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Kategorie: Jahrzehnte

Episode 297: Lola rennt – Mit 140 BPM durchs Berlin der 90er Jahre

Lola rennt. Warum? Weil sie es eilig hat. Warum hat sie es eilig? Weil ihr Freund Manni Mist gebaut hat. Der Kleinkriminelle sollte für seinen Boss, den Hehler Ronnie, 100.000 Mark nach Berlin bringen und hat sie ausversehen in der U-Bahn liegen gelassen. Und jetzt ist die Kacke am Dampfen. Wenn er nicht irgendeine Möglichkeit findet, Ronnie in den nächsten 20 Minuten das Geld zu beschaffen, ist er dran. Sein Plan, einen Supermarkt um die Ecke überfallen. Lola sagt: “Warte, mir fällt schon was ein. Mir fällt immer was ein.” Und sie rennt los. Quer durch Berlin, um das Geld aufzutreiben und rechtzeitig bei Mann zu sein, bevor er was anstellt. Ihr Plan: Bei ihrem Vater, der Filialleiter in einer Bank ist, um das Geld zu bitten. Der hat jedoch andere Sorgen. Seine Affäre hat ihm gerade gesagt, dass sie schwanger ist. Und so versagt er Lola nicht nur die Hilfe, sondern lässt sie auch gleich rauswerfen. Lola hat die 100.000 Mark nicht, kommt zu spät, und muss mit ansehen, wie Manni den Supermarkt überfällt. Auf der gemeinsamen Flucht vor der Polizei wird Lola von einer Kugel getroffen, fällt und stirbt.

Und nun? Rewind, wie die Battle Rapper sagen würden. Zurück auf Anfang, den Beat von vorne abgespielt und erneut losgerannt. Lola erhält vom Schicksal eine zweite Chance, einen zweiten Lauf. Und ganz nach dem klassichen Butterfly Effect führen geringe Veränderungen in der Handlung zu weitreichenden Folgen.

Lola rennt von Tom Tykwer aus dem Jahr 1998, ein schneller, wilder, auf 90er Jahre Beats abgestimmter Trip. Dreimal 20 Minuten, drei Läufe, drei unterschiedliche Schicksalswege. Inszeniert in 35mm, und digital Video, und Polaroids, und Zeichentrickanimation: Wild ungezügelt, Videoclipästhetik trifft Arthaus trifft Actionkino und lässt sein Publikum atemlos zurück.

Johannes, du kennst auch das Berlin der späten 90er und frühen 2000er. Was glaubst du, wie war Strecke du hier zu Fuß zurückgelegt hast? Und vor allem, hast du deine Fußwege hier ähnlich wahrgenommen wie Lola in ihrem Marathonlauf?

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Episode 296: Swiss Army Man – Incels, Fart Jokes and the Meaning of Life

Hank ist gestrandet, er ist am Ende, er kann nicht mehr. Auf seiner einsamen Insel, die aussieht, als wäre sie von einem 4-Jährigen erdacht, beschließt er, sich umzubringen. Aber halt, da ist doch was! Was liegt denn da am Strand? Ein Mensch? Ach shit, der Typ ist tot. Eine angespülte Leiche. Der kann ihm nicht weiterhelfen. Oder etwa doch?
Die Leiche hat Blähungen, irgendwo müssen die Zersetzungsgase im Körper ja hin. Der Furz, der dann kommt, ist so massiv, dass Hank das Potential endlich sieht: er schiebt die Leiche ins Wasser, setzt sich darauf und nutzt die entweichenden Gase als Bootsantrieb. Uuund schon sind wir im Bereich des Fantastischen und das nutzt der Film schamlos aus. Nicht nur Furzt die Leiche, wann immer es nützlich ist, sie kann auch Trinkwasser speien, als Rasierapparat herhalten, Dinge in hohem Tempo aus seinem Mund schießen, den Weg mit seinem Peniskompass weisen und mit der Zeit… wieder reden. Da kommt wieder Leben in den Körper und wir sehen dabei zu, wie sich eine Freundschaft zwischen Hank und der Leiche Manny entwickelt. Da Manny sein Gedächtnis verloren hat, muss Hank ihm erklären, was das Leben so lebenswert macht. Gemeinsam suchen sie den Weg nach Hause, zurück in die Zivilisation, die, wie sich herausstellt, nur um die Ecke, eine Böschung entfernt auf sie wartet.

Ein massiv absurder, weirder Roadmovie, voller Jokes unter der Gürtellinie, aber auch viel Liebe für das Leben. Es geht um Scham, Außenseiterdasein und gesellschaftliche Normen.

Die Regisseure, die Daniels, haben den Film damals folgendermaßen verkauft: “Wir wollen einen Film machen, in dem der erste Furz dich zum Lachen bringt und der letzte zum weinen.” – Plor, hat das bei dir funktioniert?

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Episode 295: Das Millionenspiel – Hunger Games mit Didi Hallervorden und Dieter Thomas Heck

Bernhard Lotz befindet sich auf der Flucht. Er ist kein Krimineller, kein Geheimagent, kein Superheld. Nichts weiter als ein einfacher Leverkusener, der von drei erbarmungslosen Killern gejagt wird. Der Grund: TV-Unterhaltung. Bernhard Lotz ist Kandidat der großen Spielshow “Das Millionenspiel”, die im Einklang mit dem Gesetz zur aktiven Freizeitgestaltung vom 7. Januar 1973 ihrem Kandidaten ermöglicht, eine Million Deutsche Mark zu gewinnen, wenn er es schafft, sieben Tage lang am Leben zu bleiben.

Während Bernhard versucht, der auf ihn angesetzten Köhler-Bande zu entkommen, wird das Publikum im Studio von Showmaster Thilo Uhlenhorst für das große Finale angeheizt. Dazwischen gibt es Interviews mit Zuschauern, Auftritte des Fernsehballetts und natürlich die obligatorischen Werbeeinspieler für Diätpillen und Potenzmittel.

Das Millionenspiel aus dem Jahre 1970, ein Fernsehfilm des WDR, wegen Nutzungsrechtsstreitigkeiten Jahrzehnte lang im ARD-Giftschrank eingeschlossen, aber Dank der damaligen Publikumsreaktionen schon immer ein kleiner Kultfilm: Dystopisch, zynisch und mit bereits damaliger und späterer TV-Prominenz in Form von Didi Hallervorden und Dieter Thomas Heck besetzt.

Johannes, Dank der Tribute von Panem, den Squid Games und Running Man erfreuen sich tödliche Spielshows als Sujet dystopischer Science Fiction bis heute großer Beliebtheit. Wie ordnest du Das Millionenspiel in dieser Reihe ein?

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Episode 294: There will be Blood – Kapitalismus, Religion, Gier

Im Mittelpunkt von There will be Blood steht der unabhängige Unternehmer Daniel Plainview, der im frühen 20. Jahrhundert in den USA umherreist, um nach Öl zu bohren. Von einem gewissen Paul Sunday erhält er den Tipp, dass es in Kalifornien in einem kleinen Städtchen namens Little Boston noch ein riesiges, nicht erschlossenes Erdölgebiet gibt. Zusammen mit seinem Sohn H.W. gelingt es Daniel relativ schnell, den dort ansässigen Farmern ihre Grundstücke abzukaufen und Bohrtürme zu errichten. Sein ambitionierter Plan: Eine Pipeline, die direkt von den Türmen zum pazifischen Ozean führt, um unabhängig von Rockefellers Standard Oil und deren horrenden Transportpreisen zu sein.

Aber er stößt auch auf Widerstände: Pauls Zwillingsbruder, der evangelikale Pastor Eli Sunday, will ein Stück des Kuchens abhaben, sowohl monetär als auch spirituell. Zwischen den beiden Männern entspinnt sich ein Zweikampf um Land, Seelen und die Deutungshoheit über Sinn und Zweck des amerikanischen Traums. Als schließlich HW bei einem Unfall seine Hörfähigkeit verliert und Daniels unbekannter Halbbruder Henry auftaucht, spitzt sich die Lage zu, und der prophetische Filmtitel findet seine Erfüllung: Es wird Blut fließen.

There will be Blood, Baby! Paul Thomas Anderson, der große Visionär und Sezierer des amerikanischen Traums, 2007 mit seinem wohl mainstreamtauglichsten Film: Ein opulenter Abgesang auf den Kapitalismus und die Religion im Amerika des 20. und vielleicht auch 21. Jahrhunderts. Und im Gegensatz zu Andersons vorherigen großen Filmen kein Ensemblestück, sondern ein Blick in die düstere Seele eines einzelnen leidenschaftlichen Menschens.

Johannes, was denkst du? Wie viel Daniel Plainview steckt in dir? Steckt in jedem von uns?

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Episode 293: The Third Man – Film Noir im zerbombten Wien

Wien ist nach dem Zweiten Weltkrieg eine geteilte Stadt. Vier Besatzungszonen der vier großen Mächte, die den Krieg gewonnen haben. Untereinander nicht eins. Die Stadt ist arm und es mangelt an Allem. Und so floriert der Schwarzmarkt. Düstere Verzweiflungsgeschäfte machen Menschen reich, die skrupellos sind, moralisch zweifelhafte Tauschgeschäfte zu betreiben.

In diese Stadt kommt Holly, ein Amerikaner der von seinem besten Freund Harry ein Jobangebot bekommen hat. Bei seiner Ankunft allerdings ist Harry tot. Frisch vom Auto überfahren und wird gerade beerdigt. Aber irgendwie wirken die Todesumstände merkwürdig, und schnell denkt Holly es sei Mord gewesen. Er fühlt sich verantwortlich der Sache auf den Grund zu gehen und macht sich auf die Suche nach einem geheimnisvollen dritten Mann, den ein Portier am Unfallort gesehen haben will. Doch alle anderen Beteiligten schwören, dass es nur zwei Männer gab.
Immer tiefer in den Wiener Sumpf gezogen, stellt Holly irgendwann fest, dass er nicht nur sichergehen muss, WIE Harry gestorben ist, sondern OB er wirklich tot ist. Denn wie sich herausstellt, ist Harry am Leben und der Strippenzieher eines Verbrechens das Menschenleben kostet. Soll er seinen besten Freund an die Polizei verraten? Die Verfolgungsjagd am Schluss, endet tödlich. Für Harry und für Hollys amerikanische Naivität.

Plor, ist es ein schlechtes Zeichen, dass eine Beschreibung des Filmplots auch vollkommen ohne die Erwähnung der weiblichen Hauptfigur auskommt? Denn eigentlich passiert am Ende des Films etwas sehr ungewöhnliches für die End-40er.

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Episode 292: Ulysses (1967) – Die einzig wahre Odyssee-Verfilmung und der Jahrhundertroman von James Joyce

Es war das Jahr 1922, als der irische Autor James Joyce einen Roman schrieb, der irgendwie als der meiste Roman in die Geschichte des 20. Jahrhunderts eingehen sollte. Ein Großstadtroman, ein Roman der Moderne mit allen Spielereien, die die Epik zu Beginn des 20. Jahrhunderts hergibt: Bewusstseinsströme, symbolische Überhöhung, Tiefenpsychologie, Metatextualität, Kryptizismus, ein wilder Ritt durch alle Genres: Erzählung, Drama, Yellow Press, freie Assoziation, dialektisches Frage- und Antwortspiel… achja, just for the record: Ich liebe liebe liebe dieses Buch! Aber wir sind nicht hier, um über dieses unverfilmbare Stück Prosa zu reden, sondern über seine Verfilmung aus dem Jahr 1962, die sich zumindest auf dem Papier sehr nah an der Vorlage orientiert.

Erzählt wird ein Tag in der irischen Hauptstadt Dublin. Im Zentrum stehen zwei Personen: Der grüblerische junge Schriftsteller Stephen Dedalus und der gutherzige Jude Leopold Bloom, der versucht darüber hinwegzukommen, dass er von seiner Frau Molly betrogen wird. Die Wege der beiden werden sich an diesem Tag mehrmals kreuzen, bis es schließlich am späten Abend zu einem echten Miteinander kommt. Aber was passiert dazwischen? Stephen ist am Strand unterwegs und verliert sich in seinen Gedanken, Leopold ist permanent antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. Wir erleben eine Beerdigung und eine Geburt, Zeitungsannoncen werden gesetzt, philosophische und politische Diskussionen werden geführt, irgendwann geht es ins Bordellviertel, wo der Film zu einem bizarren Fiebertraum wird. Und am Ende dürfen wir dem Gedankenstrom einer einschlafenden – oder orgasmierenden – Frau beiwohnen.

Aber was passiert da eigentlich wirklich? Die Odyssee natürlich, also in irgendeiner pervertierten, eklektischen, modernen Version. Okay, ich habe natürlich leicht reden, weil ich die Vorlage gut kenne, die Cheat Codes zum Verstehen im Kopf und diverse Komplettlösungen gelesen habe. Hast du bestimmt auch im Nachhinein, Johannes. Aber die spannende Frage ist: Wie wirkt dieser kaleidoskopische Film auf jemanden, der das Buch nicht kennt, der noch nie vom Gilbert-Schema gehört hat? Kommt man da überhaupt rein oder bleibt es von Anfang bis Ende unverständliches akademisches Gewichse?

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Episode 291: Little Miss Sunshine und der amerikanische Traum

Die siebenjährige Olive hat eine Obsession für Schönheitswettbewerbe. Vor dem Fernseher ahmt sie die weinenden Gewinnerinnen nach und arbeitet selbst hart an einer Choreographie, die ihr bei Wettbewerben die Trophäe sichern soll. Ihr Opa Edwin hat sich des Kindes angenommen und verbringt viel Zeit damit, mit ihr im Keller zu üben und zu choreografieren. Dann kommt der unverhoffte Anruf: Olive kann als Zweitplazierte nachrücken, weil die Gewinnerin mit Diätpillen betrogen hat. Damit ist sie berechtigt, am bundesweiten Wettbewerb in JWD teilzunehmen. Da die Familie sich keinen Flug leisten kann, fahren sie mit ihrem klapprigen VW-Bus los, um auf einem Roadtrip allerlei Scheiße mitzunehmen: die Kupplung gibt den Geist auf, was bedeutet dass alle anschieben und aufspringen müssen, der Buchdeal des Vaters platzt, der Sohn entdeckt seine Farbenblindheit und muss seinen Traum als Jetpilot begraben – und der Großvater der Familie stirbt an Drogenmissbrauch. Von all dem will sich die Familie nicht abhalten lassen. Sie wollen Olive unbedingt den Wunsch erfüllen und schaffen es gerade so, sich in den Wettbewerb einzuschreiben.

Die Bühnenperformances der Kinder allerdings schlagen bei den Familienmitgliedern Alarm. Viel zu professionalisiert, viel zu perfektioniert und aufgehübscht ist die Welt der Kinderschönheitswettbewerbe. Olive ist keinem der bis zur Traumatisierung hochgezüchteten Kinder gewachsen. Olive will trotzdem auf die Bühne, und nun zeigt sich das Erbe des Großvaters: der Tanz des Mädchens gleicht der Stripshow eines billigen Sex-Schuppens. Das Publikum ist entsetzt, die Familie völlig überrascht. Aber in einem Akt der Solidarität kommen Vater, Mutter, Bruder und suizidaler Freund der Familie auf die Bühne und tanzen mit. Ein gemeinschaftlicher Mittelfinger an die toxische Professionalität der Wettbewerbsmaschinerie.

Zwar ist der Schönheitswettbewerb der Aufhänger, aber eigentlich sehen wir einer vermeintlich dysfunktionalen Familie dabei zu, wie sie zusammenwachsen und als Individuen zueinander finden.

Plor, ich habe unter massiven Schmerzen recherchiert, wie Schönheitswettbewerbe für Kinder und auch Erwachsene in Amerika und auch anderen Teilen der Welt aussehen. Bist du bereit, den amerikanischen Traum rituell auf dem Schlachtfeld der Beauty Pageants zu töten und deren Reste an die Proust und Nietzsche Fans dieser Welt zu verfüttern?

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Episode 290: Wolfen (Publikumswunsch)

New York, Anfang der 80er Jahre. Die Stadt ist im letzten Jahrzehnt gerade so der drohenden Insolvenz entkommen. Die Rettung lag – zumindest wenn es nach dem Neoliberalismus geht – in Revitalisierung und Redevelopment. Konkret: Vermeintlich heruntergekommene Stadtviertel werden abgerissen um neuen schicken Bauten Platz zu machen. Einer der prominentesten Investoren dabei ist der Immobilienmagnat Christopher Van der Veer. Als dieser eines Nachts zusammen mit seiner Frau und seinem Bodyguard ermordet wird, scheint die Sache ziemlich klar: Irgendwelche linksradikalen Terroristen müssen dafür verantwortlich sein.

Der ehemalige Ermittler Dewey Wilson wird daraufhin von der NYPD zurückgeholt, gemeinsam mit der Psychologin Rebecca Neff soll er den Fall aufklären. Schnell jedoch entdeckt Wilson, dass es wohl keine linken Terroristen sind, die für die Morde verantwortlich sind: Die Leichen wurden regelrecht zerrissen, es gibt keine Spuren irgendwelcher Waffeneinwirkung, stattdessen finden sich Wolfshaare am Tatort. Wilsons Ermittlungen führen zu einem alten indigenen Kult, in dessen Zentrum der Wolf eine große Rolle spielt: Zum Morden dressierte Tiere? Gestaltwandler? Werwölfe? Was wir hier vor uns haben, ist nicht sicher. Sicher ist nur, dass es alles andere als Menschlich ist. Und das Morden geht weiter.

Wolfen aus dem Jahr 1981, ein Horrorthriller aus einer Zeit, in der das Genre gerade einen kleinen Werwolf-Craze erlebte. Aber Obacht: Michael Wadleighs Vision ist weit weg vom europäischen Werwolfsmythos. Stattdessen vermischt er indigene Mythologie mit einem zynischen Blick auf die New Yorker Stadtentwicklung und einer ebenso ökologischen wie sozialdarwinistischen Botschaft. Und ob die Wölfe wirklich die Bösen sind, wird dann auch eher ambivalent beantwortet.

Johannes, was macht dir mehr Angst: Wölfe in der Wildnis oder Kapitalismus im urbanen Raum?

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Episode 289: Die Abenteuer des Prinzen Achmed – Der älteste (noch erhaltene) Animationsfilm der Filmgeschichte

Der erste abendfüllende Animationsfilm… alle haben gesagt: “Das wird nix. Niemand will über 60 Minuten gezeichnete Animationen sehen”… Nope, es ist nicht Schneewittchen und es ist auch nicht Disney. Die Ehre gebührt einer deutschen Regisseurin mit dem Namen Lotte Reiniger. Ihr Film “Die Abenteuer des Prinzen Achmed” wird heuer 100 Jahre alt. Über 60 Minuten Silhouetten, Schattenfiguren vor aus mehreren Ebenen bestehenden Hintergründen. Achja, vielleicht haben wir hier auch einen der ersten Mashup-Filme vor uns. Im Mittelpunkt stehen Motive aus den Geschichten aus 1001 Nacht, erzählt wird jedoch nicht einfach ein Märchen aus der berühmten Sammlung, stattdessen haben wir ein Zusammenschnitt verschiedener Bruchstücke vor uns:

Prinz Achmed will unbedingt das magische Pferd ausprobieren, das sein Vater von einem Magier geschenkt bekommen hat. Er erhebt sich mit dem Wesen in die Lüfte… und findet leider nicht den Ausschaltknopf. Das Pferd bringt ihn ins weit entfernte Wak-Wak, wo er sich in die schöne Herrscherin Pari Banu verliebt. Er entführt sie kurzerhand und es gelingt ihm, trotz des rüden Vorgehens, ihr Herz zu gewinnen. Aber der eigentliche Besitzer des Pferdes, der böse Magier, ruht nicht. Kurzerhand entreißt er Pari Banu ihrem Geliebten und verkauft sie an den Kaiser von China. Mit der Hilfe einer Hexe sowie Aladin und seiner Wunderlampe gelingt es Achmed Pari Banu zurückzuholen, den bösen Magier zu besiegen und schließlich in einer epischen Schlacht auch die Dämonen zu schlagen, die ihre Herrscherin nur für sich haben wollen.

Ein wilder Mix aus arabischen Märchen, einzig und allein erzählt in Schattenfiguren… Johannes, funktioniert das heute noch?

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Episode 288: Falsches Spiel mit Roger Rabbit –

Roger Rabbit – der gezeichnete Star eine Cartoon-Serie – scheint in letzter Zeit bei den Dreharbeiten nicht mehr allzu konzentriert zu sein. Seine Frau, glaubt er, betrügt ihn. Spielt Patty Cake mit dem Chef der Produktionsfirma. Was gleichzeitig ein Euphemismus für Sex – und ein unschuldiges Abklatschspiel ist.
Als eben jener Chef der Firma tot aufgefunden wird, ist der eifersüchtige Ehemann Roger Rabbit der erste Verdächtige. Er beauftragt Eddie Valiant – einen alkoholabhängigen abgehalfterten Detektiven – um zu beweisen, dass er unschuldig ist. Eigentlich kann Eddie Toons nicht ausstehen, aber er hat ein Herz und hilft Roger Rabbit den eigentlichen Killer zu finden und entdeckt dabei auch den Toon, der seinen Bruder umgebracht hat.

Gleichermaßen Neo-Noir Thriller und Slapstickkomödie mit vielen liebevollen Anspielungen an Filme und Zeichentrick, die man sich so vorstellen kann, in einer Welt in der Cartoon-Figuren und reale Menschen so mühelos miteinander interagieren, dass man aus dem Staunen nicht mehr rauskommt. Zumindest wenn man sich vom Lachkrampf erholt hat.
Der Film ist mitnichten für Kinder gemacht, auch wenn man darauf geachtet hat, dass Kinder keinen Schaden nehmen. Aber die meisten Gags dürfte man nur als Erwachsener verstehen. Plor, hast du den Film als Kind gesehen, als er rauskam? Oder hast du den Film deinem Kind gezeigt? Ich brauche Insight, wie Kinder darauf reagieren.

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