Episode 87: Scared Stiff – Dean Martin und Jerry Lewis sind starr vor Angst
Jerry Lewis und Dean Martin. Eines DER Duos der 40er und 50er Jahre. Zusammen haben sie siebzehn Komödien gedreht und eine riesige Fangemeinde bis heute hinter sich versammelt, wobei Dean Martin gefühlt fast immer der Salonsänger und Jerry Lewis immer der tolpatschige Antiheld war.
In Scared Stiff aus dem Jahr 1953 muss Dean Martin wegen einer Verwechslung vor der Verfolgung durch die Polizei flüchten und hängt sich an eine zufälligerweise sehr schöne Frau, die ihm auch noch sehr gewogen ist. Gemeinsam mit Jerry Lewis flüchten die drei nach Cuba, wo sie eine Insel besitzt auf der ein Spukschloss steht, das natürlich für Gruselmomente sorgen soll.
Plor. Hat es dich gegruselt? Und wenn ja, dann der spannungsvollen Inszenierung wegen, oder wegen der Einfallslosen Slapstikeinlagen und der Stereotype deren sich der Film bedient?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 87: Scared Stiff – Dean Martin und Jerry Lewis sind starr vor Angst Publishing Date: 2022-08-31T11:17:07+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2022/08/31/episode-87-scared-stiff-dean-martin-und-jerry-lewis-sind-starr-vor-angst/
Johannes Franke: Die scheinen ja sowieso unzertrennlich zu sein, da passt ja kein Blatt dazwischen.
Florian Bayer: Na, die Romanze zwischen Larry und Myron ist auf jeden Fall glaubwürdiger als die Romanze zwischen ihm und Mary Carol.
Johannes Franke: So, meine Damen und Herren, herzlich willkommen hier zu einer neuen Ausgabe von...
Florian Bayer: Muss man sehen, der Podcast von uns für euch. Es geht um Filme. Heute geht es um einen Filmklassiker.
Johannes Franke: Ja, Filmklassiker aus den 50ern. Ich hoffe, ihr schaltet nicht gleich abschalten. Wenn ihr hört, was für einen Film wir haben, dann schaltet ihr besonders schnell ab.
Florian Bayer: Nicht nur das, ein Film aus den 50ern in Schwarz-Weiß von einem sehr berühmten Comedy-Duo. Wahrscheinlich ist er das Duo der Klassiker. Der Film selbst gehört, glaube ich, nicht zu ihren größten oder bekanntesten Werken. Weiß ich nicht, du bist damit angekommen. Ja, weil ich ihn als Kind gesehen habe und weil ich als Kind Grusel mochte und deswegen hat er mir gefallen. Und im Gegensatz zu vielen anderen Szenen, die ich von den beiden gesehen habe, weil ich eigentlich jetzt nicht der große Fan bin von... Dean Martin und...
Johannes Franke: Jerry Lewis. Jerry Lewis. Ich muss gestehen, das habe ich das letzte Mal schon erzählt, dass ich von Jerry Lewis nie einen Film ganz gesehen habe. Obwohl ich das Duo kenne und ganz viele Ausschnitte kenne und auch vom Red Pack Filme kenne, habe ich aber nie so richtig Jerry Lewis und Dean Martin oder überhaupt einen Jerry Lewis-Film komplett gesehen.
Florian Bayer: Was echt ein Wunder ist, weil in der Zeit, in der sie zusammengearbeitet haben, es waren tatsächlich nur zehn Jahre, wirklich so auf den Tag genau, dazu werden wir auf jeden Fall noch kommen, haben die ja doch eine Menge Filme zusammen gedreht und auch Filme, die eine gewisse Formalität hatten. Und zwar Jerry Lewis als der Clown. Das kommt gleich alles bloß, nicht alles vorher verraten. Ich habe einen Text geschrieben. Ich schließe meinen Mund und ich gebe dir den Einleitungstext und danach diskutieren wir über diesen Film. Skirtstiff aus dem Jahre 1953.
Johannes Franke: Ja. Jerry Lewis und Dean Martin. Eines der Duos der 40er und 50er Jahre. Zusammen haben sie 17 Komödien gedreht und eine riesige Fangemeinde bis heute hinter sich versammelt. Wobei Dean Martin gefühlt fast immer der Salonsänger und Jerry Lewis immer der tollpatschige Anti-Held war. In Skirtstiff muss Dean Martin durch eine Verwechslung vor der Verfolgung durch die Polizei flüchten und hängt sich an eine zufälligerweise sehr schöne Frau, die ihm auch noch sehr gewogen ist. Gemeinsam mit Jerry Lewis flüchten die drei nach Kuba, wo sie eine Insel besitzt, auf der ein Spuchschloss steht, das natürlich für Gruselmomente sorgen soll. Plor. Hat es dich gegruselt? Und wenn ja, dann wegen der spannungsvollen Inszenierung oder wegen der einfallslosen Slapstick-Einlagen und der Stereotype, die sich der Film bedient.
Florian Bayer: Also wir müssen ja mal mit einem ganz wesentlichen Punkt starten. Ja. Der Grusel, qualitativ lasse ich mal ganz kurz außen vor, quantitativ, der Grusel findet in den letzten 20 Minuten statt. Und das ist wirklich ein bisschen deprimierend, weil der Film natürlich auch so als Spuk-Komödie angeteasert ist. Ja. Und dann guckst du den und hast wirklich eigentlich eine sehr traditionelle Dean Martin und Jerry Lewis-Komödie vor dir. Genau. Und stellst dann fest, oh, sie sind endlich am Geisterhaus. Oh, Moment, wir haben nur noch 25 Minuten Film vor uns. Da kann ja eigentlich nicht mehr viel kommen. Ja. Und ich frage mich, wie du den Film als Gruselfilm erinnern konntest. Als Grusel-Komödie. Ich mochte den als Kind total. Ich habe den als Kind auf jeden Fall mehrmals gesehen. Starr vor Angst ist der deutsche Titel. Ja. Und das ist so ein Film, der damals offensichtlich irgendwo im Fernsehen, so im Nachmittagsprogramm lief. Wahrscheinlich am Wochenende.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Wenn ich so überlege, wie ich Gelegenheit hatte, diesen Film zu gucken, halte ich das für am plausibelsten. Ähm, aber er macht ja das Grusel-Ding tatsächlich, das Grusel-Ding ist sein Aufhänger. Ja. Aber, ähm, es ist ja doch eher so sehr zurückgelagert, ne? Es ist wirklich das letzte Drittel maximal des Films. Ja. Und davor haben wir halt eigentlich so eine klassische, turbulente Geschichte von zwei Outsidern, sagen wir jetzt mal, die halt in Probleme geraten und dann irgendwie von einem Ort zum anderen stolpern.
Johannes Franke: Naja, es ist schon so, dass sie quasi in den Horror hinein isen wollen, indem sie erst eine Art Thriller-Handlung vorantreiben. Also, naja, sie werden ja verfolgt von Verbrechern.
Florian Bayer: Ein, ein, ein Mystery-Film, auch ein ganz traditioneller Mystery-Film, weil von Anfang an die Frage im Raum steht, wer hat… Wird der Film noch lustig oder nicht? Das hast du jetzt gesagt. Wer hat Interesse an diesem Haus? Ja. Und wo, um wen handelt es sich bei dem Toten?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und warum wurde der getötet und von wem wurde er getötet? Wir haben eigentlich sehr viele, sehr traditionelle, ähm, Mystery, fast schon Film-Norplots, die da so ein bisschen reingepfropft wurden.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es gibt, es gibt Geheimnisse, es gibt rätselhafte Botschaften und das alles dreht sich eben dann sehr stark auch um die, ähm, um die Protagonistin des Films, die so ein bisschen zweite Reihe ist, neben Martin Jerry Lewis, die natürlich die Show schmeißen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und die das Haus geerbt hat und die halt irgendwie versucht, dem Geheimnis dieses Hauses auf den Grund zu kommen.
Johannes Franke: Ja. Um dem mal einen Namen zu geben.
Florian Bayer: Elizabeth Scott spielt Mary Carol, die offensichtlich ein riesiger Star war und auch ein Sexsymbol in dieser Zeit und ich muss ehrlich gestehen, ich kenne sie nicht.
Johannes Franke: Ich auch nicht. Und man muss dazu sagen, dass dieser Film ja eine, ähm, ein Remake ist. Ja. Eins von vielen Remakes. Ja. Es gab dieses, ähm, dieses Stück als, als Theaterstück einmal und dann wurde es schon ziemlich schnell danach, äh, 1909 ist es rausgekommen und dann wurde es adaptiert, 1914 schon, äh, für einen Film, der hieß Ghost Breaker. Ja. Und dann, 1922 schon, also echt, nicht immer zehn Jahre später, gab es dann nochmal einen Film, Ghost Breaker. Und dann haben sie echt schon wieder, und zwar mit dem gleichen Regisseur, diesen Film jetzt gemacht, 1953.
Florian Bayer: 1940. 1940 gab es ja auch noch einen, das ist ja der Wesentliche, ne? Ah. Die, die Ghost Breakers aus 1940 mit Bob Hopp und Colette Godard.
Johannes Franke: Ja, genau. Und, äh, von Godard halte ich ja relativ viel, die habe ich ja mit Chaplin kennengelernt und so, ähm, und die muss sehr gut gewesen sein in dem Film, ich habe ihn halt noch nicht gesehen, keine Ahnung.
Florian Bayer: Ich kenne den Film auch nicht, aber offensichtlich war der Film so gut, dass Dean Martin und Jerry Lewis eher so ein bisschen verhalten waren, als ihnen gesagt wurde, so, und wir drehen jetzt nochmal ein Ghost Breakers Remake. Genau. Weil sie gesagt haben, ey, der Film mit Bob Hopp, der hat alles, was so ein Film braucht, wir müssen davon nicht ein Remake drehen.
Johannes Franke: Und die haben ja den Bob Hopp auch als Cameo drin im Film, so ganz am Schluss halt, ne? Genau, genau. Mit Bing Crosby zusammen, weil das, weil die vorher auch mal ein Cameo hatten, bei denen haben die jetzt ein Cameo zurückgemacht und ausgerechnet bei dem Film, wo bei Ghost Breaker Bob Hopp schon mal dabei war.
Florian Bayer: Ich finde, ich finde es ganz witzig, weil ja oft Filmfans darüber lästern, dass wir in unserer Zeit so ein Remake waren, haben, ne? Es gibt keine originellen Ideen, oh nee, nicht schon wieder ein Spider-Man-Film. Und dann denke ich, krass, schaut euch mal den Zeitraum von 1900 bis 1940 oder 1950 an. Wir haben hier einen Film, der in dieser Zeit viermal inszeniert wurde. Ein Stoff, der viermal umgesetzt wurde, mit demselben Regisseur sogar zweimal.
Johannes Franke: Es ist unglaublich. Irgendwie hat Paramount wirklich das Gefühl gehabt, sie müssen alles melken, was irgendwie noch da war. Ich glaube, das war so eine Zeit, wo so ein bisschen die Studios gedacht haben, ja, wir haben hier dieses Studiosystem, wir haben die Schauspieler sowieso angestellt, also müssen wir sie auch rausschicken. Die sollen was machen. Und dann denkt man sich, ja, wo sind denn die Stoffe? Was können wir denn noch verwerten? Und das war wirklich so. Also es gibt viele Studios, die einfach in der Zeit gedacht haben, was können wir denn noch so verwerten? Und das haben die halt gnadenlos gemacht. Disney hat ja auch die ganzen Märchen einfach genommen und verwertet.
Florian Bayer: Ja, krass ist halt vor allem, dass sie wirklich diesen Stoff sehr konkret hatten und dass sie diesen Stoff mehrmals umgesetzt haben, wie gesagt, den gleichen Regisseur nochmal genommen. Ich meine, 13 Jahre sind ja auch jetzt echt eine kurze Zeit. Ja. Also es ist schon schräg, aber sie hatten natürlich ihre großen Stars in der Hand, die, eigentlich könnte man sagen, wir haben es hier mit so einer Peak fast schon von Dean Martin und Jerry Lewis zu tun. Och nö, würde ich nicht sagen. Halbzeit ihrer Karriere.
Johannes Franke: Aber das ist kein Peak, die sind erst danach so, ja, Mitte 50er haben sie, also ich glaube auf dem Höhepunkt haben sie sich dann auch voneinander getrennt.
Florian Bayer: Und, ja, wollen wir mal ganz kurz auf die beiden eingehen und vielleicht so ein bisschen zum Warmwerden für diesen Film. Die haben ja zuerst Radio gemacht, ne? Es gab die Dean Martin und Lewis Show von 1948 bis 1953.
Johannes Franke: Die haben sich kennengelernt vorher auf der Bühne, die haben zusammen irgendwie einfach gespielt, aber nicht erklärtermaßen, sondern es war so ein Nummernprogramm. Jeder war irgendwie zufälligerweise dabei, ich spiel eine Nummer, du spielst auch eine Nummer. Und dann haben sie sich kennengelernt und sind sehr, sehr gute Freunde geworden. Ja. Was ich ganz toll fand und was auch tatsächlich, im Gegensatz zu dem, was relativ viel zusammengecastet wurde damals als Comedy-Duos, waren die einfach wirklich von Anfang an Freunde und haben sich selbst auf der Bühne gefunden.
Florian Bayer: Ja, und sie hatten sehr früh dieses Trademark, dass sie eine klare Rolleneinteilung hatten, ne? Dean Martin war der Sänger und Lewis war der Clown.
Johannes Franke: Genau. Und es war auch ganz viel so, dass die in ihren Bühnen-Nummern genau das ausgeschlachtet haben, dass die gesagt haben, okay, Dean Martin hat seine Nummer auf der Bühne und singt und dann fängt aus dem Publikum Jerry Lewis an, ihn zu Heckler, ne? So Leute, die was dazwischenrufen. Ja, so Pseudo-Störer. Genau, so Pseudo-Störer und dadurch hat sich dann die Comedy-Nummer entwickelt, was ziemlich eine, ziemlich geile Idee ist. Die war vorher nicht so geil, die hatten irgendwie schon was anderes angefangen und dann haben sie die beiden gebeten, sich nochmal Gedanken zu machen, es sei noch nicht so lustig. Und dann haben sie das entwickelt. Und daraus entwickelte sich dann diese Berühmtheit.
Florian Bayer: Ja, und dann im Radio und 1949 durften sie das Ding dann auch, diese Show, im Fernsehen zeigen. Ja. Offensichtlich ziemlich schlechte Reviews zur damaligen Zeit. Also die wurden wohl ganz schön fertig gemacht von der Kritik, dass sie nicht lustig wären, dass es langweilig wäre, immer dieselben Gags, dieselben Nummern.
Johannes Franke: Ja, sie sind aber auch sehr jung, muss man sagen, zu der Zeit noch. Und ich fand auch in diesem Film, ich gucke mir die beiden an und denke, what the fuck, so jung sahen die? Mal aus, das ist ja nicht zu glauben. Total krass.
Florian Bayer: Genau, und dann kam eigentlich so relativ nahtlos der Switch zu den Filmen und zwar haben sie, 1949 hatten sie ihren ersten Film, wo sie noch nur als Comic Relief aufgetaucht sind, in dem Film My Friend Irma, der auch von Hall Wallace produziert wurde, der dann offensichtlich der war, der als Produzent verantwortlich war für diese Filme bei Paramount mit Dean Martin und Jerry Lewis.
Johannes Franke: Ja, quasi so eine Entdeckung von ihm. Und dann hat sich das so entwickelt und man muss ja sagen, 17 Filme in 10 Jahren bedeutet ja, du musst mehr Filme im Jahr machen als nur einen. Und dann brauchst du vielleicht auch mal ein bisschen länger Pause zwischendurch. Das heißt, die haben in diesem Jahr, in dem sie diesen Film gedreht haben, Skirtstiff, haben die vier Filme gemacht. Das ist total krass. Vier Langfilme, das ist total, wie willst du das machen, das ist total krass.
Florian Bayer: Man darf das wirklich nicht unterschätzen, die waren riesige Stars, die haben ja nicht nur die Filme gemacht, die sind auch getourt und wie Filme zu promoten. Das hat einen riesen Aufwand. Und die Leute sind scharenweise zu deren Filmpromotours gekommen, um die zu sehen.
Johannes Franke: Das heißt auch, dass dieses Starsystem so an Fahrt gewinnt, was ja früher, früher noch nicht so war. Chaplin war so der erste große Star und dann hat sich das so entwickelt. Und die beiden waren halt wirklich, die wurden ausgeschlachtet auch ein bisschen, muss man sagen.
Florian Bayer: Aber sie haben es offensichtlich auch geliebt. Also es gibt so die Gerüchte davon, dass sie, weil die Leute wollten immer mehr von ihnen sehen. Dann gab es diese Tour und dann hatten sie schon drei Zugaben gegeben. Die Leute haben immer noch geschrien, mehr, mehr, mehr, wollten nicht gehen. Und dann haben die angefangen, teilweise noch an den Feuertreppen von den Bühnen, wo sie gespielt haben, haben sie nochmal so Straßenperformance quasi kostenlos gegeben. Also hatten auch wirklich ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem Publikum und haben das geliebt.
Johannes Franke: Auf jeden Fall. Ja, das macht die auch so sympathisch und so beliebt, glaube ich. Das war auch einer der Punkte überhaupt. Und die haben auch das große Glück gehabt, dass die beide sehr gut in Improvisation waren. Die ersten Acts, die sie dann mit ihm als Störer aus dem Publikum gemacht haben, da haben die viel improvisiert. Und das kommt denen zugute bei solchen Touren.
Florian Bayer: Und was ist dann schiefgelaufen?
Johannes Franke: Ja, gute Frage. Das weiß ich gar nicht genau.
Florian Bayer: Das ist schiefgelaufen. Ich weiß es nicht. Hast du irgendwas gefunden? Die haben sich irgendwann gehasst. Und ich verstehe es nicht. Es sind wahrscheinlich mehrere Sachen da zusammengekommen. Dean Martin hat von der Presse vor allem so ein bisschen den Ruf aufgedrückt gekriegt, dass er der Klotz am Bein von Jerry Lewis ist. Jerry Lewis ist der coole Performer, der wirklich witzige Clownsachen macht. Und Dean Martin ist, naja, der ist so ein durchschnittlicher Sänger. Der profitiert davon, dass es diesen tollen Clown da neben ihm gibt.
Johannes Franke: Und das Geile daran ist, dass Jerry Lewis im Gegensatz dazu in seiner Biografie gesagt hat, dass Dean Martin das Genie der ganzen Sache ist. Dass der so ein toller Comedy, Visual Comedy Typ auch war. Aber natürlich, wenn Jerry Lewis das alles ausführt, dann geht der rum auf ihn über.
Florian Bayer: Ich glaube, es war so ein bisschen eine unglückliche Mischung. Dean Martin hat sich wahrscheinlich so ein bisschen festgefahren gefühlt in seiner Rolle. Weil er war halt irgendwie so der strahlende Held, Schlagersänger dann irgendwie. Neben dem Clown Jerry Lewis, der halt wirklich auftrumpfen durfte und immer wieder gelobt wurde, während Dean Martin nicht so beliebt war. Und ich glaube, er hatte das Gefühl, dass seine Karriere dadurch so ein bisschen in eine Sackgasse gerät. Und dann hat es offensichtlich einfach angefangen, der Druck sich so krass zu erhöhen, dass die beiden sich immer mehr und mehr verstritten haben.
Johannes Franke: Ja, naja, ich meine, man muss schon sagen, dass Dean Martin jetzt nicht zu bedauern ist im Sinne von, seine Karriere wäre im Arsch gewesen. Ganz im Gegenteil. Ganz im Gegenteil. Nachdem das getrennt wurde von den beiden, also die beiden sich dann gesagt haben, nee, wir machen einfach nichts mehr miteinander. Die haben echt 20 Jahre nicht mehr miteinander geredet. Das war echt krass.
Florian Bayer: Die haben sich richtig gehasst am Schluss. Das ist so krass. Die haben zehn Jahre zusammengearbeitet, haben als gute Freunde angefangen, haben diverse Projekte zusammen gemacht, hatten Spaß dabei. Und dann irgendwo auf halber Strecke muss es gekippt sein. Das ist so traurig. Und zwar so gekippt sein, dass sie nach zehn Jahren gesagt haben, wir arbeiten nicht mehr zusammen und dann 20 Jahre nicht miteinander geredet haben.
Johannes Franke: Und Dean Martin ist ja durch die Decke gegangen auch und Jerry Lewis natürlich auch mit seinen eigenen anderen Filmen.
Florian Bayer: Jerry Lewis hat einfach weitergemacht. Der ist bei Paramount gekommen und der hat weiter seine Komödien gemacht und die waren auch super erfolgreich. Also zum Beispiel Der verrückte Professor ist wahrscheinlich so der bekannteste Film. Der kam nach ihrer gemeinsamen Zeit, also späte 50er.
Johannes Franke: Ja, das ist wahrscheinlich auch eine seiner größeren Sachen, die man heute noch erinnert. Also weniger die frühen Sachen, die wir jetzt gesehen haben.
Florian Bayer: Die späten eher, ne? Obwohl er und Dean Martin eigentlich so ein richtig großes Ding waren. Ja, absolut. Das Krasse ist halt, Dean Martin hat eine komplett neue Rolle gefunden, indem er zum Rat Pack gestoßen ist.
Johannes Franke: Ja, und das war sehr erfolgreich. Also das war auch, da habe ich ihn auch lieben gelernt, absolut. Er hat auch seine Stimme und seine Art zu singen in den Filmen entwickelt, muss man sagen. Also wenn man sich die Filme anschaut, dann merkt man das, dass das so sich entwickelt und dass er das auch so nach und nach als Staple für sich entdeckt hat. Und im Rat Pack ist das voll aufgegangen. Ja.
Florian Bayer: Ich finde die, also ich wusste gar nicht, dass Dean Martin so ein bewegtes Leben vorm Rat Pack hatte. Ja, ich auch richtig. Irgendwie so mit Rat Pack an und hätte man mich vor dieser Recherche gefragt, hätte ich die Jerry-Louis-Geschichten dazwischen gepackt, aber offensichtlich gibt es tatsächlich zwei große Blöcke in Dean Martins Karriere. Zum einen zehn Jahre mit Jerry-Louis. Genau, ja. Und dann diese Rat Pack-Geschichten, wo er auch wirklich zu einem der größten, ich benutze jetzt mal das Wort, das ist nicht despektierlich gemeint, einer der größten Schlagersänger der USA geworden ist. Ja, ja, ja. Und das hat er gemacht. Er war ja Schlagersänger, weil er hat nicht nur diese coolen Swing-Nummern gemacht, sondern er hat auch sehr viel mit Country gespielt. Ja. Und ich habe so das Gefühl, bei Dean Martin, wenn ich so an die größten Hits von ihm denke, Dean Martin war offensichtlich im amerikanischen Pop-Business immer so ein bisschen der Mann für die... Romanzen? Ja, für die Romanzen und vor allem für das Europäische und zwar konkret für das Italienische und das Spanische. Der hat Liebeslieder mit Cappuccino gesungen.
Johannes Franke: When the moon hits your eye like a big pizza pie, that's a more.
Florian Bayer: Und ich glaube einfach, weil er die italienischen Wörter so schön aussprechen kann.
Johannes Franke: Wahrscheinlich, genau.
Florian Bayer: Wenn er italienische Wörter sagt und es gibt wirklich eine ganze Reihe von Liebesliedern von Dean Martin, wo er irgendwelche italienischen Wörter singt. Amore Cappuccino. Ja, genau. Stracciatella. Lasagne. Tut mir leid. Oh Gott, oh Gott, das ist gemein.
Johannes Franke: Oh, Floor. Willst du dich jetzt gleich schon mal wieder entschuldigen? Ich bin ein Achtel Italiener, ich darf das. Okay, ein Achtel Italiener. Das möchte ich mir nachher nochmal genauer anhören von dir.
Florian Bayer: Okay. Ja, aber er hat dann, er hat auf jeden Fall sehr viel, er hat nicht nur diese Swing-Nummern gemacht, er hat sehr viel, eine sehr große Bandbreite an amerikanischem Pop zur damaligen Zeit. Swing, Country, Europop oder wie auch immer man das damals genannt hat, eben wirklich auch Schlager, die so sehr an diesem Italo-Schlager orientiert waren.
Johannes Franke: Ja, ja, absolut und ich liebe ihn auch dafür, also so sehr ich den Schlager in Deutschland hasse, so sehr liebe ich eigentlich den Martin für seine ganzen Sachen, auch wenn die sehr hart an dem Schlager vorbeischrammen, den ich dann schon wieder schwierig finde, aber der hat so viele tolle Sachen gemacht und der hat so eine tolle Stimme und so viel bewegt in einem, auch in den Leuten damals, es ist toll.
Florian Bayer: Das ist nicht meine Art von Musik, ich habe das jetzt auch in diesem Film wieder gesehen, auch dieser Film hat die klassischen Dean-Martin-Gesangsnummern, es ist mir einfach dann doch eine gute Portion zu viel Schmalz, zu viel Kitsch und zu viel so schlichte
Johannes Franke: Romantik. Okay, naja klar, schlichte Romantik, man muss es ja irgendwie runterbrechen, also es ist der Schlager von heute macht das auch und das hasse ich auch, also insofern, vielleicht ist es nur der Bonus, den Martin bei mir hat, weil er in den 50ern gelebt hat und da erfolgreich war und dann am Ratpack hing und so und ich irgendwie die Zeit so toll finde.
Florian Bayer: Aber um kurz zum Happy End zu kommen, es gibt nämlich ein Happy End in ihrer Beziehung. Ja, ich bin so froh, als ich das gelesen habe, war ich dann wieder so versöhnt. Nachdem sie in den 60ern gab es offensichtlich Momente, wo sie mal zusammengearbeitet haben, ohne miteinander zu reden, das heißt es gab irgendwelche Leute, die einen traurigen Job haben, nach hinten in die Garderobe zu laufen und zu Jerry zu sagen, hey Jerry, Dean hat gesagt, du bist jetzt dran. Und er hat ihn angesagt, auf der Bühne hat er ihn angesagt. Er hat ihn angesagt, nach außen war davon nichts zu sehen, aber die haben hinter der Bühne einfach nicht umeinander geredet, die haben sich nicht abgesprochen, das musste jemand anderes dann übernehmen. 1976, Jerry Lewis hat offensichtlich jedes Jahr so eine Charity-Veranstaltung gemacht im Fernsehen und Frank Sinatra persönlich hat einen Überraschungsauftritt von Dean Martin bei einer dieser Shows arrangiert. Und da sind sie sich auch in die Arme gefallen.
Johannes Franke: Ja, das war, ach Gott, so schön. Nein, und Jerry Lewis hat irgendwann mal auch bei irgendeiner Rede dazu gesagt, dass er einfach nicht versteht, warum die nicht mehr zusammen sein wollten.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist so.
Florian Bayer: Das ist vielleicht so ein trauriger Streit, wo man nachher nicht mehr genau weiß, wer hat was gesagt, wie konnte das passieren. Ja, genau. Und dann, ja, dann war es halt sehr lange. Aber nach diesem Auftritt, nach diesem gemeinsamen Auftritt, haben sie wieder jeden Tag miteinander gesprochen. Ja. Das ist toll, oder? Ja. Und sie hatten auch, also so in ihren Interviews danach und in Memoiren, sie hatten nur warme Worte für den anderen übrig. Ja. Also sie haben sich gegenseitig extrem gebauchpinselt, dritten gegenüber.
Johannes Franke: Das ist so schön. Also so eine Freundschaft und die dann irgendwie sowohl im Privaten als auch auf der Bühne funktioniert, das ist selten und das ist einfach ein Schatz. Und deswegen war das auch so traurig zu sehen, dass das so, dass sie das eben nicht hatten mehr dann so lange.
Florian Bayer: Das muss wirklich krass gewesen sein, weil ihre Zusammenarbeit war eine sehr spezielle Zusammenarbeit, aber die war natürlich fruchtbar. Und Skirt Stiff ist vielleicht, was das betrifft, wirklich ein prototypischer Film, bei dem man einmal sehen kann, wie funktionieren die in Martin und Jerry Lewis zusammen? Das stimmt, ja. Was sind ihre Aufgaben und wie ergänzen sie sich gegenseitig in ihre Aufgaben? Weil sie haben hier ganz klar ihre Rollen. Wir haben Jerry Lewis als den tollpatschigen Clown und Dean Martin so als sein, ein bisschen seinen Beschützer, der ihm auch die Jobs besorgt. Ein bisschen Sugar Daddy vielleicht. Und Jerry Lewis ist eigentlich wie so ein kleines Kind, wie so ein Klotz am Bein, also seine Rolle in diesem Film von Dean Martin, der aber irgendwie alles mitmacht und auch ein gutes Herz hat. Absolut. Er erfährt, dass Larry in Schwierigkeiten steckt, wegen einem Gangster, der ihn bedroht. Und er beschließt, er will seinem Freund helfen. Also nachdem er mit seinem Spiegelbild Zwiegespräch geführt hat darüber.
Johannes Franke: Es ist geil. Also es gibt so ein paar Stellen und ein paar Nummern, die ich tatsächlich lustig fand und gut fand. Insgesamt muss ich mal sagen, fällt der Film für mich oft auf den Bauch. Woran liegt das? Können wir ja vielleicht rausfinden. Wie siehst du denn das eigentlich? Wie hast du diesen Film rezipiert?
Florian Bayer: Also er ist halt, ich hatte den noch gut in Erinnerung. Ach so. Ich kannte die Gags noch. Ich weiß noch, dass ich die Gags als Kind super witzig fand. Ja. Okay. Ich finde genau das sind sie auch ganz oft. Es sind Witze, die Kinder super lustig finden. Ja. Es gibt ein paar lustige Highlights. Es ist für mich auch ein bisschen zu viel Revue drumherum, weil es gibt einfach diese Gesangseinlagen, die kein, es ist kein Musical, die Gesangseinlagen tragen nichts zur Story bei. Ja. Und Szenen wirkten auch teilweise so arrangiert, als ob die jetzt sein müssten, damit Dean Martin und Jerry Lewis auftreten können. Ja. Und das frisst unglaublich viel Leinwandzeit. Also ich sag's nochmal, wir kommen in den letzten 20 Minuten zum Spukhaus. Ja. Davor gibt's natürlich diese vorgeschobene Mystery-Geschichte.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Aber alles wirkt so ein bisschen arrangiert, um den beiden eben ihre Auftritte zu geben. Ja. Egal, ob das jetzt die Nummer am Anfang ist, wenn sie wirklich einfach eine Bühnenshow abziehen. Mhm. Sie sind Bühnenleute.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ob das die romantische Szene ist, bei der Dean Martin dann nochmal auf dem Schiff singen darf, seine Frau in den Armen hält, oder ob das die Nummer ist, wo Jerry Lewis als Frau auftritt. Die Track-Nummer, es ist halt einfach alles so klar, oh, Miss Castina ist verschwunden, warum nur? Natürlich, damit ihr einen Grund habt, Jerry Lewis in Frauenkleidern das Lied singen zu lassen.
Johannes Franke: Also es ist wirklich sehr auf ihre Nummern abgestellt und ich glaube, dass diese vier Filme in diesem Jahr einfach bedeuten, dass du keine Zeit mehr hast, dir ordentlich Gedanken zu machen. Weil die müssen ja die Nummern machen, die müssen ja die Nummern spielen und entwickeln. Die können ja nicht sich komplett auf das Drehbuch verlassen und sagen, wir lernen unseren Texten, kommen an Set. Das funktioniert ja nicht. Und das ist das, was ich an den alten Filmen so liebe, dass es eben zum Beispiel jetzt, wenn es um die Tanzfilme geht, Singing in the Rain, du musst so viel Aufwand betreiben, dass die Choreografien zu machen, zu lernen, zu tanzen, das alles hinzubekommen, das merkt man den Filmen an und die haben einfach eine Qualität dadurch. Und wenn das alles wegfällt, ist das Fließbandarbeit und das mag ich nicht. Und dieser Film fühlt sich ganz, ganz oft an wie so ein, ah ja komm, lass uns noch einen hinterher schieben, ist gerade, ist der Lauf da und dann arbeiten Halle halt mit halber Kraft, weil sie schon mit dem nächsten Projekt im Kopf sind oder sowas oder ja, ach, dann mach die Drag-Nummer, die hast du ja früher schon gemacht. Das hat Jerry Lewis auch gemacht früher.
Florian Bayer: Ja, ohne es zu wissen, habe ich ganz oft das Gefühl gehabt, das kommt doch aus der Konserve. Da haben sie doch was eingebaut, was sie schon als Bühnennummer komplett durchexerziert hatten, was sie auswendig kannten, da musste nicht viel gemacht werden. Die nächsten fünf oder zehn Minuten Leinwandzeit sind damit gefüllt. Und der Film ist kurz, der Film dauert 70, 80 Minuten. Irgendwie sowas. So um den Dreh und 20 Minuten davon sind Geisterhaus und der Film wird gefühlt zu 70 Prozent vollgestopft mit verschiedenen Nummern von Dean Martin und Jerry Lewis.
Johannes Franke: Und das ist die Kellner-Sache am Anfang, das haben die in What Will schon gemacht, das ist dieses Hackler-Ding, was wir am Anfang erzählt hatten. Dann ist diese Nummer, wo sie Mouthing macht zum Rekord auf dem Schiff, dass sie da als Frau, dass er als Frau da auftritt. Das ist auch eine Nummer gewesen, die Jerry Lewis einfach berühmt gemacht hat damals. Das sind alles so Sachen und auch das, wo er im Stuhl sitzt und die Hände dann kommen und ihm da in dem Haus, in dem Spukhaus. Das ist eine Standardnummer, das hat jeder im Repertoire. Das ist einfach nichts Neues und noch nicht mal gut gemacht.
Florian Bayer: Kommen wir zur Haben-Seite. Ich fand die Bauchredner-Nummer sehr witzig. Die war sehr witzig. Die besteht vor allem darin, dass Jerry Lewis gedemütigt wird. Ja.
Johannes Franke: Natürlich, viel in dem Film lebt davon, dass Jerry Lewis gedemütigt wird.
Florian Bayer: Aber sie ist witzig. Also der Aufhänger ist eigentlich, dass Dean Martin sich irgendwo verstecken muss vor den Gangstern. Ja. Er hat mit der Freundin des Obergangsters was am Laufen und er muss sich vor denen verstecken. Er versteckt sich im Koffer von unserer Mary Carol, die zu der Geisterinsel reist. Also allein schon diese Art, wie diese Geschichte zusammengebracht wird, das ist so konstruiert. Aber egal, er versteckt sich in dem Koffer und dann sucht ihn Jerry Lewis und dann kommt ein Comic-Relief in einem Film, der von zwei Comic-Reliefs getragen wird, haben wir einen dritten Comic-Relief, nämlich einen betrunkenen, der fragt, was da los ist und Jerry Lewis und den Martin tauschen irgendwann die Plätze und Jerry Lewis landet im Koffer. Man muss nicht genau erklären, warum, aber auf jeden Fall ist dann die Geschichte, dass er sagt, ich bin Bauchredner und das hier ist meine Puppe.
Johannes Franke: Beziehungsweise eigentlich nimmt der Betrunkene das an, weil der Koffer plötzlich spricht und dadurch wird er so reingezogen in diese Nummer. Ah ja, natürlich, klar, ich bin Bauchredner und Jerry Lewis im Koffer versteht nicht, dass er eigentlich die Klappe halten sollte besser. Aber es ist schön, es ist eine wirklich witzige Geschichte und eine wirklich gut choreografierte Sache. Das ist so das Herzstück dieses Teils, habe ich so das Gefühl, des ersten Teils.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Also es ist auf jeden Fall eine witzige Szene, auch weil eben dann, weil es wirklich Physical Comedy im besten Sinne des Wortes wird, Jerry Lewis wird rausgeholt als Bauchredner-Puppe und wie gesagt, dann kommen wir auch zu dem demütigen, wo man sich denkt, okay, ja, es ist klar, natürlich ist es eine Clown-Nummer.
Johannes Franke: Ah, so viel. Er hätte aber noch, ich finde, diese Nummer, dass er da als Puppe rausgezogen wird, hätte man noch melken können. Da wäre noch was drin gewesen, dass er wirklich da steht und den Mund so auf und zu klappt und irgendwas sagt, es wäre irgendwie noch mehr möglich gewesen. Ah, die Szene geht schon relativ lange. Das stimmt, ja, ja, ja.
Florian Bayer: Die zieht sich schon so, also am Anfang auch schon, wenn er da rumgeht und dann Larry, Larry und dann kommt eigentlich jemand vorbei, ein Polizist und dann fängt er an zu singen, um so zu machen, als würde er ein Lied singen. Also es wird schon sehr gemolken, zumindest von der Zeit, die es einnimmt. Das stimmt, ja.
Johannes Franke: Das sind aber auch die wesentlichen Sachen, oder? Also vielmehr Comedy-Nummern, die ich geil finde. Ich fand noch den Spiegel geil, muss ich sagen. Tatsächlich ziemlich cool, weil sie es auch technisch gut hingekriegt haben, sodass nicht nur ein einfacher Splitscreen ist, sondern dass der auch den Spiegel kreuzen kann, also vor sich selbst stehen kann, was in der Zeit nicht so leicht war.
Florian Bayer: Aber es ist auch der Moment im Film, wo man sich fragt, ob dieser Myron, die Figur, die Jerry Lewis spielt, eine ernsthafte Geisteskrankheit hat.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Also wirklich so, davor ist schon der Moment, wo er sich so sehr dumm anstellt und sehr übertrieben dumm anstellt bei dieser Spaghetti-Servierung. Oh Gott, ja. Oh mein Gott, die hat Myron tatsächlich rausgeschickt, um Spaghetti zu servieren. Ja. Und man denkt schon, okay, werden hier gerade Witze auf Kosten von geistig behinderten Menschen gemacht?
Johannes Franke: Ja, nein, Jerry Lewis ist ja immer diese Figur, ne? Der ist ja immer so ein bisschen knapp dran vorbei an sowas.
Florian Bayer: Es ist, also, Entschuldigung, da ich das Wort jetzt benutze, aber es ist problematisch, weil er wird ja wirklich, also, es wird ja offensichtlich als geistig minderbemittelt inszeniert.
Johannes Franke: Das Problem ist, dass die Unterscheidung damals noch nicht existierte. Also, sie wollen einen dummen Menschen darstellen, aber geistig, weiß ich nicht, geistige Behinderung, weiß ich nicht, ich kann es nicht sagen.
Florian Bayer: Ich weiß es nämlich auch nicht und ich finde es tatsächlich schwierig, weil es so einen Bogen überspannt, weil es werden ihm tatsächlich Schwächen gegeben, die plausibel sind halt, auch bei gewissen Krankheitsbildern oder wo man sagt, das kann man therapeutisch wirken und kann man was machen. Und dann wird das aber natürlich als Comedy benutzt. Ja, ja, klar, natürlich. Und ich finde, an manchen Momenten ist es schon krass. Also fühlt es sich auch so ein bisschen unangenehm an, auch gerade, weil die Comedy dann ganz oft darauf basiert, dass er wegen seinen Aktionen gedemütigt wird.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Weil er kriegt halt ständig auf die Schnauze.
Johannes Franke: Ja, das ist halt wirklich, ne, das ist eine Comedy aus einer Zeit, wo das alles, also das, liebe ZuschauerInnen da draußen, wenn ihr sowas anschaut, müsst ihr entweder akzeptieren, dass das in der Zeit eine andere Perspektive darauf gab oder ihr schaut es euch lieber nicht an, weil es schon manchmal tut es weh, wie du vielleicht schon andeutest. Das ist irgendwie, dass man echt denkt, ah, ist das geil, ist das nicht gut, weiß nicht. Aber man muss halt manchmal, wenn man alte Filme guckt, wie auch über bestimmte Sexismen und so weiter, einfach, da muss man das in der Zeit einsortieren und darüber hinwegsehen oder eben nicht und sich dann halt beschweren. Ja, verstehe ich auch, finde ich auch richtig. Aber um den Film genießen zu können und auch um die Comedy genießen zu können, muss man da eine gewisse Form von Resilienz mitbringen.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Wenn es um Humor geht in dem Film, also wir haben schon aufgezählt, es gibt eigentlich nicht so viele lustige Szenen und viele Gags wirken auch eben wie aus dem Varieté genommen. Wir stecken Jerry Lewis in Frauenkleider und er macht Lip Sync und wir lassen Jerry Lewis von Dean Martin verprügeln. Denn der Humor, der funktioniert hat in diesem Film, ist der so ein bisschen subtilere Humor, der uns immer mit einem Augenzwinkern sagt, hey, ihr seid ja auch in einem Gruselfilm. Ja. Um eine ganz banale Sache zu nennen, ganz am Anfang, sagt Mary Carol, unsere Protagonistin, die sich irgendwie immer gegen Dean Martin und Jerry Lewis kämpfen muss um Aufmerksamkeit, zu einem Butler, sagt sie einfach so, weil das Wetter so düster ist und weil es draußen regnet, nice time for a murder. Ja, stimmt. Hey, how did you know? Und dieser düstere Butler sagt das mit so einem dunklen Blick. Ja, ja, ja, ja, ja. Das sind diese Momente, wenn sie so ein bisschen dieses Gruselfilmmoment ironisieren. Ja, genau. Das ist ein Humor, der funktioniert in dem Film und das ist schwierig, das wahrzunehmen, weil das wird natürlich das total überdeckt von der großen Physiologie-Comedy-Show von Jerry Lewis.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Die Gags haben für mich funktioniert.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Die Sprachgags, bei denen nicht Jerry Lewis so groß beteiligt ist, sondern meistens andere Figuren und die auch eher so ein bisschen subtil in die Dialoge eingeflochten sind.
Johannes Franke: Ja. Was hast du denn eigentlich von Jerry Lewis sonst gesehen, wenn wir jetzt bei ihm sind?
Florian Bayer: Naja, ich kenne also Nutty Professor.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Dann lass ich mich einmal kurz gucken. Ich habe nicht viel von Jerry Lewis gesehen.
Johannes Franke: Aber sind da Sachen dabei, wo du sagst, das ist cool, das gefällt mir nicht nur als Kind, sondern ich sage, okay, das kann ich würdigen und find's lustig.
Florian Bayer: Also würdigen kann ich es, weil ich sehe, was er macht und ich sehe, dass da auch großes Talent dahinter steckt. Ja. Jerry Lewis kann verdammt gut fallen. Ja. Jerry Lewis kann verdammt gut Reaction auf Sachen, die ihm passieren. Ja. Und er hat auch seine ganz eigene Art damit umzugehen. Also er hat im Gegensatz zu Chaplin zum Beispiel oder zu Keaton auch nochmal einen ganz anderen Ansatz, seine Slapstick-Nummern zu verkaufen. Ja. Die sind gefühlt so sehr nah angelehnt an eben Klau-Nummern aus dem Zirkus. Ja, ja, ja. Aber das kann er und das kann ich würdigen. Aber dass ich sagen würde, es ist wirklich was, was mich mitreißt, was mich dazu bringt, lachsamend zu verschießen, nee, eher nicht. Ich fand Jerry Lewis immer ein bisschen am spannendsten, wenn er die Stereotype aufgebrochen hat. Deswegen auch The Nutty Professor als vielleicht so den Referenzfilm von einem wirklich guten Jerry-Lewis-Film, weil da spielt er ja diesen Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Variante mit ihm. Und da spielt er auch den Mr. Hyde eben als schick gekleideten, eleganten Herrn. Und da spielt er einfach mal so komplett gegen seine eigene, gegen das Klichee, das er sonst immer spielen muss. Ja. Das find ich spannend.
Johannes Franke: Okay. Ich muss sagen, dass Jerry Lewis sehr nervig sein kann.
Florian Bayer: Oh ja.
Johannes Franke: Gerade mit der Stimme, die er sich da angenommen hat für diese Sachen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und deswegen find ich eigentlich die Sachen am lustigsten, die rein visuell sind, wo er einfach die Klappe hält. Wie zum Beispiel das mit der Schreibmaschine, die einfach in einem bestimmten Timing und er da irgendwie Luftschreibmaschine spielt.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist super, großartiges Timing, gute Ideen, gut umgesetzt und so. Sowas find ich dann toll. Aber die Stimme nervt mich leider zu sehr, als dass ich sie noch lustig finden könnte, weil ich dann irgendwann denke, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr Ohren bluten.
Florian Bayer: Bei Jerry Lewis hab ich so ein bisschen das Gefühl, dass er eigentlich mehr kann, viel mehr kann, als man von ihm sieht, weil er eben so auf diese Rolle festgelegt ist, die er spielt. Er ist eben dieser alberne Clown. Und wenn man ihn dann mal in seinem Spätwerk sieht, wo er in ernsteren Filmen oder wo er ernstere Rollen spielt, zum Beispiel sowas, was mir jetzt als erstes einfällt, ist natürlich King of Comedy aus dem Jahr 1982 von Martin Scorsese, wo er den alten Comedian spielt, der dann entführt wird von Robert De Niro, weil der unbedingt auftreten will als Stand-Up-Comedian in seiner Show. Da spielt er ja eine sehr ernste Rolle und so ein Zyniker und da ist er großartig. Da zeigt er wirklich Schauspieltalent. Und in dieser Zeit, in der er so groß war, in den 50ern und 60ern, hat er einfach keine Gelegenheit dazu, weil es ganz klar war, der wird Charakter besetzt. Wir wissen, was wir mit dem machen können und das machen wir mit dem, wir experimentieren da nicht.
Johannes Franke: Ja, und ich habe auch in diesem Film nicht den Eindruck, dass er spielen kann, muss ich sagen. Das ist so, er hat so seine Nummern und er hat seine Reaction-Shots, die großartig sein können, aber er hat keine, kommt nie in die Verlegenheit, Angst wirklich zu spielen. Es ist immer Comedy-Angst oder Sorge um einen Freund. Es ist immer Comedy-Sorge um einen Freund.
Florian Bayer: Das gehört ja zu dem kompletten Filmpaket, der ist ja auch ein Buch, das ist auch eine frühe Parodie auf Gruselfilme, der nimmt sich ja zu keinem Zeitpunkt ernst.
Johannes Franke: Das ist richtig, aber ich glaube trotzdem, dass es Momente hätte geben können, wenn man das richtig gemacht hätte, vielleicht ist auch die Regie im Weg gewesen, weiß man nicht so genau, wo man so, das hätte durchblitzen lassen können, wo man ein paar Sätze hätte so gerade aussagen können, dass man sie eben abnimmt. Ich glaube ganz stark, dass das die Regie war.
Florian Bayer: Ich denke, George Marshall hat die ganze Zeit gesagt, spiel es ein bisschen mehr wie Jerry Lewis. Das kaufe ich dir nicht ab, dass du hier clownesk Angst hast. Und also ein Grund dafür, dass ich das so sehe, ist eben, dass auch die Horrormomente, die gesetzt werden, die Gruselmomente sind natürlich durch und durch albern.
Johannes Franke: Absolut, alles ist albern an diesem Film. Es gibt nichts, also ich mag die Albernheit durchaus, aber irgendwie, weiß ich nicht, haben die nicht, kein richtig gutes Timing. Ich glaube, der Film ist auch ein bisschen verschnitten und irgendwie stimmt das alles nicht ganz. Das Pacing ist katastrophal in diesem Film. Ja. Man kann es nicht anders sagen. Das ist traurig. Aber, aber, und es ist auch traurig, dass wir jetzt ausgerechnet, jetzt wo wir Jerry Lewis nach vorne holen, uns einen frühen Film ausgesucht haben, der leider nicht so richtig gut ist, den ich nicht so richtig gut finde. Ich weiß nicht, ich habe das Gefühl, dass du den vielleicht ein bisschen besser findest als ich. Das ist durchaus möglich, weil, also man kann, man kann an diesem Film ein bisschen Spaß haben. Ja, kann man schon ein bisschen Spaß haben. Ich finde, ich habe auch durchaus immer mal wieder gelacht und mich gefreut, aber zum großen Teil eben dann leider nicht so.
Florian Bayer: Ich glaube, ich hätte mehr Spaß gehabt, wenn die Gruselmomente einfach länger gewesen wären, weil ich finde es ganz witzig, dass sie so ein bisschen, ja, so tief in die klassische Hollywood-Horror-Kiste greifen. Dann haben sie halt Voodoo dabei und einen Zombie, lange bevor es unseren Zombie-Film gab, wie wir ihn kennen. Zombies waren damals halt irgendwie durch Voodoo-Zauber verfluchte Menschen. Sie haben, sie haben dieses, dieses, der Geist der Gesundheit sagt, wenn jemand niest. Sie haben die Ritterrüstung, die sich plötzlich bewegen. Sie haben das Spukhaus, das tausend Falltüren hat, die sich öffnen, wenn man ein bisschen auf dem Klavier rumklimpert und immer stehen die Personen an der richtigen Stelle. Sie haben viel Nebel und viel Wabern. Sie haben einen Sarg, in dem eine Person liegt. Es hat nicht Hand und Fuß, nicht im geringsten, aber es ist halt, es ist halt so eine schöne Aneinanderreihung von Klischees und auch ironisiert genug, dass es funktioniert, weil wie dieser Film aufgebaut ist, echten Kruse oder den Versuch echten Kruse zu etablieren, hätte man dem Film einfach nicht abgekauft.
Johannes Franke: Sowieso nicht. Das hätte ich, glaube ich, auch seltsam gefunden, wenn sie das wirklich versucht hätten. Wie du sagst, eigentlich wäre es schön gewesen, wenn man dem mehr Raum gegeben hätte und den Rest so ein bisschen eingekürzt. Weil, also die Koffersache nimmt ja wirklich einen riesigen Raum ein, den man dem Haus hätte geben können. Und verschiedene andere Geschichten, die zur Etablierung der Situation da sind, hätte man auch einkürzen können, glaube ich.
Florian Bayer: Ich finde es schon schwierig, wie sie versuchen, die Mystery-Geschichte ernst zu erzählen, weil das versuchen sie ja tatsächlich. Das stimmt. Geschichte von Mary, die halt Nachrichten kriegt, dass sie das Gruselhaus nicht verkaufen soll.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Von einem vermeintlichen Bösewicht, der sie halt auch ständig beobachtet. Dieser Mr. Ortega, der immer mal wieder auftaucht, finster guckt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann wissen wir irgendwann, okay, dieser Typ, der sie gewarnt hat, wurde offensichtlich getötet. Und jetzt haben wir hier irgendwie eine Art Kriminalgeschichte vor uns, in die Larry und Myron, also den Martin und Jerry Lewis, reingeraten. Und wir tragen dieses Rätsel mit bis zum Ende des Films. Da wird immer versucht, halt so diese Mystery-Spannung aufzubauen. Wer könnte es gewesen sein? Ja, aber who done it? Es gibt nicht viele, die in Frage kommen.
Johannes Franke: Uns ist es auch relativ egal, habe ich so das Gefühl als Zuschauer.
Florian Bayer: Es ist vollkommen egal, weil der Rest so albern ist. Naja. Deswegen funktioniert diese Mystery-Handlung nicht, aber sie versuchen sie ernsthaft zu erzählen. Es gibt dann wirklich einen Bösewicht mit wirklich finsteren Plänen, der sie sogar töten will. Aber wir sind einfach emotional komplett losgelöst von dieser Handlung, weil alles drumherum so eine Klaunerie ist. Ich weiß schon alles gar nicht mehr, muss ich sagen. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie der Bösewicht eigentlich das ist. Der wirkliche Bösewicht kommt in den letzten, in der letzten halben Stunde kommt der zu. Und zwar auch ganz merkwürdig. Plötzlich ist da dieser Toni, ein alter Freund von ihr. Und der ist der eigentliche. Ah, ja, ja, genau. Und dieser Mr. Ortega wollte sie eigentlich nur warnen. Der wird noch getötet dann und liegt nachher im Sarg. Und der Typ, der getötet wurde, dessen Bruder, also er hieß Maron Caruso und dessen Bruder ist auch dahin unterwegs, weil der auch Interesse an dem Haus hat, weil es in diesem Haus eine Geheimtür gibt zu einem großen Kellergewölbe, in dem ganz viel Gold liegt. Alle wollen an dieses Gold kommen letzten Endes. Naja, das erfahren wir halt am Schluss und dann ist es auch schon vorbei. Und dann haben natürlich, natürlich wird der Bösewicht erschossen, getötet. Auf jeden Fall verliert der Bösewicht. Und sie sitzen auf der Goldgrube und Dean Martin und Mary Carol heiraten und werden sich wohl damit arrangieren müssen, dass Jerry Lewis weiter bei ihnen ist, oder? Darf ich das deuten? Haben sie, adoptieren sie ihn? Ist ja jetzt ihr Kind. Problematisch.
Johannes Franke: Die scheinen ja sowieso unzertrennlich zu sein. Da passt ja kein Blatt dazwischen.
Florian Bayer: Na, die Romanze zwischen Larry und Myron ist auf jeden Fall glaubwürdiger als die Romanze zwischen ihm und Mary Carol. Das stimmt. Weil die Romanze mit ihr ist so, er singt ihr einmal ein Lied auf dem Schiff und dann macht ihr ihr am Schluss im Gruselhaus einen Heiratsantrag.
Johannes Franke: Das ist alles, was wir von ihrer Romanze mitkriegen. Und die beiden verabschieden sich auch noch am Ende vom Zuschauer irgendwie.
Florian Bayer: Ja, es gibt einen netten Abschied. Wir haben ja auch noch Bing Crosby, genau. Genau. Das zeigt eigentlich, wie ernst der Film sich nimmt, dass sie am Schluss nochmal in dieses Kellerloch gucken und dann sehen sie da Bing Crosby und Bob Hope so als Skelette in einem kleinen Cameo. Erschrecken fürstelle, ich renne weg. Und dann machen sie die Tür nochmal auf, gucken zu uns und sagen, tschüss, das war's. Schönen Tag noch. Okay, Film. Alles klar.
Johannes Franke: Das ist so, das verrät so dolle, wie dieser Film entstanden ist. So dieses Gefühl von, okay, wir machen jetzt noch ein bisschen Entertainment. Ja. Es ist kein ernstzunehmendes Ding. Wir machen kein großes Drama, sondern es ist einfach Entertainment für die Massen. Wir gehen wie jetzt, wie Leute auf der Reeperbahn nochmal irgendwo in irgendeine andere Show reingehen, die dann irgendwie hier, ich jongliere noch ein bisschen und dann am Ende heißt es, und das war's, geh, komm, gut nach Hause. Aber man hat das Gefühl, sie haben Spaß dabei.
Florian Bayer: Das, ja. Ich fände es sehr spannend, mal ihre späteren Filme, wo sie sich gehasst haben, dagegen zu halten. Weil, was ich diesem Film abkaufe, dass alle, die da mitgemacht haben, und das haben neben Jerry Lewis und Dean Martin ja durchaus große Leute mitgemacht. Also neben dieser, neben der Schauspielerin, die die Protagonistin spielt, die für ihre Smoky Voice sehr bekannt war und über 20 Filme gedreht hat in der Zeit, hatten sie auch eine große Sängerin mit Carmen Miranda, der Brazilian Bombshell, die diese Diva spielt, die halt auch auf dem Schiff ist. Ja. Und dann eben noch die Gastauftritte von Bing Crosby und Bob Hope. Aber die anderen waren relativ unbekannt, muss man sagen. Ja.
Johannes Franke: Das war so, das, so, irgendwo im, im Massencast von Paramount aufgelesen.
Florian Bayer: Aber damit haben wir immerhin schon so eine Revue-Zusammenstellung. Wir haben sechs, sechs Protagonistinnen, die irgendwie, ähm, deren Namen man kennt. Ja. Und ich hab's Gefühl, alle, die da mitmachen, haben irgendwie Spaß an dem Film.
Johannes Franke: Ja, wobei ich das Gefühl habe, dass keiner von denen den Film ernst nimmt. Nein, überhaupt nicht. Also, also auch, weil die beiden ja auch keine Lust hatten eigentlich auf diesen Film, weil der nun, wo sie sagten, nee, das gibt eine gute Verfilmung davon, warum sollten wir das jetzt nochmal irgendwie durch den Kakao ziehen. Ähm, und sich aber dann da reingeben und sagen, okay, wir haben einfach Spaß am Set. Ja. Und das ist aber eben, naja, ich wüsste schon gerne, dass Leute das ernst nehmen, was sie mir da präsentieren. Ja. Also, selbst wenn's eine Komödie ist, willst du ja trotzdem, dass die Leute innerhalb der Komödie ernsthaft den Film versuchen zu machen. Und ich glaube, das haben sie nicht.
Florian Bayer: Nee, es ist so ein bisschen die Blockbuster-Variante von künstlerischer Masturbation. Ja, ja, ja, genau. Das, was man so Künstlern vorwirft, die sich sehr ernst nehmen, dass sie eben nur, eigentlich nur sich selbst befriedigen wollen und nicht an ein Publikum denken, das Gefühl hat man bei dem Film auch. Die wollen einfach ihren Spaß haben, ziehen ihren Spaß durch, vielleicht ist bestimmt auch ein bisschen improvisiert dabei, so halt was, was sie halt gut können, ihre Bühne machen, sie dürfen singen, sie dürfen lachen, sie dürfen Spaß haben, aber es ist nicht für uns gemacht.
Johannes Franke: Ja, genau, das ist es. Irgendwie hab ich das Gefühl, die ganze Zeit so eine gewisse Distanz zu haben, weil der Film nicht für mich ist, sondern irgendwie für so ein Klassentreffen. Ja. Naja, aber trotzdem, ich bin froh, dass ich ihn gesehen habe und dass ich ein Gefühl dafür bekomme, was die beiden so miteinander ausmacht und naja, aber du hattest erzählt, dass es so ein bisschen dein Held deiner Kindheit quasi in Anführungsstrichen als Comedy-Ding war.
Florian Bayer: Ich weiß, worauf du hinaus willst, aber keine dieser Personen ist Held meiner Kindheit. Ah, verdammt. Ich mochte diesen Film als Kind, aber du hast mir trotzdem eine Top-Liste aufgegeben, zu der wir jetzt switchen mit deinem Jenga. Yes.
Johannes Franke: Unsere, äh, Top-Drei. Ja, Flor, ich dachte, das passt vielleicht, weil wenn man sich sowas anguckt als Kind und dann irgendwie besonders lustig findet, dann ist vielleicht das unter Helden meiner Kindheit zu verbuchen.
Florian Bayer: Ich hatte einige nostalgische Flechs jetzt beim Film gucken, weil ich mich an Gags erinnert habe, über die ich als Kind gelacht habe. Schön. Vor allem die Bauchredner-Szene, aber auch dieses, alles was im Gruselschloss stattfindet, also wo du vorhin gesagt hast, das mit dem Stuhl, das ist nicht gut gemacht. Ich fand das als Kind der Brüller total geil. Ich glaube, ich habe das sogar nachgespielt mit Kuscheltieren, die dann um mich gegriffen haben. Ja, nee, Helden meiner Kindheit sehen anders aus und ich fand es gar nicht so einfach. Ich musste wirklich tief in meine Erinnerung graben. Ja. Kindheit dauert ja auch sehr lange. Das stimmt, ja. Wen im Film, das war dir ja sehr wichtig, dass Helden aus dem Film sind, wen im Film habe ich als Kind als Helden bezeichnet? Und das heißt, ich musste halt sowas wie Kopernikus und Aristoteles und Satre musste ich alles rausnehmen, konnte ich nicht nehmen, es muss ein Filmhelden sein. Naja, versuchen wir es. Top 3.
Johannes Franke: Keine Honorable Mentions. Oh Gott, oh Gott. Ich habe ganz viele Honorable Mentions. Ich würde den mal rausnehmen. Ja, dann hau die mal raus. Und du kannst auch gerne Sachen rausnehmen, die nicht im Film sind, weil Helden der Kindheit, für mich ist das natürlich wegweisend. Du hast etwas, wo du dich festhältst und sagst, okay, das ist wichtig für mich, das sind so Sachen, okay, der hat was Wichtiges gesagt, was für mir was sagt oder der hat irgendwie eine Philosophie nach vorne gebracht. Meine Liste ist so geil.
Florian Bayer: Oh Gott, du hast sie tropendiert. Meine Liste mit deiner Interpretation ist großartig. Nein, ich habe wirklich versucht, ehrlich die Figuren aufzuschreiben, die ich als Kind verehrt habe aus Filmen, die ich cool fand, die ich irgendwie nacheifern wollte. Und wenn ich von meinem sechsjährigen Ich rede, dann hat dieses Kind nicht die Vorstellung, so zu leben, wie ich heute lebe. Und das ist auch gut so.
Johannes Franke: Du hast irgendwelche Feuerwehrmänner oder irgendwelche. Okay. Feuerwehrmann wollte ich nie werden. Für meine spätere Kindheit wäre Sherlock Holmes gewesen. Das fand ich so toll. Ja. Da war ich immer sehr Freund. Und ein bisschen früher eben die drei Fragezeichen. Irgendwie habe ich einen Anhang zu Krimi gehabt anscheinend, zum Aufklären von Dingen. Ich wollte auch, ich habe mit meiner Schwester damals, hallo Anne, ich habe eine Detect High gegründet, die nie irgendwas geklärt hat. Wir haben gedacht, wir setzen uns jetzt hier vor den Friedhof, da passiert bestimmt ganz viel, weil irgendwo vorher in irgendeiner Hörspielkassette irgendwas auf dem Friedhof passiert ist. Fantastisch. Total schön. Und das habe ich auch noch in der Schule erzählt. Ja, ja, wir haben jetzt eine Detect High gegründet und deswegen ist das jetzt so und so.
Florian Bayer: Aber auch ein bisschen diskriminierend, wenn man dann feststellt, dass das wahre Leben nicht so läuft wie bei den drei Fragezeichen, wo man ständig über irgendeinen neuen Kriminalfall stolpert.
Johannes Franke: Ja, wir waren wirklich ein bisschen enttäuscht, weil niemand wurde umgebracht auf dem Friedhof. Ja, und dann vielleicht ein paar Menschen noch am Ende, wenn ich mich entschieden habe, welches in die Liste kommt. Wer fängt denn eigentlich an?
Florian Bayer: Du fängst an. Ich muss anfangen. Mein Platz drei. Ja. Marty McFly aus Zurück in die Zukunft. Was? Ich fand es voll cool, wie er Skateboard fährt und wie er sich ans Auto hängt, aber noch viel cooler fand ich, wie er Gitarre spielt und wie er auf der Bühne steht und Johnny B. Goode spielt. Und ich erinnere mich doch noch sehr gut an mich, wie ich dann im Kinderzimmer war und angefangen habe, dieses Gitarrenspiel zu imitieren mit einem Spielzeug oder einer Luftgitarre. Ich weiß es nicht mehr. Und vor allem cool fand ich diese totalen Poser-Moves, die überhaupt nichts musikalisch dazu beitragen, dass es irgendwie besser wird. Zum Beispiel Gitarre hinter die Schultern, auf den Boden werfen, nochmal drehen, Boxen zertreten, alles großartig. Diese ganzen großen Heavy-Metal-Rock-Gesten fand ich einfach fantastisch. Und das war die Phase, in der ich gesagt habe, wenn ich groß bin, dann will ich Musiker werden. Ich wusste nicht, dass man dazu musikalisches Talent braucht.
Johannes Franke: Nein, als Musiker brauchst du auch kein musikalisches Talent, du musst Boxen umwerfen können und Gitarren in der Gegend schmeißen. Ja, mein Vater hat mir dann ein paar Griffe auf der Gitarre gezeigt und das war dann die
Florian Bayer: Phase, wo ich gesagt habe, ich will kein Musiker werden.
Johannes Franke: Okay. Das tut weh. Meine Top 3 hat verdammt viele weibliche Helden. Sehr schön. Und zwar wäre auf Platz 3 Ronja Räubertochter. Oh ja. Und ganz knapp gefolgt von Momo, die ich auch raufgepackt hätte, wenn nicht Ronja Räubertochter ein bisschen früher gekommen wäre.
Florian Bayer: Ja, Ronja Räubertochter ist großartig.
Johannes Franke: Einfach großartig. Ganz, ganz toll. Und ich habe echt geweint, wie sie ihren Freund da irgendwie sucht und nicht wiederfindet und das irgendwie alles, und sie streiten und so.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist so traurig.
Florian Bayer: Ronja Räubertochter, also wir sind ja nicht der muss man lesen Podcast, aber Ronja Räubertochter ist eines der besten Kinder- und Jugendbücher aller Zeiten. Absolut. Aller Zeiten. Das beste Buch von Astrid Lindgren, die sonst, die Astrid Lindgren, die ganz viele fantastische Bücher geschrieben hat, ihr Bestes. Und ich habe es jetzt nochmal meinem Kind vorgelesen. Ja. Und es ist unglaublich und es begeistert mich auch als Erwachsener noch.
Johannes Franke: Ganz, ganz tolles Buch. Ja. Schön. Ja, Ronja Räubertochter, die ich auch in der Verfilmung tatsächlich gut finde.
Florian Bayer: Ja. Habe ich nicht mehr so viele Erinnerungen dran. Ich glaube, die Verfilmung verliert im Vergleich zum Buch doch einiges. Ja, natürlich. Natürlich muss sie.
Johannes Franke: Muss sie.
Florian Bayer: Aber Miniserie, längerer Spielfilm, schafft es einfach nicht, das aufzunehmen. Aber ja doch, also einige Bilder, wenn ich jetzt drüber nachdenke im Film, waren schon sehr stark.
Johannes Franke: Ja. Und Momo ist ja auch sehr gut verfilmt worden, fand ich.
Florian Bayer: Ja, stimmt. Momo hatte eine sehr gute Verfilmung. Ja. Die einzige gute Michael-Ende-Verfilmung. Dein Platz zwei. Mein Platz zwei. Es wird nicht besser. Ich bin immer noch in der, wenn ich groß bin, will ich Musiker- und Rockstar-Phase werden. Okay. Michael Jackson in Moonwalker. Oh nein. Nein. Und das Schlimme ist ja, Moonwalker ist ja so ein voll manipulativer Film, der uns zeigen soll. Michael Jackson ist der coolste überhaupt. Aha. Und diese Manipulation hat bei mir damals als Siebenjähriger voll reingehauen.
Johannes Franke: Aber bei mir auch. Oh mein Gott.
Florian Bayer: Ich war so begeistert davon. Du hast so recht. Er ist Musiker. Er ist da. Die Fans himmeln ihn an. Absolut. Er verwandelt sich in einen fucking Robotler und kämpft dann gegen die bösen Gangster.
Johannes Franke: Und er wirft eine Münze quer durch den Raum direkt in den Schlitz von der Jukenbox.
Florian Bayer: Es ist so cool in diesem Film. Man schaut diesen Film als Kind und denkt, Michael Jackson ist Gott. Absolut. Genau das, was Michael Jackson erreichen wollte. Ja. Hey, und wer will nicht Gott sein? Ja, ja.
Johannes Franke: Und den ganzen gruseligen Kontext lassen wir lieber weg. Ja. Ja, aber natürlich, ich als Siebenjähriger ganz genauso wie du. Wirklich. Hundertprozentig. Warum ist der nicht in der List gelandet? Verdammt. Na gut. Mein Platz zwei ist dann Pippi Langstrumpf, die andere Seite von Astrid Lindström. Die einfach nur dadurch, dass sie allein wohnt und Geld hat, dass sie ausgeben kann, wofür sie will. Natürlich ist das ein Held meiner Kinder, eine Heldin.
Florian Bayer: Viel interessanter, als dass du weibliche Helden hast, finde ich gerade, dass du vor allem Kinder als Helden hast. Ich hatte keine Kinder als Helden. Ich hatte nur Erwachsene als Helden. Tja. Du hast mit den drei Fragezeichen und Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter und Momo. Das sind alles Kinder. Super spannend.
Johannes Franke: Ja. Seltsam. Weil eigentlich Kinder schon doch tendenziös eher auf die Erwachsenen gucken und da sich orientieren. Und dann sich... Stimmt. Hm. So was. Interessant. Da muss ich mal mit meinem Psychologen drüber reden.
Florian Bayer: Das ist ja teuer. Ja. Mein Platz eins. Ich bleibe bei den Erwachsenen und dann, als ich die Musikerphase überwunden habe, wollte ich die Welt kennenlernen und Wissen ansammeln, aber auch gleichzeitig gegen Nazis kämpfen und Schätze heben. Ich wollte Indiana Jones. Oh. Ich fand sehr früh Indiana Jones richtig, richtig cool. Eben weil es auch diese Mischung war aus, er ist gebildet und er hat Ahnung. Ja. Und er beschäftigt sich mit Sachen und er lernt Zeug dazu. Mhm. Und gleichzeitig erlebt er aber einfach mal Abenteuer und ist unterwegs und kämpft gegen das Böse und findet den heiligen Kral.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich habe lange Zeit drüber nachgedacht, Archäologie auch zu studieren. Mhm. Später hat sich das dann doch ein bisschen gelöst, als ich festgestellt habe, was Archäologen wirklich machen. Dann sah das doch sehr langweilig aus. Nach sehr viel pedantischer Präzisionsarbeit. Ja, ja, ja. Feinmotorik. Genau, Feinmotorik. Ganz schrecklich. Aber damals fand ich das wirklich cool und auch, als ich schon wusste, dass ein Archäologe nicht so arbeitet wie Indiana Jones, fand ich es trotzdem auch dank Indiana Jones faszinierend, weil es einfach eben diese Erkundung von früheren Zeiten und diese Frage, was können uns die früheren Zeiten heute noch geben. Ich meine, ich habe dann auch, ich habe Geschichte studiert, ich habe halt den akademischen Weg davon gewählt, weniger mit den Händen machen und mehr mit dem Geist. Aber ja, Indiana Jones war ein großer Held für mich.
Johannes Franke: Mein Platz eins wäre dann, und das ist nicht verwunderlich und du darfst gerne mit den Augen rollen, Charlie Chaplin. Nein, ich rolle nicht mit den Augen.
Florian Bayer: Das ist doch total schön. Also ich meine, es ist schön, weil du dann tatsächlich ganz viel gemacht hast, beruflich, was eben da reinfällt.
Johannes Franke: Ja, ja, absolut. Und Chaplin, ich habe mich so viel damit beschäftigt und ich wollte das alles wissen und war total begeistert von allem, was er so an Ideen und an Musikalität und an Allround-Talent hatte und war. Das hat mich so geprägt und fasziniert. Ist ja nicht nur Held meiner Kindheit, sondern auch noch weit darüber hinaus. Der ist heute noch dein Held, oder? Ja, also ich meine, natürlich hat man noch mal andere Leute später kennengelernt, wie Buster Keaton und so weiter, wenn man in die Zeit schaut, wenn man noch ein bisschen weiter schaut. Es gibt ja in jeder Dekade irgendwie so Helden, die man finden kann für sich. Aber Chaplin halt in dieser Zeit und dann später vielleicht noch so ein paar Größen aus im Tanzbereich und so und David Bowie und aber das ist dann alles später. David Bowie, ich habe dich modisch nie an David Bowie orientiert gesehen. Nee, modisch nicht, nee. Also ich finde es total geil, was er da gemacht hat und was er so, aber ich finde, ich finde an Fähigkeiten, was David Bowie an Fähigkeiten hatte, sich immer wieder neu selbst zu erfinden. Ja, total. Das ist der absolute Hammer. Das Chamäleon der Popgeschichte. Das ist unglaublich. Und ich fand, der hat immer so wahnsinnig viel Talent in seiner Musik durchblinken lassen, obwohl nicht jedes Album das große ist, was meinen Musikgeschmack immer trifft. Aber er hat immer so viel, er war einfach richtig, richtig gut. Genie seiner Zunft.
Florian Bayer: David Bowie hat es immer so geschafft, diese Brücke zu schlagen zwischen Pop und Experimentellem. Ja. Und das wirklich konsequent durchzuziehen. Und er hatte ja seine großen Hits, die quasi jeder kennt. Aber der Mann hat ja auch so krass experimentelle, progressive Alben gemacht. Das ist beeindruckend, einfach wie man es schafft, diese Waage zu halten. Und wir würden nur ein paar KünstlerInnen einfallen, die das auch geschafft haben.
Johannes Franke: Und auch überhaupt vom Erfolg nicht korrumpiert zu werden, zu sagen, okay, ich mache jetzt einen sicheren Hit nach dem anderen, indem ich einfach das gleiche Rezept wieder und wieder und wieder verwende. Was heutzutage nun wirklich immer gemacht wird, wenn du auch nur ersten Hit hast, versuchst du den zu wiederholen, zu wiederholen, zu wiederholen. Und das ist einfach lahm und langweilig. Wobei, wenn ich mich recht erinnere, waren die 80er David Bowie teilweise ziemlich schlimm. Also David Bowie hatte auf jeden Fall auch so seine Missgriffe. Ja, ja, sei ihm verziehen, bei dem Oeuvre, was er zurückgelassen hat. Auf jeden Fall. Ja. Okay, schön. Ja, cool. Tolle Liste. Ja, viel besser als der Film. Ja, oh nein.
Florian Bayer: Und jetzt befinden wir uns im Muss-man-sehen-Podcast und müssen natürlich die Frage beantworten.
Johannes Franke: Johannes, muss man diesen Film sehen? Muss man diesen Film sehen? Nein. Man muss nicht diesen Film sehen, aber man muss wenigstens einen von diesen 17 Filmen sehen, die die beiden zusammen gemacht haben. Und wenn es nicht dieser ist, dann ist es halt der aus dem nächsten Jahr oder einer von den Vieren in dem gleichen Jahr oder was weiß ich. Also sie haben wirklich viel gemacht und ich glaube, dass diese Dynamik zwischen den beiden und das Talent von Jerry Lewis, was Jim Carrey zum Beispiel wahnsinnig inspiriert haben muss, wenn man sich das anschaut oder andere Comedians später sehr inspiriert hat, das muss man einfach kennenlernen und dadurch, dass Martin so ein toller Gegenpart war und auch so, naja, musikalisch auch wirklich ein großes Talent war, die beiden in einem Film, klar, muss man auf jeden Fall mal gesehen haben.
Florian Bayer: Ich glaube auch, dass ein wirklich wichtiger Teil Filmgeschichte ist, dieses Duo, auch wenn sie nur zehn Jahre miteinander gearbeitet haben und es ist vor allem ein wichtiger Teil Mainstream-Filmgeschichte. Ja, ja, ja, genau. Wie hat der amerikanische Film damals funktioniert im großen Rahmen? Ja. Was waren die Publikums-Hits? Weil das war es. Also man kann es sich, ich glaube, man kann es gar nicht oft genug betonen, wie krass die damals abgegangen sind. Ja. Wie die die Fans angezogen haben, wie die, wie ihre Filme einfach Hit nach Hit waren und das macht es ja auch verständlich dann, dass sie immer mehr und mehr produziert haben, mehr und mehr wollten.
Johannes Franke: Ja. Der Film war total erfolgreich damals, ne? Also der war, bei der Kritik ist der ziemlich untergegangen auch.
Florian Bayer: Wie viele Sachen von Dean Martin und Jerry Lewis, da hat sich die Kritik, die waren nie Critical Darlin's. Die hatten es immer schwer mit der Kritik.
Johannes Franke: Aber natürlich gibt das Geld einem dann recht für einen neuen Film und noch einen neuen Film, ne? Also es ist schon so, dass man dann anfängt zu melken. Ja gut.
Florian Bayer: Das war Poymant. Die große Studie und Produktion, Gehasst von der Kritik, vom Publikum. Ja. War damals nicht viel anders.
Johannes Franke: Ja schön, Plur, vielen, vielen Dank, dass du den angeschaut hast.
Florian Bayer: Ja, vielen Dank, dass du Dean Martin, beziehungsweise Jerry Lewis war ja eigentlich der Initiator. Du wolltest mir einen Jerry Lewis-Film zeigen. Genau. Aber ich finde es noch besser, dass wir jetzt gerade beide hatten und einmal über beide reden konnten.
Johannes Franke: Genau. Der nächste Film vom Rat Pack oder sowas, dann kommt dann, wartet noch eine Weile, bis wir dann in sowas reinsteigen. Aber das müssen wir auch noch machen. Auf jeden Fall.
Florian Bayer: Vor allem, weil das eine Teilfilmgeschichte ist, mit dem ich relativ wenig Kontakt hatte. Ja. Und der mich trotzdem sehr interessiert.
Johannes Franke: Sehr schön, schön. Das machen wir mal. Das ist dann sehr, sehr romantisch. Wahrscheinlich wegen auch dem Martin und so weiter. Die haben sehr schmonzettenmäßige Sachen gemacht teilweise. Okay, sehen wir. Dann werden wir das auch noch irgendwann sehen. Vielen Dank, Plur. Vielen Dank an euch da draußen, dass ihr wieder dabei wart. Vielen Dank.
Florian Bayer: Wenn ihr wissen wollt, was nächste Woche kommt, was ich Johannes als Film aufgeben werde, bleibt dran. Ansonsten euch eine schöne Woche. Bis dahin. Bis dann. Ciao. Bleibt gesund. Ciao.
Johannes Franke: So, Ankündigung. Plur, was hast du denn für mich? Ich will dir nächste Woche alles zeigen.
Florian Bayer: Du willst mir alles zeigen? Überall. Und alles gleichzeitig.
Johannes Franke: Ah. Okay.
Florian Bayer: Jetzt klingelt's. Du verfolgst die Filmpresse ja auch. Du weißt, welcher Film unfassbar gehypt wurde von der Presse Anfang dieses Jahres. Jetzt schon als einer der besten Filme des Jahres gefeiert wird. Everything, everywhere, all at once. All at once. Von den Daniels. Frisch auf, jetzt frisch auf Blu-Ray und Video-on-Demand-Börsen raus. Okay.
Johannes Franke: Lief Anfang des Jahres im Kino. Ich wollte den ganze Zeit im Kino sehen, bin aber nicht dazu gekommen. Und das Plakat sah gut aus. Und irgendwie A24 sind die, glaube ich, die Produktionsteller.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Die ja quasi nur gute Sachen rausgebracht haben.
Florian Bayer: Auf jeden Fall, die ein Händchen dafür haben, sehr spezielle Stoffe zu finden. Und daraus trotzdem erfolgreiche Filme zu machen. Ja, die sind schon ein Aushängeschild für Indie-Filme, die größer sind als Indie. Ja. Und ich hab ihn jetzt auch erst vor kurzem gesehen. Und ich bin total gespannt, was du davon hältst. Ja.
Johannes Franke: Ja. Okay, ich auch. Ich auch. Lass uns nächste Woche darüber reden. Cool. Vielen Dank. Bis dann. Bis dann. Ciao. None|Ciao.
