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Kategorie: Europäisches Kino

Episode 295: Das Millionenspiel – Hunger Games mit Didi Hallervorden und Dieter Thomas Heck

Bernhard Lotz befindet sich auf der Flucht. Er ist kein Krimineller, kein Geheimagent, kein Superheld. Nichts weiter als ein einfacher Leverkusener, der von drei erbarmungslosen Killern gejagt wird. Der Grund: TV-Unterhaltung. Bernhard Lotz ist Kandidat der großen Spielshow “Das Millionenspiel”, die im Einklang mit dem Gesetz zur aktiven Freizeitgestaltung vom 7. Januar 1973 ihrem Kandidaten ermöglicht, eine Million Deutsche Mark zu gewinnen, wenn er es schafft, sieben Tage lang am Leben zu bleiben.

Während Bernhard versucht, der auf ihn angesetzten Köhler-Bande zu entkommen, wird das Publikum im Studio von Showmaster Thilo Uhlenhorst für das große Finale angeheizt. Dazwischen gibt es Interviews mit Zuschauern, Auftritte des Fernsehballetts und natürlich die obligatorischen Werbeeinspieler für Diätpillen und Potenzmittel.

Das Millionenspiel aus dem Jahre 1970, ein Fernsehfilm des WDR, wegen Nutzungsrechtsstreitigkeiten Jahrzehnte lang im ARD-Giftschrank eingeschlossen, aber Dank der damaligen Publikumsreaktionen schon immer ein kleiner Kultfilm: Dystopisch, zynisch und mit bereits damaliger und späterer TV-Prominenz in Form von Didi Hallervorden und Dieter Thomas Heck besetzt.

Johannes, Dank der Tribute von Panem, den Squid Games und Running Man erfreuen sich tödliche Spielshows als Sujet dystopischer Science Fiction bis heute großer Beliebtheit. Wie ordnest du Das Millionenspiel in dieser Reihe ein?

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Episode 293: The Third Man – Film Noir im zerbombten Wien

Wien ist nach dem Zweiten Weltkrieg eine geteilte Stadt. Vier Besatzungszonen der vier großen Mächte, die den Krieg gewonnen haben. Untereinander nicht eins. Die Stadt ist arm und es mangelt an Allem. Und so floriert der Schwarzmarkt. Düstere Verzweiflungsgeschäfte machen Menschen reich, die skrupellos sind, moralisch zweifelhafte Tauschgeschäfte zu betreiben.

In diese Stadt kommt Holly, ein Amerikaner der von seinem besten Freund Harry ein Jobangebot bekommen hat. Bei seiner Ankunft allerdings ist Harry tot. Frisch vom Auto überfahren und wird gerade beerdigt. Aber irgendwie wirken die Todesumstände merkwürdig, und schnell denkt Holly es sei Mord gewesen. Er fühlt sich verantwortlich der Sache auf den Grund zu gehen und macht sich auf die Suche nach einem geheimnisvollen dritten Mann, den ein Portier am Unfallort gesehen haben will. Doch alle anderen Beteiligten schwören, dass es nur zwei Männer gab.
Immer tiefer in den Wiener Sumpf gezogen, stellt Holly irgendwann fest, dass er nicht nur sichergehen muss, WIE Harry gestorben ist, sondern OB er wirklich tot ist. Denn wie sich herausstellt, ist Harry am Leben und der Strippenzieher eines Verbrechens das Menschenleben kostet. Soll er seinen besten Freund an die Polizei verraten? Die Verfolgungsjagd am Schluss, endet tödlich. Für Harry und für Hollys amerikanische Naivität.

Plor, ist es ein schlechtes Zeichen, dass eine Beschreibung des Filmplots auch vollkommen ohne die Erwähnung der weiblichen Hauptfigur auskommt? Denn eigentlich passiert am Ende des Films etwas sehr ungewöhnliches für die End-40er.

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Episode 292: Ulysses (1967) – Die einzig wahre Odyssee-Verfilmung und der Jahrhundertroman von James Joyce

Es war das Jahr 1922, als der irische Autor James Joyce einen Roman schrieb, der irgendwie als der meiste Roman in die Geschichte des 20. Jahrhunderts eingehen sollte. Ein Großstadtroman, ein Roman der Moderne mit allen Spielereien, die die Epik zu Beginn des 20. Jahrhunderts hergibt: Bewusstseinsströme, symbolische Überhöhung, Tiefenpsychologie, Metatextualität, Kryptizismus, ein wilder Ritt durch alle Genres: Erzählung, Drama, Yellow Press, freie Assoziation, dialektisches Frage- und Antwortspiel… achja, just for the record: Ich liebe liebe liebe dieses Buch! Aber wir sind nicht hier, um über dieses unverfilmbare Stück Prosa zu reden, sondern über seine Verfilmung aus dem Jahr 1962, die sich zumindest auf dem Papier sehr nah an der Vorlage orientiert.

Erzählt wird ein Tag in der irischen Hauptstadt Dublin. Im Zentrum stehen zwei Personen: Der grüblerische junge Schriftsteller Stephen Dedalus und der gutherzige Jude Leopold Bloom, der versucht darüber hinwegzukommen, dass er von seiner Frau Molly betrogen wird. Die Wege der beiden werden sich an diesem Tag mehrmals kreuzen, bis es schließlich am späten Abend zu einem echten Miteinander kommt. Aber was passiert dazwischen? Stephen ist am Strand unterwegs und verliert sich in seinen Gedanken, Leopold ist permanent antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. Wir erleben eine Beerdigung und eine Geburt, Zeitungsannoncen werden gesetzt, philosophische und politische Diskussionen werden geführt, irgendwann geht es ins Bordellviertel, wo der Film zu einem bizarren Fiebertraum wird. Und am Ende dürfen wir dem Gedankenstrom einer einschlafenden – oder orgasmierenden – Frau beiwohnen.

Aber was passiert da eigentlich wirklich? Die Odyssee natürlich, also in irgendeiner pervertierten, eklektischen, modernen Version. Okay, ich habe natürlich leicht reden, weil ich die Vorlage gut kenne, die Cheat Codes zum Verstehen im Kopf und diverse Komplettlösungen gelesen habe. Hast du bestimmt auch im Nachhinein, Johannes. Aber die spannende Frage ist: Wie wirkt dieser kaleidoskopische Film auf jemanden, der das Buch nicht kennt, der noch nie vom Gilbert-Schema gehört hat? Kommt man da überhaupt rein oder bleibt es von Anfang bis Ende unverständliches akademisches Gewichse?

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Episode 289: Die Abenteuer des Prinzen Achmed – Der älteste (noch erhaltene) Animationsfilm der Filmgeschichte

Der erste abendfüllende Animationsfilm… alle haben gesagt: “Das wird nix. Niemand will über 60 Minuten gezeichnete Animationen sehen”… Nope, es ist nicht Schneewittchen und es ist auch nicht Disney. Die Ehre gebührt einer deutschen Regisseurin mit dem Namen Lotte Reiniger. Ihr Film “Die Abenteuer des Prinzen Achmed” wird heuer 100 Jahre alt. Über 60 Minuten Silhouetten, Schattenfiguren vor aus mehreren Ebenen bestehenden Hintergründen. Achja, vielleicht haben wir hier auch einen der ersten Mashup-Filme vor uns. Im Mittelpunkt stehen Motive aus den Geschichten aus 1001 Nacht, erzählt wird jedoch nicht einfach ein Märchen aus der berühmten Sammlung, stattdessen haben wir ein Zusammenschnitt verschiedener Bruchstücke vor uns:

Prinz Achmed will unbedingt das magische Pferd ausprobieren, das sein Vater von einem Magier geschenkt bekommen hat. Er erhebt sich mit dem Wesen in die Lüfte… und findet leider nicht den Ausschaltknopf. Das Pferd bringt ihn ins weit entfernte Wak-Wak, wo er sich in die schöne Herrscherin Pari Banu verliebt. Er entführt sie kurzerhand und es gelingt ihm, trotz des rüden Vorgehens, ihr Herz zu gewinnen. Aber der eigentliche Besitzer des Pferdes, der böse Magier, ruht nicht. Kurzerhand entreißt er Pari Banu ihrem Geliebten und verkauft sie an den Kaiser von China. Mit der Hilfe einer Hexe sowie Aladin und seiner Wunderlampe gelingt es Achmed Pari Banu zurückzuholen, den bösen Magier zu besiegen und schließlich in einer epischen Schlacht auch die Dämonen zu schlagen, die ihre Herrscherin nur für sich haben wollen.

Ein wilder Mix aus arabischen Märchen, einzig und allein erzählt in Schattenfiguren… Johannes, funktioniert das heute noch?

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Episode 279: Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart und Ingmar Bergman (Trollflöjten)

Prinz Tamino ist auf der Flucht vor einem schrecklichen Ungeheuer. Gott sei Dank wird er von drei mysteriösen Kriegerinnen und ihrer Anführerin, der Königin der Nacht, gerettet. Und diese hat auch gleich einen Auftrag für ihn: Er soll ihre Tochter Pamina aus den Händen des tyrannischen Herrschers Sarastro befreien. Unterstützung erhält er durch eine magische Flöte und den fröhlichen Vogelfänger Papageno, der sich nichts sehnlicher wünscht, als seine Papagena zu finden. Mit der Hilfe von drei Knaben gelangen sie in das Reich von Sarastro: Doch Oh Plottwist, oh Wunder: Dieser entpuppt sich als Vater von Pamina und weiser König eines aufgeklärten Geheimbundes. Er hält Pamina nur bei sich, um zu verhindern, dass die Königin der Nacht die ganze Welt vernichten kann. Tamino, der sich mittlerweile natürlich unsterblich in Pamina verliebt hat, soll beweisen, dass er würdig ist, diese zu heiraten und mit ihr zusammen die Nachfolge Sarastro anzutreten. Drei Prüfungen warten auf ihn und seinen Gefährten Papageno. Aber die Königin der Nacht ruht nicht in ihrem Groll und bedroht mit der Unterstützung des verräterischen Dieners Monastros das junge Glück und das Schicksal der Welt.

Die Zauberflöte, Libretto Emanuel Schikaneder, Musik Wolfgang Amadeus Mozart, einer der großen Klassiker der Operngeschichte aus dem Jahr 1791, hier inszeniert von Ingmar Bergman 1975 auf schwedisch und mit ein paar kleinen – aber feinen – Eigenheiten. Auch wenn er sich inhaltlich sehr nah am Original orientiert, öffnet Bergman das Singspiel auf gleich mehrfache Weise: Richtung Theaterpublikum, dessen Reaktionen wir als Zuschauer beiwohnen dürfen, Richtung Film, indem er mit einer ausgeklügelten Kameraarbeit und so manchen cineastischen Special Effects arbeitet. Und nicht zuletzt Richtung Backstage, indem er die Mechanismen des Theaters transparent macht und die Besetzung in ihrer Pause beobachtet. Und so entsteht eine irgendwie traditionelle, irgendwie auch sehr moderne Inszenierung und einer meiner liebsten Filme von der schwedischen Regielegende, obwohl er als TV-Produktion und Mozart-Exegese aus seinem sonstigen Werk heraussticht.

Johannes, ich weiß, du bist kein großer Bergman-Fan. Wolfgang Amadè kannst du aber durchaus was abgewinnen. Und dass du die Zauberflöte magst, hast du letzte Woche ja auch schon durchblicken lassen. Also dann… hinein ins Vergnügen mit der Frage: Was zur Hölle ist das für ein absurdes, inkonsistentes, von offenen Fragen durchlöchertes Libretto?

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Episode 272: Enter the Void von Gaspar Noé – Spirituelle Pornografie

Enter the Void aus dem Jahr 2010 vom französischen Filmemacher Gaspar Noé wird konsequent aus der Ich-Perspektive seines Protagonisten Oscar erzählt… nur, dieser Oscar stirbt bereits nach den ersten 25 Filmminuten. Wie also diese radikale POV beibehalten?

Frei nach dem Motto “Beim Sterben siehst du dein ganzes Leben an deinem inneren Auge vorbeirasen” erlebt Oscar noch einmal seine Geschichte, die ihn zu diesem Ende geführt hat: Wie er und seine jüngere Schwester Linda eine glückliche Kindheit erleben. Wie ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall sterben. Wie sich die innig verbundenen Geschwister ewige Treue schwören und dann doch voneinander getrennt werden.

Oscar lebt schließlich als junger Erwachsener in Tokio und holt Linda zu sich. Während Sie in einem Stripclub arbeitet, versucht er sich als Drogendealer über Wasser zu halten. Das Schicksal schlägt erbarmungslos zu, als Oscar von einem seiner Kontakte an die Polizei verraten wird. Zugedröhnt mit DMT begeht er einen fatalen Fehler und wird auf der Toilette einer heruntergekommenen Bar erschossen. Der Kreis zum Beginn schließt sich…

…Nur in diesem Moment sind gerade mal die ersten 85 Minuten von diesem fast dreistündigen Ungetüm von einem Film vorbei. Was folgt, ist ein Mäandern von Oscars Seele durch Raum und Zeit. Weil er versprochen hat, Linda nie zu verlassen, schwebt er als Geist über den Neonlichtern Tokios: Eindrücke von den Ereignissen nach seinem Tod mischen sich mit Erinnerungen, mit Farben, mit abstrakten Strukturen. Er betritt die Wahrnehmung anderer Menschen und verlässt sie wieder. Wir sehen die brutale Realität, alptraumhafte Visionen, Träume, Hoffnungen, Ängste. Ideen des tibetischen Totenbuches, Drogentrips, flackernde Lichter, Sex und Gewalt, bis wir schließlich durch die POV einer Vagina der Zeugung von neuem Leben beiwohnen dürfen (wenn ihr wisst, was das visuell bedeutet, dann wisst ihr es)… vielleicht die Wiedergeburt Oscars, vielleicht aber auch nur die letzten Eindrücke eines Sterbenden auf einem schlechten Trip.

Enter the Void, hinein in die Leere: Spiritualität, Rausch, das Mäandern einer rastlosen Seele, Padmasambhava, Bach, Haeckel, Anger und vor allem flackernde Neonlichter und Motion Sickness. Ein gefühlt endloses Wabern durch Raum und Zeit… Film als Trip, Film als spiritueller Porno… Uff.

Johannes, wenn ich dir so etwas gebe, kann – wie schon in der Vergangenheit – die erste Frage eigentlich nur so lauten: Wie erschöpft hast du dich nach diesem Film gefühlt?

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Episode 270: Publikumswunsch – Das Fünfte Element

Alle 5000 Jahre muss die Erde sich gegen das pure Böse verteidigen. Und nein, es geht nicht um die Epstein Gang.
Das Böse in „Das Fünfte Element“ ist ein riesiger schwarzer Ball, der durchs All irrt. Damit es die Erde nicht platt macht, braucht es die vier Elemente und ein geheimnisvolles Fünftes, das rituell das Böse bannt.

Dieses fünfte Element ist nun, da wieder das Böse vor der Tür steht, dringend von Nöten. In Form einer halbnackten Frau. Nur von Kostüm gewordenen Zensurbalken bedeckt, irrt das fünfte Element durch das New York der 2260er Jahre.
Mit Hilfe eines Priesters und eines Taxifahrers findet sie die vier Steine die die Elemente darstellen sollen und kann mit Hilfe der Liebe des verdammt nach Actionheld aussehenden Taxifahrers das uralte Ritual vollenden um das Böse für weitere 5000 Jahre zu bannen.

Soweit die Geschichte. Viel interessanter ist aber vielleicht die Darreichungsform. In teils wunderbar bekloppten Szenen hangelt er sich mit extrem viel Spaß von Plothole zu Plothole. Quietschbunt, laut und voller Selbstironie.

Plor, du hast mal Spaceballs als das bessere Star Wars bezeichnet. Wo ordnest du denn das fünfte Element dort ein?

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Episode 269: Die Passion der Jungfrau von Orléans (1928)

Frankreich im frühen 15. Jahrhundert. Das französische Königshaus befindet sich seit einer Ewigkeit in einem Konflikt mit der britischen Krone und den Burgundern, der später als der Hundertjährige Krieg in die Geschichte eingehen sollte. Die Verluste auf französischer Seite sind groß: Fast ganz Nordfrankreich ist besetzt, Paris in Hand der Burgunder. Orleans von den Engländern belagert. Plötzlich ist da diese junge Frau, nicht mal volljährig. Sie behauptet, Gottes Stimme gehört zu haben. Und diese hat ihr aufgetragen, die Engländer aus Frankreich zu vertreiben und den rechtmäßigen Thronfolger, Karl VII. zum König krönen zu lassen. Ihr wird geglaubt, mehr noch, sie bekommt eine kleine Armee zur Seite gestellt. Und tatsächlich gelingt es ihr, die Belagerung Orleans zu beenden, Reims zu befreien und der Krönung Karl VII. beizuwohnen. Aber der Erfolg hält nicht lange. Aufgerieben in Kämpfen um Paris wird sie schließlich von ihren Gegnern gefangen genommen und von den Engländern vor ein geistliches Gericht gestellt: Der Vorwurf: Ketzerei, Häresie, ein Pakt mit Dämonen… Ein Prozess, der schließlich zu ihrem Tod auf dem Scheiterhaufen führen wird.

Carl Theodor Dreyers Film La Passion de Jeanne d’Arc aus dem Jahr 1928 erzählt die Geschichte dieses Prozesses. Er ist nicht der erste und nicht der letzte Film über diese französische Nationalheldin, aber mit Sicherheit der berühmteste. Eine Passion im wahrsten Sinne des Wortes, eine Geschichte des Leidens und des Sterbens. Mit religiösem Ernst und extrem vielen Nahaufnahmen, insbesondere des Gesichts der geschundenen und gequälten Jeanne. Wenn man dem internationalen Kanon Glauben schenkt, einer der besten Filme aller Zeiten. Und wenn man dem französischen – und christlichen – Kanon Glauben schenkt, das Porträt einer heiligen Märtyrerin.

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Episode 265: Cinema Paradiso – Nostalgie und Kino

Durch einen Anruf seiner Mutter erfährt der Regisseur Salvatore, dass sein Freund der alte Filmvorführer Alfredo gestorben ist. In Rückblenden erzählt der Film aus der Kindheit und Jugend Salvatores, Toto genannt.

Toto wächst in einem einfachen sizilianischen Fischerdorf auf. Dessen großer Anziehungspunkt ist das Kino Cinema Paradiso, in dem sich Toto als Kind mit dem Filmvorführer Alfredo anfreundet und sehr zum Leidwesen seiner Mutter jede freie Minute verbringt. Er sammelt die Filmrollenteile mit Küssen und Nacktszenen, die Alfredo auf Zuruf des Dorfpfarrers aus den öffentlich gezeigten Filmen herausschneiden muss. Er lernt bei Alfredo das Handwerk der Filmvorführung und übernimmt schließlich dessen Job, nachdem dieser bei einem Kinobrand sein Augenlicht verloren hat.

Wir sehen, wie das Kino die Menschen in dem kleinen Dorf bewegt, wie es sie zusammenbringt und ihnen ein Stück Welt vermittelt. Toto wird vom Kind zum Jugendlichen, er verliebt sich, sein Herz wird gebrochen, er wird erwachsen. Und schließlich muss er sich die Frage stellen, ob er mehr will, als Filmvorführer in seiner Heimat zu bleiben.

Cinema Paradiso aus dem Jahr 1988: Eine Liebeserklärung an das Medium Film und den magischen Ort Kino. Aber auch eine Auseinandersetzung mit dem, worum es im Leben geht, und welchen Platz Nostalgie darin einnimmt. Ein Film, der mich auch heute noch zum, Lachen, Schwelgen und auch Weinen bringt.

Johannes, hast du geweint?

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Episode 258 – Frau Holle (DEFA, 1963)

Okay, ernsthaft. Wer braucht eine Zusammenfassung von Frau Holle? Jeder kennt das Märchen.

Aber, na gut. In drei Sätzen:
Zwei Schwestern leben bei ihrer Mutter, eine faul und eine fleißig. Die fleißige springt aus… Gründen… in den Brunnen und wird reich, weil sie Frau Holle im Haushalt hilft. Die Faule wird mit Pech übergossen, weil sie keine Lust auf die Sklaventreiberin Frau Holle hat.
The End.

Je nachdem wo man die Kommata setzt, ist das vielleicht sogar nur ein Satz.
Man schaut den Film auch nicht, weil man wissen will, WAS passiert, sondern WIE es passiert.
Wie die Schauspieler drauf sind, wie herzerwärmend märchenhaft das ganze inszeniert ist und ob die DDR das ganze zu einem Sozialismus Bullshit Bingo gemacht hat.

Also Plor, aus welchen Gründen schaust du dir ausgerechnet diese Verfilmung unter tausenden dieses Märchens an?

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