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Kategorie: Komödie

Episode 59: Murder by Death

Murder by Death aus dem Jahr 1976 ist eine Abrechnung: Mit Agatha Christie, mit Dashiell Hammett und mit Earl Derr Biggers – aber auch einfach allgemein mit dem “who done it”-Film, also mit Filmen in denen es darum geht einen Mord zu klären und wir mitraten dürfen wer es war.

Fünf berühmte Detektive treffen in einem alten Herrenhaus aufeinander und sollen einen Mord der erst noch geschehen soll untersuchen und den Mörder finden um ihre Ehre als beste Ermittler der Welt zu verteidigen. Dabei sind die fünf Figuren echten Romanfiguren nachempfunden.

Der Drehbuchautor schaut mit einem bösen aber auch einem liebenden Auge auf seine Detective-Abziehbilder, die alle Klischees bedienen dürfen und leider auch die rassistischen, sexistischen und homophoben Klischees, zwar auf die Schippe nehmen, aber eben auch affirmieren.
Oder was meinst du Plor?

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Episode 57: City Lights – Die Lichter der Großstadt und Charlie Chaplin

Charlie Chaplin darf sich in City Lights aus dem Jahr 1931 als der mittellose Tramp in ein blindes Blumenmädchen aus ärmlichen Verhältnissen verlieben. Dieses hält ihn für einen eleganten reichen Typen, kein Wunder, besucht er sie doch immer wieder, bringt ihr Geldgeschenke und Essen und bezahlt schließlich sogar ihre Augenoperation. Woher der Tramp das Geld hat? Von einem betrunkenen reichen Taugenichts, der ihn nur unter Einfluss von Alkohol als besten Freund erkennt, dann aber für ihn Partys schmeißt und ihn reich beschenkt.

Das beste von Chaplin in einem Film: Slapstick, Romantik und …Ach überhaupt alles was das Genius von Chaplin ausmacht. Plor im Vergleich zu Monsieur Verdoux vom letzten Mal; wieviel Genius siehst du in diesem Film? Bitte beachte, dass die richtige Antwort “100% Genius und kein einziger Punktabzug, weil perfekter Film” ist, und wir uns prügeln müssen wenn du es wagst eine andere Meinung zu haben.

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Episode 56: Warum läuft Herr R. Amok und der Neue Deutsche Film

Es ist mal wieder Zeit für ein wenig Filmgeschichte. Und zwar deutsche Filmgeschichte… Wenn man an die Höhepunkte dieser denkt, kommt einem natürlich als erstes die Stummfilmzeit in den Sinn: Die Weimarer Republik, die goldenen 20er Jahre, der Expressionismus, Metropolis, Nosferatu… und dann war lange Zeit nichts. Eine reichhaltige Filmwelt, zerstört vom nationalsozialistischen Wahn, eine propagandistische Filmwelt, im zweiten Weltkrieg in den Untergang geritten. Und danach Weltflucht, Eskapismus: Ein wenig Sissi, ein wenig Heimatfilm, ein paar Heinz Rühmann Komödien…

Es sollte einige Jahrzehnte dauern, bis es im deutschen Film wieder so etwas wie Aufbruchsstimmung herrschte. 1962 veröffentlichten 26 Filmemacher das Oberhausener Manifest und sorgten damit für die Geburt des Neuen Deutschen Films. Sein Ziel war es, unabhängig von der alten Filmwirtschaft und deren Interessenverbänden zu sein, er sollte Experimentierfeld werden und soziale und politische Konflikte realistisch darstellen.

Realismus ist auch eine der Triebfedern von Michael Fenglers Film “Warum läuft Herr R. Amok”, der mit seiner Veröffentlichung 1970 in eine Hochphase des Neuen Deutschen Films fällt. Erzählt wird aus dem Alltag von Herrn Raab, immer begleitet von der titelgebenden Frage, wie es denn zu seinem Amoklauf kommen konnte. Was wir sehen, sind Banalitäten, Alltägliches, Triviales, in dem sich peu à peu der Abgrund des kleinbürgerlichen Lebens offenbart. Und so haben wir es hier auch letzten Endes weniger mit einer Sozialstudie, als viel mehr mit einem Horrorfilm zu tun: Unterdrückte Wut, passive Aggressivität, verschleppte Angst und Verzweiflung. Warum läuft Herr R. Amok ist ein Zerrbild der bürgerlichen Hölle. Ein verbitterter, zynischer, fast schon bösartiger Film, der mit einem unglaublichen Gespür für Details den Wahnsinn und die Ausweglosigkeit des alltäglichen Lebens eines deutschen Spießbürgers aufdeckt.

Für mich auch heute noch, 50 Jahre nach seiner Entstehung, einer der besten deutschen Filme. Schwer zu ertragen, schmerzhaft, unfassbar unheimlich und brutal, ein Film voller Gewalt, obwohl der eigentliche Amoklauf gerade einmal ein paar Sekunden der Leinwandzeit einnimmt. Wie hast du das empfunden, Johannes? Und denkst du, mit Blick auf diesen Stellvertreter, dass der neue deutsche Film uns auch heute noch etwas geben kann?

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Episode 55: Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

Riggan Thomsons Ruhm verschwindet langsam in der Versenkung. Immer wieder macht er sich Vorwürfe, seine große Erfolgsrolle des Birdman abgegeben zu haben. Beziehungsweise eigentlich beschwert sich Birdman, der Riggan immer wieder in Visionen erscheint. Meist nur als Stimme, aber einmal auch in full flesh und in full costume mit riesigen Schwingen.

Riggan Thomson will etwas von Bedeutung schaffen: Eine Theateradaption einer Kurzgeschichte am Broadway. Er gibt alles was er emotional und finanziell zu bieten hat in dieses Projekt.

Birdman aus dem Jahr 2014 besteht aus einem einzigen zweistündigen Shot (zumindest will er so wirken), ein Film über Theater und Filmbusiness, über Fanservice versus Kunst, ein Film über Ambitionen und ein Film übers Scheitern.

Apropos Scheitern… Plor, Alejandro Iñárritu wirkt mit dem Projekt schon ein wenig größenwahnsinnig. Scheitert er? Oder hält er alles in der Waage, ohne dass der Film kippt?

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Episode 53 Der Tatortreiniger

Heiko Schottes Arbeit beginnt da wo sich andere vor Entsetzen übergeben. So beschreibt er seinen Job in der ein oder anderen der 31 Folgen der 2011 bis 2018 vom NDR produzierten Serie.

Schotte ist Tatortreiniger, was vielleicht einen Krimi vermuten lässt, aber immer vor allem Sozialkommentar und oft auch Sozialkritik ist. Er trifft auf seinen Jobs auf skurrile Typen, auf Flüche, Geister, Sexroboter… aber wer jetzt auf der Fantasy oder Science Fiction Spur ist, liegt genauso daneben wie beim Krimi. Schotte erlebt einfach nur die zugespitzte Realität, die Absurdität des Lebens. Und die wird ausgekostet. Mizzi Meyer schafft es Dialoge auf den Punkt zu schreiben, jeder Satz trifft. Und Arne Feldhusen kann sich beinahe ins gemachte Nest der Drehbuchautorin setzen. Macht er aber nicht. Er gibt dem ganzen eine brillante Inszenierung, setzt die Puzzlestücke gewohnt situationskomisch zusammen. Und Bjarne Mädel kann sich voll und ganz darauf konzentrieren der beste Heiko Schotte zu sein den man sich vorstellen kann. Ein einfacher, nicht allzu gebildeter, aber herzenswarmer Mensch, der gewillt ist genauer hinzusehen und neues zu lernen.

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Episode 49: The Evil Dead II – Die Fortsetzung von Tanz der Teufel

Die Legende sagt, dass es von den dunklen Mächten geschrieben wurde: NECRONOMICON EX MORTES; Das Buch der Toten. Um den Ursprung des Buches zu verfolgen müssen wir zurückreisen… zurück zu den Tagen, als die Geister die Welt regierten. Als die Meere aus rotem Blut bestanden. Es war dieses Blut, das benutzt wurde, um das Buch zu schreiben….

Hmmm… Das klingt ja fast wie die Prämisse für einen bemüht düsteren Horrorfilm. Was Sam Raimi, Scott Spiegel und Bruce Campbell daraus machen, ist aber alles andere als das. In Evil Dead II aus dem Jahr 1987 spielt Campbell Ash, der mit seiner Freundin zu einer entlegenen Waldhütte fährt. Dort werden sie von aus dem Necronomicon beschworenen dämonischen Mächten heimgesucht. Und im Anschluss gibt es fliegende Köpfe, Blutfontänen und Kettensägenmassaker.

Business as usual in a cabin in the woods? Nicht so ganz. Die Quasi-Fortsetzung von The Evil Dead aus dem Jahr 1981 ist viel mehr ein Remake oder auch eine Kreuzung von Ideen des ersten Films mit einer Horrorparodie. So versucht er seinen B-Movie-Status gar nicht zu verschleiern und packt zugleich auf alles ein bisschen mehr drauf: Mehr Blut, mehr Bizarrerien, mehr Dämonen… und vor allem auch mehr Humor. Frei nach dem – hier sehr gut passenden – deutschen Synchrontitel tanzen in diesem Film die Teufel. Im übertragenen Sinnen und im wahrsten Sinne des Wortes. Tanz der Teufel 2 ist eine schräge Geisterbahnfahrt: Laut, wild, hemmungslos, dreckig, albern, infantil und einfach sau unterhaltsam: Man gruselt sich, man ekelt sich, man lacht, man vergießt eine Träne… und am Ende weiß man, dass das Leben einfach wunderschön ist… und groovy, zumindest wenn man mit einer Kettensäge als Armprothese dämonische Zombies metzeln kann.

Johannes, als jemand der keine Horrorfilme mag, aber durchaus gerne Geisterbahn fährt… Hattest du denn Spaß?

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Episode 46: Blackadder

The Black Adder. Rowan Atkinson, den man hierzulande als Mr. Bean kennt, in seiner anderen Ikonischen Rolle, der des zynischen, machthungrigen, intriganten Typen, der durch die Staffeln durch die verschiedenen Jahrhunderte, die immer gleiche Figur in neuen Inkarnationen spielt.

Von 1485 im endenden Mittelalter, über das 16. und dann das 19. Jahrhundert bis 1917 – mitten im ersten Weltkrieg. Immer mit von der Partie: Baldrick, sein loyaler und intellektuell prekär ausgestatteter Diener, der jedes Mal einen “cunning Plan” hat, die beiden aus der Misere zu holen. Meist versucht Edmund, respektive Black Adder, seine Macht und Reichtum zu mehren, oder diesen überhaupt erst zu erlangen, oder – wie in der letzten Staffel – einfach nur zu überleben.

Vier Staffeln á sechs Folgen. Für heutige Verhältnisse keine riesige Serie, aber für einen Podcast wie unseren schon eine Menge Holz. Schaut sich aber gut durch, ohne dass man Längen zu spüren bekommt, oder wie hast du das nostalgische Gebinge erlebt, Plor?

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Episode 45: Dark Star

Seit 20 Jahren ist das Raumschiff Dark Star in einer fernen Galaxie unterwegs… und das sieht man ihrer Crew, bestehend aus vier ziemlich abgewrackten Astronauten auch an. Ihr Job ist es eigentlich umherirrende Planeten abzuschießen, ihr Alltag besteht aber vor allem aus Langeweile und Ärger untereinander. Da ist Doolittle, der eigentlich nur wieder zurück zur Erde und zu seinem Surfbrett will. Da ist Talby, der sich in eine Beobachtungskapsel zurückgezogen hat und dort von der Sichtung der schillernden Phoenix-Asteroiden träumt. Da ist Pinnback, der sich um ein aufgelesenes Alien kümmern muss und von seinen Kollegen entweder ignoriert oder gemobbt wird. Und da ist Boiler, ein abgefuckter Redneck, der es liebt auf alles zu schießen, was ihm vor die Flinte kommt. Egal ob im Weltall oder auf dem Schiff. Der ebenso langweilige wie anstrengende Alltag der Dark Star wird aufgebrochen, als durch einen Meteroitensturm ein Kommunikationslaser ausfällt und eine störrische, intelligente Bombe sich selbstständig macht. Sie droht sich selbst und damit das gesamte Raumschiff in die Luft zu sprengen.

Mit Dark Star von John Carpenter aus dem Jahr 1974 haben wir eigentlich zwei Filme vor uns: Auf der einen Seite schwarzhumorige, trashige und trollige B-Movie Parodie auf Stanley Kubricks 2001 Odyssee im Weltraum. Auf der anderen Seite ein düsterer, philosophischer Science Fiction Film, der trotz seines geringen Budgets und seiner konfusen Entstehung Pate für zahllose schmutzige, düstere und nachdenkliche Genrefilme stand, die ihm folgen sollten: Von Alien über Moon bis zu Prometheus.

Vielleicht sogar einer der wegweisendsten Weltraumfilme der 70er Jahre, der in der Ahnengalerie einen Platz direkt neben Star Wars verdient hat. Oder siehst du das anders, Johannes?

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Episode 42: Die Olsenbande sieht rot

Ach jaaaa, die Olsenbande, wer kennt sie nicht? …Achja. Plor. Du kanntest sie nicht. Im Westen ließ der Erfolg der Olsenbande tatsächlich auf sich warten, was der wesentlich schlechteren Synchronisation zugeschrieben wird. Aber in der DDR! von der DEFA synchronisiert, war die Olsenbande ein absoluter Hit! In vierzehn Filmen versuchen Egon, Kjeld und Benny krumme Dinger zu drehen und immer wieder kommt das wahre Leben dazwischen.

Im Falle unseres achten Films „Die Olsenbande sieht rot“ aus dem Jahr 1976 soll Egon im Auftrag eines Zellennachbarn aus dem Gefängnis und des Barons eine teure Vase stehlen, damit der Baron, der sie eigentlich besitzt, sie dann teuer auf dem Schwarzmarkt verkaufen kann.
Der Baron allerdings nutzt Egon als Sündenbock, was dazu führt dass Egon wieder einmal im Gefängnis landet. Egon will sich rächen und „hat einen Plan!“. Er will dem Baron die Vase wieder entwenden, diesmal ohne Auftrag, damit dieser vor seinem Schwarzmarktkunden schlecht dasteht. Der erste Versuch auf dem Schloss des Barons klappt nur so semi-gut, die zweite Chance im Theater wird brillant mit dem Konzert verbunden, das den Lärm diverser Sprengungen verdeckt.

Ein Spektakel, mitunter etwas Chaotisch, aber immer menschlich und zum schmunzeln und lachen.
„Mächtig gewaltig Plor!“ Oder… teilst du meine Begeisterung nicht so?

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Episode 40: Is‘ was, Doc?

Text von Johannes:

Die Screwballkomödie „Is was Doc“ von Peter Bogdanovich aus dem Jahre 1972 erzählt uns eine Gesichte vierer Taschen.

Genau!

Vier. Taschen. Vier identische Taschen noch dazu. Und sie erzählt uns von deren mehr oder weniger wertvollen Inhalt. Eine Verwechslungskomödie mit Vierlingstaschen also.

Achja und natürlich ist es eine Geschichte über aggressives Stalking und dessen dramatische Folgen. In einer Zeit in der Stalking noch als romantisch erzählt wurde, darf die junge Barbra Streisand bzw. Judy Maxwell wie sie hier heißt, dem Nerd Howard Bannister hinterher steigen und durch intrigante Streiche dafür sorgen, dass sich seine beruflichen wie privaten Träume erfüllen, auch wenn er die Privaten bis dato noch nicht einmal kannte.

Wenn man sich der Naivität, mit der dieses Thema angegangen wird, einmal hingibt, kann man sehr viel Spaß haben, oder Plor?

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