Episode 103: Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat… und wir es uns zurückholen
Jeder Hörer des Podcasts mag Weihnachten sehr!
Doch Johannes am Mikro fiel der Trubel schwer.
Er hasste die Weihnacht, ja alles daran.
Du fragst Dich warum? Naja, das kann
Wohl kaum jemand richtig erschöpfend ergründen.
Plor versucht die Lösung lang schon zu finden.
Vielleicht mochte er keine Menschenmassen
Die an Weihnachtsmarktbuden nichts unbetatscht lassen.
Vielleicht war es auch der geheuchelte Frieden,
den die Menschen den Rest dieses Jahres nur mieden.
Am wahrscheinlichsten aber, wird dieses hier sein:
Sein Herz für den Kaufrausch war zwei Nummern zu klein.
Warum auch immer, ob dies oder das,
Als die Festtage kamen, verging ihm der Spaß.
„Schau sie nur an, kaufen sie jeden Scheiß?
Beim Black Friday hat ‚Glück‘ einen ganz kleinen Preis!
Das hier macht Haut so glatt, Harnstoff vom Haifisch!
Und dieser Mixer macht Nachbarn ganz neidisch.
Die liebste will nichts! Was besondres dann schon,
Ach, ich kauf einfach sonstwas bei Amazon.“
„Diese Opfer“ dacht er da noch grummelnd bei sich
Und dann noch „Warum verhinder ich s nich?
Weihnachten fällt dieses Jahr einfach aus!
Santa bleibt dies Jahr gemütlich zu Haus!
Doch wie stell ichs nur an, wie stopp ich das Fest?
Wie stell ich die Welt unter Hausarrest?“
Da kam die Idee. Eine schrecklich Idee. Eine wunderbar schrecklich Idee.
„Ich mach einen Podcast! Die Welt ist ganz Ohr!
Stell meine Konsumkritik allen hier vor! PLOOOOR?“
Und? Stimmte Plor ein? Wie lief der Plan? Hört das Gespräch der beiden doch an…
Transkript
Um den Zugang für Menschen mit Behinderungen zu erleichtern und um eine Volltextsuche nach Themen zu ermöglichen, haben wir beschlossen unsere Gespräche auch als Transkription zur Verfügung zu stellen.
Allerdings muss man dazu sagen, dass die heutigen Techniken automatisiert Transkriptionen herzustellen, doch immer wieder an ihre Grenzen stoßen und streckenweise unlesbare Texte hervorbringen. Eine händische Korrektur der Texte, ist ein Aufwand, der die Möglichkeiten dieses Podcasts bei weitem übersteigt. Trotz dieser Nachteile, überwiegen für uns die Vorteile einer (wenn auch fehlerhaften) Verschriftlichung.

Sie können das Transkript aktivieren und mitlesen, indem sie oben im Player auf dieses Symbol klicken.
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 103: Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat… und wir es uns zurückholen Publishing Date: 2022-12-21T18:40:27+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2022/12/21/episode-103-wie-der-grinch-weihnachten-gestohlen-hat-und-wir-es-uns-zurueckholen/
Johannes Franke: Jeder Hörer des Podcasts mag Weihnachten sehr. Doch Johannes am Mikro fiel der Trubel schwer. Er hasste die Weihnacht ja alles daran. Du fragst dich warum? Naja, das kann wohl kaum jemand richtig erschöpfend ergründen. Plur versucht die Lösung lang schon zu finden. Vielleicht mochte er keine Menschenmassen, die an Weihnachtsmarktbuden nichts unbetatscht lassen. Vielleicht war es auch der geheuchelte Frieden, den die Menschen den Rest dieses Jahres nur mieden. Am wahrscheinlichsten aber wird dieses hier sein. Sein Herz für den Kaufrausch war zwei Nummern zu klein. Warum auch immer, ob dies oder das, als die Festtage kamen, verging ihm der Spaß. Schauen Sie nur an, kaufen Sie jeden Scheiß. Beim Black Friday hat Glück einen ganz kleinen Preis. Das hier macht Haut so glatt, Harnstoff vom Haifisch. Und dieser Mixer macht Nachbarn ganz neidisch. Der Liebste will nichts. Was Besonderes dann schon. Ich kaufe einfach sonst was bei Amazon. Diese Opfer, dachte er da noch grummelnd bei sich. Und dann noch, warum verhinder ich's nicht? Weihnachten fällt dieses Jahr einfach aus. Santa bleibt dies Jahr gemütlich zu Hause. Doch wie stell ich's nur an? Wie stoppe ich das fest? Wie stelle ich die Welt unter Hausarrest? Da kam die Idee. Eine schreckliche Idee. Eine wunderbar schreckliche Idee. Ich mach einen Podcast. Die Welt ist ganz ohr. Stell meine Konsumkritik hier allen vor. Plor! Und stimmte Plur ein? Wie lief der Plan? Hört das Gespräch der beiden doch an.
Florian Bayer: Wunderbar. Sehr schön. Herzlich willkommen, Plur. Herzlich willkommen, Johannes. Herzlich willkommen, liebes Publikum, zu unserem Weihnachtspodcast, beziehungsweise zu unserer Weihnachtsepisode. Wie jedes Jahr, seitdem wir diesen Podcast machen, werden wir auch dieses Jahr wieder Eine Special Episode.
Johannes Franke: Wir haben erst ein einziges Jahr Weihnachten gehabt, weil wir noch keine zehn Jahre alt sind, sondern einfach mal zu Corona angefangen haben. Das heißt, unsere letzte Weihnachtsepisode ging um Herrn Ebenezer Scrooge höchstpersönlich.
Florian Bayer: Der Christmas Carol, den großen Weihnachtsklassiker. Und da haben wir uns wirklich, weil wir natürlich ein Filmpodcast sind und kein Literaturpodcast, Einfach mal so sämtliche Adaptionen, die wir irgendwie zu greifen bekommen haben. Haben wir uns gegriffen und haben wirklich sehr lange und sehr episch darüber geredet.
Johannes Franke: Wir haben sehr, sehr lange, über vier Stunden.
Florian Bayer: Wie viele Filme waren es? Weißt du es noch? Ich weiß es nicht mehr. Am Schluss waren es wahrscheinlich wirklich zehn Filme.
Johannes Franke: Ja, genau. Und es gibt Gott sei Dank von unserem Grinch hier nicht zehn Verfilmungen. die man alle gucken muss.
Florian Bayer: Aber wenn ich meine Liste durchgucke, finde ich tatsächlich ungefähr zehn Items.
Johannes Franke: Was? Zehn Items?
Florian Bayer: Nicht alle auf Spielfilmlänge. Die Vorlage gibt ja auch nicht so viel her. Ich meine, wenn wir von der Christmas Carol reden, haben wir einen ganzen Roman vor uns. Und wenn wir von Cringe reden, von Dr. Seuss, haben wir eben ein Kinderbuch vor uns, das ... Einmal kurz schauen. Schlanke, 30 Seiten hat ungefähr, wenn es um den reinen Inhalt geht.
Johannes Franke: Ja, die 30 Seiten sind ja auch mit großer Schrift und gut gesetzt und so, dass man das irgendwie auch einem Kind gut vorlesen kann. Also es ist wirklich nicht viel.
Florian Bayer: Wir reden heute über How the Cringe Stole Christmas. Auch ein bisschen über die Vorlage, aber vor allem über die Adaptionen, die dieser Stoff in der... Geschichte seines Seins erfahren hat.
Johannes Franke: Yeah! Merry Christmas!
Florian Bayer: Und ich freue mich total auf... Diese Episode. Wie ich mich auf alles freue, was mit Weihnachten zu tun hat. Und ich mag den Cringe auch. Grundsätzlich, wie ich alles mag, was mit Weihnachten zu tun hat. Wir haben hier also eine klare Rollenverteilung, Johannes.
Johannes Franke: Ja, ich finde es ein bisschen gemein, dass du uns Grinches auch noch adorable findest. Ja. Weil es ist ja nicht so, dass wir es nicht ernst meinen würden. Weihnachten ist scheiße.
Florian Bayer: Wir hatten das im letzten Jahr schon sehr breit ausgebreitet, warum Johannes so ein Cringe ist, der Weihnachten echt nicht mag, der Weihnachten nicht so viel abgewinnen kann und warum ich Weihnachten... über alles Liebe. Und zwar wirklich alles, was damit zusammenhängt. Das Fest, die Geschenke, die Adventszeit, die darauf hinführt, Weihnachtsmärkte... Weihnachtskitsch. Ich liebe Plastik-Weihnachtsmänner aus China, die Jingle Bells spielen. Auf Trumps, sowas haben wir zu Hause stehen. Gestern allerdings musste ich die Batterien rausnehmen, weil mein Sohn einfach nicht auf mich hören wollte. Ich habe gesagt, jetzt reicht es, jetzt geht es nicht. wenn du machst das Ding nicht nochmal an. Dann hatte ich auch so eine leichte Cringe-Anwandlung und hab dann die Batterien geklaut.
Johannes Franke: Flor, ein aus China gefertigter Weihnachtsmann, der immer wieder dasselbe in Schleife sagt. Viel besser kann man die Schlechtigkeit von Weihnachten nicht mehr zusammenfassen.
Florian Bayer: Die Großartigkeit von Weihnachten. Das ist der Geist von Weihnachten. Wenn du mich fragst, worum geht es eigentlich bei Weihnachten? Sag ich als erstes um Plastikweihnachtsmänner die Jingle Bells singen.
Johannes Franke: Oh Gott. Plechern. Zu nerven. Zu nerven.
Florian Bayer: Okay, springen wir einfach mal rein in den Stoff selbst, bevor wir hier wieder einen ewig langen Streit haben.
Johannes Franke: Ja, lass uns über den Grinch reden. Der Grinch, nur für die, die es noch nicht wissen, der Grinch lebt außerhalb von Whoville auf einem Berg und hasst. Weihnachten. Während die Whovels Weihnachten sehr lieben und die Geschichte von Dr. Seuss setzt dort ein, wo Weihnachten nicht mehr weit ist und der Grinch mal wieder genervt ist.
Florian Bayer: Ja, jeder liebt Weihnachten, der Cringe liebt es nicht und er ist furchtbar gestresst und genervt von dem, was mit Weihnachten zusammenhängt, also vor allem das, was er von Who Will hört. Das Singen, das Tanzen, das Feiern, das Fressen, ganz schlimm, the feast, the feast, the feast.
Johannes Franke: Sing, sing, sing.
Florian Bayer: Es hört einfach nicht auf. Und dann hat er aber die chlorreiche Idee, dieses Jahr, dieses Jahr werde ich dafür sorgen, dass Weihnachten nicht stattfindet, dass ich nicht genervt werde. Und er schnappt sich dann seinen Hund Max, der im Laufe der Geschichte sehr viel leiden muss und schnallt ihm ein Rentiergeweih auf, schneidert sich selbst eine Weihnachtsmannverkleidung und beschließt, als bösartiger Weihnachtsmann nach Huvel zu reisen und dort Weihnachten zu
Johannes Franke: stehlen. Ja, damit ist das Ganze eigentlich schon zusammengefasst. Wie viel lang haben wir gebraucht? Keine Minute.
Florian Bayer: Ja, aber jetzt müssen wir wirklich bis zum Ende durch.
Johannes Franke: Er geht nach Huvel, holt die ganzen Geschenke raus, die ganze Festbeleuchtung und verschwindet wieder. Und plötzlich hört er auf seinem Berg trotzdem Gesinge von Whoville.
Florian Bayer: Was ist denn da los? Er ist auf den Berg gegangen, um zu hören, wie sie alle weinen und jammern, weil alles weg ist. Die Geschenke, die Weihnachtsbäume und das leckere Essen. Und dann hört er sie singen.
Johannes Franke: Ja und warum hört ihr sie singen und ich verstehe es ehrlich gesagt auch nicht, das musst du mir erklären, ich verstehe es nicht, das ist doch, Weihnachten dreht sich doch nur um Geschenke, die irgendwie da... Wenn die weg sind, dann müssen doch alle traurig sein.
Florian Bayer: Ja, maybe, perhaps Christmas means a little bit more. Stell dir mal fest.
Johannes Franke: wahrscheinlich mein Weihnachten dann doch ein bisschen mehr.
Florian Bayer: Und dann wird ihm klar, es geht gar nicht so um die Geschenke, um diesen Trubel, sondern es geht darum, ja, worum geht es eigentlich? Das ist eine gute Frage.
Johannes Franke: Ja, um Plastikdinger, die aus China kommen und immer wieder Jingle Bells singen.
Florian Bayer: Worum geht es denn, wenn wir nach dem Verfasser von dem Buch gehen? Ach so. Theodor Seuss Geisel.
Johannes Franke: Ist das jetzt ein Test? Gibt es mir Multiple Choices?
Florian Bayer: Nee, ich dachte, du hättest recherchiert. Also Johannes, ich bitte dich.
Johannes Franke: Also Dr. Seuss ist der Meinung, dass das Fest ja im Grunde im Herzen stattfindet und nicht in den Geschenken. Und dass es ja im Grunde darum geht, dass wir alle zusammen sind und fröhlich.
Florian Bayer: Gar nicht so ein Hot Take, es geht ums Christentum. Als Dr. Seuss die Geschichte geschrieben hat, hat er deutlich stärkere christliche Symbolik drin und deutlich mehr Bezug auf das traditionelle, wirklich das christlich-traditionelle, dass es ja eigentlich darum geht, die Geburt unseres Heilands zu feiern. Und der hat dann im Laufe des Schreibprozesses festgestellt, dass das vielleicht doch ein bisschen viel ist, dass dass das nicht so gut funktioniert. Und deswegen wurde das Christliche sehr weit rausgenommen. Aber eigentlich ging es ihm darum.
Johannes Franke: Ja, das ist aber auch die Zeit. Er hat das erste Kinderbuch 1927 glaube ich veröffentlicht. Und also das ist auch die Zeit einfach amerikanisch, typisch amerikanisch. Ich finde auch, dass das Buch so ein bisschen den amerikanischen Chauvinismus mitatmet so leicht. Ja. Und dass man da irgendwie, ja, das muss man in einen Account nehmen quasi.
Florian Bayer: 1957 ist das Buch dann entstanden, in einer Zeit, die, würde ich behaupten, von Dr. Seuss die große Schaffensperiode war. Weil kurz davor sind seine anderen beiden berühmten Werke entstanden, Horton, Here's the Who, das war von 1954. Und The Cat in the Hat ist aus demselben Jahr wie der Cringe. Und die 50er waren einfach seine große Zeit.
Johannes Franke: Kennst du denn die? Kurze Korrektur, erstes Kinderbuch 1937, nicht 27, sorry. 37. Hast du viel von Dr. Seuss gelesen? Nichts. Null. Ich meine, wir leben in Deutschland, das ist keine Kultur im deutschen Maßstab, sondern das ist halt irgendwie so ein... Im Port, der wie Halloween irgendwann nach Deutschland kam, einfach weil die Verfilmungen da waren, weil irgendwie das kulturell sich alles zu einem Brei verdichtete. Und man irgendwie alles mitbekommen hat. Was aus Amerika kam zumindest. Ich habe nicht so viel mitbekommen, was aus Japan kam. Das ist so ein kleines bisschen der Hinkefuß.
Florian Bayer: Magst du denn Dr. Seuss?
Johannes Franke: Mag ich Dr. Soos? Ich liebe seine Reimform, die er ja in fast allen seinen Büchern durchzieht. Er hatte irgendwann mal eine... Prosa-Variante rausgebracht und ist dann beim nächsten Buch wieder bei seiner Reimform gelandet. Ja,
Florian Bayer: Seine Art zu schreiben ist ja mit ein großer Grund für seinen Erfolg. Er hat diese sogenannten Beginnerbooks geschrieben. die mit weniger als 250 unterschiedlichen Wörtern auskommen und die speziell darauf geschrieben sind, Sprachanfängern. Egal, ob es jetzt fremdsprachige Leute sind oder auch Kinder sind. Einfach die Schönheit der Sprache zu bringen. Und es ist schon erstaunlich, was er mit wenigen Worten macht in seinen Büchern. Ja. Konstellationen von seinen Reimen, von seinen Versen macht. Die haben einen sehr speziellen Klang. Es gibt so einen spezifischen Dr. Seuss Klang, den man sehr schnell wiedererkennt.
Johannes Franke: Man muss sagen, dass das sozusagen, dadurch, dass er sich noch einen kleineren Kreis an Vokabeln nimmt, Das Ganze immer schwieriger wird, das zu schreiben. Ich habe ja jetzt hier auch geschrieben so ein bisschen und versucht, das in seinem Rhythmus zu machen. erzähle euch nichts Neues, das sind anapestische Tetrameter und Da hat man natürlich eine spezielle Form. Dann hast du zwei unbetonte Silben und eine betonte Silbe. Das ist, naja, nicht in jedem Wort einfach so gegeben. Du kannst nicht jedes Wort einfach so betonen, wie du willst und deswegen... Auch mit einem begrenzten Vokabular ist es dann wiederum doch recht schwer und anspruchsvoll, das ordentlich hinzukriegen. Und er hat wirklich toll das Ganze zusammengebracht.
Florian Bayer: Das Ergebnis eignet sich sehr gut zum Vorlesen. Also ich habe es jetzt bei deinem Text wieder gemerkt, sobald du in diese Form... liest, kriegt so einen sehr schönen Lesefluss und sowas Beschauliches, Besinnliches fast schon. Und vielleicht mit einem Grund, warum sich die Vorlage grundsätzlich erstmal gut eignet für Verfilmungen, weil das Ganze gelesen ist. erzählt von einem Erzähler oder einer Erzählerin nochmal mehr lebt und nochmal mehr atmet.
Johannes Franke: Ich habe so ein bisschen gelesen, die Ursprünge im alten Griechenland und so weiter, wer das alles benutzt hat schon, diese Form und so, dass das irgendwie speziell für den Chor in einer Tragödie die Form war. irgendwie auch interessant, weil das dann natürlich auf eine bestimmte Art und Weise schwingt und für ein Chor irgendwie kann ich mir das sehr gut vorstellen.
Florian Bayer: Das stimmt. Seine Geschichten haben so ein bisschen diesen Charme, dass es eben diese Erzählerebene außerhalb gibt, die aber immer reinschwingt in die Geschichte. und von den Figuren in der Geschichte weitergetragen wird. Also beim Cringe haben wir das mehrmals, dass es quasi, dass der Erzähler ansetzt und der Cringe den Gedanken des Erzählers weiterführt. Dieses nahtlose Ineinandergehen von direkter Rede, von Monolog oder Dialog in erzähltes und zurück. Das klingt sehr schön und ich finde es zum Beispiel toll, dass die erste Verfilmung, über die wir gleich reden werden, das auch umsetzt, indem sie den Erzähler und den Cringe von derselben Person synchronisieren lässt. Aber vielleicht noch mal ganz kurz zu Dr. Seuss zurückzukommen. Ich bin kein großer Dr. Seuss-Fan. Ich finde seine Zeichnungen schön.
Johannes Franke: Ja, einen speziellen Stil natürlich.
Florian Bayer: Also er hat einen sehr lebendig wirkenden Stil, weil er relativ minimalistisch, also das Buch ist schwarz-weiß, cringe, und hat nur so ein paar... rote Farbsprenkel. Und dann hat es immer so ein bisschen was Skizzenhaftes und dadurch eine sehr starke Dynamik. Also Es wirkt immer so ein bisschen wie so eine Skizzierung für einen Trickfilm mit sehr vielen Dynamik andeutenden Linien.
Johannes Franke: Ich war vorher politischer Cartoonist für den New Yorker. Oder für New York Newspaper. Und das ist... Ich meine, das ist ein Stil aus der Zeit und den finde ich wirklich sehr gelungen. Und den dann auf Kindersachen umzumünzen. Da hat dann diese typischen Striche mit drin, wenn eine Bewegung stattfindet, was man da so macht. Das ist alles gar nicht so neu gewesen oder sowas, aber er hat das irgendwie gut für sich benutzt und hat damit auch schon vorher Geld verdient.
Florian Bayer: Diese Dynamik zeigt sich vielleicht schon so ein bisschen im Schaffensprozess. Also der Cringe selbst ist in sehr kurzer Zeit entstanden. Laut Aussage von Dr. Seuss hat es nur ein paar Wochen gedauert, bis er fertig war. und er hat eine Figur wiederverwertet, die er vorher schon mal benutzt hatte und zwar ist der Cringe zum ersten Mal aufgetaucht in einem Buch aus... Auch von Dr. Suess natürlich, 1953, Scrambled Eggs Super, wo es um einen Jungen geht, der Eier sammelt. von exotischen Vögeln. Und einer dieser exotischen Vögel ist ein Beagle Beaked Bald Headed
Johannes Franke: Cringe.
Florian Bayer: Dessen Hauptcharaktermerkmal auch ist, dass er eben schlecht gelaunt ist und dass er nichts mag und irgendwie immer grimmig reinguckt. Aber dann... hat der Cringe eben in diesem 1957er-Buch seinen ersten richtigen Platz gefunden, wo noch was anderes wiederverwertet wurde, nämlich das Hubel. Aus Horten hört ein Huhn aus dem Jahr 1954, in dem sich... Sue sehr viel mit den Hu's auseinandergesetzt hat. Mit diesen kleinen Wesen, die bei Hortenhöhten Hu auf einem Sandkorn leben. Und die allerdings auch in dem Buch schon so dass sie sehr warmherzig sind, sehr liebevoll, auch ein bisschen naiv und gastfreundlich und einfach so durch und durch freundliche Lebewesen. Ja. Und erstaunlicherweise, er hat dieses Huvel im Cringe noch mal wiederverwertet. Aber den Cringe selbst ... Hat der in Buchform nicht mehr angefasst, obwohl er durchaus Fortsetzung nicht abgeneigt war. The Cat in the Head. Sehr berühmtes Buch von ihm. Es hat 1958 einen zweiten Teil bekommen, The Cat in the Head Comes Back.
Johannes Franke: Naja, er hat dann auch, was wir später noch besprechen werden, diesen Crossover mit Cat in the Hat gemacht mit dem Grinch. Also er ist auch sowieso nicht so abgeneigt gewesen, Dinge zu mischen und fortzusetzen und so.
Florian Bayer: Er war auch aufgeschlossen, dass mit seinem Werk gearbeitet wird, zumindest am Anfang. Das hat sich im Laufe der Zeit dann nochmal geändert, aber Wenn wir jetzt zu den ersten Verfilmungen kommen, den ersten großen hätte ich fast gesagt, aber das sind ja eher kleine Verfilmungen, da hat er mitgearbeitet. Da war er tief drin involviert. Und springen wir gleich rein in die erste Verfilmung, die wahrscheinlich die berühmteste Verfilmung ist. Und... Für viele, vor allem im amerikanischen Raum, gleichbedeutend mit dem Cringe viel mehr, vielleicht sogar noch viel bekannter ist als das Buch. weil das jedes Jahr im Fernsehen gelaufen ist. Und das ist die Verfilmung How the Cringe Stole Christmas.
Johannes Franke: 1966. Genau, von Chuck Jones. Chuck Jones. Woher kennen wir Chuck Jones?
Florian Bayer: Von den Looney Tunes natürlich. Nicht Looney Tunes, sondern Looney Tunes. Ich muss mich immer zusammenreißen. falsch auszusprechen.
Johannes Franke: Sag mal, möchtest du eigentlich Tee, Flo?
Florian Bayer: Oh ja.
Johannes Franke: Wir haben hier so weihnachtlich, aber es ist noch nicht mal...
Florian Bayer: Chuck Jones ist ein wirklich berühmter Zeichner von Looney Tunes, weil er einige der wichtigsten Charaktere aus diesem Universum erfunden hat. Und zwar unter anderem das Stinktier, Peplopoo, den Marciana Marvin. Und Roadrunner und Willi E. Coyote, um nur mal ein paar zu nennen. Als er angefangen hat, hatte er eher so einen Zeichenstil, der sehr nah an Disney dran war und der dafür auch kritisiert wurde, dass er sehr kitschig wäre. Und so Anfang der 40er Jahre hat er angefangen, seinen eigenen Stil zu entwickeln. Und zwar, indem er relativ minimalistisch gemalt hat. Und etwas wilder und etwas cartooniger, könnte man auch sagen. Er selbst hat dazu gesagt, dadurch habe ich gelernt, komisch zu sein. Dann sind meine Filme erst wirklich witzig geworden. Und das waren dann auch die Zeiten, in denen er eigene Charaktere erfunden hat, so die 40er Jahre. Und er hat auch eine Zeit lang nochmal bei Disney gearbeitet und Genau, dann sind wir schon in den 50ern und in den 60ern, wo er dieses Cringe-Special gemacht hat.
Johannes Franke: Ja. Und ich finde eine ganz spannende Entscheidung, Boris Karoff zu benutzen. Ja. Als Stimme, den man sonst wirklich sehr, sehr stark mit Horrorfilmen verbunden hat.
Florian Bayer: Rankenstein, die Mumie, ne? Ja, ja. Hörsel, Horrorfilme aus den 30er Jahren. Das war Boris Karloff, britischer Schauspieler. Suess war dagegen.
Johannes Franke: Ja, ja, er fand, die Gefahr ist einfach zu groß, dass Boris Karloff das zu gruselig macht am Ende. Aber ich finde die Entscheidung großartig. Boris Karloff macht das ganz toll.
Florian Bayer: Boris Karloff macht das fantastisch. Stimme ist ganz toll und hier haben wir eine Entscheidung, die wir später nicht mehr haben, dass der Erzähler, dass Boris Karloff sowohl der Erzähler ist, als auch der Cringe... Und dadurch haben wir diesen nahtlosen Übergang von den Monologen des Screens zur Erzählung, von der Erzählung zu den Monologen des Screens. Und es funktioniert. Er verstellt die Stimme gut genug als cringe, dass es trotzdem eine eigenständige Stimme ist.
Johannes Franke: Fun Fact, er hat es nicht. Er hat seine Stimme nicht verstellt.
Florian Bayer: Aha.
Johannes Franke: Es wurde im Nachhinein reingepfuscht sozusagen. Also nicht so digital, wie ich das jetzt machen würde, aber irgendwie haben sie es geschafft. die Höhen rauszunehmen an den Stellen, wo der Grinch redet.
Florian Bayer: Und es klingt wirklich, es sind zwei unterschiedliche Stimmen und trotzdem gehen sie ineinander über. Trotzdem funktionieren sie als Stimmpaar. So krass sogar, dass mit teilweise Boris Karloff, als der gesehen wurde, der das Lied gesungen hat, das war er aber gar nicht, Sondern das war Ferl Ravenscroft, das berühmte Lied, das auch in allen Verfilmungen danach immer wieder verwendet wurde. You're a mean one, Mr. Grinch. Zudem hat Dr. Seuss die Lyrics zu dem Lied geschrieben, wo wir gerade dabei waren, dass Dr. Seuss an den Verfilmungen mitgearbeitet hat.
Johannes Franke: Ja. Auch Mitproduzent, wenn ich das richtig verstehe. Er hat ja auch wirklich viel davon vorangetrieben, bis er dann irgendwann in Probleme damit geraten ist.
Florian Bayer: Und für Ravencroft, den man ansonsten vielleicht kennt als die Stimme von Tony the Tiger aus der Kellogg's Werbung, Kellogg's Frosties. Lass ihn raus, den Tiger. Zeig ihnen, dass du es kannst. Toni, das große Maskottchen von den Frosties, das wurde in der Werbung von Fur Ravenscroft gesprochen, beziehungsweise gesungen. Aber er wurde in den Credits von diesem Film nicht erwähnt.
Johannes Franke: Ja, was gar nicht so nett ist.
Florian Bayer: Nee, überhaupt nicht nett.
Johannes Franke: Aber es ist ja öfter, aus dieser Zeit gibt es so viele Beispiele von Leuten, die irgendwie wesentliche Teile beigetragen haben, wie so ein Gesang oder sowas für ein Stück, die nicht gecredited werden. Und das nach wie vor verstörend, dass das damals so viel üblich war.
Florian Bayer: Naja, auf jeden Fall, also Chuck Jones hatte schon vorher mit Dr. Seuss zusammengearbeitet. Mhm. Suess war auch zuerst so ein bisschen vorsichtig. Er wusste nicht genau, ob er wirklich will, dass ein Film daraus gemacht wird. Aber hat dann gesagt, okay, Macht mal, lasst uns mal machen. Ich bin bei dem Projekt dabei. Und eine Sache, die in dem Film... wirklich entstanden ist, ist die grüne Farbe des Screens.
Johannes Franke: Ja, die grüne Farbe. Weißt du, wo die herkommt, die grüne Farbe?
Florian Bayer: Na, auf jeden Fall nicht aus dem Buch. Da ist nämlich alles schwarz, was am Cringe dranhängt.
Johannes Franke: Genau, ja. Chuck Jones hat es entschieden. Er hat irgendwie mit Renting-Cars zu tun gehabt in seiner früheren Zeit in Washington, Baltimore. Und irgendwie hatten diese Autos immer eine ganz bestimmte Farbe.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Dieses Grün.
Florian Bayer: Und jetzt ist es natürlich schwer, das so retrospektiv zu sagen, aber könnte man sich auch eine andere Farbe vorstellen? Also muss das Grün sein? Ist es so ikonisch geworden, dass der Cringe grün ist?
Johannes Franke: Ja, es muss grün sein, weil er sich einen roten Weihnachtsmann-Dingens anzieht.
Florian Bayer: Oh, ja.
Johannes Franke: Und dass natürlich die beiden Farben sind, die weihnachtlich zusammenpassen.
Florian Bayer: Sehr gut.
Johannes Franke: Weil er dann ja später beim Klauen des Weihnachtsbaumes sich da irgendwie im Baum quasi...
Florian Bayer: Natürlich, ja. Nicht besonders gut versteckt.
Johannes Franke: Nein, nicht besonders gut.
Florian Bayer: Es gab auch andere Änderungen, was die Zeichnung betrifft. Die Who's haben bei... Zeus ein sehr spezifisches Äußeres. Und zwar sind das so Insektenwesen eigentlich. Naja. Wie kann man sie am besten beschreiben? Ja, sie sehen insektenhaft aus, sie haben so ein bisschen strubbelige Haare, große Füße. Und so sehr dünne Extremitäten. Jones hat sich eher dafür entschieden, den Hus ein menschlicheres Aussehen zu geben. Mhm. Also vor allem Cindy Lou Who ist ja die, die so die prominenteste Rolle hat. Weihnachtsmann, was machst du? da? Und er sagt so, ja, ich will nur den Weihnachtsbaum reparieren.
Johannes Franke: Da war eine Leuchte, die funktioniert da nicht richtig. Der ganze Film hat übrigens zehn Monate gebraucht. 25.000 Drawings. Also die haben echt... sich reingestürzt und viel gemacht dafür. Und dafür, dass der Stil eigentlich so rough aussieht streckenweise... Man darf sich halt nicht täuschen lassen davon, es dauert halt trotzdem lange, auch wenn du das Gefühl hast, dass es ein bisschen rough ist. Diese Roughness braucht genauso viel Aufwand, wie wenn du eine optisch feinere Version nimmst.
Florian Bayer: Ja, und Suess war gar nicht so glücklich mit den Zeichnungen, ne?
Johannes Franke: Waren nicht? Das weiß ich gar nicht.
Florian Bayer: dachte, naja, es ist schon so sehr stark von meinem Stil abgewichen. Das ist eigentlich nicht so, wie ich das Ganze gemalt habe. Und es sieht alles ein bisschen zu sehr nach Looney Tunes und Chuck Jones aus. Und ich kann die Kritik auch nachvollziehen. Also gerade so die Szenen, die die Vorlage erweitern.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Die haben wir. Und zwar in diesem Fall sehr vorsichtig. Also eigentlich ist das Ding erstmal eine Eins-zu-eins-Umsetzung von der Vorlage. Es gibt keinen weiteren Keks, es wird kein weiterer Charakter eingeführt.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Alles, was die anderen Filme nachher viel krasser machen. Genau. Aber es gibt diese Slapstick-Einlagen. Und die sind so wirklich Looney Tunes Universum.
Johannes Franke: Das stimmt, ja.
Florian Bayer: Also wenn der Cringe den Schlitten rettet, wenn der Cringe mit seinem Hund losreitet, wenn er durch die Schornsteine geht. Es passieren eigentlich ständig Sachen, die so perfekt in so eine Willy-Coyote-Cartoon-Landschaft passen würden.
Johannes Franke: Ja, okay, verstehe, was du meinst. Ja gut, wenn er das jetzt irgendwie doof findet, aber ich fand's eigentlich ganz gut. Ich fand auch das Grinsen von dem Grinch, wie er da in der Cartoon-Variante ist, Sehr, sehr gut. Und ich glaube, das haben wir auch später gesehen. Es gibt in anderen Filmen Versionen, die näher dran sind einer Originalzeichnung. Da finde ich ihn gar nicht mehr so richtig gut, muss ich sagen. Irgendwie finde ich die hier schon...
Florian Bayer: Das ist so ikonisch geworden. Ich kannte auch die Zeichentrickverfilmung besser als das Buch, was die Zeichnung betrifft. Und wenn ich an den Cringe denke, sehe ich diesen Cringe von Chuck Jones vor mir. Und wenn ich an Bewegungen des Cringes denke, hat das teilweise ganz hervorragend umgesetzt. Zum Beispiel diese Szene, wie der Cringe einfach nur auf dem Hügel steht und hört und sich dann nochmal so ausstreckt, um zu hören, was machen die denn da, die aus Suhoville, oh mein Gott, die singen. Das ist mein Bild von dem Cringe, wie er da oben auf dem Hügel steht und eben nicht das Bild von Dr. Seuss.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Deswegen ist das für mich so schwer zu beurteilen, weil das ist das, was ich am ehesten mit dem Cringe-Verbinder erst tätig. Ich habe aber auch nochmal festgestellt, es ist wirklich ein guter Film. Er ist schön rund, er ist sehr nah am Original dran und die Erweiterung dieses Slapstick-Szenen, das gibt der Geschichte eine Dynamik. die wichtig ist für ein Cartoon-TV-Special. Und die Songs sind auch super. Also dieser You're Mean One, Mr. Grinch. Ist vollkommen zu Recht zum Weihnachtsklassiker geworden. Absolut. Ist einfach ein großartiger Song.
Johannes Franke: Und auch wie hier schon die vierte Wand gebrochen wird, weil er in die Kamera guckt und genervt aussieht und ich mag dieses genervte Gucken einfach sehr. Muss ich sagen. Also es ist wirklich toll getroffen.
Florian Bayer: Ja. Ich find's schön, dass Max eine etwas größere Rolle kriegt. Auch was, was eine Konstante ist in den Verfilmungen, dass wir immer mehr von Max sehen, dass Max immer größer gemacht wird. Hier hat das ein bisschen seinen Anfang. Ich glaube, das liegt grundsätzlich daran, dass sich die Leute, die die Verfilmung gemacht haben, schwer mit dem Grundkonzept des Buchs tun, dass es dass es einen Protagonisten gibt, der unsympathisch ist. Und dass es dieses Gefühl gibt, wir müssen hier was reinbauen. was so ein bisschen das Publikum abholt. Und Max eignet sich natürlich sehr gut. Der geschundene Hund der die ganze Zeit Angst vor seinem Besitzer hat, der auch wirklich böse malträtiert wird von diesem.
Johannes Franke: Ich glaube, es gibt wirklich einen großen Unterschied zwischen so einem gezeichneten Kinderbuch, das vorgelesen wird. Also du sitzt als Kind, weiß ich nicht, als dreijähriges Kind, vierjähriges Kind im Bett und dann kommt Mama... Die eigentlich die Sympathiefigur sein könnte quasi, die den Mittler spielt zwischen dem Grinch. Und dem Kind. Den hast du beim Filmen nicht. Das gibt diese Mittlerfigur nicht. Ich glaube, das ist das große Problem. Deswegen brauchst du eine Mittlerfigur zwischen den Welten. Und der Hund eignet sich natürlich, klar.
Florian Bayer: Vor allem, wenn der Erzähler dieselbe Stimme hat wie der Kölner, dass er nah am Grinch dran ist. Genau, ja. Also Boris Karloff, er klingt nicht nach Horrorfilmen, wie Dr. Seuss das befürchtet hat, aber er klingt jetzt auch nicht wie der nette Märchenonkel, sondern er hat schon so düstere Vibes in der Stimme. die natürlich auch so ein bisschen vermitteln, hey, ich finde das ganz cool, was der Cringe da macht. Ich finde das ganz interessant da. dabei zu sein.
Johannes Franke: Ja und ich finde, das gehört einfach ganz, ganz wichtig und da kommen wir später noch drauf zurück, ganz, ganz wichtig dazu gehört das Zum Grinch, zur Erzählung gehört, finde ich, so eine düstere Stimme. die so ein bisschen Tim Burton-esk da rein ist und das Ganze sehr... So nach dem Motto, liebes Kind, wenn du kannst, rette dich noch, bevor das jetzt hier geschieht.
Florian Bayer: Eine düstere Geschichte. Ich habe einen Podcast gehört, wo sie Cringes vergeben haben für jede Verfilmung. Ich würde vorschlagen, dass wir das auch machen.
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: Du kannst zwischen 0 und 5 Cringes vergeben.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Was würdest du dieser Verfilmung denn geben? Wie viele Cringes von 0 bis 5? 5 ist natürlich das Beste. 5 ist perfekt.
Johannes Franke: Ach, fünf ist perfekt. Vier. Vier Grinches.
Florian Bayer: Ich würde fünf geben. Ich würde sagen, das ist zum einen ein bisschen ein Downer jetzt, dass ich das gleich am Anfang raushau, aber es ist auf jeden Fall die beste Cringe-Verfilmung. Das Beste, was filmig aus dem Cringe gemacht wurde.
Johannes Franke: Da bist du nicht der Einzige. Aber was mich betrifft, müssen wir noch warten. Mal gucken, mal gucken. Es ist nah genug am Buch.
Florian Bayer: Es hat tolle Ergänzungen, Slapstick-Einlagen super, Songs super, toll gezeichnet. Super Atmosphäre, Boris Karloff über jeden Zweifel erhaben. Absolut. Ich mag diesen Film sehr und schlanke 25 Minuten.
Johannes Franke: Auch sehr schön. Es ist natürlich ein bisschen gemein, weil wenn ich jetzt darüber nachdenke, was die beste Verfilmung ist, dann hängt es natürlich damit zusammen, Welchen Maßstab habe ich denn? Will ich, dass der Film nah am Original ist? Oder was erwarte ich von einem Film?
Florian Bayer: Was hat dir am besten gefallen? Ganz banal, es kann komplett weg sein vom Original.
Johannes Franke: Ja, das ist es halt. Und da kommen wir dann später dazu.
Florian Bayer: Ich bin sehr gespannt. Wir kommen zu einem Prequel. Keine Verfilmung des Cringes, aber etwas ... in dem der Cringe wieder mitspielt. Und zwar der Cringe aus diesem Zeichentrickfilm. Mhm. Halloween is Cringe Night aus dem Jahr 1977, also ungefähr zehn Jahre später, ein bisschen mehr.
Johannes Franke: 11? Ja, eigentlich 10 Jahre später, weil der andere 66, 67 rausgekommen ist. Ja. Aber egal. Ja, und wir haben schon eine Vorausschau auf die 80er mit ihren psychodelischen, seltsamen... Ich weiß nicht, ich muss immer an Asterix und Obelix denken, wie die in der Höhle sind und da dieses sehr psychedelische Zeug passiert.
Florian Bayer: Das ganze Ding ist eigentlich eine riesige, trippige Szene, in der ein Junge vom Cringe durch dessen Horrorwelt geführt wird. Und zwar heißt der Junge Yukaria.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und der ist, naja, es spielt wieder ein Huvel und alle haben Angst vor Halloween, wenn der Sour Sweet Wind Blows weilt.
Johannes Franke: Es wird nicht ein einziges Mal gesagt, dass Halloween ist.
Florian Bayer: Stimmt.
Johannes Franke: Im Titel wird gesagt, dass Halloween ist. Ja, genau, aber es ist einfach nur Grinch Night.
Florian Bayer: Ja, wenn nämlich dieser Wind weht, dann werden die Greegrams und die... Hack'n'Cracks werden wach und die machen ihren Gesang und das weckt den Cringe auf. Und was war das?
Johannes Franke: Also eins führt zum anderen. Das ist wichtig für diese Erzählung, dass wirklich eine Sache zur nächsten, die zur nächsten, die zur nächsten und die dann dazu führt, dass der Grinch kommt.
Florian Bayer: Und dann haben wir diesen Yukaria, der in diesem Wind weggeweht wird und der ausgerechnet beim Cringe landet und der dann feststellt, oh, ich kann die Stadt retten, indem ich den Cringe...
Johannes Franke: Ja, aber hast du mitbekommen, wie der da rausgekommen ist? Der Geist spaziert einfach zur Tür raus und die Eltern sagen, na gut ... Du solltest vielleicht nicht rausgehen, aber wir halten dich jetzt auch nicht auf. Was ist da los?
Florian Bayer: Aber sie sind entsetzt, als er dann weggeweht wird. Oh mein Gott, Hilfe, mein Sohn.
Johannes Franke: Ach Gott.
Florian Bayer: Und dieser Yukaria ist ein kleiner Klugscheißer.
Johannes Franke: Er hat natürlich eine Brille auf, wie das Nerds so haben und dann erzählt er natürlich einen Haufen Kluggescheißer.
Florian Bayer: Die ganze Zeit. Es ist so nervig, dieses Kind.
Johannes Franke: Und deswegen will man eigentlich, dass das Kind nicht, also man ist dann irgendwie mehr oder weniger auf der Seite des Grinch's.
Florian Bayer: Und der Cringe will eigentlich zuerst gar nichts mit dem Kind zu tun haben. Er erschreckt ihn kurz und stellt dann fest, ach, dieses Kind ist es gar nicht wert. Und dann nervt ihn dieser Eukaria aber so sehr, bis er sagt, na gut. Dann mache ich halt eine kleine Spookstour mit dir.
Johannes Franke: Und dann kommt der LSD-Trip.
Florian Bayer: Genau. Mit vielen Farben, mit viel Horror. Und es ist einfach, wir haben dann zehn Minuten Halloween-Spaß. Der ganze Film dauert insgesamt 26 Minuten übrigens. Und es wieder von Theodor Seuss, von Theodor Geisel produziert.
Johannes Franke: Ja, aber leider nicht mehr von Karloff, Boris Karloff. gesprochen, der ist acht Jahre vorher schon gestorben.
Florian Bayer: Wir haben stattdessen Hans Conrad, der wieder Cringe und Erzähler gibt, also wie Boris Karloff das davor schon gemacht hat, Und ich kann nicht viel zu Hans Conrad sagen, er war offensichtlich der Captain Hook in Peter Pan, das ist so die einzige Referenz, die ich nennen kann, die ich kenne. Leider nicht.
Johannes Franke: Ich fand's auch nicht so.
Florian Bayer: Wir haben noch Moritz Karloff im Ruhr und es klingt wie so den schlechten Ersatz gefunden. Und es hätte wahrscheinlich besseren Ersatz gegeben. Und das ganze Ding ist meiner Meinung nach auch Mist.
Johannes Franke: Ich finde auch, dass dieses Ding einigermaßen Mist ist, das ist absolut richtig. Er wird auch am Ende gar nicht, also ich meine, das ist die eigentliche Erzählung, der Grinch wird am Ende gut, aber in diesem Teil.
Florian Bayer: Es gibt keine Redemption-Arc. Es ist totaler Bullshit. Und dann auch noch, der Hund verschwindet. Was soll denn das für ein Prequel sein? Wir wissen überhaupt nicht, wie kommt Max zu ihm zurück?
Johannes Franke: Das ist eindeutig eine alternative Realität.
Florian Bayer: Ja, eine alternative Realität, genau. Indem der Cringe keine Redemption-Ark kriegt und indem wir einfach durch diese Gruseltour geführt werden... Und ja, wir haben diese trippigen Farben und es ist alles irgendwie ganz nett und ganz witzig, aber es ist eigentlich ziemlich am besten.
Johannes Franke: Ja, ich finde, es ist Viel zu busy als Animation und Geschichte. Es ist sehr unfokussiert. Man weiß gar nicht, was wollen die mir jetzt eigentlich erzählen, worum geht es? Und es fühlt sich irgendwie an wie so ein billiges TV-Special, das irgendwie noch gemacht werden wollte, sollte, müsste.
Florian Bayer: Einziger guter Moment, Max kriegt einen eigenen Song. Max fragt sich, was mach ich hier eigentlich? What am I doing here? Das ist schön, weil Max ist einfach eine super Figur. Max, als Gefährte des Grins in jeder erdenklichen Form. Das stimmt. Und es ist schön, dass er hier mal etwas mehr gewürdigt wird. Aber ansonsten... Mist. Zwei von fünf Gringes.
Johannes Franke: Gibt es eine Moral, die du gefunden hast in diesem?
Florian Bayer: Nope.
Johannes Franke: Halloween ist gruselig? Ja, aber das ist doch irgendwie, ich meine, natürlich hat der Original Grinch eine Lektion. zu lernen. Und das irgendwie gibt es das hier nicht. Und ich verstehe, Dr. Seuss war ja einer, der auch gesagt hat, dass Kinder eine Moral auf 1000 Meter riechen können. Und dass das irgendwie einfach nicht geil ist und dass Geschichten an sich... sowieso nur Moral in sich tragen, dass man die nicht noch irgendwie Kindern überhelfen muss. Und das finde ich eine lässige Haltung, haben wir beim Kindertheater ja auch und das Problem ist halt, dass er hier so wenig auf eine Moral geachtet hat, dass es einfach irgendwo, ich weiß nicht, wo die verschwunden ist, irgendwie hat er es geschafft, eine ohne Moral zu schreiben. Das ist seltsam.
Florian Bayer: Letzten Endes ist das Ziel dieses TV-Specials einfach mal ein bisschen lustigen, unterhaltsamen Grusel zu machen für die Kinder an Halloween. mit einer Figur, die sie kennen, weil sie sie seit zehn Jahren im Fernsehen jedes Jahr zu Weihnachten sehen. Meiner Meinung nach ist es so semi-gut gelungen.
Johannes Franke: Übrigens, Funfact zwischen zwei Filmen, Dr. Seuss kommt ja eigentlich Heritage aus Deutschland.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ja, das heißt, er heißt ja eigentlich Zeus.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und ein Mitarbeiter von ihm in dem Darth Moth Jack-o'-lantern, was er in der Jugend oder im frühen Erwachsensein gemacht hat, Irgendeine Zeitschrift oder sowas. Alexander Laing hat einen Vierzeiler darüber geschrieben. Oh, you're wrong as the deuce and you shouldn't rejoice if you're calling him soos. He pronounces it soos.
Florian Bayer: Sehr schön.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, er hat irgendwie nicht mehr viel damit zu tun gehabt, aber es ging wohl irgendwie rum, dass er eigentlich aus Deutschland kommt.
Florian Bayer: Er ist in Amerika geboren, seine Eltern waren Exzellenten aus Deutschland, ne?
Johannes Franke: Genau, ja. Und wie er überhaupt zu seinem Dr. Seuss gekommen ist, weißt du auch, oder?
Florian Bayer: Der Mädchenname seiner Mutter?
Johannes Franke: War es so? Das weiß ich nicht genau. Aber er hat irgendeine Party gefeiert mit irgendwelchen Leuten. Und der Dekan der Uni, wo er war, der hat ihn halt verboten, bei den ganzen Extracurricular Activities weiter mitzumachen. Er durfte also auch nicht mehr schreiben für diese Zeitschrung, die er da gemacht hat. Und dann hat er angefangen, unter Pseudonym dort zu arbeiten. Und zwar Suess. Und das Doktor kam dann dazu irgendwann, weil sein Vater unbedingt wollte, dass er als Arzt arbeitet irgendwann.
Florian Bayer: Du meinst, er war gar nicht wirklich Doktor?
Johannes Franke: Er war gar nicht Doktor. Aber das finde ich eine süße Geschichte.
Florian Bayer: Ja, total süß. Und er hat dann, um das nochmal zu sagen, er hat dann den Mädchennamen von seiner Mutter genommen, die hieß nämlich Henrietta Seuss, bevor sie so... Vater, Theodor Robert Geisel geheiratet hat.
Johannes Franke: Okay, das wusste ich natürlich. Okay, kommen wir zur nächsten Verfilmung.
Florian Bayer: Ja, The Cringe, Cringe is the Cat in the Head. Nochmal ein TV-Special, nochmal ein bisschen weniger als zehn Jahre später, fünf Jahre später. Aus dem Jahr 1982. Drehbuch Dr. Seuss. Regie in Paris.
Johannes Franke: Also er macht weiter. Vielleicht versucht er einfach verzweifelt wieder an die ersten Erfolge ranzuknüpfen. Es scheint ja sehr beliebt zu sein. Und deswegen darf er ja auch wieder und wieder. Und er hat ja auch ganz andere Sachen gemacht. Ich meine, Cat in the Hat war ja auch sehr erfolgreich.
Florian Bayer: Genau, ein Mashup aus seinen beiden wahrscheinlich erfolgreichsten Geschichten, Cat in the Head und Cringe. Es fehlt eigentlich nur noch Horten, dann hätten wir sie alle vollzählig. Und er erzählt die Geschichte, wie die Katze mit Hut, Cat in the Head und der Cringe aneinandergeraten an einem... Eigentlich ganz gewöhnlichen Frühlingstag, wo die Katze nur ein Picknick machen will.
Johannes Franke: Ich glaube, es ist der Kater mit Hut. Der Kater mit Hut. Katze ist spezifisch ein Kater. Ich gendere die Katze. Okay, also, das fängt an mit einem pfeifenden, lächelnden Grinch, was ich sehr schön finde.
Florian Bayer: Ja, und auch... Wir haben es zum ersten Mal, dass der Cringe psychologisiert wird.
Johannes Franke: Dazu kommen wir sowieso noch her.
Florian Bayer: ein bisschen meiner Meinung nach die Ursünde der Cringe-Verfilmung ist, die haben wir hier. Uh! Und zwar ist der König fröhlich, wird wacht. Sein Hund ist auch ein bisschen irritiert deswegen. Und dann hat er aber plötzlich dieser Spiegel. Er schaut in den Spiegel fröhlich und sein Spiegelbild, das ein bisschen anders aussieht, als er schaut... bösartig zurück und sagt, hey, Moment, darf ich dich an The Cringes of erinnern? Du bist böse.
Johannes Franke: Du hast doch diesen Eid geschworen. Böse zu sein und böse und böse, bis alle verärgert sind.
Florian Bayer: Also wir sind Anfang der 80er und jetzt sind wir voll Trippi Freud. Und der Cringe unterhält sich mit seinem Spiegelbild und das Spiegelbild sagt zu ihm, du musst jetzt aber mal wieder, ey, du kannst nicht so gut gelaunt sein, das geht überhaupt nicht.
Johannes Franke: Sind die für Freunden nicht ein bisschen spät dran? Irgendwie seltsam. Naja, er ist unterwegs, dann ist wieder irgendwie so ein bisschen Inspector Gadget mäßig unterwegs. Das war er vorher auch nicht so sehr. ein bisschen mit dem Schlitten und mit dem Zeug, aber er hat das jetzt doch sehr auf die Spitze getrieben. Das war aber nicht so.
Florian Bayer: Diesen Cringe, das haben wir nämlich auch hier zum ersten Mal, dass der Cringe ein Erfinder ist. Das ist im Kinderbuch... Nicht so, das ist in den ersten beiden Verfilmungen nicht so, aber das ist auch eine Konstante, der wir in den nächsten Verfilmungen wieder begegnen. Der Cringe ist extrem kreativ, wenn es darum geht, die Welt zu quälen. Und in diesem Fall richtig kreativ. Er erfindet nämlich Maschinen, mit denen er Geräusche äußert. ändern kann.
Johannes Franke: Was ich sehr witzig finde.
Florian Bayer: Aber was für eine merkwürdige Form von Sadismus. Also er ist sauer auf The Cat in the Head und deswegen, weil die ihn Mr. Greenface nennt, was so offensichtlich gar nicht geht. Und dann erfindet er diese Maschine, mit der er die Geräusche ändern kann. Und er zeigt es dann auch dem Kater mit Hut und sagt, Hey, guck mal, was ich hier habe. Und dann fängt er an, Geräusche zu tauschen.
Johannes Franke: Ja, dann hat er auch noch die Maschine, die dunkel macht.
Florian Bayer: Genau, das finde ich übrigens eine sehr witzige Idee, ein Dark House. Ja. Als Gegenstück zum Lighthouse. Wo ein Lighthouse, ein Leuchtturm, immer schön Licht, punktuell Licht wirft, ist dieses Darkhouse, sorgt dafür, dass punktuell... einfach alles komplett dunkel ist. Und damit jagt er dann die Katze mit diesen beiden Maschinen.
Johannes Franke: Ich finde es großartig. Also mir gefällt es tatsächlich... Ganz gut. Also auch das mit den Sounds, wie die dann auch dargestellt sind, mit den Waves und so weiter. Ich finde es eigentlich ganz nett. Und die Maschine, die dunkel macht, finde ich natürlich irgendwie am cleversten.
Florian Bayer: Ja, die Idee ist total süß. Also dieses Spiel mit der physikalischen Realität. Und die Katze mit Hut ist natürlich total süß. total schockiert von diesem ganzen Verhalten vom Cringe, weil offensichtlich ist Cat in the Hat einfach nur ein naiver, netter Typ, noch krasser als die Who's und Er überlegt dann, warum ist der Grinch so?
Johannes Franke: Tja, und dann kommen wir zur Psychoanalyse. Genau. In seinen Gedankenblasen legt sich der Grinch auf ein Sofa und wird einmal... »Abgefragt. Was ist denn los? Wie ist das Verhältnis zu deiner Mutter?«
Florian Bayer: Was sonst? Es sind mal wieder die Frauen schuld. Wir haben hier einen traditionellen männlichen Schurken. Wer muss schuld sein? Sei die Frau.
Johannes Franke: Die Mutter. Die Frau. Ja, wundervoll. Und es gibt ein Lied über seine Mutter.
Florian Bayer: Das ist die Lösung. Cat in the Head kommt auf den Moment, es muss eigentlich die Mutter sein, ganz klar. Und dann singen sie dieses Lied über die Mutter, diesen Mother Song. für den Cringe und der muss natürlich dann weinen und der ist ganz angetan und ganz bewegt. Und auch keine wirklich moralische Redemption, sondern einfach nur, er wird an seine Mutter erinnert und sie würde sagen, dass er ein böser Junge ist, weil er das Zeug macht und deswegen... entschließt er sich nicht mehr böse zu sein, zumindest für den Moment.
Johannes Franke: Das stimmt, es gibt keine richtige... er wird nicht im Innersten erschüttert oder sowas, sondern es ist halt bloß die Mutter, die sagt, Burgess kennt Ja, genau.
Florian Bayer: Die Angst vor dem Schimpfen. Ich bin bei dir. Ich finde diesen Soundsweeper ganz cool. Ja. Ich finde dieses Dark House cool. Und auch dieses Pink Light, was er dann auf das Restaurant wirft mit dieser Farbenattacke. alles komplett chaotisch und trippy wird. Das ist ganz cool. Er ist in diesem Film nicht nur ein Joker, der Weihnachten stehlen will, sondern er will die Welt in Chaos stürzen. Er ist ein bisschen so ein Joker-Typ.
Johannes Franke: Ja, genau. Ich habe mich erinnert an diese ganzen Troll-Aktionen aus der Anfangszeit des Internets, wo es populär war und einen Haufen Trolls in der Gegend, wie auch jetzt beim Alter. Als Elon Musk Twitter gekauft hat und alle irgendwelchen Scheiß über diese blauen Haken gemacht haben. Ich liebe es. Und dann gab es plötzlich ganz viele Elon Musks auf Twitter. Ich finde es super. Und so kommt mir irgendwie so ein bisschen das vor, was der Grinch da macht. Es hat natürlich mehr Impact auf die Welt, dass er irgendwie so ein Dark, so ein... Schatten wirft, aber es ist irgendwie süß. Ich finde die Aktionen mehr süß, als dass sie wirklich so bösartig sind.
Florian Bayer: Ja, das ist irgendwie witzig. Er ist so ein bisschen Oberbösewicht, Superschurke für Kinder.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Aber schon so auf James-Bond-Niveau, weil er wirklich die gesamte Welt in Chaos stürzt. Ja, ja, ja. Ich finde das Ende total bescheuert. Das ist total Banane mit diesem Song über die Mutter und dann muss er weinen und das ist einfach Bullshit.
Johannes Franke: Ja, aber es gibt eine Moral. Es ist schwer zu greifen, finde ich, aber es gibt eine Moral. Lieber mit Kindness als mit Wut.
Florian Bayer: Denkt dabei an eure Mutter.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Wie viele Cringes gibst du dieser Verfilmung?
Johannes Franke: Zweieinhalb. Wie viel habe ich der davor gegeben? Gar nichts.
Florian Bayer: Was gibst du der davor?
Johannes Franke: 0,5?
Florian Bayer: 0,5?
Johannes Franke: Vielleicht eine, eine, einen Grinch. Zweieinhalb Grinches für den hier.
Florian Bayer: Ich geb dem hier nur zwei und vor allem, weil ich's wirklich doof finde und es ist einfach das Pech von diesem Film, dass er der erst ist, der das macht, wenn der Cringe psychologisiert wird. Das habe ich so ein bisschen gespoilert, wie ich über die anderen Filme reden will. Ich glaube, der Cringe ist am stärksten als Allegorie. Das heißt, je ab Je abstrakt er ist, umso besser funktioniert er. Das gilt sowohl für den Cringe als auch für die Who's. Und je mehr sie konkretisiert werden, diese Wesen ... umso mehr verlieren sie dieses Abstrakte. Und dazu später mehr. Zwei von fünf Cringes.
Johannes Franke: Was nämlich der große Streitpunkt ist, ist im Original die Stelle... The Grinch hated Christmas, the whole Christmas season, now please don't ask why, no one quite knows the reason. Und dann werden irgendwelche Spekulationen angestellt, aber es gibt keine Erklärung von Dr. Seuss dafür. Der lässt das absichtlich im Dunkeln, warum das so ist.
Florian Bayer: Und die Spekulationen von der Vorlage sind ja auch sehr abstrakte Spekulationen, weil es geht wirklich darum, was war es?
Johannes Franke: Sein Kopf ist nicht richtig aufgeschraubt, seine Schuhe. Genau, es sind solche Sachen.
Florian Bayer: Das ist keine Psychologisierung, sondern das ist so verzweifelt nach irgendeinem kleinen Haken suchen, nach irgendwas, was man greifen kann.
Johannes Franke: Genau, ja. Ja, und ich ahne schon, ohne das vorwegnehmen zu wollen, dass wir uns in diesem Punkt vielleicht auseinander bewegen.
Florian Bayer: Uh, interessant, interessant.
Johannes Franke: Das ist so Clickbait-Kommentar, oder? Weiter geht's.
Florian Bayer: Wir haben tatsächlich einen ganz kurzen, ganz kleinen Einwurf, bevor wir zu den großen Verfilmungen kommen, der Rad 2.
Johannes Franke: Nach 50 Minuten.
Florian Bayer: haben wir ein paar Gastauftritte des Cringes. Und zwar in den 90er Jahren in der Show The Wabblest World of Thrones. Dr. Seuss, die von der Jim Hansen Company gemacht wurde und 1996 bis 1998 in Nickelodeon gelaufen sind. Klassische Muppet-Figuren. Und zwar alles Figuren aus Dr. Seuss Büchern, die sich aber teilweise vor computeranimierten Hintergründen bewegen. Sehr irritierend ästhetisch. Und weil es eben um die Welt von Dr. Seuss geht. hat der Cringe hier auch ein paar Gastauftritte. Die Cringe-Geschichte selbst wird nicht erzählt, aber es gibt einige Episoden, in denen er vorkommt. Vielleicht um die Bekannten, um die Größten zu nennen, nicht die Bekanntesten. Ich glaube, das ist so eine Obskurität aus der amerikanischen Fernsehlandschaft. Es gibt das Song of the Subble Wump. Eine Episode, in der Megan Mully ein Ei hütet und das wird vom Cringe geklaut und sie muss es dann von ihm retten. Dann gibt es die Episode Max the Hero, wo der Cringe sehr prominent im Mittelpunkt steht und zwar geht es darum, dass der Cringe und Max unterwegs sind. Und Max rettet einen Kinderwagen davor, wegzurollen. Und wird dann als Held gefeiert. Der Cringe findet das natürlich total blöd. Max verlässt den Cringe dann auch und wird in der Stadt gefeiert. Und der Cringe vermisst ihn aber total und geht dann hin, um sich das anzuschauen. Und dann läuft Max ganz glücklich zu ihm, weil er ihn sieht. Eine süße Episode.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und dann, was ich leider nicht gefunden habe, es gibt offensichtlich eine Episode, The Cringe Meets His Max, in der die Vorgeschichte erzählt wird, wie der Cringe und sein Hund... zueinander gefunden haben. Kann ich insgesamt gar nicht so viel dazu sagen. Es ist halt irgendwie so ein bisschen Muppets-Feeling. sind diese Wesen aus Dr. Seuss. Ich glaube, wenn man großer Dr. Seuss-Fan ist, dann hat man Spaß mit dieser Serie. Ja. Das, was ich gesehen habe, fand ich irgendwie ganz nett. Das war halt so typische, seichtere Muppets-Unterhaltung. Ja, cringe, okay, animiert.
Johannes Franke: Und von der Stimme her?
Florian Bayer: Von der Stimme nicht aufregend. Also nichts herausstechendes.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und das kostet, also die Puppe, die sie für den Cringe haben, die sieht irgendwie ganz cool aus. Die hat auch noch so ein bisschen dieses schmutzige, dreckige, was ich ganz nett finde. Aber das wär's auch schon, was ich dazu zu sagen habe. Wenn ihr Dr. Seuss-Fans seid, wenn ihr alles vom Cringe sehen wollt, was jemals herausgebracht wurde ... Guckt euch das Ding an, ihr findet es auf YouTube. Suchbegriff Wobbless World auf Dr. Seuss und dann Cringe oder Max und irgendwie werdet ihr die Dinger finden. Kommen wir zum ersten Langfilm. Der Cringe hat einen Langfilm erhalten. Im Jahr 2013. Regie Ron Howard mit Jim Carrey als Cringe.
Johannes Franke: Wie zur Hölle ist Ron Howard zu diesem Film gekommen? Hältst du Ron Howard für einen guten Regisseur? Oh Gott, ist das gemeint. Was hat denn Ron Howard alles gemacht? Von daher kennen wir Ron Howard.
Florian Bayer: Ron Howard war lange so ein bisschen für die Studiofilme, für die Popcornfilme aus der zweiten Reihe verantwortlich. Splash zum Beispiel. Tom Hanks verliebt sich in eine Meerjungfrau, gespielt von Daryl Hannah. Cocoon. der wirklich ganz interessant war, wo Außerirdische ihre Kokons in einem Seniorenheim abhängen. und die Senioren baden dann mit den Kokons und werden plötzlich wieder ganz jung und frisch.
Johannes Franke: Ist ein bisschen gruselig, ne?
Florian Bayer: Ja, durchaus bekanntere Filme von Ron Howard finden wir vor allem in den späten 90ern und zwar Apollo 13. Mhm. für den er auch einen Oscar gewonnen hat. Nee, Entschuldigung, hat er nicht. Apollo 13. Beautiful Mind, für den er den Oscar gewonnen hat, für den besten Film und als bester Regisseur. Und in jungen Jahren Frost Nixon. wo er zumindest nominiert war für einen Oscar.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und Solo Star Wars Story hat ja auch Regie geführt.
Johannes Franke: Aha.
Florian Bayer: Ron Howard hatte immer so ein paar Hits, also gerade so in den mitten 90ern, in einem fernen Land ist auch einer davon. Ich weiß aber nicht, wie sehr sein Regiekönnen dafür verantwortlich ist. Apollo 13 wird einfach von Tom Hanks gerockt. Und Beautiful Mind wird halt auch irgendwie von Russell Crowe gerockt.
Johannes Franke: Ich habe bei einem Projekt mitgewirkt, wo Ron Howard Regie geführt hat. Allerdings eine Serie und da ist ja bei jeder Episode noch ein anderer Regisseur dabei. Und in meiner Episode war nicht Ron Howard da. Es gab einen anderen Regisseur. Und die Serie Genius über Einstein. Und ich fand das Konzept an sich sehr gut und die Idee und die Umsetzung war auch nicht so schlecht. Das Problem ist bloß, ich kann es ihm jetzt nicht zuordnen leider, weil ich kann nur beurteilen, was derjenige gemacht hat, mit dem ich da gearbeitet habe und der war sehr gut.
Florian Bayer: Um noch kurz die Reihe der berühmten Namen abzuschließen, also Jim Carrey als Grinch haben wir schon gesagt, Jeffrey Price und Peter S. Seaman. haben die das Drehbuch geschrieben. Die haben unter anderem Roger Rabbit das Drehbuch geschrieben, was so ihr berühmtes ist.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und der Erzähler ist in diesem Fall Sir Anthony Hopkins. Ich weiß nicht, ob er damals schon Sir war, aber Anthony Hopkins ist unser Erzähler.
Johannes Franke: Ja, das finde ich auch wieder sehr schön, weil auch Sir Anthony Hopkins mit Horrorfilmsachen durchaus bekannt geworden ist.
Florian Bayer: Tatsächlich, stimmt, ja.
Johannes Franke: Was eine schöne Parallele zu Boris Karloff macht.
Florian Bayer: Und um vielleicht noch kurz, bevor wir zu dem Film selbst kommen, einzusteigen, wie der Film überhaupt entstanden ist. Weil Dr. Seuss ist im Jahr 1991 gestorben und der hat sich immer dagegen gesträubt, die Filmrechte zu verkaufen.
Johannes Franke: Für vor allem eine Live-Action-Sache.
Florian Bayer: Langfilmverfilmungen von seinen kurzen Büchern. Seine Witwe, Audrey Geisel. hat dann in den 90ern angefangen, Deals zu machen über Merchandising. verschiedene Dinge, also wir reden von Kuscheltieren, wir reden von Kleidung, wir reden von CDs. Und 1998 hat sie dann was wirklich Großes gemacht. Sie hat eine Auktion gestartet für die Verfilmung von How the Cringe Stole Christmas. Und sie hat aber Bedingungen gestellt. Und es sind großartige Bedingungen. Möchtest du, soll ich?
Johannes Franke: Nein, mach doch mal.
Florian Bayer: Also. Erstens, wer auch immer das macht, muss bereit sein, 5 Millionen zu bezahlen. Plus... 4% des Box-Office-Erlöses, 50% des Merchandising-Revenues Und alles, was mit Musik zu tun hat. Und 70% Income from Book Tie-Ins.
Johannes Franke: Okay. Ähm ...
Florian Bayer: Außerdem der Schauspieler, der den Cringe spielt, muss von seinem Status mindestens auf dem Niveau von Jack Nichols, Jim Carrey, Robin Williams oder Dustin Hoffman sein. Nein. Ich finde diese Zusammenstellung super. Und als Regisseur soll jemand genommen werden, der mindestens eine Million Dollar mit einem seiner letzten Filme gemacht hat. Und was für ein absurder Bedingungskatalog. Und die Filmstudios haben sich draufgestützt. Es gab mehrere Pitchs von großen Studios.
Johannes Franke: Ich habe gerade die Vorstellung davon, wie ein Haufen Undertaker zum Grab von Dr. Seuss gehen, weil er sich so viel umgedreht hat, dass das ganze Ding wieder neu gemacht werden muss. Der muss doch, also das muss doch schrecklich für den gewesen sein, wenn der das irgendwie gewusst hätte, der wäre ja also im Kreis gehüpft und hätte alle zur Sau gemacht.
Florian Bayer: Das ist so brutal. Und es ist, keine Ahnung, ich kenne natürlich Audrey Geisel nicht, aber es wirkt so wie, okay, er ist unter der Erde, jetzt machen wir Geld draus. Jetzt machen wir richtig Geld damit. Irgendwie, es hat wirklich was Dreckiges, diese ganze Entstehungsgeschichte. Es fühlt sich nicht gut an. Und Universal Pictures hat dann auch mit zu denen gehört, die als erstes gepitcht haben mit Brian Gaeser und Gary Ross. Und wurde aber abgelehnt. Und dann ist Howard mit rein. Mhm. der so einfach helfen sollte, das ganze Ding zu pitchen. Und dass er Regie führt, hat dann offensichtlich die Audrey Geisel überzeugt. dass sie die Filmrechte Universal gibt.
Johannes Franke: Aber was hat sie davon überzeugt, dass Ron Howard so eine... fantastische Welt entstehen lassen kann, die so, also wie wir jetzt den Film sehen. hat das offensichtlich irgendwie hingekriegt, das so hinzubiegen. Aber das war ja nicht ersichtlich aus dem, was er vorher gemacht hat. Also für mich nicht.
Florian Bayer: Also ich kann mir vorstellen, man guckt auf Ron Howard im Jahr 1998, 1999 und dann guckt man auf Zahlen und denkt so, ja, okay, das läuft.
Johannes Franke: Ja, aber das ist ja nur eine reine Produzentensicht. Das hat nichts damit zu tun, was künstlerisch wertvoll irgendwie möglich ist.
Florian Bayer: glaube nicht, dass sie bei der Entscheidung, als es darum ging, wie wird das verwertet, irgendwie eine künstlerische Sicht drauf gelegt hat. Also wenn so ein so eine Auktion gefahren wird, dann klingt das doch schon sehr, ja, wir wollen das Ding ausschlachten. Und wenn davor offensichtlich diverse Merchandising-Deals gemacht wurden, dann klingt das doch schon sehr... danach, als ob nicht das Künstlerische im Mittelpunkt steht, sondern eher das Finanzielle. Und dann hat sie Ron Howard gesehen, hat gesehen, oh, der hatte Erfolg mit seinen letzten Filmen. Die haben Geld gebracht, das waren Box-Office-Hits. Naja, der wird das schon hinkriegen.
Johannes Franke: Jetzt werden auch gleich böse Mails von Produzenten eingehen, die sagen, ja, selbst wenn wir an Geld denken, denken wir zumindest daran, jemanden zu engagieren, der das schon mal erfolgreich gemacht hat, was wir wollen und nicht irgendwie irgendwas erfolgreich gemacht hat.
Florian Bayer: Es gab offensichtlich von Universal kurz die Überlegung, Tim Burton zu nehmen. Ja, aber der war...
Johannes Franke: angeblich in einem anderen Projekt gefangen. Aber ich weiß nicht, ob das stimmt oder der einfach nur gesagt hat, äh, hard pass on me.
Florian Bayer: Es ist wirklich so, ich denke, man guckt auf den Pitch und denkt sich erst mal, oh, will ich das wieder sehen? Will ich das wirklich in meiner Vita haben? So eine anderthalbstündige Variante. Auch Jim Carrey ist so. Jim Carrey hatte das damals nicht nötig, ne? Ja. Die Frage ist, was hat ihn dazu getrieben zu sagen, okay, Cringe, das ist geil, das will ich machen. Anderthalb Stunden Cringe will ich spielen. Vielleicht war es für Jim Carrey wieder die Möglichkeit, einfach so auszurasten und so sein Talent zu zeigen, weil der Cringe natürlich eine Rolle ist. wo man sich sehr viel vorstellen kann, was Facial Expression betrifft und was so Bewegungen betrifft. Da war es vielleicht wirklich eine künstlerische Entscheidung, dass Jim Carrey gedacht hat, hey, das macht Spaß, das will ich machen als Schauspieler.
Johannes Franke: Ja. Also jetzt, es klingt alles so, als ob ich Ron Howard in die Pfanne werfen will und sagen will, der hat keine Ahnung von nix, aber das stimmt ja nun auch nicht. Ich war bloß ein bisschen... Ich bin bloß irritiert davon, dass sie ausgerechnet ihm das irgendwie hingegeben haben. voll reingeworfen. Er hat ja wirklich was völlig anderes gemacht, als das, was er so, weil er gedacht hat, okay gut, ich bin jetzt das Chamäleon, der Chamäleon Regisseur, der muss jetzt Gucken, was braucht diese Story. Hat sich selbst ein Konzept überlegt und ist damit... 100 Prozent reingegangen. All in.
Florian Bayer: Also ganz wesentliche Änderungen. Die Rolle der Cindy Lou Who, die im Buch auf einer Seite, auf zwei Seiten vorkommt. Ja. Die wird hier ausgebreitet als eine wichtige Protagonistin.
Johannes Franke: Womit wir wieder bei dem Punkt wären, dass du jemanden brauchst, der den Mittler spielt zwischen dem Zuschauer und dem Grinch.
Florian Bayer: Der Cringe kriegt eine Backstory. Und zwar nicht einfach nur eine Backstory, sondern der Cringe kriegt eine Eine richtige Geschichte, wie er nach Huvel gekommen ist und wie er der werden konnte, wer er ist. Inklusive Love Interest.
Johannes Franke: Ist dieser Film ein Kinderfilm? Ich weiß ja nicht. Also an manchen Stellen denkt man, Okay, aber ich glaube, das ist wie bei vielen Kinderfilmen auch heute noch, dass man viele Gags über die Köpfe der Kinder hinweg macht.
Florian Bayer: Der Film hat, was wir sehr oft finden bei so Kinder- und Familienfilmen in den späten 90ern, Anfang 2000er, dass sie versuchen, das erwachsene Publikum... auch abzugreifen und auch das jugendliche Publikum, in dem sie sehr edgy sind und vor allem in dem sie sehr naughty sind. Wir haben sehr viele nicht Jugendfreie Witze. Wir haben sehr viele, nicht nur Pupu- und Kackawitze, sondern auch wirklich sexuelle Anspielungen.
Johannes Franke: Guck mal, das Kind sieht aus wie dein Boss. Ach, so funktioniert das. Also solche Sachen, ja.
Florian Bayer: Genau sowas, wo die Erwachsenen lachen, sich auf die Schenkel klopfen. Und die Kinder mitlachen, weil die Erwachsenen lachen, aber nicht so ganz verstehen, dass es gerade um Sex geht.
Johannes Franke: Und es sind relativ billige Gags, muss ich sagen. Also diese sexuellen Sachen sind schon sehr billig irgendwie. Aber ja, ich hatte auch ein bisschen meinen Spaß dabei.
Florian Bayer: Also, dieser Film ist aus dem Jahr 2000. Das ist the most 90s thing, was man sich vorstellen kann. Das ist so überdreht, das ist alles drin, was einen 90er-Jahre-Film ausmacht. Wir haben erstmal... Der Kameramann ist betrunken. Dutch Angle. Ja, es ist schrecklich. Jedes Bild ist schief. Halt die Kamera gerade. Vielen Dank. Du 90 Grad Winkel, ein bisschen, ein bisschen, nimm eine scheiß Wasserwaage, mach irgendwas.
Johannes Franke: Ja, aber das ist dynamisch.
Florian Bayer: Wir haben nicht nur die schiefen Winkel, wir haben die Fischaugen. Ich liebe Terry Gilliam, aber Terry Gilliam ist dafür verantwortlich, dass jeder... Ich wollte dich die ganze Zeit fragen, warum ich bei diesem Film die ganze Zeit an Brasil denken muss.
Johannes Franke: Fischauge! Es hat was mit Fischauge zu tun, aber es hat auch was mit den muted Farben zu tun, muss ich sagen. Die Farben sind ja nicht knallbunt, also es ist eine bunte Welt theoretisch, aber das musst du dein Hirn mit ergänzen, weil eigentlich die Color Correction ist so, dass alles sehr runtergezogen ist. Das ist farblich. Und das sieht man, wenn man so mal einen Vergleich bei YouTube eingibt, Grinch Version 1 gegen Grinch Version 2. dann siehst du erstmal, wie blass eigentlich dieser Film ist. Im Gegensatz zur 2018-Verfilmung zum Beispiel.
Florian Bayer: Dann haben wir die Sets, die alle so ein bisschen, also so eine leichte Expressionismus-Referenz haben. Alles so ein bisschen bizar überdreht, aber auch ganz krass diesen 90er Jahre Rave-Look drin. Die Hoos in diesem Film sehen alle aus, als wären sie gerade von einer Rave-Party gestolpert. Wir haben diese breiten Hosen, wir haben diese breiten Jacken. Es ist alles so überdreht. Es ist wirklich Love Parade, aber nach... Sieben Stunden, lauft Berett.
Johannes Franke: Gott, du hast recht. Es ist mir überhaupt nicht aufgefallen, dass das ja die Referenz ist. Aber es ist natürlich... Er hat sich natürlich was dabei gedacht. Er hat ganz viele Kostümdesigner da drangesetzt und gesagt, hier, guck mal, da, äh, macht was Besonderes mit der Körperlichkeit dieser Who's. Und er hat ja auch viele Zirkusartisten dafür verpflichtet. weil die sich auf eine bestimmte Art und Weise bewegen sollten und so und kleine Unfälle im Hintergrund passieren sollten, die natürlich irgendwie nur von Artisten gemacht werden können. Also ich finde die Dedication schon sehr beeindruckend.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Auch wirklich, er hat die Sätze per Hand gemacht. Es ist gerade so die Zeiten, in denen das so ein bisschen kippt. Und es gab dann gerade Anfang der 2000er so Momente, wo Viele Regisseure, inspiriert von George Lucas, die seinen neuen Star-Wars-Filmen angefangen haben, Filme nur noch in Greenrooms zu machen.
Johannes Franke: Ja, ach.
Florian Bayer: Und wir haben hier wirklich die Dedication, dass ein gesamtes Huvel aufgebaut wurde, dass dieser Berg aufgebaut wurde, dass die Hülle des Scrinches aufgebaut wurde. Ja. Aber auch hier, es ist alles von der Ästhetik so 90er, es ist alles wild überdreht, es sind merkwürdige Geräte drin, die viel zu große Buttons und viel zu große Hebel haben.
Johannes Franke: Das ist toll, ich mag's total.
Florian Bayer: Und dann auch die Figuren bewegen sich auch entsprechend in diesem Setting. Das ist ein Alles sehr überdreht und sehr laut. Der Film macht sehr viel, dass man am Anfang absolut auf der Seite des Cringes ist.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Weil die Huvelianer... Die sind wirklich nervig, die sind laut, die sind überdreht und die sind auch bösartig, die ärgern ihn.
Johannes Franke: Einer der Gründe, warum ich glaube, dass ich in einem Terry-Gilliam-Film bin manchmal. Weil die wirklich so... Diese Hektik und dieses Laute und so, diese Ekelhaftigkeit, die durch auch die Kameraarbeit und so weiter und die Nähe manchmal, dieses Fischauge... Das macht so eine ganz ekelhafte Atmosphäre dieser Whovills und das finde ich beeindruckend, also das muss man erstmal hinkriegen.
Florian Bayer: Naja, es ist ja auch ein bisschen Ziel des Films. Der Grinch wird insofern vermenschlicht, dass die Whovels im Gegensatz zu den anderen Verfilmungen, die wir bisher hatten... nicht die netten, sympathischen Naivlinge sind, sondern die sind egomanisch, das sind Nervbeute, die laden ihren Müll bei ihm ab, die belästigen ihn, indem Jugend Irgendliche Raver nach oben auf den Berg klettern, um Klingelstreiche zu machen, um als Mutprobe zu gucken, wie weit sie sich an die Höhle vom Cringe ranwagen.
Johannes Franke: Was übrigens eines der tollsten Intros von Max ist.
Florian Bayer: Ja?
Johannes Franke: Also Max, wo der große Hund rauskommt und richtig laut brüllt und dahinter ist Max. Ja, das ist süß.
Florian Bayer: Und sie sind richtig konsumgeil. Also diese potenzielle Konsumkritik, die wir in der Vorlage haben. Die wird hier sehr krass ausgebreitet, weil die Hus bei ihrer Weihnachtsvorbereitung vor allem Geschenke stapeln. Und es gibt dieses... Dieses Geschenke-Fegefeuer. Wir haben es zum ersten Mal, dass der Cringe aktiv nach Huvel geht.
Johannes Franke: Stimmt.
Florian Bayer: reingerät in der Vorweihnachtszeit und in diesem Chaos drin ist und von diesem Chaos auch total genervt ist.
Johannes Franke: Ja, man stellt sich die Frage, warum geht ihr da überhaupt hin? Das ist so ein bisschen das Ding. In der 2018-Verfilmung wird das anders gelöst, aber hier fragt man sich so ein kleines bisschen, warum?
Florian Bayer: Ein Problem, das ich mit dem Film habe, weil er in diesem Film viel mehr Freude an seinen Trollaktionen hat.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Also die Whovels sind total nervig. Potenziell können wir den Cringe besser verstehen, warum er genervt von ihnen ist. Aber dann kriegt der Cringe, der Cringe hat sehr viel Spaß in diesem Film. Er ist die ganze Zeit unterwegs, um zu ärgern. Und es wirkt gar nicht so sehr, als ob er... gestresst wäre von dem Weihnachtsfest, sondern es ist für ihn die Möglichkeit, Chaos zu stiften. Er fährt nach Huvel, er verkleidet sich und er wirft Geschenke weg. Und er packt die Cindy Lou Who, die eben diese etwas prominentere Rolle hat, packt er dann ein Geschenkpapier ein. Er ist einfach bösartig in Woovel unterwegs und macht fiese Sachen.
Johannes Franke: Aber jetzt kommen wir zum großen Punkt, der uns, glaube ich, auch ein bisschen auseinanderbringt. Nee, die Motivation ist das, was es nacheinander bringt. Aber das, was ich geil finde am Grinch ... Und was sich auch andeutet in den anderen Verfilmungen ist, dass er so leicht naive Böshaftigkeiten macht. Er bringt die Post durcheinander. Ja. Da stehen die Adressen drauf. Das ist nicht besonders bösartig. Jetzt stellt sich halt mal jemand hin und sortiert das neu. Was soll's. Und wenn er sie einwickelt, Cindy Lou, das ist jetzt nicht unbedingt die größte Bösartigkeit der Welt. Und er hat wahnsinnig viel Spaß bei irgendwelchen süßen Bushaftigkeiten, die überhaupt nichts sind. Ja. Und das finde ich total schön. Ich finde, dass das bei anderen Verfilmungen, das ist ja fast ein bisschen zu böse. Also bei Halloween oder sowas, ne? Aber es ist glaube ich mehr im Sinne von Dr. Seuss, der wollte den schon auch wirklich bösartig haben. Aber ich... Ich mag ihn sehr, sehr gern in dieser Naivität, weil das sein Herz ein bisschen betont, was am Ende rauskommt.
Florian Bayer: Dr. Seuss, also wenn wir ganz streng nach der Vorlage gehen, wollte Dr. Seuss, dass es... einen Masterplan gibt. Der Cringe ist genervt von allem und hat Angst davor, warum auch immer, man weiß nicht genau. Und er hat einen großen Masterplan, um diesmal Weihnachten komplett zu versauen. Bei diesem Cringe hier haben wir so einen grundsätzlichen Spaß an Bösartigkeiten und an ganz vielen kleinen Bösartigkeiten, die dann eben kumulieren in diesem großen Plan jetzt glaube ich das komplett.
Johannes Franke: Ja, es ist ja auch so, wenn man sich die Originalgeschichte anschaut, dann hast du im ersten Drittel des Films So ein bisschen den ersten Teil der Geschichte. Dann kommt eine Stunde lang irgendwelcher anderer Kram, der mit reingepfropft wurde in den Film und dann ganz am Ende... nimmt er wieder den eigentlichen Faden des Originals auf.
Florian Bayer: Wir haben hier diese wirklich gewaltige Origin-Story. Wir erfahren, dass der Cringe wie alle anderen Babys nach Huvel gebracht wurde. Und dann bei diesen beiden Damen gelandet ist.
Johannes Franke: Ein lesbisches Ehepaar.
Florian Bayer: Ein lesbisches Ehepaar.
Johannes Franke: Was ich sehr schön finde.
Florian Bayer: Tatsächlich, die sich auch wirklich liebevoll um ihn gekümmert haben. Es wird gezeigt, dass er anders aussieht als die anderen. Aber sie, die beiden sind total nett zu ihm. Die ziehen ihm ganz normal groß. Und er ist aber schon so ein Weihnachtsgrinch. Auch ohne die Origin-Story hat gezeigt, dass er Weihnachten nicht so geil findet. Und dann gibt es aber einen Vorfall, der das endgültig besiegelt. Und zwar ist er in der Schule und der spätere Bürgermeister, der hier als tatsächlicher Antagonist eingeführt wird, Der war bei ihm in der Klasse als Junge und war ein ziemlicher Bulli und hat ihn geärgert und Cringe schwärmt für Martha. Und will ihr auch ein Geschenk machen und wird dann aber vom Bürgermeister fertig gemacht, wegen seiner Haare im Gesicht, was dazu führt, dass er sich rasiert. Und dann hat er überall diese kleinen Pflaster, weil er sich halt als kleines Kind nicht besonders gut rasiert hat. Und dann lachen ihn alle aus und dann zieht er zu diesem Berg. Wo er seitdem lebt und wir fragen uns, warum haben ihn seine Mütter nicht abgehoben? Haben die gesagt, okay, jetzt ist er halt weg?
Johannes Franke: Da gibt es vielleicht eine kleine Lücke in der Erzählung.
Florian Bayer: Wie hat er als Kind da überlebt? Gibt es so eine Geschichte des Kindes, Cringe, der dann über den Berg wandert und erst mal Tiere jagt, bevor er feststellt, dass Flaschen seine... bevorzugte Nahrungsquelle sind?
Johannes Franke: Jaja, das gibt eine ganz lange Geschichte, die sie auch gedreht haben. Das wurde dann leider rausgeschnitten. Sie haben das alles sehr gut motiviert. Das hast du alles nicht mitbekommen.
Florian Bayer: Glaube ich total. Und genau, das ist diese Origin-Story und das ist insofern auch wesentlich, weil wir haben mit dem Bürgermeister einen ganz großen klaren Antagonisten, der auch so der Antipathieträger ist. Mhm. Der uns den Cringe sympathischer machen soll. Und zwar gespielt von Jeffrey Tamba, um den Namen zu sagen, weil ich den wirklich irgendwie witzig fand, den Bürgermeister.
Johannes Franke: Ja, ja, der hat es gut gemacht.
Florian Bayer: Martha, die Love Interest, hast du sie erkannt?
Johannes Franke: Ja, natürlich. Großartige Schauspielerin. Christian.
Florian Bayer: Jean Berensky, die man vor allem kennt, ich kenne sie vor allem aus, Big Bang Fury, wo sie die kaltherzige Mutter des Protagonisten, Leonard spielt, die Bücher geschrieben hat, warum sie es bereut, ein Kind gekriegt zu haben. Oh Gott, oh Gott. Ich spiele das großartig. Sie haben auch diese, also so albern ich das finde, diese Love-Geschichte, diese Liebesgeschichte da einzubauen. ist diese Martha wirklich interessant geschrieben, weil sie sagt, Cindy Lou forscht hinterher, was mit dem Cringe passiert ist. Und Martha sagt dann, ich war nie in den Cringe verliebt. Und sie kriegt ständig Szenen, wo gezeigt wird, wie sehr sie für den Cringe schwärmen. Und er macht irgendwas Böses und sie schaut und sagt so... Diese Stärke, diese Muskeln. Es ist eine tolle Rolle. Es ist total albern. Es ist für Erwachsene geschrieben. Es hat nichts in diesem Film verloren, aber es ist wirklich super.
Johannes Franke: Ja, ich find's toll. Also natürlich gäb's ein paar kleine Lücken, wie hat der überlebt als Kind und so weiter. Gut, das gibt's in den meisten Filmen. Es ist auch gar nicht die Aufgabe dieses Films, glaube ich, das alles wirklich ernsthaft durchzuziehen. Der Film nimmt sich nicht ernst, habe ich das Gefühl. Nimmt auch nicht unbedingt ernst, das alles so minutiös erklären zu müssen. Es ist ja kein Christopher Nolan, der irgendwie Batman neu erfindet.
Florian Bayer: Oh, ich stelle dir mal vor, sie hätten jetzt noch so 20 Minuten erklärt sehen, wo alles nochmal ausgebreitet wird auf dem Text. Ja, ja. Was ich dem Film zugute halte, er ist der erste Versuch, den Husten-Charakter zu geben. Die Hoos werden mit ihren kleinen Nasen gezeigt und auch so ein bisschen insektenartig.
Johannes Franke: Ja, das Tolle finde ich halt, wie er die Hoos zeichnet mit ihrer... völlig übertriebenen Konsumbesessenheit. Das finde ich super. Das ist natürlich das, was ich... sehen will als Zuschauer, um den Gegensatz zum Grinch zu haben, um auch dem Grinch eine Motivation zu geben und warum der so... darauf abfährt. Und da kommt unsere Zweiteilung vielleicht.
Florian Bayer: Ich finde das komplett kaputt. Das funktioniert meiner Meinung nach überhaupt nicht. Weil das Grundkonzept vom, also es ist, die haben die Cringe nicht verstanden. Es ist nicht so schwer, es ist ein 30-seitiges Kinderbuch. Es ist nicht so schwer, dieses Buch zu verstehen. Sie haben das Buch nicht verstanden.
Johannes Franke: Ich finde, du hast das Buch nicht verstanden. Ich finde es genau richtig, genau die einzige Möglichkeit, warum der Grinch überhaupt so dort gelandet ist, wo er gelandet ist und ich kann ihn voll verstehen und ich bin auch dort.
Florian Bayer: Wir haben in diesem Buch zwei abstrakte Entitäten, die als Allegorie für spezifische Formen für spezifische Verhaltensweisen zum Weihnachtsfest stehen. Und zwar haben wir zum einen die Who's, die sich einfach auf Weihnachten freuen und einfach Weihnachten feiern. Und wir haben den Cringe, der Weihnachten doof findet. Und die abstrakte Entität des Cringes, der der Weihnachten hasst, der weiß nicht, worum es geht an Weihnachten. und der lernt seine Lektion innerhalb des Buches. In diesem Film lernen die Hoos die Moral. Das macht überhaupt keinen Sinn.
Johannes Franke: Sehr gut. Der Grinch ist doch die moralische Instanz der ganzen Geschichte. Du hast das Original nicht verstanden.
Florian Bayer: Der Cringe ist nicht die moralische Instanz der Geschichte. Der Cringe denkt, Weihnachten ist scheiße. Er weiß, warum Weihnachten scheiße ist. weil es eben darum geht und die Who's stehen quasi für das universelle gesamte Weihnachten. feiern. Und das umfasst eben viel mehr. Und das ist die Lektion, die der Cringe lernen muss.
Johannes Franke: Die Lektion ist... Wenn du denkst, du bist irgendwie komisch, du bist irgendwie anders, mit dir stimmt was nicht, dann guck dich einmal um, ob du nicht vielleicht unter Idioten bist. Das ist die Lektion.
Florian Bayer: Aber wenn der Grinch sich umguckt und feststellt, dass er unter Idioten ist, dann steht er oben mit dem Schlitten und unten stehen die Leute und sagen, ah, meine Geschenke wurden geklappt. Aber das ist ja nicht der Fall.
Johannes Franke: Aber die Einzige, die nicht der Idiot ist, ist Cindy Lou.
Florian Bayer: In diesem Film, genau. Aber den Leuten ist es in dem Film, In dem Originalbuch. Als Verkörperung des Weihnachtens. Der Weihnachtsfreude ist den Leuten... Vollkommen egal, ob es Geschenke gibt oder ob es Bäume gibt oder ob es Schmuck und Essen gibt, sondern sie haben einfach Freude an Weihnachten an und für sich am Gedanken.
Johannes Franke: Okay, also folgendes. Dr. Seuss hat sein eigenes Buch nicht verstanden.
Florian Bayer: Ich mag das Unabhängen für nichts zu tun. Achso, Dr. Suess hat sein Buch nicht verstanden. Okay, okay, ja. Finde ich super. Ich bin immer voll auf postmoderner, dekonstruktivistischer Interpretation. Scheiß auf die Hermeneutik. Aber nein, nein, in diesem Fall ist es wirklich, es macht die Moral von dem Buch kaputt, weil die Hust die Moral... Weil die Who's funktionieren nicht mehr als Allegorie. Die funktionieren einfach nicht mehr, weil sie individualisiert werden.
Johannes Franke: Ja, aber natürlich funktionieren sie als Allegorie. Als Allegorie für die beschissene Weihnacht, die wir haben.
Florian Bayer: Das klingt so bitter.
Johannes Franke: Das ist es auch. Guck dich um. Guck dich um. Guck dich um. Amazon und Co. Also ich sag nur...
Florian Bayer: Genau, du bist der Cringe gerade. Weihnachten ist aber so viel mehr. Darum geht's nicht. Es geht um Freude.
Johannes Franke: Ja, aber damit der Grinch und die Leute ihre Lektion... lernen können, müssen wir die natürlich vorher so zeigen, dass sie eine Fallhöhe bekommen. Wir müssen ihnen ja die Möglichkeit geben, was dazu zu lernen.
Florian Bayer: Ja, der Cringe ist doch der, der dazu lernt. Der Cringe ist der, der denkt, das geht bei Weihnachten nur um die Geschenke. Es geht um nichts anderes. Ja, aber warum denkt er das?
Johannes Franke: Der muss das ja auch denken, weil irgendwie es ein Vorbild dafür gibt. Der zieht das ja nicht aus der Luft.
Florian Bayer: Der Cringe ist ja kein Lebewesen, sondern der Cringe ist eine Allegorie. Der Grundgedanke, Weihnachten ist nur für die Geschenke. Und wenn der Grundgedanke von Weihnachten, Weihnachten ist mehr jetzt auch der Gedanke ist, Weihnachten ist für die Geschenke, dann gibt es den Gedanken, Weihnachten ist mehr überhaupt nicht mehr. Genau, aber sie ist eine existenzielle Krise. Sie hat nicht eine existenzielle Krise, sie ist eine existenzielle Krise. Cindy Lou in diesem Film. Lass uns über Cindy Louhu reden. Gespielt von Taylor Momsen, die offensichtlich Kinderfilme gespielt hat. Mittlerweile ist sie erwachsen.
Johannes Franke: Ja, sie ist natürlich.
Florian Bayer: Sie macht Musik.
Johannes Franke: Ja, sie sieht aus wie so eine Avril Lavigne für später halt.
Florian Bayer: Solltest du für Arme sagen? Nein, vielleicht nicht. In diesem Film ist sie so ein bisschen, sie ist eine Existenzkrise, sie läuft die ganze Zeit rum. worum geht das? Und ich kann sie verstehen, weil wenn ich in diesem Film gelandet wäre, hätte ich auch eine Existenzkrise. Nicht nur in diesem Hubel, sondern auch in diesem Film. Ja. Und sie glaubt, sie kann diese Krise lösen, indem sie gütig ist. Und zwar will sie eigentlich dem Cringe helfen. Sie schlägt vor, dass der Cringe Cheermeister werden soll.
Johannes Franke: Ja, und das Ding ist ja, sie sagt ja ganz eindeutig, sonst wäre sie so nicht geschrieben und sonst würde sie auf den Gedanken auch nicht kommen. dass die Who's das auch mal für sich in Anspruch genommen haben, ihren Gedanken von Weihnachten, ohne diese ganzen Geschenke und diesen ganzen Scheiß drumrum. Es gab das ja mal, offensichtlich.
Florian Bayer: Okay, pass auf, ja? Hot Take. Dieser Film präsentiert uns ein alternatives postapokalyptisches Huvel, in dem der Cringe nie existiert hat.
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: jetzt, aber jetzt irgendwann existiert und deswegen ist das komplett verdorben, weil es diese Möglichkeit der weihnachtlichen Moral nie gab. Nee, das funktioniert auch nicht.
Johannes Franke: Nee. Aber es ist tatsächlich, es ist auf jeden Fall postapokalyptisch. Da gebe ich dir vollkommen recht. Deswegen denke ich auch immer an Brasil die ganze Zeit.
Florian Bayer: Ich glaube, es ist einfach 90er. Das soll gar nicht postapokalyptisch sein. Das soll einfach bunt und laut und fastig sein.
Johannes Franke: Es ist mir doch egal, was es sein soll. Das sagst du immer, Flor. Es ist in meinem Auge. In meinem Auge entsteht der Film, nicht im Auge des Filmemachers.
Florian Bayer: So. Also ich glaube, es ist ein 90er, Huvel. Und so waren die 90er. Wir sind in einer schrecklichen Zeit groß geworden. Wir haben es verdrängt. Aber Ende der 90er, man sagt immer, das waren so die unschuldigen Zeiten. Nein, das war unsere Ästhetik.
Johannes Franke: Oh Gott, nein, Flor. Das lalalalalala.
Florian Bayer: Und Cindy Louhoo hat eben diese Krise, weil sie in diesen Zeiten leben muss. Aber Cindy Louhoo ist auch voll nervig.
Johannes Franke: Ja, natürlich, aber welches Kind ist nicht nervig.
Florian Bayer: Und ich verstehe nicht die Entscheidung von dem Film. Cindy Louhu immer Spaß haben zu lassen. Weißt du, der Cringe lässt sie durch eine Falltür fallen und dann hat sie Spaß. Und du bist nur genervt davon. Gib dem Kind eine Fallhöhe. Das Kind muss auch mal Angst haben.
Johannes Franke: Ja, das Kind sollte auch mal Angst haben.
Florian Bayer: So desensitiped bei Movies and Television. Danke für den Bruch der vierten Wand.
Johannes Franke: Ja, ich mag den Bruch der vierten Wand.
Florian Bayer: Das war tatsächlich eine sehr witzige Szene.
Johannes Franke: Ja, natürlich. Das stimmt, man hätte ihr geben können, dass sie zwischendurch auch mal Angst hat, weil eigentlich... Nimmst du dann nichts mehr ernst, weil sie steht vor allem total angstfrei und macht mit und dann hast du natürlich keinen ernsthaft gefahrvollen Moment. Das stimmt schon. Aber ich fand es auf der anderen Seite einfach nur süß, wie sie dann da irgendwie einfach kichern durch alles durchgeht. Und natürlich hat sie ihre ernsten Momente. Vieles davon, was sie sagt, was sie für Situationen herstellt, sind dann ernst. Und... Ja. Gehen wir mal weiter. Wir gucken mal, was für Aspekte dieser Film noch zu bieten hat. Gehen wir doch mal an den großen Aspekt Jim Carrey.
Florian Bayer: Jim Carrey ist großartig. Danke. Jim Carrey macht seine Jim Carrey Show. Und bei dieser Figur funktioniert das. Es gibt viele tolle Szenen. Ich liebe es, dass sie es so gemacht haben. Ich will nicht wissen, wie viel davon improvisiert ist von Jim Carrey. Ich glaube, viel, viel, viel, viel. Ich liebe es, dass wir zum ersten Mal sehen, dass wenn sein Herz wächst, dass das was verdammt nochmal wehtut, wenn so ein Herz in der Brust wächst. Großartige Szene, einfach wie Jim Carrey sich über den Boden schleudert.
Johannes Franke: Ah, I'm feeling!
Florian Bayer: Das ist gut. Jim Carrey im, was war es, Ochsenhaar, ne? Grün gefärbtes Ochsenhaar trägt er als Kostüm. Jacka. Jacka. Und das Kostüm ist übrigens auch gut, um das kurz zu erwähnen. Ja, ich finde es großartig. Er hat keine Angst davor, Bauch zu zeigen. Er hat keine Angst davor, hässliches Gesicht zu zeigen, hässliche Bewegung. Und gleichzeitig eben, wie man es von Jim Carrey gerade aus den 90ern kennt, wirklich überdreht, in dieser Rolle abzugehen. Und es macht Spaß. Jim Carrey ist toll.
Johannes Franke: Also man kann diesem Entertainment-Faktor nicht zu viel beimessen. Eigentlich trägt er den ganzen Film so weit, dass alles andere, alle Schwächen... unterm Teppich gekehrt werden können. Aber. Aber.
Florian Bayer: Jim Carrey ist auch ein Problem. Weil der Cringe so unterhaltsam ist, weil Jim Carrey so unterhaltsam ist, hat der Cringe in diesem Film viel zu viel Spaß. Der Cringe ist eigentlich eine introvertierte Figur, die zurückgezogen lebt. die genervt ist von dem lauten Feiern, die genervt ist von dem lauten Fressen und so weiter. Der Cringe hat keinen Spaß und deswegen will er den Spaß
Johannes Franke: Aber ist das automatisch eine introvertierte Figur? Das würde ich nicht sagen.
Florian Bayer: Ich glaube, ich würde behaupten, der Cringe, das Introvertierte spielt eine wesentliche Rolle. Der Cringe ist am Anfang sagt ja, oh... Ich fürchte mich vor diesem Weihnachtsfest, also bei Dr. Seuss, weil sie sind so laut beim Singen und er ist vielleicht eine hypersensible Figur. Nennen wir es nicht introvertiert, nennen wir es hypersensibel. sensibel. Das stört ihn. Und das haben wir in diesem Film auch. Jim Carrey, es gibt diese eine großartige Szene, als die Lou Who zum Grint in die Höhle geht und dann sehen wir, wie Jim Carrey da unter diesem Affen ist, der mit dem Becken gegen seinen Kopf legt. Einfach nur, um diese Geräusche zu übertönen. Aber der Cringe hat auf jeden Fall keinen Spaß. Der Cringe hat nur Freude daran, einmal das Weihnachtsfest für Al Capo zu machen. Hier ist Jim Carrey die ganze Zeit, beziehungsweise der Cringe, die ganze Zeit unterwegs, um Streiche zu spielen und Albernheiten zu machen. Er macht einen Scherzanruf.
Johannes Franke: Das sind diese typisch naiven Bewussthaftigkeiten, die ich meine.
Florian Bayer: Aber das ist nicht das, was den Cringe auszeichnet. Der Cringe hat nicht Spaß an ganz vielen Kleinigkeiten.
Johannes Franke: Da gehen wir auseinander. Ich glaube, dass es wichtig ist für den Grinch, dass er Naivitäten vor sich her trägt. Weil sein Herz ja irgendwo herkommen muss. Er hat ein Herz.
Florian Bayer: Ja, er hat ein Herz, definitiv. Aber seine Naivität zeigt sich doch schon in dem einen großen Plot. Er hat ein Ziel, er will Weihnachten... weg haben dieses Jahr. Und nicht, er will die Vorweihnachtszeit nutzen, um Scherzanrufe zu machen, um Posts zu...
Johannes Franke: Aber auf die Idee, die Weihnachten komplett zu unterbinden, kommt ja erst nach einer Stunde oder sowas Film.
Florian Bayer: Ja, aber er muss davor nicht auf die Idee kommen, ganz viele Trollereien zu machen. Er ist nicht der Joker. Der Grinchier ist viel zu sehr der Joker.
Johannes Franke: Ja, okay, das ist er. Das stimmt.
Florian Bayer: Und wie gesagt, Jim Carrey ist großartig. Es macht Spaß, Jim Carrey zuzusehen. Aber irgendwie ist das nicht der Cringe, den ich sehen will. Das ist nicht das Bild, was ich vom Cringe habe.
Johannes Franke: Chuck Jones wollte sich ja den Film anschauen, aber er war dann krank und die... Begleitung, mit der eigentlich hingegangen wäre, die Voice Actress June Foray. Die Cindy Lowe im Original Cartoon gemacht hat, meinte, sie ist froh, dass er nicht mitgekommen ist. Sie hat gesagt, it would have... Finished im Off. Out. Also ja natürlich, wenn man eine bestimmte Voraussetzung annimmt und sich an bestimmten wichtigen, für dich vielleicht wichtigen Dingen langhangelt. dann macht dieser Film vieles kaputt, in eine andere Richtung irgendwie, entwickelt das wohin, wo du nicht sein willst. Ich bin da sehr gerne. Dort, wo mich der Film hinträgt, bin ich sehr gerne.
Florian Bayer: Ich finde, der Film ist ein komplettes Desaster.
Johannes Franke: Du Cringe, du... Moment, ich...
Florian Bayer: Es ist einfach alles so drüber, auch so der Cringe hat eigentlich einen PTSD- Und ist drogenabhängig, er nimmt Beruhigungstabletten, um irgendwie klarzukommen in der Weihnachtszeit. Zeit. Es gibt einen totalen Amoklauf. Ich finde auch die Entscheidung, dass der Cringe, dass die Hurvillianer den Cringe kennen und Angst vor ihm haben oder ihn unangenehm finden und alles sagen, oh, das ist der böse Künstler, der oben liegt. Komplett daneben. Das Besondere in Dr. Seuss Vorlage, was ganz Was die Vorlage ganz stark macht, ist, dass es quasi keine Berührungspunkte zwischen Cringe und den Huvelianern gibt. Die Huvelianer wissen nicht, dass der Cringe existiert. Und die Entscheidung, den Cringe so zu dem großen, düsteren, vor dem alle Angst haben. Und vor dem gewarnt wird zu machen, das ist eine komplette Fehlentscheidung.
Johannes Franke: Aber bei Halloween, beim Halloween-Special, da ist es auch schon so.
Florian Bayer: Da ist es auch ein Fehler.
Johannes Franke: Aber das hat Dr. Soos geschrieben.
Florian Bayer: Ja. Ja, aber es ist trotzdem ein Fehler.
Johannes Franke: Er kannte seine eigene Geschichte nicht.
Florian Bayer: Ich finde das unglaublich stark in der Vorlage, dass der Cringe da oben auf seinem Berg lebt. gar nicht wahrgenommen wird. Das macht ihn umso trauriger. Und hier ist es halt so, das ist so plump. Dieses, oh nein, der doofe Cringe. Ja, wenn der Cringe kommt, wird alles vermasselt, hab ich doch gleich gesagt. Das ist einfach zu viel draufgepackt und das macht diese Spannung zwischen Cringe und Huwe komplett kaputt.
Johannes Franke: Du sprichst vielleicht einfach, was das betrifft. Du willst gerne das ganze Ballast wieder loswerden und nur schwarz und weiß gegeneinander aufmachen.
Florian Bayer: Nein, ich will die allegorische Tiefe der Grundgeschichte, die will ich.
Johannes Franke: Aber die bleibt doch trotzdem schwarz und weiß, wenn du wirklich nur das als ihn, nur als Konzept hast für jemanden, der Weihnachten nicht versteht, schwarz und die Jehovianer, die sind... ganz toll finden, weiß.
Florian Bayer: Naja, aber allegorische Konzepte brauchen vielleicht auch so Prototypen.
Johannes Franke: Natürlich, das ist ja das Konzept hinter solchen Dingern. Aber Ich finde, das reicht nicht aus für 90 Minuten.
Florian Bayer: Aber es wird nicht tiefer dadurch. Der Film ist ja nicht tiefgründiger als die Vorlage. Im Gegenteil, er ist viel platter.
Johannes Franke: Na, er ist in vielen Ausführungsformen platter, aber nicht unbedingt inhaltlich, würde ich nicht sagen.
Florian Bayer: Ich weiß nicht. Für mich ist er nicht mal zu überladen. Ich finde auch die Ästhetik irgendwie ganz witzig. sich irgendwann dran gewöhnt hat, dann ist es so, okay, so war es halt damals. Wir haben ja alle mitgemacht. Aber es ist einfach zu groß.
Johannes Franke: Was es eben hinzufügt und was du eben doof findest, aber was es wirklich... moralisch und intellektuell bearbeiten will, ist halt... Dass die ihren ganzen Müll bei ihm abladen, sich ständig irgendwelche Geschenke und dass das alles noch größer und noch größer und noch größer sein soll. Dass das... Einfach ein Take on Modern Christmas ist und dass das... Das fügt es doch hinzu. Das macht doch nicht die eigentliche Botschaft kleiner, sondern gibt noch eine weitere dazu.
Florian Bayer: Aber die eigentliche Botschaft ist auch schon, es geht bei Weihnachten nicht um Geschenke. Du musst dafür nicht so eine Dystopie zeigen, in der es nur um Geschenke geht, um diese Botschaft zu machen. Damit erreichst du nur... dass der, der die eigentliche Lektion lernt im Film, die Lektion nicht mehr lernt, sondern die anderen. Also die Moral ist komplett verdreht. Keine Sorge, dem Problem, das die Moral vertritt ist, dem begegnen wir mit dem 2018er Film auch nochmal.
Johannes Franke: Liebe ZuhörerInnen, wir brauchen einen Streitschlichter. Wenn ihr uns schreiben wollt... wie eure Meinung dazu ist. Schreibt uns das gerne. Mich interessiert das sehr, weil ich nicht ganz sicher bin. Es gibt so ein paar Kritiken auf Internet und so, Leute, die irgendwas schreiben. Aber ich habe das Gefühl, die sind immer dieselbe Art von Leuten, die das schreiben würden, weil sie einfach mitleidungsbedürftig sind. Ich glaube auch, dass die Bewertung von, weiß ich nicht, 6,8 von 10 Punkten auf Rotten Tomatoes oder sowas, ich weiß, Ich weiß es nicht ganz genau. Ich habe das jetzt nicht vor mir, aber irgendwas in der Richtung habe ich gelesen. Das heißt, es scheint echt durchwachsen zu sein, die Meinung dazu. Und es interessiert mich... Wir haben jetzt ein paar Ideen hin und her geworfen, was ihr dazu denkt.
Florian Bayer: Bleibt zum Abschluss nur noch, dass du ein paar Cringes vergibst für diesen Film.
Johannes Franke: Es gibt noch so viel zu sagen über diesen Film, hallo?
Florian Bayer: Ach, du bist immer noch dabei. Oh mein Gott. Okay, pass auf. Vielleicht Vorschlag zur Güte. Ich sag mal, was mir gefallen hat in dem Film.
Johannes Franke: Oh, das find ich gut.
Florian Bayer: Ich mochte die Brüche mit der vierten Wand. Und die Selbstreferentialitäten. Zum Beispiel auch, wenn er sagt, oh mein Gott, I'm speaking in Rhyme. Finde ich super.
Johannes Franke: Sehr schön.
Florian Bayer: Wenn er das zu uns sagt. Der Terminplan des Scrinches ist sehr witzig. Irgendwann zählt er auf, was er alles vorhat. Das ist großartig.
Johannes Franke: My schedule won't allow it. At 4, Swallow in self-pity. 4.30. Stare into the abyss. Five. Solve world hunger. Tell no one. Five thirty. Jezerais, hmm, 6.30 Uhr, dinner with me. I can't cancel that. 7. Wrestle with myself loathing. I'm booked. Of course.
Florian Bayer: Das ist großartig. Es ist wirklich witzig. grundsätzlich, wenn der Cringe so auf seine eigene Einsamkeit referiert, in so einem scherzhaften Ton, ist es Einfach witzig. Auch zum Beispiel, wenn er in der Höhle sitzt und mit seinem Echo redet, uralter Scherz, das Echo antwortet irgendwann anders, aber es funktioniert in dieser Szene. Und wenn er dann seine Flasche isst und sich fragt, esse ich gerade nur, weil ich einsam bin?
Johannes Franke: Ja, genau. Und sagt, oh, guter Jahrgang. Die Flasche.
Florian Bayer: Ich finde es super, dass alles handgemacht ist. Ich finde es toll, dass sie nicht viel am Computer gemacht haben. sondern dass sie wirklich Sets aufgebaut haben. Die Cringe-Hülle sieht großartig aus, gefällt mir wirklich gut.
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: Ich finde es auch schön, dass sie einen echten Max haben, einen echten Hund als Max. Mhm.
Johannes Franke: Sie wollten ihn ursprünglich auch animieren, aber Gott sei Dank sind sie davon abgekommen.
Florian Bayer: Es hätte vieles kaputt gemacht, wenn sie das gemacht hätten. Ich finde es schön, dass zum ersten Mal ein Computeranimations-Flex eigentlich dass sie am Anfang und am Ende diese Schneeflocke zeigen, in die die Kamera reinfährt, mit dem Gedanken, dass Huwil sich auf einer Schneeflocke befindet. Das ist süß. Weil bei Horten hört ein Hu, ist ja auch so, dass das Huvel auf einem kleinen Staubkorn liegt. Und dass dieses Weihnachtshuvel auf einer Schliffglocke ist, finde ich eine süße Idee. Und es gibt dazwischen immer wieder gelungene Witze, vor allem eben dank Jim Carrey, der auch eine wirklich gute Your Mean One Performance ablegt.
Johannes Franke: Absolut.
Florian Bayer: Also wirklich gute Version des Songs. Hat mir Spaß gemacht.
Johannes Franke: Aber ich finde... Moment, Moment, Moment. Das war jetzt sehr viel zur Güte. Zur Güte muss ich noch sagen, es gibt diese wundervolle Szene, wie er ein Tischtuch vom Tisch zieht, wo die ganzen Sachen draufstehen und die ganzen Sachen bleiben stehen. Und er geht aus dem Bild... Kommt wieder reingestürmt, schmeißt alles vom Tisch runter und geht wieder raus. Der war nicht beabsichtigt. Der sollte eigentlich im ersten Take, er sollte eigentlich alles runterziehen, also er sollte die ganzen Sachen runterziehen, die auf dem Tisch sind. Leider sind sie alle stehen geblieben und dann ist er ins Bett gerannt und ist umgeworfen. Ich finde das doch super. Das ist so ein typischer Jim Carrey. Ich liebe den. Und ich finde die ganzen Witze, die von ihm so, also einfach Physical Comedy ist einfach sein Steckenpferd. Er kriegt das einfach gut hin und ich hab so, so viel Spaß dabei. bei ganz vielem Zeug. Es gibt natürlich ein paar Sachen, wo man denkt, okay, das ist vielleicht ein bisschen dolle oder lame oder zu viel. Aber es ist schon ein großes Fest.
Florian Bayer: Also ich fand die ganze Inszenierung furchtbar anstrengend. wirklich kopfschmerzinduzierend. Es war viel zu viel, viel zu viel 90er. Das ist so ein bisschen ein Problem auch. Es ist ein Film, der glaube ich nicht so gut altert, einfach weil er so krass inszenierungstechnisch, ästhetisch in seiner Zeit verfangen ist, im Stil seiner Zeit Ich finde die Origin-Story finde ich lame. Ich finde die Love-Interest-Geschichte lame. Ich finde Cindy Lou nervig. Und ich... Ich finde, durch dieses auf die Fresse die ganze Zeit, sowohl was das wilde Laute betrifft, was die Kritik betrifft, als auch den Pathos, geht so das Herzerwärmende der Vorlage, was eigentlich durch dessen abstrakte Natur entstanden ist, das geht verloren.
Johannes Franke: Ich finde das Herzerwärmende, nur um das noch abzuschließen, das Herzerwärmende kommt vor allem... was die Wandlung des Grinches betrifft, dadurch zustande, dass er eben so verzweifelt versucht, böse zu sein und nur so harmlose Dinge tut. Weil ich die ganze Zeit sehe, Der ist eigentlich nicht so, aber irgendeine blöde Erfahrung hat ihn dazu werden lassen und er gibt sich so viel Mühe, böse zu sein. Ich find's toll. Ich find's einfach sehr, sehr süß.
Florian Bayer: Wir kommen, bevor wir zu dem nächsten großen Film kommen, noch mal ein ganz kurzes Interludium. Wir befinden uns immer noch im Jahr 2000 und es erscheint ein Spiel für die Playstation. und für Dreamcast.
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: The Cringe, das Videospiel aus dem Jahr 2000.
Johannes Franke: Sie haben mit dem Cringe das gemacht, was er immer gehasst hat.
Florian Bayer: Komm herz. Und zwar Geschichte des Spiels. Der Cringe schaut sich Huvel an und beschließt, dass er mal wieder die Geschenke der Hus klauen will, geht in seine Höhle und überlegt, was er bauen kann, um das zu zerstören. Dazu können wir gleich noch mal ganz kurz kommen. Fällt dann aber zufällig von seinem Berg runter mit all den Plänen für seine tollen Gadgets, die sich in Huvel verteilen. Und man muss dann diese Pläne einsammeln. Dazwischen spielt man, ich hab's nie gespielt. Ich hab mir aber ein paar Videos angeguckt auf YouTube, wie das gespielt wurde. Und es sah ziemlich trashig aus. und die einhellige Meinung der Kritik ist auch, dass es ziemlicher Mist ist. Es ist so 3D-Jump'n'Run, wie es für die damalige Zeit üblich war. Schlecht gealtert, wie es auch für die damalige Zeit üblich war. Es gibt eine Gameboy-Color-Version mit Top-Down, die ein bisschen besser aussieht, die eher wie ein klassisches Rätselspiel aussieht, aber offensichtlich was, was man skippen kann. Aber kurz zurück zu den Gadgets. In diesem Film haben wir das nochmal on Steroids, was wir da vorhaben, dass der Grinch ein Erfinder ist.
Johannes Franke: Ja, ja, genau.
Florian Bayer: Und hier hat der Cringe nicht einfach nur die Sachen, stopft nicht einfach die Sachen in einen Sack, sondern er hat einen riesigen Staubsauger, mit dem er alles aufsaut. Und sein Schlitten hat natürlich einen Düsenantrieb und...
Johannes Franke: Inklusive Explosion in Zeitlupe... Da nimmt sich irgendwie Ron Howard und seine ganze Mischpoke an Regisseuren irgendwie aufs Korn. Ich finde es super. Auch wie Jim Carrey, da eine Szene, wo er Max inszenieren will und ihm sagt, folgende Motivation.
Florian Bayer: Das ist eine lustige Szene. Jim Carrey wieder. Jim Carrey macht sehr viel Gutes in diesem Film. Es reicht allerdings nicht. Wollen wir Cringes vergeben kurz noch?
Johannes Franke: Ach so, Grinch ist vergeben. Ja, ich kann ihm nicht mehr geben als das Original. Ähm ... Beide haben eben ihre klitzekleinen Schwächen, deswegen auch vier Grinches statt fünf.
Florian Bayer: Zwei von fünf. Wegen Jim Carrey. Und wegen ein paar gut gelungenen Witzen. Aber es ist schon ein ziemlich schmerzhafter Film.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und dann kommen wir zum nächsten großen Film aus dem Jahr 2015.
Johannes Franke: 2018.
Florian Bayer: 2018, Regie Scott Mosher, der viel mit Kevin Smith gearbeitet hat davor und das hier ist aber sein Langfilmdebüt als Regisseur. Der hat vor allem im Schnitt und als Produzent unter anderem bei Clerks und Dogma gearbeitet. Und das Ganze ist ein Film von den Illumination Studios Paris, die vor allem bekannt sind für ihre Minions. Ja. Man kann es nicht anders sagen. Das sind die Minions, die von ihnen bekannt sind. Sie haben davor schon zwei Dr. Seuss-Verfilmungen gemacht, und zwar Horten hier zu hohe und The Lorax. 2008 und 2012. Ja, was halten wir von diesem Film aus dem Jahr 2018 mit Benedict Cumberbatch als Cringe?
Johannes Franke: So viele schlechte Entscheidungen. So viele schlechte Entscheidungen. Also ich glaube, wenn ich vier wäre, fände ich den Film ganz toll. Insofern hat der Film schon etwas richtig gemacht.
Florian Bayer: Es fühlt sich immer ein bisschen komisch an, über einen Kinderfilm herzuziehen.
Johannes Franke: Genau, deswegen finde ich es ein bisschen schwierig, weil ich bin nicht das Zielpublikum, was soll's. Aber aus dem, was ich als Erwachsener, davor sitzender und eigentlich doch... den Grinch mögen da rausziehe, ist ganz viele Sachen geändert, die irgendwie, die doch ganz gut waren. Wie zum Beispiel... Was du mir vielleicht zustimmen würdest, die Stimme von Boris Karl Hoff. Im Original war perfekt. Besser hat es keiner mehr hängen gekriegt.
Florian Bayer: Das stimmt.
Johannes Franke: Und jetzt Pharrell Williams. Mit seiner, weiß ich nicht, ich stelle mir da immer so ein Babyface vor, wenn ich diese Stimme höre bei ihm dafür. für diese Erzählung. Er kann es bestimmt anders, aber er hat sich dafür entschieden, das so zu machen, wie er es gemacht hat. Warum?
Florian Bayer: Ich finde, Farrell Williams als Erzähler gehört noch zu den besseren Momenten des Films. Ich finde es wirklich okay. Also, er kommt definitiv nicht an Boris Karloff ran. Er kommt definitiv nicht an Anthony Hopkins ran.
Johannes Franke: Um Gottes Willen. Also, er hat ja nichts an... Also er hat kaum Charisma, naja ein bisschen Charisma, aber es ist keine Dramatik in der Stimme, da ist es alles egal, was er sagt im Grunde. Also jetzt ist es ein bisschen gemein überspitzt formuliert, aber ich finde, da ist kaum was drin, wo man dranbleiben will als Kind und so eine schöne, sonore... spannende Stimme hat.
Florian Bayer: Da hast du so einen sehr klassischen Märchenerzähler vor Augen, ne?
Johannes Franke: Ja, nicht unbedingt.
Florian Bayer: Oder vor Ort, besser gesagt.
Johannes Franke: Aber Boris Karloff ist einfach ein... Naja, da kommt man nicht so schnell ran. Das stimmt vielleicht...
Florian Bayer: Ich fand es okay, was mich eher so gestört hat, so grundsätzlich dahinter ist, dass es... Und das ist ein Problem, was die Illumination Studios mit sich mittragen.
Johannes Franke: Schon immer.
Florian Bayer: Das ist so der Versuch, es so sehr viel Pop reinzubringen in Kinderfilme. Das sieht man am Soundtrack. Also der Song You're Mean One, Mr. Cringe, ist von Tyler, the Creator. Wir können gleich was dazu sagen. Und das haben wir auch bei Ich einfach unverbesserlich und bei den Minions, dass immer so versucht wird, diese Pop-Referenzen einzubauen und zwar ganz konkret auf musikalischer Ebene, aber auch auf inszenatorischer Ebene. Ich finde es sehr auffällig, wenn man Pharrell Williams als Erzähler, als Sänger vom You're the mean one, Mr. Cringe. Sehr auffällig wieder, dass hier sehr starker Bezug zum Pop gemacht wird.
Johannes Franke: Es tat mir richtig weh, den Song zu hören.
Florian Bayer: Ich fand den Song auch nicht so schlecht. Ich fand das tatsächlich okay. Es war wirklich nichts Besonderes, aber ich fand, es hat funktioniert irgendwie in dem Rahmen. Vielleicht bin ich auch so ein bisschen abgehärtet, weil ich schon sehr viel in der Richtung von denen gesehen habe.
Johannes Franke: Aber wenn du dir den Song anhörst, hast du nicht das Gefühl, dass der... unglaublich gelangweilt ist von dem, was er da sagt? Wenn es ihn schon nicht interessiert, was soll es mich interessieren?
Florian Bayer: Für mich klingt der nicht gelangweilt. Für mich klingt der so ein bisschen trocken, ein bisschen zynisch und das ist okay. Es ist wie gesagt, es ist kein Meisterwerk, aber es ist in Ordnung, wie er das singt. Mich stören andere Sachen an dem Film, verstehe mich nicht falsch.
Johannes Franke: Und wenn wir gerade bei Stimmen sind, die wichtigste... Große andere Stimme, Benedict Cumberbatch. Wenn ich den Namen höre, Benedict Cumberbatch macht den Grinch, denke ich, yes, geil, das wird großartig. Und dann macht er sowas. Warum? Warum macht er A amerikanisch und B so eine viel zu quäk? Also er hätte Smaug machen können oder sowas, aber doch nicht sowas. Meine Güte.
Florian Bayer: Das hätte es wirklich interessant gemacht, wenn du überlegst, Du hast eine englisch klingende Synchronstimme. Benedict Cumberbatch wollte offensichtlich, dass der Cringe so klingt wie die Who's. Er wollte nicht, dass der klingt wie ein Außenseiter, was ja auch durchaus irgendwie in der Geschichte angelegt ist, wie sie hier inszeniert wird, weil hier haben wir einen Cringe, der... sich gut versteht mit den Hus oder die Hus verstehen sich gut mit ihm, ohne zu wissen, dass er böse ist. Wir haben eine sehr merkwürdige Art... wieder von Interaktion zwischen Cringe und Whoville, komplett anders als im Film davor. Der Cringe lebt zwar auch am Rand der Stadt, in seiner Höhle, Aber er geht runter, um Sachen zu kaufen. Und es gibt sogar Leute, die ihn grüßen und ihn kennen. Er hat sogar einen besten Freund, der zumindest glaubt, dass er sein bester Freund ist.
Johannes Franke: Aber das ist wenigstens eine Motivation. Also das muss man sagen, das hat der Film dem anderen voraus mit Jim Carrey. Jim Carrey, da weiß ich nicht, warum geht der überhaupt, wenn du sie alle hasst, warum geht der überhaupt?
Florian Bayer: Weil er Spaß machen will. Das ist das, was ich total nervig finde, weil er ja der Joker ist, der Unruhe für Unruhe sorgt.
Johannes Franke: ist es natürlich, okay, ich habe nichts mehr zu essen. Ich muss wohl da runtergehen.
Florian Bayer: Du sagst Benedict Cumberbatch, also ja, ich muss sagen Otto Walkes. Otto Walkes synchronisiert nämlich im Deutschen und ich habe diesen Film zusammen mit meinem Sohn geguckt.
Johannes Franke: Und wie macht Otto das?
Florian Bayer: Passt einfach nicht. Ich hab dann ja auch Benedict gehört und ich finde, das passt auch nicht. Aber ... Es ist so toll, dass sie Otto Walkers für die deutsche Synchronisation haben, weil der sehr gut zusammenfasst, was das Grundproblem dieses Films ist. Und zwar ist es dieses soften up. Der Cringe wird nicht als Antagonist inszeniert. Und zwar schwierig. Viel, viel schlimmer als im Film davor, viel, viel schlimmer als in anderen Verfilmungen, wo man auch merkt, dass der Cringe, dass sie Angst haben, so einen bösartigen und sympathischen Charakter zu machen. Hier haben sie es auf die Spitze getrieben. Und zwar nicht wie beim 2000er-Film, wo sie Huvel unsympathisch gemacht haben, sondern einfach indem sie den Cringe sympathisch machen. seine Beziehung zu Max, seine Art, wie er mit seiner Einsamkeit umgeht. Ja. Wir haben hier einen traurigen, einsamen Cringe vor uns.
Johannes Franke: Ja, traurig.
Florian Bayer: Wir sind nicht auf seiner Seite mit seinem bösen Plan, aber wir haben die ganze Zeit Mitleid mit ihm.
Johannes Franke: Ja, beziehungsweise so viel Mitleid habe ich auch gar nicht mit ihm, weil ich finde so... So einsam sieht er gar nicht aus. Der hat ja immer wieder Spaß irgendwie auch. Er ist zwar ein bisschen grummelig. Er ist so der, was ich mir als Kind als den Grummeligen in dem komischen Haus da, wo nie die Tür aufgeht, weißt du, wo man sich gegenseitig hinschubst als Kinder und sagt, ja. Klingel mal, klingel mal, du traust dich nicht. Der ist so grummelig. So einer, so ein bisschen. Aber keiner, der wirklich einsam und wirklich... tottraurig da vor sich hin siegt.
Florian Bayer: Ich glaube, seine Traurigkeit wird greifbarer, weil es zum ersten Mal ein Cringe ist, der mit Max ein gutes Verhältnis hat. Er liebt Max. Max ist wirklich sein Haustier. Im Gegensatz zu allen anderen Cringe-Versionen ist er nicht abusive zu seinem Hund, sondern versteht sich
Johannes Franke: Und fragt ihn, was willst du denn heute machen? Ich finde den Insert lustig, den er da hat, aber eigentlich, es passt halt nicht.
Florian Bayer: Nee, es ist halt ein ganz großes Problem, weil der Cringe muss ja auch ein bisschen bösartig sein, wenn wir seinen Redemption Arc haben wollen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wir dürfen ihm nicht so viele sympathische Momente geben, bevor er seine Lektion lernt. Und die kriegt ihr ja ständig. Nicht nur mit Max, sondern auch mit Fred. What? Ein tierischer Gefährte reicht diesem Film nämlich nicht.
Johannes Franke: Wieso war das nötig? Ich weiß es nicht genau. Am Ende braucht er ihn nicht, um den Schlitteln hochzuziehen eigentlich. Das wäre völlig unnötig. Er braucht auch den Insta zwischendurch nicht. Es ist vielleicht lustig zu sagen, okay, er macht sich auf die Suche nach einem Rentier, weil das irgendwie... nötig ist, weil er das in dem Buch gelesen hat, aber so richtig, nein, eigentlich nicht.
Florian Bayer: Es ist einfach nur Leinwandzeitfüllung. Und jede Person, die den Cringe verfilmt, wird dieses Problem haben. Wir haben ein 30-seitiges Kinderbuch vor uns. Du musst irgendwie die Leinwandzeit füllen. Das hat der 2000er-Film ja auch gemacht. Der 2000er-Film hat es halt mehr mit Story-Momenten. Ja, genau. Dieser Film versucht es mehr mit Episoden und deswegen gibt es diese lange Geschichte. Der Film übrigens auch Der erste Cringe-Film, der nicht direkt vor Weihnachten stattfindet, sondern der den Cringe vier Tage Zeit gibt, seinen Plan vorzubereiten. Der Grinch will seinen Hund nicht zwingen, den Schlitten zu ziehen, sondern sucht sich ein Rentier und fängt dann das. Übrigens ganz witzige Szene mit dem Ziegenbock, dem Schreien.
Johannes Franke: Das ist das Witzigste am ganzen Film. Ich finde den super.
Florian Bayer: Aber auch wieder so.
Johannes Franke: Aber sie machen ihn kaputt.
Florian Bayer: Sie machen ihn kaputt. So ein Witz kommt in jedem Film von diesen Studios vor.
Johannes Franke: Ja, gut, okay.
Florian Bayer: Und learned by Ice Age. Ice Age hat damit angefangen. Bei Ice Age war es total cool, wo wir dieses... Hörnchen hatten, das seine Nuss versucht zu verstecken oder seine Eichel und überhaupt in keinem Zusammenhang zur Hauptlandung steht, aber immer mal wieder vorkommt und man freut sich. Und dann wird es so konstant und seitdem macht das jeder Animation. Und hier ist es halt so eine Ziege, die laut schreit, die immer mal wieder vorkommt. Ja, nee, egal. Und genau, dann verhängt er auf jeden Fall diesen Fred, dieses große, schwere Rentier und trainiert den und scheint alles gut zu klappen, aber dann kommt heraus, Fred hat eine Familie und dann kriegt der Grinch schon wieder einen sympathischen Moment, weil er sagt, ach gut, Fred, dann geh zu deiner Familie, kümmer dich um deine Kinder und deine Frauen. Es ist der Cringe.
Johannes Franke: Also es wird immer wieder viel zu viel. Ich finde, immer mal wieder eine schöne Situation zu haben, ist okay. Aber nicht so exzessiv, So Herzmomente für den Grinch einzubauen. Er muss ja irgendwann einmal diesen Turning Point bekommen. Wenn er die ganze Zeit schon kurz davor ist oder eigentlich schon drüber, dann braucht er den ja auch nicht mehr.
Florian Bayer: Er wird die ganze Zeit als einsam und traurig gezeigt. Er kriegt wieder eine Hintergrundgeschichte. Ich will keine... Hintergrundgeschichte für den Cringe.
Johannes Franke: Und jetzt aber mal ganz kurz. Ist diese Hintergrundgeschichte, auch wenn du keine willst, besser oder schlechter als die von Jim Carrey?
Florian Bayer: Unfaire Frage, natürlich ist die viel schlechter. Ja, danke. Es ist eine Hintergrundgeschichte, die keine Hintergrundgeschichte ist. Das sind ein paar Bilder. Der Cringe war einsam als Waisenkind, weil alle anderen... dann Weihnachten gefeiert haben.
Johannes Franke: Und dann sitzt du in einem Waisenhaus, wo keine Kinder sind. Das ist das einzige Waisenkind in einem riesigen Waisenhaus.
Florian Bayer: Und die feiern nicht Weihnachten, weil es ja auch keiner da ist. Es ist nur dieses eine Kind da. Was ist das für ein weißes Haus? Wie müssen wir uns dieses Waisenhaus vorstellen? Also, wir haben ja ein Kind ohne Eltern. Da drüben ist so ein ganz großes Haus. Sperren wir es da ein. Da steht weißes Haus drauf. Das ist gut. Ja, die Hintergrundgeschichte ist kompletter Bullshit.
Johannes Franke: Absolut. Und dann auch die Idee einfach zu sagen, der Grinch ist so böse und bösartig, weil er allein ist. Das reicht nicht aus. Weil er einsam ist. Es ist egal.
Florian Bayer: Nee, das Problem daran ist nicht, dass es nicht ausreicht, sondern das Problem ist, dass es alles so softened up ist dadurch. Wir kriegen hier eine Geschichte von einem einsamen Menschen erzählt, der deswegen was Böses macht. Und ja, alles ist so weichgezeichnet. Auch allein schon die Physiognomie von dem Christoph. Dieser Cringe hat keinen Bauch. Dieser Cringe hat keine gelben Zähne. Dieser Cringe hat ein sehr schönes Fell. Der ist wirklich gut animiert.
Johannes Franke: Der ist sehr gut gepflegt auch. Ich wette, der hat Head & Shoulders.
Florian Bayer: Der sieht wirklich schön aus, dieser Cringe. Er ist wirklich ein gutaussehender Cringe. Aber der Cringe ist nicht gutaussehend!
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Fuck. Jetzt kommen wir wieder zum Vorschlag zur Güte. Die Computeranimationen sind gut. Ja, natürlich. Es ist gut animiert. Die Illumination Studios wissen, was sie machen. Die wissen, was sie da machen.
Johannes Franke: Ja, das ist klar. auch die Actionsequenzen sind sehr gut animiert und so. Es ist Timing-technisch auch insgesamt gut durchchoreografiert und so, wenn es jetzt um so Sequenzen geht, ne? Aber dramaturgisch, gesamtbogentechnisch, nee.
Florian Bayer: Aber siehst du, da ist auch wieder, es ist immer so die Frage, was erwartet man vom Cringe? Und du erwartest natürlich eine Bösartigkeit.
Johannes Franke: Ich meine, er macht natürlich am Anfang sowas wie, er stellt das Marmeladenglas für die Frau wieder nach oben und dann fällt es runter und zerklirrt.
Florian Bayer: Also, was mir gefallen hat.
Johannes Franke: Okay, was hat dir gefallen?
Florian Bayer: Ich finde die Darstellung von Huwe ist gut getroffen. Ich finde, wir sehen ein bisschen mehr von Whoville als zum Beispiel ein 60er-Cartoon. Und das ist ... deutlich eher das, was ich mir unter Hummel vorstelle, als das, was im 2000er Jim Carrey gezeigt wird. Weil alle so freundlich und naiv sind, sodass es fast schon ein bisschen wehtut. Aber niemand will was Böses da. Das sind nette, naive Menschen und deswegen ahnen sie auch nicht, dass der Cringe was Böses vorhat, weil sie Also es gibt zwar diesen einen Moment, wo ein Kind sagt, du bist ein gemeiner Kerl oder so, aber eigentlich sind sie alle so ganz unbedarft. Das finde ich schön. Das ist, wie ich mir Huvel vorstelle.
Johannes Franke: Aber das ist ein Teil des ganzen Soft-Ups.
Florian Bayer: Nein, Huvel ist soft.
Johannes Franke: Ja, aber dann will ich den auch in die Fresse schlagen und sagen, hier, macht mal hier was.
Florian Bayer: Dann bist du wie der Crunch, genau. Das ist ja ein Teil überhaupt von diesem ganzen Kosmos, dass der Cringe ihnen auf die Fresse schlagen will, weil sie so soft sind. Das Huvelsoft ist das finde ich total okay, auch wenn ich das sehr plump finde mit der Geschichte von Sineluhu. die ja auch wieder eine etwas größere Hintergrundgeschichte kriegt.
Johannes Franke: Ja, und die ist auch nicht ... Oh Mann, es gibt wirklich viele Probleme mit Cindy Louie hier. Zum einen fällt dem Autor nicht ein, Ein einziger Satz ein, der mal individuell ist. Was dieses Kind sagt, stand irgendwo in einem Buch, was können Kinder so im Alltag sagen. Das ist doch furchtbar.
Florian Bayer: Großartig. Sie will den Weihnachtsmann fangen, um ihm zu sagen, dass er ihre Mutter glücklich machen soll.
Johannes Franke: Ja, meine Güte. Jesus Christus.
Florian Bayer: Wir wollten sagen, was Gutes an dem Film. Endlich. Und das kann man gar nicht hoch genug anrechnen. Endlich kriegen wir erklärt... Dass der Cringe nicht nackt ist. Danke. Der nackte Cringe ist das verstörendste an dem gesamten Cringe-Kosmos, dass hier die ganze Zeit dieser Typ ohne Hosen rumläuft. Es ist schon in der Vorlage verstören. Es ist im Zeichentrick verstörend. Es wird komplett verstörend, wenn wir Jim Carrey da sehen, der Nachromop. Und in diesem Film sehen wir endlich, dass der Cringe eine grüne Fellhose über seine Unterhose anzieht. Allein dafür gibt es schon einen Cringe mehr für diesen Film. Einen ganzen Cringe? Einen ganzen Cringe. Cringe dafür, dass wir den Cringe hier endlich mit einer Hose sehen. Danke. Das rettet nämlich auch die anderen Filme. Das macht alles, was davor stattgefunden hat, besser.
Johannes Franke: Ja, ja. Dann musst du davon ausgehen, dass das nicht in einem alternativen Universum stattfindet.
Florian Bayer: Ja, nein, natürlich nicht. Das ist alles ein Universum, definitiv.
Johannes Franke: Ja, was fand ich gut an dem Film? Also sie haben natürlich wirklich, was ich wirklich gut finde, ist das Timing, das sie innerhalb der Sequenzen haben. Sie wissen, wie ein Gag aufgebaut wird und wie man ihn einlöst. Das funktioniert natürlich. Es gibt viele Gags, die allein dadurch funktionieren, obwohl der Gag an sich vielleicht lame ist, aber die Ausführung macht es irgendwie doch witzig. Also insofern, animationstechnisch sind sie einfach wirklich gut, aber ich glaube, sie haben einfach nicht genug Zeit oder nicht genug Willen gehabt. die Figuren ordentlich zu zeichnen. Also intellektuell zu zeichnen, nicht auf dem Papier.
Florian Bayer: Das zweite, was ich wirklich gut finde, was die Figurenzeichnung betrifft, Zum ersten Mal haben wir einen nachvollziehbaren... Moment, Redemption-Moment. Weil der Cringe, in allen anderen Versionen kommt der Cringe so mit Fanfaren in die Stadt und sagt, hey, ich bring euch hier eure Geschenke zurück, wuhu. Jetzt lasst uns feiern. Und alle sind so, yeah, lasst uns feiern. Also nach kurzer Pause. Aber alle freuen sich. Und hier haben wir den Cringe, der zurückfährt. Der die Geschenke zurückbringt und sagt, ich habe die Geschenke geklaut, tut mir leid und weg geht. Weil das ist ein... nachvollziehbares Verhalten. Und da geht er weg und geht in seine einsame Höhle und dann erst kommen sie und klopfen und sagen nochmal, hey, du bist zu uns eingeladen.
Johannes Franke: Das stimmt, das ist nicht schlecht, ja.
Florian Bayer: Weil das ist viel... Einfach viel glaubwürdiger, dass das die Reaktion ist, als der Verbrecher, der sagt, okay, ich habe ein Verbrechen gemacht, aber ich mache es jetzt wieder gut, indem ich das Verbrechen rückgängig mache und dann bin ich der Held.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, genau.
Florian Bayer: Nein, du bist trotzdem noch nicht der Held. Das finde ich auch stark an dem Film. am Schluss, dass es dieses Zögern gibt, wenn er dann eingeladen wird und ich weiß, ob er hingehen soll und dann ist da diese Party... in dem Haus und er lernt so noch mal die Leute quasi neu kennen und das ist so die Freunde von Cindy Lou. Und es ist irgendwie ein netter Moment, weil es dieses Zaudern gibt, was so ein bisschen ... Naja, so ein bisschen ... glaubwürdiger und ein bisschen authentischer. Das ist das richtige Wort. Authentischer erzählt, jemand hat Kacke gebaut und versucht irgendwie jetzt damit klar zu kommen, das wieder gut zu machen.
Johannes Franke: Aber was ist die Moral?
Florian Bayer: Dieselbe Moral wie in den Geschichten davor. Es geht nicht nur um Geschenke.
Johannes Franke: Ja, aber ich glaube, der Film versucht noch eine weitere Moral einzuziehen.
Florian Bayer: Oh, jetzt bin ich gespannt.
Johannes Franke: Also, die ja natürlich klar damit verknüpft ist, diese Einsamkeit, die Gesellschaft. Und der Film versucht besonders stark am Ende zu machen, dass man nur genug Leute um sich drumrum braucht, um glücklich zu sein. Was ich schwierig finde. Hast du diese Szene am Ende im Kopf? Für mich ist das so... Trubel, Trubel, Trubel, Leute und jeder sagt ein nettes Wort und so und schon ist der Grinch ein völlig anderer Mensch oder was?
Florian Bayer: Aber ist das nicht ein Konzept, das in jedem Cringe drin steckt, auch im 2000er, auch im 66er, auch im 57er? Also ich sehe auf jeden Fall deinen Punkt, dass das problematisch ist, dass man offensichtlich nicht einfach ein bisschen ein Eigenbrötler sein darf und auch glücklich als Eigenbrötler sein kann mit seinem besten Freund und seinem Hund.
Johannes Franke: oder so? Ja, absolut. Was ist, wenn ich wirklich Probleme mit Menschenmassen habe? Was ist, wenn ich einfach gerne allein bin? Also ich meine, Was ist da falsch dran? Und ich glaube, dass gerade dieser Film das sehr stark nach vorne bringt, dass man ganz viele Leute braucht.
Florian Bayer: Er betont es auf jeden Fall stärker, weil dieses Zusammenkommen am Schluss in der Gemeinschaft viel mehr erzählt wird. In der Vorlage und in den anderen Verfilmungen wird es kurz gezeigt und angeteasert. Aber da haben wir am Schluss ja auch einen Cringe, der umgeben ist von vielen Menschen, die sich freut und glücklich die Ente anschneidet. Ja, das ist auf jeden Fall ein problematisches Moment grundsätzlich des Cringes. Ich würde es nicht dem Film so doll vorhalten, weil es irgendwie in der Geschichte selbst liegt.
Johannes Franke: Ich habe das Gefühl, am Ende gerade bei dem Film emotional so ein bisschen gekidnappt zu werden. Also dann auch... So, dass mir das aufgedrängelt wird alles.
Florian Bayer: Was hier halt echt... merkwürdig ist, und das ist wieder so ein Problem wie beim 2000er-Film, auch hier lernt eigentlich nicht der Cringe die Lektion, sondern Cindy Lou. Weil sie ist die, die dann, sie kommen alle raus aus dem Und dann steht Cindy Lou da und sagt, oh nein, ich bin so traurig. Und dann sagt ihre Mutter, hey, aber ich habe doch das beste Geschenk, nämlich dich. Und dann erst fangen sie an zu singen und wieder haben sie es verbockt, dass der Cringe seine Lektion lernt und haben sie diesem Kind gegeben, was ja eigentlich eher so für die Unschuld stehen sollte. Okay, wir haben ja schon über den Cindy-Luhu-Plot geredet, der ist einfach so komplett messed up. Also, dass sie den Weihnachtsmann entführen will, weil sie mit ihm reden will und Dann verkuppelt sie am Schluss den Cringe mit ihrer Mutter.
Johannes Franke: Oh, okay.
Florian Bayer: Moment. Ist das eine mögliche Weiterführung der Geschichte? Stimmt. Ohne, dass der Film das direkt zeigt?
Johannes Franke: Okay. Lassen wir diesen Gedanken nicht zu und gehen wir weiter. Ich finde, die Muttergeschichte wird sowieso so untererzählt, Also viel zu wenig. Warum lässt sie das alles sagen? Warum sagt das Kind ständig? Meine Mutter hat so viel zu tun und ich habe Mitleid mit meiner Mutter und ich habe eine tolle Beziehung mit meiner Mutter. Und wir sehen nicht einen einzigen, naja vielleicht einmal, wie sie eine gute Beziehung zu ihrer Mutter hat. Warum wird uns das nicht einfach gezeigt? Sie haben die Zeit dafür aufgewendet, das Kindes sagen zu lassen. Man hätte genauso gut eine Szene schreiben können, die genauso lang ist, in der man es sieht.
Florian Bayer: Kann ich ihr auch nicht erklären. Böser Verdacht, das ist so ein bisschen, was ja oft gerade, was ich total bescheuert finde, was oft Animationsfilme und Zeichentrickfilme der heutigen Zeit vorgeworfen wird. homosexuelles Paar drin ist zum Beispiel, wird gesagt, oh da guck, die haben das doch nur eingebaut, um zu zeigen, wie vielfältig sie sind. Vielleicht ist das ein Film, wo der Vorwurf tatsächlich passt, sie wollten unbedingt eine alleinerziehende Mutter einbauen, die den Alltag bewältigt kriegt, aber die es schwer hat, aber die keinen Partner braucht, um das einzubauen. alles hinzukriegen. Vielleicht waren sie sehr verliebt in die Idee, eine Geschichte zu erzählen mit einer alleinerziehenden Mutter und haben es dann aber nicht geschafft, wirklich eine Geschichte draus zu erzählen und Das bleibt so an diesen Bruchstücken kleben.
Johannes Franke: Ja, aber es wäre natürlich spannend gewesen. Ich meine, die Entscheidung ist klar. Also es ist ja nicht, hups, wir haben jetzt plötzlich eine alleinerziehende Mutter, sondern es ist ja eine ganz klare Entscheidung gewesen, auch um das irgendwie stark zu machen und interessant zu machen. Ich habe auch ein Interview darüber gesehen, wo das auch jemand gesagt hat, dass es wichtig war.
Florian Bayer: Was ja auch spannend, also was total nachvollziehbar ist und was wirklich spannend sein kann, aber dann muss man damit auch ein bisschen arbeiten. Genau. Und das ist viel in diesem Film. Sie haben Dinge, Bruchstücke von Handlungen, von Ideen, Und sie arbeiten dann nicht wirklich damit und stattdessen verlassen sie sich zu sehr auf ihre popkulturellen Referenzen. Und das ist nicht nur, dass sie die Musik drin haben, dass sie Tyler the Creator singend haben und dass sie Pharrell Williams erzählen lassen, sondern auch sowas wie, dass sie... Speed zitieren. Warum das so random? So ein 90er Jahre Actionfilm wird zitiert. Und Nosferatu.
Johannes Franke: Ja, da weiß man ja, wer den Film gemacht hat. Ja, Generationen halt. Jeder schreibt den Gag, der ihm einfällt aus seinem kulturellen Wissen.
Florian Bayer: Und warum zitieren sie Nosferatu? Ich glaube nicht, dass irgendein Kind denken wird, ach guck mal, mein liebster Horrorfilm.
Johannes Franke: Ach naja, also es gibt ja nur wirklich wahrscheinlich sehr viele Gags, die uns einfach nicht auffallen, weil wir sie nicht verstehen, weil wir die Referenz nicht verstehen. Das ist schon okay. Wir haben ja auch im Kindertheater, wenn ich Kindertheater spiele, wir haben auch ganz viele Gags, die über die Köpfe der Kinder hinausgehen, weil sie sie nicht verstehen, aber die Erwachsenen, die kriegen die wenigstens mit.
Florian Bayer: Das ist ja auch okay, der 2000er-Film macht das ja auch exzessiver. Bei diesem Film fällt es halt nur besonders auf, weil ... durchaus narrative Möglichkeiten vorhanden sind. Dieser Film hat das Potenzial aus dem Im Gegensatz zum 2000er-Film hat dieser Film das Potenzial, aus dem Cringe eine runde 90-minütige Geschichte zu machen. Aber er versemmelt es halt, weil er sich die ganze Zeit in diesen Nebensächlichkeiten verliert und damit nichts wirklich macht. Mit der Fred-Geschichte hätte man auch mehr machen können. Es ist nicht grundsätzlich falsch, da dieses Rentier reinzubauen, aber irgendwie muss man damit auch was machen dann.
Johannes Franke: Ja, der ist halt irgendwann wieder weg und gut ist.
Florian Bayer: Und es reicht nicht, dass Fred am Schluss... kommt, um den Tag zu rennen, wenn der Schlitten kurz vorm Runterfallen ist. Auch wenn das eine sehr berührende Szene ist, wenn dann alle am Hintern vom Cringe ziehen.
Johannes Franke: Ja, kommen wir zum Konsum an der ganzen Geschichte, was du ja bei dem 2000er-Film schon so scheiße findest. Wie machen sie das deiner Meinung nach hier? Weil die sind ja schon over the top mit allem. Lassen einen riesigen Weihnachtsbaum einfliegen, den sie dann sehr aufwendig schmücken. Was ist das für... Für dich, weil hier gehen sie nicht so sehr auf die Konsumsache, finde ich, sondern sie gehen eher darauf, dass sie einen Größenwahn haben bis Weihnachten.
Florian Bayer: Das ist für mich total okay. Größenwahn passt zu Weihnachten. Und in diesem Film wird es halt immer mit dieser naiven Unschuld gezeigt. Der stärkste Vertreter davon ist ja diese auch hinzu erfundene Rolle von ... Von dem Mr. Pricklebaum, der beste Freund vom Cringe. Vermeintlich beste Freund. Der hat sein Haus komplett schmückt und einen riesigen Schlitten oben drauf hat. Und der macht das, genau wie die anderen Hus in dem Film, so wie ich es mir vorstelle, eben mit dieser naiven Herzenswärme. Die haben einfach Spaß daran. Es ist einfach Freude auch ein bisschen an diesem manischen Großen, aber es ist nicht so aufdringlich, nicht so... schrecklich und so konsumgeil, sondern es ist einfach, hey, uns macht Weihnachten Spaß, lasst uns doch mal gucken, wie wir Spaß haben können. Das ist der Grund, warum ich mir auch so einen Plastik-Weihnachtsmann kaufe, der Jingle Bells spielt, weil es einfach witzig ist, weil ich einfach gucke, woran es Spaß hat. Und der Cringe würde jetzt drauf gucken und sagen, ah, dir ist doch nur dieses Plastikteil wichtig. Aber wenn dieses Plastikteil kaputt geht, so what? Dann tanze ich trotzdem mit meinem Sohn durch die Wohnung und singe Channel Bells. Und das ist in diesem Film viel besser gelungen als in den 2000er, dass sie diese Weihnachtsfreude... nicht mit so einem negativen Vorzeichen zeigen, sondern einfach als naiven Größenwahn.
Johannes Franke: Aber mir fehlt natürlich dann, weil ich eben großer Fan von der 2000er Variante bin, Dieser Kapitalismus, also dieser überbordende Konsum, der da irgendwie drinsteckt. Ich frag mich dann, was soll denn dieser Größenwahn, wenn der nicht verbunden ist mit der Konsumkritik? Ich brauch diese Konsumkritik!
Florian Bayer: Weil du der Cringe bist, weil du ständig diesen Konsumlink ziehst. Du bist der Typ, der sich die ganze Zeit über die Konsumgeilheit aufregt, während alle da sitzen und sagen, was denn immer? Und warum habt ihr das schon wieder gekauft? Das habe ich selbst gebastelt.
Johannes Franke: Du kriegst mich nicht rumgedreht. Nein, nein, nein, nein, nein.
Florian Bayer: Ja, wollen wir Cringes vergeben?
Johannes Franke: Weißt du, mein Problem ist auch so ein kleines bisschen noch, dass dieser Größenwahn, dann ... dazu führt, dass es reinforced wird mehr, als dass es eine Kritik dazu gibt. Der Film übt ja kaum Kritik daran, dass es diesen Größenwahn gibt. Ich weiß nicht, wie viel Kritik du da drin gesehen hast. Ich habe nicht viel gesehen.
Florian Bayer: Aber das macht die Vorlage ja auch nicht.
Johannes Franke: Mir doch egal.
Florian Bayer: Der 66er Film macht das auch nicht.
Johannes Franke: Aber die 66er Version hat auch keinen Größenwahn.
Florian Bayer: dir mal diesen Weihnachtsbaum an, den die tanzen.
Johannes Franke: Ja, aber das ist vielleicht eine grafische Entscheidung. Aber weißt du, was ich meine? Mir fehlt dann die Kritik an diesem Größenwahn.
Florian Bayer: Also ich höre gerade raus, die beste Cringe-Version ist... Eindeutig, der 2000er-Film mit Jim Carrey, weil es da Kapitalismuskritik gibt.
Johannes Franke: Ja, oder Konsumkritik vor allem. Naja, aber das, ach ... Dieser Größenwahn ist ja eigentlich wirklich nicht zu trennen von Konsumproblematiken. Du kaufst dieses Plastikding. Du kaufst das und es ist in China produziert von kleinen Kindern. Autsch. Ja, und das wird dann in den ganzen Welt rumher geschifft und wir haben das hier, weil wir denken, ich brauche so ein Plastikding, das Jingle Bells macht.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Oh Gott, nein. Also ja, man muss sich irgendwo in der Mitte treffen, aber ich weiß nicht, irgendwie, ja. Mir ist der Film dann zu harmlos.
Florian Bayer: Ja, definitiv. Also nicht, was das betrifft, sondern grundsätzlich ist der Film zu harmlos, was den Cringe betrifft. Was die Erzählung betrifft, was die Fallhöhen betrifft. Das ist einfach so ein sehr braver Blockbuster. Und zwar wirklich ein Blockbuster. 75 Millionen Dollar hat er gekostet, 512 Millionen hat er eingespielt beim Boxoffice.
Johannes Franke: Wow.
Florian Bayer: Der war ein richtiger Erfolg.
Johannes Franke: Fuck.
Florian Bayer: Alter. Man kann es nicht anders sagen, sie waren erfolgreich mit diesem Konzept.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Die haben es geschafft, nochmal richtig schön Geld rauszuquetschen aus dem Cringe und darum geht es doch bei Weihnachten.
Johannes Franke: das Ganze verwaltet, hat richtig viel davon und kann jetzt unter 20.000 riesigen Weihnachtsbäume feiern.
Florian Bayer: So, wie viel?
Johannes Franke: Und sich einen Haufen Plastik aus China bestellen, das Jingle Bells macht. Okay, wie viele Grinches? Zwei. 3, 2,5.
Florian Bayer: Ich sag auch 2,5. Besser als der 2000er-Film, aber... Schafft es nicht über Durchschnitt hinaus. Nicht mal knapp unterdurchschnittlich. Oh mein Gott. Johannes, du hast mir dieses Jahr Weihnachten versaut, indem du mich gezwungen hast, diese ganzen Cringe-Filme zu gucken, die alle so mies sind.
Johannes Franke: Ich hab einen Take. Ich glaube... dass die Originalversion relativ neutral von außen auf alles schaut. dass die 2000er-Version aus der Sicht des Grinches ist, weil der Grinch eben diesen Konsum scheitert. Star sieht die ganze Zeit und deswegen diese Übertreibung und der klare Emphasis auf den Konsum. Und die 2018er Version ist die Sicht der Who-Leute, die sich denken, ist doch gar nicht bei, hör mal. kaufe ich mir halt Plastik-Scheiß aus China.
Florian Bayer: Aber die 2018er-Version ist auch viel zu viel Cringe. Also aus der Perspektive des Cringe, weil der Cringe seine Einsamkeit gezeigt wird, weil er die ganze Zeit seine Einsamkeit referiert, weil er es freundlich gezeigt wird. Ich glaube, die 2000er-Version ist die Perspektive von Max. Was?
Johannes Franke: Das hast du jetzt einfach so rausgeflört.
Florian Bayer: Moment, Entschuldigung. Ich bin bei dir. Die 2000er-Version ist die Perspektive des Cringes, die 2001. 18er Version ist die Perspektive von Max, weil der Mitleid hat mit dem Cringe. Und weil der in dieser 2018er Version am ehesten ... Okay. Und die ... Perspektive der Hohelianer finden wir später.
Johannes Franke: Die finden wir im Halloween-Ding.
Florian Bayer: Im Halloween-Ding, das ist gut. Ja, genau. Perfekt.
Johannes Franke: Okay. Ich bin voll dabei. Wir haben den Grinch gelöst. Herzlich willkommen hier zum Podcast, der euch alle Fragen beantwortet, die ihr je über den Grinch hättet haben können, wollen, sollen, dürfen. Tja.
Florian Bayer: Kommen wir nochmal kurz zu einer kleinen Obskurität.
Johannes Franke: Obskurität. Plur hat noch eine Obskurität nach zwei Stunden.
Florian Bayer: Wir befinden uns immer noch im Jahr 2018. The Dog Days of Winter. Ein fünf Minuten Kurzfilm. Mit Max in der Hauptrolle.
Johannes Franke: Ui.
Florian Bayer: Und zwar natürlich Animationen komplett, der Film lief vor Trolls 2, also es war einfach Animationsrest. des Illumination Studios für einen 5 Minuten Kurzfilm, der vor einem Kinofilm läuft. Und die Geschichte ist ganz einfach. Max zieht los in den Schneesturm. Weil der Cringe krank ist und Max will ihm seinen Lieblingstee besorgen. Er kämpft sich dann durch den Schneesturm und durch Huvel und besorgt den Tee und geht zurück. Und nicht weiter erwähnt es wird. Aber es ist nicht mal Punkte zu vergeben.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Allerdings kurz erwähnenswert ist das Musical.
Johannes Franke: Ach du Scheiße.
Florian Bayer: Und jetzt befinden wir uns im Jahr 2020. Ich habe ein Plakat davon gesehen. 9. Dezember 2020. Es gab schon zuvor Musical-Umsetzungen, die erste in San Diego 1998. Und dann schließlich 2006, 2007 gab es die große Broadway-Inszenierung, die dann auch offensichtlich von NBC live im Fernsehen gesendet wurde. 2020 war Corona. 2020 konnte die Musical-Vorführung nicht auf der Bühne stattfinden und deswegen wurde das im Studio gedreht, also auch auf einer Bühne, aber ohne Publikum. Und dann hat NBC gesagt, hey, dann machen wir Dr. Seuss The Cringe Musical live mit Matthew Morrison als Cringe. Okay. Und mit der Erzähler ist Max, ein alter Max.
Johannes Franke: Oh.
Florian Bayer: Der sagt, ich erzähle euch mal von uns. Es gibt einen alten und es gibt einen jungen Max.
Johannes Franke: Also, where for?
Florian Bayer: Genau. Und es ist ein Musical und ich hab ein bisschen so durchgeskippt. Und ich will jetzt gar keine Critics vergeben. Ich will ein bisschen aus der Presseschau vorlesen.
Johannes Franke: Oh, okay.
Florian Bayer: Die Washington Post schreibt, Reader, I tried. Das ist der erste Satz dieser Rezension. This attempt at the heartwarming tale makes the cringe's hatred of songs and dance seem reasonable. Halfway through, you might find yourself advocating for the Hoos to adopt his way of life. Washington Post. USA Today schreibt I'm no cringe, but NBC's latest attempt at holiday musicals about him might have meant me hate Christmas. Cringe Musical was creating painful and pointless from its opening moments. AV Club schreibt NBC's Dr. Seuss The Cringe Musical Stink, stank, stank.
Johannes Franke: Sehr gut.
Florian Bayer: Dieses Musical... wurde verrissen und zwar so richtig doll. Und wenn man sich das anschaut, dann weiß man auch warum. Und mir hat das Durchskippen schon gereicht. Es ist einfach schrecklich. Es sind ein merkwürdiges Kostüm vom Cringe. Dann dieses Broadway, alle sind eng angezogen und alle tanzen so ein bisschen sexualisiert. Es ist die Cats-Version vom Cringe. Es fühlt sich alles so ein bisschen an, als wäre der Cringe in einen Cats-Albtraum gestolpert. Die Songs sind nicht besonders geil. Es ist alles zu bunt und zu quietschig und zu süß. Next one. Eine Obskurität habe ich noch.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Wir befinden uns im Jahr 2022 und ich rede jetzt in der Zukunft, weil... Ihr wisst, nehmen wir das immer ein bisschen früher auf, als wir es senden.
Johannes Franke: Später wäre sehr spannend.
Florian Bayer: 9. Dezember. wurde, in dem Fall, ich konnte es leider noch nicht sehen, weil wird, wird ein Film veröffentlicht, der heißt The Mean One. Ein amerikanischer Horror-Slasher-Film.
Johannes Franke: Oh, stimmt.
Florian Bayer: Über einen Massenmörder, der wie der Cringe aussieht. Und offensichtlich als klassischer Horror-Thriller-B-Movie erzählt, der Cringe kommt an Weihnachten und er tötet die Mutter von Cindy Lou. 20 Jahre später kommt Cindy Lou zurück, sich ihren Ängsten zu stellen. Und in dieser Nacht kommt dann wieder der bösartige Cringe, der ... mordlustig ist, aber diesmal schlägt Cindy-Lou zurück. Der Trailer gibt uns die tolle Line, Cindy Lou steht mit einem Gewehr vor dem Cringe und sagt, you're a dead one, Mr. Cringe. Es sieht... Es sieht unglaublich billig aus. Es sieht unglaublich trashig aus. Es ist wirklich so unterstes B-Movie-Niveau. wird am 9. Dezember 2022 im Kino laufen. Ich bin sehr gespannt darauf, ich freue mich drauf.
Johannes Franke: Wie haben Sie die Rechte dafür bekommen? Weil das ist schon hart.
Florian Bayer: Ich gehe mal davon aus, dass Sie... dass sie sehr genau drauf geachtet haben, dass sie den Namen Cringe nicht benutzen. Und dass sie bei ... Ich gehe davon aus, dass sie es versuchen, irgendwie so ... Dass sie sagen können, naja, wir referieren es, aber es ist keine Cringe-Verfilmung.
Johannes Franke: Wow.
Florian Bayer: Mal sehen, ob sie damit durchkommt. Aber ich bin gespannt und es klingt nach so einem totalen Trash, wo ich denke, hey, geil, will ich sehen. Und dann stellt sich heraus, dass es wirklich einfach nur Trash ist.
Johannes Franke: Ja, wahrscheinlich.
Florian Bayer: Aber ich wollte es zumindest erwähnt haben und damit wären wir in unserer heutigen Zeit angelangt. Das ist doch wunderbar. Wahnsinn. Letzte Cringe-Verfilmung.
Johannes Franke: Oh, schön. Ja. Ja, ich habe auch einmal einen Grinch auf der Bühne gespielt. Du hast einen Grinch auf der Bühne gespielt? Mit Maya zusammen haben wir unsere Burlesque Show. Und da haben wir eine Weihnachtsvariante mit dem Grinch gehabt. Oh, toll. Show moderiert mit Maya zusammen als Grinch.
Florian Bayer: Hattest du ein grünes Kostüm?
Johannes Franke: Ja, das existiert auch noch und Maya hat es gemacht und Maya ist ja sehr, sehr gut... Mit der Nähmaschine und auch mit dem Make-up und so. Sie hat es wirklich sehr, sehr gut gemacht. Und es hat sehr viel Spaß gemacht und ich glaube, ich bin deswegen auch dem Grinch ein bisschen näher, weil ich einfach... da auch viel für geschrieben habe und mich darum gekümmert habe, den Grinch zu verstehen. Vielleicht bin ich dann ein bisschen weiter reingerutscht in die Untiefen des Weihnachtshassens.
Florian Bayer: Ja, aber so insgesamt, wenn wir jetzt nochmal zurückschauen, Cringe ist eine großartige Figur. Also ich mag den Cringe auch total eine tolle Figur. Und ich mag auch die Urgeschichte und ich mag den 1966er Cartoon. Danach gibt es nichts Gutes mehr.
Johannes Franke: Schade. Also für mich ist natürlich immer die 2000er Version des Maß aller Dinge. Aber ich glaube, ich habe Glück, dass du es auch gerade wieder sich im Grab umdrehen hören. Aber ja, es ist einfach so. Ich finde, dass der Film so viele Sachen hinzufügt, die mir einfach viel sagen. Und es ist vielleicht einfach so, nicht jeder findet die richtigen Themen beackert in den einzelnen Filmen. Jeder hat eine andere Sicht auf die Geschichte. Und es ist vielleicht auch dem zu schulden, dass die Geschichte recht kurz ist und sehr viele Fragen offen lässt und jeder sein eigenes Thema dort finden kann.
Florian Bayer: Es macht ja auch Sinn, das zu erweitern. Insofern, auch wenn ich sie beide nicht besonders gut fand, Kudos für die 2000er und die 2018er-Version. Sie haben es beide versucht. Sie haben beide überlegt, wie kann man daraus einen Langfilm machen. Und Sie haben sich auch ein bisschen was einfallen lassen dafür. Und der 2000er dann zumindest vom kreativen Standpunkt... deutlich besser als der 2018er. Der 2018er von der Umsetzung deutlich besser, wobei ich befürchte, dass dem 2018er Film dasselbe Schicksal blühen wird wie dem 2000er Film, dass wir den in 20 Jahren sehen und denken, boah, der sieht so nach den 2010er Jahren aus.
Johannes Franke: Das kann sein, ja.
Florian Bayer: Und dann macht es auch keinen Unterschied mehr.
Johannes Franke: Du bist so düster heute, Plower. Habe ich dir Weihnachten kaputt gemacht?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Yes!
Florian Bayer: Aber nicht für lange. Moment, Moment, Moment. Dein Lieblingslied.
Johannes Franke: What? What is that? Der Chipmunks Christmas Song. Ich kenn den gar nicht. Alan? Wirklich nicht? Nein. Alan! Oh, fuck. Oh, fuck. Das ist so schön. Und mit diesem wunderschönen Song schwenken wir auf die Top 3 über Schingel. Ich bin lobotomiert durch einen Song.
Florian Bayer: Unsere Top 3. So, Redemption Arks, was sonst, ne?
Johannes Franke: Ja, Redemption Arks, ja, ich mein, das ist obvious choice. Ich find's ganz gut, dass wir das noch nicht hatten, fand ich interessant. Ja. Und ich habe mich an die ganz Großen gehalten. Und die sind dann wieder losgelassen.
Florian Bayer: Mir geht's ähnlich. Ich glaub, wir haben schon über sehr viele Filme geredet mit Redemption Arcs, ne? Ja. Also letztes Jahr zu Weihnachten hatten wir quasi die klassische Redemption-Arc.
Johannes Franke: Und die habe ich natürlich nicht in der Liste, weil das zu lame gewesen wäre. Kein Ebenezer Scrooge heute. Kein Ebenezer Scrooge, mir fiel es aber dann auch wieder ein bisschen schwer neben den ganzen großen Beispielen was zu finden. Schwierig. Deswegen, so ganz klein sind sie dann noch nicht.
Florian Bayer: Also ich hab ganz viele Honorable Mentions. Oh, okay. Aber ich würd die kurz außen vor lassen und mal einfach in meine Top 3 einsteigen. Soll ich einfach mal den 3... Also mein Top 3 ist ein Film aus dem Jahr 1997 mit Jack Nicholson, der in der Redemption-Ark kriegt.
Johannes Franke: Und zwar...
Florian Bayer: war As Good As It Gets. Besser geht's nicht, zu gut Deutsch. Jack Nicholson spielt. spielt einen Kotzbrocken, einen Schriftsteller, der unter Zwangsneurosen leidet. Und sowieso so einige psychische Tics mit sich rumschleppt, aber vor allem ein richtig ätzendes Arschloch ist zu allen seinen Mitmenschen, vor allem zu seinem schwulen Nachbarn. dem er seine Homophobie quasi jeden Tag unter die Nase reibt. Aber auch zum Beispiel zu einer Kellnerin in seinem... Lieblingsrestaurant, in dem er heimlich verliebt ist, von Helen Hunt gespielt wird. Und dann hasst er vor allem den Hund von dem Nachbarn. Craig Kinnear spielt seinen Nachbarn. Er hasst dessen Hund und dann passiert es aber, dass der Nachbar zusammengeschlagen wird und dessen Freund sagt, okay, wir müssen den Hund irgendwo hinbringen und schmeißt den Hund dann Jack Nicholson zu, dem Kotzbrock.
Johannes Franke: Oh, nein.
Florian Bayer: Und Dann gibt es unsere Redemption-Arc. Natürlich fängt er an, nachdem er sich mit dem Tier die ganze Zeit gezofft hat, irgendwann das Tier zu mögen. Und als das Tier dann wieder zurück bei dem anderen ist, fängt er es an zu vermissen. Und es baut sich eine ganz zarte Freundschaft auf zwischen ihm und seinem Nachbarn und Es ist wirklich herzerwärmend. Es ist wirklich ein schöner Film. Jack Nicholson in Höchstform. Und auch sonst eine wirklich tolle Tragikomödie aus den späten 90er Jahren.
Johannes Franke: Schön. Wow. Ich überlege, ob ich den Film gesehen habe oder nicht. Mir kommt das ein kleines bisschen bekannt vor, aber ... Naja, mein Platz 3, um das gleich aus dem Weg zu bringen, gehört... Eigentlich auch vielleicht höher in der Liste, aber ich muss ihn gleich abhaken, weil das ist so ein typischer Redemption-Arc-Film. Täglich grüßt das Mummel dir.
Florian Bayer: Ja, sehr schön.
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Und Bill Murray ist, glaube ich, in jedem zweiten Film darf Bill Murray so eine Redemption abkriegen. Weil er einfach zu gut ist als zynisches Arschloch.
Johannes Franke: Wie auch in seiner Version des Ebenezer Scrooge. Genau, ja.
Florian Bayer: Ja, nein, schön. Also habe ich auch bei meinen Honorable Mentions stehen und es ist einfach ein toller Film und tolle Redemption-Arc.
Johannes Franke: Ja, großartig. Haben wir auch lange drüber geredet. Also wer sich das anhören möchte, gerne, gerne, gerne. Ich fand das Gespräch damals wirklich sehr toll.
Florian Bayer: Das war ein tolles Gespräch. 90 Minuten reden wir über täglich Christophs Murmeltier und rätseln darüber, wie viele Tage er sich in diesem Fegefeuer befindet und Wie oft der Tag sich wiederholt und freuen uns einfach an Bill Murray.
Johannes Franke: Und freuen uns vor allem, dass er so viele Fettnäpfchen, die man gesehen hat, wo wir auch dachten... Ist ja vielleicht gar nicht so gut gealterter Film, aber eigentlich hat er es ganz gut gemacht.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Kann man sich auch heute noch angucken. Mein Platz zwei aus dem Jahr 2005. Adams Äpfel aus Dänemark, wo wir gleich zwei unsympathische Protagonisten haben, die beide ihre eigene Redemption erkriegen. Und zwar geht es um einen Neonazi, der zur Resozialisierung in einer Kirche arbeiten soll. Und der Pfarrer dieser Kirche ist allerdings auch so ein bisschen durch den Wind, nachdem er seine Frau verloren hat. Und sein Sohn hat irgendeine Behinderung, ich weiß nicht mehr genau welche, aber der Fahrer leugnet alles Schlechte und er leugnet, dass seine Frau sich umgebracht hat und er... Leugnet alles Schlechte, was passiert. Auf jeden Fall gibt es dann so einen Kampf zwischen dem Pfarrer und dem Neonazi, weil der Neonazi dem Pfarrer beibringen will, dass die Welt schlecht ist und der Pfarrer will dem Neonazi beibringen, dass die Welt gut ist. Und ein absurder Film, der teilweise unfassbar böse ist, schwarzhumorig, teilweise wirklich herzerwärmend bewegend. Und beide Figuren kriegen eine tolle Redemption-Arc und wir mögen sie am Schluss beide, obwohl sie so total unsympathische Figuren sind am Anfang.
Johannes Franke: Okay, sehr schön. Ja, guter Film. Es ist aber lange her, dass ich den gesehen habe und deswegen konnte ich dann nicht mehr viel zu sagen. Vielleicht muss ich den einfach nochmal sehen, oder? ihn mal zusammen sehen.
Florian Bayer: Ja, das ist auf jeden Fall ein Film, den ich gerne mal in den Podcast packen würde. Vielleicht auch, weil er so ein bisschen vergessen ist. Ja.
Johannes Franke: Mein Platz zwei wäre Spike von Buffy. Was?
Florian Bayer: Spike ist der sexy, aber böse Vampir, ne?
Johannes Franke: Ja, naja. Was heißt böser Vampir? Der taucht natürlich erst auf und ist erstmal der Böse und bleibt natürlich grumpy und auch so ein bisschen immer derjenige, so wie lokal. Moki im Grunde, der immer wieder auftaucht und irgendwelche Scheiße macht. Aber eigentlich kriegt er eine Redemption-Arc, dass er... Er verliebt sich auch in Buffy, glaube ich. Er kann nicht so richtig aus seiner Haut raus. Macht immer irgendwelche Scheiße. Aber eigentlich hilft er auch.
Florian Bayer: Ja, und er ist aber auch schon so Sympathieträger dann irgendwann, oder?
Johannes Franke: Irgendwann ist er auch so ein bisschen, also natürlich allein durch seine Erscheinung und allein dadurch, dass es einfach viele 16-jährige Mädchen gab, die dann gesagt haben, gesagt haben, oh Spike.
Florian Bayer: Und es war immer so Team Angel oder Team Spike. Das war das, was dann später bei Twilight Team Jacob oder Team, wer ist der andere?
Johannes Franke: Ich weiß es nicht. Mit Twilight habe ich nicht viel am Hut.
Florian Bayer: Moment, Team Edward oder Team Jacob. Und die Coolen hat man daran erkannt, dass sie Team Jacob waren, glaube ich. Und wahrscheinlich war das damals genauso, dass die coolen Team Spike waren und nicht Team Angel.
Johannes Franke: Ja, ja, definitiv.
Florian Bayer: Ich hab keine Ahnung, wovon ich rede. Ich kenn das nur von Dio und von Maja.
Johannes Franke: Also das ist wirklich eine Erinnerung an eine Zeit, die wirklich irgendwie geblieben ist und die ich wirklich mag, auch wenn es teilweise sehr trashig war, muss man sagen. Aber Buffy wird immer in meinem Herzen bleiben.
Florian Bayer: Vielleicht könntest du mir auch mal für den Podcast ein paar Buffy-Episoden geben.
Johannes Franke: Ich gebe dir die Musical-Folge.
Florian Bayer: Ich weiß, dass Buffy hat auch mittlerweile so einen Kult-Follower.
Johannes Franke: Was heißt mittlerweile? Also eigentlich habe ich so das Gefühl, es flacht auch wieder ein bisschen ab.
Florian Bayer: Aber es ist kein Geld im Pleasure. Das guckt man nicht nur ironisch. Das war wirklich eine gute Serie, weil die das ironisch gebrochen haben.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, genau. Die haben das auch selbstironisch gebrochen und die haben sich nicht allzu ernst genommen und haben natürlich mit dem gespielt, was sie haben, mit dem Sujet und mit der Art und Weise. Es war schon kein Guilty Pleasure, das muss man sagen. Eigentlich schon. Nicht.
Florian Bayer: Mein Platz 1. Mein Platz 1 aus dem Jahr 2001. Auch, glaub ich, so ein bisschen vergessen. Monsters Ball. die ich dir vielleicht auch irgendwann mal geben will für den Podcast. Es geht um eine Familie von Strafvollzugsbeamten in Amerika. Mit Billy Bob Thornton, der im Gefängnis arbeitet und die Exekutionen vollzieht und der ein übler Rassist ist und total abusive zu seinem Sohn und einfachen Arsch. Und er verliebt sich dann in eine schwarze Frau, gespielt von Halle Berry.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und ohne zu wissen, dass er ihren Mann hingerichtet hat. Und es ist ein wirklich bewegendes, teilweise schweres Drama. Anfang der 2000er gab es so einen Trend von sehr großen Tramen. Ich würde Magnolia in diese Ecke packen, vielleicht auch ein bisschen American Beauty. die versucht haben, so sehr große Themen zu erzählen, sehr universell zu erzählen. Und er fällt auch so ein bisschen in diese Richtung. Und er macht es wirklich gut. Und es ist ein wirklich starker Film, der einen nicht unberührt lässt.
Johannes Franke: Okay. Ich habe auf meinem Platz 1 einfach... einen Moment genommen, der einfach so auf dem Punkt inszeniert ist, einer Redemption quasi, Und zwar Ratatouille, dieser Typ, der Kritiker, den einfach keiner mag, der sich da hinsetzt und dann ein bisschen von dem Essen nimmt und sofort so... Oh. Und sich an seine Kindheit erinnert und das war so toll.
Florian Bayer: Ich darf nicht zu laut klatschen, aber das ist ein ganz toller Platz 1. Diese Szene ist wunderbar.
Johannes Franke: Ich finde es so toll. Ich liebe die Szene.
Florian Bayer: Pixar kann unglaublich gut so ganz schnelle Montagen machen. Wir haben innerhalb von wenigen Sekunden wissen wir, warum dieser Kritiker so ist, wie er ist und warum... was es braucht, um sein Herz zu erweichen.
Johannes Franke: Das ist so toll, wirklich toll gemacht und innerhalb von kürzester Zeit.
Florian Bayer: Bei meinen honorable mentions habe ich noch einen Animationsfilm und zwar Megamind.
Johannes Franke: Ach ja, ja.
Florian Bayer: Immer meiner Meinung nach der bessere, ich einfach unverbesserlich. wo es auch um einen Oberschurken geht, der dann unfreiwillig zum Superhelden wird. American History X. wollte ich zumindest kurz erwähnt haben, wo Edward Norton einen Nazi spielt, der sich im Gefängnis ändert. Und dann versucht, irgendwie abzuschließen mit seinem alten Leben und dem das nicht so gelingt. Und einfach, weil zu schön ist, noch mal Jim Carrey, Liar, Liar, der Dummschwätzer im Deutschen. Jim Carrey spielt einen Anwalt, der ständig lügt und so wünscht sich, dass er einmal einen Tag lang die Wahrheit sagen muss und dann wird das wahr und er ist verflucht und muss die ganze Zeit die Wahrheit sagen. lernt dann natürlich, worum es wirklich geht im Leben und so weiter. Kitschiger Film, aber wirklich schöner Jim Carrey Film. Schöner früher Jim Carrey Film. Ja, das wär's von meiner Seite.
Johannes Franke: Schön, coole Liste. Vielen Dank.
Florian Bayer: Ja, vielen Dank, auch tolle Liste.
Johannes Franke: Dann wieder zurück in den Grinch. Das war. unsere Top 3. Haben wir irgendein Fazit noch? Wir haben ja eigentlich schon gefazitet, muss man mal sagen.
Florian Bayer: Ach ja. haben wir irgendwas gelernt daraus. Wir haben gelernt, dass der wahre Geist von Weihnachten aus dem Herzen kommt.
Johannes Franke: Kotzbrech.
Florian Bayer: Und auch dein Herz... Bestimmt noch ein bisschen wachsen kann, Johannes.
Johannes Franke: Too size is too small? Ich weiß nicht. Ich habe ein Herz für alles Mögliche, aber für Weihnachten weiß ich nicht. Ich weiß nicht, ob wir in diesem Leben vielleicht noch Freunde werden. Ich habe das Gefühl, dass ich ein bisschen weicher werde über die Jahre.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das heißt, wenn wir das so statistisch ermitteln, könnte ich vielleicht mit 80 dann soweit sein? dass ich wenigstens den Leuten das lasse, was sie da haben wollen. Aber bis dahin werde ich... schimpfen und sagen, es geht doch nur um den ganzen Konsum-Scheiß und macht euch doch mal Gedanken. Gerade wenn es darum geht, was so Umweltverschmutzung, was überhaupt unsere Fridays for Future Bewegung betrifft. alles bei Amazon zu bestellen und alles überall aus allen Seiten der Welt kommen zu lassen, nur damit man irgendwie Leuten, weiß ich nicht, dass man sich gegenseitig irgendwelchen Scheiß vor die Tür wirft.
Florian Bayer: Danke, Johannes. Ich wünsche euch ein gesegnetes Weihnachtsfest. Denkt daran, worum es wirklich geht an Weihnachten und habt einfach Freude daran, mit eurer Familie zusammen zu sein oder allein zu sein. Habt Freude an richtig gutem Essen oder einem Abendessen. einfachen Imbiss, habt Freude an großen Geschenken oder an ganz kleinen selbst gebastelten Sachen. Wie auch immer ihr Weihnachten feiern wollt.
Johannes Franke: Worum geht's in Weihnachten, Flur? Das musst du jetzt noch einmal auf den Punkt sagen.
Florian Bayer: Das ist der Abschluss.
Johannes Franke: Freude.
Florian Bayer: Weihnachten, ich glaube, es ist grundsätzlich, was Feste und Feiertage betrifft. Ich weiß, du sagst immer, das ist so auf Knopfdruck und so lachen und auf Knopfdruck froh sein. Ich glaube, es ist gut, dass es so Termine gibt tatsächlich, so Momente, wo man sagt, okay, wir haben das jetzt fest im Kalender verankert, wir haben das festgetackert und wir wollen... das nutzen, um zu sagen, hey, da machen wir was Besonderes draus. Dass man einfach sagen kann, ja, es ist natürlich ein bisschen forciert, Aber wir stellen jetzt diesen besonderen Moment her und es funktioniert auch. Also bei mir funktioniert es. Ich finde es total schön, einfach so eine Zeit zu haben, wo ich sage, jetzt ist die Adventszeit, ich freue mich aufs Weihnachtsfest. Ich freue mich drauf, kitschige Sachen zu machen, auf Weihnachtsmärkte zu gehen, auf den Weihnachtsrummel zu gehen, Plätzchen zu backen. Weihnachtslieder zu hören, das macht einfach Freude. Und es ist schön, dass es diesen einen festen Termin gibt, weil das ganze Jahr über könnte ich das natürlich nicht machen.
Johannes Franke: Ja, das ist ein Herzinfarkt.
Florian Bayer: Und genauso freue ich mich, dass ich sagen kann an Halloween und jetzt machen wir Grusel, jetzt schmücken. wir alles, jetzt erschrecken wir uns gegenseitig, gucken vielleicht einen Horrorfilm. Das ist cool. Das macht einfach Freude. Und das ist ganz universell, was so Feiertage betrifft. Und darüber kann man die Nase rümpfen und sagen, ich muss nicht auf Knopfdruck lachen, ich kann immer lachen. Aber eigentlich ist es doch ganz nett, auch zu sagen, wir haben hier was Besonderes vor uns.
Johannes Franke: Das hast du schön gesagt, Flo. Vielen Dank.
Florian Bayer: Ebenso danke. Wenn ihr wissen wollt, wie es weitergeht, unweihnachtlich, bleibt dran, dann werde ich nämlich Johannes für nächste Woche eine Aufgabe geben. Ansonsten euch ein gesegnetes Weihnachtsfest. Habe ich schon gesagt. Dir, Johannes, ein gesegnetes Weihnachtsfest.
Johannes Franke: Vielen Dank. Dir auch, Clor. Ein schönes Weihnachtsfest.
Florian Bayer: Wir hören uns noch einmal vor Silvester.
Johannes Franke: Oh ja, stimmt. Noch einmal vor Silvester.
Florian Bayer: Dann können wir uns noch mal einen guten Rutsch wünschen.
Johannes Franke: Stimmt. Okay, dann viel Spaß zu Weihnachten. Hoffentlich habt ihr gute Familien, die das gut mit euch machen. Diablor, viel Spaß bei dir. Weiß ich, dass du gute Familien hast. Und dass du deinem Sohn auch ein schönes Weihnachtsfest geben wirst. Und ich gehe nochmal in mich, ob ich irgendwo was finde. Und so saß er da, so erstaunt und verwirrt. Sein Herz schlug viel höher, hat er sich geirrt? Die Zuhörer kannten das Schweinesystem und liebten die Weihnacht doch trotz alledem. Kommt Weihnachten doch nicht von Amazon her? Bedeutet das Fest etwa tatsächlich mehr? An diesem Tag, sagte der Kardiologie-Fachmann, schwoll sein Herz um fast drei EU-Normen an. Und er lachte und sprang in die Weihnachtsmarktmassen, lamentierte von Weihnachtsfriede, wollte sein Geld nur verprassen. Plötzlich hat er all das doch noch so lieb. Das war's, was am Ende von ihm übrig blieb. Und wer jetzt sagt, das kann doch nicht sein, der sollte wissen, natürlich nicht, nein, welcher Mensch ändert mal eben sein Wesen? Hm. Wenn das so läuft, ja, dann fresse ich einen Besen. Doch auf Dauer, nach vier, fünf, sechs Weihnachtsepisoden schon... Haut vielleicht einfach rein dann das Stockholm-Syndrom. Also lasst euch einlullen von euren Verwandten. Hauptsache, ihr habt das Spiel doch verstanden. Danke, Plur, für diese Episode. Vielen Dank, Johannes. Das war wunderschön. Schön. Und wenn ihr wissen wollt, wie es weitergeht, Plur, erzählt mir das gleich, nachdem dieser Song ausgeklungen ist.
Florian Bayer: So viel Weihnachtsbesinnlichkeit.
Johannes Franke: Was hast du für mich, Flor?
Florian Bayer: Was? Zombies. Zombies? Killer. Nach Weihnachten gibt's Killer. Horror. Apokalypse. Wir sehen uns nächste Woche. Bis dann. Bis dann.
