Gib uns einen Kaffee aus!

Kategorie: Komödie

Episode 111: Der unsichtbare Dritte – Alfred Hitchcocks James Bond?

Wir schreiben das Jahr 1959 – Hitchcock hat schon eine unglaubliche Karriere hinter sich, während James Bond noch drei Jahre auf sich warten lässt.

Was James Bond damit zu tun hat?

Nunja, wenn man sich “Der unsichtbare Dritte” bzw. North by Northwest anschaut, bekommt man das unbestimmte Gefühl, dass alle nachfolgenden Bond Filme von ihm abgeschrieben haben. Es ist ein Agenten-Thriller – mit einem Agenten wider willen. Roger Thornhill wird von Spionen für “George Kaplan” gehalten, der ganz oben auf ihrer “to kill” Liste steht.
Also muss Thornhill sich etwas einfallen lassen, wie er am Leben bleiben und gleichzeitig beweisen kann, dass er nicht Kaplan ist. Dabei reist er mit einer sehr sexuell interessierten Dame durch Amerika, entgeht einigen Anschlägen und bekommt es mit echten Geheimagenten, Spionen und Gangstern – und mit sexuellen Eskapaden zu tun.

Nachdem der Film rauskommt, erhält Hitchcock ein Telegramm eines gewissen Ian Flemming, ob er nicht seine Geschichten um einen Agenten mit der Nummer 007 verfilmen möchte.

Plor, warum ist North by Northwest der erste James Bond und warum nicht? Und… was soll North by Northwest bitte schön für einen Himmelsrichtung sein?

Weiterlesen

Episode 109: The Addams Family – Von den Cartoons über die Sitcom bis Wednesday

Meine Güte was hab ich mir nur dabei gedacht. Die Addams Family. Es gibt Unzählige Episoden von Animated Series, Live Action Series und über 50 Comics des Original Mr. Adams, der die Familie erfunden hat, gibt es zu sehen.

Gestartet hat die Addams Family als makabrer und düsterromantischer Gegenentwurf zur braven amerikanischen Vorstadtfamilie der 30er Jahre – gezeichnet von Charles Addams, der sich in den 60ern hat überzeugen lassen, dass es Bewegtbildpotenzial gibt für die makabre Familie.

1964 bis 1966 lief die erste Serie und ihr sollten viele, viele mehr oder minder gute Versuche folgen, den Spirit des Originals einzufangen.

Plor, natürlich müsste ich dich folgerichtig fragen: welche der Vorliegenden Verfilmungen trifft denn für dich den Geist von Charles Adams am Besten. Aber das sollten wir vielleicht erst am Ende resümieren. Deshalb mal ganz von vorn angefangen: gefällt dir die Idee der Addams Family überhaupt? Kannst du mit dieser Gothic-Overkill-Idee etwas anfangen?

Weiterlesen

Episode 107: Schultze gets the Blues

„Schultze gets the Blues“ aus dem Jahr 2003 handelt von Schultze.

Schultze hat ein sehr eingetaktetes Leben in einem kleinen anhaltinischen Ort. Sein Leben pendelt zwischen Arbeit im Bergwerk, Kneipenbesuch, Schrebergarten, Musikverein und Angeln. Aber Schultze und seine Kumpels Manfred und Jürgen werden in den Vorruhestand geschickt.

Plötzlich gibt es eine Lücke im Leben zu füllen, die offenbart, dass Schultze vielleicht auch noch andere Ambitionen gehabt hätte. Er hört einen Song im Radio, der ihn erst zu schockieren, dann zu faszinieren scheint: Zydeco, Musik aus Louisiana – die er gleich an seinem Akkordeon ausprobiert. Irgendwie lässt es ihn nicht los, trotz seiner erfolglosen Versuche, die anderen für diese Musik zu begeistern.

Aber sein Musikverein erkennt seine Leidenschaft und schickt ihn zum Kulturaustausch nach Louisiana – wo er zur “Wurstfeier” mit Jodlern und deutscher Nationalhymne, seine Polka spielen soll.

Eine späte Reise zu neuen Leidenschaften.
Plor, welche Leidenschaften könntest du dir vorstellen im alter zu entdecken?

Weiterlesen

Episode 105: Doris Day als Spion in Spitzenhöschen

Endlich ein Doris Day Film. Da wir eh viel über Doris Day reden werden, echt nur schnell die Zusammenfassung der Handlung: Die Witwe Jennifer Nelson arbeitet als Meerjungfrau bei ihren Eltern. Als solche wird sie vom neuen Chef aufgegabelt und nach allen Regeln der Kunst objetkifiziert. Natürlich verliebt sie sich daraufhin in ihn. Da sie in den 60ern bei der NASA arbeiten, eignet sich das Grundgerüst eines Spionage-Spoofs bestens für die kommenden Verstrickungen. Jennifer Nelson wird der Spionage verdächtigt, weil sie jeden Tag ihren Hund Wladimir anruft.

Im Grunde eine „Bekommen sie sich oder bekommen sie sich?“ Geschichte, mit albernen Slapstickeinlagen und ganz vielen Harmlosigkeiten.

Deswegen meine Frage jetzt an dich, um im Sinne des Films zu bleiben: Und du so?

Weiterlesen

Episode 103: Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat… und wir es uns zurückholen

Jeder Hörer des Podcasts mag Weihnachten sehr!
Doch Johannes am Mikro fiel der Trubel schwer.
Er hasste die Weihnacht, ja alles daran.
Du fragst Dich warum? Naja, das kann
Wohl kaum jemand richtig erschöpfend ergründen.
Plor versucht die Lösung lang schon zu finden.
Vielleicht mochte er keine Menschenmassen
Die an Weihnachtsmarktbuden nichts unbetatscht lassen.
Vielleicht war es auch der geheuchelte Frieden,
den die Menschen den Rest dieses Jahres nur mieden.
Am wahrscheinlichsten aber, wird dieses hier sein:
Sein Herz für den Kaufrausch war zwei Nummern zu klein.

Warum auch immer, ob dies oder das,
Als die Festtage kamen, verging ihm der Spaß.
„Schau sie nur an, kaufen sie jeden Scheiß?
Beim Black Friday hat ‚Glück‘ einen ganz kleinen Preis!
Das hier macht Haut so glatt, Harnstoff vom Haifisch!
Und dieser Mixer macht Nachbarn ganz neidisch.
Die liebste will nichts! Was besondres dann schon,
Ach, ich kauf einfach sonstwas bei Amazon.“
„Diese Opfer“ dacht er da noch grummelnd bei sich
Und dann noch „Warum verhinder ich s nich?
Weihnachten fällt dieses Jahr einfach aus!
Santa bleibt dies Jahr gemütlich zu Haus!
Doch wie stell ichs nur an, wie stopp ich das Fest?
Wie stell ich die Welt unter Hausarrest?“

Da kam die Idee. Eine schrecklich Idee. Eine wunderbar schrecklich Idee.

„Ich mach einen Podcast! Die Welt ist ganz Ohr!
Stell meine Konsumkritik allen hier vor! PLOOOOR?“

Und? Stimmte Plor ein? Wie lief der Plan? Hört das Gespräch der beiden doch an…

Weiterlesen

Episode 102: Don’t worry, we’ll think of a title und die Dick Van Dyke Show

In den frühen 60er Jahren mauserte sich The Dick Van Dyke Show zur beliebtesten amerikanischen Sitcom der damaligen Zeit. Was macht man also, wenn die Show langsam ihrem Ende entgegen geht, und man ihre Popularität noch ein wenig auskosten will? Natürlich einen Kinofilm drehen. Das dachte zumindest Morey Amsterdam, beliebter Nebendarsteller in eben jenem Comedy Klassiker. Und so schrieb er das Drehbuch zu dieser von ihm selbst produzierten Agentenfilmparodie, besetzte sich gleich in der Hauptrolle und versammelte um sich alle, mit denen er bei der Dick Van Dyke Show bereits zusammengearbeitet hatte.

Im Mittelpunkt steht das odd couple Charlie und Annie. Nachdem sie ihren letzten Job verloren haben, heuern sie als Verkaufsduo im Buchladen ihrer Freundin Magda an. Was sie nicht ahnen, Charlie wird von einer obskuren Geheimorganisation observiert, weil diese ihn für einen desertieren sowjetischen Kosmonauten hält. Darüber hinaus haben sie ganz schön viel mit den skurrilen Kunden ihrer neuen Arbeitsstelle zu tun.

Eine Agentenfilmparodie also, zu einer Zeit, in der Dank James Bond, The Avengers und Mission Impossible das parodierte Genre eine wahre Blütezeit erlebte. Besetzt mit den beliebtesten Comedy-Acts aus der damaligen TV-Landschaft, garniert mit zahllosen Celebrity Cameos und ständigen Brüchen der vierten Wand. Was soll da schon schief gehen? Johannes… Was ist schief gegangen?

Weiterlesen

Episode 101: Brief Interviews with hideous men

So. nu isses soweit. Eine Art Zufallsfilm. Ein Film den wir beide noch nicht kennen, ein Film, der offenbar auch nie genug auf dem Radar der Filmwelt war, dass er sich uns mal angeboten hätte.
Was hat dieser Film zu bieten…?

Brief Interviews with hideous men. Jo. Damit wäre auch schon alles wichtige gesagt.
Vielleicht sag ich es nochmal auf deutsch. Kurze Interviews mit fiesen Männern.

Alles klar soweit, oder?

Jeder der Männer hat eine mehr oder weniger dümmliche bis streckenweise sehr harte Geschichte zu erzählen und weil der Regisseur sich nicht getraut hat, nur einfach die Interviews zu zeigen, hat er noch eine Interviewerin erfunden, in deren Leben wir auch noch Einblicke erhalten. Was auf dem Papier nur wenig actionreich und vielleicht sogar langweilig klingen mag, ist auf der Leinwand… ebenso actionarm und langweilig? Plor wie siehst du das?

Weiterlesen

Episode 99: Singing in the Rain – Das beste Musical aller Zeiten?

Da haben wir es: Mein absolutes Lieblingmusical. Und ich weiß, es ist eine obvious Choice. Aber deswegen habe ich ja auch 99 Episoden gewartet, bis ich ihn eingeworfen habe. Singing in the Rain aus dem Jahr 1952 ist DER Film übers Filmemachen, über den Übergang der Stummfilmzeit in den Tonfilm. Über Hollywoods Macken und sein absurdes Star-System.

Um die Story kurz zu umreißen: Don Lockwood und Lina Lament sind DIE Stummfilmstars ihrer Zeit. Als der Tonfilm aufkommt, wollen sie nicht hinten anstehen und drehen mit neuem Tonequipment, mit dem noch keiner umgehen kann. Durch Lina Laments abschreckende Stimmlage, das übertriebene Schauspiel, sowie schlechte Dialoge, fällt der Film bei einer Testvorführung durch und sie müssen sich was einfallen lassen. Die rettende Idee kommt von Kathy Seldon, der Love-Interest von Don Lockwood. Sie schlägt ein Musical vor und Cosmo Brown, Dons bester Freund schlägt vor, Lina synchronisieren zu lassen. Alle freuen sich, der Film wird ein Erfolg, alle singen und tanzen aus die Maus, nach Haus.

Lieber Plor, auf einer Skala von 10 bis 10, wie großartig findest du diesen Film und wie schwer ist es für dich auszuhalten, dass der beste Film aller Zeiten ausgerechnet ein Musical ist.

Weiterlesen

Episode 97: Pitch Perfect – Zwei Dudes machen Girl’s Night

Beca Mitchell ist neu an der Barden University und fällt der A Capella Gruppe “The Barden Bellas” durch ihre wunderschöne Singstimme auf. Beca hat eigentlich keinen Bock auf die sehr traditionelle Truppe. Sie lässt sich zwar überreden, dabei zu sein, um die Existenz der Gruppe zu sichern, aber sie versucht natürlich neue Ideen umzusetzen und das Konzept der Gruppe umzukrempeln, was der dienstältesten Aubrey nicht besonders schmeckt.

Hui, wenn ich das so sage, klingt das sehr 0815 und man könnte das auch sehr langweilig inszenieren, aber irgendwie haben Drehbuchautor Kay Cannon und Regisseur Jason Moore ein echt gutes Händchen für Musik, einen ordentlichen Schuss Selbstironie und überbordenden Größenwahn. Es geht hier schließlich eigentlich um A Capella und nicht American Football.

Aber ich war ja eh immer mehr für Musicals zu haben, als für Football. Plor, wie stehts um dich? lieber A Capella oder Football?

Weiterlesen

Episode 96: Die Reifeprüfung – Filmklassiker versus Feminismus

Die Reifeprüfung – Originaltitel: The Graduate – aus dem Jahr 1967 erzählt die Geschichte des 21 jährigen Benjamin Braddock, der gerade das College abgeschlossen hat und den Sommer zu Hause bei seinen Eltern verbringt. Aber der junge Absolvent fühlt sich unwohl in der von Oberflächlichkeiten geprägten Welt der oberen Mittelschicht. Er weiß nicht wohin mit sich und hat nur ein vages Gefühl davon, dass sein Leben irgendwie anders aussehen soll.

Mrs. Robinson, die Ehefrau des Geschäftspartners seines Vaters nutzt die Verlorenheit Benjamins gnadenlos aus und verführt ihn. Trotz einigem Widerstand von seiner Seite beginnen die beiden schließlich eine Affäre, die den gesamten Sommer anhält. Aber da gibt es auch noch ihre Tochter Elaine, mit der ihn seine Eltern nur allzu gerne verkuppeln würden. Bei dem von den Älteren arrangierten Date passiert es dann auch noch tatsächlich, dass Ben sich in Elaine verliebt, was nachvollziehbarerweise alles andere als Begeisterungsstürme bei Mrs. Robinson auslöst.

Auf dem Papier eine straight forward erzählte Romcom… und zumindest meiner Meinung nach doch sehr viel mehr. The Graduate ist ein ungemein reicher Film: Reich an Bildsprache, reich an subtilen thematischen Einschüben, reich an satirischen Spitzen und einer dichten Inszenierung, die ihn zu einem Wegbereiter und Musterbeispiel des New Hollywood werden lässt.

Aber vielleicht siehst du es ja doch eher wie der späte Roger Ebert, Johannes, und erblickst hierin nicht mehr als eine nette – mit dem für seine Zeit Skandalösen spielende – Tragikomödie. Ich hoffe doch nicht, und bedenke bei deiner Antwort, dass du hier einer meiner absoluten Lieblingsfilme vor dir hast.

Weiterlesen