bei Susan Sarandon, die ich sehr mochte, aber als diese beiden Herzhälften in den Ketten, weil erinnerst du dich an diese, oh Gott, ich weiß nicht, ob das immer noch rumgeistert, ob Brigitte oder wie die heißt, die immer noch diese Herzenhälften als Ketten haben, aber das ist so ein Staple für mich für 70er, 80er, Jugendliche schenken sich was, Ding. Oh Mann. Naja. Ja, aber was ich auch schön finde, ist, dass die Fotografien einmal immer wieder einen Monat das Neue entwickelt wird. Das fand ich ein tolles Motiv, ja. Fand ich ein ganz tolles Motiv, hat mich auch immer wieder sehr gefreut und das Problem ist bloß halt, bei den letzten Bildern, die er entwickeln lässt, kommen diese Rosen und der Vorgarten, die was in ihm auslösen, was völlig überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Also es ist, plötzlich wird er zum Visionär, irgendwie hat er plötzlich Visionen, dass er es war, völlig ohne handfeste Beweise oder handfestes an irgendwas, woran er sich festhalten kann. Sie hat halt Nachbarn fotografiert, ja und? Auch dieser, ich weiß nicht, kann mir nicht helfen, aber Peter Jackson hat diesen, hat bei Herr der Ringe das super einsetzen können, seinen Hang zu epischem Fantasy-Zeug. Aber, aber der Himmel, in dem sie da ist, der ist einfach, der rastet vollkommen aus mit, mit, mit, mit Wechsel von Jahreszeiten, mit Wechsel von Location, mit Wechsel von Zeug und und alles ist so, so furchtbar transzendental und das ist so, ah, ah, ouch und wenn man, wenn man alles 15 Nummern kleiner gemacht hätte, wäre wahrscheinlich alles viel glaubwürdiger geworden und du hättest dann tatsächlich sowas machen können, wie du jetzt gesagt hast, dass man wirklich eingreifen kann als Geist vielleicht, macht man halt eine Geistergeschichte draus, das ist so, auch gut. Und dann ist es eben auch wirklich plausibler, dass sie dann den Mörder tatsächlich enttarnen. sie, dass wir dann irgendwann eine Verordnung haben, dass sie im Safe ist. Das war so ein Moment, wo man sagt, es ist ein realistischer Moment, wo du weißt, ah, okay, da ist sie und da könnte man sich jetzt dran hangeln. Findest jemand, findet jemand raus, kann jemand den Safe öffnen und so weiter. Aber das hätte ja alles keine Rolle gespielt. Er hat ja den Safe dann da ins Loch geworfen. Ich fand, es war tatsächlich eine komische Entwicklung atmend da unten liegt und langsam schmerzhaft verreckt. Und das haben sie echt über Testerführungen herausgefunden. Die haben sich das Publikum befragt und wie war der Film und so. Und dann gab es halt viele Stimmen, die gesagt haben, ja, wir wollen mehr Gewalt. Wir wollen mehr sehen, dass der wirklich leidet am Ende. Ja, also, ich weiß nicht, es ist so schwer dann noch irgendwie zu faziten. Weißt du, was ich meine? Es ist so all over the place, der Film, dass ich ganz schlecht sagen kann, wie ich den ganzen Film fand, weil es so echt so viele Sachen gab, die ich wirklich gut inszeniert fand, so Einzelteile. Und die mich auch von einer Szene in die nächste getragen haben und mich motiviert haben, weiterzugucken und auch mich wissen, also ich wollte wissen, wie es weitergeht und was mit ihr ist. Aber ich wollte halt auch echt zwischendurch sagen, bevor liebe CGI-Abteilung kündigt einfach und sagt, nee, das ist uns zu viel, lass das. Ja, es, das Projekt ist ja auch, hat ja auch eine lange Entwicklung hinter sich, ne? Die hatten ja das relativ schnell geplant, das zu, zu verfilmen, diese Vorlage und dann haben das verschiedene Leute hin und her gereicht und dann gab es da mal einen Entwurf und da mal einen Entwurf und dann haben später auch Leute, die im frühen Stadium dabei waren und das anders gemacht hätten, danach gesagt, um Gottes Willen, ich hätte diese My Little Pony heile Welt da komplett rausgelassen und weißt du, es sind halt, es ist viel passiert mit diesem Skript und man hätte vielleicht an der einen oder anderen Stelle sagen sollen, so, das ist jetzt unsere Version und wir lassen Peter Jackson bitte raus. Ja. Ja. Nein, das geht für Erwachsene. Ich glaube, es geht für Erwachsene und das Buch ist auch für Erwachsene. Also das Buch ist wirklich nicht an einen Teenager gerichtet. Das ist ein erwachsenes Buch und das Thema ist ganz klar an Erwachsene auch entsprechend umgesetzt und beschrieben. Weil die Vergewaltigung ja auch ordentlich beschrieben wird und alles. Man hätte, ich glaube, ich bin mir ganz sicher, dass der Film funktioniert hätte und viel besser funktioniert hätte, wenn es wirklich für Erwachsene gemacht hätten. Also da müsstest du auf diese ganze, auch die Off-Stimme von ihr, wie sie die ganze Zeit, ach und jetzt bin ich tot und ich hoffe, dass ihr ein schönes, schönes, langes Leben habt. Das musst du, darauf musst du alles verzichten dann. Weil das ist die, die, die, das ist an die Jugendlichen gerichtet. Das ist die Stimme aus dem Off für die Jugendlichen, um ihnen zu sagen, du siehst da jetzt gerade eigentlich traumatische Ereignisse, aber wir versuchen, dir das besser zu verpacken, damit du nicht traumatisiert aus dem Film rausgehst, weil du zu jung bist, um eigentlich sowas in der schlimmen Version und realistischen Version zu sehen. Also vielleicht ist das das Hauptmanko des Films tatsächlich, dass er einfach auf das falsche Zielpublikum abgezielt hat. Ich bin mir ganz sicher, aber ich glaube auch, dass Peter Jackson einfach, einfach in allem, ich sehe das immer bei Peter Jackson, dieses Bedürfnis nach Fantasy-Epos und epischen Sachen und viel zu großen Sachen für so ein kleines Thema. Also nicht kleines Thema im Sinne von klein geredet, aber im Sinne von, es ist eigentlich eine gute, intime Geschichte und kein Herr der Ringe. Also Galadriel und Co. Diese Elben und diese... Ich mag den sehr gerne, den Film. Ja, ja, ja, aber wirklich. Aber ich glaube, ich finde den Film insgesamt besser als du, weil ich immer wieder anknüpfen kann, weil mir immer wieder die Inszenierung einzelner Szenen gut gefallen hat und ich Themen, die er aufmacht, durchaus ernst nehmen konnte. Dann auch was, wo du dich schon zu sehr draufgestupst mit der Nase draufgestupst oder dir das ins Gesicht geklatscht fühlst. Während ich noch denke, ja, okay, ist in Ordnung. Ich komme damit klar, dass es jetzt ein bisschen drüber ist. Ja. Wusstest du übrigens, dass Ryan Gosling eigentlich die Rolle von Mark Wahlberg spielen sollte? Nee, nicht von Mark Wahlberg. Doch, von Mark Wahlberg. Ja, wirklich? Nee. Von Jack, oder? Jetzt muss ich auch nochmal gucken. Doch, doch, doch, doch. Doch, stimmt. Ja, genau. Und es hieß dann in der offiziellen Erklärung, dass er rausgegangen ist, weil beide festgestellt haben, nee, der passt nicht in die Rolle. Es stimmt nicht ganz. Er müsste ja eigentlich erst viel zu jung für die Rolle und so weiter. Und dann hat irgendwann Ryan Gosling zugegeben, dass er sich für die Rolle einiges angefressen hat und einen Schnurrbart hat wachsen lassen, ohne dass Peter Jackson Bescheid wusste. Mhm. Und dann einfach rausgeflogen ist. Er ist da halt angekommen in diesem Zustand und Peter Jackson hat gesagt, hallo, geht's noch? Also, ja, ja, ja, Ryan Gosling hätte, ähm, hätte sich vielleicht mit dem Film nicht so viel Gutes getan. Ja.
Florian Bayer: Mhm.
Johannes Franke: Mhm. Ja. Ja. Ich bin ein bisschen gnädiger mit ihm. Wirklich. Weil ich wirklich ein paar Sachen davon ganz gut finde und ich glaube, wenn man irgendwie so 45 Minuten rauskürzen würde, die schlimmen Teile und die Geisterdarstellung von ihr vielleicht ein bisschen besser irgendwie noch hinkriegt und den Himmel komplett weg und das Ganze ein kleines bisschen umstellt, ich glaube, es könnte gut sein. Ich weiß nicht. Und mal Warburg austauscht. Sich wirklich hinzusetzen und zu sagen, okay, ich gehe jetzt mal mit der Schere ran und schneide mal meine Version des Films zusammen, aus dem existierenden Material. Oh wow. Sag mal, auch wie lame ist das eigentlich, so ein Hideout zu bauen und einer 14-Jährigen zu unterstellen, dass sie es total geil findet, dass ein Nachbar so ein Hideout gebaut hat. Das ist schon auch ein bisschen abwegig, oder? Also, dass er sie auch damit kriegt, dass er sagt, ach schade, ich wollte jetzt unbedingt jemandem zeigen, was ich da gemacht habe und sie ist voll begeistert von diesem Hideout und denkt sich nichts dabei. Weiß nicht, irgendwie. Und es ist noch so eine Gruselhöhle, die er da gebaut hat, mit den Gruppen, die da rumstehen und den Zeitschriften. Nee. Irgendwie nicht. Okay, Jingle. Schön. Ja. Okay. Okay, die Top 3 Jugendfilme, hast du Honorable Mentions? Okay, Honorable Mentions, die nicht in der Liste gelandet sind, weil wir sie einfach schon besprochen haben, sind Ten Things I Hate About You, was wahrscheinlich auf Platz 1 landen würde normalerweise. Oder Cruel Intentions. Oh, ja. Ne? Den hatten wir noch, über den haben wir noch gar nicht geredet. Die haben wir noch nicht geredet, aber den hab ich schon mal in Toplisten gehabt, ein paar Mal, glaub ich, oder ein, zweimal mindestens. Ich kann mich nicht erinnern, dass der im Zuge dieses Podcasts jemals erwähnt worden wäre. Doch, doch, ich weiß noch. Ja? Aber ich weiß nicht mehr, in welcher Episode. Aber Cruel Intentions, also gefährliche Liebschaften, hab ich schon mal gehabt. Tolle Neuinterpretationen. Ganz toll. Ach, das war die Top 3 der Filme, die aus literarischen Vorlagen sind, die schon ein bisschen länger her sind. Stimmt, da hatten wir auch über Romeo und Julia geredet, oder? Ich glaube ja, das war, glaube ich, die Shakespeare-Episode. Ja. Okay, und ich hätte noch Heathers. Oh, den haben wir auf jeden Fall auch schon mal genannt. Den haben wir auch schon mal genannt. Ja, toller Film. Ganz, ganz weirder Film. Also total, okay. Das fängt an wie so ein typischer Teenager-Highschool-Film, aber er hat irgendwie echt weirde Momente und eine seltsame Entwicklung. Und dann wird verdammt viel getötet. Ja. Das ist total krass. Ja, einer meiner liebsten Filme aus der Zeit irgendwie. Cool. Ja. Und es gibt natürlich ganz viele Sachen, die irgendwie in dieses Horn stoßen. Irgendwie ist Back to the Future auch so ein, das ist alles so, weiß ich nicht, 90er, 80er, 90er Filme, die irgendwie, weiß nicht, wahrscheinlich, weil wir einfach in den 80er, 90ern sind. Okay. Lustig. Stimmt, aber das sind so diese, ja, das ist der Umgang mit diesem Thema der 80er, das ist richtig, ja. 80er-Rape-Culture. Scheiße, Mann. Wow. Ja, und ich erinnere mich an die Zeit und ich erinnere mich an meine Gedanken zu der Zeit und schäme mich ganz furchtbar dafür. Dito. Das ist krass, ne? Es ist so, ne? Ja, total. Wow. Ja, ja. Okay, und ich hätte noch als Honorable Mention, jetzt muss ich überlegen, was ich da rauskomme. Ausnehme aus meinem, nee, mehr habe ich nicht. Mach du erst mal. Ja, ich habe volle keine Serien mit drin. Oh nein. Weil ich einfach nicht, es ist einfach gerade, sind die, der Hot Shit sind einfach Serien gerade, muss ich mal sagen. Mit Claire Danes. Ja. Ich bin mit meinem Platz 3 als erstes dran, ne? Platz 3, Serie, Sex Education. Schade. Du musst Sex Education auf Netflix gucken. Ja. Es ist wirklich richtig genial. Richtig, richtig gute Serie. Einfach im Grunde wieder so Highschool-Ding, ne? Hat inzwischen drei oder vier Staffeln oder sowas mit Scully, mit, wie heißt sie? Gillian Anderson? Gillian Anderson als Mutter eines Sohnes, der auf dieser Highschool ist. Und sie ist Sexualtherapeutin, wenn ich das richtig erinnere, dass das der richtige Beruf ist. Aber sie hat irgendwas mit Sex auf jeden Fall zu tun und berät Leute. Und sie redet sehr offen über Sex mit ihrem Sohn und der weiß sehr viel mehr über Sex als alle seine Mitschüler. Und er macht dann quasi in der Schule eine Beratungsstelle für Sex auf. Und zwar auf dem Klo. Wie alt ist er? Er soll, glaube ich, so 17 sein oder so. Okay. Cool. Das klingt total, und es ist Comedy, oder? Es ist Comedy und es ist aber unglaublich großartig, weil sie alle möglichen, sie haben sehr diverses Cast und auch, also weil was ethnische Sachen betrifft, als auch was sexuelle Orientierung betrifft und so. Und macht alle Themen auf, die mit Sex zu tun haben und auch alles drumherum. Also es ist wirklich ganz, ganz, ganz toll aufgemacht. Also wirklich toll. Nur empfehlenswert. Okay. Alle gucken, Guckbefehl, absoluter Guckbefehl. Ja, dein Platz zwei? Platz drei. Platz drei? Also mittlerweile auch so ein Running Gag, dass du immer mit den Zahlen ein bisschen dründer da kommst. Ich habe hier extra so Karten liegen, was mache ich heute falsch? Also so ein bisschen wie dieser Film. Also für den wir gerade eigentlich am Wickel haben. Von allem zu viel. Aber es ist irgendwie ein schöner Kitsch. Okay. Das war dein Platz drei. Dann muss ich jetzt Platz zwei? Ja. Platz zwei ist für mich für deutsche Filme jetzt gerade reserviert. Und zwar zwei. Das ist ein Thai. Und zwar zwei Filme, über denen ich dabei war. Einfach Sommersturm. Es ist ein ganz toller Film über Erwachsenwerden und sexuelle Präferenz entdecken. Also ein schwuler Ruderclub. Zu einer Zeit, in der es echt schwierig war, sich da zu outen. Mit Tobias. Genau. Mit Robert Stadlober und diversen anderen Kollegen. Also es ist einfach wirklich ein, von Marco Kreuzpeintner, ein wirklich toller Film über, naja, übers Erwachsenwerden und über, wie man das jetzt macht mit dem Outing oder nicht oder was. Oder in welchem Umfeld bewegt man sich da. Und es ist halt auch eine Komödie, aber eben eine dramatische Komödie. So typisches deutsches Comedy-Drama. Sehr schön fand. Crazy war gut, ja. Das stimmt. Genau. Also ich mag Daniel Brühl tatsächlich sehr gerne, muss ich sagen. Also ich bin, irgendwie mag ich seine Präsenz. Und ich mochte ihn auch in Goodbye Lenin sehr und später in seinen größeren Sachen, auch internationalen Sachen sehr. Ja, es gibt eine ganz tolle Serie, The Alienist auf Netflix. Ganz toll mit ihm in der Hauptrolle. Es gab wirklich ganz tolle Sachen gemacht. Ich finde ihn wirklich gut. Er war mir, glaube ich, irgendwann einfach zu präsent. Ja, es gab wirklich eine Phase, wo er wirklich überall zu sehen war. Ja. Aber er ist ein sympathischer Mensch. Ja, wirklich toll. Solider Schauspieler. Ja, wirklich. Solide ist fast schon gemein. Also wirklich guter Schauspieler. Okay, gut. Und ein Teil mit Vergiss Amerika, was auch ein ganz, ganz toller Film war über Jugend und über drei Leute, die, also eine Frau und zwei Jungs, die rausfinden wollen, was sie denn eigentlich dann mit ihrem Leben machen wollen. Eine junge Menschen, der eine will unbedingt amerikanische Luxusautos verkaufen in seinem Dorf, in dem er da ist, wo es keinen, eigentlich niemanden interessiert, wo sich das auch keiner leisten kann, wo es also völliger Blödsinn ist. Eigentlich, also so wird es zumindest dargestellt. Sie will Schauspielerin werden und er will Fotograf werden und alle, ja, haben so Semi-Erfolg oder versuchen es irgendwie und er verkauft dann seine Schlitten. Nicht wirklich hat sie alle dastehen und kommt aber in Pole und macht mit ihm irgendwie so einen Verschiebebahnhof auf für geklaute Autos, was er mehr oder weniger ignoriert, sondern einfach nur, ach, der gibt mir ein bisschen Geld, damit ich das Auto nach Polen fahre. Da ist doch nichts dabei, so, weißt du, und dann stirbt er am Ende und es ist wirklich ein, wirklich trauriger Film über, über Wünsche und Träume, die mehr oder weniger schwierig zu erfüllen sind und sie, sie ist zwischendurch in der Synchronisation eines Pornofilms und hat das als Tiefpunkt ihrer Karriere als Schauspielerin. Das ist halt wirklich, der greift tief in die Kiste der traurigen Entwicklungen eines eigentlich großen Lebenswunsches. Ja, aber so viele schöne, gute Momente dabei, so viele liebevolle Ideen, ganz toller Film, Vergiss Amerika, absolut empfehlenswert. Das ist auch mein erster, aller, allererster Film gewesen, wo ich mitgespielt habe, als kleiner 16, 15, 16, 15-Jähriger. Ich spiele den kleinen Bruder von dem einen. Das war eine ganz tolle Erfahrung, aber nicht nur deswegen finde ich den Film toll, sondern einfach, weil der Film wirklich gut geworden ist. Ja, okay. Ja, es gibt ganz viele tolle melancholische Annäherungen an das Thema Jugend und Erwachsenwerden. Ich hätte dann jetzt noch eine Serie auf Platz 1. Okay. Twilight. Nein. Das ist eine Filmgeier. Nein, nein. Nein, ich hätte Derry Girls. Derry Girls. Hast du auch immer noch nicht gesehen? Nein. Ich empfehle dir Derry Girls schon seit Ewigkeiten, Plot. Aber du hast es immer noch nicht geguckt? Nein, tut mir leid. Es ist auf Netflix, es ist alles zu kriegen, Plot, du musst es nur anmachen. Derry Girls. Derry Girls. Es geht um eine Gruppe von, vor allem eben Girls, beziehungsweise mit einem Typen dazwischen, der irgendwie, weil er einfach muss, durch Umstände, die erklärt werden, aber gar nicht wichtig sind, auf einem Mädcheninternat dann irgendwie landet. Oder ist es ein Internat? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall auf einer Mädchenschule in den 90ern. Und zwar in Nordirland. Wo dieses große Thema und diese Kämpfe um Nordirland eben stattfinden. Und das ist halt die Kulisse der ganzen Geschichte und droht da überall, aber eigentlich geht es gar nicht um diese Kämpfe. Aber dieses Lebensgefühl ist da mit drin, ist mit verwoben. Und es ist eine ganz abgefahrene Comedy-Serie. Aber sehr tragisch auch zwischendurch. Und sehr, man ist so emotional dran bei denen. Ich finde es ganz, ganz toll gemacht. Und es sind halt Mädchen, die verschiedene, also die einfach, ja die haben sich halt ein paar Sachen überlegt, was die erleben können. Aber das Wichtige ist der Ton, mit dem das Ganze erzählt wird. Und der ist einfach ganz toll. Gibt es schon mehrere Staffeln? Es gibt zwei Staffeln. Zwei Staffeln, okay. Und ich hoffe, es gibt demnächst die dritte. Ja. Und die eine Hauptdarstellerin von Derry Girls, nach der ersten Staffel, ist die wieder Kellnern gegangen. Wie das bei Schauspielern so ist. Du hast einen Job, dann hast du ein bisschen Geld eine Weile. Und dann musst du halt irgendwie gucken, ob du wieder einen Job bekommst. Und sie hat halt keinen, nicht sofort wieder einen Job bekommen. Und weil auch der Fame von Derry Girls noch nicht da war. Ja. Und dann war sie Kellnern. Und dann ist die Produktion irgendwie essen gegangen. Und sie war als Kellnerin da. Krass. Und es war eine ganz weirde Situation. Ja, total schräg. Und der Typ guckt sie an und sagt, wieso, wieso musst du hier Kellnern? Und sie hat einen Mut zusammengenommen und hat gesagt, ihr wisst, wie ihr mich bezahlt habt. Natürlich muss ich nicht Kellnern gehen. Wie geil. Krass. Und dann haben sie die zweite Staffel gedreht. Und seitdem musste sie dann anscheinend nicht mehr kennen. Sehr cool. Weißt du, was mir gerade einfällt? Ich habe diverse Male, als wir unsere Top 3 austauschen, gedacht, ja, das muss ich unbedingt gucken, kommt auf meine Liste. Und dann irgendwann festgestellt, scheiße, ich muss die Episode nochmal nachhören, was wir uns unterhalten haben. Um zu wissen, was für Empfehlungen du da rausgehauen hast. Vielleicht sollten wir das mal auch verarbeiten irgendwo und mal schriftlich festhalten. Das ist gar keine schlechte Idee. Oder einen kleinen Artikel auf, muss man sehen, für die Empfehlungen. So einfach Listen. Ja. Oder einen Artikel, der immer fortgeführt wird. Oder irgendwas in der Richtung. Ja, lass uns mal überlegen, dass wir sowas machen. Jetzt haben wir unser Produktionsgespräch in der Öffentlichkeit geführt. Also super. Machen wir sowieso viel zu oft. Zurück zu ... in meinem Himmel. Ja, lass uns zurück in diesen Film gehen und gucken, ob wir noch ein Fazit haben. Plur, mach du mal als erstes, damit ich vielleicht nochmal ein kleines ... Weil eigentlich, wir hatten ja gesagt, ein Sandwich. Mhm. Gutes, Schlechtes und jetzt bitte nochmal Gutes. Mhm. Also doch nichts Gutes. Nochmal am Schluss. Susan Sarandon war großartig. Okay, da möchte ich auf jeden Fall zustimmen. Zu stimmen, Susan Sarandon hat mir so gefällt. Ich habe sofort, als die ein paar Mal die ersten paar Sätze gesagt hat, habe ich aufgeschrieben, was für eine großartige Figur, was für eine großartige Großmutter, die da auftritt. Aber die passt, wie du auch sagst, halt nicht in den Rest rein. Aber es gibt so viele Momente, wo man sagt, hä, das passt ja jetzt gar nicht in den Rest rein. Wobei man sich fragt, was ist denn der Rest? Der Rest besteht aus den Sachen, die nicht zum anderen Rest passen. Also es ist einfach ein Flickenteppich von Zeug und viele Sachen dabei, die ich wiederum wirklich gut fand. Und ich wollte tatsächlich auch der Hauptfigur folgen, einfach weil die Schauspielerin gut war und weil ich auch inszenierungstechnisch teilweise, Peter Jackson hat wirklich ein Handwerk. Ich weiß bloß nicht welches, aber er hat eins. Und vielen Sachen kann ich folgen und möchte ich auch folgen. Aber insgesamt natürlich, wenn man es alles als, wenn man ein Gemälde vor sich hätte jetzt von dem Film, dann wäre das Gemälde schwer anzuschauen. Also du würdest sagen, was für ein Chaos von Zeug. Aber wenn du mehrere Layer hättest, könntest du da einen Layer rausnehmen und sagen, der ist ziemlich geil oder der ist ziemlich gut. Aber zusammen ist halt irgendwie schwierig. Ja, ich glaube, ich fand den Film wirklich einiges besser als du, aber ja, es ist vieles, was ich rausnehmen würde. Reicht es für Durchschnitt bei dir? Definitiv. Okay. Definitiv. Ja, ja, für Durchschnitt reicht es auf jeden Fall. Schwer konsumierbarer Durchschnitt, weil man eben einfach hin und her geworfen wird zwischen den ganzen Genres und dieser ganzen Fantasy-Krasse. Und dann ganz oft denkt, oh Gott, jetzt ist mir jetzt viel zu transzendental. Aber doch, auf jeden Fall reicht es für Durchschnitt. Naja, also ich meine nicht und sonst hat Roger Ebert 1,5 von vier Sternen gegeben. Also wirklich sehr vernichtend. Ja. Ja, aber es ist ein Film, wieder mal, wo ich Schwierigkeiten habe, eine Komplettbewertung zu geben. Weil ich einfach Punkte habe, die ich wirklich toll finde an dem Film und Punkte, die einfach echt scheiße sind. Ja. Tja. Ja. Danke, Laura, auch dafür, weil ich das, glaube ich, auch nicht vorgeschlagen hätte. Aber eigentlich finde ich es ganz geil, dass Plotas mal gucken musste. Das geben, dass du diesen Schritt mal machen musstest in diesen Pathos. Genau. Weil das machst du ja sonst nicht, Plot. Nee, ja, genau. Ja, schön, cool. Vielen Dank also und danke an Zuhörer, die uns durch diese Folge gefolgt sind. Und ich freue mich auf nächste Woche, wenn wir ... Vorschau gibt es nach dem Jingle. Bis dann, ciao. Bis dann, ciao. So, Plot, jetzt haben wir aber ein bisschen diskutiert. Jetzt haben wir eine Weile gebraucht, aber wir sind zum Schluss gekommen. Was möchtest du mir für die nächste Woche aufgeben? Was nicht demotivieren soll, uns Vorschläge zu schicken. Nein, überhaupt nicht. Weiterhin schicken. Aber ich bin froh, dass du mir mal wieder einen Film gibst, von dem du glaubst, dass er gut ist. Und ich vielleicht? Ich bin so gespannt. Und ist es dem Namen entsprechend ein Mountain von einem Film oder wie? Ja, es ist einfach ... Wie lange geht er denn? Okay. Ja gut, dann werde ich mal den Gegenentwurf wagen. Gegenentwurf? Ich weiß nicht genau. Aber andere Richtung. Und zwar bin ich neulich wieder darauf gestoßen, bin über einen Trailer gestoßen und gedacht, ach du Scheiße, das gibt es ja auch. Und das war ja auch damals so großartig. Tilda Swinton. Wir haben noch gar keinen Film gehabt, wo Tilda Swinton dabei war. Und die ganz großartig in Orlando war. Und Orlando ist wirklich so lange aus meinem Gedächtnis verschwunden, bis es eben vor ein paar Wochen bei mir wieder Klick machte, als ich diesen Trailer, auf Facebook ist es mir glaube ich begegnet, weil irgendjemand das nochmal gepostet hat. Ja. Dito. Ja, es ist großartig. Du kennst ihn. Und ich habe halt auch kaum noch Erinnerungen daran und würde ihn einfach gerne wieder sehen. Und schön, wenn du schon weißt, dass du ihn mochtest, wenn ich das richtig verstehe. Ich mochte ihn sehr, ja. Dann können wir uns ja da nochmal beide unseren Horizont erweitern. Beziehungsweise uns erinnern, wie weit er schon mal war. Okay, schade. Ja. Aber bin gespannt. Ich bin sehr gespannt und vielleicht gucke ich auch nochmal in ein paar andere Sachen rein, um die vielleicht aus der Vorlage nochmal, vielleicht gibt es irgendwo im Internet noch so ein paar Vergleiche oder sowas, wo wir klauen können. Vielleicht ist das Buch auch gar nicht so dick. Flo versucht noch sein Germanistikstudium zu retten. Eher nicht, ne? Okay, dann freue ich mich. Vielen Dank, Bloor, für diese schöne Episode. Vielen Dank, Johannes, für diese schöne Episode. Und bis zur nächsten Woche. Bis dann. Ciao. Ciao.
